Karlsrulikl Mtim. Samstag, 18. August. ^ 227 . Expedition: Karl Friedrichs Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; di^rch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung. Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Einrückungsgcbühr: die gespaltene Petitzeile »der deren Raum 18 Pfennige- Briefe und Gelder frei- « 1888 * Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 17. August. Der Trinkspruch, mit welchem Seine Majestät der Kaiser gestern in Frankfurt a. O. den Toast des Oberbürgermeisters erwiderte (vergl. die Nachricht unter „Frankfurt"), hat auch im Auslande Eindruck gemacht. Nach einer uns aus London zugegangenen Depesche besprechen heute die meisten dortigen Blätter die Rede des Kaisers, in der sie ein der Aufrechterhaltung des Friedens günstiges Symptom erblicken. Man wird sich gern dieser Auffassung, welche in den Worten des Kaisers eine Bestätigung der Friedenshoffnungen erblickt, anschließen. Die Ansprache Seiner Majestät bildet in der That eine neue und, da sie aus dem Munde des Reichsoberhauptes und des obersten Kriegsherrn kam, besonders gewichtige Erklärung in der Richtung, daß Deutschland nichts begehrt als die Aufrechterhaltung seines Besitzthums, daß es aber auch an die Vertheidigung des Errungenen den letzten Blutstropfen setzen werde. Das falsche Bild, welches man sich in Frankreich von dem Kaiser Wilhelm gemacht hatte, — und im Hinblick auf einen etwaigen Versuch der Franzosen zur Wiedergewinnung Elsaß- Lothringens waren die Worte des Kaisers wohl gesprochen, daß man eher unsere achtzehn Armeecorps bis zum letzten Mann opfern, als einen Stein von dem Errungenen wegnehmen lassen werde — hat seit dem Regierungsantritte des Kaisers eine wesentliche Korrektur erfahren. Seine Majestät der Kaiser hat keine Gelegenheit und auch nicht diejenige, welche sich ihm in Frankfurt a. O. bei der Enthüllung des Denkmals für den Prinzen Friedrich Karl bot, vorübergehen lassen, ohne mit aller Bestimmtheit und Schärfe das Ziel zu kennzeichnen, welches Deutschland bei der sorgfältigen Pflege seiner Wehrkraft im Auge hat. Man kann sich in Frankreich nicht mehr von der Furcht vor einem deutschen Angriffe beherrschen lassen, sondern weiß, daß der Frieden zwischen Deutschland und Frankreich lediglich in der Hand der Franzosen selbst liegt und daß er nur gestört werden könnte durch einen fran- zösischerseits unternommenen Angriff, der die Rückeroberung Elsaß-Lothringens zum Zwecke hätte. In Deutschland wird man es dem Kaiser Wilhelm Dank wissen, daß Allerhöchstderselbe diese Sachlage gestern wiederum so deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Einen nicht minder lebhaften Widerhall wird in Deutschland aber auch die Erklärung des Kaisers finden, daß, wenn Kaiser Wilhelm l. und Kaiser Friedrich, Prinz Friedrich Karl und andere große Heerführer aus dem letzten Kriege heute nicht mehr leben, ihr Geist in der Armee und in der Nation lebendig fortwirkt. Lebt er doch auch vor Allem iu dem neuen Kaiser fort, der als Soldat wie als Monarch die Traditionen seiner beiden Vorgänger auf dem Zaiserthrone zur Richtschnur seines Denkens und Handelns genommen hat. Die Agitationsreise Boulangers in der Somme ist zu einer Gefahr für den öffentlichen Frieden und die Ruhe in diesem Departement geworden; denn in jeder Stadt, die der General berührt, wiederholen sich die tumultuari- schen Straßenscenen, die blutigen Schlägereien zwischen Boulangisten und Antiboulangisten. Boulanger selbst ist von der Mitschuld an diesen skandalösen Auftritten nicht freizusprechen; wenn er, wie es in Abbeville geschah, auf öffentlicher Straße die Menge haranguirt, so übernimmt er auch die Verantwortung für die Folgen, die sich aus einem solchen Auftreten ergeben. Von einem ehemaligen General, der noch dazu die Hoffnung sesthält, seinen Degen wieder zu erhalten, ist es ein starkes Stück, in dieser Weise die öffentliche Ruhe und Ordnung auf das Spiel zu setzen. Das Ansehen Boulangers und sein Einfluß auf die politischen Kreise des Landes wird durch die Tumulte, die sein Erscheinen überall hervorruft, schwerlich gewinnen. Die bonapartistischen Hintermänner Boulangers mögen sich darüber freuen, wenn es in der Republik recht kunterbunt zugeht; in der republikanischen Presse mehren sich dagegen die Proteste gegen das ge- waltthätige Auftreten der Bonapartisten, die jede Kundgebung der Abneigung gegen Boulanger durch Faust- und Stockschläge zu verhindern suchen. Die Auftritte, die Boulangers Erscheinen in der Provinz provozirt, geben an Heftigkeit den Ausschreitungen der streikenden Arbeiter in Paris nichts nach. In den letzten Tagen hat sich, was die Arbeitseinstellung in Paris betrifft, nichts geändert; die Führer der Streikbewegung bieten ihren ganzen Einfluß auf, um den Ausstand zu verlängern, und die Versuche der Streikenden, die Wiederaufnahme der Arbeit zu verhindern, führen noch immer Zusammenstöße zwischen den ausständigen Arbeitern und der Polizei herbei. Auch die Ausstellungsarbeiten leiden nicht unerheblich unter der Fortdauer des Streiks. Wenn es sich bestätigen sollte, daß das Syndikat der Unternehmer geneigt ist, die von den Erdarbeitern geforderte Lohnerhöhung wenigstens theilweise zu bewilligen, so würde dies allerdings zur Beendigung des Ausstandes erheblich beitragen, doch scheinen die Unternehmer in diesem Punkte noch nicht einig zu sein. Nach einer soeben veröffentlichten amtlichen schweizerischen Handels st ati st ik steht der Handel mit Deutschland an erster Stelle des schweizerischen Handels Deutschland führte im vergangenen Jahre für 263 647 669 Frcs- Güter nach der Schweiz ein und bezog von dort Güter im Werthe von 154 867 860 Frcs- Es folgten der Reihe nach Frankreich, Italien, Großbritannien mit Irland, Oesterreich-Ungarn, Vereinigte Staaten von Nordamerika. Alles andere ist relativ unbedeutend- Aus der Statistik erhellt augenfällig die hohe Wichtigkeit der vier umgebenden Nachbarreiche für den schweizerischen Verkehr- Dieselben absorbiren mit 71,57 Proc- über zwei Drittel des gesammten Außenhandels. Für die Einfuhr erhebt sich diese Ziffer sogar auf 8l,33 Proc-, also mehr als vier Fünftel, während der Export nur mit drei Fünfteln (59,42 Proc ) bethciligt ist- Entspricht dies einerseits den natürlichen geographischen und wirthschaftlichen Bedingungen der Schweiz, so muß andererseits betont werden, daß die dortige -Statistik nicht die erste Provenienz der Maaren ermittelt, sandern nur das Land des letzten Umsatzes- Bezüge von Tabak oder Baumwolle aus Bremen, von Kaffee und Petroleum aus Hamburg, Havre, Antwerpen oder Rotterdam werden von der schweizerischen Statistik grundsätzlich bei Deutschland, Frankreich, Belgien und Holland verbucht und nicht bei Nordamerika, Brasilien oder Java. Ebenso lautet auch die Deklaration der schweizerischen Ausfuhr vielfach nur auf den europäischen Verschiffungshafen statt auf das überseeische wirkliche Bestimmungsland, und zwar häufig ohne daß ein wirklicher Umsatz auf der Zwischenstation stattfindet. __ Deutschland. * Berlin, 16. Aug. Seine Majestät der Kaiser nahm gestern Nachmittag nach seiner Rückkehr von Berlin im Marmorpalais zu Potsdam mehrere Vorträge entgegen und arbeitete längere Zeit allein. Heute' Vormittag 8'/z Uhr begab sich der Monarch von Potsdam aus mittelst Extrazugs nach Frankfurt, um daselbst am Vormittage der feierlichen Enthüllung des Denkmals für den Prinzen Friedrich Karl von Preußen beizuwohnen. Nach dem Schluß der Feierlichkeit hatte Seine Majestät dann Nachmittags 2 Uhr Frankfurt a. O. wieder verlassen, um, über Berlin reisend, sofort direkt nach Potsdam zurückzukehren. In Berlin erfolgte die Ankunft um 3 Uhr 32 Min. und 2 Minuten später die Weiterreise nach Potsdam, woselbst Seine Majestät der Kaiser sofort nach seiner Ankunft Ihre Majestät die Kaiserin Augusta auf Schloß Babelsberg begrüßte. Morgen Vormittag beabsichtigt Seine Majestät der Kaiser auf einige Stunden von Potsdam nach Berlin zu kommen. — Ihre Majestät die Kaiserin Augusta ist. von Koblenz zurückkehrend, heute früh in Potsdam eingetroffen und hat sich sofort nach der Ankunft daselbst nach Schloß Babelsberg begeben, um dort in pietätvoller Erinnerung an die Tage, welche Allerhöchstdieselbe alljährlich um diese Zeit mit ihrem erlauchten Gemahl, Kaiser Wilhelm I., dort zu verleben Pflegte, auch nun wieder auf diesem Lieblingssitze des erlauchten hochseligen Monarchen einige Wochen in stiller Zurückgezogenheit zu verleben. — Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Griechenland wird von Essen morgen früh in Berlin eintreffen und einige Wochen hier Aufenthalt nehmen. — Der Präses der Landesvertheidigungskommission, Generalfeldmarschall Graf Moltke, traf heute aus Kreisau in Schlesien hier ein, um im Laufe des morgigen Tages Seiner Majestät dem Kaiser für die Genehmigung seines Rücktrittsgesuches als Chef des Generalstabs und für die ihm durch die Ernennung zum Präses der Landesvertheidigungskommission zu Theil gewordene Auszeichnung zu danken. — Von unterrichteter Seite wird dem Wolff'schen Bureau mitgetheilt, Feldmarschall Graf Blumenthal habe die Absicht kundgegeben, in den Ruhestand zu treten. Die alsdann freiwerdende vierte Armeeinspektion werde auf einen süddeutschen Fürsten übergehen. — Nach einer Allerhöchsten Ordre vom 7. d. M., die das „Mil.-W.-Bl." veröffentlicht, sind Epauletten von den Offizieren des Seebataillons aller Grade fortan nur zu tragen zur Gala, zum Paradeanzuge und in der bisher üblichen Weise zum Gesellschaftsanzuge. Die Epau- letthalter sinv auf den Ueberröcken nur noch von den Melbourne. Melbourne, die Hauptstadt von Victoria, ist durch die dort veranstaltete Ausstellung, auf welcher auch Deutschland in her- vorragender Weise zur Geltung gelangt, unserem Interesse näher gerückt worden Eine Schilderung der Stadt dürfte daher vielen Lesern nicht unwillkommen sein. Wir entnehmen die folgende Beschreibung einem längeren, von v. Könneritz in Sydney geschriebenen Aufsätze in der rühmlichst bekannten Monatsschrift: „Unsere Zeit": An jener Stelle, die vor 50 kurzen Jahren noch allem das stumpfe Grün des Eucalhptusbusches überwucherte, die unabsehbar jungfräulicher Urwald überzog. in dessen Dickicht wilde Horden ihr Wanderleben fristeten, erhebt sich heute Melbourne, die Hauptstadt von Victoria, die wunderbarste Schöpfung in Australien. Melbourne hat einen Fehler und ein Gutes ; es muß da^jedem Fremden sofort auffallen. Der Fehler ist: gewaltiger staub; der Vorzug: man kann sich jederzeit mit größter Leichtigkeit zurechtfinden. Die Hauptstadt an der Aarra ist nämlich in den sogenannten „Blocks" erbaut, d. h. in Häuserkomplcxen, welche nahezu quadratisch sind. Betrachtet man den Plan von Melbourne, so gibt das allerdings der Stadt das Aussehen einer Karte der Union; ein Jünger der schönen Künste dürfte an dieser Bauart ebenfalls so manches auszusetzen haben, und mit Recht, da man nicht, wie z. B. in der Nachbarstadt Adelaide, den Versuch gemacht hat, der sich aus ihr naturgemäß ergebenden Einförmigkeit zu rechter Zeit zu steuern: trotz allem diesem ist die Anlage unübertrefflich und entspricht allein den heutigen Verkehrs- anforderungen. Denn da die Straßen — und was für prächtig wette Straßen! — nach jeder Himmelsrichtung parallel gelegt ÜU" uud sich an allen Kreuzungspunkten nur in rechten Winkeln schneiden, so läuft man wohl Gefahr, einmal den einen oder andern dieser „Blocks" bis übers Ziel hinaus zu verfolgen, braucht aber dann nur eine Querstraße einzuschlagen, um nnrdcr auf den rechten Weg zu kommen. „Nun warten Sie einmal, bis Sie Melbourne gesehen haben", hatte mir in Adelaide der liebenswürdige Direktor des Botanischen Gartens, De. Schomburgk, noch beim Abschied zugerufen. Er hatte recht gehabt: ich sollte jetzt in Melbourne keine Worte finden, um mein bewunderndes Erstaunen auszudrücken. Man überlege doch nur einmal: vor fünf Jahrzehnten eine Wildniß, kein Haus und keine Straße, kein weißes Angesicht — und heute! Es erscheint unmöglich, ist unfaßlich, unbegreiflich, und dennoch! Vor meinen Augen liegt das Häusermeer von Melbourne, zu meinen Füßen wogt die Menschenwelle nimmerrastend auf und ab in breiten Straßen, blitzen mit Eindruck der Nacht tausend und abertausend leuchtende Strahlen auf. Es ist ein überwältigender Eindruck, der fick wohl fühlen, aber nickt beschreiben läßt. Man muß mit eigenen Augen sehen, muß die Stadt betreten und durchwandern, das wechselvolle Leben auf den Straßen, die hohen Bauten und die Blumenpracht der Gärten schauen, die Stätten, die der Kunst und Wissenschaft geweiht sind, aufsuchen — dann kann man sagen: das ist Melbournes dies Wunderwerk des Menschengeistes aber fasten, es erklären, man vermag es nicht. Man hat Melbourne das London von Australien genannt; ich finde dies nicht zutreffend und behaupte geradezu, daß von sämmtlichen Städten des australischen Continents am allerwenigsten Melbourne ein typisch englisches Gepräge trägt. Die weiten, gerade gezogenen Straßen, die abgeflachten Dächer der Gebäude, Handel, Wandel, ja, die Menschen: allem ist das go s.lie»1 des Aankee ausgeschrieben. Und ferner zeigt das demokratische Victoria im Kreise seiner Schwesterkolonien die geringsten Sympathien für das Mutterland. Kommt es einmal zur Lostrennung von England — und dieser Tag wird kommen, allem Gefasel von „i»pöii-tt leäerslioo" u. dgl. zum Trotz — so wird der erste Schritt von, Melbourne aus gethan werden. Doch cs gehört dies nicht hierher. Die Bautenpracht der jungen Hauptstadt von Victoria — und Melbourne hat Gebäude aufzuweisen, die jede Haupt- und Residenzstadt zieren würden — stellt freilich selbst so manche ältere Schwester in Europa in den Schatten. An Kirchen herrscht kein Mangel: das läßt sich denken, wenn auch die beiden Kathedralen, die anglikanische und die katholische, noch immer unvollendet sind. In der oberen Stadt erinnern das Finanzministerium, die sogenannte „Treasure", dann ferner das gewaltige Gebäude, das unter seinem Dache alle übrigen Verwaltungen vereinigt, an Downing-Strect. Die Universität, ein gordischer Monumentalbau, liegt etwas abseits von dem lauten Lärme der eigentlichen Stadt inmitten schattiger Gartenanlagen. Die Hochschule birgt in ihren Räumen ein prächtiges naturhistorisches Museum, besten reiche Schätze dem Publikum an allen Wochentagen unentgeltlich zur Besichtigung offen stehen. Versicherungsgesellschaften müssen in Australien ganz besonders gute Geschäfte machen, sonst könnten diese Institute nicht ihre Wirksamkeit in Palästen aufschlagen, wie sic in Melbourne, vor allem freilich an den Ufern von Port Jackson in rascher Folge aus dem Boden wachsen. Um so kläglicher steht es dafür mit dem im Zentrum der Stadt gelegenen städtischen Krankenhause, das regelmäßig ein halb Dutzend mal im Jahre abgetragen werden soll, weil es in seinen Räumen Krankheitsstoffe birgt, die schon seit Jahren zu immer wicder- kehrenden Befürchtungen Anlaß geben. Die Kausmannshänser sind solide Bauten und zeichnen sich im Allgemeinen durch geschmackvolle Einfachheit aus. Die umfangreichen Sammlungen der Bibliothek, der Gemäldegalerie und des Jndustriemuseums beherbergt ein gemeinsames Gebäude. Die Amtswohnung der Gouverneure von Victoria liegt auf dem Wege zum Botanischen Garten, an der hier gerade ganz besonders staubigen Landstraße nach Sanct-Kilda, ein ausgedehnter Schloßbau, von dessen Thurme aus sich ein unvergleichlich schöner Ausblick darbietet. Der langen Reihe jener herrlichen Gebäude, welche die jugendfrische Hauptstadt von Victoria schmücken, hat sich seit ungefähr drei Jahren der Justizpalast hinzugesellt Derselbe ist vielleicht das schönste Werk australischer Baukunst, und doch kommt dies nicht recht zur Geltung. Unweit desselben erheben sich nämlich die großen Wollspcicher der Stadt, und diese schweren, dunklen Massen drücken auf den Prachtbau. Er verschwindet gegen dieselben, scheint nicht hoch genug gebaut und inaktiven Offizieren des Seebataillons mit den für dieselben vorgeschriebenen Abzeichen zu tragen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt Aeußerungen des „Nord", denen zufolge nach einstimmiger Meinung der dänischen Presse die Ausführung des Artikels 5 des Prager Friedens die unumstößliche Bedingung einer wahrhaften Versöhnung zwischen Dänemark und Deutschland bleibe, die Reise des Kaisers Wilhelm II. nach Kopenhagen die schleswig-holsteinische Frage wieder in den Vordergrund gedrängt und dem nationalen Zerwürf- niß zwischen Deutschland und Dänemark neues Leben verliehen habe. Die „Nordd. Allgem. Ztg." sagt: „Diese Aeußerungen haben nur Bedeutung, weil sie in einem Blatte gemacht sind, welches der russischen Regierung zur Verfügung steht und mit dessen Leitung sich einer der höchsten Beamten des russischen Auswärtigen Ministeriums beschäftigt. Wir haben deshalb die Auslassungen des „Nord" tiefer gehängt, denn aus denselben ist zu entnehmen, daß die hinter dem „Nord" stehenden russischen Politiker noch immer darauf ausgehcn, uns in Verbindung mit einem etwaigen französischen Kriege einen möglichst großen Theil Schleswigs wieder abzunehmen." Danzig, 16. Aug. Das Panzergeschwader hält am 20. und 21. August große Uebungen in der Danziger Bucht ab. Am 22. und 23. August findet schiffsweise Jnspizirung durch den kommandirenden Admiral Grafen von Monts im Artillerieschießen, Torpedoschießen, Gebrauch der Schutznetze, Bootsübungen und am 24. und am 25. August Jnspizirung des Geschwaders durch den kommandirenden Admiral vor Zoppot statt. Am 26. August ist Ruhetag und am 27. August tritt das Geschwader die Reise nach Kiel an. Die Torpedoboots-Flottille bewirkt am 20. und 21. August in der Danziger Bucht ein Schießen in Fahrt und wird hierbei von dem kommandirenden Admiral inspizirt. Vor Kiel finden am 29. und 30. August Haupt-Festungs-Kriegsübungen statt. Am 3. September werden Panzergeschwader und Schulgeschwader unter dem Oberbefehl des Contreadmirals Knorr vereinigt und es geht die Manöverfloite alsdann nach der Nordsee, wo vor Wilhelmshaven und eventuell in der unteren Weser Haupt-Festungs-Kriegsübungen stattfinden. Am 10. September geht die Manöverflotte nach der Ostsee zurück, wo die Torpedoboots-Flottille an einem von dem Admiral Knorr näher zu bestimmenden Orte der Manöverflotte beitritt. Vom 11. bis 20. September finden in der Ostsee Flottenübungen statt. Am 22. September erfolgt die Auflösung der Manöverflotte. — Der „Danz. Ztg." zufolge liegt der Plan vor, ähnlich der Militär - Knabenerziehungsanstalt inAnnaburg eine Erziehungsanstalt für Knaben unterstützungsbedürftiger Angehörigen der Marine zu gründen. Kiel, 16. Aug. Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen empfing heute Mittag die in der vergangenen Nacht unter Führung des japanischen Admirals Kabayama hier eingetroffene japanische Marinekommission. Prinz Heinrich und Gemahlin empfingen sodann eine Abordnung des See-Offiziercorps, welche einen Miniatur-Leuchtthurm überreichte, sowie eine Abordnung der Stadt Kiel, welche ein Modell für den im Schloßhofe zu errichtenden Denkmals-Brunnen übergab. Rostock, 16. Aug. Die Feier des 100jährigen Jubiläums des Mecklenburgischen Füsilierregiments Nr.90 wurde in Anwesenheit Seiner König!. Hoheit des Großherzogs, der Prinzen Adolf, Friedrich und Heinrich, der verwitweten Großherzogin Marie und der Prinzessin Elisabeth heute Vormittag durch einen Feldgottesdienst mit der Weihe der Fahnenbänder eröffnet. Mittags fand auf dem Neumarkte vor dem Großherzoge eine Parade des Regiments statt. Dem von den Offizieren am Nachmittag veranstalteten Festessen wohnten auch die Höchsten Herrschaften bei. Für den Abend ist eine Ballfestlichkeit in Aussicht genommen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Frankfurt a. d. O., 16. Aug. Seine Majestät der Kaiser traf in Begleitung Sr. Königs. Hoheit des Prinzen Leopold nebst Gefolge um 10 ff, Uhr Vormittags hier ein und wurde am Bahnhof von dem kommandirenden General des 3. Armeecorps, den Divisionsgenerälen, dem Regierungspräsidenten und Oberbürgermeister empfangen. Der Kaiser fuhr alsbald durch die prächtig geschmückte Stadt unter dem Jubel des massenhaft zusammengeströmten Publikums nach dem Wilhelmsplatz, wo die Garnison und Deputationen der Regimenter des 3. Armeecorps in Parade standen. Die Vereine und Korporationen bildeten in den Straßen Spalier. Die Feier der Enthüllung des Denkmals für den Prinzen Friedrich Karl wurde durch den Chorgesang „Die Himmel rühmen des Ewigen Güte" eröffnet; nachdem Garnisonsprediger Thiel die Weiherede gehalten hatte, ertheilte der Kaiser den Befehl, das Denkmal zu enthüllen. Unter brausendem Hurrah und Geschützdonner fiel die Hülle. Der kommandirende General des Armeecorps übergab das Denkmal der Stadt. Nachdem die Truppen vor dem Kaiser defilirt hatten, begab sich Allerhöchstderselbe zum Regierungsgebäude und fuhr von dort, überall stürmisch begrüßt, nach dem Herzog Leopold-Denkmal, alsdann nach dem Rathhause, wo der Oberbürgermeister den Kaiser begrüßte. Hier begann um 12 Uhr Mittags das von der Stadt gegebene Dejeuner, woran der Kaiser. Prinz Leopold, Generalfeldmarschall Graf Blumenthal, die Generalität, die Spitzen der Behörden, der Bildhauer Unger und Andere Theil nahmen. Beim Dejeuner sprach der Kaiser seinen Dank für den feierlichen Empfang aus und sagte, er wisse die Bande inniger und treuer Ergebenheit zu schätzen, welche seit Jahrhunderten das Volk mit dem Hause Hohenzollern verbänden. Das Wolff'sche Bureau berichtet über den Trinkspruch des Kaisers, daß Allerhöchstderselbe etwa Folgendes sagte: Kaiser Wilhelm I. habe wohl gewußt, wen er auswählte, als er dem Prinzen Friedrich Karl das Kommando des 3. Armeecorps übergab. Sein eiserner Charakter, sein mächtiger Wille und sein strategisches Genie befähigten den Prinzen besonders, dieses Armeecorps zu führen, die brandenburgi- sche Jugend zu Soldaten heranzubilden, da Brandenburger die Schlacht bei Vionville geschlagen Hütten. Wir stehen in einer ernsten Zeit, Kaiser Wilhelm, Kaiser Friedrich, Prinz Friedrich Karl, andere große Heerführer, die das Reich schaffen halfen, sind nicht mehr, sie werden aber in dem deutschen Volke ewig fortleben. Wie die Brandenburger mit eiserner Kraft und unermüdlicher Thätigkeit dem kargen Boden ihren Erwerb abringen, so habe das dritte Armeecorps dem Feinde den Sieg abgerungen, die Leistungen aber, die es vollbracht habe, verdanke es vorzugsweise dem verstorbenen Prinzen. Es könne niemals die Rede davon sein, Errungenes wieder aufzugeben, darüber herrsche nur eine Stimme, daß man lieber unsere 18 Armeecorps und 42 Millionen Einwohner auf der Strecke liegen, als nur einen Stein von dem Errungenen wegnehmen lasse., In diesem Sinne trinke er auf das Wohl seiner Brandenburger, der Stadt Frankfurt a. d. O. und des 3. Armeecorps. — Zehn Minuten vor 2 Uhr verließ Kaiser Wilhelm das Rathhaus und begab sich mit dem Prinzen Friedrich Leopold im offenen Wagen nach dem Bahnhofe, wo Punkt 2 Uhr die Abfahrt erfolgte. Die in den Straßen und am Bahnhofe versammelte Volksmenge begrüßte den Kaiser mit begeisterten Zurufen. > Homburg, 16. Aug. Seine Königliche Hoheit der Prinz von Wales ist gestern Abend 8'/z Uhr hier eingetroffen und hat in der Villa Hammerschmitt Wohnung genommen. Wiesbaden, 16. Aug. Die Prinzessin von Wales nebst Töchtern Luise, Victoria und Maud ist gestern Abend 6^ Uhr hier eingetroffen. Höchstdieselbe wurde auf dem Bahnhofe von dem Könige und dem Prinzen Johann von Dänemark empfangen. München, 16. Aug. Den „N. N." zufolge sind gestern in Lindau drei schweizerische Schmuggler verhaftet worden, als sie beim Ausladen mehrerer Zentner sozialistischer jede Wirkung geht verloren. Der oberste Gerichtshof hat für uns Deutsche ein besonderes Interesse; ein Werk des jüngern Semper ziert denselben: eine Justitia. Bis vor kurzem waren die Theater Mclbournc's, das neuere Rohal etwa ausgenommen, sehr bescheidene Bauten. Seitdem ist nun das Prinzeßtheater eröffnet worden. Nach dem, was ich darüber in den Zeitungen gelesen habe, soll dasselbe innerlich wie äußerlich mit einem Luxus ausgestattet sein, der alles hier Gesehene in den Schatten rückt und das Theater den besten Bühnen Frankreichs und Italiens an die Seite stellt. Die städtischen Passagen, hier heißen sic „Arcaden", sind entsetzlich eintönig und bilden durchaus keine Zierde Melbournes. Allenthalben fällt noch überdies der große Abstand zwischen Haupt- und Nebenstraßen auf: von irgendwelchem Stile ist in den letztem auch nicht die geringste Rede. Viereckige Backsteinkasten, wcißgetüncht und meist zwei Stockwerke hoch, mit den nöthigcn Oeffnungen für Thüren und Fenster, das ist Alles. Der Gesammteindruck, den diese über Nacht nach der Schablone zufommengekleisterten Behausungen machen, ist denn daher auch, wie sich denken läßt, unsäglich nüchtern. Es hieße jedoch ungerecht verfahren, wollte man aus dieser stnnabstumpfenden Eintönigkeit einen Vorwurf speziell der Hauptstadt an der Aarra machen; vielmehr trifft derselbe jede Stadt Australiens ohne Ausnahme. Es ist dies eben eine durchaus anglo-australische Baumanicr, die aber jeden Nichtengländer vermöge ihrer entsetzlichen Langweiligkeit schon bei dem ersten Gange durch die Straßen abstößt. Weithin sichtbar thront die mächtige Kuppel des Ausstellungspallastes auf den Höhen der Carlton-Gärten in der Vorstadt gleichen Namens. Man hält das Ansstellungsge- bäude in Australien selbstverständlich für ein Wunderwerk: mir ist der massige Renaissancebau keineswegs sympathisch. Paris und London sollen seine Vorbilder gewesen sein; seitdem bewundere ich die Melbourne!; es liegt etwas Erfrischendes in dieser Unverfrorenheit, die zauberhafte Eleganz des Trocadero mit jenem plumpen Dinge in den Carlton-Gärten zu vergleichen. Ich kann nun einmal einen mit Cemcnt verputzten Backsteinbau nicht schön finden, selbst dann nicht, wenn derselbe über 230 000 Pfd gekostet hat. Den Blick von der Rotunde des Palastes, 220 Fuß vom Boden, zu genießen, habe ich versäumt ; derselbe soll ein unvergleichlich schöner sein. Doch gibt bereits die Aussicht vom Plateau der Gärten auf die Stadt und weiter auf Port Philipp ein getreues Bild der Ausdehnung von Melbourne, und wie der Blick weithin schweift über die gewaltigen Häuser- mafsen, um sich zuletzt in dem Gewirr des Mastenwaldes auf dem Hafen zu verlieren, kann ein andächtiges Gemüth dem stau- ncnswerthen Schaffen von Menschengeist und Menschenhänden vollste Anerkennung nicht versagen. Das erste Ausstellungsgebäude, welches Melbourne sah. erhob sich vor nun 34 Jahren auf dem Grund und Boden des heutigen Münzamtes. Es war aus Holz und Eisen gebaut und wurde innerhalb weniger Wochen aufgeführt, galt aber selbstverständlich damals gleichfalls für das uou plus ultra eleganter Baukunst. Bald begann der Zahn der Zeit indessen seine Spuren an der leichtgebauten Halle zu hin' terlassen; sie zerfiel in Trümmer: zu guterletzt war man sogar genöthigt, sie so rasch als möglich abzubrechen. 8ie u-rmsn gloria wuaäi! Aber nun die Gärten ! Die öffentlichen Anlagen, an erster Stelle die reizenden Gärten an der Treasury, gehören zu dem Schönsten, das Auge und Sinnen hier geboten wird. Noch beute denke ich mit unvermindertem Entzücken einer Mondnacht in den Fitzrsy-Gärten. Ein schwüler Sommertag senkte sich zur Neige, am leichtbewölkten Firmament erglänzte das Gestirn der Nacht. Ein Silberlicht war über die schlafende Natur ergossen, gleich Elfen tauchte es hervor aus dunklen Laubgebüschen, der kalte Marmor schien belebt und heimlich lauschten schneeige Gestalten: all dies umfangen vom berückend warmen Hauche des Südens — ein wonnigfüßer Rausch der Feennacht! So ist das heutige Melbourne. Das Nationalmuseum bewahrt ein kleines, anspruchloses Bild in seinen Räumen auf, das uns den weitentlegencn, halbvergessenen Flecken zeigt, so wie derselbe in den vierziger Jahren war; damals gehörte Melbourne noch zu Neusüdwales. Vor meinen Augen liegt ein Panorama der jugendlichen Hauptstadt von Victoria aus der Jetztzeit — was haben diese 40 Jahre doch vollbracht! Schriften und der Auflage der neuesten Nummer des „Sozialdemokrat" aus einem mit Mühlsteinen beladenen Segelschiffe beschäftigt waren. Z Stuttgart, 16. Aug. Der Generalseldmarschall und Inspekteur der 4. Armeeinspektion Graf Blumenthal kommt im Auftrag des Kaisers zu den Truppenbesichtigungen nach Württemberg. Er trifft am 23. Aug. in Ulm ein. — In den letzten Tagen war der Oberpräsident Graf v. Zedlitz-Trützschler in unserm Land zu Gaste, und zwar bei den Herren Landoberstallmeister v. Hofacker und Minister a. D. Frhrn. v. Barnbüler auf Hemmingen, mit denen er Ausflüge machte, um den kleinbäuerlichen Betrieb in Schwaben zu studiren. Graf Zedlitz steht bekanntlich an der Spitze der Ansiedlungskommission, deren Interessen ihn zu dieser Reise veran- laßten. Es heißt, man würde die Ansiedlung schwäbischer Bauern in jenen Landestheilen nicht ungern sehen, und man erinnert sich dabei eines bekannten Worts des Für - sten Bismarck, der von Anfang an die Schwaben als Kolonisatoren empfahl, da er ihnen die stärkste Widerstandskraft und größte Zähigkeit in der Bewahrung ihrer deutschen Eigenart zuschreibt (unter Hinweis, auf die schwäbischen Kolonien in Südrußland, Syrien und in anderen Ländern, in denen sich das schwäbische Wesen bis heute unverfälscht erhalten hat. — Die Stadt Schorndorf feiert am 6. und 7. Sept. die zweihundertjährige Gedenkfeier der Befreiung der von Melac belagerten Stadt durch die muthigen „Weiber von Schorndorf". Wir dürfen den geschichtlich beglaubigten Vorgang als bekannt voraussetzen, er ist auch dichterisch mehrfach ver-, werthet. Die Schorndorfer werden einen historischen Aufzug und ein von Adolf Wechsler-Ulm gedichtetes Festspiel aufführen. Orstrrrrich-Nngarn. Pest, 16. Aug. Der Minister für die Landesverthei- digung, Feldmarschalllieutenant BaronGeza Fejervary, feierte gestern das 40jährige Jubiläum seiner militärischen Wirksamkeit. Aus diesem Anlässe gelangten an ihn aus allen gesellschaftlichen Schichten nicht nur Ungarns, sondern der ganzen Monarchie zahlreiche, überaus ehrende Gratulationen. Früh Morgens begrüßte Ministerpräsident Koloman Tisza sammt seinen hier weilenden Minister- kollegen den Jubilar und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Jubilar seine ausgezeichneten Dienste noch viele Jahre hindurch im besten Wohlsein dem Vaterlande und der Krone widmen möge. Nach dem Minister sprach die Deputation des 46. Infanterieregiments, dessen Inhaber der Jubilar ist, unter Führung des Obersten Halecky, vor, nach dieser eine Deputation des 6. Regiments unter Führung des Obersten Ulmansky; dies ist jenes Regiment, in dessen Verbände Baron Fejervary sich im schles- wig-holstein'schen Kriege besonders auszeichnete. Zu Hunderten trafen auch Gratulationsdepeschen ein, darunter die des Kronprinzen Erzherzog Rudolf und mehrerer Erzherzoge und des Kardinal-Erzbischofs vr. Ludwig Haynald. Am 23. August wird unter Persönlicher Führung des Erzherzogs Josef das ganze Offiziercorps der ungarischen Landwehr seine Gratulation dem Minister überbringen. — Nach dem hiesigen „Militärblatte" sollen die Bestimmungen des neuen Wehrgesetzes sowohl bezüglich der Aenderung des Präsenzstandes als bezüglich der übrigen Neuerungen noch in diesem Herbste in's Leben treten, obwohl die Giltigkeit des besteheuden Wehrgesetzes erst Ende des nächsten Jahres abläuft. Italien. Rom, 16. Aug. Der deutsche Botschafter Graf Solms ist heute auf Urlaub nach Deutschland abgereist. Ministerpräsident Crispi reiste heute Abend über Turin nach Valdieri ab, um mit dem König Humbert zu konferiren. — Aus Rom wird der „Nordd. Allg. Ztg " geschrieben „Mit besonderer Genugthuung und aufrichtiger Befriedigung wurde hier und in ganz Italien die nun, wie es scheint, offiziell bestätigte Nachricht von dem im Frühhcrbste dieses Jahres bevorstehenden Besuche Kaiser Wilhelms H am hiesigen Hofe ausgenommen, und Niemand kann die auch politische Wichtigkeit dieses Besuches verkennen. Der Besuch des Deutschen Kaisers in der Hauptstadt Italiens bedeutet und beweist, daß Allerhöchstderselbe den großen Werth der Freundschaft und Allianz mit Italien erkennt, die freundlichsten Gesinnungen ür das italienische Königshaus und Italien hegt, diesen freundlichen Gesinnungen auch nach außen Ausdruck zu geben wünscht, und daß auch seinerseits nichts unterlassen werden wird, die Beziehungen zwischen beiden Staaten und den Regierungen immer freundlicher und herzlicher zu gestalten. Wie es heißt, ist der Zeitpunkt des kaiserlichen Besuches in Rom für die zweite Hälfte des Monats Oktober in Aussicht gestellt und wird der 18. Oktober als der Tag der Ankunft bezeichnet. Große Feste werden hier für den Empfang des hohen Gastes vorbereitet, doch am groß, artigsten wird jedenfalls die herzliche und enthusiastische Aufnahme sein, welche ihm die hiesige Bevölkerung und ganz Italien bereiten wird. Aufrichtig dankbar ist man hier auch dem Ministerpräsidenten Crispi, welcher die vertraulichen Verhandlungen über den kaiserlichen Besuch in so geschickter und erfolgreicher Weise zu führen verstand. Herr Crispi wird gegen Ende dieses Monats den König auf seiner zu jener Zeit bevorstehenden Rundreise in der Romagna begleiten und sich dann, um seine Familie abzuholen, nach Karlsbad und von dort auf einige Tage nach Neapel u»d Castellamare begeben, um sich von der angestrengten Thätigkeit der letzten Zeit einigermaßen zu erhole»." Frankreich. Paris, 16. Aug. In Abbeville, wo Boulanger heute Vormittag eintraf, fanden ebenfalls Kundgebungen und tumultuarische Auftritte statt. Boulanger begab sich auf den Friedhof, um auf dem Grabe des Admirals Bourbet einen Kranz niederzulegen. Der Friedhof wurde von Truppen und der Polizei bewacht, welche nur Boulanger den Eintritt gestattete. Beim Heraustreten hielt Boulanger eine Rede, die solchen Tumult hervorrief, daß die Polizei einschreiten mußte. Mehrere Personen wurden verhaftet. —Nach amtlicher Meldung aus Cayenne ' » t r zerstörte in der Nacht zum Sonntag eine Feuersbrunst den größten Theil des kommerziellen Stadttheils. Der Feuerschaden wird auf 10 Millionen Francs geschätzt. — Aus Cairo wird der „Agence Havas" gerüchtweise gemeldet, die Anhänger des Mahdi hätten Gon dar niedergebrannt. — Das „Journ. des Dubais" schreibt über den Strcik- »Bor drei Tagen noch sprach man nur von Arbeitseinstellungen und geräuschvollen Kundgebungen. Das Pflaster gehörte unbe- stritten den Erdarbeitern, den Friseurgehilfen und Cafekellnern, welche ihre freiwillige Muße in der bekannten Weise verwandten. Diese Leute schienen die Gabe zu haben, zugleich überall zu sein; man sah sie zugleich auf den verschiedensten Punkten v»n Paris, dort, wo es galt, die Arbeiter von einem Werkplatz zu vertreiben, ein Unterbringungsbureau zu plündern, eine Brauerei zu demo- liren. Mehrmals des Tages erlebten wir die spontane Bildung von Föderationen und Syndikaten, die, kaum geboren, die Arbeitsbörse mit dem Geräusch ihrer Ansprüche erfüllten. Bald meldete man uns für morgen den allgemeinen Streik der Kärrner, der Maurer und Steinhauer; bald traten die Kutscher auf den Plan; ein andercsmal wies man auf Symptome einer Arbeitseinstellung bei den Zimmerlenten und Metzgcrknechten hin. Die sozialistischen Blätter sprachen selbst von einem Herabsteigen von 100,000 Streikenden in die Straße. Heute hat Paris wieder sein gewöhnliches Aussehen angenommen, die ehrbaren Leute können ihren Beschäftigungen nachgehen und die Arbeiter, welche arbeiten wollen, haben auf den Werkplätzcn nicht mehr den Einbruch ordnungsloscr Banden zu fürchten. Was ist da vorgegangen? Wie ist die Ruhe fast ohne Uebergang der Aufregung der verflossenen Tage gefolgt? Das Kabinct hat ganz einfach einen kleinen Anlauf von Energie gezeigt, indem es die Arbritsbörse schließen ließ und den Szenen von Unordnung ein Ende setzte- Weiter bedurfte es nichts, um die äußerliche Erhitzung zu dämpfen und den Arbeitern die Rückkehr in die Werkstätten zu gestatten, welche sie nur unter dem Drucke der Rädelsführer verlassen hatten. Wie mit einem Zauberschlag hörte das Auftauchcn neuer Syndikate und Bündnisse auf, und die Friseurgehilfen haben für ihre Fähigkeiten eine andere Verwendung als auf der öffentlichen Straße gefunden. Selbst die Beredsamkeit der Herren Vaillant und Boule ist versiegt. Dieser Umstand überrascht uns nicht. Wir haben immer gesagt, daß die Aufregung der letzten Tage mehr oberflächlich als tief sei) daß die Pariser Bevölkerung niemals mehr Bcdürfniß nach Ruhe gehabt habe und daß sie nur im Frieden zu arbeiten verlange." Großbritannien. London, 16. Aug. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog von Hessen ist heute hier angekommen. — In London gilt es als sicher, daß der Prinz von Wales im Laufe des September dem Kaiser von Oesterreich einen Dankbesuch für die Verleihung des 12. Hu- saren-Regiments erstatten wird, ohne daß der Zeitpunkt dafür bisher genau fixirt wäre. Es ist zugleich davon die Rede, obschon dies noch nicht feststeht, daß der Prinz aus dieser Reise von seinem ältesten Sohne, dem Prinzen Victor begleitet sein wird. — Die internationale Konferenz wegen Abschaffung der Zuckerprämien ist heute im Ministerium des Auswärtigen wieder zusammengetreten. Sie vertagte sich indessen nach dreistündiger Sitzung bis zum 27. August, weil es für nothwendig erachtet wurde, daß die Delegirten über gewisse Punkte weitere Instruktionen einholten. -lieber den Inhalt der Klageschrift Parnells gegen die .Times" bringt der Edinburger Korrespondent der „Daily News" folgende Mittheilungen: „Die Klage Parnells ist dem Eigenthümer der „Times", John Walther, und dem Drucker des Blattes, G- E- Wright, bereits eingehändigt worden. Parnell fordert 50000 Pfd. Sterl. Schadenersatz und der Prozeß wird im Oktober vor Lord Kinnear und einer Jury in Edinburg zur Verhandlung kommen. Parnell begründet seine Klage auf die bekannten „Parnellismus und Verbrechen" betitelten Artikel der „Times". Hierunter sind auch der nachgebildete Brief und die denselben begleitenden Artikel, die Besprechungen des Blattes darüber, daß Parnell die Echtheit des Schreibens in Abrede stellte, der zweite Theil der als Broschüre gedruckten Artikel über „Parnellismus und Verbrechen" und alle im Laufe des O'Donnell- schen Prozesses vom Generalanwalt angeführten Schreiben, ins' besondere der angeblich an Egan gerichtete Brief begriffen. Parnell gründet seine Klage ferner auf die Art und Weise, wie die „Times" die Rede des Generalanwalts ausgenutzt haben, und den Bericht, welchen die Zeitung über den O'Donnellschen Prozeß gebracht hat. In der Klageschrift heißt es, daß alle erwähnten Briefe und Artikel gefälscht sind. Kein einziger sei vom Kläger geschrieben oder unterzeichnet worden, weder von ihm selbst, noch auf seine Veranlassung. In den besagten gefälschten Briefen und Artikeln werde von dem Beklagten böswillig und verleumderisch behauptet: 1. daß der Kläger die Ermordung Burke's im Phönixpark Dublin guthieß und billigte; 2. daß er, um gewisse Personen zu beruhigen, Briefe versaßt habe, worin er seine öffentliche Verurtheilung des Verbrechens entschuldigte; 3. daß er Frank Byrne die Mittel zur Flucht nach Frankreich gewährt habe, weil er gewußt habe, daß ein Haftbefehl gegen Byrne ausgestellt worden sei; 4. daß er Patrick Egan schriftlich aufgefordert habe, die Ermordung des irischen Obersekretärs Förster zu betreiben. Diese Schreiben und Behauptungen wurden in der Presse der ganzen Welt kommentirt und bildeten den Gegenstand der Erörterung in beiden Häusern des Parlaments. Sie haben die Gefühle des Klägers auf das Empfindlichste verletzt und seinen persönlichen und politischen Charakter und seinen Ruf tief geschädigt." Türkei. Koustalitiuopkl, 16. Aug. Die türkische Note über Massauah ist nun doch noch abgeschickt worden. Der Muptpassus des Rundschreibens erklärt, wie das Reuter- iche Bureau erfährt, die Besitzergreifung Massauahs als Vertragsverletzung und weist die Anschauung zurück, oaß d,e Pforte auf ihre Besitzungen an der Westküste des Bröthen Meeres verzichtet hätte, weil der betreffende Artikel der Suez^ Konvention nur von den östlichen Be- nur , - „im Rothen Meere spricht, legung sn gänzlich falsch. Eine solche Aus- Nmrrrka. ..^ttshmgtou, 15. Aug. Durch ein gestern veröffent- Ttchtes . Dekret des Präsidenten Cleveland ist General Shosreld an Stelle des verstorbenen Sheridan zum Oberbefehlshaber der Armee der Vereinigten Staaten ernannt worden. — In den Bereinigten Staaten von Nordamerika ist seit einiger Zeit schon die Wahlcampagne für die Präsidentschaft eröffnet. Die beiden großen Parteien, die Demokraten und die Republikaner, haben nicht allein ihre Kandidaten, Cleveland und Harrison (Thurman und Levi P. Morton für die Vicc- präsidentschaft), ausgestellt, sondern bereits ihre Wahlkomites gewählt. Der Kampf wird sich hauptsächlich um die Tarifreform drehen. Mr. Cleveland denkt an eine ausgiebige Herabsetzung des Schutzzolltarifes, welcher seinerzeit für die Bedürfnisse des Sezessiomstenkrieges geschaffen und im Interesse der nationalen Produktion aufrechterhalten wurde. Vorläufig verlangt er allerdings nur eine rein fiskalische Reform des Tarifes, nämlich die Reduktion jener Zölle, welche keinen Zweig der nationalen Produktion beschützen. Das Kongreßmitglied Mills hat eine Bill in diesem Sinne in der Repräsentantenkammer eingebracht, welche angenommen wurde und gegenwärtig dem Senate vorliegt, dessen republikanische Majorität dieselbe jedoch ablchnen oder radikal abändern dürfte. Die Republikaner ihrerseits haben die Reduktion der inneren Steuern, insbesondere der indirekten Abgaben auf die Alkohole, auf ihr Programm geschrieben, wobei sie aber eventuell ihre Rechnung ohne die Temperenzler gemacht haben könnten, und diese find bekanntlich in Amerika ein sehr einflußreicher Wahlfaktor. Das wäre der Kern des großen Kampfes, welchen der Wahlkörper der Republik auszufechtcn haben wird; die Präsidentenwahl steht unter dem Zeichen des Zolltarifs. Grotzherzogthum Baden. Karlsruhe, den 17. August. Heute Nachmittag begab Sich Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Extraboot nach Schloß Friedrichshafen zum Besuche Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Württemberg. Höchstderselbe wird Abends nach Schloß Mainau zurückkehren. Gestern Abend ist Major von Eichhorn auf Schloß Mainau eingetroffen, welcher von dem Großherzog beauftragt war, den kommandirenden General des 15. Armeecorps General der Kavallerie von Heuduck zu seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläum zu beglückwünschen und ihm die goldene Kette zum Großkreuz des Zähringer- Löwen-Ordens zu überbringen. Der Flügeladjutant Hauptmann Freiherr von Gagern ist ebenfalls aus Schloß Mainau eingetroffen. Seine Königliche Hoheit derGroßherzpg haben Sich gnädigst bewogen gefunden, dem Inhaber der kunstgewerblichen Anstalt für Glasmalerei und Glasätzung Otto Vittali in Offenburg auf Ansuchen das Prädikat „Großherzoglich Badischer Hoflieferant" zu verleihen. * (Excellenz v. Obernitz), der aus dem aktiven Heer ausgeschieden, verließ vorgestern unsere Residenzstadt, deren Bewohner ihm stets ein freundliches Andenken bewahren werden. 8ekw.(In der heutigenStadtrathssitzungsbrachte der Vorsitzende ein Schreiben Seiner Excellenz des Generals der Infanterie von Obernitz zur Verlesung, worin derselbe in freundlichen Worten sich verabschiedet. Es wird ein Dankschreiben an den Genannten beschlossen, in welchem des freundlichen Entgegenkommens gedacht werden soll, das die Stadtverwaltung stets von demselben erfahren habe, und die Liebe und Verehrung Ausdruck finden soll, welche die Bevölkerung der Stadt mit Dank immerdar demselben bewahren werde. * (Ein militärisches Ständchen) ward gestern Abend 8 Uhr dem kommandirenden General des XlV. Armeecorps, Excellenz v. Schlichting, von den drei hier garnisonirenden Regimentskapcllen vor dem Hotel Germania dargebracht. Der Herr General wohnte der Musikaufführung, umgeben von zahlreichen höheren Offizieren, auf der nach der Kriegsstraße gelegenen Terrasse des Hotels bei, während sich in der Umgebung des Hotels ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. * (Der Bad. Militärvereinsverband) hält seinen 14. Abgeordnetentag am Sonntag den 23. September in den „Bier Jahreszeiten" dahier ab. O Mannheim, 16. Aug. (Ein Leichenzug), wie er größer kaum hier schon gesehen, bewegte sich gestern Abend von der Kettenbrücke her zum Fncdbofc. Die Särge bargen die Körper der am letzten Sonntag bei der Rückkehr von einer Kahnparthie ertrunkenen Mitglieder des Mannheimer Ruderklubs, Dörr und Petri; die überaus starke Betheiligung an dem Leichenbegängniß gab ein beredtes Zeugniß für die den Hinterbliebenen der Verunglückten entgegengebrachte Thcilnahme. Außer den verschiedenen Ruderkorporationen nahmen die Feuerwehr, der Radfahrerverein und eine lange Reihe sonstiger Freunde der Entschlafenen am Zuge Theil. Die Geistlichen Herren Stadtpfarrer Winter- roth und Stadtvikar Rohde hielten die Trauerreden, während eine Musikkapelle und der Sängerchor der Feuerwehr durch ihre Mitwirkung an der Trauerfeier dieselbe verschönerten. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 17. Aug. Seine Majestät der Kaiser beehrte den Generalfeldmarschall Grafen Moltke, welcher hierher gekommen ist, um Seiner Majestät für die jüngsten Gnadenbeweise zu danken und sich ihm als Chef der Landesvertheidigungskommission vorzustellen, mit einem Besuche. Wiesbaden, 17. Aug. Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Griechenland ist heute Mittag dahier eingetroffen. Es heißt, Höchstderselbe werde als Gast Seiner Majestät des Königs von Dänemark einen vierzehntägigen Aufenthalt hier nehmen. Stuttgart, 17. August. (Privattelegramm.) Seine Majestät der König geht, wie jetzt beschlossen ist, in der zweiten Hälfte des Oktober nach Nizza; Seine Majestät litt während den naßkalten Sommerwochen viel an katarrhalischen Beschwerden; die Aerzte erklären einen Winteraufenthalt in südlichem Klima für unausweichlich. B Wien, 17. Aug. (Privattelegramm.) Die „Presse" meldet, daß der Minister des Auswärtigen, Graf Kaluoky, den Fürsten Bismarck im Laufe des nächsten Monats in Friedrichsruh besuchen werde. Rom, 17. Aug. Eine Depesche des Generals Baldissera an den Kriegsminister enthält Einzelheiten über den Kampf gegen Saganeiti und spricht die Gewißheit aus, daß alle italienischen Offiziere, deren heldenmüthige Haltung gelobt wird, getödtet worden seien. Alexandria, 17. Aug. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureau richtete die egyptische Regierung, den Instruktionen der Pforte gemäß, an den italienischen Generalkonsul einen Protest gegen das Protektorat Italiens über Zula. New-Uork, 17. Aug. Der Postdampfer „Wieland" berichtete bei seinem Eintreffen hier, daß am 14. August, Nachmittags 4 Uhr, bei einer Sandinsel zwischen den Dampfern „Thingvalla" und „Geiser" ein Zusammenstoß stattfand. Der „Geiser" sei nach 5 Minuten gesunken. 14 Passagiere und 17 Mann von der Besatzung des Schiffes, unter letzteren der Kapitän, wurden gerettet, 72 Passagiere und 33 Matrosen sind dagegen ertrunken. Die Ueberlebenden wurden an Bord des „Wieland" genommen, welcher auch alle Passagiere des „Thingvalla", 455 Personen, aufnahm. Letzteres Schiff versucht, stark beschädigt, die Reise nach Halifax fortzusetzen. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Wttterungstreodachtungen der Meteors!. Station Karlsruhe. August Barom WM Therm. in 0. Slbjol. Zeucht. Relative feit in Wind. Himmk!. 16. Nachts 9 U. 751-2 16 2 12.0 87 SW bedeckt 17. Mrgs. 7 U 749.8 13 2 10.0 89 NE 17.Miltgs.2U. 747.V 17 8 99 65 NE '' Wasserstand des Rheins. Maxau, 17. Aug., Mrgs.S,15m, gefallen 10 am. Wetterkarte vom 17. August, Morgens 8 Uhr. Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 17. August 1887. Staatöpapiere. l Bahnaktie»» 4°/° Deutsche Reichs- Staatsbahn 209V, anleih: 108.20 Lombarden 86 4°/» Preuß. Kons. 107.25 Galizier 174.20 47° Baden in fl, 103.55 Elbthal 165V. 4°/o „ inM. 105.60 Mecklenburger 156.20 Oesterr. Goldrente 92.50 Mainzer —.— z „ Silberr. 68 80jLübeck-Büch.-Hb. 168.— 4V» Ungar. Goldr. 83.90 Gotthard 131.80 ussen — 1S77r 1880r z II. Orientanleihe ! Italiener Egypter ^ Spanier l Serben . Banken. ! Kreditaktien Diskonto-Kom- mandit Basler Bankver. Wechsel und Sorte«. Wechsel a. Amstd. 169.42 „ „ London 20.48 „ . Paris 80.81 „ „ Wien 165.65 Napoleonsd'or 16.19 Privatdiskonto 2 Bad. Zuckerfabrik 90.— Alkali Westereg. —.— NachbSrse- Kreditaktien 262'/, 83.60 60. 97.30 84.80 73.50 82- 221'l 221.90 165.— Staatsbahn .... 209V, DarmstädterBank 156.50 Lombarden 86'/, S°/,Serb.Hyp.Ob.86.20 Tendenz: fest. Berlin. Oest. Kreditakt. 164.60 „ Staatsbahn 105.50 Lombarden 43.70 Disk.-Kommand. 222.20 Laurahütte 126.70 Dortmunder 82.20 Marienburger 71.10 Böhm. Nordbahn —. Tendenz: —. Wie«. Kreditaktien 315.50 Marknoten 60.17 Ungarn 101.40 enden;: matt. Pari». 3V, Rente Spanier Egypter Ottomane Tendenz: 83.65 73V, 427.— 523.— Ueberstcht der Witterung. Während die Depression im Nordosten noch fortbcsteht, bat der hohe Druck über Großbritannien noch weiter zugenommen. Da zugleich flache Minima in Süd- und Südosteuropa zu lagern scheinen, so dauert über Deutschland die vorwiegend nördliche Luftströmung an und ist das Wetter trüb und kühl, ohne erhebliche Niederschläge. Aufruf. P.671.2. Zur Ausbildung als Krankenpflegerinnen können unbescholtene Jungfrauen und kinderlose unabhängige Witwen, welche sich diesem Berufe widmen wollen, bei uns Aufnahme finden und kann der Eintritt jederzeit erfolgen. Für Damen, welche den Bildungsgang höherer Lehranstalten durchgemacht haben, bietet die Mannigfaltigkeit des Dienstes an unfern veischiedencn Pflegestationen die Möglichkeit einer ihren Bildungsstand berücksichtigenden Verwendung. Schriftliche oder persönliche Anmeldungen wären an den Unterzeichneten Vorstand zu richten. Karlsruhe, den 6 August 1888. Der Vorstand der Abtheilung HR des Badische« Frauenvereins. Hanf-, Änte-Spinnerei und Lindfadenfadrik Emmendingen. Die Inhaber von Stamm- und Prioritätsaktien der genannten Gesellschaft werden zu der 4. ordentlichen Generalversammlung auf Mittwoch den 26. September d. I., Nachmittags 2 Uhr. in das Direktionsgebäude der Fabrik nach Emmrndingeu höflich eingeladen. Tagesordnung. 1. Geschäftsbericht. 2. Vorlage des Abschlusses pro 30. Juni 1888. 3. Genehmigung desselben. 4. Wahl des Aufsichtsrathcs. 5. Beschlußfassung über ein Anerbieten betr. § 20 des Vertrages vom 20. Dezember 1887. 6. Abänderung der Firma. Emmcndingen, 16. August 1888. O. 986._ Wiesenthalbahn - Gesellschaft. Die auf 1. September fällige halbjährliche Dividende' wurde auf Mk. 1V. — bezw. Fr. 12.50 per Actie festgesetzt und kann vom Verfalltage an bezogen werden in Basel bei den Herren Zahn Cie., in Lörrach bei der Kreis-Hypothekenbank, in Schopfyeim bei den Herren Gottschalk Hs Majer, an welchen Zahlstellen auch die Coupons unserer Obligationen eingelöst werden. Lörrach, den 13. August 1888. P. 722.1.Direktion der wielenthaldahn. Verkauf. Einem hohen Adel und k. ?- Publikum beehre ich mich anzuzeigen, daß ich am 15. August mit einem großen Transport Reit- und Wagen-Pferde, aus den besten Gestüten Galiziens und Ungarns stammend (darunter ein Vierer-Zug Schwarzbraun und ein Vierer-Zug Fuchsen) in knckvi» ankommen werde und selbe mit allen gewünschten Garantie« verkaufe. Hochachtungsvollst . (0. kV 8938) > 014 (Pferde-Geschäft Wien-Zürich) Stallungen: L«t«1 LLsnsmer, »eben dem Kurhaus, VIII» »«1«»«. Baden-Baden. P.630.6. Die am Bodensee (Schweiz) 410 M. — mit Eisenbahn- und Dampfschiff-Station und großem schattigem Park am See ist eine der reizendst gelegenen, besteingerichteten und best- frequentirten. Reine belebende Luft. Mildes Klima. Zahlr. Ausflüge. Ikiütliiir«-!». Dampf, Heiß luft-, Fichtennadel-, elektr., Wellen-, See-, Schwimmbäder rc. Man verlange den Prospekt! Vorzügliche Verpflegung bei sehr mäßigen Preisen. M.914.6. (0. IV 8278.) O.938.3. Gine ostpreuß. Braunstute, 9 Jahre alt, 16b c« hoch, von eleganter Figur, mit flotten Gängen, sicher, unter dem Sattel wie im Stall ganz vertraut, wird preiswürdig abgegeben. Nähere Auskunft durch die Expedition ds. Blattes. Bürgerliche Rechtspflege. Konkursverfahren. O.990. Nr.4554. Bühl. Indem Konkursverfahren über das Vermögen des Max Edesheimer in Bühl, Inhabers der Firma: „Mich. Edesheims" daselbst, ist zur Prüfung der nachträglich angemeldetcn Forderung der Firma: H. LJ. The Losen in Eupen Termin auf ^Donnerstag den 23. August 1888, Vormittags 8 Uhr, vor dem Gr. Amtsgerichte Hierselbst anberaumt. Bühl, den 17. August 1888. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Boos. Verschollruheitsverfahren. O.963.2. Nr. 16,721. Offenburg. Karl Huber von Urloffen ist im Jahr 1871 nach Amerika ausgewandert und hat seither keine Nachricht mehr von fich gegeben. Derselbe wird auf Antrag aufgefordert, binnen Jahresfrist seinen derzeitigen Aufenthaltsort anher anzugeben, ansonst er für verschollen erklärt und seine muthmaßlichen Erben in fürsorglichen Besitz seines Vermögens eingewiesen würden. Offenburg, den 13. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht Dies veröffentlicht der Gerichtsschreibcr C. Beller. O.907.2. Nr. 7421. Kenzingen. Das Großh. Amtsgericht Kenzingen hat unterm Heutigen beschlossen: Nachdem Theodor Fleitz von Kenzingen auf die diesseitige Aufforderung vom 24. Juli 1887, Nr. 7029, keine Nachricht von sich gegeben hat, wird derselbe für verschollen erklärt und dessen Vermögen seinen muthmaßlichen Erben, nämlich der Antragstellerin Anna Fleitz von Kenzingen, gegen Sicherheitsleistung in fürsorglichen Besitz gegeben. Kenzingen, den 8. August 1888. Der Gerichtsschreiber: ' Nuß. O.868.2. Nr. 8092. Müllheim. Großh. Amtsgericht dahier hat heute beschlossen: Friedrich Alling er von Sulzburg ist 1879 ausgewandert und dessen Aufenthaltsort unbekannt. Derselbe wird aufgefordcrt, binnen Jahresfrist sich zu melden, widrigenfalls er für verschollen erklärt und sein Vermögen den muthmaßlichen Erben in fürsorglichen Besitz gegeben würde. Müllheim, den 3. August 1888. Adler, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. O.867.2. Nr. 6207. Philippsburg. Der am 20. Februar 1869 zu Rheinsheim geborne Karl Schneider, Sohn des verstorbenen Engelwirths Kilian Schneider von da, ist am 25. Juni 1884 aus seinem Geburtsort verschwunden, ohne daß seit dieser Zeit irgend welche Nachricht von demselben oder über sein Verbleiben cingegangen ist. Dessen Mutter und zwei Schwestern haben deßhalb auch als seine mutbmaß- Dchcn Erben den Antrag auf Erklärung. daß derselbe verschollen sei, sowie auf Einweisung in den fürsorglichen Besitz des von demselben zurück- gelassenen Vermögens gestellt und wird diesem Anträge stattgegeben werden, falls der Vermißte nicht innerhalb Jahresfrist Nachricht von sich hierher gelangen läßt. Zugleich werden etwaige sonstige Erbberechtigte« desselben aufgefordert, sich binnen gleicher Frist mit ihren Ansprüchen dahier zu melden. Philippsburg, den 3. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Hersperger. Elltmüudigimgen. O.968. Nr. 16,937. Offen bürg. Amalia Gißler, ledig, geboren am ^ 28. April 1852, von Reichenbach, wurde durch diesseitigen Beschluß vom 12. August d. I., Nr. 16,858, wegen bleibender Gemüthsschwäche im Sinne des L-R.S. 489 entmündigt. Offenbar», den 12. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. O. Müller. O.976. Nr. 6402. Buchen. Elias Sichel von Bucken wurde durch diesseitiges Erkenntnis vom 27- Juli 1888, Nr. 6003, wegen bcibcnder Gemüthsschwäche entmündigt und heute Abraham Wolf, Kaufmann hier, als Vormund ernannt. Buchen, den 14. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. R. Jscle. Erbrinweisunge«. O.891.2. Nr. 11,564. Lörrach. Das Großh. Amtsgericht Lörrach hat unterm Heutigen verfügt: Nachdem auf die diesseitige Bekanntmachung vom 19. Juni ds. Js., Nr. 8970, Einsprachen nickt erhoben wurden, wird die Witwe des Johann Ernst Lien in, Luise, geb. Oertlin von Grenzach, in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes hiermit eingewiesen. Lörrach, den 7. August 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Amtsgerichts: Appel. O.808.2. Nr. 7339. Achern. Die Witwe des Gerbers Emil Knapps in Kappelrodcck, Caroline, geb. Lamm, hat die Einsetzung in den Besitz und die Gewähr des Nachlasses ihres Ehemannes nachgefucht. Diesem Gesuche wird stattgegeben, wenn nicht binnen 6 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Achern, den 26. Juli 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreibcr: Steinbach. O.817.2. Nr. 5191. Schönau. Gr. Amtsgericht Schönau hat heute verfügt: Die Witwe des Zimmermanns Franz Josef Djetzig, Serafine, geb. Böhler von Zell, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft ihres verstorbenen Ehemannes gebeten. Diesem Gesuch wird entsprochen, wenn nicht binnen 4 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Dies wird hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Schönau, den 26. Juli 1888. Der Gerichtsschreibcr: Fe uerstein. O. 765.3. Nr. 9159. Wiesloch Die Herz Kaufmann Witwe, Amalia. geb. Richheim von Baierthal, hat gemäß L.R.S. 770 um Einweisung in Befitz u. Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes nachgesucht. Diesem Gesuche wird entsprochen werden, wenn nicht innerhalb 4 Wochen Einsprachen hiergegen bei Gr. Amtsgericht hier erhoben werden. Wiesloch, den 27. Juli 1888. Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts. B allweg. Erbvorladungen. P. 692.2. Breisach. Taver, Karl und Baptist Gerber von Breisach sind am Nachlaß ihrer am 20. Juli 1888 verlebten Schwester, Karolina Gerber von da, kraft Gesetzes miterbbercchtigt, deren Aufenthalt ist nicht bekannt. Dieselben und für den Fall ihres Ablebens deren Nachkommen werden zu den Theilungsverhandlungen und zur Empfangnahme der Erbschaft mit Frist von drei Monaten und dem Bedeuten vorgeladen, daß, wenn der Ladung keine Folge gegeben wird, sie bei der Vertheilung des Vermögens übergangen werden. Breisach, den 2. August 1888. Großh. Notar Kury. P.646.2. Ettenheim. Alois Wölfle alt, am 18. März 1846 geboren, ehelicher Sohn des am 1. August 1888 in Schweighausen verstarb. Leib- gedingers Mathias Wölfle alt und der am 30. Juli 1853 verstorbenen Magdalena, geborne Billharz von Schweighausen, Amt Ettenheim . vermißt, ist mit zur Erbschaft seines obengenannten Vaters berufen. Derselbe wird andurch zur Vermögensaufnahme und zu den Erbtheilungs- verhandlungen mit Frist von drei Monaten mit dem Bedeuten vorgeladen, daß, wenn er nicht erscheint, die Erbschaft Denen wird zugetheilt werden, welchen sie zukäme , wenn der Vorgeladene zur Zeit des Erbanfalles nicht mehr am Leben gewesen wäre. Ettenheim, den 7. August 1888. Ernst Castorph, Notar. P.596.2. Mosbach. An den Nachlaß des dahier am 27. Juli 1888 verstorbenen Geometers Josef Anton Michael ist dessen Sohn, Josef Anton Michael, Konditor, an unbekannten Orten Amerika's sich aufhaltend, erbberechtigt. Dieser Sohn Josef Anton Michael wird zu der zu pflegenden Verlaffen- schaftsverhandluug unter Anberaumung einer Frist von drei Monaten mit dem Bedeuten vorgcladen, -daß, wenn er nicht erscheine, die Erbschaft Denen werde zugetheilt werden, welchen sie zukämc, wenn der Vorgeladene zur Zeit des Erbanfalles nicht mehr am Leben gewesen wäre. Mosbach, den 31. Juli 1888. Der Großh. bad. Notar: Gustav Hochstetter. P.562.2. Müllheim. Salomon Maier von Müllheim, zur Zeit an unbekannten Orten in Brasilien sich aufhaltend, ist zur Erbschaft seines am 22. Juli d. I. in Müllhcim verstorbenen Vaters, Isaak Maier, Jsr. Sohn, Handelsmanns von Müllhcim, berufen. Derselbe wird hiemit zur Vcrmögens- aufnahme und zu den Theilungsver- handlungcn vorgcladen mit dem Bedeuten, daß wenn er binnen drei Monaten nicht erscheint, die Erbschaft Denen würde zugetheilt werden. welchen sie zukäme, falls der Vorgeladene zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Müllheim, den 28. Juli 1888. C. Fraeulin, Großherzogl. Notar. Haudelsregistcreinträge. O.911. Nr. 16,222. Fr ei bürg. Unter O.Z. 39 des diesseitigen Genos- senschastsregisters wurde eingetragen die Genoffenschaft „Bereinigung für Ankauf von Liegenschaften zur Erbauung einer katholischen Kirche in der Wiehre, eingetragene Genossenschaft", deren Sitz Frciburg i/B. ist. Datum der Gründung der Genossenschaft ist der 21. Juli d- I. Gegenstand ist der Erwerb von Liegenschaften und die Erwirkung eines Kredits behufs Erbauung einer katholischen Kirche auf dem Platze zwischen der Schiller-, Basler-, Güntersthal- und verlängerten Kirchstraße. Dauer ist unbestimmt. Die Bekanntmachungen geschehen in dem Freiburger Tageblatt. Der von der Generalversammlung zu ernennende Vorstand besteht aus 4 Personen, einem Direktor und einem Stellvertreter, Rechner und Schriftführer. Der Direktor zeichnet allein. Der Aus- sichtsratb besteht aus 7 Mitgliedern. Die Vorstandsmitglieder sind die Herren Karl Waltcrspiel, Blasius Schweitzer, A. Gremmelspacher, Georg Kronenberger. Das Verzeichniß der Genossenschafter kann jeder Zeit bei dem Amtsgerichte eingeseben werden. Freiburg, den 8. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. G r a e f f. O.960. Nr. 16,743. Ofsenburg. Zu Ordn.Z. 272 des Firmenregisters wurde heute eingetragen: .Firma A. Reiff L Cie. in Offenburg." — Inhaber ist der verwitwete Buchdruckereibesitzer Alexander Reiff in Offenburg. Offenburg, den 7. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. G e r n e r. O.961. Nr. 16,812. Offenburg. Zu O.Z. 28 des Gesellschaftsregisters, „Firma A. Reiff L Cie. in Offenburg", wurde heute eingetragen: Durch Austritt des bisherigen Gesellschafters Leopold Stephan, Professor a. D.. wurde die Gesellschaft am 1. Juli d. I. aufgelöst. Der Theilhaber Alexander Reiff, verwitweter Buch- druckereibesitzer hier, auf welchen die sämmtlichen Aktiva und Passiva der aufgelösten Gesellschaft übergehen, betreibt das Geschäft unter der bisherigen Firma als Einzclfirma weiter. Offenburg, den 7. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. G crner. O.973. Nr. 12,270. Rastatt. Zu O.Z. 57 des Gefellschaftsregisters zur FirmaEiscnwerkeGaggenau, Flür- scheim und Bergmann, wurde heute eingetragen: Die Firma ist erloschen. Rastatt, den 9. August 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Farenschon. Zwangsversteigerung. P.732. Walds Hut. ll. Steigerungs Ankündigung. Am Donnerstag dem 3V. Angnst d. I., ittags S Uhr, werden im Rath- hausc zu Waldshnt dem Müller Johann Nepomuk Scheuble von da die unten erwähnten Liegenschaften der Gemarkung Waldshut infolge richterlicher Verfügung einer zweiten öffentlichen Versteigerung ausgesetzt und atsEigcn- thum endgiltig zugeschlagen, auch wenn der Schätzungspreis nicht erreicht wird: 1. Haus Nr. 225: Ein zweistöckiges Wohn- und Mühlegebäude, mit einstöckigem Wasserbau, zweistöckigem Oekonomiegebäude, eine einstöckige Sägemühle, mit Brct- terschuppen, mit Ziegeln gedeckt, ein Holzschopf zwischen Wohn- und Oekonomiegebäude mit der Mühleinrichtung, allem Zugehör und Getrieb der Mühle und Säge; ferner ca. 2 -» Sägeplatz und 27 « Kraut- u. Baumgarkcn, neben diesem Anwesen, Anschlag . 38,000 Mk. ca. 1 b» 73 » Wiesen in 3 Parzellen, Anschlag . 4,100 Mk. ca. 1 da 5 a Ackerfeld in zwei Parzellen, Anschlag ca. 26 a Kleefeld, Anschlag 'ca. 13 a Reben, Anschlag 2,800 Mk. 400 Mk. 300 Mk. Der Steigcrungspreis ist zu ^ baar und der Rest in 3 gleichen Jahreszic- lern 1889,91 zu zahlen. Waldshut, den 13. August 1888. Großh. Notar Schopf. Bern». Bekanntmachungen. P.734. Nr- 31,779. Pforzheim. Bekanntmachung. Das Auswanderungswcsen betr. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Gemcinderatb Christian Becker von Weiler als Agent des Auswanderungsunternebmers Konrad Herold in Mannheim für den diesseitigen Amtsbezirk bestätigt wurde. Pforzheim, den 14. August 1888. Großh. bad. Bezirksamt. C. Clemm. P.733. Nr. 14,333. Lahr. Bekanntmachung. Das Auswanderungswcsen betr. Herr Rathschreiber David Wickert von Ichenheim wird als Agent der zur Beförderung von Auswanderern kon- zcssionirten Herren Walther L v. Reckow in Mannheim für den Amtsbezirk Lahr bestätigt. Lahr, den 14. August 1888. Großh. bad. Bczirkshmt. _ »r. Bronn. _ P.736. Karlsruhe Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit Giltigkeit vom 1. September l. I. werden die Stationen Engen, Geisingen, Hattingen u. Untereggingen für den Verkehr mit Belfort und Ält- münsterol Grenze in den deutsch-f.an- zösischen Ausnahmetalif für Holz einbezogen. Nähere Auskunft ertheilen die genannten Stationen und das diesseitige Tarifburcau. Karlsruhe, den 16. August 1888. General-Direktion. ^ "P.712.2. Nr. 4225. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die Eindeckung der Dachflächen thcils mit neuem, theils mit vorhandenem alten Wellenblech an der Siedrohr- Werkstätte, sowie die Herstellung von 3 Rauchabzugsröhren an einem Maschinenhause auf dem Bahnhof zu Karlsruhe , veranschlagt zu . . 3388 sollen im Wege schriftlichen Angebots in Akkord gegeben werden. Pläne, Kostcnüberschläge und Bedingungen liegen auf diesseitigem Hochbaubureau zur Einsicht auf und sind die bezüglichen Angebote versiegelt, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens Samstag den 25. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, an den Unterzeichneten einzureichen. Karlsruhe, den 14. August 1888. Der Großh. Ba hnbauinspektor. "P.73?7l. Nr. 1903. Kartsruhe. Schränke-Berkauf. Bei diesseitiger Verwaltung sind 7 Stück verglaste Waffenschränke, bestehend aus Auf- und Üntersatz zum Abheben, billig zu verkaufen. Höhe des Aussatzes je 2,60 mtr. „ „ Untcrsatzes je 1,08 mtr. Breite derselben 1,15mrr. bis 1,63 mtr. Dieselben eignen sich vorzüglich zu Bücher- oder sonstigen Sammlungen. Karlsruhe, den 17. August 1888. _Gr. Hos-Oekono mie-Verwaltung. "O-987. Bruchsal. Bekanntmachung. Zur Aufstellung des Lagerbuchs der Gemarkung Odenheim wird Tagfahrt anberaumt auf die Tage von Dienstag de« 2k. bis Samstag den 25. d. Mts.» jeweils Vormittags von 8—12 und Nachmittags von 2—6 Uhr, aui das dortige Rathhaus. Diejenigen Eigenthümer von Liegenschaften, zu deren Gunsten Grunddienstbarkeiten bestehen, werden aufgefordcrt, solche unter Anführung der Rechtsurkunden dem Unterzeichneten Lagerbuchsbeamten während der bezeichnten Frist bekannt zu geben. Bruchsal, den 16. August 1888. I. V. d. Bezirksgeomcters: Rumpf, Geometer. Gehilfenstelle. P 709.2. Nr. 1051. Bei dem Fürstlich Fürstenbergischen Rentamte Heili- gcnberg (Gr. Bad.BezirksamtsPfullen- dorf) ist die erste Gehilfenstelle zu besetzen. Der Gehalt beträgt je nach der theoretischen und praktischen Ausbildung des Bewerbers 1200 bis 1500 Bewerbungen sind unter Anschluß von Zeugnissen binnen 14 Tagen bei dem Rentamte einz urcichcn. _ P.700.2. Nr. 6460. Bruchsal. Aufseher-Stellen. Die diesseitige Verwaltung hat 4 Aufseher-Stellen mit je einem Kap- pcnmacher, Schreiner, Korbflechter und Buchbinder (Cartonage-Ardeiter) zu besetzen. Bewerbungen sind unter Anschluß von Leumunds- und Körperbeschaffen- heitszengnissen, sowie der Militärpapiere bis spätestens 27. d. Mts. ander einzureichen. Ledige erhalten den Vorzug. Anfangsgehalt 730 Mari. Bruchsal, den 13. August 1888. Gr. Mänuerzuchthaus - Verwaltung. Druck und Verlag der G. Braun'schen Hosbuchdruckerei- (Mit einer Beilage.)