Karlsruher Zeitung. Freitag, 2« August. 23S. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzrile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18SÄ. Amtlicher TIM. Durch Allerhöchste KaLinetS-Ordres vom 18. d. M. ist Folgendes bestimmt: Stab der 55. Infanterie-Brigade: Beckhaus, Major zur Disposition und Kommandeur des Landwehr-Bezirks Bruchsal, !er Charakter als Oberst- ! lieutenant verliehen. ! 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109: j Freiherr von Neust, Portepeefähnrich, zum Seconde- ! lieutenant befördert. j 2. Bad. Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm I. Nr. 110: Osterhaus, Vicefeldwebel, in Kontrole des Landwehr- Bezirks Saargemünd, zum Secondelieutenant der Reserve des Regiments befördert. Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25: - Rickert, Secondelieutenant, zum überzähligen Pre- mierlicutenant —, Neumann,Portepeefähnrich, zum Secondelieutenant —, Bloch. Vicefeldwebel, in Kontrole des Landwehr- Bezirks Straßburg, zum Secondelieutenant der Reserve des Regiments — befördert. Infanterie-Regiment Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Badischen) Nr. 111: Speck, Premierlieutenant, zum 1. Oktober d. I. von dem Komrnandv bei der Unteroffiziervorschule in Weil- burg entbunden. 1. Badisches Leib-Dragoner-Regiment Nr. 20: von Chelkus und Dorff, Secondelieutenants der Reserve, zu Premierlreutenants befördert. 5. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 113: von Scherbening, überzähliger Hauptmann, als Kompagniechef in das Infanterie-Regiment Graf Werder (4. Rheinisches) Nr. 30 versetzt. Dieckmann, Premierlieutenant L In suits des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69, unter Versetzung rk obiges Regiment, zum 1. Oktober d. I. von dem Kommando bei der Unteroffizierschule in Biebrich entbunden. Platz, Unteroffizier, zum Portepeefähnrich befördert^ 6. Bad. Infanterie-Regiment Kaiser Friedrich III. Nr. 114: Krüger, Ohm und Florian, Portepeefähnriche,' zu Secondelieutenants befördert. 4. Badisches Infanterie-Regiment Prinz Wilhelm Nr. 112: Bornemann, Portepeefähnrich vom Magdeburgischen Pionier-Bataillon Nr. 4, unter Beförderung zum Secondelieutenant, in obiges Regiment versetzt. Stuewer, Vicefeldwebel, in Kontrole des Landwehr- Bezirks Hamburg, zum Secondelieutenant der Reserve des Regiments befördert. 7. Badisches Infanterie-Regiment Nr. 142: v. Platen, Portepeefähnrich,zum Secondelieutenant, — Kieffer, Unteroffizier, zum Portepeefähnrich, — Knad, Vicefeldwebel, in Kontrole des Landwehr-Bezirks II Berlin, zum Secondelieutenant der Reserve des Regiments, — befördert. Kurmärkisches Dragoner-Regiment Nr. 14: Frhr. v. Esebeck, Portepeefähnrich, zum Secondelieutenant befördert. 3. Badisches Dragoner-Regiment Prinz Karl Nr. 22: Jhmsen, Portepeefähnrich, zum Secondelieutenant befördert. Rheinisches Jäger-Bataillon Nr. 8: Lewandowski, charakterisirter Portepöefähnrich, zur Reserve entlassen. 1. Badisches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 14: Dürr und von Schwedler, Portepöefähnriche, z» Secondelieutenants, — Ebers, Unteroffizier, zum Portepöefähnrich — befördert. 2. Badisches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 30: Fritsch, Vicewachtmeister, in Kontrole des Landwehrbezirks Wiesbaden, zum Secondelieutenant der Reserve des Regiments befördert. Badisches Fuß-Artillerie-Bataillon Nr. 14: Greifenhagen, Premierlieutenant, unter Beförderung zum Hauptmann und Kompagniechef, in das Fuß-Artillerie- Regiment Nr. 11, — Strempel, Secondelieutenant vom Fuß-Artillerie-Re- giment Nr. 10, unter Beförderung zum Premierlieutenant, in obiges Regiment — versetzt. Badisches Pionier-Bataillon Nr. 14: Stach, Portepüefähnrich, zum außeretatsmäßigen Se- condelientenant, — Lück, Vicefeldwebel, in Kontrole des Landwehr-Bezirks Gleiwitz, zum Secondelieutenant der Reserve des Bataillons, — befördert. Landwehr-Bezirk Karlsruhe: ^ Beck, Hauptmann zur Disposition, zuletzt KornpagHve* chrf im jetzigen Infanterie-Regiment Herwarth von Bittenfeld (1. Westfälischeu) M^1^MipAk Eft-möryh? W« fernereu Tragen der Uniform dieses Regiments, chik den für Verabschiedete vorgefchviebenen. Abzeichen in Dfx Kategorie der mit Pension verkbschßetzöton OWiere^Mück^ Versetzt. ' ^ > > r § 1 »ZI HZA I Beck, Secondelieutenant varn Teain A Aufgebots bex , Abschied bewilligt. ' - Nichtamtlicher TheiL. Karlsruhe, den 25. August. - Gestern haben wir eir? Telkgramm des Renter'- schen Bureaus mitgetheilt, das die Nachricht von der Ermordung des Barons St. Paul und vier anderer Führern der Strasexpedition gegen die Mofchi für unbegründet erklärt. Das Dementi richtet sich gegen eine Meldung des „Standard" und die daran geknüpften Bemerkungen der „Vossischen Zeitung". Der „Standard" hatte sich „aus guter Quelle" in Sansibar melden lassen, Baron Paul und vier andere leitende Mitglieder der deutschen Strafexpedition seien am Kilima-Ndscharo ermordet worden. Die „Bossische Ztg." bemerkte hierzu: „Eine vor einigen Römische Plaudereien. i. Wer vor einem Menschenalter, so erzählt ein Mitarbeiter der „Post", von der Hauptstadt des damaligen Großherzogthums Toskana nach Rom reiste, für den war es nach mehrtägiger ermüdender Fahrt rin unvergeßlicher Augenblick, wenn am Horizont die Kuppet von St. Peter sichtbar wurde. Der Vetturin rief mit triumphircnder Miene: „i'Ioeo 8aa Bistro I" Alles erhob sich im Wagen» alles war erfüllt von der beglückenden Thatsache, die ewige Stadt vor Augen zu haben. In seiner anmuthigen und dabei humorvollen Weise hat I. V. v. Scheffel in den jüngst aus seinem Nachlasse herausgegebenen „Episteln" geschildert, wie der mit ihm auf der Reise zusammcngetroffene Arciprete von Urbino seiner Freude durch eine Umarmung des Dichters Ausdruck verleiben wollte, waS dieser mühsam vereitelte. Dagegen stimmte Scheffel sehr gern bei. als der Arciprete, am Ponte molle angelangt, die Ankunft vor den Mauern Roms durch einen kräftigen Trunk zu feiern vorschlug» der in einer der zahlreichen Osterien vor der Porta del Popolo eingenommen wurde. Heute fährt man mit dem Schnellzug in fünf Stunden von Florenz nach Rom, und der erste Anblick der St. Peterskuppel» wenn einer der Mitreisenden darauf aufmerksam macht, geht meist ohne Gemüthscrregung an den Reisegefährten vorüber. Der Zug fährt in eine Halle, die jeder andern Bahnhofshalle gleicht, man wartet ungeduldig auf das Gepäck, ärgert sich über die Dogana, die wegen der städtischen Accise die Koffer revidirt, sucht einen Wagen und fährt über einen weiten, mit einer prächtigen Fontaine gezierten Platz, durch modern aussehende Straßen nach dem Gastbof. Nur wie im Fluge streift man Ruinen, die Thermen des Diocletian mit der in diese Reste des Alterthums von Michel Angela eingebauten Kirche S. Maria degli Angeli. Sonst verrätb dem Ankömmling nichts, daß er sich auf klassischem Boden befindet. An einen Willkommtrunk denkt Niemand. Man hat der Regierung und der städtischen Verwaltung schwere Vorwürfe darüber gemacht, daß sie. ohne genügende Rücksicht auf die einer Vergangenheit ohne Gleichen schuldige Pietät, zugc- lassen, ja selbst veranlaßt hat, daß der Charakter des päpstlichen Rom zerstört wurde und an dessen Stelle die Physiognomie einer modernen Großstadt getreten ist. Entrüstete Jammerrufe, Mahnungen und Warnungen gingen insbesondere durch die deutsche Presse. Keine Geringeren als Ferdinand Gregorovius und Hermann Grimm erhoben ihre Stimme, um gegen die Zerstörung altehrwürdiger Bauten, malerischer Gelände zu protcstiren, die gewissermaßen zu den Heiiigthümern der Menschheit zählten, die man für unantastbar gehalten Halter Andere Stimmen, in erster Reihe in Italien und in Rom selbst, machten geltend, daß es ein gutes Recht der Römer sei, ihre neue Hauptstadt nach ihren Bedürfnissen und ihrem Geschmack zu gestalten, daß den Anforderungen des modernen Verkehrs die, wenn auch noch so berechtigten Liebhabereien der Alterthumssreunde, der Dichter, der Künstler weichen müßten, daß jedes Zeitalter sein gutes Recht habe und daß die moderne Hauptstadt der jüngsten europäischen Großmacht sich ohne allzugroße Rücksicht auf die Erhaltung des Ueberlieferten neugestalten dürfe, wie es dereinst das christliche Rom unter Umbildung und Umsturz des heidnischen gethan habe. Am schmerzlichsten haben die, welche Nom früher kannten, die Verwüstung der herrlichen Parks und der Vignen beklagt, die sich theils zwischen der Aurelianischen Stadtmauer und der inneren Stadt, theils vor den Thoren Roms ausdehnten, von denen die prachtvollen Anlagen der Villa Ludovisi einen Weltruhm besaßen. Die uralten Bäume, die schönen Wiesen, das malerische Strauchwerk hat fünf-und sechsstöckigen Miethkasernen welchen müssen Nicht minder beklagen die Freunde jenes Rom, wie es unsere Väser kannten und liebten, den Verlust der pittoresken Aussichtspunkte, die mau allenthalben genoß, wo die Ufer des Tiber in Sicht waren. Da ragten altersgraue Paläste bis in die Fluthen des Stromes, da kletterten Schlingpflanzen von Tagen veröffentlichte amtliche Meldung aus Dar-es' Salaam besagte, daß die deutsche Expedition ohne Widerstand am Kilima-Ndscharo eingetroffen sei und die Station unversehrt gefunden habe. Die Ruhe wäre sehr trügerisch gewesen, wenn wirklich fünf leitende Mitglieder ermordet worden wären. Unter Baron Paul kann nur der Stationschef von Tanga, v. St. Paul-Illaire, verstanden sein, welcher den Zug begleitet haben dürfte; die übrigen vier Mitglieder müßten Offiziere der von Chef Johannes geleiteten Expedition sein. Wie die Ermordung inmitten einer ziemlich starken Truppe möglich wäre, ist unfaßbar , denn selbst zu einer Unterredung mit Meli, dem Sultan der Wadschagga, oder einem andern der Häuptlinge würden die Offiziere jedenfalls nicht ohne genügende Bedeckung gehen. Von einem Kampfe und einer Niederlage der Schutztruppe meldet dagegen der Draht nichts. Jedenfalls ist es dringend geboten, daß seitens unserer Reichsbehörde sofort eine Mittheilung erfolgt, wie weit die Unglücksbotschaft des „Standard" auf Wahrheit beruht." Nun ist die Meldung des „Standard" bereits von englischer Seite als erfunden bezeichnet worden. Das Reutersche Bureau stellt fest, daß der Kilima- Ndscharo-Distrikl vollkommen ruhig ist. Der Vorgang ist aber jedenfalls eine neue Mahnung. Mittheilungcn ausländischer Blätter über angebliche Mißgeschicke der Deutschen in Afrika mit aller Vorsicht aufzunehmen. Lord Rosrbery, der neue englische Minister des Auswärtigen, ist offenbar entschlossen, sich in seine Leitung der Geschäfte nicht Hineinreden zu lassen. Die „Times" schreiben: „Es wird unsinniger Weise angenommen, Lortz Rosrbery sei mit einem Adlatus in der Person BrycsS versehen, der kraft seiner Stellung im Unterhause in irgend" einer grheimnißvollen Weise einen unbestimmten Einfluß auf die auswärtige Politik ausüben werde. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. gelegentlich in seiner Eigenschaft als WMeMdes Herzogthums Lancaster für die Regierung ÄSSwkKtM 'Frägen sprechen, aber das Ausland klar genug verstehen lernen, daß Hckw ÄoDVnA Mchr für die auswärtige Politik Eng- , kands ^verantwortlich ist.'^' Es ist bekannt, daß die liberAteff-Parteiführer Gladstone und John Morley nicht ilt' allen Punkten mit Lord Rosebery über die Behandlung dr°r ckNSwäröWi Fragen übereinstimmenaber Rosebery scheint Lei seinem Amtsantritte di« Bedingung gestellt zu habe«» daß er, der die Verantwortung für die aus- wärkige PölM Englands zu tragen hat, diese Politik auch wirklich macht und allein macht. Unter den Aufgaben des Ministeriums Trikupis in Griechenland steht die Besserung der Finanzlage in erster Linie. Da aber die Steuerkraft des Landes nicht so unerschöpflich ist, daß diese Besserung nur durch Erschließung neuer Einnahmequellen herbeigeführt werden könnte, so hat Trikupis auch auf die möglichste Verringerung der Staatsausgaben Bedacht genommen. DaS Budget, das soeben von der griechischen Kammer angenommen worden ist, steht bereits auf dem Boden dieser dem Gestade an Mauern und Häusern hinauf. Diese malerischen Stätten haben den weißblinkendcn Quaimauern weichen müssen, welche seit der Regulirung des Flußbettes die Ufer des Tiber einfaffen und die sonst Jahr für Jabr sich wiederholenden Ueber- schwemmungen der nieder gelegenen Stadtheile verhindern sollen. Auf weiten Strecken ist diese Regulirungsarbeit noch im Gange» so an dem ganzen langen Straßenzugc von der Piazza Borghese bis an die Engelsbrücke. Hier sind die nach der Wasserseite gelegenen Häuserreihen abgerissen und vorerst durch Bretterzäune ersetzt, während die Laden und Werkstätten der kleinen Handwerker, Trödler u. s. f. in den Straßen Monte Brianzo und Tordinona und die elenden Häuser, zu denen sie gehören, ihrer Gegenüber beraubt, sich in ihrer ganzen unsauber» Aermlichkeit dem Vorübergehenden darstellen. Der ohnehin lebhafte Wagenverkehr dieser Straßen, durch die fahren muß, wer von dem Spanischen Platz nach dem Vatikan kommen will, wird hier -u jeder Stunde gestört und zuweilen ganz gehemmt durch die zweirädrigen Karren, die Erde vom Flußbau wegschaffen, Baumaterial dahin fahren, besonders da, wo es der EngelS- brücke zugeht, die für den Verkehr abgesperrt ist, um verbreitert zu werden. Hoffentlich wird man die durch ihr Alter ehrwürdigen und auch künstlerisch nicht werthlosen Statuen bei der Neuherstellung schonen. Um hier den Tiber überschreiten zu können, hat man neben der alten Engelsbrücke eine eiserne Gitterbrücke hergestellt, die in ihrer modernen Nüchternheit einen geradezu abschreckenden Kontrast zu der Umgebung bildet. Diese Brücke soll nicht nur bis zur Wiedereröffnung der Engelsbrücke stehen bleiben, sondern noch bis zu dem Zeitpunkte, in dem die projek- tirte Brücke fertig gestellt fein wird, welche den Corso Vittorio Emanuele mit der Piazza Pia, am Eingang des Borgo, verbinden soll. Da aber zu diesem Zweck nicht nur viel Geld nöthig ist, sondern auch ein Flügel des großen Hospitals Santo Spi- rito abgebrochen werdey muß, so wird wohl noch viel Wasser den Tiber hrnabfließen, bis diese häßliche Brücke ihrer künftigen Bestimmung in der Campagna verfallen kann. Ersparnißpolitik. Zu den von TrikupiS einqeführten Ersparungen gehört auch die Verringerung des griechischen diplomatischen Corps. Trikupis kündigte gleich bei der Uebernahme des Ministeriums an, daß die meisten griechischen Gesandtenposten im Auslande aufgehoben »erden sollen. Diese Maßregel ist jetzt zur Durchführung gelangt. Von ihr wird auch der griechische Gesandte am Deutschen Kaiserhofe betroffen. Ein Telegramm aus Athen besagt: „Das amtliche Blatt veröffentlicht die aus Ersparnißrücksichten erfolgte Abberufung der griechischen Gesandten Delyannis in Paris, I. Genadios in London und der außerordentlichen Gesandten C. Ranghabe in Berlin und Papparigopoulos in Petersburg." Herr Ranghabe war erst seit dem vorigen Jahre in Berlin beglaubigt.__ Veutsttzlaird. * Berlin, 24. Aug. Am heutigen Morgen hatte Seine Majestät der Kaiser einen Spazierritt unternommen. Von demselben zurückgekehrt, arbeitete Seine Majestät mit dem Chef des Civilkabinets. Alsdann konferirte Allerhöchstderselbe mit dem Kriegsminister und mit dem Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium, General v. Goßler, sowie dem Chef des Militärkabinets. — Seine Königliche Hoheit der Prinz Leopold von Bayern hat gestern Abend Berlin wieder verlassen und sich zunächst zur Beiwohnung der Truppenübungen nach Stendal begeben. — Aus London wird berichtet, daß der Militärattache bei der dortigen deutschen Botschaft, Korvettenkapitän Hasenclever, in der vergangenen Nacht an einer Lungenentzündung gestorben ist. — Die „Post" veröffentlicht die Mittheilung, Major v. Wißmann sei am 14. Juli mit einem Theil seiner Expedition von Chinde aufgebrochen; Bumiller und Baron Eltz seien noch dort zurückgeblieben. (Bestätigt und ergänzt wird diese Angabe durch einen längeren Reisebrief, den die „Kölnische Zeitung" veröffentlicht. Der Brief ist aus Chinde vom 21. Juli datirt und besagt, am 14. Juli sei Herr v. Wißmann mit dem ersten Theile der Expedition stromauf aufgebrochen. Der Schleppdampfer, ein großer Leichter und vier Stahlboote mit ziemlich genau drei Zehnteln der Expedition seien vorwärts gegangen.) — Bei der Nachwahl im Reichstagswahlkreise Sagan-Sprottau ist es zu keiner endgjltigen Entschei- düng gekommen. Das Resultat der Wahl ist nun bis auf 8 fehlende Ortschaften bekannt, die an dom Ergsb- niß nichts ändern. Es erhielten Klitzing (konsJ 6652, Müller (fr.) 5432. Zubeil (Soz:) 1481 Stimmen. Zersplittert haben sich 99 Stimmen^/ Mithin isi, wie /bei der Wahl vom Jahre 1890, eine Stichwahl ,erforderlich. — Die Zahlen, welche über die Reichse.su nahmen im ersten Drittel des laufenden Etatsjahres Aufschluß geben, bieten, wie die „Berl. Pol. Nach^^schreiben, Me eigenthümliche Erscheinung. Während lue men noch die ganz beträchtliche Erhöhung von Millionen gegen den gleichen Zeitraum des,Vorjahres aufweisen, sind sämmtliche Verbrauchs.steuerh.bir äüs die Brausteuer, welche eine verschwindende BeMu.ng zeigt, in ihren Erträgen zurückgegangen. Branntwein-, Zucker-, Tabak- und Salzsteuern haben sich zusammen um über 6 Millionen verringert. Davon Mt allein hie Hälfte mit 3 Millionen auf die Branntweinverbrauchsabgabe. Diese Verbrauchssteuer zeigt überhaupt in der letzten Zeit ein Zurückgehen, das auffallen muß. Im Etat für 1892/93 hat man sich allerdings darauf bereits eingerichtet. Während das Etatssoll für 1891/92 noch auf 110,1 Millionen festgesetzt war, ist es für 1892/93 um 7,5Mill. weniger, auf 102,6 Mill. normirt. Wenn aber die Verringerung der Einnahme an Branntweinverbrauchsabgabe in den letzten beide/l Dritteln des Etatsjahres denselben Umfang behalten sollte, wie im ersten Drittel, so würde auch noch nach der Herunterschraubung des Etatsansatzcs ein schließlicher Minderertrag bei dieser Wie manche andere der neuangelegten Straßen im Innern der Stadt wurde auch der Corsa Bittorio Emanuele durch ältere Straßen mit ihrem eng in einander verlaufenden Häusergewirr mittten durchgelegt. An vielen Stellen sind di-se Arbeiten noch auf das Genaueste zu verfolgen, da noch eine größere Zahl von Häusern aufrecht steht, deren Faeade dem neuen Straßenbau zum Opfer fiel, während die andere Hälfte des Hauses, ruinös und unbewohnbar, stehen blieb, und vorerst Mittel und Baulust fehlen, die klaffenden Lücken durch Neubauten zu ersetzen. Solcher Anblick erinnert an das jammervolle Bild, das nach der Kapitulation von Straßburg die Steinstraße und andere dem Bombardement besonders ausgesetzte Stadttheile dem Auge darboten. Es wird denn auch dem König Humbert das Wort in den Mund gelegt, seine neue Hauptstadt sehe aus, als ob sie soeben eine Belagerung durchgemacht habe. Im Innern der Stadt wird man diese unerfreulichen Bilder immerhin als vorübergehend betrachten dürfen, als unvermeidliche Etappen eines zu allmählicher Konsolidation führenden lieber- gangszustandes. Anders ist es in den neuen Stadttheilcn in der Peripherie. Hier hat man, in der Täuschung befangen, daß das neue Rom einen Aufschwung nehmen und eine unübersehbare Masse von Leuten aus der Provinz heranziehen werde, wie Berlin nach der Wiedergeburt des Reiches, hier hat man an allen Enden zu gleicher Zeit zu bauen begonnen, in der Gegend der einst so stillen Piazza San Giovanni beim Lateran, vor Porta Pia, vor Porta Salara und auf dem linken Tiberufer, in der Nähe des Batikans auf den weit ausgedehnten PraU Caftello. Und hier hat sich die Ueberproduklion in schrecklicher Weise gerächt. Nicht nur, daß lange Reihen der hochallfragenden Miethkasernen von der Straße bis zum Dache lediglich von dem armseligsten Proletariat bewohnt sind — Zeuge die zum Trocknen aufgehängte Wäsche, die vor den Fenstern aller Stockwerke prangt — ganze Straßen sind unbewohnt, eine Menge von Häusern entbehrt der Thüren und Fenster, die Eingänge sind, um dem Gesindel den Eintritt zu verwehren und um die Häuser- steuer zu sparen, zugemauert, viele sind nur bis zum zweiten Verbrauchssteuer verzeichnet werden müsse«. Ueber den schließlichen Ausfall der Verbrauchsabgabe von Zucker läßt sich gegenwärtig keine Vermuthung aufstellen, da sie ja durch das am 1. August d. I. in Kraft getretene neue Zuckersteuergesetz eine ganz andere Grundlage erhalten hat. Die Zuckermaterialsteuer hört mit Ende des laufenden Etatsjahres überhaupt auf, eine Rubrik in den Reichseinnahmen zu bilden. Auch andere Einnahmen weisen Rückgänge auf. Beim Spielkartenstempel und bei der Wechselstempelsteuer sind dieselben geringfügiger Natur. Bei der sogenannten Börsensteuer erreichen sie indessen die Höhe von fast 1 Million gegen das erste Drittel des Vorjahres. Dieses Ergebniß wird sich, wenn es nicht durch die beiden anderen Drittel des Jahres abgeändert wird, um so mehr fühlbar machen, als der Etatsansatz für die Börsensteuer von 1891/92 auf 1892 93 um über 2 Millionen gesteigert ist und schon im Vorjahre der Etatsansatz durch die endgiltig« Einnahme nicht erreicht wurde. Nach dem Etat für 1892/93 soll die Börsensteuer 20,8 Millionen aufbringen. Tyat- sächlich hat sie im ersten Drittel des laufenden Etatsjahres 4,2 Millionen erbracht. s? Straßburg, 24. Äug. Die bereits mitgetheilte Nachricht, daß vom 1. September d. I. an in Metz eine vierte tägliche Zeitung in französischer Sprache erscheinen soll, ist in der altdeutschen Tagespresse verschiedentlich uls ein „nicht gerade erfreuliches Zeichen der Zeit" ausgenommen worden. In dem Morgenblatt der Münchener „Allgem. Zeitung" vom 19. August wird in einem Bericht aus Metz bei Besprechung dieser Nachricht behauptet , „daß die Regierung wenig geneigt zu sein scheine, das Erscheinen einer neuen französischen Zeitung zu genehmigen, vielmehr dem von der Regierung des Oberelsasses gegebenen Beispiel folgen zu wollen". Diese Behauptung bedarf der Richtigstellung. Es gibt kein in Elfaß-Lothringen geltendes Gesetz, nach welchem das Entstehen einer neuen Zeitung verhindert werden kann; wenn die in dem französischen Preßgesetz vorgeschriebenen Formalitäten erfüllt sind, ist die Landesregierung einfach außer Stande, das Erscheinen einer Zeitung zu verhindern, man müßte denn nach dem Erscheinen des Blattes den bekannten Diktaturparagraphen zur Anwendung bringen, was in diesem Fall aber nicht opportun erscheint, da bereits dre^Blätter in französischer Sprache in Metz ungehindert existircn, von denen das eine oder das andere vielleicht sehr viel mehr eine Maßregelung verdient hätte, als das neue Blatt, dessen Haltung man ja noch gar nicht kennt und dessen Verleger überdies eine Garantie für seine deutschfreundliche Gesinnung dadurch zu bieten scheint, daß seine' drei Söhne die deutsche Realschule in Metz besuchen und später im deutschen Heere drehen sollen. Wünsch?nskverth wäre es freilich, wenn alle.frhnzösischen ZeAungek in Lothringen nunmehr in "Heiden Sprachen erscheinen würden und darin dem Beispiel des Ln Müshausen im Oberelsaß herausgcgebenen iWprch" folgte«, welcher früher in französischer und seit-Jahresfrist in beiden Sprache» erscheint. Hierauf .bezieht sich vielleicht die Bemerkung des Metzer Korre- fPMdenten der „Allg. Ztg." von dem Beispiel der Regierung des Obereksaffes, nur ist unrichtig, daß die Regierung — soll heißen B^Lirkspräsidium des Oberelsasses — damit etwas zu thuu Dhäöt hak. Nur in dem reichs- ländischen Bezirk Lothringen erscheinen noch Zeitungen in französischer Sprache und der Wunsch, auch dort die Zweisprachigkeit der Tagespresse eingesührt zu sehen, ist um so berechtigter, als das französische Sprachgebiet Lothringens stetig und sehr rasch sich verkleinert und die deutsche Sprache immer weitere Gebiete okkupirt. Oesterreich-Ungarn. Wien, 24. Aug. Wenn der deutschliberale Parteiführer Plener eine politische Rede hält, so wird dies namentlich in der jetzigen stilleren Jahreszeit immer als ein bemerkenswerther Vorgang aufgefaßt; denn Herr v. Plener hat nicht nur als Führer der Bereinigten Linken einen wesentlichen Einfluß auf die parlamentarische Stockwerke gediehen, dann wurde aus Mangel an Betriebsmitteln der Bau eingestellt. Dieser große Baukrack, hat eine Menge von Existenzen ruinirl, von bescheidenen Baulustigen des Mittelstandes bis hinauf zu den Angehörigen des höchsten Adels. Mit am härtesten hat die Betheiligung an diesen Bauspekulationen den Fürsten Borghese betroffen, der den größten Theil seines wahrhaft fürstlichen Vermögens eingebüßt hat. Aus dem herrlichen Palast an der Piazza Borghese mußte die berühmte Galerie, die als Fideicommiß unveräußerlich ist, nach dem Kasino in der Villa Borghese gebracht werden, während die nicht zum Fideicommiß gehörigen, einst mit der Galerie zu einem wunderbar harmonisch wirkenden Ganzen vereinigten und als eine der größten Kostbarkeiten Roms bewunderten Werke der Plastik. Keramik und Kleinkunst und die werthvolle alte Bibliothek dem Hammer des Auktionators verfielen, die mächtigen Räume des Palastes selbst vermiethet wurden. Mit einer von allen über diese Verhältnisse Unterrichteten vollauf anerkannten Noblesse hat der Fürst auf alle Einreden, die vielleicht gegen den Verkauf dieser Vermögens- bestandtheilc hätten erhoben werden können, verzichtet, um seine Gläubiger soweit als nur irgend möglich zu befriedigen. Glücklicherweise ist die Villa Borghese — einer der Lieblings- plätze der Römer — vor dem Schicksal, zum Bauplatz umgewandelt zu werden, gerade noch bewahrt geblieben. So find denn die Wahrnehmungen, die sich dem Fremden, der zum erstenmal nach Rom kommt. zunächst aufdrängen, keineswegs sehr erfreulich. Es bedarf für den, der nicht an der Hand eines ortskundigen Führers gleich von Anfang an die richtigen Wege einschlägt, ein paar Tage, um über diese moderne Verunstaltung der ewigen Stadt hinwegzukommen und sich in den Genuß der Ueberreste einer großen Vergangenheit zu vertiefen. Wir reden nicht von solchen, die dem Bädecker oder dem Gsell» Fels mit sklavischer Unterwürfigkeit folgen und »ach der vorgezeichneten Stundenordnung Tag für Tag das Pensum ab- solviren, welches diese Reischücher vorschreiben. Wir meinen Jene, die sich aas sich selbst verlassen, sich in das Labyrinth der Situation, sondern er ist auch ein weitsichtiger und besonnener Politiker, dessen Ausführungen von sachlichem Werthe sind. Es ist daher verständlich, daß eine Reihe von Wiener Blättern dem Rechenschaftsberichte, den Plener vor den Wählern der Handelskamer in Eger gehalten hat, an erster Stelle längere Ausführungen widmen. Plener besprach in Eger seine Thätigkeit im österreichischen Reichsrath. Er hob die Besserung in den Beziehungen der Deutschliberalen zur Regierung hervor. die in der Berufung des Ministers Küenburg ausgedrückt erscheine. Charakteristisch sei der Rücktritt und die Nichtersetzung des czechischen Ministers Prazak. Sollten die Deutschen nicht wieder in Gegensatz zur Regierung treten, so müsse der nationale Besitzstand der Deutschen unerschültert bleiben. Die Partei werde fortab die weitere Entwicklung der Lage mit sichern, Selbstbewußtsein abwarten und die bisherige Selbständigkeit wahren. Wenn das Vertrauen ihrer Wähler der deutschliberalen Partei erhalten bleibe, sehe diese der Zukunft getrost entgegen. Plener erhielt darauf den Dank und das Vertrauen der Wähler ausgesprochen. Das „Fremdenbiatt" sagt in seiner Beurthei- lung der Rede Pleners: .Die Regierung hat — das bestätigt ihr gegenwärtiges Ver- HSUniß zu den czechischen Parteien — ehrlich und treu an den gegenüber dem deutsch-böhmischen Volke übernommenen Verpflichtungen festgehalten und nichts versäumt, um das Ausgleichs«»!, hochgetbürmten Schwierigkeiten zu Trotz, zur vollendeten Thal zu wachen. DaS hätte vielleicht eine nachdrücklichere Betonung verdient. Die zäh« nnd immer leidenschaftlichere Opposition der herrschenden czechischen Elemente gegen den beschlossenen Frieden im Lande kurzweg zu brechen, das dürfte derzeit die festeste Hand nicht vermögen, und der sanfte Appell Pleners an die freisinnigen Kollegen von der czechischen Partei wird auch nichts an diesem fanatischen Widerstande ändern. Bei den Jungczecheu hört der Freisinn bekanntlich auf, wenn eia Deutscher i» Sicht kommt. Unter diesen Umständen läßt sich nur von dem Zusammenwirken aller gemäßigten, zwischen den Extremen stehenden Parteien — und zu diesen zählt sich die Bereinigte Linke mit Recht in erster Linie — eine Besserung der Verhältnisse, der endliche Sieg über die radikalen, in der Verneinung allein konsequenten Elemente.' der Sieg der Friedensider in Böhmen erwarten. Es ist erfreulich, daß Plener gerade in diesem Momente, wo die nationalen Leidenschaften wieder mächtig ausflammen, wohlerwogene Worte für die Charakterisicuag der Läge i» Böhmen findet: er weicht sogar der naheliegenden Verlockung zu einer scharfen Charakters sirnng der czechischen Agitation bedächtig aus. Die Deutsche« Böhmens werden ihrer Sache und ihrem Vokksstamm am besten nützen, wenn sie gegenüber jenen, wüsten Fanatismus ernst und vornehm, gerade so wie Plener gesprochen hat, an ihren Rechten und Pflichten, an ihrer ehrlichen Neigung zum Frieden und zur Versöhnung sesthalten. An einer solchen Haltung müssen die wütbendsten Anstürme der Ren-Hnsstten abprallen. Und die Ber' einigte Linke wird den Einfluß im Staate, dessen Wahrung und Stärkung Ke mit voller Berechtigung anstrebt, am sichersten gewinne«. je fester sie an ihrer Stellung als gemäßigte« Element zwischen den Extremen festhält, je inniger sie sich mit gesinnungsverwandten Fraktionen zu einem starken, staatserhaltcnden Element verbindet." Frankreich. Paris , L4. Aug. Die Pariser Blätter scheinen an Stoffmangel zu leiden, denn sie verfallen auf allerhand angebliche Neuigkeiten, die sich hinterher als erfunden Das Kriegsministerium erläßt heute zwei Dementis. Das erste betrifft die Mittheilung, auf einem Felde hinter dem Mont Valerien sei die Hälfte der kürzlich gestohlenen Gewehrpatronen aufgefunden worden. Die Nachricht wird für unbegründet erklärt; man kennt bis jetzt im Kriegsministerium weder den Spitzbuben noch den Verbleib der gestohlenen Patronen. Auch die Nachricht des „Echo de Paris" von der bevorstehenden Maßregelung mehrerer höheren Offiziere, die in den heißen Manövertagen es an der Fürsorge für die Gesundheit der Truppen hätten fehlen lassen, ist unbegründet. Das „Echo de Paris" hatte gemeldet, die amtliche Untersuchung wegen der während der Manöver vorgekommenen Fälle von Sonnenstich würde zur Folge haben, daß zwei Brigadegeneräl: zur Disposition gestellt werden, ein Oberst in Jnaktivuät versetzt werde und der Armeecorpskommandeur einen Verweis erhalte. Das Straßen stürzen, die schönsten und merkwürdigsten Punkte selbst aufsuchen und ihre Reiseführer nur insoweit zu Ratbe ziehen, als es unumgänglich nothwendig ist. Diesen öffnet allerdings die unvergleichliche Wundeiwelt dieser Stadt aller Städte nur zögernd und spröde die Pforten, durch die man in die Tiefen ihrer Eigenart cindringt; wer aber in solcher Weise sich, wenn man so sagen darf, durch eigene Arbeit mit Rom vertraut gemacht hat. dem winken ganz andere Genüsse als dem flüchtigen Touristen. Ein solüer wird sich bald heimisch fühlen auf den Plätzen und in den Straßen, die ihn zu den immer noch zahlreichen lleberbleibscln des Altertbums, zu den spärlicheren Trümmern des Mittelalters, zu den ewig jung bleibenden Erzeugnissen der Renaissance führen, er wird sicy im Geiste das Rom der Cäsaren, das Rom der Päpste rekonstruiren und bald in diesem bunten Gemisch einer in die Urzeiten zurückceichenden Vergangenheit und des warm und laut pulsicenden Lebens der Gegenwart heimisch fühlen. Ein solcher wird in Rom nicht nur wie in einer Raritätenkammer verumziehen, er wird in dieser Stadt, die auch heute noch einzig dastehl, leben. So habe ich eine stattliche Reihe von Wochen Rom mir zu eigen gemacht und mich schon nach wenigen Tagen in der ewigen Stadt so heimisch gefühlt, als wenn ich seit Jahren durch ihre Straßen wandelte. * Berlin, 24. Aug. (Das Grabmal), das Seine Majestät der Kaiser seinem im Februar dieses Jahres verstorbenen Flügeladjutanten Obcrstlicutenant v. Zitzewitz auf dem Matthäi- Kirchhof hier hat errichten lassen, ist vollendet. Es ist in Sandstein ansgeführt und besteht aus einer Rückwand, auf deren Dach in der Mitte ein Kreuz angebracht ist. Unterhalb des Daches» an der Wand, ist das Wappen der Familie v. Zitzewitz angebracht , darunter stehen die Worte: „Kaiser Wilhelm II. und Sein Hauptquartier ihrem tiesbetrauerten treuen Kameraden." Ein kunstvolles Eisengitter umschließt den schön gepflegten Grabhügel. _ Srieasministerium bezeichnet diese Angaben als erfunden. — Auch Frankreich dürfte demnächst seinen Stempel- fälschunqsprozeß haben. Gestern fand im Comptoir eines großen Geschäftshauses für Armeelieferungen eine Haussuchung statt. Es verlautet, das Geschäft habe falsche Stempel angewendet, um die Abnahme schlechter Waaren von Seiten der Militärbeamten zu bewirken. — Im Departement Pas de Calais droht ein neuer Streik der Grubenarbeiter, da die letzteren die Gruben- qesellschaften zwingen wollen, keine belgischen Arbeiter anzustellen. Der Mittelpunkt der dortigen Arbe.ttr- bewegung gegen die Belgier ,st die m der Streikgeschlchte wohlbekannte Gegend von Lens. Nach emer Meldung -aus Lens sind 500 Bergleute des Bergwerks von Vendm ausständig geworden. Sie verlangen die Entlassung der belgischen Arbeiter. Eine gegen die belgischen Bergleute gerichtete Kundgebung hat heute Abend auch in Lieom stattgefunden. In der heute Früh in Lens abgehaltenen Versammlung von 4M Ausständigen rieth der Deputrrte Basly zur Ruhe und zur Enthaltung von allen Gewalt- thaten gegen die fremden Arbeiter. Wegen der Bevorzugung von belgischen Arbeitern durch die Grubengesellschaften werde er nach dem Wiederzusammentritt der Kammer eine Interpellation einbringen. Ob diese Vertröstung die aufgeregten Gemüther beruhigen und die Arbeiter von Gewaltthaten abhalten wird, ist abzuwarten; Basly und Genossen haben selbst redlich das Ihrige ge- than, um die französischen Bergleute zu den übertriebenen Ansprüchen zu verleiten, welche die Grubengesellschaften veranlassen, lieber belgische Arbeiter statt der französischen anzustellen. Serbien. Belgrad, 24. Aug. Ministerpräsident Avakumowit sch hat ein Rundschreiben an die serbischen Vertreter im Auslande gerichtet. Er betont in dem Zirkular, daß das neue Kabinet freundschaftliche Beziehungen mit allen Staaten zu unterhalten und insbesondere die Neutralität Serbiens sorgfältigst zu wahren entschlossen sei. Die letztere Phrase scheint bestimmt zu sein, dem Verdachte entgegenzutreten, als ob das liberale Kabinet sich in Abhängigkeit von russischen Einflüssen begeben wolle. Aus dem gleichen Grunde wurden auch ausgesprochene Russenfreunde der liberalen Partei, wie Panta Serckovitsch und Alimpije,Vasiljewitsch in das Kabinet nicht ausgenommen. Die Uebernahme des Kriegsportefeuilles durch General Bogitschevitsch, dessen Bruder in Wien Gesandter gewesen und der ein Detter des früheren Königs Milan und Vertrauensmann der Dynastie ist, verleiht dem Kabinet einen ausgesprochen dynastischen Charakter, was die Annahme bestätigt, daß das neue Regime hauptsächlich berufen ist, den dynastischen Gedanken schärfer zu betonen. Auf die Handelsverträge Serbiens mit Deutschland und Oesterreich-Nngarn wird der Kabinetswechsel keinen Einfluß ausüben, da die Regentschaft mit den abgeschlossenen Verträgen cinverstauden war und das neue Kabinet unter Zustimmung zu denselben in's Amt getreten ist. Da die Skupschtina aber aufgelöst werden soll, so wird die legislatorische Behandlung der Verträge wahrscheinlich der neu zu wählenden Skupschtina zufallen. Großherzogthum Baden. Karlsruhe, den 25. August. L. (Das Großh. Kunstgewerbemuseum) in der Westendstraße birgt für einige Tage ein im Allerhöchsten Aufträge Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs angefertigtes Meisterwerk einheimischer Goldschmiedekunst, den Ehren- vreis Höchstdefselben für den diesjährigen Sieger im Jffezheimer Rennen, entworfen von Direktor Götz und ausgeführt von Professor Rudolf Mayer. Dem Zusammenarbeiten dieser beiden Künstler verdanken wir ein künstlerisch wie technisch gleich vollendetes Werk, das uns lebhaft an die Blüthezeit der deutschen Goldschmiedekunst gemahnt, wie sie die Augsburger und Nürnberger Werkstätten um die Wende des 16. Jahrhunderts in sich verkörperten. Das Ganze hat die Form eines auf einem Untersatz — mit geflügelten Greifenvoluten als Füßen - stehenden schlanken, sich mäßig nach oben verjüngenden und mit einem Kuppeldeckel, den eine gewaffnete Diana bekrönt, abschließenden Humpens. Den oberen größeren Theil des Gefäßmantels ziert eine flott entworfene und in zartem Relief meisterhaft getriebene und gepunzte Darstellung der wilden Jagd des Rodensteiners nach dem Gedichte von Scheffel, die sich wirkungsvoll in Matt- selber von dem Gold des Hintergrundes abhebt und nach oben durch Bogenstellungcn mit Cherubimköpfen begrenzt ist. Darunter läuft ein Rundsries mit der Inschrift: „Gestiftet von Friedrich. Großherzog von Baden". Den Untertheil des Cylinders nimmt ein Kranz von kräftig herausgetriebenen Buckeln in Glanzgold ein, bekrönt von zart erhabenem Eichel- und Hopfevblütben- oruament in Bogenstellungen, in Mattsilber gehalten, während der Obertheil desselben mit einem Rundstab des gleichen Blumenornaments, von dem sich zwei reichciselirte gekrönte Cartouchen mit dem Wappen und dem Monogramm des hohen Stifters wirkungsvollst abbeben, geschmückt ist. Das Ganze in seinem cdeln schlanken Aufbau, dem fein vertheilten reizenden Farbenspiel von Silber, Matt- und Glanzgold und dem schwungvoll entworfenen und meisterhaft wiedergcgcbenen Jagdzuge als künstlerischem Mittelpunkt, gibt uns in dem Zusammenwirken der beiden reichbegabten Meister ein treffliches Bild der hohen Leistungsfähigkeit der einheimischen Goldschmiedekunst, die wie hier, in diskretester Anlehnung an die Meisterwerke der Blüthezeit vom Ende des 16. Jahrhunderts, doch ihre eigenen Bahnen mit glücklichstem Erfolg zu wandeln weiß. * (Die gegenwärtige Jahreszeit) bringt stets Veranlassung zum Austreten einzelner Cholerinesälle» die, was die Symptome und den Verlauf der Krankheit betrifft, fast vollständig mit den Erscheinungen der Ltwlora usiuties. überein- stimmen, sich jedoch durch den Mangel der charakteristischen Koch'- sch:n Cholerabazillen in den Exkreten wesentlich von der asiatischen Cholera unterscheiden. Die Erkrankungen an Chslerine verdanken fast ausschließlich Diätfehlern — Genuß von zu kaltem Bier, unreifem Obst oder zur Fäulniß neigendem Fleisch — ihre Entstehung, indem dadurch eine vermehrte Sekretion und Transsudation in dem Darm bervorgerufen wird, welcher chemisch veränderte Darminbalt zufällig in dem Darm befindliche anderartige Mikroorganismen zur Wucherung bringt und dadurch aus dem eiweißhaltigen Darmsekret einen Giftstoff erzeugt, der die choleraartigen Erscheinungen herbeiführt. In den meisten Fällen werden auch schon vorher leidende oder schwächliche Personen auf diese Weise das Opfer ihrer Diätfebler. Daß die zur Zeit herrschende Hitze, die erst heute einer Abkühlung gewichen ist, diese Erkrankungen begünstigt. ist einleuchtend. Zu solchen Krankheitsformen ist, wie der „Bad. Korr." von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, auch der kürzlich in der Stadt Pforzheim vorgekommene Todesfall an Cbolerin: zu rechnen; der davon befallene Bauernknecht war schon 8 Tage lang krank gewesen und batte jeden Tag noch kaltes Bier getrunken. Die Untersuchung der Exkrete mittelst Mikroskop und Reinkultur ergab die vollständige Abwesenheit der Koch'schen Bazillen. Aehn- lich verhielt es sich in einzelnen an anderen badischen Orten beobachteten Fällen, die nicht tödtlich endigten. Eine strenge Ueber- wachung der Nahrungs» Und Genußmittel, besonders des auf den Markt gebrachten Obstes, sowie geeignete Jsolirung der Erkrankungen und Desinfektion der Exkrete werden am zweckmäßigsten zur Vermeidung zahlreicher Erkrankungsfälle dieser Art beitragen. * (Der Obstverkauf) auf dem Marktplatze und in den einzelnen Verkaufsständen wird polizeilich beaufsichtigt, um zu verhindern, daß Früchte in unreifem Zustande an das Publikum verkauft werden. Wir haben schon neulich daraus hingewicsen» daß das Publikum diese Bestrebungen der Polizeibehörde unterstützen sollte, indem es unter keinen Umständen Obst kauft» das nicht völlig ausgereist ist. Diese Vorsicht sollte ganz besonders auch denjenigen Verkäufern gegenüber» die in die Häuser kommen und dort ihre Waaren anbieten, unbedingt geübt werden. Jedem Freunde des Obstgenuffes ist so reichliche Gelegenheit gegeben, in unserer Stadt gutes und reifes Obst zu kaufen, daß niemand um des sehr fragwürdigen Vortheils willen, den ein Preisunterschied von einigen Pfennigen ausmacht, Obst von mangelhafter Beschaffenheit kaufen sollte. Insbesondere sei wiederholt darauf hingewiesen, daß auch zum Kochen bestimmtes Obst nur in reifem Zustande verwandt werde» möge. Daß es bei den zum Kochen ausersehenen Früchten nicht so genau auf den Reifezustand ankomme, ist eia Vorurtheil, mit dem mau endlich brechen müßte. "(Der ersehnte Witterungsomschlag) ist heute eingrtrelen. Nach einer Reihe heißer Tage ist die Temperatur beträchtlich gesunken und heute Mittag stellte sich ein ausgiebiger, noch fortdauernder Regen ein» der die Vegetation erfrischen wird. Die große Hitze hatte auf die Pflanzenwelt derart cingewirkt, daß das Laubwerk der Bäume bereits ein herbstliches Aussehen gewann und die Abkühlung dürste gerade rechtzeitig eingetrcten sein, um neuen Schaden der intensiven Wärme von Feldern und Rebhügeln abzuwenden. 8 * Pforzheim, 24. Aug. (Konzert. — Witterung.) Von den verschiedenen in den letzten Wochen im hiesigen Stadtgarten abgehaltenen, immer sehr zahlreich besuchten Konzerten ist dasjenige am letzten Sonntage von dem Trompetercorps des DragoncrregimentS „König" Nr. 26 (2. Württemb.) unter der Leitung des Kapellmeisters B. Stoy gegebene besonders her- vorzuhebeu Das sehr reichhaltige Programm wurde flott durch- geführt.— Sett etwa drei Wochen herrscht auch hier »ne wahrhaft afrikanische Temperatur, die mehrmatS bis auf 27* und 28° R. im Schatten stieg. Infolge dessen trat eint eigentliche. Dürre ein, der GraswuchS blieb zurück und unsere "sonst so ergiebige Brunnen-Wasserleitung war nicht mehr ausreichend. so daß in den höher gelegenen nördlichen Sladtthtrien das Wasser ausblieb und seit einiger Zeit die Zuleitung von Abends 8 Uhr bis Morgens 6 Uhr abgestellt wurden mutzt«. Em Spnnlgg Abends eiagetreteues Gewitter brachte endlich den lang« Ltsehn-, ten Rege»; derselbe war aber von viel zu kurzer Dauer- Verschiedenes. * Karlsruhe, 25. Aug. (In Bezug auf die cholera » ähnlichen Erkrankungen) in Hamburg erklärt der „Hamburgische Korrespondent"daß die Meldungen über den Stand der Epidemie vielfach übertrieben seien: sie würden durch die authentisch festgestellten Zahlen berichtigt. Diese authentischen Ziffern werden uns durch eine Hamburger Pcivatdepesche der „Franks. Ztg." bekannt. Die Depesche besagt: „Eine offizielle Statistik der Medizinalbehörde weist nach, daß in den Tagen dom 18. bis 23. August 13. 16, 24, 31, 86 , 49, zusammen 219 choleraverdächtige Erkrankungen mit 2 , 6 , 14, 15, 2v, 18, zusammen 7b Todesfällen vorgekvmmen sind. Darnach hat die Epidemie am letzten Tag nachgelassen." Der „Hamburgische Korrespondent" tritt auch der nach auswärts verbreiteten Darstellung entgegen, als ob das Hamburger Straßenbild sich unter dem Eindrücke einer allgemeinen Cholerafurcht geändert hätte. Dazu ist weder der Charakter der Hamburger noch die Sachlage angelegt. Der Verkehr auf den Straßen ist nicht beeinflußt; nach wie vor herrscht auch ein reger Fremdenverkehr. Der Besuch der Börse ist wie gewöhnlich; der Vorsicht wegen ist ein Arzt daselbst stationirt und ein Krankenzimmer eingerichtet, das jedoch nicht benutzt worden ist. Tie Desinfektionsgeschäfte werden von Käufern umlagert. Die Desinfektionsmittel sind vielfach ausverkauft. Die im Aufträge des Reichsgesundheitsamtes anwesenden Prof. Koch und I)r. Rabis konferirten gestern mit dem Chef der Polizei und der Medizinaldchörde und besuchten Abends die Auswandererbaracken. Das Wolff'sche Telegraphenbureau berichtet über das Auftreten der Epidemie in Hamburgs Nachbarstadt Altona, daß dort in drei Fällen von den vorgekommenen 80 Erkrankungen Ldolvra siürlicL konstaürt worden sei. Im ganzen seien in Altona nur fünf Todesfälle erfolgt. Es ist unzweifelhaft, daß die Krankheit in Hamburg durch Matrosen eingeschleppt worden ist. Daß sie in gewissen Hamburger Gegenden dann einen für sie günstigen Nährboden fand, von dem aus sie sich auf andere Stadttheile verbreiten konnte, ist leicht begreiflich. Zu Besorgnissen liegt namentlich für uns in Süddeutschland sicherlich kein Grund vor und es dürfte empfehlenswerth sein. den Choleraberichten mit Ruhe zu folgen, andererseits aber allerdings auch diejenigen Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, die man im Sommer angesichts der stets vorkommenden Fälle von einheimischer Cholera überhaupt niemals außer Acht lassen sollte. Sowohl von deutscher als von ausländischer Seite sind Anordnungen getroffen worden, um eineUebertragung derEpidemie zu verhindern. Wie in Bremen verlautet, unterliegen seit gestern Nachmittag alle aus Hamburg-Altona in Bremerhaven eiutreffenden Schiffe einer Quarantäne. Wie die „Köln. Ztg." meldet, ist der Schlafwagenverkehr Hamburg-Köln eingestellt. Alle Hamburger oder von Hamburg anschließenden Züge werden ärztlich untersucht. Nach einem Erlaß des dänischen Justizministers sind fortan die Provenienzen aus Elbhäfen einer Quarantäne unterworfen. Die Eiuffuhr von Lumpen, benutzter Watte, Kratzwolle, Papierabfällen, Obst, frischen Gemüsen, Blumen aus Deutschland nach Dänemark ist verboten. Die schwedische Regierung erklärte dir deutschen Nordseehäsen, sowie die deutschen Ostseehäfen an der Küste zwischen Pommern und Dänemark für choleraverdächtig. AuS Cbristiania meldet man, daß mehrere von Hamburg kommende Dampfer heute einer Quarantäne unterzogen wurden. Die deutschen Häfen wurden für choleraverdächtig erklärt. Die Einfuhr gebrauchter Kleidungsstücke, Leinwand, Bett- z-ug, Lump.n vom Deuschen Reich nach Norwegen ist verboten. Die Prager Statthalter» beauftragte den dortigen Magistrat, bezüglich der Reisenden aus Hamburg die gleichen Maßnahmen anzuweoden, wie bei den Reisenden aus Rußland, insbesondere den Hoteliers auszutragen, daß kein Reisender aus Hamburg ohne ärztliche Untersuchung das Hotel verlasse. Ferner melde« Wiener Blätter, infolge des Auftretens der Cholera in Hamburg sinke eine Unterbrechung des direkten Verkehrs der österreichischen Nordwestbohn und Waggvnwechsel in Telschrn statt. Daselbst sei auch ein Arzt zur Untersuchung der Reisenden und Desinfizirung des Gepäcks. AuS Antwerpen läßt das Wolff'sche Bureau sich melden: „Nachmittags sind heute abermals mehrere choleraartige Erkrankungen vorgekommen. In einem Falle wurde asiatische Cholera konstatirt. Sanitätskommission und Aerztekollegium halten täglich Sitzungen ab. Die Errichtung eines Lazareths wird beabsichtigt." Wir schließen hieran noch die Wiedergabe folgender Nachricht aus Petersburg: „Bon gestern Mittag bis heute Mittag sind hier 111 Choleraerkrankungen und 32 Todesfälle vsrgekommen. Im Gouvernement Ssamara betrug vom 20. bis 22. August die mittlere tägliche ErkrankungSziffer 1194, die Sterblichkeitsziffer 529 " Es geht aus dieser Petersburger Meldung hervor, daß die Cholera in der russischen Hauptstadt nicht schlimmer als zu Anfang austritt, speziell was das Berhältniß der Todesfälle zu den Erkrankungen betrifft. Neueste Telegramme. Berlin, 25. Aug. Der Schlafwagenverkehr zwischen Berlin und Hamburg ist bis auf weiteres eingestellt. Die Abendblätter melden, auf dem Lehrter Bahnhof sei eine Person als choleraverdächtig angehalten und zur Beobachtung in's Krankenhaus gebracht worden. Letzte Nacht starb die Frau eines hiesigen Kaufmanns unter Anzeichen von asiatischer Cholera; ob solche vorliegt, ist ärztlich noch nicht festgestellt. Die Leiche wurde sofort in die Leichenhalle gebracht und die Wohnung desinfizirt. Berlin, 25. Aug. Aus Dar-eS-Salaam ist folgende Depesche des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika beim Auswärtigen Amte eingetroffen: Von der angeblichen Ermordung des Barons Saint Paul und mehrerer Hauptchefs der Expedition nach dem Kilima - Ndscharo ist hier nichts bekannt. Die letzten Berichte von der Kilima- Ndscharo - Station, die bis zum 19. August reichen, bestätigen, daß die Station ohne Kampf wieder besetzt warden ist. Dort ist alles wohl. Alle größeren Häuptlinge sind mit uns gegen Meli, der wegen des Friedens verhandelt. Hamburg, 25. Aug. Die Packetfahrtgesellschaft beschloß, angesichts der sanitären Lage Hamburgs ihre großen Schnelldampfer nicht in die Elbe kommen zu lassen." svsidern den Dienst dieser Schiffe auf den Verkehr zwischen Southampton und New-Iork zu beschränken. Die Beförderung von Zwischendeckspassagieren, soll Pis auf werteres ganz eingestellt werden. Infolge des .'Kartells der Dampferkompagnien kann die Gesellschaft zk . solchen Maßnahmen schreiten, ohne eine schwere Einbuße zu erleiden. '" Mdg, 25. Aug. Die Bischofskonferenz ist heute Vor- ' lniftckg am 11 Uhr mit einer Andacht im Dom geschlossen Worden. Fürstbischofs Kopp aus Breslau war bereits um 9 Uhr abgererst, die übrigen Theilnchmer an der Konferenz verließen Fulda im Laufe des Nachmittags. Antwerpen, 25. Aug. Für Schiffe die von Havre, von Hamburg oder vom Rhein kommen, ist eine siebentägige Quarantäne angeordnet. Paris, 25. Aug. Nach einer Meldung aus Lens beschlossen die streikenden Grubenarbeiter, die Arbeit wieder aufzunehmen, da die Grubengesellschaften versprachen in Zukunft mehr Franzosen als Ausländer zu engagiren F ammennschrrchten. 24 . ^ ^lf Rinderspacher von hier, Buchhalter hier, mit Anna Rais von hier. — 25. Ana. Josef Schmid von R-gensburg, Kaufmann hier, mit Maria Talacka von Brunn. Todesfälle. 23. Aug. Karl. 4 M. 27 T-, V-: Jean Wieder. Kaufmann. - 24-Aiig. Hilda. 4 M. 4T.. V.: Sebald Müller, Fabrikarbeiter. - 25. Aug. Johanna. 4 T., V.: Aua. Berbench. Hauptlehrer. Mrueru»sssrvo«yrLAgen orr Werrorsi. Starts» Karlsruhe. ! Barem ww Absol. 1 Relative Feucht. jFeuchtig« in wm Ireit i« -122.4 14 3 7l Therm. in 0. Wisd. NE SW Himmel. klar sebr wolkig bedeckt August 24 Nachts 9^1! ') 744.3 „ 25.Mrgs.7^U 747-6 -f-19 4 133! 79 25 Mittgs.2°°U -) 748-8 -417 3 12-7 ^ 87 l l i ! ! ') Wetterleuchten ?) Regen. «raffe-iAand veS Rvetni». Mara». 25. Aug., Mrgs., 4 03 w gefallen 2 cm. Der heutige Wetterbericht fällt aus, da die WitterungStele gramme bis 5 Uhr Aben ds nicht eingetroffen sind. Frankfurter tetegrsptzilche Lursvsrktztr etaitspop«»«. i »-/« D. Retchsanlethe 67 30 1 '/, dto. 107.10! «-/«Prenh. «onsol ii7,i<7 »-/«Baden in fl. loses ««/. . „ M. I-1.0S Oefterr. Goldrente so.»o , Silberrente 81.70, «-/.Ungar- Goldrente ,«.»«! issor Russen ss.so H. Orientanleih» — Italiener comptanl ss.- Lgypter »8.tv- Spanier St so! Zall-Türlea »s tl> »»ne,». Xrepitaktien Diskonto Lomumdt Darmstüdter Bank Handelsgesellschaft Deutsche Bank Dresdener Banl 8S«.l0i iss.oo iss.oo iit.so iss.- 11 s.ro vom 25. August 1892. vohookt««». Schweiz. Nordostbalm 111.70 , Centralbahn lso.ooj Gotthard isr.ro Lombarden so.so Ungarn Slbthal Hess. LndwIgSbahn 11 s Wechsel uao «orten Wechsel a. Amflerd M , öllNoün » » Paris . , Men RapoleonSd'or PrivatdtSkonto X a ch b « r I». Sreditaktie» ros'I, DiSkonto-srommandit los so Staatsbahu rso.ro Lombarden »)>, Tendenz: flill. Sertto. Oesteer, «redttaktie» 107 «o Oestrr. Staatsbahu irs.so sVir ewxkekleu unser kadrikat rur ^usküdruug vou st4i»4i»t - Trl»4ll4i» »II«r unter Garantie vvrrüLlicker Liuäekrskt. B io so. Nesiiikketivil« -krÄpsrsttz -er b i elL «§e empfohlen durch behördliche und ärztliche Gutachten und Atteste (bei den Niederlaaen zu haben), bei der Großh. «ad. 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Dezember 1891 ab bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahr einen wöchentlichen Ernährungsbeitrag von 1 Mark, vorauszahl- dar in vierteljährigen Räten, zu bezahlen, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor Gr. Amtsgericht Bsthl auf Montag den 2.'November 18S2» Bormit- tü.üs 11 ^ Zum Zwtcke -er öffentlichen Zustellung «ird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Bühl. Leu 12. August 1892. DerOericktsschreiver Gr. Amtsgerichts: - - J^B.: Wecktfser. - BMSL. Nr. 84lS. Waldkirch. Di« Ursula Ki rser, uneheliches Kind der ledigen Perpetua Kirn«, Dienst» magd von Hruweiler , z. Zt i» Freibur», vertreten durch de» Klag- und Gegeuvormlmd Albert Wehrle, Dieost- knecht von Heuweiler, klagt gegen den Paul Schwehr, Dienstknecht von Heuweiler, zur Zeit an unbekannten Orte» abwesend, wege» Zahlung eines Er- nähruugsbcitrages auf Grund des Gesetzes vom 21. Februar 1851, die Ernährung unehelicher Kinder bctr., mit dem Anträge auf Verurtheilung des Beklagten durch für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urtheil zur Zahlung eines Beitrags zur Ernährung des unehelichen Kindes der Perpetua Kirner. Namens Ursula, in Höhe von 57 Pfennig wöchentlich, und zwar vom Tage der Geburt des Kindes, d. i. vom 21. Oktober v. I. bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre desselben, nnd ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Gr. Amtsgericht zu Waldkirch auf: Freitag den 28. Oktober 1892, Vormitt. 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage ! bekannt gemacht. Waldkirch, den 12. August 18S2. Willi, Gerichtsschreibcr Großh. Amtsgerichts. DuukelfuchSstute, , Aufgebot. 6jährig, ganz fehlerfrei, mi- V-606-1. Nr- 10,466. Müllheim, litärfromm, 1.75 groß, trägt j Das Großh. Amtsgericht hat verfugt V633- Nr- 4200. Wir suchen auf spätestens 1. November einen gewandten Schrcibgekiilfen cvang. Bekenntnisses. Gehalt je nach Leistung 800 bis 1000 Mark. Bewerbungen mit Zeug- niffen sind binnen 8 Tagen anher einzureichen. Evangel. TtiftSfchaffnei Mosbach. Fellmeth. V636 Stuttgart Sütlerlin in Höllstcin, Verkäuflich: helmine, geb. lsüllcrlm in bat um Einweisung in die Gewähr des Nachlasses ihres genannten Ebemannes gebeten. Diesem Gesuch wird entsprochen werden, wenn nicht Kinne» 4 Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Lörrach, den 17. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Nüßle. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Appel. V-542-2. Nr. 19,285. Walds Hut. Das Großh. Amtsgericht hier hat unterm Heutigen verfügt: Die Witwe des am 19. Juni 1892 verstorbene» Hermann Ebner von Unteralpfen, Therese, geb. Maier, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Mannes gebeten. Etwaiger Widerspruch ist binnen sechs Wochen geltend zu machen. Waldshat, den 18. August 1892. Gerichtsfchreiber Großh. Amtsgerichts: Mohr. BS88 L Nr. 8494. Buchen- Die Katharina Brerdinger, geb. Pfaff, Witwe des Sckuhmiuhers Franz Anton Breidiuger von Dürnbach, hat um Einsetzung in die Gewähr des Nachkaffes ihres Ehemannes gebeten- Diese« Ge- suche wird enlsprochen werden, wenn nicht binnen vier Wochen Einsprache dagegen beim Unterzeichneten Amtsgerichte erhoben und begründet wird. Buche», den 19. August 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Mainhard- Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Löffler. Aufforder nu». V608- Offenburg. Georg Brudtz von Appenweier, z. Zt. in Amerika, ist zu dem Vermögensnachlaffe der am 13 Juli 1892 verstorbenen Agatha Böhli ledig von Avpenwcier erbberechtigt und wird derselbe, da sein Aufenthaltsort unbekannt ist, hiermit aufgefordert, binnen 6 Wochen Nachricht von sich an den Unterzeichneten Theilungsbcamten behufs Äeizugs zu den Theilungsverhandlungen gelangen zu kaffen. Offenburg, den 23. August 1892- Großh- Notar Sommer. V'609. Offenburg. Georg Damian Krämer, Küfer von Goldscheuer, zur Zeit in Amerika, ist zu dem Ver- mögensnachlafsc seiner am 25. März 1892 verstorbenen Mutter, Emerentia, . geborne Kruß, Ehefrau des Ferdinand ! Krämer, Bierbrauer in Goldscheuer, i erbberechtigt und wird derselbe, da sein j Aufenthaltsort unbekannt ist, hiermit ! anfgefordert, binnen6Wochen mit dem Anfügen in Kenutniß gesetzt» s daß das Verzeichnis der seit der letzten Fortführung eingetreteneu, dem Gemeinderath bekannt gewordenen Veränderungen im Grundeigrntbum während 8 Tagen vor dem Fortführungstrrmin zur Einsicht der Bethelligten auf dem Rathhause auflicgt; etwaige Einwendungen gegen die in dem Berzeichniß vorgemerkten Veränderungen in dem Grund- eigenthum und deren Beurkundung im Lagerbuch sind dem Fortführungsbeamten in der Tagfahrt vorzutrageu. Die Grundelgenthümer werden gleichzeitig aufgefordert, die seit der letztes Fortführung in ihrem Grundeigenthum eingetretenen, aus dem Grundbuch nicht ersichtlichen Veränderungen dem Fortführungsbeamten in der bezeichnten Tagfahrt anzumelde». lieber die in der Form der Grundstücke eingetreteneu Veränderungen sind die vorgeschriebene» Handriffe und Meßurkunden vor der Tagfahrt bei dem Gemeinderath oder i» der Tagfahrt bei dem Fortfübrungsbeam- ten abzugeben, widrigenfalls dieselben auf Kosten der Betheiligten von Amls- wegen beschafft werden mühten. Mosbach, den 20. Augnst 1892. Der Bezirksgeometrr: B r u g i e r. schweres Gewicht, von vornehmem Er-! Ernst Scheffelt, Privatmann in Ba- terieur, für höheren Offizier geeignet.» dcnweiler, hat aus der Konkursmasse Preis 2500 M. ^ der Adam Haas Witwe, Barbara, ge- j Nackricht von sich an den unterzeichne- Freiherr v. Palm, Metzbach, borne Eckert, von Oberweiler 4 Ar ten Theilungsbcamten behufs Beizugs zu m Erg, ,. !31 Qm. Reben, Gemarkung Baden--den Theilungsverhandlungen gelangen Station Boxberg resp. Mergentheim. § weiter, am Schloßberg, neben Katha-> ^ >^1, —- —— »-^ rina Sutter und sich selbst erworben - - - »000 Li.O ! und ein Ausgrbot beantragt. Aufgebots- ^ ^ termin wird bestimmt auf nnd em Doppelwaggon - Montag den 21. November d- I., Wafferrmr l Vormittags 9 Uhr. Offenburg» den 23 August Großh. Notar Sommer. 1892. gesucht. Off. sub L.. L Muffe, Karlsruhe. Das von beüuäet sicli R.288.15 IMWsM 81, W 8ÜW IM (LMM) Ein Rechtspraktikant V'634. Mosbach. Bekanntmachung. , Zur Fortführung der Vermeffungs ! werke und der Lagerbücher nachfolgender io» >und werden alle Dieiemgen, welche an ^ ^0 der genannten Liegenschaft in den Grund- l oder Pfandbüchern nicht eingetragene. - auch sonst nicht bekannte, dingliche oder ---- , auf einem Stammgut oder Familien-! Gemarkungen ist im Einverständmß m,t verband beruhende Rechte geltend machen! den Gemeinderäthen der betheiligten Gewöllen, aufgefordert, ihre Rechte späte-! meinden Tagfahrt jeweils auf dem stens in dem Termine anzumclden, wi-! Rathhause der betreff. Gemeinde anbe- drigenfalls die nicht angemeldeten An- !ranmtt für die Gemarkung: sprücbe für erloschen erklärt werden. ! Müllheim, den 20. August 1892. Der Gerichtsfchreiber Gr. Amtsgerichts: kann bei einem Anwälte in Heidelberg Doll, gegen Gehalt eines Amtsanwalts und! Erbeiuweisuuge». Reisevergütungen sofort eintreten. V'515.2. Nr. 16,179. Lörrach. Offelten bei der Expedition unter ! Die Witwe des Landwirths und Rath- j „Anwalt" gefl. einzureichcn. V.595.3, schreibcrs -Ernst Trinnlrr, Wil-! Sattelbach, Donnerstag den 1. September, Vormitt. 9 Uhr; Muckenthal mit Niueck, Freitag den 2. September, Vormittags 11 Uhr; Rittersbach, Samstag den 3 September, Vormitt. 11 Uhr. Die Grundeigenthümer werden hievou 3. V'640. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die in dem vom 1. August l. I. ah' giltigcn Gütertarife Waldshut-Ost- fchweiz enthaltenen Frachtsätze für deu Verkehr mit Bafel Centralbahuhof werden, soweit sic billiger sind, als jene des Tarifs für den Verkehr der Stationen der Badischen Bahn mit Basel Centralbahnhof, auch in diesen letzterer, Tarif übernommen. Karlsruhe, den 25. August 1892. Generaldirektion. B'63S. Karlsruhe. Südwestdeutsch-Schweizerischer Eisenbahn-Verband. In den Ausnahmrtarif Nr. 9 (für Steine des Sp.-T. Ul) des TarifbeftS II wird mit Wirkung vom 1. September 1892 für den Verkehr zwischen Hattingen (Badische Bahn) und E»- mishofen-Egelshofe« (Schweizerische Nordoflbahn) ein Frachtsatz von 34 CtS. für 100 Kg ausgenommen. Karlsruhe, den 24. August 1892. Namens der Verbandsverwaltungen: Gencraldirektion der Großh. Bad. Staatseisenbahnen. V 524.2. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir haben die Lieferung von: 20000 Stück großen und 1500 „ kleinen Jsolatoreu zu verdingen. Angebote sind schriftlich, verschlossen und portofrei bis längstens Mittwoch de» 31. Augufi d. I.» Vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Bedingungen u. Angebotsbogen werden auf portofreies Ansuchen von der unterfertigten Stelle abgegeben. Zuscklagsfrist 14 Tage. Karlsruhe» den 17. August 1892. Großh. Hauptverwaltung der Eisen- bahmnagazine. Bau-Arbeiten. V 618-1- Nr-1091. Von den für den Neubau eines evangelischen Pfarrhauses in Sand (Amt Kehl) am 4. v. M. ausgeschriebenen Bauarbeiten wurden die nachfolgenden wegen Unvollständigkeit der Angebote nicht genehmigt und werden dieselben deßbalb zur Bewerbung nochmals ausgeschrieben: Die Erd- und Maurerarbeit, „ Steinhauerarbeit, „ Zimmermannsarbeit, „ Schlofferarbeit. Maßgebend ist die Verordnung vom 7. Juni 1890. .das öffentliche Berding- ungswesen betr.". Die Bewerber bleiben für ihre Angebote bis zur erfolgten Genehmigung verbindlich. Die Kostenüberschläge, Baupläne und Baubedingungen sind ausdem Geschäftszimmer der unterfertigten Stelle, sowie bei Großh. Domänenverwaltung Kehl einzuseben. Die schriftlichen Angebote nach Einzelpreisen sind in die Auszüge aus der Kostenberechnung, welche für die Submittenten bereit liegen, einzutragen und längstens bis 5. September d. I.» Morgens IO /2 Uhr. auf dem Geschäftszimmer Großh. Domänenverwaltung Kehl einzureichen, woselbst um diese Stunde die Eröffnung der Angebote stattfinden wird. Ackern, den 22. August 1892. Großh. Bezirksbauinspektiom_ Druck unö Verlag oer G. Lraunlcken tzofbuchdruckerei. LM'tt einer Beilage.)