Karlsruher ZeitW. . M sr'. Freitag, 1v. April. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.: durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung. Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Peticheile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Geld» frei. 18 S 1 . Amtlicher Theil. Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 28. März d. I. ist Folgendes bestimmt: ! Großh. Mecklenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 14: i I)r. Uhl, Assistenzarzt 1. Klasse vom Füsilier-Regiment ? von Gersdorff (Hessischen) Nr. 80, zum Stabsarzt des ^ obigen Bataillons befördert. I l)r. Gading, Stabsarzt des obigen Bataillons, zum! 3. Bataillon 6. Thüringischen Infanterie-Regiments ^ Nr. 95 versetzt. i Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25: ! ür. Eblc. Assistenzarzt 2. Klasse. zum Assistenzarzt ^ 1. Klaffe befördert. j 1. Badisches Leib-Dragoncr-Negiment Nr. 20: ! vr. Heckmann. Assistenzarzt 2. Klasse, zum Füsilier- ! Regiment von Gersdorff (Hessischen) Nr. 80 —, ! Vr. Bosch, Assistenzarzt 2. Klasse vom 1. Badischen! Feld-Artillerie-Regiment Nr. 14, zum obigen Regiment — versetzt. Landwehr-Bezirk Bruchsal: I)r. Fuchs, Assistenzarzt 2. Klaffe der Reserve, zum! Assistenzarzt 1. Klasse befördert. ! Landwehr-Bezirk Heidelberg: § 1)r. Sattler, Assistenzarzt 2. Klasse der Reserve, zum ^ Assistenzarzt 1. Klasse befördert. ! Landwehr-Bezirk Freiburg: I)r. Schermer, Assistenzarzt 2. Klasse der Reserve, zum Assistenzarzt 1. Klasse befördert. Landwehr-Bezirk Donaueschingen: vr. Eytel, Assistenzarzt 2. Klasse der Landwehr >' 1. Aufgebots, zum Assistenzarzt 1. Klaffe befördert. ! Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 9. April. ! Der italienische Gesandte in Washington, Baron Fava, j der infolge der Ereignisse in New-Orleans sein Abbe- > rufungsschreiben überreicht und die Erledigung der lau- ^ senden Geschäfte dem ersten Gesandtschaftssekretär Marchese i Jmperiali di Francavilla überlassen hat, steht im Be- ! griffe, Amerika zu verlassen. Er ist bereits aus Washing- s ton abgereist und gestern in New-Aork eingetroffen; am ' Samstag gedenkt er nach Europa abzureisen. Ob die! Abreise des Gesandten mit der italienisch-amerikanischen! Spannung zusammeuhängt oder ob Baron Fava, dessen, Erkrankung vor einigen Tagen gemeldet wurde, sich nur z durch die Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand veran- > laßt sieht, aus einem Lande abzureisen, in dem er vor- ^ läufig keine amtlichen Funktionen mehr wahrzunehmen ^ hat, geht ans der betreffenden Depesche nicht hervor. ; Ngch den Angaben italienischer Blätter sollen neue Mit- l theilungen zwischen der amerikanischen und der italieni- ^ scheu Regierung nicht ausgetauscht worden sein, so daß j die schwebende Streitfrage in letzter Zeit unverändert ^ geblieben wäre. Dagegen berichtet ein Telegramm aus New-Orleans über die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen die Urheber der dortigen Morde. Das Telegramm s lautet: „Parkerson und Huston, die Anführer der Lyncher, f lehnten ihr Zeugniß vor der großen Jury ab, welcher i auch die Namen der Mitglieder des Komito's, das den Lynchakt angestiftet hatte, Vorlagen. Man glaubt, daß ^ die große Jury die Einleitung einer Verfolgung gegen > einige Anführer genehmigt habe. Von dem Ausgange ^ des Prozesses hängt es ab, ob die Anklage auch auf ! Andere auszudehnen sei." Darnach scheint auf eine ^ rasche Erledigung der Angelegenheit kaum viel Aussicht, zu sein. s Gegen die französische Kolonialverwaltung wurde allen ^ Ernstes von französischen Blättern der Vorwurf erhoben, ! daß sie — Sklavenhandel treibe, indem sie aus Tonkin! Eingeborene nach Neu-Kaledonien schaffen lasse und da- ! selbst mit den schwersten Arbeiten beschäftige. Jetzt vor- ! liegende amtliche Mittheilungen klären nun über die in - Betracht kommenden Vorgänge aus. In Tonkin herrscht ! darnach ein Zustand der Uebervölkerung, der dazu ge- j führt hat, daß ein Theil der Eingeborenen sich in die s landesüblichen Flußpiraten verwandelt, die dann ihr Un- ! wesen trieben. Mit den Waffen in der Hand gefangen ^ genommen oder der Unterstützung mit den Piraten über- > führt, werden die Schuldigen vou den aus Eingeborenen : bestehenden Tribunalen zur Verbannung verurtheilt. Früher wurden nun die also Verurtheilten einem sehr ! strengen Regime unterworfen, bis dann die in Französisch- j Guyana und in Gabun angestellten Versuche ergaben, ! daß diese Piraten aus Tonkin, gehörig geleitet, sich als i sehr nützliche Arbeiter erwiesen. Die Ackerbaugesellschaft ? von Numea in Neu-Kaledonien hat um die Ueberlasfung i derartiger Arbeiter gebeten. Auch sollen dieselben nicht! etwa in den Minen, sondern beim Ackerbau beschäftigt j werden; sie werden ihre Freiheit behalten und ein be- s stimmtes Lohn erhalten, so daß von Sklaverei nicht die j Rede sein kann. In den französischen Kolonialkreisen ^ wird sogar angenommen, daß die ehemaligen Piraten I nach ihrer Rückkehr nach Tonkin eine Bewegung zu ' Gunsten der Auswanderung nach Neu-Kaledonien herbei- ^ führen werden, welches letztere Mangel an Arbeitskräften ^ leidet, während in Tonkin eben ein Üeberschuß vorhanden ^ ist. Die französische Kolonialverwaltung betont denn j auch ausdrücklich, daß sie sich die Achtung des Lebens, ! der Freiheit und der Rechte der Eingeborenen angelegen sein lasse. > Vrutschland. j * Berlin, 8. April. Seine Majestät der Kaiser dinirte ! heute bei dem Fürsten von Pleß. Vor dem Diner nahm der Kaiser bei dem Fürsten von Pleß an einem Kapitel ° des Hubertusordens theil, bei welchem Herzog Ernst! Günther von Schleswig-Holstein und Graf Solms-Klitzsch- ! dorf in den Orden ausgenommen wurden. ! — Nach einer Meldung aus London ist Ihre Majestät ! die Kaiserin Friedrich mit der Prinzessin Margarethe , heute Nachmittag über Port Victoria nach Deutschland zurückgereist. — Am 10. April vollendet sich ein halbes Jahrhundert der Dienstzeit, welche der General der Kavallerie v. Albedy ll, kommandirender General des 7. Armeecorps und Generaladjutant des Kaisers Wilhelm 1., im preußischen Heere gedient hat. (Emil v. Albedyll trat am 10. April 1841 in das Kürassierregiment Königin, vierte Eskadron zu Pasewalk, ein.) — Die Kommission für die Vorbereitung einer einheitlichen Regelung des Verkehrs mit Giften, welche am Montag in Berlin zusammengetreten ist, besteht aus den Herren Geh. Rath Vr. Köhler, Direktor des Reichs-Gesundheitsamts, Geh. Regierungsrath Prof, vr. Sell, Wirkl. Geh. Obermedizinalrath vr. Kersandt, Geh. Regierungsrath vr. Hopf. Geh. Regierungsrath vr. v. Tischendorf, Geh. Oberregierungsrath vr. Sieffert und Medizinalassefsor vr. C. Schacht. Die Regelung der Frage wird, wie verlautet, entweder so erfolgen, daß der Weg der Reichsgesetzgebung beschritten, oder daß eine Verständigung zwischen den verbündeten Regierungen über ein gleichmäßiges Vorgehen erzielt wird. Im ersteren Falle würden auch nur die Grundzüge gesetzlich festgelegt, die Ordnung der Einzelheiten dem Bundesrathe überlassen werden. — Aus dem jetzt vorliegenden Bericht der Sperr- gelderkom Mission des preußischen Abgeordnetenhauses sind namentlich die Ausführungen des Finanzministers von Interesse. Finanzminister Vr. Miguel erklärte nach diesem Bericht, daß von Seiten der Finanzverwaltung die diesjährige Vorlage der vorjährigen entschieden vorgezogen werde, da sie durch erstere der dauernden Verwaltung des Fonds und der für jetzige Verhältnisse immerhin hohen Verzinsung, desselben überhoben werde. Die Regierung halte eine völlige Herstellung des Friedens zwischen dem Staat und den beiden Konfessionen des Landes für dringend geboten. Die Regierungsvorlage erscheine als ein hierzu geeignetes Mittel, da sie den Wünschen der katholischen Bevölkerung thunlichst entspreche und auch für die Angehörigen der evangelischen Konfession und die Staatsregicrung nichts Unannehmbares enthalte. Ein Rechtsanspruch auf Rückgabe der gesperrten Summe an irgend Jemand, sei es an die Gesperrten, sei es an die katholische Kirche als solche, werde nach wie vor nicht anerkannt. Es sei aber doch geboten, daß die Gelder, welche während des Kriegszustandes nicht konfiszirt, sondern nur einbehalten seien, und welche auch heute Niemand konfisziren wolle, nach Aufhören des Kriegszustandes wieder herausgegeben würden. In Betreff der Verwendung der nach Entschädigung derjenigen, welche Einbuße erlitten hätten. etwa übrigbleibenden Beträge schenke die Staatsregierung den katholischen Bischöfen ausreichendes Vertrauen, daß sie diese in der That nur zu den von ihnen angegebenen, unverfänglichen Zwecken verwenden würden. Auch habe es die Regierung vermöge ihres Aufsichtsrechtes in der Hand, die Verwendung in der von denselben angegebenen Art durchzusetzen. König Heinrich IV. - r. Nachdem vor Jahresfrist der erste Theil von Shakspeare's »König Heinrich IV." auf der Großherzoglichen Hofbühne zur Darstellung gelangt ist, steht man nun im Begriff, auch den zweiten Theil dieses Drama's dem Publikum vorzuführen. Wie eS recht und billig ist, führt man aber diesen zweiten Theil nicht für sich auf, sondern verbindet damit eine Wiederholung des ersten Theils, so daß wir am Dienstag und Donnerstag das ganze, nach König Heinrich IV. genannte Werk zu sehen bekommen werden. Noch bester wäre es unseres Erachtens gewesen, wenn man im Zusammenhang mit „Heinrich IV." auch „König Richard II." gegeben hätte, Ser ja im Repertoire der Hofbühne schon von früher her enthalten ist, denn „Heinrich IV." schließt sich in der Aufeinanderfolge der geschichtlichen Ereignisse direkt an „Richard II." an, und der Kummer, die Sorge Heinrichs IV., die sich aus dem schlechten Gewissen des Usurpators erklären, haben ihre Quellen in den in „Richard II." geschilderten Vorgängen. Während es als bekanni vorausgesetzt werden darf, daß die Königsdramen Sbakspeares keineswegs in der Reihenfolge entstanden sind, die dem Gange der in ihnen dargcstellten geschichtlichen Ereignisse entspricht, hat der Dichter die beiden Theile von „Heinrich IV." zweifellos unmittelbar nach einander geschrieben. Der erste Theil des Drama's wurde wahrscheinlich im Jahr 1597 geschrieben und der zweite Theil kann nicht nach 1598 verfaßt worden sein. Der erste Theil erfreute sich bei den Zeitgenossen deS Dichters großer Beliebtheit, wie aus den zahlreichen Ausgaben des Stücks vor und selbst nach dem Erscheinen der Gesammtausgabe von Sbakspeares Werken hervorgeht: der zweite Theil stand in der Gunst des Publikums offenbar stark hinter dem ersten zurück, denn wir haben nur von einer einzigen, im Jahr 1600 erschienenen Ausgabe des zweiten Theils Kennt- niß. Das beruht nicht aus zufälligen Gründen, sondern auf Ursachen, die in dem Drama selbst liegen und von denen weiterhin noch dir Rede sein wird. Dieselben'Ursachen liegen wohl auch der Erscheinung zu Grunde, daß man in Deutschland, seit „Heinrich IV." überhaupt auf die deutsche Bühne gebracht worden ist, vielfach bemüht gewesen ist, die beiden Theile zusammenzuziehen und sie auf die Spieldauer eines einzigen Abends zu beschränken. Von diesem Gedanken ging schon Schröder bei der Hamburger Aufführung im Jahr 1778 aus. Daß „Heinrich IV." bereits früher von den „englischen Komödianten" in Deutschland aufgeführt worden sei, wird vielfach angenommen, läßt sich aber nicht bestimmt Nachweisen: wir haben die Bühnengeschichte des Drama's in Deutschland von jenem 2. Dezember 1778 ab zu datireu, an welchem Schröder die Historie in Hamburg gab, und das geschah, wie gesagt, unter einer Zusammenziehung beider Theile. Schröder, auch schauspielerisch in „Heinrich IV." als Falstaff eine Meisterleistung darbietend, gab sich viele Mühe, dem Stück in seiner Einrichtung Eingang im Geschmack des Publikums zu verschaffen. Als die erste Aufführung am 2. Dezember 1778 ohne besonderen Eindruck blieb, trat er nach der Vorstellung vor das Publikum und sagte zu demselben die bekannten Worte: „In der Hoffnung, daß dieses Meisterstück Shakspeare's immer besser wird verstanden werden, wird es morgen wiederholt." Er hielt auch an seinen Bemühungen, dem Publikum die Bedeutung des Werkes zu erschließen, fest, obgleich sich die in seiner Ansprache an die Zuhörer geäußerte Hoffnung nicht sogleich erfüllte und sowohl in Hamburg wie in Wien die Aufnahme der Historie zunächst eine kühle blieb. Von Wien gingen später, in unserem Jahrhundert, erneute Versuche aus, das Werk für einen einzigen Theaterabend zu bearbeiten. Im Jahre 1829 ließ Schrehvogel eine solche Bearbeitung erscheinen und 22 Jahre später griff Heinrich Laube auf die Grundlage der Bearbeitung Schröders zurück. Dagegen gab Dingelstedt, als er 1864 in Weimar zur dritten Säkularfeier der Geburt Shakspeare's den Ehklus der Königsdramen von „Richard II." bis „Richard III." auf die Bühne brachte, dem Dichter, was des Dichters ist: seine Bühnenbearbeitung ließ beide Theile von „Heinrich IV." für sich bestehen. Sein Beispiel hat das Meiste dazu beigetragen, den zweiten Theil „Heinrichs IV." in seine Rechte einzusetzen; doch ist auch heute noch die Zahl der Bühnen, die sich an der Aufführung des ersten Theils genügen lassen oder sich mit der Zusammenziehung beider Theile behelfen, keine geringe. Wenn Max Koch in seiner Einleitung zu „Heinrich IV." (Shakspeare's dramatische Werke als Theil der „Cotla'scheu Bibliothek der Weltliteratur") sagt: „Auf den meisten deutschen Bühnen sind beide Theile eingebürgert", so trifft diese Versicherung nicht zu. Nicht einmal für Berlin ist sie richtig. Dort gibt das „Deutsche Theater" eine von seinem ehemaligen Socierär August Förster, der später, wie Schrehvogel und Laube, gleichfalls Leiter des Hosburgtheatcrs wurde, Herges,ellte Bearbeitung, die es möglich macht, das ganze Werk an einem Theaterabend zu spielen. Noch vor wenigen Tagen wurde „Heinrich IV." in dieser zusammengezwängten und verstümmelten Gestalt vom „Deutschen Theater" dem Publikum rargeboten. Was die Karlsruher Hofbühne betrifft, so ist hier der zweite Theil von „Heinrich IV." bis hegte noch nicht aufgeführt worden; er gelangt am nächsten Donnerstag auf unserer Bühne zum erstenmal zur Darstellung. Ursprünglich wurde hier nur der erste Theil, dann, vom Anfang der sechsziger Jahre an, eine von Devncnt besorgte Verschmelzung beider Stücke gegeben. Wir sind der Ansicht, daß die Karlsruher Bühne, indem sie unter Wiederherstellung des Originals „Heinrich IV." an zwei Abenden anssührt, einen Alt der Gerechtigkeit gegenüber dem Dichter und seinem Werke vollzieht. Dabei ist jedoch nicht zu verkennen, daß die Sache keineswegs so einfach liegt. Ein großer Theil des Publikums ist allerdings, wenn es sich um die Wiedergabe eines klassischen Drama's auf der Bühne handelt, leicht geneigt, ohne weiteres dem Dichter gegenüber dem Bühnen- prakliker Recht zu geben; das ist bequem und man kann sich dabei noch ohne große Unkosten als gebildeter Literarurfreund einführen. Aber bei „Heinrich IV." sind in der That schwerwiegende Gründe für und gegen die verschiedenen Arten der Bühnendarstellung dieses Werke- vorhanden; entscheidet man sich — In der vorigen Nummer dieses Blattes gaben wir eine Meldung des Liverpooler „Journal of Commerce" wieder, nach welcher eine Expedition Zintgraffs in das Innere Kameruns von Mißerfolg gewesen wäre. Der „Hamburger Börsenhalle" gehen aus Kamerun Einzelheiten über die Veranlassung und das Schicksal der Expedition zu. Darnach bildete den Grund zu der Expedition die Ermordung zweier Gesandten, die Zintgraff an den Häuptling des Bafutstammes geschickt hatte. Am 31. Januar kam es zwischen den Leuten Zintgraffs und 5000 mit ihnen verbündeten Balis zu einem Zusammenstöße mit 10000 Bafuts, Bandengas und Kriegern anderer feindlicher Stämme. Anfangs war Zintgraff siegreich, am späten Nachmittag erneuerte sich aber das Gefecht und Zintgraff sah sich veranlaßt, den Rückzug anzutreten. Auf seiner Seite sind die Lieutenants ». Spangenberg und Huve, 100 Balis und 68 Leute vom Stamm der Weyungen gefallen, während der Feind 500 Tobte hatte. Zintgraff hat sich unter Zurücklassung von Schutzwachen für den Verkehr auf den Handelsstraßen nach Kamerun zurück begeben. Er hält die Bewaffnung der Balis auf Reichskosten für erforderlich. Stuttgart, 8. April. Wie der „Staatsanzeiger" mittheilt, hat Seine Majestät der König Seine Königliche Hoheit den Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen unter die Großkreuze des Ordens der Württem- bergischen Krone ausgenommen. (Der Landgraf, welcher zum Besuch des. Stuttgarter Hofes hier weilte, ist