eilige zu Ur. 283 der Kurlsruher Zeitung. Samstag, 24. September 18U2. Rechtsprechung. * Leipzig, 22. Sept. (Reichsgericht.) Die Cession einer Forderung für ein zur Ausführung gelangendes Werk seitens des Werkmeisters an seinen Gläubiger, welcher ihm die Mittel zur Ausführung des Werks vor- aeschossen hat, und ohne welche Mittel der Werkmeister das Werk nicht hätte ausführen können, kann, nach einem Urtheil des Reichsgerichts. I. Civilsenats, von den andern Gläubigern des Werkmeisters, welche vergeblich Zahlung fordern, nicht angefochten werden. Ausländische Prämienpapiere mit falschem Stempel unterliegen nach einem Urtheil des Reichsgerichts, I. Strafsenats, nicht der Einziehung im objektiven Strafverfahren nach § 152 des Strafgesetzbuchs, auch ist der Thäter nicht wegen eines Münzdelikts (§ 146 Str.-G.-B.), sondern nur wegen Urkundenfälschung (§8 275, 276) zu bestrafen. Die gewerbsmäßige Vermittelung von Grundstücks- und Hypothekengeschäften gehört, nach einem Urtheil des Reichsgerichts. VI. Civilsenats, an sich nicht zu den Handelsgeschäften, und die Häuser- und Hypo- thekenkommissionäre sind nicht ohne weiteres als Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuchs zu erachten. Der Strafschutz bei ehrverletzenden Aeußerungen zur Wahrnehmung berechtigter Interessen des 8 193 des Strafgesetzbuches gebührt, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, l. Strafsenats, nicht allein den persönlichen, privaten Interessen, sondern auch den politischen, durch die Stellung in der Gemeinde und im Staate bedingten und durch die Gemeindegesetzgebung und Verfassung gewährleisteten Interessen des Thäters. Hat in der Zeit zwischen der Anmeldung und der Bsekanptmachung der Anmeldung einer zu patentirenden Erfindung ein Anderer diese Erfindung in Benutzung genommen, so macht er sich, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II. Strafsenats, durch die dolose Fortsetzung der Benutzung nach der Bekanntmachung aus 8 34 des Patentgesetzes strafbar. In Bezug auf Art. 249 d. Z. 2 des Handelsgesetz, buchs: „Wer in betrügerischer Absicht aus Täuschung berechnete Mittel anwendet, um auf den Kurs von Aktien einzuwirken, wird mit Gefängniß . . . bestraft", hat das Reichsgericht, III. Strafsenat, ausgesprochen, daß der Einsender eines Artikels, in welchem er, um auf den Kurs von bestimmten Aktien ein- zuwriken und so seine eigenen Börsenspekulationen in diesem Papier zu fördern, bewußt falsche Mittheilungen über das betreffende Aktienunternehmen macht, an die Redaktion eines Börsenblatts mit dem Ersuchen, den Artikel abzudrucken oder ihn zu beliebiger eigener Veröffentlichung zu benutzen, aus Art. 249 ä. Z. 2 zu bestrafen ist. selbst wenn der Redakteur, die Täuschungsabsicht des Eisenders erkennend, von einer Benutzung des Artikels Abstand genommen hat. In Bezug auf Art. 281 des Handelsgesetzbuchs, wonach dem Bürgen die Einrede der Theilung oder der Vorausklage nicht zusteht, wenn die Schuld aus einem Handelsgeschäft auf Seiten des Hauptschuldners hervorgeht oder wenn die Bürgschaft selbst ein Handelsgeschäft ist, hat das Reichsgericht, IV. Civilsenat, ausgesprochen: daß die Bürgschaft ein Handelsgeschäft ist, gleichviel ob das die Bürgschaft begründende Geschäft auf beiden Seiten oder nur auf der einen Seite, und im letzteren Falle, ob i auf der Seite des Gläubigers oder der des Bürgen, ein Handelsgeschäft ist. Ist der Gläubiger ein Kaufmann, so ist daher die ihm geleistete Bürgschaft präsumtiv auf seiner Seite ein Handelsgeschäft und folglich ist bis zur Widerlegung dieser Präsumtion dem Bürgen die Einrede der Vorausklage versagt. Grotzhrrrogthunr Baden. Karlsruhe, den 23. September. » (Die Einnahmen der badischen Bahnen) betrugen im M»nat August: > Januar Summa bis mit l Juli M. M. »4 584 159 30 543485 nach Provisor. Feststellung1892 nach Provisor. Feststellung 1891 nach definitiv. Feststellung 1891 Im Jahre 1892 gegen die prov. Einnahme des Jahres 1891 mehr weniger und gegen die definitive Einnahme des Jahres 1891 mehr weniger aus dem aus dem airSson- Personen- Güter- stigen verkehr verkehr Quellen M. M. M. 1 986 075 2 334 764 263 320 2063 598 2 390 795 283 623 2067475 2 388 711 230880 77 523 56 031 20 503 32 440 81400 53 947 — 4 68? 066 30 474 089 153 857 154 609 69 396 102 9071 - * (Krankenversicherung.) Die den Betbeiligten nach 8 49 des Krankenversicherungsgesetzes obliegende A n - und A b- meldung der von ihnen beschäftigten, der Gemeinde- Krankenversicherung oder einer Orts-Krankenkasse angehörigen versicherungspflichtigen Personen hat sich zu erstrecken: 1. auf die Angabe des Beginns beziehungsweise der Beendigung der Beschäftigung, 2. auf die Angabe von Veränderungen, durch welche während der Dauer der Beschäftigung die Versicherungspflicht für solche Personen begründet wird, die der Versicherungspflicht auf Grund ihrer Beschäftigung bisher nicht unterlagen ; dies gilt insbesondere auch hinsichtlich der Handlungsgehilfen und Lehrlinge, wenn während der Dauer der Beschäftigung Aenderungen des Ardcitsvertrags eintreten, welche die Versicherungspflicht zur Folge haben. 