Keilrrge ;n Ur. 358 -er Karlsruher Zeitung. Donnerstag, 29. Dzernber 1892. mehrere Hände und die Arbeiterin hat nach dem ersten Poliren, wenn daS Stück durch Zusammensrtzen seiner einzelnen Theile ertiagestellt ist. durch das sogenannte Ausputzer, noch die letzt, Sand an die Waare zu legen. ES ist deßbalb unmöglich, die Beschäftigung der Arbeiterinnen in Zeiten plötzlichen Geschäftsandrangs vor derjenigen der männlichen Arbeiter enden zu lassen. Namentlich ist auch darauf Werth zu legen, daß an den Vor- abenden der Sonn- und Feiestagc die Arbeiterinnen nickt schon um 5'/? Uhr außer Arbeit treten müssen, weil es dadurch bei der Art ihrer Dienstleistungen unmöglich wird, die an diesem Tage fertig werdenden Waaren noch zu versenden. Dem Bedürfnisse nach vermehrter Arbeitsleistung kann auch durch Einstellung einer größeren Anzahl von Arbeiterinnen nicht abgeholfen werden, da diese in den ruhigere» Geschäftszeiten wieder entlassen werden müßten und auf den Verbleib gewandter und verlässiger Arbeiterinnen gerade bei dieser Fabrikation besonderer Werth zu legen ist. Den vorstehend dargelegten Bedürfnissen kann auf dem Wege des 8 138 a. der Gewerbeordnung nicht vollständig genügt werde». Denn die jedesmalige vorherige Einholung der Erlaubniß der Behörde zur Ueberarbeit ist nicht nur sehr lästig, sondern oft bei der Dringlichkeit der Ueberarbeit unmöglich und die Vorlage eines Betriebspkdns über dieAuSgleichung der Ueberarbeit gemäß 8 138 a Absatz 2 ist bei der Unregelmäßigkeit der Verhältnisse in der Regel unthunlich. Zu der erforderlichen Ueberarbeit an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen kann nach 8 133 a- eine Erlaubniß von der unteren oder höheren Verwaltungsbehörde überhaupt nicht ertheilt werden. Die Edelmetallwaarensabrikanten in den vorzugsweise an dieser Fabrikation betheiligten Plätzen Württembergs und Badens, insbesondere in Gmünd und Pforzheim» haben deshalb an die Landesregierungen die dringende Bitte um Erwirkung von Ausnahmebestimmungen auf Grund des 8 139a. Absatz 1 Ziffer 4 und Absatz 4 der Gewerbeordnung gerichtet. Diese Bitte dürste Berücksichtigung verdienen. Das Bedürfniß, der Edelmetallwaarenfabrikation diese Ausnahme einzuräumen, ist ein um so dringenderes, als sie nur mit äußerster Anstrengung sich in dem großen Konkurrenzkampf mit der von solchen einschränkenden Vorschriften nicht betroffenen ausländischen Industrie zu behaupten vermag. Ruch kommt die Rücksicht darauf in Betracht, daß bei der Versagung der erforderlichen Ausnahmen für diese Fabriken die Gefahr besteht, daß die Arbeitsleistung der Arbeiterinnen der Hausindustre übertragen werden möchte, wodurch die Lage dieser Arbeiterinnen sowohl in gesundheitlicher Beziehung als in Bezug auf die Lohnverhältniffe verschlechtert und ihnen die Wohlthaten der Kranken-, Unfall- und Jnvaliditäsversicherung entzogen würden. Betheiligt an den zu erlassenden Vorschriften sind in Württemberg nach angestellten Erhebungen zusammen an verschiedenen Plätzen 83 Fabriken mit 5 262 Arbeitern, darunter 1022 weibliche über 16 Jahre, in Gmünd allein 66 Fabriken mit 2 600 Arbeitern, darunter 538 erwachsene weibliche. Im badischen Bezirk Pforzheim kommen 575 Betriebe in Betracht mit 12 200 Arbeitern, darunter 3100 weibliche über 16 Jahre. Es könnte in Frage kommen, die AuSnahmevorschristen auf die hauptsächlich betheiligten Jndustriebezirke zu beschränken. Der Antrag hat aber von einer solchen Beschränkung Umgang genommen, weil dieselbe einerseits bei der Zerstreutheit der Industrie schwierig ist und andererseits aus einer lokalen Beschränkung sich Beschwerden der Betheiligten in den nicht berücksichtigten Bezirken ergeben könnten. Literatur. L. Prolog zu Mozarts Requiem von Michael vernayS. (Brcitkops L Härtels Textbibliothek» Nr. 110.) Als man am 5. Dezember 1891 am Hoftheater zu Karlsruhe die Centeuarseier von Mozarts Todestag beging, wurde die Aufführung des Requiems durch einen sceuischen Prolog von Michael Bernays eingeleitet. Daß diese Dichtung nunmehr dem Drucke übergeben ist, wird allerseits mit dem Gefühle aufrichtiger Freude begrüßt werden. Denn sie gehört, wie nicht anders zu erwarten, nicht zu der breiten Masse der Durchschnittsprologe, die in altbekannten Weisen die Menschheit festlich zu langweilen pflegen; der Prolog von Bernahs ist vielmehr eine Dichtung» die durch Gehalt und Form Anspruch auf selbständigen und dauernden Werth erbeben wird. Sie vermeidet alles Konventionelle, sie zeigt sich durch die schlicht-vornehmen Klänge, die sie anschlägt, deS Meisters würdig, dessen Ruhm sie verkündet. Die schöpferische Plastik der BernahS'schen Rede, die das von ihm Geschaute stets in