Beilage ?u Me 355 -er Karlsruher Zeitung. Sonntag, 2S. Dezember 1892 Grotzherzogthum Baden. Karlsruhe, den 24. Dezember. 8eb». (Mittheilunaeu auS der gestrigen Stadt- rathSsitzung.) Mit der Gemeinde Bulach wurde vorbehaltlich der Zustimmung des Bürgerausschuffes ein Vertrag abgeschlossen, nach welchem das auf Bulacher Gemarkung gelegene Gelände des Bahnwalds und der Bahnwaldäcker im Ulächeugeyalt van 518 029 Quadratmeter in das Eigellthum und in die Gemarkung der Stadt Karlsruhe gegen Zahlung einer Vergütung von 343 70« M. 30 Pf. übergeht. — Nach Mit' theiluug der Generaldirektio» der Großh. Staatseisenbahnen betragen auS dem Betrieb derMaxauer Bahn im Jahre 1891: die Roheinnahmen 612 493 M. 70 Pf., die Betriebskosten dagegen 3»« 481 M. 18Pf., so daß eine Reineinnahme van 226 012 M. 52 Pf. verbleibt. Auf Abschlag wurden im Laufe deS Jahres 1891 192000 M. bezahlt, so daß der Stadtgemeinde »ach ein Restbetrag von 34 012 M. 52 Pf. zukommt. — Die Großh. Oberdirektion des Master- und Straßenbaues hat sich mit dem Projekt der Verbreiterung der Rüvvurrerkraße und deS westlichen Gehweges derselben einverstanden erklärt und die Leistung eines StaatSbeitragS vorbehaltlich der Bewilligung der Mittel durch den Laydtag in Aussicht gestellt. Zunächst wurde das städtische Tiefbauamt mit Anfertigung eines Plans und Kostenvoranschlags beauftragt. — Die für Herstellung der Kaprllenstraße bewilligten Mittel wurden um 5742 M. 8« Pf. überschritten. Die Ueberschreitung ist durch die im ZwangsenteignungSverfahren festgesetzten höheren Geländekaufpreise bervorgerufen. Es fall wegen dieser Angelegenheit dem Bürgerausschuß Vorlage gemacht werden. — Rach Antrag der Stadtgartenkommission werden die für den Verwalter, für den Einnehmer» für den Bootswärter, für die Tbierwärter und für daS Gärtner «personal des StadtgartenS» sowie für den Hausmeister der Festhalle aufgestellten Dienstweisungen genehmigt. — Das von dem verstorbenen Herrn Geheimerath vr. Schevck dem Stadtgarten zugewendete Vermächtniß von 1000 M. soll zur Erbauung eines Wolfskäfigs, der im Bedarfsfälle vergrößert »erden kann, verwendet werden. — Eine Eingabe derMetzger - genossenschaft nm Abänderung der Freibankordnung wurde ablehnend »erbefchieden. — Dem städtischen Archiv wurden Geschenke zugewendet: von Herrn Stadtrath Schüsfele eine Sammlung der beim Kommers gelegentlich der Enthüllung deS Karl-Friedrich-Denkmals im Jahre 1844 vorgetragenen Lieder, sowie von Herrn G. Glock, stuck, pdotogrsxb., Photographien deS EttlingerthoreS beim Einzug der Truppen im Jahre 1871 und des zum Abbruch gekommene» Hauses in der Kaiserstraße Nr. 28. Für diese Geschenke wurde der Dank des StadtrathS ausgesprochen. s* Pforzheim, 23. De». (Ausstellung. — Kirchen- b a u. — Saufest.) An den beiden letzten Sonntagen batte der hiesige .Kunstgewerbeverein' wieder recht sehenSwerthe Ausstellungen veranstaltet. Dieselben umfaßten neben früheren eine reiche Sammlung von sehr schön ausgeführte» Decken-, Wandernd anderen Malereien» ausgeführt von verschiedenen Künstlern; seiner eine hübsche Sammlung von in- und ausländische» Schmetterlingen» welche Herr Fabrikant Fritz Moser von hier der Kunstgewerbeschule zum Geschenk gemacht hat. Außerdem war am letzten Sonntag eine Sammlung Bijouteriereichnuugeu der früheren Firma Collin in Hanau ausgestellt, welche aus der Zeit vom Schluffe des vorigen Jahrhunderts bis in die ! Neuzeit datiren. Vorhanden waren noch Abdrücke von Dosen- rc. > Gravirungen. — Von den drei preisgekrönten Plänen zu einer hier zu erbauenden evangelischen Stadtkirche hat die jüngst statt- gehabte Kirchengemeindeversammlung einstimmig die Ausführung deS mit dem zweiten Preise bedachten Planes des Architekten Voß in Hamburg beschlossen. Die Baukosten sind auf 350 0l>0 M. normirt worden, zu denen noch die Kosten für die innere Einrichtung der KirSc mit etwa 80 000 M. kommen. Die neue Kirche soll 1400 Sitzplätze erhalten. — Nach Bestimmung de» Laudwirtbschaftlichen Bczirksvereins wird in unserer Stadt im nächsten Jahr ein landwirthschaftliches Taufest ab- gehalten werden. _ Literatur. «.