KUlskohrr ZritW. Mittwo^, 12 Oktober. . Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briesträgergebühr eingerechnet, 3 M. 85 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18«S. Amtlicher Theil Srixe Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Eich unter dem 29. September d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Assistenten des Königlich Preußischen Historischen Institut» in Rom, vr. Karl Schellhaß, da» Ritterkreuz 2. Klasse HöchstihreS Orden» vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Sich unter dem 29. September d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Postschaffner a. D. Johann Berns in Wertheim die kleine goldene Verdienstmedaille zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzh rzog hoben Sich unter dem 6. Oktober d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Schmiedmeister Michael Jost in Egriugen die kleine goldene Verdienstmedaille zu verleihen. Seine Söirigliche Hsheit der «rotzherzog haben ä. ä. Schloß Mainau, den 30. September 1892, Rr. 569, gnädigst geruht, den Geheimen Hofrath Professor vr. Roh de an der Universität Heidelberg zum außerordeift- i lichen Mitglied« des Oberschulraths auf die Dauer von s weiteren drei Jahren vom 1. Oktober 1892 ab zu er- ' nennen. ! Seine Königliche Hoheit der Grotzherzo- haben unterm 30. September d. I. gnädigst geruht, dem Lehr- «mt«praktikanten Georg Ulsamer, unter Ernennung des- selben zum Professor, die etatmäßige Amtsstelle eines wissenschaftlichen Lehrer» am Realgymnasium in Mann- . heim zu übertragen. Durch Entschließung de» Großh Ministeriums der Finanzen vom 4. Oktober d. I. wurde dem Obersteuerkommissär Karl Stöckle in Rastatt der Dienst des § SteurrkommiffärS für den Bezirk Weinheim mit dem Wohnsitz in Weinheim übertragen. Nichtamtlicher Gheu. Karlsruhe, den 11. Oktober. Oberst DoddS, der französische Befehlshaber in Dahome, ist in Anerkennung seiner geschickten und erfolgreichen Kriegführung zum Brigadegeneral ernannt worden. Er setzt jetzt den Vormarsch gegen Abomeh fort Zeit hat er nicht zu verlieren, da die günstige Jahreszeit sich ihrem Ende nähert; die Vorboten der schlechten Jahreszeit sind bereits eingetroffen, denn Dodds meldet, daß gegenwärtig Regengüsse den Vormarsch erschweren. Der Gesundheitszustand der französischen Truppen soll trotz- ! dem ein guter sein, aber man wird doch darauf bedacht j sein müssen, die Beendigung de- Feldzugs zu beschleunigen. ! Da» wird nicht ohne neue heftige Kämpfe möglich sein. ! Das „Journal des Debats" hatte zwar an den letzten Sieg in Dahome die Bemerkung geknüpft, der 4. Oktober j mache vielleicht dem Widerstande BehanzinS ein Ende; denn einerseits seien die Verluste in seinem Heere so groß, daß die Muthlosigkeit sich der Ueberlebenden bemächtigt habe, und andererseits habe Behanzin die besten seiner Krieger allmählig fallen sehen und dürfe er nicht hoffen, die Franzosen mit den zusammengewürfelten Horden, die er jetzt noch befehligt, in ihrem Marsche z äufzuhalten. Allein bei dieser Rechnung unterschätzt man ^ doch die Zähigkeit und den Trotz Behanzin«; so schnell j gibt der König von Dahome das Spiel nicht verloren. ! Die neueste Meldung des Generals Dodds bestätigt viel- , «ehr die gestern an dieser Stelle ausgesprochene Ansicht, ? °aß die Dahome-Armee trotz der Niederlagen »om ^ 19. September und vom 4. Oktober sich nochmals zu; nnem entscheidenden Kampfe den Franzosen entgegen- ! ßellen werde. Dodds meldet nämlich, die gesummten Streitkräfte des Königs von Dahome seien in Sabori, Zusammengezogen. um den Marsch der französischen Ko- ! lonrie aufzuhalten. ! Die serbischen Radikalen scheinen in ihren Wahl- Manövern nicht wählerisch zu sein; ob sie damit ihre Ziemlich ungünstigen Aussichten für die Erneuerung der L-kupschiina verbessern, ist freilich zweifelhaft. Sie haben j Gerücht ausgesprengt, daß auf den vormaligen ^ Ministerpräsidenten und radikalen Parteiführer Paschitsch j gelegentlich einer Parteiversammlung in Petrowatz von ^ «nem Panduren ein Attentat verübt worden sei. Der Pandur Miloje, zum Bezirksamt« Poscharewatz gehörig, ! lvllte auf der Landstraße zwischen Govejak und Petro- i am Sonntag auf den vorüberfahrenden Paschitsch ' geichossen, denselben aber gefehlt haben. Es würde auf! me neue Regierung allerdings ein schlimmes Licht werfen, ! wenn «n Beamter derselben, dem die Ausrechterhaltung ' ver Ordnung anvertraut ist,' zum Mittel- des Meuchelmordes griffe, um den Führer der Opposition unschädlich zu machen. Das angebliche Attentat gegen Paschitsch stellt sich als Tartarennachricht schlimmster Sorte heraus, die von den Radikalen zu Agitationszwecken verbreitet wurde und deren volle Grundlosigkeit erwiesen ist. Der Minister des Innern ließ gestern die Journalisten Belgrads zu sich bitten und erklärte, daß einer derselben auf Staatskosten sich nach Poscharewatz begeben und dort persönlich die Wahrheit feststellen könne. Zugleich ordnete er von Amts wegen eine strenge Untersuchung an. In Regierungskreisen wird versichert, daß schon das Ergebniß der bisherigen Nachforschungen die Absicht eines Attentats ausschließe. Der als Attentat bezeichnet« Schuß sei auf der Straße zwischen Poscharewatz und Petrowatz. welche Paschitsch passirte, in einer Entfernung von 2000 Meter von dem Wagen Paschitsch abgegeben worden. Der „Politischen Korrespondenz" wird aus Belgrad gemeldet, daß der Pandur, welcher den Schuß abgegeben hat, angehalten wurde, als er am Wagen Paschitsch vorbeireiten wollte. Um Auskunft befragt, bestätigte er, daß er geschossen habe, legitimirte sich jedoch unter Angabe seines Namens und begleitete Paschitsch eine große Wegstrecke. Deutschland. * Berlin, 10. Okt. Seine Majestät der Kaiser ist in der vergangenen Nacht aus Weimar in Potsdam ein- getroffen. Der Kaiser arbeitete heute Vormittag mit dem Chef des CivilkabinetS und nahm daran anschließend Marinevorträge entgegen. Zu dem Essen, welches am Nachmittag im Neuen Palais stattfand, waren ungefähr 120 Einladungen ergangen. Unter den geladenen Gästen befanden sich die Herren des exgern Kaiserlichen Hofes und die drei KabinetSchesS, die österreichischen und ungarischen Distanzreiter sowie die beiden Konnte» für den Distanzritt und für die Parforcejagden, die Herren der österreichisch-ungarischen Botschaft und die Kavalleriekommandeure des Gardecorps. Die Tafelmusik führten die Kapellen vom 1. Garderegiment z. F.. »om Gardes du Corps- und dem Leib Gardehusarenregiment aus. Abends um 8 Uhr 24 Min. kehrten die Gäste von Wildpark nach Berlin zurück. Abends um 9'/, Uhr hat der Kaiser die Reise nach Wien angetreten. — Von den Wiener Blättern begrüßt die „Abendpost" schon heute Seine Majestät den Kaiser Wilhelm in herzlichen Worten. Da» Blatt