MlSNlIltt ZkitW. Sonntag, F. August. .-N 214 Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gchiete der deutschen Postvcrwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 18 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 1888 . Nichtamtlicher Tlieii. Karlsruhe, den 4. August. Die „Agence Havas" macht nähere Miltheilungen über bie Note, welche den Mächten die Massauah-Frage vom französischen Standpunkte aus darstellen soll. Die Note wird, sobald sie von den französischen Vertretern zur Kenntniß der Regierungen gebracht worden ist, veröffentlicht werden; doch dürfte man der Veröffentlichung kaum noch ein besonderes Interesse entgegenbringen, da die vorläufigen Angaben der „Agence Havas" bereits ziemlich eingehende sind. Wir geben dieselben weiter unten (s. „Frankreich") wieder. Daß die französische Regierung die Vorwürfe, die ihr Crispi in seinem Rundschreiben an die italienischen Vertreter im Auslande gemacht hatte, nicht auf sich sitzen lassen werde, war allerdings vorauszusehen; denn der italienische Ministerpräsident führte in jenem Rundschreiben hinsichtlich Frankreichs eine Sprache, in welcher sonst eine Regierung nicht über die eines befreundeten Landes zu sprechen pflegt. Herr Crispi hatte dem Pariser Kabinet auf den Kopf zugesagt, daß die Proteste Frankreichs gegen die Fremdenbesteuerung in Massauah nur der Ausdruck der feindseligen Stimmung sei, die man in Paris gegen die wachsende Machtstellung Italiens hege; er hatte festgestellt, daß man in Frankreich die friedlichen Fortschritte Italiens mißgünstig betrachte, weil man darin ganz ungerechtfertigter Weise eine Schmälerung der französischen Macht erblicke. Es ist begreiflich, daß die französische Regierung diese Vorwürfe nicht ruhig einstecken mag, sondern es versucht, sich von denselben zu reinigen. Das Pariser Kabinet würde sich von dem Verdachte einer faktiösen Opposition gegen die italien. Kolonialbestrebungen aber am besten reinigen können, indem es, statt die Massauah-Frage zu verschärfen, zur Lösung derselben beiträgt. Die österreichisch-ungarische Regierung hat, wie aus einer Meldung des „Fremdenblattes" hervorgeht, auf das Vorrecht der Kapitulationen ihrerseits verzichtet, indem sie anerkennt, daß Italien eine geordnete Verwaltung und Rechtspflege in Massauah eingeführt hat. Es wäre nicht abzusehen, welche Gründe Frankreich verhindern sollten, sich diesem Schritte des Wiener Kabinets anzuschließen, wenn die französische Regierung in der That frei von feindseligen Absichten gegen Italien sein avürde. Wochen- Rundschau. Mit dem Besuch in Kopenhagen schloß die Reise Seiner Majestät des Kaisers an die nordischen Höfe ab und am Mittwoch traf Allerhöchstderselbe wieder in Potsdam ein. Der Aufenthalt des Kaisers in Kopenhagen mußte auf einen Tag beschränkt bleiben; aber er gab trotz seiner Kürze doch reichliche Gelegenheit, erkennen zu lassen, wie sympathisch die öffentliche Meinung Dänemarks von dem Besuche des Kaisers in der dänischen Hauptstadt berührt wurde. Die Bevölkerung wetteiferte mit dem Hofe in einem festlichen Empfange des erlauchten Gastes und ohne jeden Mißklang, wie ihr ganzer Verlauf war, schloß auch die Meerfahrt des Kaisers Wilhelm. Am Dienstag Abend landete Seine Majestät der Kaiser in Kiel und fuhr nach Friedrichsruhe, wo Allerhöchstderselbe bis zum Mittag des folgenden Tages als Gast des Reichskanzlers verblieb. Nach der Ankunft in Spandau bestieg der Monarch die Dacht „Alexandria", die Allerhöchstdenselben nach Potsdam brachte. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin empfingen in Baden-Baden am Mittwoch den Besuch des Erbgroßherzogs und der Erb- großherzogin, Höchstwelche am Abend nach Freiburg zurückkehrten. Die am Montag vorgenommene Untersuchung der Augen Ihrer Königlichen Hoheit der Groß- herzogiu ergab, daß der Zustand der Augen im Wesentlichen seit der letzten Untersuchung derselbe geblieben ist. Das Allgemeinbefinden der erlauchten Frau hat indessen durch die Wiederkehr der Kräfte erfreuliche Fortschritte gemacht. Die Centennarfeier der Geburt des Königs Ludwig I. von Bayern hat in München einen glänzenden Verlauf genommen. Den Höhepunkt der prächtigen Feier bildete am Dienstag ein prunkvoller Festzug. Leider wurde jdie Feststimmung durch einen Unfall gestört, der durch das Scheuwerden mehrerer im Zuge mitgeführten Elefanten entstand. Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent richtete an den Ministerpräsidenten ein Handschreiben, in welchem Höchstderselbe seinen Dank für die großartigen Veranstaltungen zum ehrenden Gedächtnisse seines Vaters aussprach und der ihn beglückenden Empfindung Ausdruck gab, die Liebe zum Volke durch die Liebe des Volkes erwidert zu sehen. Durch eine Verordnung des österreichischen Ge- sammtministeriums ist für eine größere Anzahl von Ge- richtshofspreugeln die Wirksamkeit der Geschwornen- gerichte in Strafsachen, denen anarchistische Bestrebungen zu Grunde liegen, eingestellt worden. Von der Verordnung betroffen werden die Gerichtssprengel Wien, Korneu- burg und Wiener-Neustadt in Niederösterreich, Wels in Oberösterreich. Prag, Brüx, Jicin, Jungbunzlau und Reichenberg in Böhmen, Brünn, Olmütz und Neutitschin in Mähren, Graz und Leoben in Steiermark und Klagen- furt in Kärnten. Die Dauer der Maßregel erstreckt sich vom 10. August dieses bis zum 31. Juli des nächsteil Jahres. Veranlaßt wurde die ministerielle Verordnung dadurch, daß eine gesetzliche Regelung der Frage, wie sie von der Regierung vorgeschlagen worden war, im Reichsrathe nicht mehr vor Ablauf der Tagung erzielt werden konnte. Die Regierung hatte schon im vorigen Jahre dem Reichsrathe eine Vorlage gemacht, deren Behandlung im Parlament jedoch nicht über die Ausschuß- berathung hinauskam. Da die Suspension der Ge- schwornengerichte bei anarchistischen Verbrechen aber in den drei Gerichtshofsprengeln, in denen sie schon jetzt besteht, während der Parlamentsferien ihr Ende erreichen würde und da die Motive, welche zur Einbringung der erwähnten Regierungsvorlage geführt hatten, unverändert fortbestehen, so sah die Regierung sich veranlaßt, zunächst den Verordnungsweg zu beschreiten. Der Neichsrath erhält dadurch Zeit, sich in der nächsten Session mit dem Gesetzentwurf zu befassen, welcher, sobald er Gesetzeskraft erlangt, die bezügliche Verordnunge gegenstandslos macht. In Paris gewann die Arbeitseinstellung während dieser Woche an Umfang und führte infolge der Ausschreitungen der Streikenden, welche ihre noch arbeitenden Genossen zu zwingen suchten, sich dem Streik anzuschließen, wiederholt heftige Zusammenstöße zwischen den Ausständigen und den zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufgebotenen Truppen herbei. Ein Rundschreiben des Po- lizeipräfekten Lozö an die Polizeibeamten verschlimmerte die Situation nur, da der Polizeichef erklärte, daß nur die Bedrohung der Arbeitenden, nicht die Vernichtung ihres Arbeitszeugs strafbar sei; die Anweisung des Präfekten ist auch bereits, nachdem die gemäßigte Presse energisch gegen eine solche Rechtsauffassung protestirt hatte, zurückgezogen worden. In den letzten Tagen machte sich jedoch der Niedergang der Arbeitseinstellung bemerkbar; ein Theil der Arbeiter ist bereits zn der Beschäftigung zurückgekehrt, während ein anderer Theil unter militärischem Schutze die Arbeit fortgesetzt hatte, so daß die Führer der Streikbewegung sich in ihrer Hoffnung auf Herbeiführung eines allgemeinen Streiks getäuscht sahen. Der Widerstand, auf den die italienische Regierung bei der Heranziehung der griechischen Unterthanen in Massauah zur Gemeindesteuer gestoßen ist, veranlaßte Crispi, die Geschichte der Besitzergreifung Massauahs in zwei Rundschreiben an die italienischen Vertreter im Auslande darzulegen und die Rechte Italiens auf jenen Hafenplatz darin zu begründen. Gegenüber diesen Erklärungen des römischen Kabinets hat auch der französische Minister des Auswärtigen eine Note