*. Gerade noch zu rechter Zeit, wenn auch in letzter Stunde, um unter de» Christbaum gelegt zu werden, versendet die Deutsche Verlagsanstalt eine sehr schön ausgestattete Publikation: DaS Weihuachtsbuch. Erzählungen, Märchen. Gedickte und Lieder von Philipp Graf zu Eulenburg. Mit 38 Illustrationen und 7 Musikstücken. Graf zu Eulenburg hat sich längst in der vortheilhaftestea Weise als Schriftsteller und Komponist bekannt gemacht- Was er hier veröffentlicht, find reizende Dichtungen in Prosa und Versen, die alle ihre Beziehung auf das Weihuachts- fest habe». Sie zeichnen sich aus durch die schlichte Frömmigkeit des Inhalts und die herzgewinnende Sinnigkeit der Form. Besonders unsere Jugend wird mit Freuden dieses schöne Buch begrüßen, dessen Seiten von dem feinen und doch so kräftigen Duft des Chriftbaums durchweht sind, der auch der älteren Generation die lnbsten Erinnerungen an eine glückliche Kindheit erweckt. Die Musikbeilageu bestätigen den bedeutenden Ruf, den Graf Eulenburg sich als Kompositeur erworben hat, und die Illustrationen» von der Hand namhafter Künstler, bilden eine willkommene Zierde dieses Werkes, daS sich wie kaum ein anderes als willkommene- Weihnachtsgeschenk für Jung und Alt darstellt und denn auch als solches unfern Lesern auf das Wärmste empfohlen sein soll. Bei Levh u. Müller sind .Medizinische Märchen' von Philander (geheftet 2 M. 40 Pf.; fein gebunden mit Gold« schnitt 3 M. 50 Pf.) erschienen. In der ungezwungenen Form des frei aus der Phantasie schaffenden Märchens behandelt der Verfasser in kulturhistorischer Weise und in freier Prosadichtung die verschiedenen Entwickelungsphasrn der medizinischen Wissenschaft; so in dem opbtalmologischen Märchen „Dione", wohl dem schönsten der Sammlung, den Glauben an die göttliche Kraft der Pflanzen; in dem orthopädischen Märchen .Phrom' den Glauben an Thierorakel u>ck die erleuchtende Kraft deS Tempelschlafes, in dem balneologischen Märchen .TripStrill und die Pelzmühle' den alten Volksglauben an die verjüngende Kraft der warmen Quellen, u. s. w. Während in den genannte» Märchen medizingeschichtliche Themata verarbeitet werden, findet man in anderen eine scharf beobachtende Kritik einzelner Erscheinungen deS ärztlichen Lebens und der medizinischen Wissenschaft. Man wird die Schwierigkeiten» prosaische Dinge in belletristischer, sogar phantastisch-märchenhafter Form zu behandeln, nicht verkennen und dem Verfasser zu der Lösung seiner Aufgabe nur Glück wünschen. Einen besonderen Reiz bat er den zehn Märchen durch die jeweilige Verlegung deS Schauplatze» der Handlung za verleiben gewußt: sie führen nach dem Pharaoneulande, nach Phönizier,, Altgriechenland, dem zöpfe- tragenden Reiche der Mitte. nach der Apenoinischen Halbinsel, in daS mittelalterliche Schwaben, sogar in das zwanzigste Jahrhundert. Der Stil paßt sich in maßvoller, keineswegs manierirter Weise seiner Umgebung an. DaS durch seine geschmackvolle Ausstattung zu Geschenken geeignete Werkchen werden die Mediziner mit besonderem Vergnügen lesen; auch die Gebildeten aller andern Stände werden dabei Befriedigung finden- DaS Vermächtniß eine- edlen, schlichten und dabei sehr vielseitig gebildeten, erfindungsreichen und hochbegabten LandpfarrerS liegt in «Hoffmeisters Schatzkästlein für Knabe« und Mädchen' (Kassel, bei Th. G. Fischer L Co.) vor. Philipp Hoffmeister war vor einem Menschenalter und darüber Pfarrer in dem hessischen Dörfchen Nordshausen» ein trefflicher Naturforscher und ein gründlicher Kenner der Volkskunde und volkssage, der selber in seinen Erzählungen den Volkston ausgezeichnet zu treffen wußte. Spät tritt die vorliegende, von vr. Hug» Brunner herausgcgebene Erzählung an die Oeffentlichkeit. Auch sie legt Zeugniß ab von der Liebe und Sorgfalt» mit welcher Hoffmeister beobachtete. E« ist diesmal da» Leben und Treiben der Kinder, daS er un» in seiner sinnigen Weise vorführt; wir sehen den Großvater» welcher Wesen und Neigungen der Enkel sorgfältig studirt. liebevoll darauf eingeht» sich an ihrem kindlichen Treiben erfreut. WaS er ihnen erzählt, bald auS der Geschichte, bald ein Märlein oder einen Schwank» hat der Verfasser geschickt in die Erzählung hinein verwoben; sie sind die Hauptsache und darum ist das Büchlein auch für Den nicht ohne Werth, welcher nach neuer Volkskunde forscht, wird doch z. B. das Märchen von dem jungen Goldschmied und seinem goldenen Degen u. W. hier zum ersten Male mitgetheilt. Die WeihnachtSnummer der beliebten Familienreitschrift «Zur Gute« Stunde' (Berlin 57, Deutsche» BerlagShauS Bong u. Co.) zeigt ein ansprechendes Aeußeres und den reichsten Inhalt. Das Deckelblatt ist mit einer reizenden farbigen Zeichnung von Fr- Stahl geschmückt, die den Weihnachtscharakter andeutet. Ein vorzügliches Kunstblatt ist daS doppelseitige Farbenaquarell. „Eine Hildesheimer Kellerfahrt" von William Pape, die das Erscheinen der heiligen drei Könige in dem altberühmteu Hildesheimer Rathhauskeller darstellt. Die Weihnachtsplauderei von 8. Hevesi führ uns nach Wien und in den Wiener Wald und ist mit hübschen Wrihnachtsillustrationen von W. Gause geschmückt An Weihnachten erinnert auch das Stein'sche Aquarell «Pkx Expreß'. Von den Holzschnitten erwähnen wir H. Kaulbachz poetische Darstellung von «Maria auf der Flucht'» Knut Ek- walls gemüthvolle „Abenstuude daheim', L. RosenbergS an. muthigeS Kinderbild „WeibnachtSmorgen'. DaS ist eine werthvolle Gabe, die allseitig Allklang finden wird. In dem zweiten gleichfalls vorliegenden Hefte von «Zur Guten Stunde' schildert der Jagdschriftüeller O- GraShey die «Jagd auf den FuchS"; der Artikel ist mit trefflich aoSgeführten farbigen Aquarellitu- strationen von Sckmitzbrrger geschmückt. Der reiche Inhalt de» Hefte», die Gratisbeigabe der »Jllustrirten Klassikerbibliothek' und die moderne, fesselnde Jllustrationsmanier sichern dem Blatte eine hervorragende Stellung unter den Familienreitschriften. WroMer,ogIiches hofrhratrr. Im Theater in Baden: Mittwoch, 28. De». 