K«rlsr«lirk Zeitung TorruerstaA, 7. Januar. Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anreisen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. EiurückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18 S 2 . Rmtlicher Theil. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter'm 18. Dezember 1891 gnädigst geruht, den Revisor Heinrich Philipp bei der Generaldirektion der Staats- eisenbahncn wegen leidender Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Sich unter dem 28. Dezember 1891 gnädigst bewogen gefunden, dem Wachtmeister Klaus im Königlich Preußischen Garde-Kürassier-Regiment in Berlin die kleine goldene Verdienstmedaille zu verleihen. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern vom 31. Dezember 1891, Nr. 31 459, wurde Registratur- assistenl Karl Wagner beim Verwaltungsrath der General- drandkasse zum Registrator daselbst ernannt. Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 6. Januar. Der „Temps" hat sich aus New-Aork melden lassen, daß der deutsche Gesandte in Santiago die Vermittlung Deutschlands in dem Streitfälle zwischen Chile und den Vereinigten Staaten von Nordamerika angeboten habe. Diese Nachricht ist, wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" feststellt, durchaus unbegründet. Wir haben schon gestern im Anschlüsse an eine Nachricht des „New- Aork Herald" aus Valparaiso, nach welcher die chilenische Regierung ein sehr entgegenkommendes Entschuldigungsschreiben an die Regierung der Vereinigten Staaten gerichtet hat. die Meinung ausgesprochen, daß nach diesem entgegenkommenden Schritte Chile's vielleicht die ganze Sache zwischen den beiden betheiligten Regierungen allein und somit ohne Vermittlung einer dritten Macht beigelegt werden wird. Die Nachricht des „New-Aork Herald" von der Entschuldigungsnote des chilenischen Kabinets ist vollständig zutreffend. Aus London wird darüber berichtet: „Erkundigungen, die von dem Reuter'schen Bureau bei der chilenischen Gesandtschaft eingezogen worden sind, bestätigen die Meldung des New-Aork Herald, daß die chilenische Regierung gegenüber den Vereinigten Staaten ihr aufrichtiges Bedauern über den Pöbelangriff auf die Matrosen der „Baltimore" ausgedrückt hat." Dem italienischen Ministerpräsidenten Marchese di Ru- dini ist von Kaiser Franz Josef das Großkreuz des Stephans-Ordens verliehen worden. Man darf in dieser Auszeichnung wohl eine Anerkennung für die Verdienste erblicken, die Rudini sich durch seine umsichtige Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Italiens auf rein politischem Gebiete und durch seine treue Pflege der Dreibundspolitik erworben hat, zugleich aber sicherlich auch eine Anerkennung für die Thätigkeit des italienischen Staatsmannes bei dem Abschluß der Handelsverträge. Uebrigens wird der Marchese di Rudini, wenn nicht vor dem Wiederzusammentritt der italienischen Kammern weitere Veränderungen im Kabinet eintreten, die Handelsverträge auch als Ressortminister zu vertreten haben. Bekanntlich hat Rudini an Stelle des zum Justizminister ernannten Chimirri die Leitung des Ackerbauministeriums übernommen, mit welchem das Handelsministerium verbunden ist. Es bedeutet dies nur ein Provisorium, Rudini wird aber das Ackerbau- und Handelsressort jedenfalls so lange führen, bis zwischen der Regierung und den parlamentarischen Anhängern des früheren Finanzministers Giolitti eine Verständigung erzielt ist, auf Grund deren ein Mitglied der Gruppe Giolitti als Ackerbauminister in die Regierung eintritt. Es ist nicht bekannt geworden, welche Fortschritte diese Verhandlungen in der jüngsten Zeit gemacht haben; vielleicht können sie erst zum Abschlüsse gebracht werden, wenn die Abgeordneten sich wieder zur Aufnahme ihrer Thätigkeit in Rom zusammenfinden. Die Weihnachts- und Neujahrspause des italienischen Parlaments erreicht am 14. Januar ihr Ende. In einer Nachtragsdepesche theilten wir in der gestrigen Nummer dieses Blattes mit, daß die Agitation gegen das Tabaksmonopol in Persien und die damit zusammenhängenden Ruhestörungen fortdauern. Der Tabakputsch in Persien hat allem Anscheine nach eine ernstere Bedeutung, als die ersten Berichte angedeutet hatten, und scheint noch auf längere Zeit hinaus der Regierung des Schah Verlegenheiten bereiten zu sollen. Wie seinerzeit gemeldet, entstand die Bewegung durch die Abneigung der Raucher gegen das für sie etwas kostspielige Tabakmonopol und nahm durch die Einmischung der hohen mohamedanischen Klerisei den Charakter einer religiösen Auflehnung wider eine angebliche Verletzung der frommen Gefühle der moslemischen Landeskinder an. In Wirklichkeit gestaltete sich aber die Sache zu einer sehr wirksamen Agitation gegen den Einfluß der Fremden, und insbesondere der Engländer, und gegen die Versuche derselben, mit Hilfe ihrer großen Kapitalskraft festeren Fuß im Lande zu fassen. Nasr-Eddin-Schah hatte auf seiner letzten Rundreise durch Europa sowohl in Petersburg als in London Finanzgeschäfte entrirt. Die Verträge mit russischen Kapitalisten sicherten diesen den eventuellen Bau einer Eisenbahnlinie aus Transkaukafien nach Teheran, sowie die Anlage von Straßen im Grenzgebiete. In London sollen viel umfangreichere Geschäfte gemacht worden sein. Zu diesen Geschäften gehört unter anderm auch die Verpachtung des Tabakmonopols an eine Gesellschaft englischer Unternehmer. Dritthalb Jahre brauchte es Zeit, bis das Monopol in Persien eingeführt und die entsprechenden fiskalischen Vorkehrungen zur Ausnützung desselben getroffen wurden. Als endlich Ernst gemacht wurde mit dem Monopol, machte sich eine allgemeine Unzufriedenheit im ganzen Lande bemerkbar. Fremdem Einflüsse soll es gelungen sein, die Mollahs zu überzeugen, daß der Genuß des Monopoltabaks mit den Satzungen des Koran im Widerspruche stehe. Thatsache ist. daß die Priesterschaft, sonst stets in Gehorsam dem Schah ergeben, sich erkühnte, ein Rauchverbot zu erlassen, infolge dessen alle Frommen im Lande auf Cigarretten und Nargileh verzichteten und der Schah sich genöthigt sah, das Monopol schlankweg aufzuheben, ohne alle Rücksicht auf seine Verträge mit den Engländern. Ungeachtet dieser Beseitigung des Monopols dauert die Bewegung fort und richtet sich nun gegen alle Fremden, welche der fanatische Pöbel vertrieben wissen will. Die Regierung selbst ist dadurch in ein Dilemma gerathen, da sie selbst, verständlich für die Aufrechthaltung der Verträge verantwortlich gemacht wird. Die Berufsgeuossenschaften leiten gegenwärtig die Arbeiten zur Ausbringung der für das Jabr 1891 fällig gewordenen Beitrage der Belriebsunternehmer ein. Außer den von der Post verauslagten und sonstigen Entschädigungsbedyäqen sowie den Verwaltungskosten sind hauptsächlich auch die Abschläge zur Bildung des Reservefonds zu decken. Die letzteren betragen für das » Jahr 1891 60 Proz. der Entschädigungsbeträge. Von nun an vermindern sich diese Zuschläge von Jahr zu Jahr um 10 Proz. Sie werden zum letztenmale für da« Jahr 1896 in Höhe von 10 Proz. der Entschädigungen erhoben werden. Diejenigen Berufsgenoffenschaften, welche dann bereits einen Reservefond an- gesammelt haben werden, welcher ihren doppelten Jahrcsbedarf erreicht, werden von 1897 an die Zinsen des Reservefonds zur Deckung der Genoffenschaftslasten verwenden können. Deutschland. * Berlin, 5. Jan. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen am heutigen Vormittag eine gemeinsame Spazierfahrt nach dem Thiergarten. Von derselben zurückgekehrt, arbeitete der Kaiser mit dem Chef des Militärkabinets, General v. Hahnke, und nahm sodann militärische Meldungen entgegen. Am Nachmittag empfingen der Kaiser und die Kaiserin den aus Darmstadt hierher zurückgekehrten Erbgroßherzog von Hessen und nahmen mit demselben das Frühstücksmahl ein. — Der Bundesrath hat in der Sitzung vom 22. Dezember in Gemäßheit des § 1 des Gesetzes betreffend die Rechtsverhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten, vom 31. Mai 1887, beschlossen: daß den kaiserlichen Beamten, welche in den deutschen Schutz- gebieten eine längere als einjährige Verwendung gefunden haben, die daselbst zugebrachte Dienstzeit bei der Pensionirung doppelt in Anrechnung zu bringen ist. — Das Präsidium des Reichstags hat, wie Berliner Blätter mittheilen, im Einvernehmen mit der Regierung d:e Absicht, die Reichstagssession, wenn irgend möglich, vor Ostern zu Ende zu bringe«. Die Ausführbarkeit dieses Vorhabens erscheint, zumal nach der raschen Erledigung der Handelsverträge, auch nicht ausgeschlossen. Eröffnung der Lokalbahn Vühl-Rehl. —o. Endlich war der Tag gekommen, wo den fleißigen Bewohnern des Hanauerlandes und der angrenzenden Bezirke die lang ersehnte Eisenbahn gegeben werden sollte. Ueberall herrschte dankbare Freude für diese dem Landstrich gewährte Wohlthat und diese Freude steigerte sich, als bekannt wurde. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, unser allgeliebter Landes- valer, werde der Eröffnungsfabrt anwohnen und dadurch dem Feste seine rechte Weihe geben. Die Bahnhöfe der ganzen Linie, die übrigens sämmtlich einen sehr guten Eindruck machen, wurden festlich geschmückt und auch die Ortschaften selbst batten ihr schönstes Festtagsgewand angelegt. Nur das Wetter war nichts weniger als festtäglich, was aber trotzdem der Festesstimmung einen Eintrag nicht zu machen vermochte. In Bühl traf Seine Königliche Hoheit der Großherzog gegen 11 Uhr am Montag Vormittag ein, von den Spitzen der staatlichen und Gemeindebehörden festlich empfangen und von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Seitens der Regierung waren erschienen die Herren Finanzminister 1>r. Ellstätter» Staats- rath Eisenlobr» Generaldirektor Geh. Rath Eis enlohr» Geh. Oberfinanzrath I>r. Zittel, Landeskommifsär Ministerial- rath Bechert und Geh. Regierungsrath Reinhard. Aus Straßburg waren eingetroffen die Herren Staatssekretär v. P u tt- kamer, Unterstaatssekretär v. Sch raut, Bezirkspräsident Frhr. v. Freyberg und Bürgermeister Back. Ferner bemerkten wir die Herren Oberbürgermeister G ö n n e r-Baden, vr. Schlusser - Lahr, die Herren Bürgermeister Schweiß- Offenburg und Reichstagsabgeordneten R eich er t - Baden. Außerdem waren hohe Militärs und zahlreiche andere hochgestellte Persönlichkeiten zum Empfang des Fürsten zugegen. Die Vereine von Bühl: die Gesangvereine. der Militärverein, die Feuerwehr hatten auf den Perrons Aufstellung genommen und drei weißgekleidete Jungfrauen harrten der Ankunft des hohen Herrn, um Höchstdemselben ein prachtvolles Bouquet zu überreichen. Im Lokalbahnhof fand zunächst die Vorstellung sämmt- Ircher Erschienenen statt, worauf' der Großherzog die Vereine aufs freundlichste begrüßte. Im Staatsbahnhof wurde ein Frühstück eingenommen und dann in deu reich geschmückten Wagen die Festfahrt auf der neuen Bahn angetreten. Für unfern Landesherrn war es ein wahrer Triumphzug, der nunmehr begann. Aus allen sechszehn Stationen der Bahn (Vimbuch, Balzhofen, Oberbruch, Moos, Hildmannsfeld. Schwarzach, Lich- tenau-Ulm, Scherzheim, Helmlingen-Muckenschopf, Memprechts- hofen, Freistett, Rbeinbischofsheim, Biershcim» Honau, Leutesheim, Auenheim) hallte bei der Einfahrt des Zuges unter Böllerschüssen und Glockengeläutc dem Großherzog begeisterter Jubel entgegen, der sich wiederholte, wenn der Zug weiterfuhr. Ueberall verließ Seine Königliche Hoheit den Wagen, um die von innigem Danke durchdrungenen Ansprachen der Gemeindevorsteher entgegenzunebmen; überall aber auch begrüßte der Großherzog die Vereine und die Lehrer mit den Schulkindern und bis der Zug in Kehl einlicf, hatte sich der Wagen des Großherzogs in einen wahrhaften Blumengarten verwandelt, von all' den prächtigen Bouquets, die Höchstdemselben überreicht worden waren. Ein längerer Aufenthalt wurde in Lichtenau-Ulm gemacht, wo die Bürgermeister des Bezirks dem Großherzog vorgestellt wurden. Herr Landtagsabgeordneter Hauß hielt eine Ansprache, i» der er dem unterthänigsten Danke für die Bahn Ausdruck gab. Bon Lichtenau aus fiel die gefällige Hanauertracht angenehm auf. Ein besonders schöner Empfang wurde dem Großherzog in Auenheim bereitet, wo der Kirchthurm es war schon dunkel geworden — in Hellem Lichte erstrahlte. Doch es wäre ein Unrecht, wollte man den einen oder anderen Empfang besonders hervorheben, denn alle trugen den Stempel so treuer Herzlichkeit, wie ihn nur ein seinen Fürsten über alles liebendes Volk bereiten kann, eine Liebe, die sich auf väterliche Gegenliebe gründet. Nach beinahe sechsstündiger Fahrt traf der Festzug um 6 Uhr Abends in Kehl ein, das, hell erleuchtet, ebenfalls reichen Flaggen- und Guirlandenschmuck trug. Die Volksmenge, die dem Großherzog hier zujubelte, war so dicht, daß der Zug nur langsam sich fortbewegen konnte, bis er vor dem Gasthof „zum Salmen" anhielt. Die Kapellen des Infanterieregiments Nr. 126 und des Pionierbataillons spielten die Nationalhymne und der Großherzog nahm auch hier die Begrüßungen entgegen. Gegen 7 Uhr nahm sodann im „Salmen" ein Festmahl seinen Anfang, dem der Großherzog aber leider nur kurze Zeit anwohnen konnte» da die Rückreise nach Karlsruhe auf halb 8 Uhr angesetzt war. An der Festtafel nahm außer den schon genannten Personen auch der kommand,rende General des 15. Armeecorvs, General der Infanterie v. Lewinski aus Straßburg, Theil. Die Tafelmusik wurde von der Kapelle des Infanterieregiments Nr. 126 ausgesührt. Die an den Großherzog gerichtete Begrüßungsansprache bei der Festtafel hielt Herr Oberamtmanu Teubner von Kehl. Dankerfüllt würdige man die hohe Gnade, die den erhabenen Landessürsten an dem für diese Gegend so bedeutungsvolle» Tage hierher geführt. „Schön ist das Fest, auch die Enkel werden cs rühmen, zum bleibenden Gedenken sei es wie ein erfüllter Wunsch, der lange Jahre den Sinn des Volkes im Hanauerlande bewegte, und der unter der gesegneten Regierung Ew. Königlichen Hoheit sich erfüllet hat. Nach den fruchtbaren Abhängen unserer Berge, wo in Städten und Dörfern fleißige Hände im Gewerbe schaffen, wo aus Wald und Feld der Arbeit reicher Lohn erwächst, hierhin wie in die badische Hcimatb führt das Dampfroß. Und nach dem Rhei»c zieht es seine Bahnen, dort in Straßburg, der ehrwürdigen, mächtig erblühenden Reichsstadt, dem Nachbarn die Hand zu reichen. Ein Stück Land ist dem Verkehr erschlossen, das sich kühn mit dem besten ,m Reiche messen darf. Das arbeitsame, tüchtige, das treue Volk, das hier seine Heimstätte hat, es wird di- Wohlthaten. oie ihm geworden, nützen zum Guten. Voll Dank ist dies Volk für seinen gnädigen Landesherrn. Ist sich dasselbe doch bewußt, welche weise Prüfung, welche hochherzige Förderung bei ihm sein Anliegen erfahren hat. Ist diesem Volke doch in die Seele geschrieben. wo eS seinen besten Freund findet in deu Sorgen deS Lebens. Was in aller Herzen so wahrhaft lebt, das auch ich in solch feierlicher Stunde vor des Fürsten Angesicht verkünde, die Stätte, die Großherzog Friedrich von Baden betrat. sie sei geweiht." Ein von der Festversammlung jubelnd aufgenommenes Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog schloß die herzliche Ansprache. Der Direktor der Straßenbahngesellschaft, die die Linie gebaut und betreibt, Herr Blum - Auscher aus Straßburg, toastete auf Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin. Bald darauf erhob sich Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog, um zur Festversammlung zu sprechen. Höchftderselbe sprach etwa Folgendes: Denn die wichtigsten der noch in Behandlung begriffenen Vorlagen, der Reichshaushalt und das Srankenkaffengesetz. können verhältnißmäßig rasch erledigt werden. Einige Vorlagen, deren Einbringung bisher al« wahrscheinlich bezeichnet war. scheinen nicht mehr für die gegenwärtige Reichstagssession bestimmt zu sein, sodaß sich der Arbeitsstoff de» Reichstags nicht mehr allzustark erweitern dürfte. — Nach einer Meldung auS Bern ist die schweizerische Bundesversammlung zur Ratifikation der neuen Handelsverträge auf den 18. Januar einberufen worden. — Dem preußischen Gesandten beim Vatikan, Kurt v. Schlözer (geboren am 5. Januar 1822), zollen hiesige Blätter aus Anlaß seines 70. Geburtstag« volle Anerkennung für sein wissenschaftliches und diplomatisches Wirken. Die „Nat.-Ztg." schreibt: „Ein Enkel August Ludwig v. Schlözers, des deutschen Publizisten und Geschichtsforschers. dessen Verdienste um die Begründung der neueren deutschen Geschichtschreibung unbestritten sind, widmete sich Kurt ». Schlözer zunächst historischen und orientalischen Studien und schuf Werke von dauerndem literarischem Werthe, unter denen insbesondere auch die auf Friedrich den Groben und deffe» Zeit bezüglichen umfassende« Wissen mit künstlerischem Feingefühl verbinden. Wir weisen in dieser Hinsicht z. B. auf.Friedrich der Große und Katharina ll.", sowie.Zur Geschichte Friedrich« des Großen und seiner Zeit" hin, »,u denen da« letztere Werk in zweiter Auflage erschienen ist. Nicht minder bewährte sich Schlözer in seinen den Ostseeländern gewidmeten Schriften, sei e«. daß er als geborener Lübecker der Hansa sein Interesse zuwendete. sei es, daß er nach dem Vorbilde seine« Großvater« auch russische, insbesondere baltische Verhältnisse in ebenso fesselnder wie kompetenter Weise erörterte. Wie Niebuhr. einer seiner Vorgänger al« Gesandter bei der römischen Kurie» stellte Schlözer kein umfassendes gediegene« Wissen in den diplomatischen Dienst Preußen«, beziehentlich de« Norddeutschen Bunde- sowie de« Deutschen Reiches, indem er zuerst al« preußischer Geschäftsträger in Rom beim Päpstlichen Stuhle, dann als Mi- nisterresident dcS Norddeutschen Bunde« in Mexiko, sowie vom Jahre 1871 an als Gesandter des Deutschen Reiche« bei den Vereinigten Staaten von Amerika und seit 1882 als preußischer Gesandter beim Päpstlichen Stuhle die ersprießlichsten Dienste leistete, die er hoffentlich noch recht lange leisten wird. Sein versöhnliches Wesen läßt unfern Gesandten beim Vatikan für seinen schwierigen Posten ganz besonders geeignet erscheinen. Ein begeisterter Verehrer Roms, hat Schlözer bei manchem deutschen Land-manne. mochte dieser sich für Archäologie oder für moderne Kunst interessiren, oder mochte er andere wissenschaftliche Zwecke verfolgen, durch seine nie versagende Hilfsbereitschaft sich den vollen Anspruch auf Dankbarkeit erworben. So möge e« ihm beschiedcn sein, noch viele Jahre in uugemindcrter Frische in Rom dem deutschen Vaterland« zu dienen sowie eine Zierde der Diplomatie und der Wissenschaft, den Nachstrebenden al« Vorbild zu dienen." — Der preußische Gesandte am Großh. Badischen Hofe, Wirk!. Geheimer Rath v. Eisendecher, ist aus Karlsruhe hier eingetroffen. — Generalmajor a. D. v. Unruh, der frühere Chef des Generalstabs des 9. Armeecorps, ist am 2. Januar in Neu-Ruppin gestorben. — Dem sächsischen Generalmajor und General ä la suitk des Königs Frhrn. v. Hodenberg ist vom Kaiser der Stern zum Rothen Adler-Orden zweiter Klasse, dem sächsischen Obersten und Militärbevollmächtigten in Berlin, v. Schlieben, der Rothe Adler-Orden zweiter Klasse verliehen worden. — Aus Lissabon erfährt das Wolff'sche Bureau, daß der frühere portugiesische Minister des Auswärtigen, Barbosa duBocaye, zum Gesandten Portugals in Berlin ernannt worden sei. (Der portugiesische Gesandte in Meine Herren! Ich bin in der Lage, einen sehr vielseitigen Dank aussprechen zu dürfen, und beginne mit dem Dank an den Herrn Amtsvorstand für die so freundliche Begrüßung; von Herzen danke ich auch den eben gehörten freundlichen Worten, die damit schlossen, der Großherzogin zu gedenken, und es wird mir angelegen sein, Vermittler derselben zu sein. Mein Dank hat aber noch lange kein Ende. Ich habe zunächst der Sradt Kehl zu danken, dir mich so herzlich ausgenommen, dem Konnte, das mich zu dem Feste geladen, all den Gemeinden, die bei der Fahrt mich so freundlich begrüßt haben, allen Bewohnern der beiden Amtsbezirke, die so freundliche Gesinnung mir kundge- geden haben. Ich wüßte nicht zu enden mit den Worten des Dankes, wenn ich Überschläge, was ich beute erlebt habe. Mein Dank ist tief im Herzen cingegrabcn und die Erinnerung an diesen Tag wird mir eine werthe bleiben. Die Erinnerung an de» heutigen Tag führt aber auch zu dem Gedanken, der Ihnen Allen nahe liegt, baß hier eine neue Verbindung mit den Reichslanden sich vollzogen hat. Beide Bahnen werden darnach trachten, die Interessen beider Länder zu vereinigen und festere Beziehungen zu pflegen. Daß jeder dazu beitragen wird» dessen bin ich sicher. Meine Herren! Wenn ich nun das Glas erhebe, um auf alle diejenigen zu trinken, denen ich versucht habe, meinen Dank auszusprechen» so müßte mein Hoch der Stadt Kehl und alle» anschließenden Gemeinden gelten, ich fordere Sie aber auf, wir gedenken der Reichslandc. und wenn wir dies thun, s» gedenken wir des Hauptes de« Deutschen Reiche», unseres Kaisers, und auf ihn zielt mein Hoch. Wenn wir des Kaisers gedenken, so gedenken wir unser selbst. Es geht auS meinem, wie aus Ihrem Herzen, wenn ich rufe: Unser Kaiser» unser liebes deutsches Vaterland und alles, was uns im Reiche werth und theucr ist, lebe hoch! Begeistert stimmten die Anwesenden in das Hoch ein, das sich auch auf die Straße forlpflauzte. Zum Bedauern der Festtafel verließ der Großherzog jetzt den Saal» mit Hochrufen begleitet, um sich nach dem Staatsdahnhof zu begeben, von wo alsbald die Rückreise «ngeircten wurde. Auch hier begleiteten ihn die auS treuen Herzen kommenten Jubelrufc der Bevölkerung. Allen, denen es vergönnt war, den Festtag mitzufeiern, wird er in steter Erinnerung bleiben. Möge die neue Bahn dem Läuderstrich, den sie durchzieht, und unserem ganzen Volke zur Wohlfahrt gereichen I Berlin, Marquis Penafiel, ist bekanntlich v»r kurzem der Influenza erlegen.) — In Venedig ist heute die Internationale Sani- tätSkonferenz eröffnet worden. Fünfzehn Staaten sind durch dreißig Delegirte vertreten. Den italienischen Majestäten wurde die Huldigung des Kongresses entboten, den betheiligten Mächten für die Beschickung der Konferenz gedankt. — Die Expedition des Frhrn. v. Gravenrruth gegen die Abo-Leute in Kamerun (im Juli v. I.) hat den Erfolg gehabt, daß der Abo-Häuptling Priso von Bvnaquase um Gnade und Vergebung gebeten hat. Sie ist ihm gewährt worden. Der Bericht hierüber ist vom 20. November v. I. datirt und meldet, daß auf dem Abo alles ruhig war. — Vor kurzem wurde berichtet, die in Her»selb im April 1891 eröffnet« Kriegsschule würde eine dauernde Einrichtung bleiben. Mit Bezug darauf wird geschrieben: Die Kriegsschule in HerSfeld ist nur „provisorisch" eingerichtet worben, «eil die im Bau begriffene Kriegsschule iu Danzi« sich nicht vor 1893 eröffnen läßt, andererseits aber bei der erheblichen Zahl offener Stellen in dem Offizirrcorps nicht biS zu diese« Zeitpunkt gewartet werden dnrfte, um die Ausfüllung der offenen Stellen einzuleiten. Man bat nun infolge deS großen Andrangs von jungen Leuten zur Offizierlaufbahn einerseits und der noch vorhandenen Maoquemeots in den Lieutenantstellen andererseits die Absicht, den Bau der Kriegsschule in Danzig möglichst zu beschleunigen, daneben aber die 189t provisorisch eingerichtete Kriegsschule in Hersfeld noch so lange svribeftehen zu lassen, bis die offenen Lieutenanlsstellen besetzt fein werden. Auf wie lauge da» der Fall sein wird, läßt sich zur Stunde nicht übersehen. Wenn sich aber Herausstellen sollte, daß neben der Kriegsschule Danzig die von Hersfeld ein Bedürfniß bleiben fällte, so würde die Frage entstehen, au» dem Provisorium in ein Definitivum übcrzugeben. Soweit sich das berechnen läßt, könnte der Zeitpunkt vor 1895 nicht eintretcn. Immerhin spricht für die varläufige Notbwrudigkeit beider Kriegsschulen der Umstand, daß im August 1891 160 angcmeldete Aspiranten aus Mangel an Platz zurückgestellt «erden mußten, trotzdem die Kriegsschule in Hersfeld bereits seit dem April desselben JahreS funktionirte. Bei dem erfahrungsgemäßeu Abgang an Offizieren und bei Berücksichtigung der beiden binzugetretenen Armeecorps (16. und 17.) dürste die vorstehende Ziffer der Zurückgestellten auch für spätere Jahre einen Anhalt für die Brdürfnißfrage von Kriegsschulen bieten. Dresden, 5. Jan. Der als Nachfolger des verstorbenen Ministers v. Gerber zum Minister des Kultus und Unterrichts ernannte Geheimrath Paul v. Seydewitz wurde am 3. Mai 1843 zu Lauterbach bei Lausigk geboren. Nachdem er die Fürstenschule zu Meißen besucht hatte, widmete er sich juristischen Studien. Zunächst als Referendär bei der Kreisdirektion zu Leipzig angestellt, wurde er 1872 zum Regierungsassessor und Hilfsarbeiter im Kultusministerium befördert; ,1874 erfolgte seine Ernennung zum Regierungsrath, 1877 zum Vortragenden Rath und 1879 zum Geh. RegierungSrath in dem genannten Ministerium. Im Jahre 1885 wurde er durch Verleihung ves Ritterkreuzes der 1. Klasse des Verdienstordens ausgezeichnet. Oesterreich-Ungarn. Wien, 5. Jan. Heute Vormittag um 11 Uhr hat Seine Majestät der Kaiser in der Hofburg zu Ofen den feierlichen Schluß des ungarischen Reichstags vollzogen. Der Kaiser verbreitete sich in der von ihm verlesenen Thronrede sowohl über die Thätigkeit des Reichsraths wie über die Gründe für die Auflösung des letzteren. Der Gedankengang der Rede ist bereits (in einem längeren Telegramm auS Pest) in der vorigen Nummer dss. Bltts. skizzirt worden. Somit wäre nur noch zu erwähnen, daß die anerkennenden Worte des Kaisers über die Thätigkeit des Reichstags mit allseitigem Beifall ausgenommen wurden, während die Rechtfertigung der Auflösung die besondere Zustimmung der liberalen Partei fand. Neben dem Schluffe des ungarischen Reichstags beschäftigt namentlich die gestrige Begegnung des Kaisers Franz Josef mit dem Könige von Rumänien die Blätter. Der König von Rumänien befindet sich, wie schon erwähnt, auf der Reise nach Pallanza, wo er seine noch immer leidende Gemahlin besucht, und er ist vom Prinzen-Thronfolger Ferdinand begleitet, der über Pest und Wien nach Sigmaringen reist. Kaiser Franz Josef begrüß:e den ihm befreundeten Monarchen bei dessen Ankunft in Pest und der König Karl nahm an einem Diner in der Hofburg theil. Ehe der König seine Reise forlsetzte, empfing er den ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Szapary in längerer Audienz. Es fehlt nicht an politischen Deutungen der Zusammenkunft beider Monarchen, insbesondere mit Rücksicht auf die eben erfolgten Verschiebungen auf dem Gebiete des rumänischen Parteiwesens. Die Verschmelzung der Junimisten mit den Konservativen in Rumänien hat sich nämlich auf der Grundlage vollzogen, daß die letzteren sich nicht allein das ökonomische und soziale Reformprogramm des Herrn Carps, sondern auch dessen Ansichten über die auswärtige Politik Rumäniens, das heißt über ein freundschaftliches Einvernehmen Rumäniens mit den Mächten des Dreibunds angeeignet haben. Diese Thatsache wird zwar von der öffentlichen Meinung in Oesterreich und Ungarn mit Befriedigung verzeichnet, aber sie berechtigt doch nicht dazu, aus der Begegnung des Kaisers Franz Josef mit »cm König Karl politische Schlüsse zu ziehen. Frankreich. Paris, 5. Jan. An der Frage des Petroleumzolles stößt sich noch immer die Erledigung des Zolltarifs in den Kammern. Vielleicht liefert aber der heutige Beschluß des Senats die Grundlage kür eine Verständigung. Der Senat hat nämlich auf Vorschlag seiner Kommission beschlossen, daß die Sätze von l8 Franken ans rohes Petroleum und von 25 Franken auf raffinirtes bribehal- ten, jedoch nur bis zum 30. September 1893 erhoben werde» sollen, um die Regierung s» zur Vorlage eines neuen Tarifs für Petroleum zu veranlassen. Man hält es für wahrscheinlich, daß die Kammer diesem Beschlüsse beitreten wird, da die Herabsetzung des Petroleumzolles im Prinzip bewilligt worden ist. — Aus Tanger (Marokko) wird gemeldet, daß zwischen dem dortiges Gouverneur und den umwohnenden Kabylen Streit entstauben ist. Die letzteren weigern sich, Lebensmittel auf den Markt zu bringen, und nehmen eine drohende Haltung an. Obwohl es sich bei den aus Tanger gemeldete» Ruhestörungen bisher nur um örtliche Streitigkeiten der Eingeborenen untereinander und nicht um Angriffe, gegen die Fremden handelt, hat die französische Regie-' rung gleichwohl beschlossen, zum Schutze ihrer Staatsangehörigen das Kriegsschiff „Caiman" in die marokkanische» Gewässer zu entsenden. Das Schiff ist heute Vormittag von Tvulon abgegangen. Die französische Regierung entspricht mit der Absendung des „Caiman" dem Verhalten der englischen und der spanischen Regierung, die gleichfalls je ein Kriegsschiff an die marokkanische Küste geschickt haben. Großbritannien. London, 5. Jan. Das Reuter'sche Bureau stellt fest, daß gegenwärtig zwischen der englischen Regierung und der Pforte keine Unterhandlungen wegen der egyptischen Angelegenheit schweben. (Bor einiger Zeit hatte der türkische Botschafter in London diese Angelegenheit zur Sprache gebracht, aber von Lord Salisbury die Antwort erhalten, daß derselbe den gegenwärtigen Zeitpunkt für solche Unterhandlungen nicht geeignet erachte.) — Mir dem wirthschaft- lichen Verlauf des zu Ende gegangenen JahreS scheint man in England nicht unzufrieden zu sein. In seiner Rückschau über das abgelaufene Jahr bemerkt der „Observer", soweit eS innere englische Zustände angeht: „Die Aussichten des Handels und der Industrie sind keineswegs ungünstig. Der Handel hat sich erholt von seinem Rückgang, eS gibt Arbeit die Fülle und die Löhne sind hoch. Es ist eine natürliche Folge davon, daß man zur Zeit weniger von sozialistischen Weltreformplanen hört. Da» Kapital hat seinen Boden gewahrt, sich aber versöhnlich gegen die berechtigten Forderungen der Arbeiter gezeigt. Die Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind heute nicht mehr so volksthümlich, wie vor einigen Jahren. Am besten ist es, daß der halbe Winter schon vorüber ist. ohne daß der Hilfeschrei der Arbeitslosen sich bisher hat vernehmen lassen. Rückschau wie Ausschau sind erfreulich. Prophezeien für das Jahr 1892 kann niemand, aber Grund zur Besorgniß liegt kein besonderer vor." Türkei. Konstantiuopel, 5. Jan. Die „Agence de Constantinople" bestätigt halbamtlich, daß die Denkschrift der bulgarische« Regierung über den Fall Chadourne am vorige« Samstag dem Großwessier übergeben worden ist. Der Inhalt dieser Denkschrift ist bereits durch die (gestern von uns wiedrrgegebenen) Mittheilungen der „Politischen Korrespondenz" bekannt geworden. Ergänzend ist zu diesen Mittheilungcn noch zu bemerken, daß die Denkschrift sich auch über Wesen «nd Zweck der Kapitulationen verbreitet. Die „Agence de Constantinople" sagt darüber: „Die Denkschrift führt aus, die Kapitulationen bezweckten hauptsächlich, die im türkischen Reiche weilenden Christen und die übrigen fremden Kulte, sowie den Handel im türkische» Reiche zu schützen. Die Kapitulationen seien überwiegend handelspolitischer Natur, sie enthielten deßhalb keine Bestimmungen über solche Ausländer, welche gemeinsame Sache mit den Feinden der Ordnung und der Sicherheit machten." Uebrigens haben die französischen Blätter sich in Gegensatz zu der Wahrheit gestellt, als sie berichteten, daß die italienische Regierung die Ausweisung Eha- dourne's gemißbilligt und daß der neue italienische Botschafter Reßmann, sich auf der Durchreise in Wien in diesem Sinne geäußert habe. Der diplomatische Agent Italiens in Sofia stellt heute diese französische Zeitungsnachricht richtig. Er erklärt, die italienische Regierung habe nicht nur keine Mißbilligung der Ausweisung Cha- dourne's ausgesprochen, sondern sie habe im Gegcntheile auf eine Anfrage der französischen Regierung geantwortet, jedem Staat stehe das Recht zu, lästige und gefährliche Ausländer auszuweisen. Man erfährt also bei dieser Gelegenheit, daß der französische Ministes des Auswärtigen sich in der Angelegenheit Chadourne sogar eine kleine diplomatische Niederlage geholt hat. Griechenland. Athen, 5. Jan. Die von der Kammer eingesetzte Kommission für den Antrag, die Mitglieder des frühere« Ministeriums Trikupis in den Anklagestand zu versetzen, hat ihre Arbeiten schon ziemlich weit fortgeführt und bereits über zwölf Punkte der Anklage abg^stimmt. Diese sämmtlichen zwölf vorgebrachten Beschwerden wurde« von der Kommission theils einhellig, theils mit Stimmenmehrheit als nicht geeignet zur Grundlage einer Anklage bezeichnet, so daß die Wahrscheinlichkeit, daß es nicht zum Ministerprozesse kommen werde, immer mehr wächst. (Es ist vorausgesagt worden, daß die Sache im Sande verlaufen werde.) Der griechischen Weihnachtsferien wegen wird übrigens der Kommissionsbericht nicht innerhalb der angesetzten Frist vorgelegt werden können. Zeitungsstimmrn. lieber die irrationelle Lebensweise mancher Arbeiterkreise bringt die »P o fl" folgende Betrachtung, die auf soziale Schäden hinweik, in deren Beseitigung gerade im Großherzogthum Baden dankenswerthe und erfolgreiche Einrichtungen getroffen sind. Wir behalten uns vor, aus den Artikel im Zusammenhänge mit einigeu Bemerkungen über diese hier getroffenen Einrichtungen zurückzn- kommrn. Die Ausführungen der „Post" lauten iu der Haupt » * „Bitle Arbkiterfamilirn wissen mit den erworbenen Mitteln nickt bie erreichbar größte Menge und die erreichbar beste Qualität Ihr« Lebensmittel zu beschaffen. Wir erinnern an du-»ffäll.ge» «or etwa ,wei Jahren vielfach besprochene Thatsacke. baß nach den Ermittelungen des Berliner Magistrats das theuerste Brod in Berlin nickt im Innern der Stadt, oder '" .den vornehmen Anßenvierteln, »» dir Miethev theuer sind und die kaufkräftigste Levälkerong wobnt, »erkauft wurde, sondern weit draußen ,m Norden, im Arbeiterviertel. Ferner ist es notorisch, daß gerade die Arbeiter MSbel. Kleidungsstücke und Wäsche vielfach über den Werth bezahlen. indem sie überwiegend ihren Bedarf au« de» Lbmblunosgeschäften entnehmen, welche vielfach 50 bi« 100 Pro»- dem normalen Preis »uschlagen. Hierbei trägt keineswegs regel- mäßig der Mangel an baaren Mitteln die Schuld, sondern ebenso häufig bietet lediglich der so bequem erscheinende Abzahlung», modus. sowie die st» an die Person herandrängende Reklame de« Ländler« die «urige Veranlassung ru einer zur Zeit noch aar nicht nothwendigen Anschaffung. Ferner ist ru k,nstat,ren. »aß aeradr in den dichtbevölkertsten Jnduürlebezirken die höchsten Ausschläge von Seiten der Kaufleute und Kleinhändler auf die nothwendigsteu Lebensmittel und sonstigen Brdürfmffe stattfinden. Die dadurch hervorgerufcne Zwangslage in der industriellen Ar- heiterbevölkerun, gab ganr besonders den Anlaß rur Schaffung der Konsumoereine. Die Schuld an de« Uebelstand trägt keines- »eg« überwiegend die Armuth der Bevölkerung; man wird viel» «rbr den Hauptmangel in der geringen haushälterischen Ausbildung der Arbeiterfrauen suchen müssen. In der Haushaltungskunde find die meisten Arbeiterfrauen Deutschlands «utschiede» zurück hinter den Frauen anderer Länder, ,. B. Frankreich«. Namentlich in der Kochkunst Sehen alle diejenigen Arbeiterfrauen. welche keinen Gestndedienst gehabt haben, sondern lediglich in de» Fabriken thätig gewesen find. auf einer lebr niedrigen Stufe. Die Folge ist die Herstellung geschmackloser, uukräftiger, geringe Abwechslung bietender Speisen, wo auch die befferr Herricktung in dieser Beziehung keinen höheren Kostenaufwand verursachen würde. Auch eine unsaubere oder liederliche Kleidung in Arbeiterfamilien ist in vielen Fällen nicht auf zu geringes Einkommen, sondern auf den Mangel an Sinn dafür und auf die Unordentlichkeit und Aenntnißlostgkeit der Arbeiterfrau zurückrufübren. Diese traurige Erscheinung bängt eben mit der ganzen Erziehung und Lebensweise vieler Mädchen, die Arbeiterfrauen werden, zusammen! Im elterlichen Hause haben sie in der Regel kein gutes Vorbild gehabt und für den künftigen Beruf als Hausfrau wenig gelernt. Als Arbeiterinnen hatten sie ebeuso wenig Gelegenheit, sich die für eine gute Hausfrau nothwendigen wirthschaftlichen Kenntnisse anzueignen. Wie aber sollen sie gute Hausfrauen werden oder ordentlich wirthschaften, wenn sie weder zu nähen noch zu flicken, weder zu waschen noch ru kochen gelernt, wenn sie weder den Sinn für Ordnung, Reinlichkeit, Wirthschaftlichkeit. Sparsamkeit und für ein behagliches Hauswesen, noch ein Verständniß für die liebevolle Pflege des Mannes und die gute Erziehung von Kindern erworben haben. Die Arbeiterschaft selbst, insbesondere die sozialdemokratisch organi- firte, bat es »war niemals an Bemühungen fehlen lasten, um die Frauen und Mädchen zu guten, zielbewußten Anhängern des sozialistischen Zukunftsstaates zu machen. Aber daran, das Loos der Arbeiter schon gegenwärtig bester zu gestalten und ihnen namentlich zu einer angenehmen Häuslichkeit zu verhelfen, hat die Sozialdemokratie freilich kein Interesse. Im Gegentheil! Im Zukunstsstaat soll ja auch gar nicht mehr im EinzelbauShalt gekocht werden, sondern ausschließlich in großen Garküchen. Wenn man verhindern will, daß sich ein großer Theil der Arbeiterschaft regelmäßig in den Destillationen an Zukunftsstaatsplänen berauscht» so muß man vor allem darauf binzuwirken suchen, daß man ibnrn eine angenehme Häuslichkeit bereitet, wozu eine reinliche Wohnung und eine gut zubereitetc Hausmannskost gehört. Deshalb muß die hauswirthschast- liche Erziehung der Mädchen aus dem Arbeitsstand> durch das Gesetz in die Hand genommen werden." Ueber Schule und Hans lesen wir in den „Hamburger Nachrichten": „Wenn die Eltern täglich in den Zeitungen lesen wüsten, daß an ihre Kinder in der Schule Anforderungen gestellt werden, die diese nicht oder nur mit Anspannung aller Kräfte zu erfüllen vermögen, so ist es natürlich, daß die Neigung, die Schule in ihrer schweren Aufgabe zu unterstützen, abnimmt. Der Vater rügt es nicht mehr so streng, wenn der Sohn mit einem schlechten Zeugnis nach Hause kommt, und glaubt wohl gar, daß demselben unrecht geschehe« sei. Aus Lehrerkreisen ist vielfach darüber geklagt worden, daß die Preß- fehde über die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Schüler üble Nachwirkungen gehabt bade, daß es viel schwerer geworden fei wie früher, die Unterstützung der Eltern für die Bemühungen der Schule zu gewinnen, und daß Gleichgiltigkeit an die Stelle »es früheren Interesses getreten sei. Man wird uns auch recht geben, wenn wir behaupten, daß die Klagen von der Ueber- bürdung der Schüler in einem ursächlichen Zusammenhänge stehen mit den heutigen, immer mehr gesteigerten Ansprüchen der Schüler an gesellige und sonstige Vergnügungen, welche selbstverständlich Zeit und Kraft in hohem Maße in Anspruch nehmen. Wir sollten meinen, daß, wenn die Schüler wie in frühem Zeiten sich harmlosem, weniger in der Oeffentlichkeit sich ab- spielenden Zerstreuungen Hingaben, die Neigung, über zu viele Schularbeiten zu klagen, gar nicht einen solchen Umfang angenommen hätte. Der Schule ist es z. B. schwer, in Großstädten sogar ganz unmöglich, gegen das Verbindungswesen bei Len Schülern mit Erfolg cinzuschreiten, und nur die Eltern können hier durch strengere Zucht günstig einwirken. Diese Bor- wegnabme studentischer Sitten und Gepflogenheiten ist lediglich eine Folge davon, daß den Schülern von Hause eine zu große Selbständigkeit — und eine zu große Kaffe zugestanden wird." Großherzogthum Baden. Karlsruhe, 6. Januar. Heute Vormittag hörte Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Vortrag des Geheimeraths Freiherrn von llngern-Sternderg und nahm dann die Meldung der nachbenannten Offiziere entgegen: des Obersten Nicolai, Kommandeur des Infanterie-Regiments Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Badisches) Nr. 111. des Hauptmanns Scholl, Kompagniechef im 8. Königlich Württembergischen Jn- ^nterie-Regiment Nr. 126 Großherzog Friedrich von Baden, bisher im Königlich Württembergischen Infanterieregiment Kaiser Wilhelm, König von PreuHen Nr. 120, und des Premierlieutenants Sommer im 4. Königlich Württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 122, bisher rm 8. Königlich Württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 126 Großherzog Friedrich von Baden. Nachmittags hörte Höchstderselbe den Vortrag des LegationSraths vr. Freiherrn von Babo. Nachdem der Erkältungszustaud Seiner Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs glücklich überwunden ist, beabsichtigt Höchstderselbe mit Ihrer Königlichen Hoheit der Erbgroßherzogin morgen, den 7. ds. Mts., nach.Berlin zurückzukehren. O (Im Karlsruher Militärverein) wurde gestern Abend die Frage der Gründung von Sooitätskolvnnen befprvchen, die im Fall eines Feldzuges die Krankenträger zu bilden hätten. Als Muster hierfür wurden hie von den MännerhilfSvereineu auSgebildetea freiwilligen Krankenträgercorp» »ngesübrt. Die für diese nothwendige besondere militärische Ausbildung, da sehr viele derselben nicht Soldaten waren, würde für die Mitglieder der Militärvereine als gediente Soldaten wegfallen können, »»durch der Uebungskurs bedeutend verkürzt wird. Die Anregung zur Bildung von Sanitätskolonnen innrrhald der Militärvereine ist v«u Seiner Majestät dem Kaiser und vo» Seiner Königlichen Hoheit dem Großhcrzog gegeben worden, und nach der Stimmung von gestern Abend zu schließen, ist begründete Hoffnung, daß derselbe» im diesigen Verein durch Betdeiligung einer genügenden Anzahl Mitglieder Folge gegeden wird; es haben sich schon jetzt mehrere gemeldet. Der Vereinsvorstand, Herr Prof. Müller, sowie die Herren Oberstlieulenant a. D. Rheinau, Major ». D. Platz, Hofgärtner und Hauptmann der Landwehr Gräbrner richtete« warme Appelle an die anwesenden Kameraden, sich reckt zahlreich an diesen Sanitätskolvnnen zu bethriligen. Es wurde hiernach n»ch über die zur Zeit vielfach ventilirte Frage der Be- laffung der Militärpensionen bei Anstellung im Civildienst tzer- dandrll, »»raus wir »och zurückkommen werden. * (AusgefundencS Geld.) Wie das „Vervrdnungsblatt der Generaldirektion der Äroßh. Badischen Staatseisenbahnen" mittbeilt, wurde am 28. Dezember im Zuge 396 rin Geldtäschchen mit 5 M. 16 Pf. aufgefunden und in Osfeuburg ad- geliefert. V Heidelberg, 5. Jan. (Verbrauchssteuer. — Theater.) Die Genehmigung zur Erhebung von Verbrauchssteuern ist der Stadtgemeinde Heidelberg vom Ministerium auf die Jahre 92—97 erlheilt worden. Im allgemeinen wurde der fest- gestellte Tarif genehmigt; eine Aendcrung trat nur bezüglich der Poularden und Kapaunen, sowie deS landwirthschaftlichen Futtermehls ein. — Im Sladttbealer ist in schöner Ausstattung und von Kapellmeister Trendel sorgfältig rinstndirl die Operettenneuheit der „Bogclhändlcr" in Scene gegangen und hat eine freundliche Aufnahme gefunden. ( Baden» ö. Jan. (Realschule. — Vermächtniß.) Der Stadtratd hat heute beschlossen, daß die bier zu errichtende Realschule im ganzen Umfange im Spätjahr im neuen Schulgebäude an der Bwcenti < Straße eröffnet werden und hierüber sofort mit dem Großh. Oberschulrath in Verhandlung getreten werden soll. - Der Stadt Baden sind von der kürzlich in Paris verstorbenen Frau v. Rechten , einer Badenserin , 36 000 Francs zur Verwendung für Kunstansstellungszwecke vermacht worden. * Kehl, 5. Jan. (UeberdieLokalbahnKchl-Bühl). über deren feierliche Eröffnung wir im Feuilleton diese« Blattes berichten, gibt die „Straßburger Post" einige interessante Mit- theilungen. Die Vorarbeiten zum Bahnbau wurden im Februar 1889 beendigt und die Absteckungsarbeiten zum Bahnbau im März 1891 burchgeführt. Infolge des anhaltenden Frostwetters konnte mit dem Bau des Bahnkörpers erst anfangs April 1891 begonnen werden. Die Hochbauten, bestehend in einem Depot zu Kehl, 11 Stationsgebäuden und 6 Gütcrhallen auf der 39 Kilometer langen Strecke, und einem Wagen- und Lokomotivschuppen nebst Uibernachtnngslvkak auf dem Bahnhof in Bühl, wurden erst Ende Mai 1891 in Angriff genommen. Zum Bau der Bahn wurden thcils vorhandene Straßen, theils neu aufgeworfene Bahndämme benutzt. Es mußten verschiedene Krümmungen überwunden werden, wodurch viele Kurven entstanden, deren kleinste in einem Radius von 48 Meter, andere mit Radius von 50 und 60 Meter angelegt wurden. Die größte Steigung auf der Strecke beträgt 2,50 Prozent -- 1:40 auf ^ 100 Meter. Die Bahn hat viele Kunstbauten nothwendig gemacht, von welchen die Schutterbrücke. weiter die Kinzigbrücke «uf 8 Holzpfcilern, ferner die Flntbrücke bei Kehl auf 22 Holzpfeilem und viele kleinere Brücken über den Greselbach, den Mühldach, den Holchen- bach, den Galgenbach, Len Plauelgrabcn, den Achen, das Sckwarzwaffer, die Schivarzach, den Krebsbach, Laufbach, Dorf- back, Snlzdach, Sandbach, die große Renchdrückc und die gewölbte Brücke über den Hirschbach nur kurz zu erwähnen sind. Hierzu treten noch 24 offene Durchlässe, 31 Bahndohlen und 46 Wegedohlen. Alle Ufervfeiler der BGcken sind in Sandstein ausgesührt. Die sonst vorkommenden Pfeiler sind Rundhölzer von 3L0 Millimeter Durchmesser im Mittel, welche etwa 6 bis 10 Meter tief in das Flußbett hineingerammt worden sind. Was den Babnbau selbst anbetrifft, so sind die Schienen und Schwellen in Stahl ausgeführt, wogegen das sogenannte Klcineisenzeug aus gutem Schmiedeeisen besteht. Für die erste Betriebszeit sind 4 Lokomotiven, 6 Personenwagen II. und Hl. Klaffe, 4 Personenwagen III. Klaffe, 3 Post- und Gepäckwagen und Güterwagen nothwendig. Die stattlichen und schmucken Lokomotiven wurden von der Elsässischen Maschinenbaugesellschaft in Gcafenstaden erbaut. Bei den Personenwagen, welche durch Dompf geheizt und durch ihre eigene Kraft gebremst werden können, ist durchweg auf große, bequeme Sitze und Gänge Rücksicht genommen worden. Die Güterwagen sind nach den üblichen Formen und Konstruktionen der Normal- güterwagen erbaut. Wollen wir die Beschreibung de« Plane» des Bahnbanes und der Einrichtung schließen, so darf nicht vergessen werden, zu erwähnen, daß die Vorarbeiten, dir Aufnahme und Ausführung des Planes, sowie die Bauleitung unter Oberaufsicht und Leitung des sehr verdienten Direktors der Straßburger Straßenbahnen, Ingenieur Noiricl, von dem Ingenieur Ad. Mrckeler vorzüglich ausgesührt und daß der Bahnbau und die dabei vorkommenden Kunstbauten von dem Bauunternehmer R. Caha in Benfeld übernommen wurden. Es darf aber auch nicht vergessen werden, zn erwähnen, daß neben der Direktion und den Baubeamten der Straßburger Straßenbahngesellschaft und deren Anfstchtsrath Präsident Blum-Auscher, Biccpräfidcnt Rudolf Sengeawald und Bar»n Zorn v. Bulach es waren» welche durch ihre Energie und ihr thatkräfliges Eingreifen es möglich machten, daß im Laufe von sieben Monaten der großartige, 39 Kilometer lange Bahnbau mit so prachtvollen Stationsgebäuden sertiggestellt wurde. Verschiedenes. * Berlin, S. Jan. (Vou der Influenza.) An« dem Koch'schen Institut für Infektionskrankheiten kommt die Kunde, daß die längst vermuthete Enlstehuagsursache der Influenz« in einem besonders gearteten Bacillus gefunden «»rden sei. Die »National,eilung" schreibt darüber: „Bald nach dem Wiederauftreten der Influenza in Berlin im November ». I. begann der Vorsteher der wissenschaftlichen «btheilung am Koch'schr« Institut, Privatdozent 0r. Richard Pfeiffer, dort und in der Krankenabtheilun, de« Institut« experimentelle Studien über die Influenza-Erreger und auf Grund dieser kombinirten Metbode gelang es ihm in verhältmßmäßig kurzer Zeit, sestzustellen. das die Influenza eine einfache Infektionskrankheit ist. welche burch einen Bacillus von außerordentlich kleiner Stäbchenform verursacht und auf dem Wege der Atbmnng übertragen wird- De- Pfeiffer h»t sein« Arbeiten bereits abgeschlossen und wird da« Ergebniß de» selben demnächst in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlichen." Andere Blätter verhalten sich jeboch einstweilen dieser Entdeckung gegenüber zweifelnd. Sie »erweise» daraus» das schon wiederholt der Jnfluenza-Bacilln« gefunden sein sollte, daß diese Meldungen sich aber als unbegründet erwiesen haben. Man wird also die angekündigte Veröffentlichung de» Herrn vr. Pfeiffer abzuwarten habe». Uebrigens ist bie Influenz» in Berlin, daS von alle« deutschen Städten diesmal am stärksten von ibr heimgesucht war, im Rückgang. Aus ben gestern erschienenen Tabellen de» Statistischen Amtes der Stabt Berlin geht hervor, baß in der Woche vom 13. bis 1». Dezember die Influenza und ihre Folgekrankbeiten 73 Todesfälle in Berlin veranlaßt haben. Diese an sich allerdings noch beträchtliche Zahl bedeutet gegen die Vorwoche immerhin eine Ahnohme u« 7 Todesfälle. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Dresden, 6. Jan. Der Zustand Seiner König!. Hoheit des Prinzen Georg ist fortgesetzt ein nicht ungünstiger. Das Fieber dauert zwar, wenn auch in geringerer Höhe an, aber der Patient befindet sich im Allgemeinen wohler. HildrShkim, 6. Jan. Nach den bisher bekannten Ziffern erhielten bei der Stichwahl im hiesigen Reichstagswahlkreise Sander (nat.-lib.) 10 550 und Bauermeister (Eentr.) 8 186 Stimmen. Aus 13 Distrikten steht das Wahlergeb- niß noch aus, doch gilt die Wahl Sanders (an Stelle des verstorbenen Welfen Frhrn. ». Hake) für gesichert. Prst, 6. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht ein königliches Handschreiben, welches den neuen Reichstag auf den 18. Februar einbcruft; ferner ein Rundschreibe« des Ministers des Innern, das die allgemeinen Wahlen auf die Zeit vom 28. Januar bis einschließlich den 6. Februar anordnet. (Diese Daten stimmen mit den bereits gestern angegebenen überein. Die Wahlen und der Zusammentritt des neu zu wählenden Reichstags haben in der kürzesten verfassungsmäßig zulässigen Zeit stattzufinden.) Washington, 6. Jan. Im Kongresse wurden mehrere Vorlagen eingebracbt. welche einige der von der Mac Kinley - Bill betroffene Handelsartikel auf die Freiliste setzen wollen. Namentlich bezieht sich dies auf Wolle, Kohlen, Eisenerz, Zinn und Weißblech. Andere Vorlagen bezwecken die Abschaffung der Zuckerprämien. Grotzherrogliches tzosthrater. Donnerstag, 7. Jan. 4. Ab.-Vorst, (wegen Heiserkeit des Herrn Rosenberg Katt „Don Juan"): „Der Troubadour", Oper in 4 Auszügen nach dem Italienischen des Salvator Cammerano von Heinrich Proch. Musik von Josef Verdi. Anfang '/,7 Uhr. In Babe«: Donnerst ag, 7. Jan. 14. Ab.-Borst. Zum erste« male: „Daheim", Schauspiel in 1 Akt nach O. Feuillets »I-o villnge" frei bearbeitet von Wilhelm Wolfs. — Neu einstudirt: „Jugendliebe", Lustspiel in 1 Akt von A. Wilbrandt. — Zum erstenmale: „Die Hochzeitsreisenden", Lustspiel in 1 Akt von Emil Pirazzi. Anfang '/-7 Uhr. Familiennachrichirn. Karlsruhe. Auszug aus dem Ktanbesbuch-Krrkjlrr. Geburt. 3. Jan. Anna Maria, V. : Bernhard Aurich, Sckreiner. Ehcaufgehot. 5. Jan. Josef Heck von Durmersheim, Maschinenarbeiter hier, mit Barbara Schweigert Wwc. vou Ottenau. — Franz Nagel von hier, Schlosser hier. mit Jda Reiter von Rüppurr. — Johann Schuh von Marxenhof, Metzger bier, mit Apollonia Hellmann von Rülzheim. — Moritz Berney von EberSheim, Weinhändler in Mainz, mit Thekla Hamburger von hier. Todesfälle. 4. Jan. Eugen, 1 M. 6 T. B-: Christian Maier, Maler. — Barbara , Wwc. des Küfers Wilhelm Kolb, 56 I. — 5. Jan. Katharina, Wwe. deS KanzleirathS Karl Schmidt, 73 I. — Willy, 4 I.. V. : Franz Förster, Schutzmann. Wtttrrunssbrovachtungrn der Mrtrorol. Station Kartsruhr. B»rom. Thenn. ^ »» ! ino. Januar s > 5 Nachts SU ! 7484 — 0 6 6. Mrgs. 7 U. ') 74l.5 — 0.2 6, MittgS.2U -) 738.6 > 3.0 Absol. Zeucht. 3.2 34 3.7 Relativ« Feuchtigkeit in ", 73 ! 76 i 64 l «t»d. SW Hixxuet. bedeckt ') Schnrestnrm. — *) Sturm. rSasierKauv d«S Rhein». Maxau, 6. Jan., Mrgs.» S.02 « gefallen 33 cm Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 6. Januar 1892. ' StoatSPOPirrr. > Dresdener Bmü I5t.ro 5»/,D. RelchSanleihe 85 .r»s LLnderdank 177.10 ln«...s Bodnaktte». 101.15 Schweiz. Nordostba-n l08.ro log ro Lombarde» 78-, 101.75 Galizier »5.10 Tlbthal roe.— 80 _! heff. LudwtgSbahu iis io »otthard 188.50 Wechsel mw Soruu. 01.50, Wechsel a. «msterd 108.3» 1»/, dto. i»/,Preuß. Sonsol 1 '/,Baden i» fl. «'/. . » M. Oesterr. Goldreute „ Etlberrent« , l'/.Unaar. Koldreute Oi.io t«8or Russen 08 r» ll. Orientanleiy» 01 .- 08.80 00.70 09.- 05 — alte»« comptam SgPPt-r Spanier Zoll-Türke» ö-s» Serbe» «»»kr». Sredttaweu oro'l, Diskonto Svmmndt. 175 »o Basler Bankverein Darmklidter Bank Handelsgesellschaft Deutsch« Bank , Land», »».«» , , Pari» 00.7S . , Wen 17LL5 RapoleonSd-or 10.15 PrivatdiSlont» »'s. Badische Znckersabrik oi. N 0 ch » örI». Sredtt-ktie» «5«'/» llr.dO LiSkonto-aonnmnwit 170 — irr.ro StaakSbah» roo'/, iri 00 Lombarden 101.50s Teuren,: fest. 7«.- verlt». Oesterr. ikreditaktien 100.70 . StaotSbotzu l»».— Lombarden 1» so DiSkouto-lkomma»». 17» 70 Marienburgei 0» 58 Dortmunder 074« Lanrahiitke 110.5» Tendenz: —. Wie«. SredttoMeo r»4 — Markndtr» STtz» Ungar« L»« »» StaakSbah» »V4G Tendenz: stil. Maris. 0»,« Rewe bdavier Türke» II.7L > Otteruwe «7.- Berantworrlicher Kedattear: Wilhelm Harde, in ki.'ll. i--. «»Xi — « «E — Vs». » vi»rk ««r. » «lr. -- » «ml. » »»>»71, - ,» — l« «Mk„ > »-l»e» -. — 1 Hr»atf«rter Vtrrr s vom k>. Januar 1882 . «»»»»-»»vier« 4 Obligat. fl. 102.50 . 4 . M. 1'5 » . 4 Obl. V. 1886 M. 105.41 Vagen» 4 Obligat. M. 105 60 vmtschl. 4 ReichSanl. M. 106.10 . . M. SS 30 I S . M. 85.40 Preußen 4 TonsolS M. 10610 . S'/, . M. 9930 .3 . M. 85.30 Wtbg.sObl. v. 1879 M. 101.20 . 4 Obl. V. 75/80 M. 103.40 Veü«rrick4 Goldreute fl. 94 90 . 4'/» Silberr. fl. 80.— - 4'/, Papierr. fl. —. - 5 Papierr. v. 1881 88 30 Uugaru 4 Goldrente fl. 92.40 Italien 5 Rente Sr. 9120 Krmäuien 5 «m.-R. Fr. S7 90 Rußland 6 Goldanl. R. 103 70 , bll Orieutanl. PR. — — . KM . PR. 6370 Port 4-/. »nl. o. 1888 M. 4L S^ . 3 AuSlSnd. Mir. 32.91 Serbien 5 Goldrente 8 flr. 8510 Schweden 4 Oblig. M. 10110 Svan. 4 «uSläud. P. 64.70 Berner 3'/, Odlig-t. Sr. 97.70 Egypten 4 Unis. O Lstr. 97 .— . 3'/, Privü. 8 str. SOSO Argent.bJnn. Goldaul. P. 35 — ««nk-Aktie». 3'/, Deutsche R.-Bank M. 14180 4 Badische Bank Tblr. 113.- 5 Basler Bankverein Sr. IIS — 4 Berlin. Handelsges. M. 130 30 4 Darmstädter Bank fl. — 4 Deutsche Bank M. 149 70 4 Deutsche BereinSb. M. 103 50 4 Deutsche Uniondank M. 68 70 4 DiSk.-Kounu.-L. Thlr. 173.50 5Oeii. Kredit ö. fl. 251»/, 4 Rhein. Kreditbank Thlr. 115 20 4 D. Effekten»,. 50°/, Thlr. 10810 4D.Svv.-Bk. Tblr. 50°/. 100 30 Ttse«datzn-Aktte«. Hess. Ludwigs-Bahn Tblr -112 so°4 4»/, Pfälz.Mar-Bahn 4PfLlz. Nordbaba 4 Gotthardbahn Fr. 5 Böhm. Westdahn fl. 5 Tau Karl-Ludw.-B. fl. 5Orst.-Ung. St.-B. Fr. 5 Oest. Südbahn (Lmb.) fl. 5 Oest. Nordwest fl. 5 » . l-it. 8 . fl Eisenbahn.PriorttLteu 4 Elisabeth steuerfrei M. 98 40 5 Mähr. Grenzbahn fl. 5 Oest. Nordwest v. 74 M. 5 . , lüt. /t. fl. 5 . . I-it. 8 . fl. 3Raab-Oed-Ebe»f. 4 Rudolf 4 » Salzkgut. stfr. 4 Borarlberger 3 4 Iura-Bern-Lnz. chweizer Central « «»u.« - » «Mk. IX! Pf,. 94 50 3 Oldenburger Thlr. 134 80 142 S0!4 dlo. Nordok 85-87 115 — 5 Südbaha steuerfrei 139 90 4 dto. 299 /4 3 dto. I 80°4 5 Oest.-ll-St.-B.73-74 fl. 106 10 255", !3 dto. I.-VIII. Gm. Sr. 83 2) 76°/,!38ivorn.6. ll.ll. 0,2 Fr. 64-10 184 ü Toscan. Central Sr- 99 60 Sr. 103.50 Fr. 10190 fl. 103 M. 95 50 Sr. 63- 4 Oesterr. v- 1854 4 . v. 1860 fl. 122S0 4 Stublw.Raab-Gr Thlr. 104.40 Unverzinsliche Lsosr per Stück in M. »Jtal. gar. E.-B. kl. i Gotthard lv. S. M fl. M. fl. Ar. Sr. 2)4 78 50 106 - 91.40 91 - 68 40 8190 9910 82 - 56 60 5Äestfic.E.-B.30stfr.Fr. 97 50 6 South. Pacif. Cal. l. M 109 70 Pfandbriefe. 4 Pr.B.-K.-A-VIl-lXThlr 100.60 4 Preuß. Centr -Bod.-Kred.» " 85 ä 100 Tblr- 100.70 4 Rh. Hyp. S. 43-49 M. 100 . - 3'/, dto. M. 92 30 «verzinsliche «»ose. 3'/, Preuß. Präm. Thlr 154 - 4 Badische Präm. Thlr 137.80 4 Bayrische Präm- Thlr. 14)40 AnSbach-Gunzenh Augsburger Braunschweiger Freiburger Kurhesusche Mailänder Meininger Oeiterrercher v. 1864 dto. Kredit 0 . 1858 A. 319 50 Schwedische Thlr. 82.— Ungar. Staats fl. 243 60 Wechsel und Torte». Amsterdam fl. 100 188 30 London Lstr- I 20.34 Paris Fr. 100 80.75>3'i Ären fl. 100 17210 28.80 Thlr. 102 60 Sr. 28.- Thlr. 358 — Sr- 10 17 40 fl. 2630 fl. 311 70 417-0 Ettlioger Spinnerei fl. 30 Franken-Stück Engl- Sovereign- Obligationen nn» 16 IS 3026 JndnKri. »ktirn. Frribnrg v 1888 M arlSrnhe v-1886 M 93 50 86.— 118.- 140 — 64 — 56 60 4 '-oayrflche Präm- Lylr. 14 1 40 Wien st. ioo 17210 ReichSbank-Discout 4'/» 101.80!4 Mein. Pr.-Psb. Tblr. 126 — Dollars m Gold 4.15> Frankfurter Bank-DiS ccnt 4°/ö KarlSruh- Maschineaf. M. Bad. Zuckers- Wagh. ft. 3 Deutsch-Phönir2>0 /oE. 211 — 4 Rheinische Hypotbeken- Bank 70°/, Mir. 126 - 5 Westeregeln-Alkali-W. 71.— 5 Dortmund. Union M- 111_ 4'/, Alpine Montan abgest. SSL» 4 Rom i. G. S. - Lrre- dto- Ser. 11-VIH Lire 81.80 TtanüeS^errl. Aulehen. 3»/, Solms-Laubach ff. 98.— 4 Mend -Büdingen fl. 101.50 enb.-Birstein87M- — ank-Discout Mrger'slhe Brauerei-Gesellschaft. Die Actionäre werden hiermit zu der ordentliche» Gcneralversamm lang eingeladen, welche Samstag den 30. Januar 1892, Vormittags II ,2 Uhr, zn Worms in dem Geschäftslvkale der Gesellschaft stattfinden wird. Tagesordnung: 1. Bericht der Direction über das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 1890 bis 30. Sctpember 1891, 2. Bericht des Auffichtsrathes, 3. Antrag auf Genehmigung der Bilanz, wie auf Entlastung der Direction und des Auffichtsrathes, 4. Antrag der Direction wegen Verwendung der von dem Vorbcsitzer zur Verfügung gestellten 80,000 Die Actionäre, welche an der Generalversammlung theilnehmen wollen, haben ihre Actien spätestens bis zum 26. Januar ds. Js., Abends 6 Uhr, bei einer der nachstehenden Stellen zu hinterlegen, und zwar: in Worms: bei der Gescllsckaftskaffe. in Frankfurt a. M.r bei dem Bantbause E. Ladenburg, in Karlsruhe: bei dem Bankhause Veit L- Hamburger, in Mannheim: bei dem Bankhause W. H. Ladenburg und Söhne. Die Actionäre erhalten dagegen eine Bescheinigung über die hinterlegten Stücke, gegen deren Rückgabe dieselben ihnen nach der Versammlung wieder «mszusolgen sind, sowie die Eintrittskarte zur Generalversammlung. Worms, den 1. Januar 1892. Q 507. Die Direction. Karl Werger. kupp L lffoeller, Ksilsflitie, Drn-Irrt1» Vormittags 9 Uhr, j mit der Aufforderung, einen bei dem! gedachten Gerichte zugelassene« Anwalt zu bestellen. ^ „ ! Zum Zwecke der öffentlrchen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt > gemacht. ! Waldshut, den 4. Januar 1892. Die GerichtSschreiberei des Großh. bad. Landgerichts. ^ Wassermann. i Q 606. Nr. 12. Schutterwald. SlavmheWnieiMH. Die Gemeinde Schutterwald ver- steiaert am Freitag dem 15. Januar 1882, Vormittags 3 Uhr, im diesjährigen Hiedschlag: 113 Eichenstämme von 0,15—3.77 Festm. 180 Eschen „ 0, 0-0,92 38 Erlen „ 0,12-0.94 „ 1 Pavvel >, 2,36 „ und 1 Buche „ 0,29 „ Schutterwald, den 5. Januar 1892. Der Gemeinderath. Bürgermeister Mnndenast. Konkursverfadren. Q'4S4. Nr. 386. Freiburg. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Hirschenwirths Josef Herrmann von Freiburg ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf Dienstag den 19. Januar 1892, Vormittags 11 Ubr. vor dem Groich. Amtsgericht Hierselbst, Zimmer Nr. 81, anberaumt. Freiburg, den 5. Januar 1892. Dirr ler, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Q493. Nr. 381. Fr ei bürg. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Buchbinders Franz Morat von Freiburg wurde nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins vom Großh. Amtsgerichte Hierselbst unterm Heutigen aufgehoben. Freiburg, den 5. Januar 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: D i r r l e r. Q'492 Nr. 98. Radolfzell. In dem Konkurse über das Vermögen des Rößlewirihs Lukas Graf von Worblingen wurde nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins durch Beschluß des Gr. Amtsgerichts Hierselbst vom 30. v. Mts. das Verfahren aufgehoben. Radolfzell, den 4. Januar 1892. Der Gerichtsschreibcr Gr- Amtsgerichts!: Häusler. Erbeillweisun». Q 480. Nr. 20,553. Baden. Die Witwe des Auerhahnwirths Josef Herr, Mechtilde, ged. Schindler in Geroldsau, bat um Einletzung in die Gewähr der Verlaffenschaft ihres Ehemannes nachgesucht. Etwaige Einwendungen sind binnen drei Wochen hier anzubringcn. Baden, den 30. Dezember 1891. Großb. bad. Amtsgericht. Gerichtsschreiber i.V. Finck, Rechtspr. Q 505. Gemeinde Leutershausen, Amtsgerichtsbezirk Weinheim. Oeffentliche Aufforderung zur Erneuerung der Einträge von Vorzugs- und Unterpfandsrechten. Diejenigen Personen, zu deren Gunsten Einträge von Vorzugs- oder Unter- psandsrechlen länger als 30 Jahre in den Grund- oder Untcrpfandsbüchern der Gemeinde Leutershausen, AmtSgerichtsbrzirk Weindcim, eingeschrieben sind, werden hicmit auf Grund des Gesetzes vom 5. Juni 1860, die Bereinigung der ünterpfandsbücher betreffend (Reg.-Blatt S. 213), und des Gesetzes vom 28. Januar 1874, die Mahnungen bei diesen Bereinigungen betr. (Ges.- u. Verordn.-Bl. S. 43), aufgefordert, die Erneuerung derselben bei dem unterfertigten Gewähr- oder Pfandgericht unter Beobachtung der im 8 20 der Bollzugsverordmmg vom 31. Januar 1874 (Ges.- u. V.-Bl. S.44) vorgeschrie- benen Formen nachzusuchcn, falls sie noch Ansprüche auf das Fortbestehen dieser Einträge zu haben glauben, und zwar bei Vermeidung des Rechtsnachthcils, daß die innerhalb sechs Monaten nach dieser Mahnung nicht erneuerten Einträge werden gestrichen werden. Dabci wird bekannt gemacht, daß ein Berzcichnih der in den Büchern ^ genannter Gemeinde seit mehr als dreißig Jahren eingeschriebenen Einträge j in dem Gemeindehause zur Einsicht offen liegt. Leutershausen, den 4. Januar 1892. ! Das Gewähr- und Pfandgericht. Der Bereinigungskommiffär: ! Pfisterer. __Kraffk._ Aufforderung. Q48-. Bruchsal. Johann Müller, gebMrig von Oderöwisheim, dermalen unbekannt wo in Amerika abwesend, ist zur Erbschaft seines am 20. November 1891 verlebten Bruders, des ledigen Anton Müller, Landwirtbs von Oberöwisheim, mirberufen und wird deßhalb ausgcforderl, sich binnen 6 Wochen behufs Bcizugcs zu den Theilungsver- handlungen bei dem unterfertigten Notar anzumelden. Bruchsal, 31 Dezember 1891. Großherzogl. Notar Willibald. Handetörrgisterrluträge. H'495. Mannheim. Zum Handelsregister wurde eingetragen: 1. Zn O.Z. 129 Firm.Reg. Bd. IV. Firma: „P/artin Decker" in Mannheim. Der Firmeninhaber Martin Decker hicrselbst hat seiner Ehefrau, Elise Decker, geborene Müller allda, Procura erlhellt. 2. Zu O Z. 354 Ges.Reg. Bd. VI Firma: „Moys L Stotz" in Mannheim. Ludwig Rcktermann in Mannheim ist als Procnlist bestellt. Mannheim. 30. Dezember 1891. Großh- bad- Amtsgericht Stein. Q'496. Mannheim. Zum Handelsregister wurde eingetragen: Zu O.Z. 423 Ges.Reg. Bd. VI zur Firma: »Rheinische Creditbank" in Mannheim. Direktor Eugen Buifson in Freiburg ist aus dem Vorstande ausgeschieden und ist dessen Bertretungsbefugniß erloschen. Robert Jacobi, bisher Direktor der Zweigniederlassung in Heidelberg, ist als Direktor der Filiale in Freiburg ernannt. Kassier Hugo Voyhinger in Mannheim und Kassier Eduard Winkler in Heidelberg sind als Procuristen ernannt, Ersterer bei der Rheinischen Creditbank hier. Letzterer bei deren Filiale in Heidelberg. Dieselben haben die Firma gemeinschaftlich mit einem weiteren, gemäß 8 36 der Statuten zur Zeichnung Ermächtigten zu zeichnen. Mannheim, 2. Januar 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Stein. Zwangsversteigerung. Q490 Karlsruhe-Mühlburg. Bersteigerungs Ankündigung. Das in Nr. 332 d. Bl. vom Jahr 1891 beschriebene Anwesen der Kodlenhändler Wil Helm Werntgen Witwe, Walburga, geb. Leißler, von K.-Mühlburg wild, da bei heutiger Versteigerung ein Angebot nicht eingelegt wurde, im Wege der Zwangsvollstreckung am iDienstag dem 26. Januar 1892, Vormittags 9 Uhr, in dem Kommissionszimmer des Rathhauses in Karlsruhe einer nochmaligen Versteigerung zu Eigenthum ausgesetzt und erfolgt der Zuschlag um das sich ergebende höchste Gebot, auch wenn solches den Schätzungspreis all. 40.000 M. nicht erreichen sollte. Die näheren Bedingungen können in dem Amtszimmer des Unterzeichneten Notars eingesehen werden. K.-Mühlburg, 25. Dezember 1891. Der Vollstreckungsbeamte: Großh. Notar. M a t h 0 s. Berm. Bekanntmachungen. O 414.3. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir verdingen öffentlich die Liefe- rung von: 684» Tonnen eiserne Querschwellen für Weicheugcteise. Angebote hierauf sind schriftlich, verschlossen und mit der Aufschrift „Wei- chcnschwellcn" versehen, längstens bis Montag den II. Januar 1882, Vormittags 11 Uhr, an die Unterzeichnete Stelle. von welcher auch die Lieferungsbedingungen auf portofreie Anfrage abgegeben werden, cinzureichcn. > Die Zuschlagsfrist wird auf zwei Wochen festgesetzt. Karlsruhe, den 30. Dezember 1891. Gr. Hauptverwaltung der Eisenbahnmagazine. Bekanntmachung. Nr. 1. Die Frühjahrsprüfung für den einjährig-freiwilligen Dienst betr. Die Frühjahrsprüfung zur Erlangung der Berechtigung zum einjährig - freiwilligen Dienst wird im Laufe des Mouats März d. I. stattfinden. Anmeldungen, m welchen das Gesuch um Zulassung zur Prüfung auszn- sprechen ist, sind spätestens bis zum 1. Februar anher einzureichen und sind denselben anzuschließen: ». ein von der zuständigen Behörde ausgestelltes Geburlszeugniß, b- eine Erklärung des Vaters oder Vormundes über die Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zn bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unter- hglt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu istobrig- keitlich zu bescheinige». c Ein Unbescholtenheitszeugniß. Sämmtliche Papiere sind im Original vorzulegeo. Auch hat der sich Meldende einen von ihm selbst geschriebenen Lebenslauf beizufügen und in der Meldung anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (lateinisch, griechisch, französisch und englisch) er geprüft zu werden wünscht. Karlsruhe, den 2. Januar 1892. Prüfungs-Commission für Einjahrig- Freiwillige. Bechert. Q'510. Q 503. Nr. 6. Eberbach. Bekanntmachung. Die Herstellung der Straße von der Kaiser - Wilbelm- straße nach dem Bahnhof in Eberbach betr. Mit Staatsministerialentschließung vom 17. Dezember 1891 Nr. 611 wurden nachfolgend bezeichnet? Grnndeigcn- lhümer für verpflichtet erklärt, das zur Herstellung des Straßenzugs von der Kaiser Wilhelmstraße bis zum Bahnbos- gebäude in Eberback nolbwendige Gelände von ihren Grundstücken gegen vorhergcdende Entschädigung an die Stadtgemeinde abzutreten: 1. die Jakob Beith Kinder: Peter Heinrich Kraulb Ekefrau. Maria, geb. Beith, Schiffer Karl Gintbum Ehefrau» Sofie, ged. Veith, Schiffer Heinrich Veith, Schiffer Franz Friedrich Beith, Dreher Peter Ludwig Veilh und Stein- Hauer Karl Veith von dem in ihrem Miteigenthum stehenden Grundstück Nr. 209 auf Gemarkung Eberbach das im Planauszug mit ». bezeichnete Geländestück im Flächeninhalt von 55.36 gm; 2. die Reifschneider Leopold Dieb 1. Eheleute von ihrem Grundstück Nr. 211 aus Gemarkung Eberbach das im Plan- auszug mit b. bezeichnete Gcländestück im Flächeninhalt von 142,82 gw; 3. die Reifschneider Johann Peter Dietz Wwe. und deren Kinder: Schiffer Kart Hauck Ehefrau, Sofie, geb. Dietz, Anna Dieb, Karolina Susanna Dietz und Karolina Dietz, von dem in ihrem Mit- eigentbum stehenden Grundstück Nr. 213 auf Gemarkung Eberbach das in dem PlanausjMg mit 0 . bezeichnete Geländestück im Flächeninhalt von 138,54 gw. Dies bringen wir gemäß 8 22 des Expropriations-Gesetzes hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Ebcrback. den 2. Januar 1892. Großh. bad. Bezirksamt. Schneider. Druck nnd Verlag der G. Braun'scheu Hosbu chdrnckerci.