Karlsriher Zeitung. Dienstag, 27. Juni. ir:;. Expedition: Karl-Friedrich-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Briefe und Gelder frei. Unverlangte Drucksachen und Korrespondenzen jeder Art, sowie Rezensionsexemplare werden nicht zurückgesandt und übernimmt die Redaktion dadurch keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung. LSVS. Abonnements ans die „Karlsruher Zeitung" für das HI. Quartal n.mmt jede Postanstalt entgegen. Die Expedition der „Karlsruher Zeitung". Amtlicher Teil. reine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Sich unter dem 12. Mai d. I. gnädigst bewogen gefunden, den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Kirchen: Handelsmann Moses Bloch, Landwirt Heinrich Bürgin, Landwirt Wilhelm Bürgin, Landwirt Erhard Herr, Landwirt Johann Friedrich Schopferer, Zimmermeister Wilhelm Spielmann, Landwirt Ludwig Wittich und Färbermeister Ferdinand Zandt das Ehrenzeichen für vierzigjährige treue Dienste bei derfreiwilligen Feuerwehr zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Orostherzog haben S i ch unter dem 13. Juni d. I. gnädigst bewogen gesunden, dem Bahnwärter Wilhelm Fehrenbach von Haslach die silberne Verdienstmedaille zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Sich unter dem 16. Juni d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Stadtpfarrer Christoph Wachs in Rastatt das Ritterkreuz erster Klasse Höchstihres Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben S i ch unter dem 16. Juni d. I. gnädigst bewogen gefunden, der Aebtissin und Vorsteherin des weiblichen Lehr- und Erziehungsinstituts zu Lichtenthal, Maria Magdalena Kollefrath, das Verdien st kreuz vom Zähringer Löwen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben S i ch unter dem 22. Juni d. I. gnädigst bewogen gefun- den, dem Orchesterdirektor Ernst Spies in Karlsruhe das Ritterkreuz Höchstihres Ordens Berthold des Ersten zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Grostherzog haben unter dem 8. Juni d. I. gnädigst geruht, den Lehramtspraktikanten August Baumgärtner von Mannheim zum Professor an der Oberrealschule in Mannheim zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Grostherzog haben unter dem 24. Mai d. I. gnädigst geruht, den Zeichenlehrer Viktor Roman am Realgymnasium mit Gymnasialabteilung in Karlsruhe auf sein untertänigstes Ansuchen wegen leidender Gesundheit unter Anerkennung seiner langjährigen und treugeleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen. Mit Entschließung Großh. Ministeriums des Innern vom 17. Juni 1905 wurde Amtsrevident Wilhelm Bäckert beim Bezirksamt Ueberlingen dem Sekretariate der Großh. Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues zur aushilfsweisen Dienstleistung zugewiesen. Mit Entschließung Großh. Generaldirektion der Staatseisenbahnen vom 16. Juni d. I. wurden versetzt: Betriebsassistent Albert Ries von Müllheim nach Schwetzingen und Betriebsassistent Alfred Mayer von Krozingen nach Müllheim. Nicht-Amtlicher Teil. Bürgertum und Sozialdemokratie. * Es ist eine seltene Erscheinung, daß gleichzeitig soviel Mandate für den Reichstag erledigt sind, als es diesmal bei dessen Tagungsschluß der Fall war. Nachdem noch kurz vor dem Auseinandergehen der Volksvertretung vier Mandate für ungültig erklärt worden waren, belief sich die Zahl der erledigten Reichstagssitze auf nicht weniger als acht. Zwei der dadurch notwendig gewordenen Ersatzwahlen haben inzwischen stattgefunden, die sechs noch ausstehcnden müssen im Laufe dieses Sommers vorgenommen werden. Von den bereits erfolgten Ersatzwahlen beansprucht die für Hameln-Springe allgemeines Interesse. Es hat sich nämlich dort wiederum ein starker Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen ergeben, so daß die Anschauung, die Sozialdemokratie habe mit ihrem „Trei-Millionen-Siege" den Höhepunkt überschritten, als begründet erscheint. In allen bisherigen Nachwahlen ist ein starker sozialdemokratischer Stimmenrückgang eingetreten, vier Mandate hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bereits eingebüßt; ein Beweis, daß durch gemeinschaftliches Vorgehen der bürgerlichen Wähler der Sozialdemokratie erheblicher Abbruch getan werden kann. Hameln-Springe, ein hannoverscher Wahlkreis, galt der sozialdemokratischen Parteileitung als besonders aussichtsvoll. Im Jahre 1898 fehlten dem sozialdemokratischen Kandidaten bei der Stichwahl nur 800 Stimmen, und Diesmal hatten die Welfen Stimmenthaltung proklamiert. Aber während die Sozialdemokraten bei den letzten Hauptwahlen noch einen Zuwachs von über 2000 Stimmen erzielt hatten, brachte ihnen die diesmalige Wahl einen Verlust von rund 1600 Stimmen, wogegen die bürgerlichen Parteien um 600 Stimmen zugenommen haben. Diese Niederlage vermag auch die sozialdemokratische Presse nicht zu vertuschen. Der „Vorwärts" veröffentlicht sogar eine Zuschrift von einem in dem Wahlkreise tätig gewesenen Parteigenossen, in der die Gründe des Mißerfolges erörtert werden. Dieser „Genosse" gibt ausdrücklich zu, daß für die Sozialdemokratie sich seit der letzten Wahl die Verhältnisse >. Wahlkreise nicht geändert hätten. Auch der Einwand, es habe der Sozialdemokratie an einer zugkräftigen Wahlparole gefehlt, sei falsch. Eine bessere Parole „zur Aufklärung der Massen, zur Anspornung der Wähler und zur Vernichtung der Gegner" sei noch nie dagewesen, als die in Hameln ausgegebene, nämlich: die Bergarbeiterfrage. Auf diese Wahlparole habe das sozialdemokratische Wahlkomitee große Hoffnungen gesetzt. Woran lag es nun, daß nicht nur nicht eine Vernichtung der Gegner, sondern eine starke Niederlage — ein Stimmenrückgang um 20 Proz. — der Sozialdemokratie erfolgte? Der Gewährsmann des „Vorwärts" erblickt diese Ursache einmal in der kräftigen und konzentrischen Agitation der Ordnungsparteien. Dann aber meint er, die Agitation der „Genossen" müsse mehr systematisch als schematisch betrieben werden, und diejenigen „Genossen", die es so meisterhaft verständen, durch Bekämpfung der eigenen Partei den Gegnern Waffen in die Hände zu liefern, sollten einmal selbst in die Kleinagitation gehen, und zwar nicht mit überlegenen Witzen, sondern mit überzeugender Beweisführung. Dieser Wunsch aber wird als ein unerfüllbarer angesehen werden müssen. Zu einer überzeugenden Beweisführung ist kein „Genosse" fähig. Die ganze sozialdemokratische Agitationskunst besteht in übelwollender Kritik alles Bestehenden, in Verunglimpfung der Gegner, in Herabsetzung jeglicher Autorität und in unerfüllbaren Versprechungen. Wo soll Hier die „über- zeugende Beweisführung" einsetzen? Das Geständnis des Hamelner „Genossen" ist für die bürgerliche Wählerschaft sehr lehrreich. Es geht daraus hervor, daß die erwähnten sozialdemokratischen Ugita- tionskünste zu versagen beginnen, und daß die Aufklärung der Massen durch fleißige Beleuchtung der Sozialdemokratie, wie sie wirklich ist, nicht ohne Erfolg bleibt. Dazu kommt, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion seit dem „Drei-Millionen-Siege" von einem parlamentarischen Mißerfolge zum anderen geschritten ist. Die Reden der sozialdemokratischen Führer im Reichstage sind gleichbedeutend mit Niederlagen, und in weiten Kreisen der Bevölkerung hat die scharfe Kampfstellung, welche die Vertreter der Verbündeten Regierungen — der Reichskanzler an ihrer Spitze — im Reichstage gegen die Sozialdemokratie wiederholt kundgegeben haben, anspornend gewirkt. Man kann also nur wünschen, daß die bürgerlichen Parteien auch bei den noch ausstehenden Ersatzwahlen die gleiche Taktik befolgen und mit gleichem Erfolge wie in Hameln Vorgehen möchten. Die deutsch-französischen Verhandlungen. * Pariser Meldungen stellen fest, daß die Erregung der dortigen diplomatischen und nichtdiplomatischen Kreise etwas nachgelassen hat. Tatsächlich hatte am Freitag in Paris wieder eine Stimmung geherrscht, wie im Jahre 1875, als der französische Botschafter, General Leflä, den Zaren in Petersburg anflehte, schützend seinen Degen über die Republik zu halten. „Nun, nun", sagte der Selbstherrscher, „ich denke, es wird meines Degens nicht bedürfen." In der Tat, es bedurfte dessen nicht; denn der ganze Argwohn, daß Deutschland über Frankreich herfallen wolle, ehe sich unsere Nachbarn erholt hätten, war nur die Ausgeburt einer überreizten Phantasie. Ter Krieg war nicht „in Sicht", wenigstens nicht von Deutschland beabsichtigt, und gar nichts stand „auf des Messers Schneide". Inzwischen sind 30 Jahre vergangen, Frankreich hat sich stark gemacht und den letzten dienstfähigen Mann zum Soldaten ausgebildet, und plötzlich taucht wieder mit nervöser Heftigkeit die Besorgnis auf, hinter allen Verhandlungen über die marokkanische Frage stecke nichts als die Absicht der deutschen Reichsregierung, Frankreich mit Krieg zu überziehen in einem Augenblick, wo der weiße Zar zu sehr in Ostasien beschäftigt ist, als daß er die Republik mit seinem Degen schützen könnte. Marokko soll nur ein Vorwand sein. Man zitiert eine deutsche Zeitschrift, die den Fürsten Bülow als „wilden Mann" schildert, weil er angeblich bei Beginn der diplomatischen Erörterungen den Kriegsminister und den Generalstabschef über den Zustand des deutschen Heeres befragt habe. Als ob der verantwortliche Leiter der deutschen Politik nicht die natürliche Pflicht hätte, sich über die Kriegsbereitschaft jederzeit auf dem Laufenden zu halten! Als ob diese Vorsicht, die immer geboten ist, als Beweis für gefährliche Absichten gelten könnte! Man hat doch genugsam erfahren, wie leicht die Leidenschaften auf den Boulevards aufflammen können! In den Tagen des Generals Bou- langer hat nur die weise Mäßigung des Fürsten Bismarck, gepaart mit seiner Energie, den Ausbruch des Krieges verhindert. Aber wenn man in Paris der deutschen Politik mißtraut, weshalb bemüht man sich nicht, ihr den vermeintlich gesuchten „Vorwand" zu nehmen? Herr Rouvier hatte es doch so leicht; er brauchte nur klipp und klar zu sagen, daß Frankreich derEinladung zur Marokkokonferenz folgen werde, und das Weitere hätte sich auf der Konferenz gefunden. In der Tat war eine solche Entschließung nahezu allenthalben erwartet worden, zumal da ein Widerspruch von englischer Seite nicht mehr zu besorgen war. Statt dessen hat Herr Rouvier im letzten Augenblick beliebt, nicht die Einladung zur Konferenz anzunehmen, sondern in sehr allgemeinen Ausdrücken den Konferenzplan auf die lange Bank zu schieben. Dies und das soll nicht verhandelt werden; erst wenn darüber Einverständnis erzielt ist, soll die Konferenz „Daseinsberechtigung" haben; erst dann will er sie „in Erwägung ziehen". Und da er sieht, daß diese „dilatorische Politik" einen nichts weniger als günstigen Eindruck macht, verhandelt er sofort wieder mit dem Fürsten Radolin und schickt den Botschafter Bihourd .zum Fürsten Bülow, als ob seine Note mißverstanden worden sei, wie auch die Abfassung der Abmachungen, die Herr Delcasse mit England getroffen hatte, nur ein Mißverständnis sein sollte. Aus „Mißverständnissen" entstehen leicht Mißhelligkeiten. Im übrigen waren die Abmachungen so klar, daß sie überhaupt nicht mißverstanden werden konnten. Und es ist an Frankreich, zu sagen, ob es sie aufgibt oder aufrecht erhält. Mit Recht weist ein freisinniges Blatt, die „Vossische Zeitung", daraufhin, daß Deutschland seit dem Frankfurter Frieden keinen Schritt getan hat, Frankreich an der Erwerbung eines ungeheuren Kolonialbesitzes zu hindern. Die Franzosen wer- den zugeben müssen, daß die deutsche Nation diese Machterweiterung entweder offen begünstigt oder stillschweigend zugelassen hat. Aber daß Deutschland nicht zusehen will, wie ein Reich, in dem deutsche Interessen eine wesentliche Rolle spielen, über seinen Kopf hinweg durch Sonder- abmachungen zwischen einzelnen Staaten unter französische Botmäßigkeit gebracht wird, sollte in Paris nicht wunderlich erscheinen. Man sieht auch in Frankreich ein, daß Deutschland ein Recht zum Einspruch hat; nur will man sich nicht dazu verstehen, aus dieser Einsicht die Kon- sequenzen zu ziehen. Man schlecht lange Noten an alle Mächte, als ob man nicht sowohl mit Deutschland verhandeln, als vielmehr Deutschland anklagen und ins Un- recht setzen wolle. Ein solches Verfahren stimmt schlecht zu den Versicherungen, daß die französische Regierung die versöhnlichsten Absichten hege und gern die Hand zum Ausgleich biete. Man wird, wie die „Vossische Zeitung" weiter aussührt, auch in Paris nicht bestrei- ten können, daß der deutsche Kaiser, die deutsche Regierung und die deutsche Nation seit langen Jahren die mannigfachsten Versuche gemacht haben, einer Annäherung zwischen öcn Gegnern von 1870 die Wege zu ebnen, und haben im Mai die Zölle eine Mehreinnahme von daß dieses Entgegenkommen herzlich wenig Erwiderung 636 000 M„ die Maischbottichsteuer eine solche von gefunden hat. Ebensowenig wird zu leugnen sein, daß 105 500 M-, die Brausteuer von 176 200 M., die Brenn- die französische Regierung sich um Vorstellungen über das steuer und die Schaumweinsteuer ein Mehr von 100 000 marokkanische Abkommen, die frühzeitig, in aller amtlichen M. bzw. 15 300 M. erbracht; dagegen ist die Salzsteuer Form schon im November erfolgten, nicht gekümmert hat. um 185 300 M., die Zuckersteuer um 480 000 M., die Unter diesen Umständen sollte es begreiflich sein, daß die Branntweinverbrauchsabgabe nebst Zuschlag sogar um Reichsregierung von einer neuen Note, die in der Sache 823 300 M. gegen das Auskommen im Mai 1904 zurück- keinerlei Zugeständnisse macht, sondern wieder langwie- geblieben. Für die beiden Monate April und Mai be- rige Verhandlungen einleiten will, nicht eben erbaut ist. trägt das Mehr bei den Zöllen 2185 000 M„ also eine Tie Aussicht auf solche Verhandlungen, die vielleicht Mo- ^ erhebliche Verbesserung, der aber bei der Zuckersteuer mit nate beanspruchen und dennoch erfolglos bleiben, ist um ^ einem Minus von 4 244 000 M. und bei der Branntwein, so weniger beruhigend, je geflissentlicher in Marokko selbst Verbrauchsabgabe mit einem Minus von 1 895 000 M. innere Zwistigkeiten geschürt und die Stellung des Sul- ; Verschlechterungen gegenüberstehen, die den infolge der tans durch Unterstützung des Thronwerbers Bu Hamara > günstigeren Entwicklung der Einnahmen aus den Zöllen erschüttert wird. Es wäre bedenklich, wenn durch Gegner ! erzielten Mehrertrag nahezu um das Dreifache über- Deutschlands im scherisischen Reiche „vollendete Tatsachen" , treffen. Für die Maischbottichsteuer beträgt das Mehr geschaffen würden, die eine Krisis beschleunigen könnten. ! in den beiden ersten Monaten des Rechnungsjahres Es wird gut sein, wenn man sich in Frankreich über die ^ 260 300 M., für die Schaumweinsteuer 119 100 M., für Haltung des deutschen Volkes gegenüber der marokkani- ^ die Brausteuer 176 900 M. Für die Tabaksteuer erhöht scheu Frage nicht täuscht. Selbst ein Sozialdemokrat wie sich das Weniger aus 62 000 M. und für die Salzsteuer Herr Calwer hat in den „Sozial. Monatsh." anerkannt, auf 220 000 M. Deutschlands Interessen in Marokko seien zu bedeutend, ^ Don anderen Reichseinahmen ist für die beiden Mo- als daß es die Ausführung der in dem Abkommen von ^ nate der Ertrag der Stempelabgaben nachgewie- 1904 ausgesprochenen französischen Absichten zugeben ^ sen. Er beläuft sich auf 13,2 Millionen Mark gegenüber könnte. Wenn aber der „Temps" versichert, Rouviers ^ einem Etatsmonatsdurchschnitt von 6 Millionen Mark. Note enthalte kein unabänderliches Programm und verwerfe nicht den Grundsatz der Konferenz, weshalb wird die Konferenz nicht angenommen, wie doch vor 8 Tagen selbst ein erheblicher Teil der französischen Presse für nützlich und notwendig erklärte?, Daniit wäre aller Unruhe der Boden entzogen. (Telegramme.) * Köln, 26. Juni. Ein Berliner Telegramm der „Köln. Zeitung" vom 25. d. M. bezeichnet die Nachricht der „Mor- uing Post", die deutsche Antwort auf Rouviers Note sei bereits fertig und lehne in allen Punkten eine Berücksichtigung der französischen Ansprüche ab, als mit dem Tatbestände insofern in vollem Widerspruche, als die deutsche Antwort weder abgegangen, noch f e r t i g g e st e l l t ist, sondern sich noch im Stadium der Beratung befindet. Uebrigens hätte sich der Berliner Vertreter der „Morning Post" leicht unterrichten können, wenn er es nicht vorgezogen hätte, den Inhalt einer gar nicht vorhandejnen Note in einem Sinne zu analysieren, der nicht geeignet ist, die in Frankreich vorhandene Beunruhigung zu beschwichtigen. * Wien, 2S. Juni. In Besprechung des Vorschlags des Sultans, betreffend die Marokkokonferenz, sagt das halbamtliche „Fremdenblatt", es sei klar, daß bei dem gesteigerten Verkehr mit Marokko alle Mächte, die dort Beziehungen haben, Reformen willkommen heißen müssen. Speziell Oesterreich-Ungarn habe ein großes Interesse an der Aufrechterhal- tnng der vollen Gleichheit in der Behandlung aller Staaten, sowie an der Zivilisiernng und Pazifizierung des Landes. Das österreichisch-ungarische Kabinett sei denn auch das erste gewesen, das die Einladung zu der Konferenz angenommen habe. Ein Zusammentreten von Repräsentanten der Mächte wäre erfreulich, weil die Konferenz das geeignetste Mittel biete, die Marokkofrage durch eine offene Aussprache aus der Welt zu schaffen. Unterbliebe die Konferenz, so würden die heute in Marokko aus der Tagesordnung stehenden Angelegenheiten sozusagen versumpfen, insbesondere Frankreich und Spanien würden and dem Zustande der Unsicherheit bezüglich ihrer marokkanischen Interessen nicht herauskommen. Den guten Beziehungen der europäischen Mächte und der allgemeinen Friedenszuversicht werde unzweifelhaft damit gedient, wenn die Konferenz stattfinden könne. Das „Fremdenblatt" spricht die Hoffnung aus, daß die Konferenz trotz aller vorläufigen noch bestehenden Differenzen ins Leben tritt, und daß dadurch das normale Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich wiederhergestellt wird. Die Eisenacher Kircheukouferenz. Ls Eisenach, 28. Juni. I. Am 22. d. M. trat die Eisenacher Kirchenkonferenz zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Für Baden war der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats, Wirklicher Geheimer Rat D. Helbing in Karlsruhe erschienen. Die Konferenz nahm zunächst den Geschäftsbericht des Deutsch- Evangelischen Kirchenausschusses entgegen. In den Verhandlungen wurde unter einmütigem Ausdruck des vollen Vertrauens zum Deutsch-Evangelischen Kirchenausschuß zugleich die lebhafte Befriedigung und die dankbare Zustimmung in bezug auf die von ihm entfaltete Tätigkeit und namentlich auch gegenüber dem Toleranzantrag ausgesprochen. Bei der Darlegung der Verhältnisse der Deutsch-Evangelischen Diaspora tm Ausland fand insbesondere die Opferwilligkeit in allen evangelischen sowohl lutherischen, wie reformierten und unierten Kirchenkreisen volle Anerkennung. Die weiter sich anschließende Besprechung über die ausnahmsweise Zulassung des Einzelkelchs führte, nachdem die Verhandlungen am 22. d. M. nicht zu Ende gebracht waren, bei Fortsetzung der Beratung am 23. d. M. aus Grund eingehender Diskussion zu den Beschlüssen: Die Kirchenkonferenz empfiehlt den Kirchenregierungen: Die Gemeinsitte des Gesamtkelchs beim heiligen Abendmahl in ihrem Gebiete aufrechtzuerhalten und jeder willkürlichen Einführung des Einzelkelchs mit Entschiedenheit entgegenzutreten, falls aber das Verlangen nach Gestattung desselben auf kirchenordnungsmäßigem Wege bei ihm vorgebracht werde, etwaige Ausnahmen nur dann zuzulassen, wenn der gestellte Antrag den Sinn und die Würde des Sakraments unzweifelhaft wahrt und zum Ausdruck bringt. Reichsfinauzen * Die zur Reichskaffe gelangte Jsteinnahme aus Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern vom Beginne des Rechnungsjahres bis zum Schluffe des Monats Mai weist mit einer Gesamtsumme von 128 141 000 M. ein Weniger von 3 700000 M. gegen die Einnahme in der gleichen Zeit des Vorjahres auf. Da bereits im April ein Ausfall von 3,1 Millionen Mark zu konstatieren war. ist im zweiten Monat des Rechnungsjahres eine relative Besserung eingetreten. Zwar ! Tie Börsenskeuer hat 9,4 Millionen Mark, je 4,7 ! Millionen Mark in April und Mai, erbracht und damit i den im Etat 1905 angenommenen Monatsdurchschnitt ! von 2,5 Millionen Mark weit übertroffen. Die Steuer j von Lotterielosen bleibt mit 3,7 Millionen Mark ! hinter dem Etatsmonatsdurchschnitt von 3,4 Millionen Mart sehr erheblich zurück. Eine über die Erwartungen des Etats etwas hinausgehende Entwicklung zeigt der ! Schiffsfrachturkunden st empel. ! Schließlich haben Post- und Telegraphen- so- l wie Reichs eisenbahnverwaltung Ueberschüsse gegenüber den gleichliegenden Monaten des Vorjahres ! auszuwcisen, und zwar die erstere einen solchen von 6,9 ! Millionen Mark bei eiüer Einnahme von 84,5 Millionen, die letztere einen solchen von 830 000 M. gegenüber einer Einnahme von 17,5 Millionen Mark. Der Etatsmonats-, durchschnitt beträgt nach der vom Reichstage vorgenommenen Erhöhung bei den Einnahmen aus der Post- und Telegraphenverwaltung 43,1 Millionen Mark, bei der Reichseisenbahnverwaltung 8,7 Millionen Mark. Die französischen Flottenmanöver 1906. O Paris, 25. Juni. Seit dem Ausscheiden des Admirals Gervais waren während der Amtsführung des Ministers Pelle- tan die alljährlichen großen Flottenmanöver in Fortfall gekommen, trotzdem sich die Mehrzahl der Admirale wiederholt für deren Abhaltung ausgesprochen hatte. Herr Thomson, der gegenwärtige Marineminister, hat aber bei Antritt seiner Stellung sofort zugesagt, daß in diesem Jahre die großen Manöver zur See wieder abgehalten werden sollten. Aus den für diesen Zweck erlassenen Be- stimmungen geht zunächst hervor, daß diese Hebungen in der Zeit vom 3. Juli bis 3. August stattfinden sollen und sich bis an die Küsten von Korsika, Algier und Tunis ausdehnen werden. Nach mehrtägigen reglementarischen Bewegungen im Geschwaderverbande sollen zunächst Schießübungen mit scharfer und mit Uebungsmution vorgenommen und im Anschlüsse daran Hebungen in der Kohlenübernahme auf hoher See und im strategischen Aufklärungsdienst veranstaltet werden. Sehr wahrscheinlich ist, daß den Abschluß der Manöver eine gemeinschaftliche Uebung mit dem Landheer bilden wird, da eine „solche Kooperation nach den Erfahrungen des russischjapanischen Krieges ganz besonders geboten erscheine". Zur Teilnahme an den Manövern sind das aktive Mittelmeergeschwader mit den Linienschiffen „Suffren", „Jena", „Saint-Louis", „Charlemagne", „Gaulois" und „Bouvet", ferner die Reservedivision, einige außerdem in Reserve gehaltenen Schiffe und alle in Toulon verfügbaren Torpedofahrzeuge und Unterseeboote bestimmt. Am 3. Juli werden auch die Schiffe der Reservedivision, die sich aus den Panzern „Brennus", „Hoche" und „Charles- Martei", sowie aus den Torpedobootszerstörern „La Hire" und „Rapier" zusammensetzt, auf vollen Mann- schaftsstand gebracht und außerdem sollen drei gepanzerte Küstenwachschiffe, drei Panzerkreuzer und ein geschützter Kreuzer, die zum Reservestand des Kriegshafens von Toulon gehören, mit den für Uebungszwecke bestimmten Stäben und Besatzungen versehen werden. Vom Marrne- ministerium ist nur angeordnet worden, daß von diesen Schiffen der „Requin", Pothuau", „Bruix" und „Cas- sard" heranzuziehen sind, während die Bestimmung der übrigen Schiffe dem Marinepräsekten überlassen bleiben soll. Wahrscheinlich werden noch der „Admiral Charner", der „Caiman" und „Terrible" mobil gemacht werden. Sehr lehrreich wird sich voraussichtlich die Anordnung gestalten, daß das aktive Geschwader, die erste Flotille der Torpedobootszerstörer und sämtliche Unterseeboote durch einen von Paris aus zu erwartenden Mobilmachungsbefehl vor Beginn der eigentlichen Hebungen in Kriegsbereitschaft gesetzt werden. Zur Verstärkung der Schiffsbesatzungen sollen dazu in erster Linie die Mannschaften vom 5. Depot herangezogen werden; doch müssen dieselben zusammen mft den terminmäßig zur Entlassung kommenden Leuten am 30. Juli wieder ans Land gesetzt werden. Ob Präsident Loubet den Schlußmanövern beiwohnen wird, ist zurzeit noch nicht festgesetzt, steht aber zu erwarten. Großherzogtum Vaden. Karlsruhe, 26. Juni. Gestern vormittag 10 Uhr fand in der Schloßkapelle in Baden Hausgottesdienst statt, wobei Hofdiakonus O. Frommel predigte. Um halb 12 Uhr empfing Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Prorektor der Universität Heidelberg, Geheimerat Or. Curtius. An der Frühstückstafel der Großherzoglichen Herrschaften nahmen Ihre Durchlauchten Prinzessin Amelie zu Fürstenberg und Prinz Alexander zu Wittgenstein teil. Zur heutigen Frühstückstafel erhielten Staatsminister Or. von Brauer und Gemahlin Einladung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hörte heute nachmittag die Vorträge des Präsidenten vr. Nicolai. Bei Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin fand um 4 Uhr ein größerer Tamenempfang statt. * (Großherzogliches Hoftheater.) Von der Generaldirektion des Großh. Hoftheaters wird uns zur Veröffentlichung mitgeteilt: Die Oper wird in der kommenden Spielzeit, welche am 3. September voraussichtlich mit Verdis „Othello" eröffnet werden wird, an Novitäten zunächst „Barfüßele", Oper in einem Vorspiel und zwei Bildern (nach Auerbachs Erzählung) von Viktor Leon, Musik von Richard Heuberger und „Der Corregidor", Oper in vier Akten von Hugo Wolf bringen. „Figaros Hochzeit", „Don Juan" und andere Mozartopern werden wieder auf dem Spielplan erscheinen; wieder aufgenommen werden „Titus" und „Jdomeneus". Der Hoftheatermaler und technischer Direktor Wolf, wurde beauftragt, neue Dekorationen zum „Fliegenden Holländer", von Richard Wagner, zu entwerft-n. Dieses Werk soll am 3. Dezember zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin in der neuen Ausstattung in Szene gehen. — Nachdem Fräulein Slavik vom böhmischen Nationaltheater in Prag wegen Verehelichung gebeten hat, von ihrem Vertrag mit dem Karlsruher Hoftheater enthoben zu werden, wurde Fräulein Zdenka Faßbender für die nächste Spielzeit neuerdings verpflichtet. Außer Fräulein Alice Schenker vom königl. Hoftheater in Dresden und Herrn Franz Roha vom Berliner Nationaltheater wird mit Beginn der neuen Spielzeit Frl. Emma Hösl von München, eine Schülerin der Frau Hofkapellmeister Röhr daselbst, in den Verbajnd der Großh. Hofoper eintreten. — Das Schauspiel wird als erste Novität den „Grafen von Charolais", ein Trauerspiel von Richard Beer-Hofmann bringen. Dann folgt das Schauspiel „Nebeneinander" von Georg Hirschfeld, ferner „B l a n s ch e flur", ein Minedrama von Albert Geiger. Von Shakespeare werden u. a. „Das W i n t e r m ä r ch e n", von Goethe „Stell a", „Die Mitschuldigen" und andere Werke zur Aufführung gelangen. Zum Schauspielpersonal treten neu hinzu die Damen: Marie Frauendorfer, welche durch die Auflösung des deutschen Theaters in Berlin frei geworden ist, Melanie Er marth vom Stadttheater in Riga, Elfriede Lynard vom Fürstlichen Theater in Sondershausen, die Herren: Hugo Haßkexl vom Berliner Theater, Felix Krones vom Volkstheater in München und Hermann Nesselträger vom Residenztheater in Hannover. Nachdem es Herrn Baumbach gelungen ist, seinen Vertrag mit dem Stadtthoater in Riga auf gütlichem Wege zu lösen, ist der Künstler auf weitere drei Jahre für das hiesige Hoftheater verpflichtet worden. Als Regisseur des Schauspiels tritt Herr Gustav Schefranek vom Berliner Theater in Berlin ein. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben in Gnaden geruht, den Orchesterdirektor Ernst Spies auf sein untertänigstes Ansuchen wegen vorgerückten Alters unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste auf 1. September d. I. in den Ruhestand zu versetzen. * (Gustav-Adolf-Stiftung.) Das diesjährige 60. Jahresfest des Badischen Hauptvereins der Gustav-Adolf- Stiftung wird am Dienstag und Mittwoch den 18. um» 19. Juli in Zell i. Wiesental begangen werden. Alle Vorstände der Zweig- und Ortsvereine, der Frauen- und Jungfrauenvereine, sowie alle Freunde und Mitarbeiter des Vereins sind dazu eingeladen. Die Hauptversammlung beginnt am 18., nachmittags halb 3 Uhr, im Gemeindesaale. Am 19. beginnt der Festgottesdienst um 9 Uhr. Herr Pfarrer Haag von Blansingen hat die Festpredigt übernommen. Gesuche von Gemeinden, die dieses Jahr erstmals vom Vereine Hilfe begehren, sind, sofern solche noch nicht eingereicht sind, bis längstens 8 Tage vor dem Feste unter eingehender Darstellung der Verhältnisse an den Vorstand einzusenden. Es wolle beachtet werden, daß etwaige Festgeschenke schon in der Hauptversammlung am 18. übergeben oder doch angemeldet werden müssen, weil nur in dieser über deren Verwendung Beschluß gefaßt werden kann. Diejenigen Festteilnehmer, welche freie Wohnung wünschen und am Festessen am 19. sich zu beteiligen gedenken, wollen sich unter Angabe der Zeit ihrer Ankunft längstens bis 15. Juli an Herrn Stradtpfarrer Specht in Zell i. W. wenden. * (Zum 13. Bundestag des Bundes deutscher Gastwirte) und gestern und heute zahlreiche Delegierte aus allen Teilen Deutschlands hier eingetroffen. Heute vormittag 11 Uhr fand Aufsichtsratsfitzung der Sterbekasse des Bundes deutscher Gastwirte im Restaurant „Zur goldenen Krone" statt. Nachmittags 4 Uhr war Gesamtvorstandssitzung, daran anschließend Sitzung der Presseverwaltung vom Organ: „Der deutsche Gastwitt" im „Gasthaus zur Rose". Heute abend 8 Uhr ist Empfangsbankett im Kolosseumssaal. ^ (Aus dem Polizeibericht.) In der Nacht vom 24. aus 25. d. M. kamen zwei junge Leute in der Ettlingerstraße infolge Wortwechsels ins Ringen, wobei der eine so zu Fall kam, daß er sich eine Verletzung des rechten Schlüsselbeins zuzog und mittels Tragbahre in seine Wohnung verbracht werden mußte. * In dem Berichte über die Versammlung der Tuberkulose- ausschüsse in Nr. 170 der „Karlsr. Ztg." muß es auf Zeile 19 v. u. Frau Forstmeister Fürstenwerth (nicht Fürstenrat) heißen. 8. Mannheim, 25. Juni. Nun haben apch die hiesigen Spengler und Installateure einen neuen Tarifvertrag durchgesetzt. Das Abkommen, welches am Freitag vor dem Gewerbegericht unterzeichnet wurde, setzt die Arbeitszeit auf neun Stunden fest. Der Stundenlohn bewegt sich je nach dem Alter des Gehilfen zwischen 35 und 50 Pf. Für Ueberstunden wird ein Zuschlag von 25—50 Prog. bezahlt. Der neue Tarif, welcher sofort in Kraft getreten ist, gilt bis zum 1. Juni 1908 und läuft immer ein Jahr weiter, wenn er nicht spätestens sechs Wochen vor Beendigung der Vertragszeit gekündigt wird. — Fast sämtliche hiesigen Manufaktur-, Konfekttons- und Modewarengeschäfte, sowie Waren- und Kaufhäuser haben den löblichen Beschluß gefaßt, in den Monaten Juli und August an den Sonntag-Nachmittagen um 2 Uhr, also eine Stunde früher wie gewöhnlich, zu schließen. — Heute nachmittag fand im sehr gut besetzten Nibelungensaal des „Rosengartens" die diesjährige Wohltätigkeitsausführung zugunsten der Mannheimer Ferienkolonien statt, die wieder einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Außer dem Lehrergesangverein Mannheim-Ludwigshafen bestritten ein Knaben- und ein Mädchenchor zu je 500 Köpfen und vier Mädchen- und Knabenturnabteilungen der Volks- und Bürgerschule das abwechslungsvolle Programm. Einen überwältigenden Eindruck machte das Tankgebet ans den niederländischen Volksliedern, das von dem tausendköpfigen Kinderchor in Gemeinschaft mit dem Lehrcrgesangverein unter Orchester- und Orgelbegleitung zum Schluß gesungen wurde. Tie ausgezeichneten turnerischen Vorführungen der Knaben und Mädchen legten wieder ein beredtes Zeugnis von dem hohen Stande des Mannheimer Schulturnens ab. VHeidelberg, 25. Juni. Tie gestern eröffnete .§> undeaus- stellung, die noch morgen geöffnet ist, ist sehr reich (mit 500 Tieren) beschickt und übt eine bedeutende Anziehungskraft aus. — Gestern veranstalteten Mitglieder der französischen Kolonie eine Vorstellung reizender französischer Einakter. Tie Leistungen der Tillettanten waren geradezu glaubende. .Besonders interessierte die Uraufführung eines anzie- ! henden Mimodrams. — Am 8. Juli wird unter Leitung Professor Wolfrums zugunsten der Richard Wagner- ! Stipendien st iftung ein großes Festkonzert abgehalten. In demselben wird die kaum bekannte 8-ckur-Messe von C. M. von Weber erstmalig zur Aufführung gelangen. ifc Gondelsheim, 25. Juni. Hier trat heute unter überaus zahlreicher Beteiligung der 19. Kreisfeuerwehrtag des Kreises Karlsruhe zusammen. Ten Gästen, etwa 1200 an der Zahl, wurde in dem geschmückten Ort ein festlicher Empfang bereitet. In dankenswerter Weise hatte die Großh. Generaldirektion von Karlsruhe einen Extrazug abgelassen, so daß ein rechtzeitiges Eintreffen in Gondelsheim möglich war. Um halb 11 Uhr begann im Rathanssaal die 19. ordentliche Generalversammlung des Kreisverbandes. Der Kreisvorsitzende, Kommandant Schlachter-Karlsruhe, eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Begrüßung; auch Kommandant M ö tz n e r - Gondelsheim sprach einige Begrüßungsworte. Vor Eintritt in die Tagesordnung brachte der Vorsitzende ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und den Erttgrotz- herzog aus. Im Anschluß hieran wurde an Ihre Königlichen Hoheiten Ergebenheitstelegramme abgesandt. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 55 Feuerwehren. Den Bericht über die Geschäftsperiode 1903/05 erstattete der Kreissekretär, Adjutant Schumann-Karlsruhe. Demselben war zu entnehmen, daß fünf Ausfchußsitzungen und eine Delegiertenversammlung stattgefunden haben. Der Kreisverband umfaßt 75 Feuerwehren mit etwa 6500 Mitgliedern. Der Haftpflichtversicherung haben sich 35 Feuerwehren mit einem Mannschaftsstand von 3264 angeschlossen. Im weiteren gedachte der Bericht des verdienstvollen früheren Vorsitzenden, Direktor Bäuerle, sowie des in der Geschästsperiode 1903/05 zum Ehrenmitglied ernannten früheren Kommandanten von Pforzheim, Stadtrat Prestinari, als auch des früheren Sekretärs Herrn K. Schreiber. Weiter referierte Adjutant Schumann-Karlsruhe über den Kassenbestand. Die Einnahmen betrugen 316 M., die Ausgaben 268 M., so daß ein Kassenvorrat von 48 M. verbleibt. Zu Revisoren wurden die Herren Burst und Biedermann gewählt. Der 6. Punkt der Tagesordnung betraf die durch das in Bruchsal angenommene neue Statut des Landesfeuerwehrvereins bedingten Ac-nderungen der 1. 4, 6 und 7 der Kreissatzungen. Dieselben wurden ohne Diskussion genehmigt. Anträge nach 8 6 der Kreissatzungen waren keine gestellt, so daß man sofort zu Punkt 8, Festsetzung der Kreisumlage für 1905/07, schreiten konnte. Diese wurde auf der gleichen Höhe belassen, doch soll in einer Delegiertenversammlung die Frage einer eventuellen Erhöhung von 2 auf 3 M. zur Diskussion gestellt werden. Kommandant Harsch- Breiten ist der Ansicht, daß der Landesbeitrag gegenüber dem Kreis- beitrag zu hoch sei und es frage sich, ob dort nicht zugunsten der Kreise Abstriche gemacht werden könnten. Die Neuwahl des Kreisausschusses hatte folgendes Ergebnis: Für Breiten: Harsch und Mößner; Bruchsal: Meistgenannt und Kallenbach; Philippsburg: Nopp und Reiß; Durlach : Preiß und Bull; Ettlingen: Limberger und Hotter, Pforzheim: Käser und Mentz, sowie Anger und Ruf. Für Karlsruhe: Schumann als Stellvertreter für Karlsruhe und Müller als Stellvertreter für Karlsruhe-Mühlburg. Der Kreisvorsitzeftde und sein Stellvertreter, die Herren Schlachter-Karlsruhe und Pfeifer-Mühlburg wurden bereits in der Delegiertenversammlung in Durlach gewählt. Im Anschluß hieran wurde angeregt, man solle auch in den Kreisausschuß Kommandanten von Landfeuerwehren wählen. Tiefe Frage soll auf einer demnächst stattfindenden Delegiertenversammlung erledigt werden. Als Ort der nächsten Kreisversammlung 1907 wurde Daxlanden bestimmt. Da sich unter Verschiedenem niemand mehr zum Wort gemeldet hatte, wurde die 19. Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Präsidenten des Badischen Landesfeuerwehrvereins, Kommerzienrat Bally, geschlossen. An die Versammlung reihte sich sofort eine Uebwtg an, die einen befriedigenden Verlauf nahm. Gegen 1 Uhr begann in der Restauration zum Bahnhof das Festessen, welchem gegen 3 Uhr der Festzug sich anschloß. Die Festmusik stellte die Karlsruher Feuerwehrkapelle; außerdem befanden sich noch fünf Musikkorps im Zug. Auf dem Festplatz, woselbst sich bald ein reges Treiben entwickelte, sprach Herr Bürgermeister Steinbach im Anschluß an die Begrüßung der Festteilnehmer über die Nützlichkeit der Feuerwehren und schloß mit einem dreifachen Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog. Den Dank an die Einwohnerschaft und die Feuerwehr Gondelsheim brachte Adjutant Schumann-Karlsruhe zum Ausdruck. Auf das Huldigungstelegramm an Seine Königliche Hoheit den Großherzog traf folgende Drahtantwort ein: Baden, Schloß, 25. Juni. An den Kreisvorsitzenden des Feuerwehrverbandes Kreis Karlsruhe, Herrn Schlachter in Gondelsheim. Den versammelten Mitgliedern der 75 Feuerwehren^ welche heute zum 19. Feuerwehrtag sich vereinigt, sage rch herzlichen Dank für me freundliche Kundgebung treuer Gesinnung, welche sie mir in warmen Worten kimd geben. Ich erwidere diese Begrüßung mit herzlichen Wünschen für ihr ferneres Wohlergehen. Friedrich, Großherzog. Das Telegramm wurde durch den Kreisvorsitzenden Schlachter auf dem Festplatz zur Kenntnis gebracht. ^ * Kleine Nachrichten aus Bade«. Am 30. Juni kommt vor dem Mannheimer Schwurgerichte der Mörder Becker zur Aburteilung. — Der 25jährige Kunstmaler Robert Schule aus Heidelberg wird seit 11. Juni vermißt. — Vom S. bis 16. Juli findet in Pforzheim das 21. Verbands schießen des badischen Landesschützeftvereins, des pfälzisch» und nnttel- rheinischen Schützenbundes statt. — Die Ehefrau KZ Stephan Kraft in Michelbach zog sich durch einen Sturz in der Scheuer w schwere Verletzungen zu, daß der Tod alsbald eintrat. An Baden-Baden findet am 23. Jüli der Verbandstag der barschen Buchbindermeifter statt. — Anläßlich des 2Sjähngen Be- I stehens des Acherner Rennvereins fanden gestern m Sichern bei gur besetzten Feldern die Jubiläumsrennen starr. Die Rennen waren außerordentlich stark besucht und verliefen ohne Zwischenfall. — Ter 24 Jahre alte Schreiner Amann von Freisten errrank beim Baden im Mühlbach bei Kehl. — Ter 13 Jahre alte Karl Niemair von Kehl wollte im Rheine baden. Er erlitt anscheinend einen Schlagcmfall mrd verschwand in den Fluten. Ter Verunglückte war des Schwimmens kundig. — In Flehingen erlirr das 10jährige Töchterchen des Schuhmachers Stäb bei Benützung eines Spirirusapparates so schwere Brandwunden, daß es starb. —> In Konstanz ist die Frau des Wagcmrevidenden a. D. Kayer beim Baden in der srädt. Badanftalt infolge Schlagansalls ertrunken. Neueste WacHricHteu unö MeLegvcrrnrne. * Kiel, 26. Juni. Seine Majestät der Kaiser besuchte heute vormittag eine; Reihe von Kriegsschiffen und Jachten, sowie die kaiserliche Werst. Um 11 Uhr fand an Bord der „Hohenzollcrn" Frühstückstafel statt. * Oldenburg, 26. Juni. Das hiesige Landgericht hat die Klage des Grafen Welsburg wegen des Thronan- spruches kostenpflichtig abgewiesen. * Oberhausen, 26. Juni. In der gestern eröffneten 10. Generalversammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter referierte der Vorsitzende der Siebenerkommission, Effert, über „Streik und Berggesetz- Novelle". Die Versammlung erklärte in einer Resolution, die Bergarbeiterschutznovelle bedeute insofern einen Fortschritt, als sie das Prinzip des patriarchalischen Arbeitsverhältnisses aufhebe, sei aber sonst in keiner Weise befriedigend. Es sei die reichsgesetzliche Regelung des Bergarbeiterschutzes zu fordern. * Darmstadt, 26. Juni. Seine Majestät König Friedrich August von Sachsen traf heute mittag hier ein und wurde von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog am Bahnhofe empfangen. Der König wird bis morgen früh hier verweilen. A Bern, 25. Juni. Die Frage der Verbindung des Simplontunnels mit Frankreich ist gegenwärtig sowohl in Frankreich, wie in der Schweiz auf der Tagesordnung. Wie bekannt, hat sich der Bundesrat prinzipiell dafür ausgesprochen, daß diese Verbindung durch die Linie Paris-Lausanne via Frasne-Vallorbe erfolgen solle, womit er den Wünschen des Kantons Waadt entsprach. Tie französische Regierung würde jedoch der Verbindung über die Linie Paris-Genf den Vorzug geben, welche durch die Führung der Trace über den Col de la Francille abgekürzt werden soll. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Herr Gauthier, hat soeben eine neue Erklärung in diesem Sinne abgegeben. Diese Lösung würde den Wünschen des Kantons Genf entsprechen, der sich mit einer Summe von 20 Millionen Francs an den Kosten der Arbeiten am Col de la Francille, die ungefähr 130 Millionen betragen würden, beteiligen will. Mittlerweile wird über diese Frage in den Journalen der Kantone Waadtland und Genf eine lebhafte Polemik geführt. Die „Revue de Lausanne" weist z. B. darauf hin, daß der Kanton Waadt durch lange Jahre für den Bau des Simplontunuels gearbeitet habe, während der Kanton Genf stets bemüht war, das Unternehmen zum Scheitern zu bringen. Die Genfer Journale, insbesondere der „Genevois", erklären, daß der Bundesrat eine schreiende Ungerechtigkeit beginge, wenn er sich nicht geneigt zeigte, sofort in neue Verhandlungen mit Frankreich zugunsten des Francille einzutreten. In den anderen Schweizer Kantonen verlangt man, daß der Bundesrat sich in seiner Entschließung bloß von allgemeinen Schweizer Interessen leiten lasse. * Paris, 26. Juni. Wie verlautet, wird sich der von der Regierung vorbereitete Amnestievorschlag auch auf die in die sogenannte Verschwörung des Hauptmanns Tam- burini verwickelten Personen erstrecken. * Trohes, 26. Juni. Der Minister des Innern, Etienne, hielt gestern hier eine Rede, in der er sagte, Frankreich sei der Gegenstand der Begehrlichkeit und der Eifersucht, weil es über seine Grenzen hinaus tätig sei und seinen Ideen auch außerhalb seiner Greifen Geltung verschaffe. Es sei der Zielpunkt derjenigen, denen es in der Verfolgung ihrer Bestrebungen hinderlich zu sein vermöge. Bewahren wir unserem Vaterlande, so schloß der Minister, sein großes Ansehen, in dem wir manchen Beweis seiner Klugheit geben; sichern wir seine Bestimmung, indem wir uns vereinigen zur Verwirklichung seines Ideals: der Gerechtigkeit und zur Entwicklung seines materiellen Wohlstandes unter dem Schutz der Armee, die wir lieben und achteft. * Rom, 24. Juni. Deputiertenkammer. Das Haus fahrt in der Bettung der Heeresausgaben für 1904/06 fort. Kriegsminffter Pedotti erklärt, indem er auf die von dem Deputierten Sqnnino angeregte Einsetzung einer parlamentarischen Kommission zur Prüfung der Heeresorganisatton hinweist, die Kriegsverwaltung hätte eine derartige Prüfung nicht zu scheuen; die Regierung werde indessen nicht ihre Zustimmung dazu geben, weil dadurch zum schweren Schaden der öffentlichen Verwaltung «ne Verwirrung hinsichtlich der Befugnisse und der Verantwortlichkeiten hervorgerufen würde. Der Minister schließt, indem er an die Kammer die Bitte richtet, den Gesetzentwurf, betreffend die Heeresausgaben, anzunehmen. Fm weiteren Verlaufe der Debatte erklärt Ministerpräsident Fortis, es soll nur ein Teil der Ueberschüfse des gegenwärtigen Budgets für die Heeresausgaben verwendet werden. Die Regierung sei der Ueberzeugung, daß vor allem für die Landesverteidigung gesorgt werden müsse. Sie könne der Einsetzung der Kommission nicht zustimmen, die den Kriegsminister unter Vormundschaft stelle. Das Haus genehmigt schließlich durch Aufstehen Pie einzelnen Artikel der Vorlage betreffend die Heeresausgaben und darnach in geheimer Abstimmung mit 174 gegen 67 Stimmen die Vorlage im ganzen. Darauf wird die Sitzung geschloffen. t Athen, 24. Juni. Nachträglich wird bekannt, daß Delyannis in letzter Zeit wiederholt Drohbriefe aus Spielerkreisen erhalten hatte, die er aber lachend in den Papierkorb warf. Die Behörde schritt zur Verhaftung mehrerer übelbeleumundeter Personen, darunter des Inhabers einer der polizeilich geschloffenen Spielhöhlen, eines gewissen Georgis Mitseas, bei welchem Ko-sta Jerakaris zuletzt angestellt gewesen war. Mitseas, welcher in strengste Jsolierhaft genommen wurde, leugnete entschieden jede Mitwissenschaft und behauptete, selbst von Jerakaris bedroht worden zu sein; nichtsdestoweniger sollen Verdachtsmomente borliegen, sah Mitseas durch Verheißung einer Geldsumme — man spricht von 4000 Drachmen — den Jerakaris, der sich infolge materieller Not in verzweifelster Stimmung befand, bewogen habe, die Ermordung des Polizeidirektors Papula ins Auge zu fassen und, als sich hierzu keine günstige Gelegenheit bot, das Attentat gegen den weniger überwachten Delyannis zu unternehmen. Gegen -Delyannis hegte übrigens Jerakaris nach seinen im Verhöre gemachren Aussagen besonderen Haß, weil angeblich Jerakaris' Vater, der Zollbeamter war, unter einer der Ministerpräsidentschaften Delyannis aus dem Dienste entlassen wurde und hierdurch die Familie des Jerakaris verarmt sei. * Washington, 26. Juni. Die Chinesen beklagten sich über die ihnen bei der Einwanderung zuteil werdende Behandlung und drohen, die amerikanischen Waren zu boykottieren, wenn nicht Abhilfe geschaffen werde. Präsident Roosevelt hat daher die Behörden unter Androhung sofortiger Entlassung angewiesen, chinesische Kaufleute und Reisende ebenso höflich zu behandeln, wie Angehörige anderer Nationen. Man ist hier der Ansicht, daß das Vorgehen der Regierung' die Schwierigkeiten im Handelsverkehr zwischen Amerika und China beseitigen werde. Deio ieHenes. Erdbeben in Skutari. Z> Konstantinopel, 25. Juni. Folgende Einzelheiten werden über die Katastrophe, von welcher Skutari d'Albania durch das Erdbeben ereilt wurde, berichtet: Seit dem Un- glückstage sind leichtere Erdstöße, verbunden mit unterirdischem Donner, bei Tag und Nacht sehr häufig, glücklicherweise ohne besonderen Schaden cmzurichtzm. Die Zahl der Toten beträgt nach kontrollierten amtlichen Angaben 116. Die katholischen Viertel haben sehr gelitten, noch mehr aber die beiden mohammedanischen Viertel Tophane und Bakeelik. Unter den Toten befindet sich kein österreichisch-ungarischer Staatsangehöriger. Die österreichisch-ungarischen Anstalten haben dagegen sehr gelitten; am meisten das Kloster der Ststnatinerinnen, dessen Wiederherstellung gänzlich ausgeschlossen ist. Die Schule der Franziskaner und das Kloster Gjuhadol werden einer sehr gründlichen Neuherstellung bedürfen. In letzterem wurde Pater Ugostino Glasnovic am Fuße und am Rücken verletzt. Die Mädchenschule der Stimatinerinnen wird sich leichter Herstellen lassen, ebenso das Mälissorenheim, deren Fnternatszöglinge inzwischen in ihre Heimat entlassen wurden. In der Jesuitenkirche und Kathedrale stürzte das Mittelstück des linken Seitendaches mit einem Stück Mauer ein, und zwar gereckte während der Frühmesse, welche zahlreiche Andächtige versammelt hatte, unter denen große Panik entstand, so daß zwei Frauen erdrückt und mehrere Personen verletzt wurden. Sehr mitgenommen erscheint die erzbischöfliche Residenz, die sich nur durch eine umfassende Rekonstruktion wieder bewohnbar machen läßt. Das gleiche gilt vom Franziskanerkloster in Aramadke. Auch das Gebäude des Generalkonsulats hat ziemlich stark gelitten und bedarf wochenlanger Reparaturen; das Generalkonsulat amtiert derzeit in den ebenerdigen Zimmern und unter Zelten im Garten, ebenso die Post. Daß die beiden Aemter nicht gesperrt wurden und ohne Unterbrechung funktionieren — zum Unterschied von anderen fremden oder türkischen Aemtern — macht ans die Bevölkerung einen guten Eindruck. Die Garnison hatte im ganzen nur 30 Zelte, welche der Bali an die höheren Beamten, Notablen und' Konsulate verteilte. Es wurden zwei türkische Kommissionen eingesetzt, eine zur statistischen Aufnahme des Schadens, die zweite für die Verteilung der Spende des Sultans, die aber beide etwas langsam funktionieren. tz Paris, 26. Juni. Die Blättermeldungen über den Manöverunfall bei Lyon erweisen sich als übertrieben. Es wurden dabei ein Offizier und etwa zehn Soldaten verwundet, doch kamen keine tödlichen Verletzungen vor. tz Kopenhagen, 26. Juni. (Telegr.) Von den beim Untergang des Schulschiffes „Georg Stage" Geretteten mußten vier, weil sie Verletzungen hatten, ins Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzungen sind anscheinend nicht lebensgefährlich. Das Wetter war bei dem Zusammenstoß trübe, aber nicht unsichtig. Der Dampfer „Ancona" erlitt auf der Backbordsette an der Wasserlinie ein Leck und mußte ausge- hessert werden. Die Hafenbehörde hat der „Ancona" die Weiterfahrt verboten bis völlige Aufklärung über den Zusammenstoß geschaffen ist. Nur eine Leiche ist bis jetzt gefunden. tz St. Petersburg, 26. Juni. In einem weit außerhalb der Residenz gelegenen Artillertzepolygon ereignete sich am Samstag eine Explosion in der Füllaüteilung, in der zwei Mann unter Leitung einens Obersten ein dreizölliges Geschoß zu Schietzversuchen mit einem neuerfundenen Sprengstoff füllten. Alle drei Personen kamen ums Leben. Der Füllraum wurde zerstört. Wetterbericht des Zentralbureaus für Meteorologie und Hydr. vom 26. Juni 1905. Die Luftdruckunterschiede sind heute geringe. Ein barometrisches Maximum bedeckt Nord- und Osteuropa, während die westliche Hälfte des Festlandes von verhältnismäßig niedrigem Druck bedeckt wird, der flache Minima über den Niederlanden und über Süddeutschland enthält. Das Wetter ist im Westen des Reiches vielfach wolkig, im Osten dagegen heiter und dabei sehr warm (Mprgeniftmperaturen bis zu 25 Grad). Warmes Wetter mit Gewitter ist zu erwarten. Wetternachrichte« aus dem Süden vom 26. Juni 1905, früh. Lugano wolkenlos 14 Grad; Biarritz wolkenlos 21 Grad; Nizza heiter 19 Grad; Triest Regen 16 Grad; Florenz wolkig 17 Grad; Rom heiter 21 Grad; Cagliari haMedeckt 22 Grad; Brindisi wolkenlos 21 Grad. Wttter»»,»de,d«cht»»,e« der Meteor,!,,. Statt«, «arlsr»,» Juni Barom. wm TLerui. in 6. »bsol. K-ucht. Fruchtigkeit i» Pro». 24 Nachts 9"U. 7523 14 5 11°s° 94 25.Mrgs. 7"U. 751.0 138 98 84 25. MittgS.2«U. 750.3 15.5 12.2 93 25. NachtS S"- U. 750 6 17.5 13.8 93 26.MrgS. 7-U. 751.4 16.0 10.1 75 2« MillgS.2'« U 750.1 23.5 12.1 57 Himmel NW NE „ bedeckt') NW W NW heiter heiter >) Gewitter und Regen. Höchste Temperatur uuk ilmMem KM. L°"z,L- d.->- Literarische Mitteilungen der Annalen des deutschen Reichs: „Eine recht verständig geschriebene Erstlingsarbeit, die ein gutes Bild des schwierigen und in vielen Punkten bestrittenen Lagerscheinrechtes gibt". Z« beziehen durch jede Buchhandlung. 1 Goldene Medaille Kruotiikiklenllkn Paris 1896 empfehle meine beliebten, Tag und Nacht tragbaren olrirs Leib- und Vorsallbinden, Geradehalter, Gummtstrümpfe usw. Zahlreiche Anerkennungsschreiben. Mein langjähriger erfahrener Vertreter ist wieder mit Mustern anwesend in Lurlsrirl»«: Freitag» de« 3V. Juni, 9—5 Uhr, Hotel „Alte Post". Das bisher getr. Bruchband ist mitzubringen. T.286 l.. kogisvk, kanliagsnlabi-ik, 8tutigart. — 2 ,0 dkl 3' . IM Iaht 1875 dkit. Von den Schuldverschreibungen obigen Anlehens sind planmäßig auf 1. Februar 1906 je 159 Stück zu 2000, 1000, 500, 300 und 200 M. im Gesamtbeträge von 636000 M. zu tilgen. Die Auslosung dieser Gchuldverschreibungen wird Samstag, de» Juli d. Js., vormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftszimmer Nr. 10 öffentlich vorgenommen werden. Karlsruhe, den 24. Juni 1905. T.345 Grotzh. Staatsschuldenverwaltung. Schreibgehilseustcllc, mit 600 M. Jahresvergütung ist auf 1. Juli d. I. bet diesseitiger Stelle zu besetzen. Inzipienten wollen sich alsbald melden. T.351 Kehl, 16. Juni 1905. Grotzh. Notariat II Bekanntmachung. Bei der heute gemäß dem Tilgungsplane vor dem Großhrrzogl. Notar stattgehabten Ziehung der städtische« Aulehe« von den Jahren 1884 und 1896 find als ordentliche Tilgungs- Quote Pro 1905 folgende Parttal- Obltgationen gezogen worden: 1. Bom Jahre 1884: Int. 4.. Nr. 36, 47 u. 62 zu je 1000 M. 8it. 8. Nr. 26, 116, 127 u. 139 zu je 500 M. 81t. 0. Nr. 107 zu 200 M. S Bom Jahre 1896: 8it. tl. Nr. 75 zu 2000 M. 81t. 8. Nc. 31 zu 200 M. Hiervon werden die beteiligten Obligation sinhaber mit dem Bemerken in Kenntnis gesetzt, daß obenbezeichnete Obligationen auf 30. Dezember 1905 zur Heimzahlung gekündigt werden und mit diesem Zeitpunkt die Verzinsung aufhört. Die Zahlung erfolgt in der letzten Woche des Monats Dezember d. I bei der Stadtverrechnung dahier gegen Rückgabe der ausgelosten Schuldverschreibungen, sämtlicher noch nicht ver- fallenen Coupons, sowie Talons. Neue Zinsscheine (Couponsbogen) vom 1884er Anlehen können ebenfalls in Empfang genommen werden. Douaueschiuge«, 21. Juni 1905. Der Gemeiuderat. Fischer. T.352 _ Kipphan. Nutzholz-Verkauf. Grotzh. Forstamt Herremmes in Korb ach (Baden) verlauft mit Borg- frist bis 1. März 1906 und unter den sonst üblichen Bedingungen aus Domänenwaldungen: T.342.2.1. 4 Buchenklötze, 573 Nadelholz- tämme I., 856 II.. 761 III., 1840 fV., 532 V.; 313 NadelholMtze I.. ^10 II.. 270 III., 178 Nadelholz- Hschnitte I., 416 II., mit zusammen §98 Festmeter. Das Forstamt versendet auf Versagen Losverzeichnisse. Die Ajnge- «te, auf den Festmeter lautend, find erschlaffen, entsprechend überschrieben längstens bis Freitag den 14. Juli an bas Forstamt einzusenden oder am 15. Juli, zwischen 10 und 11 Uhr, in Herrenwies an den Forstamtsvorstand abzugeüen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt am 15. Juli. 11 Uhr vormittags, 'im „Auerhahn" in Her- crntoies. T.341.2.1. Nr. 9572. Brette». Das Grotzh. Amtsgericht Bretten hat folgendes Aufgebot erlassen: Der Landwirt Wendel Brandner in RinklirHgen als Abwesenheitspfleger hat beantragt, den verschollenen, am 8. November 1828 in Ruith geborenen Johann Martin Stotz» zuletzt wohnhaft in Rinklingen, für tot zu erklären. Der bezeichnste Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf Donnerstag den 15. März 1906 vormittags 9 Uhr, vor dem Unterzeichneten Gericht qn- beraumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Bretten, den 20. Juni 1905. Grotzh. Amtsgericht. Gerichtsschreiberei. Wenk. Konkursverfahren. T.337. Nr. 4533. Ueberlingen. lieber das Vermögen der Bertha Jll geborene Wickenhauser-in Ueberlingen wurde heute am 23. Juni 1905, nachmittags 6 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsagent Johann Nist in Ueberlingen ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 27. Juli 1905 bei dem Gerichte anzumelden. Es ist Termin anberaumt vor dem diesseitigen Gerichte zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines andern Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in H 132 der Konkursordnung bezeichnen Gegenstände .auf Mittwoch den 12. Juli 1905, vormittags halb 11 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag den 27. Juli 1905, vormittags 10 Uhr. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse, etwas schuldig sind, ist aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sähe abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 12. Juli 1905 Anzeige zu machen. Ueberlingen, den 23. Juni 1905. Großherzogliches Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber. C. Beck. Konkursverfahren. T.319. Nr. 6134. Oberkirch. Ueber das Vermögen des Jagdaufsehers Karl Kilchling in Oedsbach wird heute am 23. Juni 1906, vormittags halb 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da er seine Zahlungen eingestellt hat. Der Rechtsagent K. L. Spähnle hier wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. Juli 1905 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird Termin anberaumt vor dem diesseitigen Gerichte zur Beschlußfassung Wer die Weiibehaltung des ernannter! oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Jestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in Z 132 der Konkursordnung bezeichne- ten Gegenstände, sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Dienstag den 18. Juli 1905, vormittags halb 10 Uhr. Allen Personen, welche eine zur Konkurmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinfchuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus . der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 10. Juli 1905 Anzeige zu machen. Grotzh. Amtsgericht, gez. Waag. Dies veröffentlicht: Oberkirch, den 23. Juni 1906. Schneider» AnÄsgerichtssekretär. Konkursverfahren. T.338.. Nr. 6549. Mannheim. Das Konkursverfahren Wer den Nachlaß des Kaufmanns Oskar Friedrich Wilhelm Krieg in Mannheim wurde durch heutiges Gerichtsbeschluß nach Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben. Mannheim, den 21. Juni 1905. Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts 4: Mohr. Bekanntmachung. T.339. Durlach. Das Konkursverfahren Wer den Nachlaß des Schlossermeisters Theodor Pellisier in Durlach wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins und Vornahme der Schlußverteilung ausgehoben. Durlach, den 17. Juni 1905. Grotzh. Amtsgericht, gez. Bechtold. Dies veröffentlicht: Der Gerichtsschreiber: Frank. Konkursverfahren. T.340. Heidelberg. Im Konkurs Wer das Vermögen des Kaufmanns Johannes Flory in St. Ilgen wird die Schlutzverteilung erfolgen. Dazu sind ca. 2800 M. verfügbar. Nach dem auf der Gerichtsschreiberei Abteil. II Gr. Amtsgerichts dahier niedergelegten Verzeichnis sind dabei 9924,18 M. nicht bevorrechtigte Forderungen zu berücksichtigen. Heidelberg, den 24. Juni 1905. Winter, Konkursverwalter. T.343. Nr. 8158. Freiburg i. B. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Freiburg belegen«, im Grundbuche von Freibnrg Bd. 77 Heft zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Karl Hug, Konditor hier, eingetragene, nachstehend beschriebene Grundstück am Freitag den 11. August 1905, vormittags 10 Uhr, durch das Unterzeichnete Notariat in dessen Diensträumen versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 22. April 1905 in das Grundbuch eingetragen worden. Die Einsicht der Mitteilungen des Grundbuchamrs, sowie der übrigen das Grundstück betreffenden Nachveisun- gen, insbesondere der Schätzungsurkunde, ist jedermann gestattet. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zurzeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, spätestens im Verstcigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebotes nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens hcrbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Flächeninhalt 1 a 13 gm Münsterplatz Nr. 20, Hofreite. Hierauf steht: n. ein einstöckiges Wohngebäude mit Balkenkeller und Kniestock, d. ein vierstöckiges Treppenhaus mit Hofüberdachung, c. eine vierstöckige Werkstätte mit Wohnung; ess. 963, ass. 967. Schätzung 45 000 M. Freibnrg, den 23. Juni 1905. Großh. Notariat I als Bollstreckungsgericht. Müller. Großh. Bad. Staat»- Eisenbahnen. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur Erstellung einer Trinkwasserleitung für die Station Gutach b. H. sollen vergeben werden: o. Herstellen von Quellfassungen. d. Herstellen von 2 Brunnenstuben und einem Hochbehälter von 10 Kubikmeter Fassungsraum aus Zementbeton. c. Liefern und Verlegen von 560 lfd. Meter gußeisernen Muffenröhren von 70, 60 und 50 Millimeter Lichtweite, der erforderlichen Gar- niturstücke und Herstellen der Rohrgräben. ck. Liefern und Verlegen von 80 lfd. Meter galvanisierten, schmiedeisernen Röhren von 40, 25 und 20 Millimeter Lichtweite, der erforderlichen Garniturstücke und Her« stellen der Rohrgräben. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen auf meinem Geschäftszimmer zur Einsicht auf und werden dort die Angebotsbogen abgegeben. Eine Zusendung der Bedingungen und Zeichnungen nach auswärts findet nicht statt. T.344.2.1. Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens bis Donnerstag den 6. Juli, abends 6 Uhr, einzureichen. Die Zuschlagssrist beträgt 3 Wochen. Billingen, den 23. Juni 1905. Der Gr. Bahnbauinspektor. T. 231.3. Nr. 4263. Mannheim. Großh. Bad. Staat»- Eisenbahnen. Berdingung. Die Herstellung des Unterbaues urcki der Wegeanlagen für den Bau der normalspurigen Nebenbahn von Rheinau nach Brühl und zwar im wesentlichen ^ettva 9000 cdm Erdbewegung, „ 9000 gm Böschungen, „ 3400 gm Chaussierung, „ 7000 gm geschotterte Para- Mwege, „ 1100 m Längs- und Ouer- sickerungen, „ 3600 m Oberbau legen und regulieren, „ 4000 cbm Beschoüernngsar- arbeit (ohne Materiallieferung) , soll öffentlich vergeben werden Das Bedingnisheft mit Plänen und Zeichnungen liegt auf meiner Kanzlei zur Einsicht auf, woselbst auch Verdrn- gungsanschläge erhöben werden können. Die Verdingungsunterlagen werden nach auswärts nicht abgegeben. Die Bahnlinie nebst Wegen ist in Natur durch Profile sichtbar gemacht. Angebote sind frei, verschlossen und mit der Aufschrift „Bahnbau Rheinau—Brühl" bis zum Eröffnungs- termin am Freitag den 30. Jnnr d. I., nachmittags 5 Uhr, dem anzuwohnen den Bewerberin freisteht, an mich einzureichen. Mannheim, den 17. Juni 1905. Gr. Bahnbauinspektor. T.350. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats Menbahnen. Die im Absatz 4 des 8 7 des Trans- portregelementes der schweizerischen Eisenbahn- und Dampffchiffunterneh- mungen, vom 1. Januar 1894, enthaltenen Vorschriften, betreffend die Taxberechnung für Extrazüge, werden auf 30. Juni 1905 ohne Ersatz aufgehoben. Ferner werden mit Gültigkeit vom 1. Juli 1905 Bestimmungen Wer die Annahme und Verpackung von Kali, übermangansaures, Mähmaschinen und Futterschneidemaschinen in die Anlage V zum schweizerischen Trcms- pcrtregelement ausgenommen, kehrsbureau. Karlsruhe, den 23. Juni 1905. Grotzh. Generalöircktion. T.346. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit Wirkung vom 4. September 1905 wird die Bestimmung, wonach für die Wagenladungsgüter der Station Freiburg-Wiehre, insoweit sich deren Verkehr Wer Freibnrg Hauptbahnhof bewegt, die Frachtsätze für letztere Station Anwendung finden, sowohl im inneren badischen, als auch in sämtlichen direkten Güterverkehren, in welchen diese Maßnahme durchgeführt war, aufgehoben. Von diesem Zeitpunkte ab iuerden hiernach für Freiburg-Wiehre stets die regelrechten Frachten berechnet. Die unterm 24. August 1900 bekannt gegebene Verfügung, nach welcher mit Wirkung vom 15. September 1900 diejenigen Wagenladungsgüter, welche für die in den Stadtteilen südlich der Dreisam, sowie östlich der Kaiserstrahe und südlich der Salz- stratze in Freiburg wohnenden Empfänger bestimmt sind, auf den Wiehrebahnhof daselbst verwiesen werden, tritt ebenfalls am 4. September 1905 außer Kraft. Karlsruhe, den 21. Juni 1905. Grotzh. GeneralMrettion. T.347. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir haben die Lieferung von 19 dreiachsigen Abteilwagen I. und II. Klasse, 6 vierachsigen Durchgangswagen! I., II. und III. Klasse mit Seitengang, 17 zweiachsigen , Bahndienstwagen mit Bremse zu vergeben. Die für die Lieferung der Wagen maßgebenden Bedingungen und Zeichnungen werden von unserem maschinentechnischen Bureau gegen vor- gängige Einsendung von 3 Mark abgegeben. Postfreie, verschlossene, mit dev Aufschrift „Wagenvergebung" versehene Angebote sind spätestens im Laufe des 22. Juli 1905 bei der Unterzeichneten Stelle einzureichen. Karlsruhe, im Juni 1905. Grotzh. Generaldireknon. T.348. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Am 1. Juli l. I. treten der Nachtrag IX zum Tarifheft, Teil II, sowie der Nachtrag XV zum Tarifheft 4 (Verkehr mit Baden) des ost-mittel- südwestdeutschen Verbandsgütertarifs in Kraft. Sie enthalten Aenderrmgeni und Ergänzungen der Haupttarife. Die Entfernungen und Frachtsätze für die Station Mannheim Bad.B. werden vom genannten Zeitpunkte an aufgehoben. Die Abfertigung nach und von Mannheim findet ausschließlich im preußisch-hessischen Staatsbahnverkehv' statt. Die Entfernungen und Frachtsätze für die Stationen Eppingen, Jagstfeld, Jmmendingen, Schiltach u. Billingen gehen zum Teil in das Tarifheft 6 (Verkehr mit Württemberg) Wer. Nähere Auskunft erteilt das Verkehrsbureau, sowie die Güterabfertigungsstellen. Karlsruhe, den 22. Juni 1905. Grotzh. Generaldrrektion. T.349. Karlsruhe. MmMiM - LWznW Zum Tarifheft 1» besondere Be4 stimmungen und Entfernungen für deck direkten Güterverkehr enthaltend, ist mit Gültigkeit vom 1. Juli l. I. dsk I. Nachtrag erschienen. Er ertthäli verschiedene Aenderungen und Ergänzungen des Haupthestes und kanll von den beteiligten Verwaltungen un» von unserem Verkehrsbureau unentgeltlich bezogen werden. Karlsruhe, den 24. Juni 1905. Namens der beteiligten Verwaltung^» Großh. Generaldirektton der Bad. Staatseisenbahnen.