Karlsruher Mim. Sonntag, 28. April. M N6 Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. SO Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briesträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. EinrückungSgebühr: die gefpaltene Petitheile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. Der Abdruck unserer Originalartikel und Berichte ist nur mit Quellenangabe — „Karlsr. Ztg." — gestattet. L8S8 Für die Monate Mat «nd Juni werden Be- ! ftellungen auf die „Karlsruher Zeitung" in »er Expedition dss. BlltS. sowie von allen Post- anstaiteu angenommen. Amtlicher Theil. ! Sei»e Königliche Hoheit der »rotzherzog haben Eich unter dem 19. April d. I. gnädigst bewogen ge- j .fanden, dem Vorstand der Wasser- und Straßenbau- ^ Lnspektion Konstanz, Baurath Jakob Schmitt, das Ritter- ! kreuz 1. Klasse mit Eichenlaub Höchstihres Ordens vom! Zähringer Löwen zu »erleihen. j Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter dem 22. April d. I. gnädigst geruht, den Vorstand der Wasser- und Straßenbauinspektion Konstanz, Baurath Jakob Schmitt, auf sein unterthänigstes An- s suchen wegen leidender Gesundheit unter Anerkennung ' seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen. j Seine Königliche Hoheit der «rotzhergog haben Sich unter dem 3. April d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Faktor Stephan Eberle, technischen Leiter der Macklot'schen Buchdruckerei in Karlsruhe, die kleine goldene Verdienstmedaille zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Erotzherzo« haben unter'm 22. April d. I. gnädigst geruht, den Expeditor Hermann Kramer bei der Amortisationskasse zum Sanzlei- rath zu ernennen. Nicht-Amtlicher Theil. * » Französisch-schweizerische Beziehungen. Die Beziehungen zwischen Frankreich und der Schweiz sind seit geraumerAZeit nicht so, wie sie den Wünschen der französischen Industriellen zusagen könnten. Sehnlich wie in Ansehung Italiens hat sich Frankreich auch der Schweiz gegenüber in Etablirung eines zoll- und handelspolitischen Kampfsystems gefallen, welches den darauf gesetzten Erwartungen freilich auch nicht annähernd entsprach. Anstatt durch die französischen Kampfesmaßregeln mürbe gemacht zu werden, hat die Schweiz sich von den Bezugsquellen der Nachbarrepublik mit Erfolg emanzipirt, hat den Franzosen mit gleicher Münze heimgezahlt, eine ganze Anzahl von Industriezweigen im eigenen Lande emporblühen sehen und befindet sich gegenwärtig in Verhältnissen, die, wenn sie auch nicht alle Interessenten befriedigen mögen, zumal nicht die in nächster Grenznachbarschaft Frankreichs befindlichen, doch im großen und ganzen sich erträglich genug anlassen, um e- der Schweiz zu ermöglichen, in aller Gemüths- ruhe abzuwarten, was Frankreich thun werde. Diese günstige Position zu gewinnen, ist der Schweiz wesentlich dadurch erleichtert worden, daß sie ihre Beziehungen zu Mitteleuropa durch Handelsverträge geregelt hat und an den Vertragsstaaten einen durchaus hinreichenden Ersatz für den Schaden findet, den sie sonst durch die wirthschaftliche Offensive Frankreichs unfehlbar erlitten haben würde. Die Werthschätzung der Beziehungen, welche die Schweiz mit den centralen Mächten verbinden, hat denn auch mit der Erkenntniß ihrer Vortheile gleichen Schritt gehalten, zum nicht geringen Mißfallen der Pariser Chauvinisten, welche darauf gerechnet hatten, das franzosenfreundliche Element in der Schweiz werde stark genug sein, um die Berner Central- regierung zu nöthigen, daß sie den ersten entgegenkommenden Schritt zur Normalisirung der schweizerischfranzösischen Beziehungen thue. Auch hierin hat die thatsächliche Entwickelung der Dinge den Politikern an der Seine Unrecht gegeben, so daß ihnen jetzt nichts übrig bleibt, als der Schweiz entgegen zu kommen. Wie der französische Handelsminister einer Versammlung von Textilindustriellen mittheilte, beschäftigt sich die Regierung der Republik zur Zeit allen Ernstes mit der Frage, auf einen besseren wirthschaftlichen und auch politischen Fuß mit der Schweiz zu kommen. Das wird allerdings, wie die Dinge liegen, nicht ohne Opfer zu erreichen sein, von denen es noch keineswegs feststeht, ob man sie in Frankreich wird bringen wollen. Der Schweiz muß zwar an der Herstellung möglichst guter Beziehungen zu dem mächtigen Grenznachbar gelegen sein, aber ob sie den in Paris gehegten Wünschen wird entsprechen können, darf bezweifelt werden. Jedenfalls wird sie mit den einheimischen Interessenten stark zu rechnen haben, auf deren Kosten eventuell der handelspolitische Friedensschluß mit Frankreich sich würde vollziehen müssen. Deutsches Reich. * Karlsruhe, 27. April. Nach viertägigen, lang- andauerndeu Verhandlungen hat heute der Badische LandwirthschaftSrath seine vierte Tagung geschloffen. Eine stattliche Anzahl wichtiger Anträge ist im Laufe der mehrtägigen Debatten in einer die Landwirthschaft fördernden Weise berathen worden und es ist zu hoffen, daß auch die Arbeiten der diesjährigen Tagung der bäuerlichen Bevölkerung bleibenden Nutzen bringen werden. Zwischen den an den Berathungen theilnehmenden Vertretern der Großh. Regierung und den Mitgliedern des Landwirthschaftsraths hat sich in allen Fragen, deren Lösung für unsere Landwirthschaft von praktischem Werthe ist, eine erfreuliche Uebereinstimmung der Anschauungen ergeben und es konnte der Herr Präsident des Ministeriums des Innern, der den Verhandlungen von Beginn bis zum Schluß der Tagung anwohnte, der vollsten Anerkennung Ausdruck geben, welche den Arbeiten der Körperschaft seitens der Großh. Regierung auch jetzt wieder gezollt wird. Da die Mandatsdauer der Mitglieder des Landwirthschaftsraths in diesem Jahre abläuft, so möge auch an dieser Stelle der nutzbringenden Wirksamkeit der vor vier Jahren neu in's Leben getretenen Körperschaft dankbar gedacht sein. Die ausscheidenden Mitglieder haben ein tüchtiges Stück Arbeit zum Wohle der heimath- lichen Landwirthschaft geleistet. Berit«, 26 April. Seine Majestät der Kaiser übersandte dem Staatssekretär v. Stephan telegraphisch seine Glückwünsche. Der gegenwärtig sich auf Reisen befindliche Jubilar bat mehrere Hundert Glückwunschtelegramme aus dem In- und AuSlande und zahlreiche kostbare Blumenspendeu erhalten. — 51000 Exemplare der sozialistischen Fekzeitung zum 1. Mai sind in der Druckerei des .Vorwärts" konfiszirt worden. — Der .Nordd. Allg. Ztg." zufolge ging heute dem Bundesratbe der Gesetzentwurf, betr. die Feststellung deS NachtragSctatS zum ReichShaushaltSetat, zu. — Der Oberprästdent v. Achenbach hat heute Mittag de« Oberbürgermeister Zelle telegraphisch angewiesen, den gestrigen Beschluß derStadtverordneten- Versammlung, betr. die Absendung einer Petition gegen die Umsturzvorlage, zu beanstanden. Der Oberbürgermeister übermittelte daS Telegramm sofort der Stadtverordnetenversammlung und sprach dir Beanstandung deS Beschlusses aus. Der Stadtversrdnetenvorsteher vr. Langerhans ist vom Oberpräsidenten telegraphisch angewiesen worden, bei 300 M- Geldstrafe, die Absendung der von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Eingabe gegen die Umsturzvorlage an den Reichstag zu unterlassen. Die Absendung war indessen bereits gestern Abend erfolgt. Lübeck» 26. April. Einem heute gefaßten Beschlüsse der Ge- schästSleitung zufolge wird die große Deutschnordische Handcls- und Industrieausstellung trotz der erforderlich gewordenen bedeu tenden Erweiterung der Ausstellungsbauten bereits am 21. Juni statt am 27. Juni eröffnet werden. Danzig, 27. April. Der nächste VerbandStag der deutschen Berufsgenossenschaften findet hier am 14. Juni statt; den wichtigsten Punkt der Tagesordnung wird die Stellungnahme des Berufsgenoffenschaftstages zu den Beschlüssen bilden, welche eine aus elf Berufsgenossenschasten bestehende Kommission nach Prüfung des Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung der Un- fallversicherungSgesetze, in wiederholter Lesung gefaßt bat. Ferner sollen die Erfahrungen, welche die Berussgcuoffenschaften mit der Uebernahme des HeilSverfahrenS gemäß der 8§ 76 b. und e. des Krankenversicherungsgesetzes gemacht haben, einer abermaligen Besprechung unterzogen werden. DrrSdr«» 26. April. Der Nationalliberalr Deutsche Reichs- Verein hat sich gegen di-Umsturzvorlage in ihrer gegenwärtigen Gestalt erklärt. Jena, 26. April. Die Generalversammlung der Aktionäre der Saale-Eisenbahn beschloß mit 1729 Stimmen (3 499 700 M. Kapital) gegen 18 Stimmen eines Aktionärs (56 400 M. Kapital) die Annahme des Angebotes der preußischen Staatsregierung betreffend den käuflichen Erwerb der Saale-Bahn. Ferner wurde beschlossen, daß von der Perfektion deS Vertrages an jeder Stamm- und StammprioritätSaklie eine Stimme gewährt werde und die Bestimmungen deS Vertrages vom gleichen Zeitpunkte die Geltung statutarischer Festsetzungen erhalten. Darmftadt, 27. April. Die vom Nationalliberalen Verein veranstaltete Versammlung sprach di- Erwartung der Ablehnung der Umsturzvorlage in der jetzigen Fassung auS. Stuttgart, 26. April. Die diesige Sozialdemokratie hat gegen den Stuttgarter Liederkran, einen auf a 1 le geZ schäftlichenBeziehungen ausgedehnten Boykott eröffnet. Schon vor einigen Jahren batte sie an die Gesellschaft das Ansinnen gestellt, ihr die Säle der Liederball- zur Abhaltung von Parteiversammlungen zu überlassen. Auf den ablehnenden Bescheid hatte dann die Sozialdemokratie ihren Anhängern den Besuch der Liederhalle untersagt. Für ihre über Ostern abge- halten- Landesversammlung machte die Sozialdemokratie abermals den Versuch, einen Saal der Liederhalle zu bekommen, wurde aber vom Ausschuß wiederum abgewiefen. Daraufhin wurde nun die Ausdehnung des Boykotts von der Sozialdemo kratie in's Auge gefaßt. In einer gestern Abend kattgefundenen Versammlung kam die Sache zur Entscheidung. Es wurde, dem .Staatsanzeiger" zufolge, beschlossen, den Boykott gegen die Liederhalle aufrecht zu erhalten und dadurch zu verschärfen, daß (Mit einer Beilage.) er auch auf die Brauereien, die etwa in dieLiedee- balle Bier liefern, auf sämmtliche Wirtschafte» und Flaschenbiergcschäfte. welche von einer solchen Brauerei Bier beziehen, ausgedehnt wird. Ferner soll eine Mitgliederliste der Liederkranz - Gesellschaft bekannt gegeben werden, damit sämmtliche Geschäftsleute, die dem Liederkranz angehöreo, weil sie nicht gegen den Beschluß ihres Ausschusses protestirt haben, ebenfalls geboykottet werden. Am 1. Mai sollen die Beschlüsse in einer Arbeiterversammluug den Gegenstand weiterer Erörterungen bilden Wir in der Versammlung mitgetheilt wurde, hat die Bierbrauerei Dinkelacker, die bis jetzt der Bierlieferant der Liederhalle war, brieflich an- gezeigt» daß sie an die Lrederhalle kein Bier mehr liefern werde» so lange die Angelegenheit nicht ausgetragen sei. So viel ma« hört» baben auch alle anderen großen Brauereiea in Stuttgart und Umgebung eS abgelehnt, in die Liederhalle Bier zu liefern, und die Liederkran,-Gesellschaft sah sich genöthigt» mit einer auswärtigen Brauerei in Unterhandlungen zu treten. Aus der württembergischen Abgeorduetenkammer. Stuttgart, 27. April. Die Kammer der Abge- ordneten hielt gestern eine fünfstündige allgemeine Be- rathung zum Etat. Das Defizit, das durch die Vor- schlüge der Regierung im Nachtragsetat schon auf 1.6 Millionen herabgemindert ist. gedenkt die Finanzkommis, sion durch Abstriche (etwa 200009 M.) und Erhöhung der Einnahmesätze vollends auf etwa 400 000 M. herabzudrücken. Finanzminister vr. v. Riecke legte abermals eine Lanze für die Reichsfinanzreform und eine höhere Besteuerung der Tabaks ein, an welchen beiden Forderungen die württembergische Re- gierung immerdar festhalten werde. Die von der Regierung zu Gunsten der Ermäßigung des Defizits vorgeschlagene Sonvertirung der alten 4prozentigen (und 3'/,prozentigen) Guldenanlehen wurde von Fr. Hauß- mann (BolkSpartei) benützt, eine Konvertirung aller 4prozentigen Staatspapiere zu befürworten, der Finanz- minister erklärte aber, daß die Regierung nicht weiter zu gehen beabsichtige und an eine allgemeine Konversion nicht einmal gedacht habe. Im übrigen mag die An- kündigung eines Antrags der Bolkspartci erwähnt sein, die Regierung möge im Bundesrath gegen die Umsturzvorlage stimmen, und ein vom Centrum in Aussicht ge- stellt« Antrag hinsichtlich »er drohenden Wiedereinfüh- rung der preußischen Staffeltarife. Das Hauptinteresse nahm aber der durch den Vice- Präsidenten vr. Kiene eingeleitete Vorstoß des Cen- trums in ver Ordens frage in Auspruch. Der Redner knüpfte an an das Entgegenkommen, das die Regierung in der Adreßbebatte gegen verschiedene Bolkswünsche gezeigt habe, und forderte die Zulassung von Männerorden als das einfache verfassungsmäßige Recht der Katholiken, da« auch in den Motiven zum Gesetz von 1862 anerkannt sei, während die Regierung ihr auf diesem Gesetz begründetes Einwilligungsrecht thatsächlich in ein Verbot der Orden umgestaltet habe. Ministerpräsident Freiherr v. Mittnacht begnügte sich unter Hinweis auf die augenblickliche Abwesenheit des Kultministers mit der Erklärung, daß die Regierung auf eine kirchenpolitische Debatte in diesem Zeitpunkt nicht vorbereitet sein konnte, daß sie aber beim Kultetat jederzeit bereit sei. Rede und Antwort zu stehen. Auch die Redner aus dem Hause vermieden es, in eine eingehende Erörterung der Frage einzutreten, sondern begnügten sich mit kurzen Erklärun- gen, daß man es begrüße, wenn die Sache demnächst ausführlich zur Sprache käme (Prälat v. Sandberger), daß man gerecht und unparteiisch prüfen werde, daß die Gesetzgebung aber nicht dazu da sei. Einer Konfession zu dienen (v. Geß, D. P.) und daß der Ansturm des CentrumS gegen das Gesetz von 1862 in diesem Hause keine Mehrheit finden werde (Fr. Haußmann, Demokr.). Das Centrum kündigte schließlich einen besonderen Antrag in der Sache an. Arbeiterwohmmgeu. HH Berlin, 26. April. Mit dem dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangenen Gesetzentwurf über die Bewilligung von Staatsmitteln zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Arbeiter wird ein weiterer Schritt auf einem Gebiete gethan, das anderweitig auch bereits bebaut ist. Als die Arbeiterwohnungsfrage in der Mitte der achtziger Jahre bevorzugter Gegenstand der öffentlichen Erörterung zu werden begann, hat man sich ihre Entwickelung aller- dings vielfach anders gedacht. Man glaubte, daß sich das Reich zu dem Erlaß eines Wohnungsgesetzes verstehen würde, in welchem nicht bloß ein Minimum der Anforderungen, welche an den Bau der Gebäude und die Größe und Lage der Wohnräume gestellt werden müßten, sondern auch eine dauernde Kontrole über die Benutzung der einzelnen Räume zu den bei der Einholung der Bauerlaubniß angegebenen Zwecken festgesetzt würden. Jedoch au« einer solchen Thätigkeit des Reiches ist, ob- wohl rS sich einzelne Abgeordnete von Zeit zu Zeit an. gelegen sein ließen, im Reichstage auf diesen Gegenstand zurückzukommen, nichts geworden. Dafür hat aber die Reichsverwaltung nach einer anderen Richtung hin Ab- Hilfe für einige auf dem WohnungSgebiete vorhandene MißstLnde getroffen. Nachdem eine große Reihe von privaten Arbeitgebern mit der Einrichtung von Arbeiter- Wohnungen vorangegangen war, hat die Marineverwaltung in den verschiedensten Etat- größere Summen zum Bau von Arbeiterwohnungen, zur Anlegung von Arbeiterkolonien und so weiter gefordert und auch de- willigt erhalten. Soweit also das Reich als Arbeitgeber thätig ist, hat es sich die Besserung der Wohnungs- Verhältnisse auch praktisch angelegen sein lassen. Eine indirekte Förderung erfuhr das Arbeiterwohnungswesen von Reichswegen dadurch, daß im Invalid itätS-und Allersversicherungsgesetz eine Bestimmung getroffen wurde, wonach die Versicherungsanstalten einen Theil ihre- Vermögens auch in Grundstücken anlegen können. ES sind bereit- Millionen zur Erbauung von Arbeiterwohnungen aus den Fonds der Versicherungsanstalten hergegeben. Mit dem neuen, dem preußischen Abgrord- netenhause zugegangenen Entwürfe wird nunmehr eine direkte Förderung auf diesem Gebiete durch Staatsmittel angestrebt. Es kann nicht verkannt werden, daß in der Sozialpolitik die Wohnungsfrage eine der ersten Stellen einnimmt. Wenn hier also durch Staatsmittel, die ihre Berzinsung erfahren, Abhilfe geschaffen werden kann, so ist ein solches Vorgehen nur mit Freude zu begrüßen, umsomehr als dadurch auch die Arbeitsgelegenheit im Baugewerbe gebessert wird. Wenn in den preußischen Ent Wurf die gering besoldeten Staatsbeamten mit einbrzogen find, so kann auch das nur gebilligt werden, weil die Wohnungsmiethe für die Beamten der untern -Kategorien in sehr vielen Städten ein Viertel bis ein Drittel ihrer Einnahmen erfordert und deßhalb ihnen die gleiche Hilfe wie den Arbeitern gewährt werden muß parlamentarisches. Berti» , 28. Avril. Ja der Justizkommissio« deS Reichstages tür die Novelle »um GertchtSverfaffungS- -esetz und der Strafpro zrffordnuug erklärte Staatssekretär Nieberdiug, die Regierungen legen der Fertigstellung der Vorlage daS allergrößte Gewicht bei. Sie könnten aus eine ReichstagSvertagung vor Beendigung der KommissiouSbera- thungeo nicht eiugehen. Die Vorlage müsse im Zusammenhänge erledigt werden; einzelne Gegenstände abgesondert zu behandeln sei unzulässig. Die Kommission in Permanenz tage« zn lasse» gehe auch nicht an. Die Kommission solle die Möglichkeit einer Vertagung bis zum Herbst nicht zur Grundlage weiterer Beschlüsse machen. Die Kommission könne die Berathnngen rascher als bisher fördern: eventuell könne der Reichstag bei Beginn der nächsten Session dieselben Mitglieder in die Kommission berufen. Diese neue Kommission könne dann die biS dahin gefaßten Beschlüsse einfach eo dtoo annehmen. Die Kommission beschloß künftig an vier Tagen der Woche Sitzungen zu halten, und vertagte sodann die Weiterberolhnog. Grotzherzogthum Baden. !, ' Karlsruhe, den 27. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hörte heute Vormittag von '/zlO Uhr an den Bortrag des Staatsraths vr. Buchenberger. Um '/zll Uhr begab Sich Höchstderselbe zum Hauptbahnhof, woselbst die Ankunft Seiner Majestät des Kaisers, sowie Seiner Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs um 10 Uhr 30 Min. erfolgte. Seine Königliche Hoheit gab dem Kaiser das Geleite zum Großh. Schloß, wo Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Allerhöchstdenselben begrüßte und in Seine Wohnung geleitete. Seine Majestät empfing verschiedene Personen, darunter den Professor vr. Bernays, welchem die Ehre zu theil wurde, dem Kaiser den ersten Band seines neuesten Werkes über neuere Literaturgeschichte zu überreichen. Danach nahm Seine Majestät verschiedene militärische Mel düngen entgegen,unter andern diejenige des kommandirenden Generals des 13. (Königl. Württemb.) Armeecorps, General der Infanterie v. Lindequist. Um 11 Uhr 32 Min. trafen aus Straßburg Seine Durchlaucht der Fürst zu Hohenlohe, Kaiserlicher Statthalter in Elsaß-Lothringen und Ihre Großherzogliche Hoheit die Fürstin, Höchstseine Gemahlin, sowie Seine Durchlaucht der Erbprinz zu Hohenlohe ein; ferner aus Freiburg Seine Königliche Hoheit der Prinz Albert von Sachsen, Sohn des Prinzen Georg von Sachsen, welcher in Freiburg zur Zeit Vorlesungen an der Universität hört. Der Flügeladju- lant Oberstlieutenant Freiherr von Schönau empfing die hohen Herrschaften am Bahnhof und geleitete sie zum Großherzoglichen Schloß, wo die Großherzoglichen Herrschaften Höchstdieselben empfingen. Danach nahm Seine Königliche Hoheit der Großherzog die folgenden militärischen Meldungen entgegen: des Generals der Infanterie von Lindequist. kommandirenden Generals des 13. (Königlich Württembergischen) Armeecorps, bisher Kommandeurs der 26. (1. Königlich Württembergischen) Division, de- Generallieutenants von Winning von der Armee, bisher Kommandeurs der 26. Infanterie-Brigade, des Generalmajors von Kleist, Kommandeurs der 65. In- fanterie-Brigade, deS Oberst von Uslar, ä la suite des Badischen Dragoner-Regiments und beauftragt mit der Führung der 13. Kavallerie-Brigade, bisher Kommandeurs diese- Regiments, des Oberstlieutenant» von Oppen, Kommandeurs des 2. Badischen Feld-Artillerie-RegimentS Nr. 30, bisher etat-mäßigen Stabsoffiziers im Groß- herzoglich Hessischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 und de» HauptmannS von Rantzau, Batteriechefs im Holsteinischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 24. Um 1 Uhr fand Frühstückstafel im Gartensaal des Großherzoglichen Schlosses statt, an welcher Theil nahmen außer den schon genannten Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften: Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz und Ihre Kaiserliche Hoheit die Prinzessin Wilhelm, Ihre Großherzogliche Hoheit die Erbprinzessin von Anhalt. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Karl und Höchstseine Gemahlin die Frau Gräfin Rhena; ferner: der Königlich Preußische Gesandte, Wirklicher Geheimerath von Eisendecher und Gemahlin, der kommandirende General des 14. Armeecorps, General der Infanterie von Schlichting, der General der Infanterie von Lindequist, Staatsminister vr. Nokk, Minister von Brauer. Für die Gefolge fand gleichzeitig Marschallstafel statt. Die Musik des Leib-Grenadier-RegimentS spielte während der fürstlichen Tafel. Nachher vereinigte man sich in der unteren Galerie, woselbst der Generalmusikdirektor Mottl vor Seiner Majestät dem Kaiser einige Stücke auf dem Klavier vortrug und seine Gemahlin mehrere Lieder sang. Um 4 Uhr 10 Min. verließen Seine Majestät, von den Großherzoglichen und Erbgroßherzoglichen Herrschaften zur Bahn geleitet, wieder die Residenz. 4 Uhr 20 Min. reiste Seine Königliche Hoheit der Prinz Albert von Sachsen wieder nach Freiburg ab, während die Fürstlich Hohenlohe'schen Herrschaften Sich gleichzeitig nach Straßburg zurückbegaben. Ihre Königlichen Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin gedenken heute Abend '/,9 Uhr nach Freiburg zurückzu- kehren. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hörte Abends noch den Vortrag des Legationsraths Vr. Freiherrn von Babo. _ § (Warnung.) Eine unter der Leitung von A. Tanqueretz siebende Porträt-Künstlergenoffenfchaft in Paris vstegt» wie schon mitgetbeilt, in der letzten Zeit nach Deutschland Zirkulare zu versenden. in welcher sie sich erbietet, von Photographien vergrößerte Kreidezeichnungen» die einen Werth von 100 bis 500 Franc- darstellten, vollständig unentgeltlich anzufertigen. Geht ein gutgläubiger Liebhaber auf diese- Anerbieten ein und sendet eine Photographie ein, so erhält er ein Zirkular» in dem eS heißt, daß die Einrahmung der Zeichnung schon deS Transportes wegen unumgänglich nöthig sei, und daß die Zeichnung erst nach Einsendung des für den Rahmen geforderten Preise- übersandt werden könne. Dieser Preis schwankt zwischen 28 und 45 Francs, le nach der Beschaffenheit des RahmeuS. Wird der Geldbetrag emgesandt, so liefert Tanquerey zwar eine eingerahmte Zeichnung, deren Werth aber dahingestellt bleiben mag. ES kan» deßhalb vor diesem Unternehmen nur gewarnt werden. (Großh. Hoftheater in Karlsruhe.) Wegen Un Wohlseins von Fräulein Engelhardt und Herrn Höcker mußte der Spielvlan de» Schauspiel- in nächster Woche mehrfach unliebsame Aenderungen erfahren und die Aufführung van Pailleron's Lustspiel »Die Welt, in der man sich langweilt" bis auf weitere« verschoben werden. Statt dessen wird am Donnerstag den 2. Mai »Blau", »DaS Versprechen hinter'« Herd" und .Ein Früblingstraum", am Freitag den 3. Mai das Lustspiel »Zwei glückliche Taqe" gegeben werden. I» der Over gelangt am Sonntag den 28. April »Margarethe" zur Ausführung, mit Herrn v. Bandrowßtv aus Frankfurt a. M. in der Partie des Faust. Diese Vorstellung findet i m Abonnement statt und zwar für die ungerade Tour, obschon die Vorstellung am vorangegangenen Sonntag den 21. April ebenfalls dieser Tour zuge- falle« war. Diese Anordnung wurde deshalb getroffen, weil die beiden vorangegangenen Aboanements-SonntagS-Vorstellungen, am 31. Mär» und 14. April, für die gerade Tour gegeben wurden. Außerdem bringt die Over in dieser Woche am Dienstag den SV. April »Donna Diana", am Sonntag den 5. Mai »Fidelis". Als nächste Neuheit auf musikalischem Gebiere befindet sich Ferdinand Langer's romantische Oper „Der Pfeifer von Haardt" in Vorbereitung- * (Herr Generalmusikdirektor Felix Mottl) hat, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, vor kurzem von Seiten der Münchener Hoftheaterintendanz für sich und feine Gemahlin einen glänzenden Antrag, dort an erster Stelle zu wirken, erbalten, jedoch bestimmt abgelehnt, da er hier zu bleiben gedenke. Diese Nachricht dürfte alle Theaterfreunde mit freudiger Genugtbuurig erfüllen. x (Bürgerausschuß.) Die Tagesordnung für die heutige Versammlung des Bürgerausschusses enthält als einzigen Gegenstand den Ankauf des Grundstückes Scheffelstraße Nr. 37 behufs Errichtung eines Gebäudes für eine Volksküche, eine Kinderkrippe und eine Kleinkinderschule. Das Grundstück umsaßt 1722 gm und soll zum Preis von 20 M. für lgw, im ganzen zum Preis von 34 440M. erworben werden. Oberbürgermeister Schnetzler begründet die Vorlage des Stadtraths und führt aus, daß die hiesige Stadtgemeinde bei Schaffung von Wohlthätigkeitsanstalten der in Frage kommenden Art in besonders günstiger Lage sei, weil sie nur die Baulichkeiten zu stellen brauche, während die ganze Last und Sorge der Verwaltung von dem Badischen Frauenvcrein gerne übernommen werde. Redner hält sich für verpflichtet, dem Frauen- verein hierfür namens der Stadt Dank auszusprcchcn und theilt mit, daß das neu zu bauende Haus nach Ansicht des Stadtraths in der gleichen Weise wie das Luisenhaus hinsichtlich der Verwaltung der darin unterzubringenden Anstalten behandelt werden solle Stadtv. Schwindt empfiehlt namens des Stadtverordneten- Vorstandes die Annahme deS stadträthlicken Antrags, betont die Nützlichkeit der geplanten Anstalten und spricht sich über die Lage des gewählten Bauplatzes aus, die er, da ein centraler gelegener Platz nicht zu erhalten gewesen, billiat. Stadtv. Schneider empfiehlt gleichfalls den Antrag deS Stadtraths, spricht in warmen Worten seine Anerkennung für das gemeinnützige Wirken dcS Badischen FrauenvereiuS auS, und zweifelt nicht daran, daß der Bürgerausschuß gerne seine Zustimmung geben werde, wenn vom Stadtrath die Bewilligung der erforderlichen Bausumme beantragt wird. Stadtv. Kalnbach begrüßt die Vorlage deS Stabtraths und will der Gemeindeverwaltung seine Anerkennung für daS, waS sie auf dem Gebiete der öffentlichen Wohlthätigkeit leiste, nicht versagen. Er wünscht, daß mit der Volksküche auch eine Wärwestube verbunden werde und begründet die Notwendigkeit einer solchen. Stadtv. Reiß begrüßt die Erstellung von WohlfabrtSeinrichtungen wie Volksküchen, Kinderkrippe» und Kiuderschuleu und macht darauf aufmerksam, daß die Stadt auch nach Osten hin sich bedeutend auSdehue und der Stadtrath gut daran tue, sich auch im Oste» rechtzeitig eines geeignete» Geländes zu versichern, um daselbst. wenn daS Bedürfnis ein- tritt, eine Volksküche u. s. w. einrichteo zu können. Auch dieser Redner widmet dem Frauenvereiu für dessen gemeinnützige Tbä- tigkeit Worte der Anerkennung. Oberbürgermeister Schnetzler sagt zu, die beachtenswerte Anregung deS Herrn Stadtv. Reiß im Stadtrat zur Beratung zu bringen und ibeilt m»t, daß daS Hochbauamt beauftragt sei, in dem zu fertigenden Bauplan auch eine Wärmrstube, wie sie von Herrn Stadtv. Kalnbach gewünscht wurde, vorzusehen. Hierauf wird die Beratung geschloffen und der Antrag des StadtrathS einstimmig angenommen. Med. (Mittheilungen aus der StadtrathSsitzung) vom 26. April. Die verstorbene Lehrerin Fräulein Margareta Doxie hat dem städtischen Armenpsründnerhaus zur Verwendung für Krankenpflege die Summe von 660 M. letztwillig vermacht. Die dankenswerte Schenkung wird angenommen. — Der Stadtrat beschließt, der vom Gewerbeoerein in's Leben gerufenen Vereinigung zur Erzielung rauchfreier Kesselfeuerung beizutreten. — Nachdem der Temeindevoranschlag die Genehmigung des Bürger- auSschuffes erhalten bat, werden folgende Beiträge und Zuschüsse zur Auszahlung angewiesen: an das Mustkkonservatorium 3000 M-, an die Mllsikblldungsanstalt 2060 M., an die Freiwillige Feuerwehr hier zur Bestreitung der Koken für die persönliche Ausrüstung 1800 M-, an die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil Mühlburg »nr Bestreitung der sachlichen Ausgaben 200 M., an die Anstalt für Arbeitsnachweis 1600 M.. an die Malerinnen- schule 1000 M-, s» den Lebrerwitwen- und WaisenunterstützungS- verein »Fürsorge" 1600 M., an die Frauenarbeitsschule des Badischen FrauenvereiuS 600 M., an den Verein Badischer Lehrerinnen 500 M., an den Verein zur Unterhaltung eines Wöchnerinnen- Asvls 500 M.» an die Volksbibliothek 560 M., für den Botanischen Garten der Technischen Hochschule 500 M„ an den Reiter- Verein 500 M., an den Arbeitet,ldungsverein zu Unterrichtszwecken 400 M., an dir Sektion Karlsruhe deS Bad- Schwarzwald» vrrrins 400 M. und Beitrag zum Thurmbau auf dem Mabldrrg 300 M., an den Gewerdeverein zur Prämiirung von LehrlingS- arbeiten 200 M., an den Bad. Frauenverein zur Abhaltung von Abendkochkursen für Arbeiterfrauen 200 M., an Leo Altertumsverein 100 M, an den SonntagSverein 100 M.» an den Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke 40 M. — Herr Präsident vr. v. Grimm hat dem städtischen Archiv, das er schon wiederholt durch wertvolle Gaben bereicherte, eine Sammlung interessanter Druckschristen zum Geschenk gemacht. Der Stadlratb spricht hierfür Dank auS. — Vom Begina deS Erscheinens des 1896r Adreßbuchs ab soll das HauS der Frau M. Zipperer Wwe., Waldboru- straße Nr. 28, die Bezeichnung »Kaifrrstraße Nr-69a." und dos HauS des Herrn Direktors Rudolf Brecht, Waldhornstr. Nr. 26»., die Nummer 28 erhalten. — Zur Prüfling der in der Bürger" ausschußsitzurig vom 19 d. M. von Herrn Stadtverordneten Binz angeregten Arnderung der ortsüblichen MiethSzieler und der Zieler sür dea Wechsel der Dienstboten, sowie zur Prüfung der von Herrn Stadtverordneten Weill angerigten Errichtung einer Versicherungsanstalt für unverschuldete Arbeitslosigkeit wird je eine Kommission niedergesetzt. — Dem Katholischen Stiftnngsrath wird die provisorische Einfriedigung deS im Eigentum der Stadt, gemeinde stehenden Theils deS Platzes zwischen der Dorischer Allee und der Ludwig-Wilhelm». Bernhard- und Bertoldstraße, sowie die Benützung desselben als Lagerplatz auf die Dauer von zwei Jahren gestattet. — Bon den seither von der Durlachrr Wasserleitung gespeisten öffentlichen Brunnen sollen entfernt werden: zwei Brunnen im Zirkel, der Brunnen vor de« Rotheu Haus und deijenige an er Kleinen Kirche. "(In der vierten Kammermusikaufführung) von Fritz v Bose und Karl Waßmann, die am nächsten Montag unter Mitwirkung von Fräulein El e Schoch und Herrn Professor Julius Klengel auS Leipzig im Museum stattsindet» gelangen von Jnstrumentalwerken zum Vortrag: eine Sonate für Pianosorte und Cello von I. Klengel, daS große L-äur-Trio von Schubert und ein Ccllosolo. Fräulein Schoch wird eine Arie aus »Figaro's Hochzeit", sowie Lieder von Jensen, Brahms und E. Steinbach singen. * (Protestversammlung gegen die Umsturzvorlage.) Gestern Abend fand im Koloffenmssaale auf Veranlassung desNationalliberalcnBereinS eine Protest- Versammlung gegen die Umsturzvorlage statt. Die Versammlung wurde von Herrn Landgericktsdirekeor Fieser eröffnet. Sodann begründete Herr Anwalt Binz die Unannehmbarkeit der Kommissionsvorschläge zur Umsturzvorlage. Im Aufträge des Nationalliberalen Vereins schlägt Redner zum Schluffe seiner Ausführungen folgende Resolution vor: „Die heutige Versammlung der nationalliberalen Partei Karlsruhes erklärt die sogenannte Umsturzvorlage in derGestalt, welche siedurchdieBeschlüsseder Reichstagskommission erhalten hat, für absolut unannehmbar und erhebt entschiedenen Protest gegen den Versuch. die Freiheit deutschen Geisteslebens, deutscher Kunst und Wissenschaft durch Polizeistrafgesetze zu unterdrücken." Professor Goldschmit befürwortete die Resolution, welche einstimmig angenommen wur"e. * (Der Karlsruher Radsahrerverein) veranstaltet am Sonntag den 28. April eine Ausfahrt nach dem Langenbrrg. Die Abfahrt erfolgt um 2^/, Uhr vom Mühlburger Thor auS- * (Kleine Nachrichten auS Karlsruhe.) Heute Vormittag wurde dahier eiu Knovtkündler auS Schmolle verhaftet. der vom Herzoglich Altenburs'schen Landgericht wegen Wechselsälschung und Belrugs verfolgt wird. HI Mannheim, 26. April. A« diesigen Hoftheater ging gestern Abend wieder ein neues Stück des bekannten Rechtsanwaltes vr. Alt von hier über die Bretter. Das Stück führt de» Namen „Freiheit", ist vier Akte lang und schildert die französische Revolutionszeit vom Sturze Dandon'S bis zum Sturze Robespirrre's. Es bildet eine Fortsetzung des von Herrn vr. Alt verfaßten Schauspiels »Die Menschenrechte", daS bekanntlich vor etwa einem Jahre auf hiesiger Bühne zur Ausführung gebracht worden war. Der „Freiheit" wurde bei ihrer Ausführung dasselbe Schicksal zu Tbeil, wie s. Z. dem Schauspiel »Die Menschenrechte". Der Beifall war ein mäßiger, ja sogar ein ziemlich vereinzelter, und man kann nur von einem Achtungserfolg e sprechen - r. Baden, 26. April. Im Konversationsbause sprach gestern zum Besten des Kreuzer-Vereins Herr vr. Richard Pohl, der Redakteur des hiesigen »BadeblatteS", über seine »Weimarer Erinnerungen". Der als Musikschriftkeller und Kritiker in hohem Ansehen stehende Redner bot in der angenehmen Form einer geistreichen Causerie höchst interessante Beiträge zur Kennt- »iß der Persönlichkeiten und Zustände auS Weimars mnfikalischer Glanzperiode. SS Bo« Bodensee, 26. April. Der SommerknrS der K reiS - hausdaltungsschul« in Radolfzell hat heute seinen Anfang gekommen ; sämmtliche Plätze (24) der Anstalt sind vergeben; zwei Mädchen erhalten Freiplätze. Der LandeSangehörigkeit nach Pertheilen sich die Schülerinnen wie folgt: Baden 18, Elsaß 4, Schweiz 2. Von den Badenern kommen ans den Kreis Konstanz 8» Billingen 1, Waldshut 2, Lörrach 4, Freidora 3._ Verschiedenes. Berk », 26. April. Der Ausschuß kür das Bismarck- Denkmal. der heute unter dem Vorsitz v. Levetzow'S tagte, beschloß, die Entwürfe vom 1. Juni im Landrsausstellungs- palast auSzuftelien und das Urtheil über die Entwürfe am 15. Juni zu fällen. Ratibor, 26. Avril. Unter dem Befehle eines Offiziers durchstreifen seil gestern 25 Mann des Jägerbataillons aus Oels, mit scharfen Patronen ausgerüstet, die Wälder Ober- schlekens, um den Mörder Sobczyk aufzuspürrn. Lemberg, 26. April. In der Umgebung benscht der Flecktyphus. Von den in den verseuchten Bezirk abgesandten Aerzten sollen sieben der Epidemie erlegen sein. Marseille, 26. April. Im diesigen Irrenhaus - bat ein Fallsüchtiger einen neben ihm schlafenden Zimmergenoffen, der durch lärmende Träume seinen Nachbar gestört zu haben scheint, mit einem Eisentbeile seines Bettes Nachts erschlagen. Weder die übrigen in demselben Schlafsaale befindlichen Geisteskranken, noch der im anstoßenden Gemache schlafende Wächter bemerkten irgend etwas von dem Vorgänge. Der irrsinnige Mörder gönnte sich nach der That ruhig die Fortsetzung seines unterbrochenen Schlafes. London, 27. April. Das DeutscheHospital feierte den L-0. Jahrestag seines Bestehens durch ein Festmahl im „Hotel Monopol", dem der deutsche und der österreichische Botschafter, der deutsche Generalkonsul, Prinz Stolberg-Wernigerode und andere Hervorragende Persönlichkeiten der Deutschen Kolonie beiwohnten. Beim Festmahl wurden 6 300 Pfund Sterling gezeichnet» davon 200 Pfund von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser. Dadurch ist das Defizit mebr als gedeckt. London, 27. April. In Genug (Schottland) fand eine Gruben explosion statt. 26 Bergleute wurden getödtet. Warschau/, 26. April. Die im Gouvernement Lublin gelegene Stadt Krasny Sl ow ist von einer gewaltigen Feuers- chrunst heimgesucht worden. 30 Wohnhäuser und die Post find zerstört. Madrid, 27. April. Der Herzog von Orleans hat durch einen Sturz vom Pferde daS Bein gebrochen. Nach einer Depesche des Präfekten von Sevilla wurde der Unfall des Herzogs von Orleans dadurch berbeigesührt, daß daS Pferd ausglitt und auf den Herzog fiel, der das Schienbein brach. Die Aerzte, welche den Herzog behandeln, befürchten Komplikationen. — In Toledo wurden drei französische Anarchisten verhaftet. (Weitere »Verschiedene Nachrichten" in der Beilage.) ^Telegraphische Wachrichten. Deutscher Reichstag. Berlin, 27. April. Bei Beginn der Sitzung sind nur etwa SO Abgeordnete anwesend. Nach Erledigung von Rechnung« fachen wird entsprechend dem KommisfionSantragr beschlossen» die Genehmigung zur Strafverfolgung des Nbg. l>r. Sigl bezw. zur Fortsetzung der Untersuchung gegen vr. Sigl während der Dauer der Session nicht zu ertbeilen. In der hierauf fortgesetzten Berathuna der Branntweiusteueruovelle erklärt Abg. Graf Stolberg-Wernigerode (kons.): Die Konservativen find mit der Tendenz der Vorlage im ganzen einverstanden Die Exportprämie sei ein nothweniges Uebel. Abg. Richter (frs. Volksp.) bekämpft die gestrigen Ausführungen des Staatssekretärs v. Posadowsky. Kein Land habe einen so ausgedehnten Kartoffelanbau wie Deutschland und da solle nun der Kartoffelanbau noch vermehrt werden. Schließlich würden die Agrarier einen Kartoffelzoll verlangen. Da müßten sich die Deutschen nur von der nationalen Kartoffel ernähren. Durch die Vorlage würde der Export nicht gehoben. Die Freisinnigen wollen den kleinen Finger nicht reichen, damit man nicht dir ganze Hand nimmt und das Monopol einführt. Abg. Paas che (nat.-lib.) führt aus: Die Nalionalliberalen sind mit dem Grundgedanken des Entwurfes einverstanden und Hoffen» daß derselbe in der Kommission eine für die Nationalliberalen annehmbare Gestalt erhalten wird. Redner bezweifelt, daß Spiritusexportprämien den Export vermehren. Berlin, 27. April. Die Reichstagskommission ist heute zur Berathung des Antrags Kanitz zusammen- getreten. Bei der Berathung des ersten Punktes: Allgemeiner Zweck des Antrags, bittet Graf Schwerin zunächst, zum allgemeinen Zw.eck des Antrags die Zustimmung zu erklären und eine dahingehende Resolution anzunehmen. Berlin, 27. April. Der Seniorenkonvent des Reichs- tagS trat heute zu einer Berathung zusammen. Die Berathung der Umsturzvorlage beginnt voraussichtlich am 6. Mai. Berlin, 27. April. Die Meldung, das Centrum hätte beschlossen, gegen die Umsturzvorlage zu stimmen, ist unrichtig; es fand überhaupt keine Fraktionssitzung in Lieser Angelegenheit statt. Berlin, 27. Avril. Die Wablprüfungskommission des Reichstags beschloß, die Wahl des Abg. Reibnitz zu beanstanden und den Reichskanzler zu ersuchen, durch die preußische Regierung Beweis zu erheben. Wilhelmshaven, 27. April. Das Panzerschiff „Kaiser" wurde heute Früh unter dem Kommando des Kapitäns zur See Aaeschke mit Flaggenparade in den Dienst gestellt. Wiesbaden, 27. April. Der frühere Landesdirektor und Landtagsabgeordnete Wirth ist gestorben. Weiden, 27. April. DaS Urtheil im Fuchsmühler Prozeß ist heute gefällt worden. Zwei Angeklagte wurden wegen mangelnder Schuldbeweise freigesprochen. Sämmt- liche Angeklagte wurden von derAnklage des Auflaufs freigesprochen. 3Angeklagte von dem Nachbardorfe Gültern wurden nur wegen Forstfrevels zu hohen Geldstrafen verurtheilt. 142 Angeklagte wurden des LandfriedensbruchS bezw. der Anstiftung dazu schuldig erklärt. Die Minderjährigen von diesen Angeklagten wurden zu Gefängnißstrafen von 14 Tagen bis 1 Monat 8 Tagen, die übrigen zu Strafen von 3 Monaten und 10 Tagen verurtheilt. Pachenberger und Reger Mi. erhielten 4 Monate Gefängniß zuerkannt, der Bürgermeister von Fuchsmühl. Stock, 4'/, Monate, der Gemeindediener 3',, Monate Gefängniß. Stuttgart, 27. April. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer nahm der Ministerpräsident Anlaß, die Ministerkrisengerüchte energisch zu widerlegen. Er habe seine Kollegen gebeten, sich darüber auszusprechen, ob, wie in der Presse behauptet werde, seine Erklärung in der Adreßdebatte etwas über die Verhandlungen des Staatsministeriums hinaus enthalten habe; darauf haben seine Kollegen schriftlich erklärt, daß die Erklärungen des Ministerpräsidenten mit den Beschlüssen des Staatsministeriums in vollem Einklang stehen und sie auch jxtzt noch denselben vollständig zustimmen. Seit Herbst 1M3 würden die württembergischen Verhältnisse in der in- und ausländischen Presse mit unwahren Zeitungsnachrichten verfolgt. Den Zeitungs- korresvondenten werde von nun an etwas schärfer auf die Finger gesehen werden. Wien, 27. April. In den Wienerberger Ziegel« fabriken wurde gestern die Arbeit wieder ausgenommen. Der Ausstand gilt als beendet. Paris, 27. April. Im gestrigen Minist erratbe theilte der Minister des Innern mit, daß die ausständischen Omnibus- bediensteten die Arbeit wieder ausgenommen baden. Epinal, 27. April. Das Wasserreservoir bei Boasey ist heute Vormittag in einer Länge von 100 m gebrochen. Zahlreiche Gebäude wurden fortgerissen, die Eisenbahnlinien sind überschwemmt. 16 Personen werden vermißt; der Schaden beträgt über eine Millivn Francs. Brüssel, 27. April. Der Finanzminister hatte in der gestrigen Kammersitzung Gelegenheit, sich über die Steuerreform auszusprechen Der Minister erklärte» er wäre gegen die von den Sozialisten vorgeschlagene Einkimmenstcuer. Die Steuer würde nach dem realisirten Gewinn und nicht nach dem Umfang der Geschäfte berechnet werden. Aktiengesellschaften würden von ihrem Gewinn 5 bis 6 Proz. zahlen. Die Grund- und Jmmo- biliensteuer würde einer Durchsicht unterzogen werden. Privatpersonen würden nach ihrem veranschlagten Vermögen besteuert werden. Auch die Coupons von Aktien und Obligationen sollten steuerpflichtig sein. Die Taxen würden nur Proportionen und ihre Steigerung eine sehr mäßige sein. — Anseele beantragte, am 1. Mai zur Feier des internationalen Arbeiterfesttages keine Sitzung zu halten. Der Justizminister bekämpfte den Antrag. Woeste empfahl die einfache Tagesordnung, die mit 74 gegen 34 Stimmen angenommen wurde London, 27. April. Die „Times" melden aus Shanghai vom 26. d. MtS.: Vertrauenswürdigen Nachrichten zufolge ersuchte Rußland China, die Ratifikation de» Friedensvertrags auf einige Zeit auSzusetzen. Pt. Petersburg» 27. April. Der russische Minister des Auswärtigen theilt den hiesigen Gesandtschaften mit, er sei überzeugt, daß die Intervention der Mächte in der ostasiatischcn Frage nicht zu ernsteren Verwickelungen führen werde. Wie nach der „Franks. Ztg." verlautet» suchte Frankreich die Theilnahme Deutschlands an der Intervention zu verhindern, aber Rußland bestand darauf. Rußland protestirt gegen die Abtretung der Halbinsel Liaotong, Frankreich gegen diejenige der Pescadoresinseln. St. Petersburg, 27. Avril. Laut Beschluß der Tarikom- mission wird die Eisenbahnfrachl von Baku nach Batum für Petroleum und Destillate drei Wochen nach Bekanntmachung von 9 auf 14 und vom Juli d. I. ab auf 19 Kopeken erhöbt. St. Petersburg, 27. April. Heute wurde ein Kaiserlicher Ukas veröffentlicht, betreffend die Gründung eines russischen Museums Kaiser Alexanders III. Bukarest, 27. April. Bei der Deputirtcnwahl in Giurgewo wurde der liberale Kandidat gewählt. Die Konservativen batten k^nen Kandidaten ausgestellt. Bukarest, 27. April. Die Kammer beschloß gestern nach einer längeren Rede Karp'S mit 77 gegen 29 Stimmen, die Vorlage über das Berggesetz in Erwägung zu ziehen. Die Spezialdebatte wurde auf Montag angesetzt. Sofia, 27. April. Unter Einwirkung der parlamentarischen Untersuchungskommission wurde Stambuloff als Zeuge vor den Untersuchungsrichter geladen, um in Betreff des seiner Zeit verhafteten früheren Offiziers Kissoff verhört zu werden. Stambuloff verweigerte sein Erscheinen. Niw-Uork, 27. April. Die „World" meldet, die Regierung von Nicaragua habe von allen Seiten des Landes Anerbietungen aus eine Subskription behufs Zahlung der Entschädigung erhalten. Ja Managana sollen 2000 Mann zum Marsche auf Corinto bereit sein. In Corinto, wo die Behörden Befehl erhalten hätten, eine Landung der Engländer nicht zu gestatten, ständen über 1400 Mann unter den Waffen. Bombay, 27. Avril. Masrulla, der zweite Sohn deS Emirs von Afghanistan ist mit einem Gefolge auf der Reise nach England gestern hier angekommen und herzlich empfangen worden. Buenos Aires, 27. April. In der Kathedrale fand gestern ein feierlicher Gottesdienst für die Seeleute der untergegangenen ,Reina Regente" statt, welchem das diplomatische Corps und 3000 Spanier beiwohnten. Grotzhrrrogliches Hostheater. Sonntag, 28. April. 59. Ab.-Borst. Mittelpreise. „Margarethe", große Oper mit Ballet in 5 Auszügen. Text nach dem Französischen des Jules Barbier und Michel Carre, Musik von CH. Gsunod. — Faust: Herr ». BandrowSkv vom Stadttheater in Frankfurt a. M. als Gast. — Anfang '.7 Uhr. Dienstag, 30. April. 58. Ab.-Vorst- Mittelpreise. „Donna Diana", komische Oper in 3 Aufzügen von E. N. v. Reznicek. Anfang 7,7 Uhr. Im Theater in Baden. Montag. LS. April. 30. Ab.-Vorst. „Die gelehrten Frauen", Lustspiel in 5 Akten von Möllere, frei übersetzt von Ludwig Fulda. Anfang 7,7 Uhr._ FamMennarhrirtzlen. Knrmi »r« Karlsruher Ktombrsbultz-ArgtKrr. Geburten. 21. April. Elsa Emma, B.: Johann Metzger, Schutzmann. — 25. Avril. Karl Ludwig, B.: Loren» Scherer, „i.». ! Eheausgebotc. 23. April. Friedrich Soll von hier. Schlaffer j ln». mit «aroline Albert von hier. - Joief Kratzer von Ober- rüden. Schuhmacher hier, mit Emilie Frei Witwe von RingS- beim. — Christian Skembach von Finfeld. Kaufmann hier, mit Karolrne Gert«, von Hildmonnsfeld. - Karl Laub von Sulz, «chrtttsetz» hier. mit Jda Meisel von Forst. — Jakob Leicht von Sondetsbeim. Tagtöbn» hier, mit Anna Schweikle von Enzthal. — 25. April. Georg Blaßnitz von hier. Schloff» wer. mil Anna Hoffmann von bier. — Klemens Schweitzer von ^eckreld, Fabnkarbelter hier, mit Juliane Schwab von Liptingen. - Josef Bodenmiller von Deuchclried, Kaufmann hier, mit Sophie Frey von Urach. - Josef Knapp von Magaenstnrm, Former hier, mit Anna Karh von Külsbeim- - Johanne« «ntlruff von Aalen, Restaurateur hier. mit Josefa Kah von Baden. —27. «p il. Thomas Braitsch von Mosbach, Schloff» bl», mit Ellsabetba Schoch von hie-. — Ludwig Meffert von Hainstadt. Zmmiermann bier. mit Katharrna Pfitzenmei» von Gülshausen. Todesfälle 26. April. OSkar, 5 M. 12 T. V.: Wen- beim Körn», Bremser a. D. - Peter Mayer. Witwer, «a- sernenwärttr a. D. 66 I. — Wilhelmine, Ehefrau von Maurer Valentin Mauder», 30 I. - Karl Kn-ll-r. ledig, Friseur, 27 I. — Isidor Enghofer. Ehemann. Gerichtsvollzieher a. D., 63 I. Mitterullgsdrobachtuasr» »er Wetraral. Ktalian Aarlarnhe. Bar«»--Lherm. Elbsolute > Reiatior! Avril , Mnd 26 Nachts9« U. !?44 8 11.8 8 9 87 SW bedeckt ') 27.Mrgs.7'°U.* 744 6 112/ 80 ! 80 SW 27 Mrtt„s. 2"U. >745.2 14 8! 68 ! 54 SW best» ') Regen. I i Höchste Temperatur am 28. April 199"; niedrigste heute Nacht 7.5 . * Niederschlagsmenge der letzten 24 Stunden 4.7 mm. Waflerüaud »eS Rheins. Maxau, 27. April. MrgS., 4.80 gefallenen 5 ow. Wetterbericht »er «rntraUmr. f. Met- «. Kydr. v. 27 . April 1896. Die Depression, welche gestern üb» Nordenaland gelegen war, >si seitdem bis zur westlichen Nordsee weitergezogeo; unter ihr» Einwirkung ist da« Wett» anhaltend unbeständig und regnerisch. Die Temperaturen stad etwas gesunken. Da sich die Depression voraussichtlich nur langsam fortbewegt, so ist eine wesentliche Aenvernng der Witterung vorerst nicht zu »warten ; nur die Temperaturen werden wahrscheinlich »och weiter zurückgehen. Telegraphische Kursberichte vom 27. April 1896. Frankfurt. (Anfangskurse.) Kreditaktien L307„ Staats». 366'/,, Lombarden 89»«, 37° Portugiesen 25 80, Eghpt» 105-80, Ungarn 103 —, Diskonto - Kommandit 216 70, Gotthardaktieu 182.10- Tendenz: schwach. Frankfurt. (Schlußkurs I.) Wechsel Amsterdam 16893, Wechsel London 204 52, Paris 8107, Wien 167 25, Privat- diskonto 17«, Napoleons 1621, 47, Deutsche ReichSauleihe 106-55, l>7, Deutsche Reichsanleihe 97-85, 4»/, Preuß. Konsol« 106.10, 47, Baden in Gulden 104.90 , 47, Baden in Mark 105 85 , 57, Griechen 32-60» 47» Monovolgriechen 35.60, 57» Italien» 87 20, Oesterr. Goldrente 10340, Oesterr. Silber- rrntr 84 70, Oesterr. Loose von 1860 132.90, 4'/,7« Portugiesen 36 85, Hl. Orientanlelhe 67 75. Frankfurt. (Schlußkurs II.) Spanier 7210, Zoll-Türken 10210, 17, Türken I). 26-10, 47° Ungarn 103.— » 57, Argentrm» 52-, 67, Mexikaner 81.10, Berliner Handels- gesellschaft 158.30, Darmstädter Bank 149 60, Deutsche Bank 180 90, Dlskonto-Kommandit 216 90, Dressen» 155.70, Oesterr. Länderbank 238'/., Oesterr. Kreditaktien 330"«, Hess. Ludwias- babn 118-50, Lombarden 90.—. Slaatsbahn 3667«, Elbthalaktien 249'/». Schweiz» No.dostbahn 1L9L0. Mitt-lmeerb-hn 92 40, Mendronal 126 40. Badffche Zuckerfabrik 63 05, Nordd. Lloyd 94 30 (Nachbörs e.) Kreditaktien 330'/«, DiSkonto-Komman- drt 216 50, SlaatSbahn 3667«, Lombaroen 907°, Russen 219 20, Tendenz: schwach. «erltu. (AnfangSklirse.) Kreditaktien 243.90, Diskonto- Kommandit 216.40, StaatSbahn 181.40, Lombarden 44 60. Ruff- Noten 219.20. Laurah. 130.80, Harpen» 142 —, Südb _ Berlin. (Schlußkurs.) Kreditaktien 243 70, Diskonto-Kom- L°Ä^^.^ ^Ebard°n 45.20. Ruff. Noten 219 20, Bochum» Gußstabt 145.70, Gelsenkirchen Bergwerk 161-, Lanrabütte 13090, Harpen» 142.10, Privatd-Skonto 1",. Wie». (Borbörse ) Kreditaktien 396.50, Slaatsbahn 434 —, Lombarden 106 50. Marknoten 59 85.47, Ungarn 12L30. Papier- reute 101.45, Oesterr. Kronenrente 10130, Länderbank 285.-, Ungar. Kronenrente 99 30 Tendenz: still. Pari«. (Schlußkurs.) 3* ° Rente 10190, Spanier 717„ Türken W -7. 37, Portugiesen 25'„ Banque Ottomane 729 —. Rio Tmto 3L5.-. Tendenz: —. Abendkurse vom heutigen Tage. Berti«. Diskonto - Kommandit 216.25, Bochum» 145 70. Dortmunder 66.60- Frankfurt. Kredit 329' „Diskonto 216.16, StaatSbahn 366.—. Lombarden 90 —, Gelsenkirchen —. , Türken — , Portugiesen 26 25, 67° Mexikaner 80 70. Tendenz : sehr still. Paris. 37° Rente 101 87 . 37. Portugiesen 25'/«, Spanier 707x, Türken 25 80, Banque Ottomane 728.—, Rio Tinto 355.—, Banque de Paris 7:6—, Italiener 8712. Tendenz: unentsch. Verantwortlicher Redakteur: Julius «atz in Karlsruhe. W'tvänvlr-Dx.tirs.lr.l äbuslt bausgemacbtsr Louilioo insvkern, als es keinen nellnsoswertben Mbrwertb desitst. Diese -kbatsaod« war tztehrair Iilvdizx völlig bewusst und er erkannte sie an in der „l-anest" vom II. November 1865, wo er sobried: „Wenn es wöglieb wäre den Weltmarkt au einem raisonnadlsn kreise mit einer Rleisebpräparation au versorgen, welcde in sied dis Riwsiss- stotks mit den Lxtraktivstoüen vereint, eine solobs kräparatioo würde einkaebem Rlsiscb-Rxtrakt (Rxtraetum oarnis) vorsnsiedsn sein, da sie alle näbreodso üestandtdeüe von irisoksm kleisolr enthalten würde." kerner — „lob stabe bereits krüber qssaqt, dass in der kadri- stalio» des klsiscb-stixtralrt die Liwsisselemente im Rückstand, Lurückstleiben und der Rroästrung verloren Allsten, und dies ist ge wis s ein grosser Kacsttbsil." ^7»r«tw» tat tlovrtl — Weil es niestt nur ein klsiscst-Rxlrakt ist, sondern es entstLIt als 2us»tx alle die nüstrenden Ligsnscstakleo von reinem, von kett und Sednöll befreitem, Ocbsenüeiseb, stark konssntrirt nnd auk das Reinste pulverisirl._ von f. L e « ütMeieranteir, LarlsililiS, kcmäelMtrl. Srüastoo Imssr von I-mn»- rurck SodranoRsartLsLn in korreUan, 6rM»U, UronM, 0bristot«-8i1b«r, kendulen, Iwmxen kür UvsoLoiUro, knssls nsrii , Uülol- nnäUaussinrioktnQz;«» LN M. 1 llliU 8 81 I-LU 88 , Kai'Kl'lltlS. Lll ME — LLnIasratr»»»« 148 — Bedeutendstes Spezialgeschäft in Besatzartikeln, aller Arten Besatz- stoffen» Paffementerien» Spitzen, Knöpfen, Weißwaaren, Handschuhen, Cravatten» Fächern. Ständiger Eingang von Neuheiten» ÄdlksilmiK 8trüwM >m. Paar 80 ^«D.elssl»nl»s Nr. 622, I» Flor, 5 Knopf lang, mit Raupe .... Paar SO Nr. 643, imit. Dänischleder, 5 Knopf lang.Paar 60 LtLN«Ls«rI»nI»v Nr. 653, imit. Dänischleder, 7 Knopf lang.Paar 80 LlnnüssLnLs Nr. 660, imit. Dänischleder, 10 Knopf lang .... Paar 125 Lnnüsvlrnlrs, kll äs kerss.Paar von 30 LA 1 LlniLÜssiLNirs, halb Seide.Paar von 38 bis 150 ^«nüssIriLlis, rein Seide.Paar von 145 bis 300 Llnirüsslrnlrs in Fantasie, 4, 6, 8, 10 und 14 Knopf lang, in großer Auswahl. 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Alle Personen, welche an den Nachlaß deS am 30. August 1878 zu Taunton ^Massachusetts Ver. Staaten Nordamerikas) verstorbenen Georg Michael Weinmann, Bäckers und Wirths von Tauberbischofsheim» Erb-Anfprüche erheben, werden hiermit öffentlich auf- gefordert, binnen 4 Wochen Nachricht voü sich behufs Beirugs zu den TbeilungSverbandlungen an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Tauberbischofsheim, 22. Avril 1895 86 >b 8 l 80 KI>S 88 k»äe IIdr- 4 rmkävll 6 r in bekannter 6üts uoä Negauu listen mit uurpriiua Werken best. Loust. !u 1u>», oxxä. 8ilb. unck 6olck P.145-4- ü. 8 ekmiät - 8 t»ud, Loknbrmaodsr, Karlsrubs, Laissrstr. 154, gsx. ä. Orsu.- uao. ^ lüSMISUll. Mein Geschäftszimmer befindet sich von beute ab Kaiserstratze Rr. 139 (Belctagej, im Haufe des Herrn Rentier Bnrkhardt. k*. I>urß«kig, Ql452- Rechtsanwalt. SW»»»»»WWW»>WMWWM Ois bes s Mdwasobias für k'awilisn- gediaueb ist dis P.S982. OriKill»! 8 iiiKkr Vidruliux 8IivtHv Zl»8eüiu«. o. ^SiälüiAer, Lurlsrudv, Lai8er8tru88S 82. Erbe» - Aufruf. Q1012. Rastatt. Josef Nikolai, geboren zu Rastatt am 6. Oktober 1825, ist zum Nachlaß seiner am 5- April 1895 daselbst verstorbenen Schwester, Walburga Nikolai, berufen und wird, da sein Aufenthalt zur Zeit unbekannt ist, hiemit aufgefordert, binnen vier Wochen dem Unterzeichneten Nachricht von sich zu geben. . Rastatt, den 23 April 1895. Großherzogl. Notar Karl von Diemer. QS42 Gernsbach. Mathias Sieb von Rnchenthal, ohne bekannten Aufenthaltsort in Amerika, ist am Nachlaß seines am 7. Februar 1895 verstorbenen Vaters. Äieronvmus Sieb, ver» aufgefordert, zum Zwecke des Beizugs zu den Verlaffenfchastsverhandlungrn binnen 6 Wochen Nachricht an den Unterzeichneten Notair gelangen zu lassen. Gernsbach, den 5. April 1895 Der Großh Notar: Wießler. Hand elSregiftcreiuträgr. QUO. Eppingen. Unter O.Z. 170> des Handelsregisters wurde eingetragen: Verfügung vom Heutigen, Nr. 3301, die Firma: „Badische Seifenfabrik I. Schwarzwälder in Schlüchtern". Inhaber der Firma ist Kaufmann I. Schwarzwälder in Schlüchtern. Firmeninhaber ist ledigen Standes. Eppingen. den 19. April 1895. Großb. bad. Amtsgericht. K u g l e r. Q.12. Eppingen. Zu O 3 20 des GesellschaftSregisters, betreffend die Handelsgesellschaft „Badische Seifen- fabrik I. und S. Schwarzwätder in Schlüchtern", wurde eingetragen: ! Verfügung vom Heutigen, Nr. 3302 u „Die Gesellschaft ist durch gegensettigk Üebereinkunfk aufgelöst". Eppwgen, den 19 April 1395. Großh. bad. Amtsgericht. K u g l e r. Q'98 2- Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- msenbahnen. Wagenräderlieferung. Wir beabsichtigen, die Lieferung von 800 auf Achsen montirten Räderpaaren mit aufgezogenen Radreifen zu vergeben. Die maßgebenden Bedingungen und Zeichnungen können bei unserem Cen- traldureau gegen Einsendung von zwei Mark bezogen werden. Schriftliche, versiegelte, mit der Auf» schrift „Räderlieferung" versehene An» geböte wollen spätestens bis am S7. Mai 1. I portofrei bei uns eingereicht werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Karlsruhe, den 21. April 1895. Generaldirektion. lWanmiü Frankmeck! Täglich reichhaltige Frühstücks- und «beud-Karte, fernstes Tiouer'sches Exportbier, sowie reine Weine in aroßer Auswahl emvsieblt «stein « Bögler » G Man« Q.5S.3