Karlsruher Zeitung. Mittwoch, 23. Juni. ^ ivi Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeige» in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebote der deutschen Postverwaltung, Briefträgcrgebiihr eingerechnet» 3 M. 6S EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. « 18 S 0 . Auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal der „Karlsruher Zeitung" nehmen alle Postämter des Deutschen Reiches und der Schweiz, sowie unsere HH. Agenten fortwährend Bestellungen an. Preis, wie bisher, in Karlsruhe vierteljährlich 6 Mark 50 Pf., durch die Post bezogen 3 Mark 35 Pf. einschließlich der Bestellgebühr. Die Bestellungen aus den Landorten können den Landpost-Boten aufgegeben werden. 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Maisch, Waldstraße 57. G. Bronn er, Wilhelmstraße 1. C. Bleß, W'lhclwstraße 34. I. Vetter, Zirkel 15. Die Crpeditis« der „Karlsruher Zeitung". Nichtamtlicher Theit. Karlsruhe, den 24. Juni. Die letzten Plenarsitzungen des Reichstags waren nicht in dem Maße, in welchem sie wichtig waren, auch allgemein interessant; es handelte sich um die Einzelheiten der Ausgestaltung der Gewerbegerichte. Einer allgemeineren lebhaften Theilnahme im großen Publikum sind die jetzt zur Verhandlung kommenden Gegenstände sicher. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht neben der Beendigung der Berathung über den Gewerbegerichtsentwurf zunächst die dritte Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika und an diese wird sich die zweite Lesung der Militärvorlage anschließen. In den letzten Tagen hatte sich in der Presse insofern eine ungünstigere Beurthei- lung des deutsch-englischen Abkommens bemerkbar gemacht, als einige Artikel größerer Blätter, in denen das Abkommen den deutschen Interessen nachtheilig erklärt wurde, die Runde durch die Zeitungswelt machten. Dieser ungünstigen Kritik der deutsch-englischen Vereinbarung stellt nun das Wolff'sche Bureau die Ansicht der Deutsch- Ostafrikanischen Gesellschaft gegenüber. Das Wolff'sche Telegraphenbureau meldet: „In den leitenden Kreisen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft wird die ungünstige Auffassung einzelner kolonialfreundlicher Blätter über das deutsch-englische Abkommen keineswegs getheilt, vielmehr wird von dem Uebergang der Küste an Deutschland eine rapide Entwicklung derselben und die günstigste Einwirkung auf den gesammten deutschen Besitz erwartet." Das Urtheil der an der Sache zumeist betheiligten Gesellschaft fällt natürlich schwer in's Gewicht; wenn die maßgebenden Persönlichkeiten der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft mit dem Abkommen zufrieden sind, so liegt für die an dem Streitobjekte nicht materiell interessirten Kreise der Nation wohl kein Grund vor, mit ihm unzufrieden zu sein. Und in der That muß die Gesellschaft es, von allem Andern abgesehen, als einen wesentlichen Gewinn betrackten, daß mit jeder Unklarheit über die Abgrenzung der deutschen und der englischen Einflußsphären nun auch die Agitationen englischer Interessenten, die eine ruhige und stetige Entwicklung des deutschen Kolonialbesitzes beeinträchtigten, naturgemäß aufhören müssen. Sind nach dem deutsch-englischen Abkommen die Grenzen des deutschen Interessengebietes auch nicht so weit gesteckt, wie mancher Freund der Sache es gewünscht hätte, so trifft doch die vorgestern von uns citirte Aeußerung der „Nationalzeitung" zu, daß Vas Abkommen den deutschen Kolonialunternehmungen ein weites, für die Thätigkeit von Generationen ausreichendes Gebiet eröffnet. Mit Frankreich hat England sich wegen des Protektorates über Sansibar auseinandergesetzt. Der „Standard" führte gestern früh aus, der in der französischen Depu- tirtenkammer am Samstag an's Licht gezogene Vertrag vom Jahre 1862, durch welchen Frankreich und England sich zur gegenseitigen Achtung der Unabhängigkeit Sansibars verpflichteten, könne auf den vorliegenden Fall keine Anwendung finden, weil er nur eine gewaltsame Annexion Sansibars habe verhindern sollen. Wenn England jetzt das Protektorat über Sansibar mit der Zustimmung des dortigen Sultans übernehme, so sei das kein Akt der Gewalt und falle mithin nicht unter die Bestimmungen jenes Vertrags. Aus den Erklärungen, die der Unterstaatssekretär Fergusson gestern Abend im englischen Parlament abgegeben hat, geht hervor, daß der vom „Standard" entwickelte Standpunkt in der That derjenige der englischen Regierung ist. Es wird aus London berichtet: „Im Unterhause erklärte Sir James Fergusson, die Regierung sei nicht der Ansicht, daß das zwischen England und Frankreich getroffene Abkommen über die Unabhängigkeit Sansibars durch die mit voller Zustimmung des Sultans erfolgende Uebernahme des englischen Protektorats über Sansibar irgendwie berührt werde. Weiter erklärte Fergusson, die Absicht Englands, das Protektorat über Sansibar zu übernehmen, sei der französischen Regierung mitgetheilt worden, dem französischen Minister habe aber die Mittheilung noch nicht Vorgelegen, als er die auf Sansibar bezügliche Erklärung am Samstag in der französischen Kammer abgab." Es ist noch nicht bekannt, ob der französische Minister des Auswärtigen die von der englischen Regierung dem Vertrage von 1862 gegebene Auslegung sich ohne weiteres aneignen wird; in jedem Falle wird der französische Minister aber der Affaire um so weniger eine größere politische Bedeutung geben wollen, als Frankreich keinerlei eigene Interessen in Sansibar hat. In Frankreich selbst erheben sich beachtens- werthe Stimmen dagegen, daß die Regierung in einem Falle, in dem sie keine nationalen Interessen zu vertheidigen hat, eine unfreundliche Stellung zu England einnehme. Der „Matin" veröffentlicht eine Unterredung eines seiner Berichterstatter mit einem ehemaligen Diplomaten. Der letztere findet die Anfrage Deloncle's bezüglich des deutsch- englischen Vertrags und des Abkommens von 1862 ganz überflüssig. Der junge Abgeordnete habe dieselbe nur aus Ehrgeiz gestellt, um sich einen Namen zu machen. Die Anfrage sei durchaus nicht im Interesse Frankreichs gewesen. Die ganze Angelegenheit berühre Frankreich sehr wenig. Die Franzosen hätten aus der Zeit ihres früheren Übergewichts in Europa die Gewohnheit beibehalten, zu glauben, keine Abmachung anderer Staaten unter einander könne Giltigkeit haben, wenn sie nicht dabei betheiligt seien. Auch die Abtretung Helgolands an Deutschland verletze keine französischen Interessen. Von einem geheimen deutsch-englischen Vertrag könne keine Rede sein. Deutschland habe keine Interessen in Egypten und würde daher eine Verpflichtung, England dort zu helfen, nicht ohne Gegenleistung aufgenommen haben. Dieselbe Ansicht kommt auch in anderen Pariser Blättern zum Ausdruck und die öffentliche Meinung Frankreichs scheint durchaus nicht geneigt, von der Regierung zu verlangen, daß sic den alten Vertrag von 1862 plötzlich ohne Aussicht auf irgend welchen Nutzen zum Gegenstände einer diplomatischen Haupt- und Staatsaktion erhebe. Die englische Regierung hat auf einen der wichtigsten, aber freilich auch am heftigsten umstrittenen Paragraphen der sog. Lokalsteuerdill verzichten müssen, um die Einigkeit zwischen den Konservativen und den liberalen Unio- nisten, auf der ihre ganze Stellung beruht, nicht zu gefährden. In der gestrigen Unterhaussitzung kündigte der Minister Smith an, die Regierung habe die Bestimmung der Lokalsteuerbill, durch welche die Grafschaftsräthe ermächtigt würden, Schankgerechtigkeiten anzukaufen, zurückgezogen; die für diesen Ankauf angesetzte Geldsumme solle angesammelt werden, bis das Parlament über die Verwendung bestimme. Damit ist, wenn auch nicht gerade eine Krisis beseitigt, denn bis zu diesem Grade hatten sich die Meinungsverschiedenheiten im regierungsfreundlichen Lager überhaupt nicht zugespitzt, aber immerhin eine für das Vertrauen in den festen Bestand der Regierung nachtheilige Zwistigkeit aus dem Wege geräumt. Die Regierung folgte bei der Zurückziehung des Paragraphen einem Rathe verschiedenen regierungsfreundlicher Blätter, insbesondere des „Daily Telegraph". Die „Times" bestritten zwar gestern, daß die Stellung des Kabinets ernstlich gefährdet sei, mahnten aber doch die Regierung, sich vorher der Zustimmung der Unionisten zum Auskauf der Schankwirthe zu versichern, ehe sie in der Berathung der ckber vr nicht beliebten Vorlage fortfahre. Der „Daily ve abfchh" rieth, den Paragraphen betreffs des Auskaufs l^de^schankwirthe überhaupt fallen zu lassen, damit die Hauptsache, die Union, nicht durch eine Nebensache, die Entschädigung der Schankwirthe, gefährdet werde. Der „Standard" tadelte zwar die Regierung. daß sie bei Einbringung der Vorlage sich nicht der Zustimmung der Unionisten vorher vergewissert habe, meinte aber, daß die Zurückziehung jetzt nur die Opposition anfeuern und die Regierung in Mißachtung bringen werde. Diese Befürchtung des „Standard" erschien unbegründet; wenn das Band zwischen den Freunden der Regierung neu befestigt wurde, so konnte darin eher das Gegentheil von einer Ermuthigung der Opposition liegen. Die Regierung hat denn auch dem Rathe des „Daily Telegraph" entsprochen und den Paragraphen, welcher auf Bedenken gestoßen war, beseitigt. Vrutlrkland. * Berlin, 23. Juni. Am heutigen Vormittage arbeitete Seine Majestät der Kaiser zunächst einige Zeit allein und begab sich alsdann um 8*/^ Uhr, nachdem Aller- höchstderselbe zuvor am Schloßhofe zu Pferde gestiegen war, mit seiner nächsten Umgebung nach der Gartenseite des Neuen Palais, woselbst das Regiment der Gardes du Corps anläßlich seiner Jubiläumsfeier Aufstellung genommen hatte. (Ueber die Jubiläumsfeier des Regiments s. die weiter unten gegebenen Mittheilungen.) Morgen Vormittag gedenkt der Monarch nach Berlin zu kommen und während der Vormittagsstunden Hierselbst zu verbleiben. Der Kaiser wird dann Abends von der -Matrosenstution mittelst des Dampfers „Alexandra" sich nach Spandau begeben und von dort aus mittelst Sonderzuges die Reise nach Kiel antreten. — Aus Kopenhagen wird berichtet, daß zum Ehrendienst beim Deutschen Kaiser der Viceadmiral Meldal, Oberst Dalberg und der Adjutant des Königs, Oberstlieutenant Loevenfeldt, befohlen sind. Zum Ehrendienst beim Prinzen Heinrich ist Contreadmiral Shiwe kommandirt. — Der „Kreuzzeitung" zufolge hat der Kaiser dem Prinzen Rupprecht von Bayern den Schwarzen Adlerorden verliehen. Der Prinz hatte heute bei dem Jubiläumsgottesdienst der Gardes du Corps das Band des Ordens bereits angelegt. — Nachdem im Herbst neue Bestimmungen über das Verhalten der militärischen und der Marinebehörden bei Reisen Seiner Majestät des Kaisers, der Kaiserin, sowie anderer fürstlicher Personen in den preußischen Staaten zur Geltung gelangt sind, steht auch eine neue Regelung der Bestimmungen über das Verhalten der Civil behörden in gleichen Fällen in Aussicht. Es wird dem „Reichsanzeiger" zufolge beabsichtigt, eine Einschränkung der zu den verschiedenen Empfängen zu entbietenden Kategorien von Civilbeamten herbeizuführen. — Das Jubiläum des ^Regiments der Gardes du Corps in Potsdam hat heute einen glänzenden Verlauf genommen. Ueber den Feldgottesdienst im Lustgarten wurde in der vorigen Nummer ds. Bltts. bereits auf Grund eines Telegramms berichtet. Einen Glanzpunkt der Feier bildete das große Reiterfest. Dem Reiterfest wohnten der Kaiser, Allerhöchstwelcher die Jnterimsuniform der Gardes du Corps trug, die Kaiserin mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Friedrich, ferner Prinz Rupprecht von Bayern, Prinz Friedrich August von Sachsen, Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe, der Oberstkämmerer Graf zu Stolberg-Wernigerode, der Oberstjägermeister Fürst Pleß, der österreichische Feldmarschall Prinz v. Croy, die Generaladjutanten Graf Lehndorff und Graf Schlüssen, sowie die hier anwesenden Prinzen fürstlicher Häuser und zahlreiche geladene Gäste bei. Die Reitbahn war mit den Farben des Regiments, weiß-roth, festlich geschmückt. Der Kommandeur des Regiments, Oberstlieutenant und Flügeladjutant Frhr. v. Bissing, eröffnete das Fest mit einem Prolog, welcher mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Sodann folgte eine Quadrille, wobei als Paare ritten: Prinzessin Victoria von Preußen mit Oberst Frhrn. v. Bissing, Prinzessin Margarethe mit Prinz Friedrich Leopold, Gräfin Hohenau mit Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, Comtesse Radolin mit Prinz Radziwill, Gräfin v. d. Asseburg mit Graf Hohenau, Comtesse Saurma mit Frhrn. v. Reischach, Comtesse Margarethe v. Solms mit Lieutenant v. Kessel, Fräulein v. Sydow mit Graf v. d. Asseburg, Prinzessin Heinrich XXIX. von Reuß mit Graf Lynar, Gräfin v. d. Asseburg mit Rittmeister v. Sydow, Comtesse Hochberg mit Graf Schlüffen, Comtesse Elisabeth v. Solms mit Gras Hochberg. Daran schloß sich eine Unteroffizierquadrille im Kostüme von 1806 und eine Rekrutenquadrille im Kostüme von 1830. Den Schluß bildete eine Offiziersquadrille. Das Fest schloß unter Parademarsch und Fanfarenklängen. Der Kaiser und die Kaiserin unterhielten sich noch einige Zeit mit den Gästen, dankten den Mitwirkenden und begaben sich dann in das festlich erleuchtete Kasino. Dort beschloß Nachmittags um 5 Uhr das dem Kaiser von dem Offiziercorps gegebene Festdiner, zu welchem 150 Gedecke aufgelegt waren, die Jubiläumsfeier. Neben dem Kaiser saßen a» der Tafel Prinz Rupprecht von Bayern und der Regi- » mentskommandeur Frhr. von Bissing, gegenüber der Oberstlieutenant Prinz Reuß zwischen dem Fürsten von Rudolstadt und dem Feldmarschall Prinz Croy. Abends war das Offiziercorps beim Kaiser zu einem Glas Bier geladen. Die Mannschaften hatten ein Tanzfest. Der Kaiser schenkte dem Offiziercorps sein Reiterbild in der. Uniform des Regiments und den zu dem Festmahl Geladenen sein Medaillonbrustbild. — Das endgiltige Abkommen zwischen England und Deutschland steht, wie die „Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, vor seinem Abschlüsse; heute oder morgen wird in London zwischen dem Lord Salisbury und dem Grafen Hatzfeldt der Notenaustausch vollzogen, welcher die Grundlage bildet für die förmliche Uebereinkunft, welche ebenfalls in den nächsten Tagen unterzeichnet werden soll, sobald die Details geregelt sind, betreffs derer hier in Berlin Verhandlungen stattfinden. — Eine Deputation von Berliner Bürgern ist gestern vom Fürsten Bismarck in Friedrichsruh empfangen worden, um eine Adresse der Berliner Bürgerschaft zu überreichen. Wir haben über den Inhalt dieser Adresse und die Zusammensetzung der Deputation schon früher Mittheilungen aus Berliner Blättern wiedergegeben. Die Sammlungen für Errichtung eines Denkmals des Fürsten Bismarck in der Reichshauptstadt nehmen einen dem Projekte günstigen Verlauf. Der Staatssekretär des Reichspostamts, v. Stephan, überwies dem Denkmalkomito als Ergebniß der von Angehörigen der Reichspost- und Telegraphenverwaltung gezeichneten Beiträge 21082 M. Ferner wird aus Dresden gemeldet, daß das dortige Zweig- komits dem Berliner Centralkomitü als erste Rate 8 877 Mark 75 Pf. überwies. — Major Wißmann ist im Laufe des heutigen Vormittags vom Staatssekretär Frhrn. v. Marschall empfangen worden. Major Wißmann war, wie schon mitgetheilt, heute früh 6 Uhr auf dem Anhaltischen Bahnhofe in Berlin eingetroffen. In seiner Begleitung befanden sich ein Verwandter des Sultans von Sansibar nebst einem schwarzen Diener, vr. Bumiller und Lieutenant Sulzer, 'welcher dem Reichskommissar bis Innsbruck entgegengefahren war. Auf dem Bahnhofe wurde Major Wißmann von einigen Bekannten, darunter ehemaligen Offizieren der Schutztruppe, begrüßt. Der Major, welcher Münchener Blättern zufolge sich in Kairo leidend gefühlt hatte, sieht sehr gut aus. Von den Spuren der langen Reise — sie ging ohne Unterbrechung von Brindisi bis München und wurde dort nur auf einen Tag unterbrochen — war nicht das Geringste zu bemerken. Vom Bahnhofe begab sich der Reichskommissar, der Civilkleider trug, zu Fuß mit seinem arabischen Begleiter und dessen Diener in seine Privatwohnung, Anhaltstraße 6. vr. Bumiller, Lieutenant Sulzer und die empfangenen Freunde verabschiedeten sich vor dem Hause. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft ließ auf dem Bahnhofe einen Lorbeerkranz mit schwarz-weiß-rothen seidenen Schleifen überreichen. — Der „Nat.-Ztg." zufolge wird der Bundesrath sich demnächst mit einem Antrag Preußens zu beschäftigen haben, welcher sich im Wesentlichen auf eine gewisse Einheitlichkeit der Behandlung von Natüralisationsge- suchen bezieht. Es soll ein Verfahren, wie es auf einem Abkommen zwischen Preußen, Bremen und Hamburg beruhend, bereits eingeführt ist, zwischen allen Bundesstaaten zu Stande kommen. — Die Reichstagskommission zur Berathung des Antrags Rintelen betr. Reform des Zustellungswesens hat heute folgende Resolution beschlossen: „Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, schon vor einer durchgreifenden Revision der Reichsprozeßgesetze dahin zu wirken, daß die auf dem Gebiete des Zustellungswesens in Civilprozessen, insbesondere in Beziehung auf die Weitläufigkeit und Kostspieligkeit des Verfahrens wahrnehmbar gewordenen Mängel und Härten durch eine geeignete Gesetzvorlage Abhilfe erfahre." — Die Budgetkommission des Reichstags bewilligte im Nachtragsetat bei Tarifklasse V für Reichseisenbahnbeamte 207 869 M. gegen 437 044 M. in der Vorlage, für etatsmäßige 34 253 Unterbeamte 4 774 019 M. und nahm die Resolution an, daß die Regierung die Vermehrung der etatsmäßigen Stellen erwäge und die Altersstufen wie in Preußen abgrenze, lehnte dagegen den Antrag Singer, die Prozentsätze beim Hilfsarbeiterfonds zu erhöhen, ab. Die Budgetkommission bewilligte ferner die Wohnungsgeldzuschüsse für Reichseisenbahnbeamte und Telegraphenunterbeamte entsprechend den bezüglich der Gehälter gefaßten Beschlüssen, und nahm die Resolution an, die Regierung möge die Vermehrung der etatsmäßigen Stellen in Erwägung ziehen und die Abgrenzung der Altersstufen nach der preußischen Norm herbeiführen. — Die Wahlprüfungskommission des Reichstags beanstandete die Wahlen von Pickenbach (An- tisem.) und Frhr. v. Münch (Volksp.). — Wiederhol und mit größerer Bestimmtheit werden Nachrichten vervreitet über einen Wechsel in der Leitung des preußischen Finanzministeriums. Der „Köln. Zeitg." berichtet man in dieser Beziehung aus Berlin: „Finanzminister v. Scholz hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Nach Beendigung seiner Kur in Dresden hatte Herr v. Scholz versucht, von neuem seine Amtsgeschäfte durchzuführen; er hatte insbesondere seine Thätigkeit auf Fertigstellung des Gesetzentwurfs zur Neuregelung der Einkommensteuer gerichtet. Aber sein Augenleiden machte sich von neuem geltend, und auf Wunsch seines Arztes sieht er sich nunmehr genöthigt, jetzt in den völligen Ruhestand zu treten. Er hat seinen Rücktritt bereits in der gestrigen Staatsministerialsitzung angezeigt." Wir nehmen von diesen Meldungen einstweilen nur im Interesse der Vollständigkeit der Berichterstattung Notiz, ebenso von den Angaben der Blätter, welche den Abg. Miquel oder den Geheimen Rath Jencke, den Generaldirektor des Geh. Kommerzienraths Krupp, als Nachfolger des Ministers v. Scholz nennen. — In der heute stattgehabten Landtagsersatzwahl im 5. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Stettin (Nau- gard-Regenwalde) erhielt v. Borcke-Rienow (kons.) sämmt- liche abgegebenen 205. St. Derselbe ist somit gewählt. — Infolge der Nothstandspetition, welche die Weber des Eulengebirges an Seine Majestät den Kaiser gerichtet haben, forderte die Regierung von den betheiligten Kreisen Vorschläge behufs Abhilfe des anerkannten Noth- standes. — Wegen eines Landfriedensbruches, der in Heck- lingen gelegentlich der letzten Reichstagswahlen begangen worden war, wurde in Dessau vorgestern eine größere Anzahl Personen zu Freiheitsstrafen, die bei einzelnen bis zu zwei Jahren Zuchthaus stiegen, ver- urtheilt. — Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Jöst hatte eine Beleidigungsklage gegen den Prokuristen einer Mainzer Buchdruckerei wegen eines Wahlflugblattes angestrengt, worin Herrn Jösts Bingener Franzosenrede kommentirt wurde. Die Klage, die angeblich beweisen sollte, daß Herr Jöst die ihm zugeschriebenen Aeußerungen nicht gethan hätte, sollte vorgestern in Mainz zur Verhandlung kommen; Herr Jöst hat es aber vorgezogen, die Klage zurückzuziehen und die Kosten zu übernehmen. ^/Stuttgart, 23. Juni. In Tübingen machte dieser Tage der preußische Kultusminister v. Goßler in Begleitung seines württembergischen Kollegen v. Sarwey einen Besuch, um dort die eigenartigen schwäbischen Erziehungsanstalten des „Stifts" und des „Konvikts" (evangelisches und katholisches theologisches Seminar) aus eigener Anschauung kennen zu lernen, sowie andere Üniversitätseinrichtungen zu studiren. Die Herren wurden von Rektor und Kanzler empfangen und wurden am Freitag Nachmittag zum König nach Bebenhausen zum Diner geladen. Vesterrelitz-Angarn. Pest, 23. Juni. Die ungarische Delegation nahm in ihrer heutigen Plenarsitzung das Budget des Ministeriums des Aeußern ohne Veränderung an und sprach dem Grafen Kalnoky volles Vertrauen aus. Der Sektionschef v. Szögyenyi dankte im Namen und Aufträge des Grafen Kalnoky der Delegation für ihre Zustimmung und das von ihr ausgesprochene Vertrauen zu dem Minister. Er bemerkte, der Minister des Aeußern habe betreffs Bulgariens Alles gesagt, was er sagen konnte. Was Serbien betreffe, so hätten an der dortigen Situation die Aeußerungen des neuen serbischen Gesandten Simitsch wenig geändert. Die Regierung beobachte wachsamen Auges die Ereignisse in Serbien; weiter zu gehen liege kein Anlaß vor. Italien. Rom, 23. Juni. Der „Riforma" zufolge wäre der Papst seit einigen Tagen leidend. ,Diese Nachricht steht aber nicht recht im Einklang mit der Thatsache, daß der Papst heute ein Konsistorium abgehalten hat. — Das von der italienischen Regierung gestern der Kammer vorgelegte Gesetz über die Regelung der Finanzverhältnisse Roms begegnet vielen Bedenken. Es heißt, der Gemeinderath von Rom werde den Gesetzentwurf mit der Demission beantworten. — Gestern waren hier die Ersatzwahlen für den Stadtrath vorzunehmen. Die Klerikalen enthielten sich der Wahl, infolge dessen drang die liberaleListe durch. Die Wahlbetheiligung war eine schwache. — Nach einem Telegramm der Mailänder „Perseveranza" wären am Samstag in Rom zwei Kabinetskuriere aus Berlin und Wien eingetroffen, welche die Ratifikation des Vertrags betreffend die Verlängerung der Tripelallianz bis Ende 1895 überbrachten. Ein Gegenstück zu dieser Meldung bringt die „Fanfulla": einer Meldung dieses Blattes zufolge hätte der russische Gesandte Js- wolksky den Papst von dem definitiven Abschluß der russisch-französischen Allianz benachrichtigt. So lange für beide Nachrichten keine bessere Beglaubigung vorliegt, ist es wohl nicht nöthig, daß man sich eingehender mit ihnen beschäftigt. Frankreich. Paris, 23. Juni. In der Deputirtenkammer verlangte heute der frühere Minister Brisson auf's neue die Regierung über Sansibar zu interpelliren. Der Minister des Aeußern, Ribot, erklärte, die Regierung werde in der nächsten Sitzung mittheilen, ob sie diese Interpellation annehmen könne. Brisson sagte, er wolle keine Anfrage über die schwebenden Verhandlungen stellen, sondern über die Verhandlungen, welche bereits stattgehabt haben; es handle sich darum, zu wissen, was seit 1886 vor sich gegangen und wie man von der Abgrenzung innerafrikanischer Gebiete zur Besitznahme der Küste vorgeschritten ist. Frankreich habe im Jahre 1862 Zugeständnisse gemacht, denn Sansibar sei damals für Frankreich ein Land der Kapitulationen gewesen. Im englisch-deutschen Vertrag stehe das ganze Gebiet von Sansibar in Frage; nun sei dies-.s Gebiet bis jetzt Vorbehalten gewesen; das Fallenlassen Sansibars würde in ganz Afrika für Frankreich einen furchtbaren Rückschlag haben. Ribot erwiderte, er sei nur von der Interpellation im allgemeinen benachrichtigt worden, und hob hervor, daß es unmöglich wäre, das, was früher geschehen, zu vergessen, ohne damit an die Gegenwart und die Zukunst ^Ahren. Die Wachsamkeit der Regierung sei vor,,, Str-nd nichts werde in Bezug auf Sansibar geschehen vorgängige Verständigung mit Frankreich. Die Kammer vertagte dann die Feststellung der Verhandlung über die Interpellation auf morgen. Der Abgeordnete du Breuil (von der Rechten) interpellirte über die Vorfälle in der Gemeinde Vicq, deren Schule trotz des Willens der Bevölkerung verweltlicht wurde. Minister Constans erwiderte, die Regierung wolle niemand drangsaliren, aber sie wolle das Gesetz zur Ausführung bringen. Die Kammer beschloß darauf mit 310 gegen 166 Stimmen eine Tagesordnung, welche das Verhalten der Regierung billigt und auf deren Klugheit und Festigkeit bei Anwendung der Schulgesetze zählt. Niederlande. Haag, 23. Juni. Nach amtlichen Meldungen griffen holländische Truppen am 13. ds. Kwalabagoh und Oleh- gadja an, vertrieben die Atchinesen und besetzten Oleh- gadja mit einem Verluste von drei Verwundeten. Die holländische Truppenabtheilung trat darauf am 17. ds. den Rückmarsch nach Edi an. Grnffbriksnnirn. London, 23. Juni. Im Ob er Hause leistete der jüngst zum Herzog von Clarence und Avondale ernannte Prinz Albert Victor den Eid und nahm den Pairssttz zur Linken des Thrones ein.— Das Unterhaus nahm den Ankräg der Regierung auf Niedersetzung eines Ausschusses, der über die Mittel zur Fortberathung von Vorlagen in der nächsten Session des Parlaments berathen soll, nach längerer Debatte ohne Abstimmung an. Amerika. Rio de Janeiro, 23. Juni. Die neue brasilianische Verfassung ist gestern Abend veröffentlicht worden. Dieselbe ist von dem Chef der provisorischen Regierung, General Fcmseca, unterzeichnet und ihr Inhalt entspricht den früheren Mittheilungen der Blätter. Grvtzherrogthum Baden. Karlsruhe, den 24. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing heute Mittag 12 Uhr in Schloß Baden eine Abordnung der Mannheimer Rudergesellschaften- bestehend aus den Herren vr. Alt und vr. Eschelmann, welche Höchstdenselben zu der am 20. Juli ds. Js. stattfindenden Regatta eingeladen haben. Der Großherzog hat Höchstseine Anwesenheit in Mannheim bei den Wettfahrten in Aussicht gestellt, soweit dies Seiner Königlichen Hoheit immer möglich sein wird. * (Das „Gesetzes- und Verordnungsblatt für das Großherzogthum Baden") Nr. 23 enthält eine Verordnung der Ministerien der Justiz, des Kultus und Unterrichts, des Innern und der Finanzen: das öffentliche Berdingungswese» b etreffend. *(Dem „Verordnungsblatt der Generaldirektion der Groß h. BadischenStaatseiscnbahnen") Nr. 31 entnehmen wir, daß zu dem am Sonntag den 29. Juni l. I. in Unterlenzkirch stattfindcnden Feuerwchrfest den von auswärts zu- reisenden Feuerwehrleuten unter der Bedingung, daß dieselben Uniform tragen, zur Fahrt nach und von Station Titisee die vorgesehene Fahrpreisermäßigung bewilligt wird. Demselben Blatt zufolge wird die im Binnenverkehr und im Wechseloerkehr mit der Reichseisenbahn in Elsaß-Lothringen bisher schon zuge- standene Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten sofort auch im Wechselverkehr mit den Stationen der Pfälzischen Eisenbahnen und mit unerheblichen Beschränkungen auch im Wechselverkehr mit Stationen der König!. Württembergischen Staatseisenbahnen bewilligt. ? (Ga-benSeiner KöniglichenHoheit desGroß- herzogs.) Sicherem Vernehmen nach hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog für die durch Hagelschlag schwer geschädigten Gemeinden in den Amtsbezirken Engen, Stockach und Meßkirch eine Unterstützung von 9000 Mark gespendet, also nicht, wie der „Schwäbische Merkur" kürzlich irrthümlich mitthcilte, nur 3000 Mark. Auch für die Preisvertheilung auf der Ausstellung des Deutschen Landwirthschaftlichen Vereins in Straßburg hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog den erheblichen Beitrag von 2000 Mark gegeben. * (Zu unserer gestrigenNotiz) über den Herrn Oberstkallmeister v. Holzing und die Frau Obersthofmeisterin v. Holzing haben wir ergänzend hinzuzufügen, daß dieselben nach längerem Verweilen bei Ihren Königlichen Hoheiten auf Schloß Baden nun nach Karlsruhe zurückgckehrt sind. (D (Todesfall.) Schon wieder sind wir genöthigt. den auswärts erfolgten Tod eines geachteten Karlsruher Bürgers zu melden. Herr Hofbuchhändler Wilhelm Müller, der sich auf ärztliches Anrathen vor 10 Tagen nach Heidelberg begab, um sich einer Operation zu unterziehen, ist, obgleich dieselbe gelungen, an deren Folgen gestern Nachmittag V-5 Uhr dort gestorben. Der Verblichene hat ein Alter von 75 Jahren erreicht und ein an Thätigkeit auf den verschiedensten Gebieten überaus reiches Leben hinter sich. Insbesondere ließ er sich das Wohlergehen der ihm in seiner langjährigen Geschäftsthätigkeit als Chef der „Chr. Frdr. Müller'schen Hofbuchhandlnng und Hofbuchdruckerei" unterstellten Beamten und Bediensteten in hohem Grade angelegen sein. Im Svätjahr 1880 hatte der nunmehr Verewigte die Freude, sein bOjähriges Geschäftsjubiläum unter großer Tbeilnahme von allen Seiten feiern zu können. Seine ersprießliche Thätigkeit wurde bereits im Jahr 1867 durch Seine Königliche Hobelt den Großherzog mit der Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klaffe des Ordens vom Zähringer Löwen ausgezeichnet. Dem Verstorbenen ist bei Allen, die ihn kannten» ein ehrendes Andenken sicher. s. (Freiwillige Feuerwehr.) Gestern Abend fand die erste Hauptprobe der Freiwilligen Feuerwehr statt, und zwar unter Leitung des Kommandanten Herrn Stadtrath Kautt. Das erste Signal galt den Rettungsmannschaften der 4. Kompagnie, welche am Vordergebäude der Obcrdirektion des Wafferund Straßenbaues mit ihren Geräthschaften arbeiteten, und den Einreihern rc., welche am Rathhause ihre Leitern ausstelltcn. Nachdem das Signal „das Ganze retour" gegeben wurde, nahmen die verschiedenen Abtheilungen ihre Aufstellungsplätze ein. Gleich darauf ertönte das Alarmsignal und mit anerkennenswerthcr Schnelligkeit wurden die Leitern gestellt und mächtige Wasserstrahlen zeigten, daß die Mannschaften sich in voller Thätigkeit befanden. Ein Vorbeimarsch bildete den Schluß der Hebung, welche wieder Zeugniß ablegte von der Tüchtigkeit unserer „Freiwilligen Feuerwehr". Die Spitzen der Behörden und viele Zuschauer folgte» mit Interesse der Uebung. (Zimmerbrand.) Im Hause der Spitalstraße Nr. 25 -rach gestern Abend ein Zimmerbrand aus, welcher jedoch ohne weiteren Alarm gelöscht werden konnte. Wie gewöhnlich hatte sich rasch eine große Menschenmenge am Brandort eingefunden. ( Bade«, 23. Juni. (Städtisches.) Heute Vormittag nahm die Klasse der Mittelbesteuerten die Erneuerungswahl für das Stadtverordnetenkollegium vor. Die Liste der liberalen Partei ging wie bei der Wahl der Klasse der Mindestbesteuerten mit großer Mehrheit aus der Wahl hervor. s Offenburg, 22. Juni. (Landwirthschaftliches- — Weinversteigerung und Weinmarkt.) Infolge der starken Gewitterregen haben sich Weizen und Roggen vielfach gelagert; doch steht im Ganzen sämmtliches Wintergetreide sehr schön; insbesondere gilt dies auch von der Gerste. In den Repsfeldern haben sich die Schoten auffallend kräftig entwickelt. Die Futterfelder befriedigen durch ihren prachtvollen Stand» wenn auch die seitherige kältere Witterung nicht spurlos an ihnen vor- uberging. Die Wiesen liefern zwar ein nahrhafteres Futter als vergangenes Jahr, aber ein erheblich geringeres Renteerträgniß. Die Kartoffeln stehen hübsch und fangen bereits an zu blühen. Dem Tabak kam, wie auch den Runkelrüben, der häufige Regen beim Anwachsen sehr zustatten. Die Hopfen stehen schön und sind frei von Ungeziefer. Der Weinstock wurde durch die oft recht kühle Witterung in seiner Entwickelung zurückgebalten, so daß im Rebgebirge noch kaum blühende Scheine gefunden werden dürften; nur vereinzelt sind der Wurm und Springwurm- wtckler ausgetreten- Die Aussichten auf eine reiche Obsternte sind nicht sonderliche. Während sich manche Orte einer gesegneten Kirschenernte zu erfreuen haben, fehlen die Kirschen in hohen ^agen fast gänzlich; Steinobst hat zwar schön geblüht, wird aber kein nenncnswerthes Erträgniß liefern; gleiches gilt von den Aepfeln; am günstigsten sind die Aussichten für Birnen. Die Weinversteigerung der v.-Bulach'schen Erben verlief in günstigster Weise: die 1888r und 1889r Rothen fanden zu 126 und 127 M. für den Hektoliter raschen Abgang; ebenso fanden die 1889r Clevner zu 106 bis 126 M-, Klingelberger zu 80 bis 89 M„ weiße Bordeaux zu 116 M., Weißer zu 70 bis 76 M. gerne Liebhaber, wogegen die 1888r Weißen zu 40 M., Weißherbst zu 75 M. nicht besonders gesucht. Der Offenburger Weinmarkt hatte folgendes Ergebniß: Von 76 Ausstellern waren 184 Wein- Proben mit einer Gcsammtmenge von 3 712 lil in folgenden Sorten zum Markte gebracht: 1683 ül Rothwein (1889—1884), 160 dl Klingelberger (1888-1884), 263 dl Clevner (1889 -1884)' 531 dl Weißherbst (1889-1884), 7 dd Ruländer (1887), 10 dl weißer Bordeaux (1888), 532 dl Weißweine (1889—1884). zusammen 3 206 dl Ortenauer Weine, außerdem 506 dl Kaiser- stühler Weine. An Preisen wurden u. a. erlöst für 1888r Rotb- wein 80 M., für Zeller Weißen 1888r 36 M-, für 1889r Durbacher Weißherbst 70 M. für den Hektoliter. Theater und Kunst. * (Kunstnotizen.) Wie wir in Wiener Blättern lesen und wie uns von anderer Seite bestätigt wird, wird in nächster Zeit Herr Wassermann vom Karlsruher Hoftheater im Wiener Hofburgtheater als Lear, Vansen und in einer dritten, noch nicht endgiltig gewählten Rolle gastiren. Den Bansen hat Herr Wassermann in Karlsruhe noch nicht gespielt; von seinem Lear glauben wir, daß er sich auch auf dem heißen Boden deS Burgtheaters wird behaupten können. Wenn das Wiener „Fremdenblatt" von einem „Gastspiel auf Engagement" spricht, so trifft diese Bezeichnung unseres Wissens nicht zu; es ist natürlich nicht unmöglich, daß Herr Wassermann später einmal nach Wien geht und daß hierfür der Erfolg seines jetzigen Gastspiels theilweise entscheidend sein wird; vorläufig ist der Künstler noch für zwei Jahre der Karlsruher Hofbühne verpflichtet. — Der Kapellmeister des Wiener Hofburgtheaters, Rudolf Welik, ist vom Direktor De. Burckhard vom Dienste suspendirt worden. Anlaß zu dieser Maßregel hat ein persönlicher Konflikt gegeben, den der Kapellmeister mit einem Mitgliede des Orchesters halte, bei welchem Anlasse sich Herr Welik in nicht korrekter Weise benommen haben soll. Die definitive Enthebung Welik's, der der Nachfolgen des Kapellmeisters Sülzer war, wird erst seitens des Leiters der Generalintendanz, Baron Bezecnh, verfügt werden, der gegen Ende dieser Woche aus Pest wieder in Wien eintrifft. Die provisorische Leitung des Burgtheaterorchesters hat Herr Kosscl übernommen, derselbe, der auch den Kapellmeister Sulzer vertreten hatte. Verschiedenes. München, 23- Juni. (Der 18. deutsche Aerzte- lag) wurde heute im Rathhause von dem Vorsitzenden, vr. Graf- Elberfeld, eröffnet und von dem Minister des Innern, sowie dem Bürgermeister begrüßt. Nach verschiedenen geschäftlichen Mit- theilungen referirten Wallichs-Altona, Henrics-Leipzig, Zicmssen- München und Hartmann-Berlin über die Reform der ärztlichen Prüfungsordnung. Di Kommissionsanträge wurden im Wesentlichen angenommen. Anwesend waren 107 Delegirte. welche 9177 Stimmen vertraten. ^,.8t. Neapel, 24. Juni. sTel.s (Blitzschlag.) In Foggia sind während eines heftigen Gewitters sieben Personen vom Blitz erschlagen und fünf verletzt worden. Wruröe Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 24. Juni. Seine Majestät der Kaiser, Aller- höchstwelcher heute Vormittag in Berlin anwesend war, fuhr um 12 Uhr 30 Min. mit dem Major Wißmann nach Potsdam. Der Kaiser begab sich mit Wißmann von der Wlldparkstation aus mittelst Wagen nach dem Neuen Palais. Wißmann war zur kaiserlichen Tafel geladen und hielt sodann Seiner Majestät einen längeren Vortrag. Berlin, 24. Juni. Seine Majestät der Kaiser genehmigte das Entlassungsgesuch des preußischen Finanzministers v. Scholz, indem Allerhöchstderselbe dem scheidenden Minister das Kreuz der Großkomthure des Hohen- zollern'schen Hausordens verlieh. An Stelle des Herrn v. Scholz ist vr. Miguel zum Finanzminister ernannt worden; derselbe übernimmt die Geschäfte am 1. Juli, -(lieber die Gründe, die Herrn v. Scholz zur Einreichung seines Entlassungsgesuches bestimmt, ist unter „Berlin" das Nähere mitgetheilt. Adolf v. Scholz, geboren am 1. Nov. 1833, trat 1854 in den preußischen Staatsdienst, wurde 1804 Hilfsarbeiter im Kultusministerium, 1871 Geheimer Finanzrath, 1879 llnterstaatssekretär und 1880 Staatssekretär des Reichsschatzamts. 1882 trat er die l Leitung des preußischen Finanzministeriums an, die er I mithin 8 Jahre geführt hat. Im Jahre 1883 wurde er in den Adelsstand erhoben. Sein Nachfolger Johannes Miguel ist am 21. Februar 1829 geboren, ist seit 1880 Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., nachdem er früher bereits wiederholt an der Spitze der Stadtgemeinde von Osnabrück gestanden hatte. Seine parlamentarische Thätigkeit sseit 1867s ist bekannt.) Berlin, 24. Juni. Der Reichstag nahm heute die dritte Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika vor. Der Staatssekretär des Aeußern, Frhr. v. Marsch all, erklärte, er halte es für möglich, daß die Vorlage über das deutsch-englische Abkommen noch in dieser Session dem Reichstag zugehe. Eine Diskussion über die Einzelheiten des Abkommens sei unerwünscht, sogar den Interessen der deutschen Politik nachtheilig; er bitte deshalb, von einer solchen Diskussion abzusehen. Das Abkommen sei auch auf die finanzielle Gestaltung des laufenden Jahres ohne Einfluß. Einen Plan über die Gestaltung der künftigen Kolonialpolitik werde die Regierung in der nächsten Session vorlegen. Der Nachtragsetat wurde darauf ohne weitere Debatte genehmigt. Bei der nun folgenden zweiten Berathung der Militärvorlage (Friedenspräsenz) begründete