Karlsruher Zeit«««. Sonntag, 25. Dezember. 35S Expeditian: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14 lTelephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. iBoraurbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. SS Ps. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeise oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18 S 2 . Des heiligen Wcihnachtsfestes erscheint unser nächstes Blatt am Dienstag Mittag. Am 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf die „Karlsruher Zeitung". Wir gestatten uns, zu demselben alle Diejenigen ergebenst einzuladen, denen daran gelegen ist, ein Blatt zu erhalten, welches vor Allem auf die. strengste Zuverlässigkeit seiner Mittheilungen und auf eine sachliche Behandlung aller Lagesfragen das größte Gewicht legt. Wie bisher, so wird die „Karlsruher Zeitung" auch in Zukunft bestrebt sein, diese Zuverlässigkeit der Berichterstattung durch die sorgfältigste Auswahl in dem vorliegenden Material und durch Korrespondenzen gutunterrichteter Mitarbeiter zu wahren. Was die Raschheit der Berichterstattung betrifft, so glauben wir darauf Hinweisen zu dürfen, daß die „Karlsruher Zeitung" einen ausgevehntezr Depeschenvienst hat. Ueber alle Vorkommnisse im Lande, die ein allgemeineres Interesse in Anspruch nehmen, wird die „Karlsruher Zeitung" durch zahlreiche Korrespondenten gewissenhaft und rasch infprmirt. Die Vertheilung der letzteren ist eine solche, daß alle Landestheile gleichmäßig Berücksichtigung finden. Den landwirthschaftlichen Angelegenheiten hat die „Karlsruher Zeitung" von jeher besondere Aufmerksamkeit zngewendet und wird dies auch in Zukunft thun. Die Pflege eines guten Feuilletons bildet für die „Karlsruher Zeitung" den Gegenstand besonderer Sorgfalt und kommt in der Wahl spannender Erzählungen und anregender Aufsätze zum Ausdruck. Das Bestreben der „Karlsruher Zeitung" in dieser Richtung geht namentlich dahin, eine gediegene und lautere Familienlektüre, unter Bevorzugung deutscher Schriftsteller, zu bieten. Der Abonnementspreis der „Karlsruher Zeitung" beträgt für das Vierteljahr 3 Mark 50 Pfg., bei Bezug durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltnng einschließlich der Zustellungsgebühr 3 Mark 65 Pfg. Die auswärtigen Abonnenten dieses Blattes wollen beachten, daß die Postanstalten eine Nichterneuerung des Abonnements als Abbestellung ansehen, wogegen bei den hiesigen Abonnenten eine Nichtabbestellung als Wunsch nach der Fortdauer des Bezuges angesehen wird. Berzeichniß der Agenturen der „Karlsruher Zeitung". S. Gang, Kaiserstraße 43. E. Salzer, Kaiserstrabe 69. 8. Merkte, Kaiserstraße 160. Lebensbedürfniß-Verein, Karlsstraß« 3. H. Nothweiler, Kronenstr. 43. F. Maisch Sohn, Lammstr. 5. kebenSbedürsniß-Verein, Schützenstraße 41. L eb en sb ed urfn iß-Verein, So- phienstr. 27. Wilh. Sämann, Sophienstr. 45. H. Zentner, Spitalstraße 25. Wilh. Erb, Spitalstraße 32. F. Ä. Herrmann, Waldstraße 5. L. Dörflinger, Waldstraße 45. F. Maisch, Waldstraße 57. G. Brenner, Wilhelmstraße 1. C. Bleß, W'ldelmstraße 34. Jul. Dehn, Z.ihringerstraße 55. I. Vetter, Z^el 15 . Air Erpeditis» der „Karlsruher Mauz". Amtlicher Theil. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unterm 22. Dezember d. I. gnädigst geruht, den Revisor Georg Diefenbacher beim Finanzministerium und den Oberbuchhalter Otto Steinbach bei der Amortisationskaffe zu Rechnungsräthen zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unterm 22. Dezember d. I. gnädigst geruht, den Finanzpraktikanten Julius Eichhorn von Külsheim zum Sekretär beim Finanzministerium und den Finanzpraktikanten Heinrich Brand von Külsheim zum Sekretär bei der Steuerdirektion zu ernennen. Mit Entschließung Großh. Ministeriums des Innern vom 13. Dezember 1892 wurde der provisorische Bezirksthierarzt Fridolin Denzlinger in Schönau etatmäßig angestellt. Mit Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts vom 16. Dezember 1892 Nr. 25193 wurde Gewerbelehrer Friedrich Kücherer in Ettlingen von der II. in die I. Gehaltsklasse der Gewerbelehrer versetzt. Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 24. Dezember. Wieder ist Feiertagszeit über die Welt gekommen und Feiertagsstimmung hält ihren Einzug in die Herzen der Menschen; wir stehen vor dem hohen Feste, das so freudig wie kein anderes von Jung und All begrüßt wird, weil es uns in den Gaben, die befreundete oder verwandte Menschen bei diesem Anlaß auszutauschen pflegen, Zeichen der Liebe und der Zuneigung der uns nahestehenden Personen bringt. 'Das Weihnachtsfest schlingt stets das Band zwischen uns und unseren Theuren enger, es bekräftigt die wechselseitigen Empfindungen und vielfach löst es da und dort auch eine kleine, im Laufe des Jahres entstandene Verstimmung in herzliches Einvernehmen auf, so daß der Groll nicht mit hinübergenommen wird in das herannahende neue Jahr. Denn -als Fest der Liebe kann es nicht anders als versöhnend wirken. Wo aber Liebe und Versöhnung ist, da ist auch der Frieden, der echte, fröhliche Herzensfrieden, und „Frieden auf Erden!" lautet ja der schöne Weihnachtsgruß. Wie in dem Leben des Einzelnen da« Weihnachtsfest den Gang der Alltäglichkeit unterbricht und die Herzen höher, feierlicher und friedlicher stimmt, so unterbricht es auch den Lauf der öffentlichen Angelegenheiten. In der geweihten Zeit dieses Festes schweigt der Kampf entgegengesetzter Meinungen. Die Lösung politischer Fragen ist vertag!, die Parlamente feiern und der Mechanismus der Gesetzgebung steht still über die Tage hinaus, in denen Weihnachten seine versöhnende Kraft auch auf die Spaltungen und Porteiungen der politischen Welt ausübt. Der Zauber einer heiligen Zeit, einer Zeit, die der Sammlung der Gemüther, der Erhebung des Geistes, der Erfrischung des Herzens gewidmet ist, breitet sich über der Menschheit aus. Dankbaren Herzens empfinden wir in diesen festlichen Tagen den Segen, daß wir ohne Besorgniß vor unmittelbaren Gefahren für den Frieden und die Sicherheit des deutschen Vaterlandes in die Zukunft blicken können und daß keine Beunruhigung der Friedenshoffnung mißtönend hineinklingt in die fröhliche, festliche Weihnachtsstimmung. Der Panama-Skandal in Frankreich zieht immer weitere Kreise. Ueber den Verlauf der gestrigen Verhandlungen in Senat und Kammer berichten wir weiter unten. Der ehemalige Pariser Polizeipräfekt Andrieux, von dem die meisten der Enthüllungen ausgehen, denen sich jetzt so viele politische Persönlichkeiten in Frankreich auSgesetzt sehen, soll jetzt selbst von der Verhaftung bedroht sein. Nach einem uns heute Vormittag zugegangenen Telegramm will die Zeitung „Libre Parole" wissen daß die Verhaftung des Herrn Andrieux bevorstehe, und wenn „Libre Parsle" keine besonders zuverlässige Quelle ist. so berichten doch auch der „Radical" und der „Figaro", daß die Verhaftung des einstigen Polizeipräfekten für heute beschlossen sei. Diese Ankündigung bevorstehender Verhaftungen in der Presse ist eine französische Eigenthüm- lichkeit, die öfters dem Bedrohten die Möglichkeit gegeben hat, sich in Sicherheit zu bringen. Das ist allerdings bei Andrieux nicht zu erwarten. Andrieux war übrigens bereits darauf vorbereitet, daß er verhaftet werden könne, und soll einem Redakteur der „Libre Parole" erklärt haben, wenn er verhaftet würde, geschehe das, um Floquet zu retten. Die Andrieux'schen Enthüllungen richten sich allerdings großentheils gegen Floquet; indessen wird man, wenn die Ankündigung der Verhaftung Andrieux' zur Wahrheit werden sollte, sie doch rucht in diesem Sinne auslegen dürfen. Die Regierung ist sich, wie auch Süden gestrigen Erklärungen des Ministerpräsidenten Ribot in der Deputirtenkammer hervorgeht, darüber klar, daß ein Vertuschungssystem die Sache nur verschlimmern würde, indem es das einmal wachgerufene Mißtrauen vergrößern müßte, und daß man nach voller Wahrheit streben muß. Englische Blätter berichteten in der letzten Zeit, daß im Sudan die Derwische wieder eine kriegerische Thätig- keit entfalten und daß von ihnen die egyptische Grenze bedroht werde. Eine Bestätigung erhalten diese Berichte durch eine jetzt in London eingegangene Meldung, der zufolge an der Südgrenze Egyptens, bei Wadi Half«, ein Gefecht zwischen den Derwischen und den egyptischen Truppen stattgefunden hat. Ueber den Ausgang des Treffens verlautet nichts, es wird nur noch berichtet, der Gouverneur von Suakim, welcher nach Osman Digma's Abzug in der Richtung von Tokar den Handelsverkehr mit Berber wieder zugelassen hatte, habe jetzt die Ausfuhr von Reis und Getceide nach dem Innern verboten, um auf diese Weise den in Egypten Eingedrungenen die Verpflegung abzuschneiden. Daß eine Expedition der Derwische gegen Egypten schließlich scheitern muß, ist unter keinen Umständen zu bezweifeln; wahrscheinlich hat ein großer im Sudan herrschender Nothstand oder die steigende innere Unzufriedenheit daselbst die Unternehmung veranlaßt, denn, wie P. Ohrwalder in seinem lehrreichen Werke „Aufstand und Reich des Mahdi im Sudan" berichtet, gelten alle nach Egypten entsandten Soldaten des Chalifah im Voraus als verloren, und die dorthin aus ! Omdurman führende Straße hat daher den Namen ! „Straße der Märtyrer". Immerhin kann unter diesen Umständen von einer Verringerung det c nglischen Truppen in Egypten nicht die Rede sein, und die englische Regierung hat denn auch einem Gerüchte, das eine solche Verringerung der Okkupationstruppen in Aussicht stellte, sehr schnell ein Dementi folgen lassen. Vruifthlsnd. * Berlin, 23. Dez. Seine Majestät der Kaiser begibt sich am 10. Januar zur Vermählung des rumänischen Thronfolgers, Prinzen von Hohenzollern, nach Sigmaringen und wird von dort aus direkt nach Berlin zurückkehren, um an dem Ordcnsfeste, dem Kapitel des Schwarzen Adler-Ordens und der am 19. Januar stattfindenden großen Hofcour theilznnehmen. Bald darauf erfolgt die Vermählung der jüngsten Schwester des Kaisers, Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Margarethe, mit dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen, unter Theilnahme des Kaisers. Nach Hofnachrichten aus London haben die Königin von Großbritannien, der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog und die Herzogin von Evinburg, der Herzog und die Herzogin von Connaught und der Herzog von Jork von dem Kaiser Einladungen zur Hochzeit der Prinzessin Margarethe erhalten. Aus Kopenhagen meldet man, daß der König und die Königin von Dänemark auf Einladung des Kaisers als Hochzeitsgäste nach Berlin kommen würden. Da« dänische Königspaar gehört dem Verwandtenkreise des Bräutigams an, indem die Königin von Dänemark die Schwester des verstorbenen Landgrafen von Hessen, der Vaters des Bräutigams, ist. — Nach einer Meldung aus Teheran entbehrt die Nachricht verschiedener Blätter von einer ernstlichen Erkrankung des Schahs von Persien jeder Begründung. Der Schah befindet sich vollkommen wohl. — Der Bundesrath wird seine nächste Plenarsitzung erst nach Neujahr «bhalten. Don Seiten der badischen und der württembergischen Regierung ist ihm ein Antrag betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 16 Jahren in den Edelmetallwaaren-Fabriken zugegangen, welcher die Ausdehnung der Arbeitszeit und die Befreiung von den bezüglichen Vorschriften der Gewerbeordnung zum Zweck hat. Außerdem ging dem BundeSrath ein Entwurf über die Gewerbesteuereinschätznng in Elsaß- Lothringen zu. Was den Entwurf eines Elektrizität» - gesetzt» betrifft, so haben die mit der Vorberathung dieses Gesetzentwurfs betrauten Ausschüsse des Bundesraths ihre Arbeiten beendet. Ob die Vorlage dem Reichstage noch in dieser Session zugehen wird, soll jedoch, wie die „B. P. N." bemerken, noch nicht entschieden sein; es wird dies von dem Verlaufe der ohnehin umfangreichen Arbeiten de» Parlaments abhängen. — Durch kaiserliche Verordnung ist bestimmt worden, daß der Z 5 des Gesetzes