Karlsruher Zeitung. Samstag, 2. August. Expedition: Karl-Friedrich-Straße Nr. 14 (Telephonanschwß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung, vierteljährlich 8 M. 5V Pf.-'durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile'oder deren Raum 20 Pf. Briefe und Gelder frei. H PA Unverlangte Drucksachen und Korrespondenzen jeder Art, sowie Rezenfionseremplare werden nicht zurückgesandt und übernimmt der Verlag dadurch keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung. — Der Abdruck unserer Originalartikel und Berichte ist nur mit Quellenangabe — „Karlsr. Ztg>" — gestattet. Karlsruhe, den 1. Nugust. Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Maximilian ist heute Nachmittag 4 Uhr aus Schloß Salem von einer Prinzessin glücklich entbunden worden. * Ein neues Reis ist dem edlen Zähringerstamme entsprossen. Tie frohe Kunde, daß im Markgräslichen Schlosse zu Salem eine Prinzessin das Licht der Welt erblickte, durcheilt das Land und wird überall im Volke mit herzlicher Antheilnahme begrüßt. Das Glück des Hohen Elternpaares findet Widerhall in den Herzen des Volkes, dessen Liebe und Treue zum angestammten Fürstenhause sich als glückverheißende Wiegengabe auf den neugeborenen Sprößling überträgt. In sonniger Sommerszeit tritt die Prinzessin jus Leben ein; möge ihrem sonniger Lebensweg beschieden sein und möge sie wachsen und gedeihen zur Freude ihrer Hohen Eltern und Verwandten. In das denkwürdige Jahr, i^n dem unser Erlauchter Landesherr die Vollendung des 50. Jahres seiner gesegneten Regierung feierte, fällt die Gehurt des fürstlichen Kindes; sie wird in der Erinnerung -Als,. vir-- bunden bleiben, mit dem Gedenken an erhebende Zeiten, in denen das innige Band, das in Baden Fürst und Volk umschließt, so leuchtend schön hervortrat. Daß sich zu der Freude an all den Kundgebungen in diesen unvergeßlichen Tagen, die Großherzog Friedrich oft in huldvollen herzlichen Worten bekundete, noch das Glück gesellt, das Enkelkind des ritterlichen Bruders zu schauen, wird von allen treuen Ilnterthanen mit besonders warmen Gefühlen mitempsunden. Möge Gottes Gnade über dem jungen Mutterglück der allverehrten Prinzessin Marie Luise walten! Amtlicher Theil. § Seine Königliche Hoheit der Grohherzog haben unterm 23. Juli d. I. gnädigst geruht, dem Oberförster Joseph Müller, zur Zeit Hilfsarbeiter bei der Steuerdirektion, unter einstweiliger Belastung in dieser Stellung, das Forstamt Ottenhöfen, dem Forstassessor Kurt Stephani in Forbach unter Ernennung zum Oberförster das Forstamt Wolfach zu übertragen, den Forstassessor Aloys Thoma in Geisingen zum Oberförster daselbst und den Forstassessor Ernst Schweickert in Blumberg zum Oberförster daselbst zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unterm 17. Juli d. I. gnädigst geruht, den Zollverwaltern Wilhelm Weigel in Kleinlaufenburg und Adolf Buchholz in Herbolzheim unter Verleihung des Titels A Revisionsinspektor, sowie den Steuerkontroleuren Lud- 1 wig Belz in Heidelberg und Franz Zimmer nrann in Stockach unter Verleihung des Titels Obersteuer- ^kontroleur die etatmäßigenn Stellen von Oberbuchhaltern der Bezirksfinanzverwaltung zu übertragen. Seine Königliche Hoheit derGrotzherzog haben unterm 23. Juli d.- I. gnädigst geruht, den Oberförster Alexander Bücher in Adelsheim nach Karlsruhe zu versetzen und der Domänendirektion zur Dienstleistung zuzutheilen, ferner dem Oberförster Hermann Reuter in Breiten das Forstamt Adelsheim und , dem Oberförster Albert Köhler in Ottenhöfen das Forstamt Breiten zu übertragen. Mit Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts vom 23. Juli d. I. wurde ^Aktuar Josef Sch oller bei der Bibliothek der Technischen Hochschule in Karlsruhe als Verwaltungsassistent etatmäßig angestellt. Mit Entschließung Großh. Mnisteriums der Finanzen dom 26. Juli d. I. wurde Revisionsinspektor Weigel dem Großh. Zollamt Kehl, s Obersteuerkontroleur Belz dem Großh. Hauptsteuer- ^llmt Heidelberg, Obersteuerkontroleur Zimmermann dem Großh. Finanzamt Stockach und ! Revisionsinspektor Buchholz dem Großh. Haupt- Ileueramt Karlsruhe zugetheilt. Mit Entschließung Großh. Generaldirektion der Staatseisenbahnen vom 17. Juli d. I. wurde Expeditionsassistent Arthur Topf von Mannheim nach Triberg versetzt. Mit Entschließung Großh. Generaldirektion der Staatseisenbahnen vom 23. Juli d. I. wurde Expeditious- assistent August Zürn von Jagstfeld nach Heidelberg versetzt. Nicht-NrntLicher Theil. Vom Neichshaushaltetat 1903. O. Berlin, 31. Juli. Wenn jetzt bereits über die im nächstjährigen Reichshaushaltsetat vorzusindenden Forderungen für Schiffs Neubauten der Kriegsmarine ganz sicher auftretende Mittheilungen verbreitet werden, so ist daran zu erinnern, daß mit dem Beginn des August überhaupt erst das Stadium der Verhandlungen zwischen den in Betracht kommenden Reichsrestorts damit, daß an das Reichsschatzamt die Neuanmeldungen eingericht werden, beginnt. Von irgend welchen endgiltigen Einstellung enmn IMi^MÄMkWlLh altset at für 1903 kann demgemäß keine Rede sein. Was den an Linienschiffen und Kreuzern betrifft, so ist dessen^Fsti'AHMkl > ^ vuruoer, oag oer durch das Flottengesetz genau begrenzt, und es darf alssKorea in letzter Zeit bedeutend __ _ . . . - ...... . . - » — ^ ... Zuckersiedereien ein ganz gewaltiger Schaden zugefügt wurde. Er glaube, die Z u ck e r ko n tuen t i o n wert« von guter Wirkung sein. Diesmal sei es England ernst, das wisse man auch im Auslande. Das Brüsseler Abkommen müsse dem Sinne und dem Buchstaben nach ausgesührt werden. Die englischen Zuckerproduzenten wünschten nur billige Behandlung. Sie glaubte, daß sie mit den natürlichen Vortheilen, die ihnen Boden und Klima an die Hand geben, in der Lage wären, ihre Stellung zu behaupten. Aber bis zur Abschaffung der Zuckerprämien könne Westindien sich nicht halten, wenn die Regierung nicht helfe. Er beantragte deshalb die Bewilligung jener Summe, damit die Kolonien bis zur Abschaffung der Prämien sich halten könnten. Die Regierung werde versuchen, bei Vertheilung der Summe alles zu vermeiden, was den Geldern etwa den Charakter einer direkten Prämie geben könne. Nach längerer Debatte bewilligt das Haus mit 183 gegen 86 Stimmen den geforderten Kredit. — Bei Berathung des Heeresbudgets tadeln verschiedene Mitglieder des Hauses, daß man zu Beginn des Krieges Schnellfeuergeschütze aus Deutschland angekauft habe. Kriegsminister Brodrick erwiedert, es sei wahr, daß diese Geschütze Fehler hatten, aber nachdem diese verbessert seien, hätten jene Geschütze eine größere Schußweite gehabt und waren schneller und sicherer im Feuern, als die britische Artillerie es damals war. * London, 31. Juli. Das Oberhaus nahm die dritte Lesung des Entwurfs über den Verkauf alkoholhaltiger Getränke vor. sicher angenommen werden, daß, wie bisher, so auch jetzt, die Reichsverwaltung sich in diesen Grenzen bewegen wird. Ter Sollbestand an Linienschiffen beläuft sich nach dem erwähnten Gesetze auf 38, davon sind 31 vorhanden oder im Bau begriffen, der Sollbestand der großen Kreuzer beträgt 14, wovon der 12., „Ersatz Kaiser", im diesjährigen Etat bewilligt wurde, der Sollbestand an kleinen Kreuzern von 38 ist vor dem wirklichen noch um 6 Kreuzern voraus. Daß auch Neubauten von Schiffen, die in dem Flottengesetz nicht erwähnt werden, geplant werden, dürfte, da sich ein Bedürfniß danach als dringend nothwendig herausgestellt hat, als ziemlich sicher anzusehen sein, indessen ist es durchaus verfrüht, bestimmte Mittheilungen über die in dieser Richtung im nächstjährigen Etat auftretenden Forderungen zu bringen. Im übrigen werden im nächsten Etat weitere Raten für 6 Linienschiffe, 2 große Kreuzer und 6 kleine Kreuzer verlangt werden. Tie Bemessungen dieser Raten stehen natürlich auch noch nicht fest, sie dürften aber so eingerichtet werden, daß die betreffenden Bauten möglichst schnell gefördert werden können. Des Ferneren würden weitere Raten für den Uinbau der Schiffe der Siegsriedklasse und zu baulichen Verbesserungen an den Linienschiffen der Brandenburgklasse eingestellt werden. Ter Umbau der Siegfriedklasse ist aus nahezu 15 Millionen Mark veranschlagt, wovon rund 10Vs Millionen bewilligt sind, die Verbesserung an den Linienschiffen der Brandenburgklasse auf 3 Millionen Mark, wovon l?