Karlsruher MW. Samstag, 17 . November. ^ 318 Expedition: Karl Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden- Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M- 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgcrgebühr eingerechnet, 3 M. 65 Einrückungsgebühr: die gespaltene Pctitzeile oder deren Raum 18 Pfennige. Briefe und Gelder frei- « 1888 . Amtlicher Theil. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dein 3. November d. I. gnädigst bewogen gefunden, den nachbenannten Königlich Preußischen Offizieren Höchstihren Orden vom Zähringer Löwen zu verleihen, und zwar: 1. das Großkreuz: dem Generallieutenant z. D. Freiherrn von der Goltz und dem Generallieutenant z. D. von Petersdorff; 2. das Kommandeurkreuz 2. Klasse: dem Oberst Priwe, Kommandeur des Fuß-Artillerie- Regiments Nr. 10; 3. das Ritterkreuz 1. Klasse: dem Major vonCranach im Garde-Fuß-Artillerie- Regiment, dem Major Keller im Infanterie-Regiment Nr. 97, dem Major Klein im Infanterie-Regiment Nr. 99 und dem Hauptmann von Flatow im 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 74; 4. das Ritterkreuz 2. Klasse mit Eichenlaub: dem Hauptmann Friedrichs, a In suits des 1. Pom- mer'schen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 2, dem Premierlieutenant Kund, L In suits des 4. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 17 und dem Secondelieutenant Tappenbeck, nlu suito des gleichen Regiments; 5. das Ritterkreuz 2. Klasse: dem Premierlieutenant von Unger im 2. Garde-Feld- Artillerie-Regiment. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 30. Oktober d. I. gnädigst bewogen gefunden, den Kaiserlichen Kreisdirektoren Albrecht in Forbach und Or. Curtius in Thann, sowie den Kaiserlichen Eisenbahn-Betriebsdirektoren O st ermeyerin Straßburg und Kecker in Metz das Ritterkreuz 1. Klasse und dem Stationsvorsteher 1. Klasse Schier s in Straßburg das Ritterkreuz 2. Klasse Höchstihres Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich unter dem 30. Oktober d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Zolleinnehmer Xaver Baumer in Unteruhldingen die kleine goldene Verdienstmedaille zu verleihen. Nichtamtlicher Theit. Karlsruhe, den 16. November. In Belgien droht ein neuer Streik der Kohlengrubenarbeiter. Zwanzigtausend Kohlengrubenarbeiter haben an die Betriebsleitungen im Borinage das Verlangen gestellt, die Löhne um zwanzig Prozent aufzubessern. Offenbar find die Arbeiter zu dieser Forderung durch den Erfolg der englischen Kohlengrubenarbeiter veranlaßt worden. In England wurde die von den Arbeitern geforderte Lohnerhöhung bekanntlich von den Grubenbesitzern bewilligt. Doch war hier nur das Verlangen nach einer Aufbesserung der Löhne um zehn Prozent gestellt, während die belgischen Arbeiter die Forderungen ihrer englischen Genossen verdoppelt haben. Es scheint keine Aussicht dazu vorhanden zu sein, daß die belgischen Grubenbesitzer dem Verlangen der Arbeiter Nachkommen werden, was zu einer neuen Arbeitseinstellung in Borinage führen dürfte. Vor dem Schwurgericht in Nimes beginnen heute die Verhandlungen in dem Prozesse gegen Numa Gilly, der bekanntlich der Beleidigung des Budgetausschusses angeklagt ist. In der Kammer führte gestern die Angelegen- heit eine außerordentlich stürmische Scene herbei. Der Vorsitzende des Budgetausschusses, Rouvier, beantragte, die Berathung verschiedener Budgets von der Tagesordnung der heutigen Sitzung abzusetzen, um den als Zeugen vorgeladenen dreizehn Mitgliedern des Ausschusses die Reise nach Nimes'zu ermöglichen. Floquet erklärte sich gegen diesen Antrag, da kein Privatmann das Recht habe, durch die Vorladung einer ganzen Kommission die parlamentarischen Geschäfte zu hemmen. Es ist begreiflich, daß die Regierung Werth darauf legt, die Budgetbe- rathung ohne Unterbrechung gefördert zu sehen; denn die Berathung nimmt ohnehin einen schleppenden Ver- Ms und viel Zeit ist nicht zu verlieren, wenn das Budget rechtzeitig erledigt und der Nothbehelf provisorischer Jmhreszwölftel diesmal vermieden werden soll. Das fatale Auskunftsmittel provisorischer Budgetzwölftel möchte man gerade diesmal gern umgehen, weil es sich um die letzte Kammertagung vor den Neuwahlen handelt und den Wählern nicht ein abermaliger schlagender Beweis von der Unfruchtbarkeit der parlamentarischen Arbeit in Frankreich gegeben werden soll. In die sachlich geführte Auseinandersetzung zwischen Rouvier und Floquet griff aber die Rechte mit einem Ungestüm ein, welches der Verhandlung eine neue Wendung gab. Cassagnac und Baudry d'Asson warfen der Regierung vor, daß sie im Einverständnisse mit dem Ausschüsse den Prozeß Gilly unmöglich machen wolle, weil sie die Enthüllungen Gilly'S fürchte. Nach dieser Verdächtigung, die einen unerhörten Tumult entfesselte, war die Annahme des Antrags Rouvier selbstverständlich geworden. In der Hitze der gegen- festigen Zurufe regnete es persönliche Beleidigungen, die eine ganze Reihe von Herausforderungen zum Zweikampf veranlaßten. Den Zeugen gelang es aber in allen Fällen, die Ehrenhändel auf unblutigem Wege beizulegen, so daß die unerquickliche Kammersitzung wenigstens kein unerquicklicheres Nachspiel findet. Deutschland. * Berlin, 15. Nov. Im Laufe des heutigen Vormittags arbeitete Seine Majestät der Kaiser längere Zeit allein, nahm die regelmäßigen Vorträge entgegen und empfing bald nach 10 Uhr den Chef des Großen Generalstabes der Armee, Grafen v. Waldersee, und den Chef des Militärkabinets, Generallieutenant und Generaladjutant v. Hahnke. Um * ,12 Uhr Vormittags hat sich Seine Majestät der Kaiser vom Bahnhofe zu Potsdam aus mit den Herren seiner Begleitung mittelst Sonderzuges über Charlottenburg nach Berlin zum Bahnhofe Friedrichsstraße begeben, von wo Allerhöchstderselbe um 12 Uhr 10 Minuten seine Reise zu den Hofjagden bei Ohlau u. s. w. antrat. In Breslau nimmt Allerhöchstderselbe im königlichen Schlosse Wohnung. In der Begleitung Seiner Majestät des Kaisers befinden sich der Oberhof- und Hausmarschall v. Liebenau, der Hofmarschall Graf Pückler, die Flügeladjutanten Major v. Lippe und Major v. Zitzewitz und der Leibarzt Generalarzt vr. Leuthold. Seine Majestät der Kaiser wird am Sonntag früh in Berlin zuiückerwartet. — Der „Reichsanzeiger" meldet, daß Seine Majestät der Kaiser die auf zwölf Jahre erfolgte Wahl des Landraths Freiherrn v. Ha mm erstein in Bersenbrück zum Landesdirektor der Provinz Hannover bestätigt hat. — Eine Kabinetsordre Seiner Majestät des Kaisers vom 6. d. Mts. bestimmt Folgendes: Nachdem von Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters des Kaisers und Königs Wilhelm I. Majestät der Stiftungstag des 3. Ostpreußischen Grenadierregiments Nr. 4 auf den 1. Mai 1626 festgesetzi und damit anerkannt worden ist, daß es das älteste Infanterieregiment der Armee ist, verleihe Ich demselben zum Zeichen Meines besonderen Wohlwollens und als Anerkennung der während seines über ein vierteltausendjcihrigcn Bestehens bei allen Gelegenheiten mit Hingebung geleisteten Dienste ein Helmband mit der Inschrift „1626". Das Regiment möge aus diesem Gnadenbeweise einen Ansporn entnehmen, dem Könige und dem Vaterlande bis in die späteste Zukunft mit gleicher Treue zu dienen. Wilhelm. — Wie bekannt, ist Se. Kaiser!. Hoheit der Großfürst- Thronfolger von Rußland zum Chef des 8. Husaren- Regiments ernannt worden. Der Großfürst-Thronfolger kehrt am 20. d. M. nach Berlin zurück. — Bei der Reichstagswahl im Wahlkreise Melle erhielt bisher Sattler (nationalliberal) 2 400, Arns- wald (welf.) 2 200 und Droop (freisinnig) 600 Stimmen. — Die „B. P. N." schreiben: „Der vom „Russischen Invaliden" veröffentlichte kaiserliche Ukas betr. die Neuorganisation der russischen Armeecorps hat, wie nicht anders erwartet werden konnte, in hiesigen sachverständigen Militärkreisen ernste Beachtung gefunden; denn es ergibt sich aus demselben als evident, daß die wiederholt von russischer Seite in Abrede gestellten militärischen Verschiebungen nach der Westgrenze thatsächlich stattgefunden haben und daß die daran von österreichischer Seite geknüpften Befürchtungen vollständig berechtigt waren." — In dem kürzlich zwischen deutschen und schweizerischen Bevollmächtigten vereinbarten Zusatzverträge zum deutsch-schweizerischen Handelsverträge von 1881 sollen sich auch einige, weun auch nicht wesentliche Bestimmungen über den Veredelungsverkehr vorfinden. — Bekanntlich war der Abg. Frhr. v. Zedlitz-Neu- kirch zweimal zum preußischen Abgeordnetenhause gewählt. Derselbe lehnt die Wahl für Osthavelland ab. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat nun der Minister des Innern, Herrfurth; die ihm angebotene Kandidatur im Wahlkreise Osthavelland-Spandau angenommen. — Bei den bevorstehenden Personalveränderungen in der Armee dürfte es sich, den „B. P. N." zufolge, nicht allein um Neubesetzung von Stellen komman- dirender Generale, sondern auch um diejenigen einzelner Festungsgouverneurposten handeln. — Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt auf den gewaltigen Aufschwung des Güterverkehrs und auf die von der preußischen StaatSbahnverwaltung beabsichtigte Vermehrung der Eisenbahnbetriebsmittel zurück und weist auf die gegenseitige Benutzung der Güterwagen deutscher Eisenbahnen hin; sie hebt dabei hervor, daß nach Ausweis der Reichseisenbahnamtsstatistik die Betriebsmittel mehrerer außerpreußischer Staatsbahnenverwaltungen in keinem angemessenen Verhältniß zum Güterverkehr ständen. Es sei daher von der preußischen Staatsbahnenverwaltung eine entsprechende Verstärkung des Wagenparks der betreffenden außerpreußischen Staatsbahnen angeregt worden. — Der Geheime Legationsrath v. Heydebreck, »ortragender Rath in der Rechtsabtheilung des Auswärtigen Amtes, ist im Alter von 50 Jahren an einem Herzschlage Plötzlich gestorben. Geh. Legationsrath v. Heydebreck war ein Sohn des Kammergerichtsraths v. Heydebreck, wurde 1870 in das Auswärtige Amt einberufen, 1875 zum Legationsrath, 1880 zum Vortragenden Rath und 1884 zum Geh. LegationSrath befördert. In seiner mehr als achtzehnjährigen Thätigkeit beim Auswärtigen Amt hat sich der so früh Heimgegangene, wie der „Reichsanzeiger" ihm nachrühmt, durch stete Pflichttreue, verbunden mit edler Denkweise und gewinnender Freundlichkeit des Wesens, hcrvorgethan und vermöge seiner Arbeitskraft und Kenntnisse hervorragende Dienste geleistet. In den letzten Jahren bearbeitete er in der Rechtsabtheilung das wichtige Referat in Staatsangehörigkeits-, Militär- und Heimathssachen. Ein ehrendes Andenken wix,d ihm im Auswärtigen Amt stets bewahrt bleiben. — Der heute Abend stattgehabten Sitzung des Berliner Aweigverbandes der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege, unter Vorsitz des Ministerialdirektors Greifs, wohnten die Minister v. Bötticher und v. Goßler, der Rektor der Universität, Prof. Gerhardt, und zahlreiche Studirende bei. Nachdem Wichorn-Hamburg den einleitenden Bericht erstattet hatte, sprach Prof. Bergmann über die moderne antiseptische Wundenbehandlung und Prof. Brunner über die allgemeine Wehrpflicht als den Grundgedanken der freiwilligen Krankenpflege und als die Schutzwehr gegen unnöthige Kriege. Ein von Greifs vorgeschlagcnes Huldigungstelegramm an Se. Majestät den Kaiser wurde abgelassen, Allerhöchstdenselben bittend, dem segensreich begonnenen Werke seine Huld zu gewähren. Mit einem dreimaligen, begeisterten Hoch aus den Kaiser schloß die Sitzung. Kiel, 15. Nov. Nach einem Privattelegramm der „Post" ist S. M. Kreuzer „Schwalbe" am 12. d. M. in Dienst gestellt und geht zu Anfang nächster Woche nach Sansibar ab. Der Kommandant, Korvettenkapitän Hirschberg, hat sich zur persönlichen Meldung bei Seiner Majestät dem Kaiser nach Berlin begeben. Breslau, 15. Nov. Seine Majestät der Kaiser traf zur festgetzten Zeit hier ein und wurde am Bahnhof empfangen von dem Prinzen v. Hohenlohe-Koschentin, dem General v. Böhm, dem Generallieutenant v. Grote, Oberst- lieuteuant v. Graberg, dem Oberpräsidenten v. Seydewitz, dem Polizeipräsidenten v. Uslar-Gleichen, dem Oberbürgermeister Friedensburg und dem Stadtverordnetenvorsteher Freund. Dann erfolgte die Fahrt durch die glänzend erleuchtete und geschmückte Stadt zum Schlosse. Tausende riefen dem Kaiser ihre jubelnden Grüße zu. Nach eingetretener Dunkelheit begann der Arbeiterfackelzug, derselbe machte, da er aus mehr als 10000 Fackelträgern bestand, einen imposanten Eindruck. München, 15. Nov. Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent hat wegen des Ablebens des Herzog- Maximilian eine Hoftrauer von vier Wochen angeordnet. Die Leiche des Herzogs wird nächsten Sonntag in feierlichem Kondukt zur Aufbahrung nach der Theatinerhofkirche überführt. Zu Beginn der auf heute angesetzten Sitzung des Gemeindekollegiums erhob sich dasselbe , um einen Nachruf zu vernehmen, welchen der I. Vorstand dem Andenken des Herzogs Maximilian widmete. Die Sitzung wurde sodann geschlossen. Sonntag Abend oder Montag Früh wird die Leiche in die herzogliche Gruft zu Tegernsee überführt. Die hiesigen Blätter sprechen schmerzliche Bewegung über den Tod des Herzogs aus; u. a. schreiben die „Neuesten Nachrichten": „Getreu den Traditionen seines Hauses hat Herzog Maximilian während seines langen, reichen Lebens der heiteren Kunst wie der ernsten Wissenschaft, edler Wohlthätigkeit und hoher Pflichterfüllung gelebt. Ein Fürst von echt deutscher Gesinnung, von hohem Adel der Anschauungen und Weltauffassung, hat er sein ganzes Leben dem Blühen der edelsten Zweige menschlicher Thätigkeit, der Kunst und Wissenschaft geweiht und still und anspruchslos, aber dafür um so nachhaltiger mitgewirkt an dem Wohle des Vaterlandes." — Demselben Blatte zufolge hat da- Befinden des erkrankten Ministers vr. Freiherrn v. Lutz noch keine Besserung erfahren. Wrstrrrrich-Nngsrn. Wien, 15. Nov. Seine Majestät der Kaiser hat sich aus Anlaß des Ablebens seines Schwiegervaters, des Herzogs Maximilian in Bayern, heute nach München bxgeben. lieber die Reisedispositionen Ihrer Majestät der Kaiserin, Allerhöchstwelche bekanntlich in Corfu weilt, ist zur Stunde noch nichts bekannt. — Das „Armeeverordnungsblatt" meldet die Ernennung des Königs von Dänemark zum Oberstinhaber des 75. und des Königs von Schweden zum Oberstinhaber des 10. österreichischen Infanterieregiments. Der Honvedminister Fejervary führte aus, die Hauptprinzipien des bestehenden Wehrsystems würden nicht geändert, blos eine intensivere Entwickelung sei beabsichtigt. Die Neuorganisation der Ersatzreserve bezwecke lediglich eine andersartige Verwendung des Landsturmes behufs einer rechtzeitigen Ausbildung und entspreche dem Interesse der höheren Altersklassen des Landsturmes. Eine Vermehrung des Heeresstandes sei nicht beabsichtigt. Die Kriegsverwaltung soll blos in die Lage versetzt werden, die vorgesehenen 800 000 Mann thatsächlich beistellen zu können. Auf einzelne Fragen erwiderte der Minister, durch das gegenwärtige Gesetz werde der Friedensstand nicht erhöht. Die Mehrausgaben würden bei der gemeinsamen Armee bloS 485000 fl., bei der Honvedarmee ungefähr 300 000 fl. betragen. Der Zweck der Institution der Einjährig- Freiwilligen bleibt derselbe. Die vorgeschlagenen Abänderungen bezwecken blos, daß eine mehr freiwillige Erlangung des Offiziersranges