betreffend die Prüfung der Läufe und Verschlüsse der Handfeuerwaffen vom 19. Mai 1891 mit dem 1. Januar 1893, die übrigen Bestimmungen diese» Gesetzes, insoweit dieselben nicht bereits in Kraft sich befinden, mit dem 1. April 1893 in Kraft treten. — Die Kommission für die zweite Lesung des Entwurf» eine» Bürgerlichen Gesetzbuchs beschäftigte sich in den Berathungen am 13. und 14. Dezember, nachdem man die Bestimmungen über Offenbarungseide beendigt hatte, mit den Vorschriften über Spiel und Wette (§§ 664 und 665). Der „Reichsanzeiger" berichtet darüber: „Der Grundsatz des Entwurfs, daß durch Spiel oder Wette eine Verbindlichkeit nicht begründet wird, das auf Grunb des Spiels oder der Wette Geleistete aber nicht deßhalb zurückgefordcrt werden kann, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat, wurde von keiner Seite bekämpft. Als Spiel- oder Weltschuld soll auch jede Verbindlichkeit behandelt werden, die zum Zwecke der Erfüllung einer Spiel- oder Wettschuld von dem verlierenden Theile gegenüber dem gewinnenden Theile eingegangen ist. Weitergehende Anträge, daneben zu bestimmen, daß. wenn der verlierende Theil auf Grund des Spiels oder einer Wette eine Verbindlichkeit gegenüber einem Dritten übernommen habe, der er Einwendungen aus dem Verhältnisse zwischen ihm und dem gewinnenden Theil entgegensetzen könne, dieser verpflichtet sei, ihn von der übernommenen Verbindlichkeit zu befreien und, wenn der verlierende Theil die geschuldete Leistung an den Dritten bewirkt habe, sie ihm zu erstatten, wurden abgelehnt. Ebenso wurden verschiedene Anträge abgclehnt, die ein zum Zwecke der Bezahlung einer Spiel- oder Wettschuld gegebenes und zu diesem Zwecke verwendetes Darlehen wie eine Spiel- oder Wettschuld behandeln wollten. Die Mehrheit ging übrigens mit den Motiven des Entwurfs davon aus, daß durch die Nichtaufnahme solcher Bor schriften der Frage nicht vorgegriffen werden solle, o nicht im einzelnen Falle, insbesondere wenn ein Spiele einem Mitspieler zum Zweck des Spiels ein Darlehe gegeben und sodann von ihm die dargeliehene Summe gewonnen habe, eine in die Form einer Darlehensschuld gekleidete kreditirte Spielschuld anzunehmen sei." In den Sitzungen vom 19. bis 21. Dezember erledigte die Kommission verschiedene den Ersatz des Wildschadens betreffende Anträge. Darnach vertagte sich die Kommission bis zum 9. Januar, um alsdann in die Berathnng des Sachenrecht- einzutreten. — Ueber Veränderungen im Konsulardienst berichtet die „Nordd. Allg. Zeitg.": Der Konsul Martens, bisher in Paris, ist zum Konsul in Alexandrien ernannt worden. Der Konsul v. Faber du Faur, zur Zeit in Havre, geht in gleicher Eigenschaft nach Paris und wird in Havre durch den Konsul in Kairo, Becker, ersetzt. Der Kvnsulposten in Kairo ist dem zur Zeit mit der Gerenz des Konsulats in Varna betrauten bisherigen Vicekonsul v. Loehr I. verliehen worden. Das Konsulat in Marseille hat der Generalkonsul Bartels in Moskau übertragen erhalten. An seiner Stelle ist zum Konsul in Moskau der bisherige Vicekonsul in London, Freiherr v. Humboldt-Dachroeden, ernannt, dessen Nachfolge in London der Vicekonsul v. Jecklin, jetzt in Kopenhagen, übernimmt. Auch die Konsulposten in Tunis, Kiew, Montevideo, Kowno und Valparaiso haben eine definitive Neubesetzung erfahren. Nach Tunis geht der Konsul v. Vary, bisher in Basel, nach Kiew der Konsul Schäffer, bisher in Montevideo, nach Montevideo der Konsul in New-Aork, Marheinecke, nach Kowno der bisherige Vicekonsul in Nizza. Frhr. v. Brück, und nach Valparaiso der bisherige Vicekonsul bei dem Generalkonsulat in Shanghai, o. Loehr II. Endlich ist der Dolmetscher bei letzterem Generalkonsulat, Lenz, zum Vicekonsul in Tschifu ernannt worden. — Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht einen Artikel über die Kriegsformation desfranzösischenHeeres. Darnach beträgt die Gesammtsumme der französischen Kriegsformation 1787*/, Bataillone, 32 Kompagnien Infanterie und Jäger, 650 Eskadrons, 1022 Batterien. Im Jahr 1870 hatte die französische Feldarmee erst 368 Bataillone Infanterie und Jäger, 16 Bataillone Marineinfanterie, 115 neugebildete vierte Bataillone, 115 Depotbataillone, zusammen 614 Bataillone, betragen. Die Kriegsformationen vermehrten sich somit seit 1870 um 1173 Bataillone, 308 Eskadrons und 4908 Feldgeschütze. — Durch ein Berliner Telegramm in Nr. 353 ist die Vereinigung der Gruson-Werke und der Krupp'schen Werke gemeldet worden. Die „Kölnische Zeitung" berichtet über diesen Vorgang: Dem Abschluß der Vereinigung der Gruson-Werke mit Krupp sind nur vierwöchentliche Verhandlungen vorangegangen. Gestern Nachmittag wurde die Abmachung endgiltig unterschrieben. Die Verhandlungen wurden hier in den letzten Tagen geführt von Seiten Krupps von den Herren Geheimrath Jenke, Direktor Asthöfer und Direktor Gußmann, von Seiten der Gruson-Werke von Geheimrath Gruson, Ilr. Gruson und dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Justizrath Winterfeldt. Die Angelegen- heit, die bis in die letzten Tage streng geheim gehalten wurde, erregt hier großes Aufsehen. Für die deutsche Industrie im Ausland ist die Vereinigung als ein graßer Vortheil zu betrachten, denn die GeschäftSthätigkeit der beiden Firmen hatte sich mit der Zeit s» ausgebildet, daß sie viele gleiche Artikel herstellten und dadurch im Ausland oft, namentlich in Bezug auf Kriegsmaterial, miteinander in Wettbewerb traten, ein nach mehreren Beziehungen unerfreuliches Verhältniß, dessen Wegfall der deutschen Industrie nur zugute kommen kann. — Gegen allzu weitgehende Erwartungen, die an den Präsidentenwechsel in Nordamerika für eine Beseitigung der Mac Kinley-Bill geknüpft werden könnten, spricht der „Hannoversche Courier" sich aus. Das Blatt sagt: „Aus Berlin wird uns geschrieben, daß es sich empfehlen dürfte, die Erwartungen, die man au« Anlaß des Präsi- dentenwechsels in den Vereinigten Staaten und der damit verbundenen Aenderung