/i Million bewilligt sind. Auch für ein Kanonenboot und für eine Torpedobootsdivision werden weitere Raten eingestellt werden müssen. Daß auch im Etat für 1903 ganz beträchtliche Summen für Armirungszwecke werden gefordert werden, ist als selbstverständlich anzusehen. Aus dem englischen Parlament. * London, 31. Juli. Unterhaus. Bayter fragt, ob das im März in Rumänien erlassene Gesetz, welches, die Beschäftigung jüdischer Arbeiter verbietet, in Uebereinstim- mung mit den Bestimmungen des Berliner Vertrages stehe, und ob die britische Regierung gegen das Gesetz Einspruch erhob. Lord Cranborne erwiedert, das in Rede stehende Gesetz beziehe sich auf alle Ausländer in Rumänien und erwähne nicht besonders die Juden; doch wenn das Gesetz lediglich gegen die Juden angewendet werde, gehe die Ansicht der Regierung dahin, daß das Gesetz mit Artikel 44 des Berliner Vertrages unvereinbar sei. Der englische Gesandte in Bukarest machte über diesen Punkt der rumänischen Regierung in freundschaftlicher Weise Vorstellung und werde fortfahren im Interesse der Juden zu thun, was er thun könne. Chamberlain beantragt 260 000 Pfund im Interesse der westindischen Kolonien. Er legt dar, die Erhaltung der Zuckerindustrie für diese Inseln sei durchaus nöthig. Was die Zuckerprämien und ihren Einfluß auf die Zuckerindustrie der Insel betreffe, so lag die Schwierigkeit stets darin, daß das 1 Ausland nicht glaubte, daß England in vollem Ernst die Schritte thun wolle, deren Durchführung es schon lange geplant. Seiner Ansicht nach sträubte England sich viel zu lange, gegen die Erhebung von Kompensationszöllen. So ließ England diesen unbilligen Wettberwerb sich entwickeln, bis Wesnndien und den britischen Russische und japanische Einflüsse in Korea. * Die „Nowosti", eines der ruhigeren russischen Organe, beklagen sich bitter darüber, daß der japanische Ein- Korea in letzter Zeit bedeutend gestiegen sei, wäbrenss HM russische Prestige unausgesetzt herabgegangen wäre. Das Blatt verlos., daß ein staatliches Geschwader in die koreanischen Gewässer ^7Tst7^!7 weroe, damit man dort sehe, daß Rußland auch noch etwas in Ostasien zu sagen habe. Es ist in der That wahr, daß Japan in der letzten Zeit besondere Anstrengungen gemacht hat, um seinen Einfluß in Korea zu erweitern. Es ist dazu ermnthigt worden zunächst durch den Abschluß des Bündnisses mit England, sodann durch den Friedensschluß in Südafrika, den die japanische Presse allgemein dahin inter- pretirt hat, daß England in seiner ostasiatischen Politik jetzt freie Hand habe, was auch dem verbündeten Japan zu Gute kommen müsse. So war es Japan, das die koreanische Regierung zu einer Münzresorm gezwungen hat; ebenso haben die Japaner dem Herrscher von Korea einen japanischen Rathgeber, Herrn Matzu-Kato, ausgedrängt. Die Hauptsache aber ist, daß diejapanischeEinwanderung nach Korea in letzter Zeit ganz enorm zugenommen hat. Nach einem Berichte aus Tokio sind im Januar, Februar und März d. I. je etwa 18 000 Japaner nach Korea übergesiedelt. Wenn binnen drei Monaten mehr als 50 000 Japaner sich auf der benachbarten Halbinsel ansiedeln, so kann man Wohl von einer japanischen Ueber- schwemrnung sprechen. Wenn die japanischen Blätter ihre Landsleute zur Auswanderung nach Korea ermuthigen, weil sie dort gern gesehen würden, so stimmt das mit den Thatsachen nicht überein. Keine andere Nation ist in Korea so verhaßt, wie die japanische. Erst ist dieser Tage gemeldet worden, daß im Süden Koreas ein Aufstand gegen japanische Beamte ausgebrochen ist. Im Herbst vorigen Jahres kam es wiederholt zu Reibungen zwischen Koreanern und Japanern und es ist charakteristisch, daß. die koreanischen Truppen, die gegen den die Japaner belästigenden Pöbel einschreiten sollten, sich auf die Seite des Pöbels stellten. Aber nicht nur das Volk, sondern auch die Regierung Koreas hegt starke Abneigung gegen Japan, weil sie von dieser Seite zuerst die Beeinträchtigung ihrer Selbständigkeit befürchtet. So hat, durch das englisch-japanische Bündniß veranlaßt, der Herrscher von Korea im Frühjahr dieses Jahres in einem Erlasse angeordnet, daß das Kabinet täglich Sitzungen abhalten, alle wichtigen Gegenstände berathen und dem Könige vortragen solle, weil der Monarch durch Anbahnung von Reformen allen japanischen Einmischungsversuchen aus dem Wege gehen will. Hierauf ist auch die Jnangriff- nähme der koreanischen Regierungseisenbahn von Söul nach Viju zurückzuführen. Man will den Japanern zeigen, daß Korea selbst zu Reformen fähig und daß es selbständig ist. Daß man diesen Zweck in Japan Wohl erkannt, ergibt sich daraus, daß der japanische Gesandte in Soul bei der feierlichen Eröffnung der Arbeiten für? die Eisenbahn eine Rede hielt, in der er der koreanischen Regierung vorhielt, daß sie gar nicht das Geld für den Bahnbau habe. Gerade bei dieser Gelegenheit aber wurde den Japanern vor Augen geführt, daß Korea, wenn es seine Selbständigkeit gegenüber Japan wahren will, nicht allein steht. An der Feier nahm auch der französische Kontreadmiral Bayle in Begleitung seiner Offiziere theil, der mit dem Flaggschiffe „D'entrecasteaur" eigens zu diesem Zwecke nach Chemulpo gekommen war. Auch Rußland verhält sich durchaus nicht so Passiv, wie es die „Nowosti" glauben machen möchten. So hat im Frühjahr dieses Jahres der russische Ministerresident Pawlow den japanischen Einflüssen zugänglichen auswärtigen koreanischen Minister Pack Chai-sun einfach dadurch zur Demission gezwungen, daß er sich weigerte, mit ihm amtlich zu Verkehren. Ta Rußland 93 000 Mann in der Mandschurei bereit stehen hatte, um dem Vorgehen Paw- lows Nachdruck zu verleihen, so mußte der koreanische Souverän seinen Minister entlassen und den Rußland weniger unsympathischen Au Kihwan zum Minister des Auswärtigen machen. Wenn also auch die russische Regierung dem Wunsche der „Nowosti" nach Entsendung eines Geschwaders in die koreanischen Gewässer nicht Folge leisten sollte, so hat sie doch auch schon so gezeigt, daß sie gar nicht daran denkt, den Japanern ohne weiteres frei Hand in Korea zu lassen. Sie hat sich allerdings in dem letzten halben Jahre etwas passiver gezeigt, als in früheren Zeiten, aber vielleicht ist dies eben aus dem stolzen Bewußtsein heraus geschehen, daß sie gegen plötzliche Ueberrumpe- lungen gesichert ist. GroHherrogthum Baden. Karlsruhe, 1. August. k (Personalveränderungen im Ober-Po st - direktionsbezirk Karlsruhe während des II. Vierteljahres ISO 2.) Angenommen sind als P ostanwärter: Richard Hanke und Friedrich Suppe in Baden-Baden, Karl Schönig und Martin Werner in Bruchsal, Heinrich Hillengaß in Heidelberg, Joseph Heilmann, Wendelin Waltert, Arthur Schröder in Karlsruhe, Adam Müller, Karl Wiegel, Otto Osterburg, Emil Pissowotzki, Heinrich Kolb, Joseph Kimmel, Philipp Koch, Adam Scherrer, Adolf Brunner, Edm. Eppler, Karl Demuth, Wilhelm Schneider und Wilhelm Brander in Mannheim, Heinrich Müller in Pforzheim, Joseph Spegg in Achern, Moritz Kuppisch in Appenweier, Karl Herrmann in Eberbach, Karl Schad in Mosbach und Konrad Moser in Schwetzingen; als Telegraphenanwärter: Goswin Kunz und Franz Bahn in Heidelberg und Adolf Kromer in Mannheim; als Postgehilfe: Ludwig Lepp in Leimen, Karl Baldauf in Flehingen, Wilhelm Weber in Kuppenheim, Johann Kreck in Rothenfels; als Telegraphengehilfe: Otto Rückher in Karlsruhe; als Postgehilfin: Paula Mihelbeck in Karlsruhe; als Telegraphengehilfin' Elsa Mhönig und Elsa Lauer in Karlsruhe, Sophie B""i .' Bruchsal und Alwine Wörner in Mannheim-. agent: Andreas Diehm in DertingHm akk"'-'-- ^ P°seph Sternbach rn 'G'rsliMrM"Mlo Eugenrn Stettfeld. Ernannt sind zum Postassistenten: die Postgehilfen Gg. Stahl in Meckesheim, Jakob Kaufmann in Baden- Baden, Friedrich Schaaf in Achern, Wilhelm Juhl in Baden- Baden, Karl Thomy in Mannheim-Waldhof, Johann Gebhard in Eppingen, Hermann Rettig in Karlsruhe und Anton Kaufmann in Mannheim. Ange stellt sind als Postassistent: die Postassistenten Karl Kuhn in Weinheim, Otto Schnorr, August Brandmeier, Robert Mahsack, Leopold Carque, Theodor Schweinfurth, Hugo Müller, Alfred Rudi, Wilhelm Jockers in Karlsruhe, Ludwig Deufel und Jakob Billmann in Baden- Baden, Karl Lehn, Wilhelm Schellhase, Engelbert Braun in Bruchsal, Theodor Krug, Ludwig Reinmuth, Eduard Schneider in Heidelberg, Adolf Hollerbach, Karl Schmitt, David Lyon- hardt, Georg Schadt, Julius Noe, Andreas Derr, Emil Meiner, Ludwig Zimmermann, Karl Schweinfurth, Joseph Rüger, Bernhard Gieser, August Knaufs. August Wittich, Wilhelm Raitz, Hermann Manz, Leo Bauer, Albin Englert, Philipp Schmitt, Philipp Stegmann, Otto Ditter, Otto Keßler, Philipp Schnell und Konrad Stock in Mannheim, Alexander Brenk, Gustav Brauch und Christian Schleier in Pforzheim, Leonhard Eder in Rastatt, Wilhelm Eiermann in Bühl, Valentin Hahn in Hockenheim, Leo Boberski in Breiten; die Postanwärter Johann Wick und Theodor Klär in Baden-Baden, Albert Zimmermann in Bruchsal, Felix Oechsler in Heidelberg, Friedrich Steinführer, Friedrich Rudmann in Karlsruhe. Georg Marten