erläge zu Uv. 214 der Karlsruher Zeitung. Sonntag, 3. August 1888. Rechtsprechung. * Leipzig, 4. Aug. (Reichsgericht.) Ein von einem Kaufmann ausgestellter Schuldschein, Inhalts dessen er sich verpflichtet, den Schuldbetrag je nach Befinden seiner persönlichen wie geschäftlichen Verhältnisse zurückzuzahlen (sog. Besserungsschein), berechtigt nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 1. Civilsenats, den Gläubiger zur Einziehung des ganzen Schuldbetrages oder eines entsprechenden Theils, sobald der Schuldner ein seinen standesgemäßen Unterhalt und falls er verheirathet ist oder sich verheirathet, den standesgemäßen Unterhalt seiner Familie überschreitendes Einkommen hat. Der Gläubiger kann bei Eintritt dieser Verbesserung der Vermögenslage des Schuldners, wenn die Einnahmen des Schuldners den Charakter der Dauer haben, klagend die Berurtheilung des Schuldners zu fortlaufenden Ratenzahlungen entsprechend seinem nunmehrigen Einkommen bis zur völligen Tilgung der Schuldsumme verlangen, und zugleich dem Schuldner für den Fall eines ungünstigen Wandels seiner Verhältnisse einen Anspruch auf Minderung oder Erlaß der Rate Vorbehalten. Hat der Gläubiger erst geraume Zeit nach der Verbesserung der Vermögenslage des Schuldners diesen an die Erfüllung seiner Verbindlichkeit gemahnt, so ist doch für die Feststellung des Betrages, der vom Schuldner zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit Zu erübrigen war, auch die Zeit vor der Mahnung zu berücksichtigen, wenn der Schuldner nach der objektiven Sachlage sich während dieser Zeit ohne Arglist oder grobe Fahrlässigkeit seiner Pflichterfüllung nicht Hütte entziehen können. Der gewerbsmäßige Ankauf von Waldgrundstücken behufs Abholzung derselben und die Veräußerung dieses Holzes macht nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II. Strafsenats, den Unternehmer nicht zu einem Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuchs, welcher zur Führung von Handelsbüchern, Bilanzziehungen rc. verpflichtet ist, und er ist im Falle der Zahlungseinstellung und unterlassener Buchführung und Bilanzziehung nicht wegen Bankerutts zu bestrafen. Literatur. Durch den Raummangel, der in der Beilage der „Karlsruher Zeitung" in Folge der ausgedehnten Berichterstattung über die Verhandlungen des Badischen Landtages herrschte, waren wir genötbigt, bis jetzt die Anzeigen einer Anzahl von Schriften zurückzulegen, die uns theilweise noch während der kurzen Regierungszeit des hochseligen Kaisers Friedrich, theils nach dem Ableben des kaiserlichen Dulders zugingen. Wir glauben aber doch nicht unterlassen zu dürfen, wenn auch verspätet, auf diese Publikationen in Kürze hinzuweisen: Es sind folgende: Friedrich der Dritte, Deutscher Kaiser und König von Preußen. Ein Lebensbild, Jung und Alt gewidmet von B- Rogge, vr. tkeol. und Kön. Hofprediger. Mit 2 Bildnissen des Kaisers und vielen Abbildungen. Leipzig, Ferd. Hirt und Sohn. — Eine treffliche Darstellung aus der Feder eines Mannes, der dem Monarchen nahe stand und dessen Geist und Wesen genauer als die Meisten kannte. Beinahe vollendet, als die ersten Nachrichten über die schwere Erkrankung des damaligen Kronprinzen verlautbarten, wurde die Veröffentlichung bis zur Thronbesteigung Kaiser Friedrichs zurückgehalten und erfolgte dann doch erst in dem Augenblicke, da es nöthig war, in einem der Vorrede beigefügten Nachwort auf die erschütternde Kunde des Todes hinzuweisen. Das Buch behält seinen Werth als historisches Werk volksihümlicher Art, indem es uns den „Kronprinzen" in der helllcuchtenden Gestalt seiner Manneskraft zeigt, in welcher er im Andenken der Nation fortleben wird. Im Verlage von Franz Lipperheide, Berlin, erscheint eine auf eingehender Quellenforschung beruhende Biographie unter dem Titel „Friedrich, Deutscher Kaiser und König von Preußen", ein Lebensbild von Ludwig Ziemssen. Von dem reich ausgestatteten Werke liegen uns sieben Lieferungen vor, in welchen die Lebensgeschichte des hochseligen Kaisers bis zu dessen Reise nach Spanien enthalten ist. Die soeben erschienene 7. Lieferung — über die ersten Lieferungen haben wir früher berichtet — insbesondere bringt zunächst eine Darstellung jenes Zeitabschnittes, während dessen der ehemalige Kronprinz Friedrich Wilhelm infolge der fluchwürdigen Attentate auf den Kaiser Wilhelm zur Stellvertretung des Letzteren berufen war; ferner schildert der Verfasser die iy den nächsten Jahren im Hause des Kronprinzen gefeierten Familienfeste, von denen die Vermählung des Prinzen Wilhelm mit besonderem Glanze begangen worden war. Bonden Abbildungen, welche sich-auch in dem vorliegenden Hefte durch vollendete Technik auszeichnen, heben wir die Portraits des nunmehrigen Kaisers Wilhelm tl. und seiner hohen Gemahlin, sowie von den zwanglos beigegebenen Vollbildern das Kostümfest im Palais des Kronprinzen Friedrich Wilhelm zu Berlin, 8. Febr. 1875, und die Begrüßung der Königin von Italien durch den Kronprinzen im Schweizersaal des Quirinal, 17. Dezember 1883, besonders hervor. Das ganze Werk wird 10 Lieferungen umfassen. Von der an dieser Stelle ebenfalls schon früher angezeigten Wiermann'schen Biographie: „„Friedrich tll-, Deutscher Kaiser und König von Preußen", Verlag der Renger'schen Buchhandlung (Gebhardt L Wilisch) in Leipzig, ist soeben die achte (Schluß-) Lieferung erschienen, so daß nunmehr dieses volks- thümliche Werk in einem stattlichen Bande mit circa 50 Bildern theils im Text, theils in Einzel- und Doppelbildern auf Kupfer- drnckpapier, vollständig vorliegt. Schlicht und ergreifend erzählend, zeichnet es sich durch gediegene, sachliche Darstellung, durch das Einstreuen Hunderter charakteristischer Episoden aus. Dazu kommt noch ein überaus reicher Bilderschmuck. In dem Kapitel: „Am häuslichen Herde" finden wir die Porträts des Prinzen Heinrich, der Prinzessinnen Charlotte, Viktoria, Sophie und Margarete, wie wir ferner in dem Kapitel: „Neue Reisen" einer Anzahl von Bildern begegnen, welche die verschiedenen historischen Momente aus der denkwürdigen Reise nach Spanien und Italien darstellen. Adami, P„ „Das Büchlein vom Kaiser Friedrich". Mit einleitender Dichtung von Ernst v. Wildenbruch. Verlag der Hofbuchhandlung Reinhold Kühn, Berlin, Leipzigerstr. 115/116. — Das vorliegende „Büchlein vom Kaiser Friedrich" von P. Adami. einem Sohne des bekannten vaterländischen Schriftstellers Friedrich Adami, will, wie es in dem Vorworte heißt, „das hohe Bild des entschlafenen Herrn und Kaisers nur auffrischen in den wesentlichen Zügen, wie sie sich die Mitlebenden ins Herz geprägt haben". Die historische und volksthümliche Heldengestalt „Unseres Fritz" kommt in dem Büchlein zum vollendeten Ausdrucke. Gibt Adami einerseits eine von warmem patriotischen Empfinden treffend gezeichnete Charakteristik des erhabenen Tobten, so bietet er andererseits durch die beigefügten Briefe, Armeebefehle und Erlasse des entschlafenen Einigers von Nord- und Süddeutschland Gelegenheit, diese Zeichnung zu prüfen. Auch als Lehrmittel für die Jugend ist gerade Adami's Buch vor anderen geeignet. Als eine Publikation aus dem Elsaß verdient besondere Berücksichtigung die kleine bei Heitz in Straßburg erschienene Schrift „Unser Kaiserhaus", Kaiser Friedrich und Kaiser Wilhelm 14, von I. Westenböffer, die bei schlichter Darstellung durch warme Empfindung ausgezeichnet ist. Der Verfasser schildert seinen Landsleuten, an die er sich zunächst und vornehmlich wendet, die hohen Tugenden und Verdienste Kaiser Friedrichs in Kriegs- und Friedenszeiten, und fordert am Schluß auf, Kaiser Wilhelm 11- in gleicher Weise wie seinem Großvater und Vater Liebe und Verehrung entgegen zu bringen. Von mehreren aus Anlaß der Trauerfeiern gehaltenen Reden müssen wir uns darauf beschränken, die Titel anzuführen: Zum Gedächtniß Kaiser Friedrichs. Rede bei der Gedenkfeier der Kaiser-Wilhelms-Universität am 30. Juli 1888, gehalten von Hermann Baum garten. Straßburg, Ed. Heitz. Rede zur Trauerfeier für Kaiser Friedrich, gehalten von Direktor A. Dämmert in der Aula des Gymnasiums zu Mülhausen i. E. am 25. Juni 1888. Buchhandlung Schick u. Philipp. Zur Erinnerung an weiland Seine Majestät Friedrich III. Trauerrede bei der Trauerfeier am 26. Juni 1888 in Wien von 1>r. Julius Lang. In zwiefachem Leid. Reden dem Gedächtniß der beiden entschlafenen Kaiser Wilhelm und Friedrich gewidmet von 0. Emil Fromme!. Berlin 1888, E. S. Mittler u. Sohn. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Anstalt für schwachsinnige Kinder in Mosbach. Seit unserer letzten Veröffentlichung vom 28. Januar sind hier folgende Gaben weiter eingegaugen: Bei Schmidt: von Sr. Kömgl. Hoheit dem Erbgroßherzog 50 M., ferner (bei der letzten Bescheinigung übersehen) durch Frl. Ritzmann F. W. 6 M., Ung. 2 M., ferner LH. G. 1 M., Fr. M. S. g. E- 10 M„ durch Frl. Ritzmann von L. L. 10 M„ von E. R. 3 M„ Ung. 10 M., Frl. Dill 5 M., aus einer Sammlung 250 M„ Fr. Rößler 5 M„ Fr. Höpfner sso. 3 M., durch Bürgermeister Krämer Ung. durch Notar Steinel 100 M., Fr. Barner Sammlung 20 M., durch Koch von verschiedenen Gebern (im evang. Kirchen- und Bolksblatt bescheinigt) 136 M. 73 Pf. und 70 M. 28 Pf. und 138 M. 12 Pf., Ung. aus der Sparkasse eines verstorbenen theueren Kindes 50 M-, Fr. E. M. 1 M., Katz 20 M., Fr. Geh. Rath W. 10 M.< von Kieselbronn durch Pfarrer R. 50 M., durch Kobe aus den Pfennigbüchsen einiger Klassen der Höheren Mädchenschule durch Direktor l-r. Löhlein 59 M. 20 Pf. (darunter zum Andenken an die früh vollendete Schülerin El. Schmidt von den Eltern 40 M-), Ä. Hicke, 5 M-, Ung. 1 M. 80 Pf., Fr. A. 3 M., W. S. SO M., Ung. (Kirchenopfcr) 20 M„ Ung. 100 M., Fr. Weeber Sammtg. 8 M., durch Pfarrer M. m Wilferdingen aus der Stiftung der sel. Fr. Bohneuberger für innere Mission 40 M. — Bei Bähr: Fr. Barquet 2 M., H. G. 8. 5 M. — Bei Fingado: St. 10 M„ aus dem Pfarrhaus Flehingen 8 M., A. Marg. Lichtenau 5 M. — Bei Kayser: Fr. v. Bohlen 10 M. — Bei Krümel: von ihm 10 M. — Bei Kratt: Fr. Wilh. Ritter Wwe. geb. Kleiber in Durlach, i M., Fr. Luise Gärtner 1 M., I- F. Wagner IV, Landwirth in Wössingen, 2 M„ Waisenrichter Märker in Durlach 5 M„ R. v. Ä. 10 M., Pfarrer Malier zur Erinnerung an eine Frühvollendete 60 M. — Bei Gilg: (bei der letzten Veröffentlichung übersehen) Fr. Forkrath Schweikhard 3 Puppen; ferner von Blankenloch 4 M-, von Büchig 2 M. Unsere Anstalt hat jetzt 74 Pfleglinge; meist arme Kinder, für die nur geringes Entgeld geleistet wird. Sie bedarf daher beständiger Unterstützung, um den Betrieb fortzuführen, wie auch ihre Schuldenlast von 30000 M. zu erleichtern. Wir bitten sehr, der Bedürfnisse unserer Anstalt freundlich zu gedenken. Da unsere beiden Häuser Raum für etwa 100 Zöglinge enthalten, so finden hilfsbedürftige Kinder, auch solche, für die eine bessere Verpflegung gewünscht wird, sofort Aufnahme. Karlsruhe, den 12. Juli 1888. Der Verwaltungsrath (Karlsruher Abtheilung): Schmidt, Stadtpfarrer, Waldhornstraße 11; 0r. Bähr, Stadtarzt, Kaiserstraße 223; Fingado, Militär-Oberpfarrer, Kriegstraße 104; Gilg, Oberkirchenrath, Viktoriastraße 13; Kayser, Pfarrer, Hirschstraße 55; Kratt, Notariatsinspektor, Stephanienstraße 4; Krümel, Kriegsrath a. D„ Amalienstraße 91; vr. Ritzhaupt, Geh. Regierungsrath a. D„ Waldhornstr. 18. Familiennschrichlrn. Karlsruhe. Auszug aus dem Standesbuch-Uegiker. Geburten. 26. Juli. Frieda Wilhelmina, V.: Sebastian Rauch, Schreiner. — 29. Juli. Ludwig Friedrich, V.: Robert Gerwig, Metzger. — 31. Juli. Mina Karolina, V.: Friedrich Bolanz, Wirkh. — Lina, B.: Ludwig Strobel, Eisendreher. — 1. Aug. Maria Elsa, V.: Joh. Stef. Schaaf, Lageraufseher. — 2. Aug. Elsa Lina, V.: Emil Guichardaz, Schlossermeister. Eheaufgebote. 1. Aug. Michael Kraft von Sukzbach, Taglöhner in Rüppurr, mit Karoline Brenner von Altensteig. — 2. Aug. Emil Knovf von Durmersheim, Schlachthallemeister hier, mit Reinharde Geiser von Waldulm. — 3. Aug. Karl Kirstein von Weiher. Güterarbeiter hier, mit Marie Leßle von Eberbach. LlloMLrlK L'retvILU««» vis Wglmgs ckss ILiU'Isruksi- I,sbr Instituts unä 1>ensic»u,ts von kremisrllsuts- uant s. v. sikvbt erlangen unter gsvnsssnbakrer geistiger unä sitt- liebsr küsgs eins allgemein vissenseiirckrliebe kiläung. 8ebon aebtrnal buben sämmtllebs Abiturienten <1sr Lnsts.lt clss LiojäkriZ- b'reitvilligsn-lLxsmen bestsnäon. 4. Verlorenes Glück. °«rb°r-n. Novelle von Clara Pause. (Fortsetzung.) Die Probe nahm ohne Störung ihren weiteren Verlauf. Bo- sert spielte die Rolle des Acosta mit einer Präzision und Sicherheit, einer Kraft und cinem Verständniß und dabei mit solch' hinreißendem Feuer, solch' erschütternder Tragik, daß den Kollegen alle spöttischen Bemerkungen vergingen und ihnen ihatsäch- lich vor Erstaunen der Mund offen stehen blieb. Sie konnten nicht begreifen, wie ein Mensch, mit solchem Talente ausgestattet, es Monate lang in so untergeordneter Stellung auszuhalten vermocht, ohne auch nur einmal den Versuch zu machen, sich her- vorzuthun. Und mit der Bewunderung, die ihnen der Genius, der während seines Spieles von seiner hohen Stirn leuchtete, unwillkürlich abzwang, mischte sich der Neid gemeiner Seelen, die gern alles Hohe, zu dem sie nicht hinaufreichen können, begeifern und cs zu sich herabziehen möchten in den Staub der Alltäglichkeit, in dem sie sich allein wohl und behaglich fühlen. „Nun wird er erst recht arrogant und eingebildet werden," meinten sie, „und Keiner wird cs mehr mit ihm aushalten können " Fräulein Judith Fahnert, die er so empfindlich hatte abfallen lassen, stimmte mit voller Ueberzeugung in diesen gehässigen Ton ein. Nur Direktor Brüller war überglücklich über die bedeutende Kraft, die er in Boscrt entdeckt, und überhäufte ihn mit Lobeserhebungen. Er wurde nickt müde, zu versichern, daß Waldmüller nun und nimmermehr den Acosta gespielt haben würde. Darin hatte er allerdings Recht. Nichtsdestoweniger kam seine Bewunderung der großartigen Leistung Bosert's erst in zweiter Linie- Hauptsache war, daß dieser ihm die heutige Vorstellung in dem Schlöffe Seiner Durchlaucht rettete, die ihm außer großem pekuniärem Vortheil auch noch Ehren und Titel einbringen sollte. Direktor Brüller machte von den Theaterdirektorn gewöhnlichen Schlages — von denen es heißt: Wenn sie einen Schauspieler gebrauchen, schneiden sie ihn vom Galgen herunter, wenn es sein muß, und brauchen sie ihn nicht mehr, hängen sie ihn wieder hinauf — keine Ausnahme. In erster Reibe kam bei ihm der Vortheil, der Alles überwog, selbst . . . Kunstinteressen. Heute war der kleine Herr mit dem stattlichen Bäuchlein in ganz besonders rosenfarbener Laune. Nach der vortrefflich gelungenen Probe forderte er Bosert und den Regisseur auf, noch eine Flasche Wein mit ihm auszustechcn. Elfterer wollte ablehnen, doch da kam er bei dem Direktor schön an. „Nichts da! Bis zur Vorstellung lasse ich Sie nicht mehr von meiner Seite, mein Lieber! Wie leicht könnte Ihnen etwas zustoßen, dann wäre ich ein doppelt geschlagener Mensch", erklärte er. „Sie müssen mit mir speisen," fuhr der Direktor fort. „Die Wagen sind /r2 Uhr bestellt; um 4 Uhr können wir in Löwenburg sein." Damit schob er seinen Arm in den Bosert's und von dem Regisseur gefolgt, führte er ihn mit sich fort nach dem in der Nähe des Theaters gelegenen Gasthofe, in dem er wohnte. In das Separatzimmer des Gasthofs eingetretcn, befahl er drei Gedecke und ein paar Flaschen Wein. „Aber Rheinwein, keinen Grüneberger, Sie schwarzbefrackter Ganymed!" rief er dem Kellner in der heitersten Laune nach. „Auf den Sieg, den Sie heute auf den weltbedeutenden Brettern erringen werden, Sie Goldmensch," fügteer, Bosert auf die Schulter klopfend, hinzu, „müssen wir unbedingt mit Rheinwein anstoßen!" Bosert erschien, wie immer, ruhig, in sich gekehrt. Nur zuweilen lockte des Direktors heitere Laune ein leises ironisches Lächeln auf sein bleiches, tief ernstes Gesicht. Da auch der alte Regisseur eine wenig rehselige Natur war, so trug Direktor Brüller, während die Speisen servirt wurden, die Kosten der Unterhaltung allein. Er that es jedoch gern, besonders heute. Er sprach überhaupt gern und viel und belachte seine mitunter etwas derben Witze herzlich, ohne sich verletzt zu fühlen, daß seine beiden Zuhörer die Witze, die sein Hirn ausgebrütet, ziemlich kühl aufnahmen. „Natürlich werde ick vor Beginn der Vorstellung Seiner Durchlaucht zu wissen thun, daß Sie an Waldmüllcr's Stelle den Acosta übernommen", bemerkte der Direktor, nachdem man sich zu Tisch gesetzt, unter Anderem. Bosert's Stirn umwölkte sich. „Ich ersuche Sie, das nicht zu thun, Direktor," erklärte ersehe bestimmt. „Ich wünsche nicht, daß dem Herzog mein Name zu Ohren kommt, und wollen Sie mir für die Gefälligkeit, die ich Ihnen mit Uebernabme der Rolle erweise, dankbar sein, dann berücksichtigen Sie meinen Wunsch." „Aber, lieber Bosert". wendete der Direktor, der solche Zurückhaltung nicht begriff, ein. „Ich habe meine Gründe und muß darauf bestehen, daß mein Name, vor der Hand wenigstens, nicht genannt wird. Wollen Sie nicht darauf eingehen, Direktor, werde ich den Acosta überhaupt nicht spielen." „Sie stehen ja aber doch als Diener des Banderstraten auf dem Zettel", gab der Direktor dem eigensinnigen Mimen zu bedenken. „Als solchen würde man mich trotz meines Namens, der ja an und für sich kein ungewöhnlicher ist, nicht erkannt haben. In der Rolle des Acosta jedoch, in der meine Person mehr in den Vordergrund tritt, ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Herzog mich wieder erkennt." Der Direktor horchte auf. Die Persönlichkeit Bosert's gewann in seinen Agen immer größere Bedeutung. „Wieder erkennt?" frug er gespannt. „Sie kenne» den Herzog „Ich . . . kannte ihn . . . vor langen Jahren . . . Möglich, daß er mich, meinen Namen vergessen ... Ich wünsche es sogar. Ist es der Fall, soll er nicht an mich erinnert werden. Sollte ihm indeß meine Persönlichkeit auffallen und er Sie fragen, ob Waldmüller mein Name sei, dann sagen Sie ihm, daß ich selbst, wenn er es wünscht, ihm meinen wahren Namen nennen würde. Wollen Sie mir das versprechen, Direktor? Ich wiederhole Ihnen. daß ich nur unter dieser Bedingung den Acosta spielen werde." (Fortsetzung folgt.) Handel und Verkehr. Handelsberichte. Hamburg, 3. Aug. Prämienziehung der Köln - Mindener Loose: 55 000 Thaler fielen auf Nr. 75020. 8 OM Thaler auf Nr. 75027. 4 OM Thaler auf Nr. 122354 , 2 OM Thaler auf Nr. 140727, je 1000 Thaler auf Nr. 75033, 75035. 173701, je 5M Thaler auf Nr. 122372, 140743, je 2M Thaler auf Nr. 75004, 75030, 122360, 122378 140703, 140708, 140733, 140746, 173714, 173744 und 173749. Berlin, 3. Aug. (Wochenausweis der Deutschen Reichsbank) vom 31. Juli gegen den Ausweis vom 23. Juli. Aktiva. M. M. Metallbestand. 991720 OM — 5 859 OM Reichskassenscheine. 21743 OM - 198 OM Andere Banknoten. 10 070000 -j- 1255 OM Wechsel. 399 245 OM — 3 647 OM Lombardforderungen. 45 391 OM st- 1478 OM Effekten . .. 11306 OM— 1259 OM Sonstige Aktiva. 39 815 OM — 950 OM Passiva. Grundkapital. 120 OM OM unverändert Reservefond. 23 894 OM unverändert Notenumlauf. 948 339 000 -j- 13 252 000 Sonst, täql. fäll. Verbindlichkeiten 424 068 OM - 22 359 OM Sonstige Passiva . 588 OM - 72 OM Bei den Abrechnungsstellen sind im Monat Juli abgerechnet 1 3M122 5M M. Wien, 3. Aug. (Wochenausweis der Oesterr.- Ungar. Bank) vom 31. Juli gegen den Ausweis vom 23. Juli. Notenumlauf. 379 6M OM st. -s- Metallschatz in Silber do. in Gold . . In Gold zahlbare Wechsel Dortefeuille. Lotnbardbestände. . . . Hypothekendarlehen. . . Pfandbriefe in Umlauf . 2 700 MO fi. 152 800 000 fl. st- 400 000 fl. 59 500000 fl. unverändert 19 900000 fl. unverändert 135 100 000 l. st- 500 000 fl. 21 600 000 fl. st- 100 MO fl. 101 900 000 fl. -t- 200 OM fl. 96 000 000 fl. st- 4M OM fl. Paris, 3. Aug. Wochenausweis der Bank von Frankreich gegen den Status vom 26. Juli. — Aktiva. Baarbestand in Gold — 9496OM Fr., Baarbestand in Silber -1- 1824000 Fr., Portefeuille -f- 71590000 Fr., Vorschüsse auf Barren -- 672 OM Fr. Passiva. Banknotenumlauf 1-12127 MO Fr., Laufende Rechnungen der Private 1- 4 670 OM Fr., Guthaben des Staatsschatzes -1 21 620 OM Fr., Zins- und Diskont- erträge 498 OM Fr., Verhältnis des Notenumlaufs zum Baar- vorrath 88.75. London, 3. Aug. Wochenausweis der Bank von England egen den Ausweis vom 26. Juli: ' ... - 7690MPf.St. 509 OM Pf. St. 260 OM Pf. St. 366 OM Pf. St. 14M OM Pf. St. 615 OM Pf. St. 753 000 Pf- St. 839 MO Pf. St. ge T 11 562 OM Pf. St., 25 241 OM Pf. St., 20 603 OM Pf. St., 18 688 000 Pf. St., 25 286 OM Pf. St., 3 567 OM Pf. St., 10 262 OM Pf. St., 16 718 OM Pf. St., Prozentverhältniß der Reserve zu den Passiven 39 V« Prozent gegen 39 V« in voriger Woche. — Clearinghoufe-Umsatz 55 Mill., gegen die gleiche Woche des vorigen Jahres 38 Mill. Zunahme. otalreserve Notenumlauf . . Baarvorrath. . . Portefeuille . . . Privatguthaben. . Staatsschatzguthaben Notenreserve. . . Regierungssicherheiten Köln, 3. Aug. Weizen per November 18.35, per März 18.80. Roggen per November 14.35, per März 14.75. Rüböl per IM U« loco 52.50, per Oktober 51.20, per Mai 50.70. Hafer, hiesiger, iooo 14.—. Breme«, 3. Aug. Petroleum-Markt. Schlußbericht. Standard white loco 7.55. Fest. Amerikanisches Schweineschmalz, Wilcox, nicht verzollt, 40"/.. Antwerpen» 3. Aug. Petroleum-Markt. Schlußbericht. Raffinirtes, Type weiß, disvon. 19^., v»r August 19^, per September 19V«, per Oktober-Dezember 19V«. Günstig. Amerikan. Schweineschmalz, nicht verzollt, dispon., 101V« Frcs. Paris » 3. Aug. Rüböl per August 59.— , per September 59.—, per September-Dezember 59.25 , per Januar-April 59.50. Fest. — Spiritus per August 43.50, per Januar - April 40.75. Still. — Zucker, weißer, Nr. 3. per IM Kilogr., per August 41.10, ver Januar-April 37.—. Matt. — Mehl, 12 Marques, per August 57.40 , per September 57.60, per Sept.- Dezbr. 57.60, per Nov. - Febr. 57.75. Still. — Weizen per Aug. 26.— , per Sevtember 26.—, per Sept.-Dez. 26.10. ver Nov.- Febr. 26.25. Still. — Roggen per Aug. 14.50, ver Sept. 14 50, per Sept.-Dezbr. 14.80, per Nov.-Febr. 15.—. Still. — Talg 62.—. Wetter: schön. New-Jork, 2. Aug. (Schlußkurse.) Petroleum in New- Uork 7V«, dto. in Philadelphia 7^8, Mehl 3.20, Rother Winterweizen 0.96Vs, Mais (New) 57, Zucker fair refining Muscov. 5^18, Kaffee, fair Rio 14, Schmalz (Wilcox) 8.90, Ge- trerdefracht nach Liverpool I V«. Baumwolle - Zufuhr vom Tage — B., dto. Ausfuhr nach Graßbritannier 4MP B., dto. nach dem Continent — . Fe«e RedtUtionLverhäUnlge: I Lhlr. -- 8 Rmk., 7 Äuwen Md. und Holland. I» Rmk. I Gulden ö. W. — 2 Am!., 1 Franc — SV Psg. Staatspapiere. Baden 4 Obligat, fl. 103.80 „ 4 „ M. 105.40 , 4 Obl. v. 1886 M. 109.10 Bayern 4 Oblig. M. 107.30 Deutsch!. 4 Reichsanl. M. 107 60 „ 3V- „ 103.60 Preußen 4 "„ConsolsM. 107.20 „ 3V-kons.St.-Anl.M. 104.30 Wtbg. 4V, Obl 78/79 M. 105.80 „ 4 Obl v. 75.80 M. 105 — Oesterreich 4 Goldrente fl- 91.90 „ 4V,Silberr. fl. 68.20 „ 4VsPapierr. fl- 67.70 „ 5 Papierr. v. 1881 79.90 Ungarn 4 Goldrente fl. 83 70 Italien 5 Rente Fr. — 5Vo Rumänische Rente 93.90 Rumänien 6 Obl. M. 1M.30 Rußland 5 Obl. v. 1862 D 99.80 „ 5Obl.v.1877M. — „ 511 Orientanl.P-R. 58.80 . 4 Cons. v. 1880 R. 83.40 Frankfurter Kurse vom 3. August 888. rudel — 3 Rmk. 30 Pfg., I Mark Bank» - 1 Rmk. so Pfg. 50>4Mein.Pr.Pfdbr.Thlr.1M 128.70 .90 sOldenburgerThlr. 40 .138.— 20 4Oesterr.v.1854fl. 250 —.— .50 5 . v.1860„ 500 116.80 4Raab-GrazerThlr. IM 100.— .40 Unverzinsliche Loose Per Stück. >70 Braunschw.Thlr.20-Loose 98.70 60 Oest.fl.1M-8oose v. 1864 282 — 20 Oesterr.Kreditloosefl. IM .10 von 1858 304 Ungar.Staatsloose fl. .0. 225 Änsbacherfl.7-Loose 33 Augsburger fl.7-Loose 27. Freiburger Fr.lS-Loose —. Mailänder Fr.lO-Loose 17. Meininger fl.7-8oose 25 Schweb. Thlr.-10-Loose 69. Wechsel und Korten. Paris kurz Fr. IM 80. Wien kurz fl. IM 166 Amsterdam kurz IM fl. 169. London kurz 1 Pf. St. 20 82 — 92.90 Serbien 5 Goldrente Schweden 4 in M. Span. 4 Ausländ. Rente Schw. 4"/o Bern v. 1885 Fr. Egypten 4 Unis. Obligat. 84 60 Bank-Aktie«. 4Vs Deutsche R.-Bank M. 139. 4 Badische Bank Thlr. 1^9 90 5 Basler Bankverein Fr. 154.80 4 Darmstädter Bank fl. 156.10 4 Disc.-Kommand. Thlr. 216.60 5 Franks. Bankver. Thlr. —. 5 Oest. Kreditanstalt fl. 261— 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 123 — 5 D. Effekt-u.Wechsel-Bk. 40"/g einbezahlt Thlr. 124.— Eisenbahn-Aktien. eidelberg-Speier Thlr. 36.— eff. Ludw.-Äahn Thlr. 104.— steckt. Frdr.-Franz M. 156 — Pfälz. Max-Bahn fl. —.— falz. Nordbahn fl. 107.— Elisabeth Pr.-Akt. fl. Elis.H.Em.Linz-B.Slbr.fl. -.- 4 Gotthardbahn Fr. 128 50 5 Böhm. West-Bahn fl. 255V« P Gal.Karl-Ludw.-B. fl. 176V« 5 Oest.Franz-St.-Bahn fl. 203/«^ 5 Oest.Süd-Lombard fl. 82Vg 5 Oest.Nordwest fl. 138V« 5 . „ 1>it.ki.fl. 160 V« 5 Rudolf fl. — - - - k; Gis enb ahn-Prioritäten. 4 Elisabeth steuerfrei fl. 102. 5 Mähr. Grenz-Bahn fl. 69.70 5 Oest.Nordwest-Gold- Obl. M. 107.80 5 Oest.Nordw. I-it. L. fl. 87.80 5 Oest.Nordw. l-it. li. fl. 87.10 4 Vorarlberger fl. 77.60 3 Raab-Oedenb.Ebenf.Gold euerfrei M. 68.— 4 Rudolf(Salzkgut) i.Gold steuerfrei 101.60 6 Buffalo N.-A. u. Phil. Cons. Bonds 6 SouthernPacific m C.IK. 112. 5 Gotthard kV Ser. Fr. IM 4 . 4 Schweiz. Central 5 Süd-Lomb. Prior, fl. 3 Süd-Lomb. Prior. Fr. 5 Oest.Staatsb.-Prior. fl. 3 dto. I—VIIlL. Fr. 3Livor.I-it.6,I)iu.I>2 Fr. 67 5 Toscan. Central Fr. 105. 5 Westsic.Eisb.1880stfr.Fr. 104. 104 103. 103 60. 82. 4RH.HYP.-Bk.-Pfdbr. -.- 5 Preus.Ceut.-Boo.-Cred. Verl, ä 110 M. —.— 4 dto. „ L1MM. —.— 4V2Oest.B.-Crd.-Anstfl. -.- 5Ruff.Bod.-Lred.S.R. -.- 4VoSüd-Bod.-Cr.-Pfdb. 102.80 Verzinsliche Loose. 3VsCöln-Mind.Thlr. IM —.— 4 Bayrische . IM 140.70 4 Badische »IM- Dollars in Gold 4.16 20 Fr.-St. 16.16 Souvereigns l-0.35 Obligationen nab Industrie. Aktien. 4Karlsruher Obl. v. 1879 — 4Mannhermer Obl. — 4Freiburg . —.— 4Konstanzer , — Ettlinger Spinnerei o. Zs. 129 80 Karlsruh.Maschinenf. dto. — 20 __ 20 Bad. Zuckers., ohne Zs. 88.50 .90-"- ' ' - 10 3'^Deutsch.Phön.200/„Ez. 201.— 4 Rh.Hypoth.-Bank 50"„ bez. Thl. 5 Westeregeln Alkali 5 Hyp. Ool. d. Dortmund. Union 5 Hyp. Anl. d. Oest. Alpin Montgs Reichsbank Discont Frankf.Bank.Discont Tendenz: —. 128.90 159 SO 111.10 97.- 3°/, 3°/° Bürgerliche Rechtspflege. Verschollenheitsverfahren. O.801.1. Nr. 8321. Sinsheim. Durch Beschluß Großh. Amtsgerichts hicrselbst vom Heutigen, Nr. 8321, wurde hiermit Landwirth Heinrich Voll ledig von Kirchardt für verschollen erklärt und dessen Vermögen seinen muthmaß- lichen Erben gegen Sicherheitsleistung in fürsorglichen Besitz gegeben. Sinsheim, den 21. Juli 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Amtsgerichts: Häsfner. Entmündigungen. O.800. Nr. 11,321. Lörrach. Emil Pflüger ledig von Steinen wurde unterm 16. Juli d. I., Nr. 10,450, wegen Geisteskrankheit gemäß L.R.S. 489 entmündigt und heute Georg Friedrich Pflüger, Kronenwirth daselbst, zum Vormund desselben ernannt. Lörrach, den 30. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. L a u ck. O.799.1. Nr. 5052. Bühl. Durch richterliches Erkenntniß vom 14. Juli 1888. Nr. 4017, wurde die ledige, 26 Jahre alte Walpurga Kohm von hier wegenbleibendemZustand von Gemüths- schwäche entmündigt. Für dieselbe wurde heute Anton Blust, Gärtner dahier, als Vormund ernannt. Bühl, den 30. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Müller. Bekanntmachung. O.833. Nr. 10,265. Billin gen. Die gegen den ledigen Burkard H ils von Neuhausen unterm 18. August 1884 wegen Geisteskrankheit erkannte Entmündigung wurde durch richterlichen Beschluß vom 3. d. Mts. wieder aufgehoben. Billingen, den 31. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Wiehl. Erbeinweisungen. O-817.1. Nr.5191. Schönau. Gr. Amtsgericht Schönau hat heute verfügt: Die Witwe des Zimmermanns Franz Josef Dietzig, Serafine, geb. Böhler von Zell, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft ihres verstorbenen Ehemannes gebeten. Diesem Gesuch wird entsprochen, wenn nicht binnen 4 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Dies wird hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Schönau, den 26. Juli 1888. Der Gerichtsschreiber: Feuerstein. O. 808.1. Nr. 7339. Achern. Die Witwe des Gerbers Emil Knapps in Kappelrodcck, Karoline, geb. Lamm, hat die Einsetzung in den Besitz und die Gewähr des Nachlasses ihres Ehemannes nachgesucht. Diesem Gesuche wird stattgegeben, wenn nicht binnen 6 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Achern, den 26. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Steinbach. Erbvorladunge«. P. 596.1. Mosbach. An den Nachlaß des dahier am 27. Juli 1888 verstorbenen Geometers Josef Anton Mi- ! chael ist dessen Sohn, Josef Anton ! Michael, Konditor, an unbekannten ! Orten Amerika's sich aufhaltend, erbberechtigt. ! Dieser Sohn Josef Anton Michael wird zu der zu pflegenden Berlaffen- ! schaftsverhandlung unter Anberaumung einer Frist von drei Monaten mit dem Bedeuten vorgeladen, daß, wenn er nicht erscheine, die Erbschaft Denen werde zugetheilt werden, welchen Ne zukäme, wenn der Vorgeladeue zur Zeit des Erbanfalles nicht mehr am Leben gewesen wäre. Mosbach, den 31. Juli 1888. Der Großh. bad. Notar: Gustav Hochstetter. P.589. Oberkirch. August Schnurr, geboren den 29. Juni 1860 zu Stadelhofen, nach Amerika ausgewandert und vermißt, ist zur Erbschaft seines verstorbenen Vaters, Andreas Schnurr, Taglöbners von Stadelhofen, mitberufen. Derselbe bezhw. dessen Rechtsnachfolger werden hiermit aufgefordert, ihre Erbansprüche innerhalb 3 Monaten bei dem Unterzeichneten geltend zu machen, widrigenfalls die Erbschaft Denen zugetheilt werden würde, welchen sie zukäme, wenn die Borgeladcnen zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wären. Oberkirch, den 27. Juli 1888. Großh. GeriLtsnotar Kühndeuts ch. P.588. Waldkirch. Sofie Hugel- mann, geboren den 16. Juni 1856, eheliche Tochter des Leopold Hugelmann und der Katharina, geborne Seger von Schuttern, ist zur Erbschaft ihres zu Buchholz verstarb. Halbbruders, Pfarrer Ur. Leopold Hugelmann. mitberufen. Dieselbe ist vermißt und wird deßhalb aufgefordert, sich innerhalb drei Monaten dahier zu den Theilungsverhandlungcn zu melden, widrigenfalls die Erbschaft Denen wird zugetheilt werden, welchen sie zukäme, wenn die Geladene beim Erbanfall gar nicht mehr gelebt hätte. Waldkirch, den 30. Juli 1888. Der Großh. Notar: F. Zimmermann. P.591. Tauberbischofsheim. Karl Rinker von Distelhauscn, zur Zeit in Amerika an unbekannten Orten abwesend, ist als gesetzlicher Erbe zum Nachlasse seines verstorbenen Vaters, Julius Rinker, Landwirths von Distelhausen, mitberufen. Derselbe wird hiermit aufgeforderl, binnen drei Monaten , seine Erbansprüche bei dem Unterzeichneten Notar geltend zu machen, ansonst ^ die Erbschaft Denjenigen zugetheilt würde, denen sie zukäme, wenn er zur Zeit des Erbanfalles nicht mehr am! Leben gewesen wäre. ! Tauberbischofsheim, 29. Juli 1888. > Der Großh. Notar: ! Walcker. Haudelsregistereinträge. O.784. Nr. 4270. Bühl. In das Genoffenschaftsregister wurde heute eingetragen zu O.Z. 4 — Firma: „Ländlicher Krcditverern Ottersweier, eingetragene Genoffenschaft", mit dem Sitz! in Ottersweier —: Nach Neuwahl vom i 2. April 1888 wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder Hauptlehrer Wil- ^ Helm Sickinger und Gemeinderath Peter ! Herrmann. und zwar in ihrer Eigenschaft als Beisitzer wieder gewählt; die Eigenschaft des Letztgenannten als Stellvertreter des Vorstehers ist erloschen. Bühl, den 30. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Stehle. O.752. Nr. 8020. Dur lach. Am 22. Juni l. I. wurde unter O.Z. 148 des diesseitigen Firmenregisters „Firma Straub u. Comp, in Durlach" eingetragen: Die Firma ist seit 1. April 1888 erloschen. Am 3. Juli l. I. wurde unter O.Z. 138 des dicss. Firmenregisters „Firma Karl Korn in Durlach" eingetragen: Die Firma ist erloschen. Am 3. Juli l. I. wurde unter O.Z. 191 des diess. Firmenregisters „Firma Josef Lipp, Holzindustrie in Grötz- ingen" eingetragen: Die Firma ist erloschen. Am 5. Juli l. I. wurde in das Firmenregister eingetragen: Unter O.Z. 14 „Firma Friedrich Baris in Durlach": Die Firma ist erloschen. Unter Ordn Z. 142 „Firma Luise^ Döttinger in Durlach": Die Firma ist erloschen. Unter O.Z. ISO „Firma: Käserei Karl Rothengatter in Königsbach": Die Firma ist erloschen. Am 10. Juli l. Js. wurde in das diess. Firmenregister eingetragen: Unter Ordn.Z. 38 „Firma Jakob Müller in Langensteinbach": Die Firma ist erloschen. Unter Ordn.Z 141 „Firma Louis Mayer in Königsbach": Die Firma ist erloschen. » Am 11. Juli l. Js. wurde unter O.Z. 168 des diesseit. Firmenregisters „Firma Friedrich Benzinger in Weingarten" eingetragen: Firma Friedrich Benzinger ist nunmehr in Grötzingen. Durlach, den 25. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Diez. O.751. Nr. 8021. Durlach. Am 14. Juli l. I. wurde unter Ord.Z. 11 des diess. Gesellfchaftsregistcrs, „Firma Johann Georg Schauffler in Langensteinbach", eingetragen: Die Firma ist erloschen. Am 17. Juli ds. Js. wurde unter O.Z. 40 des diefs. Gesellschaftsregisters, „Firma Gebrüder Löwcnstein in Weingarten", eingetragen: Leopold Löwenflem ist seit 5. März 1881 mit Julchen Fuchs von Weingarten verheirathet. Nach dem Ehevertrag vom 2. März 1881 wirft jeder Ehetheil IM Mk. in die Gemeinschaft ein, alles übrige, jetzige und künftige, bewegliche und unbewegliche Vermögen derselben mit den darauf haftenden Schulden ist von der Gemeinschaft ausgeschlossen und für den beibringenden Ehetheil als verliegenschaftetes Sondereigenthum Vorbehalten. Durlach, den 25. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Diez. O-736. Nr. 6608. Boxberg. Unter! Ord.Z. 153 des Firmenregisters wurde eingetragen: Die Firma: „Wilhelm Weber in Schillingstadt." Inhaber der Firma ist Kaufmann Wilhelm Weber in Schillingstadt. Derselbe ist mit Jeanette, geb. Staudinger von Weißenburg am Sand, verheirathet und bestimmt der Ehevertrag vom 8. Juli 1869, daß jeder Theil 10 Gulden in die Gemeinschaft einwirft, während alles übrige Vermögen von der Gemeinschaft ausgeschlossen und jedem Theil oder dessen Rechtsnachfolger dereinst wieder rückersetzt werden soll, und zwar das Fahrnißvermögen dem Anschlag nach. Boxberg, den 25. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Neßler. Strafrechtspflege. Ladunge». P.525.2. Nr. 15,301. Waldshut. Der am 24. Dezember 1885 in Mülhausen im Elsaß geborne, zuletzt in Kadelburg wohnhafte Alexander Groß, Dienstknecht, wird beschuldigt, als Ersatzreservist ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein — Uebertretung gegen § 360 Ziffer 3 R.St.G.B. 8 3 Ziffer 8 R.G. vom 6. Mai 1880. Derselbe wird auf Freitag den 21. September d. I., Vormittags 9 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht dahier zur Hauptverhandlung geladen. Bei uncntschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem Königl. Bezirkskommando zu Donaueschingen ausgestellten Erklärung verurthcilt werden. Waldshut, den 1l. Juli 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Amtsgerichts: Tröndle. P.524.3. Nr. 3934. Ettlingen. Josef Balzer, Schuhmacher von Malsch, und Wilhelm Krämer, Schneider von Forbach, werden beschuldigt, als Wehrleute der Landwehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein, — Uebertretung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf Donnerstag den 13. September 1888, Vormittags 9 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht dahier zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßördnung von dem Kgl. Bezirkskommando zu Karlsruhe ausgestellten Erklärungen verurthcilt werden. Ettlingen, 26. Juli 1888. Matt, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. P.542.2. Pforzheim. ! Karl Friedrich Brenner, Graveur, ^ geb. 21. Februar 1859 zu Wurm-! berg, zuletzt in Pforzheim, ! Johannes Weick, Schreiner, geb. > 19. Dezember 1862 zu Helmsheim,! zuletzt in Pforzheim, ! Gottfried Lay, Zimmermann, geb.! 27. Dezember 1863 zu Eisingen, zu-j letzt dortselbst, . ! Franz Taver Beckmann, Schrei-! ncr, geh. 9. Oktober 1861 zu Bit- ^ fingen, zuletzt dortselbst, > Johann Georg Karst, Gärtner, geb. 30. Juli 1865 zu Pforzheim, zuletzt dortselbst, werden beschuldigt, zu Nr. 2 und 3 als beurlaubte Reservisten, zu Nr. 1 als Wehrmann der Landwehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein, zu Nr. 4 u. 5 als Ersatzreservisten erster Klasse ausgewandert zu sein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben, Uebertretung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf: Dienstag den 18. September 1888, Vormittags 9 Uhr, vor das Gr. Schöffengericht zu Pforzheim zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem Kgl. Bezirkskommando zu Karlsruhe ausgestellten Erklärungen vernrtheilt werden. Pforzheim, den 18. Juli 1888. Rittelmann, Gerichts)' chreiber des Gr. Amtsgerichts. Perm. Bekanntmachungen. O.829. Nr. 94. Wolf ach. Bekanntmachung. Mit höherer Ermächtigung wird zur Aufstellung des Lagerbuches der Gemarkung Haslach Tagfahrt auf Dienstag den 7. August, von Vormittags 8 Uhr an, in das Rathhauö zu Haslach anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und bezugnehmend auf Art. 7 der Landesherrlichen Verordnung vom 11. September 1883 ansgefordert, die zu Gunsten ihrer Liegenschaften etwa bestehenden Grunddienstbarkeiten unter Anführung ihrer Rechtsurkunden dem Unterzeichneten Lagerbuchsbeamten zum Einträge in das Lagerbuch anzumelden. Wolfach, den 2. August 1888. Der Bezirksgeometer: Duffner. 1. 2. 3. 4. 5. O.830. Nr. 133 Neuenheim. Bekanntmachung. Gemäß Art. 12 Allerhöchstlandesherrlicher Verordnung vom 11. September 1883 wird das Lagerbuch der Gemarkung Spechbach vom 6. d. Mts. an während 4 Wochen zu Jedermanns Einsicht auf dem Rathhause zu Spechbach öffentlich aufgelegt; etwaige Einwendungen gegen den Inhalt der eingetragenen Beschreibungen der Liegenschaften und ihrer Rechtsbcschaffenheit sind während dieser Zeit dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich vorzutragen. Neuenheim, den 2. August 1888. Der Lagerbucksbeamte: Treiber, Bezirksgeometer. K.133.76. Karlsruhe. Feuer-, Fall-«.rinbruch- ^ ^re Geld-, Köcher- o«> F DotmMuteu-Schraukr empfiehlt Wjlk. W8I88, Karlsruhe, Erbvrinzenstr.24 O593!4^ttzefuchN»rt^LM»>e^vär von 1850—1872, wie solche auf alten, namentl. ausgeschiedcnen Akten zahlreich sich vorfinden. Off. m. Preisangabe er- .. heten. Sauer, Bahnhofst. 33 Heidelberg. Druck und Verlag der G. Braun'schen Hosbuchdruckerci-