im Regierungssystem auf eine volle oder theilweise Aufhebung der Mac Kinley- Bill hegen könnte, recht niedrig zu gestalten, die deutsche Industrie würde sonst mit Faktaren rechnen, die sich nicht bewähren werden. In den durch amtliche Beziehungen diesen Dingen nahestehenden Kreisen nimmt man als sicher an, daß derjenige Theil der Mac Kinley- Bill, der die Bestimmung der Zollsätze enthält, überhaupt nicht, oder doch nicht in wesentlichen Punkten Aende- rungen erfahren wird, darnach würden also wesentliche Zollherabsetzungen nicht zu erwarten sein. Dagegen hofft man, daß in den sonstigen Bestimmmungen jener Bill über die zolltechnische Behandlung der Waaren und über da- umständliche Fakturenwesen »erkehrserleichternde Aenderungen eintreten werden." — Der Reichstag wird sich alsbald nach Wiederbeginn seiner Sitzungen mit einer sozialdemokratischen Interpellation über die zur Abwehr des herrschenden Nvth- standeS beabsichtigten Maßnahmen zu beschäftigen haben. Die „Nat.-Lib. Korr." bemerkt dazu: Gegenüber einer ganzen Reihe von Stadtverwaltungen ist bereits die Forderung erhoben worden, öffentliche Arbeiten, die für die nächste Zukunft beabsichtigt waren, ungesäumt in Angriff zu nehmen, und vielfach hat diese Forderung auch, soweit eS möglich war, Berücksichtigung gefunden. Auch das Reich und die Bundesstaaten haben mancherlei öffentliche Arbeiten zu vergeben, deren Ausführung zur Milderung der vielfach herrschenden Arbeitslosigkeit beschleunigt werden kann. Ohne Zweifel wird in dieser Beziehung von alle» bethnligten Stellen Rücksicht und Entgegen- kammen so viel wie irgend möglich bewiesen werden. ES muß aber auch bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen werden, daß daS gegenwärtige Darniederliegen unserer wirthschaftlichen Ber- hältniffe, der Druck auf dem Erwerbsleben zum große» Tbeil Schuld der Arbeiter selbst ist, welche nicht einsehen «ollen, daß ihre Jutereffe» mit denen der „Arbeitgeber" eng verbunden sind. Die beständigen Kämpfe, welche die Industrie mit den Arbeitern zu führen hat» die daraus entspringende Unsicherheit aller wirtb- schaftlichen Verhältnisse, die wachsenden Schwierigkeiten d-S Wettbewerbs auf dem Weltmarkt haben nicht wenig zu dem Darnieder- liegen unserer gelammten Erwerbsthätigkeit beigetragen. Nimmt das Geschäft wieder einmal einen Aufschwung, so kann man sicher sein, daß alsbald Lohnstreitigkeiten störend dazwischen treten und die Nutzbarmachung einer günstigeren Lage verhindern- Dir Folgen sind dann nothwendig wieder Einschränkungen der Produktion, Entlassungen von Arbeitern, Notbstand. Unter den eigentlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit darf dann auch die sozialdemokratische Agitation nicht vergessen werden, welche ersprießliche Verhältnisse in der industriellen Arbeiterwelt gar nicht mehr aufkommen läßt und damit die Grundlagen zerstört, auf denen die Wohlfahrt der Arbeiter selbst beruht. VeHerreirtz-Ungani. Wien. 23. Dez. Die Verhandlungen über die Bildung einer neuen parlamentarischen Majorität sind vertagt worden; erst nach Neujahr werden, wie heute eine anscheinend von unterrichteter Seite stammende Notiz besagt, zwischen dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe und den Parteiführern Verhandlungen wegen der Bildung einer Mehrheit stattfinden- Da da« Abgeordnetenhaus erst Ende Januar seine Arbeiten wieder aufnimmt, so bleibt nach Neujahr noch eine nicht allzu knapp bemessene Zeit für diese Verhandlungen übrig. Im Allgemeinen sind die Aussichten für eine Verständigung nicht ungünstig, doch muß man vor allen Dingen erst über das Programm, auf Grund dessen eine neue Mehrheit zu Stande kommen kann, schlüssig werden. — Das Kabinet Wekcrle schreitet von Erfolg zu Erfolg. Der „Polit. Korr." schreibt man aus Pest: „Nunmehr hat es auch die erste große Feuerprobe glücklich bestanden. Dir Debatte über die Jndemnitätsvorlage und die Generaldebatte über das Budget haben sich in verbältnißmäßig kurzer Zeit und mit einer in Ungarn schon seit langem nicht wahrgenommenen Sachlichkeit abgewickelt- Das Ergebniß dieser Debatten besteht darin, daß das gegenseitige Verhältniß der parlamentarischen Parteien eine bedeutende Verbesserung erfahren hat und daß der Beruf Wekerle's zur Führung der Regierung nicht nur innerhalb seiner eigenen Partei, sondern auch bei der Opposition volle und immer wachsende Anerkennung findet. Eine Enttäuschung haben nur Diejenigen erfahren, welche erwarteten» oder doch mindestens die Annahme verbreitet halten, daß Or. Wekerle darauf auSgebe, die Fusion mit der Partei des Grascu Apponyi herbei- zusühren. In dieser Richtckng muß man sich vor Augen halten, daß auch bei dem Führer der Nationalpartei selbst gegenwärtig keinerlei Neigung zu einer solchen Fusion vorhanden ist» denn Graf Apponhi hat sich in der Aufstellung allgemein politischer und nationaler Forderungen in dem Maße engagirt, daß er vor der Erfüllung derselben wohl nicht in der Lage ist» sich der Regierung anzuschließen. Nun ist aber dem Grafen Apponyi von der Regierungsbank in loyalster Weise erklärt worden, daß das Kabinet sich zur Adoptirung der mehrerwähnten Postulate des Führers der Nationalpartei nicht bloß aus prinzipiellen Gründen, sondern auch aus Erwägungrn der Opportunität nicht entschließen könne. Nur Diejenigen, die sich hierüber nicht klar waren, konnten durch diesen Verlauf der Dinge eine Enttäuschung erfahren; Diejenigen dagegen, welche die Situation richtig be- urtheilt haben» wissen, daß für die auzustrebende Gestaltung des gegenseitigen Verhältnisses der Parteien, insbesondere in Bezug aus daS objektive Zusammenwirken der Angelegenheit »er Reformen, nunmehr ernste Aussicht vorhanden ist. Ein derartiges Verhalten hat Graf Apponyi in Aussicht gestellt und man kann es als wahrscheinlich erachten» daß die noch »bschwebenden Schwierigkeiten sich beseitigen lassen werden." Italien. Rom, 23. Dez. Der Papst empfing das Heilige Kollegium, um dessen Weihnachtswünsche entgegenzunehmen. Der Papst dankte für die Wünsche und sagte, wenn man die europäische Lage vom moralischen und religiösen Gesichtspunkte aus betrachte, so bemerke man den Anbruch eines Sturmes, welcher das letzte bedrohliche Anzeichen des Niederganges und des Unheils sei, die nur durch die heilende Kraft der Kirche zu beseitigen wären. Die Kirche befinde sich im Kampfe gegen die heftigsten Angriffe. Der Papst verbreitete sich dann speziell über die Vorgänge in Italien und verurtheilte das Wirken einer schädlichen Sekte, welche niemals eine wahre Freundin des Volkes sein könne, leider aber von der Regierung unterstützt und gefördert werde. Der Papst erflehte schließlich den Segen Gottes für Rom und die ganze Welt. Frankreich. Paris, 23. Dez. Sowohl der Senat wie die Depu- tirtenkammer füllten die heutige Sitzung mit der Panama- Affaire aus, hinter der ja gegenwärtig in Frankreich alle anderen Fragen und Erscheinungen des öffentlichen Lebens weit zurücktreten. Im Senat stand der Antrag des Generalstaatsanwalts auf die gerichtliche Verfolgung von fünf Senatoren auf der Tagesordnung. Die angeschuldigten Senatoren betheuerten, daß sie sich keiner verwerflichen Handlungen schuldig gemacht hätten, und das Haus beschloß darauf, dem Anträge der Staatsanwaltschaft Folge zu geben. Die fünf Senatoren werden also Gelegenheit haben, vor dem Untersuchungsrichter den Nachweis für ihre heute versicherte Schuldlosigkeit zu führen. In der Deputirtenkammer richtete Millevoye eine Interpellation an die Regierung; er sagte, aus den Erklärungen FloquetS vor dem Untersuchungsausschüsse gehe hervor, daß die Regierung sich das Recht zuerkenne, vom politischen Standpunkt aus in die Vertheilung der Gelder einer Handelsgesellschaft einzugreifen. Er frage deßhalb, ob der gegenwärtige Ministerpräsident diese Theorie ebenfalls annehme. Floquet hatte sogleich bei Beginn der Rede Millevoye'S den Kammervorsitz abgegeben, um dem Interpellanten antworten zu können. Er erklärte, er sei nicht darauf gefaßt gewesen, daß er nach 40 Jahren eines ehrlichen Lebens in entehrende Beschuldigungen hineingezogen werde. Eine Regierung, die mit der Wahrung der. allgemeinen Sicherheit betraut sei, könne unmöglich, ohne einzuschreiten, zusehen, wie Geldbestände, die größer seien als ihre eigenen geheimen Fonds, auf öffentlichem Wege an die Presse gelangten. Demgemäß habe auch seine Regierung gehandelt. Er erwarte wegen seiner Handlungen kein Mitleid von seinen Gegnern, denn es sei nur die Pflicht der Regierung gewesen, unter den obwaltenden Umständen die Vertheilung der Millionen zu überwachen. Graf Bernis von der Rechten erkärte, ihm könne die Vertheidigung FloquetS nicht genügen. Wenn in einem civilistrten Lande eine so ungeheuere Gaunerei verübt werde, so sei e« doch nicht Sache der Regierung, mit zum Jägerrecht zu kommen und ihren Theil von der Beute zu nehmen, sondern es sei ihre Pflicht, einen solch offenbaren Diebstahl zu hindern. Er schloß mit einem derben Ausfall gegen den früheren Finanzminister Rouvier. der nun nach ihm da« Wort ergriff. Rouvier legte dar, weßhalb er sich an persönliche Freunde gewandt habe, um die geheimen Geldbestände zu vergrößern. Bankier Vlasto habe ihm 100000 Francs aegebe'n, die er später aus den geheimen Fonds zurückerstattet habe. Das sei nicht ungesetzlich. Derselbe Freund habe ihm später nochmals 50000 Francs geborgt, die Reinach zurückerstattet habe, ohne daß die Regierung gewußt habe, daß das Geld von der Panama- Gesellschaft stammte. Er habe sich nichts vorzuwerfen, er habe seine Pflicht in erregter Zeit erfüllt, als ihm tagtäglich Todesdrohungen zugegangen seien. RouvierS Rede wurde auf der Linken beifällig ausgenommen, während die Rechte lärmte. Die Rechte zeigte sich heute überhaupt sehr feindselig und angriffslustig. Auch nach Rouviers Rede ergriff ein Mitglied der Rechten. Le Pronost de Launay, das Wort. Er erklärte die Regierungstheorie Rouviers für verwerflich. Wenn die Regierung Geld nöthig hatte, hätte sie sich an das Parlament wenden müssen. Dann kam noch einmal der Interpellant an die Reihe. Millevoye sagte, was er zu wissen wünsche, sei, ob der gegenwärtige Ministerpräsident den Lehren, die hier soeben von zweien seiner Vorgänger, aufgestellt worden, zustimme. Auf diese Herausforderung hin gab der Ministerpräsident Ribot seine Erklärungen ab. Er sagte, Millevoye'S Streben gehe dahin, das Land zu beunruhigen. Das Land wolle aber nur Klarheit über die Panama-Geschichte; Angriffe auf die Republik würden von der Bevölkerung nicht gebilligt. Die Bevölkerung stehe daher auf Seiten der Regierung, die sich bemühe, die verlangte Klarheit zu schaffen. Dar Gericht habe jetzt seine Entscheidung zu fällen und die Kammer habe seinen Spruch abzuwarten. Die Kammer sehe, daß die Verfolgung ihren Gang gehe, trotzdem verlange man eine Untersuchung, weil man hoffe, dadurch Unruhen hervorzurufen. Man wolle über die Regierung zu Gericht sitzen, sie aber werde sich weder stören noch einschüchtern lassen; sie werde diesen Feldzug, über dessen Charakter sich Niemand täusche, zu überwachen wissen. RibotS Erklärungen wurden von der Linken mit Beifall ausgenommen und. nach kurzer Fortsetzung der Debatte nahm die Kammer mit 355 gegen 91 Stimmen eine von Hubbard beantragte Tagesordnung an, welche die Erklärungen der Regierung billigt und zu der Festigkeit der letzteren Vertrauen ausspricht. — AuS Dabomey kommen Nachrichten, aus denen zu entnehmen ist, daß General Dodds mit einem Theile seiner Truppen die eingenommene Hauptstadt Abomey am 27. Navember nach zehntägigem Aufenthalte wieder verlassen und sich nach Porto Novo zurückbegeben hat. In Abomey ist eine Besatzung von sieben Kompagnien verblieben, welche im Palaste von „Goho" untergebracht sind. Dieser „Palast" ist ein in der Nähe der Stadt gelegener Sommersitz, den König Behanzin von Zeit zu Zeit bewohnte: er ist. wie alle solche Anlagen in