bildnerischer Deutlichkeit vor dem geistige» Auge des Hörer- erstehen läßt, hat auch der gebundenen Sprache seines Mozart-Gedichtes tiefergreifende Töne verliehen. Man kann das Wesen deS Mozart'schen Genius kaum treffender und zugleich dichterisch schöner bezeichnen, als in den Worten: »Das offenbare Geheimniß ew'ger Schönheit hat er tönend. Mit Kindes-Anmuth und deS Weisen Tiefstem In ew'gen Melodien ausgedeutet." Es liegt wie hehre F-steSweihe über diesen Klängen. Ihre vornehme Eigenart offenbart sich bezeichnen» in den Worten der Muse, die zum Schluffe des Gedichtes üderleiten: „Zurück in diese Frühlingswclt. zu Ihm! Mit den Gewalt'gen weilt er dort, die kühn Ihm nachgefolgt mit neuen Wunderthaten, Und weltergründeud neue Welten schufen. Er schaut mit Stolz ihr Heldenwerk, er freut Sich ihres Siegs; er weiß von keinem Zwiste: Uriedselig blickt sein Auge, dort wie hier. Ihm huldigt freudig nun am Weihetage! Verherrlicht ihn in seinen eig'nen Klängen! Nicht blickt nach seinem Bilde aus! Er lebt In Aller Herzen. Deckt mit Kränzen nicht Sein Marmorhaupt! Schon hat ein ganz Jahrhundert Mit unverwelktem Lorbeer ihn gekränzt." Allen ernsten Freunden der Poesie ist in der Bernah-'scheu Mozart-Dichtung eine willkommene Gabe geschenkt. Aber auch auf der Bühne dürfte dieselbe jeder künftigen Mozart-Feier zur Ehre gereichen. Sie ist vermöge ihres Charakters nicht an die Feier, der sie ihre Entstehung verdankt, gebunden. Handel und Verkehr. «nszug ans der amtlichen Patentliste über die in der Zen vom 16. Dezember bis 23. Dezember erfolgten hadischen Patentanmeldungen und -Erth-iluugen, mitgetheilt vom Patent- bureau deS Cinlingenieurs Karl MLller in Freibnrg. -».Anmeldungen. B. 12 779. Kühldottich für Bierwürze. Peter Bender in Mannheim. L. 2 Nr. 1, und Heinrich Stockheitn in Mannheim. 28. Dezember 1891. — M. 9269. Mist Fner Falzvorrichtung verbundene Drahthestmaschinr. (Zusatz zum Patente Nr. 63 254.) Firma: Maschinenfabrik Heidelberg Molttor L Cie. in Heidelberg. 24. Oktober 1892. — L.Sr- theilungen. Nr. 66763. Durch die Gewindeabnahme der Keffelfüllung bethätigte Ankellvorrichtung für den Speise- und Allarmapparat bei Dampfkesseln. H. Allers in Kattsruhe. Baden, Schloßplatz 7. Vom 9. Januar 1892 ab. A. 2995. — Nr. 66 798. Einrichtung an Krahuen zum Heben der Last und Fahren der Katze mit derselben Kette. K. Birmelin in Freibnrg, Hummelstraß- Nr. 2. Vom 8. Juni 1892 ab. B. 13 SSL. — Nr. 66 731. Sägenschärfapparat. E. Jakobs in Schwetzingen. Vom 6. Oktober 1891 ab. I. 2637. — Nr. 66 747. Faßspund. Th. Brandt in Baden, Eichstraße Nr. 11. Vom 20. September 1891 ab. B. 12 465. «nszug a«S der amtliche» Gebrauchömusterschntzlt-e über die m der Zeit vom 16. De,, bis 23. Dez. erfolgte» badischen Musterschutzeintragungen, mitgetheilt vom Patentbureau de» Civil- mgemeurs Karl MÜller in Freiburg i. B. Nr 9656. Kombi- nirtes Werkzeug zum Putzen von Pektoleum-Rundbrtllnrrn jeder Größe und Beschneiden der Lampendochte. Karl Gerstmann und Jos. Klingele zun. i» Freibnrg; 26. Nov. 1892. S. 474. — Nr. 9559. Früchteaushöhler in Bohrerform mit Cylinder- und Kugelschneide, nebst Halthakev. Paul Baier in Karlsruhe» Eofienstr. 75; 31. Oktober 1892. B. 937. — Nr. 9612. Gas- kochberd mit Waffcrschiff, welche- durch dir abziehenden verbrauchten Gase geheizt wird. Eisenwerke Gaggenau, A.G. in Gaggenau; 12. No» 1892. E. 282. - Nr. 9617. Imitation von Intarsien und gebrannten Holzfournieren, auS einer Holz- grundlaae und einer aufgeklebten, in schwammigen Zustand über geführten Decklage aus Holz bestehend. Josef Dient in Mannheim . Breitcür. 6. i Nr. 5; 22. November 1892. D- 365. — Nr. 9582. Kette, welche gleichzeitig Collier und Damenlette ist. Heer u. Hein, in Pforzheim; 22. Nov. 1892. H. 914. — Nr. 9566. Keildruck-Cigarrenbündel-Preßkaüen. Gerhard Hilken in Karlsruhe, Luisenstr. 56; 7. Nov. 1892. H. 883. — Nr. 9645. Taschen- ubr mit elektrischem Weckerkontakt, mit einem Apparat zum Eiuschalten in Haustelegraphenleitungen oder zum Anhängen an eine Elementglocke. Oskar Kreuzer in Furtwangen; 25. Nav. 1895. K. 899. Die Arbeitszeit in den Edelrnetsllwsaren- fabriken. Die Regierungen von Baden und Württemberg haben beim BundeSrath den Antrag gestellt, auf Grund des § 139 a. der Gewerbeordnung zu bestimmen, daß in den Edelmetallwaarenfabriken und dazu gehörigen Hilfsgeschäften 1. bei außergewöhnlicher Häufung der Arbeit die Arbeiterinnen über 16 Jahre an den Werktagen in der Zeit vom 15. März bis 15. Oktober bis 9 Uhr, vom 16. Oktober bis 14. März bis 10 Uhr Abend- und während des ganzen Jahres an den Vorabenden der Sonn- und Festtage bis 7 Uhr Abends beschäftigt werden dürfen und daß 2. die tägliche Arbeitszeit 13 und an Vorabenden von Sonn- und Festtagen 10 Stunden nicht überschreiten darf. Die Ueberarbeit der Arbeiterinnen über 16 Jahre soll nicht an mehr als 80 Tagen im Jahre stattfinden; ihre Arbeitszeit ist derart zu regeln, daß deren tägliche Dauer im Durchschnitt der nicht auf die Vorabende der Sonn- und Festtage fallenden Betriebstage im Jahre die regelmäßige gesetzliche Arbeitszeit von 11 Stunden nicht überschreitet. Die Unternehmer haben zum Zwecke wirksamer Kontrole bezüglich der UeberarbeitSstunden u. s. w. eine im «rbeitsraume auszuhängende Liste zu führen, welche vierteljährlich bei der Verwaltungsbehörde einzureichen ist, und sind weiter verpflichtet, von der stattgefundenen Ueberarbeit spätestens am folgenden Werktage der unteren Verwaltungsbehörde Anzeige zu erstatten. Da in der Tagespresse vielfach der Wunsch ausgesprochen wurde, die Begründung dieses Antrags behufs Beu^theilung desselben im Wortlaut kennen zu lernen, so wird sie von der „Badischen Korrespondenz" mitgetheilt. Sie lautet: Zu denjenigen Saisonindustrien, welche der Erlassung von allgemeinen Vorschriften auf Grund deS § 139 a. Absatz 1 Ziff. 4 der Gewerbeordnung dringend bedürfen» gehören besonders die Edelmetallwaarenfabriken. Während in einem großen Tbeile des Jahres die Arbeit so beschränkt ist, daß die Beschäftigungsreit bis auf 6 Stunden reduzirt wird. häufen sich zeitweise die rasch auszuführenden Bestellungen so. daß die ordentliche Arbeitszeit und für die Arbeiterinnen die nach dem neuen 8 137 der Gewerbeordnung zugelaffene Arbeitszeit nicht ausreicht. Bei denjenigen Fabriken, welche vorwiegend für inländische Abnehmer arbeiten, tritt die Arbeitshäufung namentlich vor Weihnachten, Ostern und Pfingsten und vor der Badesaison ein» ohne daß aber der Beginn und die Zeitdauer genau im Voraus zu bestimmen ist. Für den Export gehen die Bestellungen noch viel unregelmäßiger ein, weil bei diesem noch mehr Zufälligkeiten, z. B. politische Verhältnisse, Kursschwankungen und dergleichen Mitwirken. Die einlaufenden Bestellungen müssen aber in der Regel sehr schnell ausgeführt »erden. Denn sowohl die Kostspieligkeit der Waaren, als die Gefahr ihrer Entwerthung durch den raschen Wechsel der Mode und des Geschmacks verhindert die Anschaffung der Artikel dieser Fabrikation auf längere Zeit hinaus. Diese Eigenart des Fabrikationszweiges verhindert auch die Fabrikanten zum großen Theil daran, durch Arbeit auf Vorrath der Anhäufung von Arbeit in gewissen Zeiten vorzubeugen, und selbst die im Vorrath gearbeiteten Sachen müssen oft, wenn die Bestellungen eingehen» noch in einzelnen Theilen ergänzt oder geändert werden. Eine Verzögerung in der Lieferung der bestellten Waare muß unter allen Umständen vermieden «erden. Bei den überseeischen Exporten kann schon die Versäumung des Termins der Abfahrt eines Dampfers die Unverkäuflichkeit des Gelieferten zur Folge haben. Nun fällt den Arbeiterinnen in diesem Fabrikationszweig hauptächlich die Arbeit zu, die hergestellten Gegenstände im Ganzen oder in einzelnen Theilen zu poliren, d. h. durch Be. arbeitung mit Bürsten, Filzfeilen u. s. w. denselben den Edel- metallqlanz zu geben. Diese Arbeit eignet sich nur für die leichtere Frauenhand und kann männlichen Arbeitern nicht übertragen werden. Bei der großen Arbeitstheilung auf dem Gebiete der Edelmetallwaarenfabrikation geht daS einzelne Stück oft durch . Nachdruck verboten. 4. Weihnachts-Erinnerungen (Fortsetzung.) Ich sagte, ich habe die Kritik nie unterschätzt, und wir hatten damals an zwei Zeitungen der Stadt ein paar feinsinnige, erfahrungsreiche Kunstlichter, deren Urtheil mir im Laufe meines Engagements immer werthvoller erschienen war. Mit der größten Spannung sah ich ihrem AuSspruche entgegen und als der folgende Abend herankam» ging ich in voller Erwartung in das GasthauS, denn die Zeitungen pflegten Abends die Theaterberichte zu bringen. Am Weihnachtsabend sind die Gastzimmer nicht überfüllt» das sehen Sie an diesem Abend, meine Herren; ich saß in einer einsamen Ecke bei meinem Thee und harrte auf die Zeitungen, die an diesem Abend wohl von Niemanden in der Stadt so lebhaft herbeigewünscht wurden als von mir. Endlich kamen sie und ich durfte in dem Gasthaus der erste Leser sein. Erst überflog ich mit eifriger Hast die Kritiken, dann las ich sie besonnener und was ich laS, daS konnte mich in dem frohen Gefühl befestigen: „Du hast's getroffen". Da hatte ich es schwarz auf weiß vor mir, daß eS mir gelungen war, das Wesen Fiesko'S zum Ausdruck zu bringen. Es war viel Schmeichelhaftes für mich, viel war« Anerkennendes in diesen Besprechungen und die kleinen Ausstellungen, welche meist nur an Einzelheiten