14. Ab - Vorst.: «Da» Glöckchen deS Eremiten', komische Oper in 3 Aufzügen nach dem Französischen deS Lokroy und Cormon, Deutsch von G. Ernst, Musik von Aims Maillart. Anfang 7 Uhr. _ Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Nachdruck »erboten. 2. Weihnachts-Erinnerungen. (Fortsetzung.) «In Berlin bin ich geboren. Durch Künstler, die in dem Hause meines Vaters verkehrten» wurde meine Phantasie und mein Ehrgeiz erweckt. Als ich zum Knaben heranwuchs» hörte ich oft zwischen meinem hochgebildeten Vater und seinen Gästen lebhafte Gespräche über künstlerische Fragen, und wenn ich auch trotz eifrigen Zuhörens wenig davon begriff, befestigte sich doch in mir die Ueberzeugung, daß cs ein köstliches Ding um die Kunst sein müsse. Die Schauspielkunst regte mich am meisten an. Bilder und Büsten befanden sich freilich in unserer Wohnung; aber was ich auf den Bildern an den Wänden sah, fand ich in heu Frühlings- und Sommerlandschaften vor den Tboren unserer Stadt» wenn unS an schönen Sonntagen der Spaziergang in die freie Natur führte, weit herrlicher wieder, und an den Büsten widerstand mir die leblose weiße Farbe. Nein, Maler oder Bildhauer wäre ich nicht geworden. Aber der erste Abend im Theater, als ick mit unserem Dienstmädchen zu früh gekommen war, um die Eltern vom Schauspielhause abzuholeu, und ein Stück des Schlußaktes vom Hintergründe der Loge mit anhören konnte — das Theater mit den fröhlichen Farben der Coulissen und der Kostüme, mit der erhöhten Sprechweise der Schauspieler machte mir einen gewaltige» Eindruck. AlS der Vorhang aus majestätischer Höhe über das glänzende Bühnenbild herabrollte und im Hause sich ein Applaus erhob, der mich anfangs erschreckte, bis ich die Darsteller mit dankender Verneigung wieder hervortreten sah und die Bedeutung des Lärms als eine Gunst- bezeugung des Publikums begriff, da hatte ich das Gefühl, daß eS wohl nichts Schöneres auf der Welt gebe, als Schauspieler zu sein. Vor den Eltern verheimlichte ich diese Empfindung in der dunklen Ahnung, daß man mich dummen Jungen schweigen heißen würde, wenn ich mich in die Dinge Erwachsener mischen wollte; aber desto eifriger las ich das aufgeführte Stück, das mir durch einen Zufall iu die Hände siel» als Vater und Mutter am anderen Tage über eine gewisse Stelle deS Dramas stritten und Vater aus der Bibliothek daS Stück holte, das er dann achtlos auf dem Sopha des Speisezimmers liegen ließ. Aus dem letzten Akte des Stücks, den ick mit angesehen hatte, bildete ich mir an der Hand des ganzen Schauspiels eine Vorstellung der Aufführung und es entstand vor meinem Geiste ein glänzendes Bild. Es war «Don Carlos', den ich gesehen hatte» und die hohen Ideen, die reinen Leidenschaften dieses Werkes entzündeten in meinem jugendlichen Herzen eine süße Begeisterung. Seitdem schlick ich mich oft in das Arbeitszimmer meines Vaters und machte eine Anleihe im Bücherschrank. Im Garten des elterlichen Hauses» hinter dem Gesträuch verborgen, genoß ich meinen Raub. Als der Vater eines TageS dahinter kam, war er nicht gerade böse. Er verwies cs mir zwar, daß ich ohne Erlaubniß Bücher auS dem Schranke nahm, weil, wie er sagte» viele Bücher darinnen wären, die für mich nicht paßten; aber er versprach mir, wenn ich fleißig in der Schule sein würde, zu Weihnachten den „Schiller" zu schenken. Meine Herren, ich habe in meinem Leben nicht so viel gearbeitet wie von diesem Sommertage an bis zu Weihnachten, denn wir bekamen damals noch beim Anfang der Weihnachtsferien Censurrn. Mit gutem Gewissen und leuchtenden Augen konnte ich zwei Tage vor dem Weihnachtsfeste meinem Vater unter die Augen treten und ihm sagen: «Da sieh, Vater.' Die Censur war nämlich zwar nicht gerade tadellos ausgefallen, aber sie sah doch ganz anständig aus, namentlich im Vergleiche zu der vorangegangenen, und Vater nickte recht befriedigt mit dem Kopf. Natürlich vergaß ich nicht, ihn an mein Weihnachtsgeschenk zu erinnern» und als der Weihnachtsabend mit seinem Kerzenschimmer herankam. da lagen unter dem Baum auf dem Festtische, an dem für mich bestimmten Platze, in einem stattlichen Stoße schön eingebunden Schillers Werke. Es war eine Ausgabe mit Bildern und indem ich «Don Carlos" aufschlug, der mein Lieblingswerk geblieben war, sah ich mit unbeschreiblichem Entzücken