bewillkommnet den Deutschen Kaiser als Freund und Verbündeten de» Kaiser- Franz Josef im Namen der Reichshauptstadt und der ganzen Monarchie mit aufrichtigster Verehrung und wärmster Sympathie. In den zur Tradition gewordenen Zusammenkünften beider Monarchen erblicke die Bevölkerung eine neue Bekräftigung des segensreichen Bundes, welcher, durch den Beitritt Italiens erweitert und verstärkt. den Völkern de« Dreibünde» in Fleisch und Blut üdergegangen sei, die kräftigste Bürgschaft ihrer ungestörten Fortentwicklung bilde. Hierzu trete da» persönliche Moment inniger Freundschaftsbeziehungen zwischen dem Hause Habsburg und Hohenzollern. Dem Kaiser sind zum Ehrendienste während seines Aufenthaltes in Wien zugewiesen worden: der Corpskommandant Krhr. v. Schönfeld. Oberst Benkeo vom 7. Husarrn-Regiment, dessen Inhaber der Deutsche Kaiser ist, und ein Flügeladjutant de» Kaisers von Oesterreich. — Das Oberhofmarschallamt hat von dem Komitö des Distanzrittes Berlin-Wien die Mittheilung erhalten, daß die bis jetzt veröffentlichte Reihenfolge der besten Reiter falsch sei. Die vom Komite dem Oberhosmarschallamt übersandte Liste lautet wie folgt: 1. Lieutenant Graf Starhemderg, *2. Lieutenant Freiherr von ReiyenNein, 3. Oberlieutenant v. MikloS, 4. Lieutenant Höfer, 5. Lieutenant v. Cravoffy, 6. Oberlieutenant Maavka, 7. Oberlieutenant v Hinke, 8. Lieutenant Scherder 1., *9. Lieutenant v. Thacr, 10. Lieutenant Schmidt de Földvar, *11. Premier- lieuienant v. Kronenfeld, *12. Hauptmann v. Foerster, 13. Lieutenant Baron Kielmannsegq, 14. Oberlieuteuant Graf Batthyanji, 15. Lieutenant Schcrber II., 16. Lieutenant v. Schramm, *17. Lieutenant Jobannsen, 18. Rittmeister Stöil» 19. Oder- lieutcnant Baron Sardagna, 20. Oberlieutenant Baron von Wolf, 21. Oberlieutenant Graf Bay» 22. Rittmeister Baron Baselli, 23. Lieutenant Gormaß, *24. Rittmeister Kimmerle, 25. Rittmeister Haller, *26. Rittmeister Freiherr v. Esebeck, *27. Rittmeister ». Tepper-Laski, *28. Lieutenant Graf Westarp (6. Hus.), *29. Lieutenant Heyl. 30. Oberlieutenant Buffa, *31. Premicrlieutenant Diestel, *32. Lieutenant ». Kummer, 33. Oberlieutenant Graf LubienSki, *34. Lieutenant v. Mafsow, *35. Rittmeister v. Pieschel. 36. Oberlieutenant Graf Paar. *37. Major Prinz Friedrich Leopold, 38. Oberlieutenant Kreutzer, 39. Rittmeister Parjanhi, 40. Rittmeister Baron Untcrrichter, *41. Lieutenant v. Witzleben, *42. Lieutenant Dietze. (Die mit * versehenen sind deutsche Offiziere) Die Zeitdauer des DistanzritteS war bei den ersten Reitern: Graf Starhem- bera 71 Stunden 26 Minuten, Freiherr v. Reitzenstein 73 Sld. 6 Min., v. Miklos 74 Sld. 24 Min., Lieutenant Höfer 74 Std. ! 42 Min., v. Czavosfy 76 Std. 7 Min., Muryka 77 Std. 21 Min, M. Hinke 77 Sld. 30 Min., Jakob Scherder 78 Std. 5 Mrn., o. Tdaer 78 Std. 15 Min . v. Schmidt 79 Std. 5 Min., v. Kronenfeld 79 St. 6 Min., Förster 79 Std. 44 Min.. Baron Kielmannseaa 79 St. 52 Min., Graf Batrhvanji 80 Std. 10 Min., Heinrich Schcrber 80 Std. 19 Min. und v. Schramm 80 Std. 38 Min. — Die „Kölnische Zeitung" schreibt, es werde ihr bestätigt, daß die Militärvorlage am Samstag aus der Tagesordnung der vom Preußischen Staatsministerium abgehaltenen Sitzung gestanden und von keinem der Minister Widerspruch erfahren habe. Dasselbe Blatt erklärt die Nachricht einer Zeitung, daß die Militärvorlage heute den Bundesrath beschäftigen werde, für falsch. Heute finde überhaupt keine Bundesrathssitzung statt, auch sei die Militärvorlage dem Bundesrathe noch gar nicht zugegangen. — DaS Kaiserliche Gesundheitsamt empfiehlt den aus Hamburg Geflüchteren, nicht vor dem vollständigen Erlöschen der Cholera dahin zurückzukehren, da nicht selten die Seuche durch die Maffenrückkehr solcher Personen wieder aufflackere. — Die englische Regierung veröffentlicht Mittheilunge« ihrer Gesandtschaft in Guatemala, in denen der Wohlstand der dort angesessenen Deutschen hervorgehoben und das Vorgehen »er Deutschen den Engländern als nachahmenswerthcs Beispiel vvr Augen gehalten wird. Gosling, Mitglied der englischen Gesandtschaft, von dem der Bericht herrührt, bemerkt, daß über 20 Proz. der besten Kaffee- und Zuckerplantagen von Guatemala sich in den Händen der Deutschen befänden, und sieht eine fortwährende Steigerung dieses Verhältnisses voraus. Die Ursache hiervon sucht er in der Geschicklichkeit und Tüchtigkeit der deutschen Geschäftsführer, außerdem aber «uch in den für Deutschland günstige» Bestimmungen des Handelsvertrages, den das Reich mit Guatemala abgeschlossen hat. — Zur Arbeiterbewegung berichtet der „Reichs- anzriger": In Deutschland tritt die Arbeiterbewegung jetzt kaum in erwähnenswerther Weise in der Oeffent- lichkeit hervor. Größere Ausstände sind nirgends vorhanden, und auch bedeutendere Lohnbewegungen liegen nicht vor. In den örtlichen Gemeinschaften und Fachvereinigungen «erden die sozialdemokratischen Bestrebungen dagegen wie gewöhnlich fortgesetzt, und von Zeit zu Zeit wird die sonstige Ruhe durch eine Versammlung, in der die „Unabhängigen" sich laut bemerkbar machen, unterbrochen. Stuttgart, 10. Okt. DaS heute Vormittag in Friedrichshafen ausgegebene Bulletin über das Befinden Ihrer Majestät der Königin-Witwe Olga besagt, daß die Schwäche anhaltend groß ist; in den beiden untern Lun- gentheilen haben sich in den letzten Tagen katarrhalische Erscheinungen gezeigt, die heute entschieden gebessert sind. Im übrigen ist der Zustand unverändert. OeKerrriltz-Angarn. Wien. 10. Okt. Seine Majestät der Kaiser ist gestern aus Pest hier eingetroffen, um gestern Abend dem Feste zu Ehren der deutschen Distanzreiter in der Hofburg beizuwohnen und hier seinen erlauchten Gast, den Deuffchen Kaiser, zu erwarten. Das gestrige Fest in der Hofburg verlief glänzend. In dem prächtigen Ceremoniensaal, der theils mit Kerzen, theils mit Glühlampen erleuchtet und mit Blattpflanzen geschmückt war, versammelte sich von 7 Uhr ab eine glänzende Gesellschaft in den mannigfaltigsten Uniformen. Die Gesellschaft hatte einen völlig militärischen Charakter. Der Kaiser, Erzherzog Karl Ludwig und Prinz Friedrich Leopold von Preußen, die Erzherzoge Ferdinand, Albrecht, Friedrich und Wilhelm, die Herzöge Wilhelm und Albrecht von Württemberg und Günther von Schleswig-Holstein, die Prinzen Philipp von Koburg und Friedrich von Schaumburg-Lippe durchschritten den Saal. Der Kaiser sprach sehr leutselig mit jedem einzelnen Distanzreiter längere Zeit, zuerst wlt Baron Reitzenstein den er besonders belobte. Später hielt der Kaiser unter den österreichischen Gästen Umsprache. Hier sprach er besonders lange mit dem am Mittag aus Pest eingetroffenen Reichskriegsminister, während die deutschen Offiziere zu den reichbesetzten Buffets im Nebensaal