in Mannheim, Gebhard Mäder und Christian Braun in Pforzheim, Karl Oesterreicher in Breiten; als Telegraphen - assistent: die Postassistenten Rudolf von Carben in Heidelberg, Adolf Rösch in Karlsruhe und Ludwig Weber in Mannheim, der Telegraphenanwärter Ludwig Korbmann in Karlsruhe; als Telegraphengehilfin: die Telegraphengehilfinnen Paula Reese, Johanna Fries und Bertha Spahn in Mannheim. Entlassensind der Postgehilfe Otto Günther in Buchen. Freiwillig ausgeschieden sind die Postgehilfen Georg Fath in Kuppenheim und Karl Dürr in Grünwinkel; die Telegraphengehilfin Elisabeth Lutz in Bruchsal. Ge st orbein sind, der Ober-Postsekretär Rechnungsrath Karl Stöckel in Rastatt; der Postassistent Julius Klauser in Mannheim; die Postagenten Andreas Ebert in Dittigheim und Blasius Stzumpf in Stettfeld. In den Ruhestand getreten sind der Ober-Post- assistent Sprich in Mannheim und die Telegraphengehilfin Schubert in Karlsruhe. Versetzt sind die Ober-Postassistenten Abele von Bruchsal nach Mannheim, Kröppler von Cöln (Rhein) nach Mannheim; der Ober-Telegraphenassistent Schleuse von Bruchsal nach Tauberbischofsheim; der Postverwalter Spiegelhaider von Rauenberg nach Bruchsal; die Postassistenten Markwort von Mannheim nach Osthofen, A. Fischer von Mannheim nach Achern, Leih von Metz nach Heidelberg, Sermersheim von Mannheim nach Straßburg (Elsaß), Gilbert von Bretten nach Karls- ruhe-Mühlburg, Sommerlad von Mannheim nach Darmstadt, Posth von Mannheim nach Pforzheim, Oßwald von Pforzheim nach Lörrach, Lehn von Achern nach Bruchsal, Noä von Buchen nach Mannheim, Diemer von Karlsruhe nach Mannheim, Karl Schweinfurth von Meckesheim nach Mannheim, Manz und Zimmermann von Karlsruhe nach Mannheim, Raiß von Eberstadt nach Mannheim, Knaufs von Gelnhauen nach Mannheim, Wittich von Wildungen nach Mannheim, Schnell von Mainz nach Mannheim, Stock von Büdingen nach Mannheim, Philipp Schmitt von Bingen nach Mannheim, Stegmann von Darmstadt nach Mannheim, Bodenmüller von Hockenheim nach Mannheim, Rectanus von Rastatt nach Mannheim, Englert von Neckarelz nach Mannheim, Berger und Siegert von Baden-Baden nach Mannheim, Hellinger von Pforzheim nach Mannheim, Stather von Großsachsen nach Mannheim, Kaufmann von Durlach nach Mannheim, Hauser, August, von Pforzheim nach Düsseldorf, Simon von Malsch (Amt Ettlingen) nach Gelnhausen, Groß von Mannheim nach Mainz, Straib von Mannheim nach Fulda, Hillenbrand von Mannheim nach Düsseldorf, Nold von Grötzingen nach Darmstadt, Freudenberger, Heinrich, von Rappenau nach Offenbach (Main), Geiger, Karl, von Bruchsal nach Mainz, Funck von Rastatt nach Worms, Frischmuth von Hockenheim nach Eschwege, Schmoll von Mannheim nach Bingen. Fees, Ludwig, von Oestringen nach Leopoldhöhe, Bugenhagen von Karlsruhe nach Stettin, Weißschädel von Mannheim nach Achern, Pütz von Boxberg nach Tauberbischofsheim, Baust von Mannheim nach Karlsruhe, Goßrau von Bruchsal nach Bühl, Schäfer von Sinsheim (Elsenz) nach Karlsruhe, Hummel von Philippsburg nach Karlsruhe, Schellhase von Cafsp.ftffgH 'NrucH- sal, l^aaf von Oberkirch nach Afb--n, von Ladenburg nach Wernherm,^ Sch^ch^ von Mannheim «aH Buchen. Ber- natz von Marino nach Heidelberg, Ruder von Buchen nach Maier, Karl, von Mannheim nach Neckarelz, Colditz von Bretten nach Grötzingen, Braun, Engelbert, von Herbesthal nach Bruchsal, Boberski von Worms nach Bretten, Eiermann von Mannheim nach Bühl, Hauser, Hermann, von Karlsruhe nach Baden-Baden, Helm von Neckarelz nach Heidelberg, Harter von Petersthal nach Karlsruhe, Walther von Lichtenthal nach Baden-Baden, Juhl von Adelsheim nach Baden-Baden, Kiltz von Rappenau nach Bruchsal, Schreck von Wimpfen nach Ren- chen, Gebhard von Karlsruhe nach Weinheim, Sigmann von Karlsruhe nach Baden-Baden, Diehm von Karlsruhe nach Heidelberg, Flach von Pforzheim nach Kehl, Edinger von Waib- stadt nach Bruchsal, Bachmann von Heidelberg nach Handschuhsheim,. Walz von Mannheim nach Osterburken, Aßmus von Karlsruhe nach. Heidelberg, Leitz von Osterburken nach Lr iesloch; der Telegraphenmechaniker Weiske von Karlsruhe nach Berlin; der Telegraphen-Hilfsmechaniker Wehrle von Berlin nach Karlsruhe. * Kleine Nachrichten aus Baden. Am nächsten Sonntag findet in Hornberg der Gautag der Schwarzwälder Arbeiterbildungsvereine statt. Es werden sich außer den betreffenden Delegirten eine größere Anzahl Mitglieder auswärtiger Vereine an derselben betheiligen. — Am 24. d. M. wird in Furtwangen der Gaukriegertag des Schwarzwaldmilitärvereinsverbandes in Verbindung mit der zweiten Fahnenweihe des hiesigen Militärvereins stattfinden. — Auf einem in Ilvesheim ankernden thalaufwärts fahrenden Schiffe kam es zwischen drei Schiffern zu einem Streit, der zu Thätlich- keiten ausartete. Ein Schiffer mit Namen Louis Stumpf aus Eberbach bekam infolge eines Stoßes das Uebergewicht und fiel über Bord, er schlug mit dem Kopf gegen ein nebenanliegendes Boot und versank sofort. Die Leiche konnte noch nicht geländet werden. Die beiden anderen Schiffer wurden verhaftet, einer aber wieder auf freien Fuß gesetzt. — In der Nacht auf Donnerstag brach in Hinterstraß (A. Freiburg) im alten Holzhaus „Hinterm Wald", welches den Landwirthen Lukas Ketterer und Lorenz Pfaff gehört Feuer aus und äscherte dasselbe vollständig ein. Die beiden Familien konnten nur das nakte Leben retten; beide Familien sind versichert. — Am letzten Sonntag feierten in Kenzingen die Joseph Kromer Eheleute in aller Stille das Fest der goldenen Hochzeit. Von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog erhielt das Jubelpaaar ein Geschenk von 30 M. Seine Excellenz der Erzbischof sandte ein herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben nebst einer Geldgahe von 20 M. und einem Erbauungsbuch. — In Degerna«, Amt Waldshut, wüthete ein größerer Brand. Bisher sollen dem Feuer 5 Wohnhäuser und 7 Scheuern zum Opfer gefallen sein. Einzelheiten fehlen noch. — Beim feierlichen Schlußakt des Großh. Proghmnasiums in Donaueschinge« ließ Seine Durchlaucht Fürst Max Egon zu Fürstenberg den Schülern Aberle und Armbrusten aus Obersekunda, welche Klassenpreise erhielten, werthvolle Taschenuhren mrt Widmung durch Herrn Direktor Reff überreichen. Nachdem dieser im Namen der Anstalt gedankt, brachte der Fürst, Hinweis auf das 50jährige Regierungsjubiläum Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog in begeisterten Worten eine Huldigung dar, womit nach dem Gesang der badischen Hymne die Schulfeier schloß. Grotzherzogliche Kunstgewerbeschule Karlsruhe. * Mit dem Einzug der Anstalt bei Beginn des eben abgelaufenen Schuljahres in das von Oberbaudirektor Durm in den Jahren 1898 bis 1900 erbaute neue Kunstgewerbe- schulgebäude waren mancherlei Erweiterungen und Verbesserungen in Bezug auf Organisation und Unterricht geplant, welche inzwischen theilweise durchgeführt wurden, zum größten Theile aber erst in den nächsten Jahren ihre Erledigung finden können. Letztere zielen hauptsächlich auf eine wertergehende Betonung des eigentlichen Fachunterrichts hin, dem namentlich in den oberen Klassen mehr Stunden als bis- her zugewiesen, während die Hilfsfächer im wesentlichen auf die beiden ersten Unterrichtsjahre beschränkt werden sollen. Die wichtigste Neuerung bestand in der versuchsweisen Einführung einer Schülerinnenabtheilung, welche im dritten Stockwerk des alten Schulgebäudes untergebracht wurde, das rin übrigen nunmehr vorwiegend für die Sammlungen des mit der Kunstgewerbeschule verbundenen Museums kunstgewerblicher Erzeugnisse verfügbar blieb. Bei starkem Besuch waren die neuen Räume für die männliche Abtheilung eben ausreichend und auch der Schülerinnenkurs war verhältniß- wäßig stark besucht, so daß offenbar ein Bedürfniß für dauernde Einrichtung einer weiblichen Abtheilung an der seit über 30 Jahren bestehenden Anstalt vorliegt und daher deren weiterer Ausbau auf drei Jahreskurse in Aussicht genommen ist. Am Anfang des verflossenen Schuljahres übernahm an Stelle des vor einem Jahr verstorbenen Direktors Götz, dem der eben ausgegebene Jahresbericht einen wurmen Nachruf widmet, die LesiüN§",)e„ Zchuie und des Kunstgewerbemuseums, der bisherige Direktor der Kunstgewerbeschule in Zürich, Professor Karl Hoffacker, welcher zugleich zum ordentlichen Kollegialmitglied des Großh. Gewerbeschulraths und zum Mitglied des gewerblichen Sachverständigenvereins ernannt wurde. — Die Feier des Regierungsjubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs beging die Schule in besonders feierlicher Weise gemeinsam mit dem Badischen Kunstgewerbeverein, welcher damit zugleich die Eröffnung der Ausstellung des künstlerischen Nachlasses von Direktor Götz verband. Sodann