Dahomey, von einer Lehmmauer umschlossen. Die Wohnungen des Königs und seines Hofstaates werden durch eine Anzahl von Hütten gebildet, die sich von denen der Landeskindcr nur dadurch unterscheiden, daß sie etwa- größer und weniger schmutzig sind wie letztere. Die ganze Baulichkeit wird durch die frau- zösilchcn Truppen zur Vertheidigung eingerichtet. Die Küstenorte haben sich der französischen Herrschaft unterworfen, die Stadt Wbydah ist gleichfalls bereits in den Besitz der Franzosen übergegangen. Die mit der Eroberung WhydahS beauftragte Abtheilung sollte sodann über Alada nach Abomey marschiren, um auf diese Weise das Innere des Landes zu unterwerfen. Daß man aber trotz alledem den König Behanzin noch nickt für endgiltig besiegt erachtet, beweist eine Aeußerung in „l-L krsnes militairs", welche in einer ihrer letzten Nummer» dringend mahnt» das Fell des Bären nicht eher zu verkaufe«, ehe der Bär erlegt sei. Das französische Fachblatt begründet diese Mahnung mit f,lgenden Worten: „Den größeren Theil des Landes haben wir freilich besetzt, aber Behanzin ist mit seinen Soldaten, die durch Zuzüge sich fortwährend verstärken» in die Gebirgsgegenden des oberen Ueme entkommen. Sie dahin zu verfolgen wäre eine Thorheit, denn in dem damit hervorge- rusenen „Kleinen Kriege" würde die militärische Tüchtigkeit der Krieger des entthronten Herrschers von neuem zur vollen Geltung kommen." Großbritannien. Lvndou, 23. Dez. Die Wahl des antiparnellitischen Deputirten Davitt in Corthoncath wurde für ungiltig erklärt, weil die Wähler von den Klerikalen in unzulässiger Weise beeinflußt worden seien. (Die Anti- parnelliten verfügen nach Abzug dieser für ungiltig erklärten Wahl über 71 Mandate im Unterhause und sind demzufolge nach den Gladstoneanern (271) und den Konservativen (266) die drittstärkste Partei im Hause.) Serbien. Belgrad, 23. Dez. Der Zwiespalt zwischen der serbischen Regierung und dem StaatSrath wird hier als weniger bedenklicher angesehen wie eS in einigen auswärtigen Blättern geschieht. Man glaubt, die liberale Regierung werde über etwaige Beschlüsse de« radikalen StaatSrathS, die seiner Zuständigkeit widersprechen, einfach hinweggehen und sie als nicht vorhanden betrachten. Eine Auflösung des StaatSrathS durch die Regierung wird vorerst deswegen bezweifelt, weil die Radikalen ein solche« Vorgehen in Abwesenheit des Parlament» als eine Art Staatsstreich darstellen und bei den kommenden Wahlen gegen die Regierung verwerthen könnten. Der Staatsrath hatte es ohnehin offenbar auf einen Bruch abgesehen, was man ihm wahrscheinlich nicht erleichtern wird. Hrotzherrogthum Maden. Karlsruhe» den 24. Dezember. L (Das »Gesetzes- und Verordnungsblatt für das Großherzogtbum Baden") Nr. 37 veröffentlicht eine Verordnung des Ministeriums des Innern, die Schifffahrt auf dem Bodensee betreffend. * (Großh. Hoftheater.) Am Donnerstag den 29. Dezember werden neu einstudirt die 1876 zum ersten Male in Karlsruhe gegebenen »Deutsche Lustspiele aus vier Jahrhunderten" in Scene geben. Zweck dieser Vorstellung ist, ein ungefähres Bild von der geschichtlichen Entwicklung des deutschen Lustspiels und zugleich der äußeren sccnischen Einrichtungen des deutschen Theaters zu geben. Der Abend wird eingelcilet durch das Fastnachtspiel „DaS heiß Ehsen" von Hans Sachs (1494—1576), erstmals aufgesührt zu Nürnberg 1551. Es folgt »Die ehrlich Bäckin" von Jakob Ahrer (1605). Das dritte Stück bildet ein Lustspiel des Wiener Hanswurst-Spielers Gottlieb Prehauser (1699-1769): „Hanswurst, der traurige Kuchelbäcker". Das 19. Jahrhundert wird vertreten durch eine Novität, den Schwank „In Civil" von Gustav Kadelburg. Außerdem bringt da« Schauspiel in der folgenden Woche Wiederholungen von »Die Orientreise" und .Vasantasena". In der Oper gelangt am Montag den 26. Dezember »Die Zauberflöte", am Sonntag den 1. Januar 1893 „Lohengriu" zur Aufführung. Die für Mitte Januar geplante Vorführung der Trilogie „Das goldene Vließ" muß eingetretener Hindernisse wegen zunächst unterbleiben. Statt dessen wird für diese Zeit eine Neueinstudirung von Jmmer- uianns Trauerspiel »Andreas Hofer" vorbereitet. ? (Neujahrsbriefverkehr.) Zur Förderung und Erleichterung deS Neujahrsdriefverkehrs können Briefe. Postkarten und Drucksachen an hiesige Einwohner» welche am 1. Januar,Vormittags, pünktlich zur Bestellung gelangen sollten, bereits von 26. Dezember ab zur Einliefcrung gebracht werden. Der beabsichtigte Zweck wird aber nur erreicht, wenn die Auflieferung spätestens bis zum 30. Dezember, Mittags, erfolgt. Die erst am 31. aufgelieferten Briefe rc. können aus dienstlichen Gründen nicht mehr besonders behandelt werden. An diesem Tage ist die Adressirung an da« Postamt zwecklos. Die Absender haben die bis einschließlich 30. Dezember aufzuliefernden, nach Karlsruhe bestimmten Reujahrsbriefe, welche einzeln mit Freimarken frankirt werden müssen, in einen Umschlag zu legen und diesen mit der Aufschrift zu versehen: „Hierin Neujahrsbriefe nach Karlsruhe. An daS Kaiserliche Postamt 1 hier." Die also adressirten Päckchen, deren Frankirung als solche nicht beansprucht wird» können an den hiesigen Postschaltern abgegeben, »der, soweit es der Umfang gestattet, in die Briefkasten gelegt «erden. Ausdrücklich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diese Einrichtung sich lediglich auf die in Karlsruhe verbleibenden frankirten Briefe» Postkarten und Drucksachen erstreckt. Briefe nach anderen Orten gelangen in gewöhnlicher Weise zur Absendung. Es ist dringend »ötbig, Neujahrsbriefe mit der vollständigen und richtigen Wohnungsangabe nach Straße und Hausnummer zu versehen. Wer diese Angaben wegläßt oder sie unrichtig mederschreidt, muß es sich selbst zuschreibcn, wenn seine Briefe später als jene mit richtiger Wohnungsangabe zur Bestellung gelangen können. * (Zur Bewältigung des Ncujabrsbriefver- kchrs) reichen die angcstellten Kräfte der Post nicht aus; die Direktion des hiesigen Postamtes 1 macht daher bekannt, daß für die Zeit vom 31. Dezember bis zum 3. Januar sechszehn jüngere Leute zum Sortiren von Neujahrsbriefen Beschäftigung finden können. Angenommen werden unbescholtene Leute, die im Lesen geschriebener Aufschriften Uebung besitzen» und bevorzugt werden junge Leute aus dem Kaufmannsstande, Schreiber u. s. w. * (Für die Schwurgerichtssitzungen) des ersten Quartals 1893 ist Herr Landgerichtsdirektor Fischler zum Vorsitzenden und Herr LandgerichtSrath Oser zu dessen Stellvertreter ernannt worden. Als Geschworene für diese Session sind gezogen: 1. Max Machol, Kaufmann in Bruchsal, 2. Heinr. Popp» Kaufmann in Gernsbach. 