Karlsrichrr ZritW. Drenstagi LS. März. . N 88. Expedition: Karl-Friedrrchs-Strahe Nr. 14» woselbst auch die Anzeigen m Empfang genommen werden. BorauSbezuhluug: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltuug, Briesträgergebühr eingerechnet, S W. «S Pf. EinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 1882 . Amtlicher Theil. Seine Königliche Hoheit der Grstzherzog haben Sich unter dem 25. März d. I. gnädigst bewogen ge- funden» den Amtsrichter Richard Junghanns in Müllheim in gleicher Eigenschaft nach Schwetzingen zu ver- setzen und den Referendär Di. Gustav Scbold zum Amtsrichter in Müllheim zu ernennen. Durch Allerhöchste Aabinets-Ordre vom 22. d. Mts. sind dem 14. Armeecorps folgende Kadetten überwiesen, und zwar: Dem 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109: v. Oidtman, Portepeeunteroffizier, als Seconde- lieutenant; dem Infanterie-Regiment Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Badischerz) Nr. 111: Holtzhey, Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich; dem 4. Bad. Infanterie-Regiment Prinz Wilhelm Nr. 112: Schladitz, Portepeeunteroffizier, als Secondelieute- nant, und Siebigk, Kadett, als charakterisirter Porteprefähnrich ; dem 5. Badischen Infanterie-Regiment Nr. 113: v. Rodewald I., Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich; dem 7. Badischen Infanterie-Regiment Nr. 142: Hupfeld, Portepeeunteroffizier, als Secondelieute- nant, und Haellmigk I., Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich; dem Magdeburgischen Jäger-Bataillon Nr. 4: Günther, Kadett, als charakterisirter Psrtepeefähnrich; dem Rheinischen Jäger-Bataillon Nr. 8: Kleinhans I., Portepeeunteroffizier, als Seconde- lieutenant; dem Hannover'schen Jäger-Bataillon Nr. 10: Eggerß I., Portepeeunteroffizier, als Secondelieute- nant; dem Großh. Mecklenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 14- v. Arnim II., Kadett, als charakterisirter Porteprefähnrich' dem Kurmärkischen Dragoner-Regiment Nr. 14: Jlsemann,Kadett,als charaktersirterPortcpeefähnrich ; dem 3. Bad. Dragoner-Regiment Prinz Karl Nr. 22: Sander, Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich; dem 1. Badischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 14: v. Stutterheim tll., Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich; dem 2. Badischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 30: Zeeden, Kadett, als charakterisirter Portepeefähnrich. Durch Verfügung des Königlichen Kriegsministeriums, Medizinalabtheilung, vom 4. März 1892 ist Folgendes bestimmt: Sanitätsamt 14. Armeecorps: Heise, Apotheker, zum Corpsstabsapotheker ernannt. Johann Nmos Comrnius. Am heutigen Tage find 300 Jahre seit der Geburt des großen Pädagogen Johann Amo» ComeniuS verflossen. Die Lehrerwelt und alle, die sich für Schule und Pädagogik wie für die Verdienste ComeniuS' interessiren, begehen diesen Tag festlich. Es wird daher für weite Kreise von Werth sein, beute an die Bedeutung deS große» Pädagogen erindert zu werden. Ja Niwvitz bei Ungarisch Brod in Mähren am 28. März 1592 geboren, gehörte ComeniuS zu der Gemeinde der „Mährischeu Brüder", die sich aus den Ueberreken der Anhänger des Johann Hub gebildet hatte. Er studirte Theologie an der ehemaligen nassauischen Universität Herborn (1611) und dann in Heidelberg (1613). Nach Mähren zurückgekehrt und noch zu jung, um zum Priester ordinirt zu werden, leitete er die Schule in Prerau, wo er nach zwei Jahren auch als Prediger Anstellung fand. Später nach Fulneck berufen, wurde er infolge der Wirren deS dreißigjährigen Krieges unter Verlust seiner Habe (1624) aus Mähren und Böhmen »ertrieben. Nach einem kürzeren Aufenthalt in Görlitz, Sprottau, Berlin kam er 1628 nach Polnisch Lissa, wo kr im Jahre 1632 die Leitung und Aussicht sämmtlicher Schulen der Brüder-Uaität auch für die Umgegend erhielt und zugleich Bischof brr zerstreuten Gemeinden wurde. Sein Ruf alS Lehrer, den er namentlich auch seinen Schriften zu verdanken hatte, führte ihn 1641 nach England und von da 1642 nach Schwede». Im weiteren in Elbing, in Ungarn, dann wieder in Lissa thätig, wandte er sich über Stettin und Hamburg im Jahre 1656 nach Amsterdam, wo er sein an Erfahrungen und Erfolgen reiches Leben am IS. November 1670 (nach anderen 1671) beschloß. ComeniuS ist ein äußerst fruchtbarer Schriftsteller gewesen; die Zahl seiner Schriften betrug etwa hundert; sie waren theil» >n seiner Muttersprache, der böhmischen, tbeils in der lateinischen Sprache abgesaßt. Bon seinen pädagogischen Werken veranstaltete ft im Jahre 16S7 eine Gesammtausgabc in lateinischer Sprache; die wichtigsten hiervon wurden in's Deutsche übertragen. Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 28. März. Während die Pariser Behörden eifrig den Urhebern der letzten Dynamitverbrechen nachspüren, hat sich gestern in der französischen Hauptstadt eine neue Dynamitexplosion ereignet. Einige Einzelheiten dieses neuen Verbrechens sind schon in der heute Vormittag ausgegebenen Nummer uns. BltS. mitgetheilt worden. Der Anschlag war gegen das Haus des Staatsanwalts gerichtet, der mit der Untersuchung der Anarchistenaffaire von Levallois betraut ist, und die Explosion richtete eine größere Verwüstung an als eines der vorangegangenen Dynamitverbrechen. Die Polizei glaubt, daß auch dieses Verbrechen dem Anarchisten Ravachol, dem muthmaßlichen Verüber des Attentates auf dem Boulevard St. Germain, zur Last falle. Das würde zu der Vermuthung stimmen, daß der so emsig gesuchte Ravachol, dessen Personalbeschreibung allen Bahnvcrwaltungen und Grenzbehörden telegraphisch mitgetheilt worden ist, Paris gar nicht verlassen hat. sondern sich noch in der Hauptstadt versteckt hält. — Wird Ravachol festgenommen und der ihm schuldgegebenen Verbrechen überführt, so dürfte er der Erste sein, der auf Grund des neuen französischen Dynamitgesetzes den Tod erleidet. Die Kommission der Deputirtenkammer für das Dynamitgesetz hat übrigens das letztere noch verschärft; sie beschloß, in das Gesetz eine Bestimmung aufzunehmen, nach welcher auch das Niederlegen von Explosivstoffen auf öffentlichen Wegen mit dem Tode bestraft wird. Dir neuen strategischen Bahnkanten. Der Nachtrag zum Reichshaushaltsetat, durch den eine erste Rate von 9 643 400 Mark, aufzubringen auf dem Wege der Anleihe, „für die Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes im Interesse der Landesvertheidi- gung" verlangt wird, ist bereits dem Reichstage zugegangen, nachdem er am Samstag vom Bundesrath angenommen worden ist. Die Begründung besagt, im Interesse der Landesver- theidigung habe sich erneut das Bedürfniß einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit des deutschen Bahnnetzes dringend geltend gemacht. Durch eingehende Bearbeitung dieser Frage sei ermittelt worden, wie unter thunlichster Einschränkung der aufzuwendenden Geldmittel ein möglichst großer militärischer Nutzen zu erreichen ist. Das Ergebniß sind nachstehende Forderungen: 4. Neubau einer Linie vonRöschwoog (Station der Strecke Grrmersheim—Straßburg) in der Richtung auf Karlsruhe, mit Ueberbrückung des Rheins bei Roppenbeim. 8. Zweigeleisiger Ausbau (soweit die Verhandlungen bis jetzt haben abgeschlossen werden können). Folgende Strecken: 1. Thorn (Katbarinenflur)—Kölschen, 2. Trier l. U.—Landes- grenze bei Sierck—Dirdenhofrn, 3. Saaralben —BendSdors. 4. Saaralben—Obermodern, 5. Obermodern-Hagenau, 6. Hagenau—Röschwoog. 6. Herstellung besonderer örtlicher Er gänzungSan- l a g e n (Geleise, Wasserversorgungsanlagen, Ladevorrichtunge» u- a ) an verschiedenen Punkten. Die von Reichsiregen bezüglich der in Preußen herzustellenden zweiten Geleise vorgruom- menen Erhebungen baden zu dem anliegenden Abkommen geführt. In der Berechnung der Baukosten heißt es zu a.: „Die Verhandlungen mit der Großh. badischen Regierung bezüglich des auf badischem Gebiete za bauenden Tbeils der Bahnlinie schweben noch. ES ist daher hier nur der Betrag für die 6 icm lange reichsländische Strecke mit 2049 000 M. und der Gesammt- betrag für die Rheinbrücke mit 4 072000 M. eingestellt worden. Wegen deS auf badische- Gebiet entfallenden Tbeils der Brücke bleibt die Frage der Bauousführunz und der nachträglichen finanziellen Betheiligmig Badens den Berhandlungen Vorbehalten." Es folgt dann die Berechnung der Koste» für die unter L. (zweigleisiger Ausbau) und 0. (örtliche Ergänzungsanlagen) angeführten Projekte; wir glauben sie hier übergehen zu dürfen, da sie ein lokales Interesse für unsere Leser nicht haben, und wenden uns dem Schluffe der Berechnung zu, welcher lautet: Hiernach trüge das Reich: -4. Bei der Neubaustrecke 2048 000 M. und (vorbehaltlich der Bethciligung Badens) für die Brücke 4 072000 „ 8. Bei den zweiten Geleisen: zu 1 7224480 . zu 2 2224400 . und 1749000 „ zu 3 2423 000 „ zu 4 4857 000 „ zu 5 2126000 zu 6 4 251 000 „ 6. Bei den örtlichen Ergänzungsanlagen 1258 560 » Zusammen 32 234 440 M. Das Erfordernis für daS erste Jahr bemißt sich auf 9 643 400 M. Die Deckung des Aufwandes würde nach der Natur deS Verwendungszweckes und entsprechend den Vorgängen durch Anleihe- mittel zu erfolgen haben. Die Stellung des Reichskanzlers. In der Samstagssitzung des Reichstag» hat der Gras Caprivi. durch Aeußerungen des Abgeordneten Richter veranlaßt, sich über die kürzlich vollzogene Trennung des preußischen Ministerpräsidiums vom ReichSkanzleramt ausgesprochen. Da seine Rede offenbar die Gesichtspunkte angibt, welche für die Trennung der beiden hohen Aemter bestimmend waren, so erscheint es uns angezeigt, die Erklärung des Grafen Caprivi wenigstens in ihren Hauptzügen hier wiederzugeben. Bei der Beschränktheit des uns zur Verfügung stehenden Raumes müssen wir die historischen Rückblicke auf die Amtszeit des Grafen Roon als preußischer Ministerpräsident und die Berufungen auf frühere Aeußerungen des Fürsten Bismarck über die Ablösung des preußischen Ministerpräsidiums vom Reichskanzleramte bei Seite lassen; wir beschränken uns. also auf das, was Graf Caprivi als seine eigene Auffassung der Situation aussprach. Der Reichskanzler begaa» mit der Bemerkung, er werde versnche», zu zeigen, daß weder der Reichskanzler noch das Reich durch bie Trennung, die in den Aewtrrn eingetrrten ist. eine Einbuße erlitten hat. Er verlas Stellen aus Reden des Fürsten Bismarck vom 25. Januar 1873 und vom 5. März 1878 und fuhr dann fort: Wo liegen den» die Schattenseiten einer solche» Trennung ? Der leitende Staatsmann verliert den Einstuß auf Preußen ComeniuS war der Erste nnd Einzige, welcher bie Mängel beS Erziebungs- und Unterrichtssystems ferner Zeit erkannte und zu deren Abstellung die umfassendsten Rathschläge gab. Von den Wirren des dreißigjährigen Krieges hin »nd her verschlagen und unter den Folgen des Krieges auch unmittelbar vielfach persönlich in seinen Vcrdältnissen leidend, wurde sein Blick für die Bedürfnisse seiner Zeit freier und seine Erkenntnis der Mängel und ihrer Abhilfe tiefer. ComeniuS erkannte in dem lateinischen Sprachunterricht die beste Grundlage für die formale Bildung «nd deßhalb war sein Augenmerk -»erst auf Verbesserung des lateinischen Sprachunterrichts gerichtet. Sein erstes Werk war die lamra linz-uarum reserat», welche in den Jahren 1628—1631 entstand und in Lissa erschien. In dieser gab er eine Unterrichtsmethode der lateinischen Sprache. Ergänzt wurde dir „launa" durch daS im Jahre 1632 erschienene »Vestibulum«, welches in sieben Kapiteln 427 Sätze wir etwa 10M der gebräuchlichsten Wörter bot und die Deklination und Konjugation cinüdte. Auf das »Vesubulum' folgten dir »AnfaogSgründe in der lateinischen Grammatik": ferner gab er ein Lexikon, ein „arrium* und eiue „kalatia" hera«S, welche eine Anleitung zum Lesen der Klassiker in den höheren Schulen enthielt. Nicht minder waren ComeniuS' Bemühungen auf den Unterricht in der Muttersprache gerichtet, die er in den Kreis der Untcrrichlsgegenstände einsührte. Für die Verbreitung des Unterrichts in der Muttersprache wirkte er in seinem Hauptwerk, der „großen UntcrrichtSlehre" (1627/1628); dasselbe Ziel verfolgten das „Jnformatorium der Muttrrschule" (1628), sowie sechs Bücher für die sechs Klaffen der Volksschule. In dem »Jnformatorium der Mutterschule" wendet er sich au die Mütter, denen die Erziehung der Kinder in de» ersten sechs Jahren allein zusäüt. In der »großen Unterrichtslehre" bezeichnet er eS als Ziel der Volksschule» daß die gekämmte Jugend vom 6. bis 12. Lebensjahre in dem unterrichtet «erde, dessen Verwendung für das ganze Leben nöthig ist. In der Muttersprache sollen die Schüler alles, was ihnen gedruckt oder get «neben vorgetegt wird, zunächst fertig lesen können ; dun: sollen sie nach den Gesetzen der Grammatik anfänglich gefällt« darauf schnell und schließlich selbständig ihre Gedanken nieder schreiben. Die Schule theilte er in die soeben genannte Mutter schule, in die Volksschule. in die Lateinschule und in die Uni verfität. Dir Volksschule sollte sechs Klassen enthalten. eben s viel Klaffen die Lateinschule, in die er außer den Realie: auch Mathematik, Astronomie, Musik und Gymnastik einführt, Den Realien (Naturgeschichte, Naturlehre, Chemie, Geographi «nd Geschichte) wies er auch schon in der Volksschule eine: Platz an. Von besonderer Bedeutung für die allgemeine Bildung seiner Zeit waren seine pansop bischen Schriften, in denen da« grsammte menschliche Wissen über den Kreis der Schule hinaus in seinen Grundzügeu »argestellt werden sollte; doch waren die Arbeiten auf diesem Gebiete zu umfassend. als daß er sie zum Abschluß bringen konnte. Von diesen Schriften wurden die pansophischrn Borbereitungsschrifteu und die pansophischeu Sckulschriften in s Deutsche übertragen. Sie enthalten mannigfache Anregung für die Begründung von Schulen. Namentlich wird darin auch der Forderung Ausdruck gegeben, daß der gesummte Unterricht von christlichem Geiste durchdrungen seiu müsse. Die Grundsätze, von welchen sich ComeniuS in Unterricht und Erziehung leiten ließ. sind in der erwähnten »UuterrichtSlchre" enthalten; sie zeigen zugleich den Gegensatz, in welchen er sich mit der bis dahin üblichen Lehr- und Lernmethode stellte. Bis dahin suchten die Lehrer, »ein Gemengsel von Worten, Phrasen, Sentenzen und Meinungen, die aus Schriftstellern zusammengelesen waren, der Jugend einzupfropfen", ohne daß diese eiue Narr Erkenntniß der Dinge selbst erhielt; die Lehrer zeigten de» Kindern »die Sachen nicht selbst, wie sie an sich sind, sondern sagten ihnen nur, waS andere darüber gedacht und geschrieben hatten"; die Schulen lehrten die Kinder, »mit fremdem Verstände weise zu sei»". niemand lehrte „Physik durch Anschauung und Worin besteht denn sein Einfluß? Er 'sitzt dem Staatsministerium vor und hat eine Stimme. Gelingt es ihm durch seine Beredsamkeit, durch das Gewicht seiner Gründe die Kollegen zu gewinnen, dann wird er mit dieser einen Stimme das Staatsministerium nach sich ziehen. Ob der Minister ober vor dem Tische quer vorfltzt oder auf dem Platze des preußischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, ändert in der Sache gar nichts. Sind seine Gründe eben so, daß er seine Kollegen überzeugt, dann wird er sie von dem einen Platz aus überzeugen, wie er sie von dem andern überzeugt haben würde, und er kann überstimmt werden in der einen Stellung und kann überstimmt werden in der andern Stelle. Ich bin also der Meinung, daß thatsächlich der Reichskanzler dadurch, daß er den Vorsitz im preußischen Staatsministerium aufgibt und sich auf die Rolle des Ministers der Auswärtigen Angelegenheiten. auf die Stimmführung im Bundesrath beschränkt, nichts in Preußen verliert ; hat er einen persönlichen Einfluß, so wird er ihn so haben, wie er ihn gehabt hat; einen gesetzlichen bat er so nickt und so nicht. Graf Caprivi schilderte dann die Zeit des Grafen Roon als preußischer Ministerpräsident und sagte: Daß während dieser Zeit auS der Trennung der Aemter sachlich irgend ein Schaden entstanden wäre, vermag ich nickt abzusehen. Der Herr Abg. Richter hat als einen weiteren Nacktheit bervorgeboben, daß nun der Reichskanzler, wenn ec nicht mehr preußischer Minister sei, nicht mehr die Politik des äo ut äos treiben könne, daß er nicht mehr im Reich ein Angebot machen und cs in Preußen bezahlen könne. Ich weiß nicht, ob ich das bisher gemacht haben würde, denn immer wieder würde ich dazu der Zustimmung meiner preußischen Kollegen bedurft haben. Ich würde aber auch als Reichskanzler geglaubt haben, mich am Reiche zu versündigen, wenn ich eine Forderung im Reich mit einer Preußen schädigenden Gegenleistung erkauft haben würde. (Sehr richtig! Bravo!) Ich meine, von einer solchen Politik kann nicht die Rede sein. Wenn ich also für mich und meine Stellung Nachtbeile aus der Trennung nicht befürchte, so kann ich nicht verkennen, daß auf der anderen Seite Bortheile ganz zweifellos sind. Ich kann versichern, daß die Sorgen, die mir das preußische Ministerpräsidium gemacht Kat, der unausgesetzte Druck der Verantwortlichkeit für Dinge, die mir doch im Ganzen fern lagen, und in die direkt einzugehen ich nicht im Stande war, daß das zu den schlechtesten Theilen meines Daseins bisher gehört Hot. Ich bin aber auch der Meinung, daß direkt für das Reick aus dieser Trennung ein Vortheil insofern erwächst, als der Reichskanzler künftig nicht mehr in jede preußische Krise verwickelt zu werden braucht. Nun kann man ja sagen: Das brauchst Du ja nicht, stelle Dich doch als Ministerpräsident so abseits, daß, wenn einer oder der andere Deiner Kollegen fällt. Du nicht mitzufallen brauchst. Das wäre »ach meiner Auffassung von den Pflichten des Ministerpräsidenten doch nicht immer angängig. Ich will von vorneweg sagen, diese Pflichten und Stellungen lasten sich rrglemcntarisch und allgemein gar nicht begrenzen, in so hohen Stellungen muß sich Alles auf die Person ruschneide». Ick aber habe einmal die Auffassung von meinen Pflichten alS Ministerpräsident dahin gehabt, daß ich, wenn eia Minister eine Vorlage einbrachle und das Ministerium sich mit ihr einverstanden erklärt hatte, der Nächste dazu war, um hinter dem Ressortminister zu stehen. Ich habe die Ansicht gehabt, daß, wenn der Ministerpräsident in einer solchen Lage den Reffortminister fallen läßt, er dann im Staatsministerium überhaupt Null wird. Wenigstens mein an sich nicht großer Einfluß wäre Null geworden, wenn meine Kollegen nicht die Üeberzeugung haben konnten: der Ministerpräsident wird, soweit es in seinen schwachen Kräften steht, hinter uns stehen. Ich bin von der Ansicht ausgegangen, daß die erste Pflicht des preußischen Ministerpräsidenten die ist. auch mit seiner Person zu bezahlen. Es ist mir das sehr leicht geworden; denn bei keiner der Vorlagen habe ich mich von meiner eigenen Ueber- zeugung zu trennen gebraucht. Ich glaube also, daß die Be- sorgniß, es könne das Reich zu Schaden kommen bei der Trennung, nicht vorliest. Ich glaube vielmehr, daß in den Verhältnissen des Reiches eine wünschenswerthe Stabilität dadurch her- bcigefübrt wird. Es kann weder der auswärtigen Politik, noch der Reichspolitik dienen, wenn Abstimmungen in den preußischen Häusern, wenn eine schwierig werdende öffentliche Meinung in Preußen immer in letzter Perspektive den Fall des Reichskanzlers Zeigt. Es ist nicht Unbescheidenheit, ich bin aber der Meinung, daß cs dem öffentlichen Interesse Deutschlands nickt dient, wenn die Stellung des Reichskanzlers häufig als unsicher erscheint. Nun hat der Abg. Richter gemeint: man könne dem ja abhelfen, einmal durch eine parlamentarische Regierung. Nun, ich glaube, er weiß es so gut wie ich, daß wir. Gott sei Dank, davon noch weit ab sind. Er hat aber für das Reich auch ein Auskunfts- mittel: nämlich Reichsministerien. Nun frage ich, wer wohl hier ernstlich glaubt, daß zur Zeit Reichsministerien einzufahren wären. Es mag ja Mancher hier sein, der eS für wünschcns- wertb hält — die verbündeten Regierungen halten es nicht für wünschenswerlh. Ob aber irgend Jemand hier ist, der das jetzt Versuche, alle durch Vortrag eines aristotelischen oder anderen Werks". Comenius dagegen forderte, daß „der Jugend daS Vrrständniß für die Dinge selbst eröffnet werde"; die Menschen sollten „so viel als möglich angeleitet werden , nicht aus den Büchern zu schöpfen, sondern auS Himmel und Erde, aus Eichen und Buchen, d. h. sie sollten die Dinge selbst kennen lernen und erforschen nnd nicht nur fremde Beobachtungen und Meinungen". Diese Gedanken sind auch heute noch die maßgebenden und streben nach Verwirklichung auch in der neuen Unterrichtsreform. Der Anschauungsunterricht stammt nicht erst von Pestalozzi, sondern von Comenius, wenngleich Pestalozzi, wie er versichert, aus eigener Üeberzeugung und ohne ComeniuS zu kennen, zu demselben Ziel gelangte. Jenem Grundsatz trug Comenius Rechnung in der Volksschule wie in der Zuführung der Realien in die höheren Schulen wie auch dadurch, daß er den Orbis pietu» — die erste Bilderfibel (in Nürnberg im Jahre 1657 erschienen) — herausgab. Auch diese wurde in's Deutsche übertragen. Comenius' Forderungen für die Reform von Unterricht und Erziehung wurden in allen Ländern zu verwirklichen gesucht. Bald aber geriethen sie in Vergessenheit, b,s sie in diesem Jahrhundert wieder von allen Seite» anerkannt worden sind. Wifsen- schastliche Bildung, Tugend, Sittlichknt, Religiosität und Frömmigkeit verlangte er für den Menschen, und seine Schriften wie seine praktische Lehrthätigkeit legen davon Zeugniß ab, daß er diese Ziele namentlich bei der Erziehung und dem Unterricht verfolgte. Sind beute auch diese Ideen allgemein anerkannt und verbreitet, so darf doch nicht vergessen werden, daß er hierzu praktisch und theoretisch die Grundlage gelegt »nd diejenigen Unterrichtsmethoden neu erfunden hat, welche heute Grsammtgut aller gebildeten Völker sind. für ausführbar hält, ohne den Bundtsrath zu beseitigen, ohne unsere ganze Reicksverfaffung auf den Kopf zu stellen, ist mir i» hohem Grade zweifelhaft. Ich meine doch, daß wir gut thun werden, abzuwarken, wie die Dinge sich entwickeln, und ich meine, daß Deutschland doch zu fest steht, um durch eine solche Frage wie die, ob der Reichskanzler einen Thcil seiner preußischen Aemter, den er selbst für unbedeutend hält, abgibk oder nicht, erschüttert zu werden. Ich bin der Meinung, Deutschland wird das überstehen und wird dadurch nicht verlieren, sondern eher gewinnen. _ Veulsrtzland. * Berlin, 27. März. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin nahmen heute Vormittag am Gottesdienste im Dom theil. Später empfing der Kaiser im Schloß den früheren Kultusminister Grafen Zedlitz. — Im Spätsommer des Jahres 1888 wurde die Dampfpinasse der deutschen Botschaft in Konstantinopel in der Nähe des russischen Botschaftsgebäudes in Bujukdere von der englischen „Mouche" derart angefahren, daß das Boot ein Loch erhielt und der gänzliche Untergang des halb unter Wasser befindlichen Fahrzeugs nur durch rechtzeitiges Auffahren an das Ufer zu verhindern war. Das defekte Fahrzeug befand sich in einem solchen Zustande, daß eS verkauft und an seine Stelle eine neue Dampfpinasse gebaut werden mußte. Dieser Bau erfolgte mit außeretatsmäßigen Mitteln. In der Rechnungskommission des Reichstags wurde deshalb, wie aus dem soeben erschienenen Bericht derselben hervorgeht, eine aus die englische Schadenersatzpflicht bezügliche Anfrage gestellt und dieselbe dahin beantwortet, daß nach Ansicht des Kommandanten des deutschen Sta- tionärs „Loreley" die Schuld aus Seite des Führerund der Mannschaft des englischen Bootes lag, da die deutsche Pinasse durch ihre Lichter dem englischen Boote sichtbar war und ihre Nähe überdies durch Signale mit der Dampfpfeife kenntlich machte. Seitens des englischen Schiffsführers wurde hiergegen bei den in der Sache eingeleiteten Erörterungen geltend gemacht, daß seine BootS- mannschaft durch das elektrische Licht eines in der Nähe liegenden Kabeldampfers geblendet und das Licht der deutschen Pinasse durch d>n russischen Stationär verdeckt gewesen; auch die Dampfpfeife bei dem stürmischen Wetter nicht zu hören war. Bei dieser Sachlage war nach gutachtlicher Aeußerung der kaiserlichen Botschaft in London von einem Schadensanspruch gegen die englische Regierung ein Erfolg nicht zu erwarten und cs erschien die Verfolgung eines solchen um so weniger angezeigt, als die englische Regierung bei ähnlichen Kollisionen Schadensansprüche im internationalen Verkehr nicht zu erheben pflegt. — Das Schwurgericht des hiesigen Landgerichts I. hatte sich heute mit den Berliner Straßenkrawallen vom 25. und 26. Februar zu beschäftigen. Die vom Schwurgericht gefällten Urtheile sind schon telegraphisch gemeldet worden. Ueber den Gang der Verhandlung liegt folgender Bericht vor: Vor dem Schwurgericht wurde heute gegen die Arbeiter Rbode und Fenski und den Tischler Hungs verhandelt, welche angeklagt waren, sich an den jüngsten Berliner Straßcnkrawalleu als Rädelsführer betheiligt zu haben, und wegen AusrubrS, Landfricdenbruchs rc. zur Verantwortung gezogen wurden. Von den drei im Alter von ü«. 18 bezw. 2t Jahren stehenden Angeklagten »ar der Arbeiter Rhode der am meisten belastete. Er ist gleich am ersten Tage der Slraßenkrawalle einer derjenigen gewesen, welche die im Osten in der Gegend der Koppen-, Blumen-, Köp» nickerstraße tnmultuirende Menge durch hetzende Zurufe wie „Juden rauS" und thätiges Beispiel zum Demoliren von Schaufenstern, Plündern der Läden u. s. w. anfeuerte, und hat sich in jeder Weise als Führer bemerkbar gemacht. Hungs soll eine Hauptrolle unter jener Truppe gespielt haben, die ein Schanklokal der Weißcnburgerstraße angeblich dcßhalb demolirl habe, weil der Besitzer desselben nickt auf den „Vorwärts" abon- nirl hatte. Fenski endlich hat sich unter den Exceüenten befunden, die von der Zimmerstraße vor das königliche Schloß zogen, bat dort sein rothes Taschentuch an einen Stock befestigt und unter dem Rufe „wir wollen Arbeit" geschwenkt, vor Allem aber wird ihm zur Last gelegt, daß dieser Trupp unter seiner Führung und seinem Kommando sich nach der Kövuickerftraße begeben und dort wie richtige Vandalen gehaust, u. a. einen Biicker- und einen Schirmladcn zerstört hat. Sämmtliche Angeklagten belheuerten ihre Unschuld. Doch konnten eine Reihe cinwands- freier und übereinstimmend aussagender Zeugen gegen sie in's Feld geführt werden, welche bekundeten, daß die Angeklagten an den Plünderungen lhätigen Antheil genommen Kälten. Der Staatsanwalt »erwies darauf, daß die Krawalle indirekt eine Folge der in der varansgegangenen Versammlung der Arbeitslosen bei Lips geführten aufrührerischen Reden seien. Derartige Ansammlungen aufgeregter Menschen seien höchst gefährlich und die mit eleme»tarcr Gewalt sich bildenden Ansammlungen konnten ungemein bedenkliche Folgen nach sich ziehen, wenn cs nicht gelungen wäre, dieselben sofort durch große Energie zu unterdrücken. Jeder Staatsbürger habe die Pflicht, solchen Zusammenrottungen aus dem Wege zu gehen, und wer auch nur durch passive Tbeilnahme die Kraft uns elementare Gewalt eine- solchen RottenzugeS steigert, macht sich schwer strafbar. Der Staatsanwalt beantragt, den Angeklagten Hungs nur des schweren Landfriedensbruchs unter Zubilligung mildernder Umstände für schuldig zu bekennen. Am meisten belastet sei der Angeklagte Rhode, welcher ein sehr dreister, unverschämter Mensch sei und zweifellos die Rolle des Rädelsführers übernommen hatte, und Leute von der Kategorie dieses Angeklagten gehören in's Zuchthaus. Bezüglich des dritten Angeklagten hält der Staatsanwalt zwar den Nachweis der Rädelsfährcrschaft nicht für erbracht, da derselbe sich aber in hervorragender Weise an den Tumulten und Plünderungen betheiligt habe, so beantragt der Staatsanwalt bei diesem Angeklagten die Bejahung der Schuldfrage wegen Land- friedensbrucheS unter Ausschluß mildernder Umstände. Nach kurzen Plaidoyers der drei Vertheidiger erklärten die Geschworenen durch ihren Spruch die drei Angeklagten im Sinn« der Ausführungen deS Staatsanwalts für schuldig, bewilligten aber den beiden letzten Angeklagten mildernde Umstände. Der Staatsanwalt beantragte gegen Rbode 8 Jahre Zuchthaus, IO Jahre Ebrverlust und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht, gegen . Hungs 4 Jahre Gefängniß, gegen Fenski 5 Jahre Gefängniß. Der Gerichtshof verurtbeilte Rhode zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Hongs zu S Jahren und F ea « k - zu 3 Jahren Gefängniß. Italien. Rom, 26. März. Die Kammer nahm heute das Eisenbahngesetz in geheimer Abstimmung mit 175 gegen 20 Stimmen an. Der Radikale Zanolini hatte verlangt, daß der Schluß der Berathung auf die nächste Sitzung vertagt werde, die vom Präsidenten befragte Kammer lehnte jedoch das Verlangen ab. Zanardelli erklärte darauf, nach dein Streich der Majorität, welche Zanolini verhinderte, seine Rede auf morgen zu verschieben, enthalte die Opposition sich der Abstimmung. Zanardelli, Crispi, und mehrere Deputirte der äußersten Linken verließen nach dieser Erklärung den Saal. Badischer Landtag. * Karlsruhe, 26. März. 53. öffentliche Sitzung der ZweitenKammer. (Fortsetzung aus der heutigen Beilage.) Zu dem folgenden Gegenstand der Tagesordnung, „Bericht der Eisenbahnkommission über die Bitte der Ge- meinderäthe von Kandern, Holzen u. a., die Erbauung einer normalspurigen Eisenbahn von Hallingen nach Ländern betr.", erhält zunächst der Berichterstatter Abg. Reichert das Wort: Schon seit 20 Jahren strebten die Gemeinden des Kanderthals darauf hin, durch eine Bahn mit der Hauptlinie Freiburg—Basel verbunden zu werden. Bereits am 22- Januar 1888 habe sich die Stadt Kandern an den Landtag mit einer darauf abzielenden Bitte gewandt. Ohne auf die darin angeführten Gründe näher eingehen zu wollen, wolle er nur darauf Hinweisen, daß damals die Erbauung einer Schmalspurbahn verlangt worden sei, während jetzt die Wünsche auf eine normalspurige Bahn gerichtet seien. Die Kommission habe damals > zwar konstatirt, daß die Bedingungen, von denen der Staat die Erbauung fraglicher Bahn abhängig gemacht habe, nämlich unentgeltliche und kostenfreie Stellung des Geländes und Vorhandensein eines Unternehmers, nichr erfüllt gewesen seien, aber dennoch die Bitte in Anerkennung ihrer Berechtigung der Regierung zur Kenntnis überwiesen. Im Jahre 1890 sei dem Landtage eine zweite Bitte von Bürgern der Stadt Kandern und Gemeinden des Kander- und Feuerbachthals Vorgelegen, in der die Errichtung einer Nebenbahn durch das Feuerbachthal mir dem Anschluß in Esriugen angestrebt worden sei. Für dieses Projekt scheine größeres Interesse vorhanden ge- lvesen zu sein. Die brtheiligten Gemeinden hätten höhere Beiträge zugesagt, als bei der ersten Petition, auch sei hervorgehoben worden, daß bei der Strecke Kandern— Efringen die Straße benutzt werden und die Gemeinden infolge dessen ihre Beiträge entsprechend erhöhen könnten. Die Petition habe indeß für keines der beiden Projekte ausgesprochene Stellung genommen, sondern die Entscheidung darüber, welches das zweckentsprechendere sei, der Regierung anheimgestellt. Auch diese Bitte sei der Regierung zur Kenntniß überwiesen worden. Nunmehr liege eine Bittschrift der Stadt Zandern vom 25. Januar d. I. vor, worin die Erbauung einer Normalspurbahn nach Haltingcn gewünscht werde. Hiernach seien die betheikigten Gemeinden jetzt darüber einig, daß eine normalspurige Verbindung mit Haltingen den Bedürfnissen am meisten entspreche und wohl auch am rentabelsten sein werde; die Stadt Kandern habe den früher von ihr zugesagten Beitrag von 30 OM M. aut 80 OM M. erhöht und die andern Gemeinden hätten sich bereit erklärt, die von ihnen s. Zt. gemachten Versprechungen aufrecht zu erhalten. Ferner sei angegeben, es sei auch bereits mit einem Unternehmer „Hostmann u. Cie. in Hannover" ein Vertrag über die Erbauung der Bahn abgeschloffen worden, der die Firma bis 31. Dezember 1892 binde. Letzteres beruhe allerdings auf einem Jrrthum, iniwm der fragliche Vertrag sich nur aus die Vorarbeiten beziehe. Dagegen liege ein Offert der Firma vor, worin sich dieselbe bereit erkläre, den Bau der Anschlußbahn unter denselben Bedingungen zu übernehmen, wie sie durch ven Erlaß der Großh. Regierung vom 28. September 1888 für Erbauung einer Nebenbahn Heitersheim—Sulzburg in Aussicht genommen worden seien, wenn sie außerdem von Staat und Gemeinde nebst freier Ueberlassung des Geländes mit 3M0M M' sub- ventionirt werde. Die Gesellschaft habe sich verpflichtet, ihr Angebot bis 31. Dezember 1893 zu Hallen. Nachdem hierdurch die von dem Staate verlangten Vorbedingungen erfüllt seien, halte die Kommission es für angezeigt, daß die Konzession zum Bau der Bahn Haltingen —Kandern ertheilt werde und ersuche die Regierung, hiezu einen Staatsbeitrag von ca. 20 OM M. pro Kilometer zu gewähren. Ihr Antrag gehe auf empfehlende Ueberweisung i» dem dargestellten Sinne. Abg. Dreher erklärt, eS sei bereits das drittemal, daß sich der Landtag mit dem Wunsch der Bewohner des Sanderthals, mit der Hauptbahn Freiburg—Basel verbunden zu werden, zu beschäftigen habe. Während früher die Meinungen über die Zugsrichtung auseinander gegangen seien, hätten sich die Ansichten jetzt dahin geklärt, daß die Linie Kandern—Haltingen sowohl hinsichtlich des Baues und Betriebs wie in wirthschaftlicher Beziehung den Vorzug verdiene. Mit Befriedigung habe er aus den Verhandlungen im andern Hause entnommen, daß auch die Regierung diese Linie nach Prüfung des von der Firma Hostmann u. Cie. ausgearbeiteten Projekts als die zweckmäßigste bezeichnet habe. Was die Frage der Spurweite betreffe, so sei dieselbe, wie der Herr Regierungsvertreter in der Ersten Kammer ausgeführt habe, keine Prinzipienfrage, sondern eine offene. Er hege dir Hoffnung, daß auch diese Frage nach genauer Prüfung der einschlägigen Verhältnisse eine befriedigende Lösung finden werde. Nachdem in der Lokalbahn- und Betriebs- gescllschaft Hostmann u. Cie. in Hannover, die seit kurzem die Firma «Bering u. Wächter" trage, ein Unternehmer gefunden sei, nehme er an, daß auch eine Einigung der Negierung mit derselben leicht zu erzielen sein werde. Im Interesse der Betheiligten bitte er, daß die Angelegenheit nicht weiter auf die lange Bank geschoben werde, da die Unternehmergeseilschaft nur bis 31. Dezember 1893, an ihr Angebot gebunden sei und die Vorbereitungsarbeiten zu einem Bahnbau. wie die Bregthalbahn zeige, lange Zeit in Anspruch nehmen. Er möchte daher die Regierung dringend ersuchen, noch bei dem gegenwärtigen Landtag eine entsprechende Nachtragsforderung zur Sub- venrionirung des Bahnbanes Kandern—Haltingen einzubringen. Schließlich dankt der Redner der Negierung wie der Kommission für das Wohlwollen, das sie der vorliegenden Bitte entgegengebracht hätten. Geh. Oberfinanzrath Z Ittel erklärt, daß die Regierung gegen den von der Kommission gestellten Antrag nichts zu erinnern habe. Er wolle dabei nur darauf Hinweisen, daß die bezeichnte Unternehmergesellschaft sich bis jetzt wegen Erlangung der Konzession für die Bahn noch nicht an die Negierung gewandt habe. Sobald dies geschehe, werde die Regierung gerne mit derselben über die zu vereinbarenden genaueren Bedingungen in Verhandlung treten. Abg. Blankenhorn ist mit seinen Vorrednern der Ansicht, daß man die Bestrebungen der Bewohner des Kanderthals unterstützen solle, nachdem sie ein so andauerndes und reges Interesse für die Erlangung einer Verbindung mit der Hauptbahn an den Tag gelegt hätten, und möchte daher^ die empfehlende Ucberweisung an die Regierung im Sinne des Kommissionsantrages lebhaft befürworten. j Abg. Kiefer ergreift das Wort, um einige noch nicht erwähnte Punkte zu Gunsten des Wunsches der Stadt Kandern zur Geltung zu bringen. Kandern habe eine intelligente arveitsfreudige Bevölkerung und sei früher als Vorort einer Gegend mit entwickelter Industrie von großer Bedeutung gewesen. Es habe aber in den letzten Jahren einen schweren Kamps kämpfen müssen um seine Existenz. Durch Entziehung seiner meisten Amtsstellen und Aufhebung des fiskalischen Hüttenwerks im Jahre 1865 seien der Stadt schwerwiegende Vortheile entzogen worden, während anderen Orten sich durch Erbauung von Eisenbahnen reicher Verkehr erschlossen habe, sei Kandern immer mehr vereinsamt. Nur ihrer eigenen Kraft und Thätigkeit, durch die sie sich neu» Industriezweige geschaffen, verdanke sie es, daß sie sich auf ihrer jetzigen Höhe habe halten können. Es sei ein Akt der Gerechtigkeit, sie durch Einbeziehung in den Bahnverkehr aus ihrer isolirten Lage zu befreien, er sei überzeugt, daß die Bevölkerung des Kanderthals dann neu aufleben und Gewerbe und Handel einen Aufschwung nehmen werde, der dem ganzen Land zur Ehre und Freude gereiche. Nach einem Schlußwort des Berichterstatters Abg. Reichert wird der Kommissionsantrag einstimmig angenommen. (Schluß folgt.) T Karlsruhe, 28. März. 54. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer unter dem Vorsitz des Präsidenten Lamey. j Am Regierungstisch: Ministerialdirektor Seubert, Geh. Oberregiecungsrath Ilr. Schenkel, die Ministerial- räthe Dorner und Heil. Der Präsident eröffnet die Sitzung nach 11 Uhr. Den Abgg. Frhr. vou Buol, Schättgen, Schlusser und Dresbach wird der erbetene Urlaub ertheilt. Ein- gekommcn ist ein Schreiben des Ministeriums des Innern bezüglich auf eine Abänderung des Kostenvoranschlags für die Wasserleitung bei Augustenburg, welches der Budgetkommission überwiesen wird. Don demselben Ministerium sind 40 Exemplare eines Sonderabdrucks aus den Publikationen des Reichsgesundheitsamts über die Ergebnisse der Versuche mit Tuberkulin an Rindvieh eingegangen. lieber die Bitte des Komits's der Oberrheinkanal- gesellschast in Birsfelden, betr. die Anlage eines Gewerbe- kauals in der Schweiz gegenüber Grenzbach berichtet Abg. Rüdt. Nach einer Debatte, waren die Abgg. Rüdt und Gönner sowie Geh. Oberregierungsralh vr. Schenkel sich betheiligen, wird der Antrag der Petitionskommission auf Uebergang zur Tagesordnung angenommen. Sodann referirt Abg. Rüdt über die Bitte mehrerer Gemeinden des Murgthals wegen besserer Berücksichtigung des Steingeschäfts. An der Besprechung dieses Gesuchs betheiligen sich die Abg. Herr v. Bod- man. Wittmer. Fieser, Kirchenbauer und Strübe, seitens der Großh. Regierung Geh. Oberregierungsrath Dr. Schenkel. Der im Lauf der Diskussion gestellte Antrag der Abg. Frhr. v. Bodman und Gen. auf empfehlende Ucberweisung dieser Petition an die Großh. Regierung wird angenommen. Ueber den dritten Punkt der Tagesordnung, die Bitte vieler Einwohner aus Kürzell und andere Gemeinden um Abänderung der Landesbauordnung kommt es im Anschluß an den Bericht des Abg. Dreher zu einer Diskussion zwischen den Abg. Heimburger und Kirchenbauer, seitens der Regierung spricht Ministerialrath Heil. Der Antrag auf Ueberweisung zur Kenntniß- ! »ahme wird angenommen. Abg. Engelberth berichtet über die Petition der Ge- I ureinde Zunsweier um Zutheilung zum Notariatsdistrikt Offenburg und beantragt namens der Kommission Ueber- Ung zur Tagesordnung. Es sprechen hierzu die Abg. Weber, Hennig und Fieser,' sowie Ministerialrath Dorner. Ein Antrag der Abgg. Weber, Fieser und -»cuser auf empfehlende Ueberweisung dieser Petition au die Großh. Regierung wird schließlich zurückgezogen. Endlich berichtet Abg. Hennig über die Bitte des pensionirten Gendarmen Vinzenz Bank in Freiburg um Pensionserhöhung. Der Kommissionsantrag auf Ueber- weisung zur Kenntnißnahme wird, nachdem Ministerialrath Heil die Stellung der Regierung zu dieser Bitte dargelegt, angenommen und die Sitzung vom Präsidenten gegen r/o2 Uhr geschlossen. (Ausführlicher Bericht folgt.) T Karlsruhe. 28. März. 55. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Tagesordnung auf Mittwoch den 30. März, Vormittags 9 Uhr: 1. Anzeige neuer Eingaben. 2. Berathung des iBerichls der Budgetkommission über den Gesetzentwurf den Wohnungsgelötarif betr.; Berichterstatter: Abg. Hug. 3. Berathung der Berichte der Eiscnbahnkommission: a. über die Bitte der Ge- meinderäthe Waldkirch u. v. a.. den Bau der Elzthalbahn bis Elzach betr.; Berichterstatter; Abg. Vogel- bach; b. desgleichen der Gemeinderäthe Todtnau u. a., den Neubau einer Verbindungsstraße von Präg nach Todtmoos betr.; Berichterstatter: Abg. Schüler. Großherzogthum Waden. Karlsruhe, den 28. Mürz. Bei Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog hielt der fieberlose Verlauf der Erkrankung auch während der letzten beiden Tage ununterbrochen an. Die fortdauernde Lösung des Katarrhs der Bronchien vermehrt den Husten , zeitweise nicht unbeträchtlich und wird dadurch namentlich ! die Nachtruhe vielfach gestört. ! F (BadischrrKunstaewerbeverein.) Ja der nächsten ! Monaksversammlung, am Mittwoch den 30. ds. Mts., Abends ! 8 Uhr, im Saale der »Bier Jahreszeiten", wird Herr Geheime- I rath Professor Oe. Lübke einen Vortrag über „Rembrandt" i halten. Eine umfangreiche Ausstellung großer Photographien ! „nd Radirnngen nnrd zugleich die hervorragendsten Werke des Meisters zur Anschauung bringen. Außer den Mitgliedern des Vereins ist auch das übrige Publikum eiagcladen. * (Im Stadtgarten) wurde gestern bei schönem, warmem Frühlingswetter das erste Konzert abgehalten und wenn der Garten auch noch etwas kahl und dürftig aussicht, so war doch bei dem sonnigen Wetter der Aufenthalt rm Freien so verlockend, daß fast alle Restaurationstische besetzt waren. DieCrocus und andere Vorboten der Früblingstlora haben schon ihre bunten Köpfchen aus der Erde gestreckt und es wird nicht mehr lange dauern, bis die hübschen Anlage» unseres StadtgartenS wieder Blätter und Blütbenschmuck anlegen. Neueste Telegramme. Berlik, 28. März. Im Reichstag wurde der Nachtragsetat für die strategischen Bahnen nach kurzer Berathung der Budgetkommission überwiesen; alle Redner sagten die Bewilligung zu, falls das Bedürfniß der Bahnkanten in der Kommission überzeugend nachgewiefen werde. Der Kriegsminister und der Staatssekretär v. Bo etlicher erklärten sich mit der Kommissions- berathung einverstanden. Letzterer bemerkte, die Vorlage sei dringend und ein Aufschub bis zum Herkkst wäre gefährlich; überdies sei die Inangriffnahme größerer Bauten gerade jetzt wünschenswerth. In der dritten Etatberathung erklärte Staatssekretär Frhr. v. Marschall auf eine Anregung Marquardsens wegen der portugiesischen Finanzverhältnisse, eine Verkürzung der Rechte deutscher Besitzer von portugiesischen Werthen dürfe nicht durch ein einseitiges Vorgehen Portugals, sondern nur aus dem Wege der Verständigung erfolgen; der deutsche Gesandte in Lissabon sei angewiesen, die deutschen Delegirten des Schutzkomits's zu unterstützen. Die Angelegenheit werde jedenfalls die deutschen Kapitalisten bei der Anlegung ihrer Kapitalien vorsichtiger machen. Marquardsen erklärte sich durch diese Antwort befriedigt. Auf eine Anfrage des Grafen Kanitz erwiderte Staatssekretär Frhr. v. Marschall, die Vortheile aus den neuen Handelsverträgen würden nur diejenigen Staaten genießen, welche Deutschland ebenfalls die Meistbegünstigung gewähren; dazu gehören insbesondere die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Graf Kanitz bestritt, daß das bestehende Handels- verhältniß mit den Vereinigten Staaten wesentlich nütze, da die letzteren Deutschland keinerlei Zugeständnisse gemacht hätten. Jebsen (nat.-lib.) fragte an, ob die Regierung von Chile eine Entschädigung für das während der chilenischen Wirren ihr zugekommene Schiff verlangt habe. Staatssekretär Frhr. v. Marschall erklärte, die Rechtsfrage sei streitig; der deutsche Gesandte sei angewiesen, eine Entschädigung aus Billigkeitsgründen zu beanspruchen. Bei der weiteren Erörterung des wirthschastlichen Verhältnisses Deutschlands zu Nordamerika betonte Staatssekretär Frhr. v. Marschall gegenüber dem Grasen Kanitz (kons.): Wir haben genug Gegen- konzessionen dadurch erhalten, daß die diskretionäre Gewalt des Präsidenten der Vereinigten Staaten gemäß der Mac Kinley-Bill in Zollsachen aufgehoben ist. Gegenüber Ilr. Lingens (Centrum) bestritt Staatssekretär Frhr. v. Marsch all, daß die Regierung die katholischen deutschen Schulen im AuSlande weniger wohlwollend behandelt als die evangelischen. Bei der Position „Ausgaben für die Schutzgebiete" gab Legativnssekretär Kays er zu, daß der Schnapsgenuß in Kamerun ein außerordentlicher sei; er hofft aber, daß dem Unwesen gesteuert werde. Hierauf wurde der Etat für die Schutzgebiete bewilligt. Der Antrag v. Meycr-ArnSwalde (kons.) betreffend die Unterstützung junger Künstler wurde abgelehnt, nachdem Staatssekretär v. Boetticher, Bundesrathsbevollmäch- tigter Graf Lerchenseld dagegen gesprochen hatten. Berlik, 28. März. Die Reichstagskommission zur Berathung der Vorlage über die Bestrafung des Sklavtk- hsndelS genehmigte die Vorlage unverändert, jedoch mit .dem Zusatz, daß das Gesetz mit dem Tag seiner Berkün-, dignng in Kraft trete und bis zum Oktober 1895 Giltigkeit habe, sowie mit einer Resolution, die den Reichskanzler aufsordert, bis zum Ablauf der Giltigkeit der Vorlage die ganze auf die Sklaverei bezügliche Materie gesetzlich zu regeln. Berlik, 28. März. Im preußischen Abgeordnetenhausc begründete vor dem Eintritt in die Tagesordnung Ministerpräsident Graf Eulenburg die Trennung des Reichskanzleramtes von dem preußischen Ministerpräsidium, indem er hervvrhvb, daß die Verbindung beider Aemter eine Arbeitslast mit sich bringe, welche die Kräfte eines einzelnen Mannes übersteige. Ferner erklärte er, da die Berathung des Schulgesetzes sowohl im Plenum wie in der Kommission des Landtags und im ganzen Land bisher unvermittelte schroffe Gegensätze ergeben habe und da ein befriedigendes Resultat jetzt nicht zu erwarten sei, so verzichte die Regierung aus die weitere Berathung der Vorlage. Wann und in welcher Form sie innerhalb des Rahmens der Verfassung auf die Angelegenheit zurückkommen werde, behalte sie sich vor. Diese Erklärung wurde theils mit Bravorufen, theils mit Zischen ausgenommen. Berlin, 28. März. Es sind Gerüchte über wertere Veränderungen im Staatsmikistcrium in Umlauf. I» parlamentarischen Kreisen verlautet heute, Staatsminister v. Boetticher werde von seinem Posten im Staatsmini- sterium (dessen Vicepräsident er bekanntlich ist), sowie von der Leitung des Reichsamtes des Innern zurück- treten und das Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau übernehmen. (Das Oberpräsidium von Hessen-Nassau ist gerade jetzt durch die Ernennung des bisherigen Oberpräsidenten Grafen Eulenburg zum Ministerpräsidenten frei geworden.) Zum Viceprüsidenten des Staatsministeriums an Stelle des Herrn v. Boetticher sei der Finanzminister Miguel ausersehen, den der Kaiser gestern empfangen hat. Authentisches ist darüber bisher nicht bekannt. Ein weiteres, aber durchaus nicht verbürgtes Gerücht verzeichnet die «Nationalzeitung". - Darnach würde auch der Minister v. Heyden zurücktreten und Ministerpräsident Graf Eulenburg das Ministerium der , Landwirthschaft übernehmen, (v. Heyden ist im Jahre 1890 als Nachfolger des Frhrn. v. Lucius preußischer Landwirthschaftsminister geworden. Sollte sich die Nachricht bestätigen, so wäre die Ernennung eines Ministerpräsidenten ohne Portefeuille, die in Preußen seit mehr als 30 Jahren zum erstenmal erfolgte, nur von sehr kurzer Dauer gewesen. Indessen ist allen diesen Gerüchten gegenüber Vorsicht geboten.) Paris, 28. März. Die Blätter konstatiren, daß durch die letzten Explosionen eine große Beunruhigung in die Bevölkerung hineingetragen worden ist, und bezeichnen die Situation als ernst. Viele von ihnen tadeln Regierung und Polizei wegen des Mangels einer energischen Aktion. Einzelne Zeitungen sprechen Befürchtungen wegen des 1. Mai aus und besorgen, die Einschüchterungen könnten den von den Anarchisten beabsichtigten Erfolg haben. Mehrere Hausbesitzer haben solchen Miethern, die dem Richterstanöe angehörcu, gekündigt. Lueanag, ^9 Marz 42. Ab.-Borst.: «Die große Glocke", Lustspiel in 4 Akten von Oskar Blumenthal. — Theobald Vogt: Herr Pahlau vom Stadttheatcr in Köln als Gast- Anfang V,7 Ubr. WMerungstie-bachtrmgeil ^ Msr-wi. Kran-« Karlsruhe. > Rds-I. Relaii« März 26. Nachts 9 U. 27. Mrgs. 7 U. 27.Mitlgs. 2U. 27. Nachts ll U. 28- Mrgs. 7 U. 28-Miltgs. 2U. 746 1 746.6 745 5 744 6 742 8 in 0. F-llchi. F-Nchtig- leit in Wind. 410 3 75 C 9.4 7.4 86 SW -i-19.2 7.1 43 S -1-14 8 75 60 SW 410-3 8.7 94 NE -i-190 9.4 58 SW Himmel. klar wolkig klar bedeckt wolkig Regen — 1.0 wm der letzten 24 Stunde». Ueber sicht der Witterung vom 28. März- Ganz Mitteleuropa steht beule unter der Herrschaft einer langgestreckten, Frankreich, Westdeutschland und die Niederlande bedeckenden stachen Depression, so Laß das Wetter meist veränderlich oder trüb mit Regenfäüen ist. Während im Binnenland, entsprechend dessen Lage auf der Vorderseite der Depression die Temperaturen ungewöhnlich hohe sind, hat es aus seren Nord- und Nordwck- seite unter dem Einfluß nördlicher Winde adgekühlt i Südirland 0". Helder 2°, Stzlt — 0°). Da sich über Irland eia barometrisches Maximum verbreitet hat, welches sich auch noch über die Nordsee ousgebildet bat, so wird die erwähnte nördliche Luftströmung anhalten; es steht also kräftige Abkühlung auch für unsere Gegenden bevor. Das Ortsdarometer sollt fortgesetzt, dir Herrschaft der Depression scheint sich also zu erhalten._ Frankfurter telegraphische Kursberichte vom 28? März 1892 Dr-Sdener Bant Idl. -- »erNrl- LLnderdank . O-fterr. «rrdita-tien »l.« »»»aaktir-. j " St-nt»r>ch.1 »».«» Schwel,. Nordostbahr, lo-.s, Lombarden sr s« «ombarde- !. Dtülonlo-Sommarch. »r» «» - - > — - s,.— ».— St«a»p«»i,re d'i.D.Rrichernieihr »s.sz «'/» dt». »»/.Prenß. «oosol «'/«Baden in fl. . . M. Oesterr. Soldreute Silberrentr los.««! los.so ioi i»' io«.d» ss.l» «.»« «'/»Ungar. Saldrente 92.«o lssor Russen s».«d! H. Orientanleip» Italiener comptant Lzdpter Spanier Zoll-Türken »'/» Serbeu tkrrdttaktie» Diskonte Komumdt BaSlrr Bankverein Darmftildter »an! ^eff^LudwtgSbahu 6Ü.S0 87.70! »s.ssj LS SS 8S.4V 7».— ! rss.- 17S.SS irs.io 1,4.»d' 1S«.70j 1VS.4» , Marieubsrger 7. II Dortmunder ios.so LaurahMte «ichfe, «w e.r.»^! - Wechsel ». Lmflerd l«s.»°! —^ London r»«l! »>«». Pari» »l-l» > Rreditakrse» . . Men . Martnotr» NapoleonSd'or i«.2i! Ungarn ivatdirtont» l',,! Staatgtach» Badische Autlers ich ril b».-^ Tendenz: «heg. Nach » » rs«. - «redltaktie» ,««.-. »«"» Diskonto-ltommandit l7».s» V/, Rente SlaatSdahn dt«.— , Spanirr Lomdarde» 7i>/, l Tiirle, Lenden,: -Otl»»-»e ra».s» «l» lorer» «t — «S-,. I» 1» »<« LrriwlwortüLrr Redakteur: Wilhelm Harder i« Karlsr.«sr. Keyse's Fremdwörterbuch. Siebzehnte einzig rechtmäßige Original - Ausgube in 10 Lieferungen ä 60 Pfennig. S-366. Im Berlage der Hahn'schen Buchhandlung in Hannover ist soeben erschienen und durck alle Buchhandlungen zu beziehen: vr. Zoh. Christ. Aug. Heyse's Fremdwörterbuch. Siebzehnte einzig rechtmäßige Original Ausgabe. Neu bearbeitet, vielfach berichtigt und vermehrt von vr. Otto Lyon Diese neue von Herrn vr. Lyon sorgfältig umgearbeitete 17 Auflage, durch viele neu aofgetauchte Fremdwörter bereichert, erscheint in Lieferungen ü 8V Pf. 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März 1892. -r. er Auffichtsrath Das Msdewaaren , Seiden-, Teppich- und Damen-EanfectiMS-Gefchöst 145 Laiserstr. lisrl^rutio beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß die S 373.1. in KlnttQn u L;«»>u8t«rien Lnrdix«» r^ieiA«r8taü«i». «NK N8«i>«n IliiviÄQr8t«K«n, 8ei»Hv«rL«n ULi^iiivrstoK«;«, HV«N- INNU88VÜN4 8, 8«i»4v«rT6n NNÄ inrkiKen 8eiÄ«N8t»K«n, ^»6k«n, IT«K«n- n I^rnini nr»Ä«n»»ntvi», Onpe«, UIinIiÄnKvn. Ov8tniue8, Mv^vnlilt;i«i< rn. LU«u8vn, Tlnte» rÜ6li«n, Wtintlvrinntttvin un«i RLi»A< r Vrieat- nnii 8tnitlLi«;i Antein. ^«SinAntein. tteseninÄn ein, LLinalerniÄnteiu kLinÄerMeiteiie». Onnkr- n»nn«ie»Zn-isen. 8t«ubn»A»teI» IRLsntelet«. UIn»l»Lnjxen ete. ist von den einfachsten bis zu den hochelegantesten Genres in unübertrefflich großer^ Auswahl affortirt und empfehle solches ru (len snerlrsnnt billigsten Preisen sm plstre. L. t eilen. Jamenmäntel Fabrik, S.372 Kaiser- und Lamurftrastea-Ecke. Danksagung. 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Zur Aufstellung des Lagerbnches der Gemarkung Ittendorf im Amtsbezirk Ueberlingen wird mit Ermächtigung Gr. Oberdirektion des Wasser- u. Straßenbaues Tagsahrt auf Donnerstag den 7. April d. I.» Vormittag- 9 Uhr, in das Rathszimmer zu Ittendorf anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hiermit aufgefordert, etwaige Grunddienstbarkeiten, welche zu Gunsten ihrer Liegenschaften bestehen, unter Anführung der Rechtsurkunden dem Unterzeichneten in der Tagfahrt zum Eintrag in da» Lagerbuch auzu- melden. Ueberlingen, den 28. März 1892. Der Bezirksgeometer: Gärtner. «>.364. «arlsrnye. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Zu Tarif für den direkten Güterverkehr mit den badischen Uferstationen des Bodensee's im füdwestdeutschen Verbände vom 1- Oktober 1890 ist mit Giltigkeit vom 1. April l. I. der Nachtrag H i ausgegeben worden. Derselbe enthält l Aenderungen und Ergänzungen der ! Ausnahmetarife für bestimmte Stück- ! güter. ^ Karlsruhe, den 26. März 1892. ^ Namens der betheiligten Verwaltungen: Die Generaldirektion. S 353. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Aus Anlaß der in der Zeit vom IS. April bis 2. Mai l. I. einschließlich zw Karlsruhe stattsindenden Jubilaums- AnSstellung des Badischen Landes- Gartenbauvereins wird Fahrpreisermäßigung in der Weise bewilligt, daß jede während der Dauer dieser Ausstellung auf einer badischen Station gelöste einfache Fahrkarte nach Karlsruhe innerhalb der Giltigkeitsdaner einer entsprechenden Rückfahrkarte auch zur Rückreise benützt werde« kann, sofern sie in der Ausstellung mit einem hierzu bestimmten Stempel abgestcmpelt wurde- Soweit mit derartigen Fahrkarten Schnellzüge benützt werden wollen» ist der tarifmäßige SchnellzugSzufchlag je für Hin- und Rückfahrt besonders zu entrichten. Karlsruhe, den 24. März 1892 Generaldirektion. S.368. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Menbahnen. Für die Speisungseinrichtung iu Wilferdingen ist die Lieferung kneS freistehenden Wasserbehälters von 4,3 m Durchmesser. 2,8 m Höhe und 7 mm Blechstärke auf schmicdeifernem Gerüste von 5 w Höhe im ungefähren Gewichte von 11000 lcg nach dem Muster der in Rastatt und Bühl erstellten Wasser- thürme zu vergeben. Bewerber werden ersucht. Angebote bis spätestens den 10. April anher einzureichen. . Karlsruhe, den 26. März 1892. S.362. flür. 116. Mannheim. Bekanntmachung. Zur Aufstellung deS Lagerbnches für die Gemeinde Hohensachsen, Amt Weinheim, gemäß Landesherrlicher Verordnung vom 11. September 1883 ist Tagfahrt auf Samstag de« 2. April d. I. und die folgenden Tage, jeweils von Morgens 8 Uhr an, in das Rathhaus zu Hohensachsen änberaumt. Diejenigen Eigenthümer von Liegenschaften, zu deren Gunsten Grunddienstbarkeiten bestehen, «erden aufgefordert, diese unter Anführung der Rechtsnr- kunden dem Unterzeichneten Lagerbuch»' beamten in der Tagfahrt zu bezeichnen. Mannheim, den 27. März 1892. Leipf, Bezirksgeometer. Druck und Verlag der »rau n'scken Hofbuckdruckerei. (Mit einer Beilage).