angestrebt wird. Wenn die Vorlage angenommen wird, so werde das ungarische Element in dem Offiziercvrps der gemeinsamen Armee auch mehr vertreten sein. — Aus Triest wird gemeldet, daß das deutsche Schulgeschwader heute Vormittag nach Pola abgegangen ist. Pest, 15. Nov. Der Wehrausschuß des Abgeordnetenhauses führte heute die allgemeine Berathung zu Ende. Die Einzelberathung der Vorlage ist auf morgen vertagt. Italien. Rom, 15. Nov. Bisherigen Festsetzungen zufolge soll die gegenwärtige Parlamentssession gegen Ende des Jahres nach Erledigung der Gesetzentwürfe über das neue Strafgesetz und die Reform der Verwaltung ge« fchlossen werden. Die neue Session des Parlaments würde sodann Ende Januar mittelst einer Thronrede des Königs eröffnet werden. Frankreich. Pari-, 15. Nov. Der Kabinetsrath beschäftigte sich heute Vormittag mit d*r Sansibarfrage und dem Einvernehmen Deutschlands mit England wegen der Blokade der ostafrikanischen Küste, das den Mächten mitgetheilt werden soll. In Erwartung dieser Mittheilung wird die französische Regierung einstweilen die erforderlichen Maßregeln für eine wirksamere Ueberwachung des Sklavenhandels treffen. — Im Ministerrath wurde beschlossen, den gefangen genommenen König von Anam nach Algier zu bringen. GroMritannirrr. London, 15. Nov. Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Sir I. Fergusson, erklärte heute im Unterhause, er habe noch nichts davon erfahren, daß die Befehlshaber der deutschen und englischen Kriegsschiffe vor Sansibar die Details für die gemeinsame Blokade der Küste bereits festgestellt hätten. Die französische Regierung nehme nicht an der Blokade theil, sandte aber ein Kriegsschiff ab, um speziell jedweden Mißbrauch der französischen Flagge zu beobachten und zu verhüten. Das Recht zur Durchsuchung von Schiffen sei von Frankreich als ein nothwendiger Begleitakt der Blokade anerkannt worden; über Wortlaut und Grenzen der betreffenden Anerkennung würde noch zwischen der englischen, französischen und deutschen Regierung verhandelt. Sollten von den Blokadeschiffen an Bord irgendwelcher Fahrzeuge des Blokadcgebietes Sklaven vorgefunden werden, so werden letztere, gleichviel, welche Flagge die Fahrzeuge führten, in Freiheit gesetzt. Eine Vorlegung des betreffenden Schriftwechsels sei bei dem gegenwärtigen Stande der Verhandlungen nicht erwünscht. Smith theilte mit, die Regierung sei in Folge des langsamen Fortschreitens der Budgetberathung genöthigt, die Zehntenbill, die irische Drainirungsbill und die Bill betreffend die Bildung eines Ackerbauministeriums zurückzuziehen. Er werde dagegen am Montag eine neue Vorlage einbringen betr. die Bewilligung von weiteren Lst. 5 Millionen zur Ausdehnung des irischenPächtereienankaufsgesetzes,und erhoffe, das Haus werde die Bill innerhalb der nächsten Woche durch alle Stadien erledigen. Die Regierung glaube, daß während der nächsten Zession die Zehntenbill den ersten Berathungsgegenstand bilden und alsdann die Bill betr. die schottische Lokalverwaltung zur Berathung gelangen werde. Gladstone erklärte, er werde die Bill betreffend die Ausdehnung des irischen Pachtgutankaufs- gesetzeS durch eine die Rückstände der irischen Pachtzinsen betreffende Vorlage bekämpfen. — Eine Meldung, die über Tiflis gekommen ist, besagt, daß Sir Drummond Wolfs, der Vertreter Englands in Persien, nicht unbedenklich erkrankt sei. — Wie verlautet, ist auS dem Vatikan ein neues Schreiben ergangen, welches den irischen Bischöfen formell anbefiehlt, das frühere Reskript gegen das Boykotten und den Feldzugsplan, welche der Moral und den Lehren der katholischen Kirche zuwiderlaufen, eifrig zur Ausführung zu bringen. Die Bischöfe werden ersucht, den Klerus anzuweisen, gegen die genannten Handlungen zu predigen und daran in keiner Weise Theil zu nehmen, sondern sich denselben mit allen Mitteln zu widersetzen. Dänemark. Kopenhagen, 15. Nov. Anläßlich des Regierungsjubiläums des Königs brachten heute Morgen.500 Sänger vor dem kgl. Palaste ein Ständchen dar. Der Festzug der Vereine, woran gegen 25 000 Personen theil- nehmen, brauchte 1*/, Stunden, um am Schlosse vorüberzuziehen. Während des Vorbeizuges befanden sich der König und die Königin, sowie die Mitglieder des Königshauses auf dem Balkon. Eine großartige Illumination ist in Vorbereitung für den Abend. Zahlreiche Menschenmengen bewegen sich in den Straßen. Nachmittags empfing der König die Mitglieder beider Kammern und antwortete auf die Ansprache des Landsthing-Vorsitzenden: „Indem auch ich das Vertrauen hege, daß der Wahrheit gegeben werde, was ihr gehört, hoffe ich auf fruchtbares Zusammenwirken des Reichstags mit mir und meiner Regierung zum Heil des Landes und Volkes, dessen Wohl uns Allen in gleichem Grade am Herzen liegt." Rußland. St. Petersburg, 15. Nov. lieber die in den letzten Tagen erwähnten militärischen Maßregeln telegraphirt man der „Köln. Ztg." von hier: Aus der Neueinthei- lung der russischen Armee ist die Bildung zweier neuer Armeecorps, des 16. und 17., zu entnehmen; das 16. Armeecorps wird neugebildet aus der 25. Division, früher beim Rigaer Corps, und der 41., früher beim Minsker Corps; das 17. Armeecorps wird neu gebildet aus der 3. und 35. Division, beide früher beim Moskauer Corps; wo die Stabsquartiere der neuen Armeecorps sich befinden werden ist noch unbekannt. Das Ge- neralkommando des 2. kaukasischen Armeecorps ist aufgelöst; der Kommandeur v. Manteuffel erhält das neue 16. Armeecorps. Die 19. Division vom frühern 2. kaukasischen Corps wird dem Kiewer Corps zugetheilt; dem Kaukasus verbleibt ein Armeecorps, jedoch zu vier Divisionen; das 1. Corps, Bezirk Petersburg, behält seine bisherigen drei Divisionen; sonst haben alle europäisch- russischen Corps nominell je zwei Divisionen. Dagegen verbleibt im Warschauer Corps die jetzt dem Kasaner Corps zugezählte 8. Division; wohin die früher zum Kasaner Corps gehörende 40. Division nunmehr gehört, ist noch unbekannt. Beim Kiewer Corps verbleibt die jetzt dem Oreler Corps zugezählte 33. Division; eine Bildung neuer Divisionen hat bisher nicht stattgefunden. Rumänien. Bukarest, 14. Nov. Eine Zuschrift an die „Polit. Korresp." kündigt an,-daß das Kabinet Rosetti-Carp bereits in den nächsten Lagerst sein Reformprogramm durch Einbringung von drei wichtigen Vorlagen bethätigen wird. Die erste betrifft die Agrarfrage und bezweckt die Verwendung eines Theiles des noch aus der Sekulari- sirung der geistlichen Güter im Eigenthum des Staates befindlichen Grundbesitzes zur Betheilung der wenig oder gar nichts besitzenden Landbevölkerung mit Grund und Boden, wofür der Kaufschilling in entsprechend lsingen Terminen zu entrichten wäre. In der zweiten Vorlage wird eine Reform des Richterstandes angestrebt, welcher von der Regierung dadurch vollständig unabhängig gemacht werden soll, daß der einmal definitiv ernannte Richter ohne sein Einverständniß weder versetzt noch abgesetzt werden darf. Die dritte Vorlage endlich betrifft die Ersetzung der gegenwärtig herrschenden Doppelwährung durch die reine Goldwährung. Aus kompetenter Quelle kann versichert werden, daß das Kabinet auf der Annahme dieser drei Vorlagen unbedingt verharrt. Sollte die Regierung hiebei von den Altkonservativen nicht unterstützt werden, so ist das Kabinet entschlossen, die Kammer aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. Es ist aber zu erwarten, daß das Kabinet für seine Reformen im Parlamente eine Majorität finden wird. Griechenland. Athen, 15. Nov. Der griechische Minister des Aeußern, Dragumis, übernimmt auch das von dem Kabinetschef, Trikupis, innegehabte Portefeuille des Innern. Ostindien. Calcutta, 