Beilage zu Ile. 353 der Karlsruher Zeitung. Samstag, 22. Dezember 1888. Rechtsprechung. 2j. Karlsruhe, 21. Dez. (Oberlandesgericht.) Zu einer Mitbürgschaft im Sinne des L.R.S. 2 033 ist erforderlich, daß die mehreren Bürgen ausdrücklich oder unter Umständen, welche auf diese Absicht schließen lassen, die Sicherung des Gläubigers gemeinsam übernommen haben, und daß ein jeder auf die Mitleidenschaft des andern rechnete. Nur bei einer solchen Gemeinschaft der Verbindlichkeit, welche jedoch nicht nothwendig die gleichzeitige Eingehung der Bürgschaft verlangt, sondern auch durch verschiedene Akte bewirkt werden kann, ist die Voraussetzung des L.R.S. 2033 vorhanden, wonach der unter gewissen Umständen zahlende Bürge auf seine Verbindlichkeitsgenossen regressorisch zu greifen berechtigt ist. Liegen dagegen zwei selbständige, von einander unabhängige Bürgschaften vor, so kann von einem Regresse des einen Bürgen gegen den andern keine Rede sein. Wenn dem Vermiether ein Recht auf Vertragsauflösung zusteht, weil der Miether ohne rechtlichen Grund die Zahlung des Miethzinses verweigerte, so hat der Miether auch für die zur Wiedervermiethung erforderliche Zeit den Miethzins zu zahlen. (L.R.S. 1 760.) So wenig der Schuldner ein Recht hat, von vornherein statt der Herausgabe einer Sache durch Leistung des Interesses sich von seiner Verbindlichkeit zu befreien, ebenso wenig kann dem Gläubiger das Recht zugestanden werden, das Interesse statt der Herausgabe der geschuldeten Sachen zu verlangen. j Grotzherzogthum Baden. Karlsruhe, den 21. Dezember. * (Wegen des Weihnachtspäckerei-Verkchrs) werden die Packetannahme- und Ansgabeschalter des Postamts 1 (Ritterstraße) am künftigen Sonntag, den 23. d. M., nur von 9 bis 11 Uhr geschloffen, dagegen von 11 Uhr Vormittags ununterbrochen bis 7 Uhr Abends geöffnet sein. e? Bruchsal, 19. Dez. (Wahlen. — Verhaftung.— Holzpreise. — Feuerwehr. — Markt.) Die Stadtverordnetenergänzungswahlen sind vorgestern zu Ende gegangen; bei der höchstbesteuerten Klasse war die Wahlbetheiligung noch geringer als an den vorhergehenden Tagen; von 122 Berechtigten gaben nur 47 ihre Stimme ab; die Demokraten enthielten sich sich auch diesmal der Wahl. Gestern fand nun die mit großer Spannung erwartete Verhandlung des Bezirksraths über die von dem Führer der Volkspartei, Landtagsabgeordneten T. I. Schmitt, eingereichte Anfechtung der ganzen Bürgerausschußwahl statt; auch Herr Landeskommiffär Ministerialrath Heb - ting war hiezu erschienen. Das Ergebniß der etwa 2 Stunden in Anspruch nehmenden Verhandlung war, daß die Wahl für giftig erklärt wurde, unter Verfüllung des Anfechtungsklägers in sämmtliche Kosten; die letzteren sind ziemlich erheblich, da gegen 40 Zeugen vorgcladen waren, Stadtbürger, welche versehentlich keine Aufnahme in die Listen gefunden hatten. — Gestern Nachmittag traf ganz unerwartet der Großh. Untersuchungsrichter Herr Landgerichtsrath Nothweiler hier ein; unmittelbar darauf wurde der frühere hiesige Stadtrechner, Kaufmann Konrad Grab, durch den Gcndarmeriewachtmeister verhaftet. Grab ist dem Vernehmen nach angeschuldigt, seit mehreren Jahren Unterschlagungen zum Nachtheil der von ihm 26 Jahre geführten Stadtkaffe verübt und dieselben durch falsche Buchungen verdeckt zu haben. Auch beute ist der Untersuchungsrichter wieder hier anwesend. Der Fall erregt begreiflicherweise ungeheures Aufsehen in hiesiger Stadt, zumal Grab stets den Ruf eines braven tüchtigen Gemeindebeamten genossen hatte; seine ziemlich zahlreiche Familie wird allgemein bedauert. — Bei einer von der hiesigen Bezirksforstei in letzter Woche im Distrikt Jungwald vor- gcnommcnen Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 1. Klaffe der Ster 8 M. 50 Pf., 2. Klaffe 8 M. 30 Pf., 3. Klaffe 7 M. 60 Pf.; Eichcnscheitholz 1. Klaffe 11 M., 2. Klaffe 9 M. 70 Pf., 3. Klaffe 6 M. 10 Pf.; Buchenprügelbolz 1. Klaffe 7 M. 70Wf., 2. Klaffe 6 M. 60 Pf. — In dem benachbarten Forst hat sich eine Freiwillige Feuerwehr gebildet, dem Verein traten sofort 70 Mitglieder bei. Forst war die einzige größere Gemeinde unseres Bezirks, die noch keine Feuerwehr hatte; erst jetzt ist es dem Bemühen der Gemeindebehörde, sowie den verdienstvollen Anregungen des Herrn Kaminfegers Hettinger hier gelungen, die bisher bestehende Abneigung der Bürger zu überwinden. Es wird fleißig geübt und demnächst wohl die erste Hauptprobe stattfinden können. — Der Geschäftsgang auf dem heutigen Viehmarkt war so lebhaft, wie schon lange nicht mehr; aufgefahren waren zusammen 534 Kühe und Ochsen, 166 Stück Jungvieh und 153 Schweine; die Preise stellten sich für Kühe auf 300-400 M-, für Rinder auf 80 bis 150 M., für Ochsen aus 400 M., für Läufer auf 20—30 M., für Ferkel auf 6—10 M. Besonders begehrt waren gute Milchkühe; das Angebot vermochte die