Kurlsruhrr Ikitns. Dienstag, F. August. SIS. Expedition: Karl-Friedrich-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 8M. 50 Pf.) durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, BrieftrLgergebühr eingerechnet, 3 M. S5 Pf. Etnrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile ober deren Raum 20 Pf. Briefe und Gelder frei. Unverlangte Drucksachen und Korrespondenzen jeder Art, sowie Rezensionsexemplare werden nicht zurückgesandt und übernimmt der Verlag dadurch keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung. — Der Abdruck nnierrr Originalartikel und Berichte ist nur mit Quellenangabe — „Karlsr. Ztg." — gestattet. 1SVS. Amtlicher Theil Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog baden ! Sich unter dem 20. Juli d. I. gnädigst bewogen gefunden.! dem Königlich Preußischen Major z. D. Emil Rahm, Kommandeur des Landwehrbezirks Glatz, das Ritterkreuz er st er Klasse und dem Königlich Preußischen Rittmeister Konstantin Pierordt, Eskadronchef im Schleswig-Holstein- schen Dragoner-Regiment Nr. 13, das Ritterkreuz zweiter Klasse mit Eichenlaub Höchstihres Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königlich c Hohe it der Grostherzog haben Sich unter dem 21. Juli d. I. gnädigst bewogen gesunden, dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Villingen, Privatier Karl Görlacher daselbst, das Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienste bei der freiwilligen Feuerwehr zu verleihen. Seine Königliche Ho heit der Grotzherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden, dem Architekten und Bauunternehmer Julius Breitenberger aus Bonnbors, z. Zt. in louv-anx-^rcttes bei Metz die unter- thänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Kaiser verliehenen Königlich Preußischen Kronen-Ordens IV. Klasse zu ertheilen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben mit Allerhöchster Staatsministerialentschließung vom 23. d. M. Nr. 777 gnädigst geruht, den Vorstand der Land- wirthschastsschule Augustenberg, Landwirthschafts- inspektor Karl Bach, zum Vorstand der obst- und weinbautechnischen Abtheilung der Ackerbauschule Hochburg mit dem Wohnsitz in Emmendingen zu ernennen Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unterm 17. Juli d. I. gnädigst geruht, den Zeichner Willibald Zehner zum Zeichner der I. Gehaltsklasse zu ernennen. ' ' ^ ^ Das Ministerium der Justiz, des Kultus und Unter- i richts hat unterm 31. Juli d. I. den Finanzassistenten Albert Bautsch bei den Centralschulföndsverwaltung dahier zum Buchhalter bei der Verwaltung der Technischen Hochschule ernannt. Mit Entschließung Großh. Generaldirektion der Staatseisenbahnen vom 29. Juli d. I. wurde Expeditionsassistent Fritz Berberich von Denzlingen nach Riegel versetzt. Wcht-Lmüichrr Theil. Kirchliche Inspektion des Religionsunterrichts i« Elsaß-Lothringen. -Ä- Strastburg, 3 . August. Ter an den öffentlichen höheren Schulen! Elsaß-Lothringens ertheilte Religionsunterricht wurde bisher von den staatlichen Aufsichtsorganen nur hinsichtlich der Disziplin und der Methode inspizirt. Vielfach brachten es die konfessionellen Verhältnisse mit sich, daß sich die Direktoren einer Aufsicht über diesen Unterricht ganz enthielten. Mancherlei Uebelstände, die sich daraus ergaben, haben dazu geführt, daß im Einvernehmen des Oberschulraths mit den kirchlichen Behörden, und zwar sowohl mit den Bischöfen von Metz und Straßburg, als auch mit dem Direktorium der Kirche Augsburger Konfession und dem Sydonalverband der resormirten Kirche, sowie mit den israelitischen Konsistorien eine kirchliche Inspektion des Religionsunterrichts an den öffentlichen höheren Schulen eingerichtet wird, welche unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechts über diesen Uuterrichtszweig den Religionsunterricht auch von kirchlicher Seite her zu heben und zu fördern bestimmt ist. Es wird damit für Elsaß-Lothringen eine Einrichtung getroffen, wie sie in anderen deutschen Ländern bereits seit langer Zeit, in Preußen beispielsweise seit 1829, geordnet ist. Die von den verschiedenen kirchlichen Behörden im Einvernehmen mit dem Oberschulrath beauftragten Inspektoren des Religionsunterrichts haben an ihre Auftraggeber zu berichten; den kirchlichen Behörden bleibt es dann überlassen, ^ etwaige weitere Verhandlungen mit dem Oberschulrath kinzuleiten. Tie aus diesem Anlaß in verschiedenen altdeutschen Zeitungen zu Tage getretene Erregung darf sonach als eine unbegründete und unnöthige bezeichnet werden. Es handelt sich einfach um ein Entgegenkommen seitens der elsaß-lothringischen Regierung aus berechtigte Wünsche der kirchlichen Behörden der gesetzlich anerkannten Religionsgenossen- sch asten, ohne daß dadurch staatliche Machtbefugnisse aus dem Gebiete der Schulaufsicht irgendwie Preisgegeben werden. Der Kultusetat vor dem Bayrischen Reichsrath. * Der Kammer der Reichsräthe, welche Samstag eine fünfstündige Sitzung abhielt, lagen unter Anderem auch gewisse Theile des Kultus etats in der Form vor, wie sie kürzlich aus der Berathung der Abgeordnetenkammer hervorgegangen sind. Zunächst verlas der Präsident, nach der Vereidigung des neuernannten Reichsraths Graf Georg Fugger, die Allerhöchste Botschaft, wonach die Dauer des gegenwärtigen Landtages bis 9. August verlängert wird. Da die Affäre des Würzburger Universitätssenats schon im Ausschüsse der Reichsrathskammer ausführlich besprochen wurde, verzichtete das Plenum ausdrücklich auf eine nochmalige Diskussion dieser Affäre. Die Kammer der Abgeordneten hat mit geringer Mehrheit den Antrag angenommen, im nächsten Etat solle eine Position für die Errichtung eines Lehrstuhles für Homöopathie eingestellt werden. Der Ausschuß der Reichsrathskammer beantragte nun die Zustimmung zu diesem Beschlüsse. Einzelne Reichsräthe sprachen dagegen. — Schließlich gab die Mehrheit ihre Zustimmung zu dem Beschlüsse der Abgeordnetenkammer auf Schaffung einer Professur für Homöopathie. Die Beschlußfassung über die Errichtung einer Technischen Hochschule in Nü rnberg wurde vertagt. Die Petition der Stadt Würzburg, die Technische Hochschule nach Würzburg zu verlegen, wurde der Regierung zur Würdigung überwiesen. Darauf kamen die von der Abgeordnetenkammer gestrichenen Kun stp o stu l a te zur Berathung. Sie wurden von der Reichsrathskammer fast sämmtlich wieder! h ergestellt, so 2000 M. für die staatliche Vasensammlung und 20 000 M. für Neuerwerbungen für das Nationalmuseum. Hiebei betonte Reichsrath Akademiedirektor Ferdinand v. Miller, es müsse durch einstimmige Wiederherstellung der Position auf die Abgeordneten Eindruck gemacht werden. Der Schatz, den wir im Nationalmuseum haben, müsse gepflegt und durch Neuerwerbungen gefördert werden. Auch die bei der „Akademie der Ton- ! tunst" gestrichenen 12 OM M. wurden wiederhergestellt. Hiesür sprach Prinz LudwigFerdinand, welcher betonte, durch «Abstriche würde die nöthige Erweiterung des Lehrkörpers der Akademie gehindert werden. Es folgte sodann die Wiederherstellung der Position von IM OM Mark für Staatsankäuse ausgezeichneter Kunstwerke. In der Diskussion betonte Prinz Ludwig Ferdinand, daß die Förderung der Kunst ein wesentliches Ruhmesblatt Bayerns sei und daß der Stadt München der Ruhm als Kunstzentrum erhalten bleiben müsse. Referent v. Auer verwies auf den schlechten Eindruck, den die Rückgängigmachung der provisorischen Käufe in der Höhe von 63 OM M. auf die interessirten Künstler machen müßte. Frhr. v. Cramer-Klett hob hervor, daß die Ablehnung dieses Postens in der Abgeordnetenkammer für Bayern höchst beschämend sei, und daß der Reichsrath gewissermaßen die Ehrenrettung des Vaterlandes vorzunehmen habe. Ebenso warm traten auch Reichsrath v. Miller und Staatsrath v. Weh- ner für die Mederherstellung der Position ein, woraus dieselbe beschlossen wurde. Die Frage der Kousularvertretuug Norwegens. c? Christian!«», 2. August. Bekanntlich wurde bereits vor Jahren von der norwegischen radikalen Partei die Forderung gestellt, daß Norwegen eine eigene diplomatische und Kon ^ sularvertretung eingeräumt werde. Von schwedischer Seite wurde diese Forderung, als völlig unberechtigt und undurchführbar, abgelehnt und darauf hingewiesen, daß die Errichtung eines eigenen norwegischen auswärtigen Amtes mit norwegischen Gesandten und Konsuln die Auflösung der Union zwischen Schweden und Norwegen bedeuten würde. Die norwegische radikale Partei er- wiederte hieraus mit einer durch dreimal wiederholten Storthingsbeschluß (gegen welchen dem König kein absolutes Veto zusteht) bekräftigten Drohung, ein' besonderes norwegisches Konsularcorps zu ernüchtern Von schwedischer Seite wurde auf diese Drohung die Antwort gegeben, ein solcher Schritt würde für Norwegen nur eine Demüthigung zur Folge haben, indem die von der norwegischen Regierung allein ernannten Konsuln von keiner ausländischen Macht anerkannt würden. Gleichzeitig gab jedoch die schwedische Regierung zu verstehen, daß sie bereit wäre, mit der norwegischen Regierung darüber Unterhandlungen einzuleiten, inwiefern es als vortheilhaft erachtet werden könnte, das bisherige gemeinschaftliche Konsularwesen aufzuheben und besondere Konsuln für jedes der beiden Unionländer zu ernennen. Schweden wäre in diesem Falle bereit, auf dem Wege der Konsularvertretung eine Trennung zu gestatten, unter der Bedingung, daß die norwegischen Konsuln keine diplomatischen Befugnisse ausüben. Im Januar d. I. wurde ein aus zwei schwedischen und zwei norwegischen Mitgliedern bestehendes Comite beauftragt, eingehend zu untersuchen, in welcher Weise, unter Beibehaltung der gemeinschaftlichen diplomatischen Vertretung der beiden Unionsstaaten, die Errichtung von besonderen Konsuln für jeden der Staaten praktisch durchführbar wäre und wie nach Analogie des konsularen Beistandes in auswärtigen Staaten die Interessen schwedischer Staatsbürger in Norwegen und norwegischer in Schweden am besten wahrgenommen werden könnten. Das Comite hat sich dahin ausgesprochen, daß nach Abschluß der Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen über die Auflösung des gemeinschaftlichen Konsularcorps die fremden Mächte aufgefordert werden müßten, auch die neuen Konsuln zu bestätigen. Es sei ein besonderes norwegisches Konsulardepartement zu errichten, welches sich über die Erwirkung der Bestätigung für norwegische Konsuln mit dem auswärtigen Amt in Stockholm ins Einvernehmen zu setzen hätte. Dem auswärtigen Amt soll es überlassen werden, etwaige Reklamationen von Seiten fremder Mächte zu beantworten. Die besonderen norwegischen Konsuln werden dem erwähnten norwegischen Konsulardepartement und nicht dem auswärtigen Amt in Stockholm unterstellt und die diplomatischen Vertreter von Schweden und Norwegen werden ihnen demzufolge keine Weisung ertheilen können. Den norwegischen Konsuln soll es jedoch gestattet sein, in dringenden Fällen um den Beistand der diplomatischen Vertreter anzusuchen. Zur Wahrung der Interessen schwedischer Staatsbürger in Norwegen und vice versa hat das Kon- sulatscomite keine besonderen Maßregeln in Vorschlag gebracht, sondern sich darauf beschränkt, allgemeine Bestimmungen, betreffend die Unterstützung norwegischer Seeleute in Schweden und vice versa zu empfehlen. In den maßgebenden Kreisen ist man der Ansicht, daß die Vorschläge des Konsulats- comites ohne größere Abänderungen sowohl vom Storthing, wie vom schwedischen Reichstag werden angenommen und vom König sanktionirt werden. Hiermit würde eine wichtige Streitfrage eine glückliche Lösung erhalten. Finanzielle Hlrmdfchau. -o- Frankfurt, 2. August. Mancherlei, was auf dem Gebiete der inneren und der äußeren Politik in den letzten Tagen sich zngetragen hat, ist von der Börse so gut wie gar nicht beachtet worden. Man ist weder durch die weiteren Maßregeln gegen den Klerikalismus in Frankrei ch noch durch die überaus bedeutsame Kaiserrede in Emden berührt worden. Angesichts des Mangels an spekulativer Thätigkeit, der herabgeminderten Arbitragegelegenheit und der Zurückhaltung, die weite Kreise des Publikums ausüben ist die Börse bei uns längst nicht mehr das verläßliche Spiegelbild des gesammten wirthschaftlichen Lebens. Man erkennt jetzt auch in Kreisen, die sich nicht eben als kapital- und geschäftsfreundlich bezeichnen lassen, daß eine Abänderung des Börsengesetzes auch mit Rücksicht auf unsere industriellen Verhältnisse in hohem Grade wünschens- werth sei. Die große, geradezu erstaunliche Geldfülle, die sich in unvermindertem Grade erhält, hat einen belebenden Einfluß auf die Börse nicht ausznüben vermocht, und selbst unsere inländischen Staatsanleihen sind davon kaum berührt worden. Wohl läßt sich mit Recht geltend machen, daß ihre Bewerthung im Vergleich zu derjenigen der Schuldverschreibungen anderer Länder, deren finanzielle Lage weitaus nicht so günstig ist als die unsere, eine zu niedrige sei. Unser Publikum hat aber im großen und ganzen den 3pro- zentigen Zinsgenuß noch nicht ratiftzirt, und die Gunst, die allen annähernd 4 Prozent abwerfenden einigermaßen guten ausländischen Staatspapiere zu Theil wird, ist ein Beweis dafür» daß man sich von der alten Tradition nicht zu entfernen ver- mochte. Fm ganzen ist ja die Haltung der deutschen Staatsanleihen keine ungünstige gewesen, aber irgendwelche größere Regsamkeit war nicht vorhanden. Dagegen zeigte sich weiter für türkische Werthe günstige Strö mung, und es wird Gewicht darauf gelegt, daß für Konstante nopeler Rechnung fortgesetzt Käufe darin stattfinden. Man glaubt, daraus folgern zu können, daß trotz aller unbestimmten und wechselnden Angaben bezüglich der Durchführung der türkischen Finanzreformpläne doch in dieser Beziehung ' etwas Greifbares zu Stande kommen dürfte. Die Preise, nament lich der Iprozentigen Türken, haben aufsteigende Bewegung cingeschlagen. Für Chinesische O b ligationen zeigte sich auf Londoner Anregung und auf eine, wie man annimmt für die Interessen der älteren Anleihen vortheilhafte Aende- rung in den Zollbestimmungen gute Nachfrage. Portugiesische Werthe sind durch die nunmehr allseitig erfolgte Genehmigung der Regierungsvorschläge nur wenig berührt worden. In Italienischen Anleihen dauern die Aufnahmen des heimathländischen Publikums fort. Oester reich-ungarische Renten fest, aber auch nicht son derlich belebt. Das spekulative Interesse der deutschen Märkte ist fortwährend ein sehr geringes. Während der letzten Woche haben die verschiedenen ungünstigen Berichte über die inländische.industrielle Lage in Verkäufen ihren Ausdruck gefunden, die aber vorzugsweise von Berlin ausgingen, während hier bei den rückgängigen Preisen eher Neigung zu Aufnahmen vorhanden war. Der Jahresabschluß des Bochumer Vereins ist allerdings an dem Maßstab des vorjährigen gemessen sehr ungünstig. Aber an und für sich betrachtet, hält man ihn namentlich nach einem so schlechten Jahr für verhältnitzmäßig, nicht gerade unbefriedigend, und es ist besonders betont worden, daß trotz des annähernd nur halb so großen Gewinnes die Abschreibungen wieder in sehr ausgiebiger Höhe bemessen wurden. Man betonte, daß die Hauptsache wohl die sei, wie sich die Aussichten für das neue Jahr gestalten, und daß man erst davon ein Ur- theil über die weitere Kursentwickelung abhängig machen sollte. Die außerordentliche Generalversammlung der Harpener Gesellschaft, die eine Kapitalerhöhung um 8 Millionen und die Ausgabe von 6 Millionen Obligationen beschloß, hat verhältnißmäßig wenig Eindruck auf die Kursgestaltung gemacht. Stärkerem Druck waren Kohlenaktien ausgesetzt, da die in die Presse gelangten Mittheilungen über die Schwierigkeiten, die der Erneuerung des Kohlenshndikates entgegentreten, verstimmend wirkten. Auch findet man nur einen mageren Trost darin, wenn die Direktion des Syndikates ausführt, daß die Verhältnisse zwar an dem Maßstab der großen Konjunktur gemessen, sich nicht günstig ansehen, daß man aber, wenn inan auf frühere Zeiten zurückblickt, keintzn Grund zur Unzufriedenheit habe. Für die Börse und die Geschäftswelt ist es aber naturgemäß, daß ein Rückschlag gegen eine vorausgegangene günstige Zeit sich auch in den Kursen fühlbar macht. Immerhin hält man hier an der Meinung fest, daß die Bestellungen für China und Südafrika ihren Einfluß geltend machen dürften, und daß auch auf eine belebende Wirkung der guten Ernte zu rechnen ist. Für den Augenblick aber bleibt das Feld Denjenigen überlassen, die durch Verkäufe einen Kursdruck herbeizuführen suchen. Verstimmenden Einfluß hat der Jahresausweis der Schuckertgesellschaft gemacht, und die Aktien gelangten in größeren Beträgen zum Verkauf. Man erblickt in den Ziffern einen neuen Beweis für die schwierige Lage, in der sich zufolge der großen Betriebserweiterung und der angespannten Produktion die Elektrizitätsindustrie befindet. Von sonstigen Jndustriewerthen waren Edison und Kontinentale auch Lahmeyer einige Prozent gedrückt. Ferner wurden Cement- und Chemische Aktien nie- diriger abgegeben. Auf dem Bankenmarkte ist das Geschäft vollständig ruhig und die Kursveränderungen vollziehen sich bei nur geringen Umsätzen. Wesentliche Schwankungen gegen die Vorwoche sind nicht zu verzeichnen. Feste Haltung ist für Bahnaktien vorhau-' den, die zum Theil höhere Preise erzielen konnten. Die Verhandlungen wegen Verstaatlichung der österreichischen Staatsbahn sind zwar für den Augenblick vertagt, aber man ist überzeugt, daß sie im Laufe der Zeit zu einer günstigen Erledigung führen werden. Lübeck, Büchener höher. Luxemburger Prince Henri fest, ebenso italienischen Bahnen. Privatdiskont: IV» Prozent. 