Beilage zu Nr. 273 der Karlsruher Zeitung. - H -r. Samstag, 2O. November 18SS. LSS Rußland und Polen St. Petersburg, 12. Nov. Das allgemeine Ko nzil der griechisch-orthodoxen Kirche, welches von dem Patri- archen und der Synode von Konstantinopel angeregt war, scheint nicht zu Stande kommen zu sollen. Die Beilage der „Mosk. Zig." veröffentlicht die Antwortschreiben der Häupter der verschiedenen orthodox-griechischen Kirchen, und das unstreitig entscheidendste dieser Schreiben, das des heiligen Synods zu St. Petersburg, spricht sich gegen ein allgemeines Konzil aus. Die Zwistigkeiten zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und den Bulgaren und das Streben der letzteren nach einer selbständigen Kirche hatten vor Allem dem Patriarchen von Konstantinopel ein allgemeines Konzil wünschens- werth erscheinen lassen, und in dem Schreiben, in welchem er dasselbe anregt, ersucht er gleichzeitig auch die Häupter der verschiedenen griechisch-orthodoxen Kirchen, sich über den bulgarischen Konflikt näher auszusprechen. In Bezug auf letzteren sagt nun das Antwortschreiben des heil. Synods von St. Petersburg, daß man einerseits nach Gerechtigkeit und Recht die Autorität des Patriarchen von Konstantinopol über die bulgarische Kirche anerkennen müsse, und daß ein eigenmächtiges Ausscheiden der letzteren aus dem bestehenden Verbände nicht nur verwerflich sei, sondern die bulgarischen grie- chisch-orthckwxen Christen unstreitig in die Zahl der Häretiker führen würde, daß dagegen andererseits manche Forderungen der Bulgaren gerechtfertigt seien und man den Frieden durch Nachgiebigkeit und das Stbeben nach Einigung erhoffen müsse. Von einem allgemeinen Konzil erwartet der heil. Synod die gewünschten Erfolge nicht. ** An den Vorbereitungen zu der großen russischen Industrieausstellung, welche hier im Juni und Juli 1870 ftattfinden soll, wird andauernd mit dem regsten E-fer gearbeitet. Zum Ausstellungslokal ist das Gebäude des früheren Salzdepots bestimmt. Man fürchtet aber, daß dies Gebäude für die Massen von Gegenständen, welche zu der Ausstellung eingesandt werden, nicht Raum genug bieten dürfte. Dem Vernehmen nach hat die Ausstellungskommission den glücklichen-Gedanken erfaßt, bei dieser Gelegenheit Vertreter der ausländischen Presse nach Petersburg einzuladen. Es soll für dieselben von der preußischen Grenze ab ein Extrazug bereit gestellt werden. Nach Mütherlnnßrn aus Irkutsk ist sie Goldausbeute in Sibirien sehr befriedigend. Während des Jahres 1868 hat man im Flusse Olekma, einem Nebenfluß der Lena, mehr als 260 Pud Gold gefunden. Der Werth desselben beläuft sich auf 13 Mill. Franken. Von dieser Summe wurde etwa die Hälfte für den Unterhalt und Lohn der dabei beschäftigten 1700 Arbeiter verausgabt. Den Unternehmern blieb also ein Gewinn von mehr als 6 Mill. Franken. — Das von österreichischen Blättern verbreitete Gerücht, Rußland fördere den im Süden Dalmatiens ausgebrochenen slavischeu Aufstand, yrweist sich als eine pöllig anhaltloseTendenzer- stndung. Schwe-eq und Norwegen. Stockholm«, IO. Nov. 'Das höchste Tribunal hat vier von den dem Könige.öon dem letzten Reichstage vorgelegten G e- setzvo rschlägen gemißbilligtund von der Bestätigung derselben abgeräthen, nämlich: 1) Veränderung des bestehenden Gesetzes in Betreff fremder christlicher Glaubensbekenuer und ihrer Religionsübung; 2) Aufhebung der Verantwortlichkeit für Denjenigen, welcher zu einer irrigen Lehre (womit hier natürlich jede solche gemeint ist, die nicht mit der evangelisch- lutherischen nach der unveränderten Augsburgifchen Konfession übereinstimmt) Übertritt oder eine solche ausbreitet; 3) Aenderungcn in dem Konkursgesetze in Betreff der Abschaffung des Gläubigereides, so wie in dem Akkord; 4) o.c Einführung eines eigenen Advokatenstandes- Badische Chronik. «^Realgymnasium oder höhere Bürgerschule? (Schluß.) Das unterscheidende Merkmal der Gymnasien, Lyccen und Realgymnasien besteht rmn in nichts Anderem, als in der Pflege jener Gesammtheit geistiger Ausbildung, jener inneren Harmonie dcö Unterrichtszweckes, wie sie sich an ein zeitgemäßes Verarbeiten, vielleicht auch Fort- und Umbilden, nie aber schlechthin Beseitigen des einmal vorhandenen wissenschaftlichen Lehrstoffes knüpft. Diese Anstalten wollen die Summe dessen im Auge behalten, was unsere Zeit an Bildungsmitteln besitzt; sie wollen „auf der Höhe unserer Zeit stehen". Damit ist von selbst gesagt, daß sie sich jenenFächern nicht verschließen können, auf welche unsere Zeit mit Recht einen so hohen Werth legt, wie z. B. die Nannavissenschaft. Daß sie auf klassische Sprachen das Hauptgewicht oder selbst nur ein Hauptgewicht legen müssen, ist dabei nicht