an die französischen Vertreter gerichtet, um das Verhalten der Republik, welche die Weigerung der griechischen Unterthanen unterstützte, zu rechtfertigen. Der französische Minister weist in der Note die Beschuldigung, daß Frankreich in feindseliger Absicht gegen die Fremdenbesteuerung in Massauah protestirt habe, zurück und versucht zu entwickeln, daß die Kapitulationen noch zu Kraft beständen. Im englischen Oberhause sprach Lord Salisbury die Hoffnung auf eine Verständigung über die Angelegenheit aus. Nach einer Meldung des Wiener „Fremdenblattes" verzichtete die österreichisch-ungarische Regierung auf die Kapitulationen und erkannte an, daß die österreichischen Unterthanen sich den Anordnungen der italienischen Regierung in Massauah zu fügen haben. Vom englischen Unterhause wurde in der Nachtsitzung zum Freitag die Berathung der Parnell-Bill mit Hilfe der Clotüre zu Ende gebracht. Die Bill wurde ohne Abstimmung angenommen, nachdem zuvor der Beschluß gefaßt worden war. daß falls die Einzelberathung der Bill nicht bis Freitag früh 1 Uhr beendigt sein sollte, die noch zu erledigenden Paragraphen ohne Debatte zur Abstimmung gebracht würden. Die Opposition vermochte ihre Absichten weder hinsichtlich der Zusammensetzung des Richterkollegiums, das die Anschuldigungen der „Times" gegen Parnell untersuchen soll, noch in Betreff des Umfanges der Untersuchung durchzusetzen; alle Abänderungsanträge wurden von der Mehrheit des Hauses abgelehnt. Die Parnelliten ergingen sich deshalb in heftigen persönlichen Angriffen gegen Mitglieder der Regierung und der regierungsfreundlichen Parteien und riefen eine Reihe erregter Scenen hervor. Deutschland. * Berlin, 3. Aug. Seine Majestät der Kaiser begab sich gestern Nachmittag zu Pferde vom Marmorpalais aus nach dem Bornstedter Felde, um sich daselbst das Lehr-Jnfanterie-Bataillon nach dem neuen Exerzierreglement vorexerzieren zu lassen. Nach Beendigung der Exerzitien kehrte der Kaiser nach dem Marmorpalais zurück, wo derselbe den Abend über verblieb. Heute früh hatte sich der Kaiser zur Beiwohnung einer Gefechtsübung nach Saarmund bei Potsdam begeben, von wo Allerhöchstderselbe gegen 11 Uhr zu Wagen nach dem Marmorpalais zurückkehrte. Dort nahm der Kaiser später Borträge und militärische Meldungen entgegen. Um 1"Z Uhr hatte die außerordentliche Gesandtschaft Seiner Majestät des Sultans, bestehend aus dem Oberceremonienmeister des Sultans, Munir Pascha, und den beiden Begleitern desselben, Riazim Bey, Sekretär des Sultans, und Sadick Bey, Flügeladjutant des Sultans, die Ehre, von Seiner Majestät dem Kaiser im Stadtschlosse zu Potsdam in besonderer Audienz empfangen zu werden. Dieselben waren vom Ceremonienmeister v. Veltheim-Schönfließ in königl. Galaequipage aus ihrem Hotel in Berlin abgeholt und nach dem Potsdamer Bahnhofe geleitet worden, von wo aus die außerordentliche Gesandtschaft sich um 1 Uhr nach Potsdam und nach erfolgter Ankunft daselbst sofort nach dem königl. Stadtschlosse begab. Um 2 Uhr fand dann zu Ehren der türkischen Gesandtschaft bei Seiner Majestät dem Kaiser im Stadtschlosse zu Potsdam ein größeres Diner statt. Bei der Tafel saß zur Rechten des Kaisers Achmed Tewfik Bey, zur Linken Munir Pascha. — Die größeren Uebungen unter Leitung Seiner Majestät des Kaisers, an denen sich die gesammteBerliner Garnison betheiligt, werden sicherem Vernehmen nach im Lauf der nächsten Woche stattfinden. Mit dem 15. August beginnt das große Exerzieren der hiesigen Truppen in Regiment und Brigade auf dem Tempelhofer Felde, das zum Theil die Vorbereitung zur großen Herbstparade bildet. Diese Parade findet in diesem Jahre schon am 1. September statt, da der zweite auf einen Sonntag fällt. Am 3. September rücken die Gardetruppen in's Manöver und räumen auf kurze Zeit ihre Kasernen dem 3. Armeecorps ein, welches am 11. September ebenfalls Kaiserparade auf dem Tempelhofer Felde hat. — Bezüglich der Nachricht, Seine Majestät der Kaiser reise bestimmt nach Bayreuth, wird vom Verwaltungs- rath der Festspiele, einer Depesche der „Post" zufolge, die Mittheilung gemacht, man wisse nicht, wie das Gerücht entstanden ist, dem Verwaltungsrathe sei eine solche Meldung nicht zugegangen. — Heute Mittag fand eine Gedächtnißfeier der Universität für ihren Stifter, König Friedrich Wilhelm III., statt, welcher der Finanzminister v. Scholz, der Ministerialdirektor Greifs und der Unterstaatssekretär Nasse beiwohnten. Die Festrede hielt der Rektor Schwenderer über die Entstehung des hiesigen Botanischen Gartens und die Bedeutung botanischer Gärten überhaupt für die Pflanzenkunde. Hierauf folgte die Verkündung der Resultate der eingegangeuen Preisarbeiten. Die Festfeier begann und schloß mit Festgesang. — Seine Majestät der König von Dänemark trifft dem „Rh. Courier" zufolge in der nächsten Zeit, begleitet von seinem Bruder Prinz Hans, in Wiesbaden zu mehrwöchentlicher Kur ein. — Ihre Hoheiten der Herzog und die Herzogin Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein, Höchstwelche einige Zeit zum Besuch bei den Kaiserlichen Majestäten in Potsdam verweilten, sind heute Vormittag von dort wieder abgereist. — Seine Durchlaucht der Fürst und Altgraf Alfred zu Salm-Reifferscheidt-Dyck ist nach mehrtägigem Unwohlsein gestern Abend auf Schloß Dyck verschieden. — Der preußische Gesandte beim Vatikan, v. Schlözer, begab sich heute Nachmittag von hier zu Seiner Majestät dem Kaiser nach Potsdam. — Das Befinden des Wirkl. Geh. Raths a. D. von Wilmowski ist, wie die „Post" hört, gegenwärtig befriedigend. Die Sehkraft des einen Auges ist wieder völlig vorhanden, das andere freilich ganz erblindet. — Zu Ehren des außerordentlichen türkischen Gesandten Munir Pascha findet morgen bei dem Staatsminister Grafen Herbert Bismarck ein Diner statt. Graf Bismarck verläßt dann am Sonntag Berlin mit sechswöchentlichem Urlaub. — Wie' die „Höllische Zeitung" meldet, haben sich in Halle die Nationalliberalen und Konservativen verständigt, für die Landtagswahlen gemeinsame Kandidaten aufzustellen. — Die „Kreuzzeitung" hatte gemeldet, daß die Dombaukommission erst Ende des nächsten Monats (also August) werde zusammentreten und sich konstituiren kön- nen, weil dann erst sämmtliche Mitglieder von ihren Sommerreisen hier wieder eingetroffen sein werden. Diese Mittheilung ist. der „N- A. Z." zufolge, unrichtig. Die Jmmediat-Dombaukommission ist bereits am 14. Juli l. I. hier zusammengetrcten und hat seitdem in mehreren Sitzungen die Arbeiten zur Vorbereitung des Dombaues wesentlich gefördert. — Der konservative Landtagsabgeordnete Graf von Schwerin-Putzar, der den ersten Stettiner Wahlkreis seit dem Jahre 1879 ununterbrochen im Abgeordnetenhause vertreten hatte und Generallandschaftsdirektor in Pommern war, ist gestern Abend im Alter von 52 Jahren gestorben. — Nachrichten aus Cooktown zufolge ist daselbst ein Dampfer der Neu-Guinea-Kompagnie mit einer Ladung Mais aus Deutsch-Neu-Guinea eingetroffen, welche in Queensland auf den Markt gebracht werden soll. Die Qualität der Frucht wird gelobt und soll derjenigen des australischen Produktes gleichkommen. Altona, 3. Aug. Im heutigen Sozialistenprozeß wurden 24 Angeklagte zu Gefängniß von 14 Tagen bis 3*/, Monat verurtheilt, 3 freigesprochen. München, 3. Bug. Die „N. N." schreiben: Sicherem Vernehmen nach findet die beabsichtigte Reise Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten in die Pfalz in der zweiten Hälfte des September statt und dürfte die in Aussicht genommene Ovation sämmtlicher Kriegervereine am Sonntag den 23. Sept. d. I. die Allerhöchste Genehmigung finden. Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. Aug. Das „Fremdenblatt" konstatirt, daß Italien in Massauah eine regelmäßige Verwaltung und Justizpflege eingeführt habe, somit seien die Kapitulationen auf österreichische Staatsangehörige nicht anwendbar und letztere den italienischen Gesetzen unterworfen. Analoge und in der Hauptsache ähnliche Fälle wären in Bosnien, der Herzegowina, Tunis und Cypern vorgekommen. — Seine Majestät der Kaiser hat das nachstehende Allerhöchste Handschreiben an den Reichs-Finanz- minister Benjamin v. Kallay erlassen: „Lieber v. Kallay! Mit lebhafter Genugthuung habe Ich aus den Berichten Meines Sohnes über dessen Eindrücke und Wahrnehmungen während der Reise in Bosnien und der Herzegowina ersehen, mit welchem Erfolge es Ihnen gelungen ist, in Ausführung Meiner Absichten den Grundprinzipien eines geordneten Staatswesens in beiden Ländern gerecht zu werden, deren friedliche, geistige und materielle Entwicklung zu fördern und durch Versöhnung der verschiedenen Interessen mit gleichem Wohlwollen für Alle auf allen Gebieten die Grundlagen vorzubereiten, auf welchen die Wohlfahrt und Zufriedenheit der Gesammtbc- völkerung dauernd gesichert werden können. Je mehr sich Meine innige Theilnahme diesen Bestrebungen zuwendet, desto angenehmer ist Mir der gegebene Anlaß, Ihnen in voller Anerkennung für die Summe alles dessen wärmstens zu danken» was zur Erreichung jenes Zieles bereits geschehen ist. Dieser Dank gebührt nicht minder den Militär- und Civilbehörden, welche Beweise liefern, daß sie redlich bemüht sind, Ihre Weisungen zur Ausführung zu bringen, er gebührt aber auch der Bevölkerung, welche die schwierige Aufgabe der Regierungsorgane zu erleichtern und zu unterstützen sucht und namentlich während der Reise Meines Sohnes alles aufgebotcn bat, um durch ebenso herzliche als loyale: Kundgebungen dazu beizutragen, daß dessen Aufenthalt in Bosnien und der Herzegowina im befriedigendsten und besten Andenken bewahrt bleiben wird. Franz Joseph. Frankreich. Paris, 3. Aug. Trotzdem in mehreren heute abgehaltenen Versammlungen die Fortsetzung der Arbeitseinstellung beschlossen wurde, ist die Mehrzahl der Streikenden entmuthigt und hat bereits in großer Anzahl die Arbeit wieder ausgenommen. Der Streik der Kutscher hat noch nicht vollständig begonnen. Dieselben scheinen keine Neigung zu haben, der Aufforderung ihrer Syndikatskammer Folge zu leisten. Der Polizeipräfekt Lozs hat sein bekanntes Rundschreiben vom 31. Juli nach einer Unterredung mit dem Staatsanwalt zurückgezogen. Trotzdem durchzogen auch heute die Streikenden wieder die Straßen und stürzten Karren um. In der Umgegend von Paris werden die militärischenVorsichtsmaßregeln aufrechterhalten. Die zur Bedeckung befohlenen Truppen sind verstärkt worden. — Nach einer Meldung der „Ag. Havas" wird der Minister Goblet heute den französischen Vertretern im Auslande eine Note bezüglich derMassauahfrage übersenden. In derselben wird ausgeführt, daß die Aktion Italiens bis zum 5. Februar 1885 zurückreiche. Italien habe damals den Mächten erklärt, daß sein Vorgehen den Zweck habe, die Besitzungen der italienischen Staatsangehörigen zu schützen; von einer Gebietsausdehnung sei nicht die Rede gewesen. Am 16. Februar 1885 sei die Berliner Akte erfolgt, Italien habe indeß die Besitzergreifung nicht angezeigt, wie dies die Berliner Akte vorschreibe. Bis Ende 1885 habe die egyptische Flagge fortdauernd neben der italienischen in Massauah geweht, wenn auch die egyptische Garnison alsdann zurückgezogen worden und wenn Egypten es aufgegeben habe, in Massauah tatsächlich die Polizeigewalt auszuüben — die ihm seitens der Türkei übertragen war, um zu vermeiden, daß die in Arabien stehenden türkischen Truppen das Rothe Meer überschreiten —, so habe doch die italienische Regierung noch im Jahre 1887, in dem Augenblick, als sie sich zur Blockirung von Massauah anschickte, erklärt, daß die Souveränetätsfrage in der Schwebe bliebe. Daher sei anzunehmen gewesen bis zum Erscheinen der jüngsten italienischen Note, daß die Kapitulationen noch zu Recht beständen. Der erste Akt der Souveränetät sei die Erhebung von Ortsabgaben von Ausländern gewesen. Dazu aber hätte es befriedigender Verhandlungen bedurft, wie sie bezüglich Bosniens und der Herzegowina geführt worden seien. Das sei nicht geschehen, der Einspruch Frankreichs sei daher nicht aus Böswilligkeit erfolgt, sondern im Wunsche, die Ausführung der internationalen Abmachungen zu sichern. Die Note Goblet's soll, wie es heißt, sofort nach der Uebermittlnng derselben an die betheiligten Mächte veröffentlicht werden. — Die „Nordd- Allg. Ztg." sagt über die Arbeitseinstellung in Paris: „Der Pariser Arbeiterstreikc ist im Begriff, Ausdehnungsverhäitnisse anzunchmen, welche dem Bestand der französischen Staatsordnung sehr leicht verhängnisvoll werden können Während Anarchismus und Boulangismus agitatorisches Ocl in das revolutionäre Feuer gießen, erläßt der Pariser Polizeipräfckt eine von wahrhaft kläglicher Verzagtheit zeugende Ordre an seine Untergebenen, welche den Hang zur Gcwaltthätigkeit bei den Streikenden geradezu anstacheln muß, und verlegt sich die Regierung auf eine Taktik des Jndiffcrentis- mus, die dem Eingeständniß ihrer Ohnmacht gleich zu erachten ist. Die bedenklichen Folgen dieses Bankrotts der gouverne- mentalen Autorität fangen schon an sich bemerkbar zu machen in der drohenden Haltung der gcsammten Pariser Arbeiterbevölkerung, in der tiefen Unzufriedenheit der intelligenten Klaffen. Bereits werden von konservativer Seite Anklagen erhoben, daß die Regierung durch ihr leichtfertiges Spiel mit den Reminis- cenzen aus der Zeit der ersten Revolution in der Pariser Arbciter- bevölkerung einen Geist wachgerufcn habe, der sich nunmehr schwer werde in die richtigen Schranken bannen lassen. Die Regierung habe mit ihrem Hervorkchren der Centcnnarfeicr den radikalen Ultras die Gelegenheit geboten, den Kultus der Revolutions- Heiligen Marat, St. Just, Danton, Robespierre wieder aufzu- frischcn und in ihnen den Wunsch rege zu machen, sich selbst als Wohlfahrtsausschuß aufzuthun. Noch ernster lauten die Vorwürfe der meist zur opportunistischen Partei gehörenden oberen Schichten der Bourgeosie, der Vertreter der großen Industrie und des Handels. Diese sagen, die Radikalen seien wegen ihres steten Kokettirens mit den Sozialisten und ihrer übergroßen Nachsichtigkeit gegen dieselben die moralischen Urheber der immer wiederkehrcnden Streiks, durch welche die Arbeitslöhne auf eine Höhe hinaufgeschraubt worden, die bezüglich der Erzeugung billigerer Artikel Frankreich dem Auslande gegenüber konkurrenzunfähig mache und die Hauptschuld dafür trage, daß nicht nur der Export in diesem Jahrzehnt sich um ein Erkleckliches verringert habe, sondern daß auch ausländische Maaren den französischen Markt zu überschwemmen anfangen. Der Pariser Bourgeois speziell ist über den Streik der Erdarbeiter ungehalten, weil er die Ausdehnung desselben auf die anderen Baugewerbe fürchtet, wodurch die rechtzeitige Fertigstellung der Weltausstellung unmöglich gemacht würde; von der Weltausstellung aber erwarten die Pariser einen reichlichen Verdienst, einen Ersatz für den schlechten Gang der Geschäfte während der letzten Jahre " Schwei;. Bern, 3. Aug. In Bellinzona starb der frühere Nationalrath Karl Battaglini, ein hervorragender Parteiführer der Schweizer Liberalen. Spanien. Madrid. 