11. Nov. Der Zug nach den Schwarzen Bergen ist noch nicht ganz zu Ende. Die Tschagarzais haben sich nämlich geweigert, sich förmlich zu unterwerfen, und 24 Fähnlein bei Bidal zusammengebracht. Man hält es deßhalb nicht für klug, die Truppen zu eilig zurückzuziehen. Nachts fallen noch immer Schüsse gegen das britische Lager und es muß wahrscheinlich noch mehr gethan werden, um diese wilden Stämme völlig zu unterwerfen. General Channer steht gegenwärtig in Maida. Am 3. d. M. griff er Pokal an und zerstörte es nach heftigem Widerstand. Der Feind verlor 60 Mann an Tobten. . Zettungsstimmen. Unter der Ueberschrift: „Das Ergebnitz der Wahlen" geht der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" von einem Mitglied- der konservativen Partei in der Provinz eine Zuschrift zu, die wir hier mitlheilen, selbstverständlich ohne uns die darin enthaltenen Anklagen gegen die betreffenden preußischen Parteien anzueignen. In dem Eingang heißt es: „Jetzt, nachdem die Aufregung der Wahlen sich gelegt hat, dürfte cs an der Zeit sein, einen Rückblick auf die ihnen vorangegangencn Ereignisse zu thun. Vom bisherigen Abgeordnetcnbause kann man sagen, daß es so zusammengesetzt war, wie man es sich bei unseren gegebenen Parteiverhältnifsen besser kaum wünschen konnte." Hieran schließt sich eine eingehende Erörterung über die in letzter s.-. erfolgte Entzweiung der Konservativen und Nationalliberale» über das Schullastengesetz. „Wir müssen leider eingestehcn, dai die Hauptschuld hierbei auf konservativer Seite lag, den, »8 handelte sich dabei um eine taktische Frage und durchaus nicke um einen „konservativen Grundsatz", wie schon aus der entgegen- stehenden Haltung der konservativen Partei des Herrenhauses hervorgcht." Weiter heißt es nach dem Hinweis auf den Beschluß des Herrenhauses: „Als das so geänderte Gesetz in'S Ab- geordnetenhau» zurückkam, gcrieth die konservative Partei in eine schwierige Lage. Die Partei hat sich ein entschiedenes Verdienst dadurch erworben, daß sie, den begangenen Fehler einsehend, die Herrenbausbeschlüffe accevtirte! Hierin lag für die Nationalliberalen eine glänzende Genugthuung, und wir meinen, dieselben hätten sich hiermit zufrieden geben können. Leider lehnten sie aber, mißmuthig gemacht, den ihnen angebotencn Abschluß eines Kartells ab. Auf Veranlassung oder doch unter Zustimmung der Parteileitung wurden zunächst extrem konservative, dann überhaupt konservative und schließlich auch freikonservative Kandidaturen von nationalliberalcr Seite bekämpft, während, so viel uns bekannt ist, die Nationallibcralen in ihrem Besitzstände von konservativer Seite nirgends gestört worden sind. Während wir keinen Anstand genommen haben, bei der Berathung des Volks- schullastengescs unseren Freunden die Schuld zuzuschieben, so muffen wir hier gegen die Nationallibcralen den Vorwurf erheben, daß sie, der MandatSjägerci zu Liebe, durch Verbindung mit dem Radikalismus das Staatsintercfse schädigen wollten. Wir sagen „wollten", denn zum Glück waren die „Wähler" im allgemeinen vernünftiger als die „Führer", wie das ja häufig tu geschehen pflegt, und das Resultat war, Laß, unter abermaliger Schwächung der Fortschrittspartei, so ziemlich alles beim alten geblieben ist." In Betreff der voraussichtlichen Gestaltung der Parteiver- hältuifse in dem neue» Abgeordnetenhause schreibt der Einsender: „Daß die Aufrechtcrhaltung des Kartells dem Wunsche der überwiegenden Mehrheit der Wähler entspricht, dürfte wohl außer allem Zweifel sein. Das Kartell hat aber zwei Klippen: die Zuneigung dcS linken nationallibcralen Flügels zu Richter «nd diejenige des äußersten rechten konservativen Flügels zu Windthorst! Wir glauben dabei aber mit gutem Gewissen behaupten zu können, daß die „letztere" Zuneigung sehr viel schwächer ist als die „erstcre". Wir wünschen natürlich nicht, daß unsere konservativen Vertreter die wirklich konservativen Interessen dem Kartell zum Opfer bringen; wir wünschen aber, daß sie, so lange cs irgend möglich ist, im Einvernehmen mit der Regierung und den Nationalliberalen arbeiten, daß sic den Windt- horst'schen Lockungen unbedingt widerstehen. Wir wünschen, daß in ihnen durchgängig die Ueberzeugung Bahn bricht, daß Windl- horst mindestens ebenso gefährlich ist als Richter — wir sagen mindestens, denn, da die Fortschrittspartei im offenbaren Rückgänge begriffen ist, daS Zentrum aber nicht, und da Windthorst an und für sich viel klüger ist als Richter, so ist er der Gefährlichere von Beiden. Insonderheit hoffen wir, daß unsere konservativen Vertreter dazu beitragen werden, seinem antipreußischen Schulantrage ein solches Begräbniß zu bereiten, daß er zunächst nicht wieder auf der Bildfläche erscheint. Wenn diesem Anträge gegenüber die Stellung der konservativen Partei von Hause aus klipp und klar ist, so verhehlen wir unS nicht, daß im Laufe der 5 Jahre manche Fragen zur Lösung gelangen werden, deren Behandlung schwierig genug sein mag; so viel aber glauben wi ans eigenster Erfahrung sowohl den konservativen als den nationalliberalen Abgeordneten sagen zu können: Diejenigen, die sie gewählt haben, wünschen keine Fraktionszänkcreicn, sondern sie wünschen, daß die Regierung des Kaisers und Königs cinmüthig unterstützt werde!" Die „Tägliche Rundschau" nimmt in der ostafrikanischen Angelegenheit folgendermaßen das Wort: „Das Vorgehen zur See gegen den ostafrikanischcn Sklavenhandel wird — wie sich immer deutlicher zeigt — in weit imposanterer Form und Machtentfaltung erfolgen, als es anfänglich hak scheinen wollen. Allerdings wird gemeldet, daß die Verhandlungen zwischen Deutschland und den anderen Mächten noch fortdauern, und daß auch mit England, obschon dessen Bethciligung an der Blokade bereits außer allem Zweifel steht, noch weitere Vereinbarungen angcstrebt werden; worüber? das scheint doch nicht verrathcn werden zu dürfen. Jedenfalls werden außer den bereits genannten Mächten England, Frankreich und Deutschland auch Italien und der Kongostaat bei der Blokade und der Verhinderung der Waffeneinfuhr Mitwirken, und wenn sich die gegenwärtig in diplomatischen Kreisen gehegten Erwartungen erfüllen sollten, würden auch alle anderen europäischen Staaten, die über eine Kriegsmacht zur See verfügen, den Maßregeln gegen die Araber und den Sklavenhandel ihre Beihilfe leihen. Es verlautet mit Sicherheit, daß der Angelegenheit auch in der Thronrede, mit welcher der Reichstag eröffnet werben soll, Erwähnung geschehen würde, wie denn überhaupt die Angabe, daß den kolonialpolitischen Fragen eine eingehendere Erörterung in der nächsten Reichstagsscssion zu Theil werden soll, volle Bestätigung gewinnt." GroMerzoglhum Baden. Karlsruhe, den 16. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Sachsen ist gestern Abend gegen 7 Uhr in Baden-Baden eingetroffen; Höchstderselbe wurde von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog am Bahnhof empfangen und zum Großherzoglichen Schlosse geleitet. Zur Tafel waren noch eingeladen Ihre Durchlauchten der Fürst und die Prinzessin Amelie zu Fürstenberg, sowie die Fürstin Bariatinsky. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Sachsen gedenkt bis morgen in Baden-Baden zu verweilen. Aus Anlaß des Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Königs von Dänemark hatte Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Großherzoglichen Gesandten Freiherrn von Marschall in Berlin beauftragt, sich nach Kopenhagen zu begeben und dem König ein Glückwunsch» schreiben zu überreichen. Freiherr von Marschall wurde gestern von Seiner Majestät dem König empfangen und wird derselbe wohl bis Sonntag wieder in Berlin ein? treffen. / - V » (Das „Gesetzes- und Verordnungsblatt für da s Groß Herzogthum Baden) Nr. 45 vom 16. November enthlll t eine Bekanntmachung des Ministeriums des Innern: e Satzungen des Leihhauses der Stadt Freiburg betreffend- (Nack - dem Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Allerhöchster Staatsministerialcntschlicßung dem von der Leihhauskommission und dem Stadtrathe zu Freiburg mit Zustimmung des Bürgerausschusses vorgelegten Entwurf neuer Satzungen für das städtische Leihhaus in Freiburg die staatliche Genehmigung zu crtbei- len geruht haben, werden diese Satzungen in vorstehend bezeich- neter Nummer des Gesetzes- und Verordnungsblattes zur öffent- lichen Kcnntniß gebracht. * (Seine Excellenz Herr Generallieutcnant z. D. v. Degen selb), Reichstagsabgcordnetcr für den 7. badischen Reichstagswahlbezirk und Präsident des Badischen Militärvereinsverbandes, ist, wie wir zu unserem lebhaften Bedauern hören, heute früh in Karlsruhe an einer Lungenentzündung gestorben. In dem ganzen badischen Lande, in welchem General- lieutenant v. Degenfeld eine allgemein bekannte und verehrte Persönlichkeit war, besonders in den Kreisen der gedienten Soldaten, die mit treuer Anhänglichkeit ihrem ehemaligen Führer zugethan waren, wird diese Nachricht einen schmerzlichen Eindruck machen. Hat doch Generallieutcnant v. Degcnfcld in seinem ereignißivllen und arbeitsreichen Leben alle Kräfte dem Wähle des Vaterlandes gewidmet. Indem wir uns eine Lebensskizze des verdienten Mannes für einen der nächsten Tage Vorbehalten, theilen wir nachstehend nur die einfachsten Daten aus dem Leben des Frhrn. v. Degenfeld mit. Alfred Freiherr v. Degenfcld - Neuhauß war am S. Februar 1816 zu Gengenbach geboren, besuchte das Gymnasium, darauf die Militärbildungsanstalt und die Kriegsschule. Am 1. April 1833 trat er in da- Großh. Badische Armeecorps ein, in welchem er am 22. März 1836 zum Offizier befördert wurde. Er nahm aktiven Antheil an den Feldzügen der Jahre 1848 49, 1866 und 1870/71 und trat am 1. Mai 1871 in die König!. Preußische Armee über. AuS der aktiven Armee trat er am 1. Oktober 1871 aus. Dem Reichstage gehörte Freiherr v. Degenfeld erst seit den letzten Wahlen als Mitglied der nationalliberalen Fraktion an und er darf das Verdienst für sich in Anspruch.nehmen, daß er noch in den letzten beiden Jahren seines Lebens eine neue patriotische Pflicht auf sich genommen und ihrer gewissenhaften Ausübung die letzten Kräfte gewidmet hat. * (Das Präsidium des Badischen Militärvereinsverbands) erläßt folgende Bekanntmachung: „Der erste Präsident unseres Landesverbandes. Herr General Frhr. v. Degenfeld, ist heute Morgen 7 Uhr sanft verschieden. Die Militärvereine des Laudesverbandes werden es sich zur Ehre rechnen, ihrem hochgeehrten langjährigen Präsidenten das letzte Geleite zu geben. Den Vereinen ist Gelegenheit geboten, sich an der Trauerfeier in würdiger Weise zu betheiligen; sie eröffnen den Trauerzng vom Stcrbehause zur Stadtkirche und nehmen daselbst am Trauergottesdienste Theil. Die Trauerfeier in Karlsruhe findet Sonntag den 18. d. M-> Nachmittags 2 Uhr statt. Die Militärvereine, bezw. die Abordnungen derselben versammeln sich um iVs Uhr am Münzgcbäudc, Ecke der Karl- und Stc- phanienstraßc. Mitglieder des Karlsruher Militärvereins, durch Schärpen kenntlich, werden das Nähere der Aufstellung angeben. Die Vereine, bezw. die Abordnungen bringen ihre Vereinsfahnen mit Trauerflor mit. Dunkler Anzug, mit Orden und Ehrenzeichen, sowie Verbandsabzeichen sind zur Trauerfeicr anzulegen. Die Mitglieder der Ccntralvertretung und die Vorsitzenden der Gau- und Bezirksverbändc versammeln sich gegen 2 Uhr im Hause des Herrn Major Frhrn. v. Schilling, Stcphanicnstraße 22, und werden sodann unmittelbar vor dem Leichenwagen Aufstellung nehmen. Im Wunsche des Verstorbenen liegt cS, Laß Blumen- spenden unterlassen werden. Mit Genehmigung Großh. Generaldirektion der Staats-Eisenbahnen wird den Mitgliedern der Mili- lärvcreine, die sich durch das Verbandsabzeichen legitimiren, die für Landes- und Gauverbandsversammlungen übliche Fahrpreisermäßigung gewährt. Am Montag Mittag um 2 Uhr findet die Beisetzung in der Familiengruft zu Ncuhaus bei Grombach (Amt Sinsheim) statt. Die Vereine des Bezirksverbandes Sinsheim und sonstige näher gelegene Vereine sind eingeladen, sich an dieser Feier zu betheiligen. Der Gauverbandsvorstand, Herr Oberamtsrichter Schindler in Sinsheim, wird das weitere Hierwegen veranlassen." * (Ei ne F u ß b 0 t en p 0 st) mit Beförderung von Bricfsen- dungen jeder Art tritt mit dem Heutigen von hier nach dem Stadttheil Mühlburg in Wirksamkeit. Abgang vom Postamt 2 (Bahnhof Hierselbst) 8 Uhr Nachmittags. * (Die Vereidigung) der dieses Spätjahr eingerückten Rekruten der hier und in Gottesaue liegenden Regimenter hat heute Vormittag in feierlicher Weise statt gefunden. L. Aus der Pfalz, 15. Nov. (Die gestrige Synode der Diözese Obcrheidelberg) unter dem Vorsitze des Dekan Schmitthenner von Kirchhcim beschäftigte sich von 9—3 Uhr in lebhaften und interessanten Verhandlungen hauptsächlich mit der Frage: „wie durch kräftiges Eingreifen sämmt- licher kirchlicher Organe, insbesondere der Kirchengemeinderätkc, der zu so zahlreichen Ausschreitungen aller Art führenden Zuchtlosigkeit der Jugend entgegcnzutreten sei. Die in's Detail eingehenden Anträge des Diözesanausschuffes wurden in die drei, fast einstimmig angenommenen Sätze zusammengefaßt: 1. die Kirchengemeinderäthe sollen eine den Verhältnissen jeder Gemeinde entsprechende Arbeitsthcilnng vornehmen; 2. die Kirchcn- behörde möge für die Wirksamkeit der kirchlichen Ortskollegien eine genauere Instruktion geben, als sie in Z 37 der Kirchcnver- fassung vorliegt; 3. die weltliche Regierung möge darauf Bedacht nehmen, mit größerer Strenge als bisher entgegcnzutreten: dem Wirthshausbesuch, dem nächtlichen Umbertrcibcn und den Christenlehrversäumnissen der konfirmirlen Jugend, dergleichen der Vernachlässigung der Sonntagsfeier, der Trunksucht und vor Allem dem Unfuge der Sonntag für Sonntag den ganzen Sommer hindurch auf einander folgenden Kirchweihfeste, die den Volkswohlstand ruiniren und zu unzähligen Verbrechen führen. Z Heidelberg, 15. Nov. (Verbrauchssteuer. — Neues Trottoir. — Bürgermcisterwahl.) Im vorigen Monat sind den Berechnungen der Stadtkaffc gemäß 11943 M. an Verbrauchssteuern eingegangen. — Es wird demnächst der Baukommission die Frage zur Prüfung unterbreitet, ob nicht in den neuen Straßen bei der Anlage der Trottoirs Cementstreifcn nach dem Muster des Trottoirs vor dem Reichspostgebäude eingelegt werden sollen. Es würde jedenfalls zur Zierde unseres neuanzu- legendcn Straßeapflafters sein, falls man sich zur Anlage dieser Cemcntstreifen entschließen wollte. — In dem benachbarten St. Ilgen findet übermorgen die Bürgermeisterwahl statt und dürfte Bürgermeister Laub, der bereits dreimal gewählt worden ist, auch diesmal gewählt werden. .» Offcuburg, 15. Nov. (Bürgermcisterwahl. — OrtenauerKrcditvcrein. — Marktverkchr.) In Durbach wurde Bürgermeister Geiler zum vierten Male als solcher wieder gewählt. — Die Genossenschaft „Ortenauer Kreditverein" in Offenburg soll, nachdem ihre Mitglieder die nöthigc Zustimmung ertheilt haben und das in Aussicht genommene Aktienkapital gezeichnet ist, in eine Aktiengesellschaft umgc- wandelt werden. — Bei dem am 6 . d. M- hier abgehaltcnen Viehmarkt wurden 111 Kühe, 51 Kalbinnen, 10 Kälber und 1 Stier, im Ganzen 173 Stück eingcführt. Verkauft wurden im Ganzen 82 Stück. Der damit erlöste Kaufpreis betrug 9182 Mark. — Am 3. November betrug die Fruchteinfuhr in hiesiger Fruchthalle 15 