3. bei den einer Orts- Krankenkafse angehörigen Personen außerdem auf die durch das Statut geforderten Angaben über die Lohuverbältniffe und die darin eintretenden Aenderungen. Vorbehalten bleibt die den Arbeitgebern im Vollzug des Gesetzes vom 22. Juni 1889, die Jnvaliditäts- und Altersversicherung betreffend» obliegende weitergehende An- und Abmeldepflicht (8 112 Absatz 1 Ziffer 2 dieses Gesetzes und 8 15 der badischen Vollzugsverordnung hierzu vom 27. Oktober 1890). Die An- und Abmeldung hat stets schriftlich unter Benutzung der vom Bezirksamt dasür vorgeschriebenen Formulare, die thunlichst auch zur An- und Abmeldung für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung dienen sollen, zu erfolgen. Ueber die erfolgte An- nnd Abmeldung ist Bescheinigung zu ertheilen. Die Formulare sind, auch soweit sie zur An- und Abmeldung für die Orts-Krankenkassen dienen, von den Gemeinden zu beschaffen und an die Meldepflichtigen unentgeltlich abzugeben. * (Der Centralzuchtviehmarkt desVerbandes der oberbadischen Zuchtgenossenschaften) ist zum erstenmale am 15. September in Radolfzell abehalten worden. Er war mit über 700 in die Zuchtregister eingetragenen Rindern befahren. Von sechverständiger Seite wird der „Bad. Korr." geschrieben: Unverkennbar war das aus Meßkirch zugeführte Bieh das edelste und in seinen Formen vollendetste. Nebstdem hatte die Zuchtgenofsenschaft Donaueschingen und diejenige von Engen gut ausgestellt. Es folgten hierauf die Zuchtgenossen- schaflen Stockach, Waldshut Jestetten und Ueberlingen. Beide letztere noch junge Zuchtgenossenfchaften hatten verhältnißmäßig gut ausgestellt Pfullendorf hatte sehr schwere Stücke auf den Markt gebracht, von welchen diejenigen der Aufzuchtstation Lichtenegg und des Bierbrauers Walter hervorragend waren. Die Ausstellung von Viüingen war gleichfalls bemerkenswerth. Bonndorf hatte nur 7 Stiere geschickt. Für den Laien war kaum ein Unterschied zwischen den Ausstellungen der einzelnen Zuchtgenossenschaften bemerkbar. Der große Markt zeigte daher in allen seinen Feldern ein recht gleichartiges Bild» selbstverständlich war das Haarkleid der Stiere von gleicher Farbe, aber auch die Größe der gleichalterigen Stiere war kaum verschieden. Das allgemeine Urtheil ging dahin, daß nicht einmal in Simmenthal ein Markt mit so gleichartigen Stieren und von so großem Umfange möglich sei Obgleich wegen der großen Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Mittel- und Norddeutschland keine Händler aus diesen Gegenden nach Radolfzell gekommen waren — die meisten hatten ihr Ausbleiben brieflich entschuldigt — wurden doch aus dem Markte, der ja eigentlich nur eine Ausstellung sein sollte, verkauft: aus der Zuchtgenoffenschaft Meß- kirch 46, Engen 32, Radolfzell 30, Stockach 29, Donaueschingen 23, Ueberlingen 22, Pfullendorf 15, Waldsbut 15, Villingen 5, Bonndorf 3. zusammen 220 Stiere. Nachmittags wurden noch etwa 120 Stück verkauft, ohne daß eine Anmeldung der Verkäufer stattgefunden hat. Die meisten Thiere bleiben in Baden, andere gingen nach Württemberg und Bayern, 42 Stück nach der Schweiz und 8 nach Rheinpreußen. Die Preise der verkauften Thiere bewegten sich zwischen 128 M. und 1005 M., der letztgenannte Preis wurde für eine Meßkircher Kalbin bezahlt. Auch das Berloosungsgeschäft verlief günstig. - Mit besonderem Danke wurde allseits das Erscheinen Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs begrüßt, der auch hier wieder seine den bürgerlichen Interessen gewidmete Sorgfalt bethätigte. 8 Schopfheim. 22. Sept. (Versuche mit dem Mäusebazillus.) Am 20. und 21. d. M. wurden in hiesigem Amtsbezirk in den Gemeinden Schopfheim, Hasel und Wehr ziemlich umfangreiche Probe- und - hoffentlich — Demonstrationsversuche mit dem Professor Löffler'schen Mäusebazillus unter persönlicher Leitung des Vorstandes der Landwirthschaftlich-Bo- tanischen Versuchsanstalt zu Karlsruhe, Herrn Professor vr. 8. Klein, eingeleitet. Dieser Bazillus, welcher den Mäusetyphus bervorruft, nur für Feld- und Hausmäuse, nicht aber für andere Thiere schädlich ist, hat bekanntlich in diesem Frühjahr zur Bekämpfung der Mäuseplage in Thessalien ausgezeichnete Dienste geleistet und ist jedem anderen Vertilgungsmittel wegen seiner energischen Wirkung, wegen der Weiterverbreitung der Krankheit von den verendeten Mäusen auf die gesunden, ihre tobten Kameraden aufsreflenden