^rlskuher citllnll. Sonntag. SS. Oktober. Expedition: Karl-Friedrich-Dtraße Nr. 14 (Telephonanschluß Nr. 154), woselbst auch die Anzeigen in Empfang genommen werden. BorauSbezahlung: vierteljährlich 3 M. SO Pf.) durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, Briefträgergebühr eingerechnet, 3 M. SS Pf. EtnrückungSgebühr: die grspaltme Petitzetle oder deren Raum SO Pf. Briefe und Gelder frei. -« Unverlangte Zusendungen von Drucksachen und Korrespondenzen jeder Art werden nicht zurückgesandt und übernimmt dt« Redaktion dadurch keinerlei Verpflichtung zum Abonnement oder irgendwelcher Vergütung. — Der Abdruck unserer Ortgtnalarttkel und Berichte ist nur mit Quellenangabe — „Karlsr. Ztg." — gestattet. Amtlicher Thril. Sriuk AHuigliche Hoheit der Grotzherzog haben tzsch unter dem 9. Oktober d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Hauptlehrer Valentin Rudolph an der Volksschule in Odenheim das Verdienstkreuz vom Iichringer Löwen zu verleihen. SeiutKöuigttcheHoheit der Grotzherzog haben Sich unter dem 11. Oktober d. I. gnädigst bewogen gesunden, dem Königlich Preußischen Major und Ab- theilungs - Kommandeur im 1. Garde - Feldartillerie- Regiment Constanz von Heineccius das Ritterkreuz I. Klasse Höchstihres Ordens vom Zähringer M>en zu verleihen. Mt Entschließung Großh. Generaldirektion der Staats- eisenbahnen vom 10. Oktober d. I. wurde Expeditionsund Telegraphenasfistent Jakob Burgbacher in Konstanz M Obertelegraphisten ernannt. Nicht-UmMchrr ThrL 2 Mangelhafte Kriegsvorbereitnng. Die telegraphischen Meldungen vom Kriegsschauplatz lauten bisher sehr unbestimmt und widersprechend. So viel ist jetzt Wl ersichtlich, daß wichtige Positionen, wie Mafeking, Kimberleh, Lady-Smith in Gefahr find, und die Ent- Meßung der britischen Regierung, die Milizreserve ein- Mrusen, erhöht den Eindruck, daß in London zwar mit Wgen Reden und Forderungen, die an die Transvaal- Republik gestellt wurden, dem Kriege zugesteuert, aber jede rechtzeitige Vorbereitung für denselben verabsäumt wche. Die Einberufung der Milizreferve ist, wie wir bereits gestern hervorgehoben haben, eine ganz exceptionelle Maßnahme, und in der Regel soll die Milizreserve außerhalb Englands keine Verwendung finden; umsomehr wird buch ihre Einberufung und durch den großen Kriegskredit dn Eindruck gesteigert, daß England diesen Krieg mit !»»kleinen holländischen Freistaaten in Südafrika bis zu einer endgiltigen Entscheidung führen, daß es jeden Nerv anspannen will, um seine dortige Vormachtstellung zu behaupten und zu sichern. Was dem Ultimatum der Trans- daal-Republik voranging, welches den Krieg unvermeidlich »achte, hat nur mehr retrospektive Bedeutung, ganz unmittelbar aber wirkt auf die Chancen des Krieges gleich iu Beginn desselben die höchst befremdliche Versäumnis n> der Vorbereitung, die nun mit gewaltigen Schritten "ch geholt werden muß, während schon die Waffen in Mal aneinauderschlagen. Die Opposition im englischen Enhause trägt nichtsdestoweniger in musterhafter Mist den Nothwendigkeiten der Lage Rechnung, Me ihr grundsätzliches Ürtheil über die Politik, die zu muthwilligen Kriege trieb, zu verhehlen. Sie -AEgt, nachdem er einmal begonnen hat, was zu seiner Mlgreichen Durchführung erforderlich ist, da man sich M in London kaum mehr darüber täuscht, daß dieser Ateg kein bloßer militärischer Spaziergang ist, wie es «r. Chamberlain sich wohl ursprünglich gedacht haben ^8- Darin aber zeigt sich die Opposition im Einklänge « der ungeheuren Erregung, welche sich des ganzen puschen Volkes bemächtigt hat, denn seit dem Ultima- W Transvaal-Republik ist von einer friedlichen > . kmung in England, auch nur von einer solchen in: ^Mnzten Kreisen, keine Rede mehr, das englische Volk? L ' W dieser Krieg, gleichviel, von wem er verschuldet! dem Aufgebote aller Kraft bis zum Ende geführt j Der Verlauf des von dem Lord Mayor von! unberufenen Meetings gestattet hierüber keinen ^Mel- Das englische Volk ist sich bewußt, daß dies- ^ Äa, ^England mehr auf dem Spiele steht, als in ^ Izsz "Mengen Kriegen mit den Buren, und 1881 oder 1 ^ durfte Gladstone, ohne der Machtstellung Englands , iu vergeben, den großmüthigen Besiegten spielen, ! R L?* Quinte, es sei nicht Englands Sache, die Buren ^^bn zu zwingen. Seit Majuba-Hill und sich aber Verschiedenes geändert. Die Konkurrenz der Kolonialpolitik rüttelt an der rittenen Vorherrschaft Englands in den fernen und der Krieg mit den beiden südafrikanischen tzH«/ku, der möglicher Weise zu einer gemeinsamen «H d, - - g der gesammten holländischen Bevölkerung, kltzu der britischen Kapkolonie sich erweitern k 'ern Moment, dessen Eindringlichkeit dem ganzen englischen Volke nicht entgeht. Seit der Faschvda-Krise ist in England ein Wandel der populären Stimmungen eingetreten. Damals wurde eine fast brutale Energie gegen Frankreich gezeigt und sofort die Hand an den Degenknauf gelegt. Und die öffentliche Meinung in England stand hinter der Regierung, bereit, derselben bis zum Aeußersten zu folgen. Hatte Fürst v. Bismarck j einst über Lord Salisbury gespöttelt, er sei eine Säule l aus Holz, die nur so angestrichen sei, daß man sie für s eine eiserne Säule halte, so zeigte es sich während der ! Faschoda-Krise, daß Lord Salisbury, wenn erforderlich, in der That eine eiserne Säule sein kann, und daß dies l erforderlich, hat seitdem das ganze englische Volk begriffen. ! Daraus erklärt es sich, daß die liberale Opposition zwar ! nicht verschwiegen hat, wie sehr sie die Politik mißbilligt, ! welche zu dem Kriege mit Transvaal geführt hat, daß ! sie aber nichtsdestoweniger nicht zögert, die Mittel zum Kriege, nachdem er unabwendbar geworden, bis zum Ende zu bewilligen. Die gesammte Weltlage hat sich derart gestaltet, daß England den so leichtfertig unternommenen Krieg mit den Buren als einen Krieg um sein Prestige ansehen muß. Und gerade weil es ein anscheinend so geringfügiger Gegner ist, mit dem es kämpft, deswegen wird es umsoweniger auf einen Erfolg verzichten, auch wenn es seine ganze Kraft anspannen müßte, um ihn zu erstreiten. Wenn England den südafrikanischen Krieg erfolgreich führt, so wird seine Machtstellung im schwarzen Weltheile endgiltig gesichert sein; wenn es unterliegt, so erleidet seine internationale Autorität eine schwere Einbuße, sie hört auf, respekteinflößend wie bisher zu sein im Rathe der Machte und den zahlreichen Beherrschten gegenüber, die in dem britischen Weltreiche vereinigt find. So Großes steht in Wahrheit bei diesem Kriege mit den Buren auf dem Spiele, und darum ist ganz England fieberhaft erregt, darum greift die englische Regierung schon jetzt zu ganz ungewöhnlichen Maßregeln, um die Streitkraft gegen die Buren zu vermehren. (Telegramme.) * London, 20. Okt. Unterhaus. Balfour