der Darstellung gemacht wurden, bewiesen lediglich daS Kunstverständniß und das feine Gefühl der Herren, vielleicht erscheint es Ihnen sonderbar. daß ich der Zeitungen bedurfte» um mich recht davon zu überzeugen, daß ich den Fiesko richtig und gut gespielt habe. Aber der Schauspieler, der nicht objektiv sein Werk selbst betrachten kann, muß den Maßstab für die Beurtheilung seiner Leistung aus dem Eindrücke seiner Darstellung auf die Anderen entlehnen. Daß ich dem Publikum gefallen hatte, wußte ich ja; daS Publikum hat auch ein viel lebendigere- Gefühl für da- Richtige als wir eS ihm meisten- »trauen. Aber eS läßt sich leicht binreißen; mir kam eS darauf an, das wohlerwogene Urtheil von ein paar Leuten kennen zu lernen, die mit unbestechlicher Kaltblütigkeit im Theater gesessen hatten, und es beglückte mich wahrhaft, daß dieses Urtheil ein so freudig und warm zustimmendes war. Ich kann Sie versichern, es war einer der schönsten Weihnachtsabende meines Lebens, wenn ich ihn auch einsam verbracht habe; das Bewußtsein. erreicht zu haben, was ich erreichen wollte und was ick erstrebt hatte mit der Kraft meines Willens und dem Aufgebot aller meiner bescheidenen Fähigkeiten, erfüllte mich mit einem süßen Rausch. So kann man aufgehen in seiner Kunst und so muß man aufgehen in ihr, wenn man ihre Freuden durchkosten will. Da haben Sie die Geschichte deS dritten Weihnachtsabends, von dem ich Ihnen erzählen wollte. Bringen wir der Kunst unser Glas, meine Herren!" Einen Augenblick herrschte Schweigen, nachdem der Helle Ton der aneinander gestoßenen Gläser verklungen war. Nur das regelmäßige Picken der Uhr belebte die Stille im Zimmer. Der Künstler selbst hatte sich in seinen Stuhl zurückgelehnt und schien sich mit balbgeschloffenen Augen in die Vergangenheit zurück- zuträumen. Schließlich setzte der Sanitätsrath die silberne Dose, die er in seiner bedächtigen Art zu Ratbe gezogen hatte, mit einer bestimmten Geste auf den Tisch und sagte: „Auch in meiner Erinnerung hat sich ein Weihnachtsabend eingegraben. Ich kann nicht sagen, daß mich an diesem Abende die Freude an meiner Kunst erhoben hätte, wie unseren verehrten Freund an dem Abende, den er uns eben geschildert hat; im Gcgentheil, meine Kunst kam an diesem Abende zu kurz. Aber glücklich war ich doch und eine echte Weihnachtsstimmung zog durch mein Herz. Das ist jetzt ungefähr ein Dutz-nd Jahre her» es war bald nach dem Krieg mit Oesterreich. Ich wurde zu einem Kind gerufen» das unter typhösen Anzeichen sHpier erkrankt war: ich fand ein blasses, zartes Mädchen, aus dessen fast durchsichtigem Gesicht ein paar große dunkle Augen im Fieberglanze mich aublickten. Langsam bewältigten wir da- Leiden» die Krankheitserscheinungen gingen zurück, aber eS blieb rin Zustand der Tbeilnahmlosigkeit und der geistigen Müdigkeit zurück, der eben so sehr meiner ärztliche« Kunst wie der aufopferndsten und aufmerksamsten Pflege spottete. Die Mittel, die ich zur Belebung der Nerven anwandte, schlugen nicht an; eS gelang auch nicht, die Eßlust wieder zu steigern. Die Eltern verzweifelten und ich verließ das Haus nach jedem Kraukenbesuchr in gedrückter Stimmung, denn ich hatte das geduldige und kluge Kind mit seinem süßen Geficktchen herzlich lieb gewonnen und wußte dach nicht zu helfen, da ich vor einem Räthsel stand Auf alle Fragen, ob sie Schmerzen habe oder ob sie etwas wünsche, antwortete dämme Kind stet« nur mit einem langsamen Schütteln deS Kopfes dabei sanken die Kräfte in Folge der mangelnden NahritngS: zufubr. Einen Fieberzustand, der die Appetitlosigkeit hätte er klären können. vermochte ich nicht mehr zu konstatireu; auch ergab die genaueste wiederholte Untersuchung nirgend- den Sitz eines au-g-sprochenen Leidens. Nur eine vollständige Avathi und eine Bcdürfnißlosigkeit, die selbst die Zuführung von Nah rungsmitteln in der geringsten Menge und in flüssiger For als einen lästigen Zwang empfand, lähmte den jugendlichen Körper. Der Schlaf war ausgiebig und ruhig, trotzdem erfrischte er nicht und brachte keinen Lebensmut» wieder. Ein Nefvenreiz durch künstliche Mittel war nur für den Augenblick zu erzielen und die Reaktion schlimmer »l- die momentane Belebung. Kurz, eS ließ sich beim besten Willen nicht- machen» ich expert» mentirte ohne jeglichen Erfolg und gab die Behandlung» trotz dem ich keine Resultate erzielte, eigentlich nur de-halb nicht au um den Eltern nicht den letzten Rest der Hoffnung zu rauben Weihnachten rückte heran und den armen Eltern stand rin rech trübseliges Fest in Aussicht. In der Zeit, in der sonst eine froh Erwartung die Gemüther beseelt, lag eS wie ein Alp auf dem Hause; wo sonst um diese Zeit kleine Geheimnisse sorgfältig gepflegt und zierliche Ueberraschungen vorbereitet werden, herrschte eine Eutmuthigung wie ein uneingestäudeneS» aber von Allen dunkel geahntes Vorgefühl einer schweren Katastrophe. (Fortsetzung folgt.) ZH, «Äütt-Iirverjilw^tff», l^Wk. - » «»I. 7 «uld-u jwd. «ld holl»-». I, »»L. » «Wl»e» ««l., l Fra« so Pf,. Frankfurter Kurse vom 27. Dezember 1892. ^ » sÄ. »o Bmu, — >Hr. vo^Ag «> I Dollar ^ « «ml. « r «t»,r MZ«»t«»»»sere Baden 4 Obligat. st. 102 20 . 