absolut erforderlich. Es ist sehr denkbar, daß die übrigen Lernstoffe und Bildungsmittel in einer Weise behandelt werden, welche die Beiseitelassung des Lateinischen sowohl als des Griechischen verschmerzen läßt; für gewisscFächer freilich werden die bctr. Sprachstudien stets unerläßlich bleiben, und auch imAll- gemeinen ist cS jedenfalls nicht angczeigt, die Akten über Werth oder Unwcrth und über die Grenze, von welcher ab andere Bildungsmittel bevorzugt werden müßten, so leichthin zu schließen. Da steht eben Ansicht gegen Ansicht, und unter den Schulmännern wenigstens ist zur Zeit noch die Ueberzeugung von der Unentbehrlichkeit des klassischen Sprachstudiums die weitaus vorherrschende. Um was es sich aber handelt, das ist — wir wiederholen cs — nicht sowohl das klassische Sprachstudium selbst als vielmehr das gründliche, allgemeine, harmonische Wissen, für welches es zum Schlagworte geworden ist. Diesem Wissen dienen die obengenannten höheren Lehranstalten ; sie haben das ideale Ziel im Auge, die Gesammtheit des Wissens oder wenigstens der Lernmittel auf die Gesammtheit der Bevölkerung auszugießen. Db Latein oder nicht, das ist Nebensache, wenn sie im Sinne dieser Aufgabe wirken; dieselbe mag dann immerhin mancherlei Auffassungen zulassen, wie sie ja in der That von den Realgymnasien in etwas anderer, den praktischen Zerlbedürfniffeii mehr direkt Rechnung tragender Weise aufgefaßt wird. — Ganz anders die höheren Bürgerschulen, sofern man dieselben im Gegensätze zu den Realgymnasien re. versteht. Diese haben den Zweck, eine gewisse, für nothwendig gehaltene Summe von Kenntnissen aus gewissen Fächern mitzutheilen. Ueber das Maß dieser Summe entscheiden die Bedürfnisse und Meinungen des Augenblicks, nicht selten sogar blos diejenigen der Oertlichkeit. Nicht eine möglichst weite und allgemeine Bildung ist cs also, was sie zu ihrer Aufgabe machen, sondern die Befriedigung wenn auch all sich noch so wichtiger, so doch ihrem Wesen nach nicht idealer, sondern unmittelbar praktischer Bedürfnisse. Dies, und nicht das Latein ist der Unterschied zwischen ihnen und den Realgymnasien. Es wäre gewiß überaus thöricht, wollte man, hieraus gestützt, über die höheren Bürgerschulen den Stab brechen. Wo man das Beste nicht haben kann, da freut man sich eben des Guten, und so lange mcht-daran zu denken ist, daß die Gelegenheit für den Besuch höherer und höchster Lehranstalten eine allgemeine sei, so lange ist es ja höchst wünschenswerth, angemessene Zwischenstufen zu haben. Allerdings aber glauben wir, daß in Konsequenz des vorstehend entwickelten Verhältnisses diejenigen höheren Bürgerschulen, welche nicht rn einigermaßen gleicher Höhe mit den Realgymnasien sich zu halten vermögen, als erweiterte Volksschulen aufgefaßt und eingerichtet werden sollten. ES ist ja, wie schon bemerkt, durchaus nicht nothwendig, Latein zu treiben, um jene Stufe cinzuneh- men. Mail kann auch gewisse Fächer, wie eben das Latein, mehr fakultativ behandeln; man kann auch die oberen Klassen fehlen lassen und für die unteren doch auf der Stufe des Realgymnasiums stehen. Dann aber sollte man freilich auch vor dem veränderten Namen nicht zurückfcheuen und eine gewisse Gleichartigkeit herzustellen suchen, schon um den Uebergang von einer Anstalt in die andexe zu erleichtern. Und ebenso würde gewiß eine viel organischere Einrichtung des Untcr- richtsplaus mancher unserer höheren Bürgerschulen möglich sein, wenn dieselben als erweiterte Volksschulen betrachtet würden. Der Name wäre doch waMastig keine Schande. Will's Gott, so bringen wir cs noch dahin, daß an jeder ein- facl)en Volksschule Tüchtiges geleistet wird. . Unsere Stellung zu der Frage wegen des 'Eiiffährigendien- stes ergibt sich hieraus leicht. Dieser Dienst soll ein der Bildung gewährtes Privilegium sein, und. man hat bei Einführung dos betr. Systems mit Recht darauf hingewiesen, daß der Antrieb, den Söhnen einen bessern Schulunterricht zu Theil werden zu lassen, durch eine derartige Einrichtung sthr gekräftigt werde. Es ist eine Thatsache, daß das Bildungsniveau gerade bei unserem Mittelstand niedriger ist, als erreichbar und wünschenswerth wäre. Man erinnert sich, welcher Mangel an Schulkenntnissen bei den ersten Examen selbst in solchen Kreisen hcrvortrat, bei welchen man eine höhere Bildung mit Recht erwarten durfte, und wie trotz der außerordentlichsten Milde eine sehr große Anzahl von Kandidaten nicht bestanden. Unter solchen Umständen scheint es uns nicht angezeigt, die allerdings auch für eiue fernere Zeit noch erforderliche Milde in einer Weise zu handhaben, welche den besten Theil jenes Anreizes wieder zerstört. Es ist sehr erfreulich, daß wohlhabende