geladen wurden. Gegen 9'/, Uhr zog sich der Kaiser zurück. Der Kaiser empfing gestern auch den hier eingetroffenen Oberstlieutenant v. Schmeling vom Husarenregiment v. Zielen (Brandenburgisches) Nr. 3, zu dessen Chef der Kaiser ernannt ist, in Privataudienz. Wie das „Militärverordnungsblatt" meldet, hat der Kaiser den Prinzen Friedrich August von Sachsen zum Oberstinhaber des Infanterieregiments 45 ernannt. Prinz Friedrich August, welcher als Major im Sächsischen Schützenregiment Nr. 108 steht, ist bekanntlich mit einer österreichischen Erzherzogin vermählt. — In den Räumen des Abgeordnetenhauses fand heute auf Einladung des Präsidenten der österreichischen Delegation, Freiherrn v. Chlumecky, eine Besprechung der österreichischen De- legirten statt. Gegenstand der Verhandlung war die mit Rücksicht auf die Choleragefahr von einer Seite angeregte Verlegung der Delegationen von Pest nach Wien. DaS „Fremdenblatt" berichtet über die Verhandlung: „Die Konferenz hat sich gegen die Verlegung der Delegationen ausgesprochen, dagegen den Wunsch geäußert, daß die Delegationen vorläufig vertagt werden. Dieser Wunsch wurde mit allen gegen eine Stimme zum Beschluß erhoben und Frhr. ». Chlumecky ersucht, sich mit der Regierung und mit dem Präsidium der ungarischen Delegation in's Einvernehmen zu setzen. Die Vertagung der Delegationen dürfte sich bis in den Dezember hinein erstrecken." Dagegen meldet ein Pester Telegramm, der Beschluß der österreichischen Delegirten, eine Vertagung der Delegationen bis Mitte Dezember anzustreben, finde in den ungarischen Delegirtenkreisen nur eine getheilte Aufnahme, desgleichen bei der Regierung. — Heute fanden zwei Ergänzungswahlen für den österreichischen Reichsrath statt. In der inneren Stadt Wien wurde der Kandidat der fortschrittlichen Parteien, vr. Kronawetter, als Nachfolger des verstorbenen Herbst gewählt. Das durch die Ernennung des ehemaligen Ministers Prazak zum Herrenhausn-.ugliede freigewordene Reichsrathsmandat des Boskowitzer Landgemeindenbezirkes hat der Kandidat der Jungczechen, der Brunner Advokat und Landtagsabgeordnete vr. Josef Tuczek erworben. Lrsnkrrirk. Paris, 10. Okt. Die bereits erwähnten Mittheilungen des Generalberichterstatters in der Budgetkommission der französischen Deputirtenkammer, welche die französische Finanzlage in einem durchaus nicht rosigen Lichte zeigten, beschäftigen alle größeren Blätter. Die Zeitungen stellen gleichfalls Betrachtungen über die Finanzlage an, wobei es nicht ohne eine scharfe Kritik der Verwaltung abgeht. Pelletan sucht in der „Justice" den Hauptgrund für die mißliche Finanzlage darin, daß die Verwaltung, durch die Gefälligkeit der Kammern verführt, wieder ihre alte Gewohnheit überflüssiger Ausgaben ausgenommen habe. Der Büreaukratismus stehe wieder einmal in schönster Blüthe. Eine seiner besonderen Wirkungen sei die, das Geld des Landes dorthin zu leiten, wo es keinen Nutzen bringt, und es dafür jenen Stellen zu entziehen, wo es nöthig wäre. Es wimmele überall von Beamten; aber sehr viele von diesen hätten im wesentlichen keine andere Funktion, als ihre Gehalte zu beziehen. Wo hingegen wirklich Beamte nöthig sind, da mangele das nöthige Geld zu Gehältern. Kein öffentlicher Dienstzweig liege so sehr im Argen, als die Post- und Telegraphenverwaltung. welche doch einer der wichtigsten Zweige des staatlichen Dienstes überhaupt sei. An allen Ecken mangeln da die Arbeitskräfte. Aber die Budgetkommission habe trotzdem jeden Vorschlag zur Vermehrung der Beamtenzahl in diesem Reffort ablehnen müssen, weil keine Fonds mehr verfügbar waren. Dafür aber sei in jedes Budget ein respektabler Gehalt eingestellt für einen Architekten, der im besonderen mit der Unterhaltung des Obelisken auf der Place de la Concorde betraut ist. Auch das „Journal des Dsbats" beschäftigt sich mit der Lage des Budgets. Das Blatt sieht eine Gefahr in gewissen Beschlüssen, welche die Budgetkommission bisher gefaßt hat. Namentlich kritisirt es die Art, in welcher die Kammer den Entwurf des Finanzministers zur Reform der Getränkesteuer umgemodelt hat. — Die Ereignisse in Dahome werden natürlich die Kammer bald nach ihrem Zusammentritt beschäftigen. Dem „Solei!" zufolge wird ein Deputirter der Linken an die Regierung über die Ereignisse in Dahome eine Anfrage richten; ferner soll an den Minister des Aeußern eine Anfrage gestellt werden, ob die diplomatischen Verhandlungen über den angeblichen Waffenverkauf deutscher Häuser an den König Behanzin zu einem Ergebniß geführt hätten, bezw. zu zu welchem. Der „Voltaire" hat nämlich die französische Negierung aufgefordert, von Deutschland Rechenschaft zu verlangen wegen der an die Dahome-Armee gelieferten deutschen Waffen und wegen der deutschen Offiziere, welche die Dahome-Krieger kommandirt hätten. Das deutsche Auswärtige Amt ist wohl in der Lage, einem solchen Auskunftverlangen der französischen Regierung mit der denkbar größten Seelenruhe entgegenzusehen. Die Korrektheit des deutschen Verhaltens in der Angelegenheit unterliegt, wie übrigens schon aus der Proklamation des deutschen Kommissars in Togo hervorgeht, nicht dem Schatten eines Zweifels. — Für die Entwicklung der französischen Parteiverhältnisse ist eine Rede bemerkenswerth, die in Carrouges der bekannte Baron Mackau, der Präsident der Vereinigung der parlamentarischen Rechtsparteien, gehalten hat. Der Redner erklärte nämlich, er werde mit der Republik gehen, aber nur auf dem Felde einer freiheitlichen Kommunalpolitik. Velsien. Brüssel, 10. Aug. Die Meldung französischer Blätter, zwischen Frankreich und Belgien solle ein neuer Handelsvertrag abgeschloffen werden, wird von unterrichteter Seite für unbegründet erklärt. Es ist sonach auch nicht möglich, in dem angeblich bevorstehenden Abschlüsse eines solchen Handelsvertrages, wie es in französischen Blättern geschehen ist, ein Anzeichen dafür zu erblicken, daß die letzten Vorgänge im Departement PaS de Calais ohne jede nachtheilige Rückwirkung auf die französisch-belgischen Beziehungen geblieben seien. Thatsache ist ja, daß das offizielle Verhältniß zwischen den beiden Regierungen unverändert ist, aber in der belgischen Bevölkerung haben die Ausschreitungen der französischen Grubenarbeiter gegen ihre belgischen Genossen und das unfreundliche Verhalten Frankreichs gegen den Kongostaat eine tiefe Verstimmung hervorgebracht. Im belgischen Publikum will man sogar dem Umstande eine gewisse Bedeutung beilegen, daß Präsident Carnvt in Lille nicht durch den belgischen ölaroekal äu palaio, den Grafen d'Oultremont, der den Deutschen Kaiser in Metz begrüßt hatte, sondern nur durch den Oberpräsidenten von Westflandern, den Chevalier Ruzette, begrüßt worden ist. Großbritannien. London, 10. Okt. Kapitän Lugard ist am Dienstag in London eingetroffen und es hat natürlich nicht lange gedauert, bis die Zeitungen an ihn mit der Aufforderung herangetreten sind, sich öffentlich über die Räumung Uganda's auszusprechen. Die „Times" veröffentlichen heute eine zwei Spalten lange Zuschrift Lugards über die Uganda-Frage. Natürlich tritt Kapitän Lugard mit Wärme dafür ein, daß die Engländer Uganda halten sollen. Er entwickelt für seine Anschauung dreierlei Gründe. Erstens sei das Land aus kommerziellen Gründen zu halten. Zwar sei Uganda durch Krieg verwüstet, trotzdem aber immer noch reich an Kaffee, Getreide und Baumwolle. Es sei ein hoffnungsvoller zukünftiger Absatzmarkt für die britische Industrie, außerdem strotzten die umliegenden Gebiete von Elfenbeinlagern. Zweitens sei, politisch betrachtet, Uganda der Schlüssel der politischen Lage in Centralafrika südwärts und nordwärts dieses Gebietes. Daher dränge auch Cecil Rhodes, der Premierminister der Kapkolonie, auf die Beibehaltung Uganda's. Wer die Nilquellen besitze, besitze auch Khartum und Egypten. Deutschland und Italien seien in ihren eigenen Besitzungen zu sehr beschäftigt und würden nicht in Uganda einrücken, aber andere Nationen. Der Handel würde unzweifelhaft nach der Westküste adgelenkt, sodaß der Freibrief der Englisch-Ostasrikanischen Gesellschaft, der Bau der geplanten Bahn, die Abtretung Helgolands, alles nutzlos würde. Schließlich wäre die Räumung ein schwerer Schlag gegen das englische Ansehen und endlich würde nach dem Abzug der Engländer ein Chaos Zurückbleiben und der Vernichtungskrieg würde dort entbrennen. Wie es scheint, theill die Mehrheit der Engländer diese Ansichten. Die Regierung hat bekanntlich noch nicht das letzt», Wort in Bezug auf die Räumung Uganda's gesprochen und man glaubt, sie werde doch noch Mittel und Wege finden, um die englische Herrschaft über Uganda festzuhalten. Dänemark. Kopenhagen. 10. Okt. Im Folkething brachte der Minister des Innern heute die schon bei der Reichstagseröffnung angekündigte Vorlage ein, durch welche die Ermächtigung gegeben werden soll, daß das von der Maul- und Klauenseuche befallene Vieh sofort getödtet werde. Für die Vorlage ist von der Regierung die Dringlichkeit beantragt worden. Die beiden ersten Berathungen fanden demzufolge bereits heute statt. Amerika. New-Aork, 11. Okt. (Tel.) Die Festlichkeiten anläßlich der 400jährigen Wiederkehr des Tages der Entdeckung Amerika's durch Columbus haben gestern begonnen. Ein überaus großer Zug von Studirenven der hiesigen Schulen und Kolleges bewegte sich durch die prächtig geschmückten Straßen. Der Viceprisident Morton ließ den Zug an sich vorüberziehen; auf den Tribünen waren Tausende von jungen Mädchen so gekleidet vertheilt, daß sie die Sterne und Streifen des Unionsbanners darstellten. In dem benachbarten Hartem zerrissen Studenten die Flagge an einem Magazin, dessen Besitzer, ein Engländer, sich weigerte, die amerikanische Flagge zu hissen. (Die Meldung ist wohl so zu verstehen, daß der Engländer eine englische Flagge aufgezogen hatte und daß diese zerrissen worden ist.) — In Venezuela ist General Cresps nach dem Siege, den er am Freitag über die Truppen des Präsidenten Palacio bei Macuto davongetragen hat, in Caracas eingezogen. Er berief die militärischen und politischen Notadiliiäten der Provinz zu einer Versammlung, in welcher er sich bis zur regelmäßigen Wahl eines verfassungsmäßigen Nachfolgers des bisherigen Präsidenten Palacio zum Präsidenten wählen ließ. Crespo ernannte hierauf ein provisorisches Kabinet. Die bisherigen Minister begaben sich zu Schiff nach Martinique. Großherzogthum Baden. Karlsruhe, den 11. Oktober. Die Großherzoglichen Herrschaften sind gestern Mittag gegen 12 Uhr von Weimar abgereist und Abends 8'/, Uhr hier eingetroffen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog verblieb hier, während Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Sich alsbald nach Baden-Baden begab. Heute Früh von 9 Uhr an bis nach 1 Uhr empfing Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Geheimerath Freiherrn von Ungern-Sternberg, den Staatsminister Hr. Turban, den Geheimcrath Or. Nokk und den Staatsrath Eisenlohr zur Vortragserstattung. Darnach meldete sich der Oberstabsarzt l)r. Winkler im Großherzoglich Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89, bisher im 1. Badischen Leib-Dragoner-Regiment Nr. 20, und der Rittmeister Freiherr von Glaubitz im Kürassier-Regiment von Seydlitz (Magdeburgisches) Nr. 7. Nachmittags empfing Höchstderselbe den Geheimerath von Regenauer zum Vortrag und hiernach den Großherzoglichen Gesandten Gcheimerath von Brauer, den Oberststallmeister von Holzing und den Hoftheaterintendanten 0r. Bürklin. Um 5 Uhr 10 Minuten reiste Seine Königliche Hoheit in Begleitung des Flügeladjutanten Major Freiherrn von Schönau nach Baven-Baden. * (Die Kaiserliche Post) setzt eine Belohnung von 1060 M. auf die Ergreifung eine» Postdiebes auS. Die uns ,»gegangene Mittheilung darüber lautet: Der »»letzt bei dem Postamte in Grimma beschäftigt gewesene Postassiüevt Ferdinand Paul Grabmann ist »ach Unterschlagung von II 48k> M. Postkaffengeldern am 28. September flüchtig geworden. Grah. mann ist 24" i Jabr alt, 1,62 Meter graß, bat schwarzes, glatte- Haar, kleinen Schnurrbart, dünkte Augen, schwarze dünne Augenbrauen. schmales, blasses Gesicht unh breiten Mund. Er hat hervorstehenbc Backenknochen, ist in »er Nasengegend blatternarbig, hat einen etwas stechenden Blick und tbeilweise schleppenden Gang. Grabmann spricht ostpreußischen Dialekt, versteht polnisch und plattdeutsch Aus die Ergreifung des Grahmann und die Wiederberbeischaffung des unterschlagenen Geldes ist eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt worden. ! *(Der Bürgerausschuj) gab heute mit allen gegen t drei Stimmen seine Zustimmung zu dem vom Stadtralb vor-l geschlagenen OrtSstatnt über das Begräbn iß wesen, mit der Bestimmung, daß die Leichen spätestens innerhalb 36 Stunden nach eingetretenem Tode in die Leichenhalle »erbracht werden müssen. * (Die Borträge für die Mitglieder der MuseumS- gesellschafl) nehmen am nächsten Samstag ihren Anfang. An diesem Adend spricht im Museumssaale der Physiker und Elektrotechniker Herr Ä. EgtS aus Oldenburg über den „heutigen Stand der Elektrotechnik". "(Eine größere kirchliche Feier) begeht am kommenden Sonntag die hiesige kathol. Gemeinde, indem die neue Kirche im Südstadttbeil durch den Herrn Erzbischof von Frci- burg geweiht werden soll. Erzbischof llr. Roos trifft, wie mitgctbcilt wird, am nächsten Samstag Vormittag ',12 Uhr dier ein und wird am Hauptportal der Stadtkirche in der Erd- prinzenstraße durch die gelammte diesige katholische Geistlichkeit empfangen