l. 4 « SS «Av 0 - « 2«, « SU 0 - 0 LU 0 - 0 2U 0 - 0 0 21» 0 2» 0 2» 0 LU Freitag, 1. Dezember. 333 Expedition: Sarl-Friedrich-Straße Nr. 14 (Telephonanschlutz Nr. 154), woselbst auch dir Anzeigen in Empfang genommen werden. BorauSbezahlung: vierteljährlich 3 M. 50 Pf.; durch die Post im Gebiete der deutschen Postverwaltung, BrteftrSgergebühr eingerechnet, 3 M. F5 Pf. LinrückungSgebühr: die gespaltene Petitzetlt oder deren Raum 20 Pf. Briefe und Gelder frei. Unverlangte Zusendungen von Drucksache« und Korrespondenzen jeder Art werden nicht zurückgesandt und übernimmt dir Redaktion dadurch keinerlei Verpflichtung zum Abonnement oder irgendwelcher Vergütung. — Der Abdruck unserer Originalarttkel und Berichte ist um mit Quellenangabe — ^KarlSr. Ztg." — gestattet. 1899 . 0 25 » 0! 2S» l, uge». chsal. ats- ,chsal. >g dck >mm« >te Vs» und ege der rgrba lUNg« er z« mng» chtsbe- retchh l gebar 00 >« MS !rkftr als' ,«e^ !>r»» Sa» undr, S« lir»^ dZ rche» IS» »» Kof-Ansags. ^Zlus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes Ihrer mglichen Hoheit der Großherzogin wird am ^Dezember d. I. die Hoftrauer abgelegt. "Karlsruhe, den 30. November 1899. Kroßherzogliches Oderstkainmerherrn - Amt. Freiherr von Gemmingen. Kalturfortschritt und Sozialdemokratie. ^ Das Naturgesetz, das den Kulturfortschritt der Mensch- nt langsam und unter stetem Ankämpfen gegen wider- - gebende Hinderniste sich vollziehen läßt, mag dem vor- j ilrtsstrebenden Idealismus als Fessel erscheinen — der > geklärte Geist erkennt in ihm die einzige Gewähr für ^ Wirksamkeit und die Dauer r»es Fortschrittes der eine hige, die bestehenden Verhältnisse organisch weiterbilde Reform allein Bestand verheißt, während sprung- ste revolutionäre Entwicklungsphasen in ihrer-Wirkung Mer durch sich selbst beeinträchtigt werden und zugleich pe bereits bestehenden Kulturwerthe stets vermindern. — Sozialdemokratie bringt unser Staatswesen fortgesetzt die Gefahr, die bestehenden, durch eine jahrhundertege Entwickelung geschaffenen Kulturwerthe zu gefähr- hn und ihre Fortentwickelung durch sprunghaftes, revo- tionäres Dordrängen zu hemmen. Der unheilvolle Einfluß, den diese Partei aus die Gesetzgebung des Deutschen Reiches auszuüben bemüht ist, tritt deutlich auch bei der zur Zeit im Reichstage zur Lerathung stehenden Gewerbenovelle zu Tage. In jcher Sitzung kommt die sozialdemokratische Fraktion mit einer großen Zahl von Anträgen, deren Undurchführbarkit, außer von den Sozialdemokraten, von allen, auch den den aus sozialpolitischem Gebiet vorgeschrittensten Parlamentariern anerkannt wird. Die sozialdemokratische Partei, die sich jeder positiven Kitarbeit an der sozialen Gesetzgebung des jungen Deut- Ueu Reiches stets enthalten hat, gegen deren Opposition vielmehr den Arbeitern die Segnungen dieser, von keinem anderen Kulturstaate bisher erreichten Gesetzgebung erkämpft werden mußten, hemmt auch heute noch durch ihr radikales Vorgehen den Leiterausbau der Sozialgesetzgebung, als deren alleinige Pvrkämpferin sie sich der Arbeiterschaft anpreist. Den parlamentarischen Vertretern der Sozialdemokratie scheint es gar nicht zum Bewußtsein zu kommen, daß es Mr leicht, zugleich aber für die Entwickelung des Staates in höchstem Maße verhängnißvoll ist, jeