Klll>sril>lkl Zriting. Mittwoch, 18. Januar Expedition: Karl-Frtedrich-Strahe Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 8 M. 5V Pf.,- durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergcbühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. -A Etnrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Briefe und Gelder frei. 1 Unverlangte Drucksachen und Ikorrefpondenzen jeder Art, sowie Rezensionsexemplare werden nicht zurückgesandt und übernimmt die Redaktion dadurch keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung. Kof-Ansage. Wegen des am 17. d. M. erfolgten Ablebens Ihrer Königlichen Hoheit der GroMerzogin Caroline von Sachsen-Weimar-Eisenach Prinzessin Reutz ä. U. legt der Großherzogliche Hof von heute an die Trauer auf 3 Wochen und zwar auf 11 Tage vom 18. Januar bis 28. Januar nach der dritten Stufe der Trauerordnung an. ^ Der Rest von 10 Tagen nach der vierten Stufe wird in die gleichzeitig bestehende Trauer für die verwitwete Herzogin Alexandrine von Sachsen-Coburg und Gotha, Prinzessin und Markgräfin von Baden, Großherzogliche Hoheit, eingeschlossen. K a r l s r u h e , den 18. Januar 1905. Grokherzogliches Oberkkammerherrn-Amt. Großherzogin Caroline von Sachsen-Weimar-Eisenach ^ Aus Weimar kommt, die erschütternde Kunde vom Ableben der jugendlichen Großherzogin Caroline. Wenn auch die im Laufe des gestrigen Tages ausgegebenen Krankheitsberichte kaum noch die Hoffnung auf Wiedergenesung der schwer leidenden Fürstin begründet erscheinen ließen, so wirkt die Trauernachricht doch wie ein jäher Schlag. In der Blüte des Lebens, kaum zwei Jahre nach ihrer Vermählung, hat der Tod die Großherzogin dahingerafft. War es ihr auch nur kurze Zeit vergönnt, die Pflichten der Landesherrin zu erfüllen, so konnte sie doch sich bekennen, daß ihr Wirken im Weimarischen Lande dankbar anerkannt und daß ihr die aufrichtigste Zuneigung Aller entgegengebracht wurde. Am Großherzoglich badischen Hofe war Großherzogin Caroline ein gern gesehener Gast; die lebhaftesten Sympathien wurden der jungen Fürstin von Ihren Königlichen Hoheiten dem Großherzog Friedrich und der Großherzogin Luise entgegengebracht. Viele schöne Hoffnungen werden mit dem frühen Heimgang der Großherzogin Caroline zu Grabe getragen; ihr Andenken wird aber fortleben in den Herzen ihrer Untertanen und bei Allen, die das Glück hatten, der jugendlichen Fürstin nahe treten zu dürfen. (Telegramme.) * Weimar, 17. Jan. Ihre Königliche Hoheit die Gro tz- herzogin von Sachsen-Weimar ist heute Morgen kurz nach 6 Uhr gestorben. Um Mitternacht wurde folgendes Bulletin über das Befinden der Großherzogin ausgegeben: Tagsüber Bewußtsein nieist frei, kein Schlaf, Atemnot, Pulsbeschleunigung, Temperatur abends 38,9, Lösung zweiten Lungenlappens, öfters Erbrechen, Durchfälle, Magenblähungen, Nahrungsaufnahme gering, teilweiser Kräftenachlaß. * Weimar» 17. Jan. Für Ihre Königliche Hoheit die verstorbene Großherzogin legt der Hof sechs Monate Trauer an. Die Beisetzung findet am Sonnabend statt. König Friedrich August iu Berlin. (Telegramme.) * Berlin, 17. Jan. Gestern nachmittag 2 Uhr traf Seine Majestät der König von Sachsen hier ein. Am Bahnhofe waren Seine Majestät der Kaiser und der Kronprinz, die in Berlin und Potsdam anwesenden Prinzen, der Reichskanzler, die Generale und Admirale und die sächsische Gesandtschaft anwesend. Beide Monarchen begrüßten sich auf das herzlichste und küßten einander. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkompanie fuhren die Monarchen in das Schloß, von dem Publikum überall sympathisch begrüßt. Im Schlosse wurde der König von Ihrer Majestät der Kaiserin empfangen. Der König, der im Schlosse Wohnung nahm, besuchte heute nachmittag u. a. den Reichskanzler. Später empfing der König den Reichskanzler zu längerer Besprechung. * Berlin, 17. Jan. Bei der gestrigen Abendtafel im Königlichen Schloß hielt Seine Majestät der Kaiser folgende Ansprache: Daß Euer Majestät die Güte gehabt haben, bald nach den schweren Tagen, welche Gottes Ratschluß durch den Heimgang von Euer Majestät Vater über Sachsen verhängte, diesen Besuch hier bei uns abzustatten, erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit, und ich wage meinen Dank sowohl wie den der Kaiserin zu verbinden mit dem herzlichsten und innigstzm Willkomm, dem sich auch mein ganzes Volk von Herzen anschließt. Es setzt dieser Besuch Euer Majestät die Reihen der Beziehungen fort und knüpft das Band der innigsren Freundschaft zwischen uns und unseren Häusern fester, wie sie schon solange von unseren Vorfahren gepflegt worden sind. Ich habe an den Schicksalen im sächsischen Volke teilnehmen dürfen wie ein Mitglied desselben. Ich habe mit Euer Majestät zusammen an den Bahren zweier großer Könige, zweier Feldmarschalle und Ritter des Eisernen Kreuzes gestanden, und tief ergriffen bin ich gewesen von diesen Vorgängen, welche durch Gottes Ratschluß über Ihr Haus verhängt wurden. Ich habe dabei gehandelt nach der Ueberlieferung, wie ich sie von meinem seligen Großvater und meinem Herrn Vater überkommen habe und Euer Majestät kann ich die Versicherung aussprechen, daß das enge Band aufrichtiger und treuer Freundschaft mich mit herzlicher Freude erfüllt und daß, was auch Gott uns schicken mag und was auch unserem Vaterland beschieden sein mag, Ew. Majestät an mir immer einen festen u. treuen Freund finden werden. Zur Bestätigung dieser Gesinnung erhebe ich mein Glas und leere es auf das Wohl Euer Majestät, des Wettiner Hauses und des schönen Sachsenlandes! Hierauf antwortete Seine Majestät König Frie- drich August: Euer Majestät danke ich herzlich für die soeben an mich gerichteten hochehrenden, Worte und den mir bereiteten warmen Empfang, der mir heute zu teil geworden ist. Euer Majestät, in enger Freundschaft mit meinen beiden in Gott ruhenden Vorgängern verbunden, haben auch mir in der kurzen Zeit meiner Regierung Beweise wahrer Huld, Freundschaft und Bundesfreundlichkeit gegeben, die mich hoffen lassen, daß die alten Bande, welche unsere Häuser und Länder schon solange verbinden, sich auch unter meiner Regierung erhalten, und so Gott will, noch inniger gestalten. Euer Majestät haben mir nach der Beisetzung meines heißgeliebten Vaters versprochen, mich stets bei Ausübung der schweren Regentenpflicht, wo immer es ginge, zu unterstützen. Ich kann diesem hochherzigen Versprechen Euer Majestät nur die Versicherung entgegenbringen, daß es stets mein Bestreben sein wird, in treuer Erfüllung meiner Pflichten als Bundesfürst das Meinige beizutragen zur Erhöhung der Macht und Herrlichkeit unseres großen deutschen Vaterlandes. Ich freue mich von ganzem Herzen, daß ich, einem lang gefühlten Wunsche nachkommend, heute an dieser Stelle die Gefühle zum Ausdruck bringen kann, von denen ich für Euer Majestät erfüllt bin, und sehe ich mich in der angenehmen Lage, dem erhabenen Herrscherpaare, welches zum Heile und Segen seiner Untertanen schon solange den Thron des großen Nachbarreiches ziert und auch für unser großes deutsches Reich keine Mühe und Opfer scheut, meinen wärmsten Dank auszusprechen, indem ich die Anwesenden auffordere in den Ruf einzustimmen: „Ihre Majestäten, der Kaiser und die Kaiserin, sie leben hoch!" * Berlin, l 7. Jan. Ter König von Sachsen ist heute Nachmittag 1 Uhr 20 Minuten ab gereist. Deutschem Weichstag. (Ergänzung des telegraphischen Bericht».) * Berlin, 16. Januar. Abg. Stadthagen (Soz.) führt Fälle an, wo eine gesetzwidrig e Strafvoll st reckung stattgefunden habe. Staatssekretär Dr. Nieberding stellt den von dem Vorredner angeführten Fall bei einem polnischen Redakteur richtig. Abg. Lenzmann (Fr. Vpt.) führt gegenüber den früheren Bemerkungen Gamps aus, daß der Reichstag keine Klassenjustiz zu üben habe, wohl aber Kritik: er halte seine Behauptung aufrecht, es lägen starke Anzeichen von dem Vorhandensein der Klassenjustiz vor. Abg. Kunert (Soz.) spricht sich für den Antrag Müller-Meiningen aus; auf die beweislosen Verdächtigungen des Vorredners gehe er nicht ein. Vizepräsident Graf Stollberg erklärt einen solchen Ausdruck für unzulässig. Abg. Schräder (Fr. Vpt.) will persönlich den ganzen § 166 beseitigt wissen. Abg. Ledebour (Soz.) kommt auf das Hüssenerbild zurück, das durch mehrere Hände ging, bevor es in die Partei kam. Der Gewährsmann lege Wert darauf, dies festgestellt zu sehen, weil die Aeußerung Lenzmanns den Charakter der Denunziation trage. Dann konstatiert Redner, daß die Weinflaschen nicht erst später eingezeichnet wurden, sondern sich in dem Original befinden. Gründlicher als Lenzmann sei nie jemand reingefallen. Als der Redner das Verfahren Lenzmanns widerwärtig nennt, bittet Vizepräsident Stollberg, seine Ausdrücke besser zu wählen. Abg. Schmidt-Marburg (Zentr.) spricht sich für die Aufrechterhaltung des § 166 im Interesse aller Konfessionen aus. Abg. Spahn (Zentr.) tritt den Ausführungen Müller-Meiningens entgegen. Das Zentrum wünsche, daß alle Konfessionen durch den § 166 gleichmäßig geschützt werden. (Sehr richtig im Zentrum.) Abg. Müller-Meiningen (Fr. Vpt.) bestreitet, „den Ton des Kulturkampfes angeschlagen zu haben". Wir wollen einen Kampf auf geistigem Gebiete, Sie aber (zum Zentrum), wollen die Hilfe des Staates für sich allein haben, das wollen wir nicht. Abg. Hieber (natl.) meint, kein Vorwurf sei deplazierter als der, daß es sich hier um eine Wiederbelebung des Kulturkampfes handle. Man könne kein unberechtigteres Schlagwort in die Debatte hineinjvcrfen. Damit schließt die Diskussion. Die Resolution Müller-Meiningen betr. Gegenseitigkeit und Auslieferungsverträge wird angenommen, ebenso die Resolution Erzberger betr. Statistik über Sträflingsarbeit. Sodann wird der ganze Justizetat erledigt. Morgen: Etat des Reichs schatzamtes. Schluß 6 Uhr 15 Minuten. (Telegraphischer Bericht.) * Berlin, 17. Januar. Präsident Graf Ballestrem eröffnete die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Das Haus beginnt die Beratung des Etats des Reichsschatzamtes. Abg. Hermes (Fr. Vpt.) geht aus die Wirkungen des Süßstoffgesetzes ein. Nicht nur die kleinen und kleinsten Händler sind von diesem Gesetze hart betroffen, sondern auch die Nebengewerbe. Er bittet den Staatssekretär, hierüber Erhebungen anstellen zu lassen. Es erscheine ihm nicht richtig, das Dreifache der Ablösungssumme zu zahlen, obwohl das Sechsfache in Aussicht genommen war. Staatssekretär v. Stengel kann sich nicht allen diesen Ausführungen anschließen. Die Resolution von 1904 zielt darauf hin, den Kleinhändlern entgegenzukommen. Daher wurden Rundschreiben erlassen, wonach den Kleinhändlern nahe gelegt werden sollte, daß sie die Bestände zu einem gewissen Preise dem Reiche verkaufen sollen. Er meine, daß die Händler, die kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes noch große Mengen Süßstoff vom Ausland einführten, keine Prämien erhalten sollten. Sie hätten V» Jahre Zeit gehabt, sich auf das Gesetz vorzubereiten. Er könne die Verantwortung für ihre Entschädigung ohne gesetzliche oder Etat-Unterlage nicht übernehmen. Bei besserer Unterlage für Begründung der Erhöhung würde er sich Persönlich den Anregungen des Abg. Hermes nicht verschließen. Abg. Hermes führt aus, daß er nicht für Spekulanten eingetreten sei, aber die Leute, deren Existenz durch das Süßstoffgesetz getroffen sei, müßten entschädigt werden. Beirat für Arbeiterstatistik * Berlin, 16. Januar. Der Beirat für Arbeiterstatistik trat am 9. Januar zu einer Sitzung zusammen, die an den vier folgenden Tagen fortgesetzt wurde und unter dem Vorsitz des Präsidenten des Kaiserlichen Statistischen Amts, Dr. oan der Borght, stattfand. An den ersten vier Tagen beschäftigte sich der Beirat mit der Vernehmung von 55 Auskunftspersonen aus dem Fuhrwerksgewerbe und zwar 28 Arbeitgebern und 27 Arbeitnehmern, von denen 39 durch Organisationen dieses Gewerbes — Innungen, Vereinen, Verbänden — als Auskunftspersonen in Vorschlag gebracht, während 16 Personen durch Ortsbehörden benannt worden waren. Drei Auskunftspersonen waren nicht erschienen. Von den vernommenen Personen waren 29 aus Preußen, 5 aus Bayern, 4 aus Sachsen, 3 aus Württemberg, die übrigen verteilten sich auf die anderen Bundesstaaten. Die Auswahl war derart getroffen worden, daß möglichst viele Zweige des Gewerbes (also Droschken-, Posthalterei-, Kutschen-, Omnibus-, Hotelwagen-, Speditions-, Möbeltransport-, Gütertransportbetriebe usw.) Berücksichtigung fanden, daß ferner diese Betriebe durch die gleiche Anzahl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vertreten waren und daß Vertreter von Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben zu Worte kamen. Die Befragung richtete sich auf die Dauer der Arbeitszeit und der Pausen, auf die Sonntagsarbeit und die arbeitsfreien Tage, auf den Gesundheftszustand der beschäftigten Arbeiter, ,»uf (die Lohnverhältnisse, Strafen usw. und ergab einen Einblick in die mannigfachen, je nach der Betriebsart und der geographischen Lage der Geschäfte verschiedenen Verhältnisse dieses Gewerbes. An die Vernehmungen schloß sich am 13. Januar eine Plenarsitzung des Beirats, m der die Fortsetzung der Erhebungen über die Arbeitszeit im Fleischergewerbe und in Kontoren beraten wurde. Bezüglich der Fleischereierhebung beschloß der Beirat, von den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer schriftliche Gutachten auf Grund eines Fragebogens darüber einzuziehen, inwieweit eine Regelung der Arbeitszeit im Fleischergewerbe erforderlich und durchführbar erscheint. Gleichzeitig sollen Jnnungs- und andere Krankenkassen, zu denen ausschließlich oder überwiegend Fleischer gehören, ersucht werden. über dre im Laufe des Jahres 1904 eingetretenen Krankheitsfälle an der Hand eines Fragebogens Auskunft zu erteilen. Die Beratung über die Fortsetzung der Erhebung, betreffend die Arbeitszeit in Kontoren, lag eine von der Abteilung für Arbeiterstatistik bearbeitete Zusammenstellung zugrunde (Erhebungen Nr. 3), in der die Gutachten von Handelskammern und kaufmännischen Vereinen und Verbänden der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Handelsgcwerbes über die zurzeit in Kontoren üblichen Arbeitszeiten und die Vorschläge für die Regelung behandelt iverden. Ter Referent, Geheimer Rat Dr., Fischer, gab eine ausführliche Ucbersicht über die Ergebnisse der schriftlichen Umfrage und beantragte zum Schluß, nunmehr eine mündliche Vernehmung von Auskunftspcrsonen aus dem Stande der Prinzipale, Gehilfen und Hilfsarbeiter vorzunehmen und an eine Anzahl von Vereinigungen mit dem Ersuchen hcranzutreten, Auskunftspcrsonen für diese Vernehmungen in Vorschlag zu bringen. Der Beirat beschloß dementsprechend. Die Sitzungen fanden im Kaiserlichen Statistischen Amte statt, begannen vormittags 1(1 Uhr und wurden an den ersten vier Tagen gegen 7 Uhr abends, am letzten Tage um 2 Uhr nachmittags geschlossen. ^ er Ausstand im 'l'uhnskchurt * Essen, 16. Jan. In der Begründung der Antwort des Bergbauvereins auf die Anträge der Bergarbeiter heißt es, bei der Erörterung der Anträge sei zunächst volle Ueberein- sli m mung darin feftgesiellt worden, daß die in den sogenannten Volks- oder Belegschaft-Versammlungen gewählt:» Delegierten wie die aus diesen zusammengesetzten Versammlungen nicht als Vertreter der Gesq m t bclegschaft anzuerkennen seien. Daß Freitag und Samstag eine erhebliche Zahl von Belegschaften neu in den Ausstand getreten ist, größtenteils wiederum, ohne irgendwelche Forderungen zu formulieren, beweist, daß jede Verhandlung mit den Antragstellern völlig zivccklos wäre, da ihnen die Autorität über die Belegschaften mangelt. Tic Aufnahme von Verhandlungen wäre eine Anerkennung der Zulässigkeit des Kontraktbruches; damit würde die Grundlage des Fortschrittes des wirtschaftlichen Lebens, die Rechtssicherheit, erschüttert. Die zur Bemäntelung des begangenen Fehlers des gesetzlosen Vorgehens aufgestellten Forderungen sind alte, schon früher erörterte Forderungen. Tie A ch t st u n d e n s ch i ch t und der Minimallohn für Bergarbeiter sind bereits 1890 allenthalben, insbesondere auch seitens der staatlichen Bergvcrwaltung Saarbrücken, abgelehnt worden; die Antwort gibt die ausführlichen Gründe der damaligen Entscheidung wieder; ferner wird auch die Notivendigkeit, bei der Annahme der Forderungen ungeübte Bergleute heranzuziehen, hingewiescn, wodurch eine bedenkliche Vermehrung der Unglücksfälle, sowie bei Absatzstockungen erhebliche Lohnrückgänge und zahlreiche Arbcitcrentlassungen unvermeidlich würden. Ein Minimallohn sei wegen ungleicher Arbeitsleistung unmöglich. Ter Regierungskommissar habe am 12. Dezember 1804 im Reichstage nachgewiesen, daß die Beschwerden über das Wagennullen wesentlich übertrieben sind. Die Antwort gibt die Rede, namentlich die in ihr enthaltenen Ermittlungen wieder. Die Rede hebt hervor, daß vom Juli 1902 bis Juli 1903 auf 16 Gruben mit 30 000 Mann zwei Prozent, auf 67 Gruben mit 97 000 Mann aber iveniger als ein Prozent genullt werden, daß laut den Grubenjournalen der monatliche Durchschnittslohn durch das Nullen keineswegs wesentlich gedrückt wurde, daß der Versuch, das Nullen den Hauern (anstatt den Zechenkontrolleuren) zu übertragen, ein weit stärkeres Nullen durch die Hauer ergab, daß die Lohnbeträge für genullte Wagen der Arbeiterunterstützungskasse zugeführt werden, daß das Nullen im Interesse der Bergleute Geldstrafen vorzuziehen sei, weil das Nullen eine mildere und die gerechteste Strafe sei. Bei Geldstrafen ist cs sehr um die Zeit des Schichtwechsels nie feststellbar, daher die Tragung der milden Straft durch die ganze Kameradschaft die gerechteste Form ist. Zur Forderung der Arbeiter, Delegierte als Grubenkontrolleur e zu bestellen, gibt die Antwort die Rede des gleichen Kommissars wieder, besagend, daß sich die Sicherheitszustände bei den Be- rufstzenossenschaften tatsächlich nicht verschlechtert haben, und die Gründe für die Steigerung der cntschädigungspflichtigen Unfälle darin zu suchen seien, daß von den Arbeitern auch die kleinsten Unfälle angemeldet iverden, um eventuell eine Rente zu erhalten, sowie daß auch der-Begriff Betriebsunfall die wohlwollendste Auslegung erfahren hat. Der Kommissar legte dar, daß dietödtlichen Unfälle abgenommen haben. In jener Rede wird weiter ausgeführt, daß in England keineswegs Arbeiterinspektoren ständig die Gruben befahren, sondern nur monatlich einmal durch zwei ihrer Vertreter befahren lassen dürfen; daß zwar die Denkschrift einer nach dem Auslände entsandten Kommission des preußischen Handelsministers der Einrichtung von Arbeitcrinspektionen einen gewissen Anteil an dem Rückgänge der Unfälle zuschreibt, keineswegs aber den Rückgang der Unfallziffer hauptsächlich hierauf zurückzuführen sei, vielmehr in jenen Bezirken Englands, wo die Arbeiterinsprektionen am ersten durchgeführt wurden, die Unfallziffer die höchste ist, ungefähr der preußischen gleichkymmend. Die Antwort des Bergbauvereins fährt fort: Die Forderung der Arbeiterausschüsse ist abzulehnen, da der Arbeitsvertrag nur mit dem einzelnen Arbeiter abgeschlossen ist, demgemäß auch nur mit ihm verhandelt werden kann. Der innere Zweck dieser Forderung will nur die Stärkung der Sozialdemokratie mit ihrem auf die Vernichtung der Staatsordnung gerichteten Endziel. Ihre Bewilligung wäre auch die Anerkennung der Arbeiterorganisationen. Der Rest der aufgeführtcn Forderungen enthielt sich der generellen Regelung und ist Sache der einzelnen Verwaltungen. Wie zusammengesucht die Forderungen sind, zeigt Punkt 9: Lieferung von Deputatkohlen zum Selbstkostenpreise. In Wirklichkeit liefert die Mehrzahl der Gruben dieselben heute unter dem Selbstkostenpreise. Auf Grund aller dieser Erwägungen beschloß der Vorstand einstimmig, folgendes Schreiben an den Vertrauensmann, Herrn Joh. Effert in Altenessen, zu richten: „In Erwiderung Ihrer gedruckten Zuschrift vom 13. d. M. teilen wir Ihnen nachstehenden, in unserer heutigen Vollsitzung einstimmig gefaßten Beschluß mit: Wir beklagen auf das tiefste, daß ein großer Teil der Belegschaft sich dazu hat Hinreißen lassen, unter rechtswidrigem Bruch des A r b e i t s v e r t r a ge s in den Ausstandzutreten, und zwar in den allermeisten Fällen ohne zu wissen, was man wollte, und unter erst nachträglicher Aufstellung zusammengesuchter Forderungen. Wir weisen auf das entschieden st e die Behauptung zurück, daß zu solchem Vorgehen irgendwelche unerträgliche oder allgemeine Miß stände Veranlassung gegeben hätten. Wir betonen ausdrücklich, daß Vereinbarungen auf Grund der Bestimmungen der Arbeitsordnung nur Sache einzelner Zechen-Verwaltungen und einzelner Arbeiter sind. Unseren Mitgliedern werden wir niemals empfehlen können, auf diejenigen grund süßlichen Aenderungen einzugehen, loelche in Ihrer Zuschrift aufgezählt sind; ihre Annahme würde der Ruin des rheinisch-westfälischen Bergbaues und der für diesen so unerläßlichen Disziplin sein. Wir müssen daher die uns angetragene Vermittlung ablehnen und vertrauen auf den gesunden Sinn des Kerns der Belegschaft, daß sie sich nicht in Not und Elend stürzen werde. Glück auf! — Verein für bergbauliche Interessen: Krabler, Kirdorf, Kleine, Engel." Die Antwort aibt sodann das Protokoll der Verhand- vom 14. Januar, abends, wieder. Darnach erklärten in der Zusammenkunft der Vorsitzende und die anwesenden Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses des Bergarbeitervereins übereinstimmend, daß es völlig ausgeschlossen sei, auf den Vorschlag der delegierten Bergarbeiter einzugehen, nach welchem Verhandlungen über ihre Forderungen zwischen ihnen und dem Bergbauverein stattfinden sollten. Dem stände entgegen der unter Kontraktbruch begonnene Ausstand und die völlige Unsicherheit der Ausführbarkeit etwaiger Vcrhandlungsergebnisse. Es bestehe nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, daß die Delegierten die Autorität besäßen, die Bergarbeiter auf den gesetzlichen Boden zurückzuführen. Tie Vertreter des Bergbauvereins erklärten sich ferner für eine objektive Untersuchung, um festzustellen, daß irgendlvelche allgemeine Miß stände im Ruhrbezirk nicht beständen; sie erklärten sich bereit, alle Aufklärungen zu geben, wenn die Staatsregierung im Einvernehmen mit dem Landtage eine Enquete über alle einschlägigen Verhältnisse veranstalten wollten. * Essen, 17. Jan. Der Beschluß der Delcgiertenvcrsammlung der Bergarbeiter, in den allgemeinen Aus st and zu treten, erfolgte, nachdem die Versammlung einige Zeit auf den Eingang der Antwort des Bergbaulichen Vereins auf die gestellten Forderungen gewartet hatte. — Punkt halb 3 Uhr wurde durch ein Extrablatt der Versammlung der Inhalt des Antwortschreibens bekannt gegeben, worauf der Vorstand zu einer geheimen Sitzung zusammentrat. Gegen halb 5 Uhr war diese beendet, worauf das Vorstandsmitglied des christlichen Gewerkvereins, Effertz idcr Adressat der Antwort), zuerst folgendes Schreiben des Oberbcrgamtes Dortmund auf die Eingabe der Kommission betr. Anrufung des Oberbergamts als Einigungsamt verlas: „Dortmund, 15. Januar 1905. Die Eingabe der Vertreter der am 12. Januar zu Essen zusammengetretenen Telcgiertenversammlung haben wir dem Verein für bergbauliche Interessen des Ober- bcrgamtsbezirks Dortmund mitgeteilt und ihn um alsbaldige Antwort ersucht. Nach Eingang derselben werden wir Ihnen Mitteilung machen. Wir ersuchen, die anderen Unterzeichneten der Eingabe zu benachrichtigen. Gez.: Röppinghaus." Alsdann verlas er die bekannte Antwort des Bergbauvereins, die vielfach mit Hört-Hört-Rufen unterbrochen wurde. Nach dieser Antwort möge der Streik beginnen, schloß der Redner. Köster, Kommissionsmitglied des christlichen Verbandes, erklärte, auf Grund dieser Antwort habe der Vorstand beschlossen, daß der in der ersten Telegicrtcnversammlung gefaßte Beschluß nunmehr in Wirksamkeit trete. (Bravo.> Redner Ivarnt vor Ausschreitungen und Alkohol. Rcichs- ragsabgeordneter Sachse (alter Verband) schließt sich diesen Ausführungen an und verteidigt seine Stellungnahme bei Ausbruch des Ausstandes. Köster macht noch einen Beschluß des Vorstandes bekannt, daß auf Zechen, bei denen die Gefahr einer endgültigen Stillegung durch die Unternehmer bevorstehc, weitergearbeitet werden solle. Nachdem nochmals vor Belästigungen Arbeitswilliger gewarnt und zur Solidarität ermahnt worden war, schloß die Versammlung. In der gestrigen, D e l e g i e r te n v e r s am m- lung wurde ferner den Bergarbeitern die auf staatlichen Zechen beschäftigt sind, empfohlen, nicht in den Ausstand einzutreten und der Beschluß darüber den Arbeitern selbst überlassen. Für den Fall, daß sie Forderungen aufstellcn wollen, müssen sie einen eigenen Ausschuß wählen und bei der betreffenden Behörde vorstellig werden. Die Bergarbeiter der staatlichen Zechen werden nicht durch den Verband vertreten. (Telegramme.! * Köln, 17. Jan. Die Bergarbeiter-Delegierten beschlossen, beim Generalstreik folgende Zechen auszu- neh men: „Altendorf", „Brunnenbäckcr-Ticfbau", „Louise- Tiefbau" und „Julius Philipp". ^ * Essen, 17. Jan. Die streikenden Bergarbeiter ^ wollen freiwillig eine Schutzmannschaft zur Ver- - Hütung von Ausschreitungen organisieren, i * Essen, 17. Jan. Infolge des Bergarbeitcrstreiks legten die ' Werke der Eisenindustrien Menden und Schwerte ) den Betrieb bis auf weiteres still. ; * Essen, 17. Jan. Tie Gesamtzahl der Ausständigen i betrug gestern (Morgen- und Mittagsschickt zuscnnmcnge- nommen) 91011, gegen 60 000 am 14. Januar. Tiefe Zahl verteilt sich auf 124 Zechen und Lchachtanlagen, gegen 116 am 14. Januar. * Essen, 17. Jan. In den A u s st a n d neu eingetreteu sind noch 64 Zechen. * Essen, 17. Jan. Ein gestern Abend von Tortmund 4 Uhr 50 Minuten abgegcmgenes Telegramm ersucht die Arbeiterdelegierten, heute Dienstag nachmittag 4 Uhr Vertreter nach dem Oberbergamt zu entsenden, zur Darlegung ihrer Beschwerden vor der Min istc- r i a l k o m m i s s i o n. T^ic Münsters'isis in sfrnkreick. (Telegramme.) * Paris, 17. Jan. Präsident Loubet reiste gestern Abend nach Montelimare ab, um dem Begräbnis seiner Mutter bcizuwohnen. Ministerpräsident Co m b e s beschloß, in dem am Mittwoch unter dem Vorsitz Loubcts stattfindendcu Minifterrat seine Demission zu überreichen. * Paris, 17. Jan. Ministerpräsident Combes wurde gestern von mehreren radikalen Deputierten aufgefordert, nach seinem Rücktritt in den großen Provinz st ädten, namentlich in Lyon, Limoges und Bordeaux, Volksversammlungen einznbernfen, um in ihnen sein Programm zu verteidigen und insbesondere die Notwendigkeit der Trennung von Staat und Kirche darzulegen. Ministerpräsident Combes versprach, in einer Reihe dieser Städte Reden über seine Politik zu halten. * Paris, 17. Jan. Heute Nachmittag wird ein Ministerrat abgehalten, in welchem die Fassung des an den Präsidenten Loubet zu richtenden Demissionsgesuches des Ministeriums erörtert werden soll. s * * » * Paris, 17. Jan. In den Kammercoulojre verlautet, der Kriegsminister Berteaux habe den General Peigne wegen seines Briefes an Vadecard aufgefordert, um seine Versetzungin dieDisponibilität nachzusuchen. Peigne weigert sich, ein derartiges Gesuch eiuzubringcn, und erklärte,, der Kriegsminister möge selbst tun, was er für gut halte. Eine Abordnung von radikalen Freimaurern und frei- maurerischen Deputierten sprach beim Kriegsminister vor und bat ihn, von einer strengeren Bestrafung Peignes abzusehen. Von nationalistischer Seite wird behauptet, die in Paris weilenden Mitglieder des Oberkriegsrates hätten bei dem Kriegsminister mit Entschiedenheit darauf bestanden, daß General Peigne gemaßregelt werde. In Tours wurden von Na- heftige Ausfälle gegen General Peigne enthalten und dessen Demission verlangen. " Tours, 17. Jan. Ter Gemeinderat von Tours hat an den Kriegsmimsrer Berreaux die Bitte ge eickstet, den General Peigne, den Kommandant des 9. Armeekorps in Tours, der über seine Offiziere Umfragen veranstaltet hatte, auf seinem Posten zu belassen und ihn nicht dem Hasse der klerikalen Rückschrittler zu opfern. * Paris, 16. Jan. Die Budgctkommission wählte an Stelle Doumers Cochery zum Vorsitzenden. Zur Lage >n Rußland (Telegramm.) * St. Petersburg, 16. Jan. 12 000 Arbeiter verPuti- loffschen Werke sind heute in den Ausstand getreten, weil die Direktion es ablchnte, die Forderung des Verbandes der russischen Arbeiter auf Wiedereinstellung von vier wegen Zugehörigkeit zu diesem Verbände entlassenen Arbeitern und aus Entlassung eines mißliebigen Werksührers zu erfüllen. Tie Arbeit ruht vollständig. Die Ausständigen verhalten sich ruhig. Der Polizeikommandant, Soldaten und Kosaken sind einge. troffen. Der Direktor versuchte, die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen, jedoch ohne Erfolg. Die Arbeiter verlangten sofortige Beratung von Delegierten der Arbeiter mit der Verivaltnng. Die Vertreter der Arbeiter sollen verlangen, daß die Streiktage nach dem mittleren Arbeitslohn bezahlt würden, und eine gemeinsame Kommission geschaffen werde, welche alle Streitfragen zu entscheiden habe, und endlich, daß eine achtstündige Ar- beitszeir eingesührt werde. — Bei den gestern abend 'stcrttge- habten Verhandluiiigen ivaren zahlreiche Sozialisten zugegen, ivelche keinen Ansstand, sondern eine Petition aller Arbeiter an die Regierung verlangten. In dieser Petition solle die Freiheit der Versammlung, der Presse und des Wortes und eine Neuordnung der Fabrikarbeit gefordert Iverden. Der Antrag der Sozialisten wurde indes abgelehn t. — In einer heute abgehaltenen Versammlung beschlossen die Arbeiter der P u t i l o f f w e r k e, eine Abordnung an die Verivaltnng iftr Werke zu senden und. falls die Forderungen nicht binnen drei Tagen bewilligt würden, bewaffnet Vorzugehe n. Die Bewegung trägt indes keinen revolutionären Charakter. Auf- hetzcnde Reden blieben ohne Eindruck. Die Arbeiter erklärten, keine Aendcrung der Staatsordnung, sondern nur die Verwirklichung des Anfanges ökonomischer Gerechtigkeit anzustreben. Der russis(K-;crpanil(He Krieg. (Telegramme.) Port Arthur. * Port Arthur, 17. Jan. Der Ei n m a r s ch d e r I a p a n e r dauerte drei Stunden. Tie Heeressäule war drei englische Meilen lang. In der Ebene im Norden des Dorfes Schuischi wurde ein Gedächtnisgottesdienst abgehalten für die Geister der gefallenen Japaner. Es waren Truppenabteilungen zugegen, die eine Vertretung des ganzen Heeres darstellen. * Tokio, 16. Jan. General Nogi schrieb an den Gouverneur von Nagasaki bezüglich der Behandlung Stössels folgenden Brief: Sie weriftn durch die zuständigen Behörden Instruktionen erhalten, aber es mag nicht unangebracht sein, hervorzuheben, daß Stöffel jetzt weder Gefangener noch Feind, sondern. ein ausländischer Gentleman ist, der feinem Vatec-^ land rühmlich gedient hat. Ueberdies ist die verwickelte Arbeit der Uebergabe der Forts und der Munition Port Arthurs, die notwendigerweise sich in die Länge gezogen hat, so gut erledigt worden, daß sie verdient, ihm und seiner militärischen Ehre zu gut« gerechnet zu werden. Ich empfehle ihn Ihrer Hochachtung. * London, 17. Ja». Der Berichterstatter der „Daily Mäil" bei General Nogis Armee teilt in einem Briese vom 29. November v. I. mit, daß ein japanisches Reserve regi- ment den Gehorsam verweigert habe; es habe nickst stürmen wollen. Der Regimentskommandeur sei darauf allein vorgegangen und gefallen. Das Regiment sei dann aus der Front zurückgezogen, scharf exerziert und zu Marschall Oyamas Armee geschickt worden. * Berlin, 17. Jan. Sehne Majestät der K aiser teilte den Generalen Stöffel und Nogi die Verleihung des Ordens pour le merite durch nachstehende Telegramme mit: „Generalleutnant Srössel, Port Arthur. Im Einverständnis mit Ihrem Kaiser, verleihe ich Ihnen die höchste preußische Kriegsdekorativn, von Friedrich dem Großen für außergewöhnliche Leistungen im Kriege gestiftet, den Ordqn pour le rnerite. Sie wollen in der Verleihung den Ausdruck uneingeschränkter, höchster Bewunderung erblicken, den mit mir meine ganze Armee Ihnen darbringt für Ihre heldenhafte Verteidigung an der Spitze der in den Tod getreuen, tapferen Schar." „ General Nogi, P ort Arthur. Mit Genehmigung des Kaisers, Ihres gnädigsten Herrn, freue ich mich. Ihnen den Orden pour le rnerite zu verleihen. Es ist dies die höchste preußische Militäranszeichnung, die mein ruhmreicher Vorfahr Friedrich der Große für außergewöhnliche Leistungen im Kriege stiftete. Der Orden soll ein Zeichen meiner von meinem Heere geteilten Bewunderung für die glänzenden Führereigenschaften sein, die Sie an der Spitze Ihrer tapferen Truppen während der Belagerung und Einnahme der wacker verteidigten Festung bewiesen." Die Antworttelogramme der Generale Stässcl und Nogi an Seine Majestät den Kaiser lauten: „Euerer Majestät Telegramm erreichte mich in der schwersten Stundc- meines Lebens. Ich und die Garnison der Festung sind tief gerührt und geehrt durch die Verleihung des hohen preußischen Ordens, der mich bis an mein Lebensende ehrt. Mögen Eure Majestät überzeugt sein von meiner Anerkennung für die erwiesene Gnade. Ich habe die Ehre, Euerer Majestät meinen und meiner Soldaten Gruß zu übersenden. gez. Generaladjutant S t ö s s e