beantragt eine Adresse an Ihre Majestät dte Königin, worin ihr für die Botschaft betreffend dte Einverleibung der Miliz gedankt wird. Dillon beantragt ein Amendement, worin erklärt wird, dte Einverleibung der Miliz sei unnöthig. Die Adresse wurde zuletzt angenommen, nachdem der Unterantrag Dillon mit 299 gegen 36 Stimmen abgelehnt worden war. Wyndham sagt in seinen Ausführungen über den Zuschlag zum Heeresbudget, der Zuschlag sei genügend für jeden möglicherweise eintretenden Fall. Dte von der Regierung eingeschlagene Politik sei nach reiflicher Ueberlegung mit genauer Kenntniß aller Folgen adoptirt worden. Wenn das britische Militärsystem überhaupt etwas Werth ist, muß es uns in den Stand setzen, eine Expedition nach dem Auslande zu senden, ohne unsere etgenenLänder des nöthigenSchutzes zu berauben. Wir können nur dann zufrieden sein, wenn wir eine solche Expedition hinaussenden können, ohne den ganzen Mechanismus zu zerstören. Zur Schaffung eines solchen für das Ausland bestimmten Heeres ist ein Fall eingetreten, der, wenn er auch kein Opfer auferlegt, wie sie ein Krieg mit einer Großmacht erforderlich macht, doch verlangt, daß unser System die Probe gut besteht. Wir haben nicht vor dem 9. d. M. mobiltfirt, weil durch die Mobltfirung keine Zeit für dte wirkliche Absendung der Effektivmacht gewonnen worden wäre, so lange nicht die ungeheuren Mengen an Kriegsvorräthen und Transportmitteln zusammengebracht werden konnten. Das Unterhaus bewilligte mit 200 gegen 35 Stimmen im Nachtragsctat die für die Heeresverwaltung geforderten 35 000 Mann. Im Verlaufe der Debatte verlas Balfour ein Telegramm, daß General Symons in der Schlacht bei Glencoe tödtlich verwundet worden sei. Die Mitglieder des Hauses entblößten ihr Haupt. Die Debatte wurde abgebrochen. * London, 21. Okt. Eine amtliche Depesche aus Lady- Smith von heute Früh 10 Uhr 45 Minuten besagt: Nach Meldungen aus Glencoe greifen zwei Jnfanterteregtmenter den Hügel an, auf dem sich die Artillerie der Buren befindet. Gedeckt vom Feuer der Artillerie, find ste bis auf 300 Meter an die Anhöhe herangekommen. Aufklärungspatrouillen berichten, daß 9 OM Buren auf Hattingspruit vorrücken. Eine englische Batterie ist ihnen entgegrngeschickt worden. * London, 21. Okt. Der „Standard" veröffentlicht eine Depesche aus dem Lager von Glencoe über das daselbst stattgefundene Gefecht: Als dte Füsiliere und Royal Riflis auf 10M Uards herankamen, waren die Geschützbatterien der Buren von den britischen Geschützen, welche ste auf SSM Aards mit vernichtender Wirkung beschossen, vollständig zum Schweigen gebracht. Dir Buren unterhielten immer noch heftiges Gewehr feuer, welches die Reihen der Engländer stark lichtete. Gegen 9 Uhr Früh schwärmten die Füstltre und Royal Riflis über dir Anhöhen aus. Dte Buren flohen. Inzwischen wurden dte 18. Hus aren, sämmtltche berittene Kolonial- und drei Jnfanterie- regtmenter, sowie das Leicester-Regiment nach Norden und Osten vorgeschoben, wodurch den Buren der Rückzug abgeschnitten wurde. (Mit einer Beilage.) Der Feind gerteth zwischen zwei Feuer und erlitt schwere Berluste. Bei Abgang dieses Telegramms dauerte der Kampf fort. Dte Niederlage des Feindes war aber bereits eine völlige und vernichtende; es scheint, daß nur wenige Buren entkamen. Unsere Verluste betragen wahrscheinlich 3M Tobte und Verwundete. Die Verluste der Buren sind drei- malsogroß. * London, 21. Okt. Reuter meldet aus Lady-Smith von gestern: Dte Carabiniers und berittene Schützen, welche gestern den ganzen Tag in das Gefecht verwickelt waren, kehrten hierher zurück. Ste mutzten zurückwetchen, da ihnen gegenüber etwa 2 OM Buren im Feuer waren, und wären beinahe abgeschnitten worden. Die Maximegeschütze hielten jedoch den Feind im Schach. * London, 21. Okt. In Southampton find zahlreiche Sonderzüge mit Truppen aus dem Lager von Aldershot angekommen. Die Mannschaften wurden sofort eingeschifft. Lord Wolseley, der englische Ober- kommandirende, trifft mit seinem Stab heute Abend dort ein. Vom Kap wird berichtet, daß man ernstlich erwägt, ob die Eingeborenen zur Hilfeleistung anzurufen find. — Die Minister haben zahlreiche Besprechungen gehalten, über die der Presse keine Mittheilungen gemacht werden. Bei einer der letzten Zusammenkünfte schlug Balfour vor, die gegenwärtige Tagung abzubrechen, anstatt eine Vertagung zu beschließen. Die Tagung würde schon nächsten Samstag aufhören, acht Tage früher, als man annahm. Zu Anfang des neuen Jahres soll dann, wie bereits im Unterhaus vereinbart worden ist, eine neue Tagung stattfinden. * Lo«dorr, 21. Okt. Fünf Transportschiffe mit 5 000 Mann an Bord find gestern von Southampton abgegangen. * Kapstadt, 21. Okt. Reuter. In Burghersdorp lief die Meldung ein, 1700 Buren mit 30 Wagen hätten Bethulia pasfirt und marschirten auf Norvalspont. Man glaubt, die Buren fürchten einen Angriff der Ba- sutos. Daher sandte der Oranje-Freistaat Truppen an die Grenze des Basutolandes ab. * London, 21. Oft. Hier umlaufenden Gerüchten zufolge will die Regierung nach dem Kriege fünf Föderalstaaten schaffen: Kap, Transvaal, Natal, Oranje-Freistaat und Rhodesia unter dem Namen Dominion ok 8ontd mit dem Sitze des Parlaments in Kapstadt. * Kapstadt» 21. Okt. Der Staatssekretär von Transvaal Reitz richtete an die Bürger des Oranje- Freistaates ein Manifest, in welchem er die Königin Victoria, den Gouverneur Milner und die britischen Staatsmänner beschuldigt. die Afrikandernation beleidigt und geschmäht zu haben. Großbritannien bedrücke die Eingeborenen. H * * Berlin, 21. Oft. Die heute hier unter dem Vorsitze des Viceoberceremonienmeisters v. d. Knesebeck stattfindende Sitzung des CentralkomitÄ der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz wird Maßnahmen berathen, die für den Transvaalkrieg hinsichtlich der freiwilligen Krankenpflege zu treffen sind. Die Absendung von Material, eventuell auch Personal stehe bevor. * St. Petersburg, 21. Oft. Die ganze russische Presse tritt in wärmster Weise für Transvaal ein. Arbeiterwohnungen. In der gestrigen Sitzung der bayrischen Abgeordnetenkammer kam die Interpellation über die Stellung, der Regierung bei Beschaffung billiger Wohnungen zur Erörterung. Die Regierung nahm eine entgegenkommende Haltung ein. Ministerpräsident V. Crailsheim beantwortet, laut einem Telegramm der „Frankfurter Zeitung", die Interpellation namens des Gesammtministeriums wie folgt: Die Königliche Staatsregierung hat schon seit längerer Zeit Maßnahmen in's Auge gefaßt, die geeignet sind, dem an einzelnen Orten bestehenden Mangel an gesunden und billigen Wohnungen nach Thunltchkett abzuhelfen. Zu diesem Behufe wären zunächst in den jeweiligen Budgets die Mittel postulirt, um in den verschiedenen Ressorts der