380 Kilo, am 10 . Nov. 27 549 Kilo. Am 3. wurden mit Ausnahme von 1200 Kilo sämmtliche Vorräthc verkauft, und zwar 4666 Kilo Weizen, 2676 Kilo Halbweizen, 560 Kilo Korn, 1264 Kilo Hafer und 5014 Kilo Gerste; am 10 . wurden verkauft: 13123 Kilo Weizen, 4140 Kilo Halbwcizen, 4817 Kilo Korn, 1986 Kilo Hafer, 2333 Kilo Gerste und 300 Kilo Welschkorn. Nicht verkauft wurden 550 Kilo Hafer und 1200 Kilo Gerste. Die Preise stellten sich an beiden Markttagen folgendermaßen: Weizen 20 M„ Halbweizcn 16 M. 30 Pf. und 16 M. 35 Pf., Korn 16 M., Hafer 14 M. 25 Pf. und 14 M., Gerste 15 M. 50 Pf., Welschkorn 16 M. 50 Pf. 7 Konstanz, 15. Nov. (unter den Schülern dcS Großh. Gymnasiums) dahier ist eine ansteckende Augen- krankhcit mit epidemischem Charakter ausgebrochen. Eine große Anzahl derselben ist vom Unterrichte ganz dispensirt, vielen anderen das Lesen und Schreiben verboten. Infolge dessen hat sich der Ortsgesundbeitsrath veranlaßt gesehen, an die Vorstände der übrigen Schulen die Weisung ergehen zu lassen, diejenigen Schüler, welche mit erkrankten Gymnasiasten, sei es als Geschwister, oder sonst in der gleichen Familie zusammcnleben, vom Schulbesuche auszuschließen- Vereinzelte Fälle genannter Krankheit sind auch schon bei Schülern anderer Lehranstalten ausgetreten- 7 . Konstanz, 16. Nov. sPrivattelegramm.s (Augcnkrank- heit.) Wegen einer unter den Schülern des hiesigen Gymnasiums ausgcbrochenen ansteckenden Augcnkrankheit, über die bereits brieflich berichtet wurde, ist heute Morgen daS Gymnasium auf die Dauer von 10 Tagen geschloffen worden. Theater und Kunst. ! ** (Kammermusikabend.) Am vergangenen Mittwoch gaben die Herren Deecke, Steinbrecher, Hoitz und Schübel ihren ersten Kammermusikabend. Als Eröffnungsnummern spielten die Herren Orden st ein, Deecke und Schübel Bolk- mann's 6 -muil-Trio, eine an edlen, tief empfundenen Gedanken reiche Tonschöpfung, die freilich durch ihre vorwiegend ernste Haltung, wie Lurch ihre etwas weitschweifige Form des allgemeinen Beifalls sich nicht zu erfreuen schien. Das Werk fand durch die genannten Künstler eine verständnißvolle, abgerundete Wiedergabe. Herr Ordenstein erwies sich sowohl in diesem Musikstück, als auch in der gehaltvollen, wenn auch nicht unmittelbar Packenden Sonate op. 100 für Klavier und Violine von Brahms wieder als ein Klavierspieler, der neben der vollen technischen Beherrschung seiner Aufgabe besonders auch durch seine temperamentvollen, durchgeistigten und von feiner musikalischer Empfindung getragenen Vortrag zu fesseln und zu erwärmen versteht. Den Schluß des Abends bildete Beethovens edles, an ergreifenden und erhebenden Gegensätzen so reiches Harfenquartctt. Mit besonderer Tonschönheit und Beseeltheit spielten die Konzertgeber daS wehmüthige, klagende Adagio, in dem gleichsam „jede Note in eine Zähre getaucht ist". Noch sei mit lebhafter Anerkennung des Herrn Hofopernsängcrs Roscnberg gedacht, der mehrere Schubartlieder und zumal das letzte in recht geschmackvoller Weise vortrug. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingerrosfen.) T Berlin, 16. Nov, (Privattelegramm.) Nach einer Meldung aus Breslau war Seine Majestät der Kaiser über den gestrigen Fackelzug so erfreut, daß Allerhöchst- derselbe eine Deputation der Arbeiter heute doch noch empfängt. (Bekanntlich hatte Seine Majestät ursprünglich einen Empfang der Deputation wegen der beschränkten Zeit nicht in seinem Reseprogramm vorgesehen.) Auch hat Seine Majestät der Kaiser die Zusage gegeben, bald mit seiner Gemahlin Schlesien zu besuchen. 4P Berlin, 16. Nov. (Privattelegramm.) Wie der „Post" aus Ohlau in Schlesien gemeldet wird, war die heutige Kaiserjagd bei Linden von prächtigem Wetter begünstigt. Außer dem Leiter der Jagd, dem Fürsten Pleß, waren anwesend, Prinz Albrecht von Preußen, Fürst von Hohenzollern, Fürst Lichnowski, der Herzog von Ratibor und 20 andere schlesische Magnaten. Bei dem Feldtreiben schoß der Kaiser 42 Hasen. D Berlin, 16. Nov. (Privattelegramm.) Sicherem Vernehmen nach wird Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich mit den Prinzessinnen-Töchtern die Reise nach England am Sonntag Vormittag antreten. Wien, 16. Nov. Im Abgeordnetenhanse gedenkt Präsident Smolka de« schmerzliche» Verlustes, welchen das Kaiserhaus durch das Ableben des Herzogs Maximilian in Bayern, des Vaters Ihrer Majestät der Kaiserin, erlitten, und erbittet die Zustimmung des Hauses, um den Ausdruck der'tiefsten Theilnahme und der Trauer an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen. Das Haus erhebt sich und von allen Seiten wird die Zustimmung dazu kund gegeben. Die Regierung erwidert hierauf auf die Interpellation Doblhammer betreffs der angeblichen Einführung des Transittarifs für russisches Getreide auf den österreichischen Bahnen nach der Schweiz, daß die von der Verwaltung der Karl-Ludwig-Bahn erbetene Genehmigung eines solchen Tarifs mit Erlaß vom 29. Juni verweigert wurde. Rom, 16. Nov. Im Senate vertheidigte der Justizminister das neue Strafgesetz, indem er auf die fortschrittlichen Bestimmungen desselben, namentlich auf die Aufhebung der Todesstrafe hinwies. Hinsichtlich der Artikel über den Mißbrauch eines Kirchenamtes erklärte der Minister, die Regierung wolle nur analog anderer Gesetzgebungen verhindern, daß die Kanzel der Wahrheit zu einer Kanzel der Zwietracht und der Unruhestiftung werde. Gleichwohl sei eine bessere Präzisirung der Bestimmungen dieser Artikel angezeigt. St. Petersburg, 16. Nov. Anläßlich der angeblichen EnthüllunAen des „Matin" über das Projekt eines französisch-russischen Bündnisses hebt das „Journal de St. Petersbourg" hervor, es gebe doch auch für tendenziöse Insinuationen gewisse Grenzen. Rußland wünsche gewiß, daß Frankreich die in Europa ihm zukommende, für das allgemeine Gleichgewicht nothwendige Stellung wieder einnchme, aber es sei überzeugt, daß die Aufrechthaltung deS Friedens im Interesse beider Länder sei. Durch seine Insinuationen schade der „Matin" sich selbst und der Sache, die er zu vertheidigen vorgebe. General Ehrnroth ist zum Minister und Staatssekretär von Finnland ernannt. Berantwortlichcr Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Grotzhrrzoglirhrs Hofihratrr. Sonntag, den 18. N»v. 123. Ab.-Vorst.: „Don Juan", große Oper in 2 Aufzügen, mit den dazu komponirten Recita- tiven von W. A. Mozart. Anfang 6 Uhr. Famrliennachrichirn. Karlsruhe. Auszug au« dem Htandeslruch-Negilier. Geburten. 10 . Nov. Anna Maria, V.: Gustav Rodrian» Tüncher. — 14. Nov. Helene Elisabetha. V.: Friede. Bock, Fabrikant. — Michael, V.: Adolf Rosenberger, Eisen- und Lederhändlcr. — Frieda Luise, V.: Joh. Adam Hauer, Hafner. Eheaufgcbot. 15. Nov. Gustav Ruf von Dietenhausen, Bterbrauer hier, mit Sofia Krauß von Darmsbach. Todesfälle. 15. Nov. Elise, 4 M. 11 T., V.: Konrad Bödec, Eisendrchcr. — Luise, Ehefr. von Metzgermeister Friede. Morlock. 41 I. - Selm», 2 M. 4 T., V.: Otto Reibold, Hofmusikus. Mitteruugrtzrsliachtuugru -er Metrsrol. Statt»» Karlsruhe. November Varon ! Ttzknr. Lbfol. Zeucht- Krletive Wrnv. I 15 N«chr« 5 u. 753 8 4 5 5.6 ' 89 C bedeckt 16 Rr,a. 7 u 762.9 -j- 38 5.4 90 C ^ 16 . R-tlg«. r u 762.0 c- 7 4 63 82 SW . " «aftertztaud de« RheiuS. Maxau, 16. Nov., Mrgs. 3,82 gefallen 5e«. Wetterkarte vom 16. November, Morgens 8 Uhr. 735 740 760 ' 8 . 770 ' Frankfurter telegraphische Kursberichte »SM 16. November 1888. KtaatSpaptere. Bahnaktte«. 4 °/« Deutsche Reichs- !Sta«tsbah» unleib- 108.15!Lombardeu 4' » Preuß. Kons. 107.60 Galizier t/, Baden in fl. 102.85 4". . inM. 105 — Oestcrr. Goldrente »2.— , Silberr. 68 90 4*»Ungar. Goldr. 