l. „Ich statte den tiefgefühltesten Dank ab für die Güte, die Eure Majestät mir durch die Verleihung des Ordens pour le rnerite unerachtet der Geringfügigkeit meiner Dienste erwiesen. Indem ich Eurer Majestät Orden mit der tiefsten Dankbarkeit annehme, drücke ich in Ehrerbietung meine volle Hoachtung für Euere Majestät aus. gez. General Nog i." Bau» Mandschurischen Kriegsschauplatz. * St. Petersburg, 17. Jan. General Kuropatkin meldet: Am 10. d. M. Abends wurde IV- Kompanie japanische Infanterie und eine halbe Schwadron Dragoner vernichtet. In der Nacht darauf zerstörte unsere Patrouille einen Teil der Eisenbahnlinie. Am 11- -r k teten 500 Wagen mit Vorräten und nahmen einen Offizier und 14 Mann gefangen. Auf unserer Leite fielen 3 Offiziere und 15 Mann. 10 Offiziere und 49 Mann wurden verwundet. * Zt. Petersburg, l7. Jan. Eine Depesche der Telegraphen- agemur aus Tafchctun besagt: Das Kavalleriedeta- chcmcnt ist von seinem Streifzug in, Rücken der Japaner glücklich zurückgelchrt. Tie russischen Verluste betragen 200 Mann an Toten und Verwundeten, welch letztere mitgcbracht wurden. Ter Streiszug hat aus die Japaner großen Eindruck gemacht. * Londrn, 17. Jan. „Daily Mail" wird ans Tokio von gestern gemeldet: Tie Russen rücken nin Mukdcn allmählich vor. Zie legen Forts und Tchanzcn bei T ch u - sangtao und Schalingtao am Hmcho an. Ein Teil der Kosaken Mischtschenkos ist nach Norden zn- rückgegangen. Tie Gefangenen. » St. Petersburg, 17. Jan. Im vergangenen Sommer regte die russische Regierung die Frage der Auswechslung von Gefangenen bei Japan an, wobei sie als Grundlage die Zugehörigkeit der beiderseitig Auszuwechselnden zu derselben Kategorie hinsichtlich des Ranges und der Waffengattung vorschlug. Die Zustimmung Japans hierzu ist jetzt ein ge gangen. Infolgedessen ist die Auswechslung von drei russischen Offizieren, die von den Japanern aus dem Dampfer „I n ka te r i n o s l a w" gefangen genommen wurden und drei japanischen Offizieren von den Transportschiffen „Kintschiu Maru" und „Sado Maru" in nächster Zeit bevorstehend. Das Baltische Geschwader. * St. Petersburg, 17. Jan. Die Ausrüstung des dritten Geschwaders in Libau wird mit fieberhafter Eile Tag und Nacht betrieben. Dennoch können ein Torpedobootjäger und der Dampfer „Ton" nicht wie beabsichtigt auslausen. * Laurencc Marques, 16. Jan. Zwei Kohlenschiffe die für die Baltische Flotte eintrafer», haben sich dieser nicht angeschlossen, sondern sind mit unbekannter Bestimmung weitergefahren. Man nimmt an, daß sie nach England zurückgingen. Die Reklamationen über Chinas Neutralität. * London, 17. Jan. Reuter meldet aus Washington put Bezug auf die r u s s i sch e N o t e über die N e u t r a - lität Chinas: Tie amerikanische Regierung sei in der Lage gewesen, durch ihre Agenten in China festzustellen, daß die Regierung von Peking sich des Bruchs der Neutralität nicht schuldig gemacht habe. Dem chinesischen Gesandten in Washington seien von verschiedenen Seiten Anerkennungen bezüglich der Art, wie China die Note des Staatssekretärs Hay über die Neutralität Chinas dem Inhalt nach beobachtet habe, zugegangen. Es verlautet, Japan werde energisch aus die Anschuldigungen Rußlands antworten. Wenn tatsächlich Verletzungen vorgekommen seien, so sei dies auf Veranlassung von St. Petersburg, aber nicht von Tokio aus geschehen. Amerika habe die Aufmerksamkeit Chinas auf die Anschuldigungen Rußlands gelenkt. Staatssekretär Hay habe am 16. rechtzeitig an den amerikanischen Vertreter in Peking gekabelt, er möge der chinesischen Regierung die Hoffnung aussprechen, daß China den Klagen Rußlands ernstlich Beachtung schenken werde. * London, 17. Jan. „Morning Post" wird vom 16. d. M. aus Shanghai gemeldet: Eine japanische Unterseebootflotte ist fertiggestellt. Fertige Teile der Fahrzeuge sollen vor kurzem in Amerika und England beschafft worden sein. * Irkutsk, 16. Jan. Der regelmäßige Verkehr der Personenzüge auf der Bahn um den Baikal see hat am Samstag begonnen. GroMerzogtum Baden. * Karlsruhe, 17. Januar. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin erhielten heute vormittag die Trauernachricht von dem Ableben Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Caroline von Sachsen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing heute mittag halb 12 Uhr den Staatsminister Or. von Brauer zur Vortragserstattung. Nachmittags gegen 3 Uhr empfingen die Höchsten Herrschaften den Besuch Seiner Grobherzoglichen Hoheit des Prinzen Karl und Gemahlin, Gräfin Rhena. Im Laufe des Nachmittags hörte Seine Königliche Hoheit der Großherzog die Vorträge des Präsidenten Or. Nicolai, des Geheimerats Or. Freiherrn von Babo und des Legationsrats I)r. Seyb. Seine Königliche Hoheit Prinz Gustav von Schweden und Norwegen ist, einer den Großherzoglichen Herrschaften zugekommenen Nachricht zufolge, gestern in Cairo eingetroffen. Das Argentinische Konsulat in Mannheim ist durch Verfügung der Argentinischen Republik zur Einziehung gelangt. ** Durch die öffentlichen Blätter ging in den letzten Tagen eine Notiz, wonach in Berlin eine Konferenz von Schulmännern zusammentreten solle, um eine einheitliche Regelung des Berechtigungswesens der Realgymnasien und der Oberrealschulen für alle Bundesstaaten herbeizuführen; diese Konferenz würde von Men Bundesstaaten beschickt, für Baden fei das Mitglied des Oberschulrats. Geh. Hofrat Dr. van Sall- würk, zur Teilnahme bestimmt. Nach unserer Information aus bester Quelle beruht diese Notiz — soweit der Zweck der in Aussicht stehenden Konferenz in Frage steht — auf einem Irrtum; zur Vermeidung einer unricktigen Auffassung dürste deshalb eine Berichtigung auch iür weiivre Kreise von Jmcresse sein. Die in Berlin zustrmmcnrrerende Konferenz har nämlich mit der Frage der den einzelnen Schularten Anstehenden Berechtigungen nichts zu tun; sie soll vielmehr nur über die Revision eines für die Gymnasien und Realgymnasien schon längst bestehenden Uebereinkommens zwischen den deutschen Regierungen bezüglich der gegenseitigen 'Anerkennung der Reifezeugnisse und über dessen Ausdehnung auf die Reifezeugnisse der Oberreal- schulen Grundsätze beraten und feststellen. Für eine Entscheidung in der Berechtigungsfrage erscheint dagegen die badische Regierung allein zuständig. * l„Tie badische Dicnstweisnng für Grundbuchämter"), erläutert von I u l i u s Helbling, Oberamtsrichter-Wolfach (in zwei Bänden), ist soeben lm Verlag der G. Brannschen Hofbuchdruckerei erschienen. -ü. (Verein Volksbildung.) Sonntag den S. Februar findet im kleinen Saale der Festhalle vom Verein Volksbildung veranstaltet, eine Schillerfeier statt. Die Festrede wird Herr Geheimerat Dr. Wendt halten. 2,-ö.k.iVI.u.Il. (Schneebeobachtungen.) In der verflossenen Woche hat es mehrmals geschneit, doch hat die Schneedecke in den höheren Lagen des Landes eine wesentliche Aenderung nicht erfahren. Am Morgen des 14. Januar (Samstag) konnten gemessen werden: in Furtwangen 69, in Dürrheim 10, in Sietren a. k M. 20, in Heiligenberg 18, in Zollhaus 26, beim Feldberger-Hof 75, in Titisee 45, in Bonndorf 28, in Höchenschwand 33, in Bernau 52, in Gersbach 38, in Todtnauberg 90, in Heubronn 21, in St. Margen 40, in Kniebis 55, in Breitenbrunnen 42, in Herrenwies 38, in Krautheim 2, in Strümpsilbrunn 25 und in Buchen 2 Zentimeter. ^ (Aus dem Polizeibericht.) Heute früh 3 Uhr wurde ein Biersieder im Sudhaus einer Brauerei in der Kriegstrahe von einer Transmission erfaßt, wobei er sich an einem Arm und einem Bein Quetschungen zuzog, die seine Uieberführuug nach dem städt. Krankenhaus nötig machten. * Osfenburg, 17. Jan. In unserem gestrigen Bericht über die Verbandsversammlung der badischen Arbeitsnachweise in Offenburg ist der Verbandsvorsitzende, Herr Dr. Roth, Direktor des statistischen Amts der Stadt Karlsruhe, irrtümlich als Direktor des statistischen Landesamts bezeichnet worden. Besonders erwähnen wir noch, daß der Vorstand des Großherzoglichen Statistischen Landesamts, Herr Obcrregierungsrat Dr. Lange, als Vertreter der Großh. Regierung an den Verhandlungen teilnahm. Z Konstanz» 16. Jan. Als Zugeständnis an die freisinnige Volkspartei hatte die liberale Mehrheit des Bürgerausschusses für die Stadtrats-Ergänzungswahl (an Stelle des verstorbenen Privatmanns von Saint-Georgc) Professor Or. Martens vorgeschlagen, der heute mit 77 der von 112 Wahlberechtigten abgegebenen 80 Stimmen gewählt wurde. o.c. Konstanz, 16. Jan. Unter überaus zahlreicher Teilnahme der Bevölkerung fand vorgestern nachmittag die Beerdigung des verstorbenen Musikdirektors Handlöser statt. Das Regiment erwies ihm die letzten Ehnn. Die Einsegnung der Leiche nahm Divisionspfarrer Schen vor, Ivelcher auch die Grabrede hielt. Kranzspenden waren u. a. eingegangen: von Ihren Königliche,,, Hoheiten dem Groß Herzog und der Großherzogin. Auch telegraphische Beileidsbezeugungen trafen von dem Großherzog und der Großherzogin, sowie dem Erbgroßherzog ein. — Zum Nachfolger Handloscrs wurde Mu- sikdirrgent Klein vom Infanterieregiment Nr. 124 in Weingarten bestellt. Klein wird seine Stelle bereits am nächsten Donnerstag amrcten. * Rom, 17. Jan. Kardinal Rampolla erlitt einen neuen Jnfluenzarückfall. Sein Zustand ist bedenklich. * Rom, 17. Jan. Ter neue B o t s cb n f t e r a m r u (fischen Hose, Melegari, ist in Begleitung von Kommissaren, ivelche die Handelsvcrtragsvcrhandlungcn mit Rußland führen sollen, nach St. Petersburg abgercist. * Stockholm, 17. Jan. Ter R e i ch s l ag wurde gestern e r - öffnet. Die Eröffnungssitzung >var mit der Einweihung des neuen Reichstagsgebäudes verbunden. Seine Majestät der König ernannte dieselben Präsidenten und Vizepräsidenten beider Kammern wie in der vorigen Session. * London, 17. Jan. Das provisorische Abkommen zwischen Peru und Brasilien in dem Streit um das 'Acre- gebiet ist aus 6 Monate verlängert worden. * Belgrad, 17. Jan. Gestern verübten Bulgaren in Kumanow einen Mordanschlag gegen den serbischen Geistlichen Taschko und dessen Diener. Hier herrscht darüber große Erregung. * Washington, 16. Jan. Der amerikanische Gesaitdte in Port au Prince teilte seiner Regierung mit, Haiti habe vor kurzem einpn Agenten mit 75 000 Dollars als erster Anzahlung für einen modernen Kreuzer nach Italien geschickt. Der Agent sei in Paris am Fieber gestorben. Mev l'ctiiedsrreiö. f Berlin, 17. Jan. Tie Zeitung „Post" dementiert die Blättermeldung, daß sie am 81. März ihr Erscheinen e i n- stelle. Sie erklärt, die Zeitung bleibe in voller Selbständigkeit erhalten. Die Frage des Eingehens sei überhaupt nicht zur Erwägung gestanden. f Düsseldorfs, 17. Jan. Beim Schlittschuhlaufen auf den Düsselwicsen brachen 7 Personen ein. ZwciKindcr ertranken, die übrigen wurden gerettet. f Koblenz, 17. Jan. Fähnrich Hüssener wird Donnerstag von E h r c n b r e i tste i n nacb Weichsel münde gebracht. st Frankfurt a. O., 17. Jan. Wie die „Franks. Oder-Ztg." meldet, ist gestern Nachmittag auf seinem Gute Wutzig der Rittergutsbesitzer von Brand, Mitglied des Herrenhauses, gestorben. st Wien, 17. Jan. Den Blättern zufolge ist der Eilzug Brünn-Wien in der letzten Nacht infolge Schienenbruchs entgleist, wobei eine Person schwer und 14 leicht verletzt wurden. st Wien, 17. Jan. Bei der Entgleisung des Brünncr Schnellzuges auf der Strecke Bernhardsthal-Hohenau, die infolge Schienenbruches erfolgte, sind 6 Reisende schwer und 17 leicht verletzt worden. Hilfszüge sind nach der Unfallstätte abg-egcmgen. st Antwerpen, 17. Jan. Der S i ch e r h e i t s s ch r a n k der P ate r l a n d s l i ga wurde gestern von belgischen Gerichtsbeamten und von Vertretern der Liga selbst geöffnet. Er enthielt lediglich eine große Menge politischer Schriftstücke, jedoch keinerlei Geldbeträge, Quittungen über von der Liga an Zeitungen und Redakteure verteilte Geldbeträge, sowie Abschnitte von Empfangsbestätigungen über anonyme Spenden in Höhe von 1 200 000 Dl. Der Antwcrpener Untersuchungsrichter nahm den gesamten Inhalt des Schranks vorläufig in Beschlag. Die Vertreter der Liga protestierten gegen eine etwaige Auslieferung der Papiere an die französischen Behörden, da die Schriftstücke in keiner Weise die Affäre Syvcton betreffen. t London, 17. Jan. England hatte 'gestern den kältesten Tag seit Jahren. In der letzten Nacht schlug das Frostwctter m warmes Regcnwetter um; ivährend eines heftigen Schneesturmes sanken au der Küste mehrere Schiffe. Man befürchtet viele Verluste an Menschenleben. Werre ste Wachr schien rrnö Getegvcrrnrne. * Berlin, 17. Jan. Gestern trat hier abermals eine Konferenz sämtlicher Deutschen Staatsbahnverwal- tungen betr. die Personentarifreform zusammen. * Hamburg, 17. Jan. Auf den beiden Dampfern der Woer- mcmn-Linic „Lulu Bohlen" und „Hans Wocrmann" wurden Truppentransporte für Deutsch süd- wcstafrika, 1104 Mann und 524 Pferde eingeschifft. Tie Abfahrt, die gestern Abend 10 Uhr erfolgen sollte, wurde wegen des durch die stürmischen Ostwinde hervorgerufenen niedrigen Wasserstandcs unmöglich. Die Schiffe müssen höheren Wasserstand abwarten. * Berlin, 16. Jan. Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine hiesige Zeitungskorrespondenz will die falsche Behauptung, Abgeordneter Paasche sei zu den ihm zugcschriebenen Aeutzcrun- gen über unser Verhältnis zu England vom Reichskanzler Graf Bülow veranlaßt worden, durch den Umstand wahrscheinlich machen, daß bei der Neujahrcour im königlichen Schloß der Reichskanzler den Abg. Paasche zu einem etwa zehn Minuten währenden Gespräch in eine Fensternische des Weißen Saales gezogen habe. Wir möchten hierzu bemerken, daß das Gespräch tatsächlich stattfand, Graf Bülow redete aber mit Paasche über die Handelsvertragsverhandlungen, über England aber keine Silbe. * Bremen, 16. Jan. Die auswärts verbreiteten Gerüchte über größere Schiffsvertäufe des Norddeutschen Lloyd treffen nur insofern zu, als Verhandlungen über Verkäufe schweben. * Detmold, 16. Jan. Seine Majestät der Kaiser sandte an den Graf-Regenten Leopold folgendes Telegramm: „In dankbarer Erwiderung auf das gestrige Telegramm spreche ich Ihnen und dem Lippischen Lande mein aufrichtiges Beileid aus." * Bayreuth, 17. Jan. Die Ueberführung der Leiche des Fürsten Karl Alexander zur Lippe von Gilgen berg nach Bayreuth erfolgte gestern Abend. Der Weitertransport nach Detmold sinder heute statt. * Calbe (Saale), 16. Jan. Amtliche Meldung. Bei der Reichstagsersatzwahl, die am 12. Januar im Wahlkreis Quedlinburg-Aschersleben und Stadt Eälbe stattfand, wurden nach amtlicher Feststellung insgesamt 39 409 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten Albrecht, Schneidermeister zu Halle (Saale), Sozialdemokrat, 19 013, Placke, Kaufmann zu Aken a. E-, Nationalliberal, 11 785, Rahardt, Tischlermeister zu Berlin, Mittelstandspartei und Bund der Handwerker, H147, Dr. Fleischer, Verbandssekretär Berlin, Zentrum, 454 Stimmen; zersplittert sind 10 Stimmen. Somit ist Stichwahl zwischen Alb re cht und Placke erforderlick. * Metz, 17. Jan. Die Handelskammer hat einen besonderen aus acht Mitgliedern bestehenden Ausschuß für die Kanalisierung der Mosel gewählt. * Wien, 17. Jan. Das Befinden des Erzherzogs Josef gibt zu der Befürchtung Anlaß, daß die Auflösung stündlich erfolgen kann. 7 Venedig, 17. Jan. Der Kunsthistoriker Gustav Ludwig ist hier gestorben. i Alexandrien, 17. Jan. Am 1. Januar 1906 tritt die neue Suezrate in Kraft. Vonj diesem Tage an beträgt die Durchfahrts gebühr per Tonne 8 Frcs., statt bisher 8*ch Frcs. Wetterbericht des Zentralbureaus für Meteorologie und Hydr. vom 17. Januar 1905. Der Luftdruck nimmt heute rasch von einem Nordosteuropa bedeckenden Maximrrm aus bis zu einer ziemlich tiefen Depression ab, welche nördlich von Schottland liegt, und ivelche weit nach Süden hin ausgebreitet ist. In Mitteleuropa sind südöstliche Winde vorherrschend geworden, die an den Küsten der Nord- und Ostsee stürmisch auftreien und die Erwärmung gebracht haben. In Deutschland hat der Frost nachgelassen und an der Westgrenzc ist Tauwetter eiuMtreten. In Italien herrscht dagegen noch immer Frost und in Rom schneit es. Weitere Erwärmung mit Niederschlägen ist zu erwarten. Wetternachrichten aus dem Süden, vom 17. Januar, früh. Lugano bedeckt —3 Grad; Biarritz halbbedeckt 11 Grcck- Nizza fehlt; Triest wolkig —4 Grad; Florenz bedeckt —1 Grad- Rom Schnee 1 Grad; Brindisi Regen —2 Grad; Cagliari Rege,» 8 Grad. Witterungsbeadachtungen der Metearvlvg. Stativ» «arlsr»». heiter Januar zeuch:. zeiirvilin ieil in WiuL vroe- 14 'üackrs U, 764.7 — 41 2.4 70 NE 15 Mrgs. 7'° 11 7613 — 7,7. 