Karlsruher Iritn- Freitag 12. August .H« Ä 21 . Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltnng. Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18US. Amtlicher Chril. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter'm 24. v. M. gnädigst geruht, dem Vorstand der Taubstummenanstalt in Gerlachsheim, Hermann Willa- reth, den Titel „Rektor" zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unterm 3. d. M. gnädigst geruht, den Stationskonlroleur Adalbert Deisler in Karlsruhe zum Sekretär bei der Generaldirektion der Großh. Staatseisenbahnen zu ernennen. Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Finanzen vom 6. d. M. wurde der Stationsassistent Gustav Jordan zum Stationskontroleur ernannt und der Großh. Bahn- Verwaltung Baden zugetheilt. Nichtamtlicher Cheil. Karlsruhe, den 11. August. Die französischen Minister haben, wie schon im gestrigen Blatte gemeldet wurde, am Dienstag Vormittag in Fontainebleau unter dem Borsitze des Präsidenten Carnot eine Berathung abgehalten, die vorzugsweise dem Konflikte zwischen der französischen Regierung und dem Kongostaate galt. Der „Temps" meldet, Minister Ribot habe bereits auf Grund dieser Berathung eine Note nach Brüssel gesandt, und theilt über den Inhalt dieser Note mit, daß sie jeden Vorschlag einer schiedsrichterlichen Regelung des Zwischenfalls im Kongogcbiete ablehne. Diese Meldung scheint verfrüht zu sein. Eine Depesche des Wolff'schen Bureaus lautet dahin, Herr Ribot werde die Vorschläge des Kongostaates erst heute beantworten, aber auch sie kündigt an, daß der Minister den Antrag auf eine schiedsrichterliche Entscheidung zurückweisen werde, lieber die Stellungnahme der französischen Regierung zu dem Schiedsgerichtsvorschlage scheint also kein Zweifel zu herrschen. Es mag bei dieser Gelegenheit kurz an den Verlauf des diplomatischen Schriftwechsels erinnert wer§ den. In dem Schreiben, welches der französische Minister des Aeußern anläßlich des Zwischenfalles von Kotto an den unabhängigen Kongostaat richtete, machte die französische Regierung den letzteren für die Ermordung des Lieutenants de Poumeyrac verantwortlich und beschuldigte ihn sogar, den Eingeborenen Schußwaffen neueren Systems ausgeliefert zu haben. Schon 24 Stunden nach Ankunft dieses Schreibens ging die Antwort der Kongoregierung an die französische Regierung ab, in welcher die Kongoregierung den Vorwurf, die Eingeborenen mit verbesserten Gewehren ausgerüstet zu haben, energisch zurückwies und behufs endgiltiger Regelung der Grenzstreitigkeiten die Einsetzung eines Schiedsgerichts beantragte. Davon will aber, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, das Pariser Kabinet nichts wissen. Aus Brüssel, also wohl allerdings von einer nicht ganz uninteressirten Seite, wird zur Orientirung über die Sachlage folgendes bemerkt. Das streitige Gebiet liegt -.—-- - nördlich vom 4. Breilegrade auf beiden Seiten des Ubangi. Im Berliner Vertrage wurden diese Gegenden weder als zu Frankreich noch als zum Kongostaate gehörig betrachtet, sondern als herrenloses Gebiet angesehen, welches demjenigen gehört, der zuerst davon Besitz ergreift. Nun haben die belgischen Forschungsreisenden Roger und Van G(;le schon seit zwei Jahren dortselbst eine Reihe von Posten gegründet, mit den Eingeborenen Verträge abgeschlossen, den Verwaltungsdienst des Staates eingerichtet und überhaupt in jeder Weise das Recht des ersten Besitzergreifers geltend gemacht, ohne daß die französische Regierung dagegen Einspruch erhoben hätte. Dagegen erhob die Kongoregierung sofort Einspruch, als die französische Regierung zu Anfang dieses Jahres mehrere Agenten in das Ubangigebiet schickte, ein Protest, der von Seiten der französischen Regierung so wenig Beachtung fand, daß dieselbe schon im darauffolgenden Februar die Expedition Liotard organisirte. Um ernsteren Verwicklungen vorzubeugen, beantragte der Kongostaat bei der französischen Regierung die Einberufung einer großen, internationalen Kommission, welche die Frage in kontradiktorischer Weise vom juristischen und geographischen Gesichtspunkte aus untersuchen sollte. Frankreich wies den Antrag zurück und forderte gleichzeitig den Kongostaat auf, die streitigen Gebiete sofort zu räumen. Im Aufträge des Königs Leopold beantragte alsdann der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Graf von Grelle-Rogier, bei der französischen Regierung die Intervention einer Mittelsperson. Da Minister Ribot zu wissen that, daß er eine direkte Vereinbarung vorziehe, so ging König Leopold auch auf diesen Wunsch ein, uud nachdem jeder der beiden Theile zwei Vertreter entsandt hatte, begannen die äußerst langwierigen Unterhandlungen, in deren Verlauf die Vertreter des Kongostaates zu wiederholtenmalen die Befürchtung äußerten, daß inzwischen in den streitigen Gebieten ein ernster Konflikt ausbrechen könne, und darum, freilich vergebens, auf schleunigstes Zustandekommen eines Einvernehmens drangen. Die Delegirten trennten sich endlich am 15. Juli, nachdem sie die Unmöglichkeit eingesehen hatten, auf dem Wege direkter Verhandlungen ein sofortiges Einverständ- niß zu erzielen; sie versprachen jedoch, nochmals die Grundlagen eines möglichen Uebereinkommens zu studiren, und gaben der Hoffnung auf baldige endgiltige Behebung des Streites Raum. Leider trat jetzt der Fall ein, den die Vertreter des Kongostaates längst befürchtet hatten, die Ermordung eines französischen Agenten am Flusse Kotto, wodurch Alles wieder in Frage gestellt wurde. Frankreich sucht aus dem Zwischenfalle Vortheil zu ziehen, indem es vom Kongostaate nicht nur eine bedeutende Geldentschädigung beansprucht, sondern auch verlangt, daß der Kongostaat den 4. Grad nördlicher Breite als Grenze anerkenne. Dies ist der gegenwärtige Stand der Frage, welche von der Presse beider Länder gegenwärtig so lebhaft erörtert wird. Deutsrtzlsnd. * Berlin, 10. Aug. Seine Majestät der Kaiser wohnte heute Vormittag einer Truppenübung auf dem Bornstädter Felde bei und empfing sodann im Marmorpalais de» Reichskanzler Grafen v. Caprivi. Sodann arbeitete der ! Kaiser mit dem Chef des Civilkabinets, v. Lucanus, und ! empfing Nachmittags den Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg, der an Stelle des vom Amt zurückgetretenen ' Herrn Herrfurth zum Minister des Innern ernannt , worden ist. ! — Unter'm 6. August hat der Kaiser Seine König- ! liche Hoheit den Erbgroßherzog von Oldenburg mit ! der Führung der 19. Kavalleriebrigade beauftragt. Der ! Erbgroßherzog trat am 8. Juni 1869 als Seconde- ! lieutenant in die Armee ein, wurde am 22. Mürz 1877 ^ zum Premierlieutenant und noch in demselben Jahre ! zum Rittmeister befördert. Kaiser Wilhelm I. ernannte j ihn 1883 an seinem Geburtstage zum Major. Oberst- ! lieutenant wurde der Erbgroßherzog August am 22. Mai ^ 1889, Oberst am 29. Juni 1891. Zuletzt befehligte der ? Erbgroßherzog das 19. (Oldenburgische) Dragoner- ! regiment. Die 19. Kavalleriebrigade, mit deren Führung ! er jetzt beauftragt ist, setzt sich zusammen aus dem genannten Dragonerregiment und dem 13. Ulanenregiment (Hannover). — Der Oberstlieutenant v. Villaume ä la 8uite des , 1. Garde-Feldartillerieregimeuts und vom Militärkabinet, ist unter Belastung L 1a suito des gedachten Regiments zum Abtheilungschef im Militärkabinet Seiner Majestät des Kaisers ernannt worden. — Zu dem Rücktritt des Ministers Herrfurth schreibt die „Nordd. Allg. Zeitg.": „Dem Vernehmen nach machte Staatsminister Herrfurth als Gründe für seinen Rücktritt nur die bekannte Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Steuerreform und gesundheitliche Rücksichten geltend." Herr Herrfurth verabschiedete sich heute von den Beamten im Ministerium des Innern und übergab die Amtsgeschäfte an den Grasen Eulenburg. Für morgen ist er zur Abschiedsaudienz und zur Tafel bei Seiner Majestät dem Kaiser befohlen. Wie man hört, beabsichtigt er, seinen ständigen Wohnsitz in Berlin beizubehalten, wo er bereits eine Privatwohnung im Westen der Stadt ge- miethet hat, um sich zunächst ganz seinen Abgeordnetenpflichten zu widmen. Man nimmt an, daß er als Hospitant der freikonservativen Partei beitreten wird. Er vertritt im Abgeordnetenhause den Wahlkreis Osthavel- > land-Spanoau. § — Das „Berliner Tageblatt" will in Erfahrung gebracht haben, daß der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Frhr. v. Soden, ein Abschiedsgesuch eingereicht und dringend um Enthebung von seinem Posten gebeten habe. Als sein Nachfolger werde der bisherige Stellvertreter des Gouverneurs, Kapitän-Lieutenant Ruediger, genannt. Es ist hierzu zu bemerken, daß die Nachrichten des genannten Blattes aus und über Deutsch-Ostafrika sich vielfach als nicht zuverlässig herausgestellt haben. Man wird deshalb abzuwarten haben, ob die vorstehend wiedergegebene Meldung eine Bestätigung von anderer Seite erfährt. — Am 16. Juli hat das Kanonenboot „Hyäne" nach einem Aufenthalte von 4 Wochen die Kapstadt verlassen. 16 . Fräulein Kapitän. >-erb°t°«. Eine Eismeergeschichte von Max Lay. (Fortsetzung.) In weitem Bogen umsegelt Gaston die Hebriden und nähert sich den Orkneyinseln, als der Wind umspringt und, steif aus Nordwesten blasend, schlechtes Wetter dringt. oder wie man auf dem Lande mit unheimlichen Schauern sagt: Sturm. Vorläufig blies er ihm gut von hinten. Es ließen Segeln stehen, was halten wollte, und schoß mit hochaufschäumendem Bug nach Osten. Oftmals warf er den Blick auf den unermüdlichen Begleiter, ob er noch nicht «sackte". War er ihm auch vermöge des schärferen Schnittes am Rumpfe bei leichtem Winde überlegen, so hoffte er doch dies bei schwerer Brise wett zu machen. da sein breiter gebautes Schiff vor dem Winde mehr Segel vertrug, als jener. Aber die andere «Margot" erwies sich in allen Sätteln taktfest. Wohl batte sie mehr Segel weggenommen, als er, flog aber auch unter gekürzten Linnen nach wie vor mit Grazie hinter ihm her, ließ sich von den mächtigen Rollwogen auf und abwärts werfen und schien die Bemühungen Gastons, ihr zu entfliehen, geradezu zu verspotten. Im Laufe des Tages sprang der Wind nach Norden um, wurde kühl und kühler. Die Polarste machte sich bemerklich durch einige Nebel, die Schiff und Takelage im Nu mit einer schneeigen Kruste überzogen, so daß von jedem angezogcnen Tau ein förmlicher Eishagel auf die Köpfe der Matrosen herniederprasseltc. Hier und da kam auch wohl ein kleiner Eisberg herangcschwommen, der, in langsamer Auflösung begriffen, nach Süden trieb. Das Wetter wurde stetig unangenehmer. An dem grauen Himmel ziehen düstere Wolken und lagern sich schwer über den fast schwarzen Wogen, die in wilder Wuth aus dem Eismeer heranjagen, um die beiden Schooner beweisen zu lassen, ob sie wirklich seefest gebaut seien. Die Kraft des Sturmes wuchs. Gellend pfeift der Wind durch die Rollenlöcher,' unheimlich beult er durch die immer kahler werdende Takelage, denn Gaston läßt ein Segel nach dem andern sestmachen, um das schwerfällige Stampfen des Schiffes zu vermindern, das ganze Wasserberge auf das Verdeck nehmen muß. Außerdem bat er wegen des trüben Wetters schon seit zwei Tagen keine astronomischen Beobachtungen mehr machen können. Nach seiner Berechnung müssen aber die Orkney-Inseln nicht mehr fern sein. Als der Tag sich neigt und der Sturm infolge dessen wie gewöhnlich etwas adschwächt, läßt er sein Schiff beidrehen, das beißt unter einem kleinen Sturmsegel mit der Nase in den Wind legen. so daß es nicht mehr vorwärts segelt und nur die Steuerfähigkeit erhalten bleibt, daS Fahrzeug aber langsam seitwärts treibt, auf die Straße zwischen den Orkney- und Shetland- inseln zu. Der andere Schooner bat das Manöver nachgemacht und tanzt in genau derselben Entfernung wie sonst, luvwärts auf den Wogen. Er war der ganzen Mannschaft bereits so vertraut, daß man beim Wechseln der dienstthuenden Wache mit den andern spärlichen Neuigkeiten auch jedesmal die Beobachtungen über den Nachbar austauschle. Die Nacht sinkt vollends hernieder und sendet kalte Regenschauer, die alsbald zu Glatteis gefrieren, das Schiff und Verdeck sauber kandirt. Gaston hat sich zur Ruhe begeben, seinem Piloten aber ange- sagt, ihn sofort zu rufen, falls das Wetter sich ändere oder noch mehr Wind aufkomme. Der Sturm rast mit erneuter Heftigkeit über das nasse Deck. Aus der kochenden See fliegen unterschiedliche Spritzer herauf, die dann aus tausend Funken leuchtend, über die Planken huschen und durch die Speigaten gurgelnd und glucksend wieder ablaufen. In seine Regenkleider gewickelt steht der Pilot neben dem Mann am Steuerruder und beobachtet den Kompaß, dessen von unten erleuchtete Scheibe mit dem arbeitenden Schiffe unablässig auf und nieder schwankt. Unsicheren Schrittes patscht der Mann in seinen schweren Seestiefeln über das Hinterdeck, schüttelt sich wie ein nasser Pudel und schleudert mit dem nassen Aermel die ausdringlichen Regentropfen von der Nase, auf die sie eifrig bemüht sind, einen kleinen Wasserfall zu unterhalten, der aus der Traufe der Südivesterkcempe gespeist wird. Er ruft der Wache auf dem Vorderschiff zu, gut Ausguck nach Brandung zu halten. Sein Ruf wird vorschriftsmäßig erwidert. Der Ausgucksmann stimmt zur Auffrischung des eingeschrumpften Humors ein lustiges Lied an, die anderen Matrosen der Deckwache haben als einzig wirksamen Trost in solch langweilig bitterböser Nacht die Pfeife angezündet und sind auf der vom Winde geschützten Seite des Großbootes, das mitten auf dem Deck steht, zusammengekrochen- „Daß unser Landsmann dort drüben nicht aus unserem Kielwasser kommt" — beginnt einer der Leute das schon oft behandelte Unterhaltungsthema- „Unser Landsmann?" fragt höhnisch ein Anderer und schimpft gleichzeitig über seinen Nebenmann» der ihn heimtückischerweise aus der windsichern Ecke bugsiren will, „weißt Du, mir scheint, als ob der fliegende Holländer den Schooner führt uud der Satan das Besteck dazu macht." „Iwpo sibio!" läßt sich eine tiefe Stimme in gebrochenem Französisch vernehmen, «ich war selbst dabei, wie der Teufel vor vier Jahren in der Zulusee vor Anker gelegt wurde, und dort liegt er noch in zweitausendfünfhundertfiinszig Faden Tiefe." «Du hast genau gelothet, Cockney — aber erzähle nur, wie seid Ihr dazu gekommen?" Cockney war der Bootsmann und Eisjagdverständige, den Gaston erst in Cardiff an Bord genommen. Als solcher hatte er nach Schiffsgebrauch eigentlich ein heiliges Anrecht, hinten, daS beißt in der Offizierskajüte zu logiren. Er zog es aber oor. bei der Mannschaft zu Hausen, da sein Kalturzustand nicht einmal an den der gemeinen Matrosen heranreichte. War überhaupt ein Original in vieler Hinsicht, wie man es nur unter dem seefahrenden Volk antreffen kann. (Fortsetzung folgt-) um wieder nach Kamerun zu gehen. Auf ihr fuhr nach der Walfischbai Bergreferendar Duft, der sich im Regierungsaufträge nach den deutschen Gebieten begibt. In seiner Begleitung befindet sich Herr v. Bülow, ein Bruder des in Ostafrika gefallenen Offiziers. Nach Port Nolloth reisen die Gebrüder Grafen Pfeil. Graf Joachim Pfeil, der bekanntlich einige Zeit in Kapstadt weilte, um die Besiedelungssrage von Klein-Windhoek in Fluß zu bringen, begibt sich nun ick Begleitung seines Bruders an den Bestimmungsort. Die Reise geht im Ochsenwagen von Port Nolloth aus durch Klein- und Groß-Namaqualand nach dem Norden und gilt in erster Linie dem Zwecke, das Land auf seine landwirrhschaft- lichen Verhältnisse zu prüfen. Anfangs November werden die Reisenden wieder in Kapstadt zurückerwartet. — Nach einer Meldung aus Petersburg ist der Chef des russischen Verkehrsministeriums, Witte, von seiner Reise in die von der Cholera heimgesuchten Gouvernements zurückgekehrt. Ueber den Stand der Cholera in Rußland wurde heute in Petersburg folgende amtliche Uebersicht ausgegeben: Vom 8. August meldete man aus Kasan 15 Erkrankungen und 4 Todesfälle, aus Kursk 3 Krank- heits- und eben so viele Todesfälle, aus Astrachan 18 Erkrankungen und 5 Fälle eines tödtlichen Ausgangs, aus Baku 4 Erkrankungen und 5 Todesfälle. In Za- ritzyn waren am 7. August 7 Personen erkrankt und 5 starben, in Nischny-Nowogorod zählte man am 9. August 64 Cholerakranke, 31 starben an diesem Tage. In den meisten Städten hat die Sterblichkeit bedeutend abgenommen, dagegen herrscht die Epidemie in den Gouvernements noch ungemindert. Neue Erkrankungen kamen in Wladimir vor. Der „Politischen Korrespondenz" schreibt man aus Petersburg: „Einen ss betrübenden Umfang auch die Choleraepidemie in einzelnen Provinzen des russischen Reiches angenommen hat, kann man gleichwohl der Hoffnung, daß die Seuche bei ihrem Vordringen nach Nord- und Westrußland milde austreten und nicht allzu zahlreiche Opfer fordern werde, die Berechtigung nicht absprechen. Diese Erwartung darf sich vornehmlich auf zwei Erscheinungen stützen. Zunächst hat es sich bisher überall, wo der unheimliche Gast einkehrle, gezeigt, daß nur jene Volksklassen, bei denen mangelhafte und schlechte Nahrung und infolge derselben geschwächte Äörperkon- stitution, ferner große Unreinlichkeit der Wohnungen und dazu noch die abergläubische Auflehnung gegen die von der Behörde verfügten Vorsichtsmaßregeln für Verheerungen durch die Seuche die günstigsten Bedingungen boten. Die zweite Thatsache, aus welcher sich besondere Beruhigung schöpfen läßt, ist die Energie. Umsicht und Gewissenhaftigkeit, mit welcher die öffentlichen Verwaltungsorgane alle durch die Ergebnisse der ärztlichen Wissenschaft und Erfahrung gebotenen Maßregeln ins Werk setzen. In Petersburg rüstet man sich mit allen Mitteln, um der Einschleppung und eventuellen Verbreitung der Cholera vorzubeugen. Die speziell für die Bekämpfung der Cholera eingesetzte sanitätsärztliche Kommission wacht auf das Strengste über die Durchführung der den Hausbesitzern aufgetragenen sanitären Verbesserungen. Die Moskauer Zemstvo-Versammlung hat in einer großen Anzahl von Dörfern der Kreislauüschaft Beobachtungspunkte, die mit Aerzten, chirurgischen Gehilfen und Heilmitteln ausgestattet sind, errichten lassen. Ferner wurden dort kleine Hausapotheken behuss unentgeltlicher Beriheilung an die verschiedenen Gemeindebezirk« zusammengestellt. Wir fügen diesen Mittheilungen über bas Auftreten der Epidemie in Rußland noch folgenden Bericht aus Konstantinopel bei, der vom 5. August datirt ist: „Auf Grund authentischer Nachrichten über den Stand der Cholera auf türkischem Gebiete kann festgestellt werden, daß sie im Verlaufe der letzten acht Tage stationär geblieben ist. Die Wachsamkeit des Internationalen Sunitätsrathes in Konstantinopel dauert ungeschwächt fort, so daß vielleicht die Hoffnung gestattet ist, die türkische Hauptstadt werde auch diesmal von der Epidemie verschont bleiben. In einer der letzten Sitzungen des Sanitätsrathes hat das österreichisch-ungarische Mitglied desselben, Herr vr. Hagel, das ungenügende türkische Aerztematerial einer scharfen Kritik unterzogen und den Antrag gestellt, daß die Pforte ersucht werde, in den beiden Lazarcthen in Kavak und Sinope je einen europäisch gebildeten Bakteriologen anzustellen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und die Pforte hat sich bereit erklärt, ihm Folge zu geben. Ferner hat Herr vr Hagel den Wunsch ausgesprochen, daß für das Lazareth von Sinope ein Dampfdcsinfcktionsapparat angeschafft werde. Auch dieser Wunsch wird in Erfüllung gehen, denn die Pforte hat einen solchen Apparat bereits telegraphisch bestellt. Außerdem wurde nach Platana der Sanitätsarzt 1)r. Vitali, begleitet von vier türkischen Militärärzten, gesendet, um für die genaue Befolgung der vorgeschriebenen Maßregeln Sorge zu tragen." Wie man sieht, wird im europäischen Osten jetzt eine energische Thätigkeit in der Bekämpfung der Cholera entfaltet und die Bedeutung dieser Maßregeln auch für Mitteleuropa bedarf keiner weiteren Darlegung. Wiesbaden, 10. Aug. Seine Majestät der König von Dänemark ist gestern Abend von hier abgereist. Der König begibt sich zunächst nach Gmunden, wo gegenwärtig die Königin weilt, und gedenkt daselbst einen dreiwöchigen Aufenthalt zu nehmen. SIxsterrrich-Angsrn. Wien, 10. Aug. Zu dem Rücktritt des österreichischungarischen Botschafters in Berlin schreibt das „Fremdenblatt" : „Die aus Berlin hierher gelangte Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des österreichischungarischen Botschafters am Berliner Hofe, Grafen Sze- chenyi, wird uns von gut unterrichteter Seite bestätigt. Graf Szcchenyi wird wahrscheinlich im Laufe des Monats Oktober sein Abberufungsschreiben in Berlin überreichen und bis dahin wird auch eine definitive Entscheidung in Betreff seines Nachfolgers getroffen sein." Einstweilen ist noch nichts darüber bekannt, wer der Amtsnachfolger des Grafen Szcchenyi in Berlin sein wird. Die „Neue Freie Presse" nennt Herrn v. Szögyenyi-Marich, der als früherer Sektionschef im Wiener Auswärtigen Amte allerdings nicht unbekannt in Geschäften der auswärtigen Politik ist, und beharrt auch gegenüber einem Dementi auf ihrer Meldung. — Morgen werden die Gesetze über die Balutaregulirung amtlich veröffentlicht werden. Die Gesetze treten mit der Veröffentlichung in Kraft. Ihre Wirkung ist insofern schon seit längerer Zeit ein- getrcten, als die langersehnte Befestigung der Valutakurse eingetreten ist. Bis zur thatsächlichen Aufnahme der Baarzahlungen in Gold werden allerdings noch mehrere Jahre verstreichen. Dagegen wird die Ausgabe der neuen österreichischen Silberkronen baldigst erfolgen und mit ihr die Einziehung der Eingnldennvten Hand in Hand gehen. Darüber, wann die mit der Valutaregulirung zusammenhängenden Finanzgeschäfte in Angriff zu nehmen sein werden, verlautet noch nichts Bestimmtes, doch hält man es für möglich. daß dsts noch in diesem Monat oder anfangs des nächsten Monats der Fall sein dürste. — Der Kroatische Landtag hat sich, nachdem olle Mandate als gütig erklärt waren, konstituirt. Emerich Hrvat wurde fast einstimmig zum Präsidenten, Vaso Gjurgjövics und Heinrich v. Francisci sind zu Viccprä- sidenten gewählt. — Pester Blätter veröffentlichen Einzelheiten über eine Programmrede des neuen ungarischen Handelsministers Lukacs. Der Minister hielt in Vasar- hely als Reichstagskandidat eine mit lebhaftem Beifall aufgeuommene Wahlrede. Er wolle eine Politik befolgen, die in erster Reihe das volkswirthschaftliche Gedeihen zu fördern gedenkt. Ohne als Fachminister auf die allgemeine politische Lage einzugehen, bekenne er sich als Anhänger der liberalen Partei und mit der allgemeinen politischen Richtung der Negierung solidarisch. Auf die wichtigeren Aufgaben seines eigenen Ressorts übergehend, erklärte er die Vereinbarung weiterer Handelsverträge für nothwendig, besonders nach dem Osten. Ferner gedenke er, die Handelsagenturen im Auslande zu vermehren, die ungarische Seeschifffahrt zu entwickeln und die Einrichtung der Schifffahrt an der unteren Donau auf das große Netz der Staatsbahnen zu stützen, den Fiumaner Hafen weiter auszubauen, Jmportlager und einen Dock zu begründen u. s. w., soweit dies die finanziellen Interessen zulassen. Was die Förderung der Industrie und des Handels betrifft, so beabsichtigt der Minister schon für das nächstjährige Budget größere Summen zu verlangen. Er wünscht auch mittelst staatlicher Unterstützung der Begründung neuer Industriezweige Vorschub zu leisten, so z. B. der Textilindustrie, der Erzeugung von Nähmaschinen, Spiegelglas. Mineral- Wasserflaschen u. s. w.; sodann will er die Aktion seines Vorgängers, betreffend die Errichtung entsprechender Jn- dustriesachschulen, fortsetzen. Mittelst Begründung von Gewerbsgenosserffchaften könne die schwierige Lage der Kleinindustriellen gemildert werden. Frankreich. Paris, 10. Aug. Am heutigen Tag ist ein Jahrhundert verflossen, seit das Volk von Paris Vas Tui- lerienschloß erstürmte und den König zwang, Schutz bei der Nationalversammlung zu suchen, die ihn suspendirte. Der 10. August war der Vorläufer des 22. September, an welchem die Republik prvkiamirt wurde. Die Feier des letzteren Tages wird eine offizielle sein,- der heutige Tag wurde nur in einzelnen Kreisen gefeiert, in denen man ein Interesse daran hat, das Andenken an blutige Volksthaten durch lärmende Festlichkeiten wach zu halten. Da die Regierung die vom Gemeinderaih geplanten Feste zum Gedächtniß des 10. August verboten hatte, so veranstalteten verschiedene Parteigruppen private Feierlichkeiten. Die Positivisten begaben sich heute, etwa 1000 Mann stark, zum Danton-Standbild am Boulevard St. Germarn und legten dort Kränze nieder, nachdem mehrere Redner den Urheber der August- und Sepiember-Morde und seine „heldenhaften" Thalen gefeiert halten. Dann marscyirten sie an der Bildsäule vorüber. — Die Meldung von neuen Dynamitdiebstühlen hat eine gewisse Beunruhigung im Publikum hervvrgeruscn, namenr- lich da von einem hiesigen Blatt behauptet wurde, daß die Anarchisten sieben gestohlene Kisten mit Dynamit nach Paris eingeschmuggelt hätten. Die Polizeipräfektur stellt die Gerüchte von wiederholten Dynainileutwendun- gen in Abrede. Sie erklärt, der einzige thatsüchlich begangene Dynamitdiebstahl sei vor etwa 10 Tagen erfolgt. Es seien dabei zwei Kisten mit Dynamit gestohlen worden. Völlig unrichtig sei cs, daß 7 Kisten mit Dynamit nach Paris gebracht seiey. — Endlich wird die Ungeduld des französischen Publikums in Bezug auf energischeres Vorgehen gegen Da Home gestillt. Nach Meldungen aus Kotonu hat Oberst Dodds gestern Früh die Beschießung der Küste von Dahomey eröffnet. Leider hat Oberst Dodds einen seiner tüchtigsten Offiziere verloren; der Artilleriehauptmann Faillitzres, Ordonnanzoffizier des Obersten Dodds, ist in Porto-Novo gestorben. — Lieutenant Mizon, der bekannte unternehmende Afrikareisende, hat sich heute in Bordeaux eingeschifft, um nach Afrika zu fahren. Seine Abreise von Bordeaux bezeichnet den Beginn der neuen Expedition, die er an den oberen Benutz führen will. Diese Expedition wird in Frankreich mit lebhaftem Interesse begleitet. Zahlreiche Geschäftsleute und Fabrikanten haben Mizon Maaren im Betrage von 40000 Francs zur Verfügung gestellt. Die Gesellschaft für das französische Afrika hat dem neuen Unternehmen 15 000 Francs überwiesen. Unter den von Privaten eingelaufenen Beiträgen befindet sich ein Check des Barons Edmond v. Rothschild auf 20000 Francs, „damit Lieutenant Mizon nach Beendigung seiner Mission in noch unbekannte Gegenden Vordringen könne". Der Präsident der Republik, welcher Herrn Mizon am vergangenen Donnerstag zum Frühstück zurückbehaltcn hatte, sprach sich mit großer Genugthuung über die Ergebnisse der ersten Reise aus, und bat den Reisenden, ihn Persönlich über den Verlauf seiner zweite» Reise in Kenntniß zu setzen. Großbritannien. London, 10. Aug. Die Adreßberathung im Unterhause spielt sich diesmal, da in ihrem Verlauf dre Entscheidung über das Schicksal des Ministeriums Salisbury fallen wird, unter ungewöhnlich zahlreicher Betheiligung der Abgeordneten ab. Alle Parteien sind im Haufe so stark vertreten, daß man berechnet, die Abstimmung über das von Gladsione'scher Seite beantragte Mißtrauensvotum werde die größte Stimmenzahl aufweisen, die jemals im Unterhause abgegeben worden ist. Von den 670 Abgeordnetensitzen sind augenblicklich nur zwei vakant; außerdem dürften 8 Abgeordnete verhindert sein, z» stimmen. Da diese 8 Mandate auf beide Parteien gleichmäßig vertheilt sind, so dürfte die Abstimmung gerade die volle liberale Majorität von 40 Stimmen ausweisen. Man glaubt, die Minister würden sich nach der Annahme des Mißtrauensvotums am Freitag nach Osborne begeben, um der Königin ihre Entlassung zu unterbreiten, und Gladstone würde am Tage darauf aus Osborne den Auftrag der Königin zur Bildung eines neuen Ministeriums erhalten. Es ist aber doch wohl von möglichen Zwischenfällen abhängig, ob die Dinge ganz genau diesen Verlauf nehmen. In die Genugthuung der Gladstoneaner darüber, daß sie jetzt wieder an's Ruder kommen sollen, fallen die Nachrichten aus Afghanistan übrigens wie ein bitterer Wermuthstropfen. Zn der Meldung, daß der Aufstand der Hazaras gegen den Emir bedrohlicher geworden sei, machen viele englische Politiker ein bedenkliches Gesicht. Eine Korrespondenz der „Times" aus, Kalkutta charakterisirt die Lage wie folgt: „Was immer der Ausgang des Aufstandes in Afghanistan sein mag, die indische Regierung wird eine schwierige Stellung bekommen. Haben die Aufständischen Erfolg, so kann sie kaum ruhig zuschauen, wie der Emir vom Thron gestürzt und Afghanistan in lauter kleine Staaten zerstückelt wird. Siegt im Gegentheil Abdurrhaman, so wird er seine» Sieg nur zu wahrscheinlich mit furchtbarer Grausamkeit und Bedrückung ausnützen. Und dazu kann die indische Regierung auch nicht schweigen. Daß der Emir es so weit kommen lassen wird, daß ihm Indien den Krieg erklärt, ist unwahrscheinlich; aber man darf nicht vergessen, wie er die Vorstellungen aufnahm, die ihm England machte wegen der Art, wie er den früheren Aufstand unterdrückte. Die indische Regierung ist sich der kritischen Lage völlig bewußt und hat deßhalb einen Offizier für die Mission ausgesucht, welcher am geeignetsten von Allen für die heikle Aufgabe ist. H°ffsrttlich macht der Emir keine Schwierigkeiten. Lord Roberts zu empfangen und auf dessen gutgemeinte» Rath zu hören." Das liberale Hanptblatt, die „Daily News", äußert sich zu der afghanischen Frage in ähnlicher Weise; auch die „Daily News" hegen zu der diplomatischen Geschicklichkeit des Generals Roberts großes Vertrauen und hoffen, daß es dem General gelingen werde, Frieden und Stabilität in Afghanistan zu schaffen. Den Gesinnungsgenossen der „Daily,News", der bei den Wahlen siegreich gewesenen Partei, müßte cs natürlich ganz besonders unangenehm sein, wenn ein Ministerium Gladstone gleich im Augenblicke seines Amtsantrittes mit der afghanischen Frage behelligt würde. — Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Tanger haben gestern die Truppen des Sultans von Marokko den Kampf gegen die aufständischen Angheras wieder ausgenommen, sind aber nicht glücklicher gewesen als am ersten Gefechtstage. Der Bericht des genannten Bureaus lautet: „Die Truppen des Sultans griffen Früh 9 Uhr die Angheras an, welche eine befestigte Stellung auf den Hügeln bei Tanger einnahmen; sie verbrannten mehrere Dörfer, wurden aber wiederholt von den Aufständischen zurückgeworfen. Die Feindseligkeiten wurden um 4 Uhr Nachmittags eingestellt und die Truppen kehrten in's Lager zurück." Dieser wiederholte Mißerfolg der marokkanischen Regierungstruppen bestätigt, daß es nicht leicht sein wird, des Aufstandes, nachdem man anfangs ein energisches Vorgehen versäumt hat, jetzt Herr zu werden. Bulgarien. Sofia, 10. Aug. Prinz Ferdinand ist heute Früh aus dem Ausland wieder hier cingetrosien. Die „Swo- boda" veröffentlicht wiederum mehrere angebliche russische Geheimakten, welche darlhun sollen, daß Rußland die Anzettelung des verbannten Metropoliten Michael gegen die serbische Dynastie materiell und moralisch unterstützt habe. GroMrrzvgLhum Baden. Karlsruhe, den 11. August. Gestern Abend, bald nachdem Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Luise von Preußen nach Schloß Montfort zurückgekehrt war, traf Seine Königliche Hoheit Prinz Johann Georg von Sachsen mit einem Adjutanten aus Sigmaringen in Konstanz ein, wo der Flügeladjutant Major Freiherr von Schönau den Prinzen empfing und nach Schloß Mainau geleitete. Höchstderselbe gedenkt einen Tag bei den Großherzoglichen Herrschaften zu verweilen. Heute Nachmittag erhielten die Höchsten Herrschaften den Besuch Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Herzogin Vera von Württemberg mit Höchstderen Prinzessinnen-Töchtern. Die Massagebchandlung, welcher Sich Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin unterzogen hat, nahm einen so günstigen Verlauf, daß Professor von Cederskiöld voraussichtlich heute Abend nach Baden-Baden zurückkehren wird. * (Im „Staatsanzeiger für das Großherzogthum Baden") Nr. 24 vom 10. August wird zunächst eine Reihe unmittelbarer Allerhöchster Entschließungen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs mitgetheilt. Dieselben beziehen sich auf die Verleihung von Orden und Medaillen. auf die Erlaubnis zur Annahme fremder Orden und Ehrenzeichen, oder charakterisiren sich als Dienstnachrichten und sind größten- rbeils in der „Karlsruher Zeitung" schon mitgetheilt worden. — Das Ministerium der Justiz. des Kultus und Unterrichts gibt bekannt, daß von der im Auftrag dieses Ministeriums durch Geh. Hofrath Professor Vr. Kraus in Freiburg in Verbindung mit Baudircktor Dr. Durm und Geh. Rath Or. Wagner hier bearbeiteten beschreibenden Statistik „Die Kunstdenkmäler des Großherzvgthums Baden" der 8. Band — ent- baltend die Kunstdenkmaler des Kreises Waldshut — erschienen ist Tie staatlichen und kirchlichen Behörden. sowie die Gemeinden können diese Publikation zu dem ermäßigten Preis von 4 M. und den zugehörigen Atlas zu 2 M. durch die Vermittlung des Ministeriums beziehen, und Bestellungen sind an die Expedilur des betreffenden Ministeriums zu richten. Dabei wird bemerkt, daß sowohl der 3. Band der „Kunstdenkmäler" als auch der Atlas (Kirchenschas von St. Blasien) einzeln abgegeben werden. - Weiteren Bekanntmachungen des Justizministeriums entnehmen wir, daß Neferendär Hermann Weil von Rust als Rechtsanwalt beim Landgericht Freiburg, Refe- rendär Ferdinand Holz von Bruchsal als Rechtsanwalt beim Landgericht Mannheim zugelafsen wurde und daß Rechtsanwalt Adolf Mar guter beim Amtsgericht Lahr seinen Wohnsitz von Dinglingen nach Lahr verlegt hat. — Das Ministerium des Inneren bringt eine Berichtigung der Ortsentferuungstabelle für den Amtsbezirk Meßkirch zur öffentlichen Kenntniß. — Dasselbe Ministerium theilt mit, daß an Stelle des verstorbenen Bezirksraths Kaltenbach von Langennordrach Uhrenfabrikant Johann Winterhalder in Neustadt für die Restdienstzeit des Erstgenannten, d. i. bis 1. April 1894, als Mitglied des Bezirkscaths für den Amtsbezirk Neustadt ernannt worden ist. — Das Finanzministerium veröffentlicht eine Liste der im Jahre 1890 von der Amortisationskasse cingelösten Staatsschnld- scheine, die am 22. Julk urkundlich vernichtet worden sind, ebenso ein Verzeichnis der im Jahre 1890 von der Eisenbahn- schuldcntilgungskasse cingelösten und gleichfalls am 22. Juli urkundlich vernichteten Staatsschuldscheine. — Ferner gibt dasselbe Ministerium bekannt, daß für die F in a n z k a n d i d a t e n, welche nach der landesherrlichen Verordnung vom 17. März 1881 ihre Studien vollendet haben, eine am 17. Oktober beginnende Staatsprüfung stattfindet. Wer hieran theilnehmen will, hat die durch 8 5 der Verordnung vorgeschriebene Eingabe nebst genauer Darstellung seines Lebenslaufes und Bildungsganges einzureichen und sich am Tage vor Anfang der Prüfung einzufinden. * (Diestädtische Armenkasse) bat im Jahre 1891 an ständigen wöchentlichen Unterstützungen 29 967 M. 18 Pf. aus- gegeben. Es bezogen nämlich 326 Personen, die hier den Untsr- stützungswohnsitz haben, wöchentliche Unterstützungen im Ge- sammtbetrage von 29 365 M. 8 Pf.; hiezu kamen noch die Arbeitslöhne der als städtische Tagelöhner verwendeten Armen mit 602 M. 0 Pf. Vorübergehende Unterstützungen wurden in der Höhe von 3 663 M. 42 Pf. gewährt. Für Bekleidungskosten wurden 4 995 M. 90 Pf., für die Beschaffung von Brennmaterial 9 261 M. 63 Pf., für Lebensmittel 3 779 M. 79 Pf. ausgegeben und auf Beerdigungskosten 3 317 M. 73 Pf. verwandt. Für Medikamente kam die Summe von 3 615 M. 86 Pf., für Gehalte und Gebühren der Stadtärzte und des Heilgehilfen 4 820 M. 7 Pf. zur Verwendung, für chirurgische Bedürfnisse 1608 M. 37 Pf. An Schulgeld und Schulbedürfnissen für arme Kinder wurden 3 654 M. 75 Pf. verausgabt. An Erziehungsbeiträgen für 334 Kinder in der Familie gewährte die Armenkasse 12 678 M. 69 Pf. An die hiesige städrische Krankenhauskasse wurden 21417 M. 13 Pf. gezahlt. Im Ganzen betrugen die Zahlungen an Spitäler und andere Heilanstalten 50 779 M. 98 Pf., an Erziehungs- und andere Anstalten iL 174 Mark 83 Pf. * (Ferienkolonien.) Gestern Früh sind die vom Verein für Ferienkolonien ausersehenen Kinder, etwa lOO, mit Lehrern und Lehrerinnen in das Murgthal abgereist. Herr Generalarzt Hofs mann ordnete die einzelnen Gruppen am Bahnhof. * (Für die Errichtung eines Grabdenkmals) zum Gedächtnisse des in Karlsruhe verstorbenen Schriftstellers Emile Maria V a c a n o gibt sich namentlich in literarischen und künstlerischen Kreisen ein erfreuliches Interesse kund. Insbesondere in jener eigenartigen Artistenwelt, aus welcher der Verstorbene mit Vorliebe den Stoff seiner Erzählungen und Schilderungen wählte, sind zahlreiche und theilweisc beträchtliche Beiträge für den erwähnten Zweck gespendet wprden, so daß die Redaktion des „Artist" bereits üb-r den Eingang von Sl5 Mark 60 Pf. quittireu konnte. Auch den einzelnen Unterzeichnern des Aufrufs, der s. Z. für die Errichtung eines Vacano-Grabdenk» mals erlassen wurde, sind Beiträge zugegangen, und cs steht zu erwarten, daß cs möglich sein wird, die letzte Ruhestätte des Dichters auf dem Karlsruher Friedhofe mit einem, wenn auch der bescheidenen Sinnesart des Verstorbenen entsprechenden, so doch schönen und würdigen Denkmal zu schmücken. *(Für die „Liedertafel Donaueschinge n") wurde in der Kunststickereianstalt des Herrn C. A. Kindler hier eine neue Fahne angefertigt und dieselbe ist jetzt, nachdem sie vollendet, zwei Tage im Verkaufsladen der genannten Firma zur Besichtigung ausgestellt. Die Stickereien sind nach einem Entwurf des Herrn Direktor Götz ausgeführt und in der Arbeit selbst, wie in der Farbengebung vorzüglich gelungen. Auf der einen Seite mit blauem Grunde ist in Mitten eines Kranzes eine sitzende weibliche Figur und auf dem rückwärtigen weißen Grunde eine L.'ier zu sehen. Die ganze Arbeit ist nach jeder Richtung ein Meisterstück. * (Aufgefundenes Geld.) Nach dem „Verordnungsblatt der Generaldirektion der Staatseisenbahnen" wurde am 28. Juli im Bereiche des Bahnhofes in Mannheim eine Geldbörse mit 54 M. 94 Pf. aufgefunden. Mannheim, 10. Aug. (Jubiläum.— Kriegerdenkmal). Am 22. Oktober sind es vierzig Jahre, daß aus dem vierten und siebenten badischen Infanterie-Bataillon, nachdem dieselben am 3. Oktober auf dem Exerzierplatz bei Karlsruhe ihre Fahnen empfangen hatten, das zweite badische Infanterieregiment gebildet wurde. Fünf Jahre später, nämlich am 9. August 1857, erhielt dieses in Mannheim garnisonirendc Infanterieregiment ans Anlaß der Taufe Seiner Königlichen Hoheit des Erb groß Herzogs die Benennung „Prinz von Preußen". — Das Konnte für die Errichtung eines Kriegerdenkmals in unserer Stadt hat beschlossen, von der Ausschreibung eines Wettbewerbes um die Herstellung des Denkmals in unserer Stadt Abstand zu nehmen und sofort mit dem Professor H. Bolz in Karlsruhe wegen Lieferung eines Entwurfs in Unterhandlung zu treten. Herr Bolz hat bereits die Arbeit begonnen. —u. Heidelberg, 10. Aug. (Die Bäckereiausstellung) ist fast stets so stark besucht, daß es schwer wird, sich in derselben frei zu bewegen. Bis beute Nachmittag waren gegen 6700 Eintrittskarten verkauft. Wir habe» schon gestern eine Reihe von Ehrenpreisen mitgetheilt, die auf die erste Ausstellergruppe: „Bäckerei und Konditorei" entfallen waren, haben dort aber noch einen Preis nachzutrageg: der Bäckermeister Karl Haberkern in Mannheim erhielt einen Tisch mit Rauchservice in Bronze, gestiftet von der Firma Braumeiler, Dahnes und Fußhöller in Köln. In der zweiten Gruppe: „Getränke" erhielten Preise: eine Fruchtschale, gestiftet von Frau Dietrich in Riegel: Aktiengesellschaft deutsche Cognacbrennerei, vormals Grüner u. Komp, in Sigmar; ferner eine silberne Theekanne, gegeben von der Bäckergenossenschaft Ziegelhausen: Adolph W. Kranzbühler, Konservenfabrik in Neustadt a. H. Weitere Preise entfallen auf die Gruppen für „Backmaterialien" und für „Bedarfsartikel". Es erhielten: einen Ehrenpreis in Geld, 300 M., zur Hälfte vom Badischen Bäckerverband, zur Hälfte von der Bäckergenoffenschaft Heidelberg: I. Stauch, Backafcnbaucr in Karlsruhe; eine goldene Uhr, gestiftet vom Württembergischen Bäckerverband: R. Bändel, Backofenbauer in Konstanz; einen Ehrenpreis, 100 M., gestiftet von einem Unbekannten: Karl Schornbach . Backsfenbauer in Mannheim; ein Album mit Ständer, gestiftet von Herbst in Halle: I. Leibrecht, Backofenballer in Kirchheim; eine Fruchiscbale, gestiftet von Braumciler, Dahnes und Fußhöller in Köln: W. Rothbrust und K. Dietz in Konstanz; ein Dutzend vergoldeter Löffel mit Etui, gegeben von der Bäcker- genossenschost Pforzheim: die Misch- und Knetmaschinenfabrik Werner und Pfleiderer in Cannstadt; einen silbernen Pokal, gestiftet von der Bäckergeriossenschaft Frankfurt: Herrn. Bertram in Halle: einen Brodteller in Silber und Emaille, gegeben von der BäckerZenvffenschaft Stuttgart: F. Herbst u. Komp, in Halle a. S.; ein Wandschränkchen, gestiftet von C. Garbrecht hier: Anton Kempf, Formslecherei in Nürnberg. * Heidelberg, 10. Aug. (Die F r e m d en f r e q u en z) in der hiesigen Stadt betrug im Monat Juli d. 1.19 397 Personen; in den Monaten Mai, Juni und Juli zusammen 44 437; gegen den Monat Juni hob sich die Zahl der Besucher um über 6000. * Emmendingen, 10. Aug. (Der Bürgerausschuß) hat einstimmig die Erstellung einer Wasserleitung für die hiesige Stadt mit einem Kostenaufwande bis zu 175 000 M. genehmigt. -70 St. Blasien, 10. Aug. (Erinnerungen an den Aufenthalt des Großherzogspaars.) So herrliche, Jedermann leicht in die Augen fallende Punkte St. Blasiens Umgebung auch aufweist, die den Kurort mit einem Kranze immergrüner Wälder umschließende Bergwelt enthält auch Schönheiten verborgener Art, welche sich nur dem beobachtenden Sinne des wahren Naturfreundes enthüllen. Unweit von dem auf einem Vorsprung des Bützbergs gelegenen, ebenso schöne Aussicht auf das zu Füßen liegende Albthal als die Schwarzwaldberge und die Alpen bietenden, leider einen keineswegs poetischen Namen führenden „Sandboden" steht, dicht von Genoffen mehr oder minder kräftigen Wuchses umgeben, eine Rieseiitanne. Dieselbe mißt an ibrer dicksten Stelle 5'/z Meter, durchschnittlich 4'/s Meter im Umfang, 1,40 Meter im Durchmesser und ist über bundert Jahre alt. Trotzdem diese Tanne abseits von den zur Hohe führenden Hauptwegen an einem von Kurgästen wenig begangenen, schmalen sogenannten Jägerpsade steht, vermöge ihres Standortes somit keineswegs auffällt, ist sie dem Auge Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs auf einer seiner gewohnten Höhcnwanderungen nicht entgangen und wurde deß- halb, wie ein an dem Stamme befestigter, in den badischen Landcsfarben ausgeführter Schild besagt, Höchstdemselben zu Ehren „Großherzog Friedrich-Tanne" benannt. Oberhalb der Tanne wurde von der betreffenden Bezirksforstci eine mit Bänken versehene Terrasse angebracht und besteht die Absicht, durch Aushauen des Waldes an dieser Stelle die Aussicht auf die alte Abteikirche noch vollends zu erschließen. Der am Ende des Lust- bausfelsenwegs, wohl des prächtigsten Gebirgswegs in nächster Nähe des Kurorts» befindliche .Lusthausfelsen" erhielt zur Erinnerung an wiederholte Besuche Ihrer Königlichen Hoheit der Grvßhcrzogin eine Umgestaltung seines Namens in „Groß- Herzogin Lmsen-Rnhe" und im Zusammenhang damit eine Vergrößerung und Verschönerung des daselbst befindlichen aussichtsreichen Platzes. Verschiedenes. * Dresden, 10. Aug. (Bilderausstellung.) Die unter dem Proleklorate des Königs Albert stehende IU. Internationale Ausstellung von Aquarellen, Pastellen, Handzeichnungen und Radirungen in Dresden ist durch Seine Majestät den König beute Nachmittag um '/z2 Uhr in der Aula der Königlichen Technis chen Hochschule feierlich eröffnet worden. Neueste Telegramme. Berlin, II. Aug. Gegenüber der Meldung, der Gouverneur von Ostafrika, Freiherr v. Soden, habe seine Entlassung nachgesucht, erfährt die „National- zeUung" von zuverlässiger Seite, daß im Auswärtigen Amte nichts davon bekannt sei. Die Meldung sei somit unbegründet. Wien, 11. Aug. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht die Gesetze über die Valutaregelung. Catania, II. Aug. Der Ausbruch des Aetna dauert in ziemlich heftigem Maße fort. Neuerdings ist wieder starkes Getöse wahrnehmbar. London, 11. Aug. Nach einer Meldung des Reuter'- schen Bureaus sollen die Truppen des Sultans von Marokko in dem gestrigen Gefecht über 100 Todte und Verwundete, sowie 25 Pferde verloren haben. Familiennachrichten. Eheaufgebitc. 9, Aug. Philipp Roßwaag von Singen, ! Heizer hier, mit Karolme Bock von Herrenberg. — 11. Aug > Venanz Wenzler. Schriftsetzer hier, mit Elisa Albrecht von ! Rinschhelm. — Adolf Geisel von Mühlhausen, Heizer hier, mit ! Elisabeths Föry von Bischweier- — Karl Frank von hier, Handschuhmacher hier, mit Luise Wagner von hier- E beschließungell. 8. Aug. Otto Hofstetter von Zimmer», Werkfübrer bier, mit Anna Klug von hier. — 9. Aug. Anton Beha von Bambach, Friseur hier, mit Barbara Vogel von Trippstadt. — Emil Kraner von Horheim, Kutscher hier, mit Karsline Hurst von Wöschbach. — 11. Aug. Richard Halber von Heid, Kutscher hier, mit Marie Schilling von Aulfingen. — Jakob Schmelzing-r von Hemsbach, Schaffner hier, mit Theresia Roth von Uffhausen. — Peler Hering von Lauerbach, Schreiner hier, mit Emma Staab von Obermünsterthal. — Ludwig Raquot von Durlach, Fabrikant hier, mit Marie Buch von Schützingen. — Karl Rupprecht von hier, Schlosser hier, mit Sofie Palmer von Hebsack. — August Gommel von Minsk. Prediger in Schweinfurtb, mit Wilhelmine Hölzer von hier. Todessälle. 10. Aug. Karl, 1 M. 19 T-, V.: Johann Klcttenheimer, Schreiner. — Helen, Ehefrau des Oberschaffners Basilius Schneider. 58 I. — Marie, 1 M. 27 T., Aug. Ruf. Schriftsetzer. — Stefanie» 5 M. 17 T„ V.: Philipp Bertsch. Schmied. — 11. Aug. Karl Will, Witwer, Konzertmeister a. D., 79 I. M ttrriwWtkesiwch vingrn der Wrrr-rol. Mattem Karlsruhe. lBarom. ! AVI-I. Relative August > i» 0. ! A-Ucht. Wiud. Himmel. 10Rachts9-°U ! 754.1 -s-16 6 9.8 69 NE bedeckt 11.Mrgs.7^U i) 155.4 -s-13.8 8.5 72 wolkig 11.Wittgs.2-°lr. ,753.9 -920 6 8.2 ! > ! 45 » w. wolkig ') Regen. Regen 1.2 mm der letzten 24 Stunden. SSakserftoa» des «Hains. Maxau. 11. Aug., Mrgs., 4 61 w gefallen 5 em. Verantwortl icher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. PLiuM» rix Lx»»»«».) vis 2Sa llnus Oes Lsrlsrader l-slii-iastituw vou Prewierlismenant a. v. W'evlie srisngen uater gsvisssodaktsr geistiger null sittlielisr tttlsgs eins allgemein vissenselmkiliede Lil.Iung. 8ekon aedtmal imtien aÄmmtlielis l-xamenieanitillaiea äie Dinsalirig.P'rsiirilügsil^ kraluag desmmli u »nll ins zet/.t von 353 Zöglingen 321 äen Le- i'eedtigniigssi'.lisiu erinngi. Wetterkarte vom 11. August, Morgens 8 Uhr. Jiranmurler telegraphische Kursberichte ^ vom 11. August 1892. Stasrtzp aMere. Bahnaktte». 144.40 89.60 4°/, Baden,iu s!. 102.05 Lombardeu A» » rnM. 103.85 Ungarn _ Oesterr.Gotdrentk 97.40Mbrhal 203.50 S'lb-rr. 8I.70Hxff. Ludwigsb. 115.70 cHA Wechsel Sorte«. 4°/o Ungar. Goldr 1880r Russen H. Orienkanleihe 66.60 Italiener compt. 81.50 Egypter 98.20 Spanier 63.50 Zoll-Türken 91.70 Banke». Kreditaktien 267^ DiSk.-Kommandit194.io DarmstädterBankI39. Handelsgesellsch. 144.50 _ Deutsche Bank 164.10 Lombarden Dresdener Bank 148.20, Te ndenz: — , Berlin« Staatsbahu Oeft. Kreditakt. 168.10 Lombardeu . Staatsbahu 130.50 Ungarn Lombarden 43.70 Marknoten Llsk.-KommaaS. 194.60 Laurabütte Gclsenkirchen Dortmunder Wechsel a. Amstd.168.67 » , London 20.42 « . Paris 8107 , . Wen 170.60 Napolesnsd'or 16.23 Privatdiskouto 1 '/, N a ch l» S r s e. Kreditaktien 26891 Diskonto-Kom. 194.40 Staatsbahu still. 260.40 89'.2 305.70 101.70 111.60 58.55 Bochumer Rubelnoten Tendenz: still. «Vien. Kreditakfien 120.50 Tendenz: still. 138.40! Pari«. 69.50 3«/, Rente 99.40 139.20 Spanier 63'/, 207.50 Türken 20.85 jOttomaue 567.— 3°, Portugiese» 23*/, 314.9m Tendenz: still. Uebersicht der Witterung vom 11. August 1892. Das gestern über der Ostsee befindliche Minimum hat ein Bewegung nach Osten bcibehalten und beherrscht auch noch heute die Witterungsverhältniffe des nördlichen Europas. Das Maximum des Luftdruckes bat sich ebenfalls ostwärts verlagert und liegt am Morgen in einer Höhe von 769 mm über den Niederlanden. Die Temperatur ist über Centraleuropa noch weiter gesunken; während über Nsrddeutschland mäßige westliche Winde wehen» herrscht über Süddeutschland eine mäßige nördliche Luftströmung vor. Das Wetter ist im deutschen Küstenstrich und im Alpengebiet trübe, sonst im deutschen Binnenlande vielfach beiter. Niederschläge werden aus Deutschland nur sehr vereinzelt gemeldet. Ein neues Minimum erscheint im Nordwesten, dasselbe wird aber voraussichtlich die Witterungsverhältniffe Deutschlands nur in geringem Maße beeinflussen. (Deutsche Seewarte.) «4« Todesanzeige. ^ Statt jeder besonderen Anzeige. V.387. Karlsrnhe. Theilnehmenden Freunden und Bekannten widmen wir die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Vater, Großvater, Schwager und Onkel, Karl Will, Großh. bad. Hof-Lon;ertmeifter a. D., Donnerstag den 11. August, Früh '/.7 Uhr. nach langem Kranksein im 80. Lebensjahre ruhig entschlafen ist. Karlsruhe, den 11. August 1892. Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Will. Die Beerdigung findet statt: Samstag den 13. August 1892, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhaus, Wilhelmstraße 20. Iwprägnirte Lcrwpendochte. I»«i- Voclit ist trotz keines höheren Einkaufspreises bedeutend billiger als der gewöhnliche, da er vier bis fünf Mal so lang Dienste thut wie der andere. ... impr-. »ookt: gibt viel helleres Llcht. Die Leuchtkraft der Flamme steigt um 25 < „ - - D««- I^oolis: macht die Behandlung der Lampe emsacher und reinlicher. Er verkohlt nicht und braucht nicht beschnitten zu werden. Er gibt eine gleichmäßige, schöne, Helle Flamme. D«I- wird den gewöhnlichen ebenso schnell verdrängen, wie die schwedischen Zündhölzchen die alten verdrängt haben. Auch an Private werden die Dochte, um sie emzusühren, abgegeben von rran-i 6«uvr, Karlsruhe, käsen, Karlstr. 25, Alleinverkäufer der impr. Dochte für Süddeutschkand. Die gebräuchlichsten Nummern kosten: Rundbrenncr 16"' 35 Pfg. das Stück .. 14"' 30 „ „ ,. 8'" 25 ,. „ „ B l 11.2. Alle Sorten, als: Blitz. Mcnstre. Triumph u. s. w. sind vorräthig. Einzelne Dockte übersende ick im Brief oder als Muster ohne Werth. Rtlllll l^oIlllOll kn-stsr § ts empfehle ich ab Schiff Maxau zu billigsten Sommerpreisen. v. 8teKe>in, V905. Dampfsägewerk» Holz- und Kohlenhandlung, Bahnhofstraße 44 u. 46. kvMllä-lewtzlllUtzrk vr. llOkMMR L 6 «., 0«8 (Kaätzv). Wir vwplvdieu unser Fabrikat 2vr ^uslüdruu» vou JE" t e »Ilvr unter Ourantie vorrünlicker vinllelcrakt. B IO. IS Ausschreibe«« Der am 18. Juli 1858 zu Durtach (Baden) geborene, verheirathete, bereits wegen Unterschlagung vorbestrafte Schlosser, zuletzt Kassier Wilhelm Hänsler — einer der Führer der hiesigen Socialdemokratie und in socialdemokratischen Kreisen sehr bekannt, steht wegen Untrrschlagung von mindestens 15.00« Mark Gelder des von 0er socialdemokratischen Partei begründeten Medizinal- verbandeS Mannheim und wegen Betrugs und Untreue hier in Untersuchung Seit dem Nachmittage des 6. d. Mts. ist Hänsler flüchtig. Richtung der Flucht bisher unbekannt. Socialdemokratische Kreise kommen bei der Ermittelung hauptsächlich in Betracht. Indem ich den diesseits erlassenen Haftbefehl und das Signalment des Hänsler beifüge, ersuche ich ergebenst um energische Fahndung. Bei der großen Gewandtheit Hänster's ist indessen damit zu rechnen, daß derselbe sein Aeußcres nach Möglichkeit verändert haben wird, um sich unkenntlich zu machen. In Hänsler's Besitz sich vorfiadcnde Gelder und Werthsachen bitte ich zu beschlagnahmen. : Von dem Vollzüge der Verhaftung erbitte ich mir telegraphische Nachricht. ! Signalement: Häusler ist 34 Jahre alt, circa 1,67 w groß, schlank, i hat röthlich-blonde Haare und solchen Schnurrbart, längliches frisches Gesicht, etwas gebogene Nase; trägt vermuthlich graues Jaqael, hellgestreifte Hose, gelblich-weißeu Srrohhut. Mannheim» deu 9. August 1892. Großh. Untersuchungsrichter beim Großh. vad. Landgericht Mannheim: W e n g l e r. KMWIMKM llokllokvrunt. R 14228 , IL»l8«r«tr. 88. I6Ü verkotiieäene 8orten OriAiHÄl-LüiAer- kür HurrsAsdrariolr und kür ASivsrdllLtis LrvsoXs. „Zum Landsknecht" Karlsruhe, Zirkel 3l, Eck- der Herrenstraße. Täglich große, reichhaltige Frühstücksund Abendkarte. — Tadellose Küche. 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V 320.2. Nr. 30,284. Pforzheim. Die Witwe d es Webers Karl Hossäß» Katharina, geb. Bofsert in Göbrichen, hat — nach Verzicht der gesetzlichen Erben — um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Ehemanns gebeten. Diesem Gesuche wird entsprochen, wenn nicht binnen zwei Monaten Einsprachen erhoben werden. Pforzheim, den 26. Jnli 1892. Gerichtsschreiberei Großh Amtsgerichts. Feuerstein. B3382. Nr. 6076. Geugenbach. Das Gr. Amtsgericht Geugenbach hat am 4. August l. I. beschlossen: »Josef Damm Witwe, Helena» geb. Riehle von Zell a. H., hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Ehemannes gebeten. DiesemBegehren wird entsprochen werden, wenn nicht innerhalb, vier Wochen Einspruch dagegen erhoben wird." Dies veröffentlicht: Gengenbach, den ?. August 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Slvll. B'982.1. Nr.l5,8kK. Lörrach. Die Witwe des Schuhmachers Lorenz Sut- ter von Jnzlingen hat um Einweisung in die Gewähr des Nachlasses ihres genannten Ehemannes uachgesucht. Diesem Gesuch wird entsprochen werden, wenn nicht binnen 4 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Lörrach, 10. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht. (gez.) Nüßle. Zur Beglaubigung. Der Gerichtsschreiber: Appel. Haudelsregtsterrluträge. V-357- Nr. 9749. Bretten. Zu O.Z. 22 des diesseitigen Gesellschafts- regssters Firma Salomon Wertheimer in Bretten ist eingetragen: Salomon Wertheimer Witwe ist aus der Gesellschaft ausgetreten und Kaufmann Kaufmann Wertheimer in Bretten als Thcilhaber eingetreten. Nach Artikel 1 des Ehevertrags desselben mit Emma Weil von Otterstadt besteht das Gemeinschaftsvermögen nur in den von beiden Theilen hälftig eingeworfenen 200 Mark und der Errungenschaft. Bretten, den 6. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht. T h o m a. V304. Nr. 13,409. Offenburg Zu Ordn.Z. 317 des Firmenregisters wurde unterm Heutigen eingetragen: Firma „F. Treutle Nachfolger" in Offenburg. Inhaber der Firma ist Alphons Bau von Offenburg. Derselbe ist ledig. Offenburg, den 4. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht. N u s s e r. V'305. Konstanz. In das dieff. Handelsregister wurde eingetragen: Zu Ord.Z. 355 des Firmenregisters, zur Firma TH.Russenberger, Geldwechsel-, Bankkommissions- u. Agenturgeschäft in Konstanz: Die Firma ist erloschen. Konstanz, den 3. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Jscle. V'306. Nr. 12,212. Stockack. Zu O.Z. 65 des Firmenregisters — Ernst Gimmi in Stockack — wurde heute eingetragen: Inhaberin der Firma ist Ernst Gimmi Witwe, Marie, geb. Ruf in Stockach. StoAch, den 5. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht. 1>r. Ottendörfer. Haftbefehl. Der vcrh. Wilhelm Hänsler von Durlach, zuletzt wohnhaft in Man» heim, welcher dringend verdächtig ist, daß er 1. um sich einen Bermögerisvorthcil zu verschaffen, als Bevollmächtigter über Vermögensstücke seines Auftraggebers absichtlich durch rechtswidrige Zueignung ihm anvertrauter fremder, beweglicher Sachen zum Nacktheit dieses Auftraggebers verfügt hat, indem er im Jahre 1892 als Kassier des Medizinalverbands dahier den Betrag von mindestens 15 000 Mark Kafsengelder den Vereinszwecken entzog und darüber zu eigenem Vortheil verfügte; 2. in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffet», am 6. August d. I. das Vermögen des Kaufmanns Süßkind hier dadurch beschädigt hat. daß er den Letzteren durch die Vorspiegelung der falschen Thatsache, er bedürfe der Summe von 950 Mark zur vollständigen Deckung der Verbindlichkeiten des Medizinalverbands «egen die Vereinsärzte, und er werde die Summe zu diesem Zwecke verwenden, in einen Jrrlhnm versetzte und zur Aushändigung der 950 Mark an ihn bestimmte; Vergehe» gegen 8 266 Ziffer 8 Absatz 2, 246, 263, 73, 74, R.Sk.G.B. ist zur Untersuchungshaft zu bringen. Die Untersuchungshaft wird verhängt, weil der Beschuldigte flüchtig ist. 8 11» St P O. Gegen diesen Haftbefehl ist das Rechtsmittel der Beschwerde zulässig. »aunhei«, den 8. August 1892. B389 Großh. öad. Landgericht. U«ters»ch»»gsrichter. B 336. Mannheim Zum Handelsregister wurde eingetragen: 1 Zn OZ 17 Firm.Reg Bd IV. Firma: „E- v- Benrooy" m Mannheim- Die Firma ist erloschen und damit auch du dem Karl van Benrooy und dem Ludwig Asprion ertheilte Procura- 2. Zu O Z- 200 Firm-Reg Bd- IV. Firma: „C I- Pohl'sche Buchdruckerei u- Verlag der Kleinen Presse" in Mannheim- Inhaberin ist Louile Pohl, gc- borne Kübler. Ehefrau des Buchdruckers Carl Josef Pohl in Mamibeim, welcher seine Ehefrau zum Handelsbetrieb ermachligt hat. ! Die Firmeuinhaberin hat ihrem Ehe-; mann Procura crtbeilt- ; Der am 17- September 1888 zwischen Carl Josef Pohl und Louise, geborene! Kübler, in Konstanz errichtete Ehever-! trag bestimmt: „Das beiderseitige Ver-j mögen soll durchaus getrennt bleiben nach dem Gedinge der völligen Vermögensabsonderung des Art- 1536 des! badischen Landrechks" ,3. Zu OZ 159 Firm Reg- Bd- H Firma: .Louis Carqus" in Mannheim- Das Geschäft ist nach dem Ableben des Louis Carquö auf dessen Witwe, Elise Carque, geborene Bopp in Mannheim, übergegangen, die solches unter der ! bisherigen Firma fortsetzt- 4. Zu O Z- 482 Gef Reg. Bd- VI. Firma: „Roland Küpper u- Cp " in Mannheim. Die Gesellschaft ist durch das am 6. Juni 1892 erfolgte Ableben des Roland Küpper aufgelöst. Das Geschäft ist ans den bisherigen Theit- Haber Theodor Küpper übergegangen, der solches unter der gleichen Firma weiter betreibt- 5- Zu O Z. 20l Firm Reg- Bd. !V Firma: „Roland Küpper u. Cp " in Mannheim. Inhaber ist Theodor Küpper, Kaufmann in Mannheim- 6 Zu O Z 202 Firm.Reg. Bd- IV. Firma: „Louis Kaufmann" in Ladenburg. Inhaber ist Louis Kaufmann in Ladenburg. ,7. Zu O-Z- 203 Firm.Reg- Bd IV. Firma „Cbr. Vohwinkel" in Mannheim Inhaber ist Christian Vohwinkel, Kaufmann in Mannheim. Der am 29. Mai 1887 zwischen Christian Vohwinkel und Maria, geb. Fischer, verwitwete Hoff-i mann, in Heidelberg errichtete Ehever»! trag bestimmt: „Ein jeder Theit der künftigen Eheleute wirft von seinem fahrenden Vermögen den Geldbetrag von Einhundert Mark in die Gemeinschaft ein- Dagegen verbleibt alles übrige liegende und fahrende Vermögen, welches die Verlobten jetzt in die Ehe einbringen oder welches ihnen während der Ehe durch Erbschaften, Schenkungen unter Lebenden oder Vermögens-Übergabe znfällt, nebst den etwa darauf haftenden Schulden von der Gemeinschaft ausgeschlossen und wird als Vorbehalten und verliegensckaftet erklärt, nach den Bestimmungen der L R SS- 1500 bis mit 1504-" 8- Zu O Z- 483 Ges-Reg- Bd. VI. Firma: „Sammet . die unter 4—7 Genannten als Wehr- männer der Landwehr ansgewandert sind, ohne solche Erlaubniß erhallen zu haben, Uebertretung gegen 8 360 Ziffer 3 R.St.G.B. 88 11 n. 19 des Gesetzes vom II. Februar 18e8. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts hier aus Mittwoch den 16. November 1892, Vormittags 8Vr Uhr, vor das Großh. Schöffengericht hier zur Hauptverhandlung geladen. Bei unent- schuldigtcnr Ausbleiben werden dieselben aus Grund der nach 8 472 Sl.P.O. von dem König!. Meldeamt bier ausgestellten Erklärungen vecurrheilt werden. Mannheim, den 5. August 1892. Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts. Beutel. Bern». Bekan«tnra«h»»ge». V'3331. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir verdingen öffentlich die Lieferung von: ' 52000 Laschen mit Lochung für Kril- defestigung, 116000 zugehörigen Laschcuschrauben, 110060 Federringen. Angebote hierauf sind schriftlich, verschlossen und mit der Aufschrift „Laschen und Kleineiseazeug" versehen spätestens bis Donnerstag den 85. August d. I.» Vormittags 11 Uhr, an die Unterzeichnete Stelle, von welcher auch die Lieferungsbedingungen auf portofreie Anfrage abgegeben werden, einzurcichen. Die Zuscklagsfrist wird auf 3 Wochen festgesetzt. Karlsruhe, den 5. August 1892. Großh. Hauptverwaltung der kisen- bahnmagazinc. V 350 2. Die Großh. Waffer- »»v Straßeubauinspektion Rastatt vergibt am Mittwoch den 17. d. M.» Vormittags 11 Uhr. aus ihrem Geschäftszimmer in öffentlicher Submission die Lieferung, Montirung und den Oel- sarbenanstrich von 38 Stück Zoreseisen 0. dt. Prosit Nr. 7V-r und den dazu gehörigen Klemmplättchcn im Gewicht von zusammen 2666 Kg für die Gewerbs- kanatbrücke in Kuppenheim. Angebote hierauf wollen schriftlich, verschlossen und portofrei, mit geeigneter Aufschrift versehen bis zum Vergebungstermine anher eingereicht werden. Die Verdingungsunterlagen und das Eisenverzeich- niß liegen auf unserem Büreau zur Einsicht auf. Zuschlagssrist 8 Tage. B386. Karlsruhe. Bekanntmachung. Zur Fortführung der Vermefsunas- werke und der Lagerbücher nachfolgender Gemarkungen ist im Einverständniß mit den Gemeindrräthen der betheiligten Gemeinden Tagfahrt jeweils aus dem Rathhause der betreff. Gemeinde anberaumt, für die Gemarkung: 1. Malsch, Donnerstag den 25. August d. I , Vormittags8Uhr, 2. Ettlingen, Donnerstag den I. September d. I., Vormittags 8^/2 Uhr. Die Grundcigenthümcr werden hievon mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß das Berzcrchniß der seit der letzten Fortführung eingctrctenen, dem Gemeinderath bekannt gewordenen Veränderungen im Grundeigenthum während 8 Tagen vor dem Fortsührungslermin zur Einsicht der Betheiligten aus dem Rathhause aufliegt: etwaige Einwendungen gegen die in dem Verzeichniß vorgemerkten Aenderungen in dem Grund- eigenthum und deren Beurkundung im Lagerbuch sind dem Fortführungsbeamten in der Tagfahrt vorzutragen. Die Grundeigenthümer werden gleichzeitig aufgefordert» die seit der letzten Fortführung in ihrem Grundeigenthum eingetretenen, aus dem Grundbuch nicht ersichtlichen Veränderungen dem Fortführungsbeamten in der bezeichnten Tagfahrt anzumcldcn. Ueber die in der Form der Grundstücke eingetretenen Veränderungen sind die vorgeschriebenen Handrisse und Meßurkunden vor der Tagfahrt bei dem Gemeinderath oder in der Tagfahrt bei dem Fortführungsbeamten abzugeben, widrigenfalls dieselben auf Kosten der Betheiligten von Amtswegen beschafft werden müßten. Karlsruhe, den 4. August 1892. Der Bezirksgeometer: G e n t e r. Druck und Verlag der G. Brau »scheu Hofbuchdrnckerei. (Mit einer Beilage.)