Karlsruher ZeitW Sonntag, 28. September. ^ 2S4. Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonsmschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. SO Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. L5 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 1892. Am 1. Oktober beginnt ein neues Abonnement auf die „Karlsruher Zeitung". Wir gestatten uns, zu demselben alle Diejenigen ergebenst einzuladen, denen daran gelegen ist, ein Blatt zu erhalten, welches vor Allem auf die strengste Zuverlässigkeit seiner Mittheilungen und auf eine fachliche Behandlung aller Lagesfragen das größte Gewicht legt. Wie bisher, so wird die „Karlsruher Zeitung" auch in Zukunft bestrebt sein, diese Zuverlässigkeit der Berichterstattung durch die sorgfältigste Auswahl in dem vorliegenden Material und durch Korrespondenzen gutunterrichteter Mitarbeiter zu wahren. Was die Raschheit der Berichterstattung betrifft , so glauben wir darauf Hinweisen zu dürfen, daß die „Karlsruher Zeitung" einen ausgedehnten Depeschendlenst hat. Ueber alle Vorkommnisse im Lande, die ein allgemeineres Interesse in Anspruch nehmen, wird die „Karlsruher Zeitung" durch zahlreiche Korrespondenten gewissenhaft und rasch informirt. Die Vertheilung der letztere» ist eine solche, daß alle Landestheile gleichmäßig Berücksichtigung finden. > Den landwirthschastlichcn Angelegenheiten hat die „Karlsruher Zeitung" von jeher besondere Aufmerksamkeit zugewendet und wird dies auch in Zukunft thun. Die Pflege eines guten Feuilletons bildet für die „Karlsruher Zeitung" den Gegenstand besonderer Sorgfalt und kommt in der Wahl spannender Erzählungen und anregender Aufsätze zum Ausdruck. Das Bestreben der „Karlsruher Zeitung" in dieser Richtung geht namentlich dahin, eine gediegene und lautere Familienlektüre, unter Bevorzugung deutscher Schriftsteller, zu bieten. Der Abonnementspreis der „Karlsruher Zeitung" beträgt für das Vierteljahr 3 Mark 50 Pfg., bei Bezug durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltnng einschließlich der Zustellungsgebühr 3 Mark 65 Pfg. Die auswärtigen Abonnenten dieses Blattes wollen beachten, daß die Postanstalten eine Nichterneuerung des Abonnements als Abbestellung ansehen, wogegen bei den hiesigen Abonnenten eine Nichtabbestellung als Wunsch nach der Fortdauer des Bezuges angesehen wird. Die -MdM-il der „Karlsruher Zritunz". Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 24. September. Von der srauzösischen Presse wird die Lage in Dahome als eine für das französische Expeditionscorps durchaus günstige dargestellt; nach diesen Berichten dringt Oberst Dodds immer weiter vor. Im Gegensatz zu den günstigen Meldungen von französischer Seite kommt aus dem englischen Lagos die Nachricht, daß das französische Kontingent unter Oberst Dodds von den Dahome-Krie- gern seil letztem Montag hart bedrängt worden sei. Mehrere französische Offiziere seien getödtet worden und in Porto Novo sei eine Todtenmesse für die Gefallenen abgehalten worden. Möglicherweise liegt dieser Meldung das für die Franzosen angeblich siegreiche Gefecht vom 19. d. M. zu Grunde. Doch hat es selbst nach den französischen Nachrichten den Anschein, daß die Da- Wrotzhrrrvglichrs tzosthrakrr. —r. Die Leitung -er Hofbübne spart einstweilen die Novitäten lür später auf; sie weiß, daß der Winter lang ist und daß die Hosbühne nicht zu den Theatern gebärt, bei denen eine erfolgreiche Neuheit den Direktor auf Wochen hinaus der Repertoiresorgen enthebt. So bat sie uns einstweilen alte Bekannte zu- ^ geführt, wie den „Weg rum Herzen", -cn „Bibliothekar" und ^ -Krieg im Frieden". Das Publikum bat sich unseres Wissens ^ arüber nicht beklagt. Das Theaterpublikum ist im allgemeinen > überhaupt gar nicht so novitätenlüstern, wie man meistens an- ! nimmt. Wenn es auch die Neuheiten nicht vermissen will, so ^ beißt es doch gute ältere Werke, wenn sie nach längerer Pause j wieder auf dem Repertoire erscheinen, willkommen. Man frischt j badei Thcatererinnerungen auf; man genießt hübsche Scenen, an ! denen man sich vordem erfreut bat, mit erneutem Behagen. Der i Genuß solcher Theaterabende hat etwa- angenehm Bequcmliches; > man ist mit dem Stück entweder noch so weit vertraut oder man rrinnert sich -och bei der Aufführung so weit auf den Gang der , Begebenheiten, daß man alle Situationen rasch und mühelos über- ! blickt. Freilich zieht das Publikum an solchen Abenden auch gern Vergleiche zwischen der früheren und der gegenwärtigen Auffüh- > rung und cs ist natürlich, daß diese Vergleiche nicht immer j und nicht in allen Punkten zu Gunsten der gegenwärtigen ^ Darstellung ausfallen können. Herr Höcker hat als Reif- > Reiflingen in Mosers frischem, lebendigen Lustspiel: „Krieg lm Frieden" Herrn von Hoxar und Herrn Paul zu Vordermännern gehabt. Herr Paul war ein Schauspieler, der an j Tiefe deS Talentes wohl Herrn von Hoxar beträchtlich nach» steht, aber durch ein sehr gefälliges, elegantes Wesen sym- ^ Vathisch wirkte. Er war schon ein fertiger, gut eingespielter ! Bonvivant-Darsteker, als er hierher kam, während Herr Höcker ! ÜA erst schrittweise das Bonvivant-Rollengebiet erobern soll. Wenn man diesen Umstand im Auge behälk, so konnte man mit ! ^ Home-Krieger zur Offensive übergegangen sind. In diesem Gefecht waren die Krieger des Königs Behanzin die Angreifer und da gemeldet wird, daß von den 4 000 Da- Home-Leuten ein Drittel gefallen sei, müssen sie sich mit großer Hartnäckigkeit geschlagen haben. Die von amtlicher Seite den französischen Blättern zugehenden Nachrichten verdienen jedenfalls mehr Glauben, als eine Privatnachricht aus der an Dahome angrenzenden englischen Kolonie; aber es steht doch außer Zweifel, daß Oberst Dodds es mit einem tapferen und energischen Feinde zu thun hat, der nicht so leicht zu bekriegen ist, wie diejenigen Pariser Blätter meinten, welche die Negierung zu einem Kriegszuge gegen Abome zu drängen versuchten. Nach einer Depesche aus Stockhslm hat der schwedische . Staatsrath gestern beschlossen, den Reichstag zu einer! außerordentlichen Tagung auf den 17. Oktober zu be- ! rufen. Morgen soll die Berufung des Reichstags in den Kirchen verkündigt werden. Der Z 51 der „Regierungsform" schreibt nämlich vor, daß das Zusammentreten eines außerordentlichen Reichstags frühestens zwanzig Tage oder spätestens dreißig nach dem Tage zu erfolgen hat, an welchem es in den Kirchen der Hauptstadt gemeldet worden sei. Die Zeit des ordentlichen Reichstags beginnt gleich nach Mitte Januar. Zu einer außerordentlichen Tagung ist der Reichstag berufen worden, um die Annahme des Gesetzentwurfs über die Heeresordnung zu beschleunigen. Der wichtigste Punkt dieser Vorlage bezieht sich darauf, daß die Nebungszeit der Bewehrungsmannschaft von 75 auf 90 Tage vermehrt werden soll. Ueber die Gruppirung der Parteien in der Frage der Heeresordnung besagt eine Stockholmer Korrespondenz der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung": „Gegner der Maßregel sind die Sozialisten, der Theil der sogenannten Liberalen, welcher als Vertheidigungs- nihilisten bezeichnet werden kann, und von den beiden die Mehrzahl der Zweiten Kammer bildenden Landmännerparteien die, welche für alles, was sie in der Verthei- digungssache neu