war die Schule bei der ebenfalls zur Feier des Regierungsjubiläums in der Festhalle in Karlsruhe veranstalteten Schulausstellung mit den Ergebnissen ihrer Fachabtheilungen vertreten. — Von dem verstorbenen Direktor Götz erhielt die Anstalt außer einer Reihe von Kunstgegenständen, welche dem Kunstgewerbemuseum einverleibt wurden, ein Kapital von S000 M., aus dessen Zinsen Schülerpreise beschafft werden sollen. Auf seine Anregung wurde ferner zur bleibenden Erinnerung an das Regierungsjubiläum unseres Landesfürsten die Stiftung einer Medaille beschlossen, welche als „Großherzog Friedrich-Denkmünze" die staatliche Genehmigung erhalten hat und alljährlich an solche abgehende Schüler und Schülerinnen verliehen wird, welche sich durch besonders hervorragende Leistungen auszeichnen. Mit dem Schlüsse des gegenwärtigen Schuljahres konnten bereits zwei Schüler damit bedacht werden, außerdem erhielten eine größere Anzahl von Schüler und Schülerinnen Prämien und Diplome für gut gelöste Preisaufgaben, sowie für Fleiß und Leistungen. — Besucht wurde die Anstalt von 217 Schülern, unter denen sich 173 ständige befinden, und 40 Schülerinnen. Das neue Schuljahr beginnt Mitte Oktober; die Aufnahmen finden am 14. des genannten Monats Vormittags 8 Uhr für die männliche, Nachmittags 2 Uhr für die weibliche Abtheilung statt. Die Jubiläumsausstellung in Baden-Baden. Von Prof. Karl Widmer. Bei der Feier des 60jährigen Regierungs- ubiläums des Gr oh Herzogs Friedrich von baden hat sich die Betheiligung der Künste zu einem für das unstlerische Leben des ganzen Landes bedeutungsvollen, weit wer den Rahmen und die Dauer rasch vorüberrauschender :phemerer Festakte hinauswirkenden Ereigniß gestaltet. Das Bewußtsein der wahrhaft fürstlichen Gunst, welche den Künsten >mter der Regierung dieses Monarchen zu Theil geworden ist, tat hier seinen beredten Ausdruck gefunden. Die Kunst selbst wer verdankt diesen Veranstaltungen ernste Förderung, Impulse und Anregungen jeder Art. Karlsruhe, das unter der Negierung und nicht zum wenigsten durch die Initiative des Iroßherzogs zu einem wichtigen Mittelpunkt morderner Kunst- fflege aufgeblüht ist. hat sich durch seine Jubiläums-Kunst- msstellung mit durchschlagendem Erfolg m die Rerhe der deutschen Ausstellungsstädte gestellt. Dre alte Baderstadt an )er Oos. der sommerliche Lieblingsaufenthalt des Großherzog- iichen Paares, hat die Gelegenheit ebenfalls ergriffen, das Fest durch eine Huldigung von ernstem künstlerischem Charakter zu feiern. In dem vor Kurzem in ihren Besitz übergegangenen Hamilton-Palais hat die Stadt Baden-Baden eine Jubiläums- Ausstellung veranstaltet, die mit ihrem vorwiegend retrospektiven Inhalt ein interessantes Seitenstück zur Karlsruher Ausstellung bildet und die den Kunstsinn and die Kunstpflege des Landes von einer wesentlich andern. Sie Karlsruher in gewissem Sinn ergänzender Seite veranschaulicht. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, daß sie ausschließlich aus einheimischem Privatbesitz zusammengekommen ist. Die Einwohnerschaft von Baden-Baden nnd seiner nächsten Umgebung hat das Kontingent dazu gestellt. Ein erstaunlicher Reichthum an privaten Kunst- und Alterthumsschätzen ist durch das Verdienst des Herrn Direktor Schall, dem die Idee und die Durchführung des ganzen Werkes zu danken ist, auf diese Weise aus der Verborgenheit hervorgezogen worden. Das Kloster Lichtenthal hat seinen reichen Besitz an alten Kunstwerken, unter anderm die berühmten Altäre seiner Fürstenkapelle, zur Verfügung gestellt. Diese, gewöhnlich Hans Baldung zugeschriebenen Altäre, welche mit anderen Werken Baldungs, kirchlichen Alterthümern verschiedener Art und Herkunft (unter anderm aus der Badener Stiftskirche, der Schwarzacher Klosterkirche u. s. w.) in der ehemaligen Hauskapelle des Hamilton,Palais zu einem kleinen Museum christlicher Archäologie zusammengestellt sind, bilden neben einer reichen und schönen Kollektion von Renaissancewaffen aus der berühmten Sammlung des Herrn Gimbel, Kunstwerken und kunstgewerblichen Gegenständen aus dem Großherzoglichen Schloß und der Villa Krupp in Baden-Baden, die Hauptstützpunkte der Ausstellung. Sie sind aus den Beiträgen der Bürgerschaft und des alten Badener Adels in werthvollster Weise ergänzt und bereichert worden. Bei Ausstellungen, die in diesem Maße mit der Geschichte des Bodens, auf dem sie stehen, verwachsen sind, spielt der Reiz des Persönlichen und Beziehungsreichen immer eine besondere Rolle, zumal Wenn dieser Boden historisch und kulturhistorisch so interessirt ist und so reicht an Berührungen mit den großen und kleinen Berühmtheiten des literarischen, künstlerischen und politischen Lebens der halben Welt. Schon das Gebäude selbst ist geweiht durch große Erinnerungen. Der ehrwürdige, vornehme Weinbrennerbau mit dam wundervollen Park ist nahezu vor einem Jahrhundert als Großherzogliches Residenzschloß errichtet worden. Die erste Bewohnerin war die Großherzogin Stephanie, Napoleons I. Adoptivtochter und Gemahlin Großherzog Karls. Ihre Neffen L u d w i g und F r i e d r i ch , der jetzige Großherzog, haben hier einen Theil ihrer glücklichen Jugendtage verlebt. Zu seinen berühmten Gästen zählte das Schloß Wilhelm I., Alexander II. und viele Jahre lang auch Napoleon III. Es war für die Stadt daher eine Pietätspflicht, dem Hause eine seiner Vergangenheit würdige Bestimmung zu wahren: die durch die Jubiläumsausstellung gegebene Anregung verdient umsomehr Beachtung, als das Palais für künstlerische, bei der Menge von Seitenlichtzimmern namentlich für kunstgewerbliche Ausstellungen größeren Umfangs die günstigsten Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Einzelne Abtheilungen des Palais und seiner Anbauten dienen denn auch jetzt schon zu dauernden Museumszwecken. Ließen sich nicht auch die Ausstellungen des Salon hierher verlegen? Die überfüllten Säle im Konversationshaus reichen längst nicht mehr aus. Eine Verlegung in einen Theil des Palais oder seiner Anbauten wäre die einfachste und gründlichste Lösung. Denn hier wird es an Räumen von jeder wünschenswerthen Art und Größe nicht fehlen. Das Interesse an der Ausstellung selbst ist bei der Eigenart ihrer Entstehung und Zusammensetzung ein außerordentlich vielseitiges: neben dem Künstlerischen, zumal dem Kunst- historischen, kommt das Geschichtliche reichlich zu seiner Rechnung. Dem Künstler und Forscher bieten solche Ausstellungen aus Privatbesitz unschätzbare Gelegenheit, die in öffentlichen Galerien gesammelten Anregungen und Kenntnisse zu ergänzen. Unter den Kleinodien alter Kunst sei das angeblich von Hans Holbein, thatsächlich aber von Lucas von Leyden gemalte, kleine Triptychon, „Verstoßung und Beweinung Christi" (Kabinet ^III), hervorgehoben: die beiden Seitenflügel sind Ware Perlen feiner und abgeklärter Malerei, einfach, klar und ruhig in der Komposition, edel in der Linie und von prickelndem Wohllaut des Colorits: Gold, Weiß, Schwarz und ein gebrochenes Roth zu einem Vierklang vom feinsten coloristischen Geschmack zusammengestimmt I Gegenüber hängt eine interessante Kreuzigung von Martin Schongauer, der denkbar größte Gegensatz der künstlerischen Anschauung. Hier ist alles auf die Kraft eines charakteristischen Ausdrucks, auf die realistische Deutlichkeit der Darstellung verlegt, darüber aber die feinere Schönheit der Form und Farbe vernachlässigt, die Farben unruhig vertheilt, bunt und grell, die Linien eckig und unrythmisch: man sieht, in allen Formen ' und zu allen Zeiten kehren in der Kunst die Gegensätze einer ! feineren und derberen Auffassung und Empfindung wieder. : Das größte Interesse speziell für die kunsthistorische Wissenschaft bietet wohl die in der „Kapelle" zusammengestellte Gemäldekollektion. Herr Direktor Schall hat hier das besondere Verdienst, die Hans Baldung-Frage damit in ein neues Stadium gerückt zu haben. Die drei Altäre der Lichtenthaler Fürstenkapelle gelten nach alter Ueberlteferung Ostasiatisches. (Telegramm.) * Peking, ZI. Juli. Das Auswärtige Amt theilte dem amerikanischen Gesandten mit. daß die Regierungstruppen 300 bis 400 Aufständische in Szet- schwan getödtet, und dort wieder vollkommene Ordnung hergestellt haben. VeveSe Nachrichten und Telegramme. * Kiel, 1. Aug. Das Geschwader kehrte gestern Nachmittag 6 Uhr aus See zurück. An Bord des „Kaiser Friedrich III." wehte die Großadmiralsflagge Seiner Majestät des Kaisers. Ter Kaiser kehrte gegen 7 Uhr an Bord der „Hohenzollern" zurück. Zur Abendtafel waren keine Einladungen ergangen. Heute begibt sich der Kaiser nach Schwerin. * Schwerin, 1. Aug. Um 12 Uhr Mittags traf der Sonderzug mit Seiner Majestät dem Kaiser hier ein. Zum