4 . M. 104.10 . 4 Obl. v. 1886 M. 105 70 Bayer» 4 Obligat. M. 10« 9« Deutsch!. 4ReichSa«l. M. 10710 . SV, . M. 100.— . S . M 8810 Prmßeu 4 EonfolS M. 106 80 . »'/, . M. 100- .3 . M. 86.10 Wtbg.4Obl. v. 187S M. . 4 Obl. V. 75/80 M. — Oesterreich 4 Goldrmte st. 88 60 » 4'/» Silberr. st. 81 SO , 4H Papierr. st. , SPaLierr.v.188I 8510 llnzaru 4 Gowreute st. 95.90 Jtalim 5 Rente Fr. — Rumänien 5 Am.-R. Fr. 97 — Rußland 6 Goldaul. R.- , 511 Orientaul. BR. 63 50 . 5III . PR. 65 50 Port.4'/,«ol. V.1888 M. , 3 AuSländ. 8str. Serbien 5 Goldrente Lstr. Schweden 4 Oblig. M. Span. 4 AuSländ. P. Beruer 3'/» Obligat. Fr. Egypten 4 unif. Obl. Lstr. , 3'/, Privil. Lstr. Argeut.5Jnn. Goldaul. P Vank-Aktie». 3'/. Deutsche R.-BankM. 4 Badische Bank Thlr. 5BMer Bankverein Fr. 4 Berlin. HandelSges. M. 4Darwstädter Bank st. 4 Deutsche Bank M. 4 Deut che BereinSb. M. 4 Deutsche Unioubank M. 4 DiSk.-Komm.-A. Thlr. 5 Oest. Kredit ä. st. 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 4 D. Effektenb. 50°/ Thlr. 22 - 75.50 102.80 63 50 100 — 99 70 94 50 , 45.- 148.90 114 30 115 20 134 10 15820 104.80 80.50 176 62! 263»/,^ 120 20 103 90 108 Eisenbahn-Sktien. Heff. LudwigS-Baha Thlr. 109 50 4'/- Psälz.Mar-Bahn fl. 143.- 4 Pfälz. Nordbahn ff. 114.20 4 Gotthardbahn Fr. 152 - 5 Böhm. Westbahu st. 298 SGal. Karl-Ludw.-B. st. 183'/, 5 Oest. Lokalbahn fl- 153'/, 5 Oest.SüdbahnlLmb.) fl 76'/. 5 Oest. Nordwest st. «77 5 . . lät.8. fl 194'/. Siseubahu-VrisritSte«. 4 Elisabeth steuerfrei M. 100 70 5 Mähr. Grenzbahn ff. 82 30 5 Oest. Nordwest v. 74 M. —. - 5 . . llt. fl. 97.10 liit. 8. st. 3Raab-Oed-Ebenf 4 Rudolf 90 SO 68.50 fl. 8150 Salzkgut. stfr. M. 100.80 4 Vorarlberger fl. —— !3 Jtal. gar. E.-B. kl. Fr. 56 20 >4 Gotthard IV. S. Fr. 164 50 3'/- Iura-Beru-Luz. Fr. 98 8 4 Schweizer Central Fr. 104.50 4 dto. Nordost 85-87 5 Südbahn steuerfrei st. 104.90 4 dto. M. 96 - 3 dto. Fr. 63.60 5Oest.-U.St.-B.73-74 fl 108 - 3 dto. I.-VI11. Gm. Fr. 79 80 38ivorn.0. v.a. 0/2 Fr. 63 20 sToScan. Teotral Ar 101. 5 Weststc.E.-B. 80 stfr. Fr. 94 50 6 South. Paris. Tal. 1-M. 111. - dsaudbries«. 4 Pfälz. Hyp. u. 1398 M. 102.40 4 Pr.V.-K.-A.VIl-ILThlr.100.7S 4 Preuß- Eentr^Bod.-Kred.» G. 35 ä 100 Thlr. 100 90 4 Rh. Hvv. S. 43-48 N >00 60 4 dto. unkündb. 1896-97 102.- 3'/, dto. M. 9510 S««Hi»SUchi <»«1«. 3'/, Preuß. Präm. Tblr 183. - 4 Bayrische Präm Tblr. 141 5; _4 Mein. Pr.-Pfb. Tblr 128.30 kr. 104 io 3 Oldenburger Tblr. 127 90 4 Oesterr. v- 1854 4 „ v. 1860 .. 4 Stuhl«. Raab-Gr-Thlr. . Unverzinsliche S»»se per Stück ui M. AnSbach-Gunzenh. st 4180 Augsburger Preuy. Pram. -6mr rsL». - «ouoo l Badisch« Präm. Thlr- 139.50jPariS Braunfchweiger Th/_ Freiburger Fr. 35 60 Kurhefnsche Thlr. 404. - Mailänder Ar- 10 19.6^ Meininger st. 28 40 Oesterrncher v- 1864 fl. 326 20 dto. Kredit v. 1858 st. 333.26 Schwedische Thlr. 89. lO Ungar. Staats fl. 257.40 Wechsel und Sartre. Amsterdam st. 100 168.60 London Lstr- 1 20.35 Fr. 100 80.95 Wen DostarL in Gold 20 Frankeu-Stück Engl- SovereiguS Dvlisntinnen »ntz Aktie». 3V, Freiburg v. 1888 3 Karlsruhe v-1886 Ettlinger Svinnerei KarlSruh. Mas chineu! Bad. Zuckers. Äagh. st. 100 168 95 4.06 1616 SOLO JrrdnSt-ri, 86 5« 88.46 112 .- 141- 51. 3 Deutsch-Phäaix 20VoE. 213 — 4 Rheinische Hvpothrken- Bank 70°/» Thlr- 5 Westeregeln-Alkali-W. 5 Dortmund. Union M- 4'/, Alpine Moutas abgeft 4 dto- Ser. ll-VIH Lrre TtaudeStzerrl. ««lehr». 4 Äsend-Büdingen fl. 101.90 3'/, Meub-Birstein 87 M 84.— Reichsbank-Dlscoat 4 Fraukfurtsr Bauk-DiScout 4 >» 186 - 16«.- 112 - 95.33 82.70 Bürgerliche Rechtspflege. Aufgebot. N'128.1. Nr. 13,356. Buchen. Georg Fink Witwe, Christine Margaretha, geb. Häfner von Eberstadt, und deren Kinder, Babette geborene Fink, Ehefrau des Andreas Häfner von Eberstadt, Maria Jakobine, geborene Fink, Witwe des Binzens Hornberger von Karlsruhe, und Christine Fink von Eberstadt, besitzen auf der Gemarkung daselbst folgende, in den Grundbüchern nicht einc etragene Liegenschaften, und zwar: «? Flächen- L *-» inhalt Gattung und Art der Grundstücke. — Angrenzer. Q s- L gm 1 30 6 55 ». Georg Fink Witwe, Christine Margaretha, geb- Häfner in Eberstadt: Hofraithe und Hausgarten im Ortsetter. 