bewilligen, Entschädigung durch weitere Abschreibung ihrer Grundsteuern verlangen. Um die Freunde der Vertheidigungssache zu verdächtigen und zu ärgern, werden jetzt alle die Reichstagskandidaten, welche einer Vermehrung der Urbungszeit entweder unbedingt oder für den Fall, daß nicht allgemeines Stimmrecht gewährt werde, entgegenstreben, Friedensfreunde genannt. Es ist dies ein Euphemismus für Vertheidi- gungsnihilisten, dient aber sehr gut zur Verwirrung der Begriffe, indem die Meinung hervorgerufen wird, als seien die Fürsprecher eines besseren Bertheidigungssystems Chauvinisten, welche in Erinnerung der alten Thaten der Schweden Krieg wollen." Der Reichstagsberufung sind am vorigen Dienstag die Neuwahlen für die durch Mandatsniederlegung erledigten 11 Sitze der Ersten Kammer vorangegangen. Es wurde schon gemeldet, daß die Gewählten bis auf den in Gothenburg gewählten Kandidaten Anhänger der erweiterten Heeresdienstzeit sind. Die argentinische Regierung ist in Buenos Ayres einer Militärverschwöcung auf die Spur gekommen. Ueber die Natur und den Zweck dieser Verschwörung ist einst- dem Reiflingen deS Herrn Höcker recht gut zufrieden sein. Der Darsteller erfreu» namentlich dadurch , daß er den Reif - Reiflingen nicht mit dem scharfen schnarrenden Sprechton und mit der arroganten Aufdringlichkeit manches anderen Darstellers der Rolle spielte. Er gab den Reiflingen mit einer gewissen Bon- hommie, die sich ganz gut mit der Rolle verträgt. Etwas mehr Laune und Humor läßt sich in der Rolle freilich noch entfalten, ohne daß die Figur in's Lächerliche zu fallen braucht. Was die Jlka des Fräulein Engelhardt betrifft, so sah man es ihr an, daß die Darstellerin dir Rolle fleißig kudirt hatte; vielleicht sah man ihr das sogar etwas zu sehr an. Man erkannte mitunter mehr die lobenswcrthc künstlerische Absicht, statt die volle Verve eine- heißblütigen Temperaments zn empfinden. Indessen, die Darstellerin fvielte die Rolle vortrefflich und daß sic zuweilen mit, zuweilen ohne fremdartigen Dialekt sprach, ist für unser Empfinden ein sehr geringfügiger Fehler; denn für uns gibt es nichts Unangenehmeres, als den Abend über auf der Bühne ein schlechtes Deutsch sprechen zu hören. Die Bühne soll die Lehrmeisterin einer guten deutschen Sprache sein und für ein feiner gewöhntes Ohr hat es immer etwas Verletzendes, im Theater Dialekt reden zu hören. namentlich da die meisten Darsteller den verlangten Dialekt doch nicht ordentlich verstehen, sondern ein wunderliches Gemisch absichtlicher Sprachfehler geben, das weder Hochdeutsch noch Mundart ist. Herr Lange als eifriges Mitglied des Einquartierungkomitr's bot einen vortrefflichen Typus des Kleinstadtlebens, Herr Reiff spielte den militärfcheucn Rentier Heindarf mit gutem Humor, Frau Kachel-Bender hatte die Rolle der umarmungslustigen Frau Sofie ganz vorzüglich auSgearbeitet, Herr Mark war ein stattlicher und freundlicher General, Frau Bichler spielte die Elsa sehr anmnthig, Fräulein Schwendemann fand sich mit der schauspielerisch recht wenig ausgiebigen Rolle der Agnes gut ab. Befremdend erschien die unverhohlene Gleichgiltigkeit, mit der Frau Petzet die Mathilde spielte; d. h. sie spielte eigentlich weilen nichts näheres bekannt, da die Regierung darüber Stillschweigen beobachtet; in Bezug auf die Ausdehnung des Komplotts wird aber mitgetheilt, daß die verhafteten Offiziere drei Regimentern angehören und daß sich unter ihnen kein Offizier mit höherem Range befindet. In einer Depesche von vorgestern wurde die Zahl der verhafteten Offiziere auf 30 angegeben, sie muß sich aber wesentlich erhöht haben, da nach einer Depesche von gestern viele neue Verhaftungen vorgenommen worden sind. TaS gestrige Telegramm schließt mit den Worten: „Strenge Maßregeln werden erwartet". Vorderhand hat man die verdächtigen Regimenter ein Lager außerhalb der Stadt beziehen lassen, wohl »m zu verhindern, daß sie sich in Besitz der RegicrungSgebäude setzen. Auch sonst traf die Regierung, wie dem Reuter'schen Bureau aus Buenos Ayres gemeldet wird, „umfassende Vorsichtsmaßregeln, um die Ordnung aufrecht zu erhalten". Der Vorgang zeigt in jedem Falle, daß die Lage in Argentinien noch nicht aufgehört hat, eine kritische zu sein. VrEÄland. * Berit», 23. Sept. Seine Majestät der Kaiser hält zur Zeit Jagden bei Rominten ab. Ueber die Dauer des dortigen Aufenthaltes Seiner Majestät verlautet bis zur Stunde noch nichts Näheres. Dem Vernehmen nach dürfte er jedoch etwa acht bis zehn Tage betragen. — Es gilt jetzt als feststehend, daß Seine Majestät der Kaiser noch in der ersten Oktoberhälfte dem Kaiser von Oesterreich einen Besuch in Wien abstatten wird. Die „Polit. Korresp." läßt sich aus Berlin „von verläßlicher Seite" bestätigen, daß der Kaiser für mehrere Tage nach Wien resp. nach Schönbrunn kommen werde, und bezeichnet als den Tag seiner Ankunft den 9. oder 10 Oktober. Das Wiener „Fremdenblatt" bestätigt gleichfalls diese Meldung mit dem Hinzufügen, der Kaiser werde am 10. Oktober in Wien eintreffen. Der Münchener „Allgem. Ztg." schreibt man aus Wien im Hinblick auf diese Ankündigungen des Kaiserlichen Besuchs: „Die Nachricht von dem bevorstehenden Besuche des erlauchten Verbündeten unseres Monarchen hat in den Kreisen der Wiener Bevölkerung die lebhafteste Befriedigung und die aufrichtigste Freude hervorgerufen, die in dem herzlichsten und wärmsten Empfange des hohen Gastes, wie er demselben jedesmal, wenn.er auf österreichischem Boden weilte, bereitet worden, ihren Ausdruck finden wird. Die Monarchen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns alljährlich persönlich vereinigt zn sehen, ist seit dem Bestände des durch diese Begegnungen immer von neuem illu- strirten österreichisch - deutschen Bündnisses eine liebgewordene Gewohnheit der Bevölkerung geworden, und mit aufrichtiger Genugthuung sieht man, daß diese Zusammenkünfte, die unter weiland Kaiser Wilhelm I. zur Tradition geworden und der Art entsprechen, wie die Ünwandclbar- keit des deutsch-österreichischen Bündnisses in das Bewußtsein der Völker übergegangen, von dem erlauchten Enkel und seinem mit ihm in inniger persönlicher Freundschaft verbundenen Alliirten fortgesetzt werden." — Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich hat der Hauptstiftungskasse des Berliner Magistrats 1000 M. gar nicht, sandern gab kaum mehr als die Worte der Rolle wieder. In einem Lustspiel wie „Krieg im Frieden" muß auch die kleinste Rolle flott und launig, nicht launisch, gespielt werden. Herr Brehm brachte mit diskreter Komik die Partie des Apothekers zu vollster Wirkung; die Zuschauer hatten ihre Freude an dem drolligen Ausdrücke seines Spiels. Herr Schillin « ist für ruhigere und vornehmlich rhetorische Aufgaben ein zweifellos sehr schätzbarer Darsteller, aber ist weder Liebhaber noch ist er für die Uniform geschaffen, und wenn man ihm gar eine» Liebhaber in Uniform zu spielen gibt, so muthet man ihm in zweifacher Beziehung zu viel zu. Den Curt v. Folgen spielte Herr Panzer nicht ganz übcl. Er ist der Rolle freilich »och nicht gewachsen — wir meinen natürlich nur geistig — und er hätte besonders die kleinen Sarkasmen Curts gegenüber Jlka etwas ritterlicher, weniger verletzend sagen sollen; aber er hat einen sympathischen Ton und eine angenehme Art der Bewegung. Frau Schmidtist eine Darstellerin, die in derben Rollen ein reiches Maß von Menschenbcobachtung und Humor entwickelt; sie spielte die Köchin Anna ganz vortrefflich. Das flotte Zu- sammeaspiel machte der Regieführung des Herrn Direktors Hancke Ehre. * Wien, 23. Sept. (DieJnternatianalr Musik- und Tbeaterausstellung) wird am S. Oktober geschloffen. Einer Verlängerung der Ausstellung haben sich solche Hindernisse in den Weg gestellt, daß man von ihr Abstand nimmt. Ob auch finanzielle Schwierigkeiten mitspielen oder nicht, will daS Wiener „Fremdenblatt" unerörtert lasten. * New-Iork, 24. Sept. ITel.s (In einer hiesigen Synagoge), in welcher gegen 1000 Personen, meist Frauen, die Feier des jüdischen Neujahrs begingen, entstand durch Feuerlärm ein panischer Schrecken. Bei dem Gedränge an der Treppe wurden vier Personen getödtet, zwölf schwer verletzt. 4 W für die Nothleidenden von Hamburg und Altona übersandt. — Im Reichsversicherungsamte wird eine Statistik zu- fammengestellt, welche sich auf die Unfälle in der Land- und Forstwirthschaft bezieht. Eine solche Statistik ist für die gewerblichen Berufsgenossenschaften auf 1887 vorgenommen und hat. wie sie über manche bisher unaufgeklärte Punkte Aufklärung gegeben h«t, auch zu vielfachen Maßnahmen im Unfallverhütungswesen Anlaß gegeben. Die neue Statistik erstreckt sich auf 1891. Die landwirthschaftlichen Berufsgenvssenschaften haben dazn das Material in Zählkarten, deren Text sich wegen der Vergleichung eng an den der Karten für 1887 anschloß, geliefert. Zwar ist noch nicht das gesammte Material im Reichsversicherungsamt vorhanden, aber auch das ein- gelaufene zeigt bereits, wie zweckmäßig es war, eine solche Statistik vorzunehmen. Schon die Zahlen, welche die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften ebenso wie die gewerblichen jährlich in ihren Rechnungsergebnissen niederlegen, hatten der Annahme, daß die Landwirthschaft sich bezüglich der Unfallgefahr sehr erheblich von der Industrie unterscheide, ein Ende gemacht. Die nunmehr auf den Zählkarten niedergelegten ausführlichen Beschreibungen über die einzelnen Unfälle in land- und forstwirth- schaftlichen Betrieben zeigen auch die Mannigfaltigkeit der Unfallgefahr in den letzteren. Die Bearbeitung des Materials wird einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. — Um den Verkehr an den Karawanenstraßen von Deutsch-Ostafrika in geordnete Bahnen zu leiten, ist, wie die „Nat.-Ztg." berichtet, von Seiten des Kaiserlichen Gouvernements eine neue Maßregel in'S Auge gefaßt worden. Es wird beabsichtigt, für die Dienste der Eingeborenen, auf welche die Karawanen bei ihrem Durchzuge durch das deutsche Schutzgebiet angewiesen sind, Herbeischaffung von Trinkwasser und Lebensmitteln, Stellung von Führern und dergleichen, die Vermittlung der Stationen vorzuschreiben. Durch diese soll der Entgelt für die geleisteten Dienste gezahlt und die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen überwacht werden. Es wird auf diese Weise ermöglicht werden, einerseits übertriebene Forderungen der Häuptlinge zu verhindern, andererseits rechtswidrigen Uebergriffen von Karawanenmitgliedern vorzubeugen. Gerade durch den Umstand, daß Karawanen bei dem Mangel einer freiwilligen Ver- proviantirung durch die Eingeborenen in eine Zwangslage versetzt und zu Gewaltmaßregeln veranlaßt wurden, bei welchen die Handlungen des Einzelnen sich nicht einmal immer in den Grenzen des durch die Nothlage Gebotenen gehalten haben, ist der Anbahnung eines gedeihlichen Verhältnisses zu den Eingeborenen im Innern vielfach entgegengearbeitet worden. Es ist zu hoffen, daß hierin nunmehr eine Wendung zum Bessern eintritt. Orstrrrrich-Unsarn. Wie», 23. Sept. Im böhmischen Landtage beantwortete heute der Statthalter Graf Thun eine Interpellation wegen der Schlägereien zwischen Deutschen und Czechen in Stecken. Er erklärte, es habe kein Grund Vorgelegen, den Ausflug des czechischen Vereins nach Stecken zu verbieten. Zweifellos seien die Deutschen, welche die Anwesenheit der Czechen in Stecken erfahren hätten, in demonstrativer Absicht dorthin gekommen. Der Statthalter sprach die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, die Schuldigen zu strafen, und daß derartige unliebsame Zwischenfälle sich nicht wiederholen würden, damit der nationale Friede ungestört bleibe. Nach diesem telegraphischen Auszuge aus der Rede des Statthalters zu schließen, hat der letztere die Deutschen als den pro- vozirenden Theil bei der Schlägerei in Stecken bezeichnet. Dem entspricht eine Prager Meldung der „F. Z.", nach welcher die Czechen die Erklärung des Statthalters mit lautem Beifall begrüßten. Es ist bedauerlich, daß Deutsche in Böhmen die Veranlassung dazu gegeben haben, daß man sie der Friedensstörung anklsgt; sonst kommen solche Vorgänge, wie diejenigen in Stecken, meist auf Rechnung der von jungczechischen Rednern aufgereizten czechischen Bevölkerung. Die Wogen des Nationalitätenzwistes in Böhmen gehen freilich so hoch, daß es nicht verwunderlich ist, wenn auch einmal von deutscher Seite eine Provokation vorkommt. Die czechischen Blätter sollten aber nach der Erklärung des Grafen Thun wenigstens anerkennen, daß die Beamten der Regierung einen korrekten und unparteiischen Standpunkt über den Parteien einnehmen. Italien. Rom, 23. Sept. Die italienischen Wähler werden im Laufe der nächsten Monate — der genaue Termin ist vom Kabinet Giolitti noch nicht festgestellt — zur Neuwahl der Kammer berufen werden. Die Aufstellung der Kandidaturen ist schon in einer großen Zahl von Wahlkreisen erfolgt und es beginnen auch bereits die Programmreden. Von den Mitgliedern des KabinetS hat zuerst der Minister für öffentliche Arbeiten, Genala, gesprochen. Er hielt in Cremona bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahle eine Ansprache, die deßhalb wichtig ist, weil sie einen Einblick in das Programm der Regierung gewährt. Eine kurze Inhaltsangabe der Rede Genala's ist schon telegraphisch mitgetheilt worden. Eine ausführlichere Meldung schildert die Ansprache des Ministers folgendermaßen: Genala sagte, die Krisis, welche Italien heimsuche, sei eine Wirkung der allgemeinen Krise, aber in Bezug auf Italien noch durch die Bau- noth, die Zustände in Südamerika und durch Ausgaben verschärft, die als eine Folge früherer Gesetze das Budget belasten. Zu derselben Zeit, in welcher Italien ein Bautenprogramm aufgestellt habe, das sich auf 4 Milliarden belaufe, sei eS genöthigt gewesen, seine militärischen Ausgaben zu erhöhen. Dieser Umstand sei gewiß eine schmerzliche Nothwendigkeit gewesen, es wäre aber ein Fehler, zu glauben, daß dies eine Folge des Dreibundes war. Die allgemeinen Verhältnisse in Europa drängten alle Staaten zu Rüstungen. Die Schweiz, die niemand bedrohe, die durch ihre natürliche Lage, ihre vertragsmäßig gesicherte Neutralität und die allgemeine Zustimmung Europa's geschützt sei, rüste ebenfalls, und zwar in größerem Maßstabe als Italien. Jedoch müßten die Rüstungen Italiens ebenso wie die öffentlichen Arbeiten auf das unbedingt Nothwendige in der Weise eingeschränkt werden, daß sie das Vaterland nicht ohne Vertheidigung oder in einer schlechten Vertheidigung-lage ließen. Zur völligen Regelung der Finanzlage sei die Durchführung organischer Reformen und eine Decentralisation erforderlich. Die Durchführung erfordere Zeit und Muth. Muth aber fehle dem Kabinet nicht, dessen Zusammensetzung gleichmäßig sei und das aus verhältnißmäßig jungen Männern bestehe, die sich thätig erweisen wollen. Das Kabinet fürchte den Kampf nicht. Zum Schluß gab der Minister im Namen des Königs den Wünschen der Regierung nach einer Kräftigung des wirthschaftlichen Lebens Italiens, sowie für die Förderung der sozialen Eintracht Ausdruck. Die Rede wurde von der Versammlung mit einmüthigem Beifall, sowie mit Hochrufen auf den König und Genala ausgenommen. Frankreich. Paris, 23. Sept. In Carmaux ist noch immer keine Verständigung zwischen der Grubengesellschaft und den über die Entlassung ihres Genossen Calvignac erbitterten Arbeitern erzielt. Die Versuche, die bisher gemacht worden sind, um einen Ausgleich herbeizuführen, sind erfolglos geblieben. Der Ministerpräsident empfing heute Vertreter der Grubengesellschaft, um dieselben über den von Arbeitervcrtretern gemachten Vorschlag eines schiedsrichterlichen Ausgleichs zu hören. Die Vertreter der Gesellschaft wollen jedoch auf diesen Vorschlag nicht eingrhen, und ihrerseits nur das Zugeständniß machen, daß Calvignac das Recht auf Pension behalten soll. Trotzdem wird man hoffen dürfen. daß der Streik zu Ende geht, denn die Arbeiter selbst scheinen des Ausstandes müde zu werden. Darauf weist eine Meldung des „Temps" hin, in welcher es heißt, eine Abordnung der Streikenden habe den Präfekten ersucht, die Aufnahme der Arbeit herbeizuführen. Der Präfekt habe allen, welche die Arbeit wieder aufnähmen, Schutz zugesagt. Um diesen Schutz gewähren zu können, bleibt, wie schon gestern er- wähnt, das nach Carmaux beorderte Militär einstweilen dort. Großbritannien. London, 23. Sept. Der Regierungswechsel in England hat eine Reihe von Nachwahlen zum Parlament erforderlich gemacht. Heute wurde eine solche Nachwahl in Leeds vollzogen, nachdem der bisherige Vertreter dieses Wahlbezirks, Sir Lyon Playfairs, in den Pairsstand erhoben worden ist. Die Liberalen hatten an Stelle Playfairs einen gewissen Walton als Wahlkandidaten aufgestellt und dieser ist heute mit einer Mehrheit von 948 Stimmen gewählt worden. Das Ergcbniß kann die Gladstoneaner befriedigen, denn sie waren ihres Sieges keineswegs gewiß, da sie bei dieser Wahl ebenso wie bei der Nachwahl John Morley'S mit der Arbeiterpartei zu kämpfen hatten, die leicht den Ausschlag für den Gegenkandidaten geben konnte. Die sogenannte „Unabhängige Arbeiterpartei" hatte sich durch ihren Mißerfolg bei der Nachwahl Morley'S nicht Abschrecken lassen und auch für die Nachwahl in Leeds in der Person Mahons einen eigenen Kandidaten aufgestellt. Da der Wahlkreis dadurch den Gladstoneanern verloren gehen konnte, und sie natürlich von ihrer spärlichen Majorität von 40 nicht gern auch nur einen Mann verlieren, so war der Wahlkampf in Leeds ein sehr heißer. Zu besonders häßlichen Scenen kam es am letzten Samstag, wo in Mahons erster Versammlung Blut floß. Der eifrigste Bestandtheil der Gladstone'schen Partei in Leeds ist das dortige starke irische Element, das sich bei seiner leichten Erregbarkeit die scharfe Kritik, die der Gladstone'sche Kandidat an Mahon übte, auf seine Weise zurechtlegte. Iren in Masse füllten die Bänke vor der Rednertribüne, und jeder Versuch eines Redners, zu sprechen, wurde durch Lärm erstickt. Schließlich genügte das den Iren nicht mehr und sie griffen zu einer in ihrer Heimath beliebten Argumentation, d. h. sie stürmten die Rednerbühne. Auf der Tribüne entspann sich dann ein Kampf, der mit Stöcken und Stuhlfüßen geführt wurde. Der Kandidat und sein Konnte wurde mißhandelt und damit die Versammlung zum Ende gebracht. Mahon erklärte den andern Tag: Nach dem, was er gestern erlebt, könne er sich nicht entschließen, die Protestanten in Ulster der Gnade solcher Männer ausjuliefern. Die Iren hätten gestern das Schlimmste, was gegen sie gesagt worden sei, gerechtfertigt. Und auch der bekannte Londoner Arbeiterführer Champion meinte, die Versammlung sei ein guter Anschauungsunterricht gewesen, der über das wahrscheinliche Schicksal von Minoritäten unier einem irischen Parlament belehre. Grotzherzogthum Baden. Karlsruhe, den 24. September. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben gnädigst geruht, dem Juwelier Nikolaus Trübner in Heidelberg dar Prädikat „Hofjuwelier" zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, der ersten Mannheimer Buch-, Accidenz- und Kunstdruckerei von Max Hahn u. Cie. (Geschäfts- theilhaber Max Hahn, August Gengenbach und Adolf Gengenbach) in Mannheim auf Ansuchen das Prädikat „Hofbuchdruckerei" zu verleihen. 8olnv.. (Mittheilungen auS der Stadtrathssitzung) von gestern. Beim Bürgerausschuß soll der Antrag eingebrachr werden, ».daß das Erdgeschoß der Leichenhalle des neuen Friedhofs mit einem aus Anlehensmitteln zu bestreitenden Aufwand von 4 460 M. auf der Süd- und Westseite mit Licht- fenstern versehen »erde; K. daß zur Anschaffung von Einrich- tungsgegenständen für ein Familien- (Empfangs-) Zimmer bei der Kapelle des neuen Friedhofs und für bessere Ausstattung der Einrichtung der für die Aufbewahrung von Leichen dienenden Räume aus Wirthschaftsmitteln die Summe von 3 6L0 M. auf» gewendet werde. — Vorbehaltlich der Zustimmung des Bürgerausschusses werden dem Herrn Fritz Römhildt, Fabrikant» zu seinem Anwesen in der verlängerten Sofien-Straßc 66 gm städtisches Gelände zum Preis von 10 M. v>o Quadratmer käuflich abgetreten. — Nachdem die F e u era l arm an la g e in nächster Zeit vollendet sein wird, ist es angezeigt, daß die zu Recht bestehende gänzlich veraltete FeuerlöschorLnung einer Revision unterzogen und den neuen Verhältnissen augepaßt werde. Das Großh. Bezirksamt soll ersucht werden, wegen Erlassung einer neuen Feuerlöschordnung das Nökhigc einzuleiten. - Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr theilt mit, daß nachdem das gegen den Feuerwehrmann Julius Fritz wegen Beleidigung eines Wachtpostens erlassene schöffcngerichtliche Urthcil vom 20. Juli d. I. rechtskräftig geworden ist, der Genannte durch VerwaltungSrathsbefchluß aus dem Corps der FreiwiUiqen Feuerwehr ausgeschlossen wurde. — Bon dem Ergebniß der Sammlung für die durch die Choleraepidemie in Noch Gerochenen soll ein entsprechender Theil der Stadt Altona zugrwendet werden. - Zu den in der Festhalle zu Gunsten der Nothlcideu- den in Hamburg-Altona in Aussicht genommenen Wshlthä- tigkeitsveranstaltnngen wird der Festhallesgal nebst Beleuchtung unentgeltlich abgegeben- — Auf Antrag der Direktion der Höheren Mädchenschule soll bei dem Oberschulrath die Anstellung eines weiteren wissenschaftlich gebildeten Lehrer- an genannter Anstalt beantragt werden. (Mittheilungen der Handelskammer.) Die von den Handelskammern zu Karlsruhe und Pforzheim bereits , seit ceraumer Zeit erstrebte Herstellung einer Fernlprechver- bindungsanlage Karlsruhe-Pforzheim ist nach einer Eröffnung des Herrn Geheimen Oberpostraths Heß auf dessen Antrag nun vom Reichspostamte für das nächste Etatsjabr in Aussicht genommen worden. Ausnahmsweise soll für die Anlage von der Gewährleistung einer Mindesteinnahme abgesehen werden und cs ist somit das Zustandekommen der Anlage nur noch von der etatsmäßigen Bewilligung der erforderlichen Geldmittel für das nächste Rechnungsjahr abhängig. Der Sprechverkehr zwischen dem Karlsruher und den württembergischen Fernsprechnetzen wird, das Einverständniß der württembergischen Verwaltung vorausgesetzt, zunächst nur versuchsweise zugelassen werden können. Im Sprechverkehr zwischen Karlsruhe und Pforzheim wird die Gebühr für ein Gespräch von 3 Minuten Dauer SO Pf. betragen, während dieselbe für den Verkehr mit den württembergischen Fernsprechnetzen auf 1 M. festgesetzt werden wird. Nach einer Mittheilung der Generaldirektion der Großh. Staatseisenbahnen werden zufolge einer Bereinbarung unter den betheiligten Verwaltungen am 1. Januar 1893 sämmtliche in den innerdeutschen Verkehren bestehenden Ausnahmetarife für Spiritus und Sprit — mit Ausnahme derjenigen für die Ausfuhr nach außerdeutschen Ländern — außer Kraft gesetzt werden. * (Distanzefahrt.) Das Interesse für Distanzeritte und Distanzefahrten scheint gegenwärtig ein besonders reges zu sein und es mag daher von einer bemerkenswerthen Fahrt dieser Art berichtet werden, die der zur königlichen Gesandtschaft im Haag kommandirte Lieutenant des Dragoner-Regiments Nr. 2l, Herr A. von Bohlen und Halbach, soeben ausgeführt har. Herr von Bohlen und Halbach hat mit seinem Jucker-Viererzug. die Strecke von Haag bis Heidelberg in sieben Tagen, wozu ein Ruhetag kam, zurückgelegt. Die von ihm durchfahrene Wegstrecke betrug genauer Abmessung zufolge 655 km. Herr van Bohlen und Halbach ist mit allen vier Pferden wahlbehalten in Heidelberg angekommen. Das sehr warme Wetter und die harten Wege Hollands, welche für die an ungepflasterte Chausseen nichr gewohnten Pferde beschwerlich waren, lowie das tbeilweise sehr bergige Terrain haben die Fahrt sehr erschwert. zumal da die Jucker absalut nicht in Training waren. * (Allers-Ausstellung.) Von Seiten der bekannten Berliner Kunsthandlung Max Levit wird demnächst die aus 200 Blättern bestehende Sammlung von Onginalzeichnungen des MalerS C. W. Allers, welche die künstlerische Ausbeute deS Genannten von der vorjährigen Orientfahrt des Hamburger Schnelldampfers „Auguka Viktoria" sind, hier zur Ausstellung gebracht werden. Der Sammlung wurde bei der bisherigen Ausstellung in Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt a. M. rc. und zuletzt in München eine allgemein beifällige und anerkennende Aufnahme zu Theil, und sie dürfte wohl ganz besonders auch auf das Interesse des hiesigen Publikums rechnen können. * (Der Illusionist Merelli), dem ein guter Ruf als Zauberkünstler u- dergl- vorausgeht, wird morgen, am Montag und Dienstag Abend im großen Saale der „Eintracht" Vorstellungen geben. Nach den Zeitungsberichten bat der Künstler überall bei seinem Anftreten in großen Städten lebhaftes Interesse erregt, da seine Vorstellungen die neuesten Ueberraschungen aus dem Gebiete der Zauberkunst bringen. Es wird ihm wohl auch hier nicht die Gunst des Publikums fehlen. kV. Jllena«, 23. Sept (Zum SOjäbrigen Bestehen der Heil- und Pflegeaastal t.) Nächsten Dienstag den 27. d. M. wird die Heil- und Pflegeanstalt Jllenau ihr SOjäh- riges Jubiläum feiern. Am 23. September 1842 — als» heute vor 5 Dezennien — führte der damalige Assistenzarzt vr. Hergl die erste Ablheilung der Pfleglinge aus der Heidelberger Anstalt in die neu erbauten Räume am Fuße der Hornisgrinde. Im Jahre 1826 hatte man aus dem Irren- und Siechenhause zu Pforzheim die Jrrenabtheilung in die Universitätsstadt verlegt. Doch schon nach l'/r Jahren gab sich, namentlich von dem Assistenzarzt und nachmoligen Direktor des Heidelberger Irrenhauses, vr. I. Cbr. Roller, unterstützt, daS Verlangen nach einer gründlichen Abhilfe kund. Man besichtigte die Klöster Schuttern- Schwarzach, Thennenbach und St. Peter, man verfertigte Pläne' man überschlug die Kosten. Doch keine Stätte, auch daS Hubbad nicht, wollte dem bahnbrechenden Direktor genügen: er suchte Land auf Land ab nach einem Platz für einen ganz neuen Bau x am 13. Oktober 1833 war er von ihm in der Nähe von Achern gefunden, von einer Kommission als geeignet anerkannt und schließlich von der Staatsregierung im Jahre 1835 genehmigt. Tie «^nststände dckretirten willig die Mittel. Dem Ankauf deS Ge- ^ ndes folgte schon im Jahre 183/ der Beginn des Baues, und it der feierlichen Grundsteinlegung verband sich die Berkün- diaang des Namens »Illen au". So stand nach weiteren ^Jahren Jllenau mit wenigen Anstalten Deutschlands, Eng- landS und Frankreichs in erster Linie, und sein mit dem Namen «oller verbundener Ruhm erglänzte nach allen Landen. Ueberallher wurden ihm Kranke zugeführt, und die in seinen Räumen ausgebildeten Aerzte saben sich nach anderen Anstalten berufen In den 36 Jahren, während welcher Roller der Angalt verstand, erfuhr dieselbe keine namhaften Veränderungen. Sie hatte viel mit Raummangel zu kämpfen, aber ihre ganz, Anlage schien keine genügende Erweiterung zu erlauben. Abhilfe konnte nur durch Errichtung einer neuen anderen Anstalt geschaffen werden. Am 23. September 1867 feierte sie ihr 25- jähriges Jubiläum, welches durch die Theilnahme Seiner König!. Hoheit »es Großberzogs Friedrich verherrlicht wurde. Noch dem im Jahre 1878 erfolgten Tode Rollers trat sein langjähriger Freund und Mitarbeiter Hergt in dessen Fußstapfen ein. Der steilen Ungunst, mehr noch das Entstehen neuer, besser mit allem Röthigen ausgerüsteter ausländischer Anstalten, auch da- Interesse für die im Bau begriffene Anstalt »es eigenen Landes hätte befürchten lasten können, daß der Name »Jllenau" erbleichen möchte. Doch die unermüdliche Liebe und Fürsorge feines Direktors, sowie die nie versiegende Huld und Gnade seines boch- sürstlichcn Gönners und der unter ihm mit Wohlwollen waltenden Regierung ließen diese Befürchtung schwinden. Dem Direktor persönlich war cs noch vergönnt, sein bojähriges Dienst, jubiläum in Gegenwart Seiner König!. Hoheit zu feiern und aus besten Händen das mit Brillanten geschmückte Kommandeur- kreuz zu empfangen. Am zweiten WeihnachtStag 1883 wurde der 83jährige geliebte Greis auf unserem schönen Friedhof in die Erde gebettet. Hatte die Anstalt sich unter seiner Direktion schon mannigfacher Verbesserungen ihrer Einrichtungen erfreuen dürfen, so blieb cs seinem energisch eingreifenden Nachfolger, Gebeimerath vr. Schüle, beschieden, zwei lang und heiß ersehnte Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen, nämlich die Versorgung der Anstalt mit Quellwasser und mit elektrischer Beleuchtung. So begebt denn Jllenau am Tage seines bCjäbrigen Bestehens im großen Reigen seiner Schwestern recht eigentlich seine zweite Erstehung. Das ausgegebene reichhaltige Festprogramm aber zeigt, daß die Feier, wie vor 2L Jahren, durch die Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit deS Großberzogs, und diesmal noch durch die huldvolle Theilnahme Ihrer Königlichen Hoheiten der Großherzogin und des Erbgroßberzogs ihre verherrlichende Weihe empfängt. x. Konstanz, 23. Sept. (Legate. — Städtischer Ver - mögensstand. — Ausstellung.) Bon dem Vermäcktniß des Herrn Joseph Wittm « nn wurden 2 OOO M. zur Gründung einer