Nachfrage weitaus nicht zu decken. ( Bade», 19. Dez- (Die Viehzählung) vom 3. Dezember in hiesiger Stadt ergab im Vergleich mit dem Vorjahre folgendes Resultat: Pferde 463 (1887 487), Esel 11 (11), Rindvieh 433 (449), Schafe 12 (7), Schweine 432 (546), Ziegen 169 (176), Bienenstöcke 121 (148), Gänse 63 (112), Enten 109 (164), Tauben 724 (613), Hühner und Hahnen 2188 (2351), Truthühner 35 (26). Literatur. Die Firma Freytag und Berndtin Wien hat vor einiger Zeit vortreffliche Porträts der hochscligen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. verbreitet. Denselben folgen jetzt die eben so gelungenen Porträts Ihrer Majestäten des Kaisers Wilhelm H und der Kaiserin Augusta Victoria, die sich, wie jene für jedes patriotische Haus, insbesondere aber sür öffentliche und Vcreinsräume als hervorragende Zierde empfehlen. Ein sehr ähnliches Bild unseres berühmten heimischen Dichters I. P. Hebel. in Lichtdruck nach einem von F- Müller gezeichneten und von I. Lips gestochenen — wvhl sehr selten gewordenen — Original versendet soeben A. Bielefelds Hofbuchhandlung (Liebermann u. Cie ). Ein sehr geeignetes Festgcschenk — zu dem mäßigen Preise von M. 1.50 — für alle Verehrer des Verfassers der allemannischen Gedichte. Angehenden Jüngern der Wissenschaft und allen denjenigen, welche das klassische Altertbum schätzen, bietet B. G. Teubner in Leipzig eine Vvrtreffliche Gabe in den „Wanderungen durch Alt-Griechenland". Würdig des in der Welt der klassischen Studien rühmlichst erprobten Verlages ist der als Kenner und Verkündiger der Schätze des Helleuenthums bewährte Verfasser, Professor H. W. Stoll in Weilburg. Er führt seine Leser in das Land, in welchem das Nlterthum seine höchste Kultur entwickelt hat, zeigt ihnen die berühmten Städte mit ihren Bauwerken und Heiligthümern und verwebt in die Ortsschilderung das Wesentlichste von Sage und Geschichte. Das Werk zerfällt in zwei Bände mit vielen Abbildungen, Karten und Plänen, der erste umfaßt den Peloponnes» der zweite Mittel- und Nordgriechenland. Für einen noch etwas weiter ausgedehnten Leserkreis bestimmt, ist ein Auszug des ältesten der großen hellenischen Dichterwerke „Homers Ilias in verkürzter Form", nach Johann Heinrich Voß bearbeitet von vr. Edmund Weißen- born. Der Heransgeber ist der Ansicht, daß der Umfang der Ilias und der damit zusammenhängende Mangel eine- raschen Ueberblickes der Erzählung und Einblickes in den Plan auch einem großen Theil der Gebildeteren unseres Volkes die nähere Bekanntschaft mit der unsterblichen Dichtung erschwert und gar versperrt. So hat er denn die 16 000 Verse mit Beseitigung dessen, was ihm für die Handlung nicht unbedingt nothwendig erscheint, auf 4 500 vermindert, ohne die Einheit der Darstellung wesentlich zu schädigen. Die Einleitung, welche die Sage vom trojanischen Kriege, die älteste epische Dichtung der Griechen, die sogenannte homerische Frage und die Bedeutung Homers für Griechenland und sür unsere Zeit in anziehender Sprache behandelt , ist für jeden, der ohne tieferes Studium einen Einblick in das griechische Heldenzeitalter und dessen dichterische Darstellung gewinnen will, schon an sich sehr lescnswerth. Die zu Grunde gelegte Ueberfttzung von Voß hat der Herausgeber insofern geändert, als die Rücksicht auf deutlichen Ausdruck und die beute übliche Sprache es ihm geboten erscheinen ließ. Die meisten dieser Aenderungen verdienen Beifall; indessen laufen auch solche unter, welche in metrischer Beziehung keine Verbesserungen vorstellen. In demselben Berlage erschien eine Uebersetzung von Charles Lambs Shakespeare-Erzählungen. Die vortrefflichen Erzählungen Charles Lambs nach den Schauspielen des Dichter?, zwanzig an der Zahl, liegen hier in einer trefflichen Uebersetzung von Karl Heinrich Keck vor. Das Werk von Charles Lamb ist in England seit mehr als 80 Jahren anerkannt und weit verbreitet und verdient dies auch in Deutschland zu werden, wo der große britische Dichter gewiß nicht minder geschätzt ist als in seinem Vatcrlande. Es soll der Jugend eine Vorschule für Shakespeare, Erwachsenen eine vielfach willkommene Vereinfachung der durch ihren Reichthum oft verwirrenden Shakespeare- Welt bieten. Drei Monate an der Sklavenküste von Contreadmiral Reinhold Werner- Jllustrirt von Marinemaler F. Lindner und Professor A. Goering. München, Richter u. Kappler. Preis hübsch gebunden 5 M. In fesselnder Weise berichtet der Verfasser über die Erlebnisse aus seiner Jugendzeit an Bord eines deutschen Handels- und eines englischen Kriegsschiffes. Ein Theil der Westküste Afrika'S mit dem prächtigsten Urwalde, mit seinen Bantu- und Krunegern und deren Sitten und Gepflogenheiten tritt hierbei anschaulich vor das geistige Auge des Lesers. Auch die schrecklichen Sklavenjagden, die Einrichtungen auf Sklavenschiffen, das Leben auf Kriegsschiffen, sowie die abergläubischen Anschauungen der Seeleute werden in interessantester Weise geschildert. Das Buch schließt mit einem Hinweise auf die Theilnahme unseres Vaterlandes an der Erschließung jenes merkwürdigen Erdtheils. Man merkt es der klaren, lebendigen und gemüthvollen Darstcllungsweise an, daß der Verfasser aus eigener Erfahrung heraus geschrieben hat. Franz Gilardone in Hagenau i. E. veröffentlicht eine Schrift „Die neueste» Erfahrungen auf dem Gebiete der Theatersicherheitsfrage (Hagenau i. E>, Selbstverlag), welche ausführlich den Vortrag wiedergibt, welchen der Verfasser bei der im September 1888 veranstalteten Generalversammlung deS Vereins für Gesundheitstechnik gehalten hat. Gilardone ist einer der anerkannten Fachmänner in Sachen der Feuersicherheit, und so wird auch dieses neue Buch überall mit großer Aufmerksamkeit und hoffentlich auch Nutzanwendung gelesen werden. Vom laufenden Jahrgang der Salon-(Großoktav-)Ausgabe von „Ueber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Vcrlags- anstalt) liegt der erste Band nunmehr abgeschlossen vor. Reicher Inhalt an gediegenen novellistischen Schöpfungen wie an gefällig geschriebenen Aufsätzen aus allen Gebieten des Wissens geht Hand in Hand mit einer künstlerischen Ausstattung. Besonders ist den bedeutsamen Zeitereignissen der jüngsten Monate vom Tod Kaiser Friedrichs an bis zu den großen Reisen Kaiser Wilhelms II- und den Vorbereitungen für die Regierungsjubelfeier Kaiser Franz Josefs, als deren Vorläufer die Wiener Ausstellungen und die Eröffnung des neuen Hofburgthcaters gelten dürfen, in Wort und Bild eingehend und glänzend Rechnung getragen. Ein recht hübsches Festgeschenk für eine Dame dürfte ein Abonnement auf eine Modezeitung sein. Es ist deshalb ein guter Einsall der „Wiener Mode", daß sie zu den bevorstehenden Festtagen eine reizende Abonnementskarte anfertigen ließ, die als ein kleines Meisterwerk der Buchdruckern eine Zierde jedes Gabentisches bildet und gleichzeitig den Bezug des beliebten Blattes für das Jahr 1889 sichert. Diese Abonnementskartc ist in jeder Buchhandlung für 10 M- erhältlich. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Nachdruck verboten. Im Kampfe der Parteien. tzine Weitznachlserzähl'ung. (Fortsetzung.) Franziska trat in das Zimmer und war befremdet, ihren Onkel stein zu finden. „Wo ist Richard?" war ihre erste Frage. „Er i fortgegangen", erwiderte der Onkel ruhig, ihr prüfend in das lesicht blickend. „Fortgegangen," frug sie mit größerem Befinden und mit einem ängstlichen Zittern der Stimme, »ohne lir Adieu zu sagen?" „Du siehst es," antwortete Schloßborn nd räumte scheinbar gleichgiltig die Schachfiguren in den Kasten. Was hat es zwischen Euch gegeben?" forschte das Mädchen esorgt weiter, doch sic erhielt keinen Aufschluß. „Was es gerben hat, Fränzchen, wirst Du besser durch ihn als durch mich Fahren", sagte der Onkel und ging vom Gartensaale nach seinem ötudirzimmer. . Der Herbststurm fegt über das Land und räumt mit den Herr- chkeiten des Sommers auf; auch den jungen Leuten wollte es heinen, daß dem Sommer ihrer Liebe ein rauher Herbst gesolgt :i, und in dem Hause Schloßborns hörte man lange Zeit hin- urch das Helle, silberne Lachen Franziska's nicht. Die gute ranziska begriff anfangs nicht recht die Größe des Hindernisies, as ihrer Bereinigung mit Richard im Wege stand; sie wußte icht recht, ob sie dem Onkel Unrecht geben sollte oder dem Gerbten. Wenn der Onkel so eigensinnig war, zu verlangen, daß tichard in einem gewissen Punkte seine Ansichten ändern -solle, larum mußte der Geliebte mit dem nämlichen Eigensinne sich >eigern, die ihm auferlegte Bedingung zu erfüllen. Stand ihm ie Dame Politik denn näher als das Mädchen ferner Wahl. kn einem Mädchenkopfe malt sich manches in der -t^eft eben nders als in der Vorstellung des Mannes. Aber wenn Franz- ien auch nicht recht entscheiden konnte, ob der Gellebte recht oder »recht hatte, des Einen war sie sich bewußt, daß auf einen Lechsel seiner Ansichten, auf die Erfüllung des von Onkel -chloßborn gestellten Verlangens nicht Zu rechnen war. Mit Heftigkeit, mit einer Aufwallung des Unwillens batte Richard, ls Franziska ihm schüchtern den Gedanken, nachzugeben, nahe elegt, diese Zumuthung von stch gewiesen; fast wäre er böse geworden, aber er sah ja, daß nur die Liebe dem guten Mädchen den Gedanken eingegebcn hatte, und deshalb setzte er Fränzchen, so gut es gehen wollte, auseinander, daß ein Mann selbst seinem Lebensglück nicht seine Ueberzeugung zum Opfer bringen dürfe. Franziska versuchte ihr Glück beim Onkel, aber sie fand auch da taube Ohren. Onkel Schloßborn, der sonst so leicht von den Schmeicheleien der liebenswürdigen Nichte eingefangen werden konnte, blieb diesmal fest; nicht das kleinste Zugeständniß war ihm zu entlocken, nicht einmal das Versprechen einer Verlängerung der Bedenkzeit, die er dem jungen Manne gegeben. Richard verkehrte noch immer in Schloßborns Hause, wenn er auch seltener erschien, und die beiden Herren machten an jedem Sonn- tagnachmittag ihre Schachpartie wie früher; aber es lag eine ernstere Stimmung über dem Hause Schloßborn. Franziska war einsilbig und erschien zuweilen mit gerötheten Augen; Richard war auch wortkarger geworden und eine völlig unbefangene herzliche Plauderei wollte nicht in Zug kommen; nur der alte Onkel war der nämliche geblieben und blickte mit jovialer Miene in die Welt. So verging Woche um Woche und das Weihnachtsfest nahte. Mit ernsteren Gedanken, mit schwererem Herzen als wohl jemals sahen Richard und Franziska dem sonst so fröhlich willkommen geheißenen Feste entgegen. Was konnte das Fest ihnen diesmal anderes bringen, als die Trennung ? Richard befand sich in einer verzweifelten Stimmung, aber sein Entschluß, lieber zu entsagen als sich untreu zu werden, konnte durch nichts erschüttert werden. Hier war keine Wahl; wo die Stimme der Ehre sprach, mußte die des Herzens schweigen. Je länger er über die Sache nachdachte, um so empörender erschien ihm die von Schloßborn gestellte Bedingung; war es tyrannisch von dem alten Manne, der Herzensneignng seiner Nichte eine Laune cnt- gcgenzusetzen, so war es beleidigend, einem Manne eine Aendc- rung seiner Ueberzeugüng zuzumuthen. Die Hand eines jungen Mädchens ist doch kein Gegenstand für einen Tauschhandel und einen Tausch, einen schmählichen Handel, so sagte sich Richard, wollte man ihm zumuthen: seine Ueberzeugung hinzugebcn für die Hand der Geliebten. Und wenn das Leben ihm nach der Trennung von Fränzchen keine Freuden mehr bieten würde — er würde einen Trost finden in dem Bewußtsein, recht gehandelt zu haben; ohne dieses Bewußtsein würde er ja auch an Kränzchens Seite nicht glücklich sein, der Gedanke an eine schmähliche Fahnenflucht würde ihn sein Leben hindurch verfolgen. Gingen bie Tage jetzt, wo der entscheidende Termin näher und näher rückte, rascher als sonst dahin und waren nun die Begegnungen mit Fränzchen gezählt, so hatte auch das sein gutes; die Qual wurde verkürzt und das Schicksal, dem auszuweichen unmöglich war. beschleunigt. Daß die Entscheidung gegen sein Lebensglück gerade am Weihnachtstage sich erfüllen sollte, an dem Tage, der mit seinen süßen Jugenderinnerungen verknüpft war, das war freilich em grausamer Gedanke; an diesen Weihnachtsabend werde ich denken müssen, so lange mein Leben währt, sagte Richard zu sich selbst, und niemals werde ich den Weihnachtstag wieder mit anderen Empfindungen, als den schmerzlichsten feiern! Der bedeutungsvolle Tag brach endlich an. Auch im Hause Schloßborns war der Weihnachtsbaum geputzt worden und Fränzchen hatte neben den gekauften Weihnachtsgeschenken für den Onkel auch eine niedliche Handarbeit zurechtgelegt, auf die manche Thräne gefallen sein mochte. Onkel Schloßborn ging heute in einer gewissen Erregung im Hause umher, di- ihm sonst fremd war; cs war Alles wie sonst an diesem Tage, aber die Feststrmmung wollte sich nicht einstellen ; Kränzchens sonst so klare Augen waren verschleiert, ihre Miene trüb, und auch Scherzworte des Onkels waren nicht im Stande, das hübsche Gesicht- chen des mngen Mädchens aufzuheitern. Richard sollte am Abend kommen, vielleicht zum letztenmale. Die Zeit, in der man ihn erwartete, war schon um ein Weniges überschritten; zögerte er, weil sein Entschluß wankend geworden war? Brachte er das Opfer, das Onkel Schloßborn von ihm verlangt? Fränzchen legte sich die Fragen immer wieder vor, während die Minuten- sich ihr zu unerträglicher Länge dehnten. Zuweilen glaubte sie es wünschen zu müssen und dann protestirte die Vorstellung, die sie von dem Geliebten hatte, wieder gegen diesen Gedanken; Franziska halte sich endlich daran gewöhnt, den Muth, mit welchem Richard gegen die Versuchung ankämvfte, edel und bewunderungswürdig zu finden, und sie meinte. daß es sie schmerzen würde, gäbe Richard dem Verlangen des Onkels nach — selbst wenn ihr Glück und ihre Zukunft an der Seite Richards mit solcher Nachgiebigkeit erkauft würde. (Schluß folgt.) I'-I Handel und Verkehr. Paris, 20. Dezember. Wochenausweis der Bank von Frankreich gegen den Status vom 13. Dezember. — Aktiva. Baarbestand in Gold -l- 492000 Fr., Baarbestand in Silber 4 879 OM Fr., Portefeuille — 14 942 000 Fr., Vorschüsse auf Barren Z- 4 639 000 Fr. Passiva. Banknotenumlauf — 8199 OM Fr., Laufende Rechnungen der Private -ff 16 301 OM Fr., Guthaben des Staatsschatzes —10 842 OM Fr., Zins- und Diskont- crträge 611 OM Fr., Vcrhältniß des Notenumlaufs zum Baar- vorratb 86.52. Bremen, 20. Dez. Petroleum-Markt. Schlußbericht. Standard white >oeo 7.70. Fest. Köln, 20. Dez. Weizen Per März 20.95, per Mai 21.25, Roggen per März 15.75, Per Mai 15.95. Rüböl per 50 Kg per Mai 60.30, per Oktober —. Antwerpen, 20 . Dez. Petroleum-Markt. Schlußbericht. Raffinirtes, Type weiß, disponibel 20'/», Per Dezember 20 , per Januar 20, per Januar-März 19'/-. Kess- Amerik. Schweineschmalz, nicht verzollt, dispon., 105'/» Frcs. Paris» 20. Dez. Rüböl Per Dezember 74.75, per Januar 74.25, per Januar-April 73.50, per März-Juni 69.25. Träge. — Spiritus per Dez. 41.30, per Mai-Augusi 44.—. Still. — Zucker, weißer, Nr. 3, per IM Kilogr., per Dezember 39.30, per März-Juni 40.75. Schwach. — Mehl, 12 Marques, per Dezember 60.—, per Januar 60.60, per Januar-Avril 61.30, per März-Juni 61.90. Träge. — Weizen, per Der 26.—, per Januar 26.30, per Januar-April 26.80, per Märr- Juni 27.40. Still. — Roggen per Dezember 14.50, per Jan 14.60, per Jan.-April 15.— , per März-Juni 15.75. Still — Talg 80.—. Wetter: schön. New-Dork, 19. Dez. (Schlußkurse.) Petroleum in New- Aork 7.30, dto. in Philadelphia 7.20, Mehl 3.50, Rother Winter- weizen 1.06 " 4 , MaiS (New) 48'/«, Zucker fair refining Muscov 5ff«. Kaffee, fair Rio 17 , Schmalz (Wilcox) 8 95, Getreide- fracht nach Liverpool 3'/». Baumwoll-Zufuhr vom Tage 35000 B.» dto. Ausfuhr na» Großdritannie- 13 OM B„ dto. nach dem Con- tinent 7 OM B. Baumwolle per März 9.73, dto. per April 9.84 Feste Redilktionsverhiiltnifse: 1 Thlr. — 12 Rmk-, r Gulden ö. W. - Staatspapiere. Baden 4 Obligat, fl. 102.! 4 M 104' " 4 Obl". v. 1886 M. 1094 Bayern 4 Oblig. M. 107. Deutsch!. 4 Reichsanl. M. 108.: „ 3Ve°/° „ 103. Preußen 4 "/»Consols M- 107.! „ 3'/- kons.St.-Anl.M.E! Wtbg. 4'/» Obl- v. 78/79 Ml04.( „ 4 Obl. v. 75 80 M. 104.k Oesterreich 4 Goldrente fl. 92.- „ 4'/» Silberr. fl. 69.- „ 4V-. Papierr- fl. — „ 5 Papierr. v-188181.k Ungarn 4 Goldrente fl. 851 Italien 5 Rente Fr. 95.- 50/0 Rumänische Rente 94.1 Rumänien 6 Ob>. M. 106.1 Rußland 5 Obl. v. 1862^ 101.1 „ 5 Cons. v-1877-e —.- „ 511 Orientanl-P.R. 61.5 4 Cons. v. 1880 R- 86.1 — s Rmk.. 7 Gulden slldd. und Holland. 2 Rmk.. 1 Franc 80 Pf. Frankfurter Kurfe vom 20. Dezember 1888. l Lira Portug. 5 Anl. v-1886 M. 1M.40 „ 3 Ausländ. Lstr. 64.40 Serbien 5 Goldrente 81.60 Schweden 4 in M. — Span. 4 Ausländ. Rente 72.40 Schweiz 3Vr Berner Fr. 100.10 Egypten 4 Unif. Obligat. 82 20 Egypten 5 Privil. Lstr. 102.— S.-Amerik-5Argt. Goldanl. 93-50 Bank-Aktie». 4 Vs Deutsche R.-Bank M. 134.70 4 Badische Bank Thlr. —.— 5 Basler Bankverein Fr. 165 50 4 Berlin. Handelges. M. 170.— 4 Darmstädter Bank fl. 156.50 4 Deutsche Bank M. 168.20 4 Deutsche Vereinsb. M. 101.90 4 D.Unionb-M.65°/°E.M. 94.60 4 Disc.-Kommand. Thlr. 218.30 5 Oest. Kreditanstalt fl. 255V» 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 125.20 4 D. Effekt-u.Wechsel-Bk. 40"/o einbezahlt Thlr. 124.20 Ml. gar. E.-B.- kl. Fr. votthard IV Ser. Fr. Eisenbahn-Aktien. >3 4 Meckl. Frdr.-Franz M. 151.—^5 4Vs Mälz. Max-Bahn fl. 139.90 4 4 Pfälz. Nordbahn fl. 108.40 4 Schweiz. Central 4 Gotthardbahn Fr. 127.70 5 Süd-Bahn Prior, fl. 5 Böhm- West-Bahn fl. 262.—3 Süd-Bahn Fr. 5 Gal.Karl-Ludw.-B. fl. 17lV,5 Oest. Staatsb.-Prior, fl. 5 Oest.Franz-St.-Bahn fl. 210V«3 dto. I—VII111. Fr. 5 Oest.Süd-Bahn fl. 8lV,!3Livor. l-it. 0,1)1 u.1)2 Fr, 5 Oest.Nordwest fl. 140.—5 Toscan. Central Fr. 5 „ „ I-it.k.fl. 171.—5 Westsic.Eisb.1880stfr.Fr. Eisenbahn-Prioritäten. 6 Southern Pacific ofC.IVI 4 Elisabeth steuerfei fl. 102-40! Pfandbrtefe. 5 Mähr- Grenz-Babn fl. 69.40 4Pr. B.-C.-A. VII-IX M. 5 Oest.Nordwest-Gold- 4 Preuß.Cent-Bod.-Cred. "" 107.40 verl. ä lM M. 88.60 87.60 - so Pfg., I Pfd. --- 20 Rmk., 1 Dollar — « Rmk. SS Pfg.. » Ewer', rnbel — s Rmk. 20 Pfg., 1 Mark Banko . - 1 Rmk. so Pfg. Obl. M. 5 Oest.Nordw. I->t. X. fl. 5 Oest-Nordw. I-it. S. fl. 3 Raab-Oedenb.Ebenf.Gold steuerfrei M. 67.90 4 Rudolfs ^alzkgut)i. Gold steuerfrei 101.50 4 Vorarlberger fl. 76.50 76.40 4 Rh. HyP. S. 43-49 M. 3^,2 dto. M. Verzinsliche Loose 3Vs Cöln-Mind. Thlr. IM 4 Bayrische „ IM 4 Badische „ IM 4Mein.Pr.Pfdbr.Thlr.100 59.40!3 Oldenburger Thlr. 40 135.90 20 Fr.-St. 16 . 1 g 105.7(14 Oesterr. v. 1854 fl. 250 113.20 Souvereigns 20.28 103.50 5 „ v. 1860 fl. 5M 117.50 Obligationen und Jndustrie- 103.70 4 Raab-Grazer Tblr. IM 103.—I Aktien. 103.80 Unverzinsliche Loose !3Vs Freiburg Obl. (4—) 100.30 59.90 per Stück. !3 Karlsruher Obl. 91.30 107.60 Braunschw. Thlr.20-Loose 1M-70 Ettlinger Spinnerei o. Zs. 128.— 82.80 Oest. fl. IM-Loose v. 1864 292.20 Karlsruh. Maschinenf. dto. —.— . 64.50 Oesterr.Kreditloose fl. IM jBad. Zuckers., ohne Zs. 94.50 102.40 von 1858 —.—!3°/,Deutsch.Phön.20°-»Ez. 211 .— 102.60 Ungar. Staatsloose fl. IM 224.5(14 Rh. Hypoth.-Bank 50°/» 1M.60 Ansbacher fl. 7-8oose —.— bez. Thlr. 127.10 Augsburger fl. 7-Loose 27.10 5 Westeregeln Alkali 185.30 102.80 Freiburger Fr. 15-8oose 30 50 5 Hyp. Obl d. Dortmund. Mailänder Fr. 10-Loose 17.30j Union 111.80 102.- Meininger fl. 7-Loose 25.70 5 Hyp. Anl. d.Oest. Alpin 102.20 Schweb. Thlr. 10-8oose —.— Montgs 99.— 98.- Wechsel «nd Sorte». 4Rom II—V. Lire 94.90 . Paris kurz Fr. IM 80.40 136.90 Wien kurz fl. 100 167.50! . . 140.30 Amsterdam kurz fl. 100 168.50 Reichsbank Discont 4^°°/„ 138.90 London kurz 1 Pf- St. 20.37 Franks. Bank Discont 4'/,°/» 126.90>Dollars in Gold 4.10j Tendenz: —. Standesherrl. Anleüen. 3'/» Fst. Nsenbrg-Birst. M. 92.80 Mittlere Marktpreise der Woche vom 9. bis 16. Dezember 1888. (MtgethM vom Statistischen Bureau.) rr 8 § S- L L K K L § Brennöl Ruhrkohlen Saar- kohlen Orte. -L r: L s; V Orte. !W cs r? cs s-; 8 8 8 8 Z rr 0 r-» ZK 8 W 8 U rL- s D L .8 8 -b G s SS V O Z rs- b s SS ^ -- -SL LZ i-4 *8 § § *8 -S Ä IM Kilogramm 100 Kilo- 1 gramm. so Liter. 1 Kilogramm. 8- 1 Liter. 4 Ster. ! IM Kilogramm. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 Konstanz . 18.75 21. 50 14. 75 16.75 13-50 Konstanz . . 7M 640 44 30 28 136 112 — 124 130 128 190 75 28 70 42-— 30.— — — — — Ueberlingen 19. 35!20. — 13-30 13.40 12.30 Ueberlingen. 5M 7M 140 40 26 30 u. 26 120 IM 96 100 120 112 170 70 26 IM 38.— 28.— — — — — Pfullendorf 18.9049. - — 13- 04 12.70 Villingen . . — 640 90 42 38 28 120 112 112 112 — 124 194 65 25 80 37.- 24.— — — — — Meßkirch . — 19.20 — — 12 65 Waldshut. . — — 130 46 34 30 u- 28 IM 100 — 112 120 112 180 80 25 65 34 — 24— — — — — Stockach. . 18. 75 19- 65 — — 12.40 Lörrach . . . — — 120 44 30 28 u. 22 110 IM — 110 120 120 210 90 28 80 46.— 26— 290 240 — Radolfzell. Hilzingen. 20.10 19-90 14-70 14.- 12-60 Müllheim. . — 800 95 — 32 25 112 100 — IM — 120 190 85 25 80 44 — 22.- 320 280 360 240 19-60 - - — 14.— 12- 45 Freiburg. . . 660 780 110 48 40 25» 120 IM — 110 120 120 220 70, 26 84 36.— 21— 320 240 240 — Villingen. 17.— 20-20 — 12.30 12.90 Ettenheun. . 600 1000 120 40 26 26 — 92 92 110 — 112 170 80 26 75 36 — 22— 220 IM — — Bonndorf. — —. - — — — Lahr. 6M 800 120 40 36 25 u. 22 120 108 108 120 120 120 200 75! 25 80 36.-— 22— 200 190 — — Müllheim. 21.— — 16.— 14.50 14.— Offenburg. . 620 820 110 44 26 30 u. 25 120 90 85 90 90 120 190 90! 24 70 38-- 26— 250 185 220 — Freiburg . 20 50 — 16- 60 13 — 14.35 Baden.... 750 900 80 — 36 28 u- 26 135 125 100 115 140 130 220 80 25 75 42.- 26— 270 2M 235 — Löffingen. Endingen. — — — — — - Rastatt . . . 780 940 80 — 40 27 u. 20 132 100 — 120 140 120 220 90 24 70 44 — 26 — 250 180 220 — 20 — — 16.— 14-20 — Karlsruhe. . 750 896 90 — 40 28» u- 22 » 136 112 — 120 120 128 220 80 24 90 34.— 24— 240 160, 200 150 Ettenheim 20.40 — — 14-50 13.50 Durlach . . . — 720 90 40 30 25» 120 106 — ISO 120 120 220 72 24 70 45 — 29— 220 165 190 — Lahr. . . . 19.45 — - 15.— 13-30 13.- Pforzheim. . Bruchsal. . . Mannheim . — — 120 48 — 28 128 112 — 112 120 120 220 80 28 85 36.— 24.— 240 200 : 230 — Offenburg 19-25 — 15- 75 14.50 13 75 760 830 IM 40 28 28 128 112 — 120 170 120 190 80 24 80 44.- 36.— 210 180 190 160 Rastatt. . 19.20 — 16-— 12-90 13.10 500 7M 133 36 30 27 u. 23 140 120 120 120 — 120 240 60 22 70 42 — 34— 250 180' 210 180 Durlach. . Mannheim 22.— 16.50 15.— 13 20 14 50 Heidelberg. . Mosbach . . 800 65o! 130 44 36 28 u. 26 130 110 120 IM 120 260 70 22 70 47.- 35- 220 150 I Mosbach . — — — — — Wertheim. . 500 117 36 26 24 — 80 — 100 — IM 168 70 24 80 36.— 24— 240 210 210 205 Wertheim — — — — 12. 60 Schaffhausen — —! 107 — — 30 u- 26 112 96 — 130 112 112 192 65 20 — - - —.- — — — — Basel . . . 18-80 18- 40 14.— 14-20 14 — Basel .... 800 780 120 j 40 32 24 112 96 — 152 144 128 2M 80! 16 70 46— 30.- — —! — — S.306. Gemeinde Znnsweier, Amtsgerichtsbezirks Offenbnrg. Oeffentliche Aufforderung zur Erneuerung der Einträge von Vorzugs- und Unterpfandsrechten. Diejenigen Personen, zu deren Gunsten Einträge von Vorzugs- oder Unter- pfandsrcchten länger als 30 Jahre in den Grund- oder Untcrpfandsbüchcrn der Gemeinde Znnsweier, Amtsgerichtsbezirks Offenburg, eingeschrieben sind, werden hiermit auf Grund des Gesetzes vom 5. Juni 1860, die Bereinigung der Unterpfandsbüchcr betr. (Reg.Äl. S. 213), und des Gesetzes vom 28. Januar 1874, die Mahnungen bei diesen Bereinigungen betr. (Ges.- und V.-Bl. S. 43), aufgefordert, die Erneuerung derselben bei dem unterfertigten Gewähr- oder Pfandgerichte unter Beobachtung der im 8 20 der Vollzugsverordnung vom 31. Januar 1874 (Ges.- und V.-Bl. Seite 44) vorgeschriebenen Formen nachzusuchcn, falls sie noch Ansprüche auf das Fortbestehen dieser Einträge zu haben glauben, und zwar bei Vermeidung des Rcchts- nachtheilcs, daß die innerhalb sechs Monaten nach dieser Mahnung nicht erneuerten Einträge werden gestrichen werden. Dabei wird bekannt gemacht, daß em Verzeichnis der in den Büchern genannter Gemeinde seit mehr als dreißig Jahren eingeschriebenen Einträge in dem Gemeindehausc zur Einsicht offen liegt. Zunsweier, den 20. Dezember 1888. Das Gewäbr- und Pfandgericht. Der Bcreiniqungskommissär: Möschle, Bürgermeister.K. Bau, Ratbschreiber. Bürgerliche Rechtspflege. Aufgebote. S.3M.1. Nr. 12,672. Bretten. Aus Antrag des Accisors Heinrich Kiefer von Dürrenbüchig werden Diejenigen, welche an dem Grundstück der Gemarkung Dürrenbüchig: Lagcrbuch Nr. 756, Gewann Lugenberg, neben Karl Nagel u. Ernst Lindörfer, Maßgehalt 9 » 81 qm, in den Grund- und Pfandbüchern nicht eingetragene Rechte zu haben behaupten, aufgefordert, diese spätestens in dem auf Dienstag den 26. Februar 1889, Vormittags 9 Uhr, bestimmten Ausgebotstcrmin beim diesseitigen Gericht anzumelden, widrigenfalls die nicht angemeldeten Ansprüche für erloschen erklärt werden. Breiten, den 15. Dezember 1888. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Schenk. Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber: Eisenhut. S.288.2. Nr. 38,888. Pforzheim. Der Gr. Fiskus befindet sich seit einer Reibe von Jahren im Besitze folgender Liegenschaften auf Gemarkung Pforzheim: 1) Plan 3 Nr. 75. 32 s 61 gm Hofraithe und 39 » Hausgarten, zusammen 71 a 61 qm, worauf: ») ein dreistöckiges Jnstitutsgebäude — Filiale der Gr. Heil- und Pflegeanstalt —, b) ein zweistöckiger Flügelbau mit Wohnungen, o) ein dreistöckiger Abtrittanbau, ä) ein einstöckiges Waschhaus, e) eine einstöckige Holzremise, t) eine zweistöckige Holzrennse, g) ein einstöckiger Eiskeller, >i) eine einstöckige Geschirrhütte an der Barfüßergasse Nr. 6, einerseits Hch. Kunz u. A„ anderseits Hermann Brenk, Hch. Knecht, A. Wienand Kinder u. A. Stieß Kinder. 2) Plan 14 Nr. 525. 90 -> 90 qm Hof- raithc, worauf folgende Gebäude stehen: a) ein dreistöckiges Anstaltsgebäude, b) ein dreistöckiger Kirchenbau, o) ein vierstöckiges Stiegenhaus und Abtrittanbau, ä) ein dreistöckiger Zwischenbau mit Einfahrt, oben Wohnung, v) ein dreistöckiges Seitengebäude, I) ein drei- ! stückiger Querbau, r-) ein dreistöckiger Abtritt, b) ein zweistöckiger Anbau, i) ein altes Zuchthaus, K) ein zweistöckiger Anbau, i) ein zweistöckiges Seitengebäude, w) ein zweistöckiges Seitengebäude, n) ein zweistöckiger Hinterer Querbau, o) eine einstöckige Tobzelle, x) eine einstöckige Kohlen- und Wagenremise. q) eine zweistöckige Holzremise, r) ein einstöckiges Lagergebäude, s) ein zweistöckiger Abtrittanbau, l) ein zweistöckiger Flügelbau, u) ein zweistöckiger Flügelbau, v) ein zweistöckiger Klügelbau, «) eine einstöckige offene Halle, x) ein zweistöckiger Neubau, x) eine einstöckige Remise, 2 ) ein einstöckiges Bäckereigebäude, a*) ein dreistöckiger Neubau, a-) ein einstöckiger Anbau mit Remise, s-V ein einstöckiger Waschküchenanbau, »') eine einstöckige Männcrbadc- austalt, ab) ein zweistöckiges Trockenhaus am Waisenhausplatz Nr. 11, einerseits Ortswege, anderseits Enzsluß. Der Eigenlhumserwerb ist in den betr. Grund- und Pfandbüchcrn nicht eingetragen. Auf Antrag des Inhabers der Liegenschaften, vertreten durch die Direktion der Gr. Heil- und Pslege- anstalt dahier, werden alle Diejenigen, welche an denselben in den Grund- und Pfandbüchern nicht eingetragene und auch sonst nicht bekannte dingliche oder auf einem Stammguts- oder Familien- gutsverbande beruhende Rechte zu haben glauben, aufgefordcrt, solche spätestens in dem hiermit auf Montag, den 25. Februar 1889, Vorm. 9 Uhr, anbcraumten Ausgebotstermine anzumelden. widrigenfalls die nicht ange- mcldeten Ansprüche für erloschen erklärt würben. Pforzheim, 14. Dezbr. 1888. Der Gerichtsschreibcr Gr. Amtsgerichts: Rittclmann. Konkursverfahren. S.303. Nr. 39,463. Pforzheim. Heber das Vermögen des Kabinetmeistcrs Johann Georg Grau von Brötzingen wurde heute am 19. Dezember 1888, Nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet und Geschäftsagent Adolf Haberstroh dahier zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordcrungen sind bis zum 17. Januar 1889 bei dem Gerichte anzumelden. Zur Beschlußfassung über die Wahl eines andern Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschuffes und cintretenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichnetcn Gegenstände und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen ist auf Donnerstag den 24. Januar 1889, Vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 4, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig j sind , wird aufgegeben, nichts an den, ! Gemeinschuldner zu verabfolgen oder ! zu leisten, auch die Verpflichtung auf- : erlegt, von dem Besitze der Sache und ! von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 17. Januar ^ 1889 Anzeige zu machen. Pforzheim, den 19.Dezcmbcr 1888. Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts: Sigmund. S.301. Breisach. Den Konkurs gegen Schneider und Kaufmann Jakob Kaiser in Breisach betr. Nr. 13,996. In dem Konkurse über das Vermögen des Schneiders ». Kaufmanns Jakob Kaiser dahier ist vom Gemeinschuldner ein Vergleichsvorschlag gemacht worden. Nach demselben sollen die bevorrechtigten Kon- kursgläudiger vollständige Befriedigung, die nicht bevorrechtigten Gläubiger 35 °,0 ihrer Forderungen, zahlbar in 4 Jahresterminen, nämlich 1. März 1889 bis dahin 1892, und verzinslich zu 4',r°i» vom Tage der gerichtlichen Bestätigung des Vergleichs, erhalten. Für die vergleichsmäßigen Leistungen des Gemcinschuldners übernehmen dessen Ehefrau, Anna, gcb- Englcr, und deren Pater, Anton Engler, Privatmann dahier, die sammtvcrbindliche Haftbarkeit. Der Werth des Liegen- schastsvcrmögcns des Letzteren wird auf 3218 Pik. angegeben. — Den nichtbe- vorrechtigten Konkursgläubigern sollen diejenigen Absonderungsgläubiger, welche nach dem 31. Mai 1888 Pfandeinträge erwirkt haben, gleichstehen. — Der Gläubigcrausschuß hat sich für Annahme des Vergleichs ausgesprochen, da nach der vorliegenden Aufstellung des Vermögens und der Schulden der angebotene Prozentsatz bei der Vcrtbeilung sich ungefähr ergeben wird. — Zur Verhandlung und Beschlußfassung über den Vcrgleichsvorschlag wird Termin auf Montag, 7. Januar 1889, Vorm. 9 Uhr, anberaumt, zu welchem die nicht bevorrechtigte» Gläubiger geladen werden. — Breisach, 14. Dezbr. 1888. Großh. Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Weiser. Veräußerungsverbot. S-299. Nr. 26,493. Frei bürg. Dem Müller Eduard Fi sch er, von Gundelfingen wurde durch Beschluß des Großh. Amtsgerichts dahier vom Heutigen nach Ansicht des 8 98 der K.O. bis auf Weiteres jede Veräußerung von Vermögensdestandtheilcn untersagt. Freiburg, den 20. Dezember 1888. DcrGcnchtsschreibcr Gr. Amtsgericht-: Wagner. Eutmimdigung. S.293.1. Nr. 8178. Bühl. Der ledige 21jährige Landwirth Friedrich Bauer von Eisenthal, zur Zeit in der Großh. Heil- und Pflegeanstalt Jllenau, ist wegen bleibenden Zustands von Ge- müthsschwächc durch richterliches Er- kenntniß vom 15. Dezember 1888, Nr. 6968, im Sinne des L.R.S. 489 entmündigt und heute ist Franz Karl Fröhlich, Gcmeinderechner in Eifen- thal, als Vormund desselben ernannt worden. Bühl, den 20. Dezember 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Müller. Haudelsregistereinträge. S.160. Nr. 19,515, Rastatt. Unter Ord.Z. 145 dcS Firmenregister- wurde zur Firma Heinrich Vogel in Rastatt heute eingetragen: Inhaberin der Firma ist auf das im Juli 1S83 erfolgte Ableben des Kaufmanns Heinrich Vogel dessen Witwe, Johanna Vogel, geb. Frank dahier. Rastatt, den 1 . Dezember 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Farcnschon. S.290. Nr. 20,358. Rastatt. Unter O.Z. 285 des Firmenregisters wurde heute eingetragen die Firma „Job. Bracht" in Gaggenau. Inhaber derselben ist Kaufmann Johann Bracht ledig in Gaggenau. Rastatt, den 18. Dezember 1888. Großh. bad. Amtsgericht. Farcnschon. Strafrechtspflege. Ladungen. R.897.1. Nr. 14,430. Wies loch. 1. Der am 21. Juli 1862 zu Walldorf geborene verheirathete Landwirth Peter Mauert, zuletzt wohnhaft daselbst, 2 . der am 15. Januar 1860 zu Malsch geborene ledige Schlosser Paulus Oestringer, zuletzt wohnhaft daselbst, 3. der am 9. Mai 1858 zu Baiertbal geborene verheirathete Cigarrenmacher Franz Bellemann, zuletzt wohnhaft daselbst, werden beschuldigt, zu Nr. 1 als beurlaubter Reservist, zu Nr. 2 und 3 als Wehrmänner der Landwehr ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein. Uebertretung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuches. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf Mittwoch, den 13. Februar 1889, Vormittags 9"/. Uhr, vor das Großh. Schöffengericht Wies- loch zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach Z 472 der Strafprozeßordnung von dem König!. Landwehrbezirkskommando zu Heidelberg ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Wiesloch, den 17- Dezember 1888. Kumpf, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. R.799.3. Nr. 14,136. Stockach. Taver Lang» lediger Fabrikarbeiter von Zimmerholz, zuletzt wohnhaft zu Vol- kertshausen, wird beschuldigt, als Ersatzreservist ausgewandert zu sein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben. Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuches. Derselbe wird auf Anordnung des Großhcrzoglichen Amtsgerichts Hierselbst auf Freitag, den 22. Februar 1889, Vormittags 9 Uhr, vor das Großherzogliche Schöffengericht Stockach zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem König!. Landwehr - Bezirks - Kommando zu Stockach ausgestellten Erklärung ver- urtbeilt werden. Stockach, den 10. Dezember 1888. Hotz, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Druck und Verlag der G. Braun scheu Hofbuchdruckerei.