Tbiere und wegen seiner absoluten Unschädlichkeit für alle nützlichen Thiere unbedingt vorzuziehen. Bei seiner Anwendung gegen Hausmäuse spricht ferner noch der Umstand sehr zu seinen Gunsten, daß die erkrankten Thiere nicht in ihren Löchern, sondern außerhalb derselben verenden, also nach ihrem Tode nicht noch lange Zeit in der bekannten unangenehmen Weise an ihre Gegenwart erinnern. Im Ganzen wurden etwa 40 000 ungefähr 1 Kubikcentimeter große, mit bazillenhaltiger Nährlösung getränkte Würfel Weißbrod (etwa 1 Zentner) verarbeitet. Das infizirte Brod kam vorzugsweise in die von den Mäusen zum Th-il siebartig durchlöcherten Wiesen und Kleefelder, während eine kleine Partie zu Versuchen in Haus und Speicher Verwendung fand. Hoffen wir, daß das neue Ver- Die Einwirkung der Hamburger Cholrra- epidemie auf den Postdienst. Die schwere Heimsuchung, welche Hamburg und das Ham- burgische Staatsgebiet durch den Ausbruch und das verheerende Umsichgreifen der tückischen astatischen Seuche erfahren haben, ist nickt ohne tiefe Einwirkung auf Handel und Verkehr dieses Welthafens geblieben. Die weitverzweigten Verbindungen Hamburgs mit dem Jnlande wie mit fast allen ausländischen Gebieten erhöhten die Gefahr der Verschleppung der Krankheit und gaben namentlich den Behörden des Auslands Veranlassung zu einschneidenden Abwehrmaßregeln, welche, an sich wohl gerechtfertigt, Hamburgs Handel aufs empfindlichste treffen müssen. Die Besorgniß vor der Ansteckung durch Gegenstände, welche aus dem verseuchten Orte herrühren, wird auch in nächster Zeit noch viele abhalten, wie bisher Maaren aus Hamburg zu beziehen: der Fremdenzufluß ist auf's äußerste beschränkt und wird sich lange in engen Grenzen halten. Immerhin wird die Thatkraft der Hamburger, welche sich bei früheren Heimsuchungen schon wiederholt glänzend bewährt hat, die verhängnißvollen Folgen des hoffentlich bald vorübergehenden Stockens von Handel, Gewerbe und Schifffahrt unstreitig zu überwinden wiffen. Einstweilen macht sich die Störung des wirthschaftlichen Lebens der größten deutschen Hafenstadt weithin bemerkbar; ihre Rückwirkung auf den Post- und Telegraphenverkehr, sowie besonders auf den Postbeförderungsdienst, dem die Sperrmaßregeln nach allen Richtungen Hemmnisse bereiten, ist erheblich. Einem Aufsätze der „Deutschen Verkehrszeitung" entnehmen wir folgendes: Der Post- und Telegraphenverkehr in Hamburg ist dem Niedergange der Geschäftsthätigkeit zunächst nicht gefolgt: der Ausfall an Geschäftsbriefen und Telegrammen ist durch Steigerung des Privatvcrkehrs wett gemacht worden. Der Nachrichtenaustausch zwischen Verwandten und Bekannten, zu dem die beängstigende Ausbreitung und daS bösartige Auftreten der Seuche fortgesetzte Anregung gaben, entwickelte sich um so lebhafter, als viele Hamburger der wohlhabenderen Klaffen vor der Krankheit flüchteten oder ihre Angehörigen nach auswärts schickten. So zeigte Ende August nur der Packetverkehr in Hamburg eine Abnahme, von einer Verminderung des Briefverkebrs war noch nichts zu merken, die Zqhl der Telegramme war sogar gestiegen. Am 29. August wurden beim Tekgraphenamte in Hamburg nicht weniger als 24 3^0 Telegramme bearbeitet, etwa 8000 mehr, als unter gewöhnlichen Berhältniffen. Die Geschäfts- telegrammc traten zurück, der Telegraph diente in außerordentlichem Maße zur Uebermittelung von Privatnachrichten, was sich auch darin bemerkbar machte, daß nicht die innere Geschäftsgegend, sondern die Außenstadttheile und die Vororte die meisten Telegramme absandten und empfingen. Weiteren, bis zum 10. September reichenden Mittheilungen zufolge hat der Post- und Telegraphenverkehr in Hamburg eine Gestattung gewonnen, die in nachstehenden Verhältnißzahlen gegenüber dem gewöhnlichen Umfange ihren Ausdruck findet: Briefe im Geschäftsverkehr . . Abnahme 25 Proz. . Privatverkebr . - . Zunahme 50 „ Packete Auflieferung .... Abnahme 40 „ Bestellung rc. „ 12 „ Postanweisungen Einzahlung . . 15 „ Auszahlung . „ 1 » Telegramme.Zunahme 10 . Stadtfernsprechverkehr.... „ 10 . Die Versendung von Waarenproben aus dem Freihafengebiet hatte Anfang September um 75 Pro» abgenommen. Der Telegramm- und Fernsprechverkehr war Ende August und in den ersten Tagen des September um 30 bis 35 Proz. gegen gewöhnliche Verhältnisse gestiegen, hat dann aber, wie obige Zahlen zeigen, wieder nachgelassen- Während die Ausführung neuer Fernsprechanlagen im allgemeinen ausgesetzt wurde, fanden die Anträge auf Herstellung von Anschlüffen für Krankenhäuser und Cholerabaracken sofortige Berücksichtigung. Die Bewältigung des Verkehrs wurde noch durch nothwendige Aenderungen und Beschränkungen im Postbeförderungsdienste erschwert. Schon unter gewöhnlichen Umständen hätten derartige