2.0 81 15 -Rings 2'« U. 758 0 — 45 1,7 52 N 15 'Nachts 9^ U 756.7 8.3 1.5 64 NE 16 Mrq« 7'° U, 750 7 -10 5 1.3 «8 E 16 MNr.iS >' 7484 - 45 2,0 63 WSW bedeckt ') Schnee. ') Höchste Temperatur am 14. Januar ft 1.0 niedrigste m der darauffolgenden Nacht: —80 Niederschlagsmenge »es 14. Januar 00 mm Höchste Temperatur am 15. Januar -4.0, niedrigste m der darauffolgenden Nachr: —118. Niederschlagsmenge des 15. Januar. 0 0 mm. Wafserstaud des Rhein». Maxau. 15 Januar: 3.12 m gefallen 5 ein. — 16. Januar: 3 02 m gefallen 10 em. Verantwortlicher Redakteur: JuUus Katz m Karlsruhe, Druck und Verlag: G. Braunsche Hofbuchdruckrrei in Karlsruhe „ttsnnsbsng-Ssieis v. g5 Pf. an — kür alle Doiiotten-Lvseks! — Lollkrsi! dluster au ckeckermauu! »tue äirelrl v. 8eiä«uk»drikt. «ennebeeg, rvniv»,. lest stabs nstesi tllei» als prairl. nisäei- Mlassen und ^vosine (Wäa-^potlislcs) ^klsxkoii 1779 P594.1 vr. L. Leluniät. Okroüer 1899 zu Basel geschlossene vcrschrcibungsgläWiger dieser Gesell- ^ Ehe wird aus Verschulden der Be- sä.aft betreffend, i klagten für geschieden erklärt. Die, Nkit Genehmigung des Gläubiger- Beklagte hat die Kosten des Rechts- ausschusses mrd vorbehaltlich der Zustreits zu tragen. ^ stimmung der Obligationäre hat der Der Kläger ladet die Beklagte zur Konkursverwalter Herr Rechtsanwalt Tltnsche WllWMei >«i> Lerliz, Snlsriht. Soeben erschien: Aolkswirislkmsililke Kbkaiultimgm ller ballislüm LolklMten herausgegebcn von Carl Johannes Fuchs, Eberhard Gothein, Karl Rathgen, Gerhard von Schulze-Gävernitz. VII. Band. 3. Heft. mündlichen Verhandlung des Rechts streits vor die 2. Zivilkammer des Großh. Landgerichts zu Freiburg auf den 15. März 1905, vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelasseneu /Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Freiburg, den 12. Januar 1905. Hoffmann, Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts. KlMmrie, Kim- mul KvllmpoW in Freiburg i. Br. während der letzten 40 Jahre (1863—1902.) Von vr. Wilhelm Mrwes. Mit einem Vorwort von Carl Johannes Fuchs. Preis im Abonnement M. 1.8«, im Einzelverkanf M. 2.—. Zu beziehen durch jede Auchhandkung. Aufgebot. P.637.2. Nr. 889. Durlach. Die Bahnarbeiter Friedrich Hiiußer Ehefrau, Christine geborene Joachim, in Wolfartsweier Hai beantrag, den verschollenen Lackierer Heinrich Joachim, geboren am 16. Oktober 1841 zu Wolfartsweier zuletzt wohnhaft daselbst, für tot zu erklären. Der bezeichnest Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf Montag, den 18. September 1905, vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gericht — Zimmer Nr. 6 — anberaumten Auf- ^ gebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Durlach, den 12. Januar 1906. Großh. Amtsgericht, gez. Sorg. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Frank. Teilhaber zu einem Spezialfabrikat der Polsterbrauche. Suche einen stillen oder mit- wirk nden mit 3V0« M. (Kauf nicht ausgeschlossen). Offerten unter ? 597 an die Exp, dieses Bl._ W M kliiek im vkllkll dr-lugt St« W s»L» e-iag-« 4 L,«»«« a nmipt > S««. e» »»«Pt. ^ Le«. «I 8««. ^ ü I«x> 2 S 24 A' 1 . 08 s ä I ««r. vsesenäet Vas Keneeal-Vsdlt SlQl'NISI', 20,000 I». s,ooo m. 2,0 00 «I, 17,000 In Larlsruds: Oarl Öötu, I Lsdvlsst.il/15; 6br ^lecker; I,. I dliodvl; ll.Lsppss; Odr.k'rank; I Lux, vaklsinann. I NtMkffmgs-Msteuikll- Stelik. Ein tüchtiger Bermeffungsassistent wird gesucht. Bei befriedigender Leistung Ruhegehaltsberechtigung und Hinterbliebenenversorgung gemäß Beamtenstatut. Bewerbungen wollen unter Anschluß von Zeugnisabschriften und Bezeichnung der Gehaltsansprüche beim Ttef- Lauamt Karlsruhe bis zum 2«. Februar 1905 etngereicht werden. P.575 2 Karlsruhe, den 14. Januar 1905. Städtisches Tiefbauamt. Badische, gebrauchte Zählmarke« kauft pro 100 u. 1000 Stück jeder Sorte sP.316 Leop. Bruder jr., Acher« _ (Baden). Bürgerliche Rechtsstreite. Oeffentliche Zustellung. P.593.2.1. Nr. 1438. Freiburg. i.B. Der Kaufmartzi Friedrich Wempe zu Freiburg klagt gegen den vr. pkil. Otto Hübner, Chemiker, zuletzt in Freiburg, jetzt unbekannten Aufenthalts, aus Miete, mit dem Anträge auf Zahlung von 16 M. 35 Pf. nebst 4 Proz. Prozeßzinsen und vorläufige Vollstreckbarkeitserklärung des Urteils, and ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits ,or das Gr. Amtsgericht zu Freiburg auf: Montag, den 13. März 1905, vormittags 9 Uhr, Zimmer 8. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gernacht. Freiburg i. B., den 12. Jan. 1906. Zimmermann, Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. I Oeffentliche Zustellung. P.667.2 Nr. 827. Freiburg. Die Witwe des Nathan Uffenheimer, Jeanette geborene Geismar, in Freiburg, vertreten durch die Rechtsanwälte Karl und Max Mayer ebenda, klagt gegen: 1. Nikolaus Lindinger Witwe, Ma- ! ria Anna geb. Furtwängler, in ! Unterglotterthal, ^ 2. Theresia Furtwängler von da, zurzeit in Straßburg i. E„ 3. Josef Furtwängler von da, zurzeit am unbekannten Orten abwesend, 4. August Furtwängler von da, Kürzest cm unbekannten Orten abwesend, 6. Franz Xaver Furtwängler von da, zurzeit cm unbekannten Orten ab- ! wesend, auf Grund der Behauptung, daß die i. S. Karl Furtwängler von Unter- glosterthal gegen Christian Willmann von Freiburg wegen einer Forderung von 206 M. 71 Pf. nebst 6 Prozent Zins vom Jahre 1866 ergangene amtsgerichtliche Pfändung vom 4. November 1876 Nr. 33621 in das angebliche Guthaben des Christian Willmann mit 1114 M. 03 Pf. nebst Zinsen bei Großh. Amortisations kaffe Karlsruhe und die nachgefolgte amtsgerichtliche Zuweisung vom 5. Juni 1878 Nr. 21166 der Klägerin gegenüber rechtsunwirkscrm sei, und beantragt, diese beiden Verfügungen aufzuheben und die Beklagten als Erben des f Karl Furtwängler zu verurteilen, zu gestatten» daß von Großh. Vertvaltungshof Karlsruhe bzw. der Hinterlegungsstelle die für Christian Willmann hinterlegten 1114 Dt. 03 Pf. nebst Zinsen, abzüglich der bis mit 3. Dezember 1904 von der Hinterlegungsstelle cm einzelne Beklagte geleisteten Zinsbeträge, an die Klägerin an Stelle der Christian Willmcmnschen Erben ausbezahlt werde, und ladet die Beklagten: Zimmermeister Josef Furtwängler, Dienftknecht August Furtwängler, Franz Xaver Furtwängler, sämtlich zurzeit cm unbekannten Orten abwesend, zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite Zivilkammer des Großh. Landgerichts zu Freiburg auf Mittwoch, den 15. März 1905, vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem genannten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Freiburg, den 11. Januar 1905. Boetticher, Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts. Aufgebot. P.636.2 VKenzingen. Auf Antrag des August Wissert, Küfer in Endingen, wird der am 16. September 1863 zu Endingen geborene Karl Wissert aufgefordert, sich spätestens in dem auf Dienstag, den 17. September 1905, nachmittags 2 Uhr, bestimmten Termin zu melden, widrigenfalls seine Todeserklärung erfolgen wird. Zugleich werden alle, welche Auskunft Wer Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, aufgefordert, spätestens in obigem Termin dies dem Gericht anzuzeigen. Kenzingen, den 10. Jan. 1905. Großh. Amtsgericht, gez. Deimling. Dies veröffentlicht: Der Amtsgerichtssekretär: Boos. Frey hier das zur Konkursmasse gehörige Anwesen Liststraße Nr. 5 dahier ohne maschinelle Einrichtung um den Preis von 400 000 Mark an Herrn Bauunternehmer Konrad Gössel hier vertäust. Um den Obligationären Gelegenheit zu geben, ihre Zustimmung zum Verkaufe zu erteilen, hat der Konkursverwalter die Einberufung einer Glänbigerversammlung anher beantragt. In Gcmäßhest des H 18 des Reichsgesetzes, best, die gemeinsamen Rechst der Besitzer von Schuldverschreibnu- gen vom 4. Dezember 1899, wird Termin zu dieser Glänbigerversammlung hierher bestimmt ans: Samstag, den 11. Februar 1905, nachmittags 4 Uhr, Akademiestraße Nr. 2 /V, dritter Stock, Saal Nr. 17. Bei der Fassung der Beschlüsse werden nur die Stimmen derjenigen Gläiwiger gezählt, die ihre Schuldverschreibungen spätestens bis einschließlich des 8. Februars 1905 bei dem Großh. Notariat Karlsruhe ll (am Friedrichsplah) hinterlegt haben. Karlsruhe, den 14. Januar 1905. Großh. Amtsgericht Karlsruhe IV. gez. vr. Strobel. Dies veröffentlicht: Karlsruhe, den 16. Januar 1906. Thum, Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Bcreinsregister. Gernsbach. P.582. In das diesseitige VereinZregister Band I O.-Z. 2 wurde heust eingetragen: Sektion Forbach des badische» Schwarzwaldvereins in Forbach. Die Satzung ist am 11. April 1904 errichten Der Vorstand, im Sinne des B.G.B., besteht aus: Ist. Johannes Friedrich Dorn, Fabrikant in Gausbach, als I. Vorsitzender; Fridolin Böhrer, Pr. Arzt in Forbach, als stellvertretender Vorsitzender; Eugen Schillingen, Kaufmann in Forbach, als Rechner. Gernsbach, den 10. Januar 1906. Großh. Amtsgericht. Oeffentliche Zustellung einer Klage. P.566.2 Nr. 379. Freiburg. Der Fuhrknecht Johann Friedrich Müller zu Basel — Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Schmitt in Lörrach — klagt gegen seine Ehefrau, Emma Christin« geb. Mangler, aus Herrenalb, zurzeit an nWekannstn Orten abwesend, wegen Ehescheidung, mit dem Anstage auf Urteil: „Die zwischen den Parteien am 13. Aufgebot. P.565.2.1. Rastatt. Nachstehende Personen haben als Eigentümer der auf Gemarkung Durmersheim belege- nen, nachbeschriebenen Grundstücke beantragt, die auf diese Grundstücke zum Grundbuch eingetragenen Hhpotheken- gläubiger mit ihren Rechten auszu- schließen: 1. Karl Hermann und dessen Ehestau, Katharina geb. Wenzel, in Durmersheim, bezüglich der auf Lgb. Nr. 443 in Band 37 Heft 19 Abt. III O.-Z. 1 eingetragenen Sichernngshypothekengläubigerin Johanna Becker (Jos. Tochter) in Durmersheim; 2. Josef Maier (Sebastian Sohn) in Durmersheim bezüglich der auf Lgb. Nr. 6803 in Band 16 Heft 29 Abt. III O.-Z. 2 eingetragenen Sichernngshypothekenglän- bigerin Regina Becker (Josefs Tochter) in Durmersheim; 3. Valentin Bnchmüller (Bruno Sohn) in Durmersheim bezüglich der auf Lgb. Nr. 469 b in Bd. 9 Heft 22 IM. III O.-Z. 1 eingetragenen Sichernngshypotheken- gläubigerin Regina Becker (Josefs Tochter) in Durmersheim; 4. Simon Bastian ll. in Durmersheim bezüglich der auf Lgb. Nr. 717 in Band 15 Heft 9 Abt. III O.-Z. 1 eingetragenen Siche- rungshypothekengläubiger Wen- delsti und Frieda Becker in Durmersheim. Die Hypothekengläubiger werden aufgefordert, spätestens im Aufgebots- strnrin, der auf Samstag, den 29. April 1905, vormittags 10 Uhr, bestimmt wird, ihre Rechte anzumel- den, widrigenfalls die Ausschließuntz derselben mit ihren Rechten erfolgt. Rastatt, den 10. Januar 1905. Großh. Amtsgericht, gez. Renner. Dies veröffentlicht: Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Eschcnaner. . Bekanntmachung. P.579.2.1. Nr. 406IV. Karlsruhe. Das Konkursverfahren über das Verträgen der Maschinenfabrik vormals L. Nagel A.-G. in Karlsruhe, hier die gemeinsamen Rechst der Schuld- Konkursverfahren. P.680. Nr. 1369. Offenburg, lieber das Vermögen des Josef Höpf, Lindentvirt in Fessenbach, wird heute am 16. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da er die Zahlungseinstellung und Ueberschuldung glaubhaft gemacht hat. Der Weinhändler Theodor Koch von Offenburg wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 16. Februar 1905 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird Termin anberaumt vor dem diesseitigen Gerichte zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschnsses und eintretendenfalls über die in 8 120 der Konkursordnung bezeichne- ten Gegenstände, endlich zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 23. Februar 1905, vormittags 9 Uhr. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwa? schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gerneinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Ver- pflichstyrg auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 16. Februar, 1905 Anzeige zu machen. Der Gerichtsschreiber Großh. Amtsgerichts Offenburg. C. Beller. Konkursverfahren. P.596. Mannheim. Zur gerichtlich genehmigten Schlußverteilung in dem Konkurse über den Nachlaß der verstorbenen Ehestau des Kaufmanns Johann Kreiner, Anna Marie geb. Lang, in Mannheim sind 1355,05 M. Bereinsrcgister. Lörrach. P.563. Nr. 716. Ins hiesige Beremsregi- ster wurde zu Bd. I unter O.-Z. 14 der Turnverein Binzen eingetragen; derselbe hat seinen Sitz in Binzen. Lörrach, den 13. Januar 1905. Großh. Amtsgericht. Bereinsregister. Mannheim. P.583. Zum Bereinsregister Bd. I O.-Z. 27, „Verein für badische Blinde" in Ilvesheim, wurde heute eingetragen: Theodor Kornmann ist aus dem Vorstande ausgeschiedem Mannheim, den 11. Januar 1905. Großh. Amtsgericht I. Bekanntmachung. Den Dienst der Bezirksvan- schätzer im Amtsbezirk Offenburg best. Die Stelle eines Bauschätzers und stellvertretenden Baukonstol- lcurs für den Amtsbezirk Osfenburg ist zu besetzen. Bewerber aus der Zahl der geprüften Werkmeister, welche inj Osfenburg ihren Wohnisitz haben Er nehmen wollen, haben sich bis zum 15. Februar unter Anschluß ihres Befähigungsauswrises, eines selbstver- faßtqn Lebenslaufes und ihrer Zeugnisse bei uns zu melden. Osfenburg, den 13. Jan. 1906. Großh. Bezirksamt: Or. Töpfner. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die Ansstichern'euerung verschiedener Eisenkonstruktionen im Personen- und Rangierbahnhof in Mannheim soll vergeben' werden. Das Flächenausmaß beträgt etwa 7600 gm. Die Bedingungen liegen in meiner Kanzlet während dpr Wichen Geschästsstun- den zur Einsicht auf; daselbst sind auch Verdingungsanschläge zum Einsetzen der Einzelpreise erhältlich. P.489.2. Me Angebote sind verschlossen, kostenfrei und mit der Aufschrift „Brük- kenansstich" versehen, spätestens bis Montag, den 23. d. M., nachmittag» 5 Uhr, zu welcher Zeit die Eröffnung der Angebost in Gegenwart etwa erschienener Meter stattfinden wird, bei mir einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen. Unbeschränkte Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Mannheim, den 9. Januar 1905. Der Gr. Bahnbauinspektor. P.642.2. Nr. 133. Freiburg. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. öffentlichem Wettbewerbe habe« verfügbar. Dabei sind zu berücksich- 'tost nachbenannte Arbeiten fist Ge- tigen: 2050,76 M. unbevorrechtigte iMstgen^neuen Güterbahn- Ford-erunasb^iräae. Hofes, getrennt nach UröntAgaitung>en, Mannheim, den 16. Januar 1906 . »u vergeben und zwar: Friedrich Bühler I- zum Ausbau des Lotomottvschup- Konkursverwalter. «ens mit angebanten Aufenthaltsräu- _ men, vre Glaser-, Schrerner- und An- . streicherarbeiten, ferner die Schlosser- Konkursverfahren. arbeiten und zwar a. das Anschlägen P.681. Nr. 1349. Heidelberg. In von Türen usw., b. das Herstellen der dem Konlursversahren über das Vcr- Gerippe für die Einfahrtstore und e. mögen des Zimmermeisstrs Johann das Liefern von schmiedeisernen Fen- in -IN- Akinntnne stern; weiter das Anbringen von Holz- Paule in Heidelberg ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis hgr bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderunge,n Schlußtermin auf Dienstag, den 7. Februar 1905, vormittags 9 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst. Abt. II, Zimmer Nr. 23 bestimmt, wozu alle Beteiligten hiermit vorgeladen werden. Die Schlußrechnung nebst Belegen und Schlußverzeichnis sind auf der Gerichtsschreiberei niedergelegt. Heidelberg, den 16. Jan. 1905. Herrel, Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. rolladen; II. für das Verwaltungsgebäude das Belegen von Böden und Verkleiden von Wänden mit Steinzejugplättchgn und dergl.; III. für die Hallenanlage das Ab- pflästern der damit in Verbindung stehenden Rampen (blfg. 2000,00 qm). Die Zeichnungen und Vergebungs- Unterlagen, die nicht verschickt werden, liegen auf dem HochbauLureau, Zunst- sstaße Nr. 9, hier, bis einschließlich Mittwoch den 25. Januar 1905 zur Einsicht auf, woselbst auch Angebotsvordrucke bis zu diesem Zeitpunkte, soweit der Vorrat reicht, abgegeben werden. Die Eröffnung der Angebote, di« mit entsprechender Aufschrift versehe«, verschlossen und gebührenstei einzureichen sind, findet am Samstag de» 28. Januar d. I., vormittags 11 Uhr, ans unserem Geschäftszimmer, Deutsch- Freiwillige Gerichtsbarkeit. Bekanntmachung. P.493. Nr. 568. Brette». Landwirt Heinrich Bratzel von Gochsheim . _ __ __ wurde durch Beschluß vom 6. Dezem- ordensstaße Nr. 3, Illl Stock,' statt ber 1904 wegen Trunksucht entmün- Die Zuschlagsfrist beträgt 4 Wochen, digt. Freiburg i. Br., 10. Januar 1S0S. Metten, den 11. Januar 1906. Großh. Eisenbahnbauinspektion. Großh. Amtsgericht. - o. Stetten.