Stiftung verwendet, deren Zinsen in näher festzusetzenden Zeiträumen zur Abhaltung von Schulfesten zu verausgaben sind, und 8 000 M. zur Herstellung eines monumentalen Brunnens auf der Marktstätte an Stelle des Merkuriusbrunnens. Der im Laufe dieses Jahres hier verstorbene Herr Jacques v. Mayen- sisch hat der Stadtgemeinde ein Vermächtniß im Betrage von 132 610 M. 58 Pf. zugewendet. Nach Antrag des Stadtralhs an den Bürgerausschuß sollen davon 101286 M- 58 Pf. mit der schon bestehenden Pfarrer v. Mayenfisch'schen Stiftung im Betrage von 3428 M. 57 Pf. vereinigt und die Erträgnisse der Gesammtsumme von 104 715 M. 15 Pf. so Verwender werden, daß die Hälfte zu Stipendien für unbemittelte fleißige Hand, werker in Beträgen von je 200 bis 300 M., die zweite Hälfte zu Stipendien für die Ausbildung von Lehrlingen, zu Stipendien für Real- und Gymnasialschüler, zur Heranbildung junger Mädchen (auch schulpflichtiger) in Handarbeiten und im Kochen, eventuell zur weiteren Ausbildung als Lehrerinnen zur Verausgabung gelangt. — Nach dem Rechenschaftsberichte über die städtischen Einnahmen und Ausgaben im Jahre 1891 betragen die Aktiven der Stadt 4078710 M. 86 Pf., die Schulden 4 539 297 M. 27 Pf., letztere also mehr 460 586 M. 41 Pf. Im Jahr 1890 belief sich das Mehr der Schulden auf 5k4104 M. 45 Pf ; sie haben demnach sich vermindert um 43518 M- 4 Pf. — Im Konzilium-saale dahier findet gegenwärtig (bis 1. Okt.) die Kunstausstellung des Verbandes der Bodenseestädtc Bregenz, Konstanz und Ueberlingen statt. Dieselbe ist zahlreich und gut beschickt. Verschiedenes. * Karlsruhe» 24. Sept. (V o n d er C h o l e r a.) In den »Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes" heißt es: »Nachdem die Cholera bald nach ihrem ersten Auftreten in Hamburg»Altona die nächste Umgebung dieser beiden Städte verseucht und durch Vermittelung der Eisenbahnen in mehr oder weniger weit entfernten Plätzen Erkrankungen veranlaßt hatte, bemächtigt sie sich nun des W af s e rv c r k e h r s für ihre weitere Ausbreitung und ist der Elbe und den dazu gehörigen Nebenflüssen und Kanälen gefolgt. In letzter Zeit erscheint durch eine Infektion von Stettin und Umgegend das Stromgebiet der Oder gefährdet." Mit Rücksicht hierauf ist bekanntlich in der Person des RegierungSraths Müller ein StaatSkommiffar für das Stromgebiet der Oder ernannt worden, nachdem schon zuvor ein Reichskommissar für die Gesundheitspflege im Stromgebiete der Elbe eingesetzt worden war. Man darf sich der zuversichtlichen Hoffnung hingeben, daß es den umfassenden und zweckdienlichsten Anordnungen dieser beiden Kommissare gelingen wird, im Wasserverkehr ein Vordringen der Cholera zu vermodern. In Hamburg bessert sich die Lage fortdauernd, wenn die Epidemie auch nur langsam weicht. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Hamburg» die Sterblichkeit in dem Hauptseuchenherd, der Veddel, habe erheblich abgenommen. Die daselbst bisher stationirten Transportkolonnen seien entlassen worden. Der Nachtdienst der Hilfskomitös sei eingestellt. Nach einer Meldung aus Berlin ist der in ärztlicher Beobachtung ^sindliche Schiffer Dannenberg an der asiatischen Cholera erkrankt. Ein anderer Schiffer ist alS choleraverdächtig in das Moabiter Krankenhaus eingeliefert worden. Die Zahl der in ärztlicher Beobachtung stehenden Personen im Moabiter Krankenhause verringert sich fortgesetzt. Aus Hannover wird berichtet, daß eine auS Hamburg zugereiste Person unter choleraverdächtigen Symptomen erkrankte. Die bakteriologische Untersuchung ergab »doch nicht asiatische Cholera. Hannover ist infolge dessen fortdauernd seuchenfrei. Ueber Choleraerkrankungen in Belgien meldet eine Depesche auS MonS, der Gesundheitszustand im Borinage habe sich verschlimmert. Zahlreiche neu: Cbolerafälle, "vier ihnen mehrere tödtliche, seien in Paturages, WasmeS und Saint Ghislain vorgekommcn. Die sanitären Zustände und ^-besondere die Lebensverhältnifse der Arbeiterbevölkerung im Borinage lassen allerdings manches zu wünschen übrig. AuS Rotterdam wird berichtet» dass dort ein Todesfall infolge Eholera vorkam» ebenso in Sgavendeel; auS Alblafferdam wird ein Erkrankungssull berichtet. In Galizien scheint die Epidemie wirksam bekämpft zu werden; von vorgestern bis gestern Vormittag waren in Podgorze und in Wolowice keine neuen Krankheitsfälle und in Krakau nur eine Erkrankung zu verzeichnen. Auch die Pariser Nachrichten lauten günstiger. Vorgestern gab cs in Paris und innerhalb der Bannmeile 28 Erkrankungen und 6 Todesfälle an Cbolcra, in Havre 8 Erkrankungen und 2 Todesfälle. Mrueflr Berlin, 24. Sept. Das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin und der neugeborenen Prinzessin ist andauernd das allerbeste. Die drei ältesten Söhne der Kaiserlichen Majestäten kehren am 27..September aus Wilhelmshöhe nach dem Neuen Palais zftrück. Berlin, 24. Sept. Dc^ „Berliner Tageblatt" meldet aus Hamburg, zur Besserung der sanitären Verhältnisse werde die Niederlegung des Gängeviertels ernstlich erwogen. Berlin, 24. Sept. In Hamburg sind laut amtlicher Meldung von gestern Mittag bis heute Mittag 115 Erkrankungen und 56 Todesfälle an Cholera eingetreten. Davon kommen auf gestern 84 Erkrankungen und 37 Todesfälle, der Rest besteht aus Nachmeldungen. Transportirt wurden gestern 101 Kranke und 18 Leichen. (Diese Zahlen sind sämmtlich wesentlich geringer als die gestern mitgetheilten; besonders bemerkenswerth ist der Rückgang der angemeldeten Erkrankungen, die von vorgestern bis gestern Mittag 199 betragen hatten, auf 115.) — In Stettin erkrankte gestern ein Knabe au asiatischer Cholera. Der Fall kam in demselben Hause vor, in dem bereits früher mehrere Personen an der Cholera erkrankten. Nach dem amtlichen Cholerabericht wurden von gestern bis heute Mittag in Altona 9 Erkrankungen und 5 Todesfälle, in Berlin 1 Erkrankung und 2 Todesfälle, im Mecklenburgischen 3 Erkrankungen und 1 Todesfall gemeldet. In der Stadt Stettin und an zwei Orten der Kreise Uckermünde und Greifenberg kamen zusammen 1 Erkrankung und 3 Todesfälle vor. In Landsberg an der Warthe hatte man einen Cholerafall mit tödtlichem Ausgang zu verzeichnen. Basel, 24. Sept. Fritz Thierstkin aus Thun, in dem man den Mörder des vor einigen Wochen bei einem Spaziergang nach dem Belchen (Baden) getödteten Supernumerars Ott vermuthet, ist in der vergangenen Nacht hier verhaftet worden. (Nach einer späteren Depesche hat Thierstein die That eingestanden.) London, 24. Sept. Der Minister Lord Rosebery empfing gestern eine Abordnung der Englischen Missionsgesellschaft, welche bat, die Regierung möge nach einer eventuellen Räumung Uganda's von Seiten der Britisch- Ostafrikanischen Gesellschaft den englischen Einfluß daselbst aufrecht erhalten. Lord Rosebery versprach, diesen Wunsch dem Kabinet zu unterbreiten, erklärte jedoch, daß er nicht geneigt sei, England in ein Unternehmen zu verwickeln, dessen Ende nicht leicht abzusehen sei. St. Petersburg, 24. Sept. Die „Börsenzeitung" mel- det gerüchtweise, das Finanzministerium plane die Wiederherstellung der Salzsteuer, die Einführung des Tabaksund Branntweinmonopols, sowie die Erhöhung der Naphta-Accise. Die hierdurch zu erzielende Vermehrung der Einnahmen soll zur Beseitigung des Defizits im Staatshaushalte beitragen. New-Nork, 24. Sept. Die Kajütenpassagiere des Dampfers „Wyoming" wurden aus der Quarantäne entlassen. Der Dampfer „Germania" ist heute hier angekommen, Mannschaft und Passagiere befinden sich wohl. Dagegen ist ein weiterer Todesfall infolge von Cholera heute in New-Aork selbst vorgekommen. GrotzhrriogUrhrs tzoflhrater. Sonnt»», 25. Sept. 98. Ab.-Vorst.: »Tie Jüdin", qroße Oper in 5 Aufzügen nach dem Französischen des Eugen Scribe, von I. v. Seyfried. Musik von Halsvy. Anfang H7 Ubr. _ Familiennachrichten. Eheschließungen. 24. Sept. Nr. Ludwig Heber von W»ldenhausen, Chemiker in Oderhausen, mit Emma Winterhalter von Vöhrenbach. — Georg Jäger von Odelshofen, Schreiner hier, mit Wilbelmine Gall von Ticsenbronn. — Otto Nußbag von hier, Schlosser hier, mit Magdalena Lovf von Tuttlingen. Todesfälle. 23. Sept. Luise, 2 M. 27 T.. B.: Karl Seufert, Taglöbner. — Jakob Schwobcntha, Ehem., Leder- zurichter, 57 I._ WittrruilzskrsdalMngen srr Metrarot. Ktatto» Karlsruhe. Barem M« Lherm. in 0 September 23 Nachts 9"u 7518 (17 2 24. Mrgs. 7" U-) 750 4 j-15,9 24 Mittgs.2'»U. > 750-0 -4-22-0 «bsol. Feucht. 140 12 7 13 2 ! Relativ« Fruchtig, keil in 96 94 ! 67 Wind. C SW HÜ»««!. bedeckt 0 Hochnebel. Regen — 18 mm der letzten 24 Stunden. WaKrrivand veS SttzetoS. Ntaxa», 24. Sept.» Mrgs.» 4.— w. gestiegen 7 om. Wetterbericht vom 24. September 1892. Eine tiefe Depression iss im Nordwesien Großbritanniens er' schienen: dieselbe hat auf fast ganz Europa ihre Herrschaft aus" gedehnt, so daß daS Wetter vorwiegend trüb und vielfach regnerisch ist. Die Temperaturen liegen immer noch ziemlich doch. Die Depression wird zwar voraussichtlich nordostwärtS abziehen, doch wird die Witterung wahrscheinlich unbeständig bleiben. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Lv M. 1UÜU8 81PAU88, ILar'kr'uke. Lü MI. — lLreiserntr»»»« 143 — Bedeutendstes Svezialaeschäft in Besatzartikeln, allerArten, Besatzstoffen, Paffementerien, Spitzen, Knöpfen, Wcißwaaren, Handschuhen, Ci avatlen, Fächern. Ständiger Eingang von Neuheiten. XvnsIgeAkerdiiciiLs Rsgsrin von f. L LL Hoflieferanten, Korlsrutis, konäelMtx. Srösstss I-nAsr von I-uxrrs- unä Ssdrsiioirssrtiksln in korMllLu. Oi'Mnll, KronM, 0b>ietotie-8ilber, kenäulen, Imvaxs» kür 6«8nii«nl(s.-in8«tar>«rn. llötsl-nnällnrissinrlLbtuiixso. IIs'bsrrs.solr.SL.ä. schön und groß ist die Auswahl unserer Neuheiten in lack-, öuxliin-, Kammgarn-, Lke»iat-, palstStstokfen, l-ocksn und Osmsntuvben. Wir versenden bereitwilligst Uu8l6r kraueo empfehlen kommen zu lass . ! Vortd»iiii»Itos Stände dieselben stoodlmao staut, sis- Ldoeiots von t bis IS War?. ^Noilo-81egiclig,rn. Engl. Neuheiten 'in ileunmgnrn und Mali»,«. 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Orientanleihe 65.60 Italiener compt. 92.80 Egyprer 98.80 64.40 94.90 151.10 87»/. 264»/, aliener compt. gyprer Spanier Zoll-Türken Banke«. Kreditaktien Disk.-Kommanditist 60 DarmstädterBank 135.90 Handelsgesellfch. 140.20 Deutsche Bank — Dresdener Bank 141.50 Berlin. Staatsbahu Oest. Kreditakt. 165.90 Lombarden » StaatSbahu 124.70 Ungarn Lombarden 42.—Marknoten DiSk.-Kommaud. 188.40 Tendenz - j Laurabütte ^ Gelsenkirchen § Dortmunder Bochumrr 194.30 113.90 Wechsel «»» Torte». Wechsel a. Amstd.168.30 . » London 20.37 » . Paris 80.80 . » Wien 170.10 Napoleonsd'or 16.17 Privatdiskonto 2'/. RachbSrse. Kreditaktien 264.— Diskonto-Kom. 188.10 Staatsbahu Lombarden Tendenz: still. 247.— 87.10 292.60 99 50 112.40 58.80 Rubelnoten Tendenz: still- Wie«. Kreditaktieu _still. 116.40, 134.20 vario. 67.203°/, Reute 136.60 Spanier 206.—Türken lOttomaue 3°/, Portugiesen 311.90> Lenden»: still. S9.77 64'/» 21.90 294.— 24V« W163.1. Karlsruhe. Zucht-, Nutz- und Aeinviehnmkt Dienstag den 4. Oktober d. Z. in den Räumen des städt. Schlacht- und Viehhofs dahier. Karlsruhe, den 22. September 1892. Der Stadtrath. lraemer. Schumacher. I'risärioLsbaä XarlsruLs. liVir empflcklen, wegen der dieses dadr so bald gesekiossenen Flussbäder, rar geeigneten LortsetZuvg einer begonnenen Ladekur unsere stets angenelnn und gleieinnässig teinperirte Lebwimmballe angelegentlichst dem verelnlielien lilesigeu «»nie auswärtigen ku blikum. V 506 6. 6deiebreitig damit bringen wir unsere varrüglieb eingeriekteten Wannenbäder in Lrinuerung und kitten nötl. um geneigten ^usprueb. Allgemeine Renten-, Capital- u. Lebensverlicherungsbank in errichtet 1852. Gesammtvermögen 26 Millionen Mark. W 162.1 LeberiS-, Aussteller- nud Rentenversicherungen. Unfall-Versicherungen mit und ohne Prämienrückgewähr. Günstigste Bedingungr«. Alles Nähere aus den Prospekten nud Versicherungsbednignngen, welche zu beziehen sind von dem Generalagenten des badischen Unterlandes ReLurLek Lii-sed, Mamiiieirli. _VGr- Tüchtiae Agenten gesucht. kK«t«MApK. .Rtzlitzk 37 ltgl'lkI'Ullv Ottmar Oambaedtzr. Diisllt LW Lkins sind meine diesjährigen Einkäufe nun eingetroffen: W-174 1 V- und '/« Psund-Packete, ä 0 70. 0 75. 0 80, 0 90, 1 —, 1.15, 120, 130, l35. 150 per Pfund. Theespitzcu 180, 0 90 und 0 45. Bei gef. Abnahme von 3 Pfund ab Prstsermäß gung. Wiederverkäufern hohen Rabatt. SZsL WSÜ-NLLTxp Ikee-importeur. Karlsvuhe, Krbprinzenstr. 38. Telephon Nr. 224. W.172. Nr. 3L00. Heidelberg. Bekanntmachung. Die Verloosung der vier- prozentigenPartialobligatio- neu des Änlehens der Stadtgemeinde Heidelberg vom Jahre 1865 betr Bei der heute vorgenommenen Verkostung der auf 1. Januar 1893 heim- zahlbaren städtischen Partialobligationen des Heidelberger 4 "/«igen Änlehens vom Jahre 1865 wurden folgende Nummern gezogen, deren Verzinsung mit dem 31. Dezember d. I. zu Ende geht und womit der Rest dieses Änlehens getilgt wird: a. 11 Obligationen zu 500 fl. --- 857.15 ^ -- . 9428.65 ^ und zwar Nr. 17, 21, 28, , 32, 75, «7, 100. 158, 180, "181,190. d. 15 Obligationen zu 250 fl. --- 428 58 --- . 6428.70 ^ und zwar Nr. 213, 250, 267, 312, 331, 335, 342, 4: 3, 445, 459, 463, 469, 478, 491. 516. e. 20 Obligationen zu je 100 fl. --- 171.43 --- . 3428.60 und zwar Nr. 521. 537, 556, 604, 612, 638. 651, 679, 702, 709, 723, 737, 743, 748, 755, 759, 775, 795, 814, 845. _ Lrbprinssnstrasss 10 L»rl8k»I»« Lrbxrivüsnstrssss 10. Lleetn. lelegnspiien-, k^euermellls- L Lignal-Ünlagsn jeder Xrt u. Drösss. 1r; I»oir - LIeetr. Lk«>^ueS,ck8,nK8- LacdZewLsss XlissüdrunZ. — DsvZjLkriZs Daraotis. U 550.13 fi'ielli'ioti 6Io8, »Ä, k. L 8«I>ll's Detail, Laiserstrasss 104, Leke der Ilerrenstrasse, emxüeblt sein «««88«8 von und kirrrerri, Lroi»««», Flrr^olilrvir, t jeder Xrt. 717 ir kr BL «L-- rrutt 18-kr r» t kr 8 i « - 8 « kr nr rr«;1x, I'ortwrLIrrsnd LlrrZarrs von Dlsirdsitsn. O 789.50. 1)16 86flW6i26r tirvii - Nrnlutriellir L.öor^^klllllttz i» Larlsricke, R'349.33. Kurvenstratze 18 (kein Laden), gibt auch einzelne Damen- und Herren-Taschen- Uhren, genau repassirt, zu wirklichen Engros Preisen ab. Remontoir-Nhreu von Mk. 8.— an. Großes Lager von lltegulateure». Wanduhren n. Weckern Liezirrrkrlirreir 8v!»»«H rrntl Villip. Mbsrl 8vkwsirsr, MM, MMÄk» 84 Anfertigung von Hrnisir^ekrltterir und Alleinige Spezialität hier von in Glas geätzten Gold- und Silberschriften, und t'ireismettorHIeii Prospekte gratis und franco. Permanente Ausstellung Ecke der Kaiser- Passage und Waldstraße. V-6715. /c§Lic>rr>,rLl .2) -Ulluolav H Rechtsanwalts-,Gehilfe (Büreauchef) mit vorzüglicher Qualifikation sofort gesucht. W553 Baden Baden. 