Verkehrsverschiebungen erhöhte Anforderungen an das LeistungS- maß der Beamten erforderlich gemacht. Leider blieben die Post- knd Telegrapheabeamten aber von der heimtückischen Krankheit nicht verschont, und wenn die Zahl der Todesfälle unter ihnen auch bisher keine große gewesen ist» so waren die Erkrankungs- fällc doch so zahlreich, daß eine empfindliche Verminderung der Arbeitskräfte eintrat. Nach den letzten uns zugegangenen Meldungen sind 1 Beamter und 12 Uuterbeamte von der Cholera dahingerafft worden, von ihr ergriffen waren noch 2 Beamte und 10 Unterbeamte, 81 Beamte und 155 Unterbeamte litten an Krankheiten der VerdauungSorgane, 52 Beamte und 63 Unterbeamte waren an sonstigen Krankheiten dienstunfähig. Von dem gesammten Personal von I 257 Beamten und 1410 Unterbeamten fehlten sonach 136 Beamte und 240 Unterbeamte. Dazu käme» noch zahlreiche vorübergehende Beurlaubungen solcher bedauern»- werthen Beamten, deren Familien von der Seuche heimgefucht wurden. Die Aufrechterbaltung des Betriebes unter so außerordentlichen Berhältniffen und mit beträchtlich vermindertem Personal war eine schwierige Aufgabe; die Heranziehung von Hilfskräften aus anderen Orten mußte selbstverständlich so lange wie mög- sich vermieden werden. Dank der ausnahmslosen Pflichttreue und Hingebung aller Betbeiligten ist es bisher auch gelungen, den Betrieb ohne auswärtige Hilfe in geordneter und regelmäßiger Weise fortzuführen. Die günstigeren Nachrichten über den Gesundheitszustand in Hamburg kaffen hoffen, daß für die schwer geprüften Hamburger Verkehrsbeamten bald minder barte Tage eintreien werden. Wie wir hören, hat der opferwilligen Berufsthätigkeit der Hamburger Post- und Telegraphenbeamten die verdiente Auszeichnung nicht gefehlt. Der Staatssekretär 1>r. v. Stephan hat ihnen allen mit Ausdrücken wärmster Theilnahme seine volle Anerkennung für ihr Verhalten in dieser schweren Zeit ausgesprochen und von seinem Erlaß allen übrigen Oberpostdireklionen Kenntniß gegeben. Die von vielen Seiten angeregte Frage, ob es rathsam sei, die von verseuchten Orten ausgehenden Postsendungen einer Desinfektion zu unterziehen, ist von der Reichs-Postverwaltung sorgfältig erwogen, schließlich aber verneint worden, da nach den Gutachten aller hervorragenden Sachverständigen die Möglichkeit einer Verschleppung des Ansteckungsstoffes auf diesem Wege gegenüber den sonstigen Gefahren nicht in Betracht kommt, eine wirksame Desuifizrrun, aller Sendungen bei dem gegenwärtigen Umfange des Postverkehrs auch geradezu undurchführbar sein würde. Die bisher gemachten Erfahrungen haben die Richtigkeit dieser Anschauung bestätigt: cs ist kein Ansteckungsfall durch Postsendungen vorgekommen. Im übrigen ist zu berücksichtigen, daß eine den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Des- infizirung in den meisten Fällen einer Vernichtung des Inhalts der Sendungen gleichkommen würde. Eine Maßnahme von so einschneidender Wirkung würde aber weit über das Ziel binaus- schießen. Nach dem gegenwärtigen Stande der Gesundheitsverhältniffe ist zu hoffen, daß die Seuche in diesem Jahre keine weitere Ausbreitung gewinnen, und daß sie auch in Hamburg in nicht ferner Frist wieder erlöschen wird. Es wird daher voraussichtlich zu neuen Verkehrsbeschränkungen eine zwingende Veranlassung nicht hervortreten. tilgung-mittel, da- im bakteriolvgische» Institut zu Karlsruhe vorher mit bestem Erfolge auf seine Wirksamkeit geprüft wurde» auch im Freien bei unS in Baden wie seiner Zeit in Griechenland seine Schuldigkeit thue und dem vielgeplagten Landwirthe ein uuentbehrlicher Bundesgenosse im Kampfe gegen die Feld- und Hausmau-Plage werde. Verschiedenes. * Berti«, 2l. Sept. (Paul H eys e's neues Lustspiel).- „Ein unbeschriebenes Blatt" ist gestern im Lesstng-Theater aufgeführt worden, nachdem es am Sonntag vorher zur Eröffnung der neuen Spielzeit im Dresdener Hoftheater gespielt worden war. In Berlin hat das Stück bester gefallen als in Dresden. Die „Nat.-Ztg." bemerkt, das Lustspiel, in dem das Thema der emanzipirten jungen Mädchen fröhlich, aber mit Harmlosigkeit hin- und hergedreht wird, bis es zum Schluß richtig zwei Verlobungen gibt, habe im Lessing Theater das Publikum bei wohlwollender Stimmung betroffen * Berlin, 21. Sept. (Die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) gibt in ihrem soeben veröffentlichten Jahresbericht bekannt, daß im letzten Jahre wieder 69 Personen gerettet worden sind, und zwar 51 durch Boote und 18 durch die Raketen- apvarate. Im ganzen wurden durch die Geräthe der Gesellschaft nunmehr während ihres jetzt 26jährigen Bestehens 1961 Personen dem Wastertode entrissen. Es bestehen jetzt 116 Rettungsstationen, uämlich 67 an der Ostsee und 49 an der Nordsee. Die Gesellschaft zählt 49,146 Mitglieder, vertheilt über ganz Deutschland in 59 Bezirksvereine und 271 Vertreterschasten. Die Gesammt- rinnahmen im letzten Jahre beliefen sich auf 262 026 M. und die Ausgaben auf 190 760 M., wovon fast die Hälfte für Errichtung neuer und Vervollständigung älterer Stationen verwendet wurde. Schon vor einigen Jahren hat die preußische Regierung ihre sämmtlichen Rettungsstationen der Gesellschaft in Anerkennung ihrer hohen Leistungsfähigkeit übertragen. Das ganze Rettungs- wefen an den langgestreckten Küsten von der russischen bis zur holländischen Grenze wird demnach nun von der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" ausgeübt und es muß deren Bestreben sein, an gefährdeten Stellen noch immer neue Stationen zu errichten. Die Gesellschaft macht es sich jetzt auch zur Aufgabe, Rettungen auf hoher See zu belohnen, also auch auS eigenen Mitteln die ihr von dem Franzosen Herrn Emil Robin schon seit längerer Zeit gewordene ehrenvolle Aufgabe, hervorragende Rettungen durch deutsche Schiffe zu belohnen, weiter auSzudehnen. Literatur. In zwei stattlichen Bänden behandelt Georg Hirth „Auf. gäbe« der Kuustphysiologie" (G. Hirths Kunstverlag in München und Leipzig) und er legt in diesem Werke eine solche Fülle von Beobachtungen und Forscherresultaten nieder» daß diese dem reichen Wiffensfond und dem lebhaften Anschauungsvermögen HirkhL entflossene Arbeit von allen, die den hier so fesselnd erörterten Fragen ernste Aufmerksamkeit entgegenbringcn, mit eben so viel Genuß als Nutzen gelesen werden muß. Unter „Kunst- Physiologie" »ersteht Hirth „die Erklärung der für die bildenden Künste und ihre Kritik» für das künstlerische Schaffen und den guten Geschmack in Betracht kommenden Regeln aus der Natur her menschlichen Sinne und Seelenkräfte". Auf einen Widerstand gegen seine Darlegungen ist der Verfasser gefaßt gewesen und er selbst schreckt vor polemischen Formen nicht zurück, aber , so weit wir die bisher erschienenen Besprechungen des Werkes , verfolgt haben, ist der Widerspruch nicht so laut geworden, als er selbst erwartet haben mag. und am wenigsten ist dieser Widerspruch näher auf die Gesichtspunkte des Verfassers eingegangen; dagegen dürfte die anregende Wirkung um so höher anzuschlagen sein, die diese in ihrer Art neue, wenigstens zuvor nicht in so systematischerWeise unternommene und so geistvoll durchgeführte Darstellung einer Kunstphhsiologie für den denkenden Künstler baden muß. Es ist hier ein Schleier von Geheimnissen des künstlerischen Schaffens, von Bedingungen, die dem Künstler selbst nicht klar in's Bewußtsein treten. gehoben; mit seinem Spürsinn und mit scharfem Blick in den Urgrund der Kunst hat Hirth Probleme, die der Künstler unwissentlich löst, theoretisch festgestellt. Von der Karl Bruch' schen Uebersetzung der „Dramen des EuripideS" sind in I. C. C. Brun's Verlag (Minden i. W.) der zweite und dritte Band ausgegeben worden. Die Dramen des EuripideS sind hier in den Versmaßen der Urschrift übersetzt und die Uebersetzung ist fließend, dabei mit sorgfältiger Abwägung des Ausdrucks und in charakteristischer Färbung der Sprache gehalten. Die kurzen Einleitungen kennzeichnen zutreffend daS Wesen der einzelnen Stücke. Es erscheint diese Uebertragung mithin geeignet, die Kenntniß des EuripideS bei denen, die bisher nur einen Theil der Tragödien des großen Dichters kannten, zu vervollständigen. Jeder der vorliegenden Bände kostet 5 M.; doch sind die Dramen auch in Bändchen zu 60 Pf. einzeln käuflich. Für die in Preußen lebenden oder sonst auf die Kenntniß der preußischen Steuergesetze angewiesenen Leser dieses Blattes wird die vom Oberbürgermeister Zweigert veranstaltete Ausgabe des „Einkommensteuergesetzes" werthvoll sein. Herr Zweigert. Oberbürgermeister von Essen und Mitglied des preußischen Herrenhauses, gibt das Einkommensteuergesetz vom 24. Juni vorigen Jahres und die dazu gehörige Ausführungsanweisung des Finanzministers mit einer Einleitung und Anmerkungen, welche die gründlichste Kenntniß der behandelten Materie zeigen. In einem Anhänge sind dem Buche die mit dem Einkommensteuergesetz zusammenhängenden Gesetze und der Steuertarif beigefügt. Die Nützlichkeit dieser Gesetzesausgabc wird schon dadurch bewiesen, daß das für den geringen Preis von 2 M. 40 Pf. käufliche Buch bereits in zweiter, sorgfältig umgearbeiteter und praktisch ergänzter Auflage vorliegt. Die Verlagsbuchhandlung ist diejenige von G. D. Bäd^cker in Essen. Unter den bei I. I. Weber in Leipzig erschienenen „Illustrir- ten Katechismen" bildet der von I. E. 8 ion und I. S. Wort- mann herausgegebene „Katechismus der Bewegungsspiele" das 135. Bändchen. Es ist speziell der deutschen Jugend gewidmet, die aus dem Bändchen trotz seines geringen Umfanges eine Menge neuer, der Körperausbildung nützlicher Spiele kennen lernen und außerdem mit Nutzen die Bemerkungen über Begriff und Werth des Spieles, Über die Eintheilung der Spiele und über die Spielkameradschaft lesen wird. Die Anweisungen der Verfasser sind stets präzis und leichtfaßlich, sowohl was die Schilderung der einzelnen Spiele, wie die Rathschläge für das allgemeine Verhalten auf dem Spielplätze betrifft. So geübt, wie es hier in sachkundiger und zweckdienlicher Weise empfohlen wird, müssen die Bewegungsspiele der kräftigen Ausbildung der jugendlichen Glieder und der Pflege guter Kameradschaft förderlich sein. Empfangsbescheinigung. An Gaben für die zu gründende Heil- und Pflegeanstalt für epileptische Kinder in Kork bei Kehl sind weiter eingegangen: Durch Stadtpfarrer Maas in Gernsbach von 0r. Kriesche 20 M.. l)r. Guttenberg 20 M., G. Schulz u. Cie. 50 M„ Nr. Keuthe 30 M., Rentner Thewald 20 M., O. Wiclandt 40 M., Graf v. Sponeck 10 M., Frau Käst 10 M., Rentner D. Oench 10 M., Apotheker Jung 10 M., Frl St. Bauer 10 M., Oberförster Eichrodt 5 M., Gutsbesitzer Mantinser 20 M., Postmeister Bläß 3 M., Frau Kobelt 10 M., Frl. Klumpp 5 M., Frau Direktor Fieser 3 M., Kassier Gueeren 3 M., F. Fischer. Gerber, 2 M., Gemeinderath Th. Fischer 3 M., Frau OberÄ- lieutenant v. Stecken 3 M-, Frl. v. Bode 10 M , Frau Dennchlep 3M., Frau Roth IM., Rcallehrer Sprenger 1 M., RechnungÄ rath Wolgert lM , Eduard Langenbach 3M-, Rentner Basinger 10 M. Hslzhändler Szubany 10 M, F. Müller 4M., Waisenrichter Sezfautb i M., Böhmerle 3 M., A. Bach 3 M., Zmn- gießer Sezfautb 1 M.. Gcmeinderath Langenbach 3M., F. Popp 3 M., Glehr, Zimmermann, 2 M., Kunstmüller A Langenbach 8 M.. Notar Wiesler 2 M., Rentner F. 5 M., Frau Hauptmann Schäible 3 M , Gemeinderatb Defzer 1 M.. M Bohm 2 M., Rentner Klumpp 30 M., 8. Böcherer 1 M., Frl. von Birdenseld 20 M, Frau B. Fischer 5M., Frl. Schickart 3 M, Frau Schmelzte 3 M., K. Schund 3 M., H. Dreyfuß 2 M., Bahnmeister Maurer 1 M., E. Dreyfuß 3 M.. Photograph Mentein 1 M., I. Dreyfuß 10 M, Hauptlehrer Herion 2 M. Frau Waizenegger 2 M.. Buchbinder Rothengetter 3 M„ Mechaniker Eisenhaus 2 M., Gemeinderatb Gleisle 1 M., Frhr. v. Gemmingen 4 M., Frau Griesbach 5 M.. Ungenannt 3 M., Ungenannt 1 M., Direktor Hadener 5 M., Frau Kastei 1 M., K. Wunsch, Buchhalter, 2 M., Fabrikant F. Winter 20 M., Reallehrer Dick 2 M., I. Peter 1 M., I. Gcnlack Witwe 1 M.. Frau Neumann 1 M., Gast- wirtb Brude 1 M., Uhrmacher Küvler 1 M., Frau Beck Witwe 2 Kaufmann Gehemann 2 M., Bürgermeister Abel 2 M., W. Dick 1 M-, W Langenbach 1 M.. H Langenbach 1 M., CH. Popp 1 M„ B. Speierer 3M., I. Langenbach 1 M., Fr. Benzer 1 M., Frau Lehmann 1 M, 8. Fischer 1 M., Fabrikant Gleisle 1 M., I. Stern 1 M., Ralhschreiber Schneider 1 M„ I Beck 1 M., Kfm. E. Neter 8 M, Fabrikant W.'Sez- fauth 2 M., Fabr. H. Hösch 20 M., Stadtpfr. Maas 2 M., zus mit Abzug der Ausgaben für die Sammlungen und für Porto 550 M., durch Psr. Kahser aus Nonnenweier von B. Fr. 2 M., von K. G. R. und A. H. je 1 M., von B. R. 5 M., von Fr. K K. 1 M., von Fr. M. 1 M., von N. N. 1 M., von N N. 1 M„ zusammen 13 M., durch Bezirksarzt Dr. Geher in Meßkirch von Frau Roder 8 M., Forstverw. Ostner 5 M., Oberförster Fischer 4 M„ Zudrelli 2M.< Frau B. 3 M., Bürgermeister Haußer 4 M-, Frau Bubser 3 M, Kfm. Lauchert 3 M.< Bauinspektor Bleger 2 M., Notar Burger 2 M., Amtsrichter Kaiser 2 M., evang. Pfr. Ludwig 2 M., Ung. 3 M., Willi 1 M. 50 Pf., von I., F. und E. Stärk je 1 M , von I>r. Geher 2 M. 50 Pf., zusammen 60 M., durch Geh. Reg.-Rath l>r. R. Reinhard Baden-Baden (Sammlung) 123 M. 5 Pf., von Oberkirchenrath Gilg von Frau Billinger B. Wwe- in Säckingen 3 M., Frl. A. Z. 2 M.. Frl. 8. K. 1 M . Verschied. 4 M., zusammen 10 M.. durch Psr. Schober aus Gem. Durmersheim 30 M. 78 Pf., durch Pfr. Brecht-Baiertbal: Kollekte auS Rahrbach 5 M. 20 Pf., durch dens. Sammlung in Leimen 50 M. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe dolliiud. --- U Rmk.. r «nld« ii. W. -- r Rmk., r Franc — so Pf,. »ta«t»»«ptere Bad« « Obligat. st. 102 20 _ 4 , M. 103.80 . 4 Obl. v. 188« M. 105 70 Bchrrru 4 Obligat. Deuts»l.4ReichSa«l. „ „ M. 108 90 M. 107.10 M. 190.40 M- 87.49 M. 107 — M. 19050 M. 8750 Preußen 4 ConsolS . S'/, . Wt!>o. 4 Obl. v. 1879 M. - . 4 Obl. v. 75/80 M. 10390 Oesterreich 4 Goldreute fl. S8 29 . 4«/, Silbrrr. fl. 81 «0 , 4UPapierr.fi. , SZapierr.v.1881 35.90 Ungarn 4 Goldreute st. 95.90 Italien 5 Reute Kr. 92.90 Ramäuiea 5 Lm.-R. Fr. 96 29 Rußland « Goldaul. R. 198.90 . Sll Orientaul. BR. 65 50! . 5lll . PR. 66 39j 75.70 193 70> 64 89 99 70 94 60 Port. 4'/, Aul. V.1888M. » 3 AuSländ. Lstr. Serbien 5 Goldreute Ls Schwedt» 4 Oblig. r Spa». 4 AuSländ. P. Berner 3'/, Obligat. Fr. Egypten 4 Ünif. Obl. Lstr. . 3U Privil. Lstr. Argeut.5 Jun. Goldaul. P. 42.30 «a»r-«rtie». ! 3U Deutsche R.-Bank M 149.30 4 Badische Bank Thlr. 115 50 5 BaSler Bankverein Fr. 127 20 4 Berlin. HandelSges. M. 140 30 4 Darmstädtrr Bank fl. — -Deutsche Bank M. 162 20! -Deutsche BereiuSb. M. 105.50! 4 Deutsche Uuioubank M. 77. - 4 DiSk.-Komm.--A. Thlr- 189 — 5 Oest. Kredit ö. fl. 265»/, 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 119 — 4 D. Effektenb. 59°/ Thlr. 114 20 4D.Hpp.-Bk. Thlr. 50°/« 103.904 Frankfurter Kurse vom 22 September 1892. SO 80: Eife»bah»-Aktie». 23 ,Heff. LudroiaS-Bahu Thlr-114 20 4U Pfälz.Mar-Bahn st. 143 SO 4Pfälz. Nor! tar-Bahn st. rdvahn fl. 113 80 4 Gotthardbahn Fr. 154 70 5 Böhm. Westbah» fl. 287»/« 5 Gal. Karl-Ludw.-B. st. 182'/, 5Oest »Ung. St.«B. Fr. 248»/, 5 Oest. Südbahn (Lmb.) st- 87 /, 5 Oest. Nordwest st. 181 5 „ . lüt. 8. fl 198»/i Eife»bah«-Vri»ritäte«. lisabeth steuerfrei M. 19( .L >5 Oest. Nordwell v. 74 j5 , „ lät. 4.. 5 » , lüt. ö. st , 3Raab»Oed -Ebeuf. M 4 Rudolf fl. 4 „ Salzkgut. ftfr. M. 4 Vorarlberger fl. 3 Jtal. gar. E.-B. kl. Fr. otthard IV. S. Fr. 190 7) 80 — 107 80 91.10 SO - « 8.10 80 50 100 60 82 - 56.40 114.- 3U Jura-Bern-Luz. Ar. — — > 4 Schweizer Central Fr. 103 8) 4 dto. Nordost 85-87 Fr. 104 -! 5 Südbahn steuerfrei st. 104 60 4 dto. M. 968)! 3 dto. Fr. 63 20 5Oest.-U.St.-B.73-74 fl 107 - 3 dto. I.-VIII. E«. Fr, 7S12 3 Livorn. 6.0. u. v/2 Fr. 64 30 5 ToScau. Central Fr 10t .— 5 Weststc.E.-B.89stfr.Fr. «South. Paris. Lal.l.M 110.62 Vfaudbriefe. 4 Pfälz. Hyp. unkdb. M- 122. - 4 Pr.B.-«.-Ä.V1l-1XThtr.100.50! 4 Preuß- Centr--Bad.-KreL.- G. 85 ä 100 Thlr. 1013«! 4 Rh. Hyv. S. 43-49 M i02.90 4 dto. unkündb. 1896-97 102.20! 3'/- dto. M. 96.- «erMSlich» L,»ss. 3U Preuß. Präm. Thlr 176 50 -Badische Präm. Thlr. 133.70! rubel — i Rml. »o Pfg., i Marl Bank» — » Rmk. «oPfä. 4 Bayrische Präm Thlr. 142. 4 Meiu. Pr.-Pfb. Thlr 123.60 3 Oldenburger Thlr. 127 Mj M. fl. 4190 st. 30 - ttlr. - - 4 Oesterr. v. 1854 fl. 122 70! 4 . v. 1389 fl. 124.8 4 Stuhlw.Raab-Gr- Thlr. 103 20j 'Inverziusliche «oofr per Stück in AnSbach-Guuzenh. Augsburger Braunschweiger Th> Freiburger Fr. Kurhesfische Thlr. Mailänder Fr- 10 Meininger A. Oesterreicher v. 1864 fl. dto. «redet v. 1858 " vedifche Ungar. Staat- Wechsel »uv Gwete». Amsterdam st. 100 183 49 Landau Lstr. 1 29.37 Paris Fr. 109 80 85! 34.50 27 30! 321 21 fl. 325 40 lr. 87. 254.81 Wien fl. LOO 170 35 Dollars eu Gold 4.16 20 Franken-Stück 18.15 Enal- Sovereigns 80V3 Obliaetioue« «u» Jnv«»ri»- Aktte«- 3'/, Freiburg v-1388 M ' Karlsruhe v-188« M 87.70 __liager Spinnerei fl. S8.A ! Karlsruh. Mas chinenf- M. 146. Bad- Zuckerf. Wagh. fl. 58 50 3 Deutsch. Phönix 20 /,E. 2^4 - 4 Rheinische Hypotheken- Bank 70°/» Thlr. 133 - 5 Westeregeln-Alkali-W- 94.90 5 Dortmund. Union M- 11150 4'/, Alpine Montan abgest. 95.80 4 dto. Ser- 1I-VI11 Lrre 82.40 TtandeSherel. S«lehe». 4 Nsenb -Büdinge» st. 10190 3'/, Asenb-Birstriu 87 M - — Rnchsbank-Discont 3»/, jArankfurter Bank-DiSevul 3°/. «Ärgerliche Stechtspftege. Anfgebot. W1471- Nr-13076- Emmendingen. Auf Ableben des Wilhelm Reinbold in Freiburg fiel dessen Tochter, Emma Reinbold» Ehefrau des Gr Kreisge- richtSrathS a- D- vr- Schultz in Baden, folgende Liegenschaft auf der Gemarkung Kollmarsrenthr eigenthüm lick zu . Lagerb- Nr. 377 - 17 Ar 43 Mtr- Acker im Dreispitz, neben Georg Jakob Roser in Kollmarsreuthe und Karl Rübling Ehefrau in Denzlingen- Wegen Mangels eines Erwerbstitels ver sagt der Gemeinderath in Kollmarsreuthe die Gewähr und bat die Genannte durch ihren Ehemann das Aufgebots- Verfahren beantragt- Es werden alle Diejenigen, welche an dem bezeichnete» Grundstück in den Grund- und Pfandbüchern zu Kollmarsreuthe nicht eingetragene und auch sonst nicht bekannte dingliche oder auf einem Stammgutsoder FamiliengutSserbande beruhende Rechte zu haben glauben, aufgefordert, solche längstens m dem vor hiesigem Amtsgerichte am Freitag, 18. November 1892, Bormittags 19 Uhr, stattfindenden Termine anzumelden, widrigenfalls alle nicht angemeldeten Ansprüche der AuffordcrungSklägerin gegenüber für erloschen erklärt würde» Emmendingc», 19- September 1892. Großh. bad. Amtsgericht. >ez. von BlitterSdorff- Die- veröffentlicht der Gerichtsfchreiber Jäger- Koukursverfahreu. W'142. Nr. 15,384. Offenburg. In dem Konkursverfahren über daS Vermögen des Metzgers Anton Gaß in Offenburg ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Verkeilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Dienstag den 18. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte bierselbst bestimmt. Offenburg, den 19. September 1892. C. Beller, Gerichtsschreibe: des Gr. Amtsgerichts. W143. Nr 25,205 Freiburg In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Handelsgärtners Hermann Werner von Freiburg ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Vrrtheilung zu berücksichtigenden For derungen und zur Beschluß- faffung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren BermögenSstücke der Schlußtermin auf Mittwoch den 19. Oktober 1892, Vormittags 11 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte hiersclbst, Zimmer Nr. 81, bestimmt. Freiburg, den 21. September 1892 Frey, Gerichisschreiber des Gr Amtsgerichts. Bekauutmachuug. W'126 2. Nr. 7043. Kehl. Den Konkurs der Aktiengesellschaft Kreditbank Kebl in Dorf Kehl betr. i Das Großh. Amtsgericht Kehl hat unterm Heutigen verfügt: Auf Antrag des Gläubigerausschufses wird die Tagesordnung der auf Montag den 3. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr, berufenen Gläubigerversammlung dahin erweitert: 5. Meinungsäußerung der Gläubigerdersammlung darüber, ob der Vergleich vom 11. Mai 1892 als für die Konkursmasse verbindlich oder als unverbindlich und anfechtbar zu behandeln sei, und in welcher Weise in dieser Frage, insbesondere auch hinsichtlich der Einberufung des Aktienkapitals, vorgegangen werden soll. Kehl, den 20. September 1892. Der Gerichts?chreiber Gr. Amtsgerichts: Kopf. Bermögeusabsouderuug. W149. Nr 5885 Offenburg. Die Ehefrau des Landwirths Wilhelm Maier, Kreszentia, geb- Hund in Sasbachwalden, wurde durch Urtheil der Civilkammer 1> dahier unterm Heutigen für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von dem ihres Ehemannes abzusondern. Dies wird zur Kenntniß der Gläubiger gebracht. Offenburg, den 20. September 1892. Die Gerichtsschreiberei des Großh. bad. Landgerichts: Seifert. HandelsregiSerriutrSge. W'130. Mannheim. Zum Handelsregister wurde eingetragen: 1. Zu O Z 492 Ges.Reg. Bd- VI. Firma: „W- Landes Söhne" in Mannheim Offene Handelsgesellschaft- Die Gesellschafter sind Wilhelm Carl Landes und Rudolf Heinrich Landes, Kauf-: leute in Mannheim- Die Gesellschaft hat am 13. September 1892 begonnen. 2. Zu O Z- 222 Firm-Reg- Bd- IV. Firma: „I. L Kaufmann' in Mann heim. Inhaber ist Jsaac Löb Kaufmann, Kaufmann in Mannheim. Bernhard Kaufmann, Kaufmann daselbst, ist als Prokurist bestellt. 3. Zu O Z 223 Firm-Reg Bd IV. Firma: „I- Hermann" in Mannheim. Diese Firma ist erloschen und damit auch die der Sally Roscnow Ehefrau ercheilte Procura- 4. Zu O Z- 224 Firm-Reg Bd IV. Firma: „I- G Haas" in Mannheim Inhaber ist Jobann Georg Haas, Kaufmann in Mannheim Der am 15. Februar 1892 zwischen diesem und Maria Cornelia Gertrauda Friederike van Ryn in Rotterdam errichtete Ehevertrag bestimmt, daß dieselben die gesetzliche Gütergemeinschaft, diejenige von Gewinn und Verlust, sowie diejenige von Nutzen und Einkommen ausschließen. 5. Zu O-Z- 493 Ges.Reg. Bd. VI. Firma: „Dieckmann f O Z 270 Firm Reg- Bd- II- Firma: „Georg Fischer vormals I-W. HieronimuS L Co " in Mannheim- Die Firma ist geändert in „Georg Fischer". 7. Zu O Z- 225 Firm-Reg- Bd- IV.: Firma: „Georg Fischer" in Mannheim. Inhaber ist Georg Fischer, Kaufmann in Mannheim 8. Zu O Z 226 Firm-Reg- Bd. IV. Firma: „Georg Kirchner" in Mann- j heim- Inhaber ist Georg Kirchner, Kaufmann in Mannheim- Derselbe hat seiner Ehefrau. Sophie Kirchner, geb. Schweitzer in Mannheim, Procura er-! theilt- 9- Zu O Z 27t Ges.Reg Bd- VI- Firma: „Max Baer Söhne" in Mannheim Der am 1. September 1892 zwischen Heinrich Baer und Emilie Julie Wolff in Neustadt a- H- errichtete Ehevertrag bestimmt, daß die Gütergemein- schalt lediglich auf den Erwerb oder die Errungenschaft beschränkt bleiben füll und die Brautleute nur den Betrag von je 100 M in dieselbe einwerfen. Mannheim, den 17. September 1892? Großh. Amtsgericht III- Ur- Hummel. Strafrechtspflege. Laduugeu. W70.3. Nr 17,753. Schwetzingen. t. Der am 15. November 1866 in Dürrn geborene, zuletzt in Schwetzingen wohnhafte, ledige Ersatz, rescrvist Jakob Haber st roh und 2- Der am 26. August 1859 in Schwetz ingen geborene, zuletzt dafelbj, wohnbasle verheirathete Schlaffer und ErsahreservistLudwig Webet werden beschuldigt, als Ersatzrescrviste« auSgewandert zu sein, ohne von de>> bevorstehenden Auswanderung der M - litärbehörde Anzeige erstattet zu Habens Uebertretung gegen s 360 Nr. § des St.G.B- Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst aus Freitag den 18. Novmeber 1892, Bormittags 8'/? Uhr, vor das Gr. Schöffengericht zu SchwetzM ingen zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben wenden dieselben auf Grund der nach 8 47-l der Strasprgzeßordnung von dem "MM Bezirkskommandv zu Bruchsal ausgestellten Erklärung vernrtheilt werden. Schwetzingen, 16. September 1892- Raub, . » Gerichtsschreiber Großh. AmtsgerichtS-M Druck und Verlag der G. Braun'schen Höfbuchdruckerei.