jmlsriilikk Zeitim. Montag, 3 Oktober» Expedition: Karl-Friedrichs-Ltraße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 1S4), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. Vorausbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. 65 Pf. Einrückungsgebühr: die gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfennige. Briefe und Gelder frei. 18 S 2 . Nichtamtlicher Thril. Karlsruhe, den 3. Oktober. Zu der russischen Note an die Pforte liegen heute ein paar bemerkenswerthe Zeitungsberichte vor. In der russischen Note, welche durch den Geschäftsträger Ja- dowsky zur Kenntniß der Pforte gebracht wurde, war bekanntlich noch einmal die russische Auffassung der bulgarischen Verhältnisse auseinandergesetzt und das — nach Ansicht der Petersburger Regierungskreise — allzu freundliche Verhalten der türkischen Negierung gegenüber Bulgarien kritisirt worden. Die „Times" geben einen Auszug aus der russischen Note. Darnach spricht dieselbe zunächst das Bedauern der russischen Regierung über die Reise des bulgarischen Ministerpräsidenten Stambuloff nach Konstantinopel aus. Husni Bey habe zwar im Namen des Sultans die Erklärung abgegeben, daß Stambuloff zu seiner Reise keinerlei Ermächtigung erhielt, daß vielmehr diese Reise bei der türkischen Regierung Ueberraschung hervorgerufen habe und in der korrekten Haltung der Pforte keinerlei Aenderung Hervorrufen werde. Indessen könnten angesichts der den Vertrügen widersprechenden Lage der Dinge in Bulgarien und der kürzlich in Sofia erfolgten Hinrichtungen sowie der in der „Swoboda" veröffentlichten gefälschten Schriftstücke, die persönlichen Auszeichnungen, deren Stambuloff in Konstantinopel theilhaftig geworden sei, nicht verfehlen, den begründeten Verdacht wachzurufen, daß Stambuloff seine Reise nach Konstantinopel zu dem Zwecke unternommen habe, um sein Ansehen in Bulgarien zu heben. Die türkische Regierung habe, indem sie sich absichtslos zu diesem Manöver hergegeben, die usurpa- tarische Regierung des Fürstenthums ermuthigt und den Schein erzeugt, als wolle sie mittelbar die politische Unbeständigkeit und Unordnung in den bulgarischen Verhältnissen billigen, die allgemein als eine bleibende Gefahr für die Sicherheit des europäischen Friedens angesehen wurden. Die Note schließt, wie die „Times" versichern, mit der Mahnung an die türkische Regierung, eingedenk zu sein, daß die Lebensinteressen der Türkei auf der strengsten Beobachtung der Verträge beruhen. Eine Drohung der russischen Regierung, die Rückstände der Kriegsentschädigung strenger einzufordern, falls die Pforte ihre bulgarenfrcundliche Politik nicht aufgeben sollte, war in der Depesche selbst nicht enthalten, aber von dem Ueberbringer der Note, Jadowsky, mündlich hinzugefügt. Ein Bericht der „Politischen Korrespondenz" schildert nun den Eindruck, den die russische Note in den türkischen Regierungskreisen hervorgerufen hat. „Es ist," sagt der Korrespondent, „nicht recht abzusehen, welchen Erfolg dieser nun schon so oft widerlegte Protest Rußlands eigentlich haben soll. Die Pforte ist dagegen schon abgestumpft, und es bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihre bei jeder ähnlichen Gelegenheit ausgesprochene Auffassung, daß es ganz ihrem Ermessen überlassen werden müsse, wie sie sich gegen einen Vasallenstaat zu stellen habe, zu wiederholen. Vielfach ist auch die Ansicht ausgesprochen worden, daß es Rußland mit dem neuerlichen Proteste darum zu thun gewesen sei, den eventuellen Empfang des Prinzen Ferdinand durch den Sultan zu verhindern. Dem gegenüber muß betont werden, daß ein solcher Empfang auch ohne jenen Protest auf die größten Schwierigkeiten stoßen würde; der Sultan könnte sich nämlich nie dazu entschließen, den Prinzen Ferdinand als Fürsten von Bulgarien zu empfangen, so lange er nicht von allen Mächten anerkannt ist, wozu vorläufig, wie der eben erfolgte russische Protest zum Ueberfluß abermals beweist, keinerlei Aussicht vorhanden ist. In anderer Eigenschaft aber könnte Prinz Ferdinand, ohne seiner und des von ihm regierten Staates Würde zu vergeben, am Bosporus nicht erscheinen, und deshalb ist auch der Gedanke einer Reise des Prinzen nach Konstantinopel, wenn derselbe überhaupt jemals gehegt wurde, vollständig fallen gelassen worden. In dieser Beziehung muß somit der russische Protest als gegenstandslos gelten. Was die Entsendung Djemal Bey's nach Philippopel betrifft, so muß man selbst bei der Eröffnung der Ausstellung zugegen gewesen sein und die hohe Freude des Prinzen Ferdinand und der bulgarischen Regierung über die Entsendung Djemal Bey's, wie sie in der Rede des Prinzen bei dem ihm zu Ehren gegebenen Hofdiner zum beredten Ausdruck kam, miterlebt haben, um die Bedeutung des konsequenten russischen Protestes in ihrer ganzen Hartnäckigkeit würdigen zu können. An der Haltung der Pforte jedoch dürfte derselbe kaum etwas ändern." Wenn diese Zuschrift an die „Politische Korrespendenz" wirklich die Anschauungen der türkischen Regierungskreise wkderspiegelt, so sind die letzteren, denen diplomatische Beschwerden allerdings nichts ganz neues sind, den russischen Vorstellungen gegenüber ziemlich passiv geblieben. Was die mündliche Bemerkung des russischen Geschäftsträgers bei der Ueber- gabe der Note betrifft, so liegt heute folgends Telegramm aus Konstantinopel vor: „Es verlautet, der Großvezier habe aus die mündliche Mittheilung des russischen Geschäftsträgers betreffs der Rückstände der türkischen Kriegsschuld geantwortet, er werde die Mittheilung zur Kenntniß des Ministers des Auswärtigen bringe» , zu dessen Ressort sie gehöre, im übrigen aber werde Vorsorge getroffen werden, daß die Rückstände bald und regelmäßig beglichen würden." Bei den bekannten Finanzverhältnissen der Türkei wird es freilich wohl einige Schwierigkeit machen, die Rückstände „bald" zu begleichen. Aeutsckriamd. * Berlin, 2. Okt. Seine Majestät der Kaiser hat in den letzten Tagen während seines Jagdaufenthalts in Rominten die Chefs des Civil- und Militärkabinets, Geh. Rath v. Lucanus und General der Infanterie v. Hahnke, zu Vorträgen empfangen, auch nahm der Monarch daselbst die regelmäßigen Marinevorträge entgegen. — In einigen Blättern heißt es, Seine Majestät der Kaiser beabsichtige, selbst die bevorstehende Reichstagssession zu eröffnen, um die große Bedeutung derselben zum Ausdruck zu bringen. Darüber scheint jedoch noch kein endgiltiger Beschluß gefaßt zu sein. Der Reichstag wird diesmal eine Präsidentenwahl vorzunehmen haben, was ihm durch die wiederholten Vertagungen in den beiden letzten Jahren erspart geblieben ist. An der Wiederwahl des bisherigen Präsidiums soll indessen kaum zu zweifeln sein. — Ueber das Befinden des PrinzenHermann von Schaumburg-Lippe wird aus Kirchdorf in Oesterreich gemeldet, daß im Allgemeinbefinden des Prinzen noch immer keine wesentliche Aenderung eingetretcn ist. Die Intervallen mit klarem Bewußtsein dauern etwas länger. — Aus Brüssel wird berichtet, daß die Kaiserin Charlotte, die Witwe des Kaisers Maximilian von Mexiko, ernstlich erkrankt sei. (Kaiserin Charlotte ist als Tochter des Königs Leopold l. von Belgien am 7. Juni 1840 geboren worden und war seit dem Jahre 1857 mit dem Erzherzog Maximilian von Oesterreich vermählt. Sie folgte ihrem Gemahl 1864 als Kaiserin nach Mexiko. Die unglückliche Wendung der Geschicke in Mexiko, denen Kaiser Maximilian zum Opfer fiel, umnachtete ihren Geist. Seit 1867 lebt sie in ihrer belgischen Heimath.) — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach auch für die Gesundheitspflege im Stromgebiete des Rheins ein Reichskommissar mit dem Amtssitz in Koblenz ernannt worden ist. Eine weitere Bekanntmachung betrifft die Errichtung einer neunten Kontrolstation für die Strecke des Elbstroms von Magdeburg bis Wittenberg. Diese Kontrolstation ist in Roßlau. — Der Zusammentritt des Kolonialraths, der bereits vor einigen Wochen angekündigt war, scheint sich nach einer Berliner Mittheilung der „Pol. Korr." etwas länger hinauszuziehen, da die einjährige Sitzungsperiode der Mitglieder bereits am 1. Juni abgelaufen war und jetzt eine Erneuerung dieser Körperschaft einzutreten hat. In der bisherigen Zusammensetzung dürften, wie der Gewährsmann der „Pol. Korr." meint, schwerlich nennens- werthe Aenderungen erfolgen, wenn auch eine solche nicht ganz ausgeschlossen ist und einige neue Mitglieder wohl eintreten werden. Ueber die dem Kolonialrathe zu unterbreitenden Vorlagen verlaute noch nichts Bestimmtes; in erster Reihe werde er sich, wie im Vorjahre, wohl mit dem Etat der Kolonien zu beschäftigen haben. Der Korrespondent bemerkt sodann: Inzwischen ist man in Kolonialkreisen sowohl durch die aus Tabora eintreffenden Nachrichten, wie über die Zulassuna der englischen Gesellschaften in Südwestafrika etwas erregt, in beiden Fällen mit Unrecht. Die Nachrichten aus Tabora sind jedenfalls stark übertrieben. Der Nachfolger Sigls in Tabora Kat es nicht in gleicher Weise verstanden, das Vertrauen der Eingeborenen zu erwerben. Nachdem die Expedition der Anti- sklavereikommission eingetroffen war, unternahm sie zusammen mit Streitkräften der Station «inen Feldzug, der ohne Wirkung blieb. Wie aus den inzwischen eingetroffeuen Berichten hervorgeht, ist die Station ungefährdet. Man hat dabei stets im Auge zu behalten, daß Tabora eine äußerst wichtige Station und gleichzeitig einen nicht minder wichtigen Stützpunkt für die Araber bildet; hier ohne weiteres mit den Streitkräften vsrzugehen, bleibt stets eine bedenkliche, sehr sorgfältig zu erwägende Sache. Wenn Jemand gesagt hat, daß man mit 1500 Mann die deutsche Interessensphäre erobern könnte, so darf dreist bemerkt werden, daß dazu auch 3000 Mann noch nicht ausreichen, wie denn überhaupt das Vertrauen auf einfache Waffenanwendung als ausschließliches und wirksamstes Mittel wesentlich zu weit zu gehen scheint. Was sodann die Konzessionirung der englischen Gesellschaften in Süd westafrika angeht, so ist es eine ungeheuerliche Uebertreibung, wenn gesagt worden ist, Südwestasrika sei den Engländern verkauft worden, während es sich lediglich um zwei englische Gesellschaften in zwei kleinen Gebieten bandelt. Man sollte dabei doch auch nicht außer Acht lassen, daß Deutschland auch völkerrechtlich nicht wohl in der Lage ist, englische Unternehmungen in Südwestafrika , wenn sie ans guten Rechtstiteln beruhen, einfach auszuschließen, ferner aber ist hervorzuheben, daß Südwestasrika seit sieben Jahren vergeblich auf die Erschließung durch deutsches Kapital wartet. Die Kolonialgesellschaft für Südwestasrika, die großen Besitz im Lande hat, verfügt kaum noch über 200 000 M. an baaren Mitteln, ein Betrag, mit dem doch sicherlich nichts Ncnnenswerthes zu machen ist; die Gesellschaft war noch im vorigen Jahre durch nichts zu bewegen, ihr Kapital zu vergrößern. Die Besiedlungen mit Deutschen in Klein-Windthorst befinden sich in den allerersten Anfängen. Da erscheint denn doch sehr wohl angezeigt, daß man englischen Gesellschaften, zumal dieselben von Deutschen, wenn auch nur wenigen, unterstützt werden, die Möglichkeit gewährt, das Schutzgebiet zu erschließen und aus diesem Wege auch für Deutschland nutzbar zu machen." — Heute Früh um 6 Uhr begann der große militärische Distanzritt, der erste Versuch, Reiter und Pferde in großer Anzahl auf ihre Ausdauer, fast in der Art eines Wettrennens, über mehrere hundert Kilometer zu prüfen. Doppelt interessant wird dieser große friedliche Wettkampf dadurch, daß zwei Armeen gleichzeitig ihre Vertreter in denselben entsenden werden, und welche militärische Bedeutung demselben innewohnt, läßt sich schon aus der bekannten Thatsache folgern, daß die beiden Kaiser den Siegern prachtvolle Ehrenpreise gewidmet haben. Infolge dessen ist denn auch die Anzahl der Theilnehmer an dem Kampfe überaus groß. Ob der Sieger in Berlin oder in Wien zu suchen sein wird, kann gleichgiltig sein, die Hauptsache ist, daß die Offiziere aus dem Distanzritte Lehren ziehen und Erfahrungen sammeln werden, die ihnen dereinst im Ernstfälle in Bezug auf die Beurtheilung der Leistungsfähigkeit ihrer Mannschaften und Pferde außerordentlichen Nutzen bringen müssen. Wenn auch der eine oder der andere auf der Strecke mit schwerem Herzen den Kampf wird aufgeben müssen, so wird er doch durch das wochenlange eigene Training und das des Pferdes Erfahrungen von großem Werthe gesammelt haben. Oelterrrich-Nnsarn. Wien, 2. Okt. Für den Besuch des Deutschen Kaisers werden schon jetzt im Lustschlosse Schönbrunn Vorbereitungen getroffen. Das große Rasenparterre, welches zwischen der rückwärtigen Front des Schlosses, dem Fuße des Gloriette-Berges und den beiden Statnenreihen liegt, ist durch die Kunst der Gärtner in ein förmliches Frühlingsgewand gekleidet worden. Im großen Galeriesaale des Schlosses soll zu Ehren des Kaisers Wilhelm am 12. Oktober ein Fest stattfinden. Aus diesem Anlässe werden sie Aufgänge und Interieurs des Schlosses im Schmucke erlesenster Blattpflanzen und Blüthen aus den Tropen prangen. Was die kaiserlichen Gewächshäuser an prächtigen Palmen und Coniferen, Rosen und Orchideen aufzuweisen haben, wird schon jetzt bereitgehalten, um zur Dekoration des Schlosses zu dienen. — In Pest sind gestern die Delegationen zusammengetreten. Die österreichische Delegation hielt bereits am Vormittag des 1. Oktober ihre Eröffnungssitzung, während bei der ungarischen dies erst Nachmittags geschah, da am Vormittag das ungarische Abgeordnetenhaus eine wichtige Sitzung abhielt, in welcher Finanzminister Wekerle das Budget und sein Finanzexposv darlegte. Die ungarische Delegation wählte den Grafen Ludwig Tisza zum Präsidenten und den Grafen Geza Szapary zum Viceprä- sidenten. Graf Tisza hielt eine Politisch bemerkenswerthe Eröffnungsrede. Er hob hervor, daß in den internationalen Beziehungen während der letzten Jahre nichts geschehen, was eine Kriegsbesorgniß Hervorrufen könnte. Der Dreibund wirke als Bremse gegen kriegerische Gelüste, allein der Augenblick der Abrüstung sei noch nicht gekommen, im Gegentheil müßten die Rüstungen möglichst vervollständigt werden. Wenn der Frieden bisher erhalten worden sei, so sei dies dem Bestreben der Mächte zu danken, einander in ihren Rüstungen zu überlreffen. Dieser Zustand sei zwar krankhaft, aber Deal habe einmal gesagt, die ärgste Krankheit sei der Tod. Unter solchen Umständen müsse die Delegation einen Mittelweg zwischen der Sparsamkeit und den Rücksichten auf die Sicherheit der Monarchie finden. Tisza schloß mit einer begeisterten Loyalitätskundgebung für den Monarchen, die lebhaften Widerhall fand. Das denDelcgationen unterbreitete gemeinsamesBudget für1893 weist einGesammtbruttoergebniß von 143 821 887 Gulden auf (mehr gegen das Vorjahr 4 679 000 fl.), davon im Ordinarium 125 359 122 fl., im Extraordi- narium 18 462 765 fl. Die dem gegenüberstehende Ge- sammtsnmme der Deckung ist 2 677 493 fl., daher das Gesammtnettoerforderniß 141 144 394 fl. (mehr 4675016 Gulden). Davon entfallen auf das Ordinarium 122681629 Gulden, auf das Extraordinarium 12 462 765 fl. Das Ordinarium wuchs gegen das Vorjahr um 3 346 432 fl., das Extraordinarium um 1628 584 fl. — Die Rede, mit welcher gestern im ungarischen Abgeordnetenhause Finanzminister Wekerle das ungarische Budget einbrachte, hat einen sehr befriedigenden Eindruck gemacht. Sie bestätigt die gute Finanzlage Ungarns. Die Haupt- ziffern aus dem vorgelegten Budget sind schon telegraphisch mitgetheilt worden. Es erübrigt daher nur, einen Auszug aus dem Finanzexposü des Herrn Wekerle zu geben. Der Finanzminister kündigte in seinem Exposä u. a. eine Vorlage über die neuen Pester Donaubrücken an und theilte mit, daß die umlaufenden Staatskasseuscheine successive eingezogen werden sollen. Ferner soll eine Aktion zur Hebung der heimischen Silberproduktion, zur Förderung der Petroleumgewinnung und zur Anschaffung neuer Bahnverkehrsmittel zur Unterstützung der Lokalbahnen in's Werk gesetzt werden. Weiter führte der Finanzminister aus, die Entwerthung des Silbers sei nicht durch die Valutaregulirung verursacht, sie habe vielmehr schon vorher bestanden. Auf den Eingang der veranschlagten Einnahmen sei mit Sicherheit zu rechne», so daß die Erfordernisse für alle jene Reformen aus den Einnahmen gedeckt werden könnten. Schließlich begründete der Minister die um 10 Millionen erhöhten Einnahmen durch die steigenden Erträgnisse aus den direkten und indirekten Steuern der letzten Jahre. Er betonte, daß kein Staat aus den ordentlichen Einnahmen so viel für Investitionen und für die Schuldentilgung leiste, wie gegenwärtig Ungarn. Das Exposä wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Frankreich. Paris, 1. Okt. Ueber die Situation in dem Streikbezirke von Carmaux ist, nachdem die Verhandlungen wegen eines gütlichen Ausgleichs sich zerschlagen haben, heute nicht viel Neues zu berichten. Der Streik dauert seit beinahe zwei Monaten und legt allen Betheiligten schwere Prüfungen auf. Der Deputirte Gerville Reache protestirt in einem Schreiben gegen die Beschlüsse des Verwaltungsraths in Carmaux und fordert die Regierung zu Zwangsmaßregeln gegen die Gesellschaft auf. Letztere versendet dagegen eine Erklärung, in der sie sich dagegen verwahrt, daß ihre Beschlüsse als eine Ablehnung des Ausgleichs aufgefaßt werden, und sich nochmals bereit erklärt, mit den Arbeitern zu verhandeln. Von einem Schiedsspruch will sie jedoch nichts wissen. Auf dem Bergarbeiterkongreß in St. Etienne gab der Vertreter Ser Grubenarbeiter von Carmaux, Barthan, der Ueber- zeugung Ausdruck, daß die französischen Kammern unmittelbar nach der bevorstehenden Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten ihre Fürsorge der Sache der Grubenarbeiter von Carmaux widmen würden. Sämmt- liche Delegiere auf dem Kongresse von St. Etienne er- theilten dann ihren Genossen aus Carmaux die Versicherung, daß sie den Forderungen der dortigen Grubenarbeiter ihre Unterstützung zu Theil werden lassen würden. Türkei. Konstantinopel, 30. Sept. In Bezug auf die russische Note an die Pforte wird der „Polit. Korresp." von hier gemeldet, daß die der Pforte überreichte Abschrift von der Depesche des russischen KabinetS keinerlei Drohung oder Einforderung rückständiger Forderungen für den Fall, daß die Pforte ihre bulgarenfreundliche Politik nicht aufgebe, enthält. Der russische Geschäftsträger Jadowsky habe jedoch bei der Uebergabe der Note eine mündliche Aeußerung in diesem Sinne hinzugesügt. Grotzherzogthum Baden. Karlsruhe, den 3. Oktober. * (Bei der Kollektivausstellung deutscher Weine) auf der Weltausstellung in Chicago wird der badische Weinbau durch 21 Theilnehmer vertreten sein. Diese 21 Theil- nehmer stellen 85 Proben auS. Die Anmeldungen sind erfolit aus Altschweier, Auggen, Bühl, Eimeldingen, Freiburg, Karlsruhe, Lahr, Müllheim, Schloß Neuweier, Osfenburg, Ortenberg. Schallstadt, Schlierigen und Wolfartsweiler. Den badischen Weinbau wird in der Ausstellung auch, wie schon früher berichtetein Bild, welches Badenweiler mit dem Markgräflergau darstellt- revräsentiren. Zu den Kosten für eine gefällige Ausstattung deS Ausstellungsraumes sind von den badischen Tbeilnehmern an der Weinausstellung ungefähr 2000 M. gezeichnet worden. * (Militärdienst.) Am Donnerstag und Freitag fand vor der Prüfungskommission die Spätjahrsvrüfung für den Ein- jäbrig-Freiwilligendienst statt. Bon 23 Kandidaten haben 20 die Prüfung bestanden: die drei andern Bewerber wurden dagegen wegen ungenügender Leistungen zurückgewiesen. '* Eberbach, 1 . Okt. (Die Wasserleitung) ist heute eröffnet worden. Die Kosten für dieselbe belaufen sich auf 145 OLO M. 665 Haushaltungen und andere Anschlüsse, die zusammen einen Wasserzins von 7000 M. abwerfen, sind zur Betheiligung angemeldet, so daß die Rentabilität des Unternehmens gesichert ist. 7 . Konstanz, 30. Sevt. (Der Pestalozzi-Verein badischer Lehrer), welcher am 10 . Oktober d. I. seine Generalversammlung in Bühl abhält, hatte im Jahr 1891 einen Kassenumsatz von 428 363 M. 6 Pf. DaS Reinvermögen, welches 558901 M. 26 Pf. beträgt und sich im letzten Jahre um 30 764 M. 89 Pf. vermehrt hat, besteht aus Schenkungen im Betrage von 83 244 M. 20 Pf., während der Rest mit 475 657 M. 6 Pf. angewachseges Vermögen ist. Die Mitgliederzahl hat um 44 zugenommen und beläuft sich auf 2 263. An die Hinterbliebenen von 42 während de- Jahres verstorbenen Mitgliedern wurden je 1104 M. als Benefizium ausbezahit. Seit Gründung des Vereins, vom 12 - Januar 1846 bis 1 . Januar 1892 starben 937 Mitglieder. Die an die Hinterbliebenen ausbezahlten Bene- ! fizien betragen im ganzen 704 246 M. Neueste.Telegramme. Paris, 3. Okt. Ernest Renan (geb. am 27. Februad 1823) ist heute Früh an Lungenentzündung gestorben. PgriS, 3. Okt. An der Cholera sinv am Samstag 2 g Personen erkrankt und 5 gestorben, in Havre 2 bezw. 3 Personen. Handel und Verkehr. Auszug aus der amtlichen Patentliste über die in der Zeit vom 23. Sept. bis 30. Sept. erfolgten badischen Patentanmeldungen und -Ertheilungen, mitgetheilt vom Patentbureau des Civilingenieurs Karl Müller in Freiburg. 4. Anmeldung. S. 6 535. Kastenfenster für Frühbeete. Heinrich Seitz in Mannheim, Neckarvorstadt 14. Querstraße 55- 28. März 1892. L. Ertheilung. Nr. 65 246. Elektrisches Tbürschloß. D. C. W Schürmayer in Freiburg. Bernhardstraße 1 . Vom 29. Dezember 1891 ab. Sch- 7 708. Auszug aus der amtliche» Gebrauchsmusterschutzliste über die in der Zeit vom 24. September bis 30. September erfolgten badischen Musterschutzanmeldungen, mitgetheilt vom Patentbureau des Civilingenieurs Karl Müller in Freiburg. Nr. 7791. Backofen mit Feuerung im Hinteren Theil und den Backraum umgebenden abschließbaren Feuerzügen. Johann Leibrecht in Kirchheim bei Heidelberg. 25. Aug. 1892. B. 440. Nr. 7 317. Ammoniakspritze, bestehend aus Behälter, Feder, Ventil und Verschlußstopfen. Badische Fournierfabrik Fritz Nömhild in Karlsruhe 8 . September 1892. B 792. Nr. 7 687. Aus zwei mit Zähnen besetzten Klappen bestehender Stahlspänhalter. Albert Locherer i. F. I. P. Leeven in Todtnau. 3. Sept. 1892. B. 451. Nr. 7397 . Stablspäne-Parketboden-Schleifapparat gekennzeichnet durch seine maulartig wirkenden beiden Klappen I. C. Mosetter in Karlsruhe. 8 . Sept. 1892. M- 511. Nr. 7755 Stahlspänhalter mit unterer Aushöhlung zur Aufnahme der Späne. August Bühne u. Co. in Freiburg. 5. Sept. 1892' B. 784. Nr. 7 784. Radschaltung durch zwei an der Achei eines Ankers einander gegenüber liegende Klinken mittelst Wechsel bewegung. Emilian Wehrte u. Co. in Furtwangen. 6 . Seplt 1892. W. 553. Nr 7 811. Verschiebemechanismus an Hänge- thüren, gekennzeichnet durch eine im Thürbeschlag versenkte Schraube, die durch einen Schlitz der Hängestange durchgeht, sich in eine Mutter einschränkend, welche sich den Hinteren Abfasungen der Hängestange anpaßt und so vor Drehung gesichert ist. Adolf Ehlert in Freiburg. 7. Sept. i892. E. 235. Nr. 7 879. Mit einer Nadel ansteckbarer Bleistifthalter. Albert Witum in Pforzheim. 8 . Sept. 1892. W. 556. Nr. 7 808. Niederer Blechkübel mit Momentanverschluß als Verpackung von Marmeladen, Konfekturen, Senf u. s. w. Michael Mergel in Heidelsheim. 7. Sevt. 1892. M. 555. Farniliennachricht rn. Geburten. 26. Sept. Hermann, V.: Nikolaus Hurrle, Schneidermeister. — 27. Sept- Heinrich Josef, B.: Karl Fuchs, Vogelhändler. — 29. Sept. Sarah, V.: Kaufmann Etttinger, Kaufmann. — Franz Hermann, V.: Franz Essig, Färber. — Rudolf Edmund, V.: Peter Hering, Schreiner. — Wilbelnnne, V-: Karl Daub, Buchdrucker. — 30. Sept. Johanna, V.: HanS Müller, Restaurateur. Eheaufgcbote. 30. Sept. Friedrich Raupp von Rintheim, Gießer hier, mit Magdalena Schmidt von Obermutschelbach. — 1 . Okt. Hermann BennighauS von Gr»ß-S»bin, Privatier in Reetz, mit Marie Küter von Carzig. — Viktor Schauder von Breslau, Sergeant in Mannheim, mit Karoline Schiermaier van hier. _ Verantwortlicher Redakteur: Mthelm Harder in Karlsruhe. kortIaiiä-6«illtziitEli Lr. ÜOk'MMN L 6v., —— - - --- - (Laätzu). ^ - - 'Air empfehlen unser I'ndriknt rur ^.usküfirunZ von unter Ournntie vorrüFiielier Linckelrrnkt. Ge8r. Weber, llapieckiult.,Gßf' „ Lager un- Versandt speciell von Canzlei- rc. rc. -Papieren. 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September 1892. Schulz, Gerichtsschreiber des Gr. Landgerichts. Aufgebot. W- 2 S 0 - 2 - Nr. 18,300. Lörrach. Das Großh. Amtsgericht Lörrach hat j heute verfügt: Die minderjährigen Johann Ludwig und Maria Barbara M a u r er von Kirchen besitzen auf folgenden Gemarkungen die nachbezcichneten Liegenschaften: a. Gemarkung Kirchen. Lagerbuch Nr. 1577. Die Hälfte von 5 Ar 90 Meter Wald auf dem Weidplatz, neben Johannes Brödlin und Johannes Ritz Erben, gemeinschaftlich mit Johann Georg Schmidt-Ritter von Kirchen. b. Gemarkung Efr in gen. 1- Lagerbuch Nr. 262. 2 Ar 2 b Mtr. Georg Bürgin und Jakob Friedr. Schmidt von Kirchen. 2 - Lagerbuch Nr. 1958. Die Hälfte von 9 Är 47 Meter Acker im Schlöttle, neben sich selbst und Johannes Müller in Kirchen. c. Gemarkung Welmlingen. Gemeinschaftlich und ungetheilt von Lagerbuch Nr. 1849: 12 Ar 74 Mtr. Wald unterm Löcherholz, neben Georg Friedrich Schopferer, Johann Georg Schmidt in Kirchen und Leopold und Leonhard Wenk in Rheinweiler. ll. Gemarkung Holzen. Lagcrbuch Nr. 2395. 6 Ar 21 Mtr. Wald im mittleren Lohnbolz, neben Reinhard Brenneisen in Mappach und Friedrich Bammerlin in Tannenkirch. Die Gewähr dieser Liegenschaft wird wegen Mangels eines Eintrags in die Grundbücher verweigert. Auf Antrag des Vormunds der genannten Minderjährigen, Johann Bauer von Wintersweiter, werden nun dieienigen, welche an den beschriebenen Grundstücken in den Grund- und Unterpsandsbüchcrn nicht eingetragene und auch sonst nicht bekannte dingliche oder auf einemStamm- guts- oder Familiengutsverdande beruhende Rechtehaben, aufgefordert,solche spätestens in dem auf Mittwoch den 30. Novmeber 1892, Vormittags 9 Uhr, bestimmten Termin anzumelden, widrigenfalls die nicht angemeldeten Ansprüche für erloschen erklärt würden. Lörrach, 23. September 1892. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Schweinshaut. Verschollenheitserklärung. ^W'297.2. Nr. 21,778. Bruchsal. Durch Beschluß Gr. Amtsgerichts hier vom 21 . September 1892 wurde der am 28-Januar 1824 in Heidelsheim geborene Weber Christoph Golt, welcher im Jahre 1853 nach Amerika ausgewandert ist, für verschollen erklärt. Bruchsal, 27. September 1892. Gcrichtsschreiberci Gr. Amtsgerichts- Wöllner. Erbeinweisungen. W 298-2. Nr- 10,406. Durlach. Die Witwe des am 9. Februar 1892 zu Berghausen verstarb. Taalöhners Franz Wilhelm Nothweiler, Rosine, geborne Bückel in Berghausen, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Ver- lafsenschaft ihres ch Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird entsprochen, falls nicht binnen sechs Wochen bei diesseit- Gerichte hiergegen Einsprachen erhoben werden. Durlach, 28. September 1892. Großh. bad. Amtsgericht, gez. Gut. Dies veröffentlicht Der Gerichtsschreiber: Frank. Strafrechtspflege. Ladung. W.279.2. Nr. 13,427. Mosbach. 1 . Der am 29. 1870 zu Rauenberg geborene, zuletzt dort wohnhafte ledige, katholische, vermögenslose Landwirth Franz Berberich, 2 . der am 10 . Juni 1870 zu Reicholz- heim geborene, zuletzt dort wohnhafte ledige, kathol.,vermögenslose Bäcker Ludwig Adam Markert, 3- der am 22 . März 1869 in Boxthal geborene, zuletzt in Berolz- heim wohnhafte ledige, katholische Kellner Anton Siegfried Ziegler, werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sick dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen 8 140 Abs- 1 Nr. 1 St.G.B. Dieselben werden auf Donnerstag, 1. Dezember d. I., Vormittags 9 Uhr, vor die Strafkammer des Gr. Landgerichts Mosbach zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem Herrn Civilvorsitzenden der Ersatzkommission zu Wertbeim über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärungen verurtheilt werden. Mosbach, 28. September 1892. Großh. Staatsanwaltschaft. Böhm. W 299.2. Nr. 10.679. Konstanz. Buchbindergeselle Emil Franz Karl Kolojowsky von Braunschweig, zuletzt in Konstanz wohnhaft, wird beschuldigt, als beurlaubter Reservist ohne Erlaubniß ansgewandert zu sein, Uebertcetung gegen 8 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Derselbe wird auf Anordnung des Großh. Amtsgerichts Hierselbst auf Samstag den 3. Dezember 1892, Vormittags 8 Uhr, vor das Großh. Schöffengericht zur Hauptverhandlung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach 8 472 der Strafprozeßordnung von dem König!. Bezirkskommando zu Mülhausen iE. vom 16. l. Mts. ausgestellten Erklärung verurtheilt werden. Konstanz, den 28. September 1892. A. Burger, Gerichtsfchreiber des Gr. Amtsgerichts. Berm. Bekanntmachungen. W 271.2. Rastatt. Menage-Lieferung. Für die Zeit vom 1. November d. I. bis Ende Oktober nächsten Jahres soll der Bedarf an Menage-Arrikeln für das Bataillon freihändig vergeben werden. Etwaige Angebote, getrennt a- Fleisch, b. Kartoffeln, e. sonstige Viktualien, mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Menage-Bedürfnissen" sind bis zum Termin, Samstag den 15. Oktober, Bormitt. 0 Uhr, versiegelt an die Bataillons-Geschäftsstubc einzu- reichen. Rastatt, den 28. September 1892. 1. Bataillon Jnf.-Regts. von Lützow _ Nr. 25. _ W 272 2. Konstanz. Bekanntmachung. Vom 1 . November 1892 ab wird die Lieferung der Menagebedürfnisse für die Mannschaften des Bataillons an zuverlässige kautionsfähige Lieferanten, außerdem die Abfallstoffe der Menage- küche (Spülicht) auf 1 Jahr Dauer vergeben. Angebote sind an die Menage-Kommisston des II. Bataillons Infanterieregiments Nr. 114 in-Konstanz bis zum 15. Oktober d. I.» Borm. 11 Uhr, zu richten. Es ist anzugeben für tadellose Waare: 1. Für Fleisch, Schmalz, Rinderfett, Kartoffeln und Brod, das Angebot in Prozenten unter dem amtlich festgestellten monatlichen Marktdurchschnittspreis für die Stadt Konstanz. 2. Für die sämmtlichm übrigen Viktualien, einschließlich Äackobst, Butter, Essig, Eiergerste, verschiedene Gewürze, Graupe, Gries, Grütze, Hülsenftüchte, Kaffee, Kohl und Grünzeug, Maccarvni, Milch, Mehl, Nudeln, Reis, Rüben, Sago, Salz, Sauerkohl, Senf, Speiseöl, Zucker, feste Preise für 1 Kilo. Unbekannte Anbietende haben amtliche Zeugnisse über ihre Zuverlässigkeit und Kautionsfähigkeit zugleich mit den Angeboten einzureichen. Die Uebertragung der Lieferung von einzelnen Bedarfsgegenständen an geeignete Lieferanten erfolgt nach Auswahl des Bataillons: denselben wird Vertragsentwurf zum endgiltigen Abschluß übersandt werden. Konstanz, den 28. September 1892. Kommando des H- Bataillons 6 . Bad. Jnfant.-Regts. „Kaiser Friedrich IU." Nr. 114. W'232.2. Karlsruhe. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Die Lieferung der für das Jahr 1893 erforderlichen Materialien soll verdungen werden, und zwar: 1. Besen, Bürsten, Pinsel und Seilerwaaren, darunter Werg, Hanf, Schnüre, Bindfaden und Spitzstränge; II. Geweben. Pofamcntierwaaren, darunter Vorhangstoff, Teppichzeug, Futterzeug, Packtuch, Segeltuch, Leinwand, Schläuche, Wachstuch, Dochte, Schnüre, Borden, Gurten, Litzen, Nähfaden, Schmierpolster und Wiechengarn; III. Glas» und Thonwaaren, darunter Oelbehälter, Glaschlinder, Lampengläser, Laternenglas, Glastafeln, Trichter, Becher, Batterie-Einsatzgläser, Krüge und Häfen. Angebote sind schriftlich, verschlossen und mit der Aufschrift: „Verdingung 10 . Oktober" versehen, spätestens bis Montag den 10. Oktober d. I-, Vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Die Lieferungsbedingungen und die Angebotsbogen werden auf portofreie Anfrage, in welcher die gewünschten Gruppen angegeben sein müssen, von uns abgegeben. Musterstücke liegen in unserem Ver- I steigerungslokal auf. Eine Zusendung t der Muster findet nicht statt. , Die Zuschlagsfrist ist auf 4 Woche^v festgesetzt. ^ D Karlsruhe, den 26. September 1892- » Großhcrzogl. Hauptverwaltung der I Eisenbahnmagazine. II Druck und Verlag der G. Braun'scheu Hofbuchdruckerei.