Ellern in Zukunft nicht mehr so geneigt sein können, ihre Knaben schon mit 14—15Hahren aus der Schule zu nehmen, wie es bisher in beklagenswerther Allgemeinheit geschah. Aber die rechte Frucht wird doch erst darin reifen, wenn man llicht mehr auf halbem Wege stehen bleibt, sondern sich entschließt, den Söhnen nun wo möglich auch eine gründliche, allseitig? Bildung zu Theil werden zu lassen. Wir besorgen, daß in nur zu vielen Fällen die Abneigung hiervor cs ist, welche sich hinter das Pcroriren gegen die lateinische Sprache versteckt. Der Einjährigendieust soll aber kein Privilegium der Wohlhabenden sein, keine Erleichterung für Solche, die, weil eS eben nicht anders sein kann, nun noch einigcjJahl-e länger in ihrem Heimathorte die Schule besuchen. Er soll sich vielmehr gerade au jene Voraussetzungen knüpfen, welche wir oben als die Kennzeichen einer tieferen, allgemeineren Bildung entwickelten. Hiernach ist cs durchaus nicht gesagt, daß nicht, ebenso wie in Preußen, auch in Baden eine ausgezeichnete höhere Bürgerschule das Recht erhalten könnte, Zeugnisse für ven Einjährigendienst auszu- stellen. Dies würde jedoch unseres Erachtens nur da der Fall sein können, wo eine solche schule nach der Gesammtheit ihrer Leistungen ungefähr auf gleicher Höhe mit Len Realgymnasien steht. Bildung ist das Losungswort unserer Zeit. Sie kann erreicht werden ohne lateinischen Unterricht, und in gewissem Sinne vermag sogar die einfachste Volksschule sie zu gewähren. Aber die Erreichung jener zusammenfaffenden Herrschaft über alle Gebiete des Wissenswerchen, jener Fähigkeit, ein klares, selbständiges Urtheit zu haben, jener inneren Harmonie des Menschen selbst endlich — mit einem Worte, Dasjenige, was wir im engeren Sinne Bildung nennen: das ist eine Sache, für welche die Betreibung einer gewissen Anzahl von Zwcckmaßigkeitsfächern nicht genügt. Nicht Herabdrückung, sondern Hebung muß auch hier unsere Aufgabe sein, und wenn es auch noch so unwahrscheinlich ist, daß jemals alle Menschen an dieser tiefen und gründlichen Bildung Theil haben können, so sollte man doch alles unterlassen, was dazu beitragen könnte, den Drang nach ihrer Erlangung zu schwächen. Bürgerschule oder Realgymnasium — das sind blos Worte, in welche jeder beliebige Sinn hineingelegt werden kann. Wenn die Bürgerschulen sich dazu emporarbeiten können , den Anforderungen der Zeit auch in dieser idealen Hinsicht zu genügen, so ist kein Streit zwischen uns und ihren Verfechtern. Vermischte Nachrichte«. O Stuttgart, 17. Nov. Für die StaatSgallcrie in Karlsruhe ist vorgestern bei der Landauer 'scheu Gemäldeversteigerung nicht ein Rubens, sondern ein Gcrard Dow angekauft worden, der auf 1280 fl gekommen ist. Der Rubens ging um 4000 fl. in Privatbesitz über. (k?/o UnkostenSantheil kommen noch auf den Steigerungspreis.) Die Stande Lorrai», Domenichino, Leonardo da Vinci, Raphael, Watteau u. A. wurden um die niederen Steigcrungöpreise nicht abgegeben, haben aber zum Theil schon um bedeutend höhere Preise ihre Liebhaber gesunden. Bemerkcnswetth ist, daß sich über Erwarten viele Stutt- . zarter Liebhaber zeigten und daher die Mehrzahl der Gemälde hier verbleibt. * London, 16. Nob. Alls der Nähe von Wigan, welches in letzter Zeit durch seine Kohlengrubemmglücke eine so traurige Berühmtheit erlangt hat, wird abermals eine Explosion gemeldet. In Plattbridge wurde eines der Bergwerke der Moß Hall Company durch eine Gasexplosion stark beschädigt. Die Zahl der Todten läßt sich noch nicht mit Genauigkeit angeben, sie beträgt aber mindestens zwölf. >7 Karlsruhe, 16. R»v. So eben ist von Professor l>r. Nippold in Heidelberg bei der Berlagshandlung Fricdr. Bassermann ein Werk erschienen, das nicht geringes Aussehen erregen dürfte. Es führt den Titel: „Welche Wege führen nach Nom ?' und gibt eine Geschichte der wichtigsten Ueberlriitc von Protestanten zum Katholizismus. Nach einem Ucberblick der Uebertritte bis zum 19. Jahrhundert werden die einzelnen Wege nach Rom aufgezähli und die Proselyten unseres Jahrhunderts unter folgende Rubriken gebracht: 1) Die mit der Gegenwart zerfallene Geburlsaristokratie (Politische Romantik) mit Graf Friedrich Leopold Stolberg als Vorläufer und Repräsentant dieser Richtung an der Spitze; sonst finden sich noch unter dieser Rubrik eine große Anzahl Fürsten, Prinzen, Grafen, Edelleule und unter den Konvertitimien Gräfin Jda Hahn-Hahn. Die zweite Abteilung bildet die romantische Dichterschule (Poetische Romantik), hier treten Friedrich Schlegel, die Familie Tick, Zacharias Werner, Luise Hensel ans. An diese reihen sich, als drille Abtheilung, die romanisirenden Kunstschulen (Künstlerische Romantik). Overbeck, Schadow, Cornelius, auch