gestern wieder abgereist.) Oesterreiltz-Ltngarn. Wies, 8. April. Morgen findet im Wiener Parlamentsgebäude die erste Sitzung des neugewählten österreichischen Reichsraths statt, am Samstag verliest der Kaiser die Thronrede und am Montag beginnen die eigentlichen parlamentarischen Arbeiten. Die „Presse" hört, die Thronrede werde einen Passus über die Valutaregulirung enthalten, welcher die bevorstehende Inangriffnahme der darauf bezüglichen Maßnahmen ankündigt. Deßgleichen werde ein Passus über den Bau der Wiener Stadtbahn in der Thronrede Vorkommen. Die verschiedenen Parteigruppen haben theils schon gestern, theils heute Berathungen abgehalten, um die Richtschnur für ihr Verhalten in dem neuen Reichsrathe festzustellen. In einer Versammlung der konservativen Abgeordneten unter dem Vorsitz des Grafen Hohenwart wurde der Wunsch ausgesprochen, daß sich sämmtliche Fraktionen der ehemaligen Rechten zu einem großen Klub vereinigen möchten, welcher auch das bisher bestehende freundschaftliche Verhältniß zum Polenklub aufrecht erhalten solle. In einer Versammlung der vereinigten Linken gab der Abgeordnete Plener in der heutigen Versammlung einen Bericht über seine Verhandlungen mit der Regierung. Das Verhältniß der Liberalen zur Regierung und zu den andern Parteien des Hauses sollte aufgehellt und von Verdunklungen befreit werden, die seltsamerweise zumeist von den Organen dieser Partei selbst ausgegangen sind. Als bekannt geworden ist, daß die Vereinigte Linke in ihrer letzten Konferenz mit dem Grafen Taaffe und den Polen sich bereit erklärt hatte, mit den Abgeordneten aus Galizien in Fühlung zu treten, ging ein Schrecken durch die Parteiorgane, welche von Selbstaufopferung sprachen und von Konzessionen, welche die Selbsterhaltung der Vereinigten Linken gefährden müßten. Herr v. Plener hat nun alle Verhandlungen mit dem Grafen Taaffe dargelegt. Es erhellt aus denselben die Thatsache, daß die Versuche, eine regelmäßige Majorität mit Einschluß der Linken zu bilden, gescheitert sind. Der Vorschlag, die Mehrheit lediglich durch einen Zusammenschluß der Linken, der Polen und der „nach rechts stehenden Gruppen des liberalen Centrums" zu konstruiren, fiel, weil der Polenführer Herr v. Jaworski die Erklärung abgegeben hat, seine bisherigen Beziehungen mit dem Hohen- wart-Klub nicht lösen zu können. Der Gegenvorschlag, eine regelmäßige, wenn auch nicht politische Verbindung zwischen der Linken, dem Polenklub und dem Hohenwart- i» dieser Frage zu Gunsten eines bestimmten Standpunktes, so kann es nicht geschehen» ohne dem Standpunkte Andersdenkender Gerechtigkeit widerfahren zn lassen. Führt mau nämlich nur den ersten Theil der Historie auf, so hat der Zuschauer einen Anfang ohne Ende; eS fehlt die Abrundung der Handlung, die Lösung der entstandenen Svannung- Und was noch schlimmer ist al» der Mangel eines natürlichen SchlußvunkteS für die Aktion: auch die beiden tzauptcharaktere kommen nicht zur Reife, nicht zur völligen Entfaltung, weder Prinz Heinz nach der guten, noch Falstaff nach der schlechten Seite hin- Wir gewinnen weder den Heinz von Herzen lieb» weil sich die edlen Eigenschaften seiner Natur erst später i" ernsteren Momenten frei entwickeln» noch blicken wir der sittlichen Verworfenheit Falstaffs auf den Grund. Die erste Abthrilung der Historie ohne die zweite bleibt mithin in jeder Beziehung unvollendet und darum auch unbefriedigend. Um diese Unbefriedigung zu überwinden, bleiben »wei Auswege: entweder auf die erste Abtheilung die zweite folgen zu lafse» oder beide mit einander zu verschmelzen. Der ersten Weg, obgleich er als der naturgemäßere erscheint, schon drßhalb, weil er sich den Absichten des Dichters anschließt und der nun auch von der Leitung unserer Hofbühne eingeschlagen worden ist, hat immerhin seine Schattenseiten. Der volle Zusammenhang der Handlung bleibt dem Zuschauer, wenn man ihm das Werk an zwei verschiedenen Abenden verführt, doch nicht gegenwärtig. WaS sich nicht im Verlaufe eines einzelne» Theaterabends abspielen kann, daS wird dem Publikum auch niemals den Eindruck der Einheitlichkeit machen. Geht eS uuS doch mit dem.Wallenstein" gerade so. Auch für den Zuschauer, der am Abend vorher daS »Lager" und dir .Piccolomini" gesehen bat» ist der Faden abgerissen. wen» er zur Aufführung von „WallenkeinS Tod" erscheint, und erst allmählich kommt ihm daS am Tag vorher Gesehene wieder in die Erinnerung. Außerdem hat die auf- rinandrrfolgeade Darstellung beider Theile von .Heinrich IV." noch ihren besonderen Haken: deu Umstand, daß, um mit Laub« zu reden, in dem zweiten Theile sich eine Verschwörung aus- Klub zu schaffen, wurde von den deutschen Führern abgelehnt. Selbst die sachliche Kooperation hätte nach ihrer Ansicht, falls sie in eine Organisation gefaßt worden wäre, bald einen politischen Charakter angenommen und die Linke mit einer Partei in Verbindung gebracht, deren Ueberzeugungen sie nicht theilen könne. Angesichts dieser Sachlage ergab sich für die Linke als letzte Konsequenz die Politik der freien Hand. Sie hat sichfü r jeden einzelnen Fall die Freiheit der sachlichen Beurthei- lung und der politischen Erwägungen Vorbehalten, und genau dieselbe freie Hanv nehmen auch die Polen für sich in Anspruch. DaS konnte jedoch die Linke nicht hindern, die Erklärung abzugeben, fallweise mit dem Polenklub wegen der parlamentarischen Geschäftsbehandlung in Fühlung zu treten. Das künftige Verhalten der Linken wird deßhalb von Herrn v. Plener mit folgenden Worten präzisirt: „Für wirthschaftliche, soziale und finanzielle Reformen werden wir unsere besten Kräfte einsetzen und sind hierbei gern bereit, auch mit andern Gruppen zusammenzuwirken, aber wir werden keine unnatürlichen Politischen Allianzen eingehen." DaS ist eine Erklärung von ebenso erfreulicher als folgenreicher Bedeutung. Das „Fremdenblatt" schreibt unter Bezugnahme auf diese Erklärung: Sir zeigt unS die Vereinigte Linke unentwegt auf dem Boden des Parlamentarismus und des Staatsintereffes. Wenngleich die Hoffnung, in die Majorität zu gelangen, nicht in Erfüllung gegangen ist, wird sie die Rolle einer verditterten Partei nicht spielen, noch darf daS Staatsinterefse unter den subjektiven Empfindungen der Partei schaden leiden. Sie ist gerne bereit, ohne politische Allianzen abzuschließen, welche ihr vielleicht keine neuen Freunde zuführen und die Zahl ihrer Gegner jedenfalls vermehren würden, mit anderen Grupyen zusammen an wirthschaft- lichcn, sozialen und finanziellen Reformen mitzuwirken. Für solche ist demnach eine Mehrheit gesichert, ohne daß die konservativen Elemente um die Gunst radikaler Fraktionen buhlen müßten. Für nutzbringende Reformen ist demnach eine Mehrheit vorhanden, eine Mehrheit ohne eine äußerliche, ohne eine politische Organisation, eine Mehrheit von Fall zu Fall, aber doch durch das gemeinsame Streben geleitet, den Parlamentarismus fruchtbringend zu erhalten, und nicht dir politische Ohnmacht auch auf die gesetzgeberischen Pflichten der Volksvertretung hinübergreifen zu lassen. Das ist ein ehrendes und glänzendes Zeugniß dafür, daß der Parteisinn das Pflichtbewußtsein nicht zu erschüttern und nicht zu unterwühlen vermocht hat, und zeigt die Stärke des KonstitulionalismuS mitten in seiner politischen Kraftlosigkeit. DieS ist auch eine Bürgschaft für die Zukunft, denn aus der gemeinsamen Wirksamkeit im Dienste des allgemeinen WohleS wird sich auch jsner Gemeinsinn entwickeln, welcher die Parteien einander näher bringen kann. Wir sehen im Hause drei große Gruppen. Auf diese gestützt muß das Abgeordnetenhaus seinen Weg fortsetzen. Es ist ein dreibeiniges Parlament und kann deshalb nur langsam und behutsam sich vorwärts bewegen, aber vielleicht liegt auch darin eine Bürgschaft , daß es sich ängstlich au den naturgemäß und von der Nothwendigkeit der Verhältnisse vorgezeichncten Pfad unpolitischer Reformen halten und sich von demselben nicht entfernen wird. Italien. Rom, 8. April. Der Minister der Innern, Baron Nicotera, besuchte gestern Abend die „Gesellschaft zur Beförderung der nationalen Industrie", Auf die Begrüßung des Präsidenten erwiderte der Minister, er beabsichtige nicht, eine politische Rede zu halten. In der Thal sprach Nicotera vorwiegend über wirthschaftliche Dinge. Er erinnerte an die Politik Cavours, welche Italien großen Kredit verschafft habe. Italien müsse seiner Industrie Existenzbedingungen schaffen, welche nicht ungünstiger als die des Auslandes seien. Die Regierung müsse eine sichere Bahn in ihrer Politik befolgen, welche den andern Mächten keine Verlegenheiten bereite. Der Minister schloß: „Ohne neue Steuern zu erheben, werden wir uns bemühen, die ökonomische Lage zu bessern, damit das Land die Lasten tragen könne. Wenn wir nicht reussiren, werden wir es nicht sein, die zu neuen Steuern ihre Zuflucht nehmen." Nicotera war in den letzten Tagen, wie schon berichtet, auch in Turin. Heber die Meinung der Regierung in Bezug auf die afrikanischen Kolonien befragt, erklärte er bei dieser Gelegenheit, wie gemeldet wird, die Regierung werde lieber Massauah preisgeben, als für die Sicherheit breitet, die der Verschwörung der ersten Abtheilung ähnlich sieht wie ein Ei dem anderen. Schließlich hat man gegen den zweiten Theil — allerdings mehr vom schauspielerischen als vom kritischen Standpunkte aus — den Eiuwand erhoben» daß die Falstaff-Scenen in der zweiten Abtheilung nicht den Reiz haben, nicht das Behagen erwecken, wie im ersten Theile der Historie. In der Thal tritt im zweiten Theile „Heinrichs IV." mehr der krasse Eigennutz Falstaffs und seine sinnliche Natur hervor, während im ersten Theile der Witz und die humoristische Weltanschauung Falstaffs bestechender wirken. Selbst der glänzende Humor Falstaffs reicht hier nicht auS, um seine moralischen Schattenseiten zu vergolden. Aber dieser Umstand bedeutet nicht ein Nachlassen in der Charakterzeichnung — im Gegentheil ist der Falstaff der zweiten Abtheilung an Schärfe und Sorgfalt der Charakterdarstellung viel bedeutender als der Falstaff der ersten —, sondern er liegt in dem wohlbrrechnrten Plane der Dichtung, in den Absichten Shakspeare's begründet. Wir müssen Falstaff auch in den gemeinen und häßliche» Zügen seiner Natur kennen lernen, um e» zu verstehen» daß Heinrichs Wege, sobald der Ernst des Lebens an den Prinzen berantritt, sich für immer von den Wegen seines ehemaligen lustigen Kneivkameraden aus der Schenke von Eastcheap trennen. Der sittliche Bankerott Falstaffs muß unS vor Augen geführt werdeu, damit wir die Nothwendigkeit jenes kurz und kalt abbrecheude» Wortes empfinden» mit dem Prinz Heinrich von seinem Zechgeuofseu Abschied nimmt: „Falstaff, gute Nacht" und die herbe Abfertigung Falstaffs in der letzten Scene dcS Stücks ohne Bedauern vernehmen. ES muß dem Zuschauer deutlich werden, daß in dem Staate drS neuen Königs Heinrich kein Platz für Leute wir Falstaff ist; zu dieser Erkenntmß kann der Zuschauer aber nur daun gelangen. wenn ihm die Charakterentwickelung Heinrichs und Falstaffs ohne wesentliche Lücken vorgesührt wird, und daS ist bei einer Zusammenziehung beider Theile, die naturgemäß vorwiegend dir erste Abtheilung berücksichtigt und von der zweiten Abtheilung der Historie nur Bruchstücke bringt, einfach nicht möglich. Dir Unmöglichkeit, »Heinrich- IV." beide Theile an eine« der Karawanenstraßen große Opfer bringen. Der Minister dürfte diese Bemerkung im Hinblick auf die Aeuße rungen einiger Blätter gemacht haben, welche die Bevölkerung durch die Aussicht auf neue schwere Opfer, die für die Erhaltung der italienischen Besitzungen angeblich erforderlich sein würden, aufgeregt hatten. Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge ist jedoch keine Befürchtung dazu vorhanden, daß große Summen nothwendig sein werden. Der hier eingetroffene bisherige Vertreter Italiens in Harrar, Nerazzini, bestätigt, daß Menrlik keine feindselige Absicht gegen die Italiener hat. Frankreich. Paris, 8. April. Ihre Majestät die Königin von England gedenkt, wie aus Grosse gemeldet wird, ihren dortigen Aufenthalt bis zum 20. April zu verlängern. Die Verlängerung ihres Aufenthalts erfolgt wohl mit Rücksicht darauf, daß die Kur in Graffe schon bis jetzt von der günstigsten Wirkung auf das Befinden der hohen Frau gewesen ist. — Der „Temps" meldet, Prinz Napoleon habe testamentarisch angeordnet, sein Leichnam möge, falls die französische Regierung es gestattet, im Jnvalidendom beigesetzt werden. Im anderen Falle wünscht er im Golf von Ajaccio, auf den Felsen der Jles SanguinaireS, beerdigt zu werden. Die Papiere politischen Inhalts seien dem Prinzen Louis zu übergeben, der, falls die Freunde des Verstorbenen. Maffon und Philis, beabsichtigten, die Memoiren deS Prinzen Napoleon zu schreiben, dieselben möglichst unterstützen solle. Der „Temps" versichert, daß Prinz Viktor. im - Testament als Abtrünniger erklärt und vollständig enterbt worden sei. — Der Plan, Paris zu einem Seehafen zu machen, ist seiner Verwirklichung einen Schritt näher gerückt. In den letzten Tagen hat nämlich der Studienausschuß für das Projekt seinen Bericht erstattet. Der zwischen Paris und Rouen zu grabende Schifffahrtskanal würde 182 Kilometer lang und 6,20 Meter tief sein. Ein Hafen für Seeschiffe würde zwischen St. Denis und Clichy, fünf kleinere würden zu Andelys, Vernon, Mantes, Poissy, Achöres und Argenteuil angelegt werdeu. Die Baugesellschaft schätzt die Kosten auf 150 Mllioneu, beansprucht weder Zinsbürgschaften noch Zuschuß, aber die Konzession des Kanals auf 99 Jahre. Sie würde eine Abgabe von 3 Fr. auf die Tonne erheben, wenn Seeschiffe nach Paris kommen, und die Hälfte für die Rückfahrt. Für die Zwischenstationen würde ein Kilometer-Tarif zu Grunde gelegt werden. Außerdem fordert die Gesellschaft 25 Cent. Pilotengebühren für die Tonne und die Hafengebühren. Der Bericht des Studienausschusses stammt vom Senator und ehemaligen Vorsitzenden der hiesigen Handelskammer, Poirier. Derselbe bespricht und widerlegt zunächst die gegen das Kanal- Projekt erhobenen Einwände, spricht sich zu Gunsten desselben aus und räth, man solle eS für ein gemeinnütziges Unternehmen erklären. Der Staat lade dadurch keinerlei Verbindlichkeit auf sich und könne immer noch, wenn der Plan bis zur Verwirklichung gediehen sei, Bedingungen stellen und Aenderungen anbringen. Das Studienkomite macht aber folgende Vorbehalte an dem vorliegenden Projekt: 1. Die Bauten müssen derart ausgeführt werden, daß sie weder den Verkehr der Westbahn noch die freie Verbindung beider Seine-Ufer stören; 2. die vom Kanal nicht benutzten Theile der Seine müssen in ihrer jetzigen Tiefe von 3 Meter 20 Centimeter erhalten werden; 3. darf während der Bauzeit der Schiffsverkehr auf der Seine nicht beeinträchtigt werden; 4. schließt sich das Komitö den Anschauungen des Pariser Gemeinderaths, daß die Kosten für etwaige durch den Kanalbau nöthig werdende Abänderungen an dem städtischen Schleusenbauplane der Kanalgesellschaft zur Last fallen sollen, an; 5. soll der Staat sich das Rech: wahren, schon vor Ablauf ihrer Giltigkcirsdauer die Kanalkonzession zurückkaufen zu können. Die Verantwortung für die Richtigkeit der von der Gesellschaft angegebenen Baukosten lehnt der Ausschuß vorsichtiger Weise ab. Abend zur Aufführung zu bringen, ohne daS dichterische Werk auf daS schwerste zn schädigen, ist denn auch zu jeder Zeit und von allen maßgebenden Stimmen zugegeben worden; nur darüber haben die Meinungen geschwankt, ob diese schwere Schädigung des Werkes durch den Vortheil ausgewogen werden kann, den die Vereinigung deS AuSgangS- und des Schlußpunktes der Historie an einem und demselben Abend darbietet. Auch mit der neuesten Bearbeitung, der von August Förster herrübrenden, ist das Problem einer annehmbaren Zusammenziehung beider Abtheilungen der Historie nicht gelöst worden. Das läßt sich aus den Urtheilen der maßgebenden Berliner Kritiker beweisen. Zabel sagt über die Bearbeitung in der „Nationalzeitung"» diese Bearbeitung sei „dir beste, die wir besitzen. Sie steht hoch über ähnlichen Versuchen, die Ende deS vorigen Jahrhunderts Schröder in Hamburg und Mitte diesesJahrhundertSLaube im Wiener Burgtheater machten." Aber auch er gesteht zu» „daß eS ohne Gewaltsamkeiten dabei nicht abgeht. ES ist vieles in der Entwicklung der Handlung so aneinander gepreßt worden, daß die Motivirung darunter leider. Die köstlichen Gefährten Sir JohnS, die Shakspeare in der Charakteristik so fein auseinander zu halten weiß, verschwinden zrr einer kompakten Masse von Schelmen