Kei1«ge M M- 240 -er Dmrlsricher Zeitung. Mittwoch. 31. Aogust 1882. Leopold Lust. Es ist jetzt gerade ein Jahr durch das Land gegangen, seitdem die Augen eines Mannes für immer sich geschlossen haben, welcher zu früh für das Gemeinwesen und die Anstalt, ja das ganze Land. in denen er seine Wirksamkeit entfaltete, zu früh für seine Freunde und Kollegen, deren treuer Genosse und Mitarbeiter er war, und allzufrüh für die Seinigeu, denen er ein so liebevoller Vater gewesen ist, von uns genommen wurde. Den 30. August des vergangenen Jahres ist Leopold Just, Großh. j badischer Hofrath und Professor der Botanik an der Karlsruher ! Technischen Hochschule, zu Baden-Baden gestorben und still ruht jetzt der einst so thätige Mann im stillen Grabe, auf welches in ^ treuem Gedenken der Freund einen Kranz von Blättern der Erinnerung niederlegt. . ^ ! Just war zu Filehne in der Provinz Posen als Sohn des l Apothekers Just daselbst den 27. Mai 1841 geboren. Nachdem j er im Jahre 1860 das Gymnasium zu Tborn absolvirt, eine ! Zeitlang dem Bergfache und von Ostern 1862 ab an der Universität Breslau vorübergehend auch der Medizin sich gewidmet hatte, wählte er, hauptsächlich auf Anregung des berühmten Pflanzenphysiologen Cohn, die Botanik als sein spezielles Fach- z studium. Ostern 1865 siedelte er von Breslau nach Zürich über, ! woselbst die Professoren Heer und Kramer seine Lehrer für ^ Botanik wurden. Schon im Herbst 1866 kehrte er jedoch wieder i an die Universität Breslau zurück und promovirte hier im Jahre 1870. Cohn, dessen Privatassistent er eine Zcitlang war, ist der Mann, welcher auf die geistige Entwicklung JustS den größten Einfluß ausgeübt und seiner wissenschaftlichen Richtung die Signatur verliehen hat, mit dem er deßhalb auch noch in späteren Jahren stets in regem geistigem Austausch und freundschaftlichem Verkehr geblieben ist. Auch als aus dem ehemaligen Schüler ein Freund und ebenbürtiger Kollege geworden war, versäumte es Just bei jeder wichtiger Entscheidung in Fragen der Organisation seines Instituts und bei größeren wissenschaftlichen Arbeiten und Unternehmungen niemals, die Meinung seines alten Lehrers zu hören, wie andererseits später auch Cohn auf die Rathschläge des Schülers den größten Werth legte. Noch im letzten Sommer hatten wir Gelegenheit, den geistig noch so überaus frischen und regen bedeutenden Gelehrten, der dem damals schon sichtlich leidenden Just in Karlsruhe einen Besuch abstattete, im gemächlichen Verkehr mit diesem in dessen Heim zu sehen. Es sollte das letztemal sein, daß die beiden Männer sich die Hand schüttelten. Gemäß der physiologisch-botanischen Richtung seiner wissen» schaftlichen Studien und eigenen Forschungen» die er i. I. 1870 kurze Zeit auch noch in Berlin unter Alexander Brauns und Kny's Leitung fortgesetzt hatte, übernahm er noch in genanntem Jahre die Stelle eines Assistenten am Land- und Forstwirkhfchaft- lichen Laboratorium des Karlsruher Polytechnikums. Er habili- tirte sich i- I. 1872 als Privatdozent für Botanik und wurde 1874 zum außerordentlichen Professor für Agrikultllrchemie und Pflanzenphysiologie, sowie zum Vorstand des Agrikulturchemischen und Pflanzenphysiologischen Laboratoriums ernannt. Rach dem Tode Moritz Seuberts erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Instituts. In sein neues Lehramt ist Just mit der vollen Freudigkeit eines Mannes eingetreten, dem endlich geworden, was er stets erstrebt halte, ein unabhängiger Lehrstuhl mit eigenem Institut und so sehen wir ihn denn auch sehr bald nach allen Seiten die lebhafteste Thätigkeit entfalten. War er» ein vorzüglicher Redner, schon vorher in kleinem Kreise als anregender Lehrer, der auch in den so wichtigen praktischen Kursen seinen Schülern aus's liebenswürdigste entgegenkam, bekannt, so kamen diese trefflichen Eigenschaften von jetzt ab einem weit größeren Zubörerkreis zu gute und feine Vorlesungen und Ucbungen gehörten zu den best- und ausdauerndstbesuchten der Hochschule. Auch im Rothe der Kollegien erwarb er sich rasch eine einflußreiche und hochangefchene Stellung und hier war es ganz be- sonders seine ungewöhnlich vielseitige Allgemeinbildung, sein anregender geistiger Verkehr — sei es in wissenschaftlichen Bereinigungen oder in gemächlichem persönlichen Zwiegespräch — und lein Streben nach den idealen Zielen geistiger Ausbildung der studirrnden Jugend, wodurch er sich hervorthat und sich unauslöschliche Verdienste um die Karlsruher Hochschule erworben hat. Unablässig war er bestrebt, das geistige Niveau des Polytechnikums den Idealen einer wirklichen Hochschule zuzufübrcn, und wo es deßhalb galt, daS Lehrgebiet zu Gunsten der Allgemeinbildung zu erweitern, da fand man in Just stets den rührigsten, gewandtesten und treuesten Anwalt. Vieles ist ihm auf diesem Gebiete zu danken. Für eine so ersprießliche Thätigkeit konnte es auch an Anerkennung nicht fehlen. Nicht allein, daß ihn die Kollegen 1887 einhellig zum Direktor und wiederholt