die Hauptmomente des ganzen Trauerspiels in trefflichen Bildern veranschaulicht. Ich weiß nicht, meine Herren» ob Sie sich in meine damalige Empfindungswelt hinein versetzen können: ick habe ein ähnliches Gefühl der Vollbefriedigung, um nicht das Wort Seligkeit auf solche kindliche Gefühle anzuwenden, niemals wieder empfunden wie in jener Stunde. «Der ganze Schiller ist dein, du kannst am Tische» unter den Augen der Eltern stets in ihm lesen'» dieses Bewußr- fein erfüllte mich mit unaussprechlicher Freude. So tief war der Eindruck dieses Momentes, daß er feste Wurzel in meiner Erinnerung gefaßt hat und noch heute lebendig vor meiner Seele steht. Das ist, meine Herren, ver erste von den drei Weihnachtsabenden» von denen ich Ihnen erzählen wollte ' Der Sprecher machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: „Der zweite Weihnachtsabend» von dem ich Ihnen erzählen will, ist nicht so fröhlich gewesen. Jahre waren seit jenem Abende verflossen, an dem ich beglückt mit beiden Händen den „Schiller' umfaßt hielt. Der Drang, mich der Schauspielkunst zu widmen» beherrschte mich immer mächtiger und er blieb auch siegreich gegen den Widerstand, den meine Eltern ihm entgegensetzten. Schließlich rang ich den Eltern das Zugeständniß ab, daß sie meinem Willen freien Lauf ließen; sie sahen wohl, daß die Neigung zur Kunst mich zu einem anderen Beruf untauglich machte. Ich genoß den Unterricht eines unserem Hause befreundeten Schauspiüers, wenn man in unserer Kunst von einem eigentlichen Unterrichte überhaupt reden kann, und nachdem ich auf der Bühne einer nahen Provinzialstadt mit leidlich gutem Glück eine Probe mrioes Talentes abgelegt hatte, ging ich in das Engagement einer westdeutschen Stadt. Es ist mir nicht immer gut gegangen, meine Herren, denn die Gage war bescheiden genug — ick glaube dreißig Thaler im Monat — und nach Haus um Geld zu schreiben verbot mir der Stolz. Indessen man lernt Haushalten. wenn jede Geldvergeudung sich dadurch rächt, daß eS dann am Nöthigsten fehlt, und wegen der dreißig Thaler Monatsgage wären meine Illusionen von der Herrlichkeit des Künstlerstaudes nicht in'S Wanken gekommen. Bitterer als diese Beschränkung der LebenSansprüche, die mir zu Hause zur Gewohnheit geworden waren, empfand -ich die miserablen Verhältnisse an unserem Theater und die gewöhnlich« Gesinnung meiner Kollegen. Die Kunst wurde hier als Handwerk betrieben, von der Direktion sowohl, wie von den Mitgliedern deS Theaters. Von einer sorgfältigen Vorbereitung der Stücke war keine Rede. Daß wir keinen Ueberfluß an Dekorationen, Kostümen und Requisiten hatten, versteht -sich von selbst. Die Ausstattung ist ja auch nicht das Wichtigste an einer Vorstellung und über ihre Armseligkeit wäre ich wohl eben so leicht herumgekommen wie das Publikum» da» keinen Anstoß daran nahm, wenn wir die Gartensceve in „Donna Diana" bei einer gewöhnlichen deutschen Waldlandschaft spielten. Aber Fleiß und Einsicht bei der Regie hätte keine Geldkosten gemacht, und doch fehlten auch sie gänzlich. Wenn die erste Probe eines Stückes herankam — und wir mußte« bei der Kleinheit des Publikums möglichst oft mit den Stücken wechseln — so hatte der Direktor, der bei ernsten Dramen» oder der alte Komiker, der in der Posse die Regie führte, sich daS Buch kaum angesehen. Es wurde eigentlich nur Auftritt und Abgang der Personen geregelt; was die Schauspieler aus ihren Rollen machten, blieb» wenn sie nur leidlich sicher im Texte waren, ihnen größteatbeils selber überlassen. Und doch hätten gerade diese Schauspieler der sorgfältigsten künstlerischen Ueberwachung bedurft, den» von Selbstkritik, von einer Beobachtung der eigener, Schwächen, von ernstem und ideale» Streben fand sich bei ihnen keine Spur- Es waren ein paar ganz tüchtige Talente unter ihnen, aber dieses Talent wuchs wie eine wilde Blume am Feldweg, um die sich Niemand bekümmert, die Niemand an einen Stock bindet, damit sie gerade Haltung lernt, und Niemand begießt. ES gab sich auch Keiner Mühe» viel besser als der Andere sein zu wollen. Mit Kartenspielen und Flaniren auf der Straße ging der Tag hin; auf den Proben unterhielt mau sich über die ödeste», flachsten Dinge; die ganze Begriffswelt und der ganze Anschauungskreis dieser Leute waren von einer unglaublichen Armscjigkeit und Engigkeit. Und in diese gleichgiltige, nüchterne Gesellschaft gerieth ich mit meinem heißen Herzen» mit meinem hungrigen Ehrgeiz» mit meiner vergötternden Liebe zur Kunst. Ich kam mir vor wir ein feuriges Reitpferd, das in feuchtem und schwerem Ackerboden den Pflug zieht. Mich anverlrauen konnte ich Niemand, denn wer hätte mich verstanden? (Fortsetzung folgt.) ^ Frankfurter Kurse vom ^Z. Dezember s. «mwl ---»»«l.w Vf», »«»r »«>» --» «»»> « »tu«t»»«piere flstche» 4 Obligat. fl. 102 40 . 4 M. 124.10 . 4 Obl. v. 1886 M. 105 70 Biyera 4 Obligat. M. 106 82 Deutsch!. 4ReichSanl. M. 107. M. 100.— M- 86- M. 10680 M. 100.10 M. 86.- »V. . S Hrmßm 4 EonsolS . »V. . . s . ... Wtdg.4Obl. V. 1879 M. —. . 4 Obl. V. 75/80 M. 104.40 Oesterreich 4 Goldrente fl. 88 40 , 4'/, Silberr. fl. 8190 , 4'/, Papierr. fl. — , 5 Papierr. v. 1881 85,— Uugaru 4 GoLreute fl. 95.90 Italien 5 Rente Rumänien 5 Am.»R. RaUaud 6 Goldanl. » bll Orientaul. . bin :r. ^ fr. 97 - .. 10390 N. 64 50 !» kk — Port. 4»/, Aul. v. 1888 M. . S AnSlLnd. Lkr. Serbien 5 Goldrente Lflr. Tchwckeu 4 Oblig. M. Span. 4 AuSländ. P. Berner 3'/, Obligat. Fr. Egypten 4 Ünif. Obl. Lkr. , 3'/, Privil. Lkr. Argeut. 5 Inn. Goviaul. P Bank-Aktien» 8'/. Deutsche R.-Bank M. 4 Badische Bank Thlr. 5 BaSler Bankverein M. 4 Darmstl^ter Bau/ fl. 4 Deutsche Bank M. 4 Deutsche BereinSb. M. 4 Deutsche Unioubank M. 4 DiSk.-Aomm.-8. Tblr. b Oeft. Kredit ö. fl. 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 4 D. Effektenb. 50°/ Tblr. 4D.Syv.-Bk. Tblr. 50°/. 21.82 75.82 102.90 6350 IM — 100.- 94.70 , 44.80 149.60 114- 119- 133 80 158> 104.60 82.10 176 70 262'/, 120 u-Wktieu. Heff. LudäigS-Bahu Thlr. 110 — 4»/, Pfälz.Mar-Baha fl. 143 - 4 Pfillz. NorÄaha fl. 114.20 4 Sotthardbahn Fr. 15160 5 Böhm. Weflbahu fl. 5 Gal. Karl-8«dw.-B. fl. 5 Oeft. Lokalbahn ff- 5 Oefl.Sitdbahu(Lmd.) bOeft. Nordwest 5 „ „ Int. 8. Etsenbahn-Pktoritäte«. 4 Elisabeth steuerfrei M. 102.70 5 Mähr. Grrnzbahu fl. 8230 5 Oeft. Nordwest v. 74 M. 5 » „ lät- fl. 5 M „ lüt. 8. fl. 3Raab-Oed.»Ebeuf. M- 4Nudoff , fl. 293'/, 183'/, 153'/. 77 173'/, 193'/, 107.82 91.30 90 90 63.30 8150 Sackgut, flfr. M. 100.80 4 Vorarlberger fl. 82 108.30 3 Jtal. gar.E.-B. kl. Fr. 56 30 107 50!4 Gotthard IV. S. Fr. 104 22 3'/, Jura-Bern-Luz. 4 Schweizer Central 4 dto. Nordost 85-37 b Südbahu steuerfrei 4 dto. 3 dto. Fr. Fr. 98 8) 104.10 63 62 5Oek.-ll.St.-B.73-74 fl. 107 92 79.90 63.52 101. 94.40 110.82 3 dto. I-Vlll. Eiu. 38ivorn. 6. l>. a. 0/2 bLoScan. Eentral 5 Westflc.«.-B.80stfr. 6 South. Pacif. Tal.I. . Vsmldbuiefe. 4Pfälz. Hqp. u. 1398 M- 102.40 4 Pr.Ä.-K.-A.VH-lXTHlr 100 50 4 Preuß. Eentr^Bod.«Kred. G. 85 ä 100 Tblr. 100 90 4 Rh. Hvv. S. 43-49 M 1M.60 4 dto. unkündb. 1896-97 102.- 3'/, dto. M. 95.10 PerztsSlich« Lasse. 3'^ Preuß. Präm. Thlr. — 4 Badische Präm. Thlr. 133.50 4 Bayrische Präm- Tblr. 14152 4 Mein. Pr.-Pfb. Tblr 128.— 3 Oldenburger Thlr. 127 90 105.1Ä4 Oesterr. v- 1854 fl. 96 10 4 . v. 1860 fl. 126.50 4Stuhlw.Raab-Sr.Tblr. 104.30 Unverzinsliche »aase per Stück in M. Ausbach-Guuzenh. fl- 4192 Augsburger fl. 30 40 Braunschweiger Thlr. 104.40 Freiburger Fr. 35 52 Kurhesstsche Thlr. —. - Mailänder Fr. 10 19.5" Meininger fl. 23 70 Oesterreicher v- 1864 fl. 327 40 dto. Kredit v. 1858 fl. 334.50 Schwedische Thlr. 85 Ungar. Staats fl. 257.40 Wechsel «uv Sorte«. Amsterdam fl. 100 188 50 London Lstr- 1 20.35 Paris Fr. 100 80 90 Wien fl. 100 ISS.« Dollars tu Sold 4.16 20 Franken-Stück 1817 Enal- SovereiguS SOLS Oblignttuue» «uv Jnpnstsi«. Aktie». 3'/, Freiburg v. 1888 M. 3 Karlsruhe v. 1886 M. 89. Ettlinger Spinnerei fl. 113.— KarlSruhMaschineuf-M- 141.— Bad- Zuckers. Wagh. fl. 52.— 3 Deutsch-Phönix207aE. 213 86 4 Rheinische Hypotheken- — Bauk 70°/, Thlr. 136 5 Westeregeln-Alkali-W. 99.— 5 Dortmund. Union M- 112.— 4'/, Alpine Montan abgest. 95— 4 dto. Ser. ll-VIH Lrre 82 32 GtanveSherrl^ Anlehe«. 70 4 Vsenb -Büdinge» fl. 101. 3'/, As eub-Birfteiu 37 M — 90 RetchSbaak-DiScont 4'/,— Frankfurter Bank-Di-eon» 4'/, LULwAsnuivntr»»«« SS, meek. Vierllsrätte uni! lnslsllslions-vesclisfl kür v1vktri8vIi.Iii(;1i1,Hau8ltz1vKrLMtzn unä 6s?rünckst 1882. Lslspl»«!» X« SKI Sei soerksout musterdaktsr ^uskUdruug virä billigste Lereodunog euxesiebert. , V'530.10. DaS seit dem Jahre 186V bestehende Möbelmagazin und Vermiethgeschäft von H«I«, Waldhornftraste IS, Karlsruhe, empfiehlt sein großes Lager in Pol st er-Möbelu, ein- und zweithürigen Kleider-, Bücher-, Speise- und Kücheuschräuken, Waschkommode«, Sekre- tSren» Chiffouieres, SilberschrSuke»» Speisebuffete«» eiserne« Bettstelle» mit Zubehör, von den einfachsten bis zu den feinsten, vollständigen Betten mit Roßhaar-, SeegraS- und Strohmatratzen, neuen und gebrauchten großen Spiegel«, runden, ovalen und Auszieh - Tische«, sowie Stühle« in großer Auswahl. Ferner: vollständige Wohn-, Schlaf- und Speisezimmer-Einrichtungen in Mahagoni-, Nußdaum- und Eichenholz, vollständige Küchen- und Wirthschasts - Einrichtungen. Große Auswahl in Ladennteustlie«, Glas» schränken, Ladentischen, Kontor-Einrichtungen, Schreibtische», Schreib- bureaux, Stehpulte», verschiedenen Akten- und Garderobe-Schränke» und Bertigaux. Die Gegenstände werden auch in Teilzahlungen, sowie unethweise abgegeben, bei billigster Berechnung für hier und auswärts. 