84.10 1577r Russen 1880r „ II. Orientanleihe Italiener kgypter Spanier Serbe» Waake». Kreditaktien Disk»nt»-K»«- ulandil 213°/, 82',« 17530 169'/. 156.70 lzrei Elbthal Mecklenburger Hefs.Ludwigsbahn107.10 Lübeck-Büch.-Hb. 170.80 Gotthard 124.— 99.80 Wechsel »«» Sorte«. »6.30 Wechsel». Amstd. 168.62 61.90 „ „ London SÜ.S5 S5.70 . . Pari« 30.47 82,10 „ . Men 166.70 72 50 Napolcsnsd'or 16.13 51.70 Privatdiskont» 5'/, Bad. Zuckerfabrik 97.— >54'/., Alkali Westereg. — «ach>b»rse- »0.50 Kreditaktien L53'/, Basler Bankver. 165. - St'aatsbahn S11 — BarmstäbterBank 156.80 Lombarde» 52'/, b'.Serb.Hy».Ob. 81.50 Tendenz: matt. Merlin. Wien. Dest. Kreditakt. 159.90 Kreditaktie» 505.60 „ Staatsbah» 1064« Marknote» 6S.85 Lombarden 41.90 Ungar» 1S0.9S Disk.-Kommaub. 219.90. Tendenz: matt. Laurahütte 125.20 Part». »ortmunber 87.80 Marienburger 90.70 Böhm. Rorbbahu Trude»» 5 °/, Reute Sbauier Egtzpter Ottomane Tendenz: 83.12 73'/. 410.— 519.— Uebersscht der Witterung. Die gestern erwähnte Dcbrcssion hat sich noch weiter vertieft und liegt heute im Norden Schottlands. Den Kontinent bedeckt hoher und gleichmäßig vertheilter Druck Da dessen Kern nunmehr ganz im Südosten über den unteren Donauländern siegt, so sind über Deutschland leichte südliche Winde, welche rasche Temperaturveränderungen brachten, vorherrschend geworden. Frost wird nur noch aus Südbayern und Schlesien gemeldet. Das Wetter ist vielfach neblig. In England, wo die Luftdrucksunterschiede sehr groß, herrschen stürmische Südwinde. Todesanzeige. Karlsruhe. Gott hat es gefallen, unfern geliebten Gatten, Vater, Schwiegervater und Großvater freikeren üllreö von vegentelö-kteuksus, König!. Prkllß. GenerMeolenant 8 , Pkäfident des badischen Militar-Nereins-Nerbavds, Reichstagsadgeordneler, Inhaber bes Großkreuzes vom Zähringer Löwen, Kommandeur vom Karl'Friedrich-Militärverdienstorden, Ritter des !Eisernen Kreuzes I. n. II. Klasse rc. rc.j heute Morgen 7 Uhr zu sich zu nehmen. Um stille Theilnahme bitten, Karlsruhe, den 46. November 4888, Freifrau Auguste von Degrnfeld, geb. Gräfin Sponeck. Freifrau Hedwig von Gemrningen, ged. Freiin von Degenfeld. Freifrau NuguÜe von u. zu Ndelshrim, geb. Freiin von Degenfeld. Freiherr Alexander von Gemmingen, Königl. Mürttbg. Kammerherr u. Oberförster. Freiherr Leopold von u. zu Ndelslzrirn, Kammrrherr u. Major 5 . D. Die Trauerfeier findet Sonntag den 18. November, Nachmittags 2 Uhr, zu Karlsruhe in der Stadtkirche statt. R.55S. Todesanzeige. 14» I Q.919. Freiburg r/B. Heute Mittag 1 Uhr 1 AM entschlief sanft nach langem, schweren Leiden unser innigstgeliebter Gatte und Vater Großh. tlotar, nach kaum vollendetem 45. Lebensjahre. Wir bitten um stille Theil nähme. Freiburg i/B., 15. November 1888. Die tiefgebeugte Gattin: Flora Weber, geb. Wagner, mit ihren 4 Kindern. R.548. Im Verlage der Unterzeichneten sind erschienen: »d. Ge " " I 1. Die Bad. Gemeindevoranschlagsanweisung mit Erläuterungen, Zusätzen und Formularien von H. P. Müller, E. Muser und A. Roth, Revisoren bei Großh. Ministenum des Innern. Zweite, ne« bearbeitete Auflage. Preis geb. 1 M. 50 Pf. 2. Die Bad. Gemernderechnungsanweisuna mit Erläuterungen, Zusätzen und Formularien von den gleichen Verfassern wie Z. 1. Zweite, neu bearbeitete Auflage. Preis geb. 4 M. 3. Anleitung zur Statistik, sowie Kassen- und Rechnungsführung der Bad. Kranken- und Hilfskaffe» von Emil Muser, Ministerialrevisor. Preis drosch. 2 M. 80 Pf., geb. 3 M. 40 Pf. 4. Handbuch über das Bad. Sparkassenrechnungswesen, enthaltend die Sparkassenrechnungsanweisung mit Erläuterungen, Zusätzen und For- mnlarien, sowie das Sparkaffengesetz mit darauf bezüglichen Ministerialentschließungen; bearbeitet von I. P. Müller, Revisor bei Großh. Ministerium des Innern. Preis drosch. 4 M., geb. 4 M. 60 Pf. 5. Sämmtliche Impressen zu obigen Werken; sowie sämmtliche sonst vorkommenden Impressen bringen in empfehlende Erinnerung und laden zur gefälligen Bestellung ergebenst ein 4. 4.» Iktu <1 vr« in Bonndorf, bad. Schwarz«. W» R.549.1. Oetgematde mit 18 Lebensgroßen Figuren ausgestellt bei brillanter Beleuchtung im Gasthaus )um Goldenen Adler, Karl-FrieLrichstrahk, von Morgens 9 Uhr bis Abends 8 Uhr. Eintritt 5V Pf. Kinder und Militär die Hälfte. Schulen und Vereine nach Ucbereinlunst. Die Vertreterin der Firma L. aus ist nur noch diese Woche in anwesend mit den tehten Neuheiten in ^« 8 lui»e 8 und L«>»Lev 11 oi» 8 , um Gestellungen entgegenzunehmen. R. 537 . 2 . Badischer Frauenverein. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir in der Landesgewerbehalle Arbeiten aus dem Atelier der Fräulein H. u. E. Herzer in Baden-Baden, bestehend aus bemalten Gläsern, künstlerisch dekorirten Thonwaaren und Knetarbeiten, ausgestellt haben. Damen, welche sich für diese Arbeiten interessiren, laden wir hiermit zur Besichtigung derselben ein. Wir beabsichtigen, einen ähnlichen Kurs, wre ein solcher in Baden besteht, unter der Leitung einer der oben genannten Damen einzurichten, und ist das Nähere auf unserem Bureau, Gartenschlößchen, Herrenstr. Nr. 45, zu erfragen. Karlsruhe, den 15. November 1888. R.544.1. Der Vorstand der Abtheilung I. Ilm Imitation rn vermeiden, verlange man »usärüclclieb: von asokami Adam ILosäsr, tlofiivtsrant 8 r. Vlsj. öss Königs von Krousson. R.328.1. ßlMerie Ser ^.KivL ri Fsoamp (krEeict) MktMIWM ltkXhffllllVl öes Veveäietioe? Madie. VortraMtol», tovloov, äen ^xpotlt nnck äi, V»r- clanrrog v»18rck«rnck vünm>am.il ngvmm ntriövicrv«» 'Kann«44p««« ea «t t l'Ltnoi« Kan »ebt« äar- »nk, äoo» oiod »nkzocksr klooodt äi« rivrsclrige Ltiouette wii äer Outoroodrikl äes üeooral-üireetor» beäuäot. 8iodt »Hein zeäqs Siegel, seäe Ltiguett», »ooäerv »uob ä.r Oessnunteiväruelc äer klaoode iit geretrllcb siogetrsgen uoä gsscbütrt. Vvr zeäer Uscdodwnng oäer Verliauk rvn Hoobadwuogeo virä wirdin ernstlicb ge- Ivarnt, nnä nickt »ileio vsgeu äer ru gevLrtigeoäen »strlickso folgen Isolläsra »ncd dinoiedtliok äer kür äie 6«»unckd«it »a de Ifarekteoä»ll diacbtkeils. Lkao Snäs» äs-i ecbtenLLksLVIVI'IITDL I-iyn.nrour koiHockg-nountra i n kiarlarRid« 11 «rn». Hiincktuzx, HLal»«r»tr.; I^onis Iraner Illvl., ^.caäemiestrasss 12; kü. klüll^r in Otkeobnrg. RK32.1. UnMWsTNklgtMgkl!!! frisch geschlachtet, rein geputzt, in Colli 4 io Pfund, fette Gänse, Poulard oder Enten 5 x 60. Puter 6 X, ferner in! 4-Ltr.-Fäßchen Rothwein 4—5 ^t, Weißwein 3,50—4 Tokayer Ausbruch 8 vers. frco. gcg. Nachnahme! k^r»i>L1 L. Vv., (Ungarn). R.419.8. Bürgerliche Rechtspflege. Oeffentliche Zustellungen. Q.926.I. Nr. 6377. Offenburg. Die Ehefrau deS Schusters Erwin Mückle, Anna, geb. Neff in Waltersweier, vertreten durch Rechtsanwalt Vr. Günzburger, klagt gegen ihren genannten Ehemann, z. Zt. in Amerika an unbekannten Orten, wegen grober Verunglimpfung und dreijähriger Landesflüchtigkeit, gemäß L.R.S. 231 und 232»., mit dem Anträge auf Ehescheidung, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung deS Rechtsstreits vor die Civilkammer 1ü. des Gr. Landgericht- zu Offenburg auf Dienstag den 5. Februar 1889, , Vormittags 9 Uhr. mit der Aufforderung. einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zweck der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Offcnburg, den 13. November 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Landgerichts: T h » m a. Q.923.1. Nr. 15.363. Villingen. Der Salomon Burgbacher zum Hirschen zu Flötzlingcn klagt gegen den Fuhrmann Andreas Kieninger von Peterzell, z. Zt. an unbekannten Orten abwesend, aus Waarcnlieferung, mit dem Anträge auf Vernrthcilung des Beklagten zur Zahlung von restlichen 75 Mark 65 Pf., und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Villingen auf Freitag den 28. Dezember 1888, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Huber, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Erbeinweisimgen. O.855.2. Nr. 10,221. Ep Pin gen. Die Handelsmann Isaak Wcrtheimer Witwe, Jette, geborne Kahn in Gcm- mingen, bat um Einweisung in die Gewähr des Nachlasses ihres am 15. August 1888 verstorbenen Ehemannes nachgesucht. Diesem Gesuche wird das Großh. Amtsgericht dahier entsprechen, wenn nicht binnen 6 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Eppingen, den 7. November 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Amtsgerichts: Schütz. Q.885.2. Nr. 47,263.- Heidelberg. Die Witwe des am 7. April 1857 verstorbenen Seifensieders Wilh. Krumb- holtz, Elisabetha, geborne Bähr von Leimen, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird stattgegeben, wenn nicht innerhalb sechs Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Heidelberg, den 9. November 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Büchner. Dies veröffentlicht der Gerichtsschreiber Braungart. Q.902.2. Nr. 66,607. Mannheim. Die Witwe des Agenten Eduard Schwab in Mannheim, Margaretha. geb. Meixner, hat den Antrag auf Einweisung in die Gewähr des Nachlasses ihres verlebten Ehemannes gestellt. Diesem Antrag wird stattgegeben, sofern nicht binnen vier Wochen Einsprache erhoben wird. Mannheim, den 10. November 1888. Der Gcrichtss chreiber Gr. Amtsgerichts: C. Wagenmann. Q. 834.3. «Nr.64.117. Mannheim. Die Witwe des Bäckers Philipp Kolb, Katharina, geborne Orth in Neckarau, hat um Einsetzung in die Gewähr der Verlassenschast ihres verstorbenen Ehemannes ersucht. Diesem Gesuche wird entsprochen, wenn nicht innerhalb sechs Wochen Einspruch dagegen erhoben wird. Mannheim, den 27. Oktober 1888. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: C. Wagenmann. Erbvorladungen. R. 543.1. Furtwangcn- Konstantin Es chle, Uhrmacher von Rohrbach, zur Zeit an unbekannten Orten in England abwesend, ist am Nachlasse seiner natürlichen Mutter, der am 23. August 1888 verstorbenen Strohflechterin Se- raphina Eschle, miterbberechtigt. Derselbe, beziehungsweise dessen eheliche Abkömmlinge, wird anmit aufge» fordert, binnen drei Monaten, von heute an, seine Erbansprüche bei dem Unterzeichneten Theilungsbeamten geltend zu machen, widrigenfalls der Nachlaß so vertheilt würde, wie wenn der Äorgeladene zur Zeit des Erban- fallcs nicht mehr am Leben gewesen wäre. Furtwangcn, den 14. November 1888. Der Großh. Notar: Schirrmann. R.545. Villingen. Josefa, geborne Granscr, geboren zu Villingen am 3. Mai 1839, Tochter des verstorbenen Josef Gratzser, Seiler von hier, und der ch Katharina , geb. Ruf von hier, ist zur Erbschaft ihres zu Bregen- bach am 31. August 1888 verstorbenen Vaters, Josef Granser, Seiler von hier, gesetzlich mitberufen. Dieselbe, welche nach Angabe der hier wohnenden Betbeiligtcn in Amerika gestorben sein soll» ober deren eheliche Leibeserbcn werden hiermit aufgefordcrt, binnen drei Monaten ihre Erbansprüche bei dem Unterzeichneten Notar geltend zu machen, widrigenfalls die Erbschaft Denen zugctheilt würde, welchen sic zukäme, wenn die Vorgeladenen zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wären. Villingen, den 12. November 1888. Der Großh. Notar: Deybach. HinbrlSregistereintrSgr. O.S16. Nr- 10,474.- Ken ringen. Im diesseitigen Firmenregister wurden folgende Einträge vollzogen: 1. Zu O.Z. 133. Firma: F. A. Giedcmann in Riegel. Diese Firma ist erloschen. 2. Unter O.Z. 173 wurde neu eingetragen die Firma: Carl Giebeln an n in Riegel. Inhaber dieser Firma ist Kaufmann Carl Giedcmann in Riegel, vcrhcirathet mit Frida, geb. Metzer. Nach dem zwischen denselben bestehenden Ehevertrag vom 23. September 1888 wirst jedes der Brautleute 50 Mk. in die Gemeinschaft ein, während alles übrige gegenwärtige und zukünftige, fahrende und liegen- s chaftliche Permögen sammt Schulden von der Gemeinschaft ausgeschlossen wird. Kenzingen, den 13. November 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Mayer. 3. 3. Zwangsversteigerung. R.546. Kawdern. Steigerungs- Ankündigung. Infolge richterlicher Verfügung werden im Konkurse gegen Emil Räuber von hier die nachverzcichneten Liegenschaften am Montag dem 28. November 1888. Nachmittags 4 Uhr. im Rathhause dahier öffentlich versteigert. wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird: Eine zehn Minuten hinter Kandern im Malsburger Thale gelegene Wollspinnerei und Weberei, bestehend in: 1. einem zweistockhohen Fabrikgebäude mit angcbantem Kesselhaus, Arbci- tcrwohnungen, Magazin, Comptoir, sammt Maschinen rc., einem zweistöckigen Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und 2 Gärten. 1 Hektar 85 Ar Wiesen dabei »ebst Wafferrecht. Wegen des näheren Bcschricbs der Maschinen und Fabrikeinrichtung wird auf die Ankündigung in der Karlsruher Zeitung Nr. 296 und 303 Bezug genommen. Gesammtanschlag 32,000 M. Kandern, den 12- November 1888. Großh. Notar Meyer. Strafrechtspflege. Ladung. R 506.3. Nr. 11,807. Donau- eschingcn. Der am 18. Dezember 1861 geborne Fabrikarbeiter Karl Kaiser von Riedöschingen, zuletzt wohnhaft dasebst, wird beschuldigt, als Ersatzreservist erster Klaffe ausgewandert zu sein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben, Uebertretung gegen 8 360 Nr. L des Strafgesetzbuchs. Derselbe wird auf Freilag den 21. Dezember 1888» Vormittags 8 Ubr, vor das Großh. Schöffengericht Donaue- eschingen zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung vom Königl. Be- zirkskvmmando dahier ausgestellten Erklärung verurtheill werden. Donaueschinaen, 9. November 1888. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Amtsgerichts: Gäßlcr. Bern». Bekanntmachungen. R.551. Karlsruhe. Südwrstdeutsch-Schtteizerischer Eisenbahn-Verband. Die für die Beförderung von frischen Aepfel« u. Birnen ab schweizerischen Stationen nach Waldshut bestehenden Ausnahmefrachtsätzc finden mit sofortiger Wirkung auch Anwendung aus solche Sendungen, welche in Säcken verpackt zur Auflieferung kommen. Karlsruhe, den 15. November 1888. Namens der Verbandsverwaltungen: General-Direktion der Großh. Bad. Staats-Eisenbahnen. R.510.2. Nr. 3676. Wald sh ul. Großh. Bad Staats- Eisenbahnen. Zur Herstellung der Klingenbachbrücke zwischen den Stationen Oberlauchringen und Glichen sollen folgende Arbeiten im Submissionswege vergeben werden: I. Erdarbeiten, veranschlagt zu 1064 Mark, 11- Maurer- u. Stcin- dauerarbeiten, veranschlagt zu 2965 Mark, zusammen . . 4029 Mark. III. Liefern und Aufstellen der Eiscn- konstruktion aus Schmiedeiscn 8400 Lo. in Gußeisen . . 440 Ko- Die Bedingungen und Zeichnungen liegen auf der Kanzlei des Unterfertigten zur Einsicht auf und können auch gegen Erstattung der Abschreibgcbühren bezogen werden. Angebote sind spätestens bis zum 24. d. M-, Bormittags 10 Uhr, einzu- reichen. Waldshut, den 10. November 1888. Der Großh. Bahnbauinspektor. ^R.511.2. Nr. 6073. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Nachverzeichnetc Bauarbeiten zur Herstellung von 3 Arbeitsgruben im rechteckigen Maschinenhause auf dem Bahnhofe zu Karlsruhe sollen höherer Anordnung gemäß im Submissionswegt in Akkord gegeben werden: 1. Maurerarbeit, veranschlagt zu 3553 33 A 2. Pflästcrcrarbcit 329 11 A Pläne, Kostenübcrschläge und Bedingungen können auf diesseitigem Hochbaubureau eingesehcn werden und sind die bezüglichen Angebote spätestens biS Mittwoch den 21. d. Mts., vormittags S Uhr, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, an den Unterzeichneten Karlsruhe, den 10. November 1888. Der Großh. Bahnbduinspektor. Druck und Verlag »er G- Braun scheu Hofbuchsruckerei- (Mir einer Beilage.)