Empfang waren erschienen Seine Königliche Hoheit der Gr o tzh er z o g, die Herzöge Paul Friedrich. Johann Albrecht. Adolf Friedrich, Heinrich Borwin, der mecklenburgische Gesandte in Berlin von Oertzen. Der Empfang war sehr herzlich. Nach dem Vorbeidefiliren der Ehrenkompagnie begrüßte der Kaiser die Anwesenden. Im Schloß empfingen die fürstlichen Damen und Hofchargen den Kaiser. * Hamburg, 81. Juli. Die von den Engländern in Oueenstown beschossene Hamburger Viermastbark „Thekla", die der Tieme'schen Rhederei gehört, ist hier ein- getroffe-n. Kapitän Alm schildert den Vorgang, wie er schon berichtet wurde, und ist der Ansicht, daß ein böser Wille nicht Vorgelegen hat. Er habe seiner Annahme nach eine Seemeile von der Schußlinie geankert. Geschossen wurde mit Gewehroder Mitrailleusenkugeln vom Lande aus nach einer Scheibe auf See, aber furchtbar schlecht. Alles mutzte unter Deck flüchten, da die Geschosse in die Takelage einschlugen, an den Masten abprallten und auf das ^>eck niederfielen. * Stuttgart, 1. Aug. Der Verkehrsminister ordnete versuchsweise die Ermäßigung der Eisenbahnfahrtaxe für landwirthschaftliche Arbeiter an. * München, 1. Aug. Die Kammer der Abgeordneten genehmigte heute in fortgesetzter lebhafter Debatte die Etatsposten betreffend die Aufbesserung der Geistlichen unter thunlichster Wahrung der Parität in den Gehaltsklassen der Geistlichen beider Konfessionen, und zwar gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und zweier Bauernbündler. * Wien, 1. Aug. Nach dem bisher feststehenden Programm trifft Seine Majestät der König von Rumänien am 2. August Nachmittags hier ein und begibt sich am 3. August nach Ischl zum Besuche des Kaisers Franz Joseph. Er gedenkt dort drei Tage zu bleiben und fährt dann nach Ragaz. * Prag, 1. Aug. Die Session des Landtages wurde gestern mit einem Hoch auf den Kaiser geschlossen. * Paris, 1. Aug. Die Königin Maria Christine von Spanien ist gestern Abend hier angekommen. * Paris, 1. Aug. Präsident Loubet und die französische Regierung ließen die inkognito reisende Königin Marie Christine von Spanien bei ihrer Ankunft in Paris durch den Chef des Protokolls Crozier begrüßen. Loubet bot der Königin für heute Abend die Präsidentenloge in der großen Oper an. Die Königin wird nach ihrer Rückkehr von Compiegne, wohin sie sich heute Mittag zum Besuch der Königin Jsabella, ihrer Schwiegermutter, begibt, der Opernvorstellung beiwohnen. Die Abreise der Königin nach Wien ist für morgen Abend festgesetzt. * Paris, 1. Aug. „Echo de Paris" schreibt, die französische Regierung habe eine derzeit nicht für die Oeffentlichkeit bestimmte Protesterklärung des Papstes in der An- gelegenheit der Kongregationen erhalten. Der Vatikan beab- sichtige, so führt das Blatt aus, keine weitere Kundgebung gegen die Regierung, tveil dem Papste nahegelegt worden sei, daß die Frage des Kultusbudgets und der Trennung des Staats von der Kirche von dem in seiner Mehrheit radikalen französischen Parlament einer raschen Entscheidung zugeführt werde. * Paris, 31. Juli. Im heutigen Kabinetsrathe bestätigte Ministerpräsident Co mb es, daß sich in sehr zahlreichen Departements die nicht genehmigten Niederlassungen der Kongreganisten freiwillig auf- gelöst hätten. — Der Finanzminister legte die Grundzüge des Budgets für 1903 dar. * Haag, 1. Aug. Nach amtlicher Meldung aus S u - rin am sind unter den Eingeborenen der Pflanzung Marienburg Unruhen ausgebrochen. Der Leiter der Pflanzung wurde getödtet. Die Truppen feuerten auf die Aufständischen. Von Letzteren wurden dreizehn getödtet und vierzig verwundet. * Rom, 1. Aug. Ter „Tribuna" zufolge wird der König am 26. August, Morgens, von Racconigi ab- reisen und am 27. Nachmittags in Potsdam eintreffen. * Rom, 1. Aug. Im schweizerischen diplomatischen Corps treten folgende Veränderungen ein: Pioda, Gesandter in Washington, geht in gleicher Eigenschaft nach Rom: Carlin, bisher Gesandter in Rom, wird nach London und Burchart, Gesandter in London, nach Washington versetzt. * London, 31. Juli. Auf einem Bankett der Liberalen Vereinigung besprach Earlos Roseberry die Wahl in Leeds (North) und erklärte, seit Gladstones erster Wahl in Midlothan habe keine Wahl eine so große Bedeutung gehabt. Das Ansehen der Regierung habe beinahe einen tätlichen Stotz erlitten. Nach Beendigung des Krieges beginne die Nation die frühere Haltung der Regierung zu untersuchen, die bisher nichts für die innere Gesetzgebung gethan habe. * St. Petersburg, 31. Juli. Seine Majestät der Kaiser besuchte mit dem Großfürsten Alexis das österreichische Torpedoschiff „Szigetsar". * St. Petersburg, 1. Aug. Der „Regierungsbote" veröffentlicht die Ernennung des Leutnants zur See Fürsten Dol- goruckow zum Marineattache bei der Botschaft in Berlin. * Saratow, 31. Juli. Im Dorfe Chowanschyne im Kreise Serdobska (Gouvernement Saraton) fanden infolge falscher Gerüchte über Neuregelung der Agrarverhältnisse Bauernunruhen statt. Der Bezirksvorsteher und Amtmann wurden angegriffen und verwundet. Durch das Eintreffen des Gouverneurs mit Militär wurde die Ruhe wiederhergestellt. — Im Dorfs Wladykino verlangten die Bauern von der dortigen Gutsbesitzerin unter Drohungen die Unterschrift eines Pachtkontraktes. Auch hier wurde durch die Ankunft des Gouverneurs mit Militär die Ruhe wiederhergestellt. Die Anstifter der Unruhen wurden verhaftet. * Belgrad, 1. Aug. In dem Berichte über die Motive zur Einbringung des Anleiheprojektes, der gestern dem Finanzausschüsse der Skupschtina vorgelegt wurde, stellt der Finanzminister fest, daß die schwebende Schuld Serbiens zur Stunde 36 748 065 Francs betrage. Das diesjährige Defizit wird nach Berechnung des Finanzministers insgesammt 4 646 167 Francs betragen. Die Annahme des Anleiheprojektes durch den Finanzausschuß ist gesichert. * Bukarest, 31. Juli. Das nsueKabinet ist gebildet worden. Die Minister wurden heute vereidigt. Die gesammte Presse spricht sich in günstiger Weise über die Neubildung des Ministeriums aus. * Konstantinopel, 1. Aug. Die montenegrinische Regierung hat unter gewissen Vorbehalten die Vorschläge der Pforte bezüglich der Grenzregulirung angenommen. * Shenandoah (Pennshlvanien), 31. Jnli. Nach einer Meldung der „Evening News" haben die Führer der Bergarbeiter in Pennshlvanien ihr Möglichstes gethan, um den Frieden zu bewahren, aber ausländische Arbeiter griffen gestern drei Nichtunionisten in Shenandoah an. Die Polizei feuerte auf 2000 Streikende und diese schossen dann auch. Man weiß nicht, wie viele Bergarbeiter verwundet worden sind, da ihre Kameraden sie forttrugen, man glaubt aber, es seien 20 gewesen. — Die Anthracitkohle hat jetzt in New-Dork den doppelten Preis, 40 M. pro Tonne. — Gestern Abend wurde die Ruhe wiederhergestellt. Der Präsident der Lokalunion forderte die Mitglieder auf, die Behörden nach Kräften zu unterstützen und Ausschreitungen zu unterdrücken. Zwei Regimenter wurden von Harrisburg nach Shenandoah entsandt. — Das hierher beorderte Militär ist eingerückt, ohne daß es zu Demonstrationen kam. Ein Hilfssheriff, der Arbeiter in der Nähe von Ashland eskortirte, wurde durch einen Schuß schwer verletzt. * Buenos Aires, 31. Juli. Die Kammer nahm den Schiedsgerichtsvertrag mit Chile ohne Abänderung an, sowie ein Protokoll betreffend die Herabsetzung der Seestreitkräfte. * Cairo, 31. Juli. Der Generaladjutant des Befehlshabers der britischen Truppen in Egypten, Oberst Forestier Walker, ist am 31. Juli, Abends, von der Eisenbahn in Heluan überfahren und getödtet worden. * Prätoria, 1. Aug. Die Rücksendung der Buren nach ihren Heimstätten macht große Fortschritte. Die Zahl der Familien, die bereits auf Farmen in Transvaal angesiedelt sind, wird auf 9000 geschätzt. Derschiedenes. ft Hamburg, 31. Juli. (Telegr.) Der Spruch des Seeamts in der „Primus"-Katastrophe lautet: Der Unfall ist in erster Linie durch den Führer des „Primus", Peters, verschuldet worden, weil er iw falschem Fahrwasser und auch nicht mit genügender Aufmerksamkeit auf etwa in Sicht kommende Lichter geachtet hat. Die durch die Verhandlung festgestellte Gewohnheit der kleinen Dampfer auf der Elbe, sich bei Ebbe mit Rücksicht auf den dort schwächeren Gegenstrom am Nordufer zu halten, kann Peters nicht entschuldigen, da die Gewohnheit als ein gegen die Kaiserliche Verordnung verstoßender, die Sicherheit der Schifffahrt gefährender Mißbrauch scharf zu verurtheilen ist. Den Führer der „Hansa", Sachs, trifft der Vorwurf, sein mit Rück auf Voraus bezw. etwas an Backbord befindlichen Lichter gegebenes Backbordruder nicht signalisirt zu haben. Durch das nach Artikel 22 der Kaiserlichen Verordnung hier vorgeschriebene Signal wäre die Situation vielleicht rechtzeitig geklärt worden, auch wäre es vorsichtiger gewesen, wenn Sachs eher, als geschehen, die Fahrt des Schiffes gemäßigt hätte. ftFlensburg, 31. Juli. Wie die „Flensb. Ztg." meldet, fuhr ein mit Eisenbahnschienen beladener Wagen in einen auf dem Flensburger Bahnhof stehenden Personenzug hinein, dessen Insassen die Wagen eben verlassen hatten. Ein Wagen des Zuges wurde zertrümmert, ein anderer aus dem Gleise geworfen. Zwei Bahnbeamte wurden erheblich verletzt. Die Untersuchung ist eingeleitet. ft Bremerhaven, 1. Aug. (Telegr.) Nach einer Bekanntmachung des Quarantäneamts ist auf Madagasgar die Pest ausgebrochen. ft Aus Württemberg, 31. Juli. (Telegr.) An der oberen Donau gingen vorgestern heftige Gewitter nieder. Großer Schaden verursachte der Hagel in den Gemeinden Oepfin- gen und Ober-Aischingen. In Heufelden ist über die Hälfte dre Ernte vernichtet, eben daselbst wurden einige Häuser vom Sturm sehr beschädigt. ft Ferleiten, 31. Juli. (Telegr.) Heute Nacht wurde der Malermerster Franz Müller aus Dresden unterhalb des südlichen Pfandelgletschers in der Nähe des Glocknerhauses todt aufgefunden. Die Todesursache dürfte ein Schlaganfall infolge Erschöpfung gewesen sein. ft Wien, 1. Aug. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Prag: Ber emem Neubau in der Nähe der Hiegen russischen Kirche ist das Gewölbe ernge stürzt und begrub mehrere Arbeiter unter den Trümmern. Bis jetzt wurden drei Leichen geborgen. ft Btailand, 31. Juli. (Telegr.) Der Vertreter Mailands rm Senate, Gaetano N e g r i, ist heute Früh in Varazze, wo ? 5 >. ch Zur Kur aufhielt, auf einem Spaziergange ab ge st fturzt und an den erlrttenen Verletzungen gestorben. fttat wurden Betrugereren entdeckt. Der Rektor der Universität wrrd dre Prüfung aller innerhalb der letzten 25 Jahre von der Universität verliehenen Titel verlangen Meldung der »Franks Ztg.", Los Alamos in Californien; ledes Haus rst demolrrt, der Verlust an Menschen ist glücklicher- Julr^ -dieses Erdbeben war das fünfte seit dem 17. ft Sydney» 31. Juli. (Telegr.) In der Kohlengrube „Mount Kembla" bei Wollongong in Neu-Süd-Wales ereignete sich eine furchtbare Explosion. Es sind bereits 27 Leichen geborgen und 149 Personen gerettet, doch dürften noch 110 Arbeiter verschüttet sein. Die Hoffnung, sie zu retten, ist äußerst gering. Das Parlament von Neu-Süd- Wales vertagte sich beim Eintreffen der Nachricht von dem Unglück. als Werke Hans Baldungs. Doch ist dessen Autorschaft in neuerer Zeit stark angezweifelt worden, ohne daß man indes zu einem sicheren Resultate gelangt wäre. Die dämmerige Beleuchtung ihres Standortes und die von der Hand eines unberufenen Restaurators aufgetragene Uebermalung hatte eine genauere Untersuchung unmöglich gemacht. Jetzt, wo die Altäre aus dem Halbdunkel der Kirche in das Helle Tageslicht des Ausstellungsraumes gestellt und mit andern beglaubigten Hauptwerken Hans Baldungs konfrontirt sind, hat die Entscheidung der Frage schon einen bedeutenden Schritt vorwärts gemacht. Ein endgiltiges Resultat wird erst die Entfernung der störenden Uebermalung ermöglichen. Doch ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Altäre von anderer als von Baldungs Hand herrühren, schon jetzt beinahe zur Sicherheit geworden. Uebrigens hat auch der, dem diese gelehrten Streitfragen ferner liegen, hier eine seltene Gelegenheit, das Lebenswerk Hans Baldungs in einer ausgesuchten Repräsentation der verschiedenen Epochen seines Schaffens kennen zu lernen: es sei aus das schöne, in der harmonischen Tiefe seiner Farbe und der stilvollen Ornamentalität seiner Liniensprache besonders hochstehende Votivbild des Markgrafen Christof 1. vom Jahre 1510 (früher Antipendium des Lichten- thaler Hauptaltar, jetzt der Karlsruher Galerie gehörig), den Occeliomo der Freiburger Sammlung vom Jahre 1513, das Gelehrtenbildniß vom Jahre 1538 (Geschenk des Kaisers Wilhelm an die Stadt Straßburg) besonders aufmerksam gemacht. Eine kleine Schatzkammer historischer Kunst ist auch das Kabinet VIII mit den schon genannten Lucas von Leyden, zwei Murillos, einem vorzüglichen Elsheimer, zwei schönen, groß und flott aufgefaßten Renaissanceholzreliefs mit alt- testamentarischem Inhalt und andere. Die Skulptur ist überhaupt in wenigen aber meistens werthvollen Stücken vertreten. Solche Arbeiten, wie die beiden gothischen Figuren des St. Georg und St. Florian im Saal I stellen sich in der naiven Treuherzigkeit und Echtheit der Empfindungen den besten und charakteristischen Beispielen deutscher Holzplastik an die Seite. Von der Malerei des 19. Jahrhunderts herrscht, wie bei einer aus Privatbesitz hervorgegangenen Ausstellung leicht erklärlich ist, das Portrait ziemlich stark vor. Im ganzen überwiegt hier das Interesse am Gegenstand. Unter den zahlreichen Fürsten-Bildnissen haben manche ihren ganz besonderen historischen Werth, wie die Portraits Karl Friedrichs (von Winterhalter u. A.), der Großherzogin Stephanie, der Kaiserin Elisabeth von Rußland, des Türkenlouis und seiner Gemahlin, der Markgräfin Sibylle, Friedrichs des Großen, Napoleons I. u. s. w. Ein von Anton Haehnisch gezeichnetes Bildniß Kaiser Wilhelm II. als Prinzen vom Jahre 1866 (Eigenthum von Excellenz Krupp) wird ebenfalls auf besonderes Interesse rechnen dürfen. Unter den Persönlichkeiten, deren Existenz mit der Geschichte der Stadt in eigenthümlicher Weise verflochten ist, ist auch Bsnazet, der erste Spiel- Pächter von Baden-Baden, in einem Portrait von L. Couder verewigt. Bei der Betrachtung dieses energischen und geistvollen Kopfes versöhnt man sich beinahe mit dem Gedanken, daß dieser Mann, der so viel Unheil über die Menschheit gebracht hat, zugleich einer der größten Wohlthäter von Baden-Baden war. Unter den Hauptmeistern moderner Kunst finden wir Thoma und Böcklin am reichsten vertreten. Böcklin namentlich durch Werke aus seiner > früheren Zeit, die zum Theil noch deutlich den Einfluß von Schirmer verrathen, wie die der Sammlung Krupp (Zimmer XI) ungehörige Hügellandschaft von 1856. Aus demselben Besitz stammt ein wundervoller Daubigny: eine einfache Waldlandschaft mit einer grauen Luft, deren perlmutternde Töne an prickelndem Reiz ihresgleichen suchen. Auch einen Baisch, der in einem tiefen und satten Goldton gehalten, die meisten anderen Bilder des Künstlers an koloristischer Schönheit hinter sich läßt, fanden wir (Raum XV Nr. 520) und gegenüber einen feinen Sperl, sowie zwei Feuerbach'sche Frauenköpfe, offenbar aus seiner früheren Zeit, wo seine Farbe das einheitliche und de- cente Grau und sein Vortrag noch die zartere und duftigere Leichtigkeit hatte, die später einer härteren und akademischen Vortragsweise gewichen ist. Wetter am Donnerstag, den 31. Juli 1902. Hamburg Vormittags Regen, Swincmünde Nachmittags - Neufahrwefser anhaltend Regen- Münster meist trüb, Breslau Gewitter, Metz vorwiegend heiter, Chemnitz und München Nachts Regen. " Wetter Nachrichten aus dem Süden vom I. August 1902, Vormittags 7 Uhr. - hkiter 27", Florenz wolkenlos 20", Rom wolkenlos 19". Wetterbericht des Sr«tr,lb»rr-«» fiir Meteiri!,,» u. Hydr. v. 1. August 1902. .-Barometrische Maxima liegen h^ute über dem Nordwesten und dem Süden Europas, das ganze übrige Gebiet wird dagegen von niedrigem Druck bedeckt, der zahlreiche flache Minima erkennen läßt. Das Wetter ist deshalb in Deutschland meist trüb und zu Gewitterregen geneigt. Eine wesentliche Aende- rung ist vorerst nicht zu erwarten. MtUrnntgadradachtmtgr» »er M rtrsiw t . A tittt» » K«r»nch,. __ > Keuqtig- Wind Juli ! i» 0. K-uStt. Himmel 31. Nachts 9'» U.' 751.0 August 16.6 9.2 ^ 66 NE bedeckt 1. Mrqs. ?»" U. > 752.5 14.4 9.5 78 NE 1. Mittgs.2«11.! 752.3 0 Wetterleuchten. 21.6 15.7 82 E § Höchste Temperatur am 31. Juli: 26.0: niedrigste in der darauffolgenden Nacht: 13.4. Niederschlagsmenge des 31. Juli: 0.4 mm. Wafferstand des Rheins. Maxau, 1. August: 4 42 n>, gefallen 2 orn. Verantwortlicher Redakteur: (in Vertretung von Julius Katz) Adolf Kersting, Karlsruhe Kux L ^»nnvn, UsuptnieäsrikKtz uLtürliebsr, 6adrilr liünstlieksr rii-kel 30. fei'Nbpi'eokei' 225. HVliri<2i rrI>vkr^^»r»> Irrrctrl^ril to, ^loolrolti-si« 0<^tr rLnIrs. T'542 6 A^öisrhe H Lraim sch« LoMlchimckkkki, K-rlsnch« a. 8»»«» ßs L-tzi»» e.K«»h«» U »--«« r-rt-v« u I-chn »s ?