Graf Stoiber g-Wernigerode (kons.) den Kommissionsantrag auf Bewilligung und bat, den Antrag der Freisinnigen auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit abzulehnen. Rickert (deutschfr.) betonte das Unerwartete dieser großen Forderung und stellte die Anfrage, weßhalb dieselbe nicht mit dem ordentlichen Etat verbunden worden sei. Sodann sprach er sich gegen das Septennat aus. Der Militäretat müsse ebenso wie der Marineetat behandelt werden. Die einjährige Bewilligung sei kein Machtmittel des Parlaments, sondern liege im Interesse des Landes und der Armee. In Frankreich gebe es zum Vortheil der Armee eine Durchschnittsziffer, während wir Maximal- und Normalziffern hätten. Bei Annahme einer Durchschnittsziffer könne man diese Angelegenheit ebenso wie in Frankreich behandeln. Dadurch werde eine gewisse Elastizität in die Ziffer gebracht. Rickert fuhr fort, der Kriegsminister habe auf Grund des Artikels 63 der Verfassung das Recht zur Feststellung der Friedenspräsenz für den Kaiser beansprucht. Dieser Artikel gäbe, selbst wenn die Ansicht des Kriegsministers zuträfe, gleichwohl dem Parlament einen gewissen Einfluß auf die Feststellung der Friedenspräsenz. Die Zukunftspläne des Kriegsministers seien aus finanziellen Gründen undurchführbar. Von der Forderung der zweijährigen Dienstzeit werde das deutsche Volk nicht abgehen. Er werde für die Resolution Windthorst stimmen, weil dieselbe wenigstens seine An- und Absichten enthielten. Die deutschen Militärausgaben seien in die Höhe gegangen, während diejenigen Frankreichs sich vermindert hätten. Die Steuerlast sei bereits unerträglich. Auf den Standpunkt des Staatssekretärs des Reichsschatzamtes, daß man erst die Ausgaben bewilligen und hinterher zusehen solle, woher die Einnahmen kämen, könne er sich nicht stellen. Wenn die Heeresverwaltung den Reichstag gewinnen wolle, müsse sie Kompensationen bewilligen; die bisherige Finanzwirthschast ohne Kompensation dürfe nicht fortdauern. Er werde mit den Freisinnigen gegen die Vorlage stimmen. Windthorst hält es für zweifellos, daß die Mehrforderungen an Geld und Menschen sehr schwer auf den Schultern des Volkes lasten, aber wo es sich um die Unabhängigkeit und Sicherheit des Vaterlandes handle, müß- keu-Llle anderen Rücksichten zurücktreten. Die französische Artillerie set'helMffeÄ-stärker als die deutsche; dagegen, daß die deutschen Heere gegell—NNL- solche Mehrheit in den Kampf zögen, müsse Vorsorge getroffeü Was die Beschaffung der Geldmittel betreffe, so seien bisher darüber nur Andeutungen gemacht; der Staatssekretär des Reichsschatzamts möge die Finanzminister der Einzelstaaten zusammenrufen, um einen festen Finanzplan vorzulegen. Man habe bisher mit einer zu großen Freigebigkeit gewirthschaftet und an die Zukunft 'zu wenig gedacht. Hier handle es sich jedoch um Ausgaben, die absolut noth- wendig seien. Angesichts der fortdauernden großen Rüstungen sei es wohl angebracht, an eine internationale Einigung zu denken, deren Ausführung aber freilich höchst schwierig sei. Die Forderung einer jährlichen Bewilligung des Militäretats sei berechtigt, das Volk verlange in überwiegender Mehrzahl auch die zweijährige Dienstzeit und die Regierungen würden auf die Dauer diesem Verlangen nicht widerstehen können. Gegen den Zukunftsplan des Kriegs Ministers erhebe das Centrum Protest. In allen diesen Richtungen hätten die von ihm beantragten Resolutionen ihre Bedeutung. Er stimme für die Vorlage und für seine Resolutionen. Windthorst wies im Laufe seiner Rede auf den früheren internationalen Konferenzplan Bonghi's hin und fügte hinzu, er sei zwar kein besonderer Freund Bonghis, Letzterer würde aber immer noch besser sein wie Crispi, überhaupt könne Deutschland im Bündniß mit Oesterreich allein fertig werden. Der Reichskanzler v. Caprivi erklärte, die Regierungen könnten weder die Vorlage aufgeben, noch die gestellten Anträge annehmen. Ein wolkenloser Himmel dürfte nicht abhalten, Blitzableiter am Hause anzubringen. Die Bemerkung Windthorsts betreffend Bonghi und Crispi könne er nicht acceptiren, sie habe ihn betrübt und halte er sie vom Standpunkte unserer auswärtigen Politik aus für bedauerlich. Windthorst habe über den leitenden Minister eines befreundeten Staates eine abfällige Aeußerung gethan. In einem Augenblick, wo der Reichstag vor einer Vorlage. wie der gegenwärtigen, stehe, sei nicht angebracht, an seit Jahren bestehenden Bündnissen zu rütteln, die wir treu zu halten entschlossen seien. Das Bündniß mit Italien werde bestehen, auch wenn-jetzt der leitende Minister, was Gott verhüten wolle, zurücktreten sollte. In seiner Person repäsentire sich eine Bürgschaft des Friedens, wie sie schwerlich ein anderer Italiener bieten könne. Windthorst meine, wir könnten zusammen mit Oesterreich allein fertig werden; das könne ja sein. Ein alter militärischer Satz laute aber, zur Entscheidung könne man nicht stark genug kommen. Er möchte nicht, daß von den abgeschlossenen Allianzen auch nur der kleinste Theil abgebröckelt werde und die Allianzen geschwächt würden. Auf die Vorlage zurückkommend, fuhr der Reichskanzler fort, Deutschland sei nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit angelangt, am wenigsten, wenn es sich um seine Existenz handle. Auf eine Verkürzung der Dienstzeit könnten die Regierungen zur Zeit nicht eingehen. Die Frage der Rekrutenvakanz sei nicht gangbar, er sei aber ermächtigt, zu erklären, daß in diesem Herbste in erhöhtem Maße Dispositionsbeurlaubungen stattfinden würden. Die Regierungen kämen dem Reichstage damit zur Genüge entgegen und bitte er, die Vorlage unverändert anzunehmen. Madrid, 24. Juni. Der Gesundheitsrath konstatirte, daß die in der Gegend von Valencia aufgetretene Krankheit wirklich die asiatische Cholera ist, die Epidemie ist indessen bereits so weit zurückgegangen, daß die Maßregeln zur Absperrung der infizirten Ortschaften aufgehoben werden konnten. London, 24. Juni. Dem Reuter'schen Bureau wird aus San Salvador vom gestrigen Tage gemeldet, Präsident Menendez sei am Schluffe eines Banketts zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Selbständigkeitserklärung Salvadors und an die Niederlage der Partei Zaldivars plötzlich gestorben. Während des Tumultes, den die Nachricht vom Tode des Präsidenten hervvrrief, wurden General Marcia und andere Personen getödtet. General Czeta, der Kommandant der Truppen, führt einstweilen die Geschäfte des Präsidenten. Es herrsche jetzt wieder Ruhe. (Eine Verantwortung für die Richtigkeit dieser Meldung können wir, da die Depesche in verstümmelter Gestalt in Karlsruhe eingetroffen ist, nicht übernehmen. General Francisco Menendez war seit 1885 Präsident von Salvador; er trat als solcher an die Stelle des vr. R. Zaldivar y Lazo.) New-Jork, 24. Juni. Eine Depesche des amerikanischen Konsuls auf Martinique meldet, daß die Hälfte der Stadt Fort de France durch eine Feuersbrunst zerstört worden ist. Etwa fünftausend Menschen sind obdachlos. Der Konsul ersucht um Hilfeleistung. (Fort de France, Fort Royal, ist die Hauptstadt der Insel Martinique, die zu den Kleinen Antillen gehört. Die Stadt zählt gegen 14 000 Einwohner, ist gut gebaut und betreibt einen blühenden Handel mit Kolonialprodukten.) Buenos-Ayres, 24. Juni. Nach Meldungen aus Entre- Rios ist dort eine aufständische Bewegung ausgebrochen. Die beunruhigenden Anzeichen sind im Zunehmen. Wilhelm Göbringer mit Luise Schreiber von von Familirnnschrichten. Kartsruhe. Auspl, aus dem KtanLestnutz-Kegiftrr. Geburten. 16. Juni. Elsa Karolina, V : Karl Bauer, Bahnarbeiter. — 18. Juni. Adolf Leopold Emil, V.: Ad. Gusi. Seeger. Bäckermeister. — 19. Juni. Georg Friedrich, V.: Christian Wurster, Schreiner. — Mina, B.: Leopold Scheuervflug, Zimmermann. — 20. Juni. Anna Bertha, V.: Lorenz Schneider, Friseur. - 23. Juni. Adolf Friedrich Wilh., V-: Adolf Siedler, Bahnhofarbeiter. — Olga Katharina, V.: Job. Ernst, Schlosser. Eheschließung. 24. Juni. Obermutschelbach, Bautechniker hier, Dürrenbüchig. Todesfälle. 2t. Juni. Elsa, 3 I., V.: Ottmar Müller, Schlosser. — Karoline, 7M. 23 T, V.: Aug. Lipp, Expeditor. - 22. Juni. Elsa. 3 I., V.: Theodor Hock, Schriftsetzer. — Sofie, Witwe von Amtsvogt Joh. Metzer, 81 I. — Luise led., Näherin, 24 I. — Robert, 2 M. 15 T., V.: August'KeMÜ^L'-Kunstwasch-c. - Elise, 5M. 3 T., V.: Joh. Schuster, Lithograph."^ Marie. 13 T.,V.: Lorenz Rieger, Bierbrauer. — Emn..) 2 I" D.: Hhnstof Scharpf, Taglöhner. - Franz, 8 T., Adam (Merk, Wagenwarter. — Luise Appenzeller, led., Privatiere, 51 I. — N-^Jum. Bernhard Diefenbronner, Wtwr., Metzgermeister, 64 J?^._ Witternugsbeobachtungeu der Mrtrorol. Ktatisn Karlsruhes Juni "mm" Lherar. in 0. Adfol. Frucht. Relative Feuchtigkeit in r/q Win,. ! Himmel. 23 1tachts9U. 755.1 4-17.8 9.1 60 N sehr wolkig 24: Mrzs. 7 U. 756.3 4- 16.4 10 2 73 C i klar 24 Mitgs. 2 il. 754.5 -s- 23 8 ! 9.1 41 SW > wolkig Wafferftan» dsS Rheins. Maxau, 24. Juni, Mrgs., 4.38 m, gefallen 0,3 om. Uebersicht der Witterung vom 24. Juni 1890, 8 Uhr Morgens. Der hohe Druck hat seit gestern auch nach Norden hin an Ausdehnung gewonnen, so das er nunmehr Mitteleuropa vom Ocean bis etwa zur deutschen Ostgrenze, sowie Großbritannien und die Nordsee umfaßt; doch sind — wie am Vortage — an seinem Nord- und Ostrand noch vielfach Unregelmäßigkeiten in der Druckvertheilung bemerkbar, so daß die unbeständige kühle Witterung antzält- Nur in Süddeutschland hat völliges Aufklaren mit Temperaturzunahme staltgcfunden. Frankfurter telegraphische Kursberichte StaatShapiere. «-/»Deutsche Reichsanleihe 107.0S «-/»Prenß. Konsol 10«.— «-/»Baden tu fl. — «",'„ „ „ M. 103.95 Oefterr. Goldrent« 91.7V „ Silberrente 77.3» t-/> Ungar, Goldreute 89.«» IS8vr Russen 96.SV II. Orientanleth» 7». — Italiener comptam 9«.7» Eahhter 97.S« Spanier 7«.io Türken 9l.«o »«/, Serben SS.7V Vinte». Kr-dit-ttien -63'/, Diskonto Nommndt. rri.so BaSler Bankverein 153.— Darmftiidtcr Bank iss.ro Handel iigesellschast I77.S» vom 24. Juni 1890. 166.60 Deutsch« Bank Dresdener Bank Bahnaktieo. StaatSbahn Lombarden Galizier Elbthal Hess. Ludwigsbahn Gotthard _ Wechsel und Sorte». ! Wechsel a. «mfterd. ISS.SS i » , London ! , , Pari» ! » » Wien NapoleonSd'or PrivatdiSkouto Badisch« Zuckerfabrik 9«.sö Alkali Westeregeln- Nachbars«. Lredttaktieu r«3><» StaatSbahn 199»/, Lombarde» ii»-/, Tendenz! fest. IS4.30 199 so IIS'', 173.— ro-7g 118.- iso.ia S0.3L S» .81 I7S.7S 1«.I7 »'s. ! verli». ! Oefterr. Sreditaktte» 165.10 j » StaatSbahn ldd.ro . Lombarden ss.so i Diskonto-lkommand. rri.so Marienburger as«o Dortmunder oo.— Laurahütte 1««70 Tendenz; —. Wie». «rrdttaktie» 303.50 Marknoten S7L0 Ungar» ,103.0« Tendenz: schwach. »ari, »"/, Rente »l S7 Spanier 7»'/, Eghpter «s«.- Ottomane «or.— Tendenz; —. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Todesanzeige E.558. Karlsruhe. Freunden und Bekannten machen wir die schmerzliche Mittheilung, daß unser theurer Gatte, Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel, llokdaelMMer Mllielm Mller, heute Nachmittag */,5 Uhr in Heidelberg im 75. Lebensjahr nach kurzem Kranksein sanft verschieden ist. Die Beerdigung findet Donnerstag den 26. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in Karlsruhe vom Trauerhause, Ritterstraße 1, aus statt. Um stille Theilnahme bittet im Namen der tieftrauernden Familie: ßüax Milon, Buchhändler. Karlsruhe, den 23. Juni 1890. Todesanzeige. E.548. Wertheim. Freunden u. Bekannten gebe ich namens meiner Geschwister die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Mutter Frau Einilir Hübsch, geborene Kahl, Fürstlich Löwenstein'sche Do- mänenraths-Witwe, nach längerem schweren Leiden heute Morgen '/z4 Uhr entschlafen ist. Wertheim, 23. Juni 1890. W. Hübsch, Großh. Staatsanwalt. E491.2. Karlsruhe. Vergebung von Aöphaltirungs-Arbetten. Die Herstellung von Gehwegen mit Asphaltbelag, zusammen ungefähr 22 500 Quadratmeter, soll vergeben werden. Die Bedingungen über die Art der Ausführung liegen in unserem Bureau zur Einsicht auf. Endtermin der Vergebung ist der 1. Juli, Vormittags S Uhr. Karlsruhe, den 20. Juni 1890. Städtisches Tiefbauamt. E.4922. Karlsruhes Vergebung von Sandstein Saumsteinen. Die Lieferung von etwa 13 000 lsd. Meter geraden Sandstein-Saumsteinen soll vergeben werden. Die Bedingungen liegen bis zum 1. Juli, Bormittags S Uhr, dem Endtermin der Vergebung» in unserem Bureau zur Einsicht auf. Karlsruhe, den 20. Juni 1890. Städtisches Tiesbauamt. disksr in Lruoii8Li, IL r» r 18 r r» I» v, Nru 8 ei' 8 ti'S 88 s > 24 , neben öer Xsieenpseesge. E.440.5. «limaUsolisr O! AT'O! Lok-wsl- Looarrisrkrirort. ^ ^-4 Tv *2» OrsribüiKlsir. Ni1ä k8, vo ralpines LIimn, 1200 m ü. XI., Mittlers LmZOntemperntur 13° Lotsl L ksusiou Bros!. ^.rrÄUZementL kür Familien. — krospeote Zratis unä kravco. D.791.11. _Lißsurtikliusi-: ! Nit» . (O. an Wochentagen von 8—4 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11—2 Uhr und bei Herrn Stadtgarteneinnehmer Friedrich. Abonnements-Karten für diese 14 Vorstellungen, vom 1- bis 14. Juli a. e. giftig, welche «ai>«U und daher an Andere übertragbar sind, werden zu folgenden Preisen nur vom 20. bis 28. Juni a. c. in der Musikalienhandlung von l. fr. Lokuster st). Leibs!) ausgegeben: Logensitz 35—, Parquet 28 —, I. Rang 18 — Textbücher in der Musikalienhandlung von l-. fr. 8vbu5lor ,0. Leibs!) und Abends an der Kasse- E 550-1. OL« 4200 Die Kapitalbeträge sind vom 1. Oktober d. I. an bei der Kreiskasse Konstanz in Empfang zu nehmen und hört deren Verzinsung von genanntem Tage an auf, was hiermit statutengemäß veröffentlicht wird. Konstanz, den 21. Juni 1890. Der Kreisausschuß: Constantin Noppe l. G rießer. E.377 3. Heizbare Badeeinrichtungen, Kinder- und Sitzbadewannen empfiehlt st ilb. stolk in IliHi l i. L. E.493 2. Nr. 916. Mannheim. ättchkunm»tt gl s«M. Bei dem Tiefbauamt Mannheim sind zwei etatsmäßige Straßcnmeister- stcllen zu besetzen. Der Gehalt beträgt nach dem städtischen Gehaltstarif mindestens 1900 Mark und steigt in vierjährigen Zwischenräumen um je 200 M. bis zu 2900 M„ außerdem ist der Inhaber vensionsberechtigt. Bewerber um diese Stellen wollen ihre Gesuche unter Nachweis der bisherigen Beschäftigung. Beifügung von Zeuqnißabschriften und Angabe bis wann der Eintritt erfolgen könnte, spätestens bis 12. Juli d. I. bei uns einrcichen. Mannheim, den 20. Juni 1890. Tiefbauamt. _ Ritter. _ Lk. Tafelbutter täglich frisch Netto 9 Pfund Postpacket frei Verpackung und Nachnahme M. 10 El. E.193 7. Memmin ge n in Bayern . Büffet Dame gesucht für eine größere Bierwirtbschaft, die im Stande ist, das Geschäft selbständig zu leiten. Nur solche mit 1a- Zeugnissen werden berücksichtigt. Photographie erwünscht. Offerten an die Exp, d. Bl. unter l'. zog. E 547.1. Bürgerliche Rechtspflege. Koukursvrrfahren. E.536. Nr. 22.486. Pforzheim. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Karl Friedrich Reißer. Deutsch-Kaiser-Wirth in Brötzingen, ist Dermin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen auf Dienstag, 8. Juli 1890, Vormittags 10 Ubr, bestimmt. Pforzheim, 20. Juni 1890. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Sigmund. Konkursverfahren. E.537. Nr. 9816. Baden. Ueber das Vermögen des Möbelhändlers Johann Baptist Beck in Baden wird, da derselbe seine Zahlungen eingestellt hat, heute am 21. Juni 1890, Nach-! mittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Vr. Elsässer hier wird zum Konkursverwalter ernannt. ! Konkursforderungen sind bis zum 14. Juli 1890 bei dem Gerichte an- ! zumelden. ! Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bc-! zeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf, Montag den 21. Juli 1890, Vormittags 10 Uhr, ! vor dem Unterzeichneten Gerichte Ter-. min anberaumt. ! Allen Personen, welche eine zur Kon- ^ kursmafse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig > sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch dre Verpflichtung aufgelegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 14. Juli 1890 Anzeige zu machen. Baden, den 21. Juni 1890. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Stibinger. Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber: Lutz, E-535. 4261. Schönau i. W. Urb-r den Nachlaß des Landwirths Meinrad SPitzvon Stadel (Ehrsberg) wurde heute am 23. Iuni 1890, Vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. . Der Kaufmann Anton Faller hier wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 18. Juli 1890 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines andern Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und einlretenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeich- neten Gegenstände und zur Prüfung der angemcldelen Forderungen auf Samstag den 26. Juli 1890, Vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an die Erden des Gemeinschuldners zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 18. Juli 1890 Anzeige zu macken. Schönau i. W-, den 23. Juni 1890. Der Gerichtsschr über Gr. Amtsgerichts: F e u e r st e i n. E.532. Nr. 4023. Kehl. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Fabrikanten Gustav Sommer in Stadt Kehl wird zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Ver- theilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Dienstag den 22 Juli 1890, Vormittags '/-S Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Kehl bestimmt. Kehl, den 23. Juni 1890. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Kopf. E.534. Kehl. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Seligmann Au erb ach er, Wirthes und Metzgers in Lichtenau, zur Zeit an unbekannten Orten abwesend, soll eine Abschlagsvertheilung vorgenomwen werden. Die Summe der zu berücksichtigenden Forderungen beträgt M. 30,423, davon M. 103 bevorrechtigt. Der zur Verthcilung verfügbare Mafsebestand beträgt M. 3032. Kehl, den 18. Juni 1890. Der Konkursverwalter Frz. Meyer. Erbeinwtisimgen. E.388.3. Nr. 20,773. Pforzheim. Das Großh. Amtsgericht Pforzheim hat unterm Heutigen beschlossen: Die Witwe des Maurers Friedrich Hölzle, Ehristina, geb. Theurer in Büchenbronn, hat» nachdem die gesetzlichen Erben auf die Erbschaft verzichtet haben, um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes nachgesucht. Diesem Gesuche wird entsprochen, wenn nicht innerhalb vier Wochen Einwendungen dagegen erhoben werden. Dies veröffentlicht: Pforzheim, den 6. Juni 1890. Der Gerichtsschreiber: Sigmund. E 530.1. Nr. 3485. Bühl. Die Metzgermeister August Meixcl Witwe, Therese, geb. Fenlsch von Bühl, hat um Einsetzung in die Gewähr des Nachlasses ihres f Ehemannes gebeten. Diesem Gesuch wird stattgegeben, wenn nicht innerhalb 4 Wochen Einwendungen dagegen erhoben werden. Bühl, den 21 . Juni 1SLV. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Rieder. Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Boos. E.544. Nr. 124. Engen. Bekanntmachung. Gemäß Artikel 12 Allcrhöchstlandes- herrlicher Verordnung vom II. September 1883 wird das Konzept zum Lagerbuch der Gemarkung Zimmern mit Amtcnhausen vom 28. Juni 18SV an während 4 Wochen zu Jedermanns Einsicht auf dem Rathhause zu Zimmern öffentlich aufgelegt und können etwaige Einwendungen gegen den Inhalt der eingetragenen Beschreibungen der Liegenschaften und ihrer Rechtsbeschaffenheit während dieser Zeit dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich vorgetragen werden. Engen, den 23. Juni 1890. Der Lagerbuchsbeamte: Becker, Bezirksgeometer. 2. eichenen und tannenen Geländerhölzern, Saumschwellen, Sattel- hölzern und Gedeckflöcklingen, im Anschlag von rund 1132 M. Die Angebote sind für das Eisen Peo 100 KZ und für die Hölzer nach Prozenten des Voranschlags schriftlich, geschlossen und portofrei mit der Aufschrift „Brückenreparatur" längstens his Montag den SV. d. M., Morgens Ltt Uhr, bei uns einzureichen, woselbst Bedingungen und Kostenanschlag täglich können eingesehen werden. Offenburg, den 16. Juni 1890. Großh. Wasser- und Straßenbau- Inspektion. Nr. 254. Tauberdischossheim. Bekanntmachung. Zur Aufstellung des Lagerbuches der Gemarkung Ballenberg wird Tagfahrt auf Donnerstag de« 3. Juli l. I., von Vormittags 9 Uhr an. in das Rathhaus zu Ballenberg anberaumt. Die Grundeigenthümer werden hiervon benachrichtigt und aufgefordert, Grunddienstbarkeiten, welche zu Gunsten ihrer Grundstücke bestehen, unter Anführung der Rechtsurkunden dem Unterzeichneten Lagerbuchsbeamten in obiger Tagfahrt zum Eintrag in das Lagerbuch anzumelden. Tauberbischofsheim, 22. Juni 1890. Der Bezirksgeometer: E.545. Mün z. E.421.2. Öffenbnrg. Srückknreparatur. Im Namen der Gemeinde Schwai- bach, Bezirksamts Offenburg, vergeben wir zur Reparatur der Kinzigbrücke bei Scköiiberg im Submissionswege die Lieferung von ^ 1. 13 Stück gewalzten T. Trägern von 9,2 13,3 m Länge sammt Winkeleisen, im Gesammtgewicht von p. p- 9450 KZ, E.533. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats» Eisenbahnen. Mit Wirkung vom 1. Juli l. I. ab wird der Frachtsatz des Ausnahmetarifs für Getreide rc. von Mannheim und Ludwigshafen nach Weil b/8örrach auf 1,00 für je 100 Kg ermäßigt. Karlsruhe, den 23. Juni 1890. ^ Generaldirektion. . E.557^ Karlsruhe. Südwestdeutscher Eisenbahn-Verband. Zum Heft 7 des Verbandsgütertarifs (Baden-Saarbrücken) ist mit Giltigkeit vom 1. Juli d. I. ab der Nachtrag 1 ausgegeben worden. Derselbe enthält Ergänzung der Fachtsätze für die Stationen Niederlinxweiler und Taben sowie Berichtigungen einiger Entfernungen. Karlsruhe, den 24. Juni 1890. Generaldirektion der Großh. Bad. Staats Eisenbahnen. "E 527 1 Nr- 46697Hllingeiü Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Vergebung von Hochbauarbeite«. Nachstehende Bauarbeiten sollen öffentlich vergeben werden: 1. Die Herstellung von 2 Stcllwerk- aebiiuden ans Station Triberg. Anschlag A 1- Grab-, Maurer- u. Stein- bauerarbeiten. 1833 39 2. Zimmer- und Schreinerarbeiten . 777 70 3. Glaserarbeiten .... 212 92 4. Blechnerarbeiten .... 214 36 5- Anstreicherarbeiten - - 158 21 Summa 3191 58 II. Die Herstellung von 3 Stell- werkgebände« auf Station Jmmeu- dingen. Anschlag ^ 1. Grab-, Maurer- u- Steinhauerarbeiten . 6057 43 ! 2. Zimmer- und Scheinerar- ! beiten. 1907 06 >3. Glaserarbeiten .... 610 70 4 Blechnerarbeiten .... 504 32 5 Anstreicherarbeiten - - 365 91 Summa 9445 42 Die Angebote sind für beide Vergebungen getrennt und längstens bis zum 3«. Juni d. I., Borm S Uhr, schriftlich, versiegelt und mit entspre- i chender Aufschrift versehen, frei anher ! einzureichen, zu welcher Zeit die Em- länfe geöffnet werden ! Die Pläne, Bedingungen und Kostenüberschlag liegen auf diesseitigem Geschäftszimmer zur Einsicht auf- Villingen, den 21. Jum 1890. Großh. Bahnbauinspektor. C.341.30. Karlsruhe. Feuer-, fall- ».eiubruch- ßchereSeld-, Köcher-und Dokumeuteu-Schröuke empfiehlt ^i,fi.^6>88. Karlsruhe Erbvrinzenstr.24