werden. * (Vereidigung.) Heute Vormittag bat die feierliche Vereidigung der beim diesigen Leibdragonerregiment vor wenigen Tagen eingetretenen Rekruten stattg-funden. Dieselben wurden von »er Regimentskapelle in die Kirche und wieder zurück nach den Kasernen geleitet. ' 0) Mannheim, 9. Okt. (Eröffnuna der Haushaltung s s ckule.) Die von den diesigen städtischen Behörde» in's Leben gerufene Haushaltungsschule, in welcher die Mädchen der achten Klaffe der Volksschule Unterricht in allen Haushal- tungsarbcilen empfangen sollen, wurde vorgestern eröffnet. Dem Einweihungsakte wohnten bei Herr Landeskommiffar Ged. Ober- regierungsratb Frech, Herr Oberbürgermeister Beck, die beiden Bürgermeister Bräunig und Klotz, Alt-Oberbürgermeister Moll, mehrere Stadträtbe, die Schulkommission, sowie zahlreiche Damen »es Frauenvereins. Eröffnet wurde der Festakt mit dem Gesang des Liebes „Mit dem Herrn fang alles an", vorgetragen durch eine Anzahl Volksschülerinnen. Hierauf ergriff Herr Oberbürgermeister Beck das Wort, um die Anwesenden willkommen zu heißen und den Zweck und die Bedeutung der Haushaltnngsschule darzulegen. Der Redner wies daraus hin, daß die erste Anregung zu der Kochschule von Ihrer Königlichen Hoben der Großherzogin ausgegangen sei. Er schloß mit einem Hoch auf die Landesfürstin. Sodann hielt Herr Rektor Schick eine kleine Ansprache, in der er mit- theiite, daß man zuerst beabsichtigt habe, den Kochkurs für Fort- bildungsschülerinnen einzurichten, jedoch von diesem Plane «ieöcr abgekommen sei, da sich ibm große Schwierigkeiten entgcgenge- stellt hätten. Durch den Haushatrungsunlerricht wolle man den Mädchen eine solide Grundlage schaffen, auf der sie, wenn sie dereinst einen eigenen Herd gründen sollten, gedeihlich weiter bau n können. Nachdem hierauf noch ein Mädchen einen entsprechenden Prolog »orgelragen hatte, wurde der Festakt mit dem Gesang eines Liedes geschlossen, worauf sich die Versammlung in die eigentliche Haushaltungsschule begab. Hier fand ein Probeunterricht im Kochen statt, welcher sehr befriedigend verlief. In dieser Haushaliungsschule soll nicht nur das Kochen gelehrt werden, sondern die Mädchen sollen auch Unterricht in der Führung von Haushalkungsbüchern. Einkauf von Waarcn u. s. w. erhalten. V Heidelberg, 10. Okt. (Kunstverein. — Vorträge. — Konzert und Theater.) Die Ausstellung des Kunstvereins ist wieder reichlich mit neuen Oelgemälden ausgesla'tet. darunter von Schwabe in Düffeldorf „Der Arbeiterausschuß", Herpfer-München „Eine Musikpause", Brutl-Düsscldorf, Brach- Müncben Landschaften, von Fahrback, Lins, Sckmitzenberger, Luise Janse u. a. — Zum Besten des hiesigen Frauenvereins werden verschiedene Professoren im Lause des Winters populäre Vorträge Halle«. — Der Tonkünstlerverein eröffnet beute seine Quartett-Abende, und zwar im Casö National. — Im Stadt- thcater hat ein älteres Lustspiel von L'Arronge „Die Sorglosen" bei hübscher Aufführung eine recht freundliche Aufnahme gefunden. Wiesloch, 10. Okt. (Die Gewerbes e.r eine deS Pfalzgauverbandes) hielten gestern im „Grünen Baum" dabier einen zahlreich besuchten Gautag ab, dem auch Herr Ministerialrath Braun aus Karlsruhe anwohnle. Nach Begrüßung der Versammlung durch Herrn Bürgermeister Sieber von hier berichtete Herr Haußer - Mannheim über die Tbätig- keil des Verbundes. Die Versammlung beschloß, wigtt» Errichtung von Gewerbekammern noch eint übwartendc Stellung einzunehmen, nachdem Herr Ministerialrath Braun mitgetbeilt hatte, daß eine Organisation des Handwerks in der Richtung der Bildung von Gewerbekammern von Reichswegen erwogen werde. Alloderdürgermeister B i l a b e l - Heidelberg sprach über Lchrlingsardeitenausstellungen und wünschte dieselben mit der Schlußprüfung der Gewerbeschule zu verbinden. Herr Ministerial» rach Braun wies auch hier auf das solchen Ausstellungen von der Regierung entgegengebrachte Interesse hin und sprach den Wunsch ans, es möchte sich aus diesen Ausstellungen eine Lcbr- lingsprüfung Herausstellen. Bei der nun folgensen Besprechung über die Sonntagsruhe betonte Herr Ministerialrath Braun, nachdem verschiedene andere Redner gesprochen, daß sich keine Stimme in der Versammlung prinzipiell gegen das Gesetz ausgesprochen, bas von vielen Seiten gewünscht worden sei und einem Bedürfniß entsprochen habe. Mit Beschwerden über die angeordneten Verkaufszeiten solle man sich an die Bezirksämter wenden, die höheren Orts angewiesen seien, die weitestgehenden Berücksichtigungen e.ntreten zu lassen. Hinsichtlich der durch den Hausirhandel hervorgeruseoen Mißstände theilte Redner mit, daß man einer Abänderung der Bestimmungen über denselben entgegensehen könne. Es sei beabsichtigt, die Detailreisenden den Hansirern gleich zu stellen, die Ertheilung'des Hausirscheines a» schärfere Bedingungen hinsichtlich der darum oachsuchendeo Persönlichkeiten zu knüpfe» »nd endlich den Kreis der durch Hausirer zu vertreibenden Maaren einzuschränken. Diese Mittheilungea saodra eine sehr beifälliae Aufnahme. Der Vorsitzende schloß daraus die Versammlung. Lahr, 9. Olt. (Konzert. — Wohltbätigkeits» Veranstaltungen. — Bortrag. — Abendunler- tzalluag. " Brieftaubenzucht. — Herbst.) In der abgelausenen Woche gaben die Herren Gustav Krasselt, Alfred Krasselt und Heinrich Warnte, sowie Fräulein Jenny Krasselt aus Baden im Kasino ein Konzert, bei welchem die Künstler durch ihre ausgezeichneten Borträge nn- ,etbeiltcn Beifall fanden. — Der hiesige Zitherverein erzielte mit feinem zu Gunsten der Hamburger Notbleidenden veranstalteten Konzert einen schönen Ecfalg. Heute Abend sinder zu dem gleichen Zwecke im Arbeiterbildungsvrrein eine theatralische ^bendunterhaltuna statt. — Am Freitag Abend hielt Fräulein Emilie v. Hoerschelmann im Kasinosaale einen interessanten Vortrag über Rafael, sein Leben und seine Werke. Die Vortragende beherrscht nicht nur den Stoff in vollem Umfange. sondern sie ist auch mit bedeutenden Vortragstalenten ausgerüstet. — Gestern Abend hat der Generalfechtsckulverband in einer Avendunterhaltung, wobei die Stadtkapelle konzertirte. verschiedene Rückstände aus der Silberlotterie zur Verloosung und Versteigerung gebracht. Die lebhafte Betheiligung an derselben bewies, wie die Lahrer immer bereit sind, zur Unterstützung deS Reichswaisenbauses ihr redlich Tbeil beizutragen. — Bei dem Preiswettfliegeu diesjähriger Brieftauben ab Worms erhielten Preise die Herren: Wittich, Schwarz, Eisen und Werner. Da die Tauben der drei erstgenannten Herren zu gleicher Zeit hier »nkamen, wurde noch ein weiteres Fliegen ab Mainz eingerichtet. Dasselbe verlief sehr günstig. Die ersten Tauben kamen schon nach 4 Stunden hier an und nach S Stunden konnte die Rückkunft sämmtlicher eingesetzten 67 Stück sestgeftellt