«, gt» > UmakenUr'G^tzß. Gadischen Gerichte Ibrgsn ükr VLÜ^chkn ^Rnükk^A^äinmer l 14 Ta,Q Juseral. SV Pk». »i« »«i»,r ^kp-N» P-tttMr V-ck« ü «I. »-»jltzlich. kk." Die Stelle eines Sekretariatsgehilfe« mit einer Anfangsvergütung von 1200 Mk. jährlich ist sofort zu besetzen. Bewerber aus der Zahl der Justiz- ««d Verwaltuugsaktuare wollen ihre selbstgeschriebenen Gesuche nebst Zeugnissen, namentlich auch über ihre Vorbildung, alsbald einrcichen. Fretburg i.B.. den 31. Juli 1902. U 413.1 Die Verwaltung. Bei der Verwaltung der Grosth. Tech«. Hochschule rnicksnivisns z« Karlsruhe ist eine Schrcibgehilfenstelle mit einer Vergütung von vorerst jährlich 1000 M. zu besetzen. Bewerbungen unter Anschluß der Zeugnisse über seitherige Beschäftigung find innerhalb acht Tagen einzusenden. Auf gute Handschrift wird besonderer Werth gelegt. U417 Karlsruhe, den 1. August 1802. Sekretariat der Techuifcheu Hochschule. zeiltchritztil-LieferW. Die Gemeinde OberSwiSheim hat die Lieferung einer vierrädrigen Fahrspritze mit Saugapparat zu vergeben. Angebote find an den Gcmeinderath Oberöwisheim zu richten. Gcmeinderath. Zimmermann, Brgrmstr. N'385.1. Stoll. Bekanntmachung. Betrieb der Theater- kellerwirthschast betr. Der Betrieb der Restauration des Kellers im Großh. Hoftheater sowie der damit verbundenen Restauration des Foyers, des 3. und 4. Rangs soll vom 1. Oktober 1902 ab auf dem Wege des öffentlichen Angebots auf dte Dauer von 5 Jahren verpachtet werden. Lusttragende wollen ihre diesbezüglichen Angebote bis Samstag de« 30. August 1S02, Vormittags 11 Uhr, im Rathhaus, Zimmer Nr. 3, verschlossen und mit der Aufschrift „Pachtaugebote für die Wirtschaft im Hoftheaterkeller" versehen, abgeben. Die zu verpachtenden Kellerräumlichkeiten find vom Hoftheater abgetrennt, so daß ein Tag- und Nachtbetrieb in denselben stattfinden kann. Die der Verpachtung zu Grunde liegenden besonderen Bedingungen sowie die erforderlichen Ueberstchtspläne können unentgeltlich vom städtischen Hochbauamt bezogen werden. Auch wird daselbst jede weitere gewünschte Auskunft erthetlt. Mannheim, den 23. Juli 1902. Bürgermeisteramt, ll 414.1 Ritter. Häling. Der Unterzeichnete Liquidator zeigt hiermit dte am 21. Juli zum Handelsregister angemeldete Auflösung der Putzwollfabrik Badenia G.m.b.H. an und fordert gleichzeitig dte Gläubiger der Gesellschaft auf, sich bei der Firma in Ladenburg zu melden. Ladenburg, den 25. Juli 1902. Der Liquidator: U388.1 George Reynolds. Bürgerliche Rechtsstreite. Ladung. U'364.2 Nr. 6802. WaldshNt. Die Säger Gottlieb Stiegeler Ehefrau Sofie geb. Diggelmann in Laufen (Kanton Basel-Land) klagt gegen ihren zuletzt in St. Gallen wohnhaften, jetzt an unbekannten Orten abwesenden Ehemann mit dem Anträge: Die zwischen den Parteien am 21. April 1896 in St. Gallen abgeschlossene Ehe wird aus Verschulden des Beklagten für geschieden erklärt. Der Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. Termin zur münd- lichen Verhandlung, zu welcher die Klägerin den Beklagten mit der Aufforderung zur Bestellung eines beim Gerichtshöfe zugelaffenen Anwalts ladet, ist vor diesseitigem Gerichtshof auf Donnerstag den 16. O ktober d. Js., Vormittags 9 Uhr, bestimmt. Waldshut, den 28. Juli 1902. j Der Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts. Neumann. ! Aufgebot U340.2. Nr. 18340. Schwetzingen. Indem dte politische Gemeinde Edingen, vertreten durch Bürgermeister Ding dortselbst, dte Einleitung des Aufgebotsverfahrens nach 1946 folgende, und 977 folgende der Civilprozeßordnung bezüglich des nachbeschricbenen von jeher in ihrem Eigcnbefltz nach 8 927 bürgcrl. Gesetzbuchs gestandenen Grund stücks Gemarkung Edingen erwirkt hat: Lagerbuchnummer 24 in der Hauptstraße: I. Hofraithe, worauf steht: ». ein zweistöckiges Schulhaus mit Wohnung und gewölbtem Keller, 5. ein einstöckiger Stall mit Schopf und Schwetneställen einerseits Nr. 1 Vizinalstraße nach Grenz Hof, anderseits Nr. 25, II. Haus garten 81 qw, wird hieher Aufgebotstermtn bestimmt auf Montag den 29. Dezember 1902, Vormittags 9 Uhr, mit der Maßgabe, daß alle, die an obigen Grundstücken Ansprüche und namentlich das Etgenthum geltend machen wollen, solche spätestens im Termine anzumelden haben, widrigenfalls die Ausschließung mit diesen Rechten erfolgt. Schwetzingen, den 26. Juli 1902. Großh. Amtsgericht, gez. Nüßle. Dies veröffentlicht der Gerichts schreibe!: H S m m e r l e. Aufgebot. U'409.1 Nr. 12 075. Kehl. Der verschollene Kaufmann Johann Simon Franz Dörr von Frankfurt a. M. von besten Leben seit dem Jahre 1873, in welchem er als Angestellter einer Firma eine Reise unternommen hat, keine Nachricht mehr eingegangen ist, wird auf Antrag seiner Ehefrau. Maria Sara geb. Freyeisen aufgefordert, sich spätestens im Aufgebotstermine, der auf Mittwoch den 6. Februar 1903, Nachmittags 3 Uhr, festgesetzt wird, zu melden, widrigenfalls er auf Grund der 88 13 und 14 B.G.B. für todt erklärt wird. Alle Personen, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu crtheilen vermögen, werden aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermtne dem Gerichte Anzeige zu erstatten. Kehl, den 30. Juli 1902. Großh. Amtsgericht. Dies veröffentlicht Der Gr. Amtsgertchtssekretär. Kopf. Loukurie. U'397. Nr. 9 495. Wies loch. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Jakob Haller in Wiesloch betreffend. Zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver- zeichniß der bet der Verthetlung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke ist der Schlußtermin bestimmt auf Mittwoch den 27. August 1902, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst. Wiesloch, den 30. Juli 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Schweinsbaut U'401. Nr 30362IU Mannheim. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Spenglermeisters Carl Imhof in Mannheim ist Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwen» düngen gegen das Schlußverzeichntß und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Bermögens- stücke bestimmt auf Dienstag den 2. September 1902, Vormittags 9 Uhr, vor Großh. Amtsgericht Hierselbst, Abth. V, II. Stock, Zimmer Nr. 8. Mannheim, den 26. Juli 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts, o x h e t m e r. U'398. Nr. 16 030. Waldktrch. Ueber das Vermögen des Wegbauunternehmers Andreas Cassagrande zuletzt wohnhaft in Unterstmonswald (Kandel) wurde heute am 30. Juli 1902, Nachmittags 6 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da die Zahlungsunfähigkeit des Cassagrande glaubhaft gemacht ist. Der Rechnungsstell-r Emil Daneffel hier wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 16. August 1902 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird Termin anberaumt vor dem diesseitigen Gerichte, zur Beschlußfassung über die Äeibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubtgerausschuffes und eintretenden Falls über die in 8 133 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Samstag den 30. August 1802, Vormittags 10 Uhr. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig find, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung sufer- legt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nebmen, dem Konkursverwalter bis zum 16. August 1902 Anzeige zu machen. Waldkirch, den 30. Juli 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. I. V.: Lippolt. U'390. Nr. 312081. Mannheim. In dem Konkursverfahren über das Vermögen ins Kaufmanns und Ingenieurs Franz Er dm enger in Mannheim ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf Freitag den 22. August 1902, Vormittags 11 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst 2. Stock, Zimmer Nr. 2, anberaumt. Mannheim, den 28. Juli 1802. Boxheim er, Gerichtsschreiberei des Gr. Amtsgerichts. U'400. Nr. 3l207I. Mannheim- In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Fuhrunternehmers Tobias Gräff in Mannheim , ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf D onn e r st a g den 28. A ug u st 1902, Vormittags 11 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte bterselbst, II. Stock Zimmer Nr. 5, anbe auml. Mannheim, den 28. Juli 1802. Boxheimer, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. U'402. Nr. 26061. Heidelberg. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Zimmermeisters Karl Hilbert von Sandhaufen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und Vollzug der Schlußvertyetlung hierdurch aufgehoben. Heidelberg, den 29. Juli 1902. Großh. Amtsgericht, gez. Engelbert h. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Grasberger. U'373. Nr. 8 473. Eberbach. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Schuhmachers Philipp Herboldin Eberbach ist zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver- zeichniß und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht vcrwerthbaren Vermögensstücke Schlußtermin vor Gr. Amtsgericht dahier auf Mittwoch den 27. August 1902, Vormittags 10'/, Uhr, bestimmt. Eberbach, den 30. Juli 1902. Heinrich, Gr. Amtsgerichtssekretär. U418. Nr. 10 988. Ep Pin gen. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Bahnhofwirths Karl Robert WeipPert in Eppingen wird, nachdem der in dem Bergleichstermine vom 31. Mat 1902 angenommene Zwangsvergleich rechtskräftig geworden und nachdem der Schlußtermin stattgefunden hat, durch Gerichtsbeschluß vom Heutigen aufgehoben. Eppingen, den 30. Juli 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Mahlbacher. U'384. Lörrach. Im Konkursverfahren gegen die Firma Zimmermann L Baumgartner in Lörrach wurde die Vornahme der Schluß- vertheilung gerichtlich genehmigt. Der verfügbare Mafsenbestand beträgt 46.80 M., die bevorrechtigten Forderungen betragen 23 48 M., dte nicht bevorrechtigten Forderungen 3280.34M. DaS Berzeichniß der zu berücksichtigenden Forderungen liegt bei der Gerichtsschreiberet auf. Lürrach, den 30. Juli 1902. Der Konkursverwalter. E. Engler. U'389. Nr. 34 842. Karlsruhe. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Maurermeisters August Scherer in Karlsruhe ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke Schlußtermin auf Mittwoch den 27. August 1902, Vormittags 10'/, Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst, Akademiestraße 2 6, III. Stock, Zimmer Nr. 52, bestimmt. Karlsruhe, den 30. Juli 1902. Thum, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. U'399. Offen bürg. In dem Konkursverfahren über das Vermögen !des Kaufmanns Wilhelm Schafbuch von Offenburg wurde durch Urtheil des diesseitigen Gerichts vom Heutigen die Ehefrau des Kaufmanns Wilhelm Schafbuch Marie geb. Dorer in Offenburg für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von demjenigen ihres Ehe- j mannes abzusondern. Offenburg, den 28. Juli 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. C. Beller, Gr. Amtsgerichtssekretär. U'410. Walldürn. Im Konkurse über das Vermögen des Maklers Edmund Häfner von Schweinbcrg find zur Schlußvertheilung unter Mk. 13 33 bevorrechtigte und Mk. 1449.59 nicht bevorrechtigte Forderungen verfügbar Mk. 94.72. Es entfällt demnach auf die nicht bevorrechtigten Forderungen eine Dividende von 5,6 Proz. Walldürn, den 31. Juli 1902. Der Konkursverwalter. Knoth, Rechtsanwalt. Freiwillige Gerichtsbarkeit. U422. Karlsruhe. Namensänderung betr. Karl Hettler II, Landwirth in Adelshofen, möchte den Vornamen seiner am 7. September 1901 in Adelshofen geborenen Tochter Frida Hettler in „Julie Luise" ändern. Etwaige Einwendungen gegen die Bewilligung dieses Gemchs find binnen drei Woche dahier geltend zu machen. Karlsruhe, den 24. Juli 1902. Ministerium der Justiz, des Kultus und Unterrichts. In Vertretung: Hübsch. Birkenmaher. Strafrechtspflege. Ladung. U'363.2 Nr. 28 652. Mannheim. Der am 11. Mat 1874 zu Ladenburg geborene Sattler Karl Siegel, zuletzt wohnhaft in Mannheim, zur Zeit unbekannt wo, wird beschuldigt, daß er in nicht rechtsverjährter Zeit als beur- laubter Reservist ohne Erlaubniß aus- gewandert ist, indem er sich nicht mchr innerhalb der Grenze des Deutschen Reiches aufhält. Uebertretung gegen 8 360 Ziff. 3 R.-Str.-G -B. Derselbe wird auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts, Abthctlung XII, Hierselbst auf Donnerstag, 18. September 1902, Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht hier zur Hauptverhandlung geladen. Bei uncntschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach 8 472 Abf. 2 und 3 Str.-P -Ord. von dem Kgl. Bezirkskommando Mannheim ausgestellten Erklärung vom 19. Juli 1902 verurthetlt werden. Mannheim, den 29. Juli 1902. Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts 12. Dietrich. Ladung. U-215.3. Ettenheim. Der am 2. Mai j1878 zu Ettenheim geborene, zuletzt in Ettenheim wohnhaft gewesene, jetzt an unbekannten Orten abwesende Fabrikarbeiter Sigmund Kühner ist beschuldigt, daß er ani 12. März 1902 als Ersatzreservist 1. Klaffe nach Amerika ausgewandert sei, ohne von seiner bevorstehenden Auswanderung der Militärbehörde Anzeige erstattet zu haben. — Uebertretung gegen tz 360 Ziff. 3 Str.-G.-B. — Derselbe wird auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts auf Donnerstag, den 4. Sept. 1902, Vormittags '/,9 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht inEtten heim zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldtgtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach ß 472 der Strafprozeßordnung von dem König!. Beztrkskommando zu Offenburg ausgestellten Erklärung verurthetlt werden. Ettenheim, den 18 Juli 1902. Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Kunz. Arbeitsvergebung. Für die Heil- und Pflegeausta Jllenau vergeben wir die Herstellun eines — beilfg. 1700 qm großen - Plättchenbelags zum Theil mit Warst sockeln, einschl. Herstellung der nöthigc Betonirung. Arbeitsbedingungen r können in der Zeit vom 4. bis einsch 7. August, Bormittags bei ur etngesehen werden. U 412 Achern, den 30. Juli 1902. Großh. Bezirksbauinspektion. Druck und Verlag der G. Braun' sch"n Hofbnchdrnckkr;! in Karlsruhe. R 415. Nr. 4642. Eberbach. Großh. Bad. Stams- Eilenbahnen. Nachocrzeichnete Lieferung und Ar- beiren zur Umdeckuug der Schieferdächer der Aufnahmsgebäude Zwinge«, berg und Biua«, sowie des Beamtenwohnhauses Mosbach und des Güter- hallcnanbaues Neckarzimmer« mit Falzziegel sollen vergeben werden. 1. Lieferung von Doppelfalzziegeln. 2. Abnahme der Schiefer und Eindecken der Dachflächen mit Ziegeln. Das Bedtngnißheft liegt zur Einsicht auf meinem Hochbaubureau (Gasthaus zur Churpfalz, II. Stock) auf, woselbst auch Angebotsverzetchnisse zum Einsetzen der Preise für die einzelnen Arbeiten in Empfang genommen werden können. Die Angebote sind verschlossen, post- frei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum IS. August, Vormittags 1V Uhr bei uns einzuretchen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Eberbach, den 29. Juli 1902. Der Gr. Bahnbauinspektor. U 416.1. Nr. 2329. Fretburg. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. VttgebimMnDaMbeiten. Zur Herstellung eines Elektrizitätswerkes im Gebiete des neuen Güterbahnhofes Freiburg im BreiSga« sind die Zimmer-, Blechuer- «ud Holzeemeutbedachuugsarbeite», ferner die Lieferung und Herstellung von Eiseukonstruktioue«, sowie dte Träger «ud Falzziegellieferuug im Anschläge von 39 754 M. in öffentlichem Wettbewerbe nach Einzelpreisen zu vergeben. Pläne und Bedingungen liegen auf unferm Hochbaubuceau, Zunftstraße Nr. 9 hier, während den üblichen Geschäftsstunden bis Mittwoch den 13. August d. I., Nachmittags 6 Uhr, zur Einsicht auf, woselbst Angebotsvordrucke, dte aber nicht zum Versandt kommen, erhoben werden können. Die mit der vorgeschriebenen Aufschrift versehenen Angebote sind verschlossen und portofrei bis zu der am Donnerstag den 14. August, Vormittags 11 Uhr, auf unserem Geschäftszimmer, Deutsch- ordeustraste Nr. 3, III. Stock, stattfindenden Eröffnungsverhandlunfleinzu- reichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen. Freiburg, den 1. August 1902. Großh. Eisenbahnbauinspektion, v. Stetten. U 394.1. Nr. 2307. Fretburg. Großh. Bad. Staats- Äsenbahnen. Vergebung eiserner Brückeukonftruktionen. Für den neue« Giiterbahuhof Freiburg im «reiSgau und seine Zufahrtslinie« soll die Lieferung und fertige Aufstellung der Eiseu- konstruktiouen für wettere 7 Bauwerke vergeben werden. Loos IX: 3 Straßenbrücken, Blechträger, von 13,0, 13,4 und 26,2 na Stützweite und 3 zweigleisige Bahnbrücken, Blechträger, von 8,6, 8,6 und 18,0 na Stützweite im Gesammtgewicht von zusammen .... 301500 kx Loos X: Dretsambrücke, zweigleisig, Fachwerkträger von 45,0 na Stützweite im Gewicht von .... . 327 000 dte beiden Loose zusammen 628 500 Die Pläne, Gewichtsberechnungen und Bedingungen liegen an Werktagen auf unserm Geschäftszimmer, Deutsch- ordenstratze 3, III. Stock, zur Einsicht auf. Dieselben werden auch, soweit der Vorrath reicht, gegen Einsendung per Postanweisung von 5 M. für jedes Loos, oder von 10 M. für beide Loose, nach Auswärts abgegeben. Dte Angebote, welche den Preis für 100 lrx der vollständig fertig aufgestellten Konstruktionen enthalten sollen, find bis längstens Dienstag de« S6. August d. I., Vormittags 11 Uhr. auf unserem Geschäftszimmer, Deutschordenstraße 3, III. Stock, verschlossen. Postfrei und mit entsprechender Aufschrift „Angebot auf Etseukonstruktionen" versehen, einzuretchen. Die Zuschlagsfrtst beträgt 4 Wochen. Freiburg, den 30. Juli 1902. Großh. Eisenbahnbauinspektion, v. Stetten. mit einer Jahresvergütung bis zu 900 M. sofort zu besetzen. Bewerber aus der Zahl der Ber- waltungsaktuare und Aktuartatstnzt- ptenten wollen sich unter Vorlage von Zeugnissen innerhalb 8 Tagen dahier melden. Donaueschingen, den 30. Juli 1902. Großh. Bezirksamt. Flad. U-393^