88. Besonders mache ich aus eine große Auswahl antiker Möbel aufmerksam. ^ Ich bin auch geneigt, mein Geschäft an emen soliden Mann zu ver- miethen» mit genügender Wohnung, Magazin und Laden._S 876.21. X.891.3. Nr. 902. Untermünsterthal Arzt gesucht. In der Gemeinde Untermünsterthal, Amt Staufen, mit nahezu 1700 Einwohnern ist die Stelle eines Arztes neu zu besetzen. Jährliches Wartgeld von der Gemeinde als Armenarzt . . 1200 M- Bezirkskrankenkaffe mit . 500 „ Ferner steht demselben in Aussicht die Fabrikkaffe von Metz, sowie die Behandlung der ArbeitervereinSmilglic- der mit zusammen ca. - - 360 , Etwaige Bewerber wollen sich beim Gemeinderath dabier baldigst anmelden, damit dir Anstellung womöglich noch auf Neujahr erfolgen kann. Untermünsterthal, 11. Dezbr. 1892. Der Gemeiflberath. _ Gutmann. Bürgerliche Rechtspflege. Orffeutliche Zustellungen. N-312. Nr. 63,870. Mannheim. Die Firma H. Apvler, Hcrrenkleider- geschäft in Mannheim, vertreten durch RechtSanwalt 1>r. Seiler daselbst, klagt gegen den Reisenden W. 8. Bastian, zuletzt in Mannheim, U. 4» 15, jetzt an unbekannten Orten abwesend, mit dem Anträge auf kostenfällige und vorläufig vollstreckbare Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 212 Mark, nebst 6 °/o Zins hieraus vom Klagzustellungs- tage, herrührend aus Kauf von Kleidern in den Jahren 1884 und 1885, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht H zu Mannheim zu dem auf Donnerstag den 16. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr, bestimmten Termin. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Mannheim. 20. Dezember 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Stals. Anfgebot. N'62.1. Nr. 64,618. Mannheim. Auf Antrag der Pfarrer Karl Mös- singer Ehefrau» Eva Margaretha, ged. Seitz in Käferthal, erläßt Großh. Amtsgericht I hirrselbk das Aufgebot der nachbeschriebenen, auf Gemarkung Neckarau gelegenen Liegenschaften, bezüglich derer sich ein Eintrag in den Grund- u. Pfandbüchern der Gemeinde Neckarau nicht vorfindet, nämlich: ». Lagerb -Nr- 5687» alte Lagb -Nr- 308: 11 a 44 gm Ackerland im HermS- beimcr Großfelü, Schanz, eins. Philipp Ludwig Orth, Mich S , minderjährige Kinder, anders. Jakob Sinn- b. Lagerb.-Nr- 4935, alte Lagb.-Nr- 3839, 722: 16 a 73 gm Ackerland im Kloppenheimerfeld, Fucksenanwender, eins. Franz Schuhmacher Witwe, Anna Mari«, ged- Wörms, anders. Georg Philipp Weidner, Mich S- e. Lagerb.-Nr- 4277, alle Lagb.-Nr. 397'/2—398. 355, 866'/,, 515, 722: 66 » 36 gm Ackerland im Kloppendeimerfeld, Rohrlach, einers Johann Georg Gropp in Seckenheim, ands. Georg Lochbühlrr Ehefrau in Seckenheim. Es werden nun alle Diejenigen aufgefordert, welche an diese Liegenschaften in den Grund- und Pfandbüchern der Gemeinde Neckarau nicht eingetragene oder auch sonst nicht bekannte dingliche oder auf einem Stammguts- oder Fa- milienguts-Verbande beruhende Rechte geltend machen, diese ihre Rechte spätestens in dem auf Donnerstag den 16. Februar 1893, Vormittags 11 Uhr, bestimmten Aufgebotstermine anzumelden. widrigenfalls solche für erlaschen erklärt werden. Mannheim, 21- Dezember 1892- Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Galm. N'76-1. Nr.30,305. Bruchsal. Auf Antrag der Franziska Frieda Fröhlich ledig von Bruchsal werden alle Diejenigen, welche an dem unten bezeichneten Grundstück in dem Grund- u. Pfandbuch nickt eingetragene, auch sonst nicht bekannte dingliche oder auf einem Stammgut oder Familiengutsvcrband ruhende Rechte haben oder zu baden glauben, aufgeforderl, solche spätestens in dem auf Mittwoch den 22. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr, festgesetzten Aufgebotstermin anzumcl- den, widrigenfalls dieselben für erloschen erklärt werden. Beschreibung der Liegenschaft: Gemarkung: Bruchsal» Lagerbuch Nr. 13,551, Plan Nr. 81: 9 » 21 gm Wie- sen in den Lohnwiesen, es Franz Matthäus Herrmann, Landwirth in Karlsdorf, as. selbst mit Lagerb. Nr. 13.552, jetzt Theil von Lagerbuch Nr. 13,552», nämlich von 25 » 9 gm Liesen in den Lohnwiesen, eins. Franz Matth. Herrmann, Landwirth, as. Barbara Schalk ledig in Karlsdorf. Bruchsal, 21 Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Riffel. Ausschluß-Urtheil. N'74. Nr 17.082. Müllheim. In Sachen des Georg Friedrich Märk- lin von Lipburg, gegen unbekannte Dritte, Aufgebot betr, hat Gr Amtsgericht hier unterm Heutigen folgendes Urtheil erlaffen: Nachdem auf die diesseitige Aufforderung vom 8 Oktober d- I- nur von der Sparkaffe Müllheim Ansprüche der in genannter Verfügung bezeichneten Art dabier geltend gemacht worden sind, werden alle nicht angemeldeten Ansprüche für erloschen erklärt. Müllheim» 21. Dezember 1892. Der GerichtSschreibrr Gr. Amtsgerichts: Doll. Kvnknrsverfabren. A.68. Nr. 14,113. Achern. Ueber das Vermögen des Josef Müller, Sternenwirth von Ottenhöfen, wird heute, am 22. Dezember 1892, Vorm. 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Notariatsgehilfe I. Scheu in Sichern wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Februar 1893 bei dem Gerichte anzumclden. Es wird zurBeschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschufscs und eintretcnden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf Donnerstag den 19. Januar 1893, Vorm. 8'/z Uhr, und zur Prüfung der angemeldcten Forderungen auf Freitag, 24. Februar 1893» Vorm. 8'/, Uhr» vor dem Unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von deu Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen» dem Konkursverwalter bis »um 2. Januar 1893 Anzeige zu machen. Acheru, den 22. Dezember 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgericht«: Dirrler. Y.7I. Nr. 13,334. Buchen. Den Konkurs über das Vermögen d. Engelwirtbs und Bierbrauers Josef Hügel ia Waldhausen betreffend. Beschluß. Termin zur Prüfung einer nachträglich angemeldeten Forderung wird bestimmt auf Montag den 9. Januar 1892, Vormittags 9 Uhr. Großh. bad. Amtsgericht. (gez,) Krimmer. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Oppenheimer. N.70. Nr. 10,570. Walldürn. Das Konkursverfahren über das Vermögen d. Fruchthändlers AdolfSchmilt in Waldstetten wird auf Antrag des Gemeinschuldners und nach Zustimmung aller Konkursgläubiger gemäß 8 188 Absatz 1 K.-O. eingestellt. Walldürn, den 23. Dezember 1892. Großh. Amtsgericht. Bolze. Dies veröffentlicht: Der Gerichlsschreiber Gr. Amtsgerichts: Grasberger. Y.69. Nr. 17,555. Radolfzell In dem Konkursverfahren über das Vermögen des SchreinersJosefWalter von Radolfzell wurde Termin zur Ab nähme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß sowie zur Beschlußfassung der Gläubiger über etwaige nicht verwerthbare Bcrmögcnsstückc bestimmt auf: Mittwoch den 11. Januar 1893, Vormittags 8 Uhr. Dies veröffentlicht Radolfzell, den 15. Dezember 1892. Der Gevichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: R e b e r. vermögrusabsoudrrnugeu. X-78. Nr- 19,716. Mannheim. Die Ehefrau des Nikolaus Grünewaldin Mannheim wurde durch Urtheil der Civilkammer III des Gr. Landgerichts Mannheim vom 6. Dezember d. Js. für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von dem ihres Ehemannes abzusondern. Dies wird zur Kenntnißnahme der Gläubiger andurch veröffentlicht. Mannheim, den 15- Dezember 1892. Gerichtsschreibereides Gr. Landgerichts: Schneider. BersLollenheitsvrrsahren. Y.75.1. Nr. 24,948. Karlsruhe. Vorbescheid- Der am 8. April 1844 zu Karlsruhe geborene Schlaffer Albert Julius Kr ist, zuletzt in Kislau, wird seit September 1884 vermißt und ist die Verschollenheitserklärung desselben beantragt. Derselbe wird hiermit aufgefordert, binnen Jahresfrist Nachricht von sich hierher gelangen zu lassen. Ebenso werden alle Diejenigen. welche Auskunft über Leben oder Tod des Albert Julius Krist zu ertheilen vermögen, aufgesordert, binnen Jahresfrist anher Anzeige zu erstatten. Karlsruhe, den 22. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht Abth. IV. Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber: Hübschmann. ErbeiAweisoag. N'77.1. Nr.9201. PhilipPSburg. Das Gericht hat heute verfügt: Die Witwe des Schlossers Karl Weick von Huttenheim, Sabine, geb. Wittemann von da, hat, nachdem die gesetzlichen Erben auf die Erbschaft verzichtet haben, um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres f Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird stattgegeben werden, falls nicht innerhalb 4 Wochen begründete Einsprachen dahier erhoben werden. Philippsburg, 19. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht- Der Gcrichtsschreider: Reich. Y.63,1. Nr. 16,647. Engen. Die Witwe deS am 16. September 1892 zu Welschingen gestorbenen Bäckers und Landwirths Peter Bogt von da, Anna» geb. Köninger» hat um Einweisung ia Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Mannes gebeten. Dem Gesuche wird entsprochen, wenn nicht binnen sechs Wochen begründete Einwendungen erhoben werden. Eugen, den 17. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht. (gez.) Nebel. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: I. Schäffauer. Haaiet«rrgistrreioirä»e. X 973. Nr. 67,587. Heidelberg. Zu O.Z. 263 Bd. II des Firmenregisters wurde eingetragen: Die Firma „MartinSchlimbach" in Heidelberg Obige Firma ist erloschen. Heidelberg» deu 1b. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht. I.5. Nr. 68,309. Heidelberg. 1. Zu O.Z. 305 des Gesellschaft-- regikerS wurde eingetragen: Die Firma »Georg Schöpp" in Heidelberg. Obige Firma ist als Gcsellschaftsfirma erloschen. 2. Zu O.Z. 404 Band H des Firmenregisters wurde eingetragen: Die Firma „Georg Scköpp" in Heidelberg. In Haber ist Kaufmann Karl Heyder von Mühlhausen i. Th. » wohnhaft dahier, auf welche» die Firma durch Kauf übergegangen ist. Derselbe ist verheiralhcl mit Luise, geb. Opitz, ohne Ehevertra«. Heidelberg, den 20. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Reichardt. X.944. Nr. 19,184. Rastatt. In das Gesellschaftsregister unter O Z. 76 als Fortsetzung von O.Z. 72 zur Firma Eisenwerke Gaggenall, Aktiengesellschaft in Gaggenau, wurde heute eingetragen: In der zu Gaggenau am 15. November 1892 abgehaltenenAufsichtSraths- sitzung wurde beschlossen: Kaufmann Adolf Steffen von Düsseldorf wird zum zweiten Mitglied des Vorstandes bestellt. Gemäß 8 16 der Statuten zeichnen für die Gesellschaft die Direktoren Theodor Bergmann und Adolf Steffen oder einer derselben und einer der bisherigen Prokuristen Ferdinand Rahner oder Josef Bergmann. Rastalt, den 4. Dezember 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Farcnschon. X'972. Nr. 7105. Bühl. Zum Firmenregister wurde eingetragen: 1. Zu O.Z. 102. Firma »Adolf Graf in Steinbach": Die Firma ist erloschen. 2. Unter O.Z. 210: Firma „Ludwig Meyer in Steinbach". Inhaber ist der mit Euphrosina, geb. Droll, der» beirathete Kaufmann und Küfermeister Ludwig Meier in Steinbach; nach dem Ehevertrage, ä. ä Bühl, 13. September 1875, bleibt die Gütergemeinschaft aus den beiderseitiacn Einwurf von je 100 Mark beschränkt. 3. Unter O.Z. 211: Firma „Julius Mehl in Bühl". Inhaber ist der mit Emma» geb. Bög von Bopfingen, Oberaml Nercsbeim. ohne Ehevertrag verheirathete Kaufmann Julius Mehl in Bühl. DaS eheliche Güterrecht richtet sich nach de« württembergischen Landrechte. Bühl, 17. Dezember 1892. Gr. bad. Amtsgericht. Hink. Y 27. Nr. 7208 9. Bühl- Heute wurde eingetragen: 1. Zum Gesellschaftsregister zu Ord-Z. 36 62 Firma „Jos. Burkhard Söhne in Bühl". Dir Gesellschaft ist durch den am 13. v- Mts. erfolgten Tod des Gesellschafters Karl Burkhard aufgelöst und die Firma als Gesellschaftsfirma erloschen- 2. Zum Firmenregister unter O-Z 212: Firma „Jos. Burkhard Söhne iu Bühl". Inhaber ist der verheirathete Kaufmann Albert Burkhard in Bühl. Nach dessen Ehevcrtrag mit Elisabeth« Josestne Fellhauer, ck. ä. Wiesloch, 5- Oktober 1891, bleibt die eheliche Gütergemeinschaft auf den beiderseitigen Einwurf von je IM M- beschränkt. Bübl, 21. Dezember 1892. Gr- Amtsgericht. Hink. Zwangsversteigerung. N-79. Ettlingen. Oeffentliche Versteigerung. Donnerstag, 29. Dezember 1892, Vormittags 9 Uhr» werde ich zu Ettlingen (Zusammenkunft beim Rathhaus) 1 Bandsäge mit Gestell und Riemen, 1 Circularsäge» 5 Laaerböcke mit Transmission und Riemenscheiben. 390 Stück Kisten, 19 Stück Wrinkiften» ca. 560 Stück Dielen, ca. 400 Stück Latten, 1 Füllofen, 1 Leimofen und 1 Hobelbank gegen baarc Zahlung im Vollstrecknngs- wege öffentlich versteigern. Ettlingen, den 21. Dezember 1892. Salzgeber, Gerichtsvollzieher. Gtrafrecht-pstege. Ladungen. Y.21-2. Nr. 3248. Kehl. 1. Friedrich Bertsch, geb. am 12. Dezember 1861 in Lichteuau, zuletzt dort wohnhaft, 2- Jakob Wöhrle (Striekel), geb. am 29. August 1865 zu Achern, zuletzt in Lichtenau, 3- Simon Kahn, geb. am 6. April 1868 zu Neufreistett und dort wohnhaft, werden beschuldigt, zu Nr. 2 als beurlaubter Reservist, zu Nr. 3 als beurlaubter Ersatzreservrst ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein» zu Nr. 1 als Landwehrmann II. Aufgebots ausgc- wandert zu sein, ohne von der bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben, Uebertrelung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf Samstag den 25. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht Kehl zur Hauvtverhandlung geladen. Bei nnentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472der Strafvrozeßordnung von dem Künigl. Bezirkskommando zu Offenburg ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Kehl, den 20. Dezember 1892. Kovf, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Arbeits-Vergebung für den Erweiterungsbau der Großh. Baugewerkeschule in Karlsruhe. Im Wege des öffentlichen Angebots sollen folgende Arbeiten vergeben werden: I. »verputzarbeiten rund.24M gm H. Schreinerarbeite« rund 740 gm Böden, . 220 gm Vertäfelung, 15 Stück Thüren. HL. Uchlofferarbeiten. Die Zeichnungen, Berdingungsau- schläge und sonstigen Bedingungen sind in unserem Sckulhause (Moltkestraße Nr. 911-Stock) einzusehen» woselbst auch Berdingungsanschliige, in welche die Einzelpreise einzusetzen sind, in den üblichen Bureaustunden m Empfang genommen werden können. Die Angebote sind längstens bis Samstag veu 7. Januar 18SS, Abends 6 Uhr, auf diesseitiger Kanzlei versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei einzuliefern. Die Zuschlagsfrift beträgt 4 Woche». Karlsruhe, den 20. Dezember 1892. Die Direktion der Großh. Baugewerkesckule. Kircher. Y'24.2. Druck und Verlag der G. Brauu'scheu Hofbuchdruckerei.