Knrlsrilier Zeitung. Samstag, 28. Mai 146 . Expedition: Karl-Friedrichs-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltnng. Briesträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. ^ Nmtlicher Theil. Durch Verfügung des Königlichen Kriegsministeriums ist Folgendes bestimmt: Intendantur des 14. Armeecorps: Thielemaun, Jntendantur-Sekretariatsassistent, zur Corpsintendantur 4. Armeecorps versetzt. Hübner und Saß, Zahlmeisteraspiranten, alsBureau- diäcaren obiger Intendantur überwiesen. Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 27. Mai. Vorgestern sind die italienischen Kammern wieder zusammengetreten, um die ersten Erklärungen des neuen Ministerpräsidenten Giolitti übsr die von ihm beabsichtigte Politik entgegenzunehmen. Der Ministerpräsident entwickelte sein Programm zunächst in der Deputirtenkammer. Er führte aus, er werde sich bemühen, die Auferlegung neuer Lasten zu vermeiden nnd Reformen in allen öffentlichen Verwaltungen vorzunehmen) die militärischen Ausgaben würden auf das unabweisliche Maß beschränkt werden und 246 Millionen nicht übersteigen. Die außerordentlichen Ausgaben, welche aus der Fabrikation von Flinten erwachsen, sollen durch den stufenweisen, auf drei oder vier Jahre vertheilten Verkauf der im Staatsschätze aufbewahrten Bourbonenthaler bedeckt werden. Die zum Zwecke des Friedens abgeschlossenen Bündnißverträge und die herzliche Freundschaft mit allen Mächten würden es ermöglichen, darzuthun, daß Italien eine sichere Garantie für die Aufrechterhaltung des Friedens in Europa sei. Die Berathung des Budgets müsse allen übrigen Arbeiten vorhergehen, um ein provisorisches Budget zu vermeiden. Alsdann müsse die Berathung einer Reihe von Gesetzentwürfen vorgenommen werden, darunter die Handelsverträge mit der Schweiz, Bulgarien und Egypten, die außerordentlichen militärischen Ausgaben und die zu treffenden Maßnahmen für Rom und Neapel. Die Deputirtenkammer hörte die Rede des Ministerpräsidenten aufmerksam aber ohne Acußerungen des Beifalls an; dann unterbrach sie die Sitzung, bis Giolitti aus dem Senate, wo er die gleiche Erklärung abgab, zurückkehren würde. Im Senat kam es gleich im unmittelbaren Anschlüsse an die Rede Giolitti's zu einer Auseinandersetzung. Der Senat ist nämlich darüber verstimmt, daß sich unter den elf Ministern nur ein einziges Mitglied des Senats (der Marineminister San Bon) befindet, und der Senator Guarnieri gab dieser Mißstimmung Ausdruck. Er führte unter lebhafter Zustimmung des Hauses aus, die Zusammensetzung des Kabinets beeinträchtige das Recht des Senats, in einem entsprechenden Verhältniß an der Ausübung der ministeriellen Gewalt theilzunehmen. Giolitti betheuerte seine vollste Achtung vor dem Senate und sagte, hinsichtlich der Kabinetsbildung betrachte er beide Häuser des Parlaments als eine einzige Körperschaft. Das Ministerium Depretis habe einen Präzedenzfall für das jetzige Verhältniß geboten. Nachdem noch mehrere Senatoren gesprochen hatten, zog Guarnieri die von ihm beantragte Tagesordnung zurück, und Giolitti konnte nun in die Deputirtenkammer zurückkehren, wo die zweite Hälfte der Sitzung einen ziemlich bewegten Verlauf nahm. Jmbriani griff das Kabinet im ganzen und einzelne Minister im besonderen heftig an; für seine Aeußerung, das Kabinet befolge nicht den Willen des Landes, sondern die persönliche Politik des Königs, wurde er zur Ordnung gerufen. Jmbriani schloß seine Rede unter großem Lärm. Nach ihm kamen noch mehrere andere Abgeordnete zum Wort. Schließlich verlas der Erste Vicepräsident der Kammer ein Schreiben des Kammerpräsidenten Biancheri, in dem dieser ankündigt, daß er den Vorsitz niederlegen wolle. Auf Antrag des Ministerpräsidenten Giolitti beschloß die Kammer einstimmig, die Demission nicht anzunehmen. Es wiro nun abzuwarten sein, ob Biancheri nach diesem glänzenden Vertrauensbeweis der Kammer seinen Entschluß ändern wird; beharrt er auf seinem Rücktrittsgesuch, so wird die Regierung den oben erwähnten Villa, den Ersten Vicepräsidenten, für den Kammervorsitz in Vorschlag bringen. Von größerer Bedeutung als diese Krisis im Kammerpräsidium ist die Frage, wie die Deputirtenkammer sich zu dem Regierungsprogramm Giolitti's stellt, und in dieser Hinsicht ist zu bemerken, daß die telegraphischen Meldungen aus Rom übereinstimmend die Lage des Ministeriums als unsicher bezeichnen. Die Anhänger des Barons Nicotera, des früheren Ministers des Innern, der bei der letzten Kabinetsbildung ausgeschlossen wurde, vereinigen sich mit den radikalen Parteifreunden Cavallotti's zur Opposition, während die Haltung des Centrums noch ungewiß ist. Deutschland. * Berlin, 26. Mai. Seine Majestät der Kaiser hat, wie aus Pröckelwitz gemeldet wird, während der letztvergangenen Tage bei schönem Wetter täglich Pürsch- jagden abgehalten. Der Kaiser erledigt auch während feines Aufenthalts in Pröckelwitz täglich in gewohnter Weise die laufenden Regierungsangelegenheiten und nimmt die regelmäßigen Vorträge entgegen. So hatte sich gestern der Staatssekretär des Aeußern, Frhr. v. Marschall, zum Vortrag nach Pröckelwitz begeben. Soweit bekannt ist, gedenkt Seine Majestät erst am nächsten Sonntag Vormittag wieder im Neuen Palais einzutrcffen. — Ihre Königlichen Hoheiten der Er bgroßh erzog und die Erbgroßherzogin von Baden begaben sich gestern Mittag von hier nach Potsdam, um Ihrer Majestät der Kaiserin einen Besuch abzustatten. — Oberbürgermeister Or. Max v. Forckenbeck ist heute Nachmittag um 3'/« Uhr an einem Schlagflusse verschieden. (In der vorigen Nummer d. Bl. wurde schon berichtet, daß das Befinden des seit längerer Zeit leidenden Herrn v. Forckenbeck eine ernstliche Wendung genommen habe, doch durfte man hoffen, daß dem Leben des Genannten keine unmittelbare Gefahr drohe, zumal die Nationalzeitung gestern meldete, daß eine leichte Besserung eingetreten sei. Max v. Forckenbeck war am 21. Oktober 1821 in Münster geboren, wurde 1849 Rechtsanwalt in Mohrungen, später in Elbing. In Breslau wählte man ihn 1873 zum Oberbürgermeister und seit 1878 war er Oberbürgermeister in Berlin. An dem bedeutenden Aufschwung, den Berlin innerhalb der letzten 14 Jahre genommen hat, ist Forckenbeck wesentlich mitbetheligt gewesen. Seine parlamentarische Thätig- keit reicht in das Jahr 1858 zurück, in welchem er in das preußische Abgeordentenhaus eintrat. Er gehörte dem Abgeordnetenhause bis 1873, während der letzten acht Jahre als Präsident, an. Mitglied des Norddeutschen Reichstags wurde er 1867, des Deutschen Reichstags 1871. Auch im Reichstag führte er eine Zeit lang, von 1874 bis 1879, das Präsidium. Nach seinem Austritt aus dem preußischen Abgeordnetenhause, von 1874 an, war er Mitglied des preußischen Herrenhauses. Seine politische Neberzeugung war bekanntlich ein stark betonter Liberalismus. Er gehörte 1861 zu den Begründern der Fortschrittspartei, ebenso 1866 zu den Gründern der nationalliberalen Partei und trat 1884 zur freisinnigen Partei über.) — Die regelmäßige Sitzung des Bundesraths fand mit Rücksicht auf den Himmelfahrtstag schon gestern statt. Unter den Berathungsgegenständen befanden sich die Wahlen von Mitgliedern des Reichsbankkuratoriums, von nichtständigen Mitgliedern des Reichsversicherungsamtes und eines Mitglieds der Reichsschuldenkommission, sowie ein Gesetzentwurf über die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung. Der zuletzt erwähnte Entwurf trägt den mehrfach aus der Mitte des Reichstages kundgegebenen Wünschen Rechnung. Man wird sich erinnern, daß die letzte Rede, welche Feldmarschall Graf Moltke im Reichstage gehalten hat, diesem Gegenstand gewidmet war. Die „Berl. Polit. Nachr." berichten über den Inhalt des Gesetzentwurfs: Der Entwurf bestimmt, daß die gesetzliche Zeit in Deutschland die mittlere Sonnenzeit des 15. Längengrades östlich von Greenwich ist und daß das Gesetz mit dem Zeitpunkt in Kraft treten soll, in welchem nach der auf diese Weise festgesetzten Zeitbestimmung der 1. April 1893 beginnt. Der 15. Längengrad schneidet Deutschland nahezu in der geographischen Mitte; er zieht 6 Zeitminuten östlich von Berlin annähernd über Stargard, Sorau und Görlitz. Die Ostgrenze des Reichs ist 31 Minuten, die Westgrenze 36 Minuten von ihm entfernt. Mit diesem Gesetzentwurf wird beabsichtigt, die mitteleuropäische Zeit auch für das bürgerliche Leben in Deutschland einzuführen. Bekanntlich haben die preußische, die sächsische und hessische Regierung für die Eisenbahnen ihrer Landesgebiete angeordnet, daß mit dem 1. April 1893 auch im äußeren Dienst die mitteleuropäische Zeit zur Anwendung kommen soll, und kann demnach im allgemeinen die Einführung der Einheitszeit vom genannten Termine ab für die Eisenbahnen in Deutschland als abgeschlossen angesehen werden. Würde jedoch die Einführung der Einheitszeit auf den Eisenbahndienst beschränkt, so würde der Mißstand herbeigcführt werden, daß überall die Eisenbahnzeit von der für das gesammte bürgerliche Leben maßgebenden Ortszeit, abgesehen von den wenigen Orten, die der 15. Längengrad selbst durchzieht, mehr oder weniger abweicht. Dieser Umstand, dem bereits die Reichspostverwaltung durch die Annahme der mitteleuropäischen Zeit in den süddeutschen Landestheilen Rechnung getra gen hat, dürfte hauptsächlich für die Einbringung des erwähnten Gesetzentwurfs an den Bundesrath bestimmend gewesen sein. Es ist auch erwogen worden, ob es erforderlich sei. in den Gesetzentwurf eine Bestimmung aufzunehmen, durch welche dem Umstande Rechnung getragen würde, daß die veränderte Bestimmung der Zeit für den Erwerb oder Verlust von Rechten von Erheblichkeit sein kann. Die Erwägung hat jedoch zu einem negativen Ergebniß geführt. (Aus dem Bericht des Wolff'schen Bureaus über die gestrige Bundesrathssitzung geht hervor, daß der Bundesrath den Gesetzentwurf den Ausschüssen für Handel und Verkehr, für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und für Justizwesen zur Borberathung überwiesen hat) — Die Börsenenquetekommission hat sich am Dienstag vertagt, nachdem sie in der Zeit vom 9. bis 24. Mai zwölf Sitzungen von etwa je siebenstündiger Dauer abgehalten hat. In diesen Sitzungen sind — in verschiedene Gruppen getheilt — zusammen fünfzehn Sachverständige über den gesummten Inhalt des Fragebogens, soweit er die Effektenbörse betrifft, vernommen worden, und zwar neun aus Berlin und je einer aus Bremen, Breslau, Dresden, Hamburg, Leipzig, Stettin. Die Kommission wird sich am 13. Juni wieder versammeln nnd mit der Vernehmung von Sachverständigen, zunächst einigen aus den Kreisen der Presse, fortfahren. Auf den Wunsch eines Mitgliedes zeigte sich die Kommission geneigt, von Korporationen, Vereinen und selbst von Einzelpersonen, welchen besonders charakteristische Erfahrungen über wahrgenommene erhebliche Mißstände auf dem Gebiete des Börsenwesens zur Seite stehen, sowohl thatsächliche Mittheilungen wie Vorschläge zu praktischen Verbesserungen entgegenzunehmen. — Bei der gestrigen Sitzung des preußischen Staatsministeriums scheint es sich namentlich um die Frage des Landtagsschlusses gehandelt zu haben. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, legt die Regierung Werth darauf, daß das vorliegende Material, also die Gesetze über die Tertiärbahuen, über die Militäranwärter und über die Gehaltsregelung der nichtstaatlichen Lehrer an höheren Schulen, in dieser Session zur Erledigung gelangt. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben ferner zu der Sitzung des Staatsministeriums: „In der Absicht, den Abschluß der Landtagssession zu befördern, wird im Staatsministerium erwogen, ob nicht abweichend von der bisherigen Regel, nach der erst, wenn Beschlüsse des Plenums vorliegen, definitiv Stellung im Namen der Regierung genommen wird, schon über die Beschlüsse der Kommissionen zu den drei noch zur Verhandlung stehenden Gesetzen Beschluß zu fassen und demgemäß schon in der zweiten Lesung im Plenum definitiv Stellung zu nehmen sei. Man wird in der Annahme nicht fehlgehen, daß diese Frage in der Sitzung des Königlichen Staatsministeriums zur Berathung gestanden hat." — Die Revision des konservativen Parteiprogramms scheint bis zum Herbst, bis zum Zusammentritt des Reichstags verschoben zu sein. Die „Kreuzztg." schreibt: „Die einfache Thatsache, daß es sich um das Programm der deutschkonservativen Partei handelt, läßt es außer Zweifel, daß nicht eine einzelne parlamentarische Stelle, am wenigsten eine Fraktion eines Einzellandtages in dieser Frage eine Entscheidung treffen, daß dazu vielmehr nur die Organe der Gesammtpartei berufen sein können. Die eingehenden Berathungen der konservativen Fraktion des Abgeordnetenhauses konnten deshalb selbstverständlich nur den Zweck haben, die Angelegenheit in Fluß zu bringen." München, 26. Mai. Gestern haben beide Kammern des bayerischen Landtags die Arbeiten der gegenwärtigen Session zu Ende geführt und damit zugleich aller Voraussicht nach die laufende Legislaturperiode abgeschlossen. In der Abgeordnetenkammer wie im Reichs- rathe gaben die Präsidenten den üblichen Rückblick auf die Thätigkeit des Landtages. Am Samstag wird die Legislaturperiode in herkömmlicher Weise durch einen Landtagsabschied von Seiner Königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten feierlich geschlossen werden. Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Mai. Die erste Lesung der Valuta- vorlagen ist gestern im Abgeordetenhause zu Ende gediehen; die Vorlagen wurden einem Sonderausschüsse von 48 Mitgliedern zur Borberathung überwiesen. Der deutschliberale Abg. v. Plener hatte beantragt, daß die Borberathung der Vorlagen im Budgetausschusse zu erfolgen hätte, der hierfür um 12 Mitglieder zu vermehren wäre, die Mehrheit des Hauses schloß sich jedoch dem Vorschläge des Polonführers JaworSki an, der auf die Wahl eines besonderen Ausschusses abzielte. Belgien. Brüssel, 26. Mai. Die belgischen Blätter erörtern die verschiedenen Streitpunkte, die bei der Verfassungsrevision in Betracht kommen. Bei der Agitation für die Neuwahlen zur Konstituante, die über die Einzelheiten dieser Verfassungsrevision die Entscheidung treffen soll, wird die Frage des allgemeinen Stimmrechts die hauptsächliche Rolle spielen. Auf diesem Gebiete ist nun Einigkeit zwischen den gemäßigten und den fortgeschrittenen Liberalen erzielt. In einer eigenthümlichen Lage befinden sich die Klerikalen, die in die Lage kommen werden, gegen das aus ihren eigenen Parteigenossen zusammengesetzte Ministerium Beernaert Front zu machen. Zeigt sich doch, daß ein Theil der ultramontanen Abgeordneten des königlichen Referendums in die Verfassung unzufrieden sind. Dieses Referendum soll darin bestehen, daß der König, ehe eine wichtige Vorlage im Parlamente eingebracht wird, diese dem Lande zur Genehmigung unterbreiten kann oder gegdn einen von den Kammern bereits angenommenen Gesetzentwurf ebenfalls an das Land appelliren darf. Die Klerikalen hegen die Besorgniß, daß die Liberalen aus einer derartigen neuen Einrichtung Nutzen ziehen würden. Am Dienstag fand nun in dem Wahlkreise des Ministerpräsidenten Beernaert, in Thielt, eine Versammlung der Konservativen statt. Die Versammlung sprach ihre Zustimmung zu der Haltung der Deputaten und Senatoren aus, welche entschieden gegen das Referendum Stellung genommen haben. DerMinisterpräsident Beernaert wohnte der Versammlung nicht bei, erschien jedoch bei dem darauffolgenden Festmahl und hielt eine Rede zu Gunsten der Vertretung der bäuerlichen Bevölkerung in der Repräsentantenkammer. Die Referendumsfrage berührte Beernaert in seiner Rede aber nicht. Da Beernaert sich jedoch in der Kammer für das Referendum ausgesprochen hat, droht ein Konflikt zwischen dem Ministerium und denjenigen Abgeordneten, die in der neuen Kammer der Losung gegen das Referendum Folge leisten werden. Dänemark. Kopenhagen. 26.' Mai. Unter de» Festgaben, welche Ihren Majestäten dem König und der Königin von Dänemark zur Feier ihrer goldenen Hochzeit dargebracht wurden, befindet sich ein von dem Deutschen Kaiser gespendeter prachtvoller Kronleuchter, sowie eine marmorne Engelsstatue, als Geschenk des Prinzen von Wales. Der russische Oberhofmarschall Graf Golenitschew-Kutusow spendete ein Brod, an welchem ein prachtvoll gearbeitetes goldenes Salzfaß angebracht ist. Die Deputation des Thüringischen Ulanenregiments Nr. 6 überreichte ein Gemälde, welches das Regiment zu Pferde darstellt. König Christian ist der Chef dieses Regiments, das zur goldenen Hochzeitsfeier eine Deputation nach Kopenhagen gesandt hat. Die Deputation besteht aus dem Regimentskommandeur Oberst von Wenden, dem Rittmeister von Blumenthal und dem Secondelieutenant Brauer. Vom Bischof Müller in Berthelsdorf bei Herrnhut ist eine Adresse ringelaufen und Hofkapellmeister Lassen in Weimar schickte eigenhändig geschriebene Liederkompositionen. Gestern Abend fand im Palais eine große Galatafel zu 150 Gedecken statt. Der Kaiser von Rußland führte die Königin von Dänemark, der König Christian die Kaiserin von Rußland, der König von Griechenland die Herzogin von Cumberland, der Herzog von Cnmberland die Kronprinzessin von Griechenland, der russische Großfürst-Thronfolger die dänische Kronprinzessin, der griechische Kronprinz die Prinzessin Waldemar, der Großherzog von Luxemburg die Großfürstin Xenia, der Erzherzog Friedrich von Oesterreich die Prinzessin Marie von Griechenland. Der Kaiser von Rußland brachte den Toast auf das dänische Königspaar aus. Nach Beendigung des Diners fand beim Kronprinzen eine Soiree statt. In den Straßen der Stadt, welche aufs herrlichste geschmückt war und in elekrischem Lichte erstrahlte, drängte sich eine zahlreiche Menschemenge. Heute Nachmittag war Familientafel beim Kronprinzen und Abends Festvorstellung im Hoftheater, wo die Oper „Die Hexe" aufgesührt wurde. Die glänzende Illumination der Stadt und des Hafens wurde heute wiederholt; auch die auf der Rhede liegenden Schiffe erstrahlten im Lichterglanz, Eine ungeheure Menschenmenge erfüllte die Straßen. Es ist die Rede von einer Verlobung der Prinzessin Luise mit dem Erbgroßherzog von Luxemburg. (Prinzessin Luise ist die Zweitälteste Tochter des dänischen Kronprinzenpaares. und am 17. Februar 1875 geboren. Der Erbgroßherzog Wilhelm von Luxemburg ist am 22. April 1852 geboren.) Rumänien. Bukarest, 25. Mai. Die Deputirtenkammer beschloß heute mit großer Majorität, in die Spezialdebatte über die landwirthschaftlichen Kredite einzutreten. (Es handelt sich um die schon erwähnte Vorlage, durch welche das Gesetz über den Verkauf von Staatsdomänen an Bauern ergänzt und Zahlungserleichterungen eingeführt werden sollen. Nach brieflichen Mittheilungen aus Bukarest sollen die landwirthschaftlichen Borschußkassen, die unter dem nationalliberalen Regime als Mittelding zwischen Staatsinstitut und Aktiengesellschaft in's Leben gerufen wurden, zu einer Staatsanstalt in dem Sinne umgewandelt werden, daß der Staat nicht allein das zur Befriedigung der Kreditbedürfnisse des Bauernstandes erforderliche Kapital garantirt, sondern auch die gesummte Leitung des landwirthschaftlichen Vorschußwesens in der Hand behält. Zweck dieser Reform ist, das Dorschuß- geschäft im Interesse der bäuerlichen Kreditnehmer möglichst zu vereinfachen; dann aber soll auch die Gefahr beseitigt werden, daß die nach dem bisherigen Statut auch auf Privatpersonen übertragbaren Antheilscheine der landwirthschaftlichen Vorschußkaffen vorwiegend Eigenthum politischer Parteien oder einzelner Finanzgruppen werden und von diesen in einem parteipolitischen oder spekulativen Sinne benützt werden können. Jener Theil der altkonservativen Großgrundbesitzer, der aus den Gesetzesvorschlägen zur Hebung des Bauernstandes einen Angriff auf ihre privilcgirte Stellung als Feudalherren erblickt, ist natürlich gegen die Reform der landwirthschaftlichen Kreditkassen. Daraus erklär cs sich, daß in der letzten Sitzung der Deputirtenkammer der Versuch gemacht wurde, die Berathung der Vorlage hinauszuschieben. Eine solche Verschiebung der Diskussion hätte die nothwendige Folge gehabt, daß die Vorlage in der gegenwärtigen Tagung der rumänischen Deputirtenkammer überhaupt nicht mehr zur Erledigung gelangt wäre, da die Session am Freitag geschlossen werden soll. Die Mehrheit der Kammer stimmte aber dem Verlangen der Regierung auf unverzügliche Erledigung des Gegenstandes zu. Der Minister des Auswärtigen, Lahovory, rechtfertigte in der Sitzung vom 25. Mai die Regierungsvorlage. Er wies den Vorwurf der Altkonservativen zurück, daß die Regierung den Staatssozialismus wolle; allein in Rumänien hänge das Gedeihen jeder Institution von der Intervention des Staates ab. Hierauf erklärte der Finauzminister Stirbey die Befürchtung wegen eines Defizits für unbegründet.) Badischer Landtag. § Karlsruhe, 25. Mai. 85. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. (Schluß aus der heutigen 2. Beilage.) Sodann erstattet Abg. Keller Bericht über die Bitte des Eisenbahnkomitö's für das Feuerbachthalprojekt, den Bau einer normalspurigen Eisenbahn von Kandern nach Efringen betreffend. In der Petition werde ausgeführt, daß eine Verbindung Kanderns mit der Hauptbahn durch das Feuerbachthal billiger und rentabler sei als eine solche durch das Kanderthal. Zur Begründung werde unter anderem geltend gemacht, vaß diese Strecke kürzer sei und daß das Gelände vortheilhaftcr erworben werden könne als bei letzterer. Die Kommission könne jedoch die vorgebrachten Gründe nicht als stichhaltig anerkennen, um so mehr, als Kandern, der Hauptort, der iu Betracht komme, sich für den Anschluß in Hallingen erklärt, habe. Sie stelle daher Antrag auf Üebergang zur Tagesordnung. Es kommt ein Gegenantrag, unterzeichnet von Abg. Schüler u. Gen., ein, auf Ueberweisung der Bitte an die Regierung zur Kenntniß. Abg. Schüler begründet seinen Antrag wie folgt: Bereits vor 2 Jahren habe dem Landtag eine Petition gleichen Inhalts Vorgelegen, die der Regierung zur Kennt- nißnahme überwiesen worden sei. Mit seinem jetzigen Antrag bezwecke er, die Eisenbahnverwaltnng zu veranlassen, nochmals auf eine nähere Prüfung beider Projekte cinzugehen. Seiner Ansicht nach sei die Linie durch das Feuerbachthal die billigere und rentablere, weil sie etwas kürzer sei, weniger technische Schwierigkeiten biete und in Efringen ohne weitere Umbauten an die Hauptbahn an- geschlossen werden könne. Ferner bewege sich der Verkehr Kanderns und seiner Umgebung hauptsächlich in dieser Richtung. Er glaube daher, daß diese Linie den Vorzug vor der Linie Kandern-Haltingen verdiene, und bitte, seinem Antrag zuzustimmen. Abg. Fieser glaubt, das Haus sei nicht in der Lage, diesen Antrag anzunehmen, nachdem man die mit der vorliegenden konkurrirende Bitte umSubventionirung einer Bahn Kandern-Haltingen der Negierung empfehlend überwiesen habe. Damit sei auch über die jetzige Bitte bereits entschieden worden und es gehe nicht an, daß der Landtag nunmehr eine mit seiner früheren in Widerspruch stehende Entschließung treffe. Abg. Schüler ist nicht dieser Ansicht und bemerkt, daß die Petition des Komite's für das Feuerbachthalprojekt seiner Abwesenheit in Berlin wegen nicht schon bei der Berathung des Kanderer Projekts zur Kenntniß des Hauses habe bringen können. Abg. Pfefferle thcilt die Auffassung des Abg. Fieser, daß der Beschluß der Kammer über das Projekt durch das Kanderthal nicht durch Annahme des Schuler'schen Antrags in Frage gestellt werden dürfe. Die Entscheidung sei nach seiner Ueberzeugung auch nicht anders ausgefallen, wenn die gegenwärtige Petition dem Landtag damals schon Vorgelegen wäre. Abg. Reichert tritt gleichfalls für den Kommissions- antrag ein. Abg. Fieser bemerkt, die Frage des Anschlusses von Kandern an die Hauptbahn nach beiden Projekten sei s. Zt. genau abgewogen worden. Wenn es auch bedauerlich sei, daß die Petenten nun nicht mehr weiter berücksichtigt werden könnten, so bleibe doch nach Lage des Falles nichts anderes übrig. Abg. Birkenmayer, der den Schuler'schen Antrag mitunterzeichnet hat, gibt zu, daß derselbe unter den obwaltenden Umständen keinen großen Zweck mehr habe. Geh. Oberfinanzrath Zittel kann die Ausführungen des Abg. Fieser in vollem Umfange bestätigen. Die Frage, ob die Anschlußlinie besser durch das Feuerbachthal oder durch das Kanderthal geführt werde, sei in der Kommission für Eisenbahnen und Straßen s. Zt. einer eingehenden Prüfung unterzogen worden und man habe sich für letzteres entschiede». Die Stadt Kandern habe sich bestimmt für das Projekt Kandern-Haltingen ausgesprochen und nur für diese Linie ihren Beitrag von 80 000 M. zugcsagt. Für das andere Projekt seien weder Beiträge in gleicher Höhe zugesichert, noch sei ein Unternehmer dafür vorhanden. Auch die Regierung habe die Frage, welche der beiden Linien den Vorzug verdiene, ernstlicherwogen. Die angestelltenUntersuchungen hätten ergeben, daß die technischen Verhältnisse bei dem Feuerbachthalprojekt keineswegs günstiger lägen als bei jenem durch das Kanderthal, wie in der Petition behauptet werde, sondern umgekehrt, und daß daher auch die Herstellung nicht billiger zu stehen komme, auch seien die Betriebsverhältnisse bei dem elfteren Projekt der zu überwindenden Steigungen wegen weniger günstig. Zudem bewege sich der Verkehr des Kanderthals vorzugsweise in der Richtung nach Lörrach und Basel, weßhalb die Verbindung mit Haltingen als die natürliche bezeichnet werden müsse. Somit sprächen alle in Betracht kommenden Faktoren für dieses Projekt. Es habe daher keinen Sinn, in die Verhandlungen über die Erstellung der Bahn noch ein zweites Projekt hineinzuwerfen, womit man höchstens die Ausführung des ersteren verzögern werde. Nachdem der Abg. Schüler seinen Antrag als aussichtslos zurückgezogen, wird der Antrag der Kommission angenommen. Schluß der Sitzung 12'/? Uhr. » Karlsruhe, 27. Mai. 23. öffentliche Sitzung der Erste» Kammer. (Vorläufiger Bericht.) Unter dein Vorsitze des ersten Vicepräsidenten Frhrn. Franz v. Bo dm an wird die Sitzung kurz nach 10 Uhr Vormittags eröffnet. Am Regierungstische: Finanzminister 1)r. Ell statt er, Ministerialrath Göller, später Geh. Oberfinanzrath Zittel. Nach Mittheilungen neuer Einlaufe tritt das Hohe Haus ein in die Berathung des Kommissionsberichts über den Gesetzentwurf die Katastricung des neu angelegten Rebgeländes betr. Nächst dem Berichterstatter, Frhr. Feld. v. Bodman, ergreift hiezu Ministerialrath Göller das Wort. Der Antrag der Kommission: „Hohe Erste Kammer möge 1. den vorliegenden Entwurf nach den Beschlüsse» der Zweiten Kammer annehmen, und 2. die Bittschrift des Oberbadischen Weinbauver- eins für erledigt erklären", wird einstimmig angenommen. Zur Berathung des Kommissionsberichts über den Gesetzentwurf die Abänderung des Weinsteuergesctzes betr. spricht als Berichterstatter Geh. Kommerzienrath Diffene. Der Kommissionsantrag ans Genehmigung der Regierungsanträge wird hierauf ohne weitere Diskussion einstimmig angenommen. Zur Berathung des Kommissionsberichts über die Petition des Badischen Gastwirthsverbands , die Aushebung des sog. Ohmgeldes betr., stellt als Berichterstatter Geh. Kommerzienrath Dissens, unter Hinweisung auf den gedruckten Kommissionsbericht den Antrag auf Üebergang zur Tagesordnung; dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Es werden weiter berathen die Berichte der Kommission für Eisenbahnen und Straßen über die Bitten: a. der Städte Staufen und Sulzburg, die Erbauung einer normalspurigen Nebenbahn von Krozingen über Staufen nach Sulzburg betr.; Berichterstatter: Graf v. Hennin; b. des Lokalbahnkomits's Bühlerthal u. a., den Bau einer Nebenbahn von Bühl nach Bühlerthal betr.; Berichterstatter: Kommerzienrath Sander; c. der Gemeinde Singen bei Radolfzell u. a., die Erstellung eines Bahnübergangs auf der Station Singen betr.; Berichterstatter: Frhr. v. Hornstein: <1. der Gemeinden Jestetten und Lottstetten, den Bau einer Eisenbahn von Bülach nach Schaffhausen betr.; Berichterstatter: Frhr. v. Hornstein. Es ergreift das Wort außer den jeweiligen Berichterstattern Geh. Rath Haas und Präsident Wielandt zu Lit. 6. und seitens der Großh. Regierung zu Lit. a., cl. dieser Petitionen Geh. Obcrfinanzrath Zittel. Die Petition zu Lit. a. wird dem Koinmissionsantrage entsprechend einstimmig empfehlend der Großh. Regierung überwiesen. Die Petition zu Lit. b. wird dem Kommissionsantragc entsprechend einstimmig der Großh. Regierung zur Kennt- nißnahme überwiesen. Die Petition Lit. c. wird mit 6 gegen 5 Stimmen dem Kommissionsailtrag entsprechend der Großh. Negierung empfehlend überwiesen. Hinsichtlich der Petition Lit. «1 wird der Kommissions- antrag auf Ueberweisung zur Kemttnißnahme abgelehnt und der von Präsident Wielandt gestellte und von Geh. Rath Haas unterstützte Antrag auf Üebergang zur Tagesordnung angenommen. Nach Anberaumung der nächsten Sitzung auf Samstag den 28. Mai. Vormittags 10 Uhr, wird die heutige Sitzung gegen 12 Uhr geschlossen. * Karlsruhe, 27. Mai. 86. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer unter dem Vorsitze des Präsidenten Lamey, später des II. Vicepräsidenten Friderich. Am Regierungstisch: Finanzminister vr. Ellstätter, Wirkt. Geh. Rath vr. Nokk, Geh. Oberregierungsrath Or. v. Jagemann. Nachdem der Vorsitzende zwei Petitionen zur Kennt- niß des Hauses gebracht hat, legt Finanzminister vr. Ellstätter in Allerhöchstem Aufträge folgende Gesetzentwürfe vor: 1. betreffend die Abänderung des Gesetzes vom 22. Jun^ 1890 über die Erbauung einer Lokalbahn von Etten- heimmünster an den Rhein; 2. betreffend die Abänderung des Gesetzes vom 29. März 1890 über die Erbauung einer Nebenbahn von Gernsbach nach Weisenbach; 3. betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Staatshaushaltsetat für die Jahre 1892 und 1893. Außerdem bringt der Finanzminister zur Vorlage ein Uebereinkommen zwischen dem Reich und Baden vom 23. Mai d. I., betreffend die Herstellung der im Interesse der Landesvertheidigung erforderlichen Eisenbahnverbindung zwischen Rvschwoog und Karlsruhe und über- reicht dem Präsiden!,:« ein Schreiben, betreffend einen j Nachtrag zum Gehalts- und Wohnungsgeldetat der Eisen- bahnbetriebsverwaltsng für die Jahre 1892 und 1893. Sodann wird seitens des Präsidenten des Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts der Entwurf eines Gesetzes, betreffend Nachtrag zu dem Gesetze über die Feststellung des Staatshaushaltsetats für die Jahre 1892 und 1893 (Nachtrag zu Titel Vlll, U, außerordentlicher Etat, 1a katholischer Kultus) der Kammer zur Berathung und Zustimmung vorgelegt Nach dem hierauf erfolgten Eintritt in die Tagesordnung sprechen zu dem Anträge des Abg. v. Buol und Gen., betreffend Abänderung bezw. Aufhebung der Gesetze vom 9 Oktober 1860 und vom 2. April 1872, die Abgg. v. Buol, Muser, Kiefer, Rüdt, Marke, Lamcy und seitens der Großh. Regierung Wirk!. Geh. Rath vr. Nokk. Schluß der Sitzung Uhr. Die Berathung über den Antrag v. Buol u, Gen. wird morgen 9 Uhr fortgesetzt werden. (Ausführlicher Bericht folgt.) T Karlsruhe, 27. Mai. 24. öffentliche Sitzung der Ersten Kammer. Tagesordnung auf Samstag den 28. Mai, Vormittags 10 Uhr: 1. Anzeige neuer Eingaben. 2. Berathung der Berichte der Budgetkommission: a. über den Nachtrag zu dem Gesetzentwürfe die Fest stellung des Staatshaushalts für 1892 und 1893 betr.; Berichterstatter: Führ. E. A. v. Göler; b. über den Gesetzentwurf die Feststellung des Staatshaushaltsetats für 1892 und 1893 betr.; Berichterstatter: Frhr. E. A. v. Göler; e. über den Vollzug des Etatgesetzes, insbesondere die Artikel 28 und 29 desselben betr; Berichterstatter: Geh. Hofrath vr. Engl er. Z. Berathung des Berichts der Kommission für Justiz und Verwaltung über den Gesetzentwurf die Abänderung einiger Bestimmungen der Gemeinde- und Städteordnung betr.; Berichterstatter: Geh. Rath Haas. » Karlsruhe, 27. Mai. ^7. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Tagesordnung auf Samstag den 28. Mai, Vormittags 9 Uhr: 1. Anzeige neuer Eingaben. 2. Fortsetzung der Berathung über den Antrag des Abg. v. Buol u. Ge».., die Einführung religiöser Orden im Großherzogthüm Baden betr. 3. Berathung des Berichts der Kommission über den Antrag oes Abg. Muser u. Gen., die staatliche Entschädigung außer Verfolgung gesetzter Angeschuldigter und freigesprochener Angeklagter betr.; Berichterstatter: Abg. Birken inaher. Verhandlungen des Badischen Tändlnirth- schaflsrathes. lieber die Herausgabe von Plänen für l a n d w ir t h s ch a f t- liche Oeko n omie g eb äud c liegt eine Denkschrift von Großh. Ministerium des Innern vor, an der Erörterung, deren Ergebniß sammt den Anträgen der Referenten der Großh Regierung zu sachdienlicher weiterer Verwendung unterbreitet wird, bethciligteu sich außer den Referenten Frank und Junghanns noch Obermgemeur Lubbergcr, Dreher. Frhr- von Hornstein, Ries und Oberrcgierungsrath Ur. Lydtin- Auch über die Errichtung von Rebschulen und die Abgabe von künstlichen Düngern liegt eine Denkschrift Großh- Ministeriums des Innern vor, sowie ein gedrucktes Referat des Berichterstatters Frhrn. von B»dman- Außer dem Letzteren und den Korreferenten Blankenborn und Dreher nahmen an der Besprechung des Gegenstandes noch Basler, un, Würtenberger, Geh. Hofrath Prof vr. Ncßlerd Meyer, Wittmer „ Nopp und Frhr. von Hornstein Theil- Nach dem Ergebniß der Berathung sind die in der Denkschrift der Großh. Regierung ausgestellten Grundsätze ihrem ganzen wesentlichen Inhalte nach vom Landwirthschaftsrath, gebilligt. Außerdem empfahl der Lankwirthschaftsrath der Großh. Regierung in Erwägung zu ziehen, ob nicht eine Aen- derung des Wcinsteuergesetzcs in der Richtung sich ermöglichen lasse, daß größere Weinproduzenten den Most an kleinere Produzenten der nämlichen oder benachbarter Gemeinden steuerfrei einlegen könnten. Zur Bekämpfung des Rauschbrandes liegt ebenfalls eine ausführliche Denkschrift des Großh. Ministeriums des Innern und gedruckte Berichte der Referenten Föhlisch und Brandenburg vor- An der Besprechung betheiligten sich außer den Letzteren: Stein, Oberregierungsrath vr.Lydtin, Meyer, mit dem Er- gcbniß, daß derLandwirthschaftsrath sich für Impfung in den vom Ministerium des Innern bezeichnten Gemeinden auf Kosten der Gemeinschaft der Viehbesitzer des Landes und für ' s Entschädigung seit einem Jahre ungcimvft gefallener und ^5 Entschädigung gefallener geimpfter Thicre ausspricht- Die Hereinziehung der Schaafe zur Milzbrandversicherung wird von der Versammlung mit großer Mehrheit abgelehnt Herr Ministerialrath Buchenbcrgcr lenkt sodann die Aufmerksamkeit des Landwirthschaftrathes auf die in den östlichen Provinzen von Preußen, namentlich Posen und Schlesien, im Gang befindliche Kolonisation und bemerkt, daß im Hinblick auf mehrfach bei Großh. Ministerium des Innern cinlausende Gesuche beabsichtigt sei, eine Kommission von Sachverständigen auf Kosten der badischen Regierung in die Ansiedlungsbezirke zu entsenden, um festzustellen, ob dieselben für badische Ansiedler geeignet erscheinen. Es wird ersucht, daß Mitglieder des Landwirthschafts- rathes, welche Lust hätten, sich an einer derartigen Reise zu betheiligen, sich beim Präsidenten des Landwirtschaftrathes melden möchten. Die Reise wird etwa 14 Tage bis 3 Wochen in Anspruch nehmen und im Laufe des Sommers stattzufinden haben- Bei Berathung über 1l 7 der Tagesordnung (Heimstätten- frage) hält der Lendwirthschaftsrarh eine noch bessere Orien- tirung in der sehr weittragenden Frage für geboten und beschließt daher eine Kommission von sechs Mitgliedern mit dem Rechte der Kooptation zu ernennen behufs eingehender Berathung der Frage und der Berichterstattung für die nächste Sitzung des Landwirthschaftrathes- In die Kommission werden gewählt: Scipio, Frhr. von Hornstein, Frhr. von Bodman, Klein, Stein und Frank. Es wird voch beantragt und beschlossen, eine Kommission aus sieben Mitgliedern zn erwählen, welche sich mit der Großh- Regierung über einen gemeinschaftlichen Bezug von Zuchtsauen aus dem Simmenthale verständigen. Beabsichtigt ist, diesen Bezog nur denjenigen Kreisen, Gau- verbändeu und Gemeinden zu verschaffen, welche denselben freiwillig wünschen. In diese Kommission wurden durch Akklamation gewählt: Frhr. von Hornstein. Hcitzmann, Frank, Stein, Drechsler, Direktor Burghard und Basler- Zum Badischen Eisenbahnrath wurde gewählt als Vertreter: Prof- Klein und Frhr. von Hornstein, als Ersatzmänner Frank und Stein und von den Gauvertretern wurden zum Deutschen Landwitthschaftsrath gewählt als Vertreter: Ministerialrath Buchenberger und Oberrcgierungsrath Lydtin, als Stellvertreter: Frank und Wittmer- Damit sind die dem Badischen Landwirtdschaftsrathe für diese Tagung gestellten Aufgaben erledigt und der Vorsitzende schließt die Versammlung mit einem freudig aufgenonimenen dreifachen Hoch auf den Durchlauchtigsten Protektor drs Landwirtschaftlichen Vereins, Seine Königliche Hoheit den Großherzog Friedrich von Baden- Großherzogthüm Kaden. Karlsruhe, den 27. Mai. Ihre Majestäten die Königin und die Königin-Regentin der Niederlande hatten die Absicht, Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und die Großherzogin am Mittwoch in Schloß Baden zu besuchen. Am Donnerstag Nachmittag fuhren Ihre Königlichen Hoheiten nach Sand, um Ihren Majestäten einen Abschiedsbesuch abzustatten. Höchstdieselben trafen gegen 7 Uhr daselbst ein und folgten einer Einladung Ihrer Majestäten zum Abendessen. Die Rückkehr nach Schloß Baden erfolgte Nachts 11 Uhr. Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen ist vorigen Montag von Rom nach Turin abgereist, wo Höchstdieselbe am Dienstag ankam. Das inzwischen eingetretene warme Wetter gestattete Ihrer Königlichen Hoheit die weitere Heimreise. Heute Mittag 14/r Uhr traf Ihre Königliche Hoheit wohlbehalten auf Schloß Baden ein. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Grsßherzogin fuhren Höchstder- selben bis Oos entgegen. Auf dem Bahnhof in Baden waren zur Begrüßung anwesend Ihre Kaiserlichen Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Leuchtenberg; ferner die Hofdame Freiin von Schönau, der Flügeladjutant Major Freiherr von Schönau unv der Geheime Regierungsrath I)r. Reinhard. Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin hat die ermüdende Reise gut bestanden und sieht vortrefflich aus; Höchstdieselbe ist begleitet von der Baronin Alströmer, der Hofdame Fräulein von Cederström, dem Kammerherrn Baron Thott und dem Arzt vr. Lundberg. Ihre Majestäten die Königin und die Königin-Regentin der Niederlande verlassen Sand morgen Vormittag und besteigen Mittags 12 Uhr einen Extrazug in Bühl. In Bruchsal treffen Ihre Majestäten mit Seiner Majestät dem König von Württemberg zusammen, Allerhöchst- welcher Ihre Majestäten bis Heidelberg begleitet, wo die Allerhöchsten Herrschaften einige Stunden verweilen werden. Abends 7 Uhr gedenken die Niederländischen Majestäten nach Frankfurt und von dort nach Potsdam zum Besuch des Kaiserlichen Hofes wciterzureisen. Seine Majestät der König von Württemberg kehrt von Heidelberg nach Stuttgart zurück. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin werden vorerst bis nach Pfingsten mit Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Schweden und Norwegen auf Schloß Baden bleiben; alsdann gedenken die Hohen Herrschaften für einige Tage nach Karlsruhe zu kommen, wo Höchstdieselben den Besuch Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Württemberg erwarten und später zu längerem Aufenthalt nach Schloß Baden zurückzukehren. * (Brand.) Heute Früh 4 Uhr ertönte die Sturmglocke. Im Hintergebäude des Hauses Marienstraße 38 war auf eine bis jetzt noch nicht ganz aufgeklärte Weise Feuer ausgebrochen, doch konnte dasselbe bald wieder bewältigt werden. Die Ehefrau eines Fabrikarbeiters wurde wegen Verdachts der Brandstiftung Früh '/r? Uhr verhaftet. * (Ein Einbruchsdieb st ah l) wurde in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in der Weinstube zu den „Vier Jahreszeiten" verübt. Die Diebe brachen auf der Straße die Eisenvergitterung an einem Kellcrfcnstcr auf und drangen in den Keller ein, aus dem sie sowohl Faß- wir Flaschenweine entwendeten. Der Umstand, daß in dem gegenüber liegenden „Cafe Bauer" die ganze Nackt hindurch noch Gäste verkehrten, gibt diesem Einbruch den Charakter einer besonders frechen That. x/Heidelberg, 26. Mai. (Die Bäckcreiausstellung) wird am 31. Juti beginnen. Das Festprogramm sür den Ver- bandstag der Freien Deutschen Bäckcrgenoffenschast umfaßt mehrere Tage. Gelegentlich einer geplanten Neckarfahrt wird am 2. August eine Schloßbeleuchtung stattfinden. * Tribcrg, 26. Mai. (Der hiesige Bürgerausschuß) genehmigte 88 000 M. zum Bau eines SckulhauseS und 19 500 M. für den Bau einer Turn- und Festhalle. Vorsitzirdenes. * Leipzig, 26. Mai. (Das Denkmal) sür den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdh wurde heute Vormittag im Beisein der noch lebenden Mitglieder der Mendelssohn'schen Familie feierlich enthüllt. * Heilbrouu, 26. Mai. (Prozeß Hegelmaier) Zu dem in Nr- 142 der „Karlsruher Zeitung" erschienenen Bericht über die Gerichtsverhandlung gegen den seines Amtes entsetzten Bürgermeister Hegelmaicr ist berichtigend nachzutragen, daß der Mitangeklagte Füger nicht Stadtpfarrer, sondern Stadtpfleger ist. Wie schon berichtet, sind beide Angeklagte frcigespro- chen worden. Neueste Telegramme. Berlin, 27. Mai. In der heutigen Sitzung des Ma- gistrats machte Stabtralh Zelle Mittheilung vom Tode des Oberbürgermeisters vr. v. Forckendeck. Die Sitzung wurde darauf sofort geschlossen. Die Beerdigung wird voraussichtlich am Montag auf städtische Kosten erfolgen. Berlin. 27. Mai. In dem Prozeß Polke fand heute das Plaidoyer des Staatsanwalts statt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten drei Jahre Gefängniß. fünf Jahre Ehrenverlust und eine entsprechende Geldstrafe. Berlin, 27. Mai. Das „Tageblatt" meldet aus Sansibar, der Richter Sonnenschein habe 17 Araber, welche bei Lindi regelrechten Sklavenhandel abhielten, zum Tode durch Hängen verurtheilt. Köln, 27. Mai. Die „Volkszeitung" veröffentlicht einen aus Bukoba am Viktoriasee eingetroffenen Bericht aus Uganda. Der Brief ist von dem aus Uganda vertriebenen apostolischen Vikar Hirsch geschrieben und handelt über die Wirren in Uganda. Er ist vom 10. Februar datirt und besagt, daß Kapitän Lugard im Januar aus Unioro zurückgekehrt sei. Lugard habe in Unioro die alten türkischen Truppen Emin Pascha's getroffen, die sich auf dem Wege nach Bukoba befanden, wohin Emin sie schickte. Der Kampf in Uganda sei am 24. Januar ausgebrochen. Die Protestanten hätten das Schießen eröffnet, die Katholiken hätten auf das Feuer geantwortet, seien aber wegen Munitionsmangel unterlegen. (Unioro liegt im Süden von Emin Pascha's Provinz zwischen dem Albertseeund Uganda.) Rom, 27. Mai. In der Deputirtcvkammer ist ein vom Abgeordneten Bacelli eingebrachtes Vertrauensvotum mit 169 gegen 160 Stimmen angenommen. 38 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. (Vergleiche die Mittheilung an der Spitze des nichtamtlichen Theils.) Rom. 27. Mai. (Spätere Meldung.) Der Mimsterrath trat heute Vormittag zusammen und berieth anderthalb Stunden lang über die durch die Kammerabstimmung (das heißt durch die geringe Mehrheit, die das Vertrauensvotum genehmigte) geschaffene Lage. Alsdann hielt Gio- litti dem Könige Vortrag. Vor der heutigen Kammersitzung findet abermals eine Sitzung des Ministerraths statt. Rom, 27. Mai. (Schlußdepesche.) Giolitti erklärte in der Kammer, er habe dem König seine Demission angeboren, die der König ablehnte; Giolitti verlangte darauf die Bewilligung eines provisorischen Budgets. Die Erklärung wird allgemein als Ankündigung aufgefaßt, daß Neuwahlen bevorstehen. Konstantinopel, 27. Mai. Gestern Nachmittag wurde das neue Geschäftshaus der Ottomanischen Bank in Gegenwart des Finanzministers, eines Adjutanten des Sultans und der Mitglieder des diplomatischen Corps eingeweiht. Direktor Vincent sprach über die Fortschritte der Bank, der Finanzminister gedachte mit Anerkennung der Verdienste des Direktors Vincent. Der Vorstand der Buchhaltung, Wülfing, wurde zum dritten Direktor der Bank ernannt. Grohtzersvglichrs Hvfthraler. Sonntag, 29. Mai. 75. Ab.-Borst.: „Die Kinder des Kapitän Grant" , Schauspiel in 8 Bildern von Jules Berne und R. Derinery. Deutsch von R. Schelcher. Anfang 6 Uhr. Bei dieser Vorstellung ist es gestattet, daß eine erwachsene Person ihren Platz mit einem Kinde tbeilt, oder daß für zwei Kinder nur eine Eintrittskarte gelöst wird. Karlsruhe. Auszug aus dem Staudrsduch-Kegister. Eheaufgeb 0 t. 27. Mai. Karl Mohr von Münzeshciw, Taglöhncr hier, mit Johanne Selter von Eschenau. Tvdessätle. 25. Mai. Jakob Glück, Witwer, Briefträger a. D., 84 I. — Oskar, 11 M. 6 T., V.: Friedrich Bock, Fabrikant. — Christian Mertz, Ehemann, Steinhauer, 58 I. — 26. Mai. Jakob Traut, Ehemann, Wirth, 52 I. — Jakob, 1 I. 11 M. 25 T., V.: Jakob Häfele. Kutscher. - Katharina, Witwe des Hoboisten Johann Bernhard, 76 I. — Elisabetha, Ehefrau des Schutzmanns Reinhard Leisinger, 34 I. Wttlrrungsbroiuuytungr» rer Mrtrarol. Station Aarl«-uhe. i Barem. Therrn. j m» 0. .Nachts 9^11. 749.2 t 20.4 .MrgS. 7r°U. ^ 750-9^4-19 6 .Mittgs,2-°U. 750 2 4-302 .Nachts9-'U. ! 7495-s-21 2 . Mrgs.72«U.') 751 4j 1-22-0 .Mittgs.2r°U. ! 750 3 4-314 Absol. Relative Feucht. Feuchtiß- teit m Wind. ^ 12 2 68 NE 108 63 E 10.5 33 14.0 75 NE 115 59 99 29 E Himmel. klar w wolkig klar Wakserstand d«S Rheins. Mararr. 26. Mai, Mrgs., 4.36 m, gestiegen 2 om. — 27. Mai, Mrgs., 4.41 m, gestiegen 5 em. Ueberficht der Witterung vom 27. Mai. Die Luftdruckver- theilung hat sich in den beiden letzten Tagen nur wenig verändert, lieber Mitteleuropa lagert ein intensives barometrisches Maximum, dessen Kern den Südosten bedeckt, gekennzeichnet durch ruhiges, heiteres nnd ungewöhnlich warmes Wetter; im Nordwesten der Britischen Inseln liegt eine flache Depression, welche südwärts herab bis zum Kanal Rcgemvetter verursacht. Anzeichen für ein wesentliche Aenderung des herrschenden Witterungscharakters sind nicht vorhanden, doch werden sich entsprechend den hohen Temperaturen voraussichtlich bald Gewitter einstellen. Frankfurter telegraphische Kursberichte etaatrzorti»«. > ,°/o D. Reichranleihe 87.— 1"/» üto. I02.gc! «-/.Preuß. Sonsol NS.70 «-/.Baden tu fl. I0I.»H «-/» » „ M. io«.»»: Oesterr. Goldreute ^.«o „ Silberrente St-SS 1-/, Ungar. Goldrente St.2, l««or Russen »«.20 H. Orientanleih« SS.«» Italiener comptant „70 Cghpter « 0 .«» dränier «7.— M-Türken »».«» von!»». »reditaktien NL- DiSkonto Aommnt t ISS.«« Bank I««.- »««.- __ , l»«.»o Dresdener Bank l«7H0 v,m 27. Mai 1892. Vchmiktt«»- Schweiz. Nordoübabnlll.ov! , Centralbahn I2«.2S Gotthard I«I.so Lombarden 7»>/, Ungarn »ii« Lldthal r- s.20 Hess. LndwigSbahu IISSS Wechsel »n« Sorten. Wechsel a. «mfterd iss.85 London 20 .»«: si.oi i D-rmstüdtrr Baut WM" » » PariA » . Wies i70.«ö srLvokausd'vr is.is PrivatLiSkorrto i'.z Rachtirsr. Distoin^^mmaadit lss.ro StaatLbahu 25«-/, Lombarde» 7«>/, Tendenz i seft. Br,ir». Oesterr. Lredttattten 177.6« Oestrr. Etaatlbahn I2S 2« Lombarden «r— Didkonto-Sommaoö. IS6 20 Saurabittte >is», Gelscnkirchen irs.s» Dortmunder «1.7» Bochnmer 126 70 Rubelnotcn 21«.20 Tendenz: — Wie». UredttaMen r»o.— Staat-babu 2,5.7s Lombarden «?.- Ungarn «10.7» Markuoteo ss.os Tendenz! unentschieden. »nrtS. d°/, Rente »«.17 Spanier ««m« Türken 20.5, Ottomane 58« — »>I. Portugiesen »d.W Tendenz: fest. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Todesanzeige. T 736. Karlsruhe. Tieferschüttert gebe ich Freunden u. Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Xaver Benz, Fürstlich Fürstenbergischer Hausmeister, heute Nachmittag '^3 Uhr nach kurzem Leiden sanft verschieden ist. Um stille Theilnahmk bitten die Hinterbliebenen. Karlsruhe, 27. Mai 1892. Frau Therese Benz. Die Beerdigung findet Sonntag den 29. d. M., Nachmittags, vom Trauerhause — Erbprinzenstraße 17 — aus statt. a. n 8 . 6 . Xonstanr 2 . 8 . LiulttäunA 2I1M 2U 8ingen im Röbgau unä Ronsianr a. 8. 8lliN8tiiA Ü6N 4. .Iiiui 1892. 2 Dili", ^usttug mit ^vkunt'k der /.ü^: in Lingen aut die Lergveste llokentviel. 8 Dkr: I^esl-Oommers in der Lroneakalle 2 » singen. 8vnntax äeu 5. 4un1 1892. Oemeinsckat'tl. I-akrt von singen nack Lonstanr: a. L. Nnsik auk der Terrasse de 8 Insel- T'72S.1. In unserem Verlage ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Touristen-Karte des unteren blulislkea li. würiiemkerglslken Schwarzwatdes. 1.1«v ovv. Preis 1 Mark SV Pfg. G. Bra « n'sche Hofbuchhandluug Karlsruhe. oücxxxxxxxxxxxrcxxxxxrcx» Deutsche Derkags - Anstatt 8 i» Äittzirt, Kei»ür, Krrli», Mir». 8 - O Hervorragende belletristische Novi o täten deS Auslandes. jJn dieser Sammlung sind soeben; erschienen: Schicksal. ß Roman aus dem Kostcindischen von Louis Kouperus. ! Preis geheftet ^ 2.50; hochfein geb. 3.50. Der T-728- 6 amerikamsche Prätendent. 8 Roman 0 aus dem Amerikanischen 8 von g Mark Uwain. 0 iPreiS geheftet 4 .— ; hochfein 8 ! geb. 5.— u 8 BorrSthig in der G. Brau«. 8 S scheu Hofbuchhandlung in Karls-S gruhe, Karl-Friedrichstraße Nr. 14.8 8M^c»OcxxxrLocxxxxx»LW K.MIVI 4 MM ll»tti«s«ra»t R14217 Ii»r1«rr»I»«, 88. >60 vengokikliens 8ortkn Ori^üial-LinKSr- kür Haus8sdraaoN ruict kür Aswsrblicks Lwsolcs. I) 14 Akademiestraße 14, Karlsruhe. Verpackung von Fracht u. Umzugsgut, Transport von Mobilien, Gütern und Spedition nach allen Orten. Aufbewahrung in Hellen, trockenen Räumen. Speciakgeschäft, gegründet 1884. Ausführung von Ueberstedelungen von Ort zu Ort mit Möbelwagen per Schiff und Eisenbahn ohne Umladung. — Solide Preise. Reelle Bedienung. Volle Garantie. Referenzen von hoben und h öchsten Herrschaften. Q 518.21 IHuckttgksulh! Für eine erste Herrenkleiderfabrik wird per bald ein durchaus tüchtiger erft r Zuschneider gesucht. Reflektanten, welche in gleicher Stellung fungirten, wollen eingehende Offerte an Haasenstein «L Bögler» A.-G-, Annoncen-Expedition in Frauk- fur ta/M.» sab II. L. 874 e i nreichen. T667-2. Emmendiugen. Heuverkauf. In diesseitiger Anstalt find etwa 900 bis 1000 Zentner Heu zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt mündlich oder schriftlich die Verwaltung, bei welcher auch Kaufangebote einzurcichen wären. Emmendiugen, 20 . Mai 1892. Großh. Heil- und Pflegeanstalt. 10 '/-12 Vtrr: Dkr: Schwarswald Luftkurort Aundseck. s Stunden von 9«»» Meter üb. 2 '2 Stunden von Naden-Aadcn. dem Weer. Mühl. Vorzüglich gelegenes und eingerichtetes Hotel — keualoi» mit 120 Belten. Cenlralpunkt für Touren. Angenehmster Familienaufenthalt. Bekannte Verpflegung. Civile Preise. Elektrische Beleuchtung. Hochdruckwasserleitung. Bäder. Wagen, Post, Telegraph. Prospekte mit Führer durch die Gertelbachschlucht auf Verlangen T'492.6. Kurarzt: Vr Besitzer: (im Winter als solcher in Davos). sb Mwnskwrt. kriiksckoppen mit Koteis daselbst. 2 I7kr: kakrt mit vainen m den Obersee vaeli ffriedricks- kaken (Xurgarteu). 8 Vdr: Zusammenkunft im Xekeetorium des Inselbotels ?.u Xonstan? mit da»/. Hierzu »erde alle Active», lnaetiveu und .1. II. V. II. des koke» Xössver 8. 0. frenndliedst ein^eladen. Anmeldungen sn prakt. Arrt llr. meä. ?aul Wvllkeim in 8ingen i. 6. bis längstens 3. tun! ll. 1. Xonstanx a. L., den 24. Nai 1892. T726 _I>r »8 < ^ 0 , 1 111 «. "Rheinische Hypothekenbank Mannheim. Die Bank gewährt ländliche Hypotheken - Darlehen, kündbare und unkündbare, im Großherzogthum Baden auf Grund eines Zinsfußes von -4 Prozent. Gesuche auf Gewährung von Annuitäten - Darlehen werden vorzugsweise berücksichtigt Bei jeder Art von ländlichen Darlehen ist lye Rückzahlung des! ganzen Darlehens oder die Abzahlung von Raten ohne vorherige ! Kündigung auf die Zinstermine gestattet. Darlehen an ländliche Gemeinden werden auch ohne Hypo- i thekarischen Versatz gegeben. Unsere Vertreter nehmen unentgeltlich Anträge entgegen und er- theilen jede Auskunft. Mannheim, im Februar 1892. R 231.12 _Ni v IVLr«etR«»». Kneipp Worein Würzburg. Dienstag den 31. Mai, Abends 7 /z Uhr, im Platz'schep Garten: des Herrn Pfarrer Seb. Kneipp. LE" Ks findet nur ein einziger Wertrug statt. Eintritt: 1 . Platz (unterer Saal) 150; 2 . Platz (untere Galerie) ^ i; 3. Platz (Vorsaal und obere Galerie) 50 A Der größte Theit der Einnahmen fließt dem Kneipp'schen Kinder spital in Wörtshofe« zu. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zu hoben bei der F. T. Bucher'schen Buchhandlung, gegenüber der Universität, Leo Woerl'schen Hofbuchhandlung, Kaiserstraße, I Kellners Buchhandlung (E, Bauer), Domstraße, I. Skaudinger'schen Buchhandlung» Julius-Promenade, V. A. Fischer'schen Cigarrenhandlung, Domstraße, beim Vorstande und an der Kaffe im Platz'scken Garten. _ NW- Eröffnung der Säle und Kaffe um 6 Uhr. ^WK I?I>. A>r»ul, 1. Vorstand T.733.(Babnhosstraße 18). L Mick SeMk M MiM , bei knselilikvn »i» Lüretivrn««. Ok' 2982 6 vi4S«vI>«ft iiidividnalüirende, vi-i-aaLeliLÜIiok insdicinisebe Lebanälung aller Lrsllkdeiteo cker VeräLNlloxsorgLvs Ullä äzreo kvlxekrLokdeiten. viat- korev; geLsmmtes VssssrdsilrorsLdrev; Rssssxe; kiactrivttSt; lteilzxmvrstik. Iia>!e-l)o»eke-1lli,rie!it»iixen I. 8oal- null ^luvrllüüvr. I'raoptrollt-, raüigs 1 >»ße, 1576 k'uL» ü. > 1 . T-727 1 . iSeiultti-s llarkanlageu, kowkortalielste Liiiridttungen, argemes-ei.« 2sr- strsunogen vr. Viel'scde 8xeriLlav8lslt bei Aagev- unä varwleiäsu: 1 Vorm, Leopoldshshe an 6 ^, wird bis Efringcn durchgeführt wie folgt: Leopoldshöh: ab 6 ^ — Anschluß von St. Ludwig. ab 6 " ab 6 » ab t?» an 7°^ b. Lokalzug V wird früher gelegt und erhält folgenden Kurs: Haltin gen Eimeldingen Kirchen Efringcn Efringen Kirchen Eimeldingen Haltingen Leovoldshöhe Basel i- ab ad 7°" ab 7" ab 7" ab 7»' an 8 <" Der Vollstrecknngsbeamte. Schmidt. Zwangsversteigerung. T'698. Karlsruhe. Steigerungs- Ankündigung. Mittwoch de» 8 . Juni L 8 SS, Nachmittags S Uhr, wird im Kommissionszimmer des Rath- e. Die Lokalzöge III Leopoldshöhe- Basel und IV Basel - Efringcn fallen aus. _ Generaldirektion. _ Pflasterarbeiten. T 7251- Nr- 3587. Gr. Wasser- u. Straßenbau-Inspektion Karlsruhe vergibt die Herstellung von Rinnen- und Straßenpflaster ohne Stein- u. Sand- liefernna an nachstehenden Landstraßen: Landstr. Nr. 1 in Bruchsal ca. 3200 gw „ Nr. 1.18 u. 20 in Ettlingen ca. 1240 gm „ Nr. 2 in Graben ca. 100 gm „ Nr. 2 in Grünwinkel ca. 72 gm „ Nr. 13 in Karlsruhe ca. 42 gm „ dir. 17 in Karlsruhe- > Müblburg ca. 200 gm . Nr.79inKnielingen ca. 126 gm Angebote sind schriftlich, verschlossen, z portofrei und mit entsprechender Äuf- ! schrift versehen bis längstens Samstag ! den 1t. Juni l. I.» Vormittags 11 i Uhr, einzureichen. Die Bedingungen können bis dahin, während der Geschästsstunden, in unserem Bureau, Westendstratze 64, oder bei den Straßenmeistern in Bruchsal, Ettlingen, Karlsruhe und Mühl» bür g cingeschen werden. Colosseum Theater. Samstag 28. Mai, Anfang 8 Uhr: Zum letzten Mal: Der -StabstromMer. T:uckun7 V::la (M't zwei Bala^n.i