tmlsruhtt Jeitmi«. Freitag, IS. Juli. 1S3. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschtuß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post imlGebiete der deutschen Postverwaltnng. Briesträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einritckungsgebühr: die gespaltene Petitzcile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18SS. Amtlicher Thcil. Seine Königliche Hoheit der Grotzh-rjog haben unter dem 7. Juli l. I. gnädigst geruht, deGeheimen Hofrath vr. Ernst Wagner, unter Belastung desselbeni als ordentliches Mitglied bei dem Oberschulrath, die etatmäßige Amtsstclle des Vorstandes der vereinigten Sammlungen und Konservators unter Verleihung des Charakters als Geheimer Rath 3. Klasse zu übertragen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter dem 7. Juli 1892 gnädigst geruht, den Oberamtsrichter Julius Breitner in Bruchsal zum Landgerichts- rath in Mosbach zu ernennen, sowie den Landgerichtsrath Theodor Singer in Karlsruhe in gleicher Eigenschaft nach Konstanz zu versetzen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzsg habeu unter'm 7. Juli d. I. gnädigst geruht, den Oberbaurath Theodor Goßweyler unter Verleihung des Titels Baudirektor zum Vorstand der technischen Abtheilung der Generaldirektion der Staatseisenbahnen zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter'm 7. Juli 1892 gnädigst geruht, den Bezirksbauinspektor August Braun in Konstanz nach Offenburg. den Bezirksbauinspektor Karl Wnndt in Offenburg nach Wertheim und den Bezirksbauinspektor Rudolf Burckhardt in Wertheim nach Konstanz zu versetzen. Seine Königliche Hoheit der Grösst)erzog haben unter dem 7. Juli d. I. gnädigst geruht, den Notar Ludwig'Mühl in Breiten auf sein unterthänigstes Ansuchen wegen vorgerückten Alters und leidender Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. Seine Königliche Hoheit der Grotzhsrzog haben unter dem 7. Juli d. I. gnädigst geruht, dem Notar I. Gehaltsklaste Karl Sievert in Mahlberg eine Notarsstelle in Breiten zu übertragen. Der Notariatsdistrikt Breiten I wurde durch Entschließung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts vom 12. Juli d. I. dem Großh. Notar Karl Sievert daselbst übertragen. Nichtamtlicher Theil. KarlSrvhe. den 14. Juli. Die Valntadebatten nehmen im österreichischen und im ungarischen Abgeordnetenhause ihren Fortgang. In Ungarn ist ihr Verlauf ein glatterer als in Oesterreich, wo die Parteigegensätze deutlich in die Verhandlung Hineinspielen. Namentlich eine vorgestern im österreichischen Abgeordnetenhanse gehaltene Rede des Polenführers Jaworski und die gestern daraus ertheilte Antwort des deutsch-liberalen Parteiführers Plener charakterisiren diese Erscheinung. Der Abgeordnete v. Jaworski, der Obmann des Polenklubs, hatte vorgestern zu Gunsten der Valutavorlagen gesprochen. Dagegen hätte man nun auf deutschliberaler Seite an und für sich nichts einznwenden gehabt, aber Herr v. Jaworski konnte es sich nicht versagen, gegen die deutsche Linke zu sticheln, weil sie „aus politischen Gründen zu den Vorlagen eine Zeit lang eine Haltung eingenommen habe, die jenen gefährlich werden könnte". Politische und volkswirthschaftliche Fragen müsse man auseinander halten, so wolle es auch der kaiserliche Erlaß, mit welchem der jetzige Reichsrath eröffnet worden ist. Die täglich ausgegebenen „Bulletins über 4>ie Situation", über deren „Gesundheitszustand" und über die Bemühungen, die Krise zu saniren, hätten peinliches Aufsehen hervorgerufen. Herr v. Plener ist nun dem Polen- siihrer die Antwort nicht schuldig geblieben. In der gestrigen Sitzung ergriff er das Wort, um gleichfalls für die Balutavorlagen einzutreten, bei dieser Gelegenheit aber auch das Verhalten seiner Partei gegen Herrn v. Jaworski zu rechtfertigen. Auf den Angriff Jaworski's gegen die Linke entgegnete Plener, niemand besitze eine größere Meisterschaft in der Ausnützung politischer Si- tuationen als die Polen. Er schilderte dann die Entwicklung der gegenwärtigen parlamentarischen Lage. Nachdem eine feste Majorität nicht zu Stande gekommen sei, habe die Linke gegenüber der Regierung freie Hand behalten und sich Vorbehalten, jede Regierungsvorlage angesichts einer bestimmten politischen Situation sachlich zu Prüfen. Als das Anlehensgesetz im Ausschüsse verhandelt wurde, hatte die Partei über die politische Behandlung der Valutafrage noch keine Stellung genommen; deßhalb sei die Linke jedem Votum ausgewichen. „Daraufhin fanden Auseinandersetzungen zwischen uns und der Regierung statt, welche zu dem Ergebnisse führten, daß wir es für die Partei nicht als wünschenswerth erachteten, gegenwärtig einen Bruch herbeizuführen und bei der Valutafrage politische Opposition zu machen." Die Rede Pleners rief große Bewegung aus der rechten Seite drs Hauses hervor. Es heißt, in Regierungskreisen sei man über das Auftreten Jaworski's nicht sehr erfreut, zumal man eine scharfe Entgegnung Pleners vorhersah. Zur Erhöhung der Freundschaft zwischen den Parteien tragen derartige Stöße, wie sie Jaworski austheilte, nicht bei. Die Rede war, wie man sich in Wien sagt, weder vorsichtig noch klug, denn sie hat eine den Deutschliberalen mißgünstige Stimmung verrathen, welche ohne praktische Konsequenzen bleiben muß, die Deutschen verletzt und den politischen Zug doch nicht ändert. Unter den obwaltenden Verhältnissen, das heißt bei der scharfen Oppositionsstellung der Jungczechen, gelten Deutsche und Polen für die Stützen der österreichischen Regierung und die letztere kann nicht wünschen, daß eine Spannung zwischen den beiden Parteien eintritt. Wenn die Deutschen rein nationale Angelegenheiten mit der Regierung auszumachen haben, ohne daß den Polen irgendwie hierbei zu nahe getreten wird, so geht das die Polen nichts an; sie haben, sogar auf Kosten der Deutschen, ihrerseits oft genug mit der Regierung das Gleiche gcthan. Die englischen Parlamentswahlen nehmen ihren Fortgang, ohne daß das Ergebniß der einzelnen Wahltage erheblichen Schwankungen unterliegt; vielmehr zeigen die Wahltage seit einiger Zeit übereinstimmend ein langsames Anwachsen der Gladstone'schen Partei auf Kosten der regierungsfreundlichen Parteien. Die von den Konservativen und den liberalen Unionisten erzielten Gewinne gleichen den Verlust nicht aus, den diese Parteien zu erleiden haben. Dabei zeigt sich indessen die bemerkens- werthe Erscheinung, daß bei den Wahlsiegen der Gladstoneancr oft eine geringe Stimmenmehrheit den Ausschlag gibt, während da, wo die Konservativen oder die liberalen Unionisten siegreich sind, die Mehrheit fast immer eine starke jst. In vielen Wahlbezirken ist trotz der ganz ausnahmsweise starken Betheiligung der Wähler, welche die gegenwärtige Wahlkampagne ja überhaupt kennzeichnet, die Gladstone'sche Stimmenzahl gegen früher erheblich herabgegangen. Das ist auch in Midlothian, dem Wahlkreise des oppositionellen Parteichefs Gladstone, der Fall. Die Wahl in Midlothian wurde am Dienstag vorgenommen. Herrn Gladstone stand der liberale Unionist Oberst Wanchope gegenüber. Ein Erfolg des unionistischen Kandidaten mußte für ganz ausgeschlossen gelten; aber die Gladstoneancr werden des Sieges ihres Führers in Midlothian nicht froh sein, denn Gladstone's Mehrheit ist gegen die letzte Wahl im Jahre 1885 beträchtlich zusammengeschrumpft. Im Jahre 1885 war Gladstone mit einer Mehrheit von 4631 Stimmen gewählt worden, diesmal betrug seine Mehrheit nur 673 Stimmen; sie ist demnach um 3958 Stimmen verringert. Das ist zwar praktisch ohne Bedeutung, fällt aber doch für die Beurtheilung des Wahlergebnisses in's Gewicht. Gladstone hielt nach der Wahl in Midlothian eine Rede, in der er die Hoffnung auf eine liberale Mehrheit von 50 Mandaten aussprach. Eine solche Mehrheit würde ihn allerdings von den irischen Parteien ziemlich unabhängig machen und darauf muß allerdings gegenwärtig die Hauptanstrengung der Gladstoneancr gerichtet sein; aber bis jetzt ist es in hohem Grade zweifelhaft, ob Gladstone eine solche Mehrheit erlangt. Ob übrigens die von den Gladstoneanern erwartete Mehrheit aus 30 oder 50 Stimmen besteht, so bleibt sie doch ein Element der Unsicherheit, welches schon einer früheren Verwaltung Gladstone's verhängniß- voll geworden ist. Diese Majorität würde nämlich nicht nur aus Whigs, Radikalen, Arbeitervertretern, Temperenzlern und Anhängern der Entstaatlichung der Staatskirche, sondern auch aus den beiden sich heftig befehdenden Fraktionen der irischen Partei bestehen, welche eben infolge dieser Streitigkeiten bedeutend geschwächt im Unterhause erscheinen wird. Es hat freilich Ministerien gegeben, welche mit noch kleineren Mehrheiten regiert haben, und Lord Palmerston verfügte sogar nur über eine solche von 13 Stimmen, als er im Jahre 1859 an's Ruder kam, trotzdem hielt er sich sechs Jahre lang im Amte. Aber der Unterschied ist, daß früher die kleineren Fraktionen keine so bedeutende Rolle spielen konnten wie jetzt und daß die Masse der beiden großen Parteien ihren Führern williger folgte, als heutzutage. Der „Standard" spricht denn auch heute schon die Ansicht aus, daß ein Kabinet Gladstone in dem Augenblicke zu- sammenbrechen würde, in dem es die Home-Rule-Vorlage einbringt. Der' „Standard" ist freilich in dem Streite zu sehr Partei, um als unbefangener Beurtheiler der Lage gelten zu können, denn er ist bekanntlich das Hauptorgan der konservativen Partei, aber allerdings steht es schon heute fest, daß ein Kabinet Gladstone nicht auf Rosen gebettet sein würde. Veukfttzlsnd. * Berlin. 13. Juli. Seine Majestät der Kaiser ist gestern Nachmittag um 3 Uhr an Bord der Yacht „Kaiser- adler" in Karlsö angekommen. Um 5 Uhr begab sich der Kaiser an das Land und erstieg die höchste Spitze der Insel, von wo sich die herrlichste Rundsicht bietet. Die Temperatur betrug 70 Grad Celsius. Morgen Früh gedachte der Monarch nach Skaarö weiter zu reisen. — Ueber das Leben an Bord Sr. M. Yacht „Kaiser- adler" entnehmen wir der „Kreuzzeitung" Folgendes: Die Zeitcintheilung an Bord ist im Allgemeinen die gleiche wie bei den früheren Nordlandsreisen: Morgens 8 oder 8',2 Uhr erster Frühstück, das der Kaiser mit Gefolge einnimmt, nach englischer Ari: Thee und Kaffee nebst Eierspeise und warmem Fleisch. 1 Uhr »weites Frühstück: Bouillon, warmes Fleisch, Käse. 7 oder 8 Nbr Mittagessen. An allen Mahlzeiten nimmt das Gefolge und der Kommandant deS Schiffes, v. Arnim, regelmäßig theil. Vorträge nimmt der Kaiser in der Regel zwischen dem ersten und zweiten Frühstück entgegen. Nachmittags schreibt der Kaiser Briefe und liest diplomatische Berichte. Abends gebt der Kaiser meist noch eine Zeit lang, mit dem oder jenem seiner Herren sich unterhaltend, an Deck spazieren, kommt dann zum Thee in den gemeinschaftlichen Salon, wo dann entweder allgemeine Konversation oder etwas Musik gemacht wird. Großes Interesse zeigt der Kaiser stets für die Einzelheiten der Schifffahrt, über die er sich fortlaufend Bericht erstatten läßt. Bei der Fahrt durch bekannte Gegenden werden die Erinnerungen an die früheren Reisen aufgefrischt, wofür der Kaiser ein vorzügliches Gedäcktniß hat, in Wiedererkennung jeder einzelnen Partie der Landschaft u. s. w. Der Kaiser wird, wie schon früher gemeldet wurde, auf seiner Nordlandsreise auch einem Walstschfange beiwohnen. Das hierzu ausersehcae Walfischfängerschiff heißt „Duncan Grev". hat neun Mann Besatzung und gehört der „Anglo-Norwegian Fishing Co. Lim." in Tromsö. Vermuthlich wird der Kaiser bei Skaarö, der eigentlichen Station der Gesellschaft, an Bord des Walfischfängers gehen. Skaarö. wohin der Monarch, wie weiter oben mitgctheilt, heute reist, liegt im Tromsö- Amt, 12 Meilen nördlich von der Stadt Trsmsö. Bei ungünstigem Wetter soll zunächst auf der in der Nähe von Skaarö belesenen Insel Andammen eine Jagd auf Rennthiere stattfindcn, worauf dann bei besserem Wetter »um Walfang in See gestochen wird. Für diese Jagden find zusammen etwa vier Tage in Aussicht genommen. — Die pietätvolle Gesinnung Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Baden für treue Diener und Dienerinnen ihrer hochseligen Kaiserlichen Eltern hat sich auch in diesen Tagen in einem schönen Zuge bewährt. Die „Kreuzzeitung" berichtet: Die Frau Großherzogin von Baden hat der im November vorigen Jahres verstorbenen langjährigen Kammerdame der Kaiserin Augusta. Marianne v. Neindorff, die auf dem St. Matthäi- Kirchhofe ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, in diesen Tagen ein Granitkreuz errichten lassen, in das folgende Worte gemeißelt sind: „Hier ruhet in Gott Marianne v. Neindorff, geboren am 10. Oktober 1824, gestorben am 29. November 1891. Wie ihr ganzes Leben in unwandelbarer Hingebung allein dem Dienste weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta gehörte, so durfte sie, treu bis in den Tod, im Leiden und Sterben ihrer großen Herrin folgen. In treuer Dankbarkeit widmet ihr dieses Erinnerungszeichen Luise, Großherzogin von Baden." — Aus Kopenhagen wird gemeldet, daß Ihre Majestäten der König und die Königin von Dänemark heute Abend ihre Auslandsreise angetreten haben. Der König begibt sich nach Wiesbaden, die Königin nach Gmunden. — Dem oldenburgischen Bundesrathsbevollmächtigten Wirkt. Geheimrath Selkmann sind aus Anlaß seines am Montag gefeierten Jubiläums 50jähriger Thätigkeit im oldenburgischen Staatsdienste zahlreiche Ehrenbezeugungen und Glückwünsche zugegangen. Seine Majestät der Kaiser ließ ihm die erste Klasse des Kronenordens übermitteln. Seine König!. Hoheit der Großherzog verlieh ihm mit einem überaus gnädigen Handschreiben das Ehren- Grsßkomthurkreuz seines Haus- und Verdienstordens, die Großherzogin Elisabeth sprach ihre Glückwünsche in einer längeren herzlichen Depesche aus, ebenso Prinz Georg von Oldenburg. Schon am Morgen erschienen Minister v. Boetticher, Ministerpräsident Graf Eulenburg, Handelsminister Frhr. v. Berlepsch und die zur Zeit noch hier anwesenden Bundesrathsbevollmächtigten, um ihre Glückwünsche abzustatten. Minister v. Boetticher überbrachte gleichzeitig eine Adresse, die von allen Mitgliedern des Bundesraths, an der Spitze vom Reichskanzler Grafen Caprivi unterzeichnet ist und in der auch auf die zwanzigjährige ununterbrochene Thätigkeit an den Arbeiten des Bundesraths hingewiesen wird. Es heißt darüber: Wie Ihnen dieselbe zu Ihrer eigenen Freude Gelegenheit geboten bat, für die Interessen des Reiches und ihres Heimath- landes erfolgreich zu wirken, so ist uns, die wir uns mit Ew. Excellenz in treuer, nie getrübter Kollegialität verbunden wissen, der reiche Schatz Ihres Wissens und Ihre allezeit bereite Unterstützung während der gemeinsamen Arbeit zu einer Quelle hoher Befriedigung und warmer Anerkennung geworden. In dankbarer Gesinnung begrüßen wir deßhalb den heutigen, sür Ew- Excelleuz bedeutungsvollen Festtaa und gestalten uns, neben unserm herzlichen Glückwunsch der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß eS uns befchiedcn sein möge, Ew Excellenz noch lange Jahre in gleicher Frische wie bisher in unserer Mitte zu sehen. — Der Oberrechnungsrach und Vortragende Rath bei dem Rechnungshöfe des Deutschen Reichs, Ehrenritter des Johanniter.Ordens vr. für. Bernd v. Bonin ist im 44. Lebensjahre in Potsdam gestorben. — Nach einer der „Pol. Korresp." aus Paris zugehenden Meldung wird in den dortigen Regierungskreisen dem Zwischenfall, der durch den französischen Generalkonsul in Leipzig, Iacquot. hervorgerufen wurde, jeglicher politischer Charakter abgesprochen und die ganze Angelegenheit als ein persönlicher Konflikt angesehen; man halte es aber, mag das Ergebniß der eingeleiteten Untersuchung wie immer ausfallen, sür gewiß, daß Herr Jacquot den Leipziger Posten verlassen werde. — Wie bekannt, ist in Preußen ein besonderer Ausschuß zur Prüfung und Beantwortung der folgenden beiden Fragen eingesetzt worden: „1. Welches sind die Ursachen der in neuerer Zeit vorgekommenen Ueberschwem- mungen; hat namentlich das System, welches bei der Regulirung und Kanalisirung der preußischen Flüsse bisher erfolgt ist, zur Steigerung der Hochwassergefahr und der in neuerer Zeit beträchtlich gesteigerten UeberschwemmungSschäden beigetragen, und welche Äende- rungen dieses Systems sind bejahendenfalls zu empfehlen? 2. Welche anderweiten Maßregeln können angewendet werden, um für die Zukunft der Hochwassergefahr und den UeberschwemmungSschäden soweit wie möglich vorzubeugen?" Dieser Ausschuß hat unlängst seine Thätig» keit begonnen. Der „Reichs- und Staatsanzeiger" schreibt: „Selbstverständlich kann der Ausschuß in die Prüfung von Beschwerden nicht eintreten, welche mit den ihm -berwiesenen Fragen keine Berührung haben. Dagegen wird er neben der allgemeinen Prüfung und Beantwortung dieser Fragen auch die gewissenhafte und sorgfältige Prüfung von besonderen Fällen und Beschwerden sich angelegen sein lassen, in denen eine nachtheilige Einwirkung der bei der Regulirung und Kanalisirung der preußischen Flüsse bisher angewandten Grundsätze auf Vermehrung der Hochwassergefahren und Ueberschwemmungs- schäden behauptet und durch Beibringung der erforderlichen Unterlagen nachgewiesen werden kann." — Ein sozialdemokratisches Blatt in Breslau veröffentlicht den Wortlaut eines gemeinsamen Erlasses des Kriegsministers und des Ministers des Innern in Sachen der Kriegervereine. Der Erlaß datirt bereits vom 24. Jan. 1891 und war inhaltlich längst bekannt. Das mit „geheim" bezeichnete Aktenstück lautet, wie wir der »Nördd. Allg,( Zeitg." entnehmen, nach der gedachten Quelle: ) „Die in neuerer Zeit bei Gelegcnbcit der Verhandlungen be- ' treffend Maßregeln zur Abwehr des Eindringens kratischer Elemente in die Kriegervereine gemachten Wahrnehmungen haben die Nothwendigkeit ergeben, »ach Möglichkeit in geeigneter Weise auf diese Vereine dahin einzuwirken, daß dieselben in ihren Statuten besondere, auf Vaterlandsliebe und Königstrene bezügliche Bestimmungen aufnehmen. Wir sehe« uns deßhalb veranlaßt, die in unserem Ausschreiben vom 10. Dezember 1889 enthaltenen Vorschriften dahin zu ergänzen, daß dir Erlaubniß zur Führung einer Fahne an Kriegervereinc künftighin nur dann ertheilt werden wird, wenn der betreffende Verein, abgesehen von der Erfüllung der sonst vorgeschriebenen Bedingungen, in die Vereinssatzungen salgende Bestimmung ausgenommen hat: „Mitglieder, welche sich durch ihr Verhalten mit dem Zwecke drS Vereins in Widerspruch setzen, insonderheit solche, welche der Anforderung der Pflege und Bethätigung der Liebe und Treue zu Kaiser und Reich nicht entsprechen, sind aus dem Verein auszuschließcn." In jedem Falle, in welchem ein Kriegerverein diese Bestimmung in die Statuten nicht ausgenommen hat, ist der Vereinsvarstand in geeigneker Weise (durch schriftliche Verfügung oder durch Eröffnung zu Protokoll) dabin zu verständigen, daß die obrigkeitliche Bestätigung des Vereins zurückgezogen wird, wenn der Vorstand bezw. der Verein dieser Vorschrift nicht nachkommt. Einer gefälligen Anzeige darüber, daß und wie dieser Anordnung Folge gegeben ist, sehen wir in jedem Falle, in welchem die Fahnensührnng befürwortet wird, ganz ergebenst entgegen. Außerdem empfiehlt es sich aber auch, daß in Zukunft den neu zu gründenden Kriegervereinen die ortspolizei- kiche Bestätigung erst dann ertheilt wird, wenn die vorbezeichneten Bestimmungen in den Vereinssatzungen zum Ausdruck gelangt sind. Wir ersuchen Euer Excellenz ganz ergebenst, in diesem Sinne die Ihnen unterstellten Behörden mit entsprechender Weisung zu versehen und gefälligst darauf hinzuwirken, daß auch die in Ihrem Verwaltungsbezirk bereits bestehenden Kriegervereine entsprechende Bestimmungen in ihre Statuten oufnehmen. Der Minister »es Innern: gez. Herrfurth. Der Kriegsminister: gez. ».Kaltenborn. An den Königlichen Ober- Präsidenten, Wirkl. Geb. Rath, Herrn v. Seydewitz, Excellenz, Breslau." Die „Nationalzeitung" bemerkt zu dem vorstehenden Erlaß: „Die in diesem Erlaß zum Ausdruck gebrachte Anschauung der Regierung ist ebenso bekannt wie berechtigt." ^ Stuttgart, 13. Juli. Der „Staatsanzeiger" gibt bekannt: Mit Zustimmung der beiderseitigen hohen Eltern und mit allergnädigster Einwilligung Seiner Majestät des Königs und Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich und Apostolischen Königs von Ungarn haben sich Seine Königliche Hoheit der Herzog Albrecht von Württemberg mit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Erzherzogin Margaretha Sofia von Oesterreich zu Reichenau verlobt. Die hohe Braut, geboren zu Schloß Artstetten in Niederösterreich am 13. Mai 1870, ist die Tochter Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Erzherzogs Karl Ludwig von Oesterreich, des älteren der beiden am Leben befindlichen Brüder Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I., und der am 4. Mai 1871 verstorbenen Erzherzogin Maria Annunziata, Tochter weiland Seiner Majestät des Königs beider Sizilien Ferdinand II. Seit 1873 ist Erzherzog Karl Ludwig wiedervermählt mit Maria Theresia, Tochter weiland Seiner Königlichen Hoheik Dom Miguel, Jnfanten von Portugal. Erzherzogin Margaretha Sofia ist Stern-Krcuz-Ordens-Dame und Aebtissin des K. K. Theresianischen adeligen Damenstistes auf dem Prager Schlosse. Der hohe Bräutigam ist bekanntlich der älteste Sohn Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Philipp von Württemberg und der Herzogin Maria Theresia, Tochter Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Erzherzogs Albrecht von Oesterreich. Herzog Albrecht ist Rittmeister und Eskadronschef im Ulanenregiment König Karl (I. Württ.) Nr. 19 und Haupt- mann ä, la suite des Grenadierregiments Königin Olga (1. Württ.) Nr. 119, ferner Königlich preußischer Rittmeister L In suite des Kürassierregiments Friedrich Eugen von Württemberg (Westpreuß.) Nr. b Seine Majestät der König und die ganze Königliche Familie sind durch diese Verbindung mit der innigsten Freude erfüllt worden, welche auch im Lande den lebhaftesten Widerhall finden wird. Ferner gibt der „Staatsanzeiger" heute authentischen Aufschluß über die vielbestrittene Angelegenheit des Ankaufs des bisherigen Cafe Marquardt zum Zweck eines Neubaues auf dem Schloßplatz zwischen Bahnhof und Hostheater. Vorverhandlungen mit einem Privatkonsortium waren seitens der Hofkammer bereits abgeschlossen; es erhoben sich aber vielfache Bedenken gegen einen die Schönheit des Schloßplatzes gefährdenden hochstöckigen Nutzbau an dieser Stelle und die Genehmigung Seiner Majestät des König- blieb aus. Nunmehr hat Ihre Majestät die Königin-Witwe Olga die Frage zu allgemeiner Befriedigung gelöst, indem sie unter denselben Kausbedingungen, die mit jenem Konsortium verabredet waren, den Platz erwarb, „um ihn in einer dem Schloßplatz entsprechenden Weise zu überbauen". Diese Lösung ist insbesondere auch für die angrenzende katholische Kirche St. Eberhard günstig, welche durch das ursprüngliche Projekt in Bezug auf Licht und Luft stark bedroht war. In der Rathhausbaufrage hätte es bezüglich des Bauplatzes am letzten Montag zur entscheidenden Abstimmung in der Sitzung der bürgerlichen Kollegien kommen sollen. 27 Mitglieder hatten sich bereits für den alten Platz am Markte entschieden, so daß diesem eine Majorität von 6 Stimmen gesichert schien. Es wurde aber von der Gegenseite ein geschäftsordnungsmäßig nicht abzulehnender Vertagungsantrag eingebracht, der die Entscheidung abermals ans Monate hinausschiebt. Oesterreich-Ungarn. Wik«, 13. Juli. Die Ernennung des bisherige» Staatssekretärs im ungarischen Handelsministerium, Herrn Bola von LukL.es, zum Handelsminister ist bereits vollzogen. Den LebenSgang des neuen ungarische» Handels- ministtrs haben wir in Nr. 191 dieses Blattes geschildert. Seit dem Tode des Ministers Baroß waren für den Posten des ungarischen H>wi>elsministers verschiedene Kandidaten in's Auge gefaßt und eine geraume Zeit lang galt eine andere Kombination, als die nunmehr zur Wirklichkeit gewordene, für die wahrscheinlichere. Für die Berufung des Herrn von LukLcs sprachen seine allgemein anerkannte bedeutende Arbeitskraft und seine volle Vertrautheit mit allen Einzelheiten des dem Handelsministerium zufallenden Wirkungskreises. Dazu kam aber noch das weitere Moment, daß es der Regierung darum zu thun war, den Anschein zu vermeiden, als ob etwa beabsichtigt wäre, mit der von Baroß verfolgten Handelspolitik zu brechen, oder auch nur an ihren Grundlagen Aenderungen vorzunehmen. Herr von LukLes als Handelsminister bedeutet somit die Fortsetzung des von Baroß eingeleiteten und mit Energie durchgeführten Systems. Frankreich. Paris, 