K«rlsr«I>kr Mm, Sonntag. 2 t. Februar. Expedition: Karl-Friedrichs-Straßc Nr. 14, woselbst auch die Anzeigen in Empfang geuousnen »erden. Vorausbezahlung: vierteljährlich S M. 80 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung» Briefträgergebühr eingerechnet, L M. 88 Pf. 1 EinrückungSgebühr: die gespaltene Petit,eil^ oder deren Raum 30 Pfennige. Briefe und Gelder frei. Amtlicher Theil. Seise Königliche Hoheit der Grotzherzog haben »nler'm 18. Februar d. I. gnädigst geruht, den Senat«. Präsidenten Richard Schneider beim Oberlandesgericht rum Präsidenten diese« Gerichtshofs, den Landgericht-Präsidenten Friedrich Karl Müller m Mosbach zum Senat-Präsidenten beim Oberlandes- oericht und . den Oberlandesgerichtsralh Edmund Kamm in Karls- ruhe zum Landgerichtspräsidenten in Mosbach zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben unter'm 11. Februar 1892 gnädigst geruht, den Post- Praktikanten Johannes Crome von Radevormwald (Kreis Lennep) unter Vorbehalt seiner Staatsangehörigkeit zum Postsekretär zu ernennen. Mit Entschließung Großh, Ministeriums des Innern vom 20. Februar d. I. wurde Negistraturassistent Adam Edelmann bei diesem Ministerium zum Registrator er- nannt. _ Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 20. Februar. Schön ist das Bild nicht, aber zutreffend ist es, wenn dar „Petit Journal" sagt, die französische Bevölkerung sei „der Ministerkrisen bis zum Erbrechen überdrüssig". Dieser Abneigung des Publikums vor neuen Krisen verdankte es das Ministerium Freycinet, daß es eine ver- hältnißmäßig sehr lange Zeit am Ruder war. Nun gewinnt es doch den Anschein, als ob sein letztes Stündlein geschlagen habe. Es ist einer Koalition der Radikalen mit den Monarchisten unterlegen und Herr von Freycinet hat gestern früh dem Präsidenten Carnot das Entlassnngs- grsuch des KabinetS überreicht. Von den 304 Abgeordneten, welche Herrn von Freycinet das von ihm verlangte Vertrauensvotum verweigerten, waren 194 Radikale, die übrigen gehörten der Rechten an. Die Schwierigkeit, aus der Krisis einen AuSgang zu finden, liegt darin, daß keine Majorität in der Kammer ist, aus der ein Ministerium gebildet werden könnte, da die Rechte bald mit den gemäßigten Republikanern, bald mit den Radikalen zusammengeht und somit für die Zusammensetzung einer Regierung keine Richtschnur gegeben ist. Die gemäßigt republikanischen Blätter heben denn auch hervor, die Regierung trete nicht zurück, weil sie in der vorgestrigen Kammerabstimmung eine Mißbilligung ihrer Politik, sondern weil sie in der Abstimmung den Beweis einer heillosen Zerfahrenheit und Ohnmacht der Kammer sieht. Die einzige Lösung der entstandenen Krisis liege i« einer Kammerauflösung. Die Radikalen erklären mit Genugthunng, nun sei der Kampf zwischen der Kirche und der Republik offen ausgenommen; es ist aber nicht recht klar, mit welcher Kammermehrheit sie diesen Kampf durchführen wollen. Allgemein ist man der Ansicht, daß rin radikaler Ministerium unmöglich ist. Der „Temps" dürfte die Lage am richtigsten bezeichnen; er sagt, der Präsident der Republik könnte kein Ministerium bilden, in dem der Konservative Cassagnac und der Radikale Clemenceau nebeneinander sitzen, denn Konservative und Radikale verständen es wohl, zusammen ein Ministerium zu stürzen, aber nicht zusammen ein positives Programm zu verfolgen. Der Präsident könne auch nicht eine rein radikale oder eine rein gemäßigte Regierung bilden, weil eine solche keine Mehrheit in der Kammer besäße. Für ein Koalitionsministerium, für ein Ministerium der Versöhnung aller republikanischen Schattirungen, fände er aber niemand, dessen Verdienste größer wären als die derjenigen Männer, die sich jetzt zurückzögen. Der vorgestrige Tag sei ein Tag der Betrogenen; man habe eine schlechte Politik gemacht, das sei sein einziges Resultat. Die „Liberia" spricht sich für die Auflösung der Kammer ans, weil Neuwahlen die extremen Elemente beseitigen und eine gemäßigte Majorität bringen würden. So sicher ist das aber denn doch nicht; eine Auflösung der Kammer erscheint auch deßhalb schwierig, weil ein Programm für die Neuwahlen fehlt. Der „Soleil" ist der Meinung, daß das Ministerium Freycinet in etwas veränderter Zusammensetzung bleiben müsse. Das wäre allerdings die einfachste und sicher auch die den Wünschen des Herrn Carnot entsprechendste Lösung der Krisis; aber wer möchte dafür stehen, daß sich dann die Krisis nach wenigen Wochen nicht wiederholt? So ist die Lage so verworren als möglich und ihr AuSaanq im Augenblick nicht vorherzusehen. Veutsrhlsnd. * Berlin, 19. Febr. Am heutigen Vormittag verblieb Seine Majestät der Kaiser zunächst im Arbeitszimmer und erledigte Regierungsangelegenheiten. Das Frühstücksmahl nahmen der Kaiser und die Kaiserin allein ein. Ihre Majestät die Kaiserin ist soweit wieder hergestellt, daß Allerhöchstdieselbe bei wärmerer Witterung ihre täglichen Spazierfahrten wird aufnehmen können. — Heute vollendet ein Veteran des Parlamentarismus, der Oberregierungsrath a. D. v. Bockum-DolffS, in der Zurückgezogenheit seiner westfälischen Heimath das neunzigste Lebensjahr. Von Mitgliedern aller Fraktionen des Reichstags und des preußischen Landtags ist ihm ein Glückwunschschreiben geschickt worden. — Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf über das Auswanderungswesen zugegangen. Der Gesetzentwurf enthält Bestimmungen über die Unternehmer, die Agenten, allgemeine Bestimmungen über die Auswanderung, besondere für die überseeische Auswanderung nach außereuropäischen Ländern, über die Beaufsichtigung des AuS- wanderungswesenS, über die Beförderung von außerdeutschen Häfen aus, sowie Strafbestimmungen. — Das preußische Abgeordnetenhaus fuhr heute in der Berathung des Eisenbahnetats fort. Brömel forderte eine Reform der Tarife; Minister Thielen erklärte, er halte eine Reform der Personentarife nicht für dringlich und die jetzigen Tarife nicht für so hoch, daß die wirthschastlichen Verhältnisse ungünstig beeinflußt würden. Va» Luisen-Haus in Karlsruhe. (Schluß.) —r. Eine besondere Veranlassung» auf die hohe Bedeutung dc- Luisen-HauseS und der in ihm vereinigten Wohlfahrlseinrich- tsngen zurückzukommen, bietet unS — wenn es einer solchen Veranlassung überhaupt bedarf — der Umstand. daß der Vorstand der im Luisen-Haus untrrgebrachten Kockschule des Badischen Fraucnvereins beschlossen bat, einen „Kochunterricht für lungere Frauen und für die in Geschäften oder Fabriken beschäftigten oder für dienende Mädchen" ertheilen zu taffen. Die hierauf bezügliche Bekanntmachung ist im Jnseratentbeile der „Karlsruher Zeitung" kürzlich erschienen. Im Jutereffe des gemeinnützigen Unternehmen» kann c» nur gelegen sein, wenn wir auf diese Bekanntmachung hier zurückkommen, um noch besonder» die Aufmerksamkeit auf sic zu lenken. Der Unterricht dauert zehn Wochen und wird jeweils am Dienstag und Donnerstag Abend von 7 bi» 9 Uhr, also an zwanzig Abenden erteilt. Die Unterrichtszeit ist so bequem al» möglich gelegt. Kosten für die Unterrichtsstunden erwachsen den Tbeilnehmerinnen fast gar nicht; denn die Tbeilnehmerin hat zwar für jeden Abend 20 Pfennige zu bezahlen, doch entspricht dies dem bescheidensten Maße der Selbstkosten, da sie von dem Gekochten ein Abendessen erhält oder dieses Abendessen mit nach Hanse nehmen darf. Der Unterricht bat erstmals am vorigen Dienstag keinen Anfang genommen und eS ist jedenfalls eine kehr erfreuliche Thalsache, daß sich zu dem Kur- noch einmal so viele Tbeilnehmerinnen gemeldet haben, als angenommen «erden konnten, denn es gebt daraus hervor, daß die der Neueinrichtung zu Grunde liegende Idee sich wirklich einem praktischen Bedürfnisse anschließt. Die Kochschule, die schon bis jetzt ungemein segenSrdich wirkte, indem sie für die Vorbildung künftiger Hausfrauen thätig war, hat mit dieser Einrichtung ihr Arbeitsfeld in einer hochbedeutsamen Richtung erweitert. In der Berliner „Post" wurde vor wenigen Wochen Klage darüber geführt, daß eine Hauptursache für die Unzufriedenheit der arbeitenden Klassen durch die mangelhafte hauSwirthschaft- liche Erziehung der Frauen geschaffen werde. Wir können es unS nicht versagen, ein paar bezeichnende Sätze ans dem Artikel wiederzugeben. Es beißt da: „In der Haushaltungskunde sind die meisten Arbeiterfrauen Deutschlands entschieden zurück hinter den Frauen anderer Länder, z. B. Frankreich. Namentlich in der Kochkunst stehen alle diejenigen Arbeiterfrauen, welche keinen Gesindedienst gehabt haben, sondern lediglich in den Fabriken thätig gewesen sind, auf einer sehr niedrigen Stufe. Die Folge ist die Herstellung geschmackloser, unkräftiger, geringe Abwechslung bietender Speisen, wo auch die bessere Herrichlnag in dieser Beziehung keinen höheren Kostenaufwand verursachen würde. Auch eine unsaubere oder liederliche Kleidung in Arbeiterfamilien ist in vielen Fällen nicht auf zu geringe» Einkommen» sondern auf den Mangel an Sinn dafür und auf die Unordcntlichkeit und Kenntnißlosigkeit der Arbeiterfrau zurückzufüLren. Diese traurige Erscheinung hängt eben mit der ganzen Erziehung und Lebensweise vieler Mädchen, die Arbeiterfrauen werden, zusammen. Im elterlichen Hause haben sie in der Regel kein gutes Vorbild gehabt und für den künftigen Berus alS Hausfrau wenig gelernt. Als Arbeiterinnen halten sie ebenso wenig Gelegenheit, sich die für eine gute Hausfrau noth- wendigen wirthschastlichen Kenntnisse anzueignen. Wie aber sollen sie gute Hausfrauen werden oder ordentlich wirthschaften » wenn sie weder zu nähen noch zu flicken, weder zu waschen noch zu kochen gelernt. wenn sie weder den Sinn für Ordnung. Reinlichkeit» Wirthschaftlichkeit, Sparsamkeit und für ein behagliche- Hauswesen, noch ein Verständniß für die liebevolle Pflege deS Mannes und die gute Erziehung von Kindern erworben haben. Die Arbeiterschaft selbst, insbesondere die sozialdemokratische Organisation, hat es zwar niemals an Bemühungen fehlen lassen, um die Franc» und Mädchen zu guten, zielbewußten Anhängern deS sozialistischen Zukunftsstaates zu machen. Aber daran» daS Loos der Arbeiter schon gegenwärtig besser zu gestalten und ihnen namentlich za einer angenehmen Häuslichkeit zu verhelfen, hat die Sozialdemokratie freilich kein Interesse- Im Der Zonentarif würde, abgesehen von den finanziellen ungünstigen Wirkungen, gerade wirthschaftlich schaden und noch mehr Leute aus der Heimath auf die Landstraße werfen, als jetzt schon geschieht. Eine Vereinfachung und Herabsetzung der Personaltarife werde erwogen, aber er wolle nicht mit unreifen Plänen vor das Haus treten. Finanzminister Miquel beleuchtete die finanzielle Seite der von Brömel verlangten Tarifreform und erwähnte, man muffe großen Reformprojekten gegenüber, die ein Risiko von vielen Millionen bringen, vorsichtig sein. Die nächste Aufgabe der Regierung müsse sein, die schwankenden Eisenbahnüberschüsse der einzelnen Jahre auszugleichen. Der Antrag Brömel wurde schließlich gegen die Stimmen der Freisinnigen abgelehnt. — Die Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses für das Volksschulgesetz hat den Aiitrag. die bestehenden Bestimmungen über die Errichtung von Simultan- schulen in Nassau aufrecht zu erhalten, nachdem der Kultusminister dem Antrag wiversprochen hatte, abgelehnt. Der CentrumSantrag zu Z 6 (wonach die Umwandlung der konfessionellen Verfassung einer Volksschule der Genehmigung des Unterrichtsministers bedarf) wurde angenommen. Zu 8 15, welcher bestimmt, daß da, wo die Zahl der Schulkinder einer anderen Konfession über dreißig steigt, der Regierungspräsident die Errichtung einer besonderen Volksschule anordnen kann und daß diese Anordnung erfolgen soll, wenn die Zahl über sechzig steigt, liegen zahlreiche Anträge vor. Der Ausschuß beschloß, den Paragraphen zusammen mit § 11 zu diskutiren, und vertagte die Weiterberathung auf nächsten Montag. — Die geplante Bildung einer deutsch-englischen Gesellschaft, die einen Theil vom Besitze der deutschen südwestafrikanischen Gesellschaft übernehmen sollte, ist nicht zu Stande gekommen. Gestern war der Termin für die Bildung der Gesellschaft abgelaufen; die englischen Vertreter konstatirten aber, wie die „Post" meldet, die Unmöglichkeit, angesichts der Degression der englischen Werthe die Gesellschaft zu Stande zu bringen. — Der sozialistische „Vorwärts" veröffentlicht abermals einen militärischen Erlaß über Soldatenmiß- handlungen. Der Erlaß ist vom bayrischen Kriegsministerium unter dem 3. Dezember 1891 ergangen und an das Generalkommando des 2. bayrischen Armeecorps gerichtet. Er betrifft die strafrechtliche Untersuchung gegen den Unteroffizier Kißkalt des 2. Ulanenregiments und den Gefreiten Beck des 1. Chevauxlegersregiments. (Der Erlaß ist gleichzeitig auch in der in Würzburg erscheinenden sozialistischen Zeitung: „Unterfränkische Volkstribüne" veröffentlicht worden.) Italien. Nom, 19. Febr. Der für heute angekündigte allgemeine Aus stand der Arbeiter ist unterblieben. Die Agitatoren, welche für den Generalstreik Stimmung gemacht hatten, haben eine vollständige Niederlage erlitten; der Aufruf, heute allenthalben zu feiern und die Läden zu schließen, um gegen die mangelhafte Fürsorge der Regierung für die Arbeiter Einspruch zu erheben, blieb völlig wirkungslos. Im Vertrauen auf die Sicherheits- Gegenthcil! Im Zukunftsstaat soll ja auch gar nicht mehr >'« EiazelhauShalt gekocht werden, sondern ausschließlich in großen Garküchen. Wenn man verhindern will» daß sich ei« großer Theil der Arbeiterschaft regelmäßig in den Destillationen an Zu- knnftsstaatSplänen berauscht, so muß mau vor Allem darauf bin- zuwirken suchen» daß man ibnen eine angenehme Häuslichkeit bereitet, wozu eine reinliche Wohnung und eine gut »»bereitete Hausmannskost gehört." Diese Bemerkungen sind über alle Zweifel zutreffend. Mit einer Erhöhung deS Lohne» allein ist dem Arbeiter nicht geholfen, wenn seine Frau mit dem Geldc nicht zu wirthschaften weiß. Ein Paar Mark mehr in der Woche Helsen in der Haushaltung nicht, wenn die Frau nicht mit ihnen umzugehen weiß; sie können aber das häusliche Wohlbehagen des Mannes steigern» falls die Fran den rechten Gebrauch davon macht. DaS Bestreben de» Badische» Frauenvereins ist stets dahin gegangen, durch Anleitung von Frauen und Mädchen die Grundlage für eine geordnete» gewissenhafte und sparsame Führung deS Haushalts zu schaffen und es sind darin die ersprießlichsten Res«ltate erzielt worden Auch der neu eingerichtete Kochunterrichl gebt in dieser Richtung. Die Nadrungsfrage ist gerade für die arbeitende Bevölkerung und damit für die breitesten Schichten unserer Gesammtbevölke.-» rung von einer gar nicht hoch genug anzuschlagenden Wichtigkeit. Die Leikungssäbigkeit des Mannes, das Maß seines WollcaS und seines Könnens hängt davon ab, daß durch eine weise und kräftige Zubereitung der täglichen Kost ihm Ersatz geschafft wirb für die verloren gehenden Kräfte; aber nicht nur sein Wohlbefinden, auch die kräftige Entwicklung der späteren Generation hängt davon ab, und nur eine richtige Ernährung vermag uns Vor einer Degeneration zu bewahren. Und keineswegs nur i» Arbeilerkreiseu wird der Mangel einer hauswirthschasilichen Erziehung der Frauen empfunden, sondern auch in dem Handwerkerstande, in den Kreisen der kleineren Angestellten, kurz überall da. wo eS sich für die Frau darum bandelt, mit einem verhältniß- mäßig bescheidenen Auskommen dem Mann eine behagliche Häuslichkeit zu schaffen. Der Grad der häuslichen Annehmlichkeit, maßregeln der Behörden sind alle Geschäfte offen und alles geht seinen regelmäßigen Gang. Einige im Justiz- Palaste beschäftigte Marmorarbeiter ausgenommen, erschienen die Arbeiter an sämmtlichen Arbeitsplätzen. Auch ein Versuch der radikalen Abgeordneten, die Arbeiterfrage zum Gegenstände eines Kammerbeschluffes zu machen, ist verunglückt. Ferrari, Barzilai und andere Radikale brachten eine Tagesordnung ein, in der erklärt wird: die Kammer, überzeugt von der anormalen Lage in Rom, fordert die Regierung auf, Sorge zu treffen, daß die Ordnung mit der Freiheit der persönlichen Rechte versöhnt werde. Der Minister des Innern, Nicoter«, ersuchte, die Tagesordnung zurückzuziehcn. Eine anormale Lage in Nom bestände nicht; bei dem gesunden Sinne der Arbeiter habe der von einigen Uebelwollenden pro- vozirte allgemeine Streik scheitern müssen. Er wolle die verfassungsmäßige Freiheit schützen, müsse aber verhindern, daß einige Individuen die Freiheit der Anderen angriffen. Ferrari zog hierauf seinen Antrag zurück. Als Barzilai und Jmbriani hierzu Bemerkungen machen wollten, schnitt der Präsident durch Aufhebung der Sitzung jede Erörterung ab. Frankreich. Pari-, 19. Febr. Der Tod des SenatvrS Lncien DautreSme hat die Erinneruug an die frühere Minister- thäligkeit des Genannten wieder wachgerufen. DautreSme, geboren am 26. Mai 1826, wurde im Jahre 1876 in die Kammer gewählt. Das Handelsministerium führte er in den Kabinetten Brisson, Tirard und Rouvier. An der Organisation der letzten Pariser Weltausstellung hatte er einen bedeutenden Antheil. Er war im Senat Vertreter des Departements der Unteren Seine. Großbritannien. Lssdos, 19. Febr. Die Annahme der irischen Lo- kalverwaltungSbill in erster Lesung ist die erste wichtige That in der neuen Parlamentssession gewesen. Die Bill betrifft die Einsetzung wählbarer GrafschaftSräthe nud KreiSräthe, in denen einige Mitglieder ex olkicio ihren Sitz haben und bei denen die Minorität zureichend vertreten sein soll. Im Falle die Räthe der Geldvergeudung, der Bestechung, der Veruntreuung oder der Bedrückung schuldig befunden werden, sollen sie durch Richterspruch oder durch den Vicekönig abgesetzt werden können. Im Allgemeinen herrscht für die Gesetzvorlage keine große Begeisterung; die Gladstaneaner und die irische Partei bekämpfen den Gesetzentwurf auf das Heftigste, aber auch auf der konservativen Seite ist bis jetzt wenig Sympathie für die Vorlage da. Die zweite Lesung soll aber bekanntlich erst nach Ostern stattfinden, und bis dahin befreundet man sich vielleicht etwas mehr mit der Bill. Badischer Landtag. » Karlsruhe, 19. Febr. 9. öffentliche Sitzung der Ersten Kammer. (Fortsetzung aus der heutigen Beilage.) Zu 2 b. der Tagesordnung, Berathung des Berichts der Budgetkommission über das Budget des Großh. Mi- des Cowforts. der Ernährung ist ja durchaus nicht genau abhängig von der Geldsumme, die darauf verwandt wird, sondern vielmehr von der Geschicklichkeit und Klugheit, mit welcher diese Geldsumme eingetbeilk wird. Eine Fra», welche am richtigen Orte »u sparen weiß, wird mit weniger Geld ihrem Manne ein höheres Maß häuslichen Wohlbehagens ,u schaffen wissen, als eine andere» hauswirthsckaftlich nicht gut geschulle Frau mit einer viel höheren Summe. In manchem Haushalt geht viel Geld verloren, ohne daß die Familie irgend einen Borlheil davon bat, und das gilt in erster Linie mit von der Küche. Man ist nickt geübt genug in der AuSwadt dek Materials und in der Berechnung des Quantums der einrukaufcnden Nahrungsmittel, in der Zweckmäßigkeit der Zubereitung, in der Verwendung vorhandener Speisereste oder des unbenutzt gebliebenen Materials. Je kleiner ober die für den Haushalt verfügbare Summe ist. um so nökhiger ist es. daß sie nur aus die zweckmäßigste Weise verwendet wird. Die arbeitende Bevölkerung drängt unausgesetzt auf eine Erhöhung ihres Einkommens. von der sie sich auch eine Erhöhung ihres Lebensgenusses verspricht» und die Kämpfe um die Lvhn- sragr haben ja den ganzen heutigen Arberlerverhältniffcn den Stempel aufgedrückt; aber der Arbeiter mag in diesen Kämpfen noch so ost Sieger bleiben, er wird zu einem Nutzen der errungenen Vortheile nicht gelangen, wenn seine Frau nicht die hauswirthsckaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, um das Geld in der richtigen Weise anzuwendcn. Und umgekehrt wird die Frau, wenn sie diese Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, mit ihrer Geschicklichkeit oft auch über ein paar sorgenvolle Tage hinwegkommen, ohne daß der Mann Mangel empfindet. Das Z el, das eS zu erreichen gilt, heißt: mit den vorhandenen Mitteln daS größtmögliche Maß von Lebensgenuß im besten und richtigsten Sinne des Wortes zu erlangen. Wir nehmen dabei den Ausdruck Lebensgenuß nicht in dem Sinne eines unnöthigen Luxus. dem auf der anderen Seite Beschränkungen in nötvigrn Dingen gegeniiberstehen. sondern in dem Sinne einer gesunden, Körper und Gemüth stärkenden Lebensführung. Blinde Sparsamkeit, d. h. das Bestreben, nur um jeden Preis die billigste Führung des Hausstandes herbeizuführen» wird gerade daS Gegenlheil der beabsichtigten Wirkung Hervarrufen, denn für die mangelnde Gemütdlichkeit in seinem Heim sucht der Mann dann Ersatz im WirtbshauS und er gibt dort vergleichsweise große Summen aus, mit denen er in seinem Hause sich ein weit größeres Maß von Woblbehage» schaffen könnte. DaS ist in Bezug auf das Esten ganz besonders der Fall. Wenn die Ernährung am häuslichen Herde so ausfällt, daß der Mann in Versuchung kommt , auch im WirtbShause einen Imbiß zu sich zu nehmen, so heißt das nicht sparen, sondern verschwenden. Dcßhalb ist cs von hervorragender volkswirthschftlicher Bedeutung. daß den künftigen Hausfrauen Gelegenheit gegeben werde, statt erst in der Ehe Erfahrungen über die zweckmäßigste Zubereitung einer kräftigen Nahrung zu sammeln, schon alS Mädchen sich diese Kenntniß anzueigncn, und hierfür ist das oben erwähnte Vorgehen in der Ertheilnng eines Kochuntcrrichts ein ungemein segensreicher Schritt. Die Kochschule bat eine schon vorhandene Organisation, an welche diese neue Kochuntcrrichtskurse sich an- fchließen konnten, und es zeigt sich hierin wieder, wie auS schon vorhandenem Guten immer neues Gutes hervorgcht. nisterium» der Justiz, des Kultus und Unterricht-, Tit. I—VII, XI und XII der Ausgabe und Tit. I und II der Einnahme, hat der Berichterstatter, Präsident des Großh. Verwaltungsgerichtshofes vr. Wiel andt, zu dem gedruckten Bericht nichts besonderes hinzuzufügen, behält sich aber einzelne Bemerkungen für die Diskussion vor. Nach Eröffnung der allgemeinen Diskussion erhält das Wort der Präsident de- Großh. Verwaltungsgerichtshofs vr. Wielandt. Er wolle mit einigen Worten auf die Frage der Bedeutung der juristischen Staatsprüfung, besonders der zweiten, zurückkommen, weil diese Frage von anderer Seite in Anregung gebracht worden sei. Doch sei e- nicht seine Absicht, darüber zu reden, ob etwa die Lokation zu veröffentlichen sei oder nicht, dies zu entscheiden sei Sache der Ministeriums, er wolle lediglich der Anschauung entgegentreten, als sei der Werth der juristischen Staatsprüfung, besonders der zweiten, zu unter» schätzen. Er sei zwar nicht der Meinung, daß nur der in der Praxi« tüchtiges leisten könne, der auch die Staatsprüfung gut bestanden habe, eS hätten sich vielmehr schon viele vortrefflich bewährt, die in der Prüfung zu solchen Hoffnungen keinen Anlaß gegeben hätten. Allein trotzdem sei eS nicht richtig, daß diesen Prüfungen nur geringer Werth zukomme und die Großh. Regierung nicht gut daran thue, ihnen einen erheblichen Werth bei der Anstellung beizulegen. Die Art und Einrichtung unserer Staatsprüfung gebe im Großen und Ganzen einen zutreffenden Maßstab für Beurtheilung der Befähigung und der Kenntnisse. Gerade bei der zweiten Prüfung, bei der dem Kandidaten der GesetzeStext zur Verfügung stehe, werde nicht auf das, was er gelernt habe, sondern auf die Art, wie er das Gelernte zu verwenden wisse, größerer Werth gelegt. Er sei auf diese Fragen deshalb zurückgrkommen, weil über die Reform der juristischen Staatsprüfungen in einzelnen Staaten z. Zt. verhandelt werde und er selbst als langjähriges Mitglied der Prüfungskommission aus eigener Anschauung die Ueberzeu- gung gewonnen habe, daß für uns zu Aenderungen kein Anlaß vorliege. Frage man. wie sich die Ergebnisse der Prüfung zur späteren Bewährung der Geprüften verhalten, so liege gerade in der Beantwortung dieser Frage eine große Beruhigung bezüglich des Werths unserer Prüfungen. Er habe dik PrüfiingSergebnifle der letzten 20 Jahre verglichen mit den staatlichen Anstellungen und gefunden, daß ein großer Prozentsatz derjenigen, welche im Examen die Note gut erhallen hatten, auch im praktischen Dienst in die höheren Stellen aufgerückt seien. Dies sei rin Fingerzeig dafür , daß man den Werth der Prüfungen nicht unterschätzen dürfe. Ob späterhin Aenderungen nöthi'g fallen werden, ob insbesondere nach Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und bei dem stetigen Anwachsen der Anforderungen der inner« Verwaltung die Vorbereitung für den Justiz- und Verwaltungsdienst verbunden bleiben könne, gehöre ebenso wie die Frage der Vorbildung der höheren Finanzbeamten der Zukunft an. Geh. Hofrath vr. Meyer: Die in Preußen ausgestellten Forderungen nach Reform des gerichtlichen Studiums und der Prüfungen gingen hauptsächlich aus 2 Punkte: einmal Verlängerung der Studienzeit von 3 auf 4 Jahre, sodann größere Strenge bei den Prüfungen. Da« Erstere sei in Baden ja zur Hälfte erreicht, da ein 3'/, jähriges Studium gefordert werde, über den letzteren Punkt habe er für Baden, wo die Prüfungen nur durch Praktiker abgehalten werden, keine eigene Erfahrung, doch habe er bis jetzt den Eindruck gewonnen, daß die Ergebnisse der Prüfungen vollkommen befriedigten. Wa« eine eventuelle künftige Trennung des Studiums für den Justiz- und Verwaltungsdienst anlange, so halte er wenigstens für das Universitätsstndium eine Trennung nicht angängig. Der Richter müsse mit dem öffentlichen Recht vertraut und der Verwaltungsbeamte civilistisch geschult sein. Bezüglich der Vorbildung der Kameralisten wolle er nur darauf Hinweisen, daß in dem Universitätsstudium derselben gerade die Disziplin, die für sie am nothwen- digsten sei, BerwaltungSrecht, fehle. Er wäre sehr dankbar, wenn die Großh. Regierung bei eventueller Abänderung des Stuüienplans das Studium des Verwaltungsrechts für die KamerMsten obligatorisch mache. Hierauf wird die allgemeine Diskussion geschloffen. Bei der Spezialdiskussion führt zu Tit. II Landge- richtspräsidcnt vr. v. Rotteck auS: Er wolle einen Uebeliiand. der bei Großh. Oberlandesgericht herrsche, zur Sprache bringen. Dabei handle es sich nicht etwa um die Thätigkeit der Mitglieder dieses Gerichtshofs, sondern um die bauliche Einrichtung des Justizgebäudes, nämlich die Centralheizung. Wenn man das Gebäude, in dem ja auch das Landgericht seinen Sitz habe, betrete, so wehe einem im Stiegenhaus und Korridor ein heißer, mit Kohlendunst geschwängerter Wind entgegen. In den Zimmern sei es noch ärger. Schon vielfach sei über diesen Mißstand geklagt worden, stets werde entgegnet, eS sei keine Abhilfe möglich. Der Zustand sei jedoch derart, daß er, wenn ein ärztliches Gutachten erhoben würde, entschieden für gesundheitSgefährlich erklärt werden müßte. Ueberall, in Schulhäusern, Gefängnissen, selbst in Wirlhschaslen dulde man dergleichen sanitäre Mißstände nicht, man müsse wohl auch bei dem Oberlandesgericht Abhilfe schaffen. Er bitte daS Justizministerium um Abstellung dieses Mißstandes. Präsident des Großh. Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts, Geheimerath vr. Nokk: Dem geehrten Herrn Vorredner könne er erwidern, daß schon alle möglichen Versuche gemacht worden seien, um den Klagen über die mangelhafte Funktionirung der Luftheizung in dem Gebäude de- Großh. Oberlandesgerichts ebzuheisen. Uebrigens köpne er über diese Zustände aus eigener Erfahrung sprechen. Seiner Zeit seien dem Oberschulrath Räume in dem Justizgebäude vorübergehend angewiesen worden. Damals seien in diesem Theile Klagen über die Heizung nicht laut geworden, und es seien wohl überhaupt viele der Klagen über die schlechte Funktionirung derselben auf Mangel au Geschick der mit Bedienung der Heizung Beauftragten oder deren ungenügende Instruktion zuriickzuführen. Trotzdem werde die Großh. Regierung die Frage von neuem aufgreise», allein soviel lasse sich schon jetzt sagen, daß Abhilfe ins- besondere etwa durch Einrichtung von Einzelheizungen bei dem einmal bestehenden baulichen Zustande nur sehr schwer möglich sein werde. Der Oberschulrath habe s. Zt. einen Diener gehabt, der lange Zeit Sanitätssoldat gewesen und daher in der Bedienung der Heizung besonder« eingeübt gewesen sei. Dieser habe e- verstanden, einen ganz behaglichen Zustand zu schaffen. UebrigeuS seien die Klagen über die Luftheizung, die auch anderwärts, z. B. in den Seminarien laut werden, wohl zum Theil aus die stark ausgeprägte germanische Jndividualisirung zurückzuführen, wonach jeder Einzelne eine andere Art der Heizung für sich verlange. Die Regierung werde indeß, wie bereit- erwähnt, die Sache im Auge behalten und wenn möglich Abhilfe schaffen. Geh. Hofrath vr. Meyer: In der vorigen Landtagssession sei bereits die Frage der Errichtung eine« Landgerichts in Heidelberg angeregt worden. Damals sei man dem Gedanken an Errichtung einer Kammer für Handelssachen in Heidelberg näher getreten, allein die angestellte» Erhebungen hätten ein negatives Resultat gehabt. Auch die Errichtung einer detachirten Strafkammer habe sich nicht als angängig erwiesen. Nachdem nunmehr in der Zweiten Kammer der Abg. WÜckcns die Frage von neuem angeregt, habe der Herr Justizminister sein theoretisches Wohlwollen für den Gedanken ausgesprochen. Sein Wunsch sei, daß dieses Wohlwollen auch bald praktische Bethätigung finde. Daß die Errichtung eines Landgerichts in Heidelberg wünschenswerth sei, unterliege wohl keinem Zweifel. DaS Landgericht Mannheim sei sehr stark belastet. Eine Enr- lastung desselben sei also nur zu begrüßen. Der Wunsch der Bevölkerung Heidelbergs nach einem Landgericht sei wiederholt durch die Handelskammer und im Bürgerausschuß zum Ausdruck gekommen. Auch die Bevölkerung der beiden Amtsbezirke Sinsheim und WieSloch hätten den gleichen Wunsch. Vor allem aber sei es auch die juristische Fakultät an der Universität, welche an der Errichtung eines Landgerichts das größte Interesse habe. Nur zwei deutsche Universitätsstädte. Heidelberg und Erlangen, seien nicht zugleich auch Sitz eines höheren Gerichts. Wenn in Heidelberg die juristische Fakultät auch nicht mehr dominire, so nehme sie immerhin eine so hervorragende Stelle ein, daß ihr Wunsch nach Errichtung eines Landgerichts wohl begründet erscheine. Er danke dem Herrn Minister, daß er die Thätigkeit zur praktischen Ausbildung der Stndirenden in den Seminarien anerkannt habe, aber gerade sie mache eine enge Fühlung mit der Praxis nothwendig. Man könne ja vielleicht, wenn dies auch in Leipzig und Jena der Fall sei, einzelne akademische Lehrer zur Thätigkeit am Landgerichte heranziehen, und so die enge Fühlung mit der Praxis, die seit Aufhebung des Instituts der Aktenversendung vielfach nicht mehr vorhanden sei, wieder Herstellen. Auch für die Praktiker werde der Verkehr mit der Universität, deren wissenschaftliches Material ihnen zur Verfügung stehe, fruchtvringend sein. Wenn die Errichtung eines Landgerichts in Heidelberg somit in jeder Beziehung wünschenswert!) sei, so frage es sich, ob sie auch ausführbar sei. Für ein Landgericht Heidelberg kämen zunächst die Bezirke Heidelberg, Sinsheim und Wiesloch in Betracht, die Bezirke Schwetzingen oder Wcinheim seien wohl wegen der geschäftlichen Verbindung mit Mannheim von diesem nicht zu trenne«. Bei einer solchen Einteilung verbliebe in Mannheim noch ein großes Landgericht. In Heidelberg hätte die Strafkammer, er müsse sagen leider, vollauf zu thun. Bei der Civilkammer stelle sich das Verhäliniß zwar etwas ungünstiger, immerhin aber werde sie ebenso sehr oder mehr beschäftigt sein als diejenigen in Waldshut, Mosbach, Konstanz. Was die Kosten anbelange, so würden sie nicht übermäßig hoch sein. In Mannheim könnte wohl ein Direktor und einige Räthe in Wegfall kommen. Auch der Ausfall der nicht unerheblichen Reisekosten für den Staatsanwalt, Untersuchungsrichter und die Zeugen komme in Betracht. Ein vollständiger Neubau zur Unterbringung des Gerichts sei wohl nicht erforderlich, da ein Anbau an das große Amtsgerichtsgebäude wohl den nölhigen Raum schaffen würde. Stadtrath und Fakultät würden sich mit einer besonderen Vorlage an das Ministerium wenden, er bitte um wohlwollende Prüfung. Kommerzienrath Diffeuö freut sich, daß nicht weiter auf die früher in Anregung gebrachte Errichtung eines Handelsgerichts in Heidelberg zurückgegangen worden sei, dafür sei in Heidelberg kein Boden. Es handle sich hier um eine wichtige Prinzipienfrage: früher habe man möglichst viele kleine Landgerichte ge- schaffen, zuletzt aber habe man, dem Beispiele Preußens folgend, die Zahl derselben vermindert und die bestehenden durch Vergrößerung der Bezirke leistungsfähiger gemacht. Breche man mit dem letzteren Grundsatz durch Errichtung eines Landgerichts in Heidelberg, so würden bald auch seitens anderer Städte besser begründete Wünsche hervortreten. Die Belästigung für die Heidelberger Bevölkerung im gerichtlichen Verkehr sei doch bei der Nähe und guten Verbindung mit Mannheim nicht sehr groß. Auch dem Araument daß das Landgericht in Heidelberg für die NmverfitLt sehr werthvoll sei. stehe er skep"sch geg-nu e ^ »i- beareife nicht, warum man, wenn das Jnterege an dir Anwesenheit in Gerichtssitzungen so gr°ß fi-'. den Weg »ach Mannheim scheue. 3 « Handelsgerlcht m Mannheim sei seit 20 Jahren noch N'-ma?d weder wollet? nur darauf Hinweisen, daß m »roßen Stavten wie z. B. Berlin, die Entfernungen zum The l eben so größten als zwischen Heidelberg und Mannheim B« der Landbevölkerung habe dre Anregung, als sie vor einigen Jahren zum erstenmal erfolgte, einen Sturm von Gegenprtitionen hervorgerufen. . . ^ Auch Mannheim selbst habe ein großes Jnttteffe an der Frage. Durch die Verlegung des höchsten Gerichtshofs sei ein schwerer Schlag gegen Mannheim geführt worden. der Verlust sei noch nicht verschmerzt. Man sehe in Mannheim in dem Landgericht eine Nahrquelle für da« Geistesleben, an der man nn Gefühle der Gefahr des Ueberwiegens materieller Interessen um so ^ Redner^hofft, daß die Regierung bei Prüfung der Frage auch die geistigen Interessen Mannheims in Betracht ziehen werde. , ^ ^ . Er komme nunmehr zu ernem anderen Gegenstand. Der Geschäftsstand des Handelsgerichts in Mannheim sei derart angewachsen, daß ein Vorsitzender kaum sämmtliche Aufgaben bewältigen könne. Wenn auch der jetzige Vorsitzende, der eine besondere Arbeitslust und Arbeitskraft habe, sich gegen eine Aushilfe wehre, so sei doch eine solche Belastung eines Einzelnen schon vom Standpunkte de« Gerichts aus nicht angängig. ES handle sich nicht um ein Emporschnellen, sondern um ein allmähliches, beinahe gesetzmäßiges Anschwellen der Geschäfte, das eine dauernde Maßnahme durch Einrichtung eines weiteren Gerichts öder eine zweite Abtheilung „öthig mache. (Fortsetzung folgt.) Groghrrzogthum Waden. Karlsruhe, den 20. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog nahm heute Vormittag den Vortrag des Geheimeraths Freiherrn von Ungern-Sternberg und darnach die Meldung des Oberst- lieutenants Wolfs, Kommandeur des Rheinischen Fuß- Artillerie-Regiments Nr. 8, bisher ä la saits des Fuß- Artillerie-Regiments Nr. 10 und 1. Artillerie-Offizier vom Platz in Straßburg, entgegen. Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin geleitete die Sachsen-Weimar' scheu Herrschaften zur Besichtigung des Luisen-Hauses. Hierauf besuchte» Höchstdieselben die Privatsammlung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. Nachmit tags 2'/z Uhr reisten die Sachsen-Weimar'schen Herr schäften wieder von hier nach Stuttgart zurück. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großher zsgin geleiteten die hohen Gäste zum Hauptbahnhof. Später hörte der Großherzog die Vorträge des Majors Freiherrn von Lüdinghausen genannt Wolfs, des Finanz Ministers l)r. Ellstätter und des Legationsraths 1)r. Frei Herrn von Babo. X (Der BürgerauSschußl wird sich demnächst mit der Beratdung des Entwurfs eines Ortsstatuts über die Neuordnung des BegräbuißwesenS in hiesiger Stadt zu befassen baden. Die wichtigste Aenderung gegenüber dem seitherigen Zustand besteht darin, daß die Leichen ausnahmslos innerhalb 24 Stunden nach eingetretenem Tod in die Leichenhalle verbracht werden müssen uud die Beerdigungen nur nock von dieser aus statlstndcn sollen. Der hierauf bezügliche Z 23 des Ortsstatuts hat folgenden Wortlaut: „Die Leichen sind innerhalb 24 Stun den nach eingetretcnem Tode, jedoch nicht vor Ausstellung des Sterbeschcines, mittelst Leichenwagens auf kürzestem Wege in dir Leichenhalle zu verbringen und dort bis zur Beerdigung zu verwahren- Während der Fahrt in die Leichenhalle muß der Deckel auf dem Sarg aufgelegt sein; doch darf der Sarg nicht luftdicht geschloffen werden. Die Beerdigung der Leichen findet von der Leichenhalle aus statt. Die Verbringung der Leichen vom Sterbchause in die Leichenhalle hat früh Morgens oder spät Abends während der von der Gemeindebehörde zu bezeichnenden Stunden zu erfolgen. Die erste Leichenschau (8 4 der Verord nung Großh. Ministeriums des Innern vom 16. Dezember 1875) wird im Sterbehaus, die zweite (8 6 derselben) in der Leichen balle vorgenommen. Ausnahmen vsn obigen Bestimmungen, welche in diesem Statut nicht vorgesehen find, dürfen nicht gestattet werden. Angehörige eines Verstorbenen, die gleichwohl verhindern, daß die Leiche gemäß obiger Bestimmungen recht reitig in die Leichenhalle verbracht wird, haben polizeiliches Einschreiten zu gewärtigen (§8 32 und 96 des Polizeistrafgesetzbuchs); außerdem erhöhen sich für sie die Begräbniß- und die Bcisctzungs raxen auf den doppelten Betrag." Der Stadlrath hat Veranlassung genommen, den Herren Geistlichen sämmtlicher Konsessio neu hiesiger Stadt den Ortsstatutenentwurf zur Aeußerung etwaiger Wünsche mitzutheiien, und es haben sich dieselben ein stimmig mit der vorgescblagenen Neuordnung des Begräbniß- wesens in hiesiger Stadt einverstanden erklärt- ^ckw. (AuS der gestrigen S t a d t r a th S s i tz u n g) baden wir die Beschlüsse über Errichtung einer Feuernachl wache und einer Feueralarmeinrichtung schon milgetheilt, so daß uns nur eiüb igt, die anderen Beschlüsse des Stadtraihs anzuführen, was im Nachstehenden geschieht. Herr Bezirksasfi stenzarzt De. Kaiser wurde zum Stellvertreter der Kranken- Hausärzte im Falle der Verhinderung derselben ernannt. — Als Ortsbauschätzer behufs Einschätzung der Gebäude zur Feuerversickerung wurde an Stelle des Herrn Stadtrakhs Schüsse!- Herr Architekt W. Hummel ernannt. — Die Prioatiere Luise Schmidt hat dem stäbt. Krankenhaus durch letzt- willige Verfügung 50 M zugewendet. Zur Annahme dieses Vermächtnisses wird die Staalsgenehmigung nachgesucht. — Die Großh. Oberkhofmerstcrin Frau v. Holzing hat dem städt. Archiv eine größere Anzahl aus der Bibliothek des verstorbenen Staatsministers Frhrn. v. Berstelt stammender Werke zum Gc- chenk gewacht, wofür der Dank ausgesprochen wurde. — Ebenfalls gedankt wurde für eine von Herrn Stadtrath Müller dem städt. Archiv geschenkte Hondwaage aus dem Jahr 1817, sowie für rin von Herrn Hafner Heinzelmann sen. geschenkte- Schriftstück de- ck Großherzogs Ludwig aus dem Jahr 1828. — Die ambulatorische Klinik weist im Monat Januar d. I. 3244 ärztliche Leistungen und 840 Leistungen des Heilgehilfen auf. '(Der hiesige Bezirksverein zum Schutze entlassener Sträflinge) hielt am 17. ds. Mts. seine diesjährige Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Herr Vorsitzende, Großh. Strafanstaltsdirektor l>r. p. En gelb erg, dem im Laufe des JabreS mit Tod abgegarigenen Borstandsmitgliede Herrn JuliuS Bass ermann einen warmen Nachruf. Aus dem erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß dtzs Interesse sür den Verein fortdauert und die Mitgliederzabl auf 501 gestiegen ist. Für 19S Personen — gegen 159 im Vorjahre — wurde die Fürsorge des Vereins nachgesucht, welche in der verschiedensten Art gewährt wurde: Vermittlung von Arbeit, Anschaffung von Kleider», Gewährung der Mittel zur Heimreise und zur Auswanderung nach Amerika, Auslösung verpfändeter Gegenstände» Gewährung von Unterhalt» Ankauf von Werkzeug und Unterstützung Familien- augehöriger inhaftirter Sträflinge. Der Aufwand für Schützlinge betrug 1630 M. 25 Pf. Die Kaffenverhältnissr sind günstige. Der ZwangSerziehungsanstalt Flehingrn soll für da« laufende Jahr ein Beitrag von 50 M. zugesagt werden. Aus dem Gebiete der Fürsorge für jugendliche Bestrafte und Verwahrloste ist im verflossenen Jahre VielkS geschehen und wurde allseits her- vorgehoben, daß die Fürsorge für Jugendliche eine Hauptaufgabe des Vereins bilden müsse, da bei solchen Personen die günstigsten Erfolge zu erzielen seien. Mau gab der Hoffnung Ausdruck, daß gerade dieses wichtige Ziel deS Vereins demselben neue Freunde uud Gönner zusübren werde. Den letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Vorstandswahl. Es wurden sämmtliche Austretende wirdergewählt. ** Lahr, 20. Febr. (Die Ziehung der Reichswaisen- hauslotterie) hat am Montag begonnen und wird bis Dienstag beendet sein. Die Zusammenstellung der umfangreichen Ziehungsliste und deren Druck wird aber dann noch geraume Zeit brauchen, so daß deren Versendung kaum vor 10. Mär» zu erwarten ist. Der erste Treffer im Werth von 10000 M. fiel auf Nr. 92216 und der glückliche Gewinner ist Fußgendann Groß in Schweinsbecg (Hessen-Nassau). Die weitercn 10 Hauptgewinne fielen auf die Nrn. 38661, 110 935, 152 634, 88 429- 39 015, 11721, 46 951, 143 954, 188 569, 191 577. Verschiedenes. * Bern, 19. Febr. (Die Mönchensteiner Eisenbahn- katakrophe) ist den Gerichten des Kantons Basel-Land zugewiesen worden. Der Bundesrath hat auf Grund des Berichtes und auf Antrag des BundeSanwalteS beschlossen, die Akten über die am 14. Juni v. I. stattgehabte Eisenbahnkatastrophe von Mönchenstein den Gerichten von Basel-Land zur gerichtlichen Untersuchung und eventuellen Aburtheilung zu überweisen. Der Bundesrath glaubt nicht, daß der Thatbestand genügende Anhalrs- vunkte biete» um gegen bestimmte Personen eine Klage einzuleiten. Auch die beschlossene weiter; Untersuchung werde offenbar ein negatives Resuliat ergeben. Wenn jedoch, wie der Bundesanwalt seinem Berichte beifügt, die Behauptungen der Experten richtig sein sollten, so läge die Annahme nahe, daß die gerügten Uebelstände an der Brücke aus das Verschulden einzelner Personen zurückzuführen seien. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit des Falles und im Interesse aller Betheiligten erscheine es geboten, wenn in dieser Angelegenheit durch gerichtliche Untersuchung Klarheit geschaffen werde und die richterlichen Behörden übcr ein Schuldig oder Nichlschuldig jbr Urtheil abgeben. Die Behörden von Basel Land batten die Beurtheilung des Falle» durch eidgenössische Geschworene gewünscht; der Bundesrath nahm jedoch von einer Einberufung der Bundesgeschworenen Umgang, weil die Eisenbabnunsälle gemäß der herrschenden Praxis den kantonalen Gerichten überwicsen werden. Neueste Telegramme. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Pest, 20. Febr. Der neugewählte Reichstag ist heute zusammenqelreten. Czanady lehnte die Uebernahme des Alterspräsidiums ab. Josef Madarasz übernahm darauf den Vorsitz, indem er eine Bürgschaft des Ministerpräsidenten dafür forderte, daß die feierliche Eröffnung des Reichstags in de- Ofener Burg nur unter der Tricolore erfolge. Ministerpräsident Graf Czapary erklärte, die Eröffnung werde unter Verantwortung der Negierung nach demselben Ceremoniell wie seit 25 Jahren erfolgen. MadaraSz verließ den Präsidententisch, worauf Janicsary als Alterspräsident die im übrigen rein formale Sitzung zu Ende führte. (Zur Erläuterung dieser Depesche ist daran zu erinnern, daß der 78jährige Madarasz, der Zweitälteste von den ungarischen Abgeordneten, zur Unab- hängigkeitspartci gehört und aus Partergründen es ablehnt, sich an der Spitze des Abgeordnetenhauses in die Ofener Burg zu begeben, über welcher bei der Anwesenheit des Kaisers die schwarz-gelbe Flagge weht. Er verlangt, daß die Reichstagseröffnung unter dem Zeichen der ungarischen Tricolore, statt unter dem Zeichen der Reichsflagge stattfindet. Für die Regierung lag jedoch selbstverständlich kein Grund vor, dem Chauvinismus eines Mitgliedes der Unabhängigkeitspartei zu Liebe von einer fünsundzwanzigjährigen Uebung abzugehen.) Paris, 20. Febr. Das „Journal officiel" veröffentlicht die Demission des Kabinels. (Damit hat das Ministerium Freycinet nach zweijähriger Lebensdauer aufgehört zu existiren.) Paris, 20. Febr. Präsident Carnot konferirte heute Vormittag je eine Stunde mit dem Senatspräsidenten Leroyer und später mit dem Kammerpräsidenten Floquet. Nachmittags empfing Carnot noch mehrere andere politische Persönlichkeiten. In parlamentarischen Kreisen herrscht gegenwärtig die Ansicht, daß die Bildung eines Ministeriums Ribot oder eines Kabinets Bourgeois mit Freycinet, der das Portefeuille deS Kriegs behalte, das Wahrscheinlichste sei. (Ribot ist der Führer derjenigen Republikaner, die einem Zusammengehen mit den gemäßigten Monarchisten geneigt sind. Bourgeois, gegenwärtig Unterrichtsminister, ist aus der radikalen Partei hervorgegangen. Daß Freycinet Kriegsminister bleibe, ist der allgemeine Wunsch; speziell aus militärischen Kreisen ist dieser Wunsch lebhaft geltend gemacht worden. So unfreundlich man anfangs darüber urtheilte, daß: ein Civilist an der Spitze des Kriegsministeriums stehe, so sehr hat man sich jetzt daran gewöhnt, und man möchte Herrn v. Freycinet schon deßhalb aus dieser Stellung nicht scheiden sehen, damit die angefangenen Militür- reformen vor einem Stillstand bewahrt bleiben.) Paris, 20. Febr. Eine päpstliche Eocyklika au die Katholiken Frankreichs stellt es als die Pflicht derselben hin, die bestehende Regierung anzuerkennen. Die guten Katholiken sollten vereint und mit allen verfassungsmäßigen Mitteln die Mißbräuche der Gesetzgebung bekämpfen. Die Encyklika spricht sich gegen die Trennung des Staats von der Kirche und für die Co«cordatSpo- litik aus. Paris, 20. Febr. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro ist der frühere Präsident Fonseca schwer erkrankt. Lissabon, 20. Febr. Der Bericht der Kommission der Pairskammer spricht sich sür die von der Deputirtenkammer angenommenen Finanzvorschläge der Regierung aus. New-Hork, 20. Febr. Auf Anordnung der Behörden sind die von 13 WohlthätigkeitSanstalten hierher gesandten europäischen mittellosen und arbeitsunfähigen Auswanderer nach Europa zurückgesandt worden. Grotzherfogliches Hofiheatrr. Im Ho ft he ater Karlsruhe. Sonntag, 21. Febr. 27. Ab.-Vorst. »Rieuji» der letzte der Tribunen", große tragische Oper in S Aufzügen von Richard Wagner. Anfang 6 Uhr. Im Stadtgartentheater Karlsruhe. Sonntag. 21. Fedr. 4. Vorst, d. Großh. HoflheaterS: .Doktor KlanS", Lustspiel in ö Akten von Adolf L'Aronge. — Max von Boden: Herr Panzer vom Hvstheater in Darmstadt als Gast. — Anfang 4 Uhr. — Die 5. Vorstellung des Großh. HoflheaterS im Stadtgartentheater findet Fastnacht-Dienstag» den 1. März, Abends statt. Im Theater in Baden. Mittwoch, 24. Febr. 20. Ab.-Vorst. : .Die HochzeitSreiieu- den", Lustspiel in 1 Akt von Emil Pirazzi. - .Die Puppen» fee", pantomimisches Balletdiveitissement von I. Haßreiter und F. Gaul. Musik von I. Bayer. Fsmiliemrachrichten. Karlsruhe. Auszug aus dem Staudrsduch-Rrgister. Geburten. 16. Febr. Friedrich Martin Georg, V: Jakob Friedrich Wallenwein, Schreiner. - Otto, V-: Gregor Bru- reiner, Maurer. — >7. Febr. Franz Ludwig, V.; Friedrich Metz, Schneider. — 18. Febr. Luise Magdalena, V.: Gottlirb Hauß- mann, Bäcker. — 19. Febr. Anna Tber-sia. V.; Konrad Huck, Babnarbeiter. — Martha Johanna. V : Christian Frick, Maschinist. — 20. Febr. Friedrich Wilhelm, V.; Michael Müller, Sckloffer. Eheschließungen. 20. Febr. Anton Dcttcher von Sulz- bach, Schlosser hier, mit Christin« Pauly von Breiten. - Jakob Groß von Singen, Schlosser hier, mit Katharina Krieg vou Au- — Franz Seeger von Theerr-ude, Sergeant in Rastatt, mit Stefame Grober von hier. — Johann Joram von EicheSheim, Fabrikarbeiter hier, mit Marie Landherr Witwe von Hoheu- wettersbach. — Karl Maurer von Eisenbach, Kaufmann in Barcelona, mit Luise H mmelheber von hier. - Franz Schö- ningcr von Fürstenfeld, Maler hier, mit Amalia Grevä von hier. Todesfälle. 18. Febr Friedrich Spcitel, ledig, Maurer, 71 I. - Olpa, 2 I., V. : Gustav Ceh, Kleidermacher. — 19. Febr. Wilhelmine, i I. 5 M. 21 T-, V.: Valentin Neundörfer, Lokomotivheizer. Wttterungsbesbachtuugrn drr Mrrrorol. Station Aarirruhr. Februar 19 Nachts 9 u 20. Mrgs. 7 U. 20. Mittgs.2U. Barom Therm. ! Abtei. Relativ« mm ! in 0. " F-ucht. Keuch«,-. in MM ktit in V, 733 2 42 2 735.4 -10.8 742.7 -l-7.2 3.4 4.1 5.4 63 85 72 Wind. NE S SW bedeckt W«ffersta»d drS RheiuS. Maxau. 20 Febr., MrgS., 4.10 w, gefallen 5em. Ucbrrficht der Witterung vom 20. Februar. Eine tiefe Devression liegt heute vor der SüMste Irlands und entsendet von da aus ostwärts bis weit nach Norddeutschland herem einen Ausläufer, in welchem noch ein Tbeilminimum vor der holländischen Küste zu erkennen ist. Diese Lustdiuckvertheilung bedingt für ganz Mitteleuropa südliche Winde und diese baden, mit Ausnahme der deutschen Küste, wo noch leichter Frost herrscht, überall Thauweiter gebracht Das seit deute Morg-n eingetreteae starke Steigen d s Ortsbarometers - bis 4 Ubr N-ckmittagS um mehr als 7 mm — sowie das Ausklaren bei uns, läßt darauf schließen, daß sich das Gebiet niedrigen Druckes entfernt oder ausfüllt, und daß hoher Druck sich ausbreitet; würde dies ein- treten, so wäre vorwiegend heiteres und vorerst mildes Wetter zu erwarten. Frankfurter telenraphische Kursberichte vom 20. Februar 1892. 132 . 7 « - Berlin. ! Oesterr. «redttaktlen I 7 ».— EtaatZdahn 12 « s» «tnetlpadtere. - Dresdener Bant ,»l, D. R-tchoanleihe »».»« LLneerbank «->-, dto. I06.S» «»dnaNien. 1 -,» Prellß. Sons»! w«.«»! Schwei,. Nordostdahn los.eo «-/»Baden tu fl. 102 ro Lombarden 7 «-/, «->/» , . M. I 0 t .70 Galizier Oesterr. Soldrente »». 7 « Elbthal iss /, , Stlberrente bt.io Hefi. LndwiaSbahn «-/»Ungar. Soldrentc »r 7 » Gotthard lSSOr Rallen N. Orientanleth» Italiener comptant Sghpter Spanier Zoll-Tilrtea 0 -l, Serben vmtke». Sreditaktiea « 2 . «rsa 8».70 »s.ra «t io »«.»-- 77.10 rsr-, iir a» lss.io Wechsel NN» Gerten. Wechsel ». Amsterd ISS «7 » » London 2».«» » » BariL 8t.a» . . Wien Napoleoaid'or >».eo Privatdiekonto r-, Badische Auilerfabrtk L7.— «acht-»,.. Lombarden «r 2 » Dislonta-Soarmaab. iS» s» Marlenbarger Dortmunder Lauradtttte Tendrnzr —. Sie». Kreditaktieu 172 . 27 ! Marino««» Ungarn SlaatSbahn Tendenz: fest. «7 2 » 10«.2» » 07.02 so.«« t07.0» L06.1L DtLkollto Sommndt IS- .1» Sredttaltieo 205» , U«tS. ! Basier Bankverein 123 IN Diskonro-Kommandü 17» «a »-,» Rente l Darmfllldter Bank 12 « 2d StaatSbahn 2«s-, Spanier Lombarden 77-/, > Türken 1 «s 5»! Tendeur r matt -Ottomna« «I», IS67 «51.- Handelsgesellschaft Deutsch« Bant Serantmartltw« Redakteur «kldetm Harder cn Sarisrtih- XlMLlgevsl'dttellez Klsgsrin vou f. ßßsssLk L Vs; LoLekerülltei:, iLarlsrudlS, konäklplLtL. Srässtss I,»8sr von I-uxns- nnck SsbrunolisrukttLslL in korrellait, Orxstall, krour«, Ovriswüs-ssildor, kevilules, l,amp«i ! lür 6ssoksii)co,^uLLtsu.orii. stälsl- uaäüunLöiürioktmixsn fsiköfiok KIo 8 , Uml, r. IV-IS L Solm's Mach Lai8erstra886 104, Lelee cler Herren 8lrkl886, . «mpkesild 86in «««88«8 «« von I^oelsi"- Ullä H»l2!-t-e»1»»4«i7t«->V^aL^i7«r», Vr«»»«», LIqjvüLei», lk»I»«r IsLsr >rt. X-«l IX «X7-» XXIL«1 » xxt »8 1 « " 8 « Ixx»» xxerlr, ^Vre-^!r»o-ko», Aet/'o»- «rr«l Doltoeeo-^lr-ttleol. I'ortvLNrsnä Hingang ^o» HsnIrolLon. O'789.19. Geschästsanzeige und Empfehlung. Dir Unterzeichneten beehren sich, die Eröffnung ihre- Geschäfte« in sämmtlichen __ ^ „ photographischen Medarfsartrketn oo 08 orx tl< r»^i1 für Photographen, Künstler und Amateure empfehlend anzuzrigen. Unsere Preisliste wird in den nächsten Tagen zur Versendung gelangen; dieselbe steht Interessenten gratis zur Verfügung. Indem wir zur Besichtigung unseres BerkaufstokalS Mündlichst ernladen und um regen Zuspruch bitten, geben wir die Versicherung zuvorkommender Bedienung bei Prima-«Vaaren und streng reeller Preisnatirnng Unser Laden und Magazin befinden sich Kaiserftraße 24», parterre. Achtungsvoll OasscLnsr «L 0^ R46L2. jch auf meinen sclbstgebrannten und garantrrt reinen auf einen feinen und kräftigen Kaffee reflektirt, den mache L M. 1.60 und M. 1.70 per Pfund besonders aufmerksam. Ferner empfehle noch ganz feine Mischungen von M. 1.8V bis M. 2.— per Pfund. L»I>, Karlsruhe, am Spitalplah. Ü62UK8gU6Utz fllr 8tllklv in öucrlien- u. Xirsokdaumsiolrc. 8tnrkv Zlükltz mit kntvntsitr ,-!>wu per OutEwI von 40 lllsrk an. Uviollnnvgon rnit I^rsisen Luk zVnnsob. tlsuptniellsklsgo övi-Svkten tVisnsr Iss übel von 6«1»r. rboust in Ui« -, 973 4 Leiobllllogen mir kreissu auk IVuuseb bsi Otto 4Zöttooi , Xselsruils, kiauo' köedsler '1'onscfiöiifieil, bester Oon- 8 strnction, büüMter kreise beiO999.35 Mil M8ÜW. kMlüMW. _ tiakviÄi-. 160, MMU vüU lWlWk. LöviKl. kr6U88. ^«rstALackemie ru üamtvv. Mnäev. vis Vorlesungen äss Lommersowesters 1892 beginnen am 25. llpril 1892. Rüderes »ul briet liebe ^.olrageo. R 513. _ Id!« V1r««t!oii: Weise Krahllk», AHüge (Fahrstühle) mit den allerbesten Sichrrheitsvorrichtungen der Neuzeit auSgestattet. Für Waaren- und Personenbeförderung. Für Hand», TranSmissionS-, hydraul. und rlectr- Betrieb. Feinste Referenzen» Kostenanschläge und Tebäudcaufnahmen werden unentgeltlich angefertigt von Robert LIssisser, Ki».-I»g., MlUlllhkim. Bertr. von Schmidt, Kranz «L Eie. in Nordhansen. R 468.1 lesthalle Karlsruhe. Samstag den 27. Februar 18S2, Abends 8 Uhr, in den festlich beleuchteten Sälen: 6no88ei' l»a8l jede aus wenigstens 4 Persvueu bestehend, 6 Herren- und 10 Damen- prcise im Gabenwerth von 450 M., sowie 3 Gruppenpreise im Geldbeträge von 200 M., 100 M. und 50 M. «»II- >i. I L - HIii^IIx ausgkführt von den vollständigen Kapellen des !. Badische» Leib-Grenadierregiments Nr. LOS unter Leitung deS Musikdirigenten Herrn Böttge und des !. Badische» Leib-Dragoner-RegimentS Nr. 2« unter Leitung des Stabstrompeters Herrn Damm. Eintrittskarte« für die Person zu 2 M. 50 Pf. sind von Mittwoch bis Samstag Abend 0 Uhr zu haben bei. Herrn Lederhändler Knauß, Kaiserstraße 6l, „ Kaufmann Max Hahn, Ecke der Kronen- und Fasanenkraße, „ Hoflieferant Bregenzer, Kaiscrstraße 76, „ Kaufmann Dahlemann, Ecke der Kaiser- und Herrenstraße, „ „ Sturm, Kaiserstraße ISO, „ Hoflieferant W. L. Schwaab Nachfolger, Amalienstraßr 19, „ „ Frdr. Maisch, Waldstraße 57, „ Kaufmann Brauner, Ecke der Bahnhof- und Wilhelmstraße. Kafsenptris am Ballabend in der Festhalle S M. Nummerirte Balkonplätze » 3 M. sind bei Herrn Hofl. Bregenzer zu erhalten. Die Karten berechtigen zum Eintritt zu allen Räumlichkeiten des Festes, i» den Ballfaal jedoch nur in Maskenkostüm oder «allanzug. Eine MaSkcngarderobe befindet sich im Garderpbe-Anbau. Sl.V. Las Rauchen ist im Ballfaal sowohl vor wie nach der Pause strengstens untersagt;R 435.1 UiiK« IL«pp, Lok-PNotoxrapd, »V XskiSkUilL, 44a»e»l»«i»»ti7»s,s »7. ^ ^tslisr rrsli srdant. Q 519 4. »»«II« ^ Ruziierlilluf MMMickiiMl! Um mein mit den neuesten Mustern ausgestattetcs, großes Lager in VL»»<1 8111»«^wk»k»^«ix zu räumen, verkaufe ich sämmtliche Waaren mit einem Preisnachlässe von LO Indem ich meine werthe Kundschaft auf diese billige Einkaufs- Gelegenheit aufmerksam mache, empfehle ich mein Lager besonders für paffende Oonü rm3,biOQ8-0686ti6nlc6. Hochachtungsvollst ». »«»«I«vr, Juwklikr und Goldarbeiten Mo paraturen schön, schnell u n d billig st._R' 289.2 .^ Vlv 8ojnv6iXLi' I llioil -^ltinufrioliir L.ö«rK 8 eIlllIttz in Karlsruhe, R 349.2. Kurvenstratze IN (kein Laden), gibt auch einzelne Damen- und Herren-Taschcn- Uhren, genau repasfirt, zu wirklichen Engros Preisen ab. Re«nontotr-Uhre,r von Mk. S — an. Großes Lager von Kegulateureii, Wanduhren ».Weckern _ ««>,«n«! kltliL- 8«Iv8ttÄrvv»4i« OatumstsiripSl. Kand Datumstempel in Metall und Kautschuk, nach neuester Vorschrift des Bundesraths zum Ent- werthen der Versicherungs-Marken, sowie zum Ent- werthen für die Außenseite der Quitlnngskarten empfiehlt bestens R.346.4. L «LLSLt, Ztempelfabrik, ILsrlsrnke Koflieferanten. IL^» «L 8 KV »L, 205 I, kalten sich zum bevorstehenden Regierungsjubiläum Seiner König!. Hoheit des GroßherzogS für Anfertigung von Gala - Uniformen und Effecten in eleaantestcr Ausführung besten» empfohlen. — Preisverzeichniß und kosten- freie Hinlendung des Werkführers stet» zur Verfügung. R.486.1. LintKv HuiiÄvrt ^LnoksLin-IIostzn verkaufe ich zu 4, 5, 6 und 7 M. Welker Werth fast das Doppelte. W. Hreitöarth, Karlsruhe, Kaiser- und Lammstrahen-Ecke. R4971 Einige Tausend Flaschen korrleaux- L kurgunklerweine werden wegen Aufgabe des Kellers während der nälsten Tage von mir verkauft zu den Preisen von M. 1.50, M 180, M. 2.—, M. 3.50 per Flasche. N.413 2. (Die Weinr haben alle mehrjähriges Flaschenlager und find auS den ersten Häusern bezogen) Bestellungen auf jedes Quantum werden steuerfrei in's Hau» geliefert und in meiner Wohnung, Hrrfchstcasie 04 im zweiten Stock, entgegengenommcn. ,1. 1<; <)»'«. früherer Besitzer deS „Hotel Germania". Gtsihiists-Emiisrhlung. Empfehle mich den geehrten Herrschaften im Aufpolircn und Repa- rire« von Möbeln, Wichse» und Reinigen von Parquetböüen» Anfertigen von Kücheneinrichtunge» und allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten. Auch die kleinsten Aufträge finden Berücksichtigung. Untcr Zusicherung reeller uv» billigster Bedienung, sowie dauerhafter Arbeit zeichnet „ R.5I4 1 . Achtungsvoll Georg Stegmüller, Schreineret »nd MSbelreParatur- Werkstatt. Karlsruhe, Steinstraßr 29. l>ili6 ansrlrLiirit Iröctrst« Lrrrptindliotrkstt. I 66N6rsIvsr4re4rlii§ z tler'l'i-ovlivnplnltsn-b'ndrilr von üverlk L kvkrer Vii«8<;lillvi- L 6«. »LisekStkLSso 243. Lliotogrgpbi.vb« Dkilai-fsartike!. ^9 D- fi ( 50 4 fre-. MM eeMl-WMei-lMMii Il'rerirli kirrt »m» N«»I» j vsrlli, »iwiiuiii, rsipri» »to. I prompt» ung blilig« »«iivnung. t LüvvAtsr iLvtvürk» von LNLeiKSL in »uxe»-t I k»U1x,r u. Vei»». f Itto»W»»II»IIIlIIl» »Ni It»t»i«l« gilt!,! Oll20M0«XXXX:030200002O 8 Deutsche Werkags - Anstatt 6 8 ii Stittzirt, zn,rii, -nti», Win, o l Hervorragende ^ ! kekletrististie Novitäten H > des Auslandes. 8 > Soeben ist erschienen: g l MkidliPktt vltd Erotik. 8 , Roman 8 > aus dem Schwedischen 6 von R5I0.S , Anne Kharlokte Aeffler. 8 l Preis geheftet -F. 3.-; elegant 8 geb. 4.- S « Hhne Dogma. 8 8 Roman O o aus de« polnischen 8 von 8 Keinrich Sienkiewicz. 0 2 Bände. Preis geheftet ^ s.- ; t g elrg. geb. in 1 Band 6.— o - o Borräthig in der G. Braun- »scheu Hofduchhundlnna in KariS- gruhe, Karl-Friedrichstraße Nr. 14 Scxzr»7ic»acxroooc»oc 84MMk'MIL4 1^0 tk'1<- illitOsk« L4VeillAr«88llsirZIllvx. Vierer« üvisedeu 12 »oü 2 Dbr, iiu Abonnement von Nb. 1.— an. 2ur l-iekerunz einzelner 8eküs < ln, sowie vinsrsLLoupori s»s«-r üem U-aise «mpt. sieb gltreä Nseese trüber iangiäbriAer lküebevmeister nn Ivaissrliot null 6ra.nl Restaurant 6. OKI, Iloltrsiteur io öerlur. R 292 . 2 . llLkkvr L Ximmel. Srsuerei 8ckrempp, Rislösir., L»rl»r«!e«, Q47214 Larl 8 ruller 6 oI« 88 MM. leäsu 1'»x, Xbenäs 8 Obr deginvenck, Vorstellung von nar Ilünsrterv 1 kange». LstcUdoltis»», )«-1srr V»L »d- rrooNosIacko« Krosrumm. Ln 8o»n- u. k'eierlsgea 2 Vorstellungen, disebmittags 4 uu2 I Ein noch neues kreuzsaitigeS L»L ganz in Eisen gebaut, neueste Construc- tion, mit großartigem» schönen Ton. wird unter 5jiihriger Garantie sehr billig verkauft Nähere» «ab II6351» durch Haascnstcin L Bögler A.G. Karlsruhe. R.441.2. z Llrvl- per S-Kilokorb 3 ^k, 01ki7oi»«» 2 80, Dkuirlllri-!- 50 Stück 3 ^ 50. frostgeschützt verpackt, portofrei, versendet die Administration d;s „Ix?»Neue" in krlest Vr.si.ffliltsnbergvt' f in Amerika Q-435 7 japprobirter Zahnarzt L»I«er«tr»»8v 102. R 503. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die im Heft 1 des Deutsch Russischen Gütertarifs zu 8 5l, Seirr 18 bis 22, enthaltenen Zoll- u. Steuervorschristeu finden auch aus die Station« n Odessa und Rostow a. Don, woselbst sich gleichfalls Zollämter befinden, Anwendung. Karlsruhe, den 19. Fcbruac 1892. - Generaldirektion. Bekanntmachung. R 512 Nr. 375. Dir auf Mittwoch de« 24. Februar 1802 nach Schwanheim anberaumte Holzverstei- gerung wild bi» auf Weiteres verschoben. Schwarzach, 19. Februar 1892. Großh. Bczirksforstei. Kaiser-Panorama. L»l8«r»1r»8»s SO Etnttittspreis 3« Pf. — Kinder 2g Pf. Abonoeairl ts 5 Reisen 1 Mk. Vom 21. bis mit 27. Februar: Lk. Cyclus. Q 68S.6. Druck und Verlag der irau n'sche» Hofbuchdruckerei. (Mit einer Beilage).