3. August Klein, Bauunternehmer in Unterbeuren, Gemeinde Licblcnthal- 4. Ludwig Gail- fnß, Landwirth in Steinmauern. 5. Ruppert Brettle» Rath- fchreiber in Büchig. 6. August Naffal, Müller in Rothenfels, 7. Kornel Peter, Bürgermeister in Sinzheim. 8. Leopold von Schilling. Major a. D. in Karlsruhe. 9. Karl Moll. Fabrikaufseher in Niefern. 10- Karl Stuhlmüller, Metzger in Bruchsal. 11. Heinr. Frhr. v. Gahling-Altheim, Rittmeister a. D. in Baden. 12. Wilhelm Ohlmer, Gärtner in Gernsbach. 13. Heinrich Neff» Hauptmann a. D. in Karlsruhe. 14. Georg Friedrich Gebhard, Landwirth in Gemmingen. 15. August Graf v. Bismarck, Major a. D. in Baden. 16. Julius Sale. Fabrikant in Pforzheim. 17. Heinrich Oswald, Kaufmann in Durlach. 18. Ernst Keller» Kaminfegermeister in Breiten. 19. Nikolaus Altenbach, Ziegeleidesitzer in Elchesheim. 20. Friedrich Spatz, Fabrikant in Pforzheim. 21. Adolf Wenz, Müller in Königsbach. 22. Arthur Nützelberger, Rentner in Pforzheim. 23. Anton Kohm, Bierbrauer in Durmersheim. 24. Martin Betsch, Wirth in Gochsheim. 25. Johann Löffler, Gemeinderath in Kuppenheim. 26. Joseph Frank, Gastwirth in Flehingen. 27. Johann Georg Doll, Gg. Sohn» Landwirth in Evpingen. 28. Lambert von Babo, Maler in Baden. 29. Alfred Stüber, Kaufmann in Karlsruhe. L0. Karl Heinrich Brauch. Bürgermeister in Wössingen. * (Ein weiterer Grenadier) ist der beim Leib-Grena- dierregiment ausgetretenen Meningitis zum Opfer gefallen, so Haß bis jetzt drei Mann der heimtückischen Krankheit erlegen sind. Weitere Erkrankungen sind nicht zu verzeichnen. * (Dem heutigen Weihnachtstage) leuchtete der schönste, hellste Sonnenschein. Wer der Ansicht ist, daß zur Poesie des Weihnachtsfestes frisch gefallener Schnee gehört, wird freilich mit dem diesjährigen WeihnachtSwetter nicht einverstanden sein; aber wir hatten heute einen heiteren, dabei ziemlich kalten, klaren Wintertag, der für die letzten Weihnachtseinkäufe und für den regen Straßenverkehr, der sich au diesem Tag noch zu entwickeln pflegt, wie geschaffen erschien. Der Geschäftsverkehr war heute bis in die Abendstunden hinein ein recht lebhafter. Auch -der Christbaummarkt war beute noch gut besucht. Nun haben daS hastige Treiben in den Geschäfte» und die geheimnißvollen Vorbereitungen in den Häusern bald ein Ende; bald lüftet sich beim Schimmer der WeihnachtSkerzen daS große und seit Tagen ängstlich gehütete Gehrimniß der WeihnachtSrinkäufe und wie die Geber mit ihren Geschenken beglücken, so fühlen sie sich selbst beglückt in der Freude. Anderen ihre Liebe »eigen zu können Wobl sind die Gaben, die der Weibnachtsmann bringt, ungleich an Werth, ober nicht ihr Preis bestimmt ihre Bedeutung als Festgabe und das Maß der Freude» die sie erregen; die Gesinnung des Gebers adelt die kleinste Gabe und das geringste Zeichen der Freundschaft und Liebe vermag eine herzliche Freude bervorzurufen. -l- Schopfheim, 23. Dez. (Der Gemeinderat b) beschloß in seiner gestrigen Sitzung, vom 1. Januar ab an der Volksschule kein Schulgeld mehr erheben zu lassen. Ferner wurde das Antrittsgeld für das Bürgerrecht für sämmtliche Aufnahmen des adlaufenden Jahres auf 16 M. festgesetzt, während die Auslage des Bürgergenuffes künftig wegfällt. -j- Verschiedenes. IV. Berlin, 23. Dez. (Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt) wurden in den letzten Tagen weitere sechs Cholerafälle aus Hamburg gemeldet, von denen zwei tödtlich verliefen. Ferner wurde dem Gesundheitsamte nachträglich ein eingeschleppter Cholerafall aus Wandsbeck gemeldet. ss Würzburg, 23. De,. (Der Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege) wird seine nächste Jahresversammlung in der zweiten Hälfte der Pfingstwoche, vom 25. bis 27. Mai 1893 hier abhalten. * Pest» 22. Dez. (Falk-Jubiläum.) Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des vr. Max Falk als Chefredakteur deS »Pester Lloyd" sind demselben noch weitere Gratulationen zugekommen von dem Reichskriegsminister Freiherrn v. Bauer, Minister a laters Grafen Tisza, Botschafter v. Szögyeny u. s. w. Nachmittags fand zu Ehren FalkS ein von der Redaktion des „Pester Lloyd" veranstaltetes Bankett statt, welche« sämmtliche Koryphäen des öffentlichen Lebens in Ungarn vereinigte. An der Haupttafel saß der Jubilar zwischen den Präsidenten beider Häuser des Reichstages, dann schloffen sich in weiterer Reihe die Minister Wekerle, Graf Tisza, Szilagh. v. Hieronymi, v. Lukacs an. Ministerpräsident Wekerle erklärte» Falk habe in den Zeiten deS Kampfes eine liberale Journalistik geschaffen und kämpfe noch immer für die Ideen des Liberalismus und der Freiheit. Die liberale Presse sei eine der stärksten Bürgschaften für die öffentliche und individuelle Freiheit. Denselben Gedanken drückten in verschiedener Form noü» der Präsident des Magnatenhauses Szlavy, ferner Abgeordneter Csernatonv und auch die Führer der Opposition, Abgeordneter Julius Horvath und Abgeordneter Hodossy auS. Albert Sturm verglich di° deutsche Presse in Ungarn mit einem Schiffe, das unter nationaler Flagge, aber mit deutschem Kommando segle, und dann sprach noch Moriz Jokai. L.8. Paris» 23. Dez. (Ein Streik in Havre.) Gestern haben in Hovre 3L00 Hafenarbeiter, welche eine Lohnerhöhung fordern, die Arbeit eingestellt. Dem Streik schloffen sich heute auch die Schichtmeister an, unter deren Aufsicht die Tagarbeiler stehen. Die Ordnung wurde bisher zwar nicht gestört, doch ist die durch den Auskand geschaffene Lage immerbin eine sehr ernste, da der gesammte Handelsverkehr fast vollständig gehemmt ist. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Red«kti»n eingetrgffen.) Berlin. 24. Dez. Dem Reichstage ging für die Mili- tärkommissig« reichhaltiger Material zur Ergänzung der Militärvorlage zu. München, 24. Dez. Seine Majestät Kaiser FranZ Joses ist hier eingetroffen, um die Weihnachtstage be' seiner Tochter zu verbringen. Bern, 24. Dez. Die Wintersession der Bundesversammlung ist geschlossen worden. Die nächste Session beginnt voraussichtlich im Anfang März. Paris, 24. Dez. Es verlautet, der in die Panama- Affaire verwickelte Cottu habe am 10. Dezember zwei große Ballen Schriftstücke fortschaffen lassen, vermuthlich nach Oesterreich. London, 24. Dez. Eine gestern Abend in Bristol veranstaltete Kundgebung ausständiger Dockarbeiter führte zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Herbeigerufene Truppen zerstreuten die Menge. Eine von den Ausständigen an anderer Stelle veranstaltete Versammlung wurde gleichfalls durch das Militär zerstreut. Buenos - Ayrrs, 24. Dez. Ein im Kongreß ein- gebrachter, in sehr heftigen Ausdrücken abgefaßter Antrag verlangt von der Regierung Auskunft über den Zwischenfall bezüglich des chilenischen Gesandten in Argentinien. (Der chilenische Gesandte in Argentinien wird beschuldigt, argentinische Beamte bestochen zu haben.) Grvtzherzogliches Hosthralrr, Sonntag, 25. Dez.: Keine Vorstellung. Montag» 26. Dez. 19. Vorst, außer Ab.: »Die Zauberflöte", Oper in 2 Aufzügen von Em. Schikaneder. Musik von W. A. Mozart. Anfang V-7 Uhr. Dienstag , 27. De». 143. Ab. - Borst.: „Die Orientreise", Schwank in 3 Akten vou Oskar Blumcnthal und Gustav Kabel- bürg. Anfang ^7 Uhr. Im Stabtgarteutheater Karlsruhe: Keine Vorstellungen. FamiliennLchrichten. Karl-ruhr. Auszug au, »em Ktaurrobuch-Kegtster. G-bnrten. 21. Dez. Marie. B-: Josef Matheis. Maschinenschlosser.- 23. Dez. Maria. V.: Theodor Kiefer, Central- assistent. Ebeaufgebote. 20. Dez. Josef Merkel von Muggen- sturm, Babnarbccter hier, mit Aaroline Berkenkopf Witwe von Dürrenbüchig. — Adam Walter von Elsen», Taglöbner hier, mit Mathilde Schaaf von Dasbach. — Moritz Beselau von Nürnberg, Kaufmann allda, mit Frieda Dreifuß van hier. — 22. Dez Franz Rauch von hier» Sergeant in Kehl, mit Elisabeths Heffemhaler von Mainhardt. — Hermann Roy von Livven. Ausläufer h>er, mit Rosine Dittus von Pforzheim. — August Röckel vou Durlach, Taglöhner allda, mit Anna Order von Blankenloch. Eheschließung. 24. Dez. Markus Stöhr von Rust, Kaminfeger in Bübl, mit Franziska Welte von Stockack- Todesfälle. 22. Dez. Brigitte Striekel, ledig, Dienstbote, 22 I. — Anna, Ehefrau des Waaameisters Philipp Schäfer» 32 I- — 24. Dez. Amalie, Wwe. des WagnerS Peter Fromholz, 50 I. WlUrruugsdrsbachtangr, »er Met« rat. »latta, Karl-rntzr. Dezember ! "" rzerm.! t» o. Relativ« keM «Oed. tzi«««. 23 Nachts 9»ll >753 5 - 40 24"° 73 NE klar 24. Mrgs. 7"U.i) 752 5 - 74 20 78 24 Miktas.2"U. ! 751.2 ') Reif I - 32 23 65 " Wasserstau» de» Rheiu«. «ara», 24. Dez., Mrgs.» ».39 », gefallen b om. Wetterbericht vom 24. Dezember 1892. Eine Depression ist feit dem Vortag über dem Bottnischen Meer erschienen, in feiner nächsten Umgebung beträchtliches Nachlassen des Frostes veranlassend; der Hobe Druck ist südwärt« zurückgewichen, so daß sein Kern am Morgen über den nordöstlichen Theilen Mitteleuropas lag. In Deutschland bat die Kälte bei meist heiterem Himmel noch weiter zugenommen; im Westen und Süden weben dabei nordöstliche Winde. Das Wetter wird vorerst noch heiter und kalt bleiben. Ein WitternngS- umschlag siebt erst dann in Aussicht, wenn Cirruswolken er fchrinrn, wenn das Barometer stärker zu fallen beginnt und wen» der Wind über Süd nach Südwest überdreht. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in tkarlsruhe. Lv M. W>U8 81i'LU88, Karkfuliv. Lll SeM — Lalasralras»« 143 — Bedeutendstes Spezialgeschäft in Besatzartikeln, aller Arten, Besatz stoffen, Paffementcrien, Spitzen, Knöpfen, Weißwaaren, Hand schuhen, Cravatten. Fächern. Ständiger Eingang von Neuheiten. XvnslgeAkei'dliektt llUsgsria vou f. lXsfsei' L LL lloffieteravtev, Karlsrulis, RonäsIMtr. Srösstss Imxvr von I-uxus- unck SsdrunolmurlllrslL in korrsllitu. OrzwtaU, SronM, (üu-iiitoLs-AIder, keuclulM, Immgen kür Oesotrsnk«. Xnsstsnsrn. UötsI-nnckUaussinrlofttnnAan. Wvürrksrlr vom 24. Dezember, Morgen« 8 Uhr. 1k- / -7 ) ^ l, Dortmunder 55.90 3°/, Rente »7.75 l > Bochumer 120.50 Spanier 64.— X X Rubelnoten S02.20.Türkeu »1.65 X v Tendenz: still. Ottomane 586.— ( -- Wien. 3°/, Portugiese» «3.— Kreditoktien 312.60 Tendenz: fest. gten Zahlen geben die Temperaturgrade nach CelfiuS au; die dm Kurven (Isobaren) eer reduzirten Barometerstand in Millimeter. Cyeumttz. l«. MS «Leche». » Xi»», ne »eusihrmlffer. k Pari», vt Peter»«» » S»t»«,IV«, «l. r. O »oNenl^. « »egen, s »estel. » Schnee. L H»«el. -I- »Nh, »eMtter. -«-UL Schuxecher »te». Ych. Store». Ork»». - Dunst. — p --- s«,a telchr. Lu,-»«. Stitt jtUr itsrü-ttt» Aiijtist Todesanzeige. ^D^A-84. Breiten. I " Tiesbetrübt widmen wir Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber Gatte und Vater Großh. Notar a. D. Michael Schmidt heute Nachmittag 4 Uhr nach langem schweren Leiden zur ewigen Ruhe sanft entschlafen ist. Wir bitten um stille Theil- nähme. Breiten, 23. Dezbr. 1892. Emma Sch midt, geb. Lueger, und Kinder. Beerdigung: Sonntag den 25., Nachmittags 2 Uhr. MM» ,«» !! ÜMI 1 A ! !« I H" >', ! > >-' M 'U ! Uhr-.Wetten. 566 Stück ff. Damen- und Herren- Ubrkelien in Double u->d Talmi oebe zu jedem Preise ad. Reizende Sacken, besonders zu Gesckenkcn geeignet. Man siebe die Fenster-Ausstellung. "W8 ZGeizn WeuMmWilt, Karlsruhe, Hrbelstratze II. 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