zum Mitglied« des Kleinen Rathes der Hochschule wählten, auch von Seiten Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs hatte er sich wiederholter Auszeichnungen zu erfreuen. Am erfolgreichsten zeigte sich aber die Wirksamkeit Juks in der Ausgestaltung des Botanischen Instituts. Wenn man sich die Verhältnisse vergegenwärtigt, unter denen er seine Professur der Botanik übernahm, so konnte allerdings von einem eigentlichen Institute im Sinne moderner Anstalten dieser Art nicht die Rede sein. Fehlte doch dem Botaniker in Karlsruhe damals noch die unerläßlichste Einrichtung: der Garten, und auch die sonstigen Einrichtungen waren völlig unzureichend. Justs ganzes Streben war deßhalb von vornherein darauf gerichtet, der Hochschule «in Institut zu schaffen, welches den Schwesteranstalten sich ebenbürtig zur Seite stellen konnte. Unter den schwierigsten Verhältnissen, die leider innerhalb der Hochschule nicht immer bloß auf objektive Schwierigkeiten zurückzusühren waren, gelang es ihm, zunächst im Hofe de- Polytechnikums, ein kleines Stück Land für Anlage eines Gartens oder richtiger Gärtchens zu erlangen. Nachdem jedoch bald darauf der betreffende Platz für Neubauten in Anspruch genommen wurde, war Just wieder ohne Garten und ou» ermöglichte cs Mur die väterliche Fürsorge Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, welcher für das aufblübende Botanische Institut stets das regste Interesse zeigte, durch Ueberlafsuug eine- erheblichen Tbeils des ehemaligen Großh. Gemüsegartens und durch Errichtung der nöthigrn baulichen Anlagen, einen neuen» den jetzigen großen und sehr zweckmäßig eingerichteten Botanischen Garten am ehemaligen Durlacher Thor, anzulegen. Auch für die innere Einrichtung wurden darck her wirksamen Unterstützung, deren sich dieses Institut auch seiten» u»fe«r Regierung immer zu erfreuen hatte, die nöthigeu Wittel gewährt. Rastlos und mit erneute« Freudigkeit arbeitete Just nun an dem inneren Ausbau seines Instituts weitex Unst dor alleqr suchte er dasselbe von jetzt ab neben den Zwecke» des'Unterrichts uud wisseuschaftlicher Forschung auch den praktischen Zwecken sxrokhzkSiK fleißigen Mannes zu- »bsorbiren. fand Just noch Zeit, sich Mitmenschen dienstbar zu machen. Just gehörte eben- umfassend angelegten Naturen, welche bemüht sind, die h^ssuttale der Wissenschaft« in der sie ihren Lebensberus grfundejh ha-e», weiteren Kreisen zu nutzbringender Anschauung zugänglich zu machen. Die zuerst errichtete Samenprüfnngsstatio» wurde allmählich zu einer allgemeinen landwirthschaftlich-botanischen Versuchsanstalt mit ausgedehnten Versuchsfeldern erweitert und ganz besonders im Interesse einzelner landwirthsckaftlicher Zweige, so z. B. des Rebbau's. durch das Studium spezieller Pflanzenkrankheiten, der Tabakknltur u. a. m. wurden eingehende Untersuchungen angestellt. — Auch eine bakteriologische Abthei- lung wurde errichtet und sämmtliche Abtheilnngen sehen wir schließlich mit mustergiltigen Einrichtungen versehen; kurz, cs muß als ein ganz besonderes Verdienst Justs in Anspruch genommen werden, daß es ihm unter oftmals recht schwierigen Verhältnissen und großen Widerwärtigkeiten schließlich doch gelang, ein so vortrefflich und vielseitig eingerichtetes, allen Zwecken des Unterrichts, wie auch der Allgemeinheit gleich dienliches Institut zu schaffen. Leider ist es ihm nicht beschieden gewesen, sich des schönen Erfolges lange und in Ruhe zu erfreuen. Wiederholt schon noch mitten im Ringen traten ernste Mahnungen hcrannahender Krankheit an ihn heran und allzubald nach ge- thaner Arbeit ist er abgerufen worden. Just war, wie die Schöpfung des Botanischen Instituts und der Landwirthschaftlich Botanischen Versuchsstation mit den verschiedenen Abtbeilungen dieser Institute unverwischbar beweist, vermöge seiner ganzen Natur zu einer ausgedehnten organisatorischen Thätigkeit angelegt. Wenn ihn dieses innerste Wesen seiner Persönlichkeit immer dazu drängte, an der Erreichung der sich rastlos erweiternden Ziele der wissenschaftlichen Praxis als einer der Ersten mitzuarbeiten, so führte ihn doch ein tiefes Be- dürfniß immer wieder auch zur reinen Wissenschaft zurück. In ihr hat sich Just ein bleibendes. Denkmal seiner geistigen Individualität gesetzt. Seine wissenschaftliche Bedeutung beruht in hervorragender Weise in einer glücklichen Verbindung von organisatorischem Talent und naturwissenschaftlicher Gelehrsamkeit. Durch die Neugestaltung, welche seit den fünfziger und sechziger Jahren unseres Jahrhunderts alle Zweige der Botanik durch die grundlegenden Forschungen genialer Männer erfahren hatten, wuchs die botanische Literatur zu einem Umfange an, daß es dem Einzelnen unmöglich wurde, auch nur die Publikationen von großer Bedeutung alle im Original durchzulesen. In glücklicher richtiger Erkenntniß dieser Entwicklung der botanischen Wissenschaft unternahm Just die Verarbeitung des gesummten ungeheuren literarischen Materials. Er gab i. I. 1873 den