Hübsch sind hier bekannte Namen; dann folgt die resiaurative Rechtslehre (Juristische Romantik) und mit ihr verwandt die rückläufigen Tendenzen in den Lehrer-, Beamten- und Journalisten - Kreisen (Sittliche Romantik), wo Gsrörer's und Dorner'S Uebertritt ausführlicher beschrieben sind. Den Schluß bilden die Theologen, als Vertreter der modernen Orthodoxie, darunter Hurter und der badische Domkapitular Weikum. Auch hat der Verfasser nicht versäumt, unter den tcstaurativen Rcchtslehrern .den neuesten Fall' Reinhvld Baumstark ausführlicher zu bezeichnen. Den Schluß bilden Betrachtungen fiber den Werth oder Unwerth dieser Uebertritte, über da« Licht, davon ihnen aus auf das kirchliche Leben der Gegenwart fällt, und über die sittlichen Aufgaben, die sich daraus ergeben. Schwerlich sind die jesuitischen Machinationen in der Gegenwart so rückhaltlos und so getragen von einer Fülle einschlagender Thatsachen aufgedeckt, und sind idem protestantischen Kirchenthum mit seinen dem NltramontanismuS sympathischen, der protestantischen Kirche schutzlos preisgebenden Tendenzen so ernste Dinge gesagt worben, al« in diesem Buch. Es ist daher nicht für diese oder jene, gelehrte Kaste geschrieben, sondern ein Mahnruf zur Wachsamkeit an Alle, denen die sittliche und nationale Neugeburt unseres Volkes am Herzen liegt. Hopfen mar kt Mannheim, vom 17. Nov. Offizieller Bericht des Marktkomilee's. Wir hatten heute wieder eine sehr schwache Zufuhr. Von zugeführten 70 Ballen wurden nur 48 Ballen verkauft. ES fehlte dem Markte der nöthige snimo, weil von eigentlich guter Waare nur wenig vorhanden und das Wenige derselben zu hohen Preisen ausgeboten war, die aber nicht bewilligt wurden. Unter diesen Umständen beschränkten sich die Verkäufe auf obige» Quantum und es wurden für Mittelmarkt-Waare die vorigen Preise, nämlich fl. 70' bi- 85 bezahlt. Bessere Waare wurde zu unbekannten Preisen gehandelt. 1868er ist in schöner Waare mit fl. 30 bezahlt worden und zu etwas niedrigerem Preise wurde ebenfalls ein Pöstchen rcali- firt. Die Verkäufer waren zum Thcile fest gestimmt und zogen das Zurückziehen ihrer Hopfen den von ihnen verlangten Konzessionen vor. Hamburg, 14. Nov. Das Hambmg-Neu-Yorker Post-Dampfschiff „Allemannia", Kap. Minzen, am 2. d. Mts. von Neu-York ab- gcgangen, ist am 13. d. M., 4Y, Uhr Abends, in Plymouth ange- kvmmen und hat, nachdem es daselbst die Verein.-Staaten-Post, sowie die für England bestimmten Passagiere gelandet, um 6'/, Uhr die Reise vis Cherbourg nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt: 121 Passagiere, 81 Briefsäckc, 1000 Ton- Ladung. Das Hamburger Post-Dampfschiff .Holsatia', Kapt. Ehler«, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Pakersahrl-Aktiengcsell- schaft, ging, erpedir! von Hrn. August Bolten, William Miller'« Nachf. ,-am 17. Nov. von Hamburg via Havre nach Ncu- Aork ab. Außer einer starken Brief- und Pakctpost hatte dasselbe 52 Passagiere in der Kajüle und 191 Passagiere im Zwischendeck, sowie 675 To-rs Ladung. _ Verantwortlicher Redakteur: Lr. I. Hcrm. Kroeulein. Bürgerliche Rechtspflege. E.79S. Nr. 17,799. LSrrach. Hermann Güt- lin in Efringen hat am 8. d. Ml« Vorgelragen, daß er als Bürge für ein Darlehm de- Jakob Schul- hier an Küfer I. S t ö ck l i n hier, wofür sich die verstorbene Frau de» Letztem sammtverbindlich erklärt habe, noch 123 fl. 30 kr. Rest und Zin« und Kosten 31 fl. 59 kr, und weitem Zin» vom 7. Juni v. I. -ah' len soll, da Hauptschuldner in Gant ist; daß die 4 Kinder de» Letzter«, darunter der flüchtige Karl Friedr. Stöckli«, die Erbschaft ihrer Mutter annahmen und kein weitere» Vermögen haben, al» da» sie an die Gantmasse de» Baker» zu sordem haben. Er bat mm zur Sicherheit für seine Ersatzforderung um Beschlag auf jene» Guthaben und berief sich zur Bescheinigung auf den Schuldschein und die fraglichen Gamakten. Der Arrest wurde einstweilen verfügt und wird zur Verhandlung Tagfahrt auf Montag den 20. Dezember d. I., früh 8 Uhr, angeordnct; wozu der Kläger und Karl Friedr. Stöckli«, dieser als flüchtig auf diesem Wege und seine Geschwister vorgeladen werden, und zwar die Beklagten mit Dem, ihre Einreden gegen den Arrest vorzubringen, al« sie sonst damit au«ge>chlofsen würden und der Arrest gerechtfertigt und fortdauernd erklärt würde. Zugleich wird den Beklagten aufgegeben, bi« zur Tagsahrt einen bevollmächtigten inländischen Gewalthaber zum Empfang aller gerichtlichen Fertigungen zu bestellen und anher zu benennen, al« sonst Sattlermei- ster Georg Schupp hier al» vom Gericht bestellter Gewalthaber zu betrachten ist. Lörrach, den 11. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Kerkenmaier. Oeffenlliche Aufforderungen. E.822. Nr. 26.060. Freiburg. Die katholische Stiftungskommission in Munzingen hat vorgetragen, daß die Meßncreipfründe daselbst auf Mun- zinger Gemarkung seit unvordenklicher Zeit die unten beschriebenen Liegenschaften und dinglichen Rechte besitze, und daß der Gemeinderath den Eintrag solcher zum Grundbuch und die Gewähr derselben veiweigere, weil sie bi» jetzt im Grundbuch nicht eingetragen seien. Es werden daher Alle, welch« lehenrechtliche, fideikommissarische oder dingliche Rechte irgend einer Art an jene Gegenstände zu machen haben, ausgefordert, solche binnen 4 Wochen dahier anzumelden, indem sonst solche dem Aufforderer gegenüber für verloren erklärt werden sollen. 1) 3 Viertel Acker im Schellenberg oder Wolken- Ihal, eine»s. Blasius Lang, anders. Franz Lang; 2) 1 Viertel Acker im Eichenbronn, einers. Blasius Lang, anders. Dominik Lang; 3) 37 Ruthen Geländ, nunmehr Reben, im See- grund, einers. Meßnerei, anders. Franziska Dufner; 4) 20 Sester alt Maß Niedkorn — Roggen — von den Gcmeindebürgern, auf dem ganzen sogen. Riedgewann ruhend; 5) einen Geldbodenzin» von jährlich 1 fl. 2*/r kr. von einem Stück Reben im Grießer, jetzt dem Karl Gehn von Munzingen gehörig. Freiburg, den 11. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. G r L f f. E.814. Nr. 17,367. Bruchsal. Heinrich Geiß von Zeutern ist aus das im Jahr 1865 erfolgte Ableben der Nikolaus Haßenfuß Eheleute in Zeutern Eigen- thümer folgender Grundstücke auf der Gemarkung Zeutern geworden: 20 Rth. Wiesen in der oberen Mühle, 20 Rth. Acker in den Weiher-Aeckern. 19 Rth. Acker im Engeller, 1 Vrtl. Acker in dm KeßliSäckern, 38Vr Rth. Acker im Schneckenbühler, 15 Rth. Acker im Lohl, 1 Vrtl. Acker im Schweißenberg, 1 Vrtl. Weinberg im Hofacker, 1 Vrtl. Acker im Steinacker, 1 Vrtl. 30 Rth. Acker in den WolfSlöchern, 1 Vrtl. Acker in der Leimgrube, 1 Vrtl. Acker im Sauberg, welche hinsichtlich ihrer Erwerbung im Grundbuche nicht eingetragen sind. Auf Antrag de-Heinrich Geist werden daher alle Diejenigen, welche an diesen Grundstücken in den Grund- und Pfandbüchern nicht eingetragene, auch sonst nicht bekannte dingliche Rechte oder lehenrechtliche oder fideikommissarische Ansprüche Haben oder zu haben glauben, ausgefordert, solche innerhalb zweier Monate dahier geltend zu machen, widrigenfalls sie dem Heinrich Geiß gegenüber fürjcrloschen erklärt werden. Bruchsal, den 11. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. S t a i g e r. Schneider. E.813. Nr. 17,368. Bruchsal. Die Erben de« Christian Reiser in Zeutern besitzen auf dortiger Gemarkung al» ihr Elgenthum folgende Grundstücke, welche hinsichtlich ihrer Erwerbung im Grundbuche nicht eingetragen sind, und zwar 1) Reinhard Reiser: 15 Ruthen HauS- undHosgerechtigkeit imKirch- viertel, 30 Ruthen Weinberg im Hirsch, 1 Vrtl. 15 Rth. Acker im Hohberg, 20 Rth. Acker im Elender, 1 Vrtl. Acker in ter Hasselheck, 1 Vrtl. 13 Rih. Acker im Allenberg, 6V, Rth. Krautgarten. 2) Karl Reiser: 20 Rth. Weinberg im Hohenbuckel, 1 Vrtl. 5 Rth. Wiese in der Langwiesc, 1 Vrtl. Acker im Steinacker, 30 Rth. im Hibscher, 1 Vrtl. Acker im Hohberg, 20 Rth. Acker in der Hosäcker, 1 Vrtl. Acker im Dimpselderwald, 36 Rth. in den KeßliSäckern. 3) Florentine Reiser, geehel. Seithel: 24 Rth. Weinberg in der Ebbe, 30 Rth. im Lehl, 30 Rth. im Krummen, 22V, RH- im Stettfelderweg. 4) Theresia Reiser: 1 Vrtl. 5 Rth. Wiese im Hundsbrunnen, 1 Vrtl. 20 Rth. Acker in der Ebbe. Ans deren Antrag werden daher all« Diejmigen, welche an diesen Grundstücken in den Grund- und Pfandbüchern nicht eingetragene, auch sonst nicht bekannte dingliche Rechte «der lehenrechtliche oder fibei- kommissarische Ansprüche habm oder zu haben glauben, ausgefordert, solche innerhalb zweier Monate dahier geltend zu machen, widrigenfalls sie den neuen Erwerbern gegenüber für erloschen erklärt werden. Bruchsal, den 11. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Staiger. Schneider. E.824. Nr. 12,776. Lahr. I. S. des Großh. Domänmärars, Kl., gegen Unbekannte, Bekl., Eigenlhum und dingliche Rechte an Liegenschaften betr. Da» Großh. Domänenärar besitzt seit unfürdenk- licher Zeit auf der Gemarkung Hugsweier folgende Liegenschaften: 1) Plan Nr. 4, Grundstück Nr. 395. 38 Morgm 166 Ruthen Wiesen, Wege und Ackerland aus den Gehcidmatten, beiderseits Aufstößer. 2) Plan Nr. 7, Grundstück Nr. 615. 3 Morgen 144 Ruthen Wiesen ober dem neuen Weg, einers. Röschert, Jakob, jg., von Kürzell, anders. Katharina Rall, ledig, von Hugswcier. 3) Plan Nr. 8, Grundstück Nr. 792. 3 Morgen 28 l Ruthen Acker und Wiesen im EchmidtSwäl- dcle, einers. Magdalena Hahn von Kürzell, anders. Ausstößer. 4) Plan Nr. 10, Grundstück Nr. 1050. 10 Morgen 289 Ruthen Wiesen und Acker am Nuhäule, einers. Gemeinde HugSweier, anders. Ausstößer. 5) Plan Nr. 10, Grundstück Nr. 1052. 5 Morgen 260 Ruthen Acker und Wege im Ruhüulewald, einers. Gemeinde Hugsweier, anders. Gemarkung Dinglingcn. 6) Plan Nr. 10, Grundstück Nr. 1051». 275 Ruthen Weg im Ruhäulewald, beiders. Vicinalweg von Ottenheim nach Hugsweier. 7) Plan Nr. 10, Grunostück Nr. 1054. 4 Morgen 253 Ruthen Acker und Wiesen im Steckmättle. einers. Gemeinde Hugsweier, anders. Gemeinde HugSweier. 81 Plan Nr. 11, Grundstück Nr. 1105. 1 Morgen 198 Ruthen Acker imjHeubrüchle, einers. Christian Bader von Hugsweier, anders. Gemarkung Dinglingen. 9) Plan Nr. 12, Grundstück Nr. 1193. 88,4 Ruthen Acker im Lohrgarten, einers. Salome» Rall, ledig, von da, anders. Gemarkung Hugsweier. 10) Plan Nr. 12, Grundstück Nr. 1258. 150,4 Ruthen Acker im Lohrgarten, einers. Michael Kämmerer ll. von Hugsweier, anders. Michael Beck, ledig, von da. 11) Plan Nr. 12. Grundstück Nr. 1241. 105,5 Ruthen Acker im Lohrgarten, einers. Michael Huck II. von Hugsweier, anders. Gemeinde Hugsweier. 12) Plan Nr. 13, Grundstück Nr. 1450. 151 Ruthen Acker im Sckoren, einers. Salome» Rall von Hugsweier, anders. Jakob Rall von da. 13) Plan Nr. 14, Grundstück Nr. 1562. 2 Morgen 339 Ruthen Wiesen auf der Röltmalt, einers. Gemeinde Hugsweier, anders. Gemarkung Schultern. 14) Plan Nr. 14, Grundstück Nr. 1575. 2 Morgen 4 Ruthen Acker und Wiesen auf der Brümer, einers. Heiligenfond Friesenheim, anders. Gemeinde Hugsweier. 15) Plan Nr. 12. Grundnück Nr. 1276. 16,2 Ruthen Weg im Lohrgarten, einers. Johann Bock- stahler II., anders. Jakob Bockstahler II. 16) Plan Nr. 12, Grundstück Nr. 1277. 345 Ruthen Ackerland im Lohrgarten, einers. Jakob Bockstahler II., anders. Gemarkung Dinglingen. Dieselben sind im Grundbuch der Gemeinde Hugsweier nicht eingetragen und versagt der Gemeinderalh von da die Gewähr derselben. ES werden daher alle Diejenigen, welche daran — in den Grund- und Pfandbüchern nicht eingetragene, auch sonst nicht bekannte — dingliche oder lehenrechtliche oder fideikem- missarische Ansprüche haben oder zu haben glaubm, hiermit ausgefordert, ihre Ansprüche an diese Liegenschaften binnen 2 Monaten dahier geltend zu machen, widrigenfalls dieselben im Verhältniß zu dem neuen Erwerber, beziehungsweise den» Großh. Dsmänenärar gegenüber verloren gehen. Lah r, dm 12. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht, v. Gemmingen. FaiSt, ». j. E.315. Nr. 12,287. Breisach. Nachdem auf unsere Aufforderung vom 4. September d. I., in Nr. 213 diese« Blatter, Rechte und Ansprüche der dort genannten Art an das erwähnte Grundstück nicht geltend gemacht wordm sind, werben solche der jetzigen Besitzerin Elisabeth» Wehrle, Wittwe de« Johann Hösle von hier gegenüber für erloschen erklärt. Breisach, dm 11. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Mors. E.827. Nr. 5385. Schönau. I- S. der Gemeinde Ehrsberg gegen unbekannte Berechtigte, dingliche Rechte betr. Nachdem auf die diesseitige Aufforderung vom 6. August d. I., Nr. 3873, nur Fridolin Spitz von Stadel Ansprüche der dort genannten Art auf die daselbst beschriebenen Liegenschaften gemocht hat, werden diejenigen aller andern Personen der Gemeinde Ehrsberg gegenüber für erloschen erklärt. Schönau, den 15. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. W e i s s e r. E.821. Nr. 9876. Breiten. Da in Folge der diesseitigen Aufforderung vom 24. August, Nr. 7423, weder dingliche Rechte, noch lehenrechtliche oder fidci- kommissarische Ansprüche an die dort bezeichneten Grundstücke geltend gemacht wurden, so werden solche dem Großh. DomänenstSkuS gegenüber für erloschen erklärt. Brette«, den 15. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Kamm. E.812. Nr. 17,557. Bruchsal. I. S. Matheus Bender in Oestringen gegen Unbekannte, EigenthumSrecht betr. Da auf die diesseitige Aufforderung vom 16. April d. I., Nr. 6404, bezüglich der bezeichneten Grundstücke weder dingliche Rechte, noch lehenrechtliche noch fidei- kommisfarische Ansprüche geltend gemacht wurden, so werden solche dem Matheus Bend er gegenüber für erloschen erklärt. Bruchsal, den 13. Oktober 1869. Großh. bad. Amtsgericht. S t a i g e r. Schneider. verrnögensobsonverunge«. E.828. R.Nr. 5235. Civ.Kammer. Waldshut. In Sachen der Ehefrau des WirthS Andreas Herzog, Maria, geb. Ekart, von Nöggenschwihl, Kl., gegen ihren Ehemann, Bekl., VermögenSabsonderung betr., wurde durch Urtheil vom Heutigen die Klägerin sür berechtigt erklärt, ihr Vermögen von dem ihres Ehemannes abzusondern. Die« wird zur Kenntniß der Gläubiger hiemit veröffentlicht. Waldshut, dm 11. November 