13. Juli. Heute, am Vorabend des Nationalfestes, ist die Tagung der französischen Kammern zu Ende gegangen. Die letzten Beschlüsse der Deputaten- kammer bestanden darin, daß die Abgeordneten mit 310 gegen 169 Stimmen den Gesetzentwurf über die Wiedererbauung der Komischen Oper annahmen und dem Gesetzentwurf über die Ausübung der Heilkunde in der vom Senat beliebten Gestalt die Zustimmung ertheiltcn. Ministerpräsident Loubet verlas hierauf den Erlaß, durch welchen die Session geschlossen wird. Der Senat nahm in seiner letzten Sitzung die Vorlage über die vier direkten Steuern in der Fassung der Kammer an und genehmigte auch den Gesetzentwurf über mineralische Oele, die zur Beleuchtung dienen. Um de» Wünschen der Dcputirten- kammer zu entsprechen, hat der neue Marineminister Burdeau dem Obersten Dodds die Ordre ertheilt, den Oberbefehl über die gesammten Streitkräfte des Heeres und der Marine an der Dahomeküste zu übernehmen. Da der jetzige Befehlshaber der dortigen Schiffe, Rey- niers, in seinem Range aber älter ist, als der Oberst Dodds, wird an seine Stelle ein Offizier von entsprechend niedrigerem Dienstalter treten. Der Gouverneur des französischen Kongogebiets bildet gegenwärtig eine Truppe aus ehemaligen Gabunschützen für Dahome. Burdeau's Ernennung zum Marineminister hat übrigens einen guten Eindruck gemacht. Der neue Marineminister ist auch in Deutschland bekannt, da er als einer der französischen Delegirten an der Berliner Arbeiterschutzkonserenz theil- nahm. Neuerdings wurde Burdeau viel genannt, als er gegen Drumont einen Verleumdungsprozeß anstrengte und gewann. Burdeau hat sich durch eigene Tüchtigkeit eine geachtete parlamentarische und öffentliche Stellung errungen. In der deutschen Presse wird Burdeau vielfach mit einem anderen französischen Sozialpolitiker, Professor Bourdeau, verwechselt, der durch seine werthvollen Arbeiten über die soziale Bewegung in Deutschland sowie über Schopenhauer, Arbeiten, die zum Theil in der „Revue des deux Mondes" und im „Journal des Debüts" veröffentlicht wurden, sich einen guten Namen gemacht hat. Luxemburg. Luxemburg, 12. Juli. Das amtliche „Memorial" veröffentlicht das vom 30. Juni 1892 datirte Gesetz betreffend die Herabsetzung des Wahlzensus für die Abgeordnetenkammer und sonstige Abänderungen am Wahlgesetz. In Abänderung des Art. 1 des Gesetzes vvm 5. März 1884 wird der Wahlzensus für die Abgeordnetenkammer auf fünfzehn Franken herabgesetzt. Belgien. Brussel, 13. Juli. Gestern sind die konstituirenden Kammern zur Berathung der VerfassuiigSrevision zu- sammengctreten. Zunächst sind die Wahlprüfungen vorzunehmen. Damit die Rechte sich über ihre Haltung zur Verfassungsfrage verständigen kann, sowie um den Ausschüssen der Zweiten Kammer zu gestatten, sich über die Verhältnisse der drei oder vier beanstandeten Wahlen Rechenschaft zu geben, findet die nächste Sitzung dieses Hauses erst morgen statt. Griechenland. Athen, 13. Juli. Nach einem der „Polit. Korresp." von hier zugehenden Berichte bestand der Zwischenfall im Phaleron-Theater lediglich in einer privaten Streitigkeit zwischen den türkischen Diplomaten und den griechischen Offizieren; den türkischen Herren waren in dem Theater besondere Sessel eingeräumt und als die Türken sich in einem Zwischenakte vorübergehend entfernten, ließen die griechischen Offiziere diese Sessel von der Polizei wegräumen. Daß die Türken darüber unwillig waren, ist zwar begreiflich, aber die beiden türki- , schen Gesandtschaftssekretäre hätten doch wegen der Bagatelle nicht gerade ein Duell zu provoziren brauchen. Die beiden Gesandtschaftssekretäre sind denn auch, wie schon gemeldet, versetzt worden. Mit der Politik stand, wie aus dieser Darstellung des Sachverhalts ersichtlich ist, der ganze Vorfall in keinem Zusammenhang. Großherzogthum Baden. Karlsruhe, den 14. Juli. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin haben in der letzten Zeit verschiedene Ausflüge in die Umgegend von St. Blasien unternommen, so am vorigen Samstag über Menzenschwand auf den Feldberg, am Dienstag nach Todtmoos und einigen Orten in dem großen Walddistrikt dieser Gegend. S>eine Königliche Hoheit der Großherzog empfing täglich viele Personen aus weitem Umkreis, darunter solche, welche Höchstdemselben Petitionen überreichten. Auch zu Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin kamen viele Frauen und Mädchen des Bezirks, meistens in Angelegenheiten der Vereinsthätigkeit. Die Höchsten Herrschaften hatten fast täglich Personen zur Mittagstafel geladen. Höchstdieselben beabsichtigen, Samstag den 16. d. Mts. von St. Blasien abzureisen. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin begibt Sich nach Schloß Mainau, während Seine Königliche Hoheit der Großherzog nach Karlsruhe fährt und dort bis Sonntag Abend verweilt. Ihre Königlichen Hoheiten verlassen St. Blasien mit den dankbarsten Gefühlen für die viele Liebe und Fürsorge, welche Höchstdenselben während des dortigen Aufenthaltes von allen Seiten zu Theil wurde, und dankerfüllt für alle so reichlich erwiesenen Aufmerksamkeiten. Die in St. Blasien verbrachten Wochen werden in unauslöschlich dankbarer Erinnerung dem Gedächtniß der Höchsten Herrschaften erhalten bleiben. T Seine Excellenz der Herr Finanzminister vr. Ellstätter hat heule einen mebrwöchentlichen Urlaub angetreten. § (Aus derThätigkei! desSchutzvereins gegen wucherischeAusbeutung dcsVstkes) wird uns Nachstehendes mirgetheilt: „Es ist schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß Inländer, welche Erbschaften in auswärtigen Staaten, insbesondere Nordamerika, zu erhebe» in der Lage sind, am zweckmäßigsten das Großh. Staatsministerium (Abtheilung für auswärtige Angelegenheiten) um Vermittlung angehen. Ein bei dem Schutzverein zur Anzeige gekommener Fall weist neuerdings darauf hin, wie mißlich es werden kann, dieser Vermittlung sich nicht zn bedienen. Ein Vormund armer Kinder hatte sich unmittelbar an den betreffenden fremdländischen Konsul gewendet, um eine den Kindern angefallene kleine Erbschaft rinzuziehen. Bei der Abrechnung wurden den Kindern an den cingegangenen Geldern außer sämmtlichcn Auslagen nicht weniger als 25 Prozent in Abzug gebracht. Nach den Erhebungen des Vereins bestehen für die betreffenden Konsuln keine staatlich geregelten Taxen bei Besorgung derartiger Angelegenheiten. Die Unterstützung des Vereins, welcher für die Geschädigten einen Rechtsstreit anstrcngte, hatte zur Folge, daß der Konsul einen Vergleich anbot, durch welchen den Kindern der größte Theil der abgezogenen Summe nachträglich ersetzt wurde." Der Vorstand des Vereins hat, wie wir den Lesern in Erinnerung' bringen wollen, seinen Sitz in Karlsruhe. * (lieber den Eisenbahnverkehr) auf der hiesigen Bahnstation (Bahnhof und Mühlburgerthor) im verflossenen Jahr gibt der Handelskammerbericht einige mittheilenswerthe Zahlen. Personrnfabrkarten wurden 1048 934 gegen 518 620 im Jahre 1882 gelöst; Gepäck wurde 3 071 920 gegen 1 777 875 lc^ im Jahre 1882 und Thiere kamen 512S gegen 12 421 zum Versandt. Die Einnahmen betrugen 4 173 305 M.. während dieselben 1842 nur 2 802 706 M. betragen hatten. Zu beachten ist, daß der ganze Durchgangsverkehr und der Personen-, Gepäck-, Expreßgut-, Milch-, Fahrzeuge-, Leichen- und Thierverkehr von fremden Bahnen nach badischen Statione» in den gegebenen Zahlen nicht begriffen ist und daß Rückfahrkarten eivfach gerechnet sind. (Die Betrietslänge unserer badischen Bahnen hat sich von 1881 bis zum Schluß des Jahres 1891 von 1314,(2. auf 1453,98 Kilometer gesteigert.) M«WWW«MMWWMWWW I W» » !W I, — - > " .. . . . l ., . >- -- 'i'» * (Heber den GeschLftsverkebr der hiesigen städtischen Svar- und Psandleihkasse) im Jahre 1891 wird mitgetbcilt: Der Geschäftsverkehr der Sparkasse war erheblich stärker als in den unmittelbar vorhergehenden Jahren; er umfaßte 31794 Geschäftspoften mit einem Geldbeträge von 5206 845 M> 97 Pf. gegen nur 29 698 Posten mit 5 171312 M. 28 Pf. im Jahre 1890 , 26 825 Posten mit 5 050 609 M. 81 Pf. im Jabre 1889 und 24 782 Posten mit 4 798087 M. 54 Pf. im Jahre 1888. Die Einlagen betrugen 2 860 425 M. 24 Pf.» die Rückzahlungen dagegen nur 2 334 981 M- 80 Pf.» erstere also mehr: 525 443 M. 44 Pf. Mit Einrecknung der gutgeschriebenen Zinsen im Betrage von 258 879 M. 57 Pf. erfuhr das Einlage- authaben eine Zunahme von 784 323 M. 1 Pf-, wodurch dessen Gesamwtdetrag von 7 829484 M. 97 Pf- auf 8 613 807 M- 98 Pf. stieg. Zu den am Jahresanfang vorhandenen 11630 Einlegern traten 2 750 neu hinzu, während nur 1 965 abgingen. Am Jahresschluß besaß daher die Sparkasse 12 415 Einleger. In welcher Weise seit dem Jahre 1870 die Einlegerzabl und das Einlagegutbaben anwuchs, mögen die nachstehenden Zahlen veranschaulichen Es betrug: die Einlegerzahl im Jahre 1870 4 775, das Einlagegutbaben 2 203 088 M. 57 Pf.; 1880 die Einleger- zahl 5586. das Guthaben 3 239 498 M. 84 Pf. und 1891 dre erster- 12415. das Guthaben 8613 807 M. 98 Pf. * (Die zum G es an gs w ettstreit der „Lied erh a ll e") ausgesetzten Preise sind in sinnreicher Anordnung in einem der geräumigen Schaufenster der Firma S. Model auf der Kaiscr- straße dahier öffentlich ausgestellt. - (Der Armenrath) erhielt für die hiesigen Armen von Frau F. einen Betrag von 100 Mart. V Heidelberg. 13. Juli. (Frauenverein. — Konzerte.) Kürzlich hat der Unterrichtskurs des hiesigen Frauenvereins für Kochwesen seinen Abschluß gefunden. Ihre Königliche Hoheit die Gro 8 berzogin bat bei diesem Anlaß di; Lehrerinnen und Schülerinnen durch ein Telegramm erfreut. — Neben den stets überfüllten Stadtgartenkonzerten erfreuen sich auch die in dem prächtig gelegenen Rremeneckgarten abgehaltenen in diesem Sommer eines lebhaften Zuspruchs. Kürzlich haben daselbst dir Kapellen dds 110. Regiments mit gutem Erfolg konzertirt. 7 . Konstanz. 13. Juli. (Ausstellung. — Militärische Feste. — Bodan-Jubiläum. — S l adt g art cn.) Die unter dem Protektorat Ihrer Königl. Hoheit der Großher- »oa'N stehende Ausstellung von alten und neueren Geweben im Kavitelfaale des hiesigen Münsters wird am 16. d. M.» Vormittags Ifi'/r Uhr, eröffnet. Die Ausstellung scheint na.-b dem. waS bis jetzt zu übersehen ist. eine sehr interessante und reichhaltige zn werden. — Das Juditäumsfest »um 25jährigen Bestehen des hiesigen Jnfantklieregiments „Kaiser Friedrich HI" Nr- 114, zu dem die ehemaligen Angehörigen des Regiments eingeladcn sind, bat zu dem Wunsche Anlaß gegeben, aus den gleichen Zeitpunkt — nach dem Vorgänge anderer Regimenter — hierher einen ersten 114r-Tag eiuzuberuse». Ein zu diesem Zweck ans Mitgliedern des hiesigen Kriegerbundcs und Militärvcreins, sowie einigen älteren Regimentskameraden gebildetes Konnte >st im Verein mit anderen patriotisch gesinnten Männern, welche ihre Mitwirkung gerne in Aussicht gestellt haben, zu dem Entschlüsse gekommen, bei diesem Anlässe dem schon seit 24 Jahren hier garnisonirenden Regimente ein Geschenk zu widmen, weiches in einem würdigen, wenn auch einfachen Denkmal des verewigten Regimentschefs, des früh verstorbenen Kaisers Friedrich III, be, stehen soll. Dir Vorsitzenden des vorerst aus 30 Mitgliedern bestehenden Komits's sind die Herren Oberbürgermeister Weber und Professor Eonrad. — Das Bodan-Jubiläum, d. i. das Stiftuvgsfest de« vor 50 Jahren zuerst unter dem Namen „Fidelis" gegründeten Bürgervercins „Bodan", wird in den letzten Togen dieses Monats begangen werden und außer einem Festzug aus der Geschichte des Vereins und anderen Veranstaltungen insbesondere ein Festkonzert bieten, das in zwei Hauptwerken, dem Finale aus der Oper „Loreleb" von Mendelssohn und der „Velleda" von Brambach, seinen Glanzpunkt finden wird- — Bei der zur Zeit herrschenden Schwüle besitzen wir in unserem Stadtgarten ein herrliches Plätzchen, um daS uns wohl manche größere Stadt beneiden dürfte. Denn abgesehen von den lieblichen Gerüchen. die den wohlgrpflegten Blumenbeeten entströmen, dem saftigen Grün des Rasens, einer wahren Augenweide, den angenehmen, schattigen Spaziergängen, herrscht dart infolge einer stets vom See herkommenden Brise den ganzen Tag über eine verhältnißmäßig frische Temperatur. ^ Vom Bodensee, 13. Juli. (Landwirths chaft- lich es.) Der Schnitt der Wintergerste ist beendigt und bat ein befriedigendes Ergebniß geliefert. Die Roggcnernte ist z. Zt. in vollem Gange; ihr Stroh- und Körnerertrag wird in den meisten Amtsbezirken als günstig bezeichnet. Der Mittelpreis dieser wichtigen Brodfcucht beträgt dermals auf unfern Schrannen 17 M. 50 Pf. per 100 Kilo. Der Stand der Hopfen wird allenthalben als recht zufriedenstellend geschildert» so daß die Produzenten bei dem schönen Aussehen der Hopfenanlagen und einer wahrscheinlich vermehrten Nachfrage höhere Preise, als im Vorjahr, zu erzielen hoffen. Der Kirschenhandel geht seinem baldigen Abschluffe entgegen. In Sipplingen wurden noch in jüngster Zeit große Quantitäten schwarzer Kirschen nach Ravensburg verlaust. Der Detailpreis derselben ist in Konstanz kürzlich auf 12—20 Pf. Pr» Pfund hcrabgegangen. Die Aprikosen lassen Heuer stellenweise, z. B. in Lndwigshafen, eine weniger ausgiebige Ernte erwarten. Verschiedenes. * Berlin, 13. Juli. (P a P i e r st a t i st i k.) Ein französischer Statistiker hat berechnet, daß in der Welt augenblicklich rund viertausend Papierfabriken bestehen, welche zusammen 952000000 Kilogramm Papier erzeugen, von dem die eine Hälfte für Drucke- reizwecke verwendet wir», 300000 000 Kilogr. Papier werden allein zur Produktion von Zeitungen, Zeitschriften rc. gebrauchtem Quantum, das um ein Drittel größer ist als vor zehn Jahren. Auf den Kopf aller civilisirten Nationen berechnet sich obige Menge wie folgt: Es kommen auf einen Engländer 11'/g Md-- einen Amerikaner lO'/z Psd., einen Deutschen 8 Pfd., einen Frau- zosen 7'/, Psd., einen Oesterreichcr-Ungarn 3'» Pfd.. einen Mexikaner 2 Pfd » einen Spanier iVr Pfd , einen Russen 1 Pfd- * Cleve, 13. Juli. (Prozeß Buschhoff.) Die Mitglieder des Gerichtshofs haben heute die Besichtigung des Bukch- hvff'schen Hauses in Tanten in ungestörter Ruhe vornehmen können, da die Bevölkerung sich so ruhig verhielt, daß kein Militär aufgeboten werden mußte; nur die Kirchstrabe war von der Gendarmerie abgesperrt. Unmittelbar nach der Rückkehr deS Gerichtshofs auS Tanten wurde.hier die Verhandlung wieder ausgenommen. Der Oberstaatsanwalt Hamm hielt sein Plaidoyer, in welchem er alle für die Untersuchung maßgebend gewesenen Umstände, sowie die in der Verhandlung zu Tage getretenen, für Buschhoff entlastenden Momente eingehend würdigte. Er erklärte , er erachte Buschhoff nicht nur als der Thal nicht überführt , sondern er halte dessen Unschuld als nachgewiesen; aus diesem Grunde stelle er den Antrag auf Nichtschuldig. * München, 13 Juli. (In Schliersee) hat ein Wolkenbruck große Verheerungen angerichtet. Er erfolgte gestern Abend gegen 8 Uhr; binnen wenigen Minuten stand das Wasser in allen Straßen zwei bis drei Fuß hoch. Die Wasser schaffen mit solcher Wucht von den Bergen in's Thal, daß sie gewaltige Steine berabriffen, die in ihrem Lauf alles zerstörten, waS sich ihnen entgegenstcllte. Schliers« batte den ersten Anprall auszu- halten, da sich über seine Fluren daS Wetter entlud, dann wälzten sich die Wasser gegen Miesbach, wo sie ebenfalls große Verheerungen anrichteten. So ist H. B. die Schröder'sche Säge eiu- gestürzt, die Eisenbahn des Bergwerkes HauSham in die Schlierach gestürzt. die fast vollständig neue Jobannesbrücke in Miesbach weggeriffen. Die Maschinenhalle der Bahn ist ganz zerstört. In Schliersee sind alle Gärten vollständig verwüstet. Jetzt deckt der Schlamm 2 bis 3 Fuß tief die Straßen. Aus der Bahnlinie Schafllach-Gmund ist der Bahnverkehr bis zur Stunde unterbrochen, auch der Verkehr von Thalham nach Miesbach-Schliersee mußte gestern Abend eingestellt werden, ist indeß heute wieder ausgenommen worden. Wie den „N. N." mitgetheilt wird, soll,» bei einer Müble in Schliersee mehrere Leichen angeschwemmt worden sein. * Genf, 13. Juli. (In Sain t - G erv ais), dem Schau- Platze des großen Gletschersturzes am Mont-Blanc, sind bis jetzt 126 Leichen aufgefundcn. Die Leichen sind größtentheilS entstellt, viele entsetzlich verstümmelt; auch einzelne Theilc menschlicher Körper werden gefunden. Die Persönlichkeit der Umge- kommenen ist schwer festzustcllen. da die Fremdenliste im Kurbause theilweise durch das Wasser zerstört worden ist. In den Blättern werden schreckliche Ernzelheiten des Herganges bei dem Gletscherstürze erzählt. Die Sturzwelle nahte mit solcher Schnelligkeit, daß sich von der Badeanstalt nur wenige in dem höher liegenden Hause wohnenden Leute retten konnten. Die Ueber- lebenden schildern den Eindruck als furchtbar, wie die heranstür- mende, 5 Meter hohe Sturzwelle, Baumstämme und Felsblöcke mit sich führend, die großen Häuser der Badeanstalt fortriß. Die ganze Katastrophe dauerte nur acht Minuten. worauf dcr Bergbach wieder in sein Bett zurücktrat. Die Arve, in die der Bergbach mündet» treibt in schmutzigem, schlammigem Wasser alle Arten von Hausgeräth und eine Menge Leichen, die man mit Haken an das Ufer zu ziehen sucht. An der schweizerischen Grenze wird in der Aroe ein gegitterte- Wehr errichtet, um die Leichen aufzufangen. Das Unglück wurde dadurch herbcigeführt, daß, als sich der Gletscher loslöste, die niederstürzenden Wasser und Felsmassen sich zuerst an einer Brücke stauten und von da mit einem Ruck losbrachen. * Rom, 13. Juli. (Columbus-Ausstellnng in Genua.) Wie man der „Polit. Korrcsp." aus Genua berichtet, ist die daselbst eröffnete Ausstellung anläßlich des Jubiläums der Entdeckung Amerika's durch Kolumbus noch keineswegs fertig und dürfte erst Ende dieses MoaatS in allen ihren Tbeilen vollendet fein. Ob das Italienische Königspaar anläßlich dieser Ausstellung nach Genua kommen wird, fei noch immer nicht bestimmt. Mit Sicherheit glaube man aber, in Genua den Besuch des Königs gelegentlich der Mitte Oktober stattsindenden Enthüllung des Denkmals sür den nm dir Stadt hochverdienten Herzog von Galliern erwarten zu dürfen. Mit der Columbus- Feier in Genua wird sich eine Anzahl Kongresse verknüvfeu, so ein botanischer und geographischer Kongreß, ferner ein Kongreß der Londoner „Gesellschaft sür die Reform des internationalen Rechtes" und andere. R.O. Nrw-Dork, 13 Juli. (Chrus Field), der Mitbegründer der ersten telegraphischen Verbindung zwischen Amerika und Europa, ist heute gestorben. Field war am 30. November 1819 zu Stockbridge in Massachusetts geboren und von HauS aus Kousmann. Im Besitze des ihm von den gesetzgebenden Körpern Neufundlands crtheilteu Prioilegs zur Legung eines Kabels vom den Vereinigten Staaten dorthin und dann nach Europa, verband er sich mit seinem Bruder und vier andere» Kapitalisten zur Ausführung der submarinen Telegraphcnver- bindung'Amerika's mit Europa, die aber erst nach Uebrrwin- dung größter Schwierigkeiten im Juli 1866 gelang. FieldS weitere Thätigkeit wandte sich dann sväter (1871) der Kabellinie durch den Stillen Ocean über die Sandwichinsrln nach China und Japan zu. K.8. Buenos AyreS , 13. Juli. (SchiffSunsälle infolge von Stürmen.) Das argentinische Torpedoboot „RosaleS" ist während eines OrkanS au der Küste von Uruguay gekentert. Die Offiziere wurden gerettet, das Schicksal dcr 70 Mann starken Besatzung ist dagegen unbekannt. Von dem Panzerschiff „Atmirante Brown" und dem Kreuzer „Veinticino" liegen die erwarteten Nachrichten nicht vor und man befürchtet, daß auch diese Schiffe von demselben Sturme ergriffen worden sind- Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 14. Juli. In dem Prozeß gegen I)r. Siebert wegen Tödtung des Dr. Matz im Zweikampf sprach das Schwurgericht den Angeklagten nur des einfachen Zweikampfs schuldig und der Gerichtshof erkannte darauf auf eine Festungshaft von 10 Monaten. Cleve, 14. Juli. Der Erste Staatsanwalt beantragte die Freisprechung Buschhofss. Die Verhandlung habe die volle Unschuld ergeben; Buschhoff sei weder der Mörder, noch ein Mitthäter, noch ein Mitwisser. (Siehe die Mittheilung unter „Verschiedenes".) Pest, 14. Juli. Das Abgeordnetenhaus nahm die Baiutavorlageu nahezu einstimmig unter großen Ovationen für den Finanzminister an. Catania, 14. Juli. Drei Ocffnungen des Aetna sind in beständiger gefahrdrohender Thätigkeit. ES wird ein ungeheuerer Schaben befürchtet; die Zerstörung von Ort- schäften ist unvermeidlich. St. Petersburg, 14. Juli. Der Pöbel machte am 7. Juli in Saratow Ausschreitungen infolge eines Gerüchts, die Aerzte begrüben die Kranken lebendig. Das Polizei- bureau, die Wohnungen des Polizeimeisters und der Aerzte, sowie das Cholerahospital wurden geplündert und 17 Kranke davon geschleppt. Die Spitalbeamten, und wer dafür galt, wurden angegriffen; zwei derselben wurden getödtet. Aus dem Lager requirirte Truppen gaben Feuer und tödteten 3 und verwundeten 4 Personen. Es gelang ihnen, die Ruhe wiederherzustellen. Familiennachrichlen. Karlsruhr. Aus;», mm Sem SlasLr-tmch-Aeziftrr. Geburten. 7. Juli. Heinrich Karl, B.: Eduard Reck. Kaufmann. — 11. Juli. Albertine Emilie, V. : Friedrich Christ. Handelsmann. — Karl Wilhelm, V.: Wilhelm Strobel, Bier- sührer. — Ssfie, B.: Johann Peter Dorsam. Blechner. — 12. Juli. Theodora Franziska Maria Cbristina, V.: Karl Theodor Fliegauf, Ingenieur. — Luise S'fic, V.: Ludwig Schütz. Buchhalter. — Helena, V. : Johann Gabriel Kaufmann, Ma- schrnenbcizer. Eheaufgrbat. 12. Juli. Franz Schnellbach v,n hier, K»n- dltor hier, mrt Mma Reutber van Legelshurst. Tad erfülle. .12. Juli. Ullrich. 4 T., V.: Josef Veit. Diener. — 13. Juli. Lina Erna, I M. 8 T., B.: Max Jellin, Buchhalter. — August Schlenker. Kaufmann, 17 I. - Olga, 1 M. 13 T.» B.: Taver Haas, Maschinist. — Anna, Witwe deS Kassiers Julius Niebcrgall, 40 I._ H»Mrru»s«vrob«chtmrgra der Mrtrarol. Ktattm, Karlsruhe. iLarom-! Dher«. Juli > """ I ^ 13 Nachts gr-u ! 743 2 4-16 2 103 14.Mrgs.7r«U ') 743-5 -j-15,8 10 3 14.Wittgs.2r-U , 744 2 4-17,8 II.I «bk!. Relativ- Feucht. Fruchtig» Wisd m mm Kit in 73 77 73 "I SE SW ! Himmel. sehr wolkig ! wolkig ') Regeu — 1.1 mm der letzten 24 Stunden. W«fl«rs»aud deS StdeisS. Moxa«. 14. Juli, MraS., 4 60 m, gefallen 4 cm. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Wetterkarte vom 14. Juli. Morgens 8 Uhr. Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 14 Juli 1882. Etaat-z»aptere , Bahnaktie«. 4»^D Schwz.Rordostb. 109.2« 1 ° ° ^ - C-Ntralb. 129.80 4°/« Baden in L 10t.«Km 4/o „ m lN, 103,85 Ungarn Oesterr.Goldrente 96.L0 Clblbal » Silberr. 81.— — " 4°/o Ungar. Gvldr. 93.90 1880r Russen 84.10 11- Orientanleihe — Italiener campt. 81.10 142.10 86»/» Egypter 97.10 Spanier 63.— Zoll-Türken 90.30 Banken. Kreditaktien 264'/« DiSk.-Kommandit188.90 DarmstädterBank 137 50 "andelsgesellsch. 142 20 putsche Bank 16IM Lombarden Dresdener fest. Berit«. Staatsbahn Oest. Kredilakt. 166.50 Lombarden 204.75 Hess. Ludwigsb. 115.30 Wechsel «ni> Sorten. Wechsel a. Amstd.167.75 London 20.41 Paris 8103 „ . Wien 170 20 RapoleonSd'or 16.23 Privatdiskonlo l'/e N a ch b s r f e. Kreditaktie» 265 ',2 DiSkonto-Kom. 189.40 Staatsbahn L54.40 86 V 2 299.50 97.70 110.10 58.65 „ Staarsdahu 128.10 Ungarn Lombarden 42.10 Marknoten Gclsenkirchen I37 50j Paris. Dortmunder 65.40 3°/» Rente —.- Bochumer 134.70 Spanier —.- Riibelnoten MI.LOTürken — Tendenz: fest. Ottomane — «vtr». >3°,» Portugiesen — — Wetterbericht vom 14. Juli 1892. Während hoher Druck den äußersten Westen des Erdtheils bedeckt, lagert über Mitteleuropa ein ausgebrxitetes Gebiet niedrigen Druckes, in welchem zahlreiche flache Minima zu erkennen sind; dieser unregelmäßigen Luftdruckverthcilung entsprechend ist das Wetter unbeständig und regnerisch. Eine wesentliche Besserung ist vorerst wohl nicht zu erwarten. Erklärung. Die den Stationen beigefügtcn Zahlen geben die TemperatuMade nach Celsins an; die den Kurven (Isobaren) beigefügten Zahlen bezeichnen den auf das Meer reduzirten Barometerstand in Millimeter. L Aberdeen. NI Berlin. Vs Breslau, o Kork, cm Chemnitz. Eherbnra. Lhriitiansund. u H-paranda. Nb Hamburg, na Helder. I ll» n Kopenhagen. Nr Karlsruhe, dl Mullaghmor«. dlo Memel, »lk Miin.er. dlü München, n Nina. Nk R-uiahrwasier, k Paris, kt Petersburg, a SoinemSnd« 8 t Stockholm. 87 Shkt. r Triest. V Wien. V« Wiesbaden. . , , ^, ---- - - ^ - -- - -- — - --»r— ^ -Schmacher Wrnd, , Bedeckt. » Mäßiger Wind. Wollig, w Halbbedeckt. Starker Sind. v Heiter. . Sturnnlch, 0 Wollenlos. - Regen, s «edel. » Schnee. L Hagel, -r- Blitz, Sewitter. Stur«. <->— Orkan. » Dunst. — » — fehlt telegr. »ngade. I. iklles>ir!le kskknilie. Unter dem Protektorat Seiner Lönigtichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Laden. aus Anlaß der Feier des äOMrigen Bestehens am 1K.-1S. Juli 18S2 in der zu am Sonntag, den 17. Juli, nachm. 3 Uhr und '/z? Uhr, am Montag vorm. 11 Uhr (Ehrenklasse). sür die Wettgesangkonzerte: Balkon (nummeriert): Erste Reihe 4 ^r-, zweite Reihe 2 Saal: 1- Abteil, (nummeriert) 3 II. Abteil, (nummeriert) 2 tll. Abteil, (nichtnummeriert) l^lt. 50 obere Galerie (nichtnummeriert) ^ ^ .. Karten für iämtlicke Wettgesangkonzerte (sog. kaw-psr tout) Balkon: erste Reihe 9 zweite Reihe 4 ^ 52 A; Saal: I. Abteil. 7 II. Abteil- 4 50 Eintrittskarten sowie Fefibücher (diese mit Programmen und Lkedertexten, zu 50 Ä) sind vom 13 Juli an in den Musikalienhandlungen der Herren Her N««et (Kaiserstraße 159, Eingang Ritterstraße) und N»x« (OSkar Lästert Nachf., Kaiserstraße 114), sowie bei dem Stadtgartencinnehmer, Herrn Friedrich — ferner an den Konzerttagen selbst am Portale der Fest- balle zu haben. U 719 3- In heutiger Sitzung wurden nachstehende Obligationen der Gesellschaft Gintracht zur Heimzahlung gezogen: Lit. Hast. 100: Nr. 398, 474, 486, 490, 491, 513. Lit. L ü fl. 50: Nr. 551, 594, 595, 596, 654, 660, 661, 697. Vorstehende Obligationen, deren Verzinsung am 1. August 1892 aufhört, werden von diesem Termine ab von dem Bankhaus Ed. Koelle dahier eingelöst. Aus früheren Ziehungen restiren noch: Lit. H L fl. 100: Nr. 187, 301. R.613.2. Lit. U u fl. 50: Nr. 580, welche Obligationen gleichfalls, sowie die jeweils verfallenen Coupons, von genanntem Bankhause eingelöst werden. Karlsruhe, den 17. Februar 1892. Der Vorstand. Chr. Vogel. Karl Moninger. aller Art, me: glatte unä vanel. 8äulen, l-aclenstLntler, Venliet- treppen, Lsnaliealt'onsarlikel, 61801116 8tri1l6inri6lltlU1K6I1 6l6. empüehlt dillixct P.738.16. 8Ül.l.IkiiL^I, Karlen. Ho8t«»r»U»8«r1»1»x5«r t Ban-Gyps, La. liefert jederzeit billigst T-708.8 chypswerk Steinbach bei Neckarzimmern. U-809- Nr. 4333. Waldsbut. Die Ehefrau des Johann Ernst Uehlin in Schlechtbach, Marie, geb. Weniger, vertreten durch Rechtsanwalt Fellmeth in Waldshur, hat bei dieff. Landgericht eine Klage mit dem Begehren eingereicht, sie für berechtigt zu erklären, ihr Ver Hrarea»8t«1!« ISvsaok. . . . . U'7013. Ein jung kautionsfäh. Mann ! w-igen von demi-mgen ihres Ehemannes mit besserer Schulbildung (einj.-sreiw.), ^ abzusondcrn. schöner Handschrist u. vrima Zeugnist.! vermin zur mündlichen Verhandlung sucht dauernde Stelle als Kanzlei- od.^vor der II. Civilkammer des Großh. Bureaugebilfe. Offert. sub s.A. post- Landgerichts ») beMnimt auf lagernd Freiburq i Br. Das < von LLrrs'S deänäst Mir R.288.12. l-llivWlLlr 6H kille 8ÜM M (LrvLoN) 8 taklbal! Imiiclu L>» LI«?i«>»L«S 86 rLS- vsrdunöen mit LsItlV« 88 «I-IIeilM 8 tAlt. >Vürtt. ljabvstatiou Dzncl» äer I»inis 8ti»t1zr»rt—llküdinxsil—Ilarl». uvck an xexanlivnvn Lirältvn leiste,ister l'ersovso, so»is von L'i:»!»«!»-, LL»zr«i» , L^ranliKelten eie. — Xeu^sto IivZieuisotls LioriotlNiiigeu. — NilrsiPp « Verkaltirei» unter persdnl. tteiniux- stss Ssnitätsrrts unst kbxsücus Nr. Wer». — kräolnixer Zomworaukeatdalt kür Lrdolungabeäarktigs. — NilLix« be»8!«»8pr«l8e — Ltänstigo LasteLrete Saoitätsr. Nr. Wer» unst Nr. 8efti»1ck. — Omnibus su stso UsuptrüZeo am Labnkok Lxaod. T'550.4. Vrosv. gratis v. kraolro sturob stis N »«leckt eelill,»» «Ärgerliche Rechtspflege. Konkursverfahren. U801. Nr. 9864. Müllheim. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Eduard Friedrich Greiner von Britzingen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Müübeim, den 12. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Sebolb. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Adler. U802. Nr. 6784. Schönau. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Steinhauers Luigi Bernasconi von Zell wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Schönau, den 9. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez Krimmer. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Grasberger. VerMögeusabsondernng. U-810. Nr. 6593. Konstanz. Die Ehefrau des Schuhmachers Eduard Reb- stein, Agatha, geb. Schwendinger von Immenstaad, wurde durch Urtheil Gr. Landgerichts Konstanz — Civilkammer II — vom Heutigen für berechtigt erklärt, ibr Vermögen von demjenigen ihres Ehemannes abzusondern. Konstanz, den 7. Juli 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts: Nothweiler. Samstag den 15. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr- , Dies wird andurch zur Kenntniß- . nähme der Gläubiger gebracht. ! Waldsbut, den 11. Juli 1893. ! Die Gerichtsschreiberci Gr.Landgerichts: Wassermann. HandelsrrgistereiutrSge. U 720. Nr. 39,081. Heidelberg. Zu Ord.Z. 249 Band 0 des Firmenregisters wurde eingetragen: Die Firma „L. Engel mann" in Hcidllberg. Die Firma ist mit dem Zusatze „Nachfolger" auf Wilhelm Christ. Kaufmann hier, üdergegangen. Derselbe ist verheirathet mit Elise, geb. Engclmann von hier. § 1 des Ehevertrags vom 10. Oktober 189l bestimmt, daß jeder Theil 60 M. in die Gütergemeinschaft einwirft, alles , übrige Vermögen von derselben ansge- i schloffen bleibt. Heidelberg, den 5. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht- Reichardt. U805- Nr. 39,684. Heidelberg. Zu O-Z 644 Band l des Firmenregisters wurde eingetragen: Die Firma „Joseph Mayer" in Heidelberg. Die Firma ist auf Schuhmacher Eduard Mayer dahier übergegangen. Derselbe ist verheirathet mit Malwiue, geborne Nölke von hier, ohne Ehevertrag. Heidelberg, den 8. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Reichardt. U806- Nr- 39,683. Heidelberg. Zu O Z. 317 deS Gesellschaftsregisters wurde eingetragen: Die Firma „Aktiengesellschaft Heidelberger Schuhfabrik" in Heidelberg. Die dem Kaufmann Gustav Kahn und Kaufmann Eduard Hermann hier ertheilte Prokura ist erloschen. Heidelberg, den 8. Juli 1892. ' Großh. bad. Amtsgericht. Reichardt'. U-782. Nr. 5977/78 Ettlingen. In das diesseitige Handelsregister wurde heute eingetragen: ». Zu O Z-47 des Gesellschaft-regi- sters Firma „Badische Normst werkzrug- fabrik Ettlingen, Scholl, Kaller >8 Cie. in Ettlingen": Die Gesellschaft hat sich unterm 1. Juli d. I. durch den Austritt der Teilhaber Julius Kaller und Otto Scholl, beide Mechaniker in Karlsruhe, aufgelöst. Die Aktiva und Passiva hat der Theilhaber Kaufmann Friedrich Lorch in Karlsruhe übernommen. b. Unter O Z- 176 des Firmenregisters die Firma „Badische Normalwerk- zeugsabrik Ettlingen" in Ettlingen. Inhaber dieser Firma ist Kaufmann Friedrich Lorch in Karlsruhe. Derselbe ist ohne Ehevertrag verehelicht mit Margaretha, ged. Koch aus Ehningen. Ettlingen, den 9. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht, v. Grimm. U'781. Nr. 10,803. Lahr. In das Gesellschaftsregister Ordn.Z. 110 wurde eingetragen: Firma S. Weil, früher in Nonnenweier, jetzt in Lahr. Die Gesellschaft hat am 1. Juii v. I. ihren Sitz von Nonnenweicr nach Lahr verlegt. Am 1. Juli d. I. ist der bisherige Prokurist David Oskar Weil als Gesellschafter mit chem Rechte, die Firma einzeln zu zeichnen, cingetreten. Derselbe ist seit 16. März d. I. mit Cilly. geb. Stern von Cannstatt, verehelicht. Der 8 1 des Ebevertrags, «io äat» Offenburg, den 15. März d I., bestimmt, daß jeder Eketheil 100 Mark in die Gemeinschaft eimoirft. dagegen alles weitere und künftige Einbringen mit den etwa darauf ruhenden Schulden von der Gemeinschaft ausgeschlossen bleiben soll. Lahr, de» 7. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Mündel. U'723. Nr. 7646. Boxberg. Unterm Heutigen wurde zum diesseitigen Firmenregister unter O.Z- 94 — Firma „Friedrich Zimmermanu" in Wöl- chingen — folgender Eintrag gemacht: „Die erste Ehefrau des Inhabers, Elise, geborene Weigand, ist gestorben und damit die ibr ertheilte Procura erloschen. Nach 8 1 des mit seiner zweiten Ehefrau, Anna Maria, geb. Hettinger von Wölchingen, untern» 22. Juni d. Js. errichteten Ebevertrags wurde das Ge- diug der bloßen Nichtgemeinschaft ngch L.R.SS. 1530-1535 festgesetzt." Boxbcrg, den 6. Juli 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Ketterer. Zwangsversteigerung. ^ U-79Z. Karlsruhe. MM II.Steigerungs- Ankündigung. Montag, 1. August 1892, Nachmittags 3 Uhr, wird im Hause Hcbelstraße 7, ebener Erde rechts, in Folge richterlicher Verfügung die dem Kaufmann Fritz Merker dahier gehörige nachbeschriebene Liegenschaft der ' Gemarkung Karlsruhe zu Eigenthum öffentlich versteigert und endgiltig zuge- i schlagen, auch wenn der Anschlag nicht l geboten wird. ! N-H-B- IV- 506- ! Das in der Schützenstraße dahier unter Nr. 48, einerseits neben Werkmeister Philipp Abt, jetzt Amalia und Anna Abt, anderseits neben Pfandleiher Johann Zölle- gelegene dreistöckige Wohnhaus mit Seitenbau, sammt aller liegenschaftlichcr Zuaehör, einschließlich des Grund und Bodens, taxirt zu.29,000 M. Die Steigerungsbedingungen können im Amtszimmer des Notars eingesehen werden. Karlsruhe, den 7. Juli 1892. Der Vollstreckungsbeamte: C- Fraeulin, Großherzogl. Notar. U-788. Thiengen. Steigerungs-Ankündigung. In Folge richterlich. Verfügung werden dem Gastwirth _^—-Theodor Landwehr und der Nepomuk Landwehr's Witwe» Franziska, geborene Laubenberger in Tbiengen nachbenannte Liegenschaften auf Gemarkung Thiengen am Montag den 1. August d. I., Vormittags 9 Uhr, im Rathhanse allda erstmals öffentlich versteigert und zngeschlagen, wenn der Schchtzungspreis oder mehr geboten Wied- 8 B. Nr. 126. 3 a 59 gw Hofraithe im Ortsetter und Haus Nr- 36: Ein dreistöckiges Wohn- und Wirthschafts- gebäude mit Realwirthschaftsgerechtig- keit „zum Hirschen", gewölbtem und Balkenkeller nebst angebanter zweistöckiger Scheuer und Stallung mit Schopf an der Hauptstraße; ferner L.B. Nr. 123: 8 gm Dungtege in der Priester- aasse, zusammen taxirt . 22000 M. sowie 5 i>» 25 a Ackerland, Wiesen und Reben an 14 verschiedenen Orten, taxirt. 13590 M. Thiengen, den 28. Juni 1892. Der Bollstreckungsbcamte: Großh. bad. Notar: W i s e r. U698 Fabrenbach. Ankündigung. In Folge richterlich. Verfügung wird dem Müller Franz Reiß in Fahrenbach die nachverzeichnete Liegenschaft auf Gemarkung Fahrenbach am Samstag den 13. August 1892, Vormittags 9 Uhr, in dem Rathhause zu Fahrenbach öffentlich versteigert, wobei der endgiltige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Beschreibung der Liegenschaft: 1. 6 a 92 gm Hofraithe mit darauf stehendem 1 stockigen Wohnhaus mit einer eingerichteten Getrcide- Kundenmühte mit 3 Mahl- und 1 Schälgang und das ganzeJahr hindurch einer gleichmäßig starken Wasserkraft (die sog untere Mühle) nebst einem Zimmeran- dau, Spreukammer und Balkenkeller und einem angebanten Schöpfen am nördlichen Haus- giebel und den 4 für sich alleinstehenden Schweinställen im Trienzgrund, Anschlag der Gebäude und des Platzes mit Müb- leneinrichtung und Wasserkraft 5000 2 . 2 a 95 gm Hofraithe mit einer daraufstehenden Istöckig- Scheuer mit Tenne, Stall u. Barn allda, Anschlag des Gebäudes und des Platzes.1200 3. 6a 31 gm Pflanz und HauS- garten bei den Gebäulichkeiten allda. 200 Ebenso wird ein größerer Güterkomplex als dazu gehörig mit- versteigerr. DerGesammtanschlag beträgt 15250 Fünfzehntausend zweihundert und fünfzig Mark. Mosbach, den 6. Juli 1892. Der Vollstreckungsbesmtr: Joachim. Strafrechtspflege. Ladungen. U-767.2. Nr. 11,000. Karlsruhe. 1. Landwinh Ludwig Wilh.Fuchs, geb. am 26. September 1859 zu Treschklmgen, Amt Sinsheim, zuletzt in Karlsruhe wohnhaft, 2. Schlosser Georg Theodor Ludwig Janson, geb am 17. Juni 1863 zu Ladenburg, Amts Mannheim» zuletzt in Karlsruhe wohnhaft, 3 Hausknecht Philipp Zach mann, geb. am 17 März 1858 zu Kö- uigsbach, Amts Durlach, zuletzt in Karlsruhe wohnhaft, 4- Zimmermanu Gustav Hofmann, geb. am 11. Juni 1856 zu Hochstetten, Amts Karlsruhe, zuletzt in Hochstetten wohnhaft, 5. MechanikerOktavLudw.Schmidt. geb. am 30. Dezember 1865 zu Stebbach, Amts Eppingen, zuletzt in Karlsruhe wohnhaft, werden beschuldigt, zu Nr. 5 als beurlaubter Reservist, zu Nr. 1 bis 4 als Wehrmänner der Landwehr ohne Er- laudniß ausgewandert zu sein, Ueberlretung gegen Z 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf Samstag den 27. August 1892, Vormittags 8 Uhr, vor das Gr. Schöffengericht zu Karlsruhe zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472 der Reichs-Strasprozeßordnungvon dem Kgl. Bczirkskommando zu Karlsruhe ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Karlsruhe, den 9. Juli 1892. Rittelmann, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Verm. Bekanntmachungen. U796. Nr. 262. Emmendiugen. Bekanntmachung. Zur Fortführung der Vermeffungs- werke und der Lagerbücher nachbeschriebener Gemarkungen ist im Einverständniß mit den Gemeinderätben der betheiligten Gemeinden Tagfahrt jeweils auf dem Rathhause der betreff. Gemeinde anberaumt, und zwar für die Gemarkung: Riegrl auf Montag den 25. d. M., Vorm. 8 Ubr. Herbolzh-im auf Mittwoch den 27. d. M., Vorm. 8 Uhr. Enditigen auf Freitag den 29. d.M.» Vorm. 8 Uhr. Die Grundeigenlhümer werden hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß das Verzeichnis der seit der letzten Fortführung eingetretenen, dem Gemeinderath bekannt gewordenen Ber- änderungcnim Grundeigenthum während 8Tagen vor dem Fortsührungstermin zur Einsicht der Betheiligten aus dem Nachhause aufliegt; etwaige Einwendungen gegen die in dem Verzeichnis vorge- merktcn Aenderungen in dem Grundeigenthum und deren Beurkundung im Lagerbuch sind dem Fortführungsbe- amten in der Tagfahrt vorzutragen. Die Grundeigenlhümer werden gleichzeitig aufgefordert, die seit der letzten Fortführung in ihrem Grundeigenthum eingetretenen, aus dem Grundbuche nicht ersichtlichen Veränderungen dem Forlführungsbeamten in der bezeichneten Tagsahrt auzumclden. lieber die in der Form der Grundstücke eingelretenen Veränderungen sind die vorgeschriebenen Handrisse und Meßurkunden vor der Tagfahrt bei dem Gemeinderath oder in der Tagfahrt bei dem Fortsührungs- beamten abzugcben, widrigenfalls dieselben auf Kosten der Betheiligten von Amtswegen beschafft werden müßten. Emmendingeu, den 8. Juli 1892. Der Fortführungsbcamte: I. Greder, Bezirksgeomerer. U'815. Karlsruhe. Bekanntmachung. Mit Wirkung vom I. August l. I. werden die in den Transittarifen für die Beförderung von Gütern belgischer und holländischer Herkunft ab Mannheim und Ludwigshafen a Rh. (vom 20. Mai 1890), ab Frankfurt a. M. Staaisbahnhof (M.N.B.), Frankfurt H. L.B, Frankfurt Ostbabnhof, Frankfurt-Sachsendausen, Frankfurt-Sachsenbausen (Bebraer oder Slaatsbadnhof), Gustavsdurg, Mainz und Kastel (vom I. Juni 1890) enihaltenen Ausnahme- frackisätze für rohe Baumwolle im Verkehr mit Sckopfheim, Steinen und Wehr um je 1 Pfg, mit Zell i,W. um 5 Pfg. für 100 >cg ermäßigt. Karlsruhe, den 12. Juli 1892. Namens der betheiligten Verwaltungen: Generaldirektion der Großh. Bad. Staatseisenbahn.cn. U.818. Karlsruhe. Bekanntmachung. Den Herren Studirenden Wilhelm 'Bleidorn aus Durlach und Felix Eitner aus Ohlau ist für eine gemeinschaftliche Arbeit auf dem G biet der Physik der Preis der Eisenlohr-Stiftung zuerkannt worden. Karlsruhe, den 13. Juli 1892. Gr. Direktion der Technischen Hochschule. Wiener. U-817.1. J.Nr. 261/711. Karlsruhe- Bekanntmachung. Der für das diesjährige Kaisermanöver des XlV. Armeecorps erforderliche «Vorspann zur Anfuhr dkr Biwaksbedürfnisse soll im Wege des Vertrages nach den bei der Unterzeichneten Intendantur einzusehenden Bedingungen, welche auf Erfordern in Abschrift gegen Erstattung der Kopialien zugesteüt werden, vergeben werden. Hierzu wird Termin auf SS. -s. M., Vormittags 10 Uhr, im Dienstgebäude der Unterzeichneten Behörde — Schloßplatz 22, Zimmer Nr. 37 — an- bcraumt, zu welchem Anerbietungen geschloffen und mit der Aufschrift „Manövervorspann" versehen einzureichen sind. Karlsruhe» den 13. Juli 1892. Königl. Intendantur XIV. Armeecorps. Versteigerung von Nutzholz auf -ein Stock, u.8121 Die Großh. Bczirksforstei Herren-- wies versteigert mit Borgfrist Lamstag de« S3. Juli L8SS, Vormittags 10 Uhr, im Forsthouse zu Herrenwies aus Domänenwaldungen Abth. I. 14, 17, 30, 11 7, Hl. 5, 7, 8 zusammen 720 Nadelholzstämme mit ca- 2000 Festmeter in 8 Loosen auf dem Stock. Die Schläge werden von den Waldhütern Müller und Harlfinger in Herren- wies, Herzog und Herrmann in HundS- bach auf Verlangen vorgezeigt. Druck und Verlag oer G. Brau «scheu Hofbnchdruckerei. (Mit einer Beilage.)