ersten Band des Botanischen Jahresberichts heraus. Es gelang seinem ausgezeichneten redaktionellen Geschick, für die Bearbeitung der einzelnen Fächer hervorragende Spezialforscher zu gewinnen; und durch die treffliche übersichtliche Einrichtung des umfangreichen Jahresberichtes, die Justs eigenstes Werk ist, gestaltete er denselben zu einem unentbehrlichen literarischen Hilfsmittel ersten Ranges. Es ist hier nicht der Ort» näher auf die Bedeutung dieser schriftstellerischen Leistung eiazugehen, es muß der Hinweis genügen, daß das Königliche Ministerium der geistlichen» Unterrichts- und Medizinalangelegrnheiten in Preußen den Bibliotheken einer Anzahl weniger gut dotirten botanischer Institute deS Staates in richtiger Würdigung der Wichtigkeit des Buches für -dir Erleichterung der Studien Exemplare desselben gescheukweise, übergibt. Später war Just eine Zeit lang gleichzeitig mit de, Vary Redakteur des gelesensten botanischen Jour«M, der Botanisches Zeitung. -Nebrn^dieser ausgebreiteten redaktionellen Thätigkeit, welche mn den amtliche» Arbeitslasten völlig genügt hätte, die Kraft , Gebiet der experimentellen Pflanzenphysiologie zu be- lt-äti-en. Seine beste Kraft aber wandte er dem landwirthschaft- Bcrsuchswesen zu. In stets gleich bleibender Hingebung förderte er dieses Arbeitsgebiet bis zum letzten Tage seines Lebens. Er trug in dieses Berfnchswesen fruchtbare Gesichtspunkte hinein und strebte mit nie erlahmender Energie dahin, die für die Praxis bestimmten Feldversuche mit landwirthschaftlichen Kulturpflanzen «ms das Engste mit der experimentellen physiologischen Botanik zn verknüpfen. Die Resultate, die ans den Versuchsfeldern der landwirthschaftlichen Station zu Karlsruhe gewonnen wurden, fanden stets wegen der Sicherheit ihrer Methode allgemeines so. Fräulein Kapitän, "-adru- Eine Eismeergtschichte von Max Lav. (Fortsetzung.) Als endlich die Sonne faul und lässig, als halte sie es selbst nicht mehr der Mühe werth, die traurige Schneewüste zu bescheinen, am Horizont langsam heraufkroch und ihre Strahlen einen flüchtigen Goldschimmrr in das endlose Weiß mischten» krochen auch die Menschen aus Gastons Schiff dicht in Pelze gehüllt, daß sie aussahen wie junge Bären, aus ihren Löchern und schwangen thatkräftig ihre Schaufeln gegen die auf dem Verdeck angehäuften Schneemafsen. Einigermaßen verdutzt starrten sie auf die bewegungslose Fläche des Fjords, der die wenigen windstillen Morgenstunden dazu benutzt, sich mit einer spiegelglatten Eisdecke zu überziehen. Zwar wurde durch einige wuchtige Ruderstöße sofort festgestellt, daß das Eis nur dünn und noch leicht zu zerstören sei, um dem Schiffe einen Ausgang zu bahnen; dann war es aber die höchste Zeit, den erstarrenden Fjord zu verlassen und hinauszulaufen dort wo die See noch fesselfrei wogte. Aber welche Enttäuschung! Ein leichter Wind schob die Morgennebel zur Seite und legte eine hohe, vielfach gezackte Masse bloß, die rosig und goldig im Sonnenstrahl funkelte. Eine Eiswand, die von West nach Ost die See sperrte, so weit das Auge reichte. Bestürzt sprangen die Matrosen in's Schiff hinunter, setzten die ganze Mannschaft in Alarm. Keuchend kam Cockney auf's Deck gestürzt und starrte mit aufgerissenem Munde auf die ihm nur zu wohlbekannte Dekoration im Süden, hinter der das Land seiner Wünsche nun für lange Zeit unerreichbar lag. „Das Packeis — es steht", stammelte er tonlos zu Gaston, der mit merkwürdiger Ruhe, ein ironisches Lächeln auf den Lippen, den Aufruhr unter seiner Mannschaft bemerkte. „Das steht gerade so aus, als sollten wir vor nächstem Sommer keinen Anker mehr heben", entgcgnete er bedächtig und warf einen flüchtigen Blick nach dem Nachbarschiff hinüber, daS still und einsam wie ausgestorben unter seiner Schneelast lag. Die Didelots hatten ja neun bis zehn Monate Zeit, weßhalb sollten sie sich beeilen, den Schnee zu entfernen, der wohl in noch viel reichlicheren Mengen ihr hölzernes Obdach einhüllen würde. Die Didelots hatten Zeit, nicht aber unser Cockney» der sich zum nächsten Winter schon für Liverpool entschieden, wo ihn eine gluthäugige Irländer!» mit tausend Freuden empfangen hätte, wenn er nun nicht gezwungen wäre, fern von Porter und Brandy die verheißungsvolle Saison in Schnee und Eis zu verträumen. Er schickte sofort ein halbes Dutzend Leute in's Boot, und in harter Arbeit rudernd und eisschlagend strebte er mit ihnen hinaus, um die unheimliche Schranke auf ihre Festigkeit und Ausdehnung zu prüfen. ' Nach einigen Stunden kam das Boot zurück. Trübselig des Kopf schüttelnd berichtete er, daß der Strand meilenweit kein offenes Wasser zeige. Er hatte auch noch einen hohen Eisblock erklettert zu weiterer Umschau, aber nur um sich zu überzeugen, daß die am Ufer festgesetzten Eismafsen aus dem Osten noch immer unermeßliche Zufuhr erhielten, die den Gürtel um den Ausgang des Fjords verstärkten. Der Mann wollte gar nicht begreifen, wie Gaston die Sache so gleichmütbig auffassen konnte, und ächzend vor Wuth verkroch sich der Polarmensch im Schiffsraum. Den Fragen seiner Kameraden wich er mürrisch aus. „Können wir auslaufen, Cockney?" tönte es ibm von allen Seiten in die Ohren. „Wartet bis Pfingsten, dann sag' ich Euch Bescheid!" schrie er erbost und verschwand in seiner Koje. Knurrend und murrend stopfte er sich eine Pfeife und blies die zornige Gemüthserregung mit dem blauen Tabaksdampf in die Kajüte hinein, die wohl noch nie so viel SeemannSflüche auf einmal vernommen als jetzt, wo die Leute cinsehen mußten, daß alle Rückreisepläne unwiderruflich eingefroren waren. Und das Polareis ist solid; es läßt die einmal umfaßten Opfer so leicht nicht wieder los. 13. Schiffbruch und Tod. Das Eis in der Bucht war bereits so stark, daß man zu Fuß vom Schiffe aus an das Land gelangen konnte. Gastsris Mannschaft war beschäftigt, die Segel und das leichtere Stangenwcrk der oberen Takelage wieder herunterzuholen und aus diesem Material ein möglichst starkes Zeltdach über das ganze Verdeck zu spaunen, das an den Seiten überall an der Brüstung befestigt. einen saaläbnlichen Raum schuf zur freieren Bewegung im Winter, wenn der Aufenthalt in der frischen Luft für längere Zeit so gut wie unmöglich wurde. Es war Abend. Die Matrosen saßen im Kreise um den glühenden Ofen und neckten sich in dem theilweise wieder zum Durchbruch gekommenen Galgenhumor gegenseitig mit den unausbleiblichen Widerwärtigkeiten des Winters, die sie statt der gehofften Heimathssreuden in vollen Zügen genießen durften. Plötzlich gebot Cockney Stillschweigen und horchte mit offenem Munde zum Treppenausgang hinaus. „Das Eis kommt in Bewegungsagte er hastig. Freudig überrascht sprang die Gesellschaft auf und stürmte die Treppe hinauf an Deck. Das längst verschwundene Tagesgestirn färbte den westlichen Himmel noch init röthlich gelbem Schein, der die in Schnee und Eis gehüllte Küstenlandschaft mit bläulichem Dämmerlicht übergoß. Tie Fernen verschwommen in grauem Nebeldunst, die bizarr aufgebauten Eishöcker halten ihre scharfen Konturen verloren. In unbestimmte Formen gezeichnet, träumte die schaurige Oede der langen Winternacht entgegen. In dem dunkel spiegelnden Eise des Fjords krachte und knisterte es. Strahlenförmige Spalten öffneten sich vom Fuße einer Gletscherwand aus, die senkrecht in die Bucht abfiel. Mit Blitzesschnelle liefen die Riffe im Zickzack über die glatte Fläche und hüllten sich dann in weißen Dampf» der aus dem nun offen gelegten Wasser dichtwallend emporquoll. Schweigend und staunend stand die Mannschaft des Schiffes vor der Entwickelung eines Naturereignisses, das ihr noch unbekannt war. Nur Cockney, der Eismensch, wußte, was folgen werde. „Der Gletscher bricht," sagte er mit heiserer Stimme» aus der schreckhafte Aufregung durchklang. Mit einem schnellen Rundblick umfaßte er die Situation und fügte dann beruhigter hinzu: „Eier Glück für uns, daß wir den Felsvorsprung zwischen uns und dem Gletscher haben I" „Aber die Anderen!" rief Gaston dazwischen und packte den Mann an der Schulter, um ihn heftig nach der Richtung herumzudrehen, wo die Didelots auf ihrem Schiffe in lärmender Bewegung hin und her liefen. „Seht nur, seht!" ries Cockney und deutete auf den Gletscher, der plötzlich in's Schwanken gerieth. Der Gletscherftrom bewegt sich bekanntlich langsam, aber unaufhaltsam auf seiner felsigen Unterlage abwärts. Dadurch wird der unterste Thcil aus seinem Bett frei in Luft und Wasser hinansgeschoben, wo er, während des Sommers von dem wärmeren Wasser unterspült, so lauge überhängt, bis die Schwerkraft seiner eigenen Masse die Bindekrast des ihn am Stamm festhaltenden Eises übersteigt, und die berghohe Wand losreißt und in die Tiefe stürzt, um von nun an als land- geborener Eisberg die Reise über See anzntreten. Nur ein unbedeutender Vorfall in der schreckenvollen Polarwelt, denn er gebiert nur einen Block, wie sie zu Millionen die Sec durchwandern, wird er leicht zum Verderben für die Menschen, die gezwungen sind, bei der Taufe des gefrorenen Riesen Pathen zu stehen. Das Schwanken der Eiswand wird von einem dumpfen Rollen begleitet, das aus dem Innern der Erde zu kommen scheint und bald zu brüllendem Donner anwächst, der das Weltall erschüttert. Unter weithin fühlbarem Luftdruck verschwindet die Gletscherwand in der See, die unter dem ungeheuren Schlag emporwallt, die Eisdecke in Millionen Splitter reißt und als eine gewaltige Woge sich quer über den Fjord wälzt. Da steigt der Eisberg wieder aus der Tiefe bimmelhoch anschwellend, fahl glänzend wie ein gigantisches Gespenst. Mit betäubendem Rauschen stürzen die mit emporgeriffenen Gewässer schäumend und dampfend in den mütterlichen Schoß des Meeres. (Fortsetzung folgt.) Jutereffe und reiche Anerkennung in den betheiligten Kreisen. ES ist eia besondere- Berdiruk de- Verstorbenen, in rechtzeitiger und richtiger Würdigung der Bedürfnisse der rasch vorwärts drängenden rationellen Landwirthschaft durch Wort und Tbat immer auf die Erreichung derjenigen Ziele hingearbeitet zu habe»' die zunächst gdironuen werden mußten, wenn ein weiterer Fortschritt möglich sein sollte. ES liegt in der Natur der Dinge, daß bei der nach allen Seiten auSgebreiteten Thätigkeit der Institute, die Just geschaffen hat» es unmöglich war. daß der Ein- zelne allein die ganze Arbeitslast bewältigte. Dem allseitig gebildeten Manne konnte eS nicht schwer werden» auS der großen Zahl der jungen aufstrebenden Botaniker geeignete Mitarbeiter für seine Untersuchungen zu gewinnen. Dadurch, daß es Just gelang, mehrere Assistentenstellen an seinen Instituten zu gründen, wirkte er auch noch in dem Sinne förderlich, daß jüngeren Kräften die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu versuchen und zu entfalten. Gern förderte der Verstorbene fremde Arbeiten ; wissenschaftliche Untersuchungen, die in seinem Laboratorium angestellt wurden, betrachtete er stets mit demselben Interesse, wie seine eigenen, und ließ ihnen alle überhaupt mögliche Unterstützung und Förderung zuthcil werden. Unermüdlich war Justs Schaffenskraft und Schaffensfreudigkeit. Als schwere Krankheit die Kraft des Mannes beugte, war doch der Muth und die Lust zur Arbeit nicht geschwunden. Die Energie seines auf geistige Betätigung gerichteten Strebens half ihm fort über die Tage der Erschöpfung und der Sorgen um den Zustand seines Körpers. Von Just galt in der letzten Zeit seines Lebens das Wort: .Ein Mensch sein, beißt ein Kämpfer sein." Mit seiner ganzen ihm gebliebenen physischen Kraft, seinem großen Willen kämpfte er gegen die Schwäche des Körper- und sein Geist überwand sie im Ringen um die idealen Güter der Menschheit. Ein Gedanke kann uns trösten in der Trauer darüber, daß ein so strebsamer Geist dem Leben entrissen werden mußte, alS er noch die volle Fähigkeit und geistige Kraft besaß, zu wirken und zu schaffen, eS ist das Bewußtsein, daß Just die Ziele, welche er sich gesteckt, in der Hauptsache erreicht hat. So klingt das Andenken an den Verewigten in das Wort des Dichter- aus: Dem ernsten Wunsch, dem ungethcilten Streben Wird gern zuletzt der Siegespreis gegeben. Rennen zu Baden-Baden unter Leitung des Internationalen Rennkomite's. Zweiter Tag: Sonntag den 28. August. »*» Auch der zweite Renntag war von der Witterung außerordentlich begünstigt» sogar noch mehr als der erste. Der hellste Sonnenschein beleuchtete die Scene, aber trotzdem war es nicht heiß auf dem Rennplatz, da eine frische Brise Abkühlung brachte. Der Sonntag brachte die erwartete Vermehrung des schaulustigen Publikums. Das Innere der Rennbahn und noch mehr der Hügel bei Iffezheim waren dicht besetzt. Der Besuch der großen Tribüne und des SattelplatzeS überwog auch wesentlich den am ersten Tag. Herrn Rumpelmeyer von Baden war wieder die Besorgung des Buffets übertragen» das er mit der bekannten Feinheit und Eleganz so ausgestattet hatte, daß nichts zu wünschen übrig blieb — als eine gesteigerte Frequenz der Restauration, die niemals früher so einladend garnirt war, wie durch ihn. Die Musik auf dem Platze war, wie immer, der Kapelle des 3. Bad. Infanterieregiments Nr. 111 von Rastatt (Kapellmeister Heusser) übertragen. Der Korso nach dem Rennen war ein brillanter. Von Badenscheuern bis Baden hatte sich ein zahlloses Publikum ausgestellt, das dieses Schauspiel mit Vergnügen verfolgte. Der Verlauf der Rennen selbst war folgender: 1- Sandweier-Rennen. Preis 2 OM M Für 2- und 3jährige Pferde aller Länder. 100 M. Emlatz» halb Reugeld. Der Sieger ist für 4 OM M. käuflich. Distanz 1 MO Meter (gerade Bahn). Nach Abzug des Einsatzes für den Sieger werden dem zweiten Pferde bis 300 M. aus den Einsätzen und Reu- gclderu garantirt. 5 Unterschriften. Alle 5 Pferde gingen ab. 1. Herrn I. Saloschins dunkelbraune Stute „Legyezö" von „Hastings" aus der „Legyes", Rührig (3 000 M.), geritten von Rawlinson, 49 Kg 2. Herrn I. Lau s braune Stute „Queen of Sheba", Sjährig (2000 M), geritten von Cooke, 56'/- Kg. — u SimL, i »alt«» S. W. — 2 Rink., r Franc — so Psg. 3. Herrn R. Corde- Kuchsstutr „Mistleloe", Zjahrig (2000 M.)» geritten von Barker» 59'/» Kg. Kapt. Joö'S schwarze Stute „Aspasia" (fr. „Adele"), Rührig (4000 M.), geritten von Barton, 55 Kg. Herrn van HinSberghS FuchSstute „Pierre sauffe-", 3jährig (1 OOO M.)> geritten von ElliS, 55'/2 Kg. In dem PrüfungSrennen zwischen Zwei- und Dreijährigen siegte die 2jährige ungarische Stute „Legyezö" wie sie wollte. Nach zwei falschen Starts ging sie sofort an die Spitze und führte bis zum Ziel. Nur „Queen of Sbeba" bestritt ihr den Sieg; sie ließ die Stute l'/z Längen hinter sich. 3 Längen hinter „Queen of Sheba" ging „Mistletoe" durch s Ziel. Die Siegerin wurde nicht gefordert. II. Oos-Handicap. Preis 5 OOO M. Für 3jährige und ältere Pferde aller Länder. 100 M. Einsatz, halb Reugeld. Distanz 1400 Meter (runde Bahn). Nach Abzug des Einsatzes für den Sieger werden dem zweiten Pferde bis 10OO M., dem dritten Pferde bis 500 M. aus den Einsätzen und Reugeldern garantirt. 50 Unterschriften, von denen 21 angenommen. 9 Pferde erschienen am Start. 1. Frhrn. E. ». Fürstenbergs Fuchshengst „Paria" von „Architekt" aus der „Paratonnöre", 3jährig, geritten von Sharpe, 56'/!. Kg. 2. Herrn U. v. Oertzens brauner Hengst „Gennaro", 3jährig, geritten von Hartley, 51 Kg. 3. Herrn S. del Banco's brauner Hengst „Cesario", 6jährig, geritten von Cooke, 61", Kg. 4. Herrn Saloschins Fuchsstute „Jcelands Kate", 3jäbrig» geritten von Rawlinson, 58'/, Kg. Hauptmann R. SviekermanuS Fuchshengst „Herr Vex", 4jährig, geritten von Ballantine, 50' g Kg. Herrn Mehlichs Fuchsstute „Freude". 3jährig, geritten von Olley, 44'/, Kg. Kapitän Joe's Fuchswallach „Greg", alt, geritten von Barker, 60'/, Kg. Herrn Manske's braune Stute „Crime", 3jährig, geritten von Madden» 53 Kg. Herrn Demuths dunkelbrauner Hengst „Calchas", 5jährig, geritten von Aston, 60'/, Kg. Ein sehr aufregendes Rennen mit scharfem Kampf. „Greg" war am Start eigensinnig und verzögerte dadurch den Ablauf. DaS Feld hielt dicht zusammen und machte eine scharfe Pace. Zunächst führte „Freude", wurde aber bald von „Paria" geschlagen, dem „Gennaro" so dicht folgte, daß beide Kopf an Kopf durch das Ziel gingen und „Paria" nicht ohne Anstrengung mit Kopflänge siegte. „Gennaro" war auch sehr gut im Rennen und schlug „Cesario" mit 3 Längen. „Jcelands Kate" wurde gut viertes Pferd. Die übrigen wurden angebalten. III. Saint-Leger-Handicap. Union - Klub - Preis 10 000 M. Für 18S9 geb. Hengste und Stuten aller Länder. 300 M. Einsatz, 100 M. Reugeld. Distanz 2000 Meter. Nach Abzug des Einsatzes für den Sieger werden dem zweiten Pferde bis 2000 M., dem dritten Pferde bis 1000 M. aus den Einsätzen und Reugeldern garantirt. 50 Unterschriften, von denen 21 angenommen. 7 Pferde liefen. I. Herrn V. May's brauner Hengst „Archer" von „Crafton" aus der „Archereß", geritten von Bowman, 58'/, Kg. 2. Pzinz Fr. K. Hohenlohe'- braune Stute „Siriska", geritten von Rawlinson, 54 Kg. 3. Hauptmann R. Spiekermanns brauner Hengst „Präsident Ex", geritten von Barker. 58 Kg. 4. Frhrn. v. Cramms schwarzer Hengst „Liebesgabe", geritten von Madden, 46',, Kg. Frhrn. Ed. von Oppenheims brauner Hengst „Simon". geritten von Sharpe, 57 Kg. Königlich Preußisches Hauptgeküt Grabitz' Fuchshengst „Geheimratb", geritten von Ballantine, 63'/, Kg. Herrn I. Suhls Fuchshengst „Orfeo", geritten von Jekyll, 48 Kg. Liebesgabe war unruhig und verzögerte dadurch den Start. Nach dem Ablauf machten die Pferde sofort eine scharfe Pace. Zuerst führte „Präsident Ex". „Archer" nahm ihm aber bald die Führung ab. „Simon" war dritter, „Geheimrath" vierter, dann dritter, „Liebesgabe" arbeitete sich vor, „Oifeo" war letztes Pferd. Von der Biegung an wurden die Pferde scharf geritten. Die erste Gruppe ging Kopf an Kopf durch's Ziel. „Archer" siegte nur mit Kopflänge über „Siriska", diese nur mit einer halben Länge über „Präsident Ex", der „Liebesgabe" 1'/, Längen hinter sich ließ. „Archer" erfüllte die Hoffnungen, die man auf ihn gesetzt hatte. Der Hengst war „Favorit". IV. Favoriten-Rennen. Preis 2 OOO M- Für 3jährige und ältere Pferde aller Länder, die kein Rennen im Werthe von mindestens 3 000 M. gewonnen haben. 100 M. Einsatz, halb Reugeld. Distanz 1 600 Meter (Jffezhcimer Ecke). Nach Abzug des Einsatzes für den Sieger werden dem »weiten Pferde bis 300 M. auS den Einsätzen und Reugelcrn garantirt. 7 Unterschriften. 5 Pferde erschienen am Start. 1. Herrn I. Saloschins brauner Hengst „MaScarill", Sjährig (4 LOS M.), geritten von Rawlüflon, 47'/, Kg. 2. Herrn I. Lau's brauner Hengst „Phi- lante", Sjährig (6000 M.), geritten von Bradley, 48 Kg 3. Herrn EhrichS brauner Hengst „Lapin", Sjährig (4000 M.)/ geritten von Olley, 44 Kg. 4. Herrn v. HinSbergs braune Stute „Balle" (fr. La Brionne), tzjährig (2 OOS M.). geritten von Elli», 55 Kg. Herrn I. DemuthS Fuchshengst „Apollon", 4jährig (4 OOO M ), geritten von Aston, 57 Kg. Das Feld hielt dicht beisammen. Nach dem Ablauf führte „Apollon" eine kurze Zeit, gefolgt von „Balle", „Philante", „Lapin", „MaScarill". Die Chancen wechselten wiederholt. „Lapin" kam an die Töte, wurde aber bald von „Mascarill" ab- gelöst, der nun die Führung behielt. „Philantbe" kam an die dritte, dann an die zweite Stelle, „Apollon" fiel bis auf die letzte zurück und wurde schließlich angehalten- „MaScarill" siegte leicht mit 1 Länge über „Philanthe", diese ließ „Lapin"',4 Längen hinter sich. Der Sieger wurde nicht gefordert. V. Totalisator-Rennen. Preis 2000 M. Für 3jährige und ältere Pferde aller Länder. 100 M. Einsatz, ganz Reugeld. Der Sieger ist für 10 OOS M. käuflich. Distanz 1200 Meter (gerade Bahn). Nach Abzug des Einsatzes für den Sieger werden dem zweiten Pferde bis 300 M. aus den Einsätzen und Reugeldern garantirt. 14 Unterschriften. 9 Pferde gingen ab. 1. Herrn Killisch ». Horns Fuchshengst „Rochsburg", Rührig (2000 M.), geritten von Ballantine, 59 Kg. 2 Kapitän Joö's Fuchshengst „Orcan", 6jährig (6 000 M ), geritten von Barker, 63 Kg. 3. Herrn H. Manske's braune Stute „Sylphide", Sjährig (2000 M.), geritten von Madden, 47 /, Kg. 4. Lieutenant Eynardt's brauner Hengst „Tamberlik", alt (2000 M) geritten von Hartley, 62'/, Kg. Hauptmann R. Spiekermanns dunkelbrauner Hengst „Rolf" , Sjährig (6 OOS M.), geritten von W- Sear, 53 Kg. Rittmeister Suermondts Fuchswallach „Fiasco", 6jährig (4 000 M.), geritten von Coates, 60 Kg. Herrn Saloschins schwarzer Hengst „Bator", -jährig (2 OM M.), geritten von Rawlinson» 58 Kg. Herrn I. Lau's braune Stute „Gloffary", 5jährig (2 OM M.)» geritten von Cooke, 58 Kg. Herrn Demuths dunkelbrauner Hengst „Calchas" , öjährig (4 OOO M.), geritten von Aston, 65 Kg. Die Pferde waren sehr unruhig und machten mehrere falsche Starts. Nach dem Ablauf führte „Tamberlik", „Rolf" war zweiter, „Rochsburg" dritter. Der Kampf war ein sehr scharfer von der Biegung an, da „Rochsburg" überraschend energisch ' vorging und auch mit '/, Länge siegte, während bis kurz vor dem Ziel „Orcan" Sieger zu werden schien. Er ließ, als zweiter, „Sylphide", dir sich vorgearbeitet batte, nur mit einer Halslänge hinter sich, diese „Tamberlik" mit 1 Länge. Der Schlußkampf war sehr heftig. Gegen den Jockey des Siegers wurde Protest erhoben, dieser aber zurückgewiesen. Verschiedenes. IV. Berlin, 29. Aug. (Die Denkwürdigkeiten des Grafen Moltke.) Der heute Früh ausgegebene fünfte Band der „Gesammelten Schriften und Denkwürdigkeiten des Generalfeldmarschalls Grafen Helmuth von Moltke" enthält eine zweite Sammlung von Briefen Moltke's an seinen Vater, an feine Geschwister, seine Neffen und Nichten und an Gönner, Freunde und alte Kameraden, sowie eine Reihe von Erinnerungen an den verewigten großen Todten aus dem Kreise der Verwandten und der Jugendfreunde. Beigegeben sind die Rede des Feld- VrobsteS Richter am Sarge deS Entschlafenen und die Gedächtniß- rede, in welcher Professor Curtius in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin das Andenken an das berühmte Ehrenmitglied dieser Gesellschaft feierte. Die Briefsammlung und die Erinnerungen vollenden das Charakterbild deS Verstorbenen und jeder einzelne Brief trägt dazu bei, den Ernst und die Tiefe seiner sich über Alles erstreckenden Anschauungen und Gedanken, seiner Lebensweisheit und nicht minder alle edlen Eigenschaften seines Herzens hervortreten zu lassen. DaS jetzt abgeschlossene Werk wird den Lesern durch die Schilderung des großen Todten aus seinen eigenen Worten und Handlungen heraus ein werthvoller Besitz sein. _ Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe, rllbel — , Simk. »o Pf», I Marl Bank» — I Simk. «a Pfg. «taatSpapiere laden 4 Obligat. fl. 102.10 . 4 . M. 103 80 . 4 Obl. V. 1886 M. —- ayern 4 Obligat. M. 107. - >mtschl.4ReichSanl. M. 107 37 . »'4 . M. 1M.80 .3 . M- 8750 ireußen 4 EonsolS M. 10710 . 3'/- . M. 100,80 .3 „ M. 87 50 Vtbg.-Obl. V. 1879 M. - . - . 4 Obl. V. 75/80 M. - - lesterreich 4 Goldrente fl. 87 — , 4'/, Silberr. fl. 8140 , 4'/, Papierr. fl. , 5 Papierr. v. 1881 85 70 ngaru 4 GoÜuente fl. 94.60 i alien 5 Rente Fr. —. tamänien 5 Am.-R. Fr. 97.— knilaud 6 Soldanl. R. 133 70 „ 511 Orients»!. PR. 65.70 „KM . PR. 6663 Pott. 4'/, Aul. v. 1888 M. . 3 AuSländ. Lstr. Serbien 5 Goldrente Lstr. Schweden 4 Oblig, M. Spa«. 4 AuSläad. P. Berner 3'/, Obligat. Fr. Egypten 4 Unif. Obl. Lstr. . 3-/, Privtl. Lstr. Argent.5Jnn. GoÜianl. P Bank-Aktien. 3'/, Deutsche R.-Bank M. 4 Badische Bank Thlr. 5 BaSler Bankverein Fr- 4 Berlin. HandelSges. M. -Danustädter Bank fl. 4 Deutsche Bank M. -Deutsche BereinSb. M. 4 Deutsche Unionbank M. 4DiSk.-Komm.-A. Thlr. 5 Oek. Kredit ö. fl. 4 Rhein. Kreditbank Mir. 4D. Effekten!,. 50V, Thlr. 4D.Hyv.-Bk. Thlr. 50°/. 3133, Eisenbahn-Aktie». —.— Hess. LndroiaS-Bahu Thlr. 115 50 80.60 4'/, Pfälz.Max-Bahn fl. 143 — 134 10 4 Pfäl». Nordbabu ,fl. 113 70 4 Gotthardbahn Fr. 152 53 5 Böhm. Westbahn fl. 289'/, 5 Gal. Karl-Ludw.-B. fl. 183'/, 5Oest -Üng. St.-B. Fr. 253°/» 5 Oest.Südbahn(Lmb.) fl. 88'/» b Oest. Nordwest fl. >80 5 „ . 1ät.S. fl 196'/« Eisenbahn-Bristttäte«. " ' 1h steuerfrei M. 10123 " 6870 103 16 80 40 64 50 100 ,— 98.40 93 80 . 42.53 148.70 116 60 144 50 164 106 63 77 — 192 60 '-63'/, 119 — 114.33 103 50,4 Gotthard IV. S. Fr. 5 Mähr. Grenzbahn fl. 5 Oest. Nordwest v. 74 M. 5 „ > lät. -4. fl. 5 . . lüt. ö. fl. 3Raab-Oed.-Ebenf. M -Rudolf fl. 4 , Salzkgut. stfr. M. 4 Vorarlberger fl. 3 Jtal. gar. E.-B. kl. Fr. 3'/, Jura-Bern-Lu». -Schweizer Central 4 dto. Nordost 85-87 5 Südbahn steuerfrei 4 dto. 3 dto. 5Oest.-U.St.-B.73-74'fl. 107 3 dto. l-Vlll. Em. Fr. 79 SLivorn. 6. v. u. 0/2 Fr. üToScan. Central Fr- 5 Wekstc.E.-B. 80 stfr. Fr. 6South.Pacif.Cal.I.M. Hfandbriefe. 4 Pfälz. Hyp. uakdb.M- Fr. 97 Fr. 104 Fr. 1'3, fl. 135 M. 96 Kr. 62 64 101 94 110 , 70 4 Bayrische Prüm- Thlr. 141.81 814 Mein. Pr.-Pfb. Thlr. 128 60 83 3 Oldenburger Thlr. 127 13 — 4 Oesterr. y. 1854 fl. 122 - 70 4 „ v. 1863 fl. 125 50 80 4Stuhlw.Raab-Gr.Thlr. 103 60 40 Unverzinsliche Lovse 12! per Stück in M. 40 AnSbach-Gunzenh. fl. 4180 20! AugSburger 83!Braunschweiger 90 Freiburger 132, 68.50 80 30 100.40 56 20 174 80 4 Pr.B.-K.-Ä.VU-ILThlr.lM 4 Hreuß- Te»tr.-Bod.-Kred.- G. 35 ä IM Thlr. 101 4 Rh. Hvv. S. 43-49 M 101. 4 dto. unküadb. 1396-97 102, 3'/, dto. M. 96 verzinsliche Lasse. 3'/, Preuß. Präm. Thlr 159 -Badische Präm. Thlr- 133 2 > 0. 1864 1853 urhcssische Mailänder Meininger Oesterreicher dto. Kredit v. Schwedische Ungar. Staat- Wechsel »nv Torten. Amsterdam fl. IM 163.55 London Lstr- 1 20,39 Paris Fr. ISO 80 95 30.20 Thlr. 10I9> Fr. 3153 Thlr. -- Fr. 10 — fl. 27.90 fl. 319 90 st. 328 61 lr. 84.69 253.40 Wien fl. IM 170 60 Dollars in Gold 4.16 20 Franken-Stück 1618 Enal- Sovereigns 2034 SSttgntionen nn» Jndnftrl« «ktien. 3'/, Freiburg v-1888 M 3 Karlsruhe v-1836 M 88.— Ettliager Spinnerei fl. 95.— SarlSruh.Maschiaeuf.M. 146.- Bad. Zuckers- Wagh. fl. 55 — 3 Deutsch. Phönix 23/,E. 2i3 - 4 Rheinische Hqpotheken- Bank 70°/, Thlr- 13140 5 Westeregeln-Alkali-W- 95 — 5 Dortmund. Union M- 111 LO 4'/, Alpine Montan abgeft- 96 10 4 dto. Ser. 11-VIII Lire 8180 LtnnveSyerrl. Anletze». 4 Meab -Büdingra fl. 101.90 3'/, Asenb -Birsteia 87 M 87 40 Reichsbank-Discont , 3 /, /Frankfurter Bank-DiSeant 3'/, V 705. Gemeinde Weiler» AmtSgerichtSbezirk Billingen. Oeffentlrche Aufforderung zur Erneuerung der Einträge von Vorzugs- und Unterpfandsrechten. Diejenigen Personen, zu deren Gunsten Einträge von-Vorzugs- oderUnter- pfandsrechteu länger als 30 Jahre in den Grund- oder Unlerpsandsbüchern der Gemeinde Weiter, Amtsgerichtsbezirk Billiuge«, eingeschrieben sind, werden hiemit auf Grund des Gesetzes vom 5. Juni 1860, die Bereinigung der Unterpfandsbücher betr. (Reg.-Bl-Nr. XXX, S. 213-215), und des Gesetzes vom 28. Januar 1874, die Mahnungen bei diesen Bereinigungen betr. (Ges - u- B-Bl Nr.V, S- 43), aufgefordert, die Erneuerung derselben bei dem unterfertigten Gewähr- oder Pfandgerichte unter Beobachtung der im A 20 der Vollzugsverordnung vom 31. Januar 1874 (Gesetzes- u. Verordn.-Bl. S. 44) vorgcschriebenen Formen nachzusuchen, falls sie noch Ansprüche auf das Fort- > bestehen dieser Einträge zu haben glauben, und zwar bei Vermeidung des Rechtsnachthcils, daß die innerhalb sechs Monaten nach dieser Mahnung nicht erneuerten Einträge werden gestrichen werden. Dabei wird bekannt gemacht, daß ein Verzeichniß der in den Büchern genannter Gemeinde seit mehr als dreißig Jahren eingeschriebenen Einträge »n dem Gemeindehause zur Einsicht offen liegt. Weiler, den 20. August 1892. Das Gewähr- und Pfandgericht. Der Bereinigungskommiffär: Rapp, Bürgermstr. Baumann, Rathschr. Bürgerliche Rechtspflege. Oeffentlichr Zustellungen. V7021. Nr. 8933- Waldkirch. Die Rosalia Schill, uneheliches Kind der Maria Schill. Fabrikarbeiterin in Waldkirch, vertreten durch den Klag- und Gegenvormund Georg Rieder, Rathschreiber zu Kollnau, klagt gegen den Johann Holocher, Maurer von Wessingen (Hechingen), zuletzt wohnhaft in Kollnau, zur Zeit an unbekannten Orten abwesend, wegen Zahlung eines Ernährnngsbeitrags auf Grund des Gesetzes vom 21. Februar 1851» die Ernährung unehelicher Kinder betr., mit dem Anträge auf Verurtbeiluug des Beklagten durch für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urtheil zur Zahlung eines Beitrags zur Ernährung des unehelichen Kindes der Maria Schill, Namens Rosa Schill, in Höhe von 57 Pfennig wöchentlich, und zwar vom Tage der Geburt des Kindes, d. i. vom 2. September v. I. an bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre desselben, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Waldkirch auf Freitag den 28. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Waldkirch, den 27. August 1892. Willi. Gerichtsschreiber Großh. Amtsgerichts. V 660,2. Nr. 12,498. Rastatt. Die Firma Rosenbaum u. Kahn in Mannheim, vertreten durch Rechtsanwalt vr. Wittmer von da, klagt gegen den Js.Wertheimerjr. von Muggensturm, z. Zt. an unbekannten Orten, aus Kauf, mit dem Anträge auf vorläufig vollstreckbare Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 288 Mk. 50 Pf. nebst 6Zinsen vom 7. Juli 1892, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Rastatt auf Mittwoch den 5. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Rastatt, den 22. August 1892. Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. I. V. Bruch. BermögenSabsonderung. V.688. Nr. 5570. Offeuburg, Die Ehefrau des Eisenbahnarbeilers Maximilian Habich, Emma, geborne Herdt, von Urloffen hat durch Rechtsanwalt Leonhard gegen ihren genannten Ehemann eine Klage auf Vermögensabsonderung bei Großh. Landgericht dahier erhoben und ist Termin zur Verhandlung hierüber vor der Ci- vilkammer I auf Samstag den 29. Oktober d. I.» Vormittags 9 Uhr, anberaumt, was zur Kenntnisnahme der Gläubiger hiemit veröffentlicht wird. Offenburg, den 26. August 1892. Die Gerichtsschreiberei des Großh. bad. Landgerichts. Seifert. Druck uuü Verlag der G. Brann'scheu H 0 fd u Ld ru ck-rec.