Staatsverwaltung einerseits die vorhandenen Dienstwohnungen der Beamten und Bediensteten in baulicher und sanitärer Beziehung zu verbessern und andererseits dte Anzahl der Dienstwohnungen zu vermehren. Ferner find den in den staatlichen Betrieben beschäftigten Arbeitern nach Maßgabe der verfügbaren Mittel gesunde und ihren Verhältnissen entsprechende Wohnungen eingeräumr worden. Im Besonderen hat dte Königliche Staatseisenbahnverwaltung, die bei diesen Maßnahmen wegen der großen Zahl der Bethetltgten und wegen der Eigenart ihrer dienstlichen Verhältnisse hauptsächlich in Betracht kommt, den Wohnungsbedürfnissen ihrer Beamten, Be- dtensteten und Arbeitern in weitgehendem Umfange Rechnung getragen. Es ist jedoch nicht verkannt worden, daß während der letzten Jahre die Schwierigkeiten gesunde und billige Wohnungen zu erhalten, gewachsen sind, und eS werden deshalb, wie bereits in der Thronrede angekündtgt wurde, in einer dem Landtage demnächst zugehenden Gesetzesvorlage 4 Mill. Mark zu dem Zweck postultrt werden, um einer weiteren Anzahl von Angehörigen der Staatseisenbahnverwaltung gesunde Wohnungen zu angemessenen Preisen zu beschaffen. Auch eine Reihe von Städtevertretungen hat begonnen, sowohl für ihre eigenen Bediensteten, als für die saftigen Arbeiter entsprechende Wohnungen zu beschaffen, und es ist zu erwarten, daß diese Thätigkett in erfreulicher Weise sich steigert. Ferner unterliegt anläßlich der im Gange befindlichen Revision des Schuldotattonsgesetzes zur Zeit die Frage der Erwägung, ob und in wie wett die Bestimmungen über die Verpflichtung der Gemeinden zur Beschaffung von Dienstwohnungen für das Lehrerpersonal an den deutschen Schulen zu erweitern seien. Was sodann die im Prtvatdienst stehenden Personen anlangt, hat die Staatsregierung wiederholt die unterstellten Behörden und Gewerbeaufstchtsbeamten angewiesen, der Beschaffung gesunder, zweckentsprechender, wohlfeiler Arbeiterwohnungen die größte Sorgfalt zuzuwenden und alle dahinzielenden Bestrebungen thunltchst zu fördern. Die Industriellen selbst haben nach den angestellten Erhebungen der Fabrik- und Gewerbeinspektoren eine große Anzahl von Arbeiterwohnungen errichtet, nämlich 11655, in denen 10 928 Familien mit 53 274 Personen untergebracht find. Ebenso weisen die Bauveretne und Genossenschaften erfreuliche Erfolge auf. Ferner ist zu erwähnen, daß von den bayrischen Jnvalibttäts- und Altersverficherungsanstal- ten mehr als anderthalb Millionen Mark gegen mäßige Ber- tnsunm zum Bau von Arbeiterwohnungen geliehen wurden. Alle lese Bestrebungen werden auch fernerhin die kräftigste Förderung finden. Endlich find bereits Verhandlungen darüber im Gange, ob nicht eine Ergänzung des Artikel 73 des Polizeistrafgesetzbuches hinsichtlich der aus hygienischen Gründen an Wohnungen oder Wohnungsräumen zu stellenden Anforderungen einzutreten habe. Minister v. Feilttzsch erklärt, die Regierung stehe der Wohnungsfrage so hilfsbereit gegenüber, wie nur je ein Abgeordneter. Daß ein Mißstand vorliege könne Niemand bestreiten. Die Wohnungsverhältniffe der Arbeiter und unteren Volksschichten seien traurige, namentlich in den großen Städten. Grund der Kalamität sei die rasche Entwicklung der Städte und der Industrie. Die Regierung könne nicht allein helfen, da müssen alle, Staat, Gemeinde, Industrielle und Genossenschaften Zusammenwirken. Er sei auch für Gesetze zu haben, aber was werde und könne da herauskommen? Der sozialdemokratische Redner habe der Regierung zum Borwurf gemacht, daß sie nicht früher die Sache angeregt habe. Warum habe denn er es nicht früher gethan? Seit 25 Jahren beschäftige er (der Minister) sich mit der Frage und habe sich an verschiedenen Hilfsbewegungen betheiligt. Hochherzige Leute hätten dabet in uneigennützig st er Weise Geldsummen gespendet. In sozialdemokratischen Versammlungen habe man sich aber darüber aufgehalten und gesagt da stecke etwas dahinter. Wenn Industrielle Arbeiterwohnungcn bauen wollten bekämpften das die Sozialdemokraten und sagten, die Arbeiter wolle man nur abhängig machen. In erster Linie müsse der Staat für seine Arbeiter, in zweiter Linie die Stadt für ihre und in dritter die Industrie auch für ihre Arbeiter sorgen. In vierter Linie kämen dann die Genossenschaften. Den letzteren könne die Regierung gering verzinsbare oder unverzinsliche Darlehen geben. Er (der Minister) sei einverstanden, wenn man allenfalls die Angelegenheit einem Ausschuß überweisen wolle. Außerdem werde die Regierung auch aus sich selbst das Erforderliche thun. Eine Wohnungsenquete sei unerläßlich. _ Ei» neuer Erfolg des Badischen Frauenvereins. Wiederholt schon ist die Thätigkeit des Badischen Frauenvereins auf Kongressen Gegenstand eingehender Würdigung und uneingeschränkter Anerkennung gewesen. Neuerdings hat sich der hochangesehene und verdienstvoll wirkende „Deutsche Verein für Armenpflege und Wohlthätigkeit" auf seiner Generalversammlung insbesondere mit einer Seite der rastlosen Liebesthätigkeit des Badischen Frauenvereins beschäftigt, die im ganzen Reiche zum Vorbild geworden ist. Es ist dies das Gebiet der Landkrankenpflege. Ueber die bezüglichen Verhandlungen des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit wird nämlich gemeldet: Der Berichterstatter Obermedizinalrath Hauser (Karlsruhe), ! dessen eingehendes schriftliches Referat gedruckt vorlag, war am > persönlichen Erscheinen in der Jahresversammlung verhindert und es rcferirte deshalb der Mttbertchterstatter Düttmann (Oldenburg): Krankenpflege solljhier nicht deren ganzes Gebiet umfassen, sondern nur die offene Krankenpflege und auch diese nur insoweit, als sie sich aus Beschaffung von Hilfe bezieht. Die Hauspflege soll hauptsächlich die Wöchnerinnenpflege begreifen und daneben die dabei nothwendige Besorgung des Haushalts ... Nach Lage der Sache muß man sich zunächst darauf beschränken, Krankenpflege und Hauspflege zu vereinigen, da eine besondere Hauspflege zur Zeit noch nicht etnzurichten ist. ... Der ganze Gegenstand ist von der eigentlichen Armenpflege etwas losgelöst und fällt seinem wesentlichen Inhalt nach mehr lediglich unter die Wohlfahrtspflege, die Hauptschwiertgkeit liegt auch in der Beschaffung geeigneter Pflegerinnen. Die kirchlichen Pflegeschwestern, Diakonissinnen rc. find nicht ausreichend. Am metsten empfehlen sich, wie der Mitberichterstatter ausführte, die badischen Einrichtungen, welche vom Badischen Frauenveretn in's Leben gerufen und gefördert werden. Es wird energisch anzustreben sein, durchweg im Deutschen Reich eine ländliche Krankenpflege zur Einrichtung zu bringen. Die Sache muß wesentlich auch von oben herab betrieben werden, da eine Initiative der Landbevölkerung selbst ausgeschlossen erscheint, vielfach sogar zunächst