und Tagedieben." Wie Paul Lindau und Karl Frenzel über die Förster'sche Bearbeitung bei deren erster Aufführung im »Deutschen Theater" urtheilten, haben wir schon in einem Berichte über die hiesige Darstellung deS erste» TheilS von „Heinrich IV." l,Karl»r. Zeitung" Nr. vom 27. Februar 1890) mitgetheilt. Auch ihre llrtheile find keineswegs geeignet, die ernsten Bedenken gegen einr Zusammruziehung beider Abtheilungen zu beseitigen. WaS aber den von den Bearbeitern „Heinrichs IV." immer wieder in erster Linie betonter» Gesichtspunkt betrifft, »ein Ganzes zu erhalten", so scheint unS derselbe iw Hinblick auf andere Shakspearesche Historien nicht ausschlaggebend genug» um die gegen eine Verschmelzung beider Abtheilungen sprechenden Gründe außer Kraft zu setzen. Auf die Möglichkeit, ein in sich abgeschlossene- Ganze zu biete», müssen wir auch bei anderen Shakspearrschrn Historien von vornherein drrzichten. Man denke nur, um da- allen Theaterbesuchern am Bulgarien. Sofia, 8. April. Der Kawasse der russischen Agentur Sochorakow, welcher die Drohbriefe an den Prinzen und die Prinzessin Clementine und an den Minister Grekow geschrieben hatte, ist bekanntlich über die Grenze gebracht worden. Gutem Vernehmen nach ist seine Aus' Weisung aus Bulgarien auf Veranlassung der russischen Regierung erfolgt, ehe die bulgarische Regierung seine Entfernung beantragen konnte. GroHhrrzogthum Baden. Karlsruhe, den 9. April. Heute früh gegen 8 Uhr ist Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin nach Lahr abgereist, um daselbst eine Ausstellung von Frauenhandarbeiten zu besichtigen und einer Prüfung anzuwohnen. Ihre Königliche Hoheit gedenkt heute Abend 7 Uhr hier wieder einzutreffen. Um 10 Uhr nahm Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Vortrag des Finanzministers vr. Ellstätter entgegen. Von 12 Uhr an meldeten sich die nachverzeichneten Offiziere: Oberstlieutenant a. D. Schmid, früher beim Dragoner-Regiment Prinz Albrecht von Preußen (Lithauisches) Nr. I, Major von Bredow vom Rheinischen Ulanen-Regiment Nr. 7, kommandirt als Adjutant beim General - Kommando des 16. Armeecorps, Hauptmann Eberlein vom 2. Badischen Feld - Artillerie - Regiment Nr. 30, Premierlieutenant von Dehn - Rothfelser vom Infanterie-Regiment von Wittich (3. Hessisches) Nr. 83. Adjutant der 55. Infanterie-Brigade, Premierlieutenant Gen6 II. vom Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommer'sches) Nr. 2, kommandirt zur Unteroffizierschule Ettlingen, Premierlieutenant Köhn von JaSki vom Grenadier-Regiment Prinz Karl von Preußen (2. BrandenburgischeS) Nr. 12, kommandirt zur Nnteroffizierschule Ettlingen. Premierlieutenant Severin vom 2. Badischen Feld - Artillerie - Regiment Nr. 30, Secondelieutenant Thiele vom 1. Hanseatischen Infanterie-Regiment Nr. 75 und Secondelieutenant von Fischer vom 2. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 88, die letzten zwei kommandirt zttr Unteroffizierschule Ettlingen, sowie Secondelieutenant Holtzhey vom 2. Badischen Feld- Artillerie-Regiment Nr. 30. Darnach ertheilte Seine Königliche Hoheit dem Militäroberpfarrer a. D. GraShof eine Privataudienz. Nachmittags empfing Seine Königliche Hoheit-der Großherzog den Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenraths, Geheimerath von Stoesser, zur Vortragserstattung und hörte dann die Vorträge des Majors Freiherrn von Lüdinghausen genannt Wolfs und des Legationsraths vr. Freiherrn von Babo. T (Mit dem neuen Setpostdienst) zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, der neulich in der „Karlsr. Ztg." geschildert wurde, ist nunmehr begonnen worden, und zwar ist die erste Seevost auf der Linie Bremen— New-Aork mit dem Dampfer „Havel" am 31. März von Bremerhaven. und die erste Seepost auf der Linie Hamburg—New-V»rk mit dem Dampfer „Columbia" am 3. April von Cuxhaven ab- gegangen. < Baden» 7. April. (KreiSoersammlung.) Bei Anwesenheit von 33 Kreisabgeordueten fand gestern im großen Rathhaussaale hier die Kreisversammlung statt. Derselbe» wohnte» an: als Vertreter der Großh. Regierung Herr LandeS- kvmmissär Ministerialrath Bechert und der KreiShauptmaon Herr Oberamtmann Reinhard, die Herren Amtsvorständr der Amtsbezirke Achern und Rastatt, die Herren Oberamtmänner Straub und Beck (der Amtsvorstand des Amtsbezirks Bühl, Herr Oberamtmann v. Rotteck. war am Erscheinen verhindert), der Vorstand der Großh. Wasser- und Straßenbauinsprktion Achern, Herr Großh. Bezirksingenieur Wieser, und Herr Ingenieur Wiese von der Inspektion Achern, Sektion Rastatt. Als Vorsitzender fungirte Herr Oberbürgermeister Gönner. Die Tagesordnung wurde im Sinne der Vorschläge des KrriS- auSschuffes erledigt. Nur für dir Hebung der Rindvirhzucht wurden anstatt der vorgeschlagenen 3000 M. 3300 M. in den Varauschlag eingestellt. Die KreiSumlage wurde auf 37 Pf. pro 1000 M. Steuerkapital festgesetzt. Neben der Debatte über die Rindviehzucht nahm die über die Erleichterung der Ber- sichernngsnahme gegen Hagelschaden den breitesten Raum rin. Hierfür wurde ein Betrag von 1000 M. eingestellt. Lahr, 8. April. (Luther-Festspiel.) Die beiden letzten Luther-Festspielausführungen waren ganz vorzüglich de- nächsten liegende Beispiel herauSzugreifen, an „Richard 111". Von den Shakspeareschen KönigSdramen ist „Richard HI " daS auf den deutschen Bühnen zumeist gegebene, und doch liegen die Keime für dir Charakterentwicklung Richards in „Heinrich VI.", der» wenn er nicht gerade im Schlepptau eines CycluS der Histo» rien-Anfführungen mitschwimmt, niemals aufgeführt wird. Ja. um zu „Heinrich IV." zurückzukehren» so würde doch selbst die beste Zusammenzirhung beider Abtdeilungrn niemals als ein „Ganzes" wirklich gelten können, weil, wie schon im Eingang dieses Artikels gesagt wurde, daS volle Verständniß diese- Werkes nur durch „Richard 11." dem Zuschauer erschlaffen wird. Also» «aS dir virlberufrue „Einheitlichkeit" deS Stückes als Ziel und Preis einer Bearbeitung des gesammten „Heinrich IV." für einen einzigen Theaterabend betrifft» so ist rS auch damit, wie der Berliner sich diplomatisch auSzudrücke» pflegt, „so eine Sache". Nach so vielen» niemals recht gelungenen Versuchen. auS zwei Stücken eins zu machen, dürfte» wo iS geschehen kann, eine Ausführung der beiden Abtbeilungen „Heinrichs IV." an zwei verschiedenen Theaterabenden den Vorzug verdienen. ES ist dann möglich» dem Original so weit zu folgen, wie rS der Unterschied ,wischen der Shakspeare schen Bühne und dem madrrnrn Theater nur eben »»läßt, und der Zuschauer bekommt einen vollen Ein' blick in die Charaktereotwicklung der vom Dichter geschilderten Figuren» von den Hauptgestalten bis zu den im buntbewegtea Hintergrund des Dramas stehenden Figuren hinab. DaS erscheint um so wüuschrnSwertber, als gerade in „Heinrich IV." der Dichter eine Sorgfältigkeit und Feinheit in der Motivirong der Hauptpersonen, eine Mannigfaltigkeit und Fülle der charakte- rifirrudtu Mittel in Bezug aus die übrigen Gestalten zeigt, dir u«S Shaksprare als den Meister der Menschendarstelluug i« glänzendsten Lichte »eigen. sucht, und zwar namentlich aus den Landgemeinden. Heute Nachmittag von */r3 bis 5 Uhr findet die erste Vorstellung für auswärtige Schüler statt, zu welcher Anmeldungen für etwa 600 Plätze eingegangcn sind, und zwar aus den Gemeinden Allmannsweier, Dinglingen, Langenwinkel, Mietersheim, Kippenheim, Kippcnheimweiler, Sulz und Friesenheim. Für nächsten Samstag ist die zweite Vorstellung für auswärtige Schüler bestimmt, ebenfalls in der Zeit von '/,3 bis 5 Uhr; zu dieser Vorstellung wird eine Anzahl Plätze für Personen, denen der Besuch der Abendvorstellungen unmöglich ist, reservirt. Jedenfalls wird man die im Programm vorgesehenen, mit nächstem Sonntag abschließenden Vorstellungen noch um einige vermehren müssen. da die Nachfrage nach Eintrittskarten immer größere Dimensionen annimmt. Das allgemeine Unheil über die Aufführung ist ein außerordentlich günstiges. So schreibt uns eine kompetente Persönlichkeit: „Wer die Aufführung des Festspiels in Heidelberg, Köln und Straßburg gesehen hat» gelangt zu dem Urtheil, daß hier in vielen Stücken etwas Vollendeteres geboten wird." Ueber- einstimmend hören wir vdn Besuchern der vorzüglichen Karlsruher Aufführung. daß die Lahrrr derselben in jeder Beziehung ebenbürtig fei. Die Lahrer Vorstellung zeichnet sich außerdem durch musterhafte Fürsorge für die Zuschauer aus, da nur Plätze verkauft werden, von welchen man die Bühne ganz übersehen kann, und diese sämmtlich nummerirt sind. Verschiedenes. * Berlin, 8. April. (Für die nothleidenden Haud. werker Schlesiens) hat sich in Berlin mannigfach lebhafte Tbeilnahme gezeigt. In wirksamer Weise hat namentlich zu ihren Gunsten ein Bazar eingegriffen, der seit einigen Tagen im Kultusministerium unter dem Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin im Gange war und der heute geschloffen worden ist. Als Verkäuferinnen fungirten Damen der Aristokratie» die Gräfinnen v. Mirbach, Schwanenfrld. MontS, Hobrnthal, Reichen- bach u. A.» die in ihren Funktionen von jungen Damen der Hofgesellschaft unterstützt wurden. Auch ihre Majestät dir Kaiserin hat den Bazar besucht und reiche Einkäufe gemacht. * Stuttgart, 8. April. (Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Stuttgart.) Das Preisgericht über die Entwürfe für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal hat seine Arbeiten beendet. Als Verfertiger des ersten Entwurfs ergab sich bei Eröffnung der versiegelten Couvcrte Bildhauer Th. Bausch und Architekt Skjöld Neckelmann in Stuttgart, der zweite Entwurf ist von Max Klein in Berlin und der dritte von Professor Adolf von Donndorf in Stuttgart. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 9. April. Bei der Fortsetzung der Berathung über die Novelle zur Gewerbeordnung beschäftigte der Reichstag sich heute zunächst mit Z 125 der Vorlage. Der Paragraph lautet nach dem Kommissionsbeschluß zweiter Lesung: „Hat ein Geselle oder Gehilfe rechtswidrig die Arbeit verlassen, so kann der Arbeitgeber als Entschädigung für den Tag des Vertragsbruchs und jeden folgenden Tag der vertragsmäßigen oder gesetzlichen Arbeitszeit, höchstens aber für eine Woche, den Betrag des ortsüblichen Taglohns (K 8 des Krankenversicherungsgesetzes vom 15. Juni 1883), fordern. Diese Forderung ist an den Nachweis eines Schadens nicht gebunden. Durch ihre Geltendmachung wird der Anspruch auf Erfüllung des Vertrags und auf weiteren Schadensersatz ausgeschloffen. Dasselbe Recht steht dem Gesellen oder Gehilfen gegen den Arbeitgeber zu, wenn er von diesem vor rechtmäßiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses entlassen worden ist. Ein Arbeitgeber, welcher einen Gesellen oder Gehilfen verleitet, vor rechtsmäßiger Beendigung des Arbeitsver- hältnisseS die Arbeit zu verlassen, ist dem früheren Arbeitgeber für den entstandenen Schaden oder den nach Absatz 1 an die Stelle des Schadensersatzes tretenden Betrag als Selbstschuldner mitverhaftet. In gleicher Weise Haftel ein Arbeitgeber, welcher einen Gesellen oder Gehilfen annimmt, von dem er weiß, daß derselbe einem anderen Arbeitgeber zur Arbeit noch verpflichtet ist. Den Gesellen und Gehilfen stehen im Sinne des vorstehenden Absatzes die im § 119 d. bezeichnten Personen gleich." Abg. Singer begründete einen Antrag auf Streichung des Artikels, Abg. v. Puttkamer sprach für die Vorlage. Der preußische Handelsminister Frhr. v. Berlepsch erklärte, die in letzter Zeit hervorgetretene Zunahme der Neigung der^Arbeiter zum Kontraktbruch und die dadurch verursachte Schädigung des öffentliche» Wohles habe die Regierungen vornehmlich zu der Aufnahme der getroffenen Bestimmungen in der Vorlage bewogen. Berlin, 9. April. In parlamentarischen Kreisen verlautet mit Bestimmtheit, der Reichstag werde abermals nicht geschlossen, sondern bis zum Herbste vertagt werden (was die Möglichkeit gewähren würde, die Verhandlungen über unerledigt bleibende Vorlagen im Herbste ohne Zeitverlust fortzusetzen). Berlin, 9. April. Der „Reichsanzeiger" erklärt die in einer Berliner Korrespondenz der „Hamburger Nachrichten" aufgestellte Behauptung, zwischen dem Reichskanzler v. Caprivi und dem verstorbenen Abgeordneten Windthorst hätten Verhandlungen oder Besprechungen hinsichtlich des Welfenfouds stattgefunden, als lediglich aus der Luft gegriffen. Berlin, 9. April. Unter den zur Iateruativualeu Kunstausstellung in Berlin bereits jetzt eingetroffenen Gemälden befinden sich auch solche des Pariser Malers Bouguereau. (Die französische Kunst wird sich also nicht, wie die Herren Döroulöde und Genossen gewünscht habe«, von der Berliner Ausstellung gänzlich fern halten. Bou- guereau wird übrigens schwerlich der einzige französische Künstler bleiben, der den Chauvinisten unter seinen Landsleuten zum Trotz in Berlin ausstellt. Adolphe William Bouguereau, ged. 1825 in La Rochelle, ist Mitglied der Kunstakademie.) Bern, 9. April. Die Anklagekammer des Bundesgerichts verwies Castioni und 21 andere an dem Tesfiuer Aufstsud betheiligte Personen wegen Insurrektion vor die eidgenössischen Geschworenen. Wien, 9. April. Nach einem feierlichen Hochamt i« der Stephanskirche hielt der Reichsrath seine erste Sitzung ab. vr. Smolka übernahm als Alterspräsident de» Vorsitz und leitete die EdeSleistung der Abgeordnetey. Grossherzogliches Hosttzrater. Freitag, 10. April. 52. Ab.-Vorfi.: „Die Geschwister". Schauspiel in 1 Akt von Goethe. — „Der Tartiiff", Lnfispiel in 5 Akten von Mollöre. Frer übersetzt von Ludwig Fulda. Anfang (',7 Uhr. Geburten. 6. April. Martha Amalie Josefa Sofie Marie, 3.: Wild. Hellenbroich, Kaufmann. — Gleichen Elisabeth Johanna, V.: Karl Gärtner, Gipsermeifier. — 7. April. Ludwi« Johannes, B.: Wilh. LichtenfelS, Kaufmann. Eheschließungen.^ April. Robert Haußer von Pfedel- bach» Bierführer hier, mit Rosine Dierolf von Sindringen. — Georg Groke von Rosalin, Schlosser hier. mit Anna Seifried von Bühl. — Gottlieh Hanßmann von Ochsenbach» Bäcker hier, mit Magdalena Schmidt von Grötzinge». — Benjamin Jäger von Helmsheiw, Bäcker hier, mit Friederike Nagel von Deutsch- neureuth. Todesfälle. 8. April. Luise, Witwe von Michael Geher, Spanner, 71 I.— Oskar, 4 M. 19 T., V.: Heinrich Schwaiba», Agent. - Rosa. 10 M. 20 T., B.: Peter Fuchs. Privat- diener. MMerullssbeobachtmtsen brr Mott-rot. Station Karlsruhr. »arom.! Therm. A«»l. Relative Wild. ! i April. , — j «» o. Himmel. 8 Nachts SU ' 748.4 j- 6.1 5.5 78 SW klar 9. Mrgs. 7 ll. -) 749.3 1.4 4.5 89 NE dunki» 9 «i»q, 2 U. ! 749.5 -r 10.0 ') Reif. ! ! 48 52 ! I " wolkig Wafserftaud deS Rhein», gestiegen 22 e«. Maxau» S. Avril. MrgS. . 4.92 » Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Wetterkarte vom 9. April, Morgens 8 Uhr. Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 9. April 1891. StaatSpapiere. Dresdener Bank 149.70 S'/,D. Reichs»»!. W.30 Länderbaak 191»/« 4»/° D. ReichSanl.106.25 «atznaktte». 4»/« Prmtz. «oa,. 106 55 Schwz. Nord-sth. 148.70 4°/« Baden in fl. 101.6oj8ombardea 104.— S M . LudwigSb. 115.80 iotthark 158.30 Wechsel «ed S»«e». hsela.Amstd.16S.4S >on 30.35 SOLI , „ .. 175.35 NapolronSd'or 16L1 "lrivatdiSkouto 2'/« ad. Zuckerfabrik 84.50 99.20 75.80 9380 98.- 76.40 92.70 91.40 264'/. 4»/« . inM. 103.95 Oesterr. Goldrente 97 50 , Silberr. 80 80 4'/, Ungar. Goldr. 9220 1880r Russe» 11. Orientanleihe Italiener campt. Egyptrr Spanier Zoll-Türke» 5"/o Serben Baake». Kreditaktien W4-/, DiSk.-Kowmandit205 50 BaSler Baukver. 160.40 DarmstädterBauk 151.30 HandrlSgefellsch. 149 — Deutsche Bank 156.30 «er»». Oest. Krrditakt. „ StaatSbahu Lombarde« DiSk^Kommaad. Marieuburgrr Dortmunder Laurahütte Tendenz: —. Wechs RackbSrs». «reditaktten 284»/« Diskonto Kom. 205.30 StaatSbahu 217.— Lombarde» 104'/, Tendenz: still. Wie». lax — Kreditaktien Marknotru All Ungarn 209Ä,St°°M°ha 72.20 ' 69.20 »,, R-I» -».«UZ? Türken 300.70 57.07 105 20 247.60 95.05 78V. 19.07 nie» — Ueherstcht der Wittornng. Dir Luftdruckvertheilung hat sich seit dem Vortage nicht wesentlich geändert. Ein den ganzen Norden Europas umfassendes baromrtrischrs Maximum, dessen Kern de« Nordosten bedeckt , lugt enum über der südlichen Hälfte Mitteleuropas lagernden Gebiet niedrige» Drucke» gegenüber. Ein Tbeilminimum rk noch über der Provinz Sachsen za erkennen. Dieser Druckvertheilung entsprechend ist da» Wetter auf dem Kontinent vorwiegend trüb oder onbeständlg, vielfach regnerisch bei nördliche» bis östlichen Winden andauernd kühl; eine wesentliche Aenderung dieses WitterungScharakterS wird Voraussicht!» «orgen noch nicht eintreten. und ch auch Kubische Utti>emßlhrr«llgs Anstalt z« Karlsruhe. Zwölfte ordentliche Generalversammlung. Unter Bezugnahme auf 8 20 des Statuts werden die nack 8 22 stimm- berechtiaten Mitglieder der Badischen Pferdeverstcherungs-Anstalt auf Samstag den S. Mai 1891, Bormittags 11 Mir, zur zwölften ordentlichen Generalversammlung» welche im großen Saale der „Bier Jahreszeiten ' dahier stattfindet, eingeladen. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das Jahr 1890. 2. Entlastung des Verwaltungsrakhes und der Direktion auf Grund des Berichts über die von dem Verwaltungsrath vorgenommene Prüfung der Bilanz und Jahresrechnung. 3. Beschlußfassung über Erweiterung des Versicherungszwecks (8 2e. des Statuts): Versicherung landwirtbschaftl. Hausthiere gegen Verluste, welche bei solchen auf dem Transporte bin und zurück oder während der Dauer von landw. Ausstellungen entstehen, betr. Karlsruhe, den 3l. März 1891. K.928.1. _ Der Verwaltungsrath. MhmaschmeiiBnk vormls Gkitzurr ä Cie. Uctien-Kesesssckaft. Die Actionäre der Nähmaschincnfabrik vormals Gritzner L Cie. Actien- Gesellschaft werden hiermit zur 8.211. fünften ordentlichen Generalversammlung ringeladen, welche Freitag de« 8. Mai 1891, Vormittags 11'-- Uhr, zu Vrrrl»«!» in den Geschäftsräumen der Gesellschaft stattknden wird. Tagesordnung. 1. Bericht der Direktion über das Geschäftsjahr 1890. 2. Bericht des Auisichlsrathcs, Antrag bezüglich Veriheilung des Gewinnes gemäß § 31 der Statuten, sowie auf Genehmigung des Rechnungsabschlusses und auf Decharge der Direktion und des Aufsichtsraths. 3. Antrag auf Erhöhung des Gesellschafts-Capitals um Mark 350,000 Nominal. 4. Neuwahl zum Aussichtsrath. Gemäß 8 27 der Statuten bezeichnet der Aufsichtsrath als diejenigen Stelle», bei welchen die Actien behufs Theilnahme an der Generalversammlung, und zwar spätestens am 5. Mai 18SL zu devoniren.sind: in Durlach: die Gesellschaftskaffe; in Karlsruhe die Bankhäuser: V«;it 4 . I in Frankfurt a. M. uud Mannheim: die Deutsche Un.onbank. Durlach, den 6. April 1891. Der Auffichtsralh der Whmaschinenfabrik vorm. Gritzner L Lie. Äctien-Grsellschast Aeäieo-Neekanirseties In8titut Loüenstrnsss 15. Larl8ruti6 LoLsnsti-nsss 15. Anstalt kür (^ailckkr'sodk unä niLnuells ) OrilioxtLdls nnä 1^9,883,^6. l-sitonäer : Vi». ^ Ikii I> ^uknadms ^eüorrsit. Krospelrts rur Verkuxunx. Mstoro L.usstuukt äuroti äas Institut. I« I ! rc> LLo4> 4), O. 441n,.i. Ve«. Jppinge» mit Bachzimmern, Amtsgerichtsbezirk Donaueschingeu. Oeffenttiche Aufforderung zur Erneuerung der Einträge von Vorzugs- und Unterpfandsrechten. Diejenigen Personen, zu deren Gunsten Einträge von Vorzugs- und Unter- vfandsrechten länger als 30 Jahre in den Grund-oder Unterpfandsbüchern der Gem. Jppinge« mit Bachzimmern, Amtsgerichtsbezirk Donaueschingeu, eingeschriehen sind, werden hiemit auf Grund des Gesetzes vom 5. Juni 1860, die Bereinigung der Unterpfandsbücher betr., und des Gesetzes vom 28. Januar 1874, die Mahnungen bei diesen Bereinigungen betr., aufgefordert, die Erneuerung derselben bei dem unterfertigten Gewähr- und Pfandgericht unter Beobachtung der in 8 20 der Vollzugsverordnung vom 31. Januar 1874 vorgeschriebenen Formen nachzusuchen, falls sie noch Ansprüche auf das Fortbestehen dieser Einträge zu haben glauben, und zwar bei Vermeidung des Rechtsnachtheiles, daß die innerhalb sechs Monaten nach dieser Mahnung nicht erneuerten Einträge werden gestrichen werden. Dabei wird bekannt gemacht, daß ein Verzeichniß der in den Büchern genannter Gemeinde seit mehr als dreißig Jahren eingeschriebenen Einträge in dem Gemeindehause zur Einsicht offen liegt. 8.209. Jppingen: den 4. April 1891. Das Gewähr- und Pfandgericht. Der Bercinigungskommifsär: Mink, Bürgermeister.Ralhschreiber Beusch. G.880.2. Die nachweislich mit gemalten und seit mehreren Jahren in der hiesigen Kunsthalle befindlichen Bilder: Hühncrhof von C- Jutz, Portrait von Professor H. Crola, haben sich vorzüglich gehalten und ihre alte Frische u. Klarheit bewahrt. Düffeldorf, im Oktober 1890. Die Verwaltung der Kuusthalle. I. A. H. C. Hempel. 8 . Leliminclce u. Lo., vüssellloet, Fabrik von Künstler-Heb u Aquarellfarben, sowie Mai'-Menstlien. Niederlage bei: T). Karlsruhe, Kaiserstraße 158. Broschüre gratis, zeichneten Gegenstände, sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Samstag den 9. Mai 1891, Vormittags 10 Uhr, vor das Gr. Amtsgericht Karlsruhe, Akademiestr. Nr. 2, I. Stock, Zimmer Nr. 1, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts > an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt» von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen , dem Konkursverwalter bis zum ! 2. Mai 1891 Anzeige zu machen. Karlsruhe, den 8. April 1891. Wirth» Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. , L.222. Nr. 11,505. Karlsruhe. Ueber das Vermögen des zur Zeit an ! unbekanntenOrten abwesenden Schloffer- meisters Eduard 8 efevre von Karls- ! ruhe wurde heute am 8. April 1891, Svitalstrahe 21. zahlt die besten Preise für getragene Kleider. Stiefel, Ueberzieher, Betten, Möbel, Weißzeug, Gold und Silber, altes Metall rc. rc. rc. K.718 8. Bürgerliche Rechtspflege. Konkursverfahren. 8.221. Nr. 11.737. Karlsruhe. Ueber das Vermögen des Thaddäus Kuhn, Kaufmanns hier, Kaiserstraße Nr. 54, wurde heute am 8. April 1891, Nachmittags 6 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. RechtsanwaltArmbrusterhier wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 2. Mai 1891 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines andern Verwalters» sowie über die Bestellung eines Gläubiger- ausschuffes und eintrctenden Falls über hie in K 120 der Konkursordnung be- Nachmitlags 6 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Herr Rechtsanwalt Ur. Bielefeld dahier wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 2. Mai 1891 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie üder die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintrctenden Falls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prü fung der angcmeldeten Forderungen auf Samstag dem 9. Mai 1891, Vormittags 11 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Karlsruhe, Akademiestr. 2,1- Stock, Zimmer Nr. 1, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegcben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zuleisten, auch die Verpflichtung auf- erlegk, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 2. Mai 1891 Anzeige zu machen. Karlsruhe, den 8. April 1891. Wirth, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Vermögensabsondernng. 8.185. Nr. 2067. Offenburg. Die Ehefrau des Mainrad Schaufler, Viktoria Theresia, geb- Höll von Kappel, Amts Bühl, wurde durch Urtheil der Civilkammer 1 dahier unterm Heutigen , für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von > dem ihres Ehemannes abzusondcrn. j Dies wird zur Kenntniß der Gläu- ! biger gebracht. ! Offenburg, den 31. März 1891. ! Die Gerichtsschreiberei ' des Großh. bad. 8andgerichts. j Seifert. , Oeffentliche Aufforderung. ! 8.197. Hilf in gen. Der an uube- ! kanntem Orte abwesende Fidel Scher- zrnger, Handelsmann von Bräunlingen, ist an dem Nachlasse seiner ! Mutter, Karl Scherzinger Witwe, Eli- ^ sabeth, geb. Zirlewagen von Bräun- ! lingen» gesetzlich miterbberechtigt und wird hiermit ausgefordert, ! binnen sechs Wochen ! zum Zwecke seines Beizugs zu der Ber- ! lassenschaftsverhandlung Nachricht von >sich an den Unterzeichneten Notar ge- ! langen zu lassen. Hüfingen, den 4. April 1891. Der Großh. Notar: Burckhardt. 8.207. Ofsenburg. Josef Sauer, 32 Jahre alt, von Urloffen, zur Zeit in Amerika abwesend, ist zu dem Nachlasse seines am 14. März 1891 verstorbenen Vaters, Peter Sauer, Kubier von Urloffen, als Erbe berufen. Derselbe wird, da sein Aufenthaltsort unbekannt ist, aukgefordert, binnen 6 Wochen Nachricht von sich an den Unterzeichneten Theilungsbeamten behufs Beizugs zu den Theilungsverhandlungen gelangen zu lassen. Ofsenburg, den 4. April 1891. Großh. Notar Sommer. Haudelsrrgistereintriige. 8.159. Nr. 2827. Schönau. Zn Ordn.Z. 58 des Gesellschaftsregisters wurde heute eingetragen: Firma S. L C. Tbo m a, Bürstenfabrikationsgeschäft in Todtnau. Gesellschafter sind die ledigen Kaufleute Siegfried Thoma und Carl Thoma 111. in Todtnau. Schönau, den 31. März 1891. Großh. bad. Amtsgericht. Schopf. Strafrechtspflege. Lad ij »gen. 8.217.1. Nr. 8144. Freiburg. 1. Pankraz Fritsch von Zell, 2. Karl Koch II. von Weil, 3. Friedrich Roth von Zähringen, 4. WilhelmRombachvonSt.Petcr, 5. Mathias Steiger von Schönbronn, 6. Otto Maier von Freiburg, 7. Rudolf Otto H offmann von Freiburg, 8. Heinrich Staudt von Nußloch, 9. Balthasar Stolzer von Griesheim. 10. ErnstEnderlinvon Welmlingen, 11. Adolf Morath von Wettenberg, 12. Franz Josef 8iebhrrr von St. Georgen, 13. Karl Albert Faßnacht von Bies- felden, 14. Emil Krumm von Mengen, alle zuletzt hier wohnhaft, werden beschuldigt, zu Nr. 1-4,9 und 10 als beurlaubte Reservisten, zu Nr. 5-8, 11—13 als Wehrleute der 8andwehr, zu Nr. 14 als Ersatzreservist I. Kl., ausgewandert zu sein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben, ! Ucbertretung gegen 8 360 Nr. 3! des Strafgesetzbuchs. ! Dieselben werden auf Anordnung des > Großh. Amtsgerichts hierselbst aus ! Dienstag,den 26. Mai 1891, Vormittags 8 Uhr, ^ vor das Großh. Schöffengericht zu! Frerburg zur Hauptverhandlung geladen. I Bei uncntschuldigtem Ausbleiben wer- - ! den dieselben auf Grund der nach § 472 i ! der Strafprozeßordnung von dem Kgl. ! ! Bezirkskommando zu Freiburg ausge- i ! stellten Erklärungen verurtheilt werden.! > Freiburg, den 25. Mürz 1891- ! Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Wagner. - 8.225.1. Nr.3751. Donaueschingeu.! Friedrich Städele, geboren am 8. > November 1864 zu Hüfingen, zu- ! letzt in Allmendshofen, ^ Hermann Hauger, geboren am 27. ^ November 1862 zu Mundelfingen,! zuletzt daselbst, j werden beschuldigt, als Ersatzreservisten> erster Klasse ausgewandert zu sein» ohne! von der b vorstehenden Auswanderung! der Militärbehörde Anzeige erstattet zu' haben, — Ucbertretung des 8 360 Rr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Freitag den 5. Juni 1891, Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht To- naueschingen zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem Kgl. Bezirkskommando Stockach ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Donaueschingeu, 6. April 1891. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Gäßler. K.986.3. Mosbach. Der am 16. Februar 1867 in Mosbach geborene, zuletzt daselbst wohnhafte, ledige, evang. Schreiner und Reservist Georg Heinrich Reuter, z. Zt. an unbekannten Orten, wird beschuldigt, als beurlaubter Reservist ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein, — Ucbertretung gegen Z 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Derselbe wird aus Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf ; Mittwoch den 20. Mai 1891, ! Vormittags 9 Uhr, ! vor das Großh. Schöffengericht Mos-! bach zur Hauptverhandlung geladen. ! ! Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird ! derselbe auf Grund der nach 8 472 der! i Strafprozeßordnung von dem Königl.! l Landwehrbczirks-Kommando zu Mos-! i bach ausgestellten Erklärung verurtheilt' werden. Mosbach, den 24 März 1891. Pfeusfcr, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. 8.226. Karlsruhe. Karl Frühbeck in Pforzheim und seine Ehefrau, Katharina, geb. Manz, haben um die Erlaubniß nachgesucht, den Familiennamen der am 31. August 1883 zu Pforzheim geborenen Pauline Manz in „Frühbe ck" umändern zu dürfen. Etwaige Einsprachen gegen die Be- ^ willigung dieses Gesuchs sind binnen drei Wochen dabier einzureichcn. Karlsruhe, den 7. April 1891. Ministerium der Justiz, des Kultus und Unterrichts. Nokk. _I. Hildenb rand . 8.210. J.Nr. 6881. StratztmrgT" Neichseisenbahuen in Elsaß- Lothringen. Verkauf abgängiger Oberbanmaterialien, und zwar ungefähr: 110 000 m Stahl- und Eiscnschienen in ' 36 8oosen, 6 300 m eiserne Schwellen, 3300 Ku alter Stahl, 80 Stück Herzstücke, 27 OM lcz Drehscheibentheile, 480 OM üz Schweißeisen, 150 OM Kg Gußeisen, 6 OM üg Eisenblech, Zink-und Weißblech, 200 üz Messing, 7M üZ Träger mit Brückenschienen, 40 OM verschiedene Weichentheile, 2 OM Stück brauchbare Unterlags- Platten, 8 OM 8ascheu, mittags 4L Uhr» in dem Verwaltungsgebäude der Kaiserlichen General» dircktion hier statt. Zuschlagsfrtst vier Wochen. Die Äerkaufsbedingungen liegen in den Stationsburcaus zu Mülhausen, Straßburg, Metz und Luxemburg zur Einsicht auf und können von Unterzeichneter Stelle. Zimmer Nr. 36, gegen kostenfreie Einsendung von SU Psg. bezogen werden. Straßburg, den 1. April 1891. _ Mat erialien-Bureau. 8-228. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit Wirkung vom 1. Mai 1891 gelangt ein neues Reglement nm Tarif für die Beförderung von Expreygütsru zwischen badischen und württembergi- schen Stationen zur Ausgabe, wodurch das gleichnamige Reglement und der Tarif vom 1. September 1886 aufgehoben werden. In den Tarif, welcher ermäßigte Taxen für die Württemberg. Strecken enthält, sind fast sämmtliche badische und eine große Anzahl württeknbergi- scher Statronen einbezogen. Nähere Auskunft ertheile» die diesseitigen Stationen, durch deren Vermittlung Exemplare des Reglements mir Tarif zum Preis von 40 Pfg. bezogen werden können. Karlsruhe, den 7. April 18S1.' Generaldirektiou. 8.218. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit Giltigkeit vom 1. April l. Js. ist zum deutschen Eisenbahngütertarif, Theil 1, der II- Nachtrag eingeführr worden. Derselbe enthält Äcnderungen sowie Ergänzungen der Anlage l' zu 8 48 des Betriebsreglements und Ergänzungen und Berichtigungen des I Nachtrages und ist durch unsere Gütcr- stationen unentgeltlich zu beziehen. Karlsruhe, den 7. April 1891. Generaldirektion. NerpachtMsuonKohlenlsgerplArrn M Haft« M Fkspoldshase«. 8 204. Nr. 1366. Gr. Rheinbau- Jnspektion Mannheim verpachtet drei Kohtenlagerplätze im Hasen zu Leopoldshafen im Maßgehalt von beil. je 10 Ar einzeln oder zusammen auf die Dauer von mindestens fünf Jahren in öffentlicher Submission. Die Pachtbedingungen und der Plan der Plätze liegen auf unserem Geschäftszimmer, sowie bei Hafenaufseher Schiffmacher in 8eopo!dsbafen auf, welcher näbere Auskunft ertbeilt. — Schriftliche Angebote sind verschlossen uud mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 20. April i». I., Bormittags S Uhr. auf unserem Geschäftszimmer dahier (41. 7 Nr. 24) einzurcichen. 8 230. Emmendingen. Bekanntmachung. Zur Fortführung der Vermessungswerke und der 8agerbücher nachfolgender Gemarkungen ist im Einverständniß mit den Gemeinderätben der bstheilig- ten Gemeinden Tagfahrt jeweils auf dem Rathhause der detreff. Gemeinde anberaumt, und zwar für die Gemarkungen: Riegel, Donnerstag den 23. ds. Mts., Vormittags S Uhr; Niedcrhaufcn, Montag den 27. d. M., Vormittags 9 Uhr; Wyhl, Mittwoch den 29. d. M-, Vormittags 9 Uhr; Herbolzheim, Samstag, 2. Mai l. I., Vormittags 9 Uhr; Endingen, Mittwoch den 6. Mai 'l. I., Vormittags 9 Uhr. Die Grund eigenthümer werden hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß das Verzeichniß der seit Verletzten Fortführung eingetretenen, dem Gemeinderath bekannt gewordenen Veränderungen im Grundeigenthum während 8 Tagen vor dem Fortsührungs- termin zur Einsicht der Betheiligten auf dem Rathhause aufliegt: etwaige Einwendungen gegen die in dem Verzeichnt vorgemerkten Veränderungen in dem Grundeigenthum u. deren Beurkundung im Lagerbuck sind dem Fortführungsbeamten in der Tagfabrt vorzutragen. Die Grundeigentümer werden gleichzeitig aufgefordert, die seit der letzten Fortführung in ihrem Grundeigentum eingetretenen, aus dem Grundbuche nicht ersichtlichen Veränderungen dem Fortführungsbeamten in der bezeichneten Tagfahrt anzumelden. Ueber die in der Form der Grundstücke eingetretenen Veränderungen sind die vorgeschriebenen Handriffc und Meßurkunden vor der Tagfabrt bei dem Gemeinderath oder in der Tagfahrt bei dem Fortfübrüngs- beamten abzugeben, widrigenfalls dieselben auf Kosten der Betheiligteu von Amtswegen beschafft werden müßten. Emmendingen, 3. April 1891. Der Fortsührungsbeamte: I. Fuhrman n, Bezirksgcometer. 8 227. Die Gerichtsvollzieherftelle beim Amtsgericht Breisach ist zu besetzen. Bewerbungen von Gerichtsvollziehern sind binnen 8 Tagen durch Vermittelung des Vorgesetzten Amtsgerichts bei dem Justizministerium einzureichen. Truck snd Berlag der G. Braun'scke» f»«>tl>uck»drncker-i. (Mit einer Beilage.)