1869. Großh. bad. Kreisgericht. JunghannS. Amann. E.820. Nr. 2632. Mannheim. I. S. der Susann» Elisabelba Benzinger, Ehefrau des Jakob Schaaf VII. in Feudenheim, Kl., gegen ihren Ehemann von da, Bekl., VermögenSabsonderung betr., wird der thatsächliche Klagvortrag für zugestanocn, jede Einrede für'versäumt erklärt, in der Sache selbst aber zu Recht erkannt: Die Klägerin sei berechtigt, ihr Vermögen von dem ihre« Ehemannes abzusondern und habe der Beklagte die Kosten zu tragen. V. R. W. Dies wird den Gläubigern des Beklagten hierdurch zur Kenntniß gebracht. Mannheim, den 6. November 1869. Großh. Kreis- und Hofgericht — Civil-Kammer. S t e m p f. B ensinaer. E825. Nr. 22,222. Waldshut. In Sachen der Ehefrau des Bäckers Ernst Grein er, Magdalena, geb. Glüninger, von Thimgen gegen ihren Ehemann, Vermögensabsonderung betr., wurde heute zu Recht erkannt: Die Ehefrau des Ernst Greiner sei für berechtigt zu erklären, ihr Vermögen von jenem ihre« Mannes absondcrn zu lassen, und habe Letzterer die Kosten de« Verfahrens zu tragen. Waldshut, den 13. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. H a u r y. Erbrinweisungeu. E.809. Nr. 13,248. Donaueschingen. Die Verlassmschaft der Elisabetha Böhler von Geisingen betr. Beschluß. Der Herr BiSthumSverweser der Erzdiözese Freiburg, Lothar Kübel, Bischof von Leucca >. p. i., hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassmschaft der verstorbenen Elisabeths Böhler von Geisingen nachgesucht. Dieser Bitte wird entsprochen, wenn nicht binnen 4 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Donaueschingen, den 15. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Z eP f. . S.681. Nr. 8162. Kenzrngen. Die Wlttwe des Zimmermanns Johann Michael Ehret, Magdalena, geb. Ehret, von Weisweil hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschast ihre» Ehemannes gebeten. Diesem Gesuch wird entsprochen, wenn nicht innerhalb 4 Wochen Einwendungen dagegen vorgebracht werden. Kenzingen, den 6. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Farenschon. E.684. Nr. 8170. Kenzingen. Die Wittwe des Balthasar Glorer, Eva Barbara, geb. Glöckler, von Weisweil hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassmschaft ihres Ehemannes gebeten. Diesem Gesuch wird entsprochen, wenn nicht innerhalb 4 Wochen Einwendungen dagegen vorgebracht werden. Kenzingen, den 8. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Farenschon. E.830. Nr. 5892. Oberkirch. Die Bitte der Michael Huber, Lag- löhner, Wittwe, Franziska, gebornen Schneider, von Oppenau am Hoh- liSwald um Einsetzung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft ihres verstorbenen Ehemannes betr. Werden die etwaigen Berechtigten aufgefordert, binnen zwei Monaten ihre Einsprachen gegen diese Bitte zu erheben, da sonst derselben stattgegebm würde. Oberkirch, den 15. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. K ä r ch e r. Raab. E.650. Nr. 15,424. Offen bürg. Die Großh. Generalstaalskasse hat um Einweisung in die Gewähr des Nachlasses der Wittwe des Andreas W a cke r von Bühl, Rosalia, geb. Sligier, naLgesucht, Diesem Gesuche wird stattgegebm werden, wenn nicht binnen 6 Wochen Einsprache erhoben wird. Offenburg, den 4. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Ried. Erbvorladnngm. E.795. Nr. 466. Freiburg. Karl, Albert und Hugo Kurus von Güntersthal, welche nach Amerika auSgewandert und deren Aufenthaltsorte unbekannt sind, werden hiermit zur VermögenSausnahmc und ThcilungSverhandlung auf Ableben ihrer Schwester Paulina KuruS von Güntersthal mit Frist von drei Monaten vorgeladen, mit dem Anfügen, daß im Falle ihre« Nichterscheinens ihre Erbbetrefsnisse ihren Geschwistern werden zugetheilt werden, wie wenn sie zur Zeit des ErbanfallS nicht mehr am Leben gewesen wären. Freiburg, den 15. November 1869. V. Schlerath, Notar. Strafrechtspflege. Labungen und Fahndungen. E.818. J.Nr. 3250. Stocka ch. Die nachbe- nannlm Wehrmänner: Thadäu« Dietrich von Hilzingen, August Dürrha mm er von Engen, Julius Fischer von Weiterdingen, Wilhelm Vetzer von Thengen-Hinterburg, Alerander Mai von Zimmern, Theodor Maier von Thalhcim , sämmtliche au« dem Amte Engen; Karl Mar Kr ucker und Karl Meister von Bodmann, Konstantin Winter von Stockach, Leopold Schlegel und Johann Leib von Rorgenwies, Johann Nepomuk Dreher von Hindelwangen. Josef Gatter er von Aach. August de Tempie von VolkertShausm, Franz Xaver W e» ber von Stahringen, Thomas Klöckler vonHop- petenzell, sämmtliche au» dem Amte Stockach; Johann Knittel von Kreenheinstetten, Fidel Hascher von Schwenningen, Zacharias Stroppel von Nusplin- gen, August Rall von Sentmhart, Xaver Bohle von Meßkirch, Karl August Steidle von Heinstetten, sämmtliche aus dem Amte Meßkirch; Gottfried Amann von Herdwangen, Bictorin Vollmar von Pfullendorf, sämmtliche au» dem Amte Psullendorf; Friedrich Brodmann und Karl Friedrich Poppele von Mimmenhausen, Gustav Käst von Ueberlingen, Leopold Rebstein von Immenstaad, Tobias Schneckenbühl von Kluftern, sämmtliche au« dem Ä^te Ueberlingen; Valentin Hermann von Langenrain, Kaspar Wiedmaier von Reichenau, sämmtliche au» dem Amte Konstanz; Karl Friedrich Hangartner von Wangen, Franz Joses Lau von Gailingm, Karl Stader von Radolfzell, Simon Ehinger von Singen, Johann Baptist Gr ieS von Hemmenhofen, Benedikt Kretz von Böhringen, Daniel Schellhanr- mer von Ueberlingen, sämmtliche aus dem Amte Radolfzell; die Reservisten Fidel Keller von Wiechs, Johann Rigling von Dittelbrunn, Johann Planz von Jmmendingen, Wilhelm Riede von Riedheim, Sebastian Stadelmann von Zimmerholz, sämmtliche au« dem Amte Engen; August Iarger von Hecheln, Ferdinand Maier von Volkerts- hausen, Johann G.org Naegelc von Steißlingen, Lorenz Maier von Zizcnhausen, sämmtliche au« dem Amte Stockach; Eduard Bühler von Voll, Anton Jrßlinger von Heinstetlen , Remigius Alber von Buchheim, Ludwig Rebholz von Gutenstein, Blasiu» M o g g von Stetten , Andreas Unger von Schwenningen, sämmtliche aus dem Amte Meßkirch; Karl Gemeinde! von Aach, Jakob Bosch und Anton Fetscher von Linz, Josef Häußler und Georg Rösch von Pfullendorf, sämmtliche aus dem Amte Pfullendorf; Wendel!» Keßler von Oberuhldingen, Ruppert Haller von Urnau, Georg Schädler von Salem, Theodor Böll von Deggenhausen, sämmtliche aus dem Amte Ueberlingen; Albert Hösler von Konstanz; Stefan Zahn von Gailingen, Amts Radolfzell; die Dispositions-Urlauber de« Feld- Artillenercgimenls Eduard Schneble von Friedingen, Amt Radolfzell, und Peter Schmitt bell.) Leib-Dragonerregiment- von Holzach, Gemeinde Sä,waudorf, Amt Stockach, deren Aufenthalt zur Zeit nicht ermittelt werden kann und welche sich bisher der militärischen Kontrele entzogen haben, werden hiermit aufgefordert, sich innerhalb 4 Wochen bei irgend einem der Landwrhr-Bezirks-Commando des Landes zu stellen, widrigenfalls dar Desertions- Verfahren gegen sie pingeleitet werden wird. Stockach, den 16. November 1869. Großh. BezirkS-Eommando des Landwehr-Bataillon» Stockach Nr. 10. Berwaltuiigsfachen. Pulizeisacheu. H.119. Nr. 25,534. Karlsruhe. Der ledige, 20 Jahre alte Reinhold Hammer von Eggenstein hat, nachdem sich dessen Mutter, Margaretha Hammer Wittwe in Bruchsal, sür etwaige Schulden desselben haftbar erklärte, die AuSwanderunzserlaubniß nach Amerika erhallen; was wir zur öffentlichen Kenntniß bringen. Karlsruhe, den 15 November 1669. Großh. bad. Bezirksamt. A. Brauer. Ziegler. Vermischte Bekanntmachungen. H.121. Nr. 2733. Donaueschingen. Cisenbahnbau Donaueschingen- Jmmendingen. Die unterfertigte Stelle beabsichtigt, folgende Bauarbeiten auf der Haltstation Pfohrcn im SvumisfionS- wcg zu vergeben: 1) Herstellung eine- Güterschoppens, im Anschlag von. 1500 fl. 2) Herstellung von Maurer- und Erdarbeiten zur Erweiterung der Station und Anlage eines neuen Verladeplatzes, im Anschlag von . . 3500 fl. Angebote zur Uebernahme dieser Arbeiten müssen bis 4. Dezember lfd. Jahres, Morgen« 10 Uhr, portofrei, versiegelt und mit der Aufschrift: „Gnterfiation Psohreu" versehen, auf dem diesseitigen Bureau eingereicht sein. Etwaige Abgebote sind nach Prozenten de« Anschlags zu stellen. Pläne, Ueberschläge und Bedingungen können vom 24. lfd. MtS. an bi« zum Tag der SoumissionSeröff- nung jederzeit auf unserem hiesigen Bureau cingeschen werden. Donaueschingen, den 17. November 1869. Großh. Eisenbahnbau-Jnspektion. Würthenau. H.131. Heidelberg. Main-Neckar-Eisenbahn. Bekanntmachung. In Folge höherer Entschließung sollen Montag den LS. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, nachstehend verzeichnet« abgängige Materialien gegen Baarzahlung auf hiesigem Bahnhof« versteigert werden. Schienen, gediente, die Mehrzahl von 5 Meter Länge, circa. 1200 Ctr. Gußeisen, alte«, circa. 12 , Schmelzeiscn circa. 7 , Drehspänc, eiserne, circa ..... 7 , Roststäbe, alte, circa. 8 . Glasglocken, größtentheil« mit Gestellen von Messingdraht, zur Straßenbeleuchtung noch sehr brauchbar.68 Stück, Korbflaschen.8 . Sämmtliche Gegenstände, mit Ausnahme von ungefähr 500 Ctr. Schienen, welche auf der Station Friedrichsfeld lagern und daselbst vor der Versteigerung ringesehen werden können, lagern hier und wird hierüber, sowie über die Versteigert,ngSbedingungen von unserer Materialverwaltung Auskunft ertheilt. Heidelberg, den 17. November 1869. Die Bahnverwaltung. Ober müller. Thome. Druck und Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei.