ßarlsrilher ZeitMA. Sonntag, ÄZ. März. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 18 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 1888 . Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 24. März. General Bonlaugcr ist gestern aus Clermont-Ferrand nach Paris gekommen, um vor dem militärischen Nnter- suchungsrathe zu erscheinen. Seine Freunde hatten dafür gesorgt, daß ihm sowohl bei seiner Abreise in Clermont- Ferrand wie bei seiner Ankunft in Paris eine demonstrative Huldigung dargebracht werde. Ein Komitö, welches in Clermont gebildet wurde, um eine Demonstration zu Ehren des scheidenden Generals zu veranstalten, ließ in der ganzen Stadt eine Bekanntmachung anschlagen, in der es hieß, Gambetta sei aus Furcht vor einer Diktatur gestürzt worden, der General Boulanger sei gegenwärtig ein Opfer der gleichen Befürchtungen und die souveräne Nation müsse hiergegen protestiren: „deshalb begebe sich Jedermann an den Bahnhof , um dem General zu sagen, daß das Vaterland noch immer auf ihn rechnet". In Clerchont fand sich denn auch bei der Abfahrt des Generäls eine auf 2000 Personen geschätzte Menge ein. Der Urheber der Kundgebung, Bail- liäres, hielt eine Ansprache an den General, die dieser gerührt beantwortete. Frauen überreichten dem General Boulanger Blumensträuße, auch ein paar als Elsässerinnen gekleidete Mädchen fehlten natürlich nicht. In Paris, wo Boulanger Abends um 6 Uhr eintraf, wiederholten sich d'ese Scenen, doch scheint die Betheiligung an der Kundgebung hier hinter den Erwartungen der Arrangeure zurückgeblieben zu sein. Die Mehrzahl der am Lyoner Bahnhof in Paris erschienenen Leute bestand aus Neugierigen und professionellen Skandalmachern. Als Boulanger mit seiner Tochter einen Wagen bestieg, um nach dem Louvrehotel zu fahren, wollten einige von seinen Anhängern die Pferde ausspannen, um den Wagen wie begeisterte Bewunderer einer Operndiva mit ihren Armen zu ziehen; die Polizei verhinderte jedoch die Ausführung dieser überschwänglichen Ovation. Uebrigens sind auch die Gegner Boulangers nicht unthätig. Sie hielten gestern, wie ein Telegramm aus Paris berichtet, eine von etwa 2500 Personen besuchte Versammlung ab, die auch von zahlreichen Boulangisten besucht war. Das bekannte Gemeinderathsmitglied Jossrin hielt eine Rede, in welcher das Säbelregiment gebrandmarkt wurde, während Graf Neuville zu Gunsten Boulangers sprach. Die Versammlung verlief äußerst stürmisch; Ruse: „Nieder mit Boulanger!" wurden mit Hochrufen auf Boulanger beantwortet. Schließlich nahm die Versammlung eine Tagesordnung an, welche sich auf das Schärfste gegen Boulanger ausspricht. Gleichzeitig sandte man ein Telegramm an Felix Pyat nach Marseille ab, dessen Kandidatur mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Die Versammlung verlief im Uebrigen ohne Zwischenfall. Am Ausgange war eine große Anzahl von Polizisten aufgestellt. Deutschland. * Berlin, 23. März. Ihre Kaiserlichen Majestäten empfingen am gestrigen Nachmittag gemeinsam im Schlosse zu Charlottenburg die in besonderen Missionen nach dem Auslande reisenden Generale und Abgesandten, sowie demnächst die Leibärzte des Kaisers Wilhelm, l)r. v. Lauer, t)r. Leuthold und Stabsarzt vr. Timann. Hieraus hatten auch die Kammerdiener des hochseligen Kaisers, Engel, Krause und Ukermärcker, und die beiden Garderobiers Allerhöchstdesselben die Ehre, von den Kaiserlichen Majestäten empfangen zu werden. Nachmittags halb 4 Uhr hörte Seine Majestät der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militärkabinets, Generals der Kavallerie und Generaladjutanten v. Albedyll. Am heutigen Vormittag nahm Seine Majestät der Kaiser den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirkl. Geh. Raths v. Wilmowski, entgegen und empfing Nachmittags 12^Z Uhr den Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst. — Das seinem hauptsächlichsten Inhalte nach schon mitgetheilte Schreiben des Papstes an Se. Majestät den Kaiser Friedrich lautet in deutscher Uebersetzung folgendermaßen: Die traurige Nachricht von dem Hinscheiden Ew. Majestät ruhmreichen Vaters hat unser Herz mit großer Betrübniß erfüllt, denn nicht wenige und nicht geringe Beweise seiner uns geneigten Gesinnung haben wir von ihm empfangen, und nicht geringere erhofften wir für die Zukunft. Ew. Majestät herben Schmerz wissen wir in vollem Umfang zu würdigen. Wenn zu seiner Linderung dieser unser Brief beitragen sollte, so würde uns dies zum Tröste und zur Beruhigung gereichen. Nachdem wir diese Pflicht erfüllt haben, bringen wir Ew. Majestät unsere Glückwünsche zu der Thronfolge in ein so erlauchtes und mächtiges Reich dar und geben uns dem Vertrauen hin, daß wir bei Ew. Majestät derselben Geneigtheit begegnen werden, deren wir uns bei des unvergeßlichen entschlafenen Kaisers Majestät erfreuten. Möge sich die Gesundheit Eurer Majestät festigen und mögen Ew. Majestät sich lange dieses Lebens erfreuen zum Heile Allerhöchstihrer Unterlhanen. Dies erflehen wir vom allmächtigen Gott und bitten ihn zugleich, daß er uns Ew. Majestät durch unlösliche Bande der Liebe in Gnaden umfassen möge. Dem erhabenen und mächtigen Fürsten Friedrich m„ Kaiser von Deutschland, König von Preußen. Gegeben zu Rom bei St. Peter am 15. März 1888, im 11. Jahre unseres Pontifikats. L e o 1'- v. Xlll. — Durch ein Telegramm an Seine Majestät den Deutschen Kaiser hat der Mikado anläßlich des Ablebens Kaiser Wilhelms seine Theilnahme ausgesprochen. Auch hat der japanische Hof seiner Trauer durch Verordnung einer dreiwöchentlichen Hoftrauer Ausdruck gegeben. — Das Testament, welches Kaiser Wilhelm hinterlassen hat, ist, dem Vernehmen der „Nat.-Ztg. zufolge, bereits eröffnet. Es soll sehr alten Datums, aus dem Anfang der siebziger Jahre sein; angeblich ist darin speziell Prinz Heinrich mit einem Vermächtniß bedacht. Die Ursprnngszeit des Testaments schließt einen politischen Inhalt, welcher sich aus die Verhältnisse der neueren Zeit bezöge, aus. — Dem Vernehmen nach ist dem Wirkl. Geheimen Rath v. Wilmowski das Großkreuz des Rothen-Adler- Ordens, dem Wirkl. Geheimen Hofrach v. Borck zum Rothen-Adler-Orden zweiter Klasse das Eichenlaub mit Brillanten verliehen worden. — Die „Egyptian Gazette" meldet, die egyptische Regierung habe den deutschen Generalkonsul, Freiherrn v. Nicht Hofen, ersucht, sich nach Europa zu begeben, um sich dort mit den Unterhandlungen über den Abschluß der neuen egyptischen Anleihe zu beschäftigen. Das Blatt bemerkt hierzu: Eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können, denn einerseits hätten bereits mehrere deutsche Firmen der egyptischen Regierung günstige Anerbieten gemacht und ferner sei Sir Edgar Vincent verhindert, Egypten augenblicklich zu verlassen. — Das „Militärwochenblatt" enthält eine Bekanntmachung des Generals v. Pape, wonach die für die Frühsahrsbesichtigungen des Gardecorps veröffentlichte Zeiteintheilung außer Kraft tritt. Dieselben finden mit der Vorstellung der Jnfanteriebataillone, der Kavallerieregimenter und Artillerieabtheilungen ihren Abschluß. Frühjahrsparaden finden nicht statt. — DieAdresse des Abgeordnetenhauses wurde gestern durch Vermittlung des Hofmarschallamts Seiner Majestät dem Kaiser übergeben, da eine Audienz zur Zeit nicht stattfinden kann. (Auf demselben Wege ist, wie telegraphisch bereits gemeldet, auch die Adresse des Herrenhauses an Seine Majestät gelangt.) Breslau, 22. März. Die „Schlesische Zeitung" veröffentlicht ein vom 15. d. M., dem Tage vor der Beisetzungsfeierlichkeit, datirtes Schreiben, welches Seine Majestät der Kaiser an den Feldmarschall Moltke richtete. Dasselbe enthält die folgenden, vom Kaiser eigenhändig in kräftigen Zügen geschriebenen Worte: „Ich bitte Sie herzlich, Ihre morgende Theilnahme an der schmerzlichen Feier auf Ihre Anwesenheit im Dom zu beschränken. Sollte Ihnen dies nicht genügen, so befehle ich es Ihnen, was Sie einem alten, treuen Freunde hoffentlich nicht übel nehmen werden. Friedrich." Darmstadt, 23. März. Beide Kammern des Landtags haben das Ausfi'hrungsgesetz zum Reichsgesetz, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter, mit den von der Regierung gebilligten Aenderungen angenommen. München, 23. März. Auf die Beileidsadressc der Münchener Gemeindekollegien hatJhre Maj. die Kaiserin Augusta mit folgendem Dankschreiben geantwortet: „Unter dem tief ergreifenden Eindruck der Kundgebungen, welche die Trauer des deutschen Volkes bei dem Hinscheiden seines Kaisers hervorgerufen hat, liegt es Mir wahrhaft am Herzen, der Vertretung der bayerischen Hauptstadt persönlich danken zu können für die schönen Worte ihrer Beileidsadresse. Es gibt sich darin eine Treue der Gesinnung kund, welche — ein bewährtes Erb- theil des bayerischen Volkes — in diesem namenlos ' schmerzlichen Augenblicke der Trennung durch den Tod wie eine lebensvolle Verheißung vereinigender Kraft für alle Zukunft erscheint. Daß es Mir beschwden ist, das Andenken Meines unvergeßlichen Gemahls in diesem ° Sinne geehrt, in dieser Bedeutung verstanden zu sehen, gewährt Mir in der schwersten Stunde Meines Lebens GroMrrzoglichrs Hosthratrr. „Antoinette." —r. Die Verfasser französischer Sittendramen lieben es, ihre Stücke nach den Heldinnen derselben zu taufen; Fernande, Andrea, Georgette, Odette, Dora, Fedora geben den Stücken, in denen sie die Hauptrolle spielen, ihren Namen. Auch Norweg und Kraatz haben das Schauspiel, das gestern zum crstenmale hier aufgesührt wurde, nach der Heldin des Stückes mit einem Frauennamen bezeichnet, der an die Komödientitel Sardou's und Dumas' anklingt; sie nennen cs „Antoinett e" ; aber das Schauspiel der beidenBerfasser ist das Gegentheil einer französischen Sittcnkomödie. Eher könnte es nach dem Muster eines „Gartenlauben"- oder „Daheim"-Romans gearbeitet sein. Es spielt nicht in der großen Welt, sondern auf dem Boden kleinstädtischer Verhältnisse; es schildert nicht die laxen Sitten und die elastische Moral genußfroher und leichtlebiger Gesellschaftskreise, sondern die steifleinene Pedanterie, die ängstliche Prüderei, den kleinlichen Neid und die Klatschsucht des Spießbürgerthums. In das Haus der Frau Bürgermeisterin Harten mit seiner ehrbaren Langeweile, seiner philiströsen Eintönigkeit schneit die lustige, temperamentvolle, herzensgute, aber auch etwas eigensinnige Antoinette als Gattin des Neffen der gestrengen Frau Bürgermeisterin herein. Die fröhliche Lebenslust Antoinettens erscheint in diesem Hause mit seiner steifen Würde als ein Verbrechen und der Umstand , daß das arme Kind die Tochter einer Schauspielerin ist. drückt ihr in den Augen dieser engherzigen Menschen ein Kainszeichen auf, vor dem Alle scheu zurückbeben. Antoinette begegnet einer abweisenden Kälte bei ihrer Schwägerin, einer unverhohlenen Feindseligkeit bei der Frau Bürgermeisterin. Das lustige Vögelchen läßt sich erst einschüchtcrn und senkt die Flügel, dann setzt es aber das Trotzköpfchen auf; der engherzigen Spießbürgerlichkeit ihrer Verwandten zum Trotz führt es ein fröhliches Ge- sellschaftslcbcn in die öden Räume des Harten'schen Hauses ein, gibt Bälle und Soireen und bringt so dir beiden Extreme der jugendlichen Lebenslust und der kleinlichen Pedanterie und mißgünstigen Medisance so hart aneinander, daß es zu einem heftigen Zusammenstöße kommen muß. Gequält, beleidigt von ihren zärtlichen Verwandten, vor der Corona aller Klatschbasen der Stadt bloßgestcllt» bleibt ihr schließlich nichts übrig, als ihrem Manne die Alternative zu stellen, zwischen ihr oder jenen Verwandten zu wählen. Der Ehemann. der drei Akte hindurch die Situation nicht zu begreifen vermocht hat, besinnt sich auf seine Pflicht und weist seine Schwester aus dem Haus. Die Schwester entpuppt sich nun als ein Wesen von außerordentlicher Herzensgüte, von der freilich vorher kein Mensch etwas bemerkt hat. mit der es aber doch seine Richtigkeit haben muß; denn Eveline hat in aufreibender Arbeit das Vermögen des Bruders verwaltet, den Ruin des Hauses abzulenken gesucht und ihre knauserige Sparsamkeit war eigentlich bloß der Sorge um den Fortbestand des Hauses Harten entsprungen. Schwester Eveline wird vor Antoinette und deren Manne glänzend gerechtfertigt und erhält zum Lohne ihrer edlen Aufopferung einen vortrefflichen Mann, einen von den sehr wenigen anständigen und vernünftigen Menschen, die in dem Stücke Vorkommen. Ebenso wird Antoinette aber in den Augen ihrer Schwägerin gerechtfertigt, denn sie hat die Echtheit und Uneigennützigkeit ihrer Liebe gezeigt, indem sie sich mit Freuden bereit erklärte, auch in Ar- muth und Elend an der Seite ihres Mannes auszuharren — ein Entschluß, auf dessen Festigkeit jedoch nicht die Probe gemacht zu werden braucht, denn im letzten Augenblick kommt ein unerwartetes Glück in Form eines großen Geldbriefes von einem reuigen Sünder aus Amerika, von dem Menschen, der das Haus Harten an den Rarch des Abgrunds gebracht hatte, aber in sich gegangen ist und seine Schuld bezahlt. Die böse Tante aber wird hinter den Coulissen vom Schlage getroffen, ohne daß uns von den beiden Verfassern des Schauspiels einer sagt, ob sie mit dem Leben davonkouimt oder ihrer Krankheit erliegt. Das sind die Fundamente der Handlung; mehr von derselben zu erzählen, wären wir kaum im Ttande, denn das Schauspiel der Herren Norweg und Kraatz ist ein recht konfuses Stück, anS dessen Irrgänger: sich der, welcher es zum ersten Male sieht, schwerlich yerausfindet. Am geschicktesten ist der letzte Akt gearbeitet ; hier sängt man an, sich zu erwärmen und zu intcressiren, aber der außerordentlich plumpe Schluß mit der Erbschaft au- Amerika stößt diesen Eindruck wieder um. Der Gesammteindruck des Stücks ist ein mehr peinlicher als anregender; die arme Antoinette quält sich in einer unwürdigen Situation ab, ihre Schwägerin plagt sich mit einem Geheimnisse und mit falschen Begriffen von der Ehre und Würde des Hauses; man begreift nicht, warum es zwischen den Beiden oder zwischen Eveline und ihrem Bruder nicht früher zu einer Auseinandersetzung kommt, die zu Aller Heile eine klare Lage schafft. Mit Ausnahme Antoinettens, ihres Mannes und des W. Fels sind alle Figuren von Anfang an boshaft, hart gegen die arme Antoinette, und so muß man auch Eveline dafür halten, bis die Verfasser uns eine- Besseren belehren; aber um die Widersprüche in dem Charakter Evelinens überzeugend erscheinen zu lassen, müßte die Rolle doch tiefer angelegt und seiner durchgeführt sein. Der Dialog ist stellenweise witzig, stellenweise aber auch recht trivial. Der Zuhörer bleibt von dem Stück entschieden unbefriedigt und dieser Gefühl der Enttäuschung wird nur durch die gute Darstellung der Hauptrollen gemildert. Die Rolle der Antoinette beherrscht das Stück. Sie bringt für die Darstellerin große seelische und Physische Anstrengungen mit sich, denn Antoinette befindet sich während der vier Akte in einer steten heftigen Gemüthsbewcgung, die dem raschesten Wechsel unterliegt. Nur eine sehr gewandte Künstlerin, welcher echte Gcmüthstöne zur Verfügung stehen, welche die raschesten Uebergänge der Stimmung glaubhaft wiedergibt, vermag der Rolle gerecht zu werden. Fräulein Engelhardt entwickelte neben der Anmuth und Lebendigkeit ihrer Darstellung eine wirkliche Innigkeit der Gefühlsäußerung; der hingehenden Liebe Antoinettens für ihren Gatten, dem sich aufbäumenden weiblichen Stolze, dem Seelenschmerze über all' die ihr unver- eine trostreiche Genugthuung. Berlin, den 19. März 1888. Augusta."— Das Abgeordnetenhaus bewilligte heute 914 976 M. für freiwillige Staatsbeiträge zu den Unterrichts- und Kirchenbauten, sowie 2 054101 M. als allgemeine Staatsfinanzreserve, schließlich das gesammte Finanzgesetz in der Höhe von 260037 121 Mark (um 3 548 225 M. mehr, als im Budgetentwurs angesetzt war). Voraussichtlich findet morgen die letzte Sitzung vor Ostern statt. Schwel;. Bern, 23. März. Der Ständerath bewilligte gleichfalls einstimmig den Kredit für die politische Polizei. Morgen findet der Schluß der gegenwärtigen Tagung statt. Oestrrreich-Nngarn. Wien, 23. März. Heute begannen unter der Teilnahme der aus Pest hier eingetroffenen Minister Tisza und Fejervary Ministerberathungen, welche die Feststellung der ordentlichen und außerordentlichen Heeressorderungen für die Delegationen zum Zwecke haben. Im .Herrenhause wurde heute ein Schreibendes deutschen Botschafters Prinzen Reuß an den Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, verlesen, in welchem Kaiser Friedrich seinem Dank für die Beileidsbezeugungen Ausdruck giebt. Italien. Rom, 23. März. General Pasi, erster Generaladjutant des Königs, und der Flügeladjutant Oberst Caccianino reisen heute nach Florenz zum Empfang der Königin Victoria. König Humbert gedenkt demnächst der Königin selbst einen Besuch abzustatten. Belgien. Brüssel, 23. März. In der Repräsentantenkammer verlas heute der Präsident ein Schreiben des deutschen Reichskanzlers, welches der Kammer den Dank für die Kundgebungen der Theilnahme bei dem Ableben des Kaisers Wilhelm ausspricht. Der Justizminister brachte einen Gesetzentwurf ein, welcher die Verleumdungen und Beschimpfungen von Mitgliedern der regierenden Familien und der Staatsoberhäupter unter Strafe stellt. Frankreich. Paris, 23. März. Der Senat nahm mit 135 gegen 134 Stimmen den Antrag an, der den noch lebenden Verwundeten der Februarrevolution lebenslängliche Pensionen als Nationaldank zusichert. Der Budgetbericht wird morgen im Senat vertheilt. Der Senat wird wahrscheinlich am Sonntag eine Sitzung halten, um die Budgetberathung zu beschleunigen. — Der aus den Generalen Fevrier, Bcessounet, Gressot, Thierry und Franchassin bestehende, mit der Untersuchung der gegen Boulanger schwebenden Angelegenheit betraute Krigs- rath trat heute zusammen, um sich zu konstituiren und von den durch den Minister mitgetheilten Schriftstücken Einsicht zu nehmen. (Nach einer neueren Depesche wird der Untersuchungsrath seine Thätigkeit erst am Montag beginnen. Boulanger gedenkt Entlastungszeugen vorzuladen.) — Die Budgetberathung wird im Senat möglichst beschleunigt werden; sein Finanzausschuß hält täglich zwei Sitzungen und hofft, seinen Bericht alsbald fertig stellen zu können, so daß die Budgetdebatte noch am Samstag im Senat beginnen würde. Kommt der letztere mit dieser Berathung nicht vor dem 1. April zu Ende, so müßten neue provisorische Zwölftel bewilligt werden. Uebrigens ist der Senat in den letzten Jahren mehrfach in die Zwangslage versetzt gewesen, das Budget ohne eine eingehende Prüfung zu votiren; im letzten Jahre hatte er nur 6 Tage Zeit dazu, v,m 19. bis 25. Febr. Das „Journal des Debats" bemerkt dazu: „Es ist in jeder Hinsicht bedauerlich, daß der Senat zu solcher Ueberstürzung gezwungen ist. In diesem Punkte wie in anderen wird die Verfassung durchaus gefälscht, und zwar zum Nachtheil derjenigen der beiden Kammern, welche am meisten politisches Verständniß, am meisten Erfahrung. Kompetenz und moralische Autorität besitzt. Wenn der Senat sich nützlicher Weise gegen diesen Mißbrauch wehren kann, geben wir ihm ohne Zaudern den Rath, Widerstand zu leisten. Aber dieses Mal würde der Widerstand ohne Wirkung sein und noch mehr schaden als nützen können. Uebrigens handelt es sich dient widerfahrenden Demüthigungen und Beleidigungen, dem leidenschaftlichen Tumulte der Empfindungen, als Antoinette cr- kc«nt, daß die Bürgermeisterin sie vor der Gesellschaft beschimpfen will, gab die Darstellerin warmen bewegten Ausdruck. Eine gefährliche Klippe für die Schauspielerin liegt darin, daß Antoinette mit der Stärke der Empfindungen eines Weibes die Zartheit und Unbefangenheit mädchenhaften Wesens verbindet; Fräulein Engelhardt führte das jedoch sehr glücklich aus. Mit bemerkens- werther Feinheit und Lebendigkeit des Spiels brachte sie namentlich den Moment zur Wiedergabe, in welchem Antoinette, als sie von der Bürgermeisterin auf das Aeußerste gekränkt wurde, sich stürmisch an die Brust ihres Gatten stürzt und die Wucht Ler auf sie cindringenden Gefühle sie aller Fassung beraubt; diese kleine stumme Scene, in welcher die seelische Erregtheit Antoinettens eine solche Mannigfaltigkeit und Wärme des Ausdrucks fordert, wurde von der Darstellerin zu voller Wirkung gebracht. So bildete die Durchführung der Rolle namentlich eine Probe darauf, in wie weit der Künstlerin munterer Lustspielrollen auch für stürmische Gemüthsbewegungen, für leidenschaftliche Empfin- düngen die entsprechenden vollen und beseelten Töne zu Gebote stehen. Den Beweis ihrer künstlerischen Leistungsfähigkeit auch nach dieser Richtung hin geliefert zu haben, darf die Darstellerin immerhin als einen Gewinn für ihre Stellung dem Publikum gegenüber ansehen, wenn auch dit auf die Ausarbeitung der Leistung verwandte Mühe schwerlich durch häufige Wiederholungen des Schauspiels gelohnt werden wird. ^ Eine ebenso unerquickliche als schwierige Aufgabe war Fräulein Bruch als Darstellerin der Eveline gestellt. Die Künstlerin brachte das Herbe und Schroffe im Wesen Evelinens, aber auch die Seelenkämpfe Evelinens in fein durchdachtem Spiele zur Anschauung. Namentlich im letzten Akte, m welchem Evc- linen der Hauptthcil an der Handlung zufällt, zeichnete ihre Darstellung sich durch rübmenswerthe Wahrheit und Tiefe des Ausdrucks aus. Die Kunst der verständnißvollen und fein empfindenden Schauspielerin gab der verschrobenen Rolle einen Schein von Natürlichkeit. um kein wahres Budget für 1888. Was die endlosen Derathnn gen der Kammer zu Tage gefördert, ist nickts weiter als ein provisorisches Finanzgesetz. Len drei Zwölfteln, welche Ende der nächsten Woche ablaufen, fügt man eigentlich nur neun weitere hinzu; das ist Alles. Es ist gleichgiltig, ob man diese neun Zwölftel vollends auf einmal oder auf zweimal votin Warum sollte der Senat sich da lange aufhalten? Es kann sich jetzt nur noch darum handeln, einige böse Artikel des Finanzgesetzcs zu ändern oder zu streichen, gewisse Ausgaben wieder herzustellen, fünf oder sechs andere zu streichen, die nur Wahlreklamen sind, und im klebrigen der Kammer die Verantwortung für die Verzögerung zu überlassen, wenn sie berechtigte und bescheidene Amendements des Senats verwirft " Großbritannien. London, 23. März. Die Königin verlieh dem Vizekönig von Irland, Lord Londonderry, den Hosenband- Orden. — Das Oberhaus nahm heute den Gesetzentwurf über die Konvertirung der Staatsschuld tu allen Lesungen an. — Der Marquis v. Hartington hielt in Carlisle in einer Versammlung von liberalen Unionisteu eine Rede, in welcher er sagte, daß die Partei der liberalen Unionisten nichts zu bedauern habe, indem sie die gegenwärtige Regierung im Amte halte, weil diese Regierung die auswärtigen Beziehungen Englands mit Würde aufrecht gehalten, der Berschleppungssucht im Hause der Gemeinen ein Ziel gesetzt und jetzt eine lang versprochene Vorlage eingebracht habe, welche den englischen Grafschaften eine verbesserte Lokalverwaltung gewähre. Die letztere Maßregel werde dem Parlamen- viel Arbeit ersparen; dieselbe sei eine vernünftige Home- rule-Maßregel, die bald auch Schottland zu Theil wert den würde, und er (Hartington) erhebe kein Bedenken gegen eine ähnliche Ausdehnung der lokalen Selbstverwaltung in Irland, so lange sie vereinbar sei mit der Fortdauer einer einzigen Regierung und eines einzigen Parlaments für das Ver. Königreich. — An Stelle des als Herzog von Rutland in's Oberhaus getretenen Lord John Manners wurde der Marquis v. Granby, ein jüngerer Bruder des Letztgenannten und bislang Privatsekretär des Marquis v. Salisbury, zum Vertreter der Melton-Abtheilung von Leicestershire im Unterhause unbeanstandet gewählt. Wie Lord John Manners, gehört auch Lord Granby der konservativen Partei an, so daß das Verhältniß der Parteien im Hause der Gemeinen durch diese Ergänzungswahl keine Veränderung erführt. — Einem Telegramm aus Calcutta vom 22. März zufolge haben die englischen Truppen das Palissadenwerk der Tibetaner im Gebiete von Sikkim angegriffen und eingenommen. Die Tibetaner leisteten keinen Widerstand und flüchteten. — Der Rücktritt des Lord Du ff er in von seinem Posten als Vizekönig von Indien scheint in Indien aufrichtig bedauert zu werden. Die indischen Zeitungen veröffentlichen ein Schreinen eines Afghanen, welches die in Afghanistan herrschende Stimmung über die Abdankung Dufferins widerspiegelt. „Ich weiß nicht," so schreibt der Verfasser des Briefes, „was die russische Regierung denken wird, wenn sie, hört, wie stark die freundschaftliche Gesinnung der Afghanen gegen die englische Regierung unter Lord Dufferins Verwaltung zugenommen hat. Die Häuptlinge von Swat, Badschur, Dir und Asmar und alle, welche dem in Peschawer kürzlich abgehaltenen Durbar beiwohnten, sind von Betrüb- niß über Lord Dufferins Abreise aus Indien erfüllt. Als Mohamed Tamas Chan, der Herrscher von Asmar, welcher gegenwärtig in Dschellalabad weilt, die Nachricht hörte, schrieb er sofort, um Bestätigung zu erlangen, und als diese eintraf, empfing er sie mit lebhaftem Bedauern. Die Abreise Lord Dufferins wird in ganz Afghanistan bedauert. Selbst Khnndschan Chan, der Herrscher von Ryat am Pung Kora-Fluß, hat, obgleich er nicht zu dem Durbar geladen worden war, sein Leidwesen über die Abreise des Vizekönigs ausgedrückt." — Die „Englische Korrespondenz" schreibt: „Das S e e- fischereigewerb e nimmt unter den volksthümlichen Produktionszweigen Englands herkömmlichermaßen und unbestritten einen der ersten Plätze ein. Wie in der Londoner Fischmongers' Hall auf der Jahreskonferenz der britischen Fischereiindustrie Durch die Natürlichkeit seines Auftretens und die Frische und Wärme seines Spiels brachte Herr Paul die Rolle des I>e. Fels dem Herzen des Zuschauers näher. Er gab dieser Figur etwas Joviales und Biederes, das der uneigennützigen Freundschaft des 1>r. Fels für Kurt und Antoinette entspricht, und die männliche Festigkeit, die unerschrockene Wahrheitsliebe des itr. Fels fand bei ihm eine ebenso lebendige wie liebenswürdige Verkörperung. Der Kurt ist ein verwaschener Charakter; er ist heftig ohne energisch, schwach ohne gemüthvoll zu sein. Herr P rasch versuchte nicht ohne guten Erfolg, die Rolle, welche nicht zu intrres- siren vermag, wenigstens sympathisch zu gestalten. Die Figur der Bürgermeisterin entspricht ganz dem Bilde der bösen Schwiegermutter, wie es sich in der Volksüberlieferung gestaltet hat; Frau Kachel-Bender spielte die Rolle in scharfen, herben Zügen. Recht hübsch gab Fräulein König, obgleich das Gebiet der Salondamen für eine Anfängerin ein noch etwas gefährlicher Boden' ist, die Saloncirce Malwine- Den Vater Malwinens, den Kaufmann Bergen, spielte Herr Morgenweg als einen gemüthlichen Alten, der, wie einst unter dem Pantoffel seiner Frau, so nach dem Tode der letzteren unter dem Pantöffelchen seiner einzigen Tochter steht. Herr Bassermann traf für den geckenhaften Referendar Bergen nicht das richtige Kolorit; auch macht ihm der Berliner Dialekt Schwierigkeiten; Dialakt war wohl vorhanden, aber nicht Berliner. Mit wirksamer Drastik stellte Frau G r ö s s e r die giftige und klatschsüchtige Frau Obersteuerinspektorin dar. Die Postmcisterin des Fräulein Schwarz und die Bibliothekar der Frau Obermann vervollständigten das Trio der etwas ältlichen Grazien der kleinstädtischen Klatschgesellschaft. Zwei sorgfältig durchgeführte Chargen waren der Büchner des Herrn Schilling und der Seckwitz des Herrn Reiff. kundgegeben wurde, repräsentirte der Fang im vorigen Jahre allein an Seefischen einen Gcsammtwcrth von 7 700 OVO Pfund Sterling. Dennoch war die Konferenz keineswegs der Ansichr, daß hiermit das Maximum der Leistungsfähigkeit des Gewerbes ^ erreicht sei, behauptete vielmehr, daß, um dem Ideal einer wohlfeilen, schmackhaften und gesunden Massenernährung des arbeitenden Volkes uahezukommcn, die in der Organisation der nationalen Seefischerei gegebenen wirthschastlichen Hilfsquellen noch einer ungleich intensiveren Ausbeutung fähig seien. Wenn das Angebot hinter der Nachfrage zurückbliebc, liege die Schuld nicht an der mangelhaften Leistungsfähigkeit des Fischereigcwerbes, sondern an anderen, seiner direkten Einflußnahme entzogenen Verhältnissen, in erster Linie an der Abneigung der großen Eisen- bahugesellschasten gegen Bewilligung ermäßigter Tarife für den Massentransport von Seefischen. so niedrig die englischen Fischpreise sind, so sind sie nach dem Dafürhalten der Kischerei- interefsenten doch, eben in Folge der unverhältnißmäßig hohen Eisenbahnfrachtspesen, noch zu hoch, um über eine gewisse Entfernung von der Küste hinaus den Seefisch als Maffennahrungs- mittel einbürgern zu können. Das Konferenzmitglied Lord Lon- desborough qualifizirte die Eisenbahntarifc geradezu als prohi- bitive, und der Vorsitzende der Konferenz, Sir Edward Birkback, illustrirte diesen Satz durch Anführung der Thatsache, daß am 15. Juli v. I. die Fischer eines Küstenplatzes tausend Tonnen frisch gefangener Häringe wieder über Bord warfen, weil sie nicht im Stande waren, die Frachtspesen der Bahngcscllschaflen zu tragen. Für die englische Küsten- und Hochseefischerei ist die angemessene Herabsetzung der Bahnfrachtspcsen daher geradezu eine Lebensfrage, und fand die zu diesem Behufe beim Parlament eingebrachte Bill seitens der Konferenz einmüthige Zustimmung. Es erscheint allerdings sehr fraglich, ob die von den englischen Produktivständen allseitig unterstützte Railway Rates Bill den Widerstand wird besiegen können, den ihr der in gewissen parlamentarischen Kreisen geradezu allmächtige Einfluß des Ringes der Eisenbahngesellschaften entgegensetzt. Auf die Dauer wird übrigens der Ring seine Abneigung gegen Tarifermäßignngen doch nicht festhalten können." Rußland. St. Petersburg, 23. März. Das „Journal de St. Petersbourg" versucht die Behauptungen der „Kölnischen Zeitung" über die ungünstige wirthschaftliche Lage Rußlands zu widerlegen. Das Blatt sagt, um das von der „Köln. Ztg." entworfene düstere Gemälde der ökonomischen Lage Rußlands zu widerlegen, würde es ganzer Zahlenkolumnen bedürfen. Eine provisorische Aufstellung der Einnahmen.und Ausgaben erscheine binnen Kurzem. Man werde alsdann in der Lage sein, den wirklichen Werth des Gemäldes der „Kölnischen Zeitung" zu beur- theilen. Das „Journal de St. Petersbourg" gibt einst? weilen eine Gegenüberstellung der verfügbaren Mittel des Schatzes in den ersten drei Monaten. Nach dieser Vergleichung bezifferten sich die verfügbaren Mittel anfangs Januar auf 78,8 Millionen gegen 26,8 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres, anfangs Februar auf 108,3 gegen 52,5 Millionen, und anfangs März auf 96,4 gegen 22 Millionen im Vorjahre. Diese Ziffern, so sagt das Blatt, bezeugen den befriedigenden Eingang der Steuern, sie bezeugen auch, daß ^ keine außerordentlichen Ausgaben gemacht worden seien. Die unrichtigen Meldungen österreichischer Blätter über außerordentliche Aufwendungen Rußlands für militärische Zwecke entsprächen der üblen Laune über die guten Gesinnungen, welche die russische Presse gegen Deutschland ausgesprochen habe. Bulgarien. Sofia, 23. Mürz. Die Mutter des Prinzen Ferdinand, Prinzessin Clementine von Kobnrg, ist heute Morgen von hier nach Wien abgereist. Der Prinz und die Minister begleiteten sie bis zur Grenze. — Vor einigen Tagen hat bekanntlich die offiziöse „Swoboda" die Drohung ausgesprochen, Bulgarien werde, wenn es von Europa im Stiche gelassen werden sollte, seine Unabhängigkeit erklären. Der Korrespondent der „Neuen Fr. Presse" befragte den Minister Natschewitsch über diese Frage und erhielt die Antwort, die bulgarische Regierung sei weit davon entfernt, an die Unabhüngigkeits- erklärung zu denken. Die von der „Swoboda" stammenden Artikel entsprächen keineswegs den Intentionen der Regierung. Die Gerüchte über eine nahe bevorstehende Session der Sobranje-erklärte Natschewitsch ebenfalls für unbegründet. In politischer Beziehung, sagte der Minister, habe die Regierung plein ponvoir, und für finanzielle Angelegenheiten sei heute die Mitwirkung der Sobranje vorläufig nicht erforderlich. Die Anleihe ist noch immer in der Schwebe. Es liegen einige Offerten vor, doch will die Regierung noch andere Angebote ab- warten, bevor sie definitive Beschlüsse saßt. Hinsichtlich der Verhaftung Popoff's nnd Boneff's behauptete der Minister natürlich, sie habe absolut keine politische Bedeutung. Wenn die Opposition diesen Offizieren Sympathien für die Radoslawoff'sche Partei zuschreibe, so sei das falsch. Griechenland. Athen, 20. März. Man schreibt der „Polit. Korr." von hier: „Nach einer telegraphischen Mittheilung des griechischen Gesandten in Berlin, Herrn Angelos Vlachos, hat Fürst Bismarck demselben im Aufträge des Kaisers Friedrich den Dank desselben sowie seiner Regierung für die Kundgebungen der Theilnahme ausgesprochen, welche sowohl die Regierung wie das Volk Griechenlands anläßlich des Ablebens Kaiser Wilhelms bekundet haben. Gleichzeitig stattete auch der hiesige deutsche Gesandte, Herr Lemaitre, dem Minister des Aeußern, Dragumis, einen Besuch ab, um für die vielfachen Beweise der Trauer und des Schmerzes, die ihm aus allen Kreisen Athens und Griechenlands zugekommen sind, seinen Dank auszudrücken. Außerdem hat Kaiser Friedrich in einem Telegramme an den König Georg, in Beantwortung des Kondolenztelegrammes des Letzteren, diesem für die Beweise der Theilnahme und Sympathie in herzlichen Ausdrücken gedankt. Der Großorient der griechischen Freimaurerlogen hat an Kaiser Friedrich, als den Ehrengroßmeistcr der deutschen Freimaurer, ein Telegramm gerichtet, in welchem der Kaiser M seiner Thronbesteigung beglückwünscht wird." Amerika. Rcw-Aork, 23. März. Bei der hiesigen Gedächtuiß- feier für den Kaiser Wilhelm hielt auch Karl Schurz eine Rede. — Aus Washington wird gemeldet, daß der Senat die Borlage angenommen hat, welche die amtliche Besichtigung des für die Ausfuhr bestimmten Fleisches verfügt und die Einfuhr von gefälschten und ungesunden Nahrungsmitteln, sowie von Wein, Spirituosen und Bier, die gefälscht oder mit schädlichen Stoffen vermischt sind, verbietet. Der Entwurf ermächtigt den Präsidenten, auch die Einfuhr solcher Artikel zu suspendiren, wenn er überzeugt ist, daß sie in gefährlicher Weise gefälscht sind, und gestattet, daß, wenn irgend ein auswärtiges Land Differentialzölle gegen die Produkte der Bereinigten Staaten einführt, der Präsident Repressalien ergreifen darf. Ferner untersagt der Entwurf die Einfuhr von krankem oder angestecktem Vieh, oder von solchem, das Seuchen oder Ansteckung ausgesetzt ist. — Die landwirthschaftliche Kommission des Repräsentantenhauses beschloß einstimmig, sich gegen die Vorlage zu äußern, durch welche eine Prämie auf die Getreideausfuhr gewährt werden sollte. Grotzherzogthurn Baden. Karlsruhe, den 24. März. > (Die Gedächtnisfeier für Kaiser Wilhel m)> welche daS Konservatorium für Musik am 22 . d. M. veranstaltete, faßte die verschiedenen Gefühle, welche an diesem Tage ganz Deutschland bewegten, in Tönen zusammen. Trauer, Gottvertrauen und Erhebung über das gegenwärtige Leid fanden in den einzelnen Nummern des Programms künstlerischen Ausdruck. Die erste derselben, ein sehr schön erfundener und trefflich gearbeiteter Chor von Alexander Wolf und die Schlußnummer, ein Chor »on Corti, wurde von dem jungen Chor der Anstalt rein und sicher vorgetragen. Außer diesen Chören wurde eine Arie aus dem Messias von Händel, von einer jungen Dame mit wohlgeschulter Stimme und verständmßvvller Auffassung gesungen. Den Mittelpunkt des Ganzen bildete ein Quartettsatz von Beethoven, dessen Töne jedes Herz ergriffen. In erhobener Stimmung verließ die Zuhörerschaft die würdige Feier. * (Spende.) Von Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Karl von Baden und Höchstdessen Gemahlin der Frau Gräfin von Rhena wurde für Zwecke der inneren Mission der Betrag von fünfzig Mark gespendet. T (Die Einnahmen der badischen Bahnen) betrugen im Monat Februar aus dem ouS dem anSson- Januar Personen- (Hitler- tilgen Summa bis mit verkehr verkehr Quellen- Februar M. M MM M 684 459 1 660 989 200 976 2 525 824 4 984 234 617 030 1 826 647 212 916 2 456 593 4 920 581 619 442 1 704 159 199 672 2 523 273 5 016 466 47 429 45 017 33 742 — 69 231 63 653 — 11940 — — 43 770 1 304 2 551 — — 23 232 nach Provisor. Feststellung, 1888 nach Provisor. Feststellung 1887 nach definitiv. Feststellung1887 Im Jahre 1888 gegen drc pro». Einnahme des Jahr -1887 mehr- weniger und gegen die definitive Einnahme des Jahres 1887 mehr- weniger * rP ostalis ch es.) A m 28. April d. I. wird für den Oberpostdirektionsbezirk Karlsruhe wieder eine Prüfung mit solchen jungen Leuten hier abgehalten werden, welche als Postgehilfen in den Postdienst einzutreten wünschen. Die Theilnahme an dieser Prüfung wird denjenigen Bewerbern gestattet, welche das 16. Lebensjahr vollendet haben und über den mehrjährigen erfolgreichen Besuch einer höheren Lehranstalt (Gymnasium, Realgymnasium, Realschule oder Höhere Bürgerschule) Zeugnisse aufweisen können. Anmeldungen zu der gedachten Prüfung sind spätestens bis zum 10 . April d. I. durch Vermittelung der Postämter, in deren Bezirk die Wohnorte der Bewerber liegen, an die hiesige Oberpostdirektion einzureichen, lieber die Annahmebedingungen, sowie über die Besoldungs- und Beförderungsverhältnisse geben alle Postämter Auskunft. Junge Leute, welche die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erlangt haben, werden in der Regel ohne Aufnahmeprüfung angenommen. Der Eintritt der für geeignet befundenen Bewerber in den Postdienst kann sogleich erfolgen. Ledin (Mittheilungen aus der Stadtraths- fitzung) vom 23- März. Die Eigenthümer der an den Grund- neg, die verlängerte Hirsch- und die verlängerte Augustastraße angrenzenden Grundstücke haben das Ersuchen um Straßen- und Kanalherstellung gestellt und sich zur Zahlung der Kosten bereit erklärt. Es wurden darauf hin Verträge mit den Genannten abgeschlossen, welche dem Bürgerausschuß mit Antrag auf Zustimmung unterbreitet werden sollen. — Herr Stadtarzt 6 r. Turban hat seine Stelle Gesundheitsverhältniffe halber niedergelegt. Die Stelle soll zur Bewerbung ausgeschrieben werden. — Herr Professor 1 >r. Bunte wird zum stellvertretenden Mitglied des Orts- gcsundheitsraths ernannt. — Zur Anstellung eines weiteren technischen Gehilfen beim Stadtbauaml sollen 2000 M in den Voranschlag eingestellt werden. — Das städt. chemische Laboratorium soll mit der chemischen Untersuchungsanstalt der Technischen Hochschule vereinigt werden. Für die Vornahme der Untersuchungen von Nahrungs- und Genußmitteln in demselben soll ein jährliches Aversum von 1500 M. zugesagt und in den Voranschlag eingestellt werden. — Der Stadtrath beschließt, den Herren Chemiker Haas, Hoskapeümeister a. D. V. Lachner und Kreisschulrath Trautz seinen Dank auszusprechen für ihre Mitwirkung bei der in der Festhalle stattgehabten Gedächtnißfeier für weiland Kaiser Wilhelm. — Nach Mittheilung des Großh. Bezirksamts wurden wegen Feilbictens gewässerter Milch polizeilich bestraft; Anton Kober UI., Felix Weber Ehefrau, Josef Bersch III-, Thomas Höll Witwe, sämmtlich von Daxlanden, Karl Hornung von Durmersheim und Adolf Böhm von Hohenwettersbach. — Ein Gesuch des Schlossers Wilhelm Rummel von Rechberghausen (Württemberg) um Aufnahme in den badischen Statsverband wird dem Großherzoglichen Bezirksamt unbeanstandet vorgelegt. Das Großh. Bezirksamt theilt einen Erlaß des Großh. Ministeriums des Innern mit, nach welchem die Abhaltung von Zucht- ^ und Nutzviehmärkten in hiesiger Stadt genehmigt wird. — Dem > städt. Archiv wurden verschiedene Portraitbilder zum Geschenk ^ gemacht durch Frciberrn von La Roche, Major a. D., Frau ^ Oberbaurath Leonhard Witwe, Fräulein Auguste Bleibtreu, Freifrau Sophie von Schönau, Frl. Lina Schrickel, Herrn Rc- ferendär Udo von La Roche, Herrn Max Nägele, Bankier, Frau Kalkulator Reininger Witwe, Herrn Rechtspraktikant H. von Röder und Frau Geheimcrath von Freyüorff. Der Stadtrath spricht hierfür seinen Dank aus. O (Schwurgericht.) 8 . Fall. Anklage gegen den 28 Jahre alten Moritz Hcrm nnd den 24 Jahre alten Sebastian Weber, beide Steinbrecher von Sulzbach, wegen Meineids- Den Vorsitz führte Herr Landgerichtsrath Dr. Hauser, die Anklagebehördc vertrat Herr Refcrcndär 1 >r. Isele, die Vertheidigung hatten die Rechtsanwälte Herren Grumbacher und Gutmann übernommen. Am 22 . Februap d. I. wurden die Angeklagten vor der hiesigen Strafkammer sn einer Anklagesache gegen Stefan Scknepf wegen Körperverletzung als Zeugen einvernommen und sagten dort aus — Schnepf behauptete bei dem Streitfall mit dem verletzten Peter Weber aus Nothwehr gehandelt zu haben — der verletzte Peter Weber sei zuerst auf den Angeklagten Schnepf eiugedrungen, eine Aussage, die gegen andere Zeugenaussagen im Widerspruch stand. Heule sind beide Angeklagte im vollen Umfange geständig, wollen aber an diese falsche Aussage sich dadurch gebunden erachtet haben, weil sie vor Zeugen dem Angeklagten versprochen hatten, die Aussagen, wie geschehen, zu seinen Gunsten zu machen. Die Staatsbehörde wie die Ver- theidigung beantragen demgemäß, die Angeklagten des wissentlichen Meineids schuldig zu erkennen, worauf gegen jeden derselben eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monaten und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren ausgesprochen wird. Gleichzeitig werden dieselben für dauernd unfähig erklärt, vor Gericht als Zeugen »der Sachverständige eidlich vernommen zu werden. 9. Fall. Anklage gegen den 26 Jahre alten Issest Hucke r, Posthilfsbote von Burbach, wegen Unterschlagung im Amte und Unterdrückung von Postanweisungen. Den Vorsitz führte Herr Landgcrichtsrath 1>>-. Hauser, die Anklage erhob Herr Rcfercndär Ur. Jsele, während Herr Rechtsanwalt Frey als Vertheidiger dem Beklagten zur Seite stand. Die Anklage legt dem Beschuldigten zur Last, daß er in 16 Handlungen Gelder, die er als Beamter der Reichspost erhalten, zum Theil für sich behielt und verwendete, darunter nebst kleineren Beträgen zwei größere in Höhe von 388 M. 8 Pf. und 245 M. 80 Pf. Die Gesammt- summc der unterschlagenen Gelder beträgt rund 1000 M., von denen er einzelne Posten später aus weiteren an ihn gekommenen Posteinzahlungen wieder deckte und demzufolge auch später, als vorgeschrieben, in sein Postannahmcbuch eintrug. Weiter unterdrückte und öffnete Hücker 29 Briefe und — nach einem späteren Beschluß der Staatsanwaltschaft — unterschlug er eine Anweisung über den Betrag von 20 M„ worüber er selbst fälschliche Quittung leistete. Postwerthzeichcn wurden im Betrage von 2 M. 30 Pf. unterschlagen Den Herren Geschworenen liegen 80 Fragen zur Beantwortung vor, die sich in Schuldfragen und Fragen nach mildernden Umständen für jeden einzelnen Fall theilen. Die Schuldfragen wie die Fragten nach mildernden Umständen wurden von den Geschworenen bejaht und Hücker hiernach zu drei Jahren vier Monaten und 10 Wochen Gefängniß und dreijährigem Ehrenverlust verurtheilt. ^ Mannheim, 24. März. (K a is erd e nk m a l.) Ueber den Verlauf der großen Bürgerversammlung wurde Ihnen bereits berichtet: heute möchte ich Ihnen noch Einzelnes über die allgemeine Stimmung in unserer Stadt mittheilen. Vor Allem hat cs allgemein sehr befriedigt, daß außer Herrn Oberbürgermeister Moll, der namens der städtischen Behörden das Wort ergriff, auch unser Stadtdirektor. Geh. Regrerungsrath Bensinger, in einer vortrefflichen Rede die Errichtung des Kaiserdenkmals empfahl. Die Worte des staatlichen hohen Funktionärs hatten einen bedeutenden Eindruck gemacht. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß Mannheim in verhältmßmäßig kurzer Zeit an die Verwirklichung des Denkmalprojcktes wird schreiten können, da in allen Kreisen die lebhafteste Sympathie demselben entgegengebracht wird. Auch die städtische Vertretung wird sich demnächst mit der Erstellung des Denkmals zu befassen haben, da man erwartet, daß von Seite der Stadt ein namhafter Betrag zu diesem Zwecke bewilligt werden soll. F Bruchsal, 23. März. (Umlagen. — Theate r. i Trotz der durch die bekannten Kanzlcrschen Unterschleife der Stadtkasie zugefügten recht erheblichen Verluste hatte der Bürgerausschuß die Genugthuung, keine Erhöhung der Umlagen für das Jahr 1888 beschließen zu müssen, im Ganzen sind nur etwa 4000 M. mehr als im Vorjahr durch Umlagen aufzubringen. Die Umlage wird zu 100 Mark betragen, vom Kapitalreutcnstcuerkapital 8 /,-» vom Grund- und Häusersteuer- sowie vom Gewerbsteuerkapital je 40 Pf., vom Einkommensteueranschlag 120 Pf. — Nach Ostern wird das Personal des Heilbronner Stadttheaters unter Direktion des Herrn Kraus-Steng einem Cyklus von Vorstellungen im hiesigen Fortunasaale geben. Die Aussicht auf diesen Kunstgenuß wird allseits mit Freuden begrüßt. 7 Konstanz, 23. März. (Der Geburtstag unseres Hoch- scligenKaisersWilhelm) wurde gestern, wenn auch leider nicht festlich, so doch höchst feierlich in unserer Stadt begangen. Am Vormittag fanden in der evangelischen und altkatholischen Kirche Trauergottcsdienste und in der Stephanskirche Militärgottcsdienst statt. Nach Beendigung derselben hielten die Lchulen die vom Gr. Oberschulrath angeordneten Redeakte ab, bei welchen allen die schmerzliche Erinnerung an den großen Kaiser, den Schöpfer und Mehrer des Reiches, in erhebender Weise zum Ausdruck kam. Abends um H 28 Uhr begann für die Erwachsenen die Gedenkfeier im geschmackvoll schwarz dekvrirten Konziliumssaale. Derselbe war brs aus den letzten Platz von in Trauer gekleideten Personen aller Stände und Berufsarten besetzt, so daß die Zahl über 1200 (ohne die Mitwirkenden) betragen haben mag. Die Gedächtniß- rede hielt Herr Landgerichtspräsident Or. Kiefer. Redner feierte unfern Heimgegangenen Kaiser als Organisator der Militärmacht Preußens, als weitschauenden Staatsmann, als um sichtigen Strategen nnd tapferen Soldaten, sowie als Friedens- fürften, weisen Vater und treuen Fürsorger seines Volkes. Mit begeistertem Appell an die Zuhörer, an dem Hinterlassemen Werke des ersten Deutschen Kaisers unverbrüchlich festzuhalten und in seinem Geiste an demselben weiter zu bauen, schloß Herr Kiefer die imposante Rede, die einen liefen Eindruck machte. Verschiedenes. * Bonn, 23. März. (Ueber den Brand derMinoritenkirche) wird der „Köln Ztg." von hier geschrieben: Der große Brand läßt sich jetzt, wo das Feuer gelöscht ist, in seinen Folgen übersehen. Die einzelnen Baulichkeiten, die betroffen worden , sind nicht in dem Maße zerstört, wie es anfänglich befürchtet wurde. Die Minoritenkirche ist bis an das Tachgewölbe abgebrannt, der Thurm, der, wie es scheint, nahezu zerstört ist, stürzte in den Dachstuhl der Kirche und bohrte durch die Gewalt des Sturzes ein Loch in das Gewölbe. Die Fenster der Kirche sind durch die Hitze stark beschädigt. Von dem angrenzenden Pfarrhaus ist nur das obere Stockwerk zerstört, das Schulgebäude ist fast ganz unverletzt geblieben. Am meisten gelitten hat die Stallung und das Hintergebäude des Gasthauses „Zum goldenen Stern". Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) TX Mannheim, 24. März. Das in der Bürgerver- sammlung vom 22. d. M. an Seine Königliche Hoheit den Großherzog Friedrich abgesandte Telegramm wurde heute durch folgendes Telegramm beantwortet: „Seine Königliche Hoheit der Großherzog erkennen mit hoher Befriedigung in den übermittelten Beschlüssen der Bürger- Versammlung den Beweis dafür, daß die erhabene Größe des entschlafenen Kaisers auch in Ihrer Stadt voll und ganz gewürdigt wird und daß auch bei Ihnen die nationale Pflicht der Dankbarkeit für den ruhmgekrönten Einiger des Vaterlandes über das Grab hinaus hochgehalten und bethätigt werden soll. Seine Königliche Hoheit danken von Herzen für die,e Mittheilung, sowie für den damit verbundenen Ausdruck treuer Anhänglichkeit, v. Babo." Berlin, 24. März. Seine Majestät der Kaiser arbeitete Vormittags mit dem General v. Albedyll. Nachmittags um 3 Uhr fand vor Ihrer Majestät der Kaiserin Bictoria Trauercour im Rittersaale des hiesigen Schlosses statt. An derselben nahmen sämmtliche Prinzen und Prinzessinnen Theil. Die Kaiserin erschien in tiefster Trauer mit dem Bande des Schwarzen-Adler-Ordens und nahm vor dem Throne Platz, während die Prinzen nnd Prinzessinnen sich seitwärts des Thrones aufstellten. Vom Eingänge des Saales bis zum Thron bildeten Pagen mit Trauer« abzeichen Spalier. Die Cour wurde von den Damen des Gefolges der Kronprinzessin eröffnet. Denselben folgten die General- und Flügeladjutanten, der Wirkl. Geherme- rath v. Wilmowski, sodann das diplomatische Corps mit den Damen, an deren Spitze die Botschafterinnen schritten. Hierauf folgten die Mitglieder des Bundesraths, die Ritter des Schwarzen-Adler-Ordens, die Chefs der fürstlichen Familien, die Generalität, die Minister, die Präsidenten des Reichstags und Landtags, die Wirkl. Geheimen Rüthe, Mitglieder des Reichstags und beider Häuser des Landtags und das Offiziercorps. Nach Beendigung der Cour zog sich die Kaiserin nach dem Kapitelsaal zurück. ff Berlin, 24. März. IPrivattelegramm.) Dem Privatdozenten Vr. Krause wurde das Prädikat „Professor" verliehen. Seine Majestät der Kaiser überreichte demselben gestern eigenhändig das bezügliche Patent. T Berlin, 24. März. (Privattelegramm.) Die „Nordd. Mg. Ztg." veröffentlicht eine ihr zugegangene Zuschrift I>r. Mackenzies, worin er es für ganz unmöglich erklärt, auf alle an ihn gerichteten Schreiben zu antworten, und allen Korrespondenten für die ihm ertheilten freundlichen Winke und Rathschläge dankt. Berlin, 24. März. Das Herrenhaus nahm den Staatshaushaltsetat on dloe nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses an nnd genehmigte'ferner die von der Finanzkommission beantragten Resolutionen, nach denen das Mindesteinkommen der bereits fünf Jahre amtirenden Geistlichen neben freier Wohnung für evangelische Geistliche 2400, für katholische 1800 M. betragen, für erstere auf 3600, für letztere auf 2400 M. nach 25jähriger Amtsdauer steigen solle. Außerdem wurde beschlossen, für die Aufnahme von Baudenkmälern und für die Pflege der Denkmale 15 000 Mark in das Ordinarium des nächstjährigen Etats einzusetzen. Der Zeitpunkt der nächsten Sitzung ist unbestimmt. Verantwortlich« Redakteur Wilhelm Harder in Karlsruhe WittrrunAsbeobachtungrn Lrr Metrorot. Station Kartsruhr. März 23 Nachts 9 U. 24 Mrgs. 7 U 24. Mittgs. 2 U 739 7 4- 15 ^ 740.2! j- 1.6 740 5^ 1-108 Abjol. i Relative! AeuchL. .Fruchtig-! "^5 3.6 57 ^87 > 69 58 Wind. NE NE SW klar- bedeckt Wasserstand des Rheins. Maxau, 24. März, Mgs., 4,00 », gefallen 11 cm. Ucbersicht der Witterung. Der Luftdruck ist über ganz Westeuropa niedrig und ziemlich unregelmäßig vertheilt; flache Depressionen lagern vor'm Kanal, über dem westlichen Nordseegc- biete, den russischen Ostsceprovinzen und Ungarn. Ueber Cen- tralcuropa ist bei schwachen, im Norden südöstlichen, im Süden umlaufenden Winden das Wetter kalt, ziemlich trocken und vielfach heiter; die westliche und südliche Frostgrenze verläuft von Hamburg über Wiesbaden nach Wien. Schneehöhe in Hamburg 13, in Berlin 20 cm. (Deutsche Seewarte.) Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 24. März 1883. Berit». 172'/. Staatspapiere. 1'/, Deutsche Reichs- anlcihe 197.96 4'/, Preuß. Konsol 109.89 4'/,Baden in fl. 193.86 4-»/, „ „ M. rob.os Oeflerr. Goldrente 87.8» „ Silberrente 93.49 4»/. Ungar. Goldrente 79.69 1877r 1889r H. Orientanleihe Italiener comptant Eghpter Spanier 6'/, Serbe» Banke». Sreditaktien SIZ'/, Diskonto Kommndt. 191.39 Basler Bankverein 149.99 DarmstiiLter Bank 137.4» i'/> Serb. Hhpoth. Obligation«» 7«»» 96.2» 79.9» 69.— 94.- 77.10 67.20 79.49 Ba-«»ktie». Staatsbahn Lombarden S7>, Galizier 1S2.«9 ' Elbthal izi',, Meckienbnrger 129.3» Hess. Ludwigsbahn — Lübeck Biicheu-Hamb. 166.79 Gotthard lis.ro Wechsel nnd Sorte». Wechsel a. Amsterd. 198.85 „ « London 29.34 , , Paris 89.47 „ „ Wie» 199.22 Napoleonsd'or 19.19 Privatdiskonto 2'/, .Badische Zuckerfabrik 79.79 Alkali Westereaeln —.— ! »»chb.rse. lkredttaktie» 313', Spanier Staatsbahn 17»'/, Eghpter Lombarden 57' . Ottomaae Tendenz: fest. Tendenz: Oeflerr. Kreditaktie» 138.8» „ Staatsbah» 89.2» Lombarde» 29.7» Diskonto-Kommaud. 195.4» Laurahütte »1.3» Dortmunder 9».4» Marienburger 48.— Tendenz: —. Wie». Kreditattien Marknote» Ungarn Tendenz: schwach. Pari». «>/,'/» Anleihe 298.8» 92.42 »4.72 97-/. »»».— »«8.— Todesanzeige. N.225. Karlsruhe. 8 Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß meine liebe Mutier. Frau Professor Jüngst, geb. von Döring, am 23. d. M. zu Düsseldorf sauft entschlafen ist. Karlsruhe, den 24. März 1888. E. Jüngst, Borsteherin der Biktoriaschule. * Todesanzeige. N.226. Karlsruhe. I Freunden und Bekannten theilen wir die traurige Nachricht mit, daß unsere gute Gattin und Mutter, Ernestine Kircher, geb. Hessel, nach längerer Krankheit heute früh 6 Uhr sanft entschlafen ist. Karlsruhe, den 24. Mürz 1888. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kircher, Geist!. Verwalter a. D. Die Beerdigung findet Montag den 26. März, Mittags 3 Uhr, statt. Blumenspenden werden im Sinne der Entschlafenen dankend abgelehnt._ Tochter-Pensionat »ou Frau L. Niüles Wwe. M.216.4. Wissenschaft!, u. häusliche Fortbilungs- schule. Prospekte durch die Vorsteherin . Eis. Gartenmöbel in bek. feiner und solider Arbeit für Privat- und Wirthschaftsgärten, zu sehr billigen Preisen. M-347.1 Kataloge gratis. Bühl, Baden. (ArLeolilsoliö K.624.12. VorrüZIiekg ll. LlLUköU- i Kiste mit 12 zri-Lsen l'Iusolieu io 12 Zollen RS Mai k L. lk'. kivcltsrgemünlj. rin» Ses W. llNWii. LriössiMm. IL«i88d»i»er 8 Mm Sklbstplombiren hahler Zäune beseitigt nicht bloß den Zahnschmerz rasch und auf die Dauer,, sondern verhindert bei rechtzeitiger Antven düng durch den. vollständig festen Verschluß der kranken Zahnhöhle das Ans treten des Schmerzes überhaupt und unterdrückt das Wciterfressen der Fäulniß. — Zn beziehen in » uttv: Löwcnapotheke, sowie in den Apotheken in Durlach, Ettlingen und Rastatt. H.955.14. Lvreau iu L»rl8rr»Ilv: 8«KI«88 SV. K.76S.3. Zu vermiethen das Schloß Merzhauscn mit herrlicher Aussicht, auf einer Anhöhe am Schönberg in geschützter Lage, 2 4 Stunden von Freiburg i. B., nebst 1*2 Hektar großem Parke. Das Schloß enthält 4 Säle u. 20 Zimmer, Alles in bestem Zustande, Pferdestallungen und Wa- genrcmisen. Nähere Auskunft er- theilt: Die Verwaltung des Grafen vaii eeL, sowie das Vermittlungs- Geschäft für Liegeuschaftsverkkhr von LLvlLlnxer in Freiburg i. B. M.275.2. 100 kiter 26 Urrrli, pro I-itor 30 ?5, von 25 I-iter ab. K.668.1I. Ottxx ur' iVI:ri tin Lullen. wanderte 70 Jahre alte Johann Baptist Gerber von Breisach, von dem * seit mehr als 10 Jahren keine Nachrichten über sein Leben und seinen Aufenthalt eingegangen sind, soll aus Antrag einer muthmaßlichen Erbin für verschollen erklärt werden. Ter Vermißte wird dcßhalb aufgefordert, längstens innerhalb eines Jahres Nachricht anher gelangen zu lassen, ansonst er für verlchollen erklärt und sein Vermögen den mutbmaßlichen Erben in fürsorglichen Besitz gegeben würde. Breisach, den 15. März 1883. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gcrichtsschrei- ber: Weiser. v-ntmiiudiguna. N.215. Nr. 6209. Offenvurg. Josef Rothmann ledig von Unter- entersbach wurde durch diesseitigen Beschluß vom 1. März d. I., Nr. 4554, im Sinne des L.R.S. 489 entmündigt. Offenburg, den 22. März 1888. Großh. bad. Amtsgericht. O. Müller. Erbeinwcisung. N.162.2. Nr. 2141. Kenzingen. Das Gr. Amtsgericht Kenzingen hat heute beschlossen: Die Witwe des Taglöhners Franz Anton Wagner, Anna, geb. Stockner von Endingcn, hat um Einsetzung in die Gewähr des Nachlasses ihres genannten Ehemannes nachgesucht. Etwaige Einsprachen gegen dieses Gesuch sind binnen 6 Wochen anher vorzutragcn, widrigenfalls demselben statlgegeben wird. Kenzingen, den 20. März 1888. Der Gerichtsschreiber: N u ß. Erlworlasung. M.256.2. Meersburg. Bernhard Stegmayer, lediger und volljähriger Küfer, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, ist zum Vermögensnachlasse seines am 7. März d I. verstorbenen natürlichen Vaters, Bernhard Stcgmayer, Küfermeistcrs von Meersburg, berufen. Dieser uneheliche Sohn wird anmit aufgefordert, seinen ihm zustehcndcn gesetzlichen Anspruch an den Vermögensnachlaß seines Vaters binnen drei Monaten dahier bei dem Unterzeichneten Thei- lungsbeaniten geltend zu machen, wi drigenfalls sein Anspruchsrecht unberücksichtigt bleibt. Meersburg, den 13. März 1888. Der Großh. Notar: Futherer. Badischer Frauenverein. In der Luifenschule, Leopoldstraße 61 dahier, findet Wontag den 26 . d. M., Bormittags von s bis 12 Uhr, eine öffentliche Schlußprüfung statt, zu deren Besuch wir hiermit ergebenst ein- Wäbrend dieses Tages, von Morgens 8 bis Mittags 4 Uhr, sowie auch am Sonntag dem 25. d. M., von Bormittags 11 bis Abends 6 Uhr, werden die von den Schülerinnen gefertigten Handarbeiten und Zeichnungen ausgestellt sein. Karlsruhe, den 23. März 1888. _ Der Vorstand der Aötheikun g^l._M.3 46.1^, AllgkmiilcVttsorgllngs-WiiltimGroßh.Kll-ell. Gemäß § 52 der Statuten wird eine außerordentliche Generalversammlung am _ Mittwocb dem 25. April 1888, Nachmittags H Uhr, im Anstaltsgedäude abgehalten werden. Tayes-Ordnuny: Vorschläge über Aendcrung einiger Bestimmungen der Statuten, namentlich wegen unentgeltlicher Uebernahme der Kriegsgefahr. Die Abänderungs-Vorschläge können bei den Herren Vertretern und auf dem Bureau der Anstalt erhoben werden. Karlsruhe, im März 1888. V«r ^vr^L»l1«i»K8r«tk M.333. " L 8 ps^sr, Ksflsruke, Kaiserstraße 205, Kaisersttaße 205. Hoflieferanten, Fabrik sür Routirungs- Md Ausrüstungsstücke, halten sich bei Bedarf von Militär- und Civil-Uniformen, sowie auch für Abänderungen, Ergänzungen rc. bestens empfohlen. Preisverzeichniß und Werkführer zumj Anmessen stets zur Verfügung. M.238.3. 8 p«rlL« 88 v hat Gelder in größeren Betrügen an Gemeinden oder gegen gute Sicherheit billig auszuleihcn. Die Anrechnung: N.205.1. Herrschafts-Wohnung auf dem Rosenhofe bei Ladcnburg zu vcrmiethen durch Freiherrlich von Berckhei m'sche Verwaltung Weinheim._8.961.4. tTnnilittii - Xrltltl'iditttli »I« Kedurls-, Ve-Iokengs-. V e- m vlungs- nnä Iocke:-^nrolg?n. 0snk»sgung«n ^ie. »re. ümten ciis cl«ul!kwä Liovoesto Nesvi-aerung i» a!ls rrevünselitsn Äimnst-» unt r blllixv'.er lieeeoU- n»ng äurel, clis ulteuto »n--vno«n- llxfleckl-'ioa K.727.2. ti 3 L 8 Sli 8 ie>n L Vogler in tL3l8ruk6. Lo »iv. vio LZen K.I33.39. Karlsruhe. Feuer-, Fall- u. einbrnch- fichere Geld-, Köcher-«nd Dokumruten-Schränke empfiehlt Wild. WSI'88 Karlsruhe, Erbprinzenstr.24. "M.312.2. Karlsruhe. Baumschutzkorb- Lieferung. Die Lieferung von 200 Stück Baumschutzkörben soll vergeben werden. Angebote sind bis 3. April 1888 bei Unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst auch die Bedingungen ausliegen. Karlsruhe, den 20. Marz 1888. Städl. Wasser- und Straßenbauamt. Schuck. M.345.1. Karlsruhe. Vergebung von Gehwegrandsteinen. Die Lieferung von 121,51 laufenden Meiern Granitbogenbordsteinen soll vergeben werden. Die Bedingungen liegen bis zum 4. April, Vormittags 9 Uhr,s dem Endtermin der Vergebung, in un- serm Bureau zur Einsicht aus. Karlsruhe, den 23. März 1888. Stadt. Wasser- und Slraßenbauamt. Schrick. Bürgerliche Rechtspflege. Konkursverfahren. N.228- Nr. 3640. Bretten. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Handelsmanns David Landauer von Diedclsheim hat der Gemeinschuldner einen Vergleichsvorschlag gemacht. Termin zur Beschlußfassung über den Vorschlag ist auf Anordnung Gr. Amtsgerichts Bretten auf Mittwoch den 28. März l. I, Nachmittags 4 Uhr. bestimmt. Bretten, den 23. März 1888. Der Gerichtss ckireiber Gr. Amtsgerichts: Eis enhut. ! Koilknrsvcrsahre». ! N.216. Nr.9947. Pforzheim. In dem Konkurse über das Vermögen des Bäckers Wilhelm Bächrold in Pforzheim ist Termin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen auf Montag den 9. April 1888, Vormittags 9 Uhr, vor Gr. Amtsgericht dahier - Zimmer Nr. 2 — bestimmt. Pforzheim, den 20. März 1888. Der Gerichtsschreibcr Gr. Amtsgerichts: Sigmund. Vermögensabsonderungen. N.224. Nr. 1516. Waldshuk. Die Ehefrau des Friedrich Leber, Magdalena, geborne Ebner von Hauenstein, wurde durch Urtheil der H. Civilkam- mer des diesseitigen Gerichtshofes vom 10. März 1888 für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von demjenigen ihres Ehemannes abzusondern. Dies wird zur Kenntnißnahme der Gläubiger hiermit bekannt gemacht. Waldshut, den 22. März 1888. Die Gerichtsschreiberei des Großh. bad. Landgerichts. N.220. Nr. 9520. Pforzheim. Durch Urtheil Gr. Amtsgerichts dahier vom 15. d. M. wurde die Ebefrau des Fabrikanten Wilhelm Fieg, gegen welchen das Konkursverfahren eröffnet ist, Amalia Sophia, geb. Katz in Pforzheim, für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von demjenigen ihres Ehemannes abzusondern. Pforzheim, den 17. März 1888. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Rittelmann. Verschollenbeitsverfahren. N.221. Nr. 2401. Bonndorf. Der vcrheirathet gewesene Landwirlh Adam Preuß von Tchwaningen bat sich im Jahr 1867 von dort entfernt und ist nach Amerika ansgewandert. von wo aus er seit dem Jahr 1873 keine Nachricht mehr von sich gegeben hat. Derselbe wird nunmehr aufgefordert, binnen Jahresfrist Nachricht von sich zu geben, widrigenfalls er für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen muthmaßlichen Erben, nämlich seinen Kindern: Anton Preuß, z. Zt. in Äruchsal, und Karolina Preuß, z. Zt. in Reiselfingen» in fürsorglichen Besitz gegeben würde. Bonndorf, den 20. März 1888. DerGerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Köhler. N.174.2. Nr. 5941. Offenburg. Da aus die diesseitig? Aufforderung vom 2. März 1887, Nr. 4297, innerhalb Jahresfrist keine Nachricht über den Verbleib des Georg Ecken fels von Offenburg eingelaufen ist, wird derselbe für »erschollen erklärt und dessen muth- maßlicher Erbe, Vizefeldwebel Schwartz, z. Zt. in Rastatt, in den fürsorglichen Besitz seines Vermögens cingewiesen. Offenburg, den 19. März 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreibcr: C. Beller. N.153.2. dir. 2554. Breisach Der vor langer Zeit nach Amerika ausge- «rtrafrechtspflege. Ladungen. M.341.1. Nr. 6668. Freiburg. 1. Wilhelm Jakob Schnait er, geb. 20. April 1863 zu Broggingen, zuletzt in Emmendingen, 2. Christian Heinrich Adler, geb. 14i Avril 1865 zu Basel, hei- malhsberechtigt in Nählingen, 3. Georg Heinrich Krumm, geb. 14. Jan. 1865 zu Bahlingen, zuletzt in Freiburg, 4. Wilhelm August Krumm, geb. 13. Juni 1865 zu Bahlingen, zuletzt ebenda, 5. Georg Jakob Maurer, geb. 18. Dezbr. 1865 zu Bahlingen, zuletzt in Eichstettten, 6. Wilhelm Schöpflin, geb. 20. Nov. 1865 zu Bahlingen, zuletzt ebenda, 7. Andreas Würstlin, geb. 8. Okt. 1865 zu Bahlingen, zuletzt ebenda, 8. Wilhelm August Konstanz er, geb. 6. Aug. 1865 zu Bötzingen, zuletzt ebenda, 9. Kart Friedrich End erlin, geb. 18. Febr. 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 10. August Grün, geb. 23. März 1865 zu Bötzingen, zuletzt ebenda, 11. Jakob Martin Geiger, geb. 11. Nov. 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 12. Wilhelm Jen ne, geb. 14. Sept. 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 13. Karl Friedrich Müssert, geb. 9. Febr. 1865 zu Eichstettcn, zuletzt ebenda, 14. Johann Jakob Schmidt, geb. 15. Mai 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 15. August Walz, geb. 16. August 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 16. Wilhelm August Wiedemann, geb. 20. Nov. 1865 zu Eichstetten, zuletzt ebenda, 17. .HerrmannTauner, geb. 15.De- zember 1865 zu (Nieder-)Emmen- dingen, zuletzt in Müllheim i.B., 18. Hermann Willaredt, geb- 4. Oktober 1865 zu (Nicder-)Em- mendingen, zuletzt in Emmcn- diugeu, 19. Augustin Hug, geb. 21. August 1865 zu Hecklingen, zuletzt ebenda, 20. Hermann Schindler, geb. 20. Dez. 1865 zu Köndringen, 21. Johann Georg Süll erlin, der Karolina Sohn, geb. 5. Juni 1865 zu Köndringen, zuletzt ebenda, 22. Johann Georg Sütterlin, der Magdalena Sohn, geb. 22. Juni 1865 zu Köndringen, zul. ebenda, 23. Georg Jakob Jscl, geb. 25. Okt. 1865 zu Malterdingen, zuletzt ebenda, 24. Gustav ^exaucr, geb. 8. Juli 1865 zu Maltcrdingcn, zuletzt in Frciburg, 25. Wilhelm Zwahl, yed. 16. Januar 1865 zu Mundmgen, zuletzt ebenda, 26. August Kopfmann, geb. 26. Januar 1865 zu Nimburg, zuletzt cbend«, 27. Wilhelm Storz, geb. 14. Sept. 1865 zu Nimburg, zuletzt ebenda, 28. Josef Saar, geb. 24. Okt. 1865 zu Oberhauscn, zuletzt ebenda, 29. Johann Georg Grasmüller, geb. 31. März 1865 zu Otto- schwanden, zuletzt ebenda, 30. Christian Rosch. geb. 17. Aug. 1865 zu Otloschwanden, zuletzt ebenda, 31. Julius Fehr, geb. 14. Septbr. 1865 zu Riegel, zuletzt in Frei» bürg, . 32. August Schätzte, geb. 15. Jum 1865 zn Riegel, zuletzt ebenda, 33. Adolf Müller, geb. 26. Novbr. 1865 zu Schaffhanfcn (Schweiz), hcimathsberechligt in Scx«u, zuletzt in Schopfheim, 34. Wilhelm Froß, geb. 3. Febr. 1865 zn Theningen, zuletzt ebenda, 35. Karl Friedrich Jmthurm, geb. 9. Mai 1865 zu Theningen, zuletzt ebenda, 36. Wilhelm Friedrich Schmidt, geb. 1. März 1865 zu Thenin- gcn, zuletzt ebenda, 37- Johann Friedrich Bührer, geb. 10. Juni 1865 zu Tuschseldcn, zuletzt in Emmendingen, 38. Heinrich Gerhardt, aeb. 13. Oktober 1865 zu Tuschfelden, zuletzt ebenda, >39. Ludwig O esterlc, geb. 19. Dez. 1865 zn Tuschfelden, zul. ebenda, 40. Karl Friedrich Günther, geb. 3. Novbr. 1865 zu Wasser, zuletzt in Früburg, werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaub- niß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets auf gehalten zu haben, — Vergehen gegen § 140 Abs. 1 Nr. 1 St.G.B. - Dieselben werden auf Samstag den 5. Mai 1888, Vormittags 8*2 Uhr, vor die II. Strafkammer des Gr. Landgerichts Frciburg zur Hauptverhandlun, geladen. Bei nnentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach §472 der Strafprozeßordnung von dem Civil- vorsitzenden der Ersatzkommission z» Emmendingen über die der Anklage zn Grunde liegenden Tbatsachen ausgestellten Erklärungen verurkheilt werden. Frciburg, den 16. März 1888. Großh. Staatsanwaltschaft. G ag eur. M. 322.2. Nr. 3619. Mosbach. Leonhard Rheinthaler, geboren am 27. August 1865 in Boxthal, zuletzt wohnhaft in Mondfeld , wird beschuldigt, als Wehrpflichtiger in der Absicht, sich dem Eintritt in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alker sich außerhalb desBundesgebieis ausgehalten zu haben. Vergehen gegen H 140 Abs. 1 Nr. 1 Str.G.B. Derselbe wird auf Mittwoch den 9. Mai 1888, Vormittags 9 Uhr, vor die II. Strafkammer des Gr. Landgerichts hier zur Hauptverhandlung geladen. Bei nnentschuldigtem Ausbleiben wirb derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem Großh. Bezirksamt zu Wertheim über die der Anklage zu Grunde liegenden Tbat- sachm ausgestellten Erklärung vcrur- theilt werden. Mosbach, den 19. März 1888. Großh. Staatsanwaltschaft. Junah anns. VerrnTBekanntmachunge«. N. 184. Nr. 40. Pforzheim. Bekanntmachung. Das Lagerbuch der Gcmarknn > Göbrichen ist aufgestellt und wird mit höherer Ermächtigung gemäß Art. 12 der Allerböchstlandesherrl. Verordnung vom 11. Sept. 1883 vom Mittwoch dem 28. März an auf die Dauer von 4 Wochen zu edermanns Einsicht in dem dortige» athhause aufgelegt. Etwaige Einwendungen gegen den Inhalt der eingetragenen Beschreibungen der Liegenschaften und ihrer Rechtsbeschaffenheit sind innerhalb jener Frist dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich vorzutragen. Pforzheim, den 22. März 1888. Bezirksgeomctcr: _ Einwald. M.335. Karlsruhe. Bersteigerung. Die auf den 27. d. M. anbcraumte Versteigerung wird des israelitische» Feiertags wegen auf den nächsten Tag (den 28. März, Morgens 9 Uhr) verlegt. Karlsruhe, den 23. März 1888. Königliche Tarnis«n-Verwaltung. (Mit einer Beilase.i !0'.oua scheu Holdrichöruckrcee. utt unv vereaz de