werden. — Der Herbst ist bei uns beendet. Das Ergebnis ist neben einigen Glücksb-rbsten '/, bi» Herbst. Die Trauben sind schön auSgereift. Ueher den Neuen kann nur LobeuSaerthes gesagt werden. Grvtzhrrlogliryes hvfthrstrr ,8 orl e." 8. Wohl keiner Theaterleitung, welcher neben der idealen Pflege der Kunst auch die sehr reale Sorge um den Stand der Kaffe onigebürdet ist, kann es verargt werden, wenn sie bei Wahl der anfzufübrenden Novitäten hier und da einmal alle höheren ästhetischen Ansprüche biritansetzt und in wohlmeinender Fürsorae um die Kaffe dem Geschmacke der allerweitesten Kreise des Theater- Publikums entgcgenzukommen sucht. Sind eS doch oft gerade die durch solche minderwerthige Kunstwaare erzielten reicheren Ertragnisse, welche allein die Vorführung allerernstester und sich nicht an ein großes Publikum wendender Werke ermöglichen. Zumal unsere Hoftheaterleitung, die schon oftmols, unbekümmert um den recht zweifelhaften materiellen Erfolg, ihr bestes Können und Vollbringen muthig an die Verlebendigung wahrhaft bedeutender noch unbekannter oder verkannter Kunstschöpsungen gesetzt hat. wäre die Erwerbung eines freundlichen und in den weitesten Kreisen dauernd willkommen geheißenen Zugstückes wohl zu gönnen gewesen, und wir müssen daher nur mit lebhaftem Bedauern berichten, daß unsere jüngste Novität „Lorle" von Alban Förster sich als ein solches nickt erwiesen hat. Augenscheinlich hatte man dem schönen und speziell für das Badener Land so anheimelnden Sujet der Oper eine über alle Unbedeutendheit der Musik bin- weghelfende Wirkung ,»getraut und sich solcherweise von Försters Werk bedeutende Kassenerfolge versprochen, die dann allerdings die Wahl gerade dieses einen unter den vielen und vielfach bedeutenderen Opern der Neuzeit gerechtfertigt haben würden. Diese Möglichkeit erscheint uns aber nach der verhä'tnißmäßi» recht kühlen Aufnahme der Premiöre ausgeschlossen, und wenn wir auch annehmen dürfen, daß das „Lorle" vor Keffer besuchten Häusern als dem der Erstaufführung mehrere Wiederholungen erleben und vielen Theaterbesuchern einen freundlich stimmungsvollen Abend bereiten wird, so halten wir es doch für unglaub' Haft, daß dieses in seinem musikalischen Tbeile mit Ausnahme einiger gelungener.Liedersätze wirklich recht nichtssagende opus in dem so viel künstlerischer gearteten Repertoire unserer Hofoper zu irgend welcher Bedeutung gelangen werde. Es erscheint uns dies um so bedauerlrcher, als die Wiedergabe der Novität als eine nach jeder Richtung hin recht gelungene bezeichnet werden kann- Die eigentlich dem bei und zur Zeit gar nicht oder doch nur sehr unzulänglich besetzten Fache der lyrisch- jngendiich - dramatischen Sängerin zugehörige Titelrolle wurde von Frl. Fetisch, unserer vortrefflichen Koloratursängerin, lehr hübsch wiedergegeben, und wenngleich die Partie der Künst» itrin nirgend Gelegenheit bot, ihre Kehlfertigkeit zu entfalten — sie dagegen oftmals in der zumeist etwas hoch hinausstrebenden Stimme der Koloratursängerin fremdere Tonanlagen verwies, so vermochte Frl. Fritsch durch ihren schönen Vortrag einzelner Gesänge, so namentlich des wehmüthigen Gesanges „Hält' ick »erlassen nie dich» meine Haiden" (welchen wir übrigens für die deile Nummer der Partitur halten), und durch ihre anmuthvoll schöne Darstellung ein lebhafteres — und jedenfalls das Haupt- wkresse deS Abends zu erwecken. An Frl. Königstätter, welche das Bärbel recht liebenswürdig spielte und auch ansprechend sang, war unserem Lorle recht anmulhige Freundin und an der Gräfin der Fron 2"nß «ne gesanglich und darstellerisch bedeutende und wirklich »tf-hrliche Rivalin zu Tbeil geworden. Das Malerpaar wurde »on den Herren Roscnberg und Cords mit schönen Stimmen "»b in guter Stimmung interpretirt, und wenn Ersterer als Walter durch seinen frischen und natürlichen Humor viel zur Belebung des Abends beitrug, so fand Herr Cords als Rein- bardt vielfach Gelegenheit, sein schönes Material zu bester Geltung zu bringen und sein bis auf die Schlußvhrase recht hübsches °>ed »Siehst du das Thal dort unten" wurde rechtens mit lebhaftem Beifall beantwortet. Auch darstellerisch wurde der Sänger seiner Aufgabe ziemlich gerecht und nur der Atelier - Akt machte 'hm ernstlich zu schaffen. Für das völlige Mißglücken des Haupt- effektes in diesem Akte — das Herabschleudern des Bildes von »er Staffel« — machen wir übrigens nicht Herrn Cords verantwortlich, sondern die Regie, welche dem Darsteller zugemuthet hatte, in aller seiner Erläse das Bild vor dem Herabftoßen desselben au» einem allerdings sehr schönen goldenen Rahmen heraus- iunehmen. Die Herren Lang (Balder), Heller (Lindenwirth), Nebe ^raganerwachtmeister) und Beyer (Fürst) brachten ihre kleinen AE" du uMxr Geltung, die spärlich bedachten Chöre sangen, '«ne Schwankungen abgerechnet, gut und sicher, und das Ballet , ?""e sich im dritten Akte mit einem allerdings etwaS Phantasie, »len Schjjserlanzr erfolgreich bemerkbar. Kn r- Herrn Kapellmeister Frank, der baS Werk auf das ^"rsialtigste einkndirt hatte, geleitet. schmückte daS Orchester j. Aufführung mit manchen recht wirksamen Tonfarben, wurde »ch w diesem Bemühen durch die wirklich recht hübschen Bilder, welche die Bübnr darbot, libertroffen. Das anheimelnde mondbeleuchtete Waldinnerr mit den schwebenden Glühwürmchen, daS schöne Atelier de» Malers und der neue, wirklich fürstliche Prnnk- s«al des dritten Akte- gaben der Vorführung eia wirklich vornehme- Aussehen. Verschiedenes. * Karlsruhe, 11. Okt. (Chvlrranachrichten) In Hamburg gibt man sich der Hoffnung hin, daß die Epidemie dort, nachdem der Gesundheitszustand sich fortgesetzt gebessert bat, ihrem baldigen Erlöschen cntgegengebe. AuS Berlin wird berichtet, daß sich im Moabiter Krankenhause nur ein Patient befindet, bei dem die asiatische Cholera konstatirt ist. Die übrigen Insassen des Krankenhauses,! im ganzen 40 Personen, leiden meist an Brechdurchfall und j werden nur der Vorsicht halber längere Zeit bevbachtek. Die aus Anlaß der Choleragefabr in Svandau eingeführte Ueberwachung des Hamburger Bahnhofs. die zur ärztlichen Kontrole der von Hamburg kommenden Paffagiere eingerichtet wurde, ist eingestellt worden. Nach einer Meldung ans Swinemünde ist bei einem dort im Krankendause verstorbenen Heizer des Hamburger AnSwandererschiffcs „Jtalia" astatische Cholera konstatirt worden. Die „Jtalia" kam aus Stettin. Im Uebrigen sind auch die vereinzelten Cbolera- erkrankunzen in norddeutschen Städten seltener geworden. In Galizien hat die Krankheit keinen «eiteren Umfang angenommen, es kommen dort nur wenige Erkrankungen vor. Unverändert ist die Lage in Pest, wo die Zahl der Erkrankungen ncch keine Abnahme zeigt; da aber die von den ungarischen Behörden angeordneten Vorsichtsmaßregeln jetzt überall in Kraft gesetzt worden sind, glaubt man zuversichtlich, die Krankheit in Ungarn wirksam bekämpfen »n können. Recht befriedigend lauten die Pariser Nachrichten; dir Zahl der dort vorkommenden Cbolerasälle verringert sich immer mehr. Auch in Belgie» und in denNiederlanoen besteht anscheinend kein Grand zur Bersorgniß vor einer Zunahme der nur ganz vereinzelt ausgetretenen Cbolerasälle. W. Wien, 10. Okt. Deutsche Bank 160L0 Dresdener Bant 142 — Berlin. Oest. Kreditakl. 