3'/>fto Deutsche Reichsanlethe 102 70 102,90 A0, „ 92 35 9315 3'/i"/„ Preußische Konsols 102 65 102 70 3'» „ 92,95 92.85 3'/,°'» Brd. Obl. abgestempelt 101.— 101.- 3 7« Badische Obligationen 92 20 92,50 3' s"/o Bayern 100 75 100,90 3 /« Bayern 92 20 92,15 4"« Italienische Rente 103,25 103,20 4"/« Ungarische Goldrcnte 102,30 102,25 5°/„ Ungarische Kronenrente 98,45 98.50 4'/» amort. Silber-Mexikaner 40 90 40.60 5 "/„ Gold-Mexikaner 101 50 10140 Oesterreichische Kreditaktien 213 70 215.- Diskonto-Kommanditantheile 183,80 183,55 Oesterr. Staatsbahn-Akiten 150,70 18180 „ Lombardische Aktien 18,- 17,60 Gottbardakrien 168 20 169,90 Laurahütte-Aktien 195 30 191.— Bochumer Berqbauaklten 184,— 176,80 Gelsenkircher Bergbauaktien 166,10 163.70 Harpener Bergbauaktien 165 80 161.70 Türkenloose 113 40 114.— Großherzogthum Baven. Karlsruhe, 4. August. Aus Salem, Nachmittags 4 Uhr 33 Minuten erhalten wir folgendes Telegramm: Der Zustand Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Max von Baden ist normal, die neugeborene Prinzessin befindet sich wohl. Or. Benckiser. 1 (Personalveränderungen im Ober-Po st- direktionsbezirk Konstanz.) Uebertragen ist dem Poftinfpektor Gauert aus Frankfurt (Main) die Wahrnehmung einer Bezirks-Aufsichtsbeamtenstelle in Konstanz und dem Postinspektor Gschwender aus Dresden die Wahrnehmung der Telegraphendirektorstelle in Konstanz. Etatsmäßig angestellt sind der Postpraktikant Eggers aus Hagenau (Elsaß) in Konstanz; die Postanwärter Gisy in Meßkirch, Bolanz in Konstanz und Weinmann in Freiburg als Postassistenten. Versetzt sind die Postassistenten Blum von Freiburg nach Gernsbach, Diringer von Mannheim nach Freiburg. JndenRuhestand tritt die Telegraphengehilfin Auguste Raupp m Freiburg. * (Von der Konzertreise der Grenadierkapelle.) Unsere vielgefeierte Grenadierkapelle und ihr vielbewährter Dirigent, Herr Musikdirektor Boettge, die sich zur Zeit auf einer Konzertreise in Norddeutschland befinden, feiern überall, wo sie auftreten, Triumphe ungewöhnlichen Erfolges. In Hamburger Blättern wird das „Elite- Programm" und die „musikalische Qualität" des Vortrages mit uneingeschränktem Lobe anerkannt. Auch in Lübeck und anderen Orten hat die Kapelle außerordentlich lebhaften Beifall gefunden. * (Die 28. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungsgehilfenverbandes in Leipzig) nahm den Antrag des Kreises Baden: „Die Durchführung der vollständigen Sonntagsruhe als wünschenwerth zu erstreben", nahezu einstimmig an. Dem Verbände gehören 2700 Mitglieder an. * (Vom badischen Obstbauverein) ist ein Unternehmen ins Leben gerufen worden, das der Vermittelung von Angebot und Nachfrage für alle im Großherzogthum Baden gedeihenden Obstsorten dienen soll. Es wird durch die in Bühl (Stadt) errichtete Centralvermittelungsstelle ein Adrcssenaustausch zwischen Käufern und Verkäufern von Obst stattfinden, um die Arbeiten des Obstabsatzes zu erleichtern und die Pflanzer, die es vorziehen, ihr Obst nicht auf dem Wege des Zwischenhandels abzusetzen, mit den Abnehmern in direte Verbindung zu bringen. Dem Zwischenhandel sollen aber die Vortheile der Vermittelungsstelle auch nicht verschlossen bleiben, indem die ihr einlaufenden Anfragen wegen größerer Abschlüsse diesem zur Erledigung zugewiesen werden könnnen. Durch die vom Obstbauverein veranlaßten Inserate, sowie weiter an alle größeren Obsthandlungen in Deutschland ergangenen Cirkulare sind bereits zahlreiche, nicht allein auf den Einkauf von Frühzwetschgen, sondern auf alle bei uns vorkommenden Obstsorten sich erstreckende Anfragen eingelaufen, die nun entsprechende Verwerthung finden sollen. Hierzu ist nun erforderlich, daß die Pflanzer der Centralstelle ihr Erträgniß an Frühzwetschgen und anderem Obst anmelden, damit ihnen die entsprechenden Adressen ausgehändigt werden können. Die Inanspruchnahme der Dienste der Centralstelle ist bis auf weiteres kostenfrei. Mit der Führung der Geschäfte der Centralstelle ist Herr Landwirthschastsinspek- tor Stengele betraut worden; dessen Geschäftszimmer befindet sich in der Landwirthschaftlichen Winterschule (Höhere Bürgerschule) Bühl. Als Geschäftsstunden sind festegesetzt: Montag früh von 7 bis 9 Uhr, an den übrigen Wochentagen jeweils von 6 bis 8 Uhr Abends. Die Centralstelle übernimmt auch gegen Auslageersatz die Einholung von Auskünften über die Besteller, lehnt aber jederlei Verantwortung ab bezüglich aller weiteren Geschäftsabwickelungen zwischen Käufer und Verkäufer. 23 (Aus der Sitzung der Ferien st rafkam- mer vom 30. Juli.) 'Vorsitzender: Landgerichtsrath Maas. Vertreter der Großh. Staatsanwaltschaft: Reseren- där Mehl. — Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gelangte die Anklage gegen den in Karlsruhe wohnhaften Schuhmacher Rudolf Ober Hofer aus Kumerazhofen wegen Sittlichkeitsverbrechens zur Verhandlung. Der Fall endigte mit der Ver- urtheilung des Angeschuldigten zu 9 Monaten Gefängniß, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft. — Der früher bei der Firma Herz und Kahn beschäftigte Kaufmannslehrling Karl Merz aus Kaiserslautern stahl in der Zeit von Mitte März bis Ende Juni d. I. aus dem Geschäftslager seiner Prinzipale verschiedene Kleiderstoffe im Werthe von 265 M. Me gestohlenen Maaren brachte er seiner Mutter, der Charlotte Heiler geb. Merz hier, die die Stoffe verpfändete. Merz wurde wegen Diebstahls zu 3 Monaten Gefängniß, die Heiler wegen Hehlerei zu 6 Monaten und wegen eines von ihr hier verübten Diebstahls zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. — Vier Angeklagte, der Taglöhner Ernst Willi Renz von hier, der Taglöhner Friedrich Baumgartner aus Basel, der- Hausbursche Ludwig Heinrich Baumberger aus Basel und der Lackier Max Friedrich Palmer aus Rintheim, hatten sich wegen Diebstahls zu verantworten. Der Gerichtshof erkannte gegen Renz auf 6 Monate, Baumgartner auf 1 Jahr 3 Monate, Baumberger auf 3 Monate und Palmer auf 4 Wachen Gefängniß. — In den zur Verhandlung stehenden Berufungssachen ergingen folgende Urtheile: Kolporteur Pius Seger aus Häg wegen strafbaren Eigennutzes 10 Tage Gefängniß ; Agent Wendelin Hundt aus Freiburg wegen Hundesteuerhinterziehung 32 M. Geldstrafe; Schneider Wilhelm Buch müller aus Durmersheim wegen Bettels 4 Wochen Haft. — Der in Ettlingen wohnhafte Bäcker Ernst Hermann Küblgr, der am 27. Juni in angeheiterter Stimmung einen dicken Prügel auf das Geleise der elektrischen Bahn zwischen Klein-Rüppurr und Rüppurr legte, kam heute unter der Anklage wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes vor die Strafkammer. Diese verurtheilte ihn zu 3 Monaten Gefängniß. ^ (A u s d e m P o l i z e i b e r i ch t.) Am 31. v. M. Nachts halb 9 Uhr ist in der Küche eines Hauses der Schützenstraße beim Kochen ein Spiritusapparat explodirt, wodurch ein Küchenbrand entstanden ist, der aber durch die Hausbewohner bald wieder gelöscht werden konnte. Der Schaden beträgt etwa 90 M. — Ein aus Etzenroth gebürtigter und hier wohnhafter Unteragent hat in der Zeit von Oktober vorigen bis 27. Juni d. I. zum Nachtheil seines Vorgesetzten Generalagenten in kleineren Beträgen nach und nach 94 M. unterschlagen. — Das Fahrrad, welches am 30. v. M. aus dem Hofe einer Wirthschaft auf der Kaiserstraße gestohlen wurde, hat der Dieb, ein junger Mann, in einer Wirthschaft am Rangierbahnhof gegen ein Darlehen von 30 M. versetzt. — Wegen fahrlässiger Körperverletzung ist ein Stukkateur angezeigt worden, weil er an einem Neubau in der Sofienstraße das Gerüst so unvorsichtig abdecken ließ, daß ein Stück Backstein vom vierten Stock herabfallen konnte und eine Büglerin, welche in demselben Augenblicke aus dem Hause nebenan auf den Gehweg trat, so unglücklich auf den Kopf traf, daß sie eine erhebliche Verletzung davontrug. VHeidelberg, 2. Aug. Me Fremdenfrequenz hat bis zum letzten Juli die Ziffer von 100 118 Besuchern erreicht. Heidelberg ist in wenig Jahren von so viel Reisenden, namentlich Amerikanern aufgesucht worden. — Der Akademische Gesangverein hat, wie alljährlich, gegen Schluß des Sommersemesters ein Konzert in der Aula der Universität veranstaltet, in dem wieder vorzügliches geboten wurde. In einem bulgarischen Liedercyklus von Kremser bewährte Ser Verein seinen kunstvollen feinfühligen Vortrag. * Grötzingen, 3. Aug. Wie uns mitgetheilt wird, ist seit dem 1. d. M. für den hiesigen Bahnhof Accetylengas- beleuchtung eingeführt worden. Die Einrichtung wurde von derFirma Simonis und Lanz, Frankfurt a. M., erstellt. Freiburg, 3. Aug. Sein IS. Jahresfest, verbunden mit Fahnenweihe, feierte heute der Evangelische Arbeiterverein. Am Vorabend fand gestern im Jnselsaale ein gemüthlicher Familienabend mit Musikvorträgen statt, wobei die zum Theil bereits eingetroffenen Gäste begrüßt wurden. Die Mehrzahl der letzteren wurde heute Vormittag am Bahnhof empfangen, worauf man gemeinsam Stadt und nächste Umgebung besichtigte. Die Zahl der auswärtigen Vereine betrug einige 20, wobei Basel an erster Stelle mit über 200 Personen nebst trefflicher Musikkapelle zu erwähnen ist. Auch der Verein hiesiger städtischer Arbeiter nahm an den Festlichkeiten theil. Am Nachmittag fand zunächst Festgottesdienst in der Ludwigskirche statt, wobei Pfarrer Raupp-Mundingen die Fest- predigt hielt. Darnach bewegte sich ein großer Festzug mit Vorreitern und drei Musikkorps durch die mit Flaggen geschmückten Hauptstraßen der Stadt nach der Festhalle. Hier wurde die Fahne mit entsprechender Weiherede von Stadtvikar vr. Hartmann übergeben. Vorträge des Artillerie- Regiments und der Kapelle des Basler Arbeitervereins reihten sich an und den Schluß bildete ein Fcsrrall. Scheune des Landwirths Hamburger in Degernau, wie bereits kurz gemeldet, Feuer aus. Dasselbe verbreitete sich, mit großer Schnelligkeit und zerstörte binnen kurzem S Wohn- und die damit verbundenen Oekonomiegebäude und eine weitere Scheune. Brandgeschädigt sind Hamburger, Pfeiffer, Weitzenberger, Xaver Weber und Math. Weber, sie sind alle versichert, doch nicht genügend. Man vermuthet Branstiftung. — Wie ein weitere Nachricht besagt, wurde Lcmdwirth Hamburger als der Brandstiftung verdächtig, von der Gendarmerie verhaftet und nach Waldshut eingeliefert. Z Konstanz, 3. Aug. Im Verlauf der gestrigen Monats- Versammlung des Kriegerbundes wurden, nachdem des freudigen Ereignisses in Salem gedacht worden war, drei Feldzugsveteranen in den Verein als ordentliche Mitglieder neu ausgenommen, ein Zeichen, daß dieser noch nicht so schnell aussterben wird. A Vom Bodensee, 3. Aug. Dem Vernehmen nach, werden der Stab und das erste Bataillon des 2. badischen Grenadierregiments Kaiser Wilhelm Nr. 110 anläßlich der bevorstehenden Herbstmanövcr in Stockach Quarriere beziehen. -— In der zweiten Fulihälfte war der Touristenverkehr am Bodensee und am Rhein ein äußerst lebhafter. Der Bahnhof in Singen war täglich der Schauplatz einer regen Fremdenbewegung, wozu Norddeutschland.und Großbritannien ein beträchtliches Kontingent lieferten. Der Hohentwiel blieb fortwährend ein Hauptziel der Touristenwelt. Nicht minder belebt war der Personenverkehr auch in Neuhausen (Rheinsall), sodqnn in Konstanz, Reichenau, Ueberlingen, auf der herrlichen Insel Mainau, in Friedrichshafen, Lindau und Bregenz. — Wie wir erfahren, hat Herr Bürgermeister Mattes« in Radolfzell sein Amt niedergelegt. Seine Gesundheitsverhältnisse und sonstige Geschäfte (Herr Mattes leidet an der Gicht und ist Großbrauereibesitzer) sollen ihn dazu bestimmt haben. Ungern sieht man den pflichttreuen und erfahrenen Gemeindebeamten aus der erfolgreichen Thätigkeit in seiner bisherigen Stellung scheiden. — Bei dem deutschen Export nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika war das Großherzogthum Baden 1901/1902 in hervorragender Weise betheiligt. Die Ausfuhr des Konsularbezirks Freiburg dahin belief sich nämlich auf den Werth von 1 199 709 Dollar, des Konsularbezirks Kehl auf 2 108 918 Dollar und des Konsularbezirks Mannheim auf 4 225 720 Dollar. Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe. Herr Geh. Rath Or. Engler besprach die Frage der Darstellung künstlicher Diamanten. Da die natürlichen Diamanten sich durchweg in angeschwemmtem Erdreich, also nicht mehr im ursprünglichen Gestein vorfindem wurde man erst durch das Auffinden ganz kleiner Diamanten in einem 1886 im südöstlichen Rußland niedergesallenen Meteoriten (ein gleichzeitig gefallener Meteorit wurde leider von einem abergläubischen Bauern verzehrt) auf die Idee gebracht, daß diese Edelsteine aus flüssigem Eisen ausgeschiedener Kohlenstoff sein können. In der That hat dann bald darauf Moissarr durch Auflösen von Holzkohle in sehr hocherhitztem, im elektrischen Ofen geschmolzenen Eisen nach Wiederabkühlung und Lösen des Eisens und der Beimischungen in Säure nachgewiesen, daß sich auf diesem Wege Kohle in ganz kleine, das Eisen durchsetzende Diamanten verwandeln lasse. Neuerdings haben Hoyermann sowie Guido Goldfchmidt etwas größere und namentlich auch durchsichtige und starkglänzende, immer aber doch nur sehr kleine (0.05 Millimeter Durchmesser) Diamanten dadurch erhalten, daß sie Thermit, eine Mischung von Eisenoxyd mit Alluminium, unter Zusatz von gepulverter Kohle verschmolzen. Eine Verfuchsschrnelze dieser Art wurde ausgeführt. Ist man sonach auch noch weit entfernt von der Lösung der Frage der Darstellung brauchbarer größerer Diamanten, so ist dieselbe durch die geschilderten Versuche doch wissenschaftlich gelöst und erscheint es nicht ausgeschlossen, daß auch noch die Darstellung größerer Exemplare des vielbegehrten Edelsteins gelingen wird. Sodann berichtete Herr Major Kretzmann über die Errichtung der deutschen Nationalschule in Wertheim a. M. Der Redner konnte zu Beginn seines Vortrages die erfreuliche Mittheilung machen, daß das Finanzministerium versprochen habe, der Schule eine jährliche Unterstützung zu gewähren, sobald der Betrieb begonnen habe. Er gab sodann einen kurzen, geschichtlichen Ueberblick über die Verluste, welche das deutsche Volk dadurch erlitten hat, daß sowohl ganze Stämme, als einzelne Familien und Individuen, die in die Fremde gezogen waren, dort in wenigen Generationen ihr Deutschthum verloren haben, in dem fremden Volke aufgegangen sind. Demgegenüber bezeichnet er es als unsere Pflicht, unseren unter fremden Nationen wohnenden Landsleuten beizustehen, ihnen es zu erleichtern, deutsch zu bleiben. Als wichtigstes Mittel sieht er die Versorgung der deutschen Niederlassungen mit geeigneten Lehrkräften an. Diese zu liefern, seien aber unsere dermaligen Schulanstalten nicht im Stande, sie legten zu viel Gewicht auf das Wissen, die Theorie, viel zu wenig auf das Können, auf die Entfaltung des Sinnes für die Wirklichkeit, für praktische Bethätigung und rasche Erfassung des in jeder Lage zweckmäßigsten Vorgehens. Darauf seien auch die vielen Mißerfolge zurückzuführen, welche deutsche Lehrer in fremden Ländern hatten, und diesem Uebelstande abzuhelfen, sei die Nationalschule in Wertheim gegründet worden. Sie soll aber auch deutschen Eltern im Auslande die Gelegenheit bieten, ihre Kinder in Deutschland erziehen zu lassen, weshalb mit ihr ein Internat für die älteren Schüler verbunden sein wird, während die jüngeren in Familien untergebracht werden sollen. Der Unterricht wird die modernen Sprachen zu Grunde legen, ein großer Zcheil der Zeit soll der praktischen Ausbildung in Landwirthschaft und Handwerk, und der Einführung in das wirthschaftliche Leben, der Entwickelung der körperlichen Fähigkeiten gewidmet sein. Es steht der Schule zu diesem Zwecke ein großer Versuchsgarten zur Verfügung, Werkstätten werden eingerichtet, Beamte der verschiedenen Zweige der Staatsverwaltung haben ihre Unterstützung zugesagt. Große Erfolge verspricht sich der Redner von einem intensiven, dem übrigen Unterrichte angepahten und mit ihm in Wechselwirkung gebrachten Zeichenunterrichte. Durch individuelle Behandlung sollen die Schüler zu Persönlichkeiten erzogen, durch Belehrung und Gewöhnung ihr Nationalbewußtsein entwickelt und gefestigt werden. Die Leitung der Anstalt hat ein württembergi- scher Schulmann, Or. Kapf, übernommen, als Lehrer sind eine Reihe tüchtiger, von der Wichtigkeit und Güte des Unternehmens durchdrungener Männer gewonnen. So zweifelt der Redner nicht an dem guten Erfolge der neuen Schule und bittet um kräftige Unterstützung. Der mit der wohlthuenden Wärme eines von seiner Sache begeisterten Vorkämpfers gehaltene Vortrag, rief lebhaften Bei- fall hervor. An der darauf folgenden Diskussion betherlrgten sich die Herren: Direktor Treutlein, Direktor Müller, ein deutsch-amerikanischer Schulmann, Geh. Rath Wagner und Geh. Rath Or. En gl er. 19. Badischer Feuerwehrtag. ch Billingcn, 3. Aug. Am Samstag begannen hier die Verhandlungen des 19. Badischen L an d es f e ue rw e h r - tages. Mit der Tagung ist die Feier des SO. Stiftung s- festes der Freiwilligen Feuerwehr Villmgen verbunden. Die Stadt hat ihr Festgewand angelegt, um me zahlrerchen fremden Gäste würdig zu empfangen. Der Sitzung des Landesausschusses am Samstag lag folgende Tagesordnung zu Grunde: Gesuche um Aufnahme der Freiwilligen Feuerwehren Unterlauchringen, Nußbach. Fabrikfeuerwehr Stolzenberg in Oos in den Landesfeuerwehroerein; die Anschaffung von Feuerlöschgeräthen bei badischen Fabrikanten beziehungsweise das Verhalten des württembergischen Landesfeuerwehrvereins; Verbilligung der Badischen Feuerwehrzeitung zum Zwecke größerer Bezüge für die Vereine. Mit den veranstalteten Festlichkeiten ist auch eine Ausstellung von Feuer löschgeräthfchaften uiü) Mannschaftsausrüstungen verbunden, die gestern Früh S Uhr eröffnet wurde. Dieselbe ist in der hübsch dekorirten Turnhalle unter- gcbracht und gewährt euren interessanten Einblick in die neuesten Fortschritte des modernen Feuerwehrwesens. Gestern Nachmittag um 5 Uhr fand in der Tonhalle die Landesversammlung des Landesfeuerwehrvereins statt. Nach einer Begrüßung der Erschienenen durch den Kommandanten der Villinger Feuerwehr, Herrn Bürgermeister Oft and er. und den Vorsitzenden des Ausschusses des Landesfeuerwehrvereins, Herrn Kommerzienrath Ballh - Säckingen, dankte Herr Oberamtmann Or. Strauß namens der Grotzh. Regierung für die Einladung und widmete warme Worte dem Landesfeuerwehrverein speziell, als auch der ge- sammten Thätigkeit der Feuerwehr. Die Wünsche der drei Redner gingen dahin, daß die Verhandlungen von Erfolg begleitet und einen befriedigenden Verlauf nehmen mögen. Hierauf wurde Herr Konsul Menzer zum stellvertretenden Vorsitzenden und die Herren Schumann-Karlsruhe und Schneider- Lörrach zu Schriftführern ernannt. Kassier Müller- Säckingen erstattet hierauf den Kassenbericht, dem wir entnehmen, daß die Einnahmen 1900/01 7694.08 M. und die Ausgaben 7668.96,M. betrügen. Der Vermögensstand beträgt 11 098.99 M. und 1451.60 M- Jnventarwerth. Dem Rechner wurde Decharge ertheilt. Nunmehr erstattete der Vorsitzende, Herr Kommerzienrath Bally, den Geschäftsbericht, nach welchem 5 Ausschußsitzungen stattgefunden haben. Der Verein zählt zur Zeit über 40 000 aktive Mitglieder. An Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und den Erb- großherzog wurden Ergebenheitstelegramme abgesandt. Hierauf wurde zur Berathung der Anträge geschritten. Zunächst referirte Herr Müller- Säckingen über seinen Antrag, betreffend Beschlußfassung über den Einzug der Beiträge der Verbandsvereine durch die Kreisvexbände, wie solcher beim Badischen Militärvereinsverbande längst eingeführt ist. Es wurde beschlossen, daß der Landesausschuß diesen Antrag zur Berathung und Beschlußfassung nimmt. Ein Antrag des Ausschusses betraf die Drucklegung der Statuten des Landesfeuerwehrvereins und Abänderung der Wahlparagraphen. Es wurde beschlossen, vor der Drucklegung der Statuten, dieselben einer Durchberathung zu unterziehen. Ein weiterer Punkt betraf die Uniformirung und einheitliche Ausrüstung. Fast auf allen Feuerwehrtagen ist dieser Antrag Gegenstand der Berathung gewesen und auch heute blüthe demselben das Schicksal seiner Vorgänger, daß er abgelehnt wurde. Es folgten Airträge einzelner Vereine. Ein Antrag des Kreises Heidelberg betraf die Bestreitung der Kosten für auswärtige Hilfeleistungen der Freiwilligen Feuerwehren, beziehungsweise eine einheitliche gesetzliche Regelung dieser Frage durch das ganze Land in dem Sinne, daß die hilfesuchenden Gemeinden für die Kosten der Inanspruchnahme aufzukommen haben. Referent war Geiger- Bammenthal und Korreferent Schumann- Karlsruhe. Beide Redner legten die Nothwendigkeit der einheitlichen Regelung der Verpflegungssätze dar und formulirten ihre Wünsche in einem Anträge, der seitens des Ausschusses angenommen wurde. Schweiß- Biberach referirte dann über einen Antrag, betreffend die Vertheilung der Beiträge der Feuerversicherungs- gefellschaftcn zur. Laichesfeuerwehr-Unterstützungskasse. Der Vorsitzende, Kommerzienrath Bally, gab einige Erläuterungen über die Landesunterstützungskasse und wies darauf hin, daß bei Berathung des Gebäudeversicherungsgesetzes im Landtag beschlossen wurde, die Feuerversicherungsgesellschaften nach Ablauf des derzeitigen Vertrages mit höheren Beiträgen zur Landesunterstützungskasse heranzuziehen. Herr Oberamtmann vr. Strauß ergänzte die Ausführungen des Vorsitzenden dahin, daß im Jahre 1906 die Bestimmungen mit den Feuerversicherungen und der Landesunterstützungskasse ablaufen. Es sei aber doch fraglich, ob eine Regelung durch Reichs- oder Landesgesetz erfolge. Der 8 71-c des Feuerversicherungsgesetzes besagt jedoch, daß Mittel zum Zwecke der Förderung des Löschwesens als auch für verunglückte Feuerwehrleute aufgebracht werden sollen, und daß hierzu die Prtvatfeuerversiche- rungsgesellschafien herangezogen werden können. Zuletzt wurde beschlossen, den 20. Feuerwehrtag im Jahre 1904 in Bruchsal abzuhalten. Mit dieser Tagung wird die Feuerwehr Bruchsal ihr 60 jähriges Stiftungsfest begehen. Nachdem noch Pfeifer- Mühlburg dem Landesausschuß für seine Mühewaltung gedankt hatte, wurde die Hauptversammlung um V.9 Uhr mit einem Hoch auf Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und den Erbgroßherzog geschlossen. Nach der Sitzung fand bei Beleuchtung der Stadt ein Fackel- zug statt, dem sich in der Festhalle ein Banket t anschloß. Am Sonntag Früh war musikalischer Weckruf und um 11 Uhr fand auf dem Marktplatz die Probe der Villinger Feuerwehr statt, die einen sehr günstigen Verlauf nahm. Um 1 Uhr war im Hotel Blume-Post das Festessen, bei welchem Herr Präsident Bally den Toast auf Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und den Erbgroßherzog ausbrachte. Gegen 3 Uhr formirte sich der Festzug. In demselben waren über 3000 Mann und etwa 20 Musikkapellen vertreten. An den Festzug schloß sich die Ueber- gabeder Ehrenzeichen für 25- bezw. 40jährige Dienstzeit an vier Villinger Wehrleute, ferner ein Konzert in der Festhalle an. Abends fand in der Festhalle Bankett statt, und mit einem Ausflug in das Kirnachthal am Montag Mittag erreicht die Veranstaltung ihr Ende. , Von Ihren Königlichen Hoheiten dem Grotzherzog und dem Erbgroßherzog trafen folgende Antworten auf die Ergebenheitsdepeschen ein: Herrn Kommerzienrath Bally. Ich danke den zum 19. Verbandstag vereinigten badischen Feuerwehren für deren Kundgebung treuer Gesinnungen und wünsche dem Landesverband eine fernere gesegnete Fortenwickelung und hilfreiche Erfolge. Friedrich, Großherzog. Herrn Kommerzienrath Bally. j Den zum 19. Verbandsfeste versammelten badischen Ü Feuerwehren danke ich hocherfreut herzlich für freundliche Begrüßung. Ich erwidere sie aufrichtig mit dem Wunsche für das Wohlergehen des Landesfeuerwehrvereins und seiner Mitglieder und für fernere segensreiche Wirksamkeit. Friedrich, Erbgrotzherzog. Zur Schließung der Kougregationsschu eu. l Telegramme.) * Paris, 4. Aug. Aus Anlaß der Schließung der kongreganistischen Schulen fanden in den Departements Jsere, Loire, Tarn, Ardeche.Vaucluse und in mehreren Gemeinden des Arrondissements Roanne Kundgebungen gegen die Regierungskommissare statt. In Vien ft e (Jsere) mußte der Regierungsvertreter angesichts der feindlichen Haltung einer Gruppe von 400 Personen, welche Steine gegen die Gendarmen schleuderten, das Feld räumen, ohne seinen Auftrag ausgeführt zu haben. In Montebonnes (Jsere) zerbrach der Neffe des Generals Miribel zweimal die an die Schule gelegten Siegel. Der Thäter wurde verhaftet. * Paris, 4. Aug. Im Laufe der gestrigen Kundgebungen sind 16 Verhaftungen, meist wegen Widersetzlichkeit gegen die polizeilichen Maßnahmen, vorgenommen worden. Nur zwei Verhaftungen, nämlich die der bekannten antiklerikalen Wortführer, Libertad und Jussien, sind aufrecht erhalten worden. — Die Abwesenheit der radikalen und sozialistischen Abgeordneten von der Kundgebung vor der Statue Etienne Dolet, sowie von dem klerikalen Meeting im Saale der Gelehrtengesellschaft, wurde von mehreren Rednern mit dem Ausdruck des tiefsten Bedauerns hervorgehoben. * Paris, 4. Aug. Der „Gaulois" veröffentlicht Unterredungen mit Francois Coppee und dem Deputirten Lerolle über den Widerstand gegen das Vereinsgesetz. Coppee sprach sich darnach für Verweigerung der Steuerzahlung, Boykottirung der Kaufleute, die Parteigänger der Regierung sind, und Abhebung der Einlagen aus den Sparkassen aus. Lerolle theilt die Ansichten Coppee's, nur hält er die Durchführung des Boykotts für unmöglich. * Marseille, 4. Aug. Marineminister Pelletan hielt auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankette eine Rede, in der er ausführte, die Politik der geschlossenen Partei der Republikaner gegen die Reaktion sei eine Politik, welche die Regierung innehalten müsse. Sie sei sehr klar und diejenige Politik, welche durch die Wahlen vorgezeichnet fei, und welche die Reformen in sich befaßt, die die radikale Partei versprach. Redner hebt hervor, ein ewiger Feind sei der Klerikalismus, welcher alle Verstcllungs- künste anwende. Er stellte sich unlängst als Partei hin, die ein Monopol auf den Patriotismus besitze. Pelletan zog eine Parallele zwischen den Heeren der ersten Republik, welche unter Führung des Generals Hoche Frankreich in der elsässischen Ebene retteten, und der Armee des Kaiserreiches, welche 80 Jahre später die Grenze offen ließ und die Zerstückelung Frankreichs herbeiführte. Heutzutage wendet der Klerikalismus andere Verstellungskünste cm. So hätten Damen der höheren Gesellschaft am vergangenen Sonntag auf dem Place de la Concorde die Marseillaise gesungen und behauptet, die jetzige Regierung sei unwürdig, der Republik zu dienen. ,,W i r werden", schloß Redner, „nicht nach Canossa gehen". Wir werden nicht vergessen, daß unsere Väter die Welt gegen religiöse Phantome eroberten und die Menschheit mit der Freiheit beschenkten. Zum Friedensschluß. (Telegramme.) * Haag, 4. Aug. General Lukas Meyer ist heute Früh hier eingetroffen. * London, 4. Aug. Wie die „Times" aus Johannesburg vom 2. d. meldet, suchen mehrere große Bergwerksetablissements mangels Arbeitskräften von Eingeborenen chinesische Arbeitskräfte nach Transvaal einzuführen. gerieste Nachrichten und Hekgrarnme. * Kiel, 4. Aug. Das Depeschenboot „S leiPner" befindet sich in Begleitung der „Hohenzollern". Die „Hoh enzo Ilern" nahm beim Auslaufen aus dem Hafen den Kurs durch das in der Wieker Bucht liegende erste Geschwader hindurch, dessen Schiffe den Kaisersalut von 33 Schuß abgaben, während die Mannschaften, die auf Deck paradirten, ein dreifaches Hoch auf Seine Majestät den Kaiser ausbrachten. Das Wetter ist trübe und regnerisch. * Schwerin i. M., 4. Aug. Seine Majestät derKaiser sandte am Samstag an Seine Königliche Hoheit den Großherzog folgendes Telegramm: Ich kann mir nicht versagen. Dir nochmals meine Freude auszudrücken für den gestrigen Tag. Der warme, patriotische Empfang den Deine Residenz mir bereitet hat, und dem Du beim Diner einen so schönen Ausdruck gäbest, erfüllt mich nachhaltig mit aufrichtigem Danke. Ich habe auf's Neue sehen können, was ich an Dir habe, und daß ich auf Mecklenburg sicher rechnen kann, was auch die Zukunft bringen möge. Wilhelm. * Berlin, 3. Aug. Die „Nordd. Mg. Ztg." stellt fest, daß der im Reichsmarineamt abgeschlossene Etatsentwurf für 1903 sich durchaus im Gesammtrahmen des Flottengesetzes hält. * München, 4. Aug. Die Kammer der Abgeordneten debattirte lebhaft über die Wohnungsgeldzulage an alle Staatsbeamten und Bedienstete. Im Laufe der Debatte wiederholte der Finanzminister, die Finanzlage gestatte nicht, die ursprüngliche Vorlage einer allgemeinen und durchgreifenden Wohnungsgeldzulage durchzuführen, welche vier Millionen Mark jährliche Mehrbelastung darstelle. Wenn sich die Finanzlage bessere, werde die Regierung das übrige thun, um diese Vorlage möglich zu machen, aber der Landtag müsse dann auch bereit sein, die Mittel zu bewilligen. Schließlich wurde die Beschlußfassung über den inzwischen eingebrach- ten Antrag v. Vollmar, 45 M. statt 36 M. jährlich zu bewilligen, auf morgen vertagt. * Marseille, 2. Aug. Bei den Munizipalwahlen drang die sozialistisch-anrikollektivistische Liste mit großer Mehrheit gegen die kollektivistische durch. * London, 3. Aug. Nach einem Telegramm der „Times" aus Peking vom Freitag war das Abkommen über die chinesische Nordbahn der Gegenstand eines Notenwechsels zwischen dem britischen Gesandten und dem Prinzen Tsching. England hat nunmehr seine Zustimmung dazu gegeben, daß die Klausel aus dem Abkommen entfernt wird, in der die Beibehaltung der ausländischen Militärs als Mitdirektoren der Eisenbahn ausgesprochen wird. Jetzt müssen noch Deutschland und Japan ihre Zustimmung zu dieser Aenderung des Abkommens geben; dann müssen sich alle Mächte über die Rückgabe der Eisenbahn an die Chinesen einig sein, ehe diese erfolgen kann. Bis dahin behält Rußland die Bahnlinie von der großen Mauer bis nach Niut schwang unter seiner Aufsicht. * St. Petersburg, 3. Aug. Die russische Telegraphen- Agentur meldet: Es ist uns bekannt, daß das russische Finanzministerium von den fremden Mächten eine negative Antwort auf seine Erklärung betreffs der Brüsseler Zuckerkonferenz erwartet, da es überzeugt ist» daß die ausländischen Mächte sich im gegebenen Falle von dem eigenen Vortheile und nicht von dem Rechte leiten lassen werden. Wenn die russische Regierung derartige Antworten erhalten haben wird, wird sie von Neuem erklären, daß sie eine Erhöhung des Zolles aus russischen Zucker als eine Verletzung der Verträge erachtet. Darum wird sie ihrerseits, sobald eine solche Erhöhung stattfinden sollte, sich nicht für verpflichtet halten, die Bestimmungen der Verträge in den Fabriken zu beobachten, wo sie in einer Abweichung von denselben ihren Vortheil sehen wird. Was sodann die Bethätigung dieser Ansicht in der Praxis betrifft, so beabsichtigt das russische Finanzministerium nicht, irgendwelche allgemeine Maßregel in Bezug auf alle Mächte zu ergreifen. In jedem einzelnen Falle wird in Betracht gezogen werden, was für Rußland vortheilhafter ist, aber es ist uns positiv bekannt, daß man in erster Linie im Auge hat, den Zoll auf Weine bedeutend zu erhöhen, ferner auf einige Artikel, die von Syndikaten insbesondere über die westliche Landesgrenze eingeführt werden. * Konftantinopel, 4. Aug. Der armenische Patriarch demissionirte gestern wegen Nichtbeachtung der Beschwerden über die Maßnahmen der Pforte gegen die Armenier. Verschiedenes. -s Berlin, 4. Aug. (Telegr.) Bei- dem gestrigen Sechsstundenrennen um den Großen Preis von Friedenau siegte Robl mit 368,544 Kilometern. -f Ravensburg, 4. Aug. (Telegr.) Gestern fand hier aus Anlaß des lOVOjährigen Bestehens der Stadt ein historischer Festzug statt, bestehend aus 30 Gruppen, die von den Sitten und Bräuchen der frühesten Zeit bis auf den heutigen Tag ein getreues Bild gaben. Hieran schloß sich ein von Unteroffizieren des Ulanen-Regiments Nr. 19 ausgeführtes Turnier, das dem im Jahre 1311 zu Ravensburg stattgehabten 17. Turnier genau nachgeahmt war. Die prächtigen Rittergestalten, die wohlbekannte Namen aus dem schwäbischen Adel führten, boten in ihren Rüstungen einen interessanten Anblick. Bei dem Turnier wurden zwei Ritter aus dem Sattel gehoben. Der Kampf dauerte jeweils solange, bis die Lanze des Gegners gebrochen war. Hiernach erhielten die Sieger aus der Hand der schönen „Ilse von Rauensburg" den Lorbeer. Das Fest, dem viele Tausende von Fremden beiwohnten, nahm einen glänzenden Verlauf. Es ist in der Hauptsache das Werk des Fabrikanten Vogler in Ravensburg. Heute wird das Fest im Beisein Ihrer Majestäten des Königs und der Königin wiederholt werden. -f Budapest, 4. Aug. In Nagy Szöllös im Komitat Ugocsa hat gestern ein furchtbares Hagelwetter die ganze Mais- und Weinernte vernichtet. Vier Personen und viel Vieh wurden auf dem Felde durch faustgroße Hagelkörner getödtet. -f Paris, 4. Aug. (Telegr.) Die Polizei hob eine gefährliche Falschmünzerbande, Magnaud, auf. -f Tromsö, 3. Aug. (Telegr.) Es verlautet, daß Kapitän Johann sen vom Schiff der Baldwin'schen Nordpolexpedition „Amerika" Seegerichtsverhör verlangte. Johannsen wurde während der Fahrt des Kommandos enthoben. Wetter am Sonntag, den 3 August 1902. Hamburg Gewitter, Swinemünde vorwiegend beiter, Neufahr- wasser und München Vormittag Regen, Münster zeitweise Regenschauer, Breslau, Metz und Chemnitz meist trüb. Wetternachrichten aus dem Süden vom 4. August 1902, Vormittags 7 Uhr. Triest heiter 24°, Florenz bedeckt 20°, Rom wolkenlos 20«. Wetterbericht d» «ritrilbrrwus firMeturi!,»ieK,dr. v. 4. August 1902. Barometrische Maxima lagern heute über Mittel- und über Nordosteuropa und zwischen beiden hindurch zieht sich über Nord- und Ostsee hinweg eine Furche niedrigen Druckes, welche mehrere flache Minima enthält. Im Binnenland ist das Wetter vielfach Heller, in den Küstengebieten dagegen trüb. Warmes und gewllterdrohendes Wetter ist zu erwarten. MMmmgadrodachtMtg«» der Mttrsrat. KVM»» O«1»nch». August .Nachts 9" U. . Mrgs. 7'« U. !. Mtttgs. 2" U. .Nachts 9« U. .Mrgs. 7" U. Harow. Therm. tu o. Ws»l. Feucht. Feuchttg- ! leit in ! Wind ! Pro,. ! 749.8 16.8 12.8 ! 90 NE 750.1 13.8 10.9 ! 94 ! N 750.6 20.4 13 9 ^ 78 W 751.5 17.6 12.6 84 SW 7518 15.3 114 88 750.3 23 8 13 9 63 W Himmel bedeckt heiter bedeckt > > l . Höchste Temperatur am 2. August: 20.6: niedrigste in der darauffolgenden Rachr: 13.0. Niederschlagsmenge des 2. August: 4.0 mm. Höchste Tempermur au. 3 August 21.5: niedrigste in der darauffolgenden Nacht: 13.5. Niederschlagsmenge des 3. August: 0 0 mm. Wafferstand des Rheins. Maxau. 3. August: 4.52 w, gestiegen 10 em. — 4. August: 4.62 m, gestiegen 10 em. Verantwortlicher Redakteur: (in Vertretung von Julius Katz) Adolf Kersting. Karlsruhe Leuts Mttas '/rl vdr «tarb iisok lanZsm softvsrsii I-eiäsn, versekeu mit äsn PröstunZso äer ^Ltiiolissden Lirelis, im 63. I^edsns^Llire mems Hebe Llutter, äis Llajors^vitve lillM) koedel v.üilriiint bS'iS- HS^Sll7- vi'. kuäolf Koebel von «si-i-anl Laissrliolior Ovbsimsr l-6§ationsratli, 6rv8skersoAl1ok Lackisoiivr Lamwsrksrr. ZvtilLvktvnsvv b. Lei-Iin, äeu 2. August 1902. vis SeerälKNUA kinäst am vonnsrstaK ävn 7. ä. Ms., 10 vbr Vormittags, in Rastatt vom ALäodsnvaissn- üausv aus statt. U475 Bauführer gesucht Für den Neubau eines Forstbauses in Todtnau wird ein tüchtiger Architekt bezw. Hochbautechniker mit guter »eichnerischer Befähigung und prak. tischer Erfahrung zur Bearbeitung der Pläne und Leitung des Baues zu sofortigem Eintritt gesucht. Bewerber wollen sich unter Anschluß Von Zeugnissen mit Angabe ihrer Ge- Haltsansprüche bis 12. d. Mts. schriftlich melden, dabei den Tag des eventuellen Dienstantrittes bemerken. Lörrach, den 1. August 1902. Grotzh. Bezirks Bauinspektion. Bayer. U'447.2 Ein sehr wenig gespielter Bechfteiu- Stntzflügel ist sehr preiswerth zu verkaufen bet U190.3 Lud wigSch weisgut, Last., Kaileruk«, 8rbprinz«nßr.4. Der Unterzeichnete Liquidator zeigt hiermit die am 21. Juli zum Handelsregister angemeldete Auflösung der Putzwollfabrik Badeuia G.mbH. an und fordert gleichzeitig die Gläubiger der Gesellschaft auf, sich bei der Firma in Ladenburg zu melden. Ladeuburg, den 25. Juli 1902 Der Liquidator: 11388 3 George Reynolds. Erklärung. ikicht mir Margarine, sondern auch »»ro»nuß»utt«r »nd alle anderen billige«, meist schwer verdaulichen Butterersatzmittel Md ansgeschloffen. Wir find demjenigen berett, >VV0 IM». ,u geben, der nur uachweist, daß wir statt reiner ttzntzbntter wiffenlllch auch nur i Gr. Margarine, KokoSuußbutter oder andere Butterersatzmit- tel oder auch Farbstoffe zum Gelbfiirben der Zwiebacks, oder statt Zucker Saovdsrio zum Versüßen der- selben verwenden. 1 MMoMn fst. Lheezwieback __ gegen Einsendung von L« in Schntzmark«. Marken. »eew »wsIaUat«. 8olivsrr«s!ller ImsbkMzblill in Villineen (Schwarzwald-. AchrkibgehilfenZkstlh. Bei Großh. Notariat Fretburg IV ist eine Schreibgehilfenstelle mit einer JahreSvergürung von 600 Mark auf 15. August d I. zu besetzen. Jn- cipienten bevorzugt. Gesuche unter Anschluß der Dienstzeugntsie find als- bald etnzureichen. U'440.2 Fretburg, den 1. August 1902. Großh. Notariat IV. Wiser. UMgartm-TlMier Mkvlction: »oinnok ttsgin. Dienstag, S. Angnst LSVS: Zum ersten Male: Die rothe Ampel. Schwank in 3 Akten von Curt Kraatz und Wilh.Jakobh. Kaffeuöffuuug »/,8 Uhr. Aufqug 8 Uhr. Eude '/,11 Uhr. Schauspielpreise. Bürgerliche Rechtsstreite Ladung. ^ U 468.1. Nr. 11603. Freiburg. Die Verena Barbara Schlee geborene ! Grether, Ehefrau des Maurers Emil !Schlee von Ltchtenthal, zu Lörrach, ! Prozeßbevollmächtigter Rechtsanwalt ! Schmitt in Lörrach, klagt gegen ihren ; genannten Ehemann z. Zt. an unbekannten Orten abwesend, zuletzt in Lörrach, wegen böslichen Verlassens und grober Mißhandlung (ZZ 1567^, 1568 B.G.B., mit dem Anträge, die zwischen den Parteien am 15. August 1882 in Tegernau geschlossene Ehe möge aus Verschulden des Beklagten für geschieden erklärt werden. Die Klägerin ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die dritte Civilkammer des Großherzoglichen Amtsgerichts zu Freiburg i. B. auf Donnerstag den 16. Oktober 1902, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelafsenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Freiburg, den 2. August 1902. Doepfner, Gerichtsschreiber des Gr. Landgerichts. Ladung» U.466.1. Nr. 11585. Frei bürg. J.S. der Ladnerin Margaretha Schulz in Freiburg Klägerin gegen den Kaufmann Josef Werner in Freiburg, Beklagten, Forderung letr., ist gegen das Urtheil des Großh. Amtsgerichts Freiburg vom 30. Juni 1902, wodurch der Beklagte verurihetlt wurde, der Klägerin 120 M. — Etnhundertzwanzig Mark — nebst 4 Proz. Zinsen hieraus, vom Klagzustellungstage an, d. i. vom 1. Juni an, zu bezahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu zahlen, Berufung eingelegt worden, mit dem Anträge, das Urtheil Großh. Amtsgerichts Frei- bürg vom 30. Juni 1902 auszuheben und die Klägerin unter Verfüllung in die Kosten beider Instanzen abzuwetsen. Der Berufungs-Kläger ladet die Berufungs-Beklagte zur mündlichen Ver- hnndlung des Rechtsstreits vor die zweite Civilkammer des Großherzog lichen Landgerichts zu Freiburg auf Mittwoch den 8. Oktober 1902, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bet dem gedachten Gerichte zugelafsenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Freiburg, den 30. Juli 1902. Baader, Gerichtsschreiber des Gr. Landgerichts. Ladung. U 467.1. Nr. 11625. Fretburg. Die Schlosser Franz Josef Jörg Ehefrau, Mathilde Barbara geb. Wild in Basel, Kleinhüningerstratze 102, Prozeßbevollmächttgter Rechtsanwalt Bortisch in Lörrach, klagt gegen ihren genannten Ehemann z. Zt. an unbe- kannten Orten abwesend, früher zu Freiburg und Basel, unter der Behauptung, daß er sie während der Ehe grob mißhandelt und außerdem auch seit 1-/, Jahren böswillig verlaßen habe, mit dem Anträge, die zwischen den Strettthetlen am 7. Oktober 1893 zu Freiburg geschloffene Ehe aus Verschulden des Ebemannes für geschieden zu erkläre«. Die Klägerin ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts, stretts vor die erste Civilkammer des Großh. Landgerichts zu Freiburg auf Freitag den 7. November 1902, Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelafsenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Freiburg, den 31. Juli 1902. Baader, Gerichtsschreiber des Gr. Landgerichts. Aufgebot. U'438.2 Nr. 309891. Mannheim. In Anwendung der ßs 13 ff. B.G.B. Art. 9 E.G. zum B.G.B. § SSO ff. C.P.O. ergeht Aufgebot: Katharina geb. Schtldknecht in Mannheim, Ehefrau des am 8. Juni 1854 zu Jllerrieden geborenen Medardus Bier, zuletzt Schiffer in Mannheim, hat den Anti ag gestellt, ihren genannten Ehemann für todt zu erklären. Derselbe bade sich im Jahre 1880 von hier entkernt: die letzte Nachricht von ihm sei ihr aus Batavia im Jahre 1883 zugegaugcn. Der Verschollene wird ausgefordert, sich spätestens in dem ans Donner st agden 26. März 1903, Vormittags 10 Uhr vor diesseitigem Gericht, Abtheilnng I, anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu er- theilen vermögen, werden aufgekordert, spätestens im Aufgebotstermin dem Gerichte Anzeige zu machen. Mannheim, den 24. Juli 1902. Großh. Amtsgericht I. gez. Gießt er. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsichretber Gr. Amtsgerichts: Boxheime r. Koukurse. U'450. Nr. 314071. Mannheim. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma D. Kegler, Apparate- u. Maschinenfabrik Mannheim, Inhaber Daniel Kegler, ist Termin zur Erklärung über den vom Gemeinschuldner eingereichten Bergleichsvorschlag auf Mittwoch den 10. September 1902, Vormittags 11 Uhr, vor Großh. Amtsgericht Mannheim, Abth. II, Zimmer Nr. 9, bestimmt. Der Vergleichsvorschlag und die Erklärung des Gläubigerausschusses liegen auf der Gerichtsschretberei II zur Einsicht der Bethetltgten offen. Mannheini, den 1. August 1902. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Boxheime r. U'473. Mannheim. In dem Konkursversahren über das Vermögen des Tapeztsrs Franz LiPPert hier sind nach amtsgertchtlich genehmigter Schlußrechnung M. 1492.10 zur Ver- theilung verfügbar. Davon sind M. 5373.77 nicht bevor- rechtigte Forderungen zu berücksichtigen. Mannheim, den 1. August 1902. Karl Becker, L 3. 16. Konkursverwalter. werden aufgefordert, vor der Ertbetlung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens berbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Bersteigerungserlös an die StelledesversteigertenGegenstandestritt. Beschreibung der zu versteigernden Grundstücke: Grundbuch von Mannheim Band 31 und 96, Heft 11, 12, 13, 39 und 40, Bestandsverzeichniß I. Lgb-Nr. 462 : 30 ar 71 qm Ackerland in den langen Rötter, Schätzung . . 46000 M. Lgb.-Nr. 463: 8 ar 18 qm Hofrailbe Schätzung . . 120 000 M. 67 ar 96 qm Gartenland in den langen Rötter, Haus Nr. 84 am langen Rötterweg. Auf der Hofraithe steht: ». ein einstöckiges Wohnhaus mit Kniestock, Dachwohnung und gewölbtem Keller: b. ein einstöckiger Seitenbau rechts, Wohnung, Kniestock, Dachwohnung und gewölbtem Kellerer. eine zweistöckige Scheuer mit Stall und Tabakschuppen an a angebaut,' ei. ein einstöckiger Gcschirrschuppen vor v; s. ein Abtrittgebäude links an o an- gebaul- k Schweineställe; g. eine Waschküche links; b. eine einstöckige Waschküche und Schuppen als Querbau; i. im Garten ein einstöckiges Arbeitslokal. Lgb.-Nr. 464: 67 ar 23 qm Ackerland, Schätzung . . 115 000 M. 8 ar 82 qm Hofraithe in den langen Rötter. Auf der Hofraithe stehen zwei Gerätheschuppen. Lgb.-Nr. 5934: 15 ar 25 qm Acker-' land, Schätzung. . 5 400 M. Gewann Oberhellung am rothen Brunnen. Lgb.-Nr. 5937 : 29 ar 98 qm Acker-! land daselbst. Schätzung . 10 400 M.' Mannheim, den 25. Juli 1902. Grosth. Notariat I als Vollstreckungsgericht. Traumann. Strafrechtspflege. Bekanntmachung. U'439. Nr. 48759. Mannheim. Pferdehändler Jakob Berger aus Plankstadt, zuletzt wohnha't in Mann- Vergctmng von WasscrleitunMrbeilen. Die Wasser- und Straßenbauinspektion Rastatt vergibt im Wege der öffentlichen Submission nachstehende Arbeiten zum Umbau der Wasserleitung nach dem Garten des Großh. Schlosses in Baden-Baden. Loos I: Herstellen und Wiedereinfüllen des Rohrgrabens für die Zuleitung 2430 lfd. M. Loos II: Liefern und Verlegen des Zuleitungsstranges, Guß. rohre 100 mm weil 60 lfd. M., Gußrohre 80 mm weit 2370 lfd M., ferner Liefern Einsetzen von Schiebern, Ventilen und der Reservoirausrüstung. Angebote auf die einzelnen Loose ober die gesammten Arbeiten sind mit der Aufschrift „Schlotzwaldwafser- leitnng Bade«" versehen, verschlossen und portofrei bis Samstag, de« 16. Angnst 1902, Vormittags 10 Uhr, an die Wasser- und Straßenbauinspek« tton Rastatt cinzureichen, woselbst um die angegebene Zeit die Eröffnung der Angebote statlfindet. Pläne und Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer der Inspektion während der Geschästsstunden zur Einsicht auf. Angebotsformulare mit Bedingungen können, solange der Vorrath reicht, von da kostenlos bezogen werden. Zuschlas- frist drei Wochen. U'470.1 Rastatt, den 1 August 1902. Gr. Wasser- und Straßenbauinspektion. U,477. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisendahnen. ' Ab 1. August l. Js. ermäßigen sich im bayerisch-schweizerisch elsässtsch-süd- badischen Gütertarife die Frachtsätze für eine Anzahl bayerischer Lokalbatznsta- tionen. Nähere Auskunft ertheilen unsere Verbandsstattonen. Karlsruhe, den 3. August 1902. Gen-raldtrettion. U'476. Karlsruhe. Großh. Staatsanwalt. Baumgartner. U'452. Nr. 13504. Donau , eschingen. Das Konkursverfahren i thatsächlichen über den Nachlaß des Kaufmanns ! gung gesetzt. Johann Kaspar Schlenker in Mannheim, den 31. Juli 1902. Sunthausen wurde nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben. Der Gerichlsschreiber.Gr. Amtsgerichts. K. Bernauer. U'451. Pforzheim. Das Konkursverfahren über den Nachlaß des Schuhmachers Wilhelm Kälber in Euringen wird nach erfolgter Schluß- vertheiiung hiermit ausgehoben. Pforzheim, den 30. Juli 1908. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Dnfner, Amlsgerichtssekretär. U'469. Eberbach. I::: Konkurse über das Vermögen des Schuhmachers Philipp Herbold in Eberbach soll Schlutzvertheilung vorgenommcn werden. Hierbei sind bei einer verfügbaren Masse von M. 4352.71 zu berücksichtigen M. 1504.46 Forderungen mit Vorrecht und M. 10 419.98 Forderungen ohne Vorrecht. Eberbach, den 2. August 1902. Karl Krauth, Konkursverwalter. U-411. Nr. 7524. Mannheim. heim, gegen den gerichtliche Vorunter- ^ ^ suchung wegen Betrugs geführt worden! lAWpu. Vü0. ÄVlllüls- ist, wurde durch Beschluß Gr. Land-! gerichts Mannheim, Strafkammer 11, »L»s blllMHllbll. vom 27. Juni 1902 Nr. 6 053 aus Gründen außer Verfol- Jm Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Mannheim belegenen, im Grundbuche von Mannheim zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des a. David Bender, Handelsgärtner in Mannheim, d. Max Abeles, Kaufmann in Frankfurt a. M., in unabgethetlter Gemeinschaft, Miteigenthum zu je eingetragenen, nachstehend beschriebenen Grundstücke am Dienstag de« LS. September 1S0S, Vormittags S/, Uhr» durch das Unterzeichnete Notariat — in dessen Diensträumen in Mannheim ^ 1, Nr. 9 — versteigert werden. Der Berstcigerungsvermerk ist am 14. März 1902 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mittheilungen des Grundbuchamts, sowie der übrigen die Grundstücke betreffenden Nachwetsungen, insbesondere der Schätzungsurkunde ist jedermann gestattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Bersteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Bersteigerungstermtne vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Ber- theilung des BerstetgerungserlöseS dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, Muster-Register. Konstanz. U'391. In das Musterregister wurde unter O.-Z. 38 eingetragen: Papierwaarenfabrik C. Müller in Konstanz, ein Briefumschlag, auf dessen Rückseite eine Karte des europäischen Eisenbahnnetzes unter besonderer Hervorhebung von Konstanz und des Bodensees gedruckt ist, Fabriknummer 5, Muster für Flächenerzeugnifle, Schutzfrist 3 Jahre, angemeidet 21. Juli 1902, Nachmittags 3'/, Uhr. Konstanz, den 30. Juli 1902. Großh. Amtsgericht. U'394.2. Nr. 2307. Fretburg. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Vergebung eiserner Brückenkonstruktionen Für den neuen Güterbahnhof Freibnrg im «reisgan «nd seine Zufahrtslinien soll die Lieferung «nd fertige Aufstellnng der Eisen- konstruktionen für weitere 7 Bauwerke vergeben werden. Loos IX: 3 Straßenbrücken, Blechträger, von 13,0, 13,4 und 26,2 in Stützweite und 3 zweigleisige Bahnbrücken, Blechirägcr, von 8,6, 8,6 und 18,0 in Stützweite im Gesammtgewicht von zusammen .... 301 500 irK Loos X: Dreisambrücke, zweigleisig, Fachwerkträger von 45,0 m Stützweite im Gewicht von .... . 327000 Die städt. Lagerhäuser in München SÜdbahnhof werden für die Einlagerung und Reexpedttton von Getreide rc. auf 1. Oktober 1902 allgemein und für alle einschlägigen Verkehre ausgelassen. Karlsruhe, den 3. August 1902. Großh. Generaldtrekrton. die beiden Loose zusammen 628 500 Die Pläne, Gewichtsberechnungen und Bedingungen liegen an Werktagen auf unserm Geschäftszimmer, Dentsch- ordenstraste 3. III. Stock, zur Einsicht auf. Dieselben werden auch, soweit der Borrath reicht, gegen Einsendung per Postanweisung von 5 M. für jedes Loos, oder von 10 M. für beide Loose, nach Auswärts abgegeben. Die Angebote, welche den Preis für 100 Lx der vollständig fertig aufgestellten Konstruktionen enthalten sollen, find bis längstens Dienstag de« S6. Angnst d. I.» Vormittags 11 Uhr, auf unserem Geschäftszimmer, Deutschordenstraße 3, III. Stock, verschlossen, Postfret und mit entsprechender Aufschrift „Angebot auf Etsenkonstruktionen" versehen, etnzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen. Freiburg, den 30. Juli 1902. Eisenbahnbsuinspektion. v. Stetten. U'472. Nr. 24 539. Lahr. Bekanntmachung. Die Besetzung des ersten Kehrbezirks Lahr betr. Die Stelle des Kaminfegers im I. Kehrbezirk Lahr ist durch Tod des Inhabers erledigt worden und wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. Bewerber haben ihre Ges'.che binnen zwei Wochen beim Unterzeichneten Bezirksamt schriftlich einzureichen. In denselben ist über Namen, Geburtsund Wohnort, Alter, Familienverhält- niffe, Vorbildung und seitherige Thäitg- keit wahrheitsgetreue Angabe zu machen. Der Bewerbung ist betzulegen: 1. eine bezirksamtltche Beurkundung über die Ausnahme unter die für eine Kaminfegerstelle befähigten Personen ' auf Grund abgelegter Prüfung; 2. ein Zeugntß der Ortspolizeibehörde des seitherigen Wohnorts, bezw. wenn der Bewerber nicht schon längere Zeit an diesem Orte anwesend ist, des früheren Wohn- oder Aufenthaltsorts über den Besitz eines guten Leumunds^ sowie beglaubigte Zeugnisse über die seitherige Beschäftigung - 3. ein Zeugnitz eines Staatsarztes über eine zur Ausübung des Kaminfegergewerbes befähigende rüstige Körperbeschaffenheit. Lahr, den 2. August 1902. Großh. Bezirksamt. Trunk. Kanzleigehilfenstelle. Bei Großh. Bezirksamt Müllheim ist eine Kanzleigehilfenstelle mit einer Jahresvergütung bis zu 900 Mk. zn besetzen. U'4?1 Bewerber aus der Zahl der Verwaltungsaktuare und Inzipienten wollen ihre Gesuche unter Anschluß von Dienst- zeugniffen alsbald einreichen. Müllhetm, den 1. August 1902. Großh. Bezirksamt. Schellenberg. Bet diesseitiger Behörde ist eine Kanzleigehufenstelle mit einer Jahresvergütung bis zu 900 M. sofort zu besetzen. Bewerber aus der Zahl der Ber- waltungsaktuare und Aktuariatstnzt- Pienten wollen sich unter Vorlage von Zeugniffen innerhalb 8 Tagen dahier melden. Donaueschingen, den 30. Juli 1902. Großh. Bezirksamt. Fl ad. U393.S j.': s b :: ch . r^: r :: K7.7 k7.ch:.