2 350 85 Auf der Hofraithe steht: a. ein zweistöckiges Wohnhaus mit Balkenkeller, Stallung und Scheuer unter einem Dach, b. drei Schweinställe, »eben Johann Brunn, Emanuel Melber und Straße. Wiesen, Kirschengarten, neben Hirsch Stern beiderseits- 1 1297 5 77 b Babette, geb Fink, Ehefrau des Andr Häfner, Landwirths in Eberstadt: Acker am Buchenerpfad, neben Michael Frey und Thomas 2 2304 7 72 Grämlich, Ernst Sohn. Acker, Wingerteberg, neben Andreas Krämer jüngster und I 2306 3 83 Feldweg. Acker allda, neben Andreas Krämer jüngster und Thomas 4 1390 6 91 Krämer jung. Acker, Tanbenacker, neben Gemeinde und August Eberle. 5 3225 6 66 Acker am unterlichen Weg, neben Andreas Häfner, Schuh» tz 1062 2 81 wacher, und Christine Eberle ledig. Acker in der Leimengrube, neben Bernhard Häfner alt 7 29 26 7 16 und Aufstößer. Acker hinter der Salle, neb. Andr- Aires u. Gottfr- Klenk- k 3466 6 60 Acker im Löhlein, neben Franz Häfner und Heinr. Häfner, L 3812 4 34 Michael Sohn. Acker, Lerchenbera, neben Johann Eberle, Bäcker Sohn, ic 3878 5 09 und Johann Jakob Krämer. Acker im Schleich» neb- Michael Häfner. B. S., und PH. ii 5646 6 82 Heinrich Grämlich Witwe. Acker beim Sautrieb, neb. Jakob Häfner, Hausvogt Sohn» 12 6426 3 99 und Thomas Grämlich» B. S. Acker am Bossbeimerberg, neben Thomas Grämlich, V. 11 4586 4 33 Sohn, und Ausstößer. Wiesen in den Kaitwiesen, neben Jakob Wilhelm Häfner 14 5138 1 31 und Andreas Kantzmann. Wiesen in den fünf Stücken, neben Thomas Eberle, Mes- 1k 4471 2 38 serschmied, und Thomas Grämlich, Baltin Sohn. Wiele am Seeleia» neb. Jakob Häfner, Hausvogt Sohn, 1 7364 8 43 und Pfarrei. e. Maria Jakobina, geb- Fink, Witwe des Vinzens Hornberger, Metzgers in Karlsruhe: Acker im Himmelreich, neben Jakob Wilhelm Häfner und 2 1165 4 32 Aufstößer. Acker hinter der Leimengrube, neb. Andr- Knecht u- selbst. Acker, Platte, neben Jakob Frey und Thomas Grämlich, - 1 3339 7 04 4 1012 4 25 Valtin Sohn. Acker am Wetzgraben, neben Heinrich Reinhard ledig und S 3459 7 52 Eva Barbara Grämlich. Acker im Löhlein, neben Johann Philipp Eberle und Tho- 6 5829 7 96 was Grämlich, Baltin Sohn. Acker im Schlierstadterflur, 5828 14 05 Acker allda. Hierher die Hälfte, neb- Beruh. Häfner Wwe. 7 6008 3 60 Acker am Osterburkenerweg, neben selbst und Jakob Wil- 8 4817 6 52. Helm Häfner. Acker und Wiese, Rehenäcker, neben Thomas Grämlich, 9 6082 4 45 Valentin Sohn, und Heinrich Kautzmann. Acker im Haag, neben August Eberle u. Heinrich Gram- 10 286 2 21 lich, Schmied. Hausgarten im Ortsetter, neb. Andr. Krämer, Schneider, 11 4930 1 57 und Thomas Grämlich, V. S. Acker zu Bernthal, neben Thomas Krämer und Klara 12 4000 4 30 Krämer Kinder. Acker am Sensenbaum, neben Ferdinand Reinhardt und 1 6322 7 86 Thomas Grämlich, Baltin Sohn. ä. Christine Fink: Acker am Bofsheimerberg, neben Martin Flurer und Auf- 2 2027 7 52 stößer. Acker am Rain beim Steckenberg, neben Maria Anna 3 6832 4 18 Klenk und Bernhard Heinrich Häfner. Acker, Tanbenacker, neben Michael Häfner, Wagner, und 4 1677 7 85 Johann Konrad Grämlich. Acker am Büchenberg, neben Michael Heinrich Häfner» 5 654 90 Wagner, und Feldweg. Garten am engen Weg, neben Andreas Gabel und Mi- 6 1193 3 94 chael Häfner, Franz Sohn. Acker, Holderlichen Graben, neb. Christian Endres ». selbst- 7 3345 5 32 Acker, Platte, neben Thomas Kautzmavn und Jakob Häf- 8 2613 7 07 ner, Hausvogt Sohn. Acker, Herrenpfad, neben Heinrich Eberle, Metzger» und 's 5829 7 96 Johann Grämlich ledig. Acker im Schlierkadter Flur, 5828 14 05 Acker allda. Hierher die Hälfte, neben Heinrich Häfner. 10 6219 11 09 Acker, Mühlacker, neb- Thomas Grämlich, Baltin Sohn, 11 6444 6 88 und Andreas Krämer jüngster. Acker am Bofsheimer Weg, neb Michael Häfner, B-S » 12 5778 4 84 und Jakob Kaufmann Witwe. Acker im Waidstein, neben Johann Krämer u. Aufstöper. 13 5281 4 83 Wiese in den Forstwiesen, neben Thomas Grämlich, Va.lt. 14 5287 1 24 Sohn, und Georg Häfner, Bäcker Sohn. Wiese allda, neben Thomas Kautzmann und Pfarrei. 15 1028 1 30 Wiesen am Wetzgraben, 6 1030 1 ! 69 Wiesen allda, neben Thomas Grämlich, Aufstößer und 1009 3 80 Karl Eberle. Wiese, Wetzgarten, neben Georg Eberle und Anfstößer. haben oder zu haben glauben, anfgefordert,! werden, falls nicht innerhalb 4 Wochen begründete Einsprachen dahier er hoben werden. Philippsburg, 19. Dezember 1892. Gr»ßh. bad- Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber: Reich. gutsverbande beruhende Rechte solche spätestens in dem auf Freitag de« 17. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr, bei diesseitigem Amtsgericht anberaumten Aufgebotstermin anzumelden, widrigenfalls die nicht angemeldeten Ansprüche den Aufgebotsklägern gegenüber für erloschen erklärt werden würden. Großh. badisches Amtsgericht. (gez.) Krimmer. Dies veröffentlicht Buchen, den 22. Dezember 1892. Der Gerichtsschreiber: O p penh eimer. Bürgerliche Rechtspflege. Oeffeutliche Zustellung. N.108.1. Karlsruhe. Der Schneidermeister Heinrich Vierzig mann in Karlsruhe, vertreten durch Rechtsanwalt vr. Haas daselbst, klagt gegen seine Ehefrau, Karoline, geb. Sepp, zur Zeit ohne bekannten Aufenthalt, wegen grober Verunglimpfung der Beklagten gegen den Kläger und wegen dreijähriger Landflüchtigkeit.der Beklagten mit dem Anträge auf Urtheil dahin: Die zwischen den Streittheilen bestehende Ehe werde aus Verschulden der Beklagten geschieden» und ladet die Beklagte zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die 1- Civilkammer des Gr. Landgerichts zu Karlsruhe auf Dienstag den 21. März 1893, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung» einen bei dem gedachten Gerichte zugelassene« Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Karlsruhe, den 20. Dezember 1892. Hott, Gerichtsschreiber deS Gr. Landgerichts. Y 106.1. Nr. 17,541. Radolfzell. Der minderjährige Karl Baßler von Lauf» unehelicher Sohn der Katharina Baßler daselbst. Kl.» vertreten durch den Klagvormund Hermann Baßler von da, dieser vertreten durch den Agenten Christ in Bühl, klagt gegen den Hoteldiener Heinrich Haffenecker von Güttingen, zur Heit an unbekannten Orten abwesend, Beklagten, aus dem Gesetze vom 21. Februar 1851. „Erbrecht und Ernährung unehelicher Kinder betr.", mit dem Anträge auf vorläufig vollstreckbare Verurtheilung des Beklagten zur Leistung eines wöchentlichen, in Vierteljahresraten vorauszahlbaren Ernährungsbeitrages von 1 Mk.» und zwar von der Geburt des kläg. Kindes — 28. April 1892 — bis zu dessen vollendetem 14. Lebensjahre, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits auf den vom Großh. Amtsgerichte dahier auf: Freitag 3. Februar 1893, Vm.8Uhr, anberaumten Termin. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Radolfzell, de» 15. Dezember 1892. Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts. Bruttel- Ssulursversahreo. A.101. Nr. 65.227. Mannheim- Das über das Vermögen des Spezereihändlers Stephan Schmitt hier eingeleitete Konkursverfahren wurde durch Beschluß des Großh. Amtsgericht- V hier vom Heutigen nach Abhaltung des Schlußtermins wieder aufgehoben' Mannheim, den 23. Dezember 1892. Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts: Stals- ASS. Nr.4S,S33. Pforzheim. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Christian Kühn Witwe, Christine, geb. Gropp von Brötzingen, ist zur Vornahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Bertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht ver- wcrthbaren Vermögeusstücke der Schlußtermin auf Dienstag den 17. Januar 1893, Vormittags 9 Ühr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst — Zimmer Nr. 4 — bestimmt. Pforzheim, den 22. Dezember 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Feuer stein. Y.97. Nr. 49,934. Pforzheim. In dem Konkurs über das Vermögen ». er Friedr. Bäzner Ehefrau, Emilie K atharina, geb. Männle in Brötzingen, ist z.'ir Vornahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Äertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerth- baren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Dienstag den 17. Januar 1393, Vormittags 9 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst, Zimmer Nr. 4, bestimmt. Pforzheim, den 22. Dezember 1892. Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts: Feuerstein. A.S8. Nc. 8129. Bühl. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Gutsbesitzers Karl Melleri« auf Hof Nägetfirst, Gemeinde Barnhall, ist von dem Gcmeinschuldner der Antrag auf Einstellung des Verfahrens nach Maßgabe der 88 188 Abs. 1, 189 der Konkursordnung gestellt worden, wovon die Konkursgläubiger desselben mit dem Anfügcn benachrichtigt werden, daß die Zustimmungserklärungen auf der Ge- richtSschreiberei des diesseitige» Amtsgerichts zur Einsicht niedergelegt sind. Bühl, den 21. Dezember 1892. Großh. Amtsgericht, gez. Stehle. Dies veröffentlicht der Gerichtsschreiber: Boos. N-99. Nr. 9992. St. Blasien. Das Konkursverfahren über das Vermögen des -sKaufmanns JakobGrum- bach von St. Blaste» wurde nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins heute aufgehoben. St. Blasien, 23. Dezember 1892. Gerichtsschreiber Großh- Amtsgerichts: Matt. Y100. Nr. 34,922 Freibnrg. In dem Konkursverfahren über das Ver mögen des Karl Theodor Mayer» Inhaber der Firma „Rudolf Mayer Nachfolger, Kunsthandlung" dahier, ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsverglciche Vergleichstermin auf Freitag den 13. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst anbcrauml. Der Gcmeinschuldner macht einen Vorschlag zu einem Zwangsvergleiche auf Zahlung von 35°», während der Konkursverwalter nur einen solchen von 40°/« genehmigen will. Freibnrg, den 20. Dezember 1892. Frey, Gerichtsschreiber des Gr- Amtsgerichts. A.102. Nr. 25,437. Lörrach. Den Konkurs über das Vermögendes Restaurateurs Eduard Epprecht von Lörrach betr. Nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins wird das Konkursverfahren gegen Restaurateur E. Epprecht von Lörrach wieder aufgehoben. Lörrach, 24. Dezember 1892. Großh- bad. Amtsgericht. (gez.) Nüßle. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Appel. ÄermSge«»ads»oder»«8. N'107. Nr-11,571. Freiburg. Die Ehefrau d. Malers Burkhard Schätzte, Stefanie, geb. Graf in Freiburg, hat gegen ihren Ehemann Klage auf Ber- mögensabsonderung bei der IV. Civilkammer des Großh. Landgerichts Freiburg erhoben und ist Termin zur Verhandlung dieser Klage auf Mittwoch den 1. Februar 1893, Vormittags 9 Uhr, bestimmt. Freiburg, den 24. Dezember 1892. Der Gerichtsschreiber des Großh. bad. Landgerichts: Neff. Erdeinweiluug. N'77.2. Nr.9201. Philippsburg. Das Gericht hat beute verfügt: Die Witwe des Schlossers Karl Weick von Huttenheim, Sabine, geb. Wittemann von da, hat, nachdem die gesetzlichen Erben auf die Erbschaft verzichtet haben» um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres 7 Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird stattgegeben Berrn. Belaüntmachünge». Y123. Nr. 410. Lörrach. Bekanntmachung. Das Lagerbuch der Gemarkung Holzen ist im Concept aufgestellt und wird gemäß Art. 12 der Landesherrlichen Verordnung vom 11. September 1883 vom S. Januar 188» an während vier Wochen zur Einsicht der Grundeigenthümer im Rathhaus zu Holzen aufgelegt. Etwaige Einwendungen gegen den Inhalt der eingetragenen Beschreibung der Liegenschaften und ihrer Rechtsve- schaffenheit sind innerhalb der gegebenen Frist dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich vorzutragen. Lörrach, den 24. Dezember 1892. Der Lagerbuchsbeamte: Dörflinger, Bezirksgeometer. Holzversteigerung. Y.I09.1. Nr. 816. Die Großh. Be- zirksforstei Dnrlach versteigert Dienstag de« ». Januar 188», Morgens 8 Uhr, in Genters Halle in Durlach aus Do- mäuenwald Rittnerl: Abtheilung 12 von einer Durchforstung: 30 buchene» 80 tannene Wagnerstangen, 194 Ster buchenes, 8 Ster eichenes, 44 Ster gemischtes, 5 Ster Nadelholz, Scheitholz und Rollenholz. 119 Ster buchenes. 12 Ster gemischte-, 4 Ster Nadelholz, Prügelholz, 2825 buchene, 625 gemischte Wellen, 2 Loose Schlagraum. Äbtheilung 9 von einer Lichtung: 3 Buchen, 21 Eichenstämmr. 325 Ster buchenes, 158 Ster eichenes, 2 Ster gemischtes, 2 Ster Nadelholz, Scheitholz und Rollenholz. 8 Ster buchenes, 5 Sler gemischtes Prügelholz, 201 Ster Stockbolz, 3025 gemischte Wellen, 2 Loose Schlagraum. Abtheilung 6 von einer Räumung: 11 Buchen-, 5 Eichen-, 2 Tannen- Stämme. Abtheilung 18, 19, 20 von einer Schlagreinigung: 44 Faschinenhaufen. Domänenwaldhüter Bauer zeigt das Holz auf Verlangen vor. Holzversteigerung?" N 110.1. Nr. 1013. Die Gr. Bezirksforstei Emmendinge« versteigert mit Borgfrist am Donnerstag den S. Januar 188», Morgens 8 Uhr, in der Wirthschaft zur Löwenbrauerei Sinn er in Emmendingen aus den Do- mäncnwaldungcn: Distr. II. Aspen wald: 7 Wagner- buchen, 18 Eichen Hl. und IV. Klaffe, 186 Ster buchene, 5 Ster eichene, 6 Ster gemischte Scheiter. 19 Ster buchene, 31 Ster gemischte Prügel» 1800 buchene und gemischte Wellen. Distr. I- Weiherhalde: 3 Ster gemischte Prügel u. 890 gemischte Wellen. Distr. V. Amsenbuck:,11 Wagnerbuchen, II Eichen IV. Klaffe, 1 Forle, 177 Ster buchene, 3 Ster eich.. Scheiter, 24 Ster buchene, 9 Ster gemilchte Prügel» sowie 1740 gemischte Wellen. Tas Holz wird auf Verlangen vorgezeigt in Distr- 1 und H von Waldhüter Drüssel in Köndringen und in Distr- V von Waldhüter Münklin in Mun di"gen. _ N 124. K. württ. Revier Herreoalb. Llangen-Verkauf. Am Samstag den 7. Januar, Bor- , mittags 1V Uhr, werden aus den Ab- theilungen Hardtkövfle, Sand, Bern» ! stein, Birkenteich, Brunnenwäldle, der i Hut Bernbach; Neusatzerheide, Untere- , Habichtsnetz, Gidesberg, Kübelbrünnele, Hardt der Hut Rothensol; Wendeplatte, Teichloch der Hut GaiSthal; Winter- Halde der Hut Dobel, und Rainteich der Hut Herreoalb: 1788 Stück Werkstangen 1. bis IV. Ciaffe, 15073 Stück Hopfenstangen I. bis m. Claffc, darunter 1940 Stück fichtene, 160 Stück ReiS- stangen 1- bis IV. Clafse und 35675 Stück Reisstangen V. Elaffe versteigert. Zusammenkunft auf dem Rathhau- in Herrenalb. Druck u nd Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei.