Karlsruher Zeitung. 1S4. Sottntißg, 5. Juni Expedition: Karl-FriedrichS-Straße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr- 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.- durch die Post im Gebiete der deutschen Poftvcrwaltnng. Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. K5 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18 SS. Wegen des Herl. Pfingstfestes wird das Dienstagsblatt der „Karlsruher Zeitung" bereits am Montag Mittag ausgegeben. Das Montagsblatt fällt dagegen aus. Nichtamtlicher Theil. Karlsruhe, den 4. Juni. In ihrem vollen sommerlichen Schmuck, in ihrem grünen und mit Blumen überschütteten Feierkleide harrt die Natur des Pfingstfestes und auch der Mensch begrüßt das Fest, welchem Dichtermund den Namen des „lieblichen" gegeben hat, mit freudiger Empfindung. Zur Erholung von anstrengender Berufsarbeit, zur Ruhe des Körpers und zur Sammlung des Gemüths, zu frohem Lebensgenüsse, aber auch zuj ernst gestimmter Dankbarkeit gegen den Schöpfer, der von neuem die Erde mit dem ganzen Reichthum sommerlicher Reize geschmückt hat, rufen die Pfingstglocken. Es ist ein willkommener Nus für die Menschheit, die sich in diesen herrlichen und besonders begnadeten Festtagen gern dem Zauber der blühenden Natur hingibt und die Arbeitspause benutzt, um im Anschauen der reich entwickelten Schönheit von Wald und Flur sich über den Kreis alltäglicher Gedanken und Sorgen zu erheben, neue Kraft zum Wirken und Streben, neuen Muth und neue Zuversicht zu schöpfen. Wie die Arbeit des Einzelnen, so ruht auch die Arbeit der politischen Körperschaften, denen die Sorge für das Allgemeinwohl anvertraut ist. an solch festlichen Tagen. Die Parlamente haben ihre Thätigkeit unterbrochen und den Rest ihrer Arbeiten auf die Zeit nach dem Feste verschoben. Im allgemeinen fällt das Pfingstfest diesmal, wenn wir von Deutschland absehen und auf die Länder um uns blicken, in eine politisch lebhaftere Zeit als sie sonst um Pfingsten herum zu sein pflegt. Die Volksvertretungen Oesterreichs und Ungarns sind an das große Werk einer Währungsregelung herangetreten, die von tiefgehendem Einflüsse auf die wirthschaftlichen Verhältnisse und Handelsbeziehungen der Monarchie sein muß; in Ungarn rüstet man sich außerdem zu einer glänzenden Feier der Wiederkehr jenes Tages, an dem Kaiser Franz Josef zum König gekrönt wurde; Italien und Großbritannien stehen vor Parlamentsauflösungen, die von einer lebhaften Bewegung in der Wählerschaft begleitet sind. Auf französischem Boden rüstet man sich zu einer Reihe von Festen, deren Schauplatz die Stadt Nancy sein wird und die im Vorhineininfolge der reizbaren nationalen Empfindlichkeit der französischen Presse, eine theilweise recht stark angeregte politische Diskussion hervorgerufen haben. Wäre die Weltlage eine weniger ruhige, so würden die über das Ziel hinaus- schießenden Aeußernngen, die bekannte chauvinistische Preß- vrgane in Paris an die bevorstehenden Rancher Feste geknüpft haben, vielleicht einen Schatten auf die Stimmung geworfen haben, in welcher die politische Welt das Pfingstfest begeht. Doch das Vertrauen in die Fortdauer der dominirenden friedlichen Strömung ist ein so zuversichtliches. daß niemand die Besorgniß hegt, es könnte von chauvinistischer Seite eine Trübung der internationalen Beziehungen hervorgerufen werden. Mit Genugthuung darf konstatirt werden, daß wir Pfingsten unter unvermindert guten FriedLnsaussichten begehen können, wenn wir auch eine der unerläßlichsten Bürgschaften für die Fortdauer dieser Friedensaussichten in der fortgesetzten Opferbereitschaft für die Wehrkraft des Vaterlandes erblicken müssen. Aus Madrid berichtet ein Telegramm: „Die Handelskammer sprach sich in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig gegen den handelspolitischen moclus vivenäi mit Frankreich aus." Zur Erläuterung dieser Meldung ist daran zu erinnern, daß zwischen der spanischen und der französischen Regierung ein handelspolitischer moäus vivvnäi mit der Maßgabe zum Abschlüsse gelangt ist, daß Frankreich den Minimalzolltarif für Spanien bewilligt, das Deinerseits dasselbe Zugeständniß macht. Im spanischen Senate hat im Namen der liberalen Partei Venaucro Gonzalez diesen woäus vivsmli lebhaft bekämpft und den Nachweis versucht, daß dieser für die französische Republik weit vortheiihafter wäre als für die Industrie und den Ackerbau Spaniens, die nach der Auffassung von Venaucio Gonzalez durch das Ministerium Canovas del Castillo „geopfert" worden sein sollen. Der Senator behauptete insbesondere, daß die französischen Bestimmungen über den zulässigen Alkoholgehalt der spanischen Weine bei der Ausfuhr nach Frankreich ebenso wie die 'gesammten Prozeduren der französischen Verwaltung dem spanischen Weinexporte schaden müßten, während doch gerade dieser Export nach Frankreich für Spanien an erster Stelle in Betracht komme. Zugleich wurde von dem Senator Gonzalez das Recht des Kabinets Canovas del Castillo bestritten, einen derartigen mockus vivenäi abzuschließen, ohne durch ein neues Votum der CorteS dazu ermächtigt zu sein. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten bemühte sich, die Vortheile des getroffenen Abkommens für Spanien hervorzuheben, indem er ein vollständigeres handelspolitisches Einvernehmen in Aussicht stellte. Zugleich gab der Minister dem Bedauern darüber Ausdruck, daß derartige Debatten stattfinden, weil dadurch die Stellung der Regierung bei den weiteren Verhandlungen mit den auswärtigen Regierungen geschwächt werde. Diese Erörterung verdient Beachtung, weil sie zeigt, daß das Verhältniß zwischen der liberalen Partei und dem Kabinet Canovas del Castillo sich wieder verschärft hat. Nach dem letzten Ministerwechsel hielt die liberale Partei sich einigermaßen zurück; neuerdings scheinen die liberalen Parteigenossen des Herrn Sagasta aber den Zeitpunkt für günstig zu halten, ihre Gegnerschaft zu dem Ministerium Canovas wieder schärfer zu accentuiren. Deutschland. * Berlin, 3. Juni. Seine Majestät der Kaiser hat sich heute Vormittag mittelst Sonderzugs nach Ober- glogau begeben, wo Ällerhöchstderselbe Abends gegen 6 Uhr eintraf. Der Kaiser wurde in Oberglogau am Bahnhofe von dem Fürsten Radolin und dem Grafen Oggers- dorf empfangen. Morgen wohnt der Monarch der Hoch- zeitsfeier des Fürsten Radolin mit der Gräfin Oggers- dorf bei und reist Nachmittags nach Potsdam zurück. — Die Nachrichten über eine bevorstehende Begegnung Seiner Majestät des Kaisers mit dem Czaren treten mit wachsender Bestimmtheit auf. Das Wolff'sche Bureau verbreitet heute folgende Meldung: Dem Vernehmen nach begibt sich der Kaiser am 6. Juni Abends nach Kiel, woselbst am 7. Juni die Ankunft des Czaren auf der Rückreise von Kopenhagen nach Rußland erwartet wird. Der russische Botschafter in Berlin, Graf Schuwalsff, und die anderen Mitglieder der russischen Botschaft begeben sich bereits am 5. Juni nach Kiel. — In Bezug aus die militärische Auszeichnung Ihrer Majestät der Königin-Negentin der Niederlande hat cs in der Presse eine seltsame Konfusion gegeben. Wie man nachträglich erführt, ist nicht die Königin Wilhelmine, sondern ihre Mutter, die Königin-Negentin, zum Chef des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches Nr. 15) ernannt worden. Die Nachricht der Berliner Blätter, die Königin-Regentin sei anläßlich der Frühjahrsparade a la suitv des 4. Garde-Regiments zu Fuß gestellt worden, erweist sich als irrthümlich; dagegen ist die Herzogin Marie von Edinburg anläßlich dieser Parade u In 8u.it« des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiments gestellt worden. — Der General der Kavallerie z. D. v. Guretzki- Cornitz ist hier im Älter von 64 Jahren gestorben. Er wurde 1876 als Generalmajor unter Versetzung zu den Offizieren ü 1a suit« der Armee nach Württemberg kommandirt und zum Kommandeur der 27. Division und 1887 zum Gouverneur der Festung Ulm ernannt. 1888, ein Jahr vor seiner Zurdispositionsstellung, wurde ihm der Charakter als General der Kavallerie verliehen. — Heute fand eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums unter dem Vorsitz des Grafen Eulenburg statt, an welcher auch der Minister des Auswärtigen, Graf Caprivi, und der Kriegsminister v. Kaltenborn- Stachau theilnahmen. Wie verlautet, wurde die Stellung der Regierung zu den Beschlüssen des preußischen Abgeordnetenhauses über das Gesetz betreffend die Anstellung der Militäranwärter im Kommunaldienst behandelt. — Die „Nordd. Allgem. Zeitung" veröffentlicht ein Schreiben des Reichskanzlers an den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller. Das Schriftstück betont, zunächst sei die Betheiligung Deutschlands an der Ausstellung in Chicago mit allen Kräften zu fördern. Die würdige Vertretung Deutschlands in Amerika dürfe durch das Projekt einer Berliner Weltausstellung nicht beeinträchtigt werden. In keinem Falle könne schon das Jahr 1896 oder 1897 für die Berliner Ausstellung in Frage kommen. — Die Blätter bestätigen, daß der bekannte Antisemit Rektor Ahlwardt verhaftet worden ist, und zwar auf Grund einer durch did Staatsanwaltschaft an die Kriminalpolizei ergangenen Requisition. Ein Grund für die Festnahme war von der requirirenden Behörde nicht angegeben worden. — Die christenfeindliche Bewegung in China ist offenbar noch nicht ganz erloschen. Die „Times" melden aus Shanghai, in Wusung (Provinz Shanghai) seien gegen die Christen gerichtete Maueranschläge angeheftet worden. Die chinesischen Behörden ergriffen energische Maßregeln gegen die Urheber der Agitation. In der Provinz Human seien Maueranschläge, die in noch leidenschaftlicherer Weise gegen die Christen aufreizen, angeschlagen worden^ Italien. Rsm, 3. Juni. Zwei Tage lang hat die italienische Deputirtenkammer über die Anwendung der bekannten Weinzollklausel im österreichisch-italienischen Handelsvertrag debattirt. Die Debatte war eine sehr lebhafte. Schließlich kam es zwischen Regierung und Kammer zu einem Kompromiß. Der Finanzminister gab die Erklärung ab, die Regierung stimme der sofortigen An- Wendung der Weinzollklausel zu, da die italienischen Weinbauern nahezu einhellig den ihnen gewährten Zollschutz ablehnen, sie bitte aber, eine fakultative Formel folgenden Inhalts anzunehmen: „Die Regierung ist ermächtigt, für die meistbegünstigten Länder den Einfuhrzoll auf den Hektoliter Wein in Gebinden jeder Art auf 5 Frcs. 77 Cts. herabzusetzen." Der Antrag der Regierung wurde darauf in geheimer Abstimmung mit 181 gegen 63 Stimmen angenommen. — Politisch wichtiger als die Angelegenheit der Weinklausel ist die Frage des Budgetprovisoriums, von deren Erledigung es ab- hüngt, wann die Neuwahlen zur Kammer stattfinden müssen. Dem Depeschenbureau „Herold" zufolge wäre die Gruppe Sonino bereit, ein Provisorium auf 4 Monate zu bewilligen; ist das richtig, dann hätte der Ministerpräsident Giolitti so ziemlich seinen Willen durchgesetzt, denn bei der genannten Gruppe liegt, die Entscheidung. Bon anderer Seite wird alles in Abrede gestellt, daß die Dinge schon so weit gediehen seien, obgleich bessere Aussichten für eine Verständigung zwischen Regierung und Kammer hinsichtlich der Dauer des Provisoriums bestehen. Frankreich. Paris, 3. Juni. Präsident Car not gab heute zu Ehren Seiner Majestät des Königs von Schweden und Norwegen ein Dejeuner, zu welchem 36 Gäste geladen waren. Außer dem König waren anwesend der Ministerpräsident, die Minister des Auswärtigen, des Krieges, der Marine und des Handels mit ihren Gattinen, der Admiral Gervais, die Präsidenten der beiden Kammern und die Mitglieder der schwedischen Gesandtschaft. Dem Könige wurden bei der Anfahrt und Abfahrt militärische Ehren erwiesen. — Prinz Ferdinand von Koburg, der Regent Bulgariens, ist auf seiner Reise gestern Abend in Paris eingetroffen, hat sich aber hier nur kurze Zeit aufgehalten. Er reiste mit seiner Mutter, der Prinzessin Clementine, nach Chantilly weiter. — Die „Agence Havas" verbreitet folgende Mittheilung: „In politischen Kreisen glaubt man, die französische Regierung sei fest entschlossen, nur die Aufklärungen des englischen Kabinets über die Vorgänge in Uganda abzuwarten, um dann die Wiederherstellung der dortigen Mission und die Bestrafung der Urheber des Zwischenfalls zu verlangen." Daß die französische Regierung entschlossen ist, ihre Rechte geltend zu machen, ging schon aus der Erklärung des Ministers Ribot in der Mittwochssitzung der Deputirtenkammer hervor. — In Luneville trafen heute 67 czechische Turner vom Turnverein „Sokol" ein, um an dem Feste in Nancy theilzunchmen. Natürlich bereitete die Bevölkerung, der man die czechischen Turner schon seit Wochen in den Zeitungen als die wärmsten Freunde Frankreichs dargestellt hat, den Ankömmlingen einen festlichen Empfang. Bei einem vom Gemeinderath veranstalteten Festessen hielt der Czeche Radlipny eine Ansprache, in der er für den warmen Empfang dankte nnd hinzufügte, die Mitglieder der Abordnung seien Söhne eines kleinen Volksstammes, aber der Werth des letzteren sei groß, da er ein Zweig der großen slavischen Völkerfamilie sei, zu welcher das große russische Reich gehöre. Dem „Temps" wird aus Nancy berichtet, da der czechische Turnverein „Sokol" gezwungen worden sei, ohne seine Fahne nach Frankreich zu reisen, so hätten die Veranstalter der Feste in Nancy beschlossen, den Czechen bei ihrer Ankunft am Bahnhof eine neue czechische Fahne anzubieten. Um jedoch nicht die Empfindlichkeit der österreichischen Regierung zu erregen, werde die Fahne dem Verein nicht übergeben werden, sondern während seines Aufenthalts in Nancy von einem Mitgliede des Nancyer Sportklubs umhergetragen und erst bei der Abfahrt den Czechen überreicht werden, die sie dann zusammengerollt mit nach Hause nehmen sollten. Großbritannien. London, 3. Juni. Im Unterhause ist ein Blaubuch mit politischen Aktenstücken über die Vorgänge in Uganda vertheilt worden. Der englische Konsul in Sansibar richtet am 18. April ein Telegramm an Lord Salisbury; in demselben werden die den französischen Missionaren in Sansibar zugegangenen Nachrichten über die Niedermetzelung französischer und einheimischer Katholiken in Uganda, für welche Kapitän Lugard und die Beamten der Britisch-Ostasrikanischen Gesellschaft verantwortlich gemacht worden seien, wiedergegeben. Lord Salisbury fragt am 28. April den Konsul wegen der Quelle dieser Nachrichten an und erhält zur Antwort, daß sie Berichten des französischen Bischofs in Uganda und des Lieutenants Langheld entstammten. Am 16. Mai meldet der englische Konsul nach Berichten aus englischer Quelle, daß große Kämpfe in Uganda stattfänden und daß Kapitän Lugard Waffen und Munition nöthig haben würde. Die Britisch-Ostafrikanische Gesellschaft übermittelt am 16. Mai ein Telegramm aus Mombasa, nach welchem Lugard unter Vorbehalt der Genehmigung des Khedive tausend Mann gutbewaffnete egyptische Truppen unter dem Befehl Selim Bcys anwerbe, welche unter der Flagge der Gesellschaft kämpfen sollten. (Die hier erwähnten Truppen Selim Beys sind offenbar die alten Truppen Emin Paschas, von denen auch in dem Berichte des apostolischen Vikars Hirlh die Rede ist. Denn neu angeworbene egyptische Truppen in der angegebenen Stärke, sei es über Wadelai, sei es über Mombasa, nach Uganda gelangen zu lassen verbietet sich von selbst.) Lumänirn. Bukarest, 3. Juni. Der Ministerpräsident theilte heute in den Kammern die Verlobung des rumänischen Thronfolgers mit der Prinzessin Maria von Edinburg mit. Die Präsidenten der Kammern drückten die Freude beider Häuser aus und beglückwünschten die hohen Eltern beider Verlobten. Morgen empfängt der König die Glückwünsche der Kammerbureaux. Im Senate erklärte der Minister des Auswärtigen noch, die Verlobung des Thronfolgers sei ein glückliches Ereigniß für das Land und die Dynastie, ein Ereigniß, welches eine ruhige, stolze und friedliche Zukunft Rumänien verheiße, indem es die von jeher zwischen Rumänien und der großen britischen Nation bestehenden Freundschaftsbande noch inniger knüpfe. Der Ministerrath beglückwünschte die Königin und die Verwandten des Brautpaares. Der Minister des Auswärtigen theilte den Vertretern Rumäniens im Auslande die Verlobung mit. Im Lande ist die Nachricht von der Verlobung des Thronfolgers mit lebhafter Befriedigung verzeichnet worden. Nmrrika. NcwHork, 3. Juni. Nach einer Depesche des „New- Jork Herald" aus Valencia in Venezuela hat in der Nähe dieser Stadt eine Schlacht stattgefunden, in welcher der Präsident der Republik Venezuela, Palacio, geschlagen wurde. (Die Depesche bestätigt die Fortschritte, welche die Empörung gegen den Präsidenten von Venezuela macht, vr. Naimondo Anduego Palacio steht seit dem Februar 1890 an der Spitze der Vereinigten Staaten von Venezuela. Valencia, eine Stadt von rund 36 000 Einwohnern, ist die Hauptstadt der Provinz Carobobo und liegt im Westen des Tacarigua-Sees, der nach ihr auch der See von Valencia heißt.) Badischer Landtag. ^ Karlsruhe, 2. Juni. 25. öffentliche Sitzung der Ersten Kammer. (Schluß aus der heutigen Beilage.) Zu Lit. b. (Bitte der Gemeindebeamten in den Amtsbezirken Adelsheim und Boxberg um Besserstellung) bemerkt Geh. Rath Haas an der Hand des von ihm erstatteten schriftlichen Kommissionsberichts: Die Bitte werde gestützt auf die Zunahme der Geschäfte, die Unzulänglichkeit der z. Zt. von den Gemeinden -bewilligten Gehalte und die Schwierigkeit, die die Erhöhung derselben bei den Gemeinden finden. Es werde deßhalb gebeten, entweder den Gemeinden als Entgelt für die ihren Beamten vielfach zugewiesenen staatlichen Arbeiten Beiträge aus Staatsmitteln zu bewilligen oder eventuell im Wege der Gesetzgebung ein Minimalgehalt für die Beamten nach der Einwohnerzahl unter Berücksichtigung der lokalen und wirthschaftlichen Verhältnisse der Gemeinden festzusetzen. Der letztgestellte Antrag sei schon deswegen abzulehnen, weil er gegen den Grundsatz der Freiheit der Gemeinden in Beziehung auf ihre Verwaltung und insbesondere auf die Beziehung von Gehalten an ihre Beamten, wie ihn die Gemeindeordnung enthalte, verstoße; während hinsichtlich der mehr ehrenamtlichen Stellung der Bürgermeister eine Verpflichtung zur Annahme einer Wahl hierzu besteht, handle es sich bei Anstellung von Rathschreibern und Gemeinderechnern lediglich um vertragsmäßige Vereinbarung im Sinne eines Auftragsvertrags, und nur ganz ausnahmsweise werde der Staatsbehörde auf Grund des 8 172 a. der Gemeindeordnung in letzterer Beziehung eine Einwirkung auf die Gehaltsvereinbarung möglich sein. Was ferner den crstgestellten Antrag betreffe, so wolle er hier nicht weiter auf die Beschlußfassung des andern Hohen Hauses aus Anlaß eines ähnlichen Antrages des Abg. Straub u. Gen. eingehen; hierher sei nur zu bemerken, daß, wenn den Gemeinden vielfache Dienstge- schäfte staatlicherseits übertragen seien, die das staatliche Interesse berührten, so lägen dieselben doch auch zumeist und zugleich im Interesse der Gemeindeangehörigen; dies gelte insbesondere von der sozialpolitischen Gesetzgebung. Ob die behauptete Unzulänglichkeit der Gehalte in 43 Gemeinden allgemein zutreffe, müsse die Kommission dahingestellt sein lassen; für die größeren Städte treffe diese Annahme nicht zu. Die behauptete .Abneigung gegen Aufbesserungen würde selbst in den Füllen, wo letztere gerechtfertigt erscheinen, verstärkt werden, sofern es möglich wäre, einen Theil des Gehalts der Staatskasse zuzuschieben, und es könnte die Maßnahme sogar dazu führen, daß — und die Staatsbehörde wäre ohne Aenderung der dermaligcn Gesetzesvorlage außer Stand, das zu verhindern — die jetzigen Gehalte im Falle von Diensterledigungen um den Betrag dieser Zuwendung gemindert würden. Das fragliche System hätte daher zur Voraussetzung, daß der Staatsbehörde auf die Besetzung der Gemeindeämter oder mindestens auf die Gehaltsbemessung ein größsrer Einfluß zustehe, als nach der gegenwärtigen Gesetzgebung. ES könnte daher die Angelegenheit im Sinne der Antragsteller wohl nicht im Wege der Budgetbewilligung allein, sondern wohl nicht ohne eine wesentliche Abänderung des geltenden Gemeinderechts erledigt werden, welche letztere nicht unbedenklich wäre. In diesem Sinne beantrage die Kommission, welche einer Prüfung des Gegenstandes im Sinne des Beschlusses des anderen Hohen Hauses nicht entgegentreten wolle, die Petition hinsichtlich dieses ersten Theiles ihres Antrags der Großh. Regierung zur Kenntnißnahme zu überweisen; bezüglich des Eventualantragcs (Gesetzliche Festlegung eines Minimalgehaltes) aber zur Tagesordnung überzugehcn. Der Kommissionsantrag wird ohne Diskussion angenommen. Sodann erstattet Geh. Rath Haas den Bericht über die Bitte des Badischen Rathschreibervereins (lut. e.): Die Petition werde begründet mit dem Mißverhältnisse, welches zwischen der Bezahlung und den dienstlichen Anforderungen bestehe, welche zur Zeit an die Rathschreiber gestellt würden, und damit, daß in den letzten Jahren durch die sozialpolitische Reichsgesetzgebung Millionen von Deutschen der arbeitenden Klassen gegen die Folgen von Alter und Erwerbsunfähigkeit versichert seien. Es werde gebeten: 1. die Anstellung der Rathschreiber als eine unwiderrufliche lebenslängliche mit der Maßgabe einzu- sühren, daß deren Entlassung vom Dienste nur in den Fällen der 88 23—26 G.O. erfolgen könne; 2. sodann, daß zur Fürsorge der Nathschreiber und ihrer Hinterbliebenen eine Landesversorgungskasse — Pensionsanstalt — errichtet werde, als deren Trägerin die Gesammtheit aller Gemeinden des Landes zu fungiren habe, und deren Mittel durch die Gemeinden als Arbeitgeber, die Gemeindebeamten als Arbeitnehmer, und den Staat aufzubrin- gen wären. Es sei aber sowohl die Unwiderruflichkeit der Anstellung wie die Zusicherung eines Ruhegehaltes, wenn auch an sich zulässig, doch nach dem derzeitigen Stande der Gesetzgebung nur im Wege besonderer freier Entschließung der Gemeindevertretung möglich und im Vertragswege durchzuführen. Diese Bestimmungen aber genügten, um den Gemeinden die Gewinnung tüchtiger Kräfte als Rathschreiber zu sichern, deren Bedeutung die Kommission keineswegs verkenne. Die geforderte gesetzliche Normirung der Unwiderruflichkeit der Anstellung der Rathschreiber aber würde einen ungerechtfertigten Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden bedeuten und es wäre dieser Eingriff auch im Hinblick auf die dienstlichen Verhältnisse der Nathschreiber zu den Bürgermeistern und Gemeinderäthen kaum räthlich, in vielen kleineren Gemeinden auch ohne alle Bedeutung. Hiermit falle auch der zweite Antrag der Petition, der die Zustimmung zu dem ersten zur Voraussetzung habe. Der ohnedies noch sehr unreife Gedanke der Er- richtung einer Landespensionsanstalt, welche sämmtliche Gemeinden des Landes umfasse, sei Um so weniger reali- sirbar, je verschiedenartiger die Verhältnisse der kleineren und größeren Gemeinden gelagert seien. Es müßten daher die Petenten, unbeschadet der für die Städteordnung geltenden Bestimmungen, auf den Weg der privaten Selbstversicherung verwiesen werden; in diesem Sinne stelle die Kommission den Antrag auf Ilebcrgang zur Tagesordnung. Dieser Antrag wird ohne Diskussion einstimmig angenommen. Hieraus tritt das Hohe Haus ein in die Berathung der Berichte der Kommission für Eisenbahnen und Straßen über die Bitten: rr. des Eisenbahnkomitö's in Kandern, den Bau einer normalspurigen Eisenbahn von Kandern nach Efringen betr.; Berichterstatter: Graf v. Hennin; und demnächst b. der Gemeinden Müllheim, Badenweiler, Ober- und Niederweilsr um Bewilligung eines Staatszuschusses zur Erbauung einer Straßendampfbahn von Müllheim nach Badenweiler; Berichterstatter: Frhr. Ferd. v. Bodman. Der Kommissionsantrag lautet in ersterem Falle auf Uebergang zur Tagesordnung, in letzterem Falle auf empfehlende Ueberweisung. Graf v. Hennin führt zu Lit. u. aus: Am 18. März d. I. habe das Hohe Haus in seiner 12. Sitzung eine Peiition des Gemcinderaths Kandern um Erstellung einer Eisenbahn von Kandern durch das Kanderthal nach Hallingen der Großh. Negierung zur Kenntnißnahme überwiesen; in dem anderen Hohen Hause sei die gleiche Petition empfehlend überwiesen worden; auch die Großh. Negierung habe derselben gegenüber eine wohlwollende Stellung eingenommen. Die vorliegende Petition verlange die Führung der Bahn von Kandern durch das Feuerbachthal nach Efringen unter näherer Darlegung der Vortheile dieses Projekts gegenüber den früher be- rathenen. Die Kommission glaube indessen unter Berufung auf den früher erstatteten gedruckten Bericht über die Petition des Gemeinderaths Kandern nicht nochmals in eine Vergleichung beider Projekte eintreten zu sollen; sie nehme vielmehr Bezug auf die am 12. März d. I. schon gegebene Darlegung des Herrn Regierungsvertreters, welche die Frage der beiden Projekte nach dem früheren Sitzungsberichte in folgenden Worten berühre: „Als die gleiche Petition auf dem vorigen Landtag verhandelt worden sei, hätten zwei Projekte Vorgelegen: nach dem einen hätte der Anschluß der zu erbauenden Lokalbahn an die Hauptbahn in Haltingen, nach dem andern in Efringen erfolgen sollen. Die Gemeinde Kandern selbst sei im Zweifel gewesen, welchem Projekt der Vorzug zu geben sei. Die Großh. Regierung habe inzwischen beide Projekte in technischer und wirthschaftlicher Beziehung geprüft und sei zu dem Ergebniß gelangt, daß die Richtung nach Haltingen bau-, betriebstechnisch und wirthschaftlich den Vorzug verdiene. Die Bauverhültnisse seien auf dieser Strecke günstiger, der Aufwand geringer; das Gefall in diesem Thal sei mäßig, während auf der Strecke nach Efringen die Steigungsverhältnisse ungünstig seien. Auch in wirthschaftlicher Beziehung sei die Strecke nach Haltingen vorzuziehen. Die Bahn werde eine Lokalbahn mit lokalem Verkehr sein, dieser aber gravitire nach Lörrach und Basel; hiefür aber liege Haltingen günstiger als Efringen. Der Personenverkehr werde auf der Bahn eine große Rolle spielen und sei deshalb der Anschluß in Haltingen richtiger. Ziehe man den Güterverkehr in Betracht, so gravitire zunächst der kleine Lokalverkehr gleichfalls nach Basel. Der weitere Güterverkehr der Fabriken aber, Bezug von Kohlen, Versendung von Fabrikaten rc., gehe in Entfernungen, für welche der Unterschied einiger Kilometer nicht in Betracht komme. Die Regierung glaube aus diesen Gründen dem Anschluß in Haltingen den Vorzug geben zu sollen, auch die Gemeinde Kandern sei jetzt dieser Anschauung beigetreten, so daß diese Frage als gelöst gelten könne." Der Kommissionsantrag wird hierauf ohne Diskussion einstimmig angenommen. Schließlich berichtet Frhr. Ferdinand v. Bodman zu Lit. b.: Die Bitte der 4 Gemeinden gehe dahin, „es wolle zum Baue einer Straßenbahn von Müllheim (Bahnhof), nach Badenweiler ein Staatszuschuß in möglichst hohem Betrage, mindestens aber von 15000 M. für den Kilometer bewilligt und die Großh. Regierung ermächtigt werden, diesen Zuschuß erforderlichen Falls schon in der laufenden Budgetperiode — falls nämlich die Ausführung des Unternehmens schon in diesem oder dem folgenden Jahre in Angriff genommen werde — zu leisten". Unter eingehender Darlegung der Entstehungsgeschichte des Projekts spricht der Berichterstatter die Anerkennung der Kommission darüber aus, daß die Betheiligten jahrelang bemüht gewesen seien, aus eigener Kraft das Unternehmen durchzuführen, bedeutende Auslagen für Vorarbeiten nicht gescheut und erst dann sich um eine Staatsunterstützung bemüht hätten, nachdem die Unmöglichkeit, ohne eine solche zu einer Bahnverbindung zu gelangen, sich hcrausgestellt habe. Die Entfernung des Bahnhofs Müllhelm von der Mitte der Stadt betrage 3 Kilometer. Der Fremdenbesuch bewege sich um die Zahl 4000, trotz der großen Entfernung von der Bahn und des dadurch bedingten höheren Kostenaufwandes. Eine Bahnverbindung würde die Benützung der heilkräftigen Therme und der klimatischen Vorzüge des Kurortes durch Leidende, sowie den Touristenverkehr aus den umliegenden großen Städten, aber auch von fernerher, begünstigen und das lanvwirth- schaftliche und gewerbliche Leben Müllheims wesentlich fördern. Auch die ausgedehnten Staats- und Gemeinde- Waldungen des Hinteren Klemmbachthales würden mindestens durch den erleichterten Besuch der Holzkäufer Vortheil aus der Bahnverbindung ziehen. Das Unternehmen sei daher nicht nur von großer lokaler, sondern auch von allgemeiner Wichtigkeit, so daß sich ein Staatszuschuß wohl empfehlen dürfte. Da an der Ausführung des Unternehmens gegenüber den früher genehmigten Plänen nichts geändert werden zu wollest scheine, so dürfte die Ertheilung der Konzession einem Hindernisse nicht begegnen. Mit der Einschränkung, daß die Kommission über die Höhe des zu gewährenden Staatsbeitrages sich nicht auszusprechen vermöge und daß es zur Einstellung desselben in den vorliegenden Voranschlag bereits zu spät sein dürfte, stelle die Kommission den Antrag auf empfehlende Ueberweisung. Dieser Antrag wird ohne Diskussion einstimmig angenommen und demnächst die Sitzung um ft)2 Uhr geschlossen. Grosz Herzogtum Waden. Karlsruhe, den 4. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog nahm gestern Vormittag einen längeren Vortrag des Geheimeraths von Regenauer entgegen. Gegen 1 Uhr reisten die Groß- herzoglichen Herrschaften nach Freiburg und fuhren von da zu Wagen nach Umkirch, wo zur Zeit Ihre Königliche Hoheit die Fürstin Josephine von Hohenzollern weilt und Ihre Majestät die Königin Elisabeth von Rumänien am Donnerstag den 2. d. M. zu kurzem Besuch eingctroffen ist. Ihre Königlichen Hoheiten verweilten bei den hohen Verwandten von 4 Uhr bis 9 Uhr Abends und kehrten dann über Freiburg nach Schloß Baden zurück, das Höchstdieselben Nachts 12^ Uhr erreichten. Ihre Majestät die Königin von Rumänien reist heute Abend von Umkirch ab, um Sich zu Allerhöchstihrer Mutter, Ihrer Hoheit der Fürstin-Mutter zu Wied, zu begeben. Heute Vormittag nahm Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Vortrag des Geheimeraths Freiherrn von Ungern-Sternberg entgegen und ertheilte verschiedenen Personen Audienz. Nachmittags gegen 5 Uhr traf Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog in Baden-Baden ein. Höchstderselbe weilte seit einigen Tagen in Koblenz zur Vornahme von militärischen Besichtigungen. Ihre , Königliche Hoheit die Erbgroßherzogiu gedenkt morgen Vormittag in Schloß Baden einzrttrrffen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, dem Buchdrucker Ernst Kölblin in Baden das Prädikat „Hofbuchdrucker" zu verleihe». * (Das „Gesetzes- und Verordnungsblatt für das Großherzogtbum Baden") Nr. 14 vom 3. Juni veröffentlicht das Gesetz die Ergänzung der Gehaltsordnung bc« treffend. In derselben Nummer wird eine landesherrliche Verordnung über die Beaufsichtigung und Leitung des gewerblichen UnterichtsweseuS im Grvßherzvgthum veröffentlicht. Zwei Verordnungen des Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts betreffen die Gerichlskostenordnung und das Gesetz über den Elementarunterricht. L (Justizaktuare.) Auf Grund der im Monat Maid. I. abgebaltenen Prüfung sind folgende Kandidaten als Justizaktnare ausgenommen wvrden: Julius Bastian von Au a. Nh., Wilhelm BreithauPt von Teutschneureuth, Adolf Burger von Konstanz, Wilhelm Bukck von Mosbach, Wilhelm Eiermann von Großweier, Adolf Frey von Freiburg, Friedrich Gißler von Oberschopfheim . Karl Hessrlbacher von Wiesloch, Oskar Kimmig von Gengenbach, Anton Kr e th vonWaibstadt, Friedrich Probst von Vehlingen» Karl Schmidt von Elberfeld, Karl Schramm von Konstanz. Friedrich Schrödersecker von Leutershausen, Robert Siebenhaar von Heidelberg, Friedrich Slein- mann von Lahr, Anton Walleser von Wieden, Ferdinand Weisschuh von Baben, Heinrich Wittemann von Buchen. * (Verkehrsstörungen.) Nack eingegangener Meldung sind die Verkehrsstörungen auf der Strecke Gillcy-Besaneon der Paris-Lyon—Mittelmeerbahn und der Strecke Turin— Savvna der italienischen Mittelmeerbshn wieder gehoben- ? (Badischer Frauenverein.) Die „Blätter des Badischen Frauenvereins" melden von zwei größeren Gaben, die demselben aus Anlaß der Feier des Regicrungsjubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs zugeflvssen sind, eine solche von 1000 M., welche von einem nicht genannten Herrn aus Mannheim Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin zur Verfügung gestellt wurde, und eine solche von 800 W., Ertrag des vom 1. Badischen Dragoner- und 1. Badischen Artillerieregiment veranstalteten Reitcrfestes. * (Großb. Hoftheater.) Das Repertoire der nächsten Woche bat aus.verschiedenen Gründen eine Umänderung erfahren. Zu Ehren der bevorstehenden Anwesenheit Seiner Majestät des Königs von Württemberg werden am Donnerstag bei festlich erleuchtetem Hause „Die Meistersinger von Nürnberg" in Scene gehen. Die Besucher dieser Vorstellung werden ersucht, in festlichem Gewände zu erscheinen. Vorher, am Dienstag, wird eine Vorstellung von LisztS »Legende von der heiligen Elisabeth" stattfinden. Statt der für Pfingstsonntag ursprünglich angesetzten Vorstellung mußte infolge dieser Aenderungen eine Wiederholung des „Trompeters vou Säkkingen" angesetzt werden. Die beiden Schauspirlvvrstrllungen der Woche, Sbakspeare's „Sommernachtstraum" und Mosers „Bibliothekar" haben am Montag und Freitaq ihren Platz gefunden. Dienstag den 14. d. M. wird sich Herr Baskcrmann von dem hiesigen Publikum verabschieden, und zwar in derMolle des Viktor v. Berndt in Mosers „Veilchen- sreffer". Als letzle Vorstellung vor Beginn der Ferien ist für Donnerstag den 18. Juni Gounods Oper: „Romeo und Julie" in Aussicht genommen. * (Zur Erforschung des Limes.) Am 6. d. Mts. wird in Heidelberg die Reichs-Limes-Kommisfion zu ihrer ersten Gesamnttsitzung zusammentreten. Zu Mitgliedern derselben sind dom Reichskanzler ernannt: 1. auf Vorschlag der preußischen Regierung: Geheimer Oberregierungsrath 0r. Althoff- Berlin, der Landcsdirektor der Rheinprovinz, Gebeimer Oberregierungsrath Klein- Düsseldorf, Oberst z. D. v. Cohausen- Wiesbaden, Oberstlieutenant vom Nebenetat des Großen General staSes v. Les zc zyn s ki - Berlin. Geheimer Regierungsrolh Professor Or. Nissen-Bonn; 2. auf Vorschlag der bayerischen Regierung: Generalmajor a. D. Popp-München, Studienrektor Professor Ohlenschlager- Speyer; 3. auf Vorschlag der w ü r t t e m b er g i s ch e n Regierung: Professor 1>r. v. Herzog-Tübingen; 4. ans Vorschlag der badischen Regierung: der Grsßh. Konservator Geheimer Hofratb 6r. Wagner-Karlsruhe, Hofraih, Oberbibliothekar und Professor Dr. Z an g em e i st er - Heidelberg; 5. auf Vorschlag der hessischen Regierung: Obecschulrath S o ld a n - Darmstadt, Rentner Friedrich K ofle r - Darmstadt; 6. auf Vorschlag der Akademie der Wissenschaften in Berlin: Professor vr. Mo mm sen-Berlin; 7. auf Vorschlag der A kademie der Wissenschaften in München: Geheimer Rath Professor vr. Ritter ». B r u n n - München. Der geschäftsführende Ausschuß besteht kraft der Verfügung des Reichskanzlers aus den Herren Popp, Herzog und Zangemcister, von denen der Letztgenannte den Vorsitz im Ausschuß führen wird. Als Kommissar des Reichskanzlers wird Geheimer Oberregierungsrath Sckroeder erscheinen. Auch die beiden Dirigenten des Limes-Unternehmens. Generallieutenant v. Sarwey und Museumsdirckior Professor vr. Hettner, werden an den Bedachungen theilnehmen. * (In der gestrigen Stadtratbssitzung) wurde Herr Stadtverordneter Ludwig Sch wind t zum stellvertretenden Mi!- glied der Krankenversicherungskommission ernannt. — Die im städtischen Krankenhaus zu besetzende Assistenzarztstelle wurde dem Herrn vr. Wilhelm Herren kn echt. z. Zt. Assistenzarzt an der Umversitärsaugenklimk in Freiburg. übertragen. — Ferner beschloß die Versammlung, daß der auf dem LudwigSplatz befindliche öffentliche Brunnen mit einem Aufwand von etwa SSO M. ausgebesserr werden soll. * (Stadtgarten - Theater.) Um dem hiesigen Publikum die Vorstellungen des Süddeutschen Hofkheaterenscmbles zu billigen Preisen zugänglich zu machen, wird Herr Direktor Prasch ein besonderes Abonnement für 16 Vorstellungen, die fämmtlich nur Erstausführungen bringen werden, eröffnen. Die Abonnementsvorstellungen finden am 19., 2t., 53., 28,30. Juni, s.. 7.» 10.» 14., 17., 21., 24., 28., 31. Juli und 4.. 7. August statt. Die Abonnementskartell werden zu bedeutend ermäßigten Preisen ausgegrben und sind nicht persönlich, sondern übertragbar. Die näheren Abonnementsbedingungrn sind bei Herrn Adolf Ulrici, Herrenmodewaarenlager, Kaiserftraße 201, zu ersehen. Da nur ein Theil der Sitze den Abonnenten zur Verfügung gestellt werden kann, machen wir daraus aufmerksam, daß Vormerkungen schon jetzt angenommen werden. Das Gastspiel wird am IS. Juni beginnen und als erste Vorstellung gelangt die neue Operette Müllöckers „Das Sonntagskind" zur Ausführung. , * (Die Stiftungsfeier des hiesigen CorpS „Bavaria"), über deren Beginn wir schon gestern berichteten, wird ihrer Hauptsache nach in Stuttgart in Gemeinschaft mit dem dortigen Freundschaftscorps .Teutonia" stattsinden. Der gestrige erste Festtag konnte gewissermaßen als Vorfeier gelten und darf derselbe in seinem flotten Verlauf für eine gute Vorbedeutung des ganzen Festes gelten. Nachdem gestern Abend im Corpsbause der „feierliche Konvent" beendet, begaben sich die Festtheilnehmer mir ihren Damen nach dem „Hotel Erbprinzen", wo ihrer ein opulentes Abendessen harrte. Es war hier alles so vortrefflich, daß die ohnehin schon vorhandene Festesstimmuvg noch eine wesentliche Steigerung erfuhr. Der Erstchargirte, Herr Studiosus Bär, hieß oste Anwesenden herzlich willkommen und brachte ein freudig aufgenymmenes Hoch auf die Gäste, die „alten Herren" und namentlich die Domen aus. Im Weiteren verlas Herr Bär eine große Zahl Glückwunschtelegramme von am Erscheinen verhinderten „alten Herren", welchen die Festtafel ebenfalls ein kräftiges dreifaches Hoch widmete. Das Mahl nabm einen flotten Fortgang und die gute Tafelmusik der Artilleriekavelle unter Herrn Lieses Leitung wird wohl daS Verdienst haben. daß alsbald die Tafelrunde zu einem Fesiball sich suflöste, der bis lange nach Mitternacht währte. Heute Vormittag traten die Festtheilnehmer die Fahrt nach Stuttgart an, und wir wünschen, daß der Verlaus des Festes dort so gut sein möge, wie es hier begonnen. Konstanz, 2. Jn»i. (Ausstellungen. — Bodensee- osfiziersfest.) Im Laufe dieses Jahres sollen hier noch zwei Ausstellungen stattsinden, -und zwar eine im Juli für alte Stickereien und Gewebe im Kapitelsaale des Münsters und eine im Herbste» nämlich eine Gemäldeausstellung deS Bodensee- kunstvrreins im KonziliumSsaalr. — Das Bodenseeofsiziersfest findet dieses Jahr hier statt im Jnselhotel am II. Juni, Nachmittags 3 Uhr beginnend. Nus der GroM. Galerie. Die Großh. Galerie hat als Geschenk von Frau Hofrath Just eine schöne große Kopie von Rafaels Madonna Di Fuligno erhalten, welche von der Hand des verstorbenen Vaters der Geschenkgeberin, Professor Grahl in Dresden, herrührt. Rafael malte das Bild im Jahre 1511 für Sigismondo Conli, den GehcimsLreiber Papst Julius II. Für den Hauptaltar der Kirche Aracili bestimmt, wurde das Bild 1565 nach Faligno in die Kirche des Klosters Delle Csntesse übertragen, 1798 durch die Franzosen nach Paris entführt, 1815 zurückgcgeben und in der Galerie des Vatikans aufgestellt. Maria ist auf Wolken thronend, von einem Kranz anbetender Cherubinen umgeben dar- gestellt. Sie unterstützt mit der Linken das in lebhafter Bewegung von ihrem Schoße heradstrebende Christuskind, das sie außerdem mit ihrer Rechten an einem Bande hält. Die Gegensätze in den Bewegungen der beiden Figuren zeugen in ihrem herrlichen Linienspiel von höchster künstlerischer Freiheit. Unten, zur Rechten der Madonna, steht Johannes der Täufer in seinem härenen Gewand, eine prächtige fast ekstatische Gestalt. Er wendet sich an den Beschauer, mit der Rechten zu der himmlischen Erscheinung hinaufzeigend. Vor ihm kniet, in Verzückung emporschauend, der hl. Franciscus, in der Linken das Kreuz haltend, in der ausgestreckten Rechten das hl. Wundmal zeigend. Ihm gegenüber kniet in herzlicher Frömmigkeit die redliche Gestalt des Stifters, von dem ehrwürdigen hl. Hieronymus der Madonna empfohlen- Hinter ihm sieht man den Löwen des Heiligen. Beide Gruppen werden durch einen entzückenden Engelknaben verbunden, der, mit beiden Händen eine Jnschrifttafel halten-, emporblickt. Den Hintergrund bildet eine Hügellandschaft in einer Stadt, aus welche eine Bombe niedersällt, während darüber als Zeichen des Friedens ein Regenbogen sich ausspanvt Man will dies aus eine Belagerung von Fuligno, der Vaterstadt des Stifters, beziehen. Das Werk zeigt Rafael zum erstenmal auch in dem groß aufgebauten Andachlsbild als Meister der vollendet freien Kunst, feierlich und doch rhythmisch frei bewegt- dabei von leuchtender Krast der Färbung. August Grahl, der Schöpfer dieser gediegenen Kopie, wurde am 28. Mai 1791 in einem kleinen Mecklenburgischen Ort, wo sich seine Eltern gerade auf der Reise befand, n. geboren. Ansässig waren dieselben in Berlin, wo der Knabe eine Zeit lang die Akademie besuchte. Im Jahr 1813 »erließ er dieselbe, um die Kriege gegen Napoleon mitzumachen. Er wandte sich dann wieder der Malerei zu und wurde ein geschätzter Porträtmaler, der sich auch in Miniaturen auszeichnete. Außerdem erfand er eine eigene Technik und stellte selbst seine Farben her, so daß seine Bilder bis auf den heutigen Tag frei von Sprüngen und Rissen sind und in voller Klarheit und Frische glänzen. Als er 1821 nach Rom zu gehen beabsichtigte, ließ er sich zwei Jahre in Wien fesseln, weil er dort mit Aufträgen überhäuft wurde, i Dann aber wan'te er sich nach Rom, wo er etwa sieben Jahre, bis 1830 blieb. Nach Berlin zurückgekehrt, malle er dort bis 1835 zahlreiche Porträts, hauptsächlich am Königlichen Hofe. Eine Unterbrechung brachte ein Aufenthalt in England 1831, wohin er berufen wurde, um die Königin Adelaide. Gemahlin Wilhelms IV., zu porlrätiren. Im Jabre 1835 endlich siedelte er nach Dresden über, wo er am 13. Juni 1888 starb. Unsere Kopie nach Rafael ist ein schönes Zeugniß von dem seinen Ber- stänvniß, mit welchem der Künstler sich den Schöpfungen der klassischen Zeit hingab. Nsuefls TLlegrKMML. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Berlin, 4. Juni. Aus Oberglogau wird gemeldet, daß Seine Majestät der Kaiser heute Früh im Hofe des dortigen Schlosses das Hufarenregimem „Graf Götzen" besichtigte und um 11 Uhr in der Pfarrkirche der Trauung des Fürsten Radolin mit der Gräfin Oggers- dorff beiwohnte. Die Trauung wurde vom Fürstbischof Kopp vollzogen, der alsdann die Messe celebrirte. Berlin, 4. Juni. Der „Reichsanzeiger" meldet, daß Seine Majestät der Kaiser heute Vormittag in Oberglogau den Fürstbischof Kopp in längerer Unterredung empfing. Berlin, 4. Juni. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller beschloß gestern in Uebereinstimmung mit dem Aeltestenkollegium der Kaufmannschaft die behufs Bildung einer freien Vereinigung zur Schaffung eines Garantiefonds für eine Berliner Weltausstellung eingeleiteten Maßnahmen bis Herbst zu vertagen. Berlin, 4. Juni. Das „Tagblatt" meldet aus Sansibar/ die Wißmann'sche Expedition begebe sich am 7. Juni über Saadani, wo der Wißmann'sche Dampfer lagert, nach Chindi in Portugiesisch-Ostafrika. Von dort wird die Reise in das Innere angekreten. Berlin, 4. Juni. Wie verlautet, erfolgte die Verhaftung des Rektors Ahlwardt wegen Beleidigung. Prag, 4. Juni. Zum Grubenunglück in Przibram wird gemeldet, daß von den aus den Schächten heraufbeförderten Arbeitern nur dreizehn am Leben erhalten werden konnten. Bei den Rettungsarbeiten sind 27 Menschen umgekommen. (Eine spätere Depesche meldet noch folgende grauenhafte Details: Im Adalbert-Schachte sind so viele einzelne Körpertheile aufgefunden worden, daß 3 Wagen mit ihnen gefüllt wurden. Die Leichen sind derart angeschwollen, daß größere Särge angefertigt werden mußten. Der Schaden wird auf 2'/, Millionen Gulden veranschlagt und es sind an ihm auch zahlreiche Privatpersonen betheiligt. Die Bruderlade verliert einen großen Theil ihres Vermögens. Voraussichtlich wird die Wegschaffung der Leichen 14 Tage beanspruchen, während bis zur Wiederherstellung der Schächte 15 Monate vergehen dürften) Paris, 4. Juni. Unter der Brücke des Dorfes Pantin fand die Polizei 141 Dynamitpatronen, die oermuthlich von Anarchisten dort versteckt worden sind. (Pantin liegt im Arrondissement St. Denis und zählt etwa 5000 Einwohner, die vorzugsweise Weinhandel treiben oder in der Zuckerindustrie beschäftigt sind.) New-Dork, 4. Juni. Eine Depesche des „New-Dork Herald" aus Valparaiso meldet die Demission des chilenischen Ministeriums. (Welche Vorgänge die Veranlassung zu dem Rücktritt des Ministeriums gegeben haben, läßt sich einstweilen nicht seststellen. Vorgestern ist der Kongreß in Valparaiso eröffnet worden, aber es verlautete nichts von einem drohenden Konflikt zwischen dem Kongresse und der Negierung.) GroMrrjvgttchrs Hotthrsrer. Pfingstsonntag, 5. Juni. 7^. Abomiementsvorstellung: „Der Trompeter von Säkkingen", Oper in 3 Aufzügen nebst einem Vorspiel. Mit autoristrter theilwciser Benützung der Idee und einiger Originailieder aus I. Viktor «. Scheffels Dichtung von Rudolf Bunge. Musik von Viktor E. Neßler. Anfang ^7 Uhr. Pfingstmontag, 6. Juni. 79. Ab.-Vorst,: „Ein Sommcr- nachtstramn", vhantastisches Lustspiel in 3 Akten von Shak- sveare, übersetzt von Schlegel. Musik von Felix Mendelssobn- Bactholdy. Anfang '/i? Uhr. Farnittennachrichten. Karlsruhe. Auszug aus dem StauLrsbuch-RrMrr. Eheschließungen. 4. Juni. Franz Auth von hier, Bildhauer hier, mit Agathe Feiner von hier. — Jobann Elsig von Freiolsheim, Bahnarbeiter hier, mit Antonie Krell von Kuppen- heim. — Paul Hartmann von Rothenfels, Küfer hier, mit Luise Krieg von Großeicholzheim. — Friedrich Maier von Hemmingen, Fabrikarbeiter hier, mit Luise Eisele von Ettlingen. — Emil Sckmidt von Ettlingen, Kaufmann in Maikammcr, mit Amalie Bausback von hier. — Leopold Wipsler von hier, Kaufmann hier, mit Karoline Förderer von hier. — Otto Stephan von Mühlhausen, Fabnkant daselbst, mit Natalie Koch von Mülverstedt. — Wilhelm Bickel von hier, Schreiner hier, mit Elisabeth» Schäuble von Ruith. — Julius Zittel von Sand, Schlosser hier, mit Friederike Weigel von hier — Johann Schillinge! von Denzlingen, Ravvorteur in Durlach, mit Emilie Knecht von Münchhof. — Robert Fischer von Tübingen, Ingenieur in Mannheim, mit Margaretha Köder von Weriheim. Todesfälle. 2-Juni. Emma, 6 M. 26 T-, V.: Karl August Stauch. Schlosser- — 3. Juni. Kar!, 1 T., V: Karl Karst, Werkführer. — 3. Juni. Elisabeths, Ehefrau des Mechanikers Adolf Böhler, 32 I. MUrrMtgsürsbLÄtrmsrrr der Meteors!. Station Karlsruhe. Juni 3 Nachts 9^!I 4.Mrg4.7^tt') 4 Mittgs.2"t1 !Baron>, ww Th-rm. in 0. Ws-t. Frücht. 12.5 12.0 52.5^4-20.0. 11.2 7L2.2Z-17 4 51.6^4-15 6 , Rclartvs FttrchriA- in -/.r 85 ! 91 i öö ! Wirrd. SW NE NE Himmel, bedeckt > > ! I I > ') Hochnebel. Regen — 5.8 mm der letzten 24 Stunden. Waffepstand des AheisS. Maxau. 4. Juni, Mrgs., 4.79 m. gestiegen 5 cw. Uebcrsicht der Witterung vom 4. Juni. Die Luftdruck- vertheilung hat fick seit dem Vortag nur wenig verändert. Während tiefe Depressionen im Norden lagern, wird Mitteleuropa von vcrliältuißmäßig hohem Luftdruck bedeckt, doch sind in diesem viele Unregelmäßigkeiten zu erkennen, was unbeständiges, regnerisches Wetter zur Folge hat. Da das Ortsbarometer nur geringe Bewegungen zeigt, so wird sich auch die Wetterlage wahrscheinlich nur wenig oder gar nicht ändern. Frankfurt! Stsar-pspirrr. j S«/tzD.ReichS2NlU'ye 8? ss, 4Y/2 dts. i§? 101 4"/^Preuß. Konsol K7.—s l«/vOaden in fl. 101 so> 1-r/, „ „ M. IVS.SS! Qrfterr. Goldreute „ Silbevrrnte 61.15 -»Ungar. GolörrnLr S4 lu ibS6r Ärrffen II. Ovienraulrirr«. JiaUener csarptsM Egyplsr Evantsr Zoll-Türken BssLtv, KreLUaUien Diskonto Kammrrrt DsnnstLLter Bank Handelsgesellschaft Deutsche Ban? Dresdener Ean! S4.SL SS.50 93.45 S?.8V> «5 8S SL 20 trlrgraxhischr Rursverichtr VS»! 4. Juni 1332. BshmMir». ^Oestrr. Staatsbihn 132 s» Schweiz. NardMdabn II» 2SI Ämdarden 43 — „ Ceniralbahn lrs.»» DistoLts-Äommü»» 197 so Hotchsrd 14».-l Laurrbiirte rr» 5» Lombardei! , Geistntirchen 143.3» Ungarn »4.— ^ Dortmunder SS so Eldchal 2«s.so,'Bochumer >35 80 Heff.LndivigSbahü LI7.SI! Stubelnotra SI47U SSrchsi! .uro «orres. > Lenden»! behauptet. Wechsel a. «wfter» iss.so; Wie». London Zv.s^ Kreditaktieu' 322.87 Sl.t s Sraauvahu S S so rio.ss. Lombarden ss.so IS 2» I UnoMn rio.es l>, Markn-ier- SS.SS TeodrN!'. feit. Paris Paris „ Wien NaholeonSd'or Prroatdiskomo «achdörti. ÄrediraM-n 2?«^/, S7S>, DiÄonto-Ksmmandir IS» es 3 -Reute' »S.4S iss.- ItaatSbahn uer' , Anaiuer ss»» I4S.— Lombarden 37», Türken 2a.47 lso.70^ Trndenz! sehr fest. i Otro-M!-' sss — —. r>.. . 3 Portugiese» 23 2» isc.rs . Osstrrr. iireditaWeu 172 so, Tendenz: — Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Harder in Karlsruhe. Wer fick eine billige, angenehme und der Haut zuträgliche Toilettescife verschaffen will, der kaufe F. Wolff «L Lohns Palmitin-Seife, die zu 25 Pf. das Stück in allen einschlägigen Geschäften zu haben ist._ ttliiwrgeNker'dlickLs Nagsrm von f. L LL HoLieiororttev, LärlLruktS, konäslplatö. Srässtss I>nxsr von I-uxns- nnä SsbrnnottsLrttLsln in korrellau, Or/stLll, Lranre, Okri-tsüs-Lilber, kencknlen, llsmpsn kür Cssoliviiles, Lnsstsnsrn. llöbsl- ULäHuussiurlolltunxsa Todesanzeige. *4* > Freidnrg i. B. Freunden und Bekannten MM geben wir schmerzerfüllt die Trauerkunde, daß unser lieber Gatte, Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Oheim vr. Gustav Wert, Geheimrrath und Gefüngnißdirektor a. D., Kommandeur und Witter hoher Orden, heute Morgen im Alter von 67 Jahren nach längerem, schweren Leiden uns durch einen raschen Tod entrissen wurde. Wir bitten um stille Theilnahme. Freiburg i. B., den 3. Juni 1892. vir tirftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag den 5. Juni, Nachmittags 4 Uhr, statt. T 915. friestriek Klos, L 8üL»'8 Detail, Xui86r8tra88« 104, Lek« der Verrovstruss«, ewpüelilt 86m vou und Vr«»»«», NnZollU«», VLeI»«r IsLsr ^.rt. ^ r ,» -« «1 n 4 i «r- 8 <1iI» 1< , L'ortrvLIrrsirck Dtrrs-rirL von Horrlroltsrr. O 789.34. 8tskIbLl! Iiimau Li» verduoäea mit siitIt>VS880I'-Is«-iIiI»8ti»It. VVürtt. övimstatioa äer Willis 8trLttL»rt——Harr». 8peek»IVvIr»»«1le>NL unck »« leickencker kersonso, sonie VNL W'r»!»«»-, ete. — Usuüsts bvgieoi«:de! Linriektungeo. — » VerLnvrvi» unter persüal. Ueiiuuä 6« 8»nitLtsrats unck kdesürn» Vr. H^«r»r. — kräcluiger Lommsraicksatilalt kür Lrkoluvxsdeäürktigs. — VtIVg-« V«»»I»r»»Mi-«li»v — StLaäig» LackeLrrte Lvaitätsr- Vr. HVer» unck Vr. 8e!»W»t4. — Owuibus ru cken Uauptrüxeo sw Ladndok Lxseli. T'550.2. krosp. gratis u. sranüo äurad äie V»Avck1r«Irtt«li Kksstlfabrik Kaiserslautem, Herrmann ä- Schimmelbusch in " ' V/asserrolir- (8iokkM!8-) l<688kl, Patent Hohlfeld, mit vertikaler Anordnung der RSbren. Keine Rohrver- fchlüffe. Einfachste Construc- tion; bequeme u. rasche Auswechslung der Rühren. Pro- jecte u. Kostenanschläge durch den General-Vertreter: Lodert Ll8L688er, N> Soeben erschienen: T-91S- Die Einheitsschule mit lateinlosem Unterbau, besprochen von vr. G Uhlig, Direktor des Großb. Gymnasiums und Honorar-Professor an der Universität Heidelberg. Lex 8". Geh. 2 Mark. 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La. 1 u 8 g. 6 d 01. 8-reIIsoiI (Sck«eir) Strtion t.äulelii»gen. Lrvüuuu^ 8 ünu 1 sF äeu 5 . .1 uni 1892 . Ls empfehlen sieh bestens T'916.1. CleneUrr. .kenn). Vi 6 86li^V6i2er IIUreu-Uauukaorur L.LvrK8kIlIlIttz m üilrkrulie, R'349.i7. Kurvenstratze 19 (kein Laden), gibt auch einzelne Damen» u n d Herren-Taschen- Uhren, genau repassirt. zu wirklichen Engros-Preisen ab. Remontoir-Uhre>r von Mk. 9.— an. Großes Lager von Kegniatenre» Wanduhren «.Weckern V«V»r»1r»r«»» rr«d liilliL- 1M Der praktische Ratgeber Mft- und Hartenßau. Verlag König!. Hofbuehdruckerei Vt »rritnsvli L 8obn Frankfurt a. O. Illustrierte Wochenschrift. Erscheint an jedem Sonntag, rizene, Etsbliffemrut mit Nrrs»ltzs?>rte, usi NersuchskeLerei. O.788.35. Preis bei jeder Postanstalt oder Buch- bandlungvierteljährlich eincMark. Aus dem Inhalt der neuesten Nummer: Lohnt sich der Anbau von Aepfcln oder nicht? V. — Der Saftumlauf in den Bäumen und das Ringeln (3 Abb.). — Bordelaiser Brühe und ihre Anwendung (Abb.). — Schaden Moos und Flechten den Obstbäumen? Aus der Pflanzungspraxis. — Vom Erdfloh (2 Abb.). — Verhüten, daß das Wasser im Springbrunnen trübe wird. — Das Rindenplatzen bei Stachelbeersträuchern. — Gartenarbeiten im Juni. — Prak tische Wafserrinnen (2 Abb ). rc. Prsbenummern gern auf Verlangen kostenlos übersandt. Ostprenßijche Stute, !7jährig, 1,68 m „roß, hellbraun, gut ! geritten (auch gefahren), schöne Figur, ^ wegen Reise in-- Ausland zum billigen > Preis von Mark 12VV.— fix zu ver- ! kaufe«. T 897 2. _ D»tt «i- 8»II, Mannheim. Ältdeuische Lier- und Weinstube Larlsrirlle, Ludwigsplatz. ^ Altrenommirtes Vesluursirt, anerkannt gute Lü«I>«. LörveirdrLr» vom Faß, reine aufmerksame Bedienung. S 816.8. ü'461.44. Karlsruhe. 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Die Kinder der! im Jahr 1853 verstorbenen Hyazinth ^ Fettig Ehefrau, Franziska, geborene. Baum er, Namens Donal, Marga-! retba, Wendelin und Katharina Bau-! mer von Steinmauern, sind zur Erbschaft des am 21- Avril 1892 ledig verstorbenen Wendelin Baumer von Stoin- 7°8!ab Walldorf 7"! ab St. Ilgen 7rs ab Leimen 7°°ab Kirchheim . — d^ü?b» anrHeidelbg Hvtbhf siab s^ Karlsruhe» den 2 Juni 1892. Generaldirektion. "T.868.2- Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Lokomotivliefermtg. Wir beabsichtigen die Vergebung von 10 Stück Güterzugslokomotivea mit Schlepptendern und 4 Stück Tenderlokomotiven. Die maßgebenden Bedingungen. Grundzüge und Zeichnungen können bei unserem Centraldureau gegen Einsendung von 4 Mark erhoben werden. Schriftliche, versiegelte, mit der Aufschrift „Lokomotivlieferung" versehene Angebote wollen spätestens bis zum 11. Juli l. I. portofrei bei uns eingereicht werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Karlsruhe, den 31. Mai 1892. Generaldirektion. _ ' T 9211." Nr. 2420 Waldshut- Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Nachbenannte Bauarbeiten zur Vergrößerung des AufnahmsgebäudeS Wilchingcn sollen öffenttich vergeben werden: Annähernder 1. Grab-, Maurer- und Anschlag Gypserarbeiten .... 2300 ^ 2. Zimmerarbeit. 730 „ 3. Schreiner- u- Glaserarbeit 550 „ 4. Schlofserardcit .... 360 » 5. Blechnerarbeit .... 90 „ 6. Anstrcicherarbeit - - . - 200 » Zus- 4230 Vergebungsbcdingungen und Pläne liegen im Hochbaudureau des Unterzeichnete» zur Einsicht auf. Angebote sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens bis Dienstag de« 14. Juni d. I., Vormittags 9 Uhr, hierher einzureichcn, zu welcher Zeit die Eröffnung der eingelaufenen, Angebote stattsindet. Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Walbshut, den 2. Juni 1892. Der Gr- Bahnbauinspektor. Coloffeum-Theater. Sonntag den 5. Juui, Anfang 8 Uhr: Zwischenaktmusik der Kapelle des Leib-Dragonerregiments. WkSchmiMdkriichms. Schauspiel in 5 Akten. Montag, 6. und Dienstag, 7. Juni, Anfang 8 Uhr: Gastspiel des berühmten Zwergkomikers MkuiiLkiltkGrid haben! Gesaugspofse in 6 Bilder». Kaiser-Panorama SS Eintrittspreis 30 Pf. — Kinder 20 Pf. Abonnements 5 Reisen 1 Mk. Vom 5. bis mit 11. Juni: Freiburg, Karlsruhe, Zpcier, Worms rc.