deren Widerstand zu überwinden sein wird. Im Anschluß an die sonstigen Organisationen find Centralstellen zu dem Zweck für größere Gebtetsabschnitte zu bilden. Von da ist zunächst auf das Publikum einzuwirken, die Bestrebungen find in weitere Kreise zu übertragen. Sodann find auch in den Gemeinden rc. besondere Organisationen tn'S Leben zu rufen zur direkten Förderung der Sache. Die Versicherungsanstalten rc. werden zweifellos Unterstützung bieten, mit Rücksicht hierauf ist die in Aussicht stehende Revision der Krankenkaffengesetz- gebung von Bedeutung. Die Beschaffung der Mittel wird kaum größere Schwierigkeiten verursachen, wenn sich die größeren Verbände der Sache annehmen. Um das Ziel glücklich zu erreichen, wird noch vielfache Arbeit notbwendtg sein, mit der Erlangung des Ziels wird aber ein Kulturfortschritt von größter Bedeutung gegeben sein. Schlosser (Gießen) berichtete zunächst über die im Landkreis Gießen bereits getroffenen bezüglichen Einrichtungen, die sich durchaus bewährt hätten, aber immerhin doch auch noch in den Anfängen sind Daß ein Nothstand wirklich vorhanden, brauche nicht näher nachgewiesen zu werden. Würmeling (Berlin) begrüßte es mit besonderer Genug- thuung, daß dieser Gegenstand zur Anregung gebracht sei, welcher sich als von ganz besonders hoher Bedeutung darstelle. Blum (Heidelberg) machte Mtttheilungen aus seinen praktischen Erfahrungen, die sich auf Baden, wo die Pflege schon am entwickelt st en, beziehen. Düttmann (Oldenburg) führt in seinem Schlußwort noch aus, daß sich die Entwicklung nach Lage der Sache nur nach und nach vollziehen könne) es handle sich dabet um eine Erziehung des Volkes in hygienischer Beziehung, namentlich unter Bekämpfung der Unsetnltchkeit) eine solche Erziehung, welche sich nur durch entsprechend ausgebtldete Personen erreichen lassen werde, sei aber von einer hohen nicht zu unterschätzenden Be- deutung. Darauf wurden folgende Leitsätze einstimmig von der Versammlung angenommen: 1. »Die Schaffung geordneter Krankenpflege auf dem Lande ist ein dringendes Bedürfniß. 2. Arten und Formen der Krankenpflege sind den örtlichen Verhältnissen anzupaffen. Als eine erprobte und besonders geeignete Form ist die Anstellung von Landkrankenpflegerinnen, wie sie durch den Badischen Frauenverein erfolgt, zu bezeichnen. Außerdem sind die Träger der öffentlichen Armenpflege und der sozialen Versicherung gesetzlich zur Gewährung von Krankenhauspflege, soweit dies die Natur der Krankheit erfordert, zu verpflichten. 3. Es empfiehlt sich, für größere Bezirke freiwillige Organisationen einzurichten, beziehungsweise vorhandene zu benutzen, die der Forderung geordneter Landkrankenpflege allgemeine Anerkennung zu verschaffen, ihre zweckmäßige Durchführung zu fördern, insbesondere auch auf die finanzielle Betheiligung der Gemeinden, der weiteren Kommunalverbände, sowie auch der Träger der sozialen Versicherung hinzuwirken haben.« Die rückhaltlose Anerkennung, welche, wie dem Wirken des Badischen Frauenvereins überhaupt, so insbesondere seiner Organisation der Landkrankenpflege vom Verein sür Armenpflege und Wohlthätigkeit in so ehrenvoller Weise gezollt wurde, wird in Baden umso freudiger begrüßt, als die Einführung und Ausbildung dieses Zweiges der Vereinsthätigkeit der Initiative Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin zu danken ist. Ihre Einrichtu», hat sich vollkommen bewährt und breitet sich im GyZ Herzogthum in erfreulicher Weise aus. ^ Nach den Berichten über die Landkrankenpflege üben ^ Landkrankenpflegerinnen ihren Dienst treu und gewissenhaft ^7 und sind die Gemeinden und Vereine mit den Leistungen^! Pflegerinnen zufrieden. Im Jahre 1898 wurde im Lud^ Wilhelm-Krankenheim in Karlsruhe ein Unterrichts! ui! abgehalten, an welchem acht Schülerinnen aus den Gemeind» Bonndorf, Dtebelsheim, Grafenhausen, Grenzach, Holzen, Nted^ eggenen, Oeschelbronn und Stein theilnahmen. Von dftA Schülerinnen wurden nach bestandener theoretischer Prüft»! drei dem Städtischen Krankenhaus in Karlsruhe, zwei Z Allgemeinen Krankenhaus in Mannheim und je eine A Städtischen Krankenhaus in Ludwtgshafen und Pforzheim M dem Akademischen Krankenhaus in Heidelberg zur Praktisch» Ausbildung zugewtesen. Am Geburtstag der hoks! Protektortn wurde an neun Landkrankenpflegerinnen dm Dtenstzetchen verliehen. Im Jahr 1898 sind neun Pflege^», zugegangen, darunter eine frühere Krankenschwester des BadisA Frauenveretns, welche wegen Kränklichkeit die Berufskrank^ pflege aufgeben mußte. Ausgetreten sind 17 Pflegerinnen, k daß am Schluffe des Jahres 1898 der Bestand 81 betrug. Dy meisten Austritte erfolgten wegen Kränklichkeit, Berhetrathum oder Wegzugs aus der betreffenden Gemeinde. Als eine grA Wohlthat erwies sich der im Jahre 1897 geschaffene Fond zur Erleichterung der Einführung der Land. Krankenpflege in kleinen Gemeinden, aus welchem in, Berichtsjahr an einzelne Vereine bezw. Gemeinden Uni«, stützungen im Betrage von 174 M. gewährt wurden. Der Font betrug am Schluffe des Jahres 1898 : 25 343 M. 7S A Außer den Zinsen dieses Fonds stehen der Abtheilung III» gleichem Zwecke die Zinsen aus einem Geschenk einer Fr« L. H. in B. im Betrage von 5 000 M., sowie die Zinsen de» seiner Zeit aus dem Erlös beim Verkauf der von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogtn gefertigten Handarbeiten gestff. teten Unterstützungsfonds für Landkrankenpflegerinnen, der Schluß des Berichtsjahres 3 725 M. 99 Pf. betrug, zur Bn- fügung. _ Großherzyglhirm Va-r». Karlsruhe, 21. Oktober. Ihre Kaiserliche Hoheit die Prinzessin Wilhelm nah« heute bei den Großherzoglichen Herrschaften in Schloß Baden an der Frühstückstafel theil. Heute Abend erscheinen zur Tafel der Reichskanzler Seine Durchlauf Fürst zu Hohenlohe, Prinz Alexander zu Hohenlohe und andere Personen. _ Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst bewogen gefunden, dem Photographen Alfred Wolf in Konstanz das erbetene Prädikat „Hofphotograph" zu verleihen. _ K(Die Badische Historische Kommission) trat am 20. d. M. im Sitzungssaale des Großh. Ministeriums der Justiz, des Kultus und Unterrichts unter dem Borfitze ihres Vorstandes, des Geh. Hofraths Professor vr. Erdmanns- börffer aus Heidelberg, zu ihrer 18. Plenarsitzung zusammen, welche am 21. d. M. fortgesetzt wurde. Der Plenarsitzung wohnten elf ordentliche und vier außerordentliche Mitglieder und all Vertreter der Großh. Regierung Seine Excellenz der StaatS- mtnister vr. Nokk und die Mtnistertalräthe vr. Böhm und Seubert bei. Ein Bericht über die Sitzung folgt. L.HV. (Karlsruher Kunstveretn.) Zu den trefflichsten Arbeiten, die zur Zeit ausgestellt sind, gehört auch noch eine Porträtbüste von Boese (Berlin), ebenso charakteristisch und lebendig in der Auffassung, wie geistvoll in der Technik Flott und breit im Vortrag und voll mächtiger Bewegung find die „Fliehenden Pferde nach der Schlacht" von Giolt (Florenz). Tief und wahr im Kolorit und breit in der Technik iß die schöne Aquarellstudie „Herbsteichen" von Elisabeth v. Eichen Berlin.)_ Theater, Kunst und Wissenschaft. Das Konzert des Mailänder Scala - Orchesters «nter Pietro Maseagni. 8. Das in Anwesenheit Ihrer Königlichen Hoheiten bei Großherzogs und der Großherzogtn stattgehabte einmalige Konzert des auf der Durchreise nach Frankfurt a. M. Menschenherz. Bon Georg Bormann. (Fortsetzung.) (Nachdruck Verbote»,) Der nächste Tag war ein Sonntag. Wie den Tag vorher rieselte es leise vom Himmel und machte den Aufenthalt draußen unmöglich. Ganz früh, es mochte vielleicht 8 Uhr sein, klopft eS an meine Thür. Auf mein Herein tritt Walther in mein Zimmer und fragt in einer gewissen Erregung nach dem Freunde. Als ich antworte, er werde wohl auf seinem Zimmer sein, ich hätte ihn allerdings gestern gar nicht zu sehen bekommen, gibt er zu verstehe», daß eS etwas besonderes sei, waS ihn herführe, daß er aber vermeiden wolle, Frau Dewall zu begegnen, da er ohnehin nachher mit den Eltern käme, um Abschied zu nehmen. Sie reisten schon am Nachmittag. Ich gehe nun mit dem jungen Mann hinunter, und da tritt uns auch schon auf dem Flur der Gesuchte entgegen. Walther zieht ihn an sich und sagt ihm etwas, was ich nicht verstehe, denn ich war auf der Treppe stehen geblieben. In- dem ich aber auf Konrad sehe, bemerke ich, obgleich er Walther wie glückwünschend die Hand schüttelt, wie er hilfesuchend nach mir emporblickt. »Papa Wenzel,« ruft er leise und dringend, »bitte, kommen Sie eine halbe Stunde mit uns.« Ich Hörle an seiner Stimme, daß da weiter nichts zu fragen war, und schritt ein paar Minuten später mit den beiden jungen Leuten hinten durch's Haus, über die Wiesen Himmler. Konrad hatte meinen Arm genommen, Ulld bald Merkte ich, daß er desselben bedurfte, denn er stützte sich merkbar darauf. Walther war mit der Nachricht gekommen, daß ein Schreiben au seinen Vater eingelaufe», wonach er als Kadett in die kaiserliche Marine ausgenommen sei. Die Sache schwebe schon eine Weile, aber er habe vor einem definitiven Abschluß nicht davon sprechen wollen. Da die Nachricht täglich zu erwarten gewesen sei, freue er sich, daß sein Wunsch erfüllt worden wäre, Konrad daS frohe Ereigniß noch persönlich mittheileu zu können. In drei Woche« müsse er schon nach Kiel. Glücklicher Weise war der Sprechende so von dieser günstigen Entscheidung erfüllt, daß er den Zustand Konrad'S nicht bemerkte. Dieser hatte Beherrschung genug, seine Genug- thuung zu äußern, zuzustimmen, selbst hin und wieder eine Frage zu thun. Doch ich merkte, wie mühsam er sich alles abrang, und eS wurde mir fast zur Gewißheit, auch nach seinem übernächtigen Aussehen, daß irgend etwas, was ich noch nicht wußte, nach der erwähnten Erschütterung den armen Jungen vollends niedergeschlagen habe, und daß ihm in diesem Augenblick der eigene Freund, ohne es zu ahnen, den Rest gab. Wir kamen nun drüben unter die Bäume. Es fing au stärker zu regnen, und Walther kehrte auf näherem Wege in das Hotel zurück. Unterwegs zersann ich mir den Kopf, waS ich Konrad zur Tröstung sagen könnte, und fand nichts. Und ich fühlte auch, daß ihm ein schweigender Begleiter jetzt lieber sei als ein redender. Als wir aber wieder das Haus betraten, bat ich ihn, doch noch ein wenig auf mein Zimmer zu kommen. Ich hatte noch eine halbe Stunde, ehe ich zum Organistendienfl in die Kirche mußte, und es ließ mir keine Ruhe, ich mußte ihn noch befragen. »Konrad,« sagte ich, als wir allein waren, »Sie haben vorgestern alles gehört, was ich mit der Mutter gesprochen habe.« »Nicht durch meine Schuld, Papa Wenzel,« sagte er einfach. »Nicht wahr, das glauben Sie mir?« »Wie sollt' ich nicht, mein lieber Junge,« erwiderte ich, von seiner Art bewegt, in der er immer derselbe blieb. »Dennoch wünschte ich, es wäre nicht geschehen.« »Nein, Papa Wenzel, eS ist schon gut so! Aber ich konnte mich mit Walther nicht so freuen, wie ich wohl gesollt hätte. Was wird er nur von mir denken?« »Sie haben sich tapfer gehalten, Konrad.« tröstete ich. »Ich habe darauf geachtet, Walther hat nichts von Ihrem Leid bemerkt.» Er dankte mir durch einen Blick für diese Beruhigung. »Aber Konrad,« drang ich jetzt unvermittelt auf ihn ei», »was Sie gehört haben, ist nicht das einzige, was Sie bekümmert ; Sie haben sich mir gestern den ganzen Tag entzog». Sagen Sie mir, was ist geschehen?« Er wich einen Schritt zurück. »Wer hat Ihnen das gesagt, Herr Wenzel?« stammelte er erschrocken. »Wer hat Ihn» das gesagt?« »Ich mir selbst, Konrad!« rief ich, und mir schwoll daS Herz über die neue Heimsuchung meines arme» Jungen. »Sie müssen mir alles sagen.« Er trat in starker Bewegung an's Fenster, und große, heiße Tropfen drangen auS seinen Augen. Vielleicht die erste wirkliche Erleichterung für ihn. Ich trat zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter. Da griff er mit plötzlichem Entschluß in die Tasche, zog einen Brief hervor und deutete stillschweigend mit dem Finger auf eine Stelle. Ich las: ^ »Ich danke Dir für Deine Nachrichten. Gewiß, ich Dich mit Freuden die Meinung aussprechen, daß es nur darauf ankäme, Konrad auch von mir aus auf seinen künftig» Beruf zu richten, um ihn auch zu einer inneren Entscheidung und Beruhigung zu führen. Ich gestehe nicht nur ein, dch mir dadurch der Wunsch erfüllt würde, meine Lebensarbeit auf - einen Sohn übertragen zu können, sondern ich gebe auch z*- daß bei abnehmender Kraft und zunehmender Ausdehnung d» . Geschäfts in wenigen Jahren eine wirklich vertraute Hilfe mir über alles we-.th sein wird. Dennoch muß ich darauf dring».. daß Konrad selbst noch einmal ganz frei vor die Wahl gesteh wird. Ich müßte von ihm selbst schriftlich oder mündlich d» Zeugniß deS eigenen und überzeugten Entschlusses veruehm» ehe ich mich entschließen könnte, mich weiter mit diesem, sE so willkommenen Geduukcn vertraut zu machen oder gar nungen und Bestimmungen entscheidender Art in dieser HW ficht ihm gegenüber auszusprechen. Es sieht weiteren richte» von Euch mit Freude und Spannung entgegen Euer Vater.« (Fortsetzung folgt.) ' «,rlin befindlichen Orchesters der Mailänder Scala -- olänzenden Verlauf genommen. Unmittelbar nach ^",cbxjnen der Großherzoglichen Herrschaften trat Pietro ^"»caani vor das von sieben Kontrabässen fundamentirte K ^.s.°r und machte uns gleich in der Eröffnungsnnmmer des Or^es mit einer ganz vorzüglichen neueren Komposition, im schönen Klange der Streicher gipfelnden Vorzüglich. 0° Scala-Orchesters und mit seiner eigenen sehr bedeuten- ke» c^lerpretations- und Direkttonskunst bekannt. Ponchtelli'S ^">.)>t»re zu „li vituani" ist ein vornehm erfundenes, natür- «^mvfundeiies und trefflich geformtes Musikstück, das unter bkbuender Vermeidung allermodernster Extravaganzen doch "vj modern wirkt und auch ohne Kenntniß der der Oper und Ün?» amb der Ouvertüre zu Grunde liegenden dramatischen ernstlich zu interesstren und zu befriedigen vermochte, bet der Wiedergabe dieser Ouvertüre, mehr aber noch ^Mascagni's ganz wundervoller Interpretation der „Zintonis -^kStlque" von Tschaikowskh konnte man fich an dem herrlich edel-reinen Klange der Streichinstrumente ordentlich «^schwelgen und hatte nur zu bedauern, daß die Holzbläser nicht ganz rein stimmten und daß im Blech und namentlich in den Hörnern die weicheren Nuancirungen nicht so schön an- «macben wie markige Harmonien und schmetternde Fanfaren, »och störten diese Mängel nur vorübergehend die Freude an in seiner Gesammtyett durchaus vornehm schönen Gelingen d« Vorträge, denen Mascagnt mit seiner ebenso temperament- Men als künstlerisch wohlmotivtrten Jnterpretattonswetse einen Etzezu faszintrenden Charakter zu verleihen wußte. Wie k^lich gelang das desperate Zerpflücken des Hauptthemas im Durchführungsthetle des ersten Satzes, die so sinnig anhebende M- dann so sehnsüchtig schwellende Träumerei des zweiten rdemas, das Mascagnt ganz im Sinne der modernsten Vor- tl-asästhettk sehr breit nahm, dann die graziöse von prickelnden «Dcatoläufen durchfunkelte Tändelei des im Fünfvterteltakt ^rtebenen zweiten Satzes, der halb scherzo- halb marschartige dritte Satz mit seiner bombastischen Schlußstetgerung und der düstere Klagegesang des Finales, das nach dem Verhallen der Utzten an HLndel's berühmtes Largo gemahnenden Trostmelodie awz in Grabesschauer auszumünden scheint. Nach der Sinfonie brachte Mascagnt das sinfonische Vorspiel aus seiner neuesten Oper „Iris", eine Komposition, die mehr künstelnde Gesuchtheit als künstlerisches Empfinden wahrnehmen ließ. Wie schon dieses Hörspiel gegen den Schluß hin auf „OavaUvria rustieana" btngedeutet hatte, so kam Mascagnt dem unausgesprochenen Wunsche vieler Zuhörer mit dem weiterhin äs. eapo verlangten Bortrage seines berühmtesten Intermezzos entgegen. Emen recht zweifelhaften Genuß bereitete die zu Alflert's Schauspiel „Saul" komponirte Orwerture des vornehmlich als Violinvirtuose bekannten Antonio Bazzint, ein Werk von etwas quodlibet-artigem Charakter, das mit seiner fragmentarischen Formung und mit seinen oftmals geradezu banalen Wendungen stack hinter den augenscheinlich recht hochtrabenden Intentionen des Autors zurückbleibt. Es gab eine Zeit, da auch die Kom- poneure Leonoren-Ouverturen schreiben wollten- in jener Zeit sihcirb Henry Litolff seine Robespierre-Ouverture und damals wohl auch Bazzint seinen „Saul" komponirt haben. Sehr vmschön und stimmungsvoll brachte das Streichorchester hierauf Schumann's „Träumerei" zum Bortrag, und als eine wahre Paradeleistung erklang sodann von allen Streichern mit einer Exaktheit als wären vier vortreffliche Quartettspieler beisammen ein prächtiges Scherzo aus Cherubini's vs-äur-Quartett. Den Schluß des hochinteressanten Konzertes bildete Wagner's .Tannhäuser-Ouverture", die prächtig klang, aber doch zu sehr als Bravourstück heruntergesptelt wurde. Abgesehen von den «inzelnen kleineren Mängeln des Programmcs und der Auffassung haben die Leistungen des Mailänder Orchesters und die «drl-temperamentvolle Leitung Mascagni's einen durchaus sehr bedeutsamen und fesselnden Eindruck Hervorrufen müssen. N eueste Wußrichte« ««tz HekeWm-MWU. * Berlin, 21. Okt. Die „Nordd. Allgem. Zeitg." Mrt, es liege nicht in der Absicht der Heeres- «Mvaltung, die im Frühjahr vom Reichstage vom Entwurf abgesetzten 7 000 Mann in der bevorstehenden Parlamentstagung nachzufordern. ' Berlin, 20. Okt. Amtlich wird jetzt verkündet, daß der stellvertretende Bundesrathsbevollmächttgte der thüringischen Staaten, Wirklicher Geh. Rath vr. v. Heerwart, auf seinen «itrag vom l. November an in den Ruhestand versetzt worden ist. Mit ihm scheidet aus dem Bundesrathe eines der tüchtigsten, dtbeüsamsten und kenntnißreichsten Mitglieder, vr. v. Heerwart, Mim Sommer vorigen Jahres sein 70. Lebensjahr vollendet Me, gehört dem Bundesrathe seit dem Jahre 1872 an. Er Mr bisher in ihm neben den Vertretern Hessens und Olden- I)r. v. Netdhardt und Selkmann, das älteste Mitglied. N Eisenach geboren, war er schon als Dreißigjähriger vor- »dgender Rath im Großh. Sächsischen Finanzministerium ge- Mrden, und gerade auf dem Gebiete des Steuer- und Finanz- Msins hat er sich auch im Bundesrathe besondere Verdienste Horben. Insbesondere gehörte er der ausschlaggebenden Kom- W°» für die Zolltartfreform an, die Fürst Bismarck Anfangs ^ nach Berlin einberufen hatte. Um diese Zeit wurde es immer seltener, daß die Minister der kleineren Bundes- zu den wichtigsten Bundesrathssttzungen selbst nach Berlin W"/' damals vereinigten sich die sechs thüringischen Staaten ?"Wn-Weimar, Altenburg, Coburg-Gotha, die beiden Schwarz- und Reuß jüngere Linie, vom Jahre 1880 an einen gemetn- ^Mlchen stellvertretenden Bevollmächtigten beim Bundesrathe Person des damaligen Finanzraths vr. Heerwart zu hat seitdem diese Stellung, die ihm die Führung ^i«ys Stimmen, 'also so viel wie Bayern und zwei Stimmen als Sachsen und Württemberg ermöglichte, mit unermüd- wahrgenommen. In die Oeffentltchkett ist er - g hervorgetreten. Um so fruchtbarer aber war seine sch?» '"der Stille der Bundesrathsausschüfse, und hier wird , ^»scheiden eine große Lücke Hervorrufen.) z , Dresden, 20. Okt. Die Frage des Schutzesder ^Eitswilligen wird besonders lebhaft im Königreich Es wird angenommen, daß die vom l ^ nationalliberalen Landesvereins - sll-A^rie Sitzung, zu der auch Einladungen an die l nationalliberalen Reichstagsabgeordeten, an die WM^uliberalen Mitglieder beider sächsischen Stände- >Ein und an die Vorsitzenden der nationalliberalen "n Lande ergangen sind, sich zu Gunsten einer des 8 153 der Reichsgerichtsordnung aussprechen "E Versammlung", so schreibt die „Sächs. Nat.- es sich weiterhin nicht nehmen lassen, »ck ^weren Vorwurfe des Herrn Abg. Basser- witbetroffene sächsische Industrie, in deren Reihen zahlreiche Anhänger und darunter die ange- ! —« n ^flngvollsten Namen mit Stolz ihr eigen "Adinrcklich in Schutz zu nehmen und gegen un- > Motive zu verwahren." * Darmstadt, 21. Okt. Das russische Kaiserpaar, das hessische Großherzogspaar, sowie Prinz Nicolaus von Griechenland wohnten gestern Abend der Einweihung des neuen Offizierkasinos des 24. Dragonerregiments bei, dessen erster Inhaber Seine Majestät der Kaiser von Rußland ist. * Wie«, 21. Okt. Abgeordnetenhaus. Professor Pirak (Pole) wird mit 197 gegen 165 Stimmen, die der deutsche Kandidat Prade erhält, zum Ersten Vicepräsi- denten gewählt. Als zur Wahl des Zweiten Vtceprästdenten geschritten wird, verläßt der Klub der deutschen Linken den Saal. Der Rumäne Lu pul wird mit 169 Stimmen zum Zweiten Bicep residenten gewählt. Später wurden die Nothstandsanträge einstimmig dem Nothstandsausschuß überwiesen. * Brüssel» 21. Okt. Unterleutnant Paternoster berichtet aus Sungula von vorgestern, daß die Truppen des Kongostaates mit dem aufständigen Stamme der Bakusu einen heftigen Kampf zu bestehen hatten. Die Aufständischen hatten 300 Tobte und ebensoviel Verwundete. * Bukarest, 20. Okt. Das Befinden des Prinzen Carol hat sich wes entlich gebessert. Es ist Hoffnung auf bal dige Genesung vorhanden. * London, 21. Okt. Balfour erklärte im Unterhause, es sei mit der portugiesischen Regierung keine Abmachung getroffen betreffs des Ankaufs der Delagoa-Bai, und es sei bisher keine Entscheidung erfolgt hinsichtlich der zukünftigen Verwaltung von Samoa. Die Angelegenheit wird von den drei Regierungen noch erwogen. * Sa« Francisco, 21. Okt. Aus Samoa wird vom 6. d. M. gemeldet: Der Anblick der Dinge in Samoa ist weit davon entfernt, befriedigend zu sein. Neue Unruhen sind im Entstehen. Dieselben können mit jeder Minute ausbrechen, wenn die betreffenden Mächte nicht ihren Regierungsbeamten zu Hilfe kommen. Die Lage der als provisorische Regierung eingesetzten Konsuln sei sehr schwierig. Wie es heißt, herrscht Spannung unter ihnen. * Caracas, 21. Okt. Der Friede ist geschloffen worden. gelegen war, ist verschwunden, und ein neuer ist nördlich von Schottland aufgetaucht. Ueber dem weißen Meer lagert eine sehr tiefe Depression, welche im ganzen Ostseegebtet unruhige« Wetter hervorruft. Auf dem Festlande ist es dagegen meist beiter oder neblig und in den Morgenstunden sehr kalt. Eine Wttterungsänderung steht vorerst nicht in Aussicht. WittLi iisoöeobachuragc» der Mrtesrol. Ktatum Karl«»-«. Oktober 20. Nachts 8" U 21 Mrgs. 7" ll. 21. Mittgs. 2« U. ') Nebel. Barem. ! THrrm. Lbsol. Feuchtia- Feucht. ! keil in Wind 760 7 4.5 6.0 > Proz. 97 NE 761.8; OL 4.3 92 SE 761.7 ^ 11.4 z 6.4 6t § Himaul heiter bedeckt') heiter Höchste Temperatur am 20. Okt. 13.4- niedrigste in der darauffolgenden Nacht 0.0. Niederschlagsmenge des 20. Okt.: 0.0 uuu. Wafferstand deS Abrins. Maxau. 21. Okt.: 8.53 m, gefallen 10 em. AamiNennachricht-». -as de« Aarlrncher StmSr-bNch-M^tIrr. Geburten. 14. Okt. Anna Sofie, B.: Georg Kühnle, Schmied. — 17. Okt. Luise, V.: Adolf Länderer, Dtenstmann. — Auguste, B.: Karl Wilhelm Brüstle, Fabrikarbeiter. — Lina, V.: Albert Kaiser, Metzger. — 18. Okt. Eugen, B.: Christian Philipp Crocoll jr., Maler. — 19. Okt. Emma Albertine Rosa, V.: Arthur Kramm, Expedient. — 20. Okt. Hilda Walburga, B.: Anton Farnh, Schmied. Eheaufgebote. 19. Okt. Julius Cäsar Graztolt von Chiario, Apotheker in Chiarto, mit Luise Wacker von hier. — Karl Häfner von hier, Monteur hier, mit Josefa Grimm von Westerhosen. — Georg Rempel von Bielefeld, Kaufmann hier, mit Paula Seyfried von hier. — Franz Martin von hier, Sanzleigehtlfe hier, mit Marte Kappler von hier. Todesfälle. 18. Okt. Ludwig Oskar, 8 M. 18 T., B.: Karl Malsch, Wirth. — Anna Maria Rtcharz, ledig, Dienstbote, 74 I — 19. Okt. Karl Friedrich, 1 M. 9 T., V.: Wendeltn Müller, Weichenwärter. — Rosa Konrad, ledig, Privatiere, 68 I. — Bertha, Wwe. von Professor Jakob Lamey, 74 I. — Elisabeth, Wwe. von Christian Kunzmann, Landwtrth, 90 I. verschiedenes. -f Die Fürstin-Mutter vonHohenzollern, geb. Prinzessin Josephine von Baden, geboren am 21. Oktober 1813, vollendet heute ihr 86. Lebensjahr, diesmal leider nicht, wie früher, in voller körperlicher Rüstigkeit, sondern in schwerer Erkrankung, die vorzugsweise in heftigen Nervenschmerzen besteht, welche die Kräfte schwächen. Nicht weniger als drei Generationen umgeben die ehrwürdige Frau, und dieser Kreis wächst zu ihrer Freude von Jahr zu Jahr. Zn diesem Familienkreise zählt auch die Königin Carola von Sachsen, die alle Jahre einige Wochen um diese Zeit bei ihrer Tante weilt. Wegen schwerer Erkrankung des Prinzen Carol von Rumänien, des sechsjährigen ältesten Sohnes des rumänischen Thronfolgers, dürfte Letzterer mit seiner Gemahlin diesmal wohl der Bereinigung der Familie in Sigmartngen fern bleiben. Der 21. Oktober hat für die Fürstin-Mutter noch die wettere Bedeutung, daß er der Tag der Vermählung mit dem verstorbenen Fürsten Karl Anton ist. f Berlin, 21. Okt. vr. Karl Lehmann, der während der letzten 18 Monate mit vr. Belck erfolgreiche Forschungsreisen in Kleinasten über die Urgeschichte des Chaldäerretches ausgeführt hat, ist, laut „Franks. Ztg.", zurückgekehrt, vr. Belck weilt noch in Tiflis. -s Berlin, 2l. Okt. (Telegr.) Gestern Abend fand in der „Philharmonie" der Festkommers der Technischen Hochschule statt. Der Saal war dicht gefüllt. Unter den Anwesenden befanden sich Minister Delbrück, Bürgermeister Ktrschner u. A. Rektor Rtedler hielt eine Rede, worin er den Studtrenden seine Wünsche für das kommende Jahrhundert aussprach. Dem Rektor wurde von den Studenten ein Ehrenschtld überreicht. 4 Berlin» 21. Okt. (Okt.) Gestern Abend veranstalteten zum Besten derUeberschwemmten die hier ansässigen Bayern im neuen Königl. Operntheater mit Genehmigung Seiner Majestät desKaisers eine Wohlthätigkeitsaufführung. Das Haus war ausverkauft. In der Hofloge befand sich Ihre Majestät die Kaiserin mit den Prinzen und der Prinzessin. 4 Berlin, 21. Okt. (Telegr.) Prozeß gegen den Klub der „Harmlosen". Der Oberstaatsanwalt läßt die Anklage wegen Falschspielens fallen, beantragt dagegen, v. Kays er wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels zu vier Monaten Gefängnitz zu verurtheilen, die jedoch für verbüßt erachtet werden- v. Kr Scher zu sechs Monaten, wovon vier für verbüßt gelten und 1000 M. Geldstrafe, Schachmeyer zu drei Monaten, die ebenfalls verbüßt sind. 4 Darmstadt, 21. Okt. (Telegr.) In dem Diszipltnarver fahren gegen den Landgerichtsdirektor a. D. Küchler lautete das Urthetl auf 350 M. Geldstrafe und Tragung von */, der Baarauslagen. Der Staatsanwalt hatte Amtsentsetzung beantragt. — Stuttgart, 20. Okt. Dem Kanzleirathe Pritz der bet den Höfen von Baden, Württemberg und Hessen accredittrten K. und K. Oesterreich-Ungarischen Gesandtschaft in Stuttgart wurde das Ritterkreuz I. Klaffe des Königlich Württembergtschen Friedrichs-Ordens verliehen. 4 Paris» 21. Okt. (Telegr.) Der „Figaro" widmet der verstorbenen Gräfin Maria Münster, Tochter des Fürsten Münster, einen warmen Nachruf, in welchem hervorgehoben wird, daß die Verstorbene infolge ihrer ausgezeichneten Eigenschaften und ihres Wohltbätigkettsstnnes sich in Paris die größten Sympathien erworben habe. 4 Charlottenbnrg, 21. Okt. (Telegr.) Gestern Vormittag wurden im großen Lichthofe der technischen Hochschule Abordnungen empfangen und eine Festsitzung abgehalten. Anwesend waren zahlreiche Vertreter der Behörden, der Wissenschaft, Kunst und Industrie. Der Rektor, Geh. Regierungsrath Professor Rtedler, begrüßte die Erschienenen. Bürgermeister Kirsch- ner überreichte namens der Stadt Berlin die Urkunde einer Stipendien st iftung von 100000 M. Die übrigen Abordnungen folgten mit feierlichen Ansprachen. Zahlreiche deutsche Industrielle und Handelsfirmen stifteten zur Förderung wissenschaftlich-technischer Arbeiten ein Kapital von vorläufig 1'/, Millionen Mark. Für die deutschen Universitäten sprachen ihre Rektoren - für die Akademie der Wissenschaften Professor Waldeher. Lebhaft begrüßt wurden die Vertreter der ausländischen technischen Hochschulen. Die deutschen technischen Hochschulen überreichten Adressen. Es folgten Ansprachen der Vertreter der Bergakademien, der landwirthschaft- lichen und thterärztlichen Hochschulen. Hieran schloffen sich, wettere Ansprachen von Verbänden und Vereinen. Wetterbericht l>e» «rmroiimr. s. Metrorot- u H»dr. o. 21. Okt. 1899 Das barometrische Maximum hat seit gestern an Höhe ab- j genommen- der Kern, welcher über dem Osten und Südosten Hekegraphifche AxrsSerlchte vom 21. Oktober 1899. Frankfurt. (Anfangskurse.) Kredit 228.20, Staatsbahn 138.50, Lombarden 31.60, Portugiesen 25.30, Eghpter — Ungarn 97.— , Diskonto 19160, Gotthard 14130, 3°/, Mexikaner 25.80, 6°/, Mexikaner , Ottomanbank 111.25, Türkenloose 116.40, Italiener 92.20. Tendenz: fest. Frankfnrt. (Schlußkurse.) Wechsel Amsterdam 169.32, Wechsel London 20.45, Parts 80.98, Wien 169.42, Italien 75.40, Prt- vatdtskont 5'/,, Napoleons 16—17, 4°/, Deutsche Reichsanleihe 98.—, 3°/o Deutsche Retchsanlerye 89.30, 4»/^ Preußen 97.75, d°/o Italiener 92.20, Oesterr. Goldrente 99.20, Oesterr. Silberrente 99.10, Oesterr. Loose von 1886 139.80, 4'/, °/, Portugiesen —, Russische Staatsr. 98.40, Serben 49.60, Spanier 61.70, Ungar. Goldrente 97.— , Ungar. Kronenrente 94.70, Berliner Handelsgesellschaft 163.50, Darmstädter Bank 147 60, Deutsche Bank 203.10, Dresdener Bank 182.—, Badische Bank 123.90, Rhein. Kreditbank 142.50, Rhein. Hypothekenbank 159.80, Länderbank 118.—, Wiener Bankverein 130.—, Ottomanbank 111.50, Schweizer Centralbahn 142.30, Schweizer Nordostbahn 93.40, Schweizer Union 79.70, Jura-Stmplon 84.40, Mittel, meerbahn 101.60, Harpener 195.70, 6"/, Argentinier 33 SO, 5"/« South Prefer. 105.55 , 3'/,'/, Badische in Gulden 96 50, S'/.°/o Badische in Mark 96.50 , 3'/,°/« Badische in Mark 96.-, 3°,« Badische in Mark von 1896 87.20, 4°/, Griechen 47.80, Türkenloose 11?.—, V.-Türken 22.—, 5 Argentinier 83.80, 5°/„ Chinesen 95.90, 6°/„ Mexikaner 97.30, 5«/« Mextk. —, 5°/» Mexik. v. 1898 42.80, 3°/, Mexik. 25.75, Pfälz. Hypo- thekenb. 159.50, Elbthalb. —, Meridionalb. 133.—, Bad. Zuckerfabrik 69—, Nordd. Lloyd 118.50, Packetfahrt 126 20, Grttzner 186.50, Karlsruher Maschinenfabrik 260.—, North Prefer. 75.90, A.E.-G. 248.—, Schuckert 227.20, Beloce 64.80, Oberrheinische Bank 121.—. (2'/. Uhr.) Kredit 228.60, Diskonto 191.60, Staatsbahn 139.40, Lombarden 32.60. Tendenz: fest. Frankfurt. (Kurse von '/,4 Uhr Nachm.) Kredit 228 SO, Diskonto 191.60, Staatsbahn 139.30, Lombarden 32.50. Tendenz: —. Frankfnrt. (Abendkurse.) Kreditakiten 229.10, Diskonto-Kom- mandtt 191.70, Staatsbahn 139.20, Lombarden 32.50, Prince Henrv 113.—, Gelsenktrchen —.—, Harpener 197.—, Laurahütte 248.50, Türkenloose 117.20, 6"/, Mexikaner —, Jura-Stmplon 84.40, Italiener 92.30,3°/, Portugiesen 25.—. Tendenz: fest. Berlin. (Anfangskurse.) Kredit 228.20, Diskonto 191.70, Deutsche Vank 203.20, Berliner Handelsges. 162.70, Bochumer 253.—, Laurahütte 247.90, Harpener 195.20, Dortmunder 123.90. Tendenz: sehr fest. Berlin. (Schluß!.) 4'),°/o Reichsanleihe 97.90 G., 3»/, Retchs- anlethe 89.10, 4°/, Preußen 97 80 G-, Kredit 228.20, Diskonto 191.70, Dresdener 161.90, Nattonalbank 143.30, Staatsbahn 139.— , Bochumer 253.20, Gelsenkirchener 194.90, Laurahütte 248.—, Harpener 196 20, Dortmunder 123.80, A.-E.-G. 248.90, Schuckert 227.50, Dynamit Trust 153.50, Köln-Rothweiler 211.90, Metallpatronenfabrik 292.— , Kanada - Pacific 91.10, Pr Watdiskont 5'/,. Tendenz —. Berlin. (Nachbörse. Schluß.) Diskonto 191.70, Deutsche Bank 203.20, Dortmunder 124.20, Bochumer 253 —, Htbernia 214.50. Wie«. (Nachbörse. Schluß.) Kredit 364.87, Staatsbahn 323.20, Lombarden 70.20, Marknoten 59.—, Ungarische Goldrente 115.50, Ungarische Papierrente 99.35, Oesterretchische Kronenrente 99.60, Länderbank 234.—, Ungarische Kronenrente 94.70. Tendenz: fest. Paris. (Anfangskurs.) Rente 100.42, Spanier 62.90, Türken 22.—, Italiener 92.45, Ottomb. 550.—, Rio Ttnto 1210.—. Paris. (Schlußkurse.) 3°/, Rente 100.35, 3"/, Portugiesen 24.60, Spanier 61.90, Türken 22.05 Ottomanbank 552 —, Rio Tinto 1197, Banque de Paris 1062.—, Italiener 92 55, Deberrs 672.—, Robinson 232.—. Tendenz: unregelmäßig. London. Debeers 26'/,, Chartered 3'/,, Goldsteld 7'/,, Rand- fontein 3, Eastrand 7'/<, Atchison Top. 66, Loutsv. Nash 85'/,. Verantwortlicher Redakteur: Jnliut Satz « KarlsrE KukiZtgswenbk-AagÄrill von 5 . «ayen L HoüiekerLlltoll, ILarlsruds, konäelplatr. Sröanbo» I-azsr von 1-uxus- uncl LlsdrnnodsnrbLsln i„ öronrs, Odf>5toü«-8iI6sf, 8«n3ulsn, kür c-SLot-on-rs, HütsI- uncl ttsnsstiu'iotrtnn^so. j Lu M. Julius bli'auss, Kai'isr'iiNs.Lll M. I Ich«, uäokst äom LlariNpIati Bedeutendes Spezialgeschäft in Besatzarttkeln, Mer Arten Besatz, stoffen, Paffementerten, Spitzen, Knöpfen, Weißwaaren, Hand- schuhen, Cravatten, Fächern. Ständiger Eingang von Neuheiten. OchMafl für MlrMe Iiulujlm Ingsnieur-Kuresv krsen (kutir),vürse!6o^ IMll »sils«6. 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Zur Theilnahme an der General-Versammlung find diejenigen Actionäre berechtigt, deren Actien spätestens am dritten Werktage vor der Versammlung bet der Gesellschaftskafse in Grüuwiukel oder bei den Bankhäusern StranS st Cie., Ed. Koelle und Filiale der Rheinischen Creditbank dahier, bei W. H. Ladenburg L Söhne und der Rheinischen Creditbank iu Mannheim» E. Ladeuburg in Frankfurt a.M., und C. Schlesinger- Trier L Cie. in Berlin hinterlegt find. Statutenentwurf und Geschäftsberichte stehen vom 1. November an bei diesen Stellen zur Verfügung. > Karlsruhe, den 21. Oktober 1899. W 395 ! Der Aufsichtsrath. -- b/wiLcne -- feukir VM(rMLML5- ö/mx Versickerung VIII-- »I>6 k»,Io»i>>ss-vss,I,r. Vr. Meiudaräl's R939.22 l,ö8>. Xinöei'nslil'ung. kiationellsto krgLnrung öor verdünnten KubmNvti rur Lriislung günstiger LrnükrungervsuitLtv bei Säuglingen. 8 tote xntvr Lrkolx d«l Mmeltttis, Leropttulosa uns Lreckäurekkall. I»» biTO«»«»» i» krvie A. 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