166. , Staatsbahn Lombarden DiSk.-Kommand Laurabütte Gelsenkirche» Dortmunder Bochum« Rubclnotrn Tendenz: strll. Wie«. Kreditaktien 154.50 86.40 195'kO 114.20 Wechsel «ad Lorten. Wechsel a. Amstd.168.55 London 20.35 Paris 8083 , . .Wie» 170 02 lNapoleonsd'or 16.17 Privaldiskomv 2'/. N a ch b S r s e. Kreditaktien 264'/, Diskonto-Kow. 185.30 Staatsbab» — Lombarden 86'/, j Tendenz, still. Staatsbahn Lombarden Ungarn 42.20 Marktraten 185.20 Tendenz: still. 11050 290.— 98 40 112.40 58.77 '133.60 Pari«. 60.903°/» Renk 124.90 Spanier 205.50Türken Ottomane 3°/, Portugiesen 311.90 Tendenz: still. 99.42 64°/. 22 30 608 — 26'/, Kvang.-prol. theologisches Keminar der Aniversttät Keidetkerg. Das Wintersemester beginnt am 22. Oktober — Anmeldungen sind nebst dem Zeugniß der bestandenen theologischen Vorprüfung schriftlich dis spätestens 1k. Oktober einzureichen. W 388.2 Die Hrmtnar-Direktion: Profess or vr. Bassermann. _ Ol'pu- L llloilvvonroiitnl'iiii von?risckr. llsiLsnäörlsr (Llluai-ll klavki) Karlgrutie i. 8., 8rdprin26H8tr. 8 «mpüeblr »Is 8peei»iiz»t: W-433-2. Itsvllvl - Ameriiisner - Ossisn in versebieäenkn Systemen unä allen Ltz-Iov. i iisrvi- üiugaug I-suruustrasss Hiugsug I»»luiustr»sss. ISrossss Soriiruvut: in I r»cli«-i>, ökuxlrti«, Olstvvlvt«, 4,«4ei», Ullä 8t«Ne»» ewpützklr in vorrü^I. tz»»Iititsn ' W 236.6_ HVILL zr. -M »U B 17.7 W ,> iWT S» t ^ 8>«f Neue», «>i ellem vomlort 6er Neuieit aurgerlrtteter! Les,7Lcv Neu» >. Nenze», kemiliei, u einrel Neirensen derten» empt > H. Ot-AMülmr u. 8»upeb»i,nkok, in scböostcr u. freier l.»«« mit Verteu u. kailr. Io äer 8»bs Post u. 1'e>sgr»pk u. nur 5 Almuten ?.»m bliktslpuillct n. ru äsn Sekevsvüräieiceit. 6. 8tLÜt. Slssxeäeekte u. oüe«s l'erressvll mit kestsur-tvt. kleetrlreker Uiekt u. stieöerilruel! Vzmplkeiruag iu ^Lmmtl 2imm> r». ZL-Ier «sk Lts§>m. treueste «LiiitSrs ^imirdruuz. 8or«-kLIt. tjediemmA d. wLssixeu kreisen, kartier »m Lsdiibot. Omnibus nickt iiötkix. llötel cles äeutsedeä u. sckveä. Okürierrereins, sovie rersvd. Lesmtevvereine. i'eusiovk. kewilieo. 8pevi»It»rik k. 6»ste, »je I», g re 2eit nm kletiie oäer älter im 3»dr verveilen. Jagdver Pachtung. W 476.1. Die Gemeinde Nöttingen läßt am Montag de» 24 d. Mts, Nachm. 8 Uhr, aus diesigem Rathhaus die Ausübung der Jagd auf ihrer Ge- markung, welche circa 640 Hektar enthält. in einem Distrikt auf weitere 6 Jahre öffentlich verpachten, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Der Entwurf deS Jagdvcrtraqs liegt auf hiesigem Rathdaus zur Einsicht auf. Nöttingen, den 8. Oktober 1882. Der Gemeütderath. Bürgermeister Roth. W11S.4. ^ Gr X klsunkolllkn- Ksiltki 8 , vorzüglichste Marke ,Krone^, bestes Heizung-material für alle Ofensorten mit engem Roste, sowie zum Nachlegen bei Stein- kohlenfeuerung, lang andauernd, nicht rußend und geruchlos verbrennend, ferner: alle Sorten Nuhrkohlen und Magerwürfelkohlen (knltnseil), Tannen- und gorlen- Anfeuerholz, klein gesägt und fein gespalten, empfehlen L VüMsI L lliö. I. V. : kug. Sknbsciiek. 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Mai 1892, bis zum vollendeten 14. Lebensjahre desselben, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großb Amtsgericht zu Karlsruhe auf Dienstag den 6. Dezember 1892, Vormittags 9 Uhr. Zum Zweck der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Karlsruhe, den 7. Oktober 1892. W. Frank, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. K»»k»r«»rrk«hrr» W'48v. Nr. 34,715. Karlsruhe. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckers Eduard Förderer dahier ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Er- säkbbkei L cliM. IVarckstiiM empfiehlt bei Instandsetzung der Herbst- und Wintergarderoben seine Mrkem L lkm. als dieser Branche in Tüddentschlaud. e.« vvmc, 87 uri 6 »n 7 , krhnnirt Krüssel 1876 , Ltuttxnrt r 88 r, kortc» 4^Iexrs r 88 r, Wien r 88 z. Voa vislsQ Kvrrtv» empkoklsL. Iv klLsedso » o». 100. 2S0 LvS 700 Sr«QM. Vtv xrosssa k7»soksQ stxusQ RoL vsxsQ tbrer LMIskvtt EL LLrssdr»Lok. OurL's pepsin-IVetL. Vveü»uung,-klü„l,keit. vlenUed del rck«„ek«« -O o0 lslokt veräsultok. ln VtLsoksL » >L. 1. W- Ll. 2 — LLÜ LL. 4. 50 Llll välvL VelLsv Versttvte üpptzM Dp. evye»6ü» »llgemsin keStttgen6«» neev«»- rtSekenäG un«t Vlutdiiitsnäv älitvttsvd« krLpLr»to voo bodeiL. stets zlvIobviLLLä K»rsLtLrteiL Osbslt »v äs» vlrLssnurte» LestLLätbstleo äer Oklnartnäe sLLluli» vto.l Litt LLä okve 22K»t)S vov LiSSL. verlLQSv L. 8. V. unä dssotits äiv SodvtArQLrke. äis ieäer r'lLsods delAvISKt« Ke- - Dstark- x>i-La»«/ »rrrr ^4z,ot^eLe,r. —- Li» In «1t-1> Hebung von Einwendungen gegen das Schlnßnerzeikdniß der der der Verthei lung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlutzfassung der Gläubiger über Licoicht vernier tbbarrn Vermögens- Nücke der Schlußtermin auf Freitag den 4. November 1892, Vormittags II tlyr, vor dem Großh. Amtsgericdt Hierselbst, Akademiestraße Nr 2. ttl Stock, Zimmer Nr. 21, bestimmt. Karlsruhe, den tO Oktober 1892. V Wirtb. Gerichtsschreiber deS Gr. AmtSgecickts. W477- Karlsruhe. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckers Hernrick Mayer dahier wurde nach erfolgter Abbaltnng des Schluß tcrminS durch Beschluß Großh Ami- gerrch's bierselbft vom 20- August l. I aufgehoben. Karlsruhe, den 8 Oktober 1892. W. Frank, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgericht-. VerschollruhettSversahren. W'4«71. Nr-10,243. Kenzingen. DaS Großh- Amtsgericht Kenzingen hat unterm Heutigen verfügt: Der «m 27 August 1838 in Oberhausen geborene, im Jahre 1854 nach Amerika ansgewanderte Bernhard Fleck wird für verschollen erklärt und werden demselben dre Kosten des Verfahrens auserlrgt. Kenzingen, 8. Oktober 1892. Der Gerichtsfchrerber: N u ß. Erdvorladung. W3712 Nr 653 Triberg. 1. Johann Klausmann, Laüdwirth 2. Nikolaus Klaus mann» Bierbrauer, 3. Mrckael Klausmann, Landwirlh, alle von Gremmelsbach und an unbekannten Orten abwesend, sind zum Nachlasse ihres am 22 Juni 1892 zu Grem- melsbach verstorbenen Vaters, des Hof- baucrn Johann Klausmann, als Mit- erden kraft Gesetzes berufen. Dieselben werden aufgefordert, zum Zweck des Beizugs zu den Verlassen- schastsverhandlungen binnen vier Wochen Nachricht an mich gelangen zu lasten. Triberg, 5. Oktober 1892. Großhcrzogl Notar Edesheimer. Zwangsverslergernag. W460. Karlsruhe. > Mff . Stetgerungs Ankündigung. Freitag den 4. November 18S2, Nachmittags S Uhr. wird rm Hause Hebelstraße 7, ebener Erde, dahier die nackbeschriebene, dem Fabrikant Rudolf Linke in Grün- wrntel gehörige Liegenschaft der Ge markung Karlsruhe in Folge richterlicher Verfügung einer öffentlichen Versteigerung ausgeseyl und als Eigen- tbum endgiltig zugeschlagen, wenn wenigstens der Schätzungspreis erreicht wird. L. 8. 8 XIX. 4043. DaS in der Ublandstraße dahier unter Nr. 6, einers. neben Bäckermeister Karl Mischer» anders, neben Glasermeister Leonhard Sebastian Vogel gelegene 3stöckige Wohnhaus mit Seitenbau sawmt aller licgenschaftlichen Zu- gchör, einschließlich des Grund und Bodens, taxirt zu ... . 31,000 Einnnddreitzigtansend Mark. Die Steigernngsbedingungen können in meinem Amtszimmer, Waldstratze 52 1 Treppe hoch, eingesehen werden. Karlsruhe, den 30. September 1892 Der Vollstreckungsbeamle: Großh Notar Beck. Strafrechtspflege. Ladung. W 4701. Nr. 56,267. Heidelberg. Der 27 Jahre alte Metzger Heinrich Steinert voa Heidingsseld, zuletzt in Heidelberg, wird beschuldigt, als beurlaubter Reservist ohne Erlaubniß au- gewandert zu sein. Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 de- Strafgesetzbuchs. Derselbe wird auf Anordnung des Großb Amtsgerichts bierselbst aus Donnerstag, 24. November 1892, Vormittags 9 Ubr, vor da^ Großh Scköffengericht Heide! derg zur Hauvtver! avdlung geladen. Bei unenisckuidigkem Ausbleiben wild derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strosprozrßordnurig von dem Kö igl. Hauvtmeldeamt zn Heidelberg ausgestellten Erklärung vcrurtbeilt weiden. Heidelberg, den 8 Oktober 1892. Fabian, Ger ichtsschreiber des Gr Amtsgerichts . Berm. Bekanntmachung er» W 434.1. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats Menbahnen. Wir verdingen öffentlich die Lieferung von: 46000 StückLascheuschraubcu für1S9wm 59000 . Iluterlagsplatten hohe mit Randleisten Schienen >l000OStückL»kchenschrauben für 104mm .30000 . Uuterlagsplattrnl hohe mit Randleisten Schienen 130000 Stück Schienenlloben, 3000 » Schwelleuschraubea für Zwischensckwellen, 3000 . Holzschraub n für AuS- lenkuvgen, 500 Stücklange Schr°uben>,^ 500 . kurze dto. i s-dienen. Angebote find schrifllich, verschlossen und mit der Aufschrift „Kleineisenzeug* versehen spätestens am 27. Oktober d. I.» Vormittags »« Uhr, bei der Unterzeichneten Stelle einzureicheu. Daselbst werden auch die Lieierungs bedingungen auf por-c-freie Anfragen abgegeben. Die Zuschlagsfrist wird auf 4 Wochen festgesetzt Karlsruhe, den 6 Oktober 1892. Großherzoglichc Hauptverwaltung der E lsenbahnmagazine. _ W 486. Nr- 422. Achern. Bekanntmachung. Zur Fortführung der VermeffungS- werke und Lagerbücher nachbrschriebener Gemarkungen ist im Eino-rkändniß mit den Gemeindcräthen der betbeiligten Gemeinden Tagfahrt, jeweils auf dem Rathbause der bctr. Gemeinde und Vormittags '/-lO Uhr beginnend, wie folgt anberaumt: 1. Gemarkung Weitenung, SamS- tag den 22. Oktober, , Leiberstung, Montag den 24. Oktober. „ Vimbuch. Dienstag den 25. Oktober, . Oberbrnch, Mittwoch den 26. Oktober, „ Moos, Donnerstag den 27. Oktober, , Hilbmannsfeld» Frei tag den 28. Oktober, „ Mm, Samstag den 29. Oktober. ^ Die Grundeigcnthümer werdest hievon mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, baß das Verznchniß der seit der letzten Fortführung eingetretenen» dem Ge- mcinderath bekannt gewordenen Veränderungen im Grundeigenthum während 8 Tagen vor dem Fortführungstermin zur Einsicht der Betheiligten auf dem Rathhause aufliegt; etwaige Einwendungen gegen die in dem Verzeichniß vorgemerkten Aenderungen in dem Grund- cigenthum und deren Beurkundung im Lagerbuch sind dem Fortführnngsbeam- ten in der Tagfahrt vorzutragen. Die Grundeigcnthümer werden gleichzeitig aufgefordert, die seit der letzten Fortführung in ihrem Grundeigenthum Q625.6 7<>i ab Wiesloch an 7" ad Walldoit ab 7" ab Sk. Ilgen ab 7-7 ab Leimen ab 7». ad Kirchheim ab 7" an^ ^Heidelberg Hptbhf. > ab 2. 4. 5. 6 . 7. eingetretenen, aus dem Grundbuch nicht ersichtlichen Veränderungen dem Fork- führungSbeamten in der bezeichnet«! Tagfahrt anzumelden. lieber die rn der Form der Grundstücke eingetretenen Veränderungen sind die - vorgeschriebencv Handrisse und Meßurkundcn vor der Taafahrt bei dem Gemeinderath oder iv derTagfadrt bei dem FortfübrungSbeam» ten abzugcben, widrigenfalls dieselbe» auf Kosten der Betheiligten von Awrs- wegen beschafft werden müßten Achern, den 12. Oktober 1892. Schlick, BezirkSgeometer. W481. Nr- 16Ö9."Karl«rühe7" Bekanntmachung. AuS der Albert Schrnieder'schen Ltif ung sind Stipendien zu jährlich 1000 Mk. an würdige mittellose Stu- dirrnde deutscher Nationalität der Technischen Hochschule dahier zu verleihen. Die Bewerbunae» müssen längsten- innerhalb 4 Lvoche« bei der Unterzeichneten Direktion eingereicht werden. Die näheren Bedingungen, unter denen die Stipendien verliehen werden können, sind ans unserem Sekretariat rin- zusehen. Karlsruhe, den 10 Oktober 1892. Großh. Direktion der Technische» Hochschule. R. Keller. W446.2. Großh Karlsruhe. Bad. Staats- Eisenbahnen. Vom 16. Oktober d. I. erhalten die im Fahrplane für den Winterdienst 1892/93 auf der Bahnstrecke Heidelberg« Wiesloch verzeichneiea Lokalzüge ltl und IV folgende geänderte KurSlag-: IV, , -k I Hl 6 « 6-« g»7 6 " 6-» - . . „ .6" Karlsruhe, den 8. 'Oktober"1892. General-Direktion. W-418 2- Nr. 13,599. Heidelberg. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Für den Bahnhaf Mannheim soll die Anfertigung eines schmiedeiserne« freistehenden Wasserbehälters i» Gesammtgrwichte von etwa 16VVO K.U vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und Zeichnungen liegen auf meinem Geschäftszimmer zur Einsicht auf. Eine Zusendung nach auswärts findet nicht statt. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen spätestens dis 24. Oktober bei Unterzeichneter Stelle erozureichen. Heidelberg, den 7, Oktober 1892. Der Gr. Maschinen-Inspektor. W457- TauberbischosSheim. Bekanntmachung. Zur Aufstellung deS LagerbucheS der Gemarkung Wölchingen wird Tagfaht auf: Mittwoch den IS. Oktober d. I.« von Vormittags 8 Uhr an, in das RathhauS zu Wölchingen anbei räumt. Die Grundeigenlhümer dieser Gemarkung werden hiervon in Kenntniß gesetzt und bezugnehmend auf Art. 7 der Landesherrlichen Verordnung vom 11. September 1883 aufgefordert, die zuGunsteu ihrer Liegenschaften etwa bestehende» Grunddienstbarkeiten unter Anführung ihrer Rechtsurkurzden dem Unterzeichneten Lagerbuchsbeamten zum Eintrag in das Lagerbuch anzumelden. Tauberbischofsheim, 9. Oktbr. 1892. Der Bezirksgeometer: Duffner. »narr eurer -verzage.,