4 16 . Samstags 16. Januar Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Borausbezahlung: vierteljährlich 3 M. S0 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 68 EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. Pf. 1892 . Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 15. Januar. Zu den leidenschaftlichsten Gegnern des deuisch-öster- reichlschen Handelsvertrags im österreichischen Abgeordnetenhaus gehören die Jungczechen. Gestern war es der bekannte jungczechische Abgeordnete Vaschaty, der in beweglichen Worten dem Abgeordnetenhause auseinanderzu» setzen versuchte, daß der Handelsvertrag mit Deutschland rin ungeheuerer politischer Jrrthum sei und daß Oesterreich sich überhaupt mit seiner ganzen Dreibundspolitik auf dem Holzwege befinde. Weiter unten geben wir ein paar Pröbchen von der Beredtsamkeit dieses jungczechi- fchen Heißsporns. Mit einer Sicherheit, als ob er eine ganz selbstverständliche und allgemein anerkannte Wahrheit ausspreche, behauptete Herr Vaschaty, daß die Sympathien des italienischen Volkes der französischen Republik gehören. Wie cs dann kommt, daß die italienische De- putirtenkammer, die doch ^die verfassungsmäßige Vertretung des italienischen Volkes ist, mit so überwältigender Majorität die Dreibundpolitik der Negierung gut heißt, scheint Herr Vaschaty nicht aufgeklärt zu haben. Auf der gleichen Höhe mit dLr Behauptung, die Sympathien der italienischen Nation seien auf Seiten Frankreichs, steht Baschaty's Versicherung, mit Ausnahme der Deutschliberalen, der Polen und Ungarn mißbillige die Bevölkerung in Oesterreich den Dreibund. Don einem politischen Fanatiker wie Herrn Vaschaty ist allerdings nicht zu verlangen, daß fern Blick über den engen Kreis jungczechi- scher Anschauungen und Tendenzen hinausreiche. Die Antwort auf seine gestrige Parlamentsrede wird man ihm wahrscheinlich im österreichischen Abgeordnetenhause nicht schuldig bleiben. Einstweilen ist die interessante Thalsache zu verzeichnen, daß gerade im czechischen Lager viele Stimmen sich für die von Herrn Vaschaty und feinen Parteigenossen so erbittert bekämpften Handelsverträge ausjprechen. Ein Telegramm aus Prag konstatirt, daß zahlreiche czechische Industrielle an die dortige Handelskammer Zuschriften gerichtet haben, in denen sie ihre lebhafte Befriedigung über das Zustandekommen der Handelsverträge aussprechen. Das Bureau der Prager Handelskammer sandte diese Kundgebungen den jung- czechischen Reichsrathsabgeordncten zu gefälliger Kennt- uißnahme. Ucbrigens droht der ganze Jungczechenklub des österreichischen Abgeordnetenhauses nächstens in die Brüche zu gehen. Nach einer Meldung des „Hlas Naroda" haben die nachbenannten Mitglieder des Jungczechenklubs im Reichsrathe, die Abgeordneten Spindler, Wohanka und Nemec, die Niederlegung ihrer Mandate angekündigt, während die Abgeordneten Adamek, Tekly, Trojan, Kaftan, Vesely, Slama, Slavik, Mixa, Hajek und Blazek erklärt haben, daß die Richtung, in welcher sich Gregr's bekannte Rede im Abgeordnetenhaus bewege, nicht weiter befolgt werden dürfe. Möglich sei aber auch, daß Vaschaty mit seinen radikalen Anhängern den Klub verlasse. Jedenfalls werde der Klub sich nicht über diese Session hinaus erhalten. Der spanische Ministerpräsident, Canovas del Castillo, hat bei der Eröffnung der Cortes eine große Rede gehalten, in der er zunächst die letzten Ministerveränderungen in dem Sinne erläuterte, daß die konservativen Parteigruppen sich konzentriren sollten. Die Minister Silvela und Villaverde haben sich bereit erklärt, diese Lösung zu erleichtern, indem sie ihre Entlastung gaben. Bekanntlich erfolgte die Lösung der bestehenden Schwierigkeiten durch den Eintritt Romero Robledo's in das Kabinet. Großes Gewicht legt Canovas del Castillo in seiner Rede auf die Mitwirkung des gesammten Parlamentes, um die wirthschaftlichcn Interessen Spaniens zu wahren. Nicht minder forderte der Ministerpräsident die Opposition auf, bei der Lösung der Schwierigkeiten der Finanzfrage mitzuwirken, deren Ernst der leitende spanische Staatsmann nicht verhehlte. Das jährliche Defizit beläuft sich seit einer Reihe von Jahren im Durchschnitt auf 64 Millionen Pesetas und wird durch die Hilfsmittel der schwebenden Schuld gedeckt. Nachdem Canovas del Castillo den Standpunkt der Regierung entwickelt hatte, kündigte der ehemalige Ministerpräsident und liberale Parteiführer Sagasta eine Interpellation über die allgemeine Politik der Regierung an, während der Deputirte Pedrogal eine andere Interpellation über die wirthschaftliche Frage anmeldete. Eine dritte Interpellation des Abgeordneten Carvajal soll Aufklärungen über die Finanzen und das Verhältniß der Regierung zur Bank von Spanien herbeisühren. Hiernach darf man lebhaften und ernsten Debatten in den Cor/es entgegensetzen. Auch die anarchistische Schilderhebung in Xeres wird wohl zur Sprache gebracht werden. Die spanischen Blätter beschäftigen sich angelegentlich mit den dortigen Vorgängen. Die „Epoca" widmet dem Anarchistenputsche in Äeres einen Leitartikel, in dem ausgeführt wird, daß die spanische Nation bisher diejenige gewesen wäre, die am wenigsten von der „modernen Epidemie" des Anarchismus gelitten habe. Die „Epoca" weist auf die Fenier hin, die in Irland ihr Unwesen getrieben haben, auf die russischen Nihilisten und die „mehr Nachts als bei Tage arbeitenden Ritter der Arbeit" in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ueber die Vorgänge in Xeres selbst berichtet die „Epoca" nichts Neues; das Blatt weist aber am Schluffe seines Artikels darauf hin, daß mit Energie die Entdeckung der anarchistischen Verschwörung und die strenge Bestrafung der Urheber angestrebt werden müsse, da der Anarchismus in der Theorie erkläre und in der Praxis zeige, daß er außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft stehe und das Gesetz mit Füßen trete. In der griechischen Deputirtenkammer nimmt die Erledigung des Antrags, den vormaligen Ministerpräsidenten Trikupis und die Mitglieder seines Kabinets in Anklagezustand zu versetzen, einen sehr schleppenden Verlauf. Wie aus Athen gemeldet wird, hat die parlamentarische Untersuchungskommission für die Anklage des Ministeriums Trikupis von der Kammer eine weitere zehntägige Frist für die Erstattung ihres Berichts verlangt und auch erhalten. Seitdem ist die Kammer in die Ferien gegangen und auch die Kommission feiert, da viele ihrer Mitglieder abgereist sind. Bisher wurden sämmtliche Punkte der Anklage, bis auf einen einzigen, in Verhandlung gezogen. Die Abstimmung lautete nun bei allen Fragen unbedingt dahin, daß der bezügliche Gegenstand zur Unterlage einer gerichtlichen Verfolgung nicht geeignet erscheine; nur bei einer Frage sprachen sich fünf Mitglieder der Kommission für, vier gegen die Anklage aus. Dieser Punkt betrifft einen Unteroffizier, welcher kriegsrechtlich verurtheilt, von Trikupis in dessen Eigenschaft als Kriegsminister aber in seiner Charge belassen worden war. Es ist wahrscheinlich, daß das Plenum der Kammer über diesen einen Fall zu entscheiden haben wird. Der bisher von der Kommission nicht verhandelte Punkt, nämlich die Verwendung eines aus verschiedenen Anleihen stammenden Betrages von 55 Millionen Francs, dürfte, wie man glaubt, schwerlich zur Grundlage einer Anklage gemacht werden, da die im Falle einer Erörterung des Gegenstandes unvermeidlichen Enthüllungen dem Staatskredite Griechenlands kaum zum Vortheile gereichen könnten. Deutschland. * Berlin, 14. Jan. Seine Majestät der Kaiser nimmt heute bei Bückeburg an den dort veranstalteten Jagden theil. Der Monarch begab sich mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe heute Vormittag zur Jagd auf Hirsche nach dem Bückeberge. Bei der Abfahrt vom Schlosse wurde der Kaiser von Landleuten in Nationaltracht, die sich auf dem Schloßplatze und dem Schloßwalle versammelt hatten, lebhaft begrüßt. In den Dorfgemeinden waren Ehrenpforten errichtet, bei denen Landleute und Schulen Aufstellung genommen hatten. — Ihre Majestät die Kaiserin stattete heute Mittag sofort nach dem Eintreffen der Nachricht von dem Ableben des Herzogs von Clarence Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich einen längeren Beileidsbesuch ab. Sofort nach dem Eintreffen der Nachricht von dem Tode zeigten die von den Mitgliedern des Königshauses bewohnten Gebäude als äußeres Zeichen der Trauer die Standarten auf Halostock gehißt. Die Todesnachricht hat um so tieferes Mitgefühl wachgerufen, als der verstorbene Enkel der Königin Viktoria der Vetter Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm ist. Die rein menschliche Theilnahme aber wendet sich in besonders lebhafter Weise einem Trauerfall zu, der so nahe zusammenfällt mit einer Verlobung, die noch vor wenigen Tagen von einem ganzen Volke als eine Glück verheißende begrüßt wurde. ; — Der Vorsitzende des Deutschen Fischereivereins, von l Behr-Schmoldow, Mitglied des preußischen Herrenhauses, ist gestorben. Der Verstorbene, der ein Alter von 70 Jahren erreicht hat. gehörte in den ersten vier ; Legislaturperioden auch dem Reichstage an. Er zählte zu der freikonservativen Fraktion. Der Heimgegangene ^ war am 3. Oktober 1821 zu Pinnow bei Anklam ge- ^ boren. Jn's Herrenhaus wurde er am 4. Mai 1877 ! auf Lebenszeit berufen. ^ — Der Bundesrath hielt heute eine Plenarsitzung ! ab, in welcher er dem Ausschußberichte über die Z8 3 ! bis 9 des Trunksuchtsgesetzes die Zustimmung ertheilte. > — In der heutigen Reichstagssitzung beantragte, - als der Titel „Reichsschulkommission" zur Berathung kam, l der Abg. Richter, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage ein Gesetz zur Regelung der Vorbedingungen zum einjährig-freiwilligen Dienste vorzulegen. Er begründete seinen Antrag damit, es dürfe keine Erschwerung zum einjährigen Dienste auf dem Verwaltungswege erfolgen. Staatssekretär v. Boetticher bestritt, daß die Regierung eine Erschwerung beabsichtige. Die Schulreform bezwecke, das ganze höhere Schulwesen zu regeln. Der Antrag Richter wurde mit großer Majorität angenommen. Morgen wird die Berathung fortgesetzt. — In der Budgetkommission des Reichstags wurde heute die Berathung des Postctats fortgesetzt. Die Ausgaben im Ordinarium wurden unverändert genehmigt. Bei den einmaligen Ausgaben ward als erste Baurate in Berlin zur Herstellung von Posthaltereigebäuden an der Köpnicker- und an der Melchior- Straße mit 409196 M. bewilligt. Die Kommission kürzte die Forderung für ein neues Dienstgebäude in Kolmar (100000 M.) um 20000 M., diejenige für Marienwerder (ebenfalls 100000 M.) um 10 MO M. Die zu einem Umbau des Postgebäudes in Elberfeld geforderte erste Rate von 80000 M. ward ganz gestrichen. Abgelehnt wurden ferner 218 000 M. für Danzig, 130 OM M. für Forst (Lausitz) und IM OM M. für Warmbrunn. Damit ist der Postetat erledigt. Eine Reihe von Petitionen um Erhöhung des zulässigen einfachen Gewichts für Briefe von 15 auf 20 Gramm gab dem Staatssekretär vr. v. Stephan Veranlassung, sich dagegen zu erklären: das würde eine große Störung und einen jährlichen finanziellen Ausfall von 4 bis 5 Millionen ergeben. Nachdem noch der Etat der Reichsdruckerei erledigt worden war, vertagte sich die Kommission bis Dienstag. — Am 16. d. Mts. wird im Reichsamt des Innern unter Vorsitz des Handelsministers Freiherrn von Berlepsch eine Konferenz von Industriellen und Kaufleuten, die hervorragend an der deutschen Ausfuhr nach Spanien betheiligt sind, zusammentreten, um gegenüber der ablehnenden Haltung der spanischen Regierung ihre Wünsche in Bezug auf die künftige Gestaltung der deutsch-spanischen Handelsbeziehungen darzulegen. — Nach der feierlichen Eröffnung des preußischen Landtags im Weißen Saale des kgl. Schlosses hielt heute das Herrenhaus bereits die erste Sitzung ab, um das Präsidium zu wählen. Das vorjährige Präsidium wurde durch Akklamation wiedergewählt. .Es besteht demnach aus dem Herzog von Ratibor als Präsident, Freiherrn v. Manteuffel als erster Vicepräsident und dem Oberbürgermeister Bötticher als zweiter Vicepräsident. Nachdem auch die Schriftführer ernannt waren, wurde die nächste Sitzung auf morgen anberaumt. Das Abgeordnetenhaus wird morgen sein Präsidium wählen — Es ist bereits mitgetheilt worden, daß die aus Rom verbreiteten, angeblich von einem italienischen Konsul an seine Regierung gemeldeten Mittheilungen über angebliche Unruhen an der deutsch-ostafrikanischen Küste völlig grundlos sind. Gouverneur v. Soden hat auf eine bezügliche telegraphische Anfrage alle derartigen Nachrichten als Phantasiegebilde bezeichnet und betont, daß er sicherlich nicht verfehlen würde, unverzüglich Bericht über bedeutsame Vorgänge zu erstatten, falls sie eben sich in Wirklichkeit überhaupt zugetragen hätten. Wenn in mehreren Blättern von Kämpfen einer Abtheilung der ostafrikanischen Schutztruppe unter Hauptmann Krenzler erzählt wird, der von Tanga gegen aufständische Wadigos ausgezogen sei. aber nichts gegen sie habe aus- richten können, so hat Gouverneur von Soden in seinen Berichten die Detailschildeiungen auf ihren wahren Werth zurückgeführt. Hauptmann Krenzler hat darnach ein Dorf in der in Afrika üblichen Weise gezüchtigt und dann auf dem Rückwege zwei Eingeborene seiner Truppe verloren, ohne daß der Vorgang auch nur im geringsten den ihm zugeschriebenen bedeutsamen Charakter gehabt hätte. Vielmehr erachtete Hauptmann Krenzler den Zwischenfall mit der Züchtigung des Dorfes für vollständig erledigt. Gouverneur von Soden, der ebenfalls diesem Vorgänge eine lediglich lokale Bedeutung beimißt, hält jedoch dafür, daß der Verlust der beiden Eingeborenen es angezeigt erscheinen lasse, eine weitere Ahndung herbeizuführen, mit der wiederum Hauptmann Krenzler beauftragt ist. Durch die Geringfügigkeit des Verlustes hätte von Anfang an erhärtet werden müssen, daß ein ganz lokales, geringfügiges Vorkommniß zu einem bedeutsamen Ereignisse aufgebauscht worden ist. — Der preußische Landtag ist heute Mittag im Weißen Saale des Schlosses eröffnet worden, nachdem für die evangelischen Mitglieder des Landtags im Dom, für die katholischen in der Hedwigs-Kirche ein Gottesdienst stattgefunden hatte. Der Eröffnungsakt vollzog sich, in Abwesenheit Seiner Majestät des Kaisers, in einfachen Formen. Reichskanzler Graf Caprivi verlas in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident, umgeben von sämmtlichen Mitgliedern des Staatsministeriums, die Eröffnungsrede. Darnach brachte der Präsident des Herrenhauses, der Herzog von Ratibor, das übliche Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König aus. Es hatten sich zu dem Akte ungefähr 150 Mitglieder beider Häuser des Landtags eingefunden. Die Eröffnungsrede läßt die auswärtige Politik unberührt. Sie beginnt nach den einleitenden Begrüßungsworten mit einem Passus über die Finanzlage, der wie folgt lautet: „Die Lage der Slaatsfinanzen hat sich im Laufe dieses Etatsjahres weniger günstig gestaltet. Während die Rechnung für 1890,91 noch mit einem ansehnlichen, auf bewilligte Anleihen verrechnet«« Ue bersch usse abschließt, ist es nicht ausgeschlossen, daß infolge der Steigerung der Ausgaben, namentlich bei den Staaiseisenbahnen, sich im laufenden Jahre ein jenen Uebeischuß übersteigender Fehlbetrag Herausstellen wird. Bei Aufstellung des Ihnen unverzüglich zugehenden Etats hat demgemäß auf allen Gebieten der Staatsverwaltung besondere Sparsamkeit geübt werden müssen, namentlich hat zum Bedauern der Staatsregierung die als nothwendig anerkannte Aufbesserung der Besoldungen der unteren Staatsbeamten in diesem Jahre noch nicht in der wünfchenswerthen Weise weitergeführt werden können. Nur zu der allseitig für besonders dringlich erachteten Verbesserung der äußeren Lage der Lehrer an den höheren Schulen und Seminarien sind schon jetzt die erforderlichen Betrüge in den Etat eingestellt. Das System des Aufrückens der Beamten nach Altersstufen ist bei den Unterbeamten bereits in dem diesjährigen Etat zur Ausführung gebracht und soll im nächstjährigen Etat im Anschluß an die Vermehrung der etatsmäßigen Stellen auf weitere Beamtenklassen ausgedehnt werden." Die Rede kündigt sodann eine Anzahl von Gesetzentwürfen an, die dem Landtag zugedacht sind. Das geschieht in folgenden Sätzen: Der Entwurf d s in dem Einkommensteuergesetze vom 24. Juist 1891 vordedaltenen Gesetzes wegen Gewährung einer Entschädigung für die Aufhebung der den Häuptern und Mitgliedern der Familien vormals unmittelbarer deutscher Reichs stände zustchenden Befreiung von ordentlichen Personalsteuern, sowie der Entwurf eines Gesetzes betccffenü die Revenuen des beschlagnahmten Vermögens des vormaligen Königs von Hannover, wird Ihrer Beschlußnahme unterbreitet werden. — Der von dem Landtage wiederholt gestellte Antrag auf gesetzliche Feststellung der Grundsätze für die Veranschlagung, Führung und Kontroledes Staatshau s b a l l e s hat die Smatsregierung veranlaßt, erneut an die Aufstellung einer solchen Gesrtzesvorlage heranzutreten, jedoch find die Arbeiten noch nicht zum Abschluß gelangt. — Anknüpfend an die im vorigen Jahre versuchte gesetzliche Ordnung des Volksschulwescns wird wiederum der Entwurf eines Bolks- schulgesetzes vorgelegt werden; derselbe ist bestimmt, die einschlagenden Vorschriften der Verfafsungsurkunde zur vollen Ausgestaltung zu bringen. In Verbindung damit ist die Auf' Hebung der Regierungsavlhellungen für Kirchen- und Schulwesen und die Uebertragung ihrer Geschäfte aus die Regierungspräsidenten durch eine Novelle zum Gesetz über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung beabsichtigt. Um den Kir- chengknieinschaslen die als nothwendig erkannte Beseit'gung der Stolgebühren für Taufen und Trauungen in einfacher Weise zu ermöglichen, ist die Gewährung staatlicher Beihilfen in Aussicht genommen und sind die erforderlichen Mittel in den Etat eingestellt. Mit den Vertretungen der evangelischen Landeskirchen der älteren Provinzen und der Provinz Schleswig-Holstein konnte bereits bei ihrem verfassungsmäßigen Zusammentreten eine kirchengesetzllche Regelung der Verwendung vereinbart werden» deren ftaalSgesetzUche Sanklionirung Sie demnächst beschäftigen wird. Auch andere, äußere Verhältnisse der evangelische» wie der katholischen Kirche delr.ffende Vorlagen werden Ihnen zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung zugehen. — Der ln der ersten Session der gegenwärtigen Legislaturperiode nicht zur Verabschiedung gelangte Enlwuif eines die Kosten der Königin. Potlzeiverwattungen in Stadlgemeinden neu regelndeu Gesetzes wird mit einigen Abändr-ungen Ihnen wiederum zur Beschlußnahme vorgetegk werden Im Anschluß an dieses Gesetz wird die Uebertragung der Berwallung der verschiedenen Zweige der Wohtfahrtspolizei in jenen Städten an d,e Gemeindebehörden in die Wege geleitet werden. — Die Rechtsverhältnisse derjenigen Eisenbahnen, auf welche das Gesetz vom 3. November 1«üj nicht Anwendung findet, sind theils nicht völlig sicher, tdcils nicht so zweckmäßig geordnet» wie dies im Interesse kräftiger Entwicklung tiefes wichtigen Verkehrszweiges erwünscht ul; dem in dieser Beziehung bervorgetretenen Bedürfnisse soll eine Vorlage Abhilfe schaffen, welche Ihnen demnächst zugehen wird Auch in diesem Jahre werden Ihnen aus dem Gebiete des Eisenbahnwesens Vorschläge gemacht werden, welche durch die Her. stellung neuerSchieneriverbrndungen und durch sonstige Bauausführungen und Beschaffungen die Erweiterung,Vervollständigung und bessere Ausrüstung des Staalselsenvadonetzes beznnckrn. — Tie stetige Zunahme der Geschäfte bei den Gerichten der Stadt Berlin hat die Nolhwendigkeit ergeben, die Führung der Dienstaussicht bei diesen Gerichte» durch besondere Vorschriften zu regetu. Eine entsprechende Gesetzee- vorlage wird Ihnen zugchen. Durch die Novelle zur Reichsge- werdeordnung vom 1. Juni 1891 ist das scitberige Maß des ge setzuchen Aibeilclfchutzes wesentlich erweitert worden. Die auf die Sicherung der Sonntagsruhe der Arbeiter, sowie auf die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und erwachsener Arbeiterinnen bezüglichen Bestimmungen der Novelle finden auch auf den B er g- bau unmittelbar Anwendung. Bei anderen durch das ReichS- gesrtz neu geordneten Gegenständen aber hat die Rücksicht auf die irigeulhumlichkeit des bergbaulichen Betriebes es zweckmäßig erscheinen lassen, die landesgesetzliche Rege uns vorzudehaltea. Eine entsprechende Gesetzvorlage wird dem Landtage alsbald zügelten." — Aus Rostock läßt das Wolff'fche Bureau sich berichten. daß der Generallieutenant Graf Finck s. Fincken- stein im Namen des Kommandos des Großh. Mecklenburgischen Kontingents die Behauptung der „Mecklenburger Nachrichten", nach welcher ein vom Mecklenburger Kommandanten der Festung Dömitz arrelirter Grenadier preußischerseitS mit Waffengewalt befreit worden sei, für unwahr erklären läßt. (Die „Mecklenburger Nachrichten" sind dasjenige Blatt, welches die Allarmnachricht von mecklenburgisch-preußischen Differenzen in Umlauf gesetzt hat. Bekanntlich hat der „Reichsanzeiger" bereits die Erklärung gebracht, daß jeder Anhalt dafür fehle, worauf die völlig falschen Gerüchte über Differenzen mit der Großh. Mecklenburg-Schwerinschen Regierung sich gründen und wie sie entstanden sein können. Durch die Erklärung des Grafen Finck v. Finckensteiu ist nun wohl diesen zwecklosen Gerüchten der Boden völlig entzogen.) Orsterrrirh-Angarn. Wicu, 14. Jan. Im Abgeordnetenhause sprach heute bei der Fortsetzung der allgemeinen Berathung über die Handelsverträge zuerst der steirische Slowene Robic. Er bekämpfte den Handelsvertrag mit Italien unter besonderer Bezugnahme auf die gestrigen, dem Vertrag freundlichen Ausführungen dis Grafen Corinini. Der Triester Abgeordnete Stalitz erklärte, er sehe in den Handelsverträgen einen entschiedenen Fortschritt. Der Ackerbauminister Graf Falkenhayn wies den Vorwurf zurück, daß die Regierung bezüglich des Weinzolles nicht ihr Mögliches Methan habe; die Regierung fühle sich deßhalb nicht durch die Beschwerden der südtirolischen Abgeordneten getroffen, welche die Verhältnisse in viel zu dunklen Farben schildern. Eine Deputation von Weinbauern aus Südtirol habe ihm kürzlich erklärt, daß der Weinbau in Tirol unter den gegenwärtigen Verhältnissen sich lukrativ gestalte. Man könne sich nur dazu beglückwünschen, daß es gelungen sei, das große Vertragswerk in solcher Weise durchzuführen. Er sei weil entfernt, zu behaupten, daß die Weinzollklausel eine Zierde des Vertrages mit Italien bilde. Aber er behaupte, daß sie keine Gefahr enthalte. Wenn Italien seine Weinzölle Herabsetzell wollte, müßte es dies gemäß der Meistbegünstigung allen Ländern außer Frankreich bewilligen. Auch ziffermäßig lasse sich Nachweisen, daß keine Gefahr vorhanden sei. Aus einer Zusammenstellung des Landes- kulturrathes in Trient ergebe sich, daß der Weinbau in Südlirol auch bei Herabsetzung des Weinzolles sich noch ertragsfähig gestalten würde. Der Minister drückte die Zuversicht aus, daß nach seinen Darlegungen auch Diejenigen, welche an der Weinzollklausel Anstoß nahmen, für die Handelsverträge stimmen werden. Der Antisemit Geßmann verwahrte die Antisemiten dagegen, daß sie aus politischen Gründen gegen die Verträge stimmen werden; für sie handle es sich um das sozialpolitische Moment. Neuber, der Vertreter der Wiener Handelskammer, führte gegenüber dem Antisemiten Geßmann aus, daß 75 Proz. der Gewerbe, namentlich der Wiener Gewerbe, von den Verträgen profitiren werden. Das Kleingewerbe habe sich über die Verträge nicht zu beklagen, sondern die Großindustrie, namentlich die chemische, bezahle die Zeche. Dann kam der Jungczeche Vaschaty mit den üblichen Klagen der Jungczechen über das Bündniß mit Deutschland an die Reihe. Er wiederholte die abgeschmackte Behauptung, daß Oesterreichs Politik, auch die innere, von Deutschland diktirt werde. Durch die Deutschland gewährten Konzessionen würde dem gefährlichsten geschichtlichen Gegner Thür und Thor geöffnet. Hierdurch werde es erklärlich, daß an der maßgebenden Stelle in Berlin die geistreichsten Lobgesänge auf die Handelsverträge erfolgen. Man täusche sich in Berlin, wenn man behaupte, daß infolge der wlrthschast- lichen Annäherung der drei Verbündeten auch deren politische Uebereinslimmnng eine besondere Kräftigung erfährt. Die Sympathien des italienischen Volkes gehörten der französischen Republik und in Oesterreich sei außer den Deutschliberalen, den Polen und Magyaren die Mehrzahl der Bevölkerung mit den Czechen gegen den Dreibund und gegen die Handelsverträge. Der Redner beantragte eine Resolution, nach welcher die Bestimmung in dem Vertrage mit Deutschland über Zulassung deutscher Beisicherungsgesellschaften in Oesterreich aufgehoben werden soll. Vaschaty's Rede fand selbst bei den Junczechen nur mäßigen Beifall. Italien. Rom, 14. Jan. In den politischen Kreisen Italiens ist man über die hohe Ordensauszeichnung, welche Kaiser Franz Josef dem Ministerpräsidenten Marchese di Rudini verliehen hat, sehr befriedigt. Dieses Ereigniß bilde einen neuen sichtbaren Beweis der ausgezeichneten Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien, bedeute aber auch eine Anerkennung der politischen Prinzipientreue des Marchese di Rudini. Derselbe habe schon als Deputirter für Oesterreich-Ungarn immer Wohlwollen an den Tag gelegt und sei für die Ersprießlichkeit eines freundschaftlichen Verhältnisses zu diesem Staate zu einer Zeit eingetreten, wo derartige Rathschläge in Italien im Allgemeinen nicht eben gern gehört wurden. Als Minister des Aeußern habe Rudini diese Grundsätze im hohen Maße beihätigt und es sei sein Verdienst, daß die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen Rom und Wien nicht nur erhalten, sondern gesteigert wurde. König Humbert, der dem Marchese di Rudini persönlich sehr gewogen ist, hat ihm seine Befriedigung über die ihm verliehene Auszeichnung ausgesprochen. — Die Kammer nahm ihre Arbeiten heute wieder auf und begann die Berathung der Handelsverträge mit Deutschland und Oesterreich- Ungarn. Gianturco und Rubini sprachen sich für die Verträge aus. Siampietro (äußerste Linke) erklärte, seine Freunde hätten sich als Redner gegen die Handelsverträge rintragcn lassen, nicht um dieselben zu bekämpfen, sondeln um die wirthschaftliche Politik der Regierung zu tadeln. Der Redner erörterte den Gedankengang, welcher die Regierungen bei den Verhandlungen über die Festsetzung der Vertragsbestimmungen leitete, und erklärte, er könne nicht umhin, namentlich mit Rücksicht auf die Haltung Frankreichs, denselben für gerechtfertigt zu halten. (Ein j Wink für Herrn Vaschaly.) Der Präsident der Kammer ' . und der Ministerpräsident Rudini forderten die Kammer auf. anläßlich des Ablebens des Herzogs von Clarence ihr Beileid auszudrücken. j Frankreich. ! Paris, 14. Jan. Präsident Carnot richtete ein Tele- I gramm an die Königin Viktoria, in welchem er die tiefe ! Trauer Frankreichs über den Tod des Herzogs vou ! Clarence, sowie seine eigene aufrichtige Theilnahme l an dem Schmerze der Königlichen Familie ausspricht. ! Die hiesigen Zeitungen begleiten die Nachricht vom Tode > des Herzogs von Clarence mit Worten lebhafter Theilnahme für die Königliche Familie und das englische Volk. — Im Senat hielt heute Leroyer, nachdem er gestern mit 178 von 186 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten j wiedergewählt worden war. eine Ansprache. Er dankte ! für das ihm geschenkte Vertrauen, das jedoch weniger j seiner Person, als der vom Senat verfolgten Politik gelte. Die Politik des Senats habe sich nicht geändert und werde sich nicht ändern. Leroyer setzte die Gründe auseinander, weßhalb der Senat manchmal Vorlagen abgelehnt oder abgeändert habe. Schließlich sagte der Präsident, die Hingabe des Senats an die Republik schütze diese Körperschaft gegen alle Angriffe und erlaube ihr, mit ruhiger Zurückhaltung den ihr vom Lande und der Verfassung gegebenen Auftrag auszuführen. Darauf begann die Budgetberathung. Belgien. Brüssel, 14. Jan. Wegen des Ablebens des Herzogs von Clarence legt der Hof auf 6 Wochen Trauer an. Die geplänken Hoffestlichkeilen sind verschoben. Voraussichtlich wohnt Seine Majestät der König der Trauerfeierlichkeit in London Persönlich bei. Der Graf von Flandern, der noch in Trauer um den Prinzen Balduin ist, begibt sich nicht nach London, er wird jedoch einen Vertreter entsenden. ' Großbritannien. London, 14. Jan. An einem und demselben Tag hat der Tod einem blühenden jungen Menschenleben, auf das die Hoffnungen der ganzen Nation gerichtet waren, und einem arbeitsreichen, bewegten Greisenalter das Ziel gesetzt: der jugendliche Herzog von Clarence und der hochbetagte Kardinal Manning sind heute gestorben. Aus r>en letzten ärztlichen Berichten über die Krankheit des Herzogs geht hervor, daß der Patient sich in den ersten Stunden der vorigen Nacht wesentlich besser befand, gegen 2 Uhr schwanden aber Plötzlich die Kräfte und es trat eine allmähliche Erschöpfung ein, die dis zum Tod andauerte. Der Schmerz der Königlichen Familie ist ein übergroßer und die Trauer in der Bevölkerung eine allgemeine. Ihre Majestät die Königin ist durch den Todesfall aus vas Tiefste erschüttert, doch hat ihre Gesundheit glücklicherweise durch den Schreck über das unerwartete traurige Ercigniß nicht gelitten. Die Königin sandte sofort eine Beileidsdepesche an den Prinzen und die Prinzessin von Wales. Die Letztere ist vom Schmerz überwältigt. Trostlos ist auch die Prinzessin-Braut, in deren junges Glück der Tod mit so unbarmherziger Hand gegriffen hat. Aus allen Theilen des Reiches und aus den Kolonien laufen bereits Beileidstelegramme ein. London selbst trägt überall Zeichen der Trauer; alle öffentlichen Festlichkeiten sind abgesagt. Auf Befehl des Lordmayors wird zum Zeichen der öffentliche» Trauer die große Glocke der Sankt Pauls - Kathedrale geläutet. Die Zeitungen sind heute Abend mit Trauerrand erschienen und geben dem allgemeinen Gefühle der tiefsten Theilnahme beredte» Ausdruck. Der Prinz war erst in neuerer Zeit als Vertreter der Königlichen Familie bei einzelnen Gelegenheiten mehr in die Oeffentlichkeit getreten. Während der letzten zwei Monate wurde sein Name sehr häufig genannt, weil das ganze englische Volk mit ver ihm eigenen Wärme loyaler Gesinnung an der Verlobung des Stammhalters der Königsfamilie mit der Tochter des Herzogs von Teck, der Prinzessin Mary von Cambridge, den herzlichsten Antheil nahm. Als sich dann vor einigen Tagen plötzlich die Nachricht verbreitete, daß der Prinz sich beim Begrübniß des Grafen Gleichen, anfangs voriger Woche, einen anfangs gering geachteten Anfall der Grippe zugezogen habe, waren die Kundgebungen der Theilnahme aus allen Schichten der Bevölkerung von einer großen Wärme und Unmittelbarkeit. Der Prinz von Wales und seine Familie hglten jüngst erst während einer bedenklichen Krankheit des Prinzen Georg, des zweiten Sohnes des Prinzen von Wales, sorgenvolle Wochen verlebt. Der Ausgang der Krankheit ist beim Prinzen Georg glücklich gewesen. Er war wohl zum Theil durch die Abhärtung des seemännischen Berufs stärker und widerstandsfähiger als sein älterer Bruder, der nun in der Blüthe seiner Jahre in das Grab sinken mußte. Die Zeitung „Globe" weist auf die seltsame Thatsache hin, daß keiner von den fünf Herzogen von Clarence, welche in der Geschichte Englands vorgekommen seien, Nachkommen hinterlaffcn hat, und spricht die Hoffnung aus, daß dieser Unglück verheißende Titel nicht wiever verliehen werde. — Angesichts der allgemeinen Trauer um den Tod des Herzogs vou Clarence wird das gleichzeitig erfolgte Ableben des Kardinals Manning nicht in dem Maße öffentlich beachtet, wie es bei der politischen Rolle, die der verstorbene Kirchenfürst gespielt hat, sonst wohl geschehen wäre. Der 84jährige Prälat starb an einer Entzündung der Bronchien, an der er seit 3 Tagen erkrankt war. Die biographischen Notizen, mit denen wir in der vorigen Nummer dieses Blattes die telegraphische Nachricht vom Tode ManningS begleitet haben, mögen ihre Ergänzung durch folgenden LedenSabriß erfahren: Henry Edward Maurung war der Sohn eine- der anglikanischen Kirche aogrhöreadra Londoner Kaufmanns in Totlrridge Grafschaft Hertford), kudirte se.t 1827 in Oxford Tbc oloarr »nd vromooirte 1830 daselbst. Kurze Zeit nack ferner Promotion ^ebielt er die Weihen eines Priesters der anglikanischen Kir-be «nd wurde Priester in Woollavington. einem Dorfe in der Graf- Suffer und der Diözese Chi-bester, deren Arck'diakonus er De» 1810 ward. Während seiner Laufbahn als Geistlicher der »nol Staatskircke war er eine Zeit lang einer der ausgewädlten Mediaer der Universität Oxford und veröffentlichte in dieser Eigenschaft einen Band Predigten (Oxford 1811 )' Nachdem >r Aon zwei Jabre zuvor mit seinem Erstlingswerke rt.s v.mx vk td« 6d'.re!,. London 1312, deutlich bewiesen, dav er m den vordersten Reiben der von Pusch geführten sog. Oxforder Bewegung rur Wiederherstellung des römisch-katholischen Ritus in der anglikanischen Kirche stand. Er blieb auf dem nach Rom führenden Wege und trat, nachdem er Witwer geworden, 6. Apiil 1351 in der Londoner Jesuitenkircke zum römisch - katholischen Glauben Aber Vom Kardinal Wikemann zum Priester geweiht, ging er 1852 na» Rom, wo er den Grad eines Doktors der Rheologie erhielt. In seine Heimath zurückgekehrt, ward er dank seinem Eifer für die katholische Kirche und die Hierarchie im Mai 1865 vom Papst als Nachfolger des Kardinals Wilemann zum zweiten Erzbischof von Westminster und Metropoliten ernannt. Unter seiner Amtsführung wurde eine Masse katholischer Kirchen, Schulen. Klöster errichtet und 1871 faßte er den Plan, eine römisch-katholische Universität zu gründen, die er nach dreijähriger unermüdlicher Propaganda, mit reichen Fonds ausgestaitet, 15. Okt. 1874 in Kenslngton, einer Vorstadt Londons und Sitz der vornehmen Welt, eröffnen konnte. Schon seit Juli 1869 in einem literarischen Streit mit dem Bischof Dupanloup von Orleans über die Opportunität der Ausstellung des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes, war er auf dem vatikanischen Konzil selbst einer der eifrigsten, kühnsten und rücknchtsloscsten Vertheidiger und Förderer des Unseblbarkeitsdogmas und der hierarchischen L bren und erhielt dafür 15. März 1875 den Kar- dinalshut. Er hat auch späterhin das vatikanische Konzil und sein Dogma in mehreren Schriften vertheidigt uud war überhaupt einer der streitbarsten Kämpen der katholischen Kirche. Badischer Landtag. T Karlsruhe, 15. Jan. 5. öffentliche Sitzung der Ersten Kammer. Tagesordnung auf Mittwoch den 20. Januar, Vormittags 10 Uhr: 1. Anzeige neuer Eingaben. 2. Begründung des Antrags des Freiherrn V. Hornstein u. Ä.: „Die Großh. Regierung möge mit allen Mitteln an regen und fördern: a. die Bildung von genossenschaftlichen Winzervereinen, welche von den einzelnen Rebbesitzern die feilen Trauben abnehmen, sachgemäß behandeln, soweit nöthig auch zuckern und verschneiden. um den Mißbräuchen entgegen zu wirken, die bei der Einfuhr von Trauben noch um so nachtheiliger werden können; d. den Erlaß eines Reichsgesetzes resp. Aenderung des Nahrungsmutelgesetzes, um Gleichmäßigkeit in Behandlung dieser Frage im ganzen Reiche zu erreichen; c. ein badisches Gesetz zur Besteuerung und Kontrole des Kunstweins und thunliche Hinwirkung auf Erlaß eines solchen in den anderen Bundesstaaten." Groszherzogthum Baden. Karlsruhe, den 15. Januar. Heute Vormittag nahm Seine Königliche Hoheit der Grobherzog einen längeren Vortrag des Staatsraths Eisenlohr entgegen. Nachmittags empfing Höchstderselbe den Hostheater-Intendanten l)r. Bürklin und hörte darnach den Vortrag des Legationscaths 1)r. Freiherrn von Babo. »(Großh. Hoftbeater.) Der Gastsvielvorstellung des Wiener Ensembles Müller-Schultz: „Der verlorene Sohn" am nächsten Montag wird eine Wiederholung des kürzlich mit vielemBeifall aufgenommenen Femllel'schen Schauspiels,Daheim" vorangehen. Außerdem bringt die nächste Loche Dienstag den 19. Januar ein Gastspiel des Herrn Seiden eck vom Lesstng- Tbeater in Berlin, der die Rolle des Fürsten in Hackländers Lustspiel »Der geheime Agent" spielen wi,d Am Freitag den 22. d. M. soll zur Feier von Lesstngs Geburtstag „Nathan der Weise" in Scene gehen. In der Oper gelangt am Donnerstag „Die werße Dame", am Sonntag den 24. Januar »Der Postillon von Lonjumeau" und »Die Puppensee" zur Aufführung. Als Jestvorstellung zum Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers ist Webers „Euryanthe" in Aussicht genommen. Außerdem ist Wagners .Ricnzi" für die folgenden Wochen in Vorbereitung. Die erste Aufführung des Blumcnthal Kadelburg'schen Schwankes „Großstadtluft" ist auf Freitag den 29. Januar festgesetzt. O (S ch w ur g er i ch t.) 7. Fall. Anklage gegen Kaufmann Philipp Weodelin Ruf von Ucberlingen, zuletzt in Pforzheim wegen betrügerischen Bankerulls und Unterschlagung. Nach ausgebrochenem Konkurse soll nach Ansicht der Anklage Ruf einen Betrag von 403 Mark, den er noch rm Besitz hatte, verheimlicht haben. Der Vertreter der Staatsbehörde, Herr Staatsanwalt Dr. Dölter, beantragte die Schuldige, ktärung wegen betrüge- rischen Bankeroris. doch die Geschworenen entschieden, es liege nur ein einfach,! Bankerott vor, worauf das Gericht eine Ge- fängnißstrafe von 5 Monaten, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft, aussprach. Die Vertheidiguag fühlte Herr Rechtsanwalt Schneider. 8. Fall. Anklage gegen den 23 Jahre alten Aufseher Ferdinand Heil von Philippsburg wegen Silltichkeilsverbrechens. Unheil: 1 Jadr 6 Monate Gefängniß. 9. Fall. Anklage gegen den 22 Jabre alten Taglöhner Rudolf Mein »er von Hochstetten wegen Sittlichkeitsoerbcechens. Ur- rhefi-^7 Monate Gefängniß. (Antispirilistische Vorstellung.) Der Antispiritist Richard Laue und dessen Frau, Lanö - ey, aus Wien beabsichtigen, am Mittwoch den 2,. und Samstag den 23. Januar im Saale der Gesellschaft .Eintracht" Vorstellungen zu geben, welche den Zweck haben, dem Geister und Mediumglauben den Boden zu entziehen und zu zeigen, daß Alles natürlich vor sich gebt. Nach den Berichten aus München, Berlin, Leipzig, Halle und Stuttgart erreichen die Genannten diesen Zweck vollkommen. Wie die Spiritisten lassen Herr Laus und F,au Geister erscheinen. Krau Ido Laus - Ney wird angebunden wie ein spiritistisches Medium und der ganze Geisterspuk stellt sich ein. Wenn am Schluß der Vorhang des kleinen Kabinets aufgeht, befindet sich Frau Laos Ney genau so gefesselt wie vorher. Und doch beruhen ^iese Geister Manifestationen lediglich auf dem Kunstgriffe de- MedmmS, sich auS den Fessel« zu befreien und dann den Spuk in Scene zu setzen. Außerdem kommen zur Aufführung: Experimente auf dem Gebiete der Gedäcbtnißkunst und der H c l l s e b e r e i. Die Aufnahme, welche die Künstler überall, wo sie auflraten, gefunden haben, ist, den Berichten zufolge, eine sehr gute gewesen. Freidurg, 14- Jan. (Die Schwurgerichtskitzungen) für das 1. Quartal nehmen hier am kommenden Montag ihren Anfang. Als Vorsitzender ist Herr Landgerichtsdirektor Baumstark, als dessen Stellvertreter Herr Landgeiichtsrath Sen gl er bestimmt. Zur Verhandlung kommen 9 Fälle. Davon lauten je zwei auf Meineid bezw. Sittlickkciisverbrecken und je einer auf Brandstiftung, aus Erpressung, Betrug und Urkundenvernichtung, auf Straßenraub, auf Todischlag und auf Todtschlagsversuch- Die EUedigung der Tagesordnung wird eine Woche in Anspruch nehmen. OerschievenLs. » Leipzig, 13 Jan. (Die V e r t h e i d i g e r im H e in z e'- schen Mordvrozeß vor dem Ehrengerichtsbos des Reichsgerichts.) Am 29. Oktober v. I. batten sich vor dem Ehrenrath der Berliner Anwalrekammer die beiden Ver- thcidiger im Heinze'schen Mordvrozeß, die Rechtsanwälte 1>r Coß- mann und 1>r. Ballien, wegen ihres Verhaltens während der Verhandlungen in diesem Prozeß zu rechtfertigen. Die beiden Angeklagten wurden für schuldig befunden. De. Coßmann erhielt einen Verweis und wurde zu 500 Mark Geldstrafe verurtheilt: De. Ballien erhielt nur einen Verweis. In der llrtheilsbegrün- dung wurde ausgefübrt, daß die beiden Vertheidiger in Ueberein- stimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen handelten, als sie den Angeklagten den Rath ertheilten. auf ihre Vernehmung zu verzichten. Beanstandet wurde dagegen bei Or. Coßmann das Abbolen der Akten in Abwesenheit des Vorsitzenden aus der Wohnung desselben, dann, daß vr. Coßmann durch sein Verhalten die peinliche Situation des „S e k t t r i n k e n s" herbei- geführt habe; bei vr. Ballien das Trinken des Sektes und der Verkehr mit den Angeklagten. (Gegen das Urtheil des Evrenratbs haben sowohl die beiden angesckuldigtcu Rechtsanwälte, als auch die Oberstaatsanwaltschast als Vertreterin der Anklagebehöcde Berufung an den Ehrengeiicbtshof in Leipzig eingelegt. vr. Coßmann wollte durch dieses Rechtsmittel ein milderes Urtheil. Vr. Ballien seine gänzliche Freisprechung erzielen. Die Overstaatsanwaltschaft hob in der Begründung ihrer Berufung hervor, "daß sie die Ratbertheilung an die Angeklagten, ihre Aussage zu verweigern, für unzulässig und mit den Pflichten eines Anwalts nicht vereinbar halten könne, weil diese Maßregel die Ermittelung der Walrhcit erschwere, ja sie sogar Verbindern könne. An der Ermittelung der Wahrheit habe aber der Vertheidiger ebenfalls mitzuwirken. Die Slrafprozeßordnung lege auf die verantwortliche Vernehmung des Angeklagten so großes Gewicht, daß ohne Beisein des Angeklagten die Haupiverdandlung über ein Verbrechen nicht gefühlt werden darf. Das Schweigen des Angeklagten bei seiner verantwortlichen Vernehmung komme nun seiner Abwesenheit gleich. Wenn der Angeklagte auch das Recht habe, zu schweigen» so sei es doch eine andere Frage, ob ihm der Veitheidiger zum Schweigen rathen dürfe. Diese Frage sei im Allgemeinen zu verneinen, höchstens dürfe man einem verworrenen Angeklagten zum Schweigen rathen. Im vorliegenden Falle sei die Ratbserthcilung zum Schweigen jcdenfalls gesetzwidrig gewesen. Als weiterer Grund zur Berufung gegen das ehrenrätblicke Eikenntniß wurde von der Oberstaatsanwaltschast noch die Bitte des vr. Ballren an den Vorsitzenden Or. Ricck, auch die Entlastungsmomente genügend zu betonen, und die Bitte des Or. Coßmann, Licht und Schatten gleichmäßig zu vertheilen, angeführt, da in diesen „Bitten" der Vorwurf der Parteilichkeit für den Präsidenten enthalten sei. Die übrigen beiden Punkte, in denen bereits der Ehrenrath eine Ahndung ausgesprochen hat, wurden in der Berufungsschrift des Oberstaatsanwaltes nicht berührt. Von den beiden angeschutdigien Rechtsanwälten waren gleichfalls Begründungen ihrer Berufungen im entgegengesetzten Sinne eingercicht worden.) lieber das Urtheil schreibt man der .National-Zeitung", daß nach einer mehr als zweistündigen Veratbung des Gerichtshofs Präsident v. Oeht- sckläger das Unheil verkündigte. Der Gerichtshof habe eine Verschärfung eintreten lassen und die Geldstrafen bei beiden Angeklagten um 5L0 M. erhöh t. Rechtsanwalt Coßmann sei deßdalb mit einem Verweis und 1000 M. Geldbuße. Rechtsanwalt Ballien mit einem Verweis und 500 M. Geldbuße zu bestrafen. Für die Skiosverschärfung sei der Umstand maßgebend gewesen, daß der Ehrengerichtshof zur Ueberzeugung gelangt sei, dem Vorsitzenden des Schwurgerichts sei thalsächlich von dem Vertheidiger der Vorwurf der Parteilichkeit gemacht worden Dazu komme das Sekttrinken, der kardiale Verkehr mit den Angeklagten, bei Or. Coßmann das A kte n a b k o l en. Die Frage, ob der Vertheidiger berechtigt ist, dem Angeklagten zu rathen, bei seiner verantwortticheu Vernehmung »u schweigen, wurde prinzipiell nicht entschieden. Der Gerichishof sprach die Angeklagten im vorliegenden Falle von einer Schuld in dieser Beziehung frei» weil sie beide bereit waren, die an und für sich verfängliche Rathserthcilung sofort zu begründen. * Hcilbroup 13. Jan. (Die Proben hochgespannter elektrischer Ströme vonLauffen nach Heilbronn und die Versuche an den Sekundär- und Terliärtransformatoren sind befriedigend ausgefallen. Am II. Januar wurde der Strom von 5000 Volt auf 1:00 herabtransformirt und gesunden, baß sowohl das Kabelneg als die T>ansfo>matoren ausgezeichnet funktioniren. Sobald die Slaatskominissioa die Anlage geprüft und die Genehmigung ertbeilt bat, werden, wie man der „K. Z-" von hier meldet, die 70 Abonnenten, welche sich dis heute ange- schtossen haben, Licht und Kraft von Lauffea erhalten. It 13. London, 14. Jan. (Feuersbrunst in Leeds.) Ein heiliges Feuer brach in der Walson'sch n Seifenfabrik in Leeds aus. Die Flammen ergriffen die benachbarten Bahnböse der London- und No»dweftbahn, sowie der Mrdlandbahn. Der Schaden wird auf 3.00^0 Lstr. geschätzt. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Reduktion eingetrofsen.) Berlin, 15. Jan. Der Reichstag setzte heute die Etats- beraihung bei dem Titel „Behörden zur Untersuchung von Seeunfällen" fort. Metzger (Soz.) wies auf die i Mlßstände bei Behandlung der Feuerle ite auf den > Dampfern hin. Unterstaatssekretär Or. v. Rottenburg erklärte, die Regierung muffe gegen die von dem Abg. Metzger angezogenen Quellen vorsichtig sein; man habe j bereu- von dem Hamburger Senat Auskunft erbeten. An der Debatte betheiligten sich die Abgg. Schwarz und Bebel (Soz.) und Jebsen (Nationall'ib.), sodann wurde der Titel genehmigt. Bei Kapitel „Statistisches Amt" wünschte Samhammer (freis.) eine übersichtlichere und raschere Mittheilung der Statistik. Unterstaatssekretär Dr. v. Rotten bürg erwiderte , es schwebten entsprechende Verhandlungen. Abg. Münch tadelte die mangelhafte Handelsstalistik, während Graf Kanitz (kons.) dieselbe vertheidigte. Berlin, 15. Jan. Dreitausend Buchdrucker beschlossen gestern auf Vorschlag der Lohnkommisfion, den Streik für beendet zu erklären und heute die Arbeit unter den alten Bedingungen wieder aufzunehmen. Aus Leipzig wird der gleiche Beschluß gemeldet. Bückeburg, 15. Jan. Seine Majestät der Kaiser kehrte gestern Namittag um 5 Uhr mit dem Prinzen Adolf von der Jagd zurück. Das Befinden des Fürsten von Lippe- Schaumburg hat sich wesentlich gebessert. Der Fürst verließ heute bereits wieder das Batk, nahm aber nicht an der Jagd und auch nicht an der Tafel theil. Lissabon, 15. Jan. Der Rücktritt des Finanzministers Carvalho hat die Demission des ganzen Kabinets zur Folge gehabt. Der Ministerpräsident General d'Abreu e Sousa benachrichtigte den König, daß es ihm unmöglich sei, eine geeignete Persönlichkeit für das Finanzportefeuille zu finden, und stellte dem König das Entlassungsgesuch der Minister zu. Der König nahm die Entlassung an und man glaubt, daß ein Koalitionsministerium zu Stande kommen werde. GroHherzoglichrs Hostheater. Sonntaa . 17. Jan. 8. Ab. - Vorst. : »Don Juan", große Over in 2 Aufzügen, mit den dazu komponirten Recilativen. von W- A. Mozart. Anfang 6 Uhr. Montag» 18. Jan. Sondervorss. außer Abonnement. Zum errstenmale wiederholt: „Daheim", Schauspiel in I Akt nach O. Feuillets „l.s rüIaZe" von Wilhelm Wolff. — Einmalige- Gastspiel des Wiener Ensembles (Direktion: Leop. Müller und RiLard Schultz): »Ter verlorene Sohn" (Hitsur xeollixue), Schauspiel ohne Worte (Pantomime) tn 3 Akten von Michel Carree, Musik von Andre Wormser. Anfang >/z7 Uhr. Dienstag, 19. Jan. 10. Ab.-Vorst.: „Der geheime Agent", Lustspiel in 4 Akren von F. W. Hackländer. — Der Fürst: Herr Setderieck vomLessingtheater in Berlin alsGast. Anfang /^7Ubr. Donnerstag, 21. Jan. 12. Ab.-Vorst.: »Die weiße Dame", Oper in 3 Aufzügen. Musik von Boieldien. Anfang '/ 7 Uhr. Freitag, 22. Jan. 13. Ab.-Vorst. »Nathan der Weife", dramatisches Gedicht in 5 Akten von Lessing. Anfang ^7 Ubr. Sonntag, 24. Jan. 15. Ab.-Vorst.: „Der Postillon von Lonjumeau", komische Oper in 3 Aufzügen nach dem Französischen von Friederike Etmenreick. Musik von Adam. — »Die Puppcnfce", vanlomimisches Balleldiverlissement von I. Haß- rciker und F. Gaul. Musik von I. Bayer. Anfang 6 Udr. — Vormerkungen zu dieser Voistellung werden von Montag den 18. Januar, Vormillags 8 Uhr, an vom Bormerkbürean de- Großh. Hosthealers angenommen. Bei schrifilicher Bestellung wolle adressirle Postkarte zur Antwort (mir der Bestellung) an das Bormerkbürean eingesendcl werden. Famittennachri chten. Karlsruhe. Ausrug aus dem Klandesduch-Negister. Geburten- 11. Jan. Elisabeth Naneikc, B.: Ludwig Becker, Schriftsetzer. — 12. Jan. Karl Friedrich, B.: Karl Ludwig Hagmann, Fabrikarbefter. — 13. Jan. Elsa M»ia, B.: Johann Knab, Lokonivlioheizer. — 14. Jan. Friedrich Juliu--, V.: Karl Hengst, Vercinsdiener. Eheschließungen. 12. Jan Karl Beisel von Elsenz, Hilfsschaffner hier» mit Friederika Fesenmaier von Grasenhauscn. — Kart Gullion von Agtasterbausen, Schlaffer hier, mit Anna HänSter von Rausse. — 14. Jan. Franz Nos von Katzenthal» Bohnhosarbeiter hier» mit Slesanie Hill von Weingarten. Todesfälle. 13. Jan. Jakob Sirobler, Ehemann. Postschaffner a. D., 72 I. — 14. Jan Magdalena, Ehcfrau des Taglöbners Martin Holzleiter, 42 I. WitwrnnLSvrobachtuugrn drr Mrirorol. Station Karlsruhe. Barorn. wm Januar 14 -Itachts 9 U ») 735.2 15. Mrgs. 7 U. -) 737.3 15.Miltgs.2U j 739.0 Theri». Absol. Relative inv. Kevcht. -3 0 3.0 83 -22 32 81 -1-0.8 4.1 85 Wind. SW Himmel, bedeckt ') Schnee. ^) Schnee — 4.2 mm der letzten 24 Stunden. Wasterftaud des NhetuS. Maxau, 15. Jan., Mrgs., 4.01», gefallen 8 ew. Ueverstcht der Witterung vom 15. Jan. Die Depression jenseiis der Aloen ist zwar noch vorhanden, doch hat sie ihren Einfluß aus Mitteleuropa verloren. Zwischen zwei Hochdruckgebieten, von denen das eine, intensioere ganz Nordosteuiopa, das andere den Südweften bedeckt, zieht sich von Großbritannien aus über die Niederlande, West und Süddeutschland binwea eine Rinne niedrigen Druckes: in derselben sind m.hrsach flache Tbeil- minima zu erkennen, welche bei abnrhmendem Frost Scdneefälle verursachen. In Norddeutschland dagegen, wo die öitiche Luftströmung anbält. ist es noch immer ftbr kalt (Swinemünde und Breslau —10", Neufahrwufser —>2") Weitere Erwärmung steht bei uns nicht in Aussicht, weil tiefere atlantische Depressionen fehlen. Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 15 Januar 1892. § Dresdener «a»t 134.7» 8'r,D.ReiichSanleUie 8155 LSnderdonk 177.so »»/, dt». t-s.70 o»o»»e»>e» 4»,,Preust. itonsol re» SS Schweiz. Nordostdahn 107.4» »-/.Bade» t» fl. ror rs Lombarde» 8»-, 4",» . . M. »s.«s «altzter Oesterr. Goldrente »s.4o Lldthal »oe»„ » Silderrrntr so.so 4*,»Ungar. Soldreste sr.lv LSSvr Kuftev II. Orienlaaletlft. Italiener compta« Egypter Spanier Zoll- Türke» Serben Kre-ttaktte» Diskonto-omamdt. 17 S 4 V Basier öankveret» Darmftjtdrer Bask ss «rsv soso SS so ss so »7.7« S4Ss SSV»,4 Handelsgesellschaft Deutsch« Bank rir 4v irs.so Wechsel »»d G,rle». Wechsel a. Lmsterd iss 4R » » Londo» . .Pari» . . Wies Napoleon-d'or Privardtskonto Badische Zuckerfabrik 64 So < » ch tz « r 1«. Kredttakttev rso»,. IL1 so DtSkouro-Aommandit L7s.ro iso.ss Staatsbayv WS'/, Verlt». Oesterr. Kreditaktte» . StaatSba-v Lombarden Dtskonto-Kom»a»d. Marienburger Dortmunder Laurahütte Tendenz r —. LsL s» Ls7 — 44 s» 174 ss SS 7S SS r» rrs.r» So.S4 80.77 L7S.ro Is.lSj »V/ LLL so Lombarden LSI.—I Lende»-: «att. 8 »'/. Sreditaktie» Warluote» Ungar» EraarSstah» Tr-dr-z: fest. 8-/« «rate Evaatee ritrke, Ou,»»»« »»» ,» SSO» >»«. 8 » ra» i»s »8- I».»7 St«.— Lenmtwortlich« Redakteur: Wilhelm Harder « Karltrnhr. IMVMK VL8 EIM8 »LXLVI6M8 Z » Vs I.'tkLV^^L DL I'LVULI' (Glanes). Td V> -- VorlnML, «M, SM LWÜl M Sie VeMWL ÜkMM, »so scdt« «larauk, -lass »ick auf jkäc-r k'Issoke äit- ^ ^ visreckigo Ltigaslte mii . _ 7» ^ / ävr vkdev8»edeoüeo 1'»- ^^'orsci-ritt äs» Oe^nü- ^ ^ Oir-ct»rs doüoäet. ,v.u zo.-s» d >^el, jese Ltigu-ote, svvl'mv ucb li,r 6«--owmt--iri1i-uc:k äer klasoko ist ge?klrlie> irixelrüxev ui,e«edüt,.r. Vvrjoütr Xscliodmunx oäer Ve-tL-f von Haodadwuiixeii vira wiidin orostbok g - wnrnt, uns n»sr oi>dt »»ein V8i-s» 6<>rrn ksvärties, äso e-setriiedei- k'olgso. scmclei-»- auck Hs-rs»ektitc5 cler /ü- eire Aed'unMett L« be/ürc-rcenckem TVackt/kü/e, cteren sic/, « c/e/ Ooms«me»lt a«ssetec» roürcts. i^ur ul« „cuLUvteo verpüickik-tsn »ick scdcifilied, keine Xaebahmungeo unserer allein eedteo kteieeckletiri« au verkanfsu: l.ouis l.auer, Uvtl., ^ksäemiestr. 12; «I. Ä. Aiwekt ; Z^Z, lklüll^i- n OAs^»k»i»^L G.852.13 »«W«»»OV», 6 »er»l ^ee t BL4SISI7««. gut sela^erre t.Vaare: Kivsvlienvvsssei', 2«e'8vkgen«»88ef, Lognsv, kum, ürro I ewpüelilt io vieleo Qualitäten ! lt. kr isüste O'687.1. LlLX Lcrmdur-ßsr, IVeiodaoäliiig, 30 Lroneostrosss 80 un>! 184» lioisers^rasse 124», nä<-k >t >ier Walils'rasse. « ic 88 ixic » «8 »«Kr dslisdt i>r» Lt. S.LÜ, KI. k»ok«t« 80 I»kx. v. L Uk. rmumrsimr L u°° o/mei^naoei,. zu verböten, genieße man »I«t per s Kilokorb 3 50 A 2 «et 80, Kl«rn- 50 Stück 3 50. frost- geschützt verpackt, portofrei, ve, sendet die Administration d,s Q 702.1 „kxpvkte ui-" in Iris st. O-344 6. Wer keine Badeciurich tung hat» verlange aratis de» Preis- Courant von t». stV«z^1, ke-rlla 4l, Fabrik heizbar. Badestühle. »Ärgerliche Rechtspftege. »ollkorSverfabre«. Q'709. Nr 4 l.967. Karlsruhe. In den: Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckermeisters Heinrich Holz in Karlsruhe ist zur Abnahme -er Schlußrechnung des 'Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen daS Schlußverzcichniß der bei der Ver- theilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläu biger über die nicht verwendbaren Vermögensstücke der Schlußtermin aus Freitag den 29. Januar 1892, Vormittags 9*2 Uhr. vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst — Akademiestraße 2, tl. Stock, Ziin mer Nr. 10 — bestimmt. Karlsruhe» den 15. Januar 1892. Wirth, Gcrichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts, «rrmvgensabjonderunge». Q700 Nr. 13.402. Karlsruhe. Durch Urtheil des Großh. Landgerichts Karlsruhe, Civilkammer t» vom Heutigen wurde die Ehefrau des Anstreichers Johann Fleckenstein» Maria Eva» geb. Raaser, in Kailsruhe, für berechtigt erklärt, ihr Vermögen von dem jenige» ihres Ehemannes abzusondern. Dies wird hiermit zur Kenntmß der Gläubiger gebracht. Karlsruhe, den 15. Dezember 1891. Der Gcrichtsschreiber Großh. Landgerichts Karlsruhe: Hott- Ll'697. Nr. 179. Karlsruhe. Dmch Urtbeil des Großh. Landgerichts Karlsruhe, Civilkammer IV, vom Heutigen wurde die Ehefrau des Schrei »ers Adam Karch, Margarelh,, geb Kempcrmann, in Beiertheim für be rechtigt erklärt, ihr Vermögen von demjenigen ihres Ehemannes abzufondern. Dies wird hiermit zur Kenntnis der, Gläubiger gebracht. ! Karlsruhe, den 28. Dezember 1891. Der Gerichlsschreider . Großh. Landgerichts Karlsruhe: ! Stcrnberg. - Q681. Nr.L17. Mannheim. Die! Ehefrau des Landwirths Nikolausi Büchner, Anna Maria, geb. Baum- > gärtner, in Reilingen hat gegen ihren Ehemann bei diesseitigem Landgerichte «ine Klag« mit dem Begehren eingereicht, sie für berechtigt zu erklären, ihr! Vermögen von dem ihres Ehemannes abzusandern. Termin zur Verhandlung hierüber ist aus: Samstag den 20. Februar 1892, Vormittags 9 Uhr, bestimmt. Dies wird zur Kenntnißnahme der Gläubiger andurch veröffentlicht- Mannheim, den 13. Januar 1892. Gerichtsschreibnei Großh. Landgerichts. Schulz. Q'696. Nr. 374. Konstanz. Die Ehefrau des Karl Regenscheit, Katharina, geb Burkan, von Ueber- lingen, vertreten durch Rechtsanwalt Jung in Konstanz, hat gegen ihren Ehemann eine Klage auf Bermögensab- sonderung erhoben. Zur mündlichen Verhandlung ist vor Großh. Landgericht Konstanz — Civilkammer 14 — Termin auf Donnerstag den 25. Februar 1892, Vormittags 8*/r Uhr, bestimmt, was zur Kemunißnahme der Gläubiger öffentlich bekannt gemacht wird. Konstanz, den 13. Januar 1892. Der Gcrichtsschreiber Gr. Landgerichts: Krimmer. Berschollenheitsverfahrr«. Q 667.2. Nr. 366. Ettlingen. Das Großh- Amtsgericht Ettlingen hat hcure folgenden Vorbescheid erlassen: Anton Wasmer, Landwirth in Busenbach, hat in eigenem Namen und als Bevollmächtigter seines Bruders, Peter Wasmer, Aktuar in Karlsruhe, den Antrag gestellt, ihre vor vielen Jahren nach Amerika ausgewanderten Brüder Florian Wasmer und Karl Wasmer, deren jetziger Aufenthalt unbekannt, für verschollen zu erklären und ihr Vermögen ihren innthmaßtichen Erben, den beiden Antragstellern, gegen Sicherheitsleistung in fürsorglichen Besitz zu geben. Diesem Anträge wird statkgegedcn, wenn Florian Wasmer und Karl Wasmer nicht binnen Jahresfrist Nachricht von sich hierher gelangen lassen. Ettlingen, 11. Januar 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Der Gcrichtsschreiber: Gut. Aufforderung. Q 703.1. Nr. 447. Dur lach Eli sabelha Order, geboren im Jahre 1828 zu Aue als Tochter des Ernst Oeder und der Katharine Berggötz, ist 1848 nach Amerika ausgewandert und hak seitdem keine Nachricht mehr von sich gegeben; es wurde deßhalb die Verschollenheitserklärung gegen sie beantragt. Dieselbe wird nunmehr aufgcfordert» binnen Jahresfrist Nachricht von sich hierher gelangen zu lassen. Zugleich werden alle Diejenigen, welche Auskunft über 8.den oder Tod der Vermißten zu ertheilen vermögen, aufge- forderl, binnen Jahresfrist Anzeige anher zu erstatten. Duilach, den 12. Januar 1892. Großh- bad- Amtsgericht gr». Drcz. Dies veröffentlicht Der Gcrichtsschreiber: Frank. Erbeinweisnukeu. Q 594,3. Nr. 21,437. Tauberbi- schofsbeim. Das Gr. Amtsgericht dahier bat unterm Heutigen beschlossen: Die Witwe des Stcinhaucrs Johann Joses Vath von Werdach, Katharine, geb. Henneberger, bat um Einsetzung in die Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes gebeten. Einsprachen gegen dieses Gesuch wären innerhalb 6 Wochen anher ein- ^ zureichen. i Tauberbischofsheim, 28. Dezbr. 1891. Genchtsschreiberei Gr. Amtsgerichts. 8 e d e r l e. Q 643,2. Nr. 750. Walds Hut., Das Gr. Amtsgericht hier hat uuter'm ^ Heutigen verfügt: ! Die Witwe des am 5. Sep'rmber ^ v. Js. in Altenburg verstorbenen Eisen- j gießers Jakob Binder, Kreszentia,, geborene Binder, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres Ehemannes vackoesucht. Etwaige Betbeiligte erhol en eine Frist von drei Wochen zur Brrnehm lafsung über diesen Antrag Waldshut. den S. Januar 1892. Der Gerichlsschreider Gr. Amtsgerichts: Mohr. Q'642 2. Ni. 559. M e ß k i r ch. Tvaddä Blersch, Gastwirth Witwe. Auguste» ged. Schell» hier, bat um Ein Weisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird entsprochen, wenn nickt binnen vier Wochen Einsprache dagegen erhoben wird. Meßlirch. den 11. Januar 1892. Großh. bad. Amtsgericht, aez. Kaiser. Dies veröffentlicht Der Gcrichtsschreiber: Bender. Erbvorladungen. O'704. Neckarbischofsheim. Der 57 Jahre alte Peter Stall von Bargen , dessen Aufenthaltsort unbekannt »st, ist zur Erbschaft seines Vaters, des Zimmermanns Bernhard Stall von Bargen, mitberufcn. Derselbe wird Mermit aufgesorderk, behufs Beizugs zu den Verlafsenschaftsverhandlungen binnen zwei Monaten Nachricht von sich an den unterzeichne ten Notar gelangen zu lassen. Neckarbischofsheim, 13. Januar 1892 Großherzogl. Notar B r e u n i g. Q698. Rastatt. Josef Bastian. » Landwirth von Illingen, welcher vor ! ungefähr 20 Jahren nach Amerika aus gewandert und dessen Aufenthaltsort hier nicht bekannt ist, wird hiermit auf- gesordert, binnen zwei Monaten zum Zwecke seines Bnzugcs zu den Verlaffcnschaftsverhandlungen Nachricht von sich hierher gelangen zu lassen. Rastatt, den 15. Januar 1892. Der Großh. Notar: E. GalluS. Handelsrcgtftertinträge. Q 589. Nr. 1220. Heidelberg. Zum dieff. Firmenregister wurde einge-! tragen: s a- Zu O 3- 274 Band H — Firma »Joseph Blank" in Heidelberg —: Dem Kaufmann Emil Kauffmann in Handschuhshcim wurde Procura er- theill. b Zu Ord Z 638 Bond 1 — Firma ,PH. Gerich" in Nrckargewünd —: Der Inhaber» Gerbercibesitzer P!i- lipp Gerich in Neckargemünd» hat sich in 2. Ehe mit Pauliuc Haug von Clee bronn verehelicht. Nach Art. 1 des Ehevertrags »1, ck Neckargemünd, 2. Dezember 1891, wirst jeder Thcil 50 M rn die Gemeinschaft, während alles übrige, jetzige und künstrge Beibringen nebst den darauf haftenden Schulden von derselben ausgeschlossen und als vcrliegenschaftet erklärt wird. Heidelberg, den 6. Januar 1892. Großh. bad. Amtsgericht. Rerchardt. Q.618. Lahr. Es wurde eingetragen : -rJm Firmenregister: Zu O Z 5t, Firma Karl Zink in Meissenheim, unterm 8. Dezember 1891: Firma erloschen. Mit O Z. 329, unterm 8. Dezember 1891: Die Firma Marie Texaner in Meissenheim. Inhaberin ist die ledige Marie Texaner in Meissenheim. Mit O.Z 321, unterm 19. Dezember : L ie Firma A. Zimber in Lahr. Jnbaber ist August Zimder jung» Sägmüller in Lahr Zu O Z. 163. unterm 29. Dezember 18-, I: Firma Wm Fink in Lahr ist auf eine offene Handetsgcsellschast übcr- gegangen, v. Im Gesellschattsregister: Zu OZ. 137, Firma A. Zimber in Lahr, unterm 20. Dezember 1891: Gesellschaft aufgelöst. Mil OZ. 157, unterm 29. Dezember 1591: Firma Wm. Fink in Lahr, l Offene Handelsgesellschaft mit dem sitz ' in Labr. L heilbaber sind die Kauflcuie j Wuhclm und Max gi»k in Lahr. Ehe- ! vertrag des Max Fink mit Ludovika ! Lang von Karlsruhe vom 1. August ! 1891, wonach jeder Theil 50 M zur Gütergemeinschaft einwirft, alles übrige gegenwärtige und künflige Vermögen da- ! gegen von derselben ausgeschloffen wird. ! Lahr, den 7 Januar 1892. Großh. bad, Amtsgericht. ! Schnitzler. Q 615. Nr. 246. Säckingen. Zu >O,Z. 3 5, 20, 4b des GenoffenschaflS »regiierS, „Vorlchußverein Säckingen, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkte: Haftpflicht", wurde heute ein-! getragen: ! In der Generalversammlung des Bor--! schußoereins Säckingen, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, vom 27. Dezember 1891 wurde an Stelle des zurückgetretenen Vor-» standsmitalieds Gewerbelehrer Ludwig Grether Marcus T h oma, Gastwirth i zum Knopf hier» als Sekretär u Stell-! Vertreter des Kassiers und Koutroleurs! gewählt. Säckingen, den 5. Januar 1892. Großh. bad. Amtsgericht. l Scherer. » Q'639. Nr. 13,522. Werthcim. Unter O Z. 190 wurde heule zum Firmenregister eingetragen: Die Firma H. Alt mann in Wert- beim. Jnbaber ist Kaufmann Hermann Altmana von Werthcim, verhrirathrt wit Mina Fränkel von Urspringen. Nack dem Edeocrtrag vom 4, Februar 1589 ist die Gütergemeinschaft auf den beiderseitigen Einwurf von 50 M. und die Errungenschaft beschränkt. Weribeim. den 21 Dezember 1891. Großh. bad. Amtsgericht. Volkert. O'666. Nr. 200. Gernsbach. In dos diesseitige Handelsregister wurde heute einaetrageu: Unter O Z. 103 des Firmenregisters: Die Firma Ernst Geiger in Gerns bach. Inhaber dieser Firma ist der ledige Kaufmann Wilhelm Geiger in Gerns back. Zu O Z. 34 des Gesellschaftsregisters: Firma E. Geiger in Gernsbach. Die Firma ist erloschen. Gernsbach, den 4. Januar 1892, Großh, bad. Amtsgericht. Huffschmid. Strafrechtspftegc. Ladung . Q.673.2. Nr. 388. Wald Sbut. Der am 30. Juni 1868 zu Mülhausen im Elsaß geborene, zuletzt in Weizen wobnhasle Färber Leopold Elser wird beschuldigt day er als Wehrpflichtige, in der Absicht. 6.f>- »-in Eintritte in den Dienst des stehenden leeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgc halten zu haben, Vergeben gegen § 140 Abs 1 Nr. i St.G.B. Derselbe wird auf Dienstag den 1, März 1892, Vormittags 9 Uhr, vor die Strafkammer des Großh. Landgerichts Waldshut zur Hauikverhand tung geladen. Bei unenischuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach Z 472 der St.P O. vor den Civiloorsiyenden der Ersatzcommission zu Mülhausen i. E. über die der Anklage zu Grunde liegenden Tbatsachen ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden Watdshut, den 13- Januar 1892. Der Großh. Staatsanwalt: König Bern». Bekanntmachungen. Q677. Nr. 180, Karlsruhe. OeffentLiche Vergebung von Lauarberten. Zu dem Neubau eines Hauplsteucr- amisgebäudes iu Karlsruhe sollen die Ausführung der Vcrpuyarbcit. Schreinerar beit, Glaser «nd Schlosscrarbeit (einschließlich Kunstschmiedearbeit), ferner die Herstellung von Eichen- Parquetvöden in Asphalt und auf Blindboden, sowie die Lieferung und Befestigung von Rolljalousie - Laden mit Äusstellvorrichtung — auf Grund der im Gesetz- und Verordnungsllalt Nr. 23 vom 24. Juni 1890 bekannt gegebenen allgemeinen Bedingungen öffentlich verdungen werden. Zeichnungen, Bedingungen und An- gebotsformularc sind vom 18. Januar d. I. bis einschließlich 23, d. M. auf unserem Geschäftszimmer (Stefanienstraße 94) in den Vormittagsstunden zur Einsicht aufgelegt. Die auf Einzelpreise zu stellenden schriftlichen Angebote sind spätestens bis Montag den 22. Januar 1802, AvendS 6 Uhr, vocschnsismäßig aus- gefüllt, postmLßig verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei bei Unterzeichneter Stelle einzu- reichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt Dicnstagden26.Ja««arl8S2,Por mittags 0 Uhr. Zuschlagssnst 14 Tage. Karlsruhe, den 12 Januar 1892. Großh. -vezirksbauinspektio«. ksuBolr-verstkigkrung. ! Q.705, Nr. 116 Die Bezilksforstei Bruchsal versteigert: Montag 25, Januar t. I aus dem Domänenwalde Eichel» e-.g, Ablh. 4 u. 10 und aus der oberen Lußhardt, Abrb. 1 bis mit 34 - 51 Hainbuchen, 34 Rorbbuchen, 297 Eichen, 51 Eschen. 54 Erlen, 3 Roth > ulmen, Weißulme. 1 Birke, 3 Pap pclstämme, 8 Forlenklötze. Dienstag drn 20. Januar l. I. ! aus der oberen Lußbardt, Abkb. 41 bis mit 82, sowie aus Distrikt Jungwald: 42 Hainbuche«, 32 Rorbbuchen, 292 Eichen, 4 Eschen, 9t E len, 3 Roth- ulmen, 3 Weißulmen, S Linden, I Ahorn, 10 Pappelstämme; ferner aus den Ablh. 32, 34, 49, 57, 59 der Lutz- daedt 545 eschene Wagnerslangen Zusammenkunft an jedem Tag früh 9 Uhr im Gasthaus zum Merkur (Büchen- auer Straße) in Brucksal. Die Waldhüter Götzmann und Huber in Bruchsal und Wemtein in Kronau, Station Mingolsheim, zeigen das Holz vor und liefern Auszüge. Q 654.2. Nr. 228. Konstanz. Großh. Bad. Staats Eisenbahnen. Bahubczirk Konstanz. Die zur Herstellung von drei Stell-! wcrksgebauden auf de» Bahnhofe Konstanz erforderlichen Erd-, Maurer .» Druck und Verlag der G. Braun'schrn Hofbuchdruckerei. Steüchoner-, Zimmer-, Glaser-, Flasch, per- und Anstreicherarbeiken sollen i» W ge des öffentlichen Angebots vergeben werden. Pläne, Bedingungen und ArbeitS- verzrichnisse liegen auf meiner Kanzlei (Bahnbofvlatz 24) zur Einsicht auf und können daselbst auch die Formulare für die auf Einrelpreisr zu stellenden Angebote in Empfang genommen werden. Die Angebote sind spätestens Samstag de» 23. Januar d. I., Nachmittags 3 Uhr, verschlossen, portofrei und mit der Aufschrift : .Angebot ausStellwerksgebäude" anher einzureiiben. Konstanz, den 12 Januar t892. , Der Gr. Bahnbauinspektor. Q'7V7. Karlsruhe. ! Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Mit sofortigrr Wirksamkeit ist die würtiembergische Station Allenfteig in den Mannheim rc - württembergischen Gütertarif einbszogen worden, lieber die Frachtsätze ertbeilt die Großh. Gü« tervrrwaltung Mannheim, sowie das diesseitige Gütertarifbüreau Auskunft. Karlsruhe, den 14. Januar 1892. General-Direktioni Q-708. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Für die Beförderung von Eisenbahn material des Sp.-T. H in Wagenladungen von 10000 kg zwischen Basel Badischer Bahnhof und Cadenazzo, Station der Gott- hardbahn, tritt mit sofortiger Wirkung ein Ausnahmesrachtsatz von 126 Centimen für 100 kg in Kraft. Karlsruhe, den 14. Januar 1892. Generaldircklion. Q-4743. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Wir haben die Essentheile zu zwei befahrbaren älteren Brückenwaagen vou 25 Tonnen Tragfähigkeit zu verkaufe». Angebote werden vis Donnerstag den 21. Jannar kl I.» Vormittags Ist Uhr» ! bei uns rntgegrngenommen. Die Waagen können bei unserem Hauptmagazin >11 besichtigt werde» und werden die Bedingungen von uns abgegeben. Karlsruhe, den 31. Dezember 1891. Großh. Hauptverwaltung der Eiseu- bahnmagazinr. Nutz- und Brennholz- Bersteigeruna. Q'682, Nr, 54. Die Gr. «ezirks- ! forstet Karlsruhe versteigert aus Da- i mänenwaldungcn mit Bargfristbewil- ! ligung: , l. «m Freitag. 22. Januar l. I.» Morgens lv Uhr be»i«neud, im Gasthaus zur Schwane in Forch- heim. aus Distrikt Rappenwörth: 185 Pappelund starke Wnden-Siämme. I k Am Samttag. 23. Januar l. I.» zu gleichcrZeit «nd am gleichen Orte» aus Distrikt Rapvenwörtb: 3lO Ster gemischte Weichholz Prügel u. Rollen und 20 Ster forlene Piügcl; ferner 3200 gemischte Weichbolz Wellen; außerdem aus Distrikt Kastcnwörth: 3925 gemischte Wellen, Borzeiger des Holzes: Domäncnwald- hüter Rastettcr in Daxlanden und Füt- terer in Forckheim. Letzterer fertigt auch Auszüge ous den Ausnahmslisten gegen Schrcibgrbühr. DieSteigerer werden ersucht. dasHolz vor der Versteigerung zu besichtigen. Holzversteigerung. Q 683.1. Nr 57 79. Gr- Bezirks» forstei Mittelberg versteigert aus den Domänenwald-Distrikte« l Mistelberg (Völkersbachcr Hang und Braxenberg) und l> Groß Klosterwald (Fritzcnwies) mit üblicher Zahlungsfrist Freitag de» 22. Januar 18S2, Vormittags 10 Uhr, in der Marxzeller Mühle, Nadelholz: 290 Stück starke Stangen, 1495 Hopfenstangen 60 do. II., 1540 do HI , 176» do. IV Kl., 2525 Redstecken und 705 Bohnenstecken, sowie 4 Lärckenstämme; 27 Ster buch. Scheikcr, 323 Ster buchene, 50 Ster gemischte Prügel, 12300 buchene, 1725 gemischte Wellen und 8 Loose Scklag- abraum. Die Domänenwaldhüter Kratz in Mittelberg und E'sele in Burbach z eige-, das Holz auf Verlangen vor. Q 686,1. Unsere 2te Gehilfenstelle mit einem Gehalte von 1200 Mark ist auf 1. Avril ds. Js. neu zu besetzen. Bewerber aus der Zahl der Finanzge» Hilfen wollen sich unter Vorlage von Zeugniffen bis zum 15. Februar d. I, ander melden. ^ Frei bürg, den 14. Januar 1892. Großh Universität- - Administration. Q 655.2. Ein geschästsgewandtrr Notariatsgehilfe sucht bei einem Notar oder sonst wo Stelle. Zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. (Mit einer Beilage.)