KallMrr Arilin-. Samstag, 28. Januar Expedition: Sarl-Frtedrtch-Straßr Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 8 M 50 Pf.) durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung,BrieftrSgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. -H LtnrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Briefe und Gelder frei. Nv vOs Unverlangte Drucksachen und Korrespondenzen jeder Art, sowie Rezensionsexemplare werden nicht zurückgesandt und übernimmt die Redaktion dadurch keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung. Karlsruhe, den 27. Januar 1905. Ihre Königlichen Hoheiten die Grotzherzogin. der > tzrbgrotzherzog und die Erbgroßherzogin besuchten am. heutigen Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers vor- ^ mittags 10 Uhr den Festgottesdienst in der evangelischen Ttadtkirche. j Um halb 12 Uhr fand auf dem Schloßplatz Parade der , Truppen der Garnison statt, wozu Seine Königliche Ho- ; heit der Erbgroßherzog in Vertretung Seiner Königlichen ^ Hoheit des Großherzogs erschien. Der kommandierende, General. General der Infanterie von Bock und Polach ^ brachte das Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus. ! Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog ging die - Fronten der Truppenaufstellung,ab, und hierauf erfolgte der Vorbeimarsch. Seine Königliche Hoheit der Erb- § großherzog wohnte nach der Parade der Paroleausgabe: bei und kehrte sodann in das Schloß zurück. Höchstder- ! selbe war begleitet von dem Generaladjutanten. General! der Artillerie von Müller und den Flügeladjutanten. > Ihre .Königlichen Hoheiten die Großherzogin, die Krön- ! Prinzessin von Schweden und Norwegen, die Erbgroß- ! Herzogin, sowie Ihre Kaiserliche Hoheit die Prinzessin: Wilhelm besichtigten die Parade vom Schlosse aus. ! Außerdem hatten die Damen und die Herren des Hof- j staates mit ihren Gemahlinnen, sowie eine größere An- ? zahl Herren und Damen der Hofgesellschaft, darunter der ; Preußische Gesandte von Eisendecher mit Gemahlin, der: Russische Ministerresident vom Eichler. Staatsminister, von Brauer mit Gemahlin. Einladung in das Schloß zur j Besichtigung der Parade erhalten. Nach der Parade! empfing Seine Königliche Hoheit der Großherzog den! Preußischen Gesandten von Eisendecher in Privat-Audienz. - Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog nahm an, dem Festmahl der Offiziere des Leib-Grenadier-Regiments ! teil. ! Am Abend besuchten Ihre Königlichen Hoheiten die ^ Großherzogin, die Kronprinzessin von Schweden und Nor- ! wegen, der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin die Fest-Oper im Großherzoglichen Hoftheater. ; Tie Feier des Geburtsfesies Seiner Majestät des Kaisers. ! * Karlsruhe, 27. Januar. > In einmütiger Verehrung für des Reiches tatkräftiges, weit- : blickendes Oberhaupt begeht heute das deutsche Volk in hoher ! Feststimmung den Kaisertag. Tie Kunde von der schweren Er- ! rrankung des kaiserlichen Prinzen hat ernste Schatten auf die ! Feier geworfen; die großen Festveranstaltungen im Berliner ; Schlsf- unterbleiben und die Hohen Gäste, die dem Kaiser per- i sönlich ihre Glückwünsche darbringen wollten, darunter Seine; Königliche Hoheit der Erbgroßherzog von Baden,- bleiben dem Kaiserhofe fern. Nach den letzten Berichten läßt ; sich aber ein günstiger Verlauf der Krankheit des Prinzen er- > warten, und wir dürfen uns des heutigen Festtages mit der - Hoffnung freuen, daß dem jungen Kaisersohn Genesung beschie- i den sein wird. Unsere Stadt prangt heute wieder in buntem Uaggenschmuck und belebtes Festtreiben herrscht auf den Straßen. Wo es gilt, kaiser- und reichstreue Gesinnung zu bekunden, steht die Residenz Großherzogs Friedrich allezeit voran. ^ Wenn auch die Bürgerschaft den Kaisertag durch eine große schöne Feier bereits gemeinsam begangen hat, so lassen es sich diele Gesellschaften und Vereine doch nicht nehmen, noch in besonderen Veranstaltungen des Kaisers mit aufrichtigsten Glück- und Segenswünschen zu gedenken. Im einzelnen nahm hier die Feier bei günstigstem Wetter programmäßigen Verlauf: Gestern, am Vorabend, fand großer Zapfenstreich und darauf dor zahlreicher Zuhörerschaft eine Musikaufführung vor dem . Grotzh. Schlosse statt. Der heutige Tag begann mit Festgeläute und Kanonensalut. Nach dem um halb 8 Uhr beginnenden ; Wecken vom Kaiserdenkmal aus und nach der Choralmusik vom ; Turm der evangelischen Stadtkirche, wurden in allen Kirchen j der Stadt zahlreich besuchte Fe st gottesdien st e abgehal- ! ten. Mittags um halb 12 Uhr fand dann die Große Pa- i rade der Garnison vor Seiner Königlichen Hoheit dem E r b - ! großherzog auf dem Schloßplatze statt. Ein Vieltausend- köpfiges Publikum wohnte dem schönen militärischen Schauspiel I bei. Um 2 Uhr vereinigte sich im großen Museumssaal eine zahl- ! reiche Festversammlung, darunter die Spitzen der Staats- und > Militärbehörden, zum gemeinsamen Festmahl, in dessen ; Verlauf Seine Exzellenz der Minister der Justiz, des Kultus ! und Unterrichts Frhr. v. Dusch folgenden Kaisertoast aus- ! brachte: Hochverehrte Festgenossen! In allen deutschen Landen ist heute ein Festtag; das j deutsche Volk feiert den Geburtstag seines Kaisers. Unlöslich verbunden mit dieser Feier ist die Erinnerung ; an den Tag, der vor einem Menschenalter dem nach langer ; Spaltung wiedervereinigtem deutschen Volke die Erneue- ! rung der Kaiserwürde gebracht hat. j Kaiser und Reich — der Klang dieser Worte erweckt in ' unseren Herzen die Gefühle tiefer Dankbarkeit für das in glorreichem Kampfe Errungene und froher Zuversicht für kommende Zeiten. ^ Vor hundert Jahren das alte Deutsche Reich im Todes- > kämpf, Deutschland ohnmächtig und zerrissen, das Schlacht- i feld aller Heere Europas; heute ein einiges wasfengewal- ; tiges Reich, dessen überströmender Volkskrast die sestländi- ! schen Grenzen zu enge werden, dessen starker Arm in andere ! Weltteile hinübergreift, dessen Söhne jetzt im fernen Süden ! zeigen, daß sic wie ihre Väter für das Vaterland zu kämp- - sen und zu sterben wissen! S Und an der Spitze des Reiches ein Kaiser, der durch- ; drungen von der Größe der ihm auferlegten Verant- , Wortung, erfüllt von hohen Idealen, im treuen Verein ; mit Deutschlands Fürsten rastlos wirkt für die Ehre und ! Größe des Vaterlands! ! Schwer sind die Aufgaben, die des Reiches Führung : stellt. Genährt durch wirtschaftliche Gegensätze und kirch- § liche Spaltung gedeiht germanischer Fraktions- und Parteigeist; Zank und Verdruß der Gegenwart verkümmern manchem die Freude am Vaterland, lieber dem , Gewoge sozialer und konfessioneller Kämpfe aber waltet - auf hoher Warte der Kaiser ausgleichend und versöhnend, ^ stets eingedenk des altpreußischen Wahlspruchs: suurn j cuigue! — Hinter uns liegen die Zeiten, da der deutsche j Bürger in friedlichem Behagen nichts Besseres wußte als „ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn , hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinanderschlagen." ; Noch ist freilich solche Gesinnung nicht ganz ausgestorben. ^ Noch hat sich die Erkenntnis nicht überall durchgerungen, ^ daß nur mitgewaltigen Opfern Deutschland den ihm ge- ! bührenden Anteil an Licht und Luft in der Welt erringen ! kann. Und doch tut heute solche Erkenntnis doppelt not, ! da vom östlichen Horizont die blutige Röte der Kriegsfackel leuchtet, und menschliche Voraussicht nicht zu künden vermag, ob der entfesselte Brand nicht weiter um sich greifen werde. Wenn wir den Gefahren, die der Zukunft Schoß für Deutschland bergen mag, mit Ruhe entgegensehen dürfen, so gebührt hieran fürwahr nicht das kleinste Verdienst Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II., der ein Führer seines Volks, vor anderen die Ziele der für Deutschland unentbehrlichen Weltpolitik erkannte, und überzeugt, daß „unsere Zukunft auf dem Wasser liege", dem Vaterland eine mächtige Wehr auch zur See geschaffen hat. Das wollen wir dem Kaiser danken, indem wir das Gelöbnis erneuern, jeder an seinem Teil dem Vaterland zu dienen und allezeit einzustehen für Kaiser und Reich. Indem wir so in Dankbarkeit und Treue dem Kaiser unsere Huldigung darbringen, steigt aus unser Aller Herzen der innigste Wunsch empor, daß die Sorge um einen edlen Hohenzollernsproß, die einen Schatten auf das heutige Fest wirst, recht bald vom Kaiserlichen Hause genommen werden möge. In der zuversichtlichen Hoffnung, daß dieser Wunsch sich erfülle, lassen Sie uns die Gläser erheben und in freudiger Begeisterung in den Ruf einstimmen: Seine Majestät Kaiser Wilhelm II., der erhabene Schirmherr Deutschlands, er lebe hoch, hoch, hoch! Nach dem Trinkspruch auf Seine Majestät den Kaiser, der mit stürmischen, lauten Hochrufen von der Versammlung ausgenommen wurde, erhob sich Seine Exzellenz der Kommandierende General v. Bock und Polach und toastete mit folgenden Worten auf Seine Königliche Hoheit den Groß- Herzog: Seit einem Menschenalter erklingt wieder wie soeben das Hoch aus den Deutschen Kaiser, die machtvolle Spitze deutscher Herrlichkeit, und der, dessen Mund es zuerst ausgebracht hat, war Großherzog Friedrich von Baden. Die meisten unter uns, Söhne des schönen Badener Landes, verehren in ihm den vielgeliebten Landesherrn. Aber wir andern bleiben nickt hinter ihnen zurück, wir wetteifern mit ihnen in herzlicher Verehrung für den erlauchten deutschen Fürsten, der — wie er einst den ersten neuen Deutschen Kaiser ausgerufen hat — auch heute für jeden deutschen Mann das leuchtende Vorbild ist in wahrhaft vaterländischer Gesinnung, der waremn Heimatssinn, liebevolle Tätigkeit für seines Landes Wohl verbindet mit weitschauender, großherziger und selbstloser Hingebung an die gemeinsamen Aufgaben des deutschen Volkes. Wo gäbe es einen vaterländischen Anlaß, da der Hohe Herr nicht mahnte zum fest- und Hochhalten der unschätzbaren Güter, die uns aus Deutschlands Wiedererstehung geworden sind, da er nicht aufforderte zu treuer Mitarbeit an dem, was dem Baterlande frommt! Für immer wird die erhabene Gestalt Großherzogs Friedrich im Vordergründe stehen, wo man der Neugründung und Einigung des Reiches gedenkt. L-o dürfen wir denn bei dem heutigen vaterländischen Feste Seiner Königlichen Hoheit nicht nur als des geliebten Herrn Badens gedenken, wir müssen ihn auch feiern als den ehrwürdigen Fürsten, dem ganz Deutschland tiefste Dankbarkeit schuldet. Und wir, die wir sein segensreiches Wirken vor uns schen, die wir uns seiner Gnade oft und reichlich erfreuen dürfen, wir wollen an unseren schuldigen Dank den aufrichtigen, aus vollem Herzen kommenden Wunsch knüpfen, daß Gottes Segen allezeit ruhe auf dem edlen Grotz- herzog und seinem Hause. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Hurra!!! Begeistert stimmte die Versammlung in das Hurra auf den allverehrten Landesherrn ein. Im weiteren nahm dann das Mahl einen sehr stimmungsvollen, anregenden Verlauf. Während im Museum die Teilnehmer des Festmahles noch beisammen blieben, begann im Festhallesaal das große, von Tausenden besuchte Festkonzert. Abends findet im Großh. Hoftheater Festvorstellung statt, wobei der „Freischütz" aufgeführt wird. Weitere Festveranstaltungen sind für die nächsten Tage geplant, u. a. für morgen eine große Festfeier der Militär- und Marinevereine in der Festhalle. Freiburg, 27. Jan. Die Feier des Geburtstages Seiner Majestät des K a isers wurde am gestrigen Vorabend durch Festgeläute und Böllersalven eingeleitet. Um 8 Uhr konzertierte die Kapelle des 5. Badischen Infanterieregiments Nr. 113 im Vorgarten des Kasinos der Karlskaserne bei festlicher Beleuchtung des Siegesdenkmals, um halb 9 Uhr war großer Zapfenstreich, ausgeführt von den Musiken des Infanterieregiments 113 und des Feldartillerieregiments 76. In der Frühe des Festtages selbst ertönten Festgeläute und Böllersalven, worauf großes militärisches Wecken, von der Karlskaserne beginnend, stattfand. Die Stadt hüllte sich in Flaggenschmuck. Der Festgottesdienst in den Gotteshäusern der verschiedenen Konfessionen nahm seinen Anfang. Nach demselben war Parade der beiden Regimenter der Garnison auf dem Karlsplatz, daran anschließend große Paroleausgabe. Zur Abgabe der 101 Schüsse wurde eine Salutbatterie auf dem Schloßberg aufgestellt. Das übliche Festmahl im „Zähringer Hof" war, wie jeweils, zahlreich besucht. Eine Festvorstellung im Theater beschloß des Abends die Festlichkeiten. Die Erkrankung des Prinzen Eitel Friedrich. (Telegramme.) * Potsdam, 27. Jan. Gestern um 7 Uhr wurde folgendes Bulletin ausgegeben: Prinz Eitel Friedrich schlief heute nachmittag einige Zeit. Temperatur 39,2. Atmung ruhiger, auch Puls zufriedenstellend. Der Prinz nahm mehrere Tassen Beff-Tea zu sich. * Potsdam, 27. Jan. Das heute vormittag 9 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Die erste Hälfte der Nacht war durch hohes Fieber und wiederholtes Husten gestört; am Morgen war die Haut etwas feucht, Temperatur 39,3; Puls 112; Atmung 28; die Entzündung ist auf einen Teil des linken Oberlappens fortgeschritten; Nahrungsaufnahme etwas besser: Kräftezustand bis jetzt befriedigend. Widenmcmn. Wiemuth. Deutscher Weichstag. (Ergänzung des telegraphischen Berichts.) * Berlin, 26. Januar. In der Weiterberatung des Postetats wünscht Abg. Strecker (Wirtschaft!. Vgg.) die Einsetzung eines Postbeamtenausschusses. Redner befürwortet die Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse für die Postbeamten auf dem Lande, denn sie haben es auf dem Lande vielfach teurer als in der Stadt. Redner empfiehlt dann die Einschränkung des Sonntagsdienstes, einen früheren Schalterschluß und Nachtdienstgelder. Den Telegraphenarbeitern sollte die Wegzeit bis zu den Arbeitsstätten angerechnet und ein Zehrgeld bewilligt werden. Den Landbriefträgern müßten Pelzkragen und Ohrenklappen geliefert werden. Abg. Wahlau (natl.) bezeichnet die Wünsche der Polen, betreffend die Zulassung polnischer Adressen, als eine Arroganz und tritt für eine wesentliche Ausdehnung des Fernsprechnetzes auf dem platten Lande ein. Unterstaatssekretär v. Sydow bemerkt, von den Orten auf dem Lande würden bezüglich der Einziehung in das Fernsprechnetz zunächst die mit lebhafterem Verkehr und größeren wirtschaftlichen Interessen berücksichtigt. Abg. Hug (Zentr.) befürwortet eine gleichmäßige Gestaltung der Gehaltsverhältnisse der höheren Beamten. Abg. v. Gerlach (freis. Vgg.) regt an, Versuche mit Damen in dem Schalterdienst zu machen. Redner behauptet, die jetzigen Telephons seien schlechter als die früheren und verlangt Erteilung der Erlaubnis zur Gründung eines Postunter- beamtenverbandes, sowie Gehaltserhöhung der Land- t briefträger. Abg. Raab (Wirtschaft. Vgg.) empfiehlt besonders Winter- ! mützen für die Landbriesträger, Abschaffung des Bestellgeldes - und Vermehrung der Postämter in Hamburg. Staatssekretär Krütke erklärt: Die Hamburger Handelskammer hat sich nie über zu wenig Postämter erschwert. Das Bestellgeld erbringt 19 Millionen. Wollte man es abschaffen, und dafür das Porto erhöhen, so würden alle klagen, die ihre Postsachen abholen lasten. Was die Gehaltsfrage betrifft, mutz die Aufbesserung bei den Beamten mit den kleinsten Gehältern anfangen, wie wir es das vorige Jahr bei den Landbriefträgern getan haben. Das Tempo der Aufbesserungen richtet sich nach den Reichsfinanzverhältnissen. Abg. Jazdzewski (Pole) kommt auf die polnische Adressierung zurück und schlägt vor, den Beamten, die polnisch verstehen, eine Zulage zu geben, dann erübrige sich die Uebersetzungsftelle in Posen. Abg. Sattler (natl.) bemerkt, auch die Rede Jazdzewskis habe ihn nicht überzeugt, dah die Schuld an den Posenschen Postzuständen an der Postverwaltung liege. Der Titel „Staatssekretär" wird hierauf bewilligt. Ferner wurden angenommen: Die Zentrnmsresolution auf Ermätzigung der Fernsprechgebühren für die gemeinnützigen Arbeitsnachweise, sowie die Zentrumsresolution mit dem Amendement Eickhoff, betreffend die Sonntagsruhe der Po st beamten und Verkürzung der Schalterstunden an Samstagen, betreffend die Beschränkung der wöchentlichen Maximalarbeitszeit der mittleren und unteren Post- und Telegraphenbeamten, sowie betreffend die Statistik über die Verhältnisse der Postbeamten in dem Schutzgebiete und im Auslande und über das nichtbeamtete Personal der Post- und Telegraphenverwaltung. Im weiteren Verlaufe der Debatte beschwert sich Abg. Kunert (Soz.) über eine Verletzung des Briefgeheimnisses im Bezirke der Oberpostdirektion Kassel, und über die Nichtbestraffung des Schuldigen. Staatssekretär Krätke erwidert, der Beamte, der verdächtig war, den Brief geöffnet zu haben, sei entlasten worden. Aus diesem Falle könne daher wahrlich nicht geschlossen werden, datz die Postverwaltung die Verletzung des Briefgeheimnisses erlaube. Nach weiterer Debatte wird der Rest des Ordinariums und die Einnahmen, soweit sie nicht der Budgetkommission überwiesen sind, genehmigt. Nächste Sitzung Montag. Auf der Tagesordnung steht der Nachtragsetat für Südwestafrika. Schluß 6V< Uhr. Ausbau der Arbeiter chutzgesetzgebung ff) Berlin, 27. Januar. Auf Grund der im § 120e der Gewerbeordnung erteilten Ermächtigung hat der Bundesrat im Laufe der Jahre eine Reihe von Verordnungen zum Schutze der Arbeiter erlaffen. Diese Maßnahmen zur Bekämpfung der auf der Eigenart der Betriebe beruhenden Gesundheitsgefahren sind zunächst für solche gewerblichen Anlagen durchgeführt worden, deren Gefährlichkeit im besonderen Matze hervorgetreten ist, und auf die daher weitere Kreise aufmerksam geworden sind. Tahin gehören beispielsweise die zur Abwendung der Bleierkrankungen für Bleifarbenfabriken, Akkumulatorenfabriken, Buchdruckereien usw. erlassenen Bundesratsverordnungen, ferner Vorschriften zur Bekämpfung der Milzbrandgefahr in Haar- und Borsten- zurichtereien, Bürsten- und Pinsclmachereien; der Vergiftungsgefahr bei der Fabrikation von Zündhölzern mit tveitzem Phosphor, in Anlagen zur Herstellung von Alkalichromaten und in Gummi-Vulkanisierungsanlagen; der Staubgefahr in Thomasschlackenmühlen, Glashütten, Glasschleifereien, Steinbrüchen usw. Für die weitere Ausführung des H 120e der Gewerbeordnung ist nunmehr in Anknüpfung an Berichte, welche die Gx- werbeaufsichtsbeamten schon vor einiger Zeit auftragsmäßig erstattet haben, in Aussicht genommen worden, nach einem einheitlichen, möglichst für alle in Betracht kommenden Gebiete im voraus aufgestellten Plane vorzugehen. Ein solcher Plan soll in nächster Zeit im Reichsamte des Innern mit einer Anzahl erfahrener Gewerbeaufsichtsbeamten vorberaten werden. Bei Aufstellung dieses Planes wird insbesondere auch zu prüfen sein, ob es sich empfiehlt, entsprechend der bisher befolgten Praxis Sondervorschriften für einzelne Gewerbe zu erlaffen, oder ob neben solchen Einzelbestimmungen auch allgemeine Vorschriften zur Abwendung bestimmter Gesundheitsgefahren für mehrere oder alle Gewerbezweige, in denen sie Vorkommen, erlassen werden können. Soweit ein solches Vorgehen durchführbar ist, dürfte ihm der Vorzug zu geben sein, weil dadurch nicht nur ein größerer Kreis in ihrer Gesundheit gefährdeter Arbeiter zu baldigem Schutz gelangt, sondern auch dem Mitzstande vorgebeugt wird, daß Arbeiter, welche der gleichen Gesundheitsgefahr in verschiedenen Gewerben ausgesetzt sind, in dem einen Gewerbe geschützt, in dem anderen, für welches noch keine Sondervorschriften erlaffen worden sind, nicht geschützt sind. Auch würde die Zahl der Einzelvorschriften zugunsten der Uebersichtlichkeit der gesamten Regelung beschränkt werden. Bei der Beratung wird man sich darüber schlüssig zu machen haben, für welche Betriebe Sondervorschriften und in welchen Fällen allgemeine Vorschriften zur Bekämpfung bestimmter Gesundheitsgefahren für alle davon betroffenen Gewerbezweige zweckmäßig sind; ferner auch darüber, in welcher Reihenfolge die noch notwendigen Bundesratsverordnungen gemäß ihrer Wichtigkeit vorzubereiten sein werden. Erhebung von Extrabeiträgen für die Bergleute im Ruhrrevier gutgeheißen, sowie sich verpflichtet, die Kohlen- ausfuhr und Ueberproduktion zu verhindern. * Esten, 27. Jan. Das Hüttenwerk „Phönix" hat wegen Kohlenmangel zwei Hochöfen und drei Koksbatterien außer Betrieb gesetzt. Die Wahlen iu Ungarn. (Telegramme.) * Budapest, 27. Jan. Bis heute vormittag 9 Uhr sind 212 Wahlergebnisse bekannt. Darnach sind 111 Liberale und 101 Oppositionelle der verschiedenen Fraktionen gewählt. * W en, 27. Jan. Nach der heutigen W a h l n i e d e r- lageTiszas und der liberalen Partei gewärtigt man, daß Gras Tisza in kürzester Zeit, spätestens unmittelbar nach dem Abschluß der Wahlen, sein Entlassungs- gesuch einreicht. Hier bezeichnet man v. Szell oder Graf Julius Andrassy als seinen Nachfolger. Die Lage in Rußland. i Telegramme.) Tie Vorgänge in St. Petersburg. * St. Petersburg, 27. Jan. Der Vorstand der Bergbauakademie faßte wegen der Ereignisse vom 22. Januar folgende Beschlüsse: 1. sein tiefes Bedauern über die entsetzlichen Vorgänge auszusprechen; 2. die Fortsetzung der Studien für unmöglich zu erklären; 3. den Angehörigen der Getöteten seine Sympathie auszusprechen; 4. Gebete für die Getöteten abhalten zu lassen und Kränzeam Sarge der beiden Getöteten der Akademie niederzulegen; 5. diesen Beschluß zur Kenntnis des Ministers für Ackerbau zu bringen. Ter Vorstand des Instituts für Zivilingenieure nahm die gleiche Resolution an. An der Universität wurden die Anmeldungen zu den Vorlesungen bis zum 28. Februar verschoben. * London, 27. Jan. „Daily Ehronicle" meldet aus St. Petersburg vom 26. Januar: Am Mittwoch sollen hier 500 Personen, darunter 100 Juristen, verhaftet worden sein und sich bereits, ohne daß eine gerichtliche Untersuchung vorhergegangen wäre, auf dem Wege nach Sibirien befinden. * St. Petersburg, 27. Jan. Eine Versammlung von St. Petersburger Redakteuren beschloß, die Zeitungen am Samstag wieder erscheinen zu lassen und über die Unordnungen nur amtliche Berichte zu bringen ohne jeden Kommentar. * St. Petersburg, 27. Jan. Den Zeitungsreportern wurde gestern abend durch ein Rundschreiben der Obcrpreß- verwaltung untersagt, Auslassungen oder Mitteilungen über den Ausstand zu veröffentlichen. * St. Petersburg, 26. Jan. Da in Moskau in der Druckerei der Stadthauptmannschaft gedruckte Bekanntmachungen ange- chlagen wurden, welche besagten, die Japaner und Engländer seien die Anstifter der Unruhen und der Ausstandsbelvegung in Rußland, eine anglo-japanische Liga leite die Bewegung, auch würden von England große Summen unter die Ausständigen verteilt, erhob der englische Botschafter ofort bei der russischen Regierung Beschwerde und ver- anlaßte eine Untersuchung. Die russische Regierung gab darauf die Versicherung ab, sie werde dafür Sorge tragen, daß derartige Ungehörigkeiten nicht wieder Vorkommen. * Paris, 26. Jan. Im Justizpalais zirkuliert eine Adresse, durch welche die Anwälte des Appcllationsgerichtes in St. Petersburg dazu beglückwünscht werden, daß sie, um ihren Beruf zu ehren, gegen die heftigen Gewaltmaßregeln, durch die St. Petersburg mit Blut befleckt sei, Einspruch erhoben hätten. Die Streikbewegung in Moskau. * Moskau, 27. Jan. Die Lage in der Stadt ist heute unbestimmt. Die Arbeiter einiger Fabriken versuchten, die Arbeit wieder aufzunehmen, legten sie aber wieder nieder. In zwei bis drei Fabriken wird wieder gearbeitet, in anderen sind die Arbeiter bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen. * Moskau, 27. Jan. In den Werkstätten der M o s . kau-Kasaner Eisenbahn auf der Station Tre- rowo wurde heute mittag die Arbeit eingestellt. * Moskau, 27. Jan. Gestern sind die Arbeiter weiterer 19 Fabriken, darunter sehr bedeutende, in den Ausstand getreten ; die Arbeiter der Zuckerfabriken arbeiten mit Ausnahme einer Fabrik. Einige Fabriken haben die Arbeit wieder ausgenommen. Die vorige Nacht ist ruhig verlaufen. Kundgebungen in den Gouvernements. * Libau, 27. Jan. Gestern früh um 6 Uhr drangen als Arbeiter verkleidete Personen in die Tele p H onstation ein, drohten den Beamten vom Dienst mit Erschießen und beschädigten die Leitungen. * LibaU, 27. Jan. Truppen patrouillieren durch die Stadt. Zusammenstöße sind nicht erfolgt. Ein Gendarm, der einem Führer die Fahne entriß, wurde erschossen. Im Hafen ist die Ladung der Schiffe eingestellt worden. beiter ausgearbeitet wurde. Das Ergebnis der Beratung wir» in allen Fabriken bekannt gegeben. * Kiew, 27. Jan. Die Stimmung in der Stadt ist « rregj Es verlautet, daß am 29. ein allgemeiner Ausstand der Arbeiter proklamiert werde. Die Bewohner der Stadt versehen sich mit Vorräten an Mehl, Brw und Petroleum. * Odessa, 27. Jan. Der Stadthauptmann veröffent- lichte eine Bekanntmachung, in der er die Arbeiter auf. fordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Aus staub nütze nur Japan und seinen heimlichen Verbündeten, sowie den ausländischen Fabrikanten. Rußland habe den Krieg nicht gewollt. Es sei daher auch nicht vorbereitet gewesen. Aber der Tag der Vergeltung werde kommen. Tie Arbeiter sollten deshalb friedlich und mit der Hoffnung auf bessere Zeiten ihre Arbeit wieder aufnehmen Aev vuffifch-zcrpcrnifche Krieg. (Telegramme.) Vom Mandschurischen Kriegsschauplatz. * London, 27. Jan. Der Korrespondent des Reuten, schen Bureaus beim Hauptquartier Kurokis telegra. Phiert unterm 26. d. M.: Heftiges Artilleriefeuer wurde heute am ganzen Tage von Westen her ununterbrochen gehört. Eine große Schlacht scheint im Gange zu sein. Nach hier eingegangenen Nachrichten überschritten die Russen auf dem linken japanischen Flügel den Hunho. Die Japaner gingen zum Angriff v o r. Die Aussagen vor der Hüller Kommission. * Paris, 27. Jan. In der gestrigen Sitzung der Hüller Kommission wurde zunächst der englische Fischer Whelp- tor vernommen, welcher bestätigte, das Schießen seitens der Russen habe eine halbe Stunde gedauert, sein eigenes Boot sei von ungefähr einem Dutzend Geschossen getroffen worden. Fremde Boote sah er unter den Fischerbooten nicht. Ter Zeuge Hames erklärt, auf sein Boot seien die Geschosse wie ein Hagel niedergefallen, sein Boot sei dem Sinken nahe gewesen. In der gestrigen Nachmittagssitzung wurde der Fischer Smith vernommen, der an Bord des Fischerbootes „Crane" verwundet wurde, Smith erzählt, daß die russischen Schifft das Feuer auf die „Crane" erösfneten. Dann entfernten sie sich. Der Schiffsführer und ein Matrose wurden getötet. Die gesamte Besatzung mit Ausnahme eines Fischers wurde von Geschossen getroffen. Die „Crane" sank fünf Minuten nachdem eine Schaluppe eines anderen Bootes die Besatzung aufnahm. Der Zeuge Green vom Fischerboot „Gall" sagte alsdann aus, daß er seine Richtung ändern mußte, um den russischen Schiffen aus dem Wege zu gehen. Er habe kein fremdes Schiff gese^n. Dre Russen hätten in einer Entfernung von ungefähr 60 Dards geschossen. Japanische Flotte und Armee. * London, 27. Jan. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio unter dem 26. Januar: Die japanische Regierung beabsichtigt, ein großes Flottenprogramm durchzuführen. Es wird die sofortige Kiellegung eines Linienschiffes von 19 000 Tonnen und 18V- Knoten Geschwindigkeit erfolgen. In Kure werden zwei gepanzerte Kreuzer gebaut werden. Der Bau der übrigen Schiffe wird sofort begonnen. Man erwartet auch den Bau weiterer Kreuzer von 12 000 Tonnen. Di« Zerstörer- und Torpedobootsflottille soll erheblich verstärkt werden. Für dieses Jahr sind 15 Unterseeboote vorgesehen, von denen bereits einige eingetroffen sind. Am 25. Dez. war die Ausbesserung der ganzen Flotte beendet. Bei Borneo liegen drei Kreuzer und verschiedene Zerstörer, eine andere Kreuzerflotte geht nach dem Süden. Die Admirale Tog» und Kamimura folgen mit drei Schlachtschiffen. Drei Kreuzer erster Klasse kreuzen in der Tongaru-Straße. Drei unbekannte, ungepanzerte Kreuzer und das alte chinesische Schlachtschiff „Tschinjen" bewachen die Tsuschima-Straße. Di« Erklärung der Blockade von Wladiwostok wird erwartet. Auf Formosa landete eine Division. Der Kreuzer zweiter Klaffe „Tagasago" ist offenbar verloren gegangen, da die Namen der ganzen Besatzung in der Verlustliste erschienen. Ein fünftes japanisches Armeekorps wird aufgestellt. Ende des Monats wird die ganze Armee des Generals Nogi mit der des Marschalls Ohama vereinigt sein. Die Truppen befinden sich in vorzüglicher Verfassung; alle Leute unter 4> Jahren werden einexerziert.. In Tokio liegen 30 000 Verwundete. Der Generalstabschef des Generals Nogi gibt di« Derluste bei der E r stü r m u n g des 203 Meterhügels allein auf 25 000 Tote und Verwundete an. Die Begeisterung des Volkes ist nach wie vor groß. * Washington, 27. Jan. Staatssekretär Hay forderte den russischen Botschafter auf, seiner Regierung zu unterbreiten, daß sie die Angelegenheit der Verletzung der Neutralität Chinas einer internationalen Konferenz vorlegen soll. Grotzherzogtmn Baden. Der Ausstaud im Ruhrgebiet. (Telegromme.) * Berlin, 27. Jan. Die preußische Staatsregierung beabsichtigt, dem Landtage einen das Berggesetz abändernden Gesetzentwurf vorzulegen. Die Abänderungen betreffen voraussichtlich: 1. Gesetzliche Regelung der Arbeitszeit einschließlich der Seilfahrt. 2. Regelung des Ueber - und N e - b ens chi ch tw e s e ns. 3. Obligatorische Einführung von A r beiterau sschüssen. 4. Verbot des Nul - lens. 5. Abgrenzung der Höhe der Strafen für einen bestimmten Zeitraum. * Essen, 26. Jan. Nach einem Telegramm des nach London gereisten Delegierten der Bergleute, Schröder, an das Bureau des Bergarbeiterverbandes, hat die Bergarbeitervereinigung Großbritanniens für den Ausstand 40 000 M. Pro Woche und außerdem * Riga, 27. Jan. Hier herrscht der Generalaus- tand. Der Gouverneur erklärte, daß er zur Unter- drückung der Unruhen bewaffnete Macht verwendenwerde. Beim Tukumer Bahnbof in Riga fand zwischen den Truppen und den Arbeitern ein Zusammen- >toß statt, bei welchem 30 Personen getötet oder verwundet wurden. Zwei Soldaten und der Unterchef der Polizei des Distrikts Bileff wurden tödlich per- wundet. * Dorpat, 27. Jan. Eine aus 2000 Köpfen bestehende Volksmenge veranstaltete gestern abend gegen die Regierung gerichtete Kundgebungen. * kowno, 27. Jan. Der Ausstand dauert fort. In einer Fabrik nahmen die Arbeiter die Arbeit wieder auf, stellten ie aber wieder ein. Die Straßenbahn stellte den Dienst gestern mittag ein. * Kowno, 27. Jan. Auf Anregung des Gouverneurs hielten gestern abend die Fabrikanten eine Beratung ab, in der eine Reihe von Maßregeln zur Aufbesserung der Lage der Ar* Karlsruhe, 27. Januar. ** Wegen baulicher Arbeiten muß das Großh. Naturalienkabinett voraussichtlich bis Ende Februar geschlossen bleiben. » Erweiterung des Sprechbereichs. Vom 26. Januar ab ist das hiesige Orts-Fernsprechnetz zugelafsen zum Spr^chverkehr mit: Gaü-Odernheim, Bechtolsheim, Dittelsheim, Framersheim (Gesprächsgebühr 60 Pf.). Vom 1. Februar ab wird der Sprechderkehr während der verkehrsschwachen Zeit mit Bamberg ausgenommen (Gesprächsgebühr 1 M.). » Nächste Postverbindung für Br ief - und Paket senduagen nach Swakopmund und Lüderitzbucht: mit Woer- manndampfer „Belgrano", ab Hamburg am 30. Januar Margens, in Swakopmund etwa am 26. Februar. Schluß in Hamburg am 30. Januar für Briefe 6 Uhr 30 Minuten, für Paket« 3 Uhr 30 Minuten Morgens; letzte Beförderungen «ch Berlin. Lehrter Bahnhof am 29. Januar für Briefe 11 Uhr 18 Mich. Abends, für Pakete 1 Uhr 27 Minuten Nachmittag-. Di« nächste Post aus Swakopmund — Abgang «n 12. Januar — ist am 2. Februar zu erwarten. » ;tztrotzherzog1iches Hofthrater.» Von der Generaldirektion -cs Großh. Hostheatcrs wird uns zur Veröffentlichung mit« geteilt: Wegen Erkrankung von Fritz Herz muh die für morgen Samstag angekündigte Aufführung von Schillers „Don Carlos" verschoben und eine Wiederholung von „Kabale und Liebe" mit Herrn Eckel mann vom Hoftheater in Mannheim als Stadtmusitus Miller als Gast an ihre Stelle treten. Tie Vorstellung beginnt um 7 Uhr. « < Mitteilungen aus der Stadtratssitzung vom 25. Ja ,uar-> Der Ttadtrat beschloß, dem am 22. d. M. dahingeschiedenen langjährigen und hervorragenden Mitglied« des hiesigen Hoftheaters, Herrn Hofschauspieler Heinrich Reiff, namens der Stadtgemeindc einen Kranz zuwidrnen. Line Abordnung war zur Teilnahme an der Bestattungsfeier für den Verstorbenen entsandt worden. — Die Großh. Generalintendanz der Großh. Zivillistc hat den Reinerlös aus den >m Jahre lg04 zum Besuche des Großh. Wildparks ausgestellten Eintrittskarten im Betrage von 283 M. 60 Pf. der Armenkasse zur Verfügung gestellt. Der Stadtrat nimmt diese freundliche Zuivcndung mit verbindlichstem Tank an. * Städtische Voranschläge.» Tie Entwürfe der Voranschläge für die städtischen Elektrizitätswerke (Ablieferung 83 162 M. gegen 66 842 M. im Vorjahre), sowie der städtischen Sparund Pfandlcihkasse für das laufende Jahr werden genehmigt. — In den Jntwurf des diesjährigen Voranschlags der Stadt- kaffe werden u. a. folgende Beträge ausgenommen: 30 000 M. für die Anbringung von Reliefbildern in den beiden Seitengiebeln des Rathauses, 4700 M. für den Anstrich der Verputz- slächen des Rathauses mit Oelfarbe, 18 600 M- für den Ersatz der Verschraubungen an Schläuchen, Standrohren und Hydranten der freiwilligen Feuerwehr durch ttuppelungen. * (Ter Oratorienvecein Karlsruhe, e. B.s wird am 1. Februar im großen Saale des Museums ein Konzert geben, in dem neben mehreren gemischten Chören, Lieder und Duette von dem Sängerpaare Nahm aus Freiburg und ein Beethovensches Trio vorgetragen werden. Anfangs April wird die Aufführung von Bruchs „Odysseus" stattfinden, zu der als Solist Herr Rud. Moest, Hofopernsänger in Hannover, ein Karlsruher Kind, gewonnen ist. Von noch neu eintretenden Mitgliedern wird durch Vorstandsbeschluß nur der zweite Semesterbeitrag erhoben. , * (Bon der Eisbahn.) Auf Arttrag der zur Beratung von Maßnahmen zur Verbesserung der Lisbahnverhältniffe der Stadtgartenfeen niedergesetzten Kommission hat der Stadtrat beschlossen, in den Entwurf des Voranschlags der Stadtgarten- j kaffe für das laufende Jahr 6000 M. für die Aufstel- ^ lung elektrischer Bogenlampen um den Stadt- ; gartenfee gemäß dem Kostenanschläge des städtischen elek- ! trotechnischen Amts aufzunehmen. ! oZll Freiburg, 26. Jan. (Schwurgericht.) Die heutige ) Sitzung des Schwurgerichts unter dem Vorsitz von Landgerichts- i rat Obkircher hatte sich mit der sensationellen Freveltat zu befassen, welche am Abend des 7. Oktober v. I. bei Wildthal auf Gemarkung Zähringen verübt worden war. Angeklagt des Mords und der Notzucht an der ledigen, 63 Jahre alten Näherin Eva Disch ist der am 11. November 1878 in Frer- burg geborene, zuletzt in Zähringen wohnhafte ledigte Taglöhner Karl Friedrich Laubach. — Dj^ Näherin Eva Disch aus Wildthal wohnte bei ihrer verheirateten Schwester, der Remigius WieAer Ehefrau, in einem der letzten Häuser Wildthals gegen Zähringen hin. Die letzten fünf Wochen vor ihrem Tode arbeitete sie bei Landwirt Andreas Gehri von Jähringen auf dem Hasengartenhof. Ihren Heimweg trat sie regelmäßig bei Eintritt der Dämmerung an. Am Abend des 7. Oktober wurde sie von der Bäuerin mit 24 M. für die Arbeit der letzten Zeit ausbezahlt und machte sich zur gewöhnlichen Stunde auf den Heimweg. Daß sie am Abend nicht nach Hause kam, rief in der Familie Wiesler keine Beunruhigung hervor, weil man annahm, daß sie bei dem dermaligen stürmischen Wetter es vorgezogen haben werde, auf dem Hasengartenhof über Nacht zu bleiben. Deshalb legte auch der Schwager Wiesler den drei kurz hinter einander abgegebenen Schüssen kein« Bedeutung bei. Als aber am Samstag früh die Ehefrau Wiesler auf dem Wochenmarkt in Freiburg von der dort gleichfalls anwesenden Hasengartenhofbäuerin hörte, daß die Eva Disch am Abend zuvor sich auf den Heimweg gemacht, da eilte sie, von banger Sorge erfüllt, sofort nach Hause, um mit ihrem Mann und ihren Kindern nach der Vermißten zu suchen. In einer Entfernung von nicht mehr als 154 Schritt von ihrem Hause fanden sie in einem kleinen Bohnenfeld auf Gemarkung Zähringen die Leiche, auf dem Rücken liegend, mit zwei tiefen Wunden am Halse. — Das gerichtärztliche Gutachten über die Todesursache lautete dahin, daß der Tod herbeigeführt wurde durch Ersticken und Verbluten. Ferner stellte die Untersuchung außer Zweifel, daß ein Notzuchtverbrechen verübt worden war. — Das am Tatort gefundene, nicht der Ermordeten gehörige Taschentuch und die aus der Richtung des Tatorts abgegebenen Schüsse führten sofort auf die Spur des Angeschuldigten, der nach längerem hartnäckigem Leugnen sich >u einem Geständnis bequemte. — Nach dem Gutachten des Aroßh. Bezirksarztes, Medizinalrat Winter, mutz angenommen werden, daß die Disch, als der Angeschuldigte sie im öohnenftld mißbrauchte, noch nicht tot, wenn auch bewußtlos )der wehrlos war. — Der Angeklagte, eine mittelgroße Figur, mit gedrückter Haltung, beantwortet bei der Vernehmung die meisten Fragen mit Ja oder Jawohl. — Unter den gegen ihn sprechenden Beweisstücken befand sich ein durch und durch blutiges Taschentuch und am Hute des Mörders wurde ein Haar der Ermordeten gefunden; seine Kleider waren voll Blutspuren. — Die Anklage war von Staatsanwalt Cschbacher vertreten, die Verteidigung lag in den Händen von Rechtsanwalt Kassewitz. Die Geschworenen fanden den Angeklagten des Mords und der Notzucht schuldig, worauf der Gerichtshof die Todesstrafe über den Verbrecher anssprach. Ter-- jelbe nahm das Urteil anscheinend gleichgültig entgegen. Schluß legen 11 Uhr abends. Geheimerat Moriz Frey -s Am Spätnachmittag des Weihnachtstages 1904 wurde plötz- uch aus diesem Leben ein Mann abgerufen, der weder in seiner amtlichen Tätigkeit noch in seinen persönlichen Beziehungen m eine besonders lebhafte Berührung mit der Oeffentlichkeit trat, aber in dem Kreise derjenigen, die ihn kannten, sich auf- ftchtiger Verehrung und großer Beliebtheit erfreute. Als er M schlüssig gemacht hatte, daß sein Erdenrest den Flammen übergeben werden solle, schrieb er seine bei der Feuerbestattung M verlesenden Personalien nieder. Diese schlichte Aufzeichnung, solche am 28.. Dezember v. I. in der Friedhofkapelle Herr vosprediger Fischer den Leidtragenden mitreilte, bildet die Grundlage des kurzen Nachrufes, der ibm an dieser Stelle von seit mehr als vierzig Jahren mit ihm Befreundeten ge- ^ckniet wird. Er hält sich bei seinem Berichte über ein langes, Unchttreues Leben an die Grenzen, welche die ihm wohlbekannte ^Acheidenheit und Schlichtheit des Entschlafenen vorschreibt. Moriz Frey war am 14. September 1827 in Karlsruhe ge- ^>r«n alz zweiter Sohn des Geheimen Referendars Christian Mv und seiner Gattin Friederike, geborenen Herrer. Im Knabenalter von neun Jahren beider Eltern beraubt, er, wie seine fünf Geschwister, bei Verwandten erzogen durchlief das Gymnasium seiner Vaterstadt, welches damals der rrefflicft Schulmann Ernst Friedr. Kärcher leitete. Im Herbst 1845 bezog er die Universität Heidelberg, um die Rechte zu studieren. Bis zum Schlüsse des Sommersemestcrs hörte Frey juristische Vorlesungen bei Teurer, Vangerow. Zöpfl, Mörstadt, Mittermaier, Jolly, Roßhirt, Brackenhöst und Puchelt. Von anderen Vorlesungen besuchte er jene von Häußer über Deutsche Geschichte, von Röth über Schiller und Goethe und über Geschichte der Philosophie, von Levita über Geschichte des Deutschen Bundestages. Nach absolvierten Studien, welche durch die politischen Unruhen der Jahre 1848/48 manche Störung erlitten, wurde er am 13. Juni 1850 unter die Zahl der Rechtspraktikan- ten ausgenommen und als solcher in den Jahren 1850 bis 1854 bei den Bezirksämtern Müllheim, Gernsbach, Lörrach und Dur lach verwendet. Nach Einführung einer zweiten juristischen Prüfung, der er sich vorschriftsmäßig unterzog, wurde er am 23. November 1854 zum Referendar ernannt. Nachdem Frey hierauf längere Zeit, wie früher bei den genannten Behörden, beim Landamt Freiburg in der Gerichts- und Verwaltungs Praxis beschäftigt worden war, wurde er im Juni 1859 in das Sekretariat des Evangelischen Oberkirchenrats einberufen und erhielt am 12. April 1861 als Sekretär dieser Stelle seine erste Staatsanstellung. Im Dezember des gleichen Jahres zum Amtmann und zweiten Beamten des Stadtamts Freiburg ernannt, fand er in den nahezu drei Jahren, die er in der Treisamstadt zubrachte, vielfache geistige Anregung im Verkehre mit jüngeren Dozenten der Universität, von denen hier nur Manz, Treitschke und Wcismcmn genannt seien, die später hervorragende Stellungen in der Gelehrtenwelt einnahmen. Im Oktober 1864 in gleicher Eigenschaft zum Bezirksamt Heidelberg versetzt, erhielt er im März 1865 die Ernennung zum Amtsvorstand in Schwetzingen; im November dieses Jahres wurde er als Ministerialrat in das Ministerium des Innern berufen, an dessen Spitze damals August Lamey stand, welchem Männer, wie der spätere Minister Jolly, und Freys Jugendfreunde Nokk und Eisenlohr angehörten. Das Jahr 1868, in welchem er, als überzeugter Anhänger der Idee einer bundesstaatlichen Einigung Deutschlands unter preußischer Führung, in den politischen Umgestaltungen den Beginn einer Verwirklichung dieser Idee begrüßen durste, brachte ihm auch persönlich das höchste Lebensglück. Durch die Verbindung mit Fräulein Sophie Stempf, Tochter des Oberlandesgerichtsrats Stempf in Mannheim, > wurde ihm eine bis zu seinem letzten Atemzuge nie getrübte ' Harmonie mit einer innigst geliebten edeln Frau zu teil und das lang ersehnte Behagen einer stillen, vom Trubel lärmenden Gesellschastslebens nie berührten Häuslichkeit. In seiner amtlichen Tätigkeit eröffnet« sich Frey im Ministerium des Innern ein vielseitiger Wirkungskreis. Ihm gehörte von da ab bis zu seinem Rücktritt seine ganze Arbeitskraft an, zu deren Bewährung er unter den Ministern Lamey, Jolly, Stöfser, Turban, Eisenlohr reiche Gelegenheit fand. Aus den ihm während 28 Jahren übertragenen Respiziaten seien nur jene erwähnt, denen er nach Veranlagung und Sinnesart ein besonders lebhaftes Interesse entgegenbrachte und die seine Arbeitskraft tu hervorragendem Maße in Anspruch nahmen: Erhaltung und Regelung der Landesgrenzen, Staatsbürger- recht und Staatsangehörigkeit, Reichs- und Landtagsivahlen, Militärsachen dritter Instanz; evangelische Kirchen- und Ehesachen, Stiftungssachen; der Fond für Künste und Wissenschaften, das Generallandesarchiv; die Heil- und Pslegean- stalten, die Blinden- und Taubstummenanstalten, die Stulzische Waisenanstalt, die Armensachen. Wenn allen den mannigfachen und vielseitigen Arbeiten, welche die Verwaltung dieser Respiziate erforderte, seine gründliche Kenntnis der Gesetze, sein scharfes Urteil, seine große Gewissenhaftigkeit in hohem Matze zugute kamen, so brachte er der Pflege von Kunst und Wissenschaft ein feines Verständnis und eine unbefangene und klare Auffassung der ihrer Förderung gebührenden Verpflichtung des Staates entgegen. Und wo ihm Not und Elend, körperliche und seelische Krankheit gegenüberstand, bot er alles auf, lindernd und helfend mit den Männern zu wetteifern, die aus diesem umfassenden Gebiete sich als wahre Wohltäter der leidenden Menschheit bewährten und sie mit allen Kräften in der Erfüllung ihrer Pflichten und in der Durchführung der von ihnen angestrebten Reformen und Verbesserungen zu unterstützen. Alle Anstalten und Behörden, die von ihm Rät und Hilfe zu erwarten hatten, bewahrten ihm auch über die Zeit seiner amtlichen Wirksamkeit hinaus aufrichtige Verehrung und Dankbarkeit. Die echte Humanität, die er gerade auf diesem Gebiete seines Wirkens betätigte, veranlaßte wohl auch die Leitung des Badischen Frauenvereins, den Ministerialrat Frey im Februar 1867 zum Nachfolger des bewährten Beirats des Vereines, Geh. Referendar Dr. Dietz, zu wählen. Er widmete sich den damals an den Verein herangetretenen umfangreichen Aufgaben der Durchführung der Genfer Konvention, der Errichtung der Vereinsklinik, der Ordnung der Verhältnisse der Vereinswarterinnen usw. mit regem Eifer. Es wurde sehr bedauert, daß er sich schon im Mai 1888 aus dienstlichen Rücksichten genötigt sah, das Ehrenamt niederzulegen. Im Ministerium des Innern waren ihm im Nebenamt auch noch die Funktionen als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Generalbrandkasse, als Mitglied des Verwaltungsrates der Beamten-Witwenkasse übertragen. Er führte ferner den Vorsitz in der Disziplinarkammer für Aerzte, Tierärzte und Apotheker. Längere Zeit gehörte er der Ministerialkommission für di« «ne Katastrierung der landwirtschaftlichen Gelände und Gebäude als Mitglied an. Im Jahre 1879 zum Geheimen Referendar, 1889 zum Geheimen Rat II. Klasse ernannt, wurde Frey im Juni 1892 zum Ministerialdirektor im Ministerium des Innern befördert. Aber schon im Herbst 1893 machte sich bei ihm die Befürchtung geltend, daß seine Gesundheitsverhältnisse ihm bei seinem vorgerückten Alter nicht gestatten würden, sich den mit Beginn des nächsten Landtages gesteigerten Anforderungen an die Dienstleistung eines Direktors des Ministeriums zu unterziehen. Er erbat und erhielt im Oktober d. I. die Versetzung in den Ruhestand unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste und Verleihung des Sterns zum Kommandeurkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen, das er seit April 1887 besaß. Außerdem war er Inhaber des Königlich Preußischen Roten Adlerordens lll. Klasse, des Königlich Preußischen Kronenordens ll. Klasse mit dem Stern, des Kommenthurkreuzes l. Klasse des Königlich Württembergi- schen Friedrichsordens mit dem Stern. Seit seinem Rücktritt von den Staatsgeschäften widmet« sich Frey nnt großer Vorliebe der Beschäftigung mit der Lektüre wissenschaftlicher Werke aus den weiten Gebieten, denen er schon bisher, soweit es die Anspruchnahme durch sein« amtlichen Verpflichtungen ihm gestattete, ein lebhaftes und verständnisvolles Interesse «ntgegengebracht hatte. Neben historischen, philosophischen und belletristischen Werken waren es auch naturwissenschaftliche Forschungen und Darstellungen und Reisebeschreibrm- gen, in die er sich gern und eifrig vertiefte. Selbst ein feiner Stilist, der auch den Ausführungen in seinen Akten die größte Sorgfalt widmete, brachte Frey der Form der literarischen Darbietungen eben so sehr wie ihrem geistigen Gehalte eine feinfühlige und kritische Aufmerksamkeit entgegen. Von Jugend auf ein Freund der bildeichen wie der darstellenden Kunst und der Musik, besuchte er gerne Kunstsammlungen, Theater und Konzerte und ließ alles Schöne und Edle freudig und sachverständig auf sich eintmrken. Er versagte mich den Erzeugnissen der Modernen nicht Achtung und Aufmerksamkeit, aber seine Sympathien gehörten doch mehr den Werken einer früheren Zeit. Am politischen Leben nahm Frey keinen in die Aktion eintreteu- den Anteil, aber sein Standpunkt als unentwegt national, liberal und monarchisch gesinnter Mann blieb von jeder anders gerichteten und etwa aus opportunistischen Rücksichten geduldeten Strömung unberührt. Seinen Freunden allezeit ein rrcuer und zuverlässige? Freund, denen, die Rat und Hilfe bei ihm suchten, ein wohlwollender Gönner, ein gerader und aufrechter Mann, so wird Moriz Frey bei allen als eine wohltuende Erscheinung in treuem Gedenken fortleben, die den Vorzug genossen, ihm näher zu treten. Seit einiger Zeit von den Leiden des Alters nicht verschon!, gab sein Befinden doch zu keinen ernsten Besorgnissen Anlaß, als ein plötzlicher Tod ihn denen, die ihn liebten und verehrten, entriß. Der tiefgebeugten Witwe, dem hochbetagten Bruder, der cs sich versagen mußte, an seinem Sarge zu stehen, den Freunden, die ihn schmerzlich entbehren, bewies die Trauervcrsammlung, die ihm die letzt« Ehre erwies, wie hoch die besten Männer unserer Residenzstadt, seiner Heimat, ihn schätzten. ll. v. V/. ** Landwirtschaftliche Versammlungen und Besprechungen. Landwirtschaftliche Bezirksvereinr: am 29. Januar in Buchholz, Reichendach, Jestetten, Gottenheim, Ortenberg, Niefern, Eberstadt, Oberndorf und Neckcrrhcmsen; am 2. Februar in Zell a. H.; am 5. Februar in Feudenheim. Orts-, Konsum- und Absatzvereine: am 28. Januar in Eschelbach; am 29. Januar in Maulburg, Wellendingen, Weiler, Ibach und Heiligkreuzsteinach; am 2. Februar in Nöggenschwihl und Nordhalden; am 4. Februar in Huchenfeld ; am 5. Februar in Kommingen. Eschelbronn, Jestetten, Ludwigshaftn, Sulzburg, Wittenweier und Oberlauchringen. Molkereien: am S. Februar in Weildors. Werteste Wach richten rrnö Telegramme. * Berlin, 26. Jan. Amtlich. Nach einer Meldung General v. Trothas vom 16. d. M. überfiel Leutnant der Reserve v. Trotha, am 6. und 8. Januar inehrere Wersten der Nord- bethanier bei Blutpnetz und Chorab. Die Farmer Krüger, Jonny und Annis von der Farm Naudans und Gorda wurden befreit. Der Feind verlor 6 Tote und 4 Verwundete, 7 Gewehre mit Munition, 16 Pferde, 487 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh. * Detmold, 26. Jan. Die Sitzung des Landtages wurde heute vormittag 10 Uhr durch den Präsidenten eröffnet. Anwesend waren sämtliche Mitglieder, von der Regierung Staatsminister Gevekot. Der Präsident verlas eine Eingabe des Grafen Erich zur Lippe-Weitzenfels, der den Landtag bittet, beide Vorlagen der Regierung, betreffend die Regentschaft und die Thronfolge, abzulehnen, da durch deren Annahme der Weitzenfelser Linie die Erhebung ihrer Ansprüche auf den Thron erschwert würde. Die Vorlage, betreffend die Fortführung der Regentschaft durch den Grafen Leopold bis zur Fällung des Schiedsspruches wurde in drei Lesungen angenommen. Die Beschlußfassung über die zweite Vorlage, in welcher der Landtag ersucht wird, den zu erwartenden Schiedsspruch als maßgebend für die Thronfolge in Lippe anzuerkennen, wurde ausgesetzt, da der Landtag zu einer Einigung mit dem Staatsministerium nicht kommen konnte. Der Berichterstatter erklärte ferner, daß der Landtag zwar mit der Tendenz der Vorlage durchaus einverstanden sei, aber in den einzelnen Bestimmungen habe er für nötig befunden, Abänderungen zu treffen. Gleichzeitig wurde die Eingabe des Grafen Erich zur L ippe - Weißenseld zurückgestellt bis zur nächsten Sitzungsperiode. Der Staatsminister erklärte dann im höchsten Auftrag den Landtag für vertagt. * Köln, 27. Jan. Der Patriarch der römisch-katholischen Kirche, Piave in Jerusalem, ist gestorben. * Paris, 27. Jan. Die Gruppe der demokratischen Linken des Senats, die heute ihr Bureau neu gebildet hat, hat den früheren Ministerpräsidenten Combes zum Präsidenten gewählt. * Manchester, 27. Jan. Lord Balfour verteidigte gestern in einer Rede vor seinen Wählern die Politik der Regierung und widerlegte die Anschuldigungen der Opposition. Er wiederholte seine früheren Gründe dafür, daß die Regieruneiner ausgedehnten Bewegungsfreiheit in der Tariffrage bedürft. Hinsichtlich der Verwendung von Chinesen in Südafrika erklärte er, daß die Gegner des Gesetzes jetzt dessen Erfolge anerkennen müßten. Die Politik der Opposition sei nur eine allgemeine Politik der Verneinung. * Saloniki, 27. Jan. In einem griechischen Hause, dem Gebäude einer hiesigen Bank, wurde ein Depot von Waffen und Munition entdeckt. Ferner ist man einem bewaffnete» Anschlag der Griechen gegen die hiesigen Bulgaren auf die Spur gekommen. Stand der Badischen Bank am S3. Januar 1905 ! Aktiva. Metallbestand. . - . Reichskassenscheine . . Noten anderer Banken Wechselbestand . . . Lombardforderungen Effekten. Sonstige Aktiva . . 10 814 039 «. 70 Pf. 45625 _ 2064 600 — 19 976 036 71 11360 346 06 1338212 98 2 867 219 » 41 Passiv». 47 966 079 M. 86 Pf. Grundkapital. 9000000 M. — Reservefond. 203108? . 68 Umlaufende Roten. 22 332600 Sonstige täglich fällige Verbindlich- ketten. 13 313 516 . » An eine Kündigungsfrist gebundene Verbindlichkeiten. Sonstige Passiva. 1288875 - 45 47 966 079 M. 86 Pf. Verbindlichkeiten auS weiter begebenen, im Jnlande zahlbare« Wechseln 386 319 M. 6t Pf. Die Direktion der Badischen Bank. KrvßHerzogtichss KofiHsaiev. Spielplanveränderung: Samstag, 28. Jan. Abt. /i. Statt „Don Carlos": „Kabale und Liebe", Trauerspiel in 5 Akten von Schiller. Miller: Christian Eckelmann vom Hoftheater in Mannheim als Gast. Anfang 7 Nhr, Ende 10 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: J»Ii»r Katz in Karttache. Druck und Verlag: G. Bravnfch« Hofb»ch-r»ck«r«i in Karl»r«H». llvulsoks kolsekaflZ-Agaffk milde angenehme Qualttätsmarke. Probezehutel Mk. 8.8V. Mnsterkistche« gegen Mk. 1.— » auch in Briefmarke«. L. LlLsIrs, 6 pv 88 k. ttofliefeksnt Unnlnnul,«, Kaiserstratze 213. /. <5ks^s ^»/s/7^o« /«5/F »SA KV«M BL ösoorr/s^sucksn Fftnat-, «»// Ls^ss^- S»^ÜL«S /sr'ur/»»' 2«a/»7ä/, rowr's FI»«/arrS- kvs§/s» rp nousr/sn ^srrmr vir//Lwn/sr' Nutzholz Berfteigeruug. Grotzh. Forstamt Gerlachsheim versteigert mit üblicher Borgfrist am Dienstag» de« V. Februar d. I.» vormittags S Uhr, im Saale der Brauerei Rüger i« Lauda aus DomSnenwalddistrtktH „Langwiese-Schmähe", Abt. 1 „Karlsdorf" und Abt. 9 „Boxberger Schlag" bei Heckfeld: Sichen 2 Stück I. Klaffe, 1l II, 23 IH., 40 IV. Klaffe. Buchen 8 Stück I. Klaffe - aus Distrikt VIII „Ramsberg" bet Langenrteden: Eichen 3 Stück I., 4 II., 18 III. und 21 IV. Klasse. Forstwart Bolkert in Heckfeld und Domänenwaldhüter Baumann in Lengenrieden zeigen das Holz vor. _ P.85 5 Konkursverfahren. P.803. Nr. 1352. Breiten, lieber das Vermögen des Schuhmachers und Schuhwarenhändlers Heinrich Ricgler in Breiten, wurde heute, am 25. Januar 1905, nachmittags 3 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Gerichtsvollzieher a. D. Weixel in Breiten wurde zum Konkursverwalter ernannt. Es ist Termin anbcraumt vor dem diesseitigen Gerichte zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in 8 132 der Konkursordnung bezeichueten Gegenstände sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag den 20. Februar 1905, nachmittags 4 Uhr. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache uno von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 11. Febrnar 1905 Anzeige zu wachem Breiten, den 26. Januar 1905. Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Wenk. Krossv VVvsiitLti^lrvil8- votier!« 0er gnu>kenplleg«-»n»telt«> »»« Koten Krem, Stcassburg i. k. irr «OS 2 Ll. odnv /Umig >. ffrmplg 2. ffauptg 3. klLUpIg. « 04 S U. 20000 « loooo « sooo k°." ss,ooo I I " l-ose '0 «Ir. k-v« L M. j liste 30 ptz. rsrsonitet 0»» Senerel-Vedit btünmen, StrmlMßj. L. In Larksrabs: Osnl KSt», IlslS; Okr IViecksr; 1-nckv. dliebel; Obr. k'ranlr; ckaeod Loppss L F 5 cv r°' Zi i Ksnthmi KMiem, gibt Weinhändler Barkredit. Näh. unt. „Weingroßhanblung", Berlin IV. 8. SchreitzchilstN-SM mit 600 Mark Jahresgehalt zu besetzen bet Grotzh. Notariat Radolfzell. Großh. Forstamt Rothenfels in Rastatt versteigert mit unverzinslicher Borgfrist bis 1. November l. I bei genügender Bürgschaftsleistung aus seinen Domänenwaldungen Freitag den 3. k. M., im Rathaus in Rothenfels morgeus halb 1« Uhr: im Hutbeztrk I (Forstwart Greif, Rothenfels): 14 Eichen IV und V., 31 Lärchenstämme IV. u. V., 190 eichene, 20 buchene, 83 lärchene und forlene Hagstangen; im Hutbezirk II (Forstwart Schottmüller, Rothsnfels): Eichen 6 III., 125 IV., 144 V., Rotbuchen 71., 37II.; im Hutbezirk III (Domänenwaidhüter Kunz, Freiolsheim): Rotbuchen 10 I., 10 II., Lärchenstämme: 11 III., 23 IV., Forlenstämme 8 III., 39 IV, 107fichteneBau-, 16 Hag-, 125 Hopfenstangen I—IV.; P856 «achmittags halb 2 Uhr: im Hutbezirk IV (Forstwart Btitln an n, Michelbach): Eichen 17 IV., 27 V., Rotbuchen 3 I., 6 II, 569 fich- tene Bau-, 75 Hag«, 145 Hopfenstangen 1—IV., 80 Baumpfähle, 21 eichen-, 62 buchene Hopfenstangen. im Hutbeztrk V (Forstwart Rieger, Michelbach) 517 fichtene und tannene Bau-, 117 Hag-, 150 Hopfenstangen I.-IV., 175 Reb, 75 Bohnenstecken. Die Losnummern sind schwarz, die! laufenden Nummern blau. Die Forstschutzbeamten zeigen auf Verlangen! das Holz in ihren Hutbezirken vor. Grosth. Forstamt Rotheufels in Rastatt verpachtet P 857 Mittwoch» de« 13. k. M.» «achmittags halb 2 Uhr» im Rathaus in Rothenfels in öffentlicher Versteigerung den sog. Kübelberg- Steinbruch auf weitere 6 Jahre. AchmbgchilskiMk. Beim Unterzeichneten Notariat ist am 15. Februar 1905 eine Schreibgehtlfen- stelle zu besetze». Jahresvergütung 600 Mark. Bewerber aus derZahl der Inzipienten wollen sich unter Zeugnisabschriften melden. P 854.1 Neustadt, 23. Januar 1905 Großh. Notariat. _ Kohlund. _ Bürgerliche Rechtsstreite. Orffentliche Zustellung einer Klage. P.758.2.1. Nr. 1344. Karlsruhe. August Kölble, Alleirrinhaber der Firma Kölble L Brunoth zu Baden, Pro- zetzbevollmächtigter: Rechtsanwalt Neuburger in Baden, klagt gegen den Rentner Gaston Deutsch aus Chateau Hochberg bei Nancy, früher zu Baden-Baden wohnhaft, jetzt an unbekannten Orten ablvesend, auf Grmid der Behauptung, daß Beklagter ihnen aus Kauf von Waren und Bedienung (Werkvertrag) in der Zeit vom 30. November 1902 bis 13. November 1903 den Betrag von 1517 M. 70 Pfg. schulde, mit dem Anträge, Beklagter werde verurteilt, an Kläger oder dessen Prozeßbevollmächtigten M. 1617.70 nebst 4 Prozent Zins hieraus vom Klagzustellungstage zu bezahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen. Das Urteil werde gegen Sicherheitsleistung für vorläufig vollstreckbar erklärt. Der Kläger ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die dritte Zivilkammer des Großherzoglichen Landgerichts zu .Karlsruhe auf Donnerstag den 30. März 1905, vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Karlsruhe, den 19. Januar 1905. Gerichtsschreiber Gr. Landgerichts. _Herbstritt._ Aufgebot. P.781.2.1. Nr. 675. Schönau. Matthias Zimmermann, Agathe Zimmermann, beide von Wembach, Josef Zimmermann von Todtnau und Karl Roth Ehefrau von Gündenhausen haben als Erben den Antrag gestellt, den verschollenen Dominik Zimmermann, geboren am 22. Januar 1847 in Wembach und zuletzt dort wohnhaft, für rvr'zu erklären. -bezeichnet« Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf Donnerstag den 14. September 1905, vormittags 9 Uhr, vor dem hiesigen Gerichte anberaumten Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Schönau, den 19. Januar 1905. Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Ruch. Besonderer Prüfnngstermin. P.806. Nr. 1153. Waldkirch. Das Konkursverfahren über den Nachlaß des Kaufmanns Burkhard Schätzle in Buchholz betr. Zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen ist Termin an- beramnt auf Donnerstag den 16. Februar 1905, vormittags 10 Ahr, vor dem Amtsgerichte hier. Waldkirch, den 24. Januar 1905. ! Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts. Gäßler. Konkursverfahren. P.799. Nr. 615. Mannheim. Nach rechtskräftiger Bestätigung des l Zwangsvergleichs vom 9. November !1903 und nach Abhaltung des Schluß- jtermins wurde durch Gerichtsbeschluß vom Heutigen das Konkursverfahren über das Vermögen des Schlvsser- meisters Philipp Mühlbauer hier aufgehoben. Mannheim, den 21. Januar 1906. Gericktsschreiber Gr. Amtsgerichts 2. Mohr. .732. Nr. 320. Bruchsal. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Bruchsal belegen«, im Grundbuche von Bruchsal zurzeit der Eintragung des Verfteigerungsver- merkes auf den Namen des Caspar Lang, Wirr in Bruchsal, eingetragene, nachstehend beschriebene Gruirdstück am Freitag den 10. März 1905, vormittags halb 10 Uhr, durch das Unterzeichnete Notariat in dessen Diensträumen in Bruchsal — Wildrichstraße 2 — versteigert werden. Der Versteigern:,gsvermerk ist am 6. Dezember 1904 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, sowie der übrigen das Grundstück betreffenden Nachweisun- gcu, insbesondere der Schähungsur- kunde, ist jedermann gestattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungsiermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaiwhast zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geriitgstcn Gebots nicht berücksichtigt uird bei der Verteilung des Verfteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgcsetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegcnstehendes Recht haben, werden ausgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aushebmig oder einsuveilige Einstellung des Verfahrens herbeizusühron, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Beschreibung des zu versteigernden Grundstücks: Grundbuch von Bruchsal Band 78 Heft 18, Bestandsverzeichnis I. O.-Z. 1. Lgb.-Nr. 126510. 20 ar 16 am Hofreite in der Bannweide. Aus der Hosreite steht: a. Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude (z. Schützenhaus) mit Eisenbalkenkeller, dreistöckig, 1>. Treppenhaus und Abortgebäude an b angebaut, einstöckig. c Saalbau zwischen a und i, ohne Keller, e. Kegelbahnvorhalle, einstöckig, k. Kegelbahn, einstöckig, 8. Pissoir und Abortgeb., einstöckig, k. Wirtschaftshalle, einstöckig, >. Wohnhaus mit Eisettbalkenkeller, dreistöckig, lc. Wortgebäude an i angebaut, vierstöckig. l. Waschküche und Gasapparathaus, an k angebaut, einstöckig, einerseits Firma A. Gromer, anderseits F. Hambsch, Schätzung 90 000 M. Bruchsal, 16. Januar 1905. Großh. Notariat als Bollstreckuugsgericht. C. Hund. P.698. Nr. 274. Karlsruhe. ZnMtzSvergkigttim. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Karlsruhe belegen«, im Grundbnche von Karlsruhe zurzeit der Eintragung des VersteigerungHvermer- kes auf den Namen des Kaufmanns Leopold Leon in Karlsruhe eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am Dienstag, den 4. April 1905, vormittags 8 Uhr, durch das Unterzeichnete Notariat V in lassen Diensträumen in Karlsruhe, Amalienstraße Nr. 19 II, versteigert werden: Lgb. Nr. 1219. Flächeninhalt 4 a 88 gm Hofreite und Hausgarten. Auf der Hofreite steht: a. ein zweistöckiges Wohnhaus, b. ein zweistöckiger Wohn- anbau links mit Terrasse, c. ein dreistöckiges SeiteMvohngebäude links au b, ä. ein einstöckiger Holzstall rechts, freistehend, in der Kaiserstraße Nr. 175, amtlich geschätzt zu 160 000 M. Das dazu gehörige Zubehör (Ladeneinrichtung)ist geschätzt zu 689 M. 150 689 M. Der Versteigerungsvermerk ist am 17. Dezember 1904 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mitteilungen des Grnndbuchancks, sowie der übrigen das Grundstück betreffenden Nachweisungen, insbesondere der Schätzungsurkunde, ist jedermann gestattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt ;-nd bei der Verteilung des Verfteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubig rs und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweiltge Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Karlsruhe, den 18. Januar 1906. Großh. Notariat V als Bollstreckungsgericht. Beck. soweit sie zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Versieigerungsrermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten cmzumelden und, wenn der Gläubiger widersprtcdl, gllrubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des'geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche ! des Gläubigers und den übrigen ! Rechten nach;esetzl werden, z Diejenigen, welche ein der Verstei- !gernng entgegenstehendes Recht haben, ! werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung !oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbcizusühren, widrigenfalls ! für das Recht der Versteigerungserlös an div Stelle des versteigertet« Gegenstandes tritt. ^ Karlsruhe, den 18. Januar 1905. " Großh. Notariat V als Bollstreckungsgericht. Beck. P.696. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir haben öffentlich zu verdingen die Lieferung von: 150 Wagenladungen aus Sägewerken stammendes Abfallholz in Bündeln 160 Wagenladungen aus Scheit- und Rollenholz hergerichtetes Bünbel- holz 300 Wagenladungen Reisigwellen, lieferbar an die Filialmagazine Lauda, Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Offenburg, Freiburg, Basel, Konstanz !und Villtngen. j Angebote sind schriftlich verschlossen und init der Aufschrift ! „Verdingung 1. Februar 1905" versehen, spätestens Mittwoch den 1. Februar 1905, vor,nittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. ' Die Lieferungsbedingungen und der Angebotsbogen werden auf Portofreie Anfrage von uns abgegeben. Die Zuschlagsfrist ist aus 4 Woche« festgesetzt. Karlsruhe, den 20. Januar 1905. Großh. Vcrtvaltmig der Eisenbahnmagazine. P.697. Nr. 273. Karlsruhe. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Karlsruhe belegene, im Grundbuche von Karlsruhe zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Josef Witz, Webcreidirektors dahier, eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am Donnerstag, den 30. März 1905, vormittags 9 Uhr, durch das Unterzeichnete Notariai V in dessen Diensträumen in Karlsruhe, Amalienstraße Nr. 19II, versteigert werden: Lgb. Nr. 3184, Grundbuch Bd. 165 Heft 3. Flächeninhalt 10 a 37 gm. Hierauf erbaut: a. ein vierstöckiges Wohnhaus, d. ein zweistöckiger Seitenbau, c. ein zweistöckiger Stall, ä. ein ztrieistöckiges Fabrikgebäude, e. ein einstöckiges Bureau, t. ein Schornstein, g. ein einstöck. Fabrikgebäude in der Werderstraße Nr. 87, amtlich geschätzt zu 103 000 M. Einhundertdreitausend Mark. Das Zubehör, Maschineneinrtchtung usw., ist geschätzt auf 26 648 M. 60 Pf. Sechsundzwanzigtausendfünfhundert- achtundvierzig Mark fünfzig Pfennig. Der Versteigerungsvermerk ist am 13. Dezember 1904 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, sowie der übrigen das Grundstück betreffenden Nachweisungen, insbesondere der Schätzungsurkunde, ist jedermann gestattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, P.7971. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Das Ergebnis an Steiukohleuteer, Oelgasteer und Kohleulvafserstosf aus den Eisenbahngaswerken in Lauda, Mannheim, Woldshut, Singen und Konstanz für die Zeit vom 1 Januar d I. bis 1. April 1906 soll an den Meistbietenden öffentlich verkauft werden. Angebote hierauf sind schriftlich, verschlossen und mit der Aufschrift: „Verkauf von Teer und Kohlenwasserstoff am 15. Februar 1905" bis Mittwoch» de« L5. Februar d. I.» vormittag- 1« Uhr, postfrei anher einzureichen. Angebotsbogen und Berkaufsbedtn- gungen werden auf Verlangen von uns abgegeben. Zuschlagsfrist 14 Tage. Die Genehmigung durch Gr. Generaldirektion bleibt Vorbehalten. Karlsruhe, den 24. Januar 1905. Gc. Verwaltung der Eikenbahnmagaztne. P859. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Zum Expretzguttarif badische Staatsbahnen—badische Lokal- und Nebenbahnen vom 1. Mat 1903 erscheint mit Gültigkeit vom 15. Februar 1905 der Nachtrag II. Durch denselben werben die Nebenbahnen Mannheim—Weiu- heim — Heidelberg — Mannheim, Biberach—Obcrharmersbach und Mosbach—Mudan. sowie die Sta- «io sn Bischweier. Brombach, Diirr- heim. Haueucberstein. Sachsenflur jund Petcrshansen der badischen Staatsbahnen einbezogen. Die Sätze für die Station Bischweier gelten ab ! dem Tag der Eröffnung dieser Station für den Personenverkehr, und die Sätze ! für die Nebenbahn MoSbach—Mudau ! ab dem Tag der Betriebseröffnung ! dieser Bahnstrecke. ! Die im Nachtrag enthaltenen besonderen Bestimmungen sind gemäß I, 3 der Verkchrsordnung genehmigt. Mannheim, den 25. Januar 1905. _Großh. Generaldirektion. P826. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit Wirkung vom 1. Febrnar 1905 wird der Artikel „Kieselerde (kieselhaltiger Sand)" in den Ausnahmerarif ! Nr. 34 des bad Binnengütertarifs einbezogen. Die Bestimmungen über die Frachtberechnung nach dem Ladegewicht der gestellten Wagen finden auf Kieselerde mit der Maßgabe Anwendung, daß bei der im Schlußsatz vorgesehenen Frachtberechnung nach dem wirklichen Gewicht nicht der Sp.-T. III, sondern der Rohstofflgrif in Betracht zu ziehen ist. Karlsruhe, den 26. Januar 1905. Großh. Generaldircktion.