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Mit derselben ist die Berechtigung zum Bezug von Pension und Relikten-Versorgung verbunden. Cautionsfähige Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bis zum 1. Oktober d. I. bei uns melden. Die zu stellende Caution beträgt 8000 Mark. Heidelberg. 20. September 1892. Der Stadtrath. Dr. Wilckens. Webet. MUvrvLIL - Vkvater. Sonntag den 25., Montag den 26. und Dienstag den 27. September 3 grosoe Llite-Vonstellungen. Zum erstenmal in Karlsruhe: Dieneueste Sensation der Gegenwart Iks woadsrknl wxsierx dark, Das Verschwinden einer Dame in freier Luft im Zuschauerraum, obgleich sie von mehreren Herren aus dem Publikum gefesselt und gehalten wird. Preise der Plätze: Sperrsitz 2 ^c, I-Rang 1,25 II. Rang 60^, Galerie 40 A Kasseueröffnung 7, Anfang 8 Ubr Billetvorverkauf in der Musikalienbdlg. varrt und Cigarrenbdlg. ll. Scbaeiiler ?0itlÄN(!-^mtzlitvvsti!r Dr. NOkMMX L 6«. - - (Lnäen). -- ^ - Vi'ir emplebleii uoser Labrikat /ur ^uskübruvK von unter (Garantie vorrüAlicder Lind okrakt. V 10 37 Berm. Bekauutmachuug n. W'182. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Für die Beförderung von Holzkalk, unreiner, essigsaurer. Holzgeist (Methyl- alkohol) und Aceton in Ladungen von 5000 und 10000 KZ, ferner von leere» Fässern und Säcken zwischen Ungvar und Konstanz treten am 10. Oktober d. I. neue Frachtsätze in Kraft, durch welche die seit 1. April d. I. bezw. 1. August d. Js. für Holzkalk und leere Fässer giltigen direkten Frachtsätze ersetzt und aufgehoben werden. Nähere Auskunft erthcilt die Güterverwaltung Konstanz. Karlsruhe, den 23. September 1892. ^ __G eneraldirek tion._ W'171. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Zum Tarifheft 6 b vom 1. März 1888 sür den belgisch-südwestdeutschen Güterverkehr ist der Nachtrag I!I, giliig vom 1. Oktober l. I., erschienen. Derselbe enthält Ergänzungen und Aenderungen des Haupttarifs und kann unentgeltlich durch unsere Gütcrstaiionen und von unserem Gütertarifbureau bezogen werden. Karlsruhe, 22. September 1892. Generaldirektion. _ W 113.2. Nr. 15889 >v. Karlsruhe. Lieferung von Faschinendraht. Der zu den Flußbauten für 1893 erforderliche Faschinendraht, 14750 KZ, soll öffentlich vergeben werden. Maßgebend für die Verdingung ist die Verordnung vom 7. Juni 1890 (Ges.- u. V O.Bl. Nr. XXIIl); Zuschlagefrist 14 Tage. Bedingungen mit Bedarfsliste können von unserer Expeditur gegen Einsendung von 20 Pf. bezogen werden. Schriftliche Angebote mit der Ausschrift „Faschinendraht" sind für 100 KZ unter Vorlage von Mustern, bezw. auch Angabe der Bezugsquelle bis zur Eröffnungsverhandlung, welche am S. Oktober 1. I., Vormittags 11 Uhr» dahier statlfindet, einzureichen. Karlsruhe, den 18. September 1892. Großh. Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues. Haas. Postweiler. W-160. Nr-5499. Karlsruhe. Verdingung von Installations- ardriteu und Herstellung von Nohr- zräben. Die Installation der Hauswafferlei- tungcn in den Orten Huchenfeld und Würm, einschließlich der Materiallieferung, und zwar etwa 2240 m schmiedeis. Röhren von 13 bis 25 mm Durchmesser und 460 Stück Durchgangs- und Ausgußhahnen, ferner die Herstellung von Rohrgräben sür die Hausleitungen, nämlich: NLoos 1 im Orte Würm 580 m ,, II , » Huchenfeld 1400 m sind zu vergeben. Die Bedingungen liegen auf dem Rathhause in Huchenfeld, sowie auf dem Geschäftszimmer der unterfertigten Stelle — Westendstraße 46 L — zur Einsicht auf. Die Angebote, zu welchen die unentgeltlich zu beziehenden Vordrucke zu benützen sind, wollen bis Montag den 3. Oktober l. I., Bormittags Ltt Ühr, an die unterfertigte Stelle eingereicht werden. Zuschlagsfrist 8 Tage. Karlsruhe, den 23. September 1892. Königl. Württ. Revier EimmersfeldI Christbäume-Verkauf. W189 Am Samstag» 1. Oktober, Vormittags LL Uhr» werden auf der Revieramtskanzlei ans Staatswald Ei- tele und Hagwald (ungefähr 2'/^ Stunden von den Stationen Wildbad und Altensteig entfernt) etwa 1VVV weiß- taunene ChristbSume verschiedener Größe auf dem Stock verkauft. Bor- gczeigt werden dieselben im Hagwald von dem Kgl. Forstwächter Klein in Gangelscheuer, im Eitele von dem Kgl. Forstwächter Walz in Simmcrsfcld. Kaiser-Panorama L»L8«r«1i7»»»e SS Eintrittspreis 3V Pf. — Kinder 20 Pf. Abonnements 5 Reisen 1 Mk. Vom 25. Septbr. bis mit 1. Oktober: Malerische Parthieu. -- IV. Cyclus. W176. Tanberbischofsheim. Bekanntmachung. Die Tilgung des von der Stadtgemeinde Tauberbischofsheim im Jahre 1865 gegen Obligationen auf den Inhaber ausgenommenenAn- lehens von 50000 fl. betr. Bei der heutige» Verloosung wurden folgende Obligationen gezogen: eine Obligation Lit. X Nr. 3, zwei Obigationen Lit. 3 Nr. 33,65. Diese Obligationen werden hiermit zur Keimzählung auf den 31. Dezember 1892 gekündigt. Tanderbischofsheim. 19. Sept. 1892. A. Weiudel, Notar. Mdenische Mer- und Weinstube Lsrlsrril»«, Ludwigsplatz. Altrenommirtes anerkannt gute lLiicIi«. >><»« «- vom Faß, reine aufmerksame Bedienung. S'816.24 Der Besitzer: >1. 8. 8t»rk. >v. ümtünKvi-, Conditor, Ecke der Leopold- und Viktoriastraße, ZLesi-Lni'ud«, R.83330 empfiehlt seine Spezialität Lebt vugi. I^lraara - I Bestellungen zu GesellsLasten,Caffee-, kränzchen rc. rc. werden mit der größten Pünktlichkeit ausgeführt- LsckSk, VVÜ8(;tieM>rik, llarlsrnde, llsissrstrasss 82 s. W'23.2 Lxeoialität: bL«rr«>»I»Sii»A«i» «»ela KvvrlLLsat vorLÜxUeder 8eLn1tt. Der een-, llamea- und lliiuler-Aäselie. NövIIe Svalsiiuvx. LNIIxe kreise. I»sinsn, HslkOsinsn, ULactapolam L Ulolskoläsr Hsrnr lsn-D i irsät^s . WäHmaschinen. Gebrauchte Nähmaschinen für Handwerker und Familie» zum Preise von Mk. Ätt.— an werden unter Garantie abgegeben von V'927.3 Ril Vvixt, Mechan. Werkstätte, Karlsruhe, Adlerstraße 9 (kein Laden). Auf Wunsch Theilzahlung. 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Äüchenarbeit suchen gleich oder auch später Stellen durch Agentin Frau Haase, Königsberg i /Ostvr„ 2. Fdcßstr. 13,1 Tr. W'183 . Bürgerliche Rechtspflege. Mundtodtmachllng. W'169. Nr. 9260. Eppingen- Landwirth Johann Bernhard Schwein- furt von Eppingen wurde durch Beschluß vom 7. l. Mts.. Nr. 8679, für einen Verschwender erklärt. Demselben wurde verboten, ohne Beiwirkung eines Beistandes Vergleiche zu schließen, An-! leben aufzunehmen , ablösbare Kapi- ^ t allen zu erheben oder darüber Em-1 pfangsscheine zu geben, auch Güter zu ^ veräußern oder zu verpfänden, sowie hierüber zu rechten. § Als Beistand wurde unterm Hcuti-! gen, Nr. 9226, Wagner Jakob Famm-! ler dahier ernannt. j Eppingen, den 22. September 1892. ^ Großh. bad. Amtsgericht. Bolze. Lrdeinweisuog. W 148 2. Nr. 4250. Kehl. Die^ Witwe des am 6- Juli 1892 in Neu- freistett verstarb. Handelsmanns Isaak Kahn, Dina, ge.b. Metzger, hat um Einsetzung in die Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes nachgesucht. Etwaige Einwendung-« sind binnen i 4 Wochen hier geltend zu machen. Kehl, den 19. September 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Dr. Strauß- Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber: Kopf. Druck uud Verlag der G. Brauu'fche» HofbnLdruckerei. (Mir einer Beilage.)