2. Aug. Ein Theil der Gewölbe der Kathedrale von Sevilla ist eingestürzt. — Von dem früheren Minister der öffentlichen Arbeiten, Herzog von Mandas, ist eine Denkschrift über die Verwendung derjenigen Beiträge ausgearbeitet worden, welche' in Spanien und im Auslande für die durch Erdbeben in den Jahren 1884 und 1885 schwer heimgesuchten Provinzen Granada und Malaga gesammelt w»rden sind. Die Beiträge haben in runder Summe die Höhe von 6456 000 Fr. erreicht, wovon 3 450 OM Fr. auf Spanien und 3 006 000 Fr. auf das Ausland kommen. Deutschland steht hierbei mit 475 OM Fr. an der Spitze aller übrigen Nationen. Die Verwendung dieser Gelder, die zum Wiederaufbau und zur Ausbesserung von 11052 theils eingestürzter, theils mehr oder weniger verschütteter Häuser gedient haben, ist durch den Herzog von Mandas mit großem Geschick und seltener Sachkenntniß und Unparteilichkeit bewerkstelligt worden. Die Thätigkeit des Herzogs hat in Madrid allgemeine Anerkennung gefunden und die Königin-Regentin hat ihm in einer besonderen königlichen Verordnung vom 16. Mai d. I. Höchstihren Dank ausgesprochen. Großbritannien. London, 3. Aug. Im Oberhause wurde der Premierminister wegen der Massauah-Frage interpellirt. Lord Salisbury erklärte, daß Italien Massauah, wenn auch nicht mit der Zustimmung Englands, so doch mit dessen Vorwissen in Besitz genommen habe, wodurch England Verpflichtungen übernommen habe. Er hoffe, ein Konflikt werde vermieden werden. Nach dem früheren Mißerfolg der Vermittelung sei es unmöglich, auf's neue eine Vermittelung anzubieten, England sei jedoch bereit, jede passende Gelegenheit zur Befestigung der guten Beziehungen zwischen befreundeten Mächten zu ergreifen. — Im Unterhause erklärte Fergusson, der Sklavenhandel in Mittelafrika und Ostafrika werde wirksamer begrenzt werden, sobald englische und deutsche Gesellschaften die ostafrikanischen Küsten verwalten. England wirke mit anderen civilisirten Mächten zur Unterdrückung und Bestrafung des Sklavenhandels zusammen, der neue Sultan von Sansibar sei nach besten Kräften dabei behilflich. — Das englische Zollgesetz vom Jahre 1876 enthält zu Gunsten inländischer Autoren die Bestimmung, daß Bücher, welche in dem vereinigten Königreich dcnSchn-tz des Urheberrechts genießen, in Exemplaren, welche im Auslande gedruckt sind, nicht in das Zollgebiet eingeführt werden dürfen, sofern der Berechtigte der Oberzollverwaltung eine in Abschnitt 42 und 44 des Gesetzes näher bezeichnete Anmeldung seines Rechts (volic-) ein- rcicht und zugleich in einer vor dem Zolleinnehmer oder Friedensrichter aufzunehmenden Erklärung (ck. cki-aiion) die Wahrheit der gemachten Angaben versichert. Diese Bestimmung ist durch die am S. September 1886 zu Bern abgeschlossene Uebereinkunft betreffend die Bildung eines internationale^ Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst, auch auf die — den inländischen Autoren hinsichtlich ihrer Werke grundsätzlich gleichgestellten — Angehörigen anderer Vcrbandsländer anwendbar geworden. Mit Rücksicht hierauf hat das großbritannische „Losrä ok Oustvws« eine Bekanntmachung erlaffen, nach welcher die „Oommissiooers ok Cubtomz- bereit sind, von den Inhabern des Urheberrechts an Büchern, welche zuerst in einem der zur Literar- konvention gehörigen Staate des Auslandes erschienen sind. „Eise- und „äoel-rraiioo" in Gemäßheit der vorerwähnten Bestimmungen des englischen Zollgesetzes cntgegenzunehmcn. Schweden und Norwegen. Christiania, 3. Aug. Ihre Majestäten der König und die Königin von Sachsen trafen gestern in Drontheim ein und besuchten die dortige Kathedrale, in welcher die norwegischen Könige gekrönt werden. Bulgarien. Sofia, 3. Aug. Nach einer Meldung der „Ag. Havas" sandte der italienische Kapitän Cugia durch den italienischen Konsul seine Vollmachten an den Präfekten in Ba- gardjir, laut welchen er beauftragt ist, Sendboten an die Briganten abzusenden. Der Präfekt weigerte sich, ohne Befehl der Regierung dem Wunsche nachzukommen. Die Konsuln Oesterreichs, Griechenlands und Italiens sandten eine Note an die bulgarische Regierung, in der der offizielle Charakter Cugias nochmals hervorgehoben wird. Die letztere antwortete, sie ziehe ihre Truppen aus den Gebirgsgegenden zurück, übernehme aber keinerlei Verantwortung für weitere Unternehmungen Cuzias. — In der oben berührten Angelegenheit macht die „Agence Havas" noch die folgenden näheren Mittheilungen: Infolge der Ermächtigung seitens der bulgarischen Regierung ersuchten die diplomatischen Agenten Oesterreich-Ungarns und Griechenlands den griechischen Konsularagentcn Jlliovulo in Bazardschik, mit den Briganten, welche seit dem Ueberfalle Bel- lova's mehrere Personen gefangen hielten, wegen Freilassung derselben Unterhandlungen einzuleiten. Jlliopulo entwickelte eine lobcnswerthc Thätigkeit, wurde in derselben jedoch durch die Lokalbchörden behindert, welche selbst in einem offiziösen Blatte eine Note veröffentlichten, welche die Loyalität des griechischen Agenten zu verdächtigen bezweckte. Als hierauf der diplomatische Agent Griechenlands, Rangabe, ein Dementi forderte und Jlliopulo zur Unterbrechung seiner begonnenen Schritte veranlaßte, wurden dieselben erst nach wiederholten und offiziellen Ersuchen seitens der bulgarischen Regiernng wieder ausgenommen. Indessen begegnete Jlliopulo ähnlichen Schwierigkeiten. Diese Vorgänge veranlaßten das diplomatische Corps, den italienischen Militärattache Kapitän Cugia an Ort und Stelle zu entsenden, um das Verhalten der bulgarischen Civil- und Militärbehörden zu überwachen. Die Räuber verlangen 3 300 türkische Pfund Lösegeld, 6 Gewehre und einige Kleidungsstücke. Das Lösegeld ist bereit» die Regierung verhindert jedoch die Freilassung, indem sie, trotz ihrer wiederholten offiziellen Versprechungen, die Noth- wcndigkeit vorschützt, die Räuber zu verfolgen. Würde aber die Verfolgung ernstlich betrieben, so wäre das Leben der Gefangenen gefährdet. Griechenland. Athen, 3. Aug. Der Zwischenfall bezüglich des griechischen Konsuls Panuria in Monastir ist jetzt definitiv erledigt. Nachdem der Sultan dem griechischen Gesandten Conduriotis mitgetheilt, er wünsche die freundlichen Beziehungen zu Griechenland wieder herzustellen und zu befestigen, befahl die Pforte dem Gouverneur von Monastir, die früheren offiziellen Beziehungen zu Panuria wieder aufzunehmen. Der griechische Ministerpräsident Trikupis wies den Gouverneur von Larissa an, die amtlichen Beziehungen zu dem dortigen türkischen Konsul gleichfalls wieder aufzunehmen. Australien. Melbourne, 2. Aug. Die hiesige Internationale Ausstellung, welche zur Feier des IM. Jahrestages der Gründung der Kolonie Neusüdwales abgehalten wird, wurde, wie schon kurz gemeldet, gestern von dem Gouverneur, Hir Henry Loch, mit großer Feierlichkeit eröffnet. An der Eröffnungsfeier betheiligten sich 7000 eingeladene Gäste. Am Eingänge des Ausstellungsgebäudes war eine Ehrenwache aufgestellt. Auf der 1 350 m langen Grand Avenue of Nations bildeten Truppen ein Spalier, während die Seeleute der Reichsflotte um die große Halle herum aufgestellt waren. Als der Aufzug des Gouverneurs sich die Grand Avenue of Nations hinaufbewegte, wurden von den in den Höfen aufgestellten Kapellen die Volkshymnen Amerikas, Deutschlands, Oesterreichs und Frankreichs gespielt, während, als der Zug die große Halle erreichte, die britische Volkshymne unter Orchesterbegleitung gesungen wurde. Nach einem Gebet und der Absingung eines Psalmes wurde die von Mr. Cowen aus London eigens für die Gelegenheit kom- ponirte Dankesode von einem 100 Mann starken Orchester und einem 8M Stimmen zählenden Gesangschore zur Aufführung gebracht. Der Präsident der Ausstellung, Sir I. Mac Bain, verlas sodann eine Adresse an den Gouverneur, überreichte ihm einen Prachtvoll gearbeiteten goldenen Schlüssel und ersuchte ihn, die Ausstellung für eröffnet zu erklären. Der Zudrang zur Ausstellung ist sehr groß. Grotzherzogthum Oaden. Karlsruhe, den 4. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog traf heute früh 10 Minuten nach 9 Uhr in der Residenz ein. Von 10 Uhr an nahm Seine Königliche Hoheit die Meldung der nachbenannten Offiziere resp. Militärbeamten entgegen: des Obersten von Mikusch-Buchberg, Chef des Generalstabes des 14. Armeecorps; des Obersten Cleinow, Kommandeur des 3. Badischen Infanterie- Regiments Nr. 111; des Oberstlieutenants von Beulwitz, Kommandeur des 1. Badischen Leib-Dragoner-Regiments Nr. 20; des Wirklichen Geheimen Kriegsraths Genz, Militär-Intendant des 14. Armeecorps; des Majors von Homeyer im Magdeburgischen Dragoner-Regiment Nr. 6; des Jntendanlurraths Hilspach in Straßburg; des Majors Kluck, Kommandeur der Unteroffizierschule in Neubreisach; des Premierlieutenants Matheson vom 2. Badischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 30 und des Premieriieutenants von Borke a la suite des 3. Garde- Regiments zu Fuß. Hierauf haben Seine Königliche Hoheit der Großherzog in besonderer Audienz empfangen den Grafen Emich zu Leiningen-Billigheim, sowie den Geheimen Kommerzienrath Krupp von Essen. Danach ertheilten Seine Königliche Hoheit folgenden Personen Audienz: dem Münzkontroleur Schellenberg, dem Oberkirchenrath Henrici und dem Negierungsassessor Schmidt von hier, dem Ingenieur erster Klasse Vürk von Wertheim, dem Amtsrichter Jsele von hier, dem Oberförster Menzer von Langensteinbach, dem Centralinspektor Sayer von hier, dem Notar Korn von Pforzheim, dem Ingenieur Lauter von hier und dem Hofrath Professor Ilr. Erdmannsdörffer von Heidelberg; ferner einer Abordnung des Badischen Feuerwehrvereines, bestehend aus den Mitgliedern des Centralkomitö's für das 12. badische Landes-Feuerwehrfest: dem ersten Kommandanten Döring, dem zweiten Kommandanten Kautt, den Adjutanten Maisch und Schwind von der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, sowie aus den Mitgliedern des Landesausschusses der badischen Feuerwehren, und zwar den Herren Franzmann von Pforzheim, Wirsching von Mannheim, Thoma von Freiburg, Schildknecht von Konstanz und Landen- berger von Pforzheim. Um 2 Uhr besuchte der Großherzog die Ausstellung von Feuerwehrgeräthen, nahm dann noch Vorträge entgegen und kehrte um 4 Uhr 40 Min. nach Baden-Baden zurück. L (Prüfung.) Nach einer Verfügung des Großh- Finanzministeriums ist eine Staatsprüfung der Finanzkandidaten auf Montag, den 15. Oktober ds. Js. anberaumt. Das Nähere wird durch den Staatsanzciger verkündet werden. ID (Feuerwehrfest.) Die mit dem Badischen Landes- feuerwchrfest verbundenen festlichen Veranstaltungen haben bereits ihren Anfang genommen. Auf dem Festplatz, wo Karoussels und Schaubuden Aufstellung gefunden» entwickelt sich seit Mittag ein buntes Treiben, von auswärts treffen schon zahlreiche Fest- theilnehmer ein, von welch letzteren hauptsächlich die für sie des Interessanten und Neuen so »viel bietende Ausstellung von Feuerwehrrequisitcn in erster Reihe ausgesucht wurde. Kurz nach 2 Uhr traf, wie an anderer Stelle bereits gemeldet, Seine Königliche Hoheit der Großhcrzog in Begleitung des Flügeladjutanten Hauptmann v. Gagern ein, um die Ausstellung zu besichtigen. Höchstderselbe wurde am Eingang zur Ausstellung von dem Kommandanten des hiesigen Feuerwehrcorps, Herrn Döring, den Mitgliedern des Landesaus- schufses, sowie von solchen des Festkomitö's und vom Aus- stellungskomitö empfangen. Auch das technische Mitglied der Prüfungskommission, Herr Professor Keller, war zugegen- Unter Führung des Kommandanten Döring und des Vorstandes der Aussiellungskommission, Herrn Rauch, wurde alsbald der Rundgang durch die Ausstellung angetreten, wobei Seine Königliche Hoheit sich von verschiedenen der anwesenden Aussteller die von denselben zur Ausstellung gebrachten Gegenstände und deren Funktion genau beschreiben ließ. Bei den fahrbaren Leitern verweilte Höchstderselbe längere Zeit und wurden besonders von einem der Aussteller. C. D. Magirus aus Ulm a. D., Leitern verschiedener Konstruktion vorgeführt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog verweilte über eine Stunde in der Ausstellung und nahm Höchstderselbe verschiedentlich Gelegenheit, sich sehr anerkennend über dieselbe auszusprechen. Beim Verlassen der Ausstellung gab der Großherzog der Hoffnung Ausdruck, daß dieselbe den hierherkommenden Feuerwehrleuten von Nutzen sein möge. 2g>r. (Mittbeilungen aus der Stadtrathssitzung) vom 3. Aug. Das Rektorat berichtet über das günstige Resultat des Nachhilfeunterrichts an schwachsinnige Kinder, wovon mit Befriedigung Kenntniß genommen wurde. — Vom Friedhof sind im Monat Juli eingegangen: Vorbehaltstaxen von Rabattenplätzen 820 M.: für Begräbnisse, und zwar: 5 Begräbnisse 1. Klaffe 600 M., 14 Begräbnisse 2. Klaffe 1248 M., 40 Begräbnisse 3. Klaffe 1370 M., 48 Begräbnisse von Kindern 500 M. c Bade», 3. Aug. (Der Verein gegen Haus- und Straßenbettel) unterstützte im Monat Juli 620 Personen gegen 499 im Vormonat und 481 im Monat Juli 1887. Von diesen 620 Unterstützten erhielten 198 Mittagessen, 422 Obdach mit Abend- und Morgenkost; der Aufwand hierfür betrug 190 Mark 48 Pf. Arbeitsstellen wurden 38 angemeldet und davon 30 besetzt. 8* Pforzheim, 3. Aug. (Ausstellung. — Konzert. Frauenarbeitssckule.) Seit gestern ist in dem Festsaale der hiesigen Kunstgewerbeschule das Gemälde „Die Bai des Todes", von dem Nordpolfahrcr I. v- Payer gemalt, ausgestellt. Das Gemälde ist für die ersten drei Tage den Mitgliedern des Kunstgewerbevereins, dann während einiger Tagen dem großen Publikum zugänglich- In meisterhafter, packender Schilderung sind die Letzten der von Sir John Franklin geführten großen Nordpolexpedition dargestellt, wie sie vor Entbehrung und Kälte dahinsterden. Der Ausdruck der abgehärmten Gesichter mit den tief in ihren Höblen zurückgetretenen Augen und die mannigfachen Situationen der Unglücklichen in ihren letzten Augenblicken sind von ergreifender Kraft der Darstellung — Am Montag führte die Böttgc'sche Kapelle für die Mitglieder des hiesigen „Musikvereins" in der Turnhalle das bekannte „Historische Konzert" auf und hatte sich dabei eines großen Erfolges zu erfreuen. Trotz des Regens war die sehr geräumige Halle bis auf den letzten Platz gefüllt und der Beifall war nach ieder der 12 Num' niern ein sehr lebhafter. — Dem Berichte über das 10 Schuljahr der hiesigen Frauenarbeitsschule entnehmen wir, daß diese sehr segensreich wirkende Anstalt im verflossenen Schuljahre von 169 Schülerinnen besucht war, von denen 159 an Haupt- und Nebcnkursen und 10 nur an Nebenkursen theilnahmen. Gegen das Vorjahr ergab sich ein Mehr von 23 Schülerinnen. Von den 169 Schülerinnen sind 122 aus der Stadt Pforzheim, 30 aus ^m Bezirk Pforzheim, 10 aus dem übrigen Großherzogthum Baden und 7 ans Württemberg, Elsaß rc. gebürtig. Während des Schuljahres fand wieder wie im vorigen Jahre die Ausbildung von 17 ländlichen Jndustriclehrerinnen in der Anstalt auf Kosten des Kreisverbandes statt, welche bei der durch Herrn Krcisschulrath Trautz und Fräulein Bedenk vorgenommenen Prüfung alle bestanden, 5 andere Kandidatinnen, welche sich auf eigene Kosten an der Anstalt ausgebildet hatten, wurden bei der Prüfung als zum Unterricht in höheren Mädchenschulen befähigt erklärt. 7 Konstanz, 3. Uug. (Rechenschaftsbericht. — Witterung.) Der Rechenschaftsbericht unsere r Sivdlgcmknide si 1887 ist soeben den Mitgliedern des Bürgerausschuffes zugcstellt worden. Derselbe gibt auf 38 Seiten eine übersichtliche Nachweisung über die Verwendung der im letzten Rechnungsjahre eingegangenen städtischen Gelder und eine Darstellung der ökonomischen Verhältnisse der Stadt nach dem Stand vom 31. Dez. 1887. Mit Uebergehung der 11 Nebenkassen (Häuserbaufond» Wasserleitung, Mittelschulen rc.) führen wir kurz an, daß bei der Stadtkaffe eine Solleinnahme von 529 729 M. 94 Pf. und eine Sollausgabe von 519 856 M. 33 Pf. zu verzeichnen waren; der Wirthschaftsüberschuß von 1887 beträgt sonach 9 873 M. 61 Pf. Da ferner die im Voranschlag zur Deckung vorgesehenen 5 755 Mark hiernach nicht erforderlich waren, ergibt sich gegenüber dem Voranschlag an Mehreinnahme und be,.w. Wenigerausgaben der Betrag vor 15 628 M. 61 Pst Das Vermögen der Stadt, bestehend aus 36 Gebäuden, Gsttcrn, Inventar, Kapitalien und daarem Geld, beläuft sich auf 3968143 M. 35 Pf., welchen Schulden (Passivkapitalien und Ausgabsreste) im Betrage von 4 641829 M. 95 Pf. gegenüberstehen, somit reine Schulden 673 686 M. 60 Pf., d. i. 1359 M. 70 Pf. weniger als am 31. Dez 1886. Der Mehrbetrag der Schulden dürfte in der Differenz zwischen dem thatsächlichen Verkaufswerth der Liegenschaften und der rentirenden Gebäude und dem jeweils eingestellten Steuer-, bezw. Brandvcrsicherungsanschlag seine Deckung finden. Aus Wirthschaftsmitteln sind an den Schulden rund 42000 M-abgetragen worden; daß trotzdem nur die geringe Verminderung von obigen I 359 M. 70 Pf. eingetreten ist, findet seine Erklärung darin, daß den gemachten Aufwendungen für Straßen und Dohlen, Bauten rc. noch keine oder keine äquivalenten und bezw. überhaupt keine ziffermäßigen Wcrthe entgegengestellt werden können- So stehen z. B. den für Geländeankauf zum Schulhausquadrat ausgegebenen 62 000 M. nur 10 000 M. Steueranschlag gegenüber und dem Aufwand für das Mädchenvolksschulhaus mit 38 000 M. entspricht z. Zt. noch keinBrand- verficherungsanschlag. — Das Wetter hat mit Beginn des Monats August noch keine Wendung zum Besseren gemacht, eher das Gegenrheil. Es regnet fast unaufhörlich und dabei ist es so un- gemüthlich kühl, daß man statt einer Sommerfrische lieber einen warmen Ofen aufsuchen möchte. Der Sec ist in den letzten drei Tagen um 44 em gewachsen und steht jetzt auf Pegel 5,15 m, ein Stand, der sich nicht mehr weit unter dem Rande der Hafenquaimauer befindet. Verschiedenes. — Hirschberg, 3. Aug. (Hochwasser.) Seit 12 Stunden strömt wolkenbruchartiger Regen über das ganze Riesengebirge. Die Flüsse haben nach reißendem Steigen alles überfluthet. Der Wasscrstand ist über 2*/- Meter. Viel Ernte ist vernichtet und fortgeschwemmt. Die Touristenstraße nach Warmbrunn und Schreiberhau ist gesperrt; sie steht 1 Meter unter Wasser. Die hiesige Sandvorstadt und die Mühlgrabenstraße stehen ebenfalls unter Wasser, der Verkehr wird mit Kähnen bewerkstelligt. Aus den Gebirgsdörsern melden amtliche Nachrichten weiteres Steigen der Bäche. Der letzte Hochwafferstand von 1883 und 1886 ist schon überschritten. Wenn der Regen bis Abend anhält, ist die Gefahr groß. (Eine spätere Depesche aus Hiischberg meldet, daß die Eisenbahnstrecken Greiffenberg-Friedeberg, Greiffenberg-Lö- wenberg und Lauban-Langenöls wegen Hochwasser gesperrt sind. Der Bahnhof in Lauban ist überschwemmt.) Ferner wird der „Köln. Ztg." aus Görlitz gemeldet: Die einlaufcnden Hochwasserberichte sind trostlos; Neisse, Bober, Queis, Zacken, Schöps, Wittig sind theilweise uferlos. Besonders betroffen sind Greiffen- bcrg, Lauban, Reichenau, Friedland, Arnsdorf, Cunersdorf, Herischdorf, Warmbrunn, Hirschberg. — Prag, 3. Aug. (Sturm.) Heute Nacht begann in der Umgebung von Prag ein eisiger Regen mit Sturm, welcher an Häusern, Feldfrüchten und Gartenanlagen beträchtlichen Schaden anrichtete. In Königsaal bei Prag, sowie in Prag selbst war der Regen mit Schnee stark vermischt. Temperatur 5 Grad. W. Rom, 4. Aug. sTel.j (Eruption.) Die zu den Liparischen Inseln gehörige Insel Vulcano ist durch einen vulkanischen Ausbruch heimgesucht worden (Vulcano ist die südlichste der Liparischen Inseln, sehr gebirgig und vulkanischen Ursprungs, bekannt durch ihre Schwefelgruben.) >7. Nctv-Dork, 4. Aug. sTel.j (F e u er s b r u n st.) In einem Hause der Bowery-Straße brach eine Feuersbrunst aus, bei welcher 15 Personen umgekommcn sind. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 4. Aug. Es verlautet. Seine Majestät der Kaiser werde vor den großen Manövern die Garde- Kavalleriedivision und eine aus den Kavalleriebrigaden des dritten Armeecorps und zwei anderen Kavallerieregimentern gebildete Kavallcriedivision führen und mit diesen und dem gesammten Gardecorps ein größeres Manöver gegen einen markirten Feind ausführen. Berliu, 4. Aug. (Privattelegramm.) Seine Majestät der Kaiser empfing heute Nachmittag 2 Uhr die beiden Söhne des Khediven von Egypten. Der türkische Botschafter wohnte dem Empfange bei. Es schloß sich ein größeres Diner an, woran der Hausminister, die Minister Bronsart v. Schellendorff und v. Scholz, Lucius, Herrfurth, v. Bötticher, Staatsminister Graf Bismarck, Botschafter Münster, die Generale v. Pape. v. Alten-Linde- quist und v. Schlieffen, sowie der Generalkonsul Alexandriens, Brauer, theilnahmen. Berlin. 4. Aug. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge überbrachte Munir Pascha Seiner Majestät dem Kaiser einen Brief des Sultans und als Geschenk eine Kassette, in welcher ein vollständiges Rauchservice in Gold und Brillanten sich befand. Berlin, 4. Aug. In dem Prozeß gegen den Sozialisten Karklinis und dessen sieben Genossen wegen Herstellung und Verbreitung von Flugblättern, in denen Kaiser Wilhelm I., Kaiser Friedrich und der regierende Kaiser Wilhelm, sowie der Reichskanzler geschmäht wurden, fällte die Strafkammer des Landgerichts heute das Ur- theil. Karklinis wurde zu 2 Jahren 9 Monaten Ge- fängniß, drei andere Angeklagte zu je 1 Jahr und 7 Monaten und drei andere zu 2 Monaten Gefängniß ver- urtheilt, während ein Angeklagter freigesprochen ward. Königsberg, 4. Aug. Die Bahnverwaltung macht bekannt, daß die Strecke von Königsberg nach Elbing wegen Ueberschwemmung unterbrochen ist. Das gestrige Unwetter hat die Getreideernte in der hiesigen Umgegend fast vernichtet. Koblenz, 4. Aug. Die mit der Feier des Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta in Verbindung gebrachten Gerüchte von Besuchen hoher Persönlichkeiten, welche wegen des Geburtstags der Kaiserin in Baden-Baden eintreffen würden, entbehren schon insofern jeder Begründung, als gutem Vernehmen nach die Kaiserin den 30. September in stiller Zurückgezogenheit zu- zubrmgen und diesen Tag nicht wie früher in Baden- Baden zu verleben gedenkt. Prag, 4. Aug. Aus zahlreichen Orten treffen Berichte über Wasserschäden ein, welche durch die anhaltenden Regengüsse herbeigeführt worden sind. Hier steigt das Wasser fortdauernd. Kuchelbad und Modran sind überschwemmt. St. Petersburg, 4. Aug. Die Universität Tomsk wurde heute eröffnet. — Aus Westrußland, namentlich dem Weichselgebiet und Minsk, ist in Folge starken Regens Hochwasser eingetreten. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. WUterungsbrobachtungen der Mrtrorot. Station Karlsruhe. August Maroni THerm. in 6. Absol. Zeucht Relative NLT Wind. Himmel. 3 Nachts 9 U. I 757 8 136 10.3 89 SW s. bewölkt 4 Mrgs. 7 U '7 757.9 121 8.9 85 C klar 4. Mittgs. 2 ll 756.6 19 8 87 51 SW bedeckt ') Dunst. Regen — 3 0 mm der letzten 24 Stunden. Wafserftand des Rheins. Maxau, 4. August, Mrgs. 5,99 m, gestiegen 49 cm. Wetterkarte vom 4 August, Morgens 8 Uhr- Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 4. August 1887. Bahnaktte». EtaatSpapiere. 4°/, Deutsche Reichs- anleik? 108.— l 4°/o Preuß. Kons. 107.25 > 4 /, Baden in ' 4°» , in) _ Oesterr. Goldrente 9180 Mainzer Silberr. 6810 Lübeck-Büch.-Hb. 167.20 staatsbahn Lombarde» Galizier ist. 103 80Mbthal iM. 105 90Mecklenburger 202V, 82'/, 175.20 160'/. 154.80 4°-o Ungar. Goldr. 83 60 1877r Russen 99.10 1880r , 83.40 II- Orientanleihe 58 90 Italiener 96.70 Egyptcr 8450 Spanier 72 80 Serben Banke«. Kreditaktien 260'/« Diskonto-Kom- mandit 21630 Basler Bankver. 155.70 Slaatsbahn DarmstädterBank 156.70 Lombarden Gotthard 129.— Wechsel und Torren. Wechsel a. Amstd. 169.65 „ „ London 20.45 . . Paris 80 87 „ , Wien 165.59 Napoleonsd'or 16.18 82.30 Privatdiskonto IV, Bad. Zuckerfabrik 88.50 Alkali Westereg. Nachbörse Kredilaktien 260V« 202 '/, 82'/. 5"„Serb.Hyp.Ob.86—! Tendenz: still. Berlin. Wie«. Oest. Kreditakt. 163.20 Kreditaktieu „ Staatsbahn 102.50 Marknoten Lombarden 41.90 Ungarn Disk.-Kommand. 216.20 Tendenz: still. Laurahütte 116 90 Dortmunder 78 90 , Marienburger 70 50 ^ Böhm. Nordbahn — Tendenz: —. aris. 3°/, Rente Spanier Egypter Ottomane Tendenz: —. S14.10 60.25 101.20 83.55 72V. 425.— 520 — Ueberficht der Witterung. Die gestern erwähnte Depression ist, begleitet von wolkenbruchartigen Regenfällen an der deutschen Küste, nach den russischen Ostseeprovinzen gezogen, beeinflußt aber von da aus noch die Olthälfte Deutschlands mit trübem, regnerischem Wetter. Eine weitere Depression ist im Norden Großbritanniens erschienen und hat den hohen Druck, dessen Kern Heute über Frankreich und Deutschland liegt, etwas südwärts verdrängt. An der westdeutschen Grenze ist volles Aufklären eingetreten. P.598. Zu Kart Winter s Univcrsttätsbuchhandlung in Heidelberg i>> forlirn rrslyleien: Witislhe LmesMdeiiz KM Friedrichs o« Weu 1783-1806. Hcransgrgklicn von der Ladischca hiiortschen Lommillion, lie- nrbkitrl von B. Erdmanusdörffer. Lr"cr Land 1783 -1792. Ler.-8°. drosch. 16 M. OM" Das Werk enthält nicht die persönliche politische Korrespondenz Karl Friedrichs, sondern ein urkundliches Gesainmtbild seiner deutschen und auswärtigen Politik in Auswahl und ev. Bearbeitung aller wichtigen Aktcn"ücke und soll ans vier Bänden in ähnlichem Umfang bestehen. In diesem ersten Wand stehen zunächst im Bordergrund die Beziehungen zu den deutsche« Köfen, welche an dem IKrftenöund betheiligt waren, besonders Preußen und Kngland-Kannovcr, Kurmain;, Hpcicr, Nfah-Awei- SrüLen u. s. w. Von besonderem Interesse sind die zum ersten Mal veröffentlichten Briefe von und an Herzog Karl August von Weimar. Ebenso die Beziehungen zum lranzöstsch n Kos (und die mitgetheilte Korrespondenz des berühmten französischen Staatsmannes 0-,po^> ä« dlemoms), dann zum Direktorium, zum Konsulat und zur Kaiserlichen Negierung mit den werthvollsten Ausschlüssen über die allgemeine diplomatische Ge schichte der Zeit Ferner die Verhandlungen mit dem russstchen Kos, mit Hesterreich und dem Reich, Walern, Württemberg u. s. w. Ein großer Theil der diplomatischen Persönlichkeiten der damaligen Zeit tritt darin auf. Badischer Frauenverein. Am 13. August beginnt ein neuer, wöchentlicher Kochschulkursus im Gartenschlößchen dahier für Mädchen, welche das 15. Lebensjahr zurückgelegt haben. Der Unterricht erstreckt sich hauptsächlich auf die Zubereitung einfacher Mittagskost. Während der Nachmittagsstunden werden die Schülerinnen in verschiedenen weibliche» Arbeiten unterrichtet. Jede Theilnehmerin hat einen Tagesbetrag von 56 Pf. zu entrichten. Dafür wird derselben aus den zubereiteten Speisen das Mittagessen, sowie ein Vieruhrbrod gereicht. Auswärtige Schülerinnen können Wohnung und Gefammtverköstigung erhalten und zahlen biefür täglich 1 M. 50 Pf. Anmeldungen werden baldigst auf dem Bureau des Frauenvereins (Gartenschlößchen , Herrenstraße Nr. 45) erbeten, wo auch jede weitere Auskunft erlheilt wird. Unbemittelten Töchtern hiesiger Stadt können, zur Ermöglichung der Theilnahme an diesem Unterricht, aus städtischen Mitteln Stipendien bewilligt werden. Gesuche Hierwegen sind an Herrn Rektor Specht zu richten. Karlsruhe, den 6. Juli 1888. Der Borstand der Abtheilung IV. P.335.3. Bekanntmachung. P.493 2. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß Dienstag den 7 August 1888 ein Zucht-, Nutz- und Kleinvieh-Markt in den Räumen des städtischen Viehhofes abgehalten werden wird. Im städtischen Schlacht- und Viehhos können bis zu 800 Stück Großvieh unter Dach ausgestellt werden. Derselbe steht mit der Bahn in direkter Verbindung. Auf Verlangen der Viehbesitzer wird gutes Heu, Mehl, Kleien und warmes Wasser zu Fütterungszwecken abgegeben und nach billiger Taxe berechnet. Auch vor und nach dem Markte können Thiere in den Stallungen des städtischen Viehhofs eingestellt werden. Karlsruhe, den 23. Juli 1888. Per StadtrarH. Lauter. Ziegler. Wein - Lager-Fatz- Verkauf! Oll Tkiik!) oval und rund, -vlUUi, Ö-2« Qhm haltend. Die Fässer sind an den Wochentagen von 8 bis 1 Uhr zu besichtigen. Offenburg (Baden). Ein kupferner Bicrkessel von 8 Hcktol. ebendaselbst zu verkaufen. O.769.2. Nr. 6979. Mannheim. Offene Architekten-Slelle. Bei dem hiesigen Hochbauamt ist die Stelle eines, bei der Ausführung größerer Hochbauten praktisch und theoretisch bewährten Architekten zum 1. September d. I. neu zu besetzen. Ter Anfangsgehalt beträgt zunächst M. 2500 pro Jahr, jedoch soll derselbe bei Bewährung der Tüchtigkeit in angemessenen Zwischenräumen erhöht werden. Dem Engagement soll eine wechselseitige dreimonatliche Kündigungsfrist zu Grunde gelegt werden. Auch ist Aussicht auf mehrjährige Beschäftigung vorhanden. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Anschluß eines Lebenslaufes und beglaubigter Attestabschriften bis zum 15. August d. I. an den Stadtralh einreichen. Mannheim, den 25. Juli 1888. Der Stadtrath. Moll. _ Kiefer. O.705.3. Nr. 953. Mannheim. Gesuch eines t.chntschen Geoinetergehilstn. Bei der hiesigen Katakervermcssung ist die Stelle eines technischen Gehilfen erledigt. Bewerber hierfür ersuchen wir. unter Nachweis ihrer bisherigen Thätigkeit und ihrer Gehaltsansprüche sich innerhalb 3 Wochen an uns zu wenden. Mannheim, den 24. Juli 1888. Tiefbauamt. Ritter. A» IM». MI- M ll»«»dlWl Ni lMM grösstes I-sgsr vou 6 o ^ k.340.5. H lisoti-, Osie-, Iliee- unä loilelte-Zervioen nllsi Art 1*1 iu korLvIlLii, , Vrl8l»II, OkrisloLs-SHdor, ete. vle.' 8 IMM, ßüslm, ?MM, LMM, MMöll II. LWlUMSMöll H He Ol«., Uotlleteruiiteu in Hirrlsrirli«, uvä von Iiöelister Bon- sedönllolt von ciou öinkaebsten dis 211 äov besten unck iäsul vollkommensten von ,,,, , .U/e'/st «Z" 2nr MÜ. Ausrvadl im kiano-LLaxarin von 6 rossd. Ilofliokerunt, M. 551 . 16 . , 31 Nerrenstrsssv 31 . O. 813.3. Unterzeichneter hat sich als Rechtsanwalt r« Rastatt niedergelassen; Wohnung und Bureau im Kaufmann Krapf'schen Hause, Ecke der Post- und Herrenstraße. Rastatt, August 1888. _.1 I1«ii»l»»i7«l, Rechtsanwalt. O Stellegesuch. Ein seit 10 Jahren in der sreiw. Gerichtsbarkeit beschäftigter Gehilfe sucht Stelle bei einem Notar oder Anwalt, event. auch als Rechnungsstcllcr rc. Gest. Off- »ul»R. an die Expcd. d. Bl. P. 555.2. Ein verhciratheter tüchtiger der gleichzeitig die ^Nueinee, Verwaltung der Oekonomie besorgen kann, wird in die Nähe des Bodensee's gesucht. Briefofferten unter 8. 3730 an Umckslt N«««« , nt a H. rr K Saumwolltuch / . 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Meter Kanal Eiprvsil von 0,40 x 0,60 m im Lickten, 75 lfd. Meter Kanal von 0,36 m und 195 lsd. Meter Kanal von 0,40 m lichtem Durchmesser > in der verlängerten Dreikönigstraße, Scheffelstraße und der Straße am Wiehre-Bahnhof, nebst Zubehör an Ein- steigcschächten, Straßeneinläufen rc. rc. soll an einen geeigneten Unternehmer» der seine Leistungsfähigkeit durch Zeugnisse nachzuwcisen hat, vergeben werden. Bedingungen und Zeichnungen sind in der Kanzlei des Tiefhauamts zur Einsicht aufgelegt. Entsprechende Angebote sind bis zum II. August d. I., Vormitt. S Uhr, mit einer entsprechenden Aufschrift an das Tiefbauamt abzugeben, wo deren Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Submittenten statlfindcn wird. Freiburg, den 3. August 1888. Das Tiefbauamt. Bürgerliche Rechtspflege. Konkursverfahren. O.837. Nr. 10,430. Billingen. Das Großh. Amtsgericht Billingen hat heute beschlossen: In'dem Konkursverfahren über das Vermögen des Johann Georg Weis- ser, Gropperbauer in Untcrkirnach, ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußvcr- zcichniß der bei der Vcrtheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Montag den 27- August 1888, Vormittags 9 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst bestimmt. Dies veröffentlicht Billingen, den 3. August 1888. Huber, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. O. 845. Nr. 11,049. Engen. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Käsers Stefan Kaiser in Epgen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schluß- vcrzeichniß der bei der Vcrtheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Bcrmögensstücke der Schlußtermin aus Donnerstag den 30. August 1888, Vormittags 9'/s Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Engen, den 2. August 1888. I. Schäfsauer, Gerichtsschreibcr des Gr. Amtsgerichts. P. 604. Nr. 19,624. Karlsruhe. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Metzgers Friedrich B o t t von hier wurde durch eingestellt. Karlsruhe, den 2. August 1888. GerichtsschreibereiGroßh. Amtsgerichts. Braun. Leffeutliche Bekanntmachung. P L94. Engen. In dem Konkurs über das Vermögen des Käser Stefan Kaiser von Engen soll die Schluß- vertheilung erfolgen Dazu sind verfügbar 1373 Mk. 34 Pf. Nach dem auf der Gerichtsschreiberei niedergelegten Verzeichnisse betragen die zu berücksichtigenden Forderungen der Gläubiger mit Vorrecht 81 Mk. —, die ohne Vorrecht 11,268 Mk. 82 Pf. Engen, den 1. August 1888. Der Konkursverwalter: Adolf Geigges. Oeffentlichr Bekanntmachung. O.842. Wies loch. In dem Konkurse gegen den Tüncher G. M. Kaufmann von Walldorf soll die Schluß- vertheilung erfolgen. Dazu sind circa 450 M. verfügbar. Nach dem auf der Gerichtsschreiherei hier niedergelegten Verzeichnisse sind dabei 27 M. 18 Pf. bevorrechtigte und 3846 M. 15 Ps. nichtbcvorrechtigte Forderungen zu berücksichtigen. Wicsloch, den 5. August 1888. Der Konkursverwalter: Gust. Stöckinger. Bermögensabsonvcrung. O. 834. Nr. 3758. Wald.shut. Die Ehefrau des Fridolin Geng, Emma, geb. Troxler von Höchenschwand, hat durch Rechtsanwalt Graser in Waldshut gegen ihren Ehemann Klage auf Vermögensabsonderung erhoben, zu deren Verhandlung vor Gr. Landgericht hier - Civilkammer H — Termin auf Samstag den 3. November l. I., Bormittags 8'z Uhr, anberaumt ist, was zur Kenntnißnahmc der Gläubiger öffentlich bekannt gemacht wird. Waldshut, den 3. August 1888. Die Gerichtss chreiberei Gr. Landgerichts, vr. Scholtler. Strafrechtspflege. Ladung. P. 602.1. dir. 8859. Wcinbeim. Metzger Peter Dem nth von Weinheim , zuletzt daselbst wohnhaft, wird beschuldigt, als beurlaubter Reservist ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein, Uebertretung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Derselbe wird auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts hiersekbst auf Mittwoch den 3. Oktober 1888, Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht Wein- Heim zur Hauptverhandlung geladen. Bci unentsckuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem König!. Bezirkskommando zu Heidelberg ausgestellten Erklärung vcrurtheilt werden. Weinheim, den 1. August 1888. Fahrländer, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Strafbefehl in Forststrassacheu. P.593. Nr. 5794. Staufen. 1. Name, Stand und Wohnort des Angezeigten: Friedrich Röder, ledig, — Wannen-^ Schirm- und Korbmacher in ppenweier. 2. Bezeichnung der demselben zur Last gelegten That nebst Angabe des Anzeigers und etwaiger sonstiger Beweismittel: bat im Eschbacher Gemeindewald am 26. Juni d. I. einen eichenen Stockausschlag, 6,75 m hoch, 9 cm dick entwendet — Werth 90 Pf. ; - Anzeiger: Waldhüter Jsele in Eschbach. — 3. Anwendbare Gesetzesbestimmung: 8 1 n. 2 F.St.G. 4. Verwirkte Strafe: Geldstrafe von drei Mark 60 Pf., welche im Falle der Unbeibring- lichkcit in eine Gefängnißstrafe von zwei Tagen umgewandelt wird, und Tragung der Kosten. Die zur Last gelegte That wird als zugestanden angesehen und dieser Strafbefehl vollstreckbar, wenn nicht binnen einer Woche nach der Zustellung bei dem Amtsgericht mündlich oder schriftlich Einspruch erhoben wird. Bei rechtzeitigem Einspruch gelangt die Sache zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht. Staufen, den 3l. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Schmieder. dergleichen Akten gegebenen Beweisurkunden nachzusuchen. Achern, den 30. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. _ Meyer._ O. 841. Konstanz. Erledigte Stipendien. Bei der v. Reischach'schen Stiftung (Genuß H) sind drei Stipendien für Studireude mit jährlich je 350 Mark erledigt. Berechtigt sind arme katholische Stu- dirende, welche die Obertertia auf einer inländischen Lehranstalt absolvirt haben. Während des Gymnasiaistudiums ist der Genuß von der künftigen Berufswahl unabhängig, dag gen ist der Bezug des Stipendiums auf der Hochschule durch die Wahl des geistlichen Standes bedingt. Vorzugsberechtigt sind Bewerber aus Binningen und Wcitcrdinycn, in Ermangelung dieser sind studirende Angehörige aus anderen ehemals höhgau'- schen Ritterorten, und wenn auch solche nicht vorhanden, andere katholische Stu- dirende des Großherzogthums berufen. Bewerbungen mit den erforderlichen Nachweisen und Zeugnissen sind binnen 4 Wochen bei diesseitiger Stelle einzureichen. Konstanz, den 2. August 1888. Großh. Verwaltungsrath der Distriktsstiftungen. Baader. ^ __ _ Karle. P. 595. Karlsruhe."" ^ Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Für die Beförderung einzelner Stücke Bieb gelangen mit Wirkung vom 1. August l. I. im Verkehr der Station Mannheim mit der Main-Neckardahn und mit Frankfurt Sachsenhausen neue, theils erhöhte, theils ermäßigte Einheitstaxen zur Einführung. Insoweit hierdurch Frachterhöhungen herbeigeführt werden- bleiben die seitherigen Frachtsätze noch bis zum 15. September l. I. in Kraft. Karlsruhe, den 3. August 1888. ^ _ P.605. Karlsruh e- Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Für die Beförderung metallurgischer Artikel als Stückgut zwischen Konstanz einerseits und verschiedenen Stationen der Dircktionsbezirke Berlin und Breslau andererseits gelangen mit sofortiger Giltigkeit ermäßigte Ausnahmefrachtsätze zur Einführung. Nähere Auskunft crtbeilt das Tarifbureau, sowie die Güterverwaltung Konstanz. Karlsruhe, den 4. August 1888. General-Direktion. Verm. Bekanntmachungen. P.603. Nr. 7557. Achern. Bekanntmachung. Die bei dem diesseitigen Gerichte vorhandenen, bis zum Jahre 1856 erwachsenen Akten über bürgerliche Rechts- streitigkeiten der in 8 5 Ziffer 3 der Verordnung des vormaligen Justizministeriums vom 8. April 1853 bezeich- neten Art, nämlich: a. Prozeßakten über persönliche Verbindlichkeiten, l>. über dingliche Rechte an Fahrnissen, e. über Grundgefälle, sofern nur em verfallener Betrag, nicht das Recht selbst, streitig war, <1. Gantakten, e- Akten über Ehescheidungsprozesse __ und Ebedissidien, eschluß Großh. sind zur Vertilgung ausgeschieden. Amtsgerichts dahier vom Heutigen we» Den Betheiligten steht cs frei, inneren Mangels einer den Kosten des Ver- halb vier Wochen um Rückgabe der von ahrens entsprechenden Konkursmasse ihnen oder ihren Rechtsvorfahren zu P.599.1. Nr. 4228. Mannheim. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die nachstehenden Bauarbeiten zur Herstellung einer Oelgasanstalt auf hiesigem Bahnhöfe sollen im Submis- sionswege einzeln oder im Ganze« vergeben werden: ^ 1. Erd-, Maurer- und Steinhauerarbeiten . 9700 2. Verputzarbeiten.320 3. Zimmerarbeiten.1300 4. Schreinerarbeiten .... 250 5. Glaserarbciten.320 6. Schlosserarbeiten .... 370 7. Blechnerarbeiten .... 230 8. Dachdeckerarbeiten .... 450 9. Pflästererarbeiten .... 19S 10. Anstreichcrarbeiten.... 220 Summa . . 13350 Kostenanschläge, in welche von den Submittenten die Einzelpreise einzutragen sind, werden auf der Kanzlei des Unterzeichneten, woselbst auch die Pläne und Bedingungen zur Einsicht aufliegen, auf Verlangen abgegeben. Die Angebote sind längstens bis zum 15. August d. Js , Vormittags 1V Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung der Submissionen staltfindct, an den Unterzeichneten einzurcichen. Mannheim, den 3. August 1888. Bahnbauins pektor. Nutzholzversteigerung. P.546.2. Die Großh. Bczirksforstei Herrenwies versteigert mit Borgfrist- bewilligung Dienstag de» 7. August 1888, Vorm. 10 Uhr, im Gasthause zum „Löwen" in Lichtenthal: 96 Na- delholzstämme I. Kl., 160 II Kl., 324 UI. Kl., 1522 IV. Kl.; 48 fichtene und tannene Spaltklötzc; 180 Sägklötze I. Kl., 1422 II. Kl.. 1260 Lattenklötze. 632 Rabmenklötze, 57 Meterklötze: 22 Gerüststangen 1. Kl., 460 H. Kl. — Auszüge aus den Ausnahmslistcn können von Waldhüter Müller in Herren- aries bezog en werden._ ^ _ P.592. Nr. 10,289 Villingen. Die Stelle des Baucontroleurs für den diesseitigen Bezirk ist mit einem tüchtigen Bautcchniker zu besetzen. Bewerber wollen ihre Gesuche unter Anschluß von Zeugnissen über ihre fachliche Ausbildung in Bälde anher vorlegen. Villmgen, den 1. August 1':Ä. Großh. bad. Bezirksamt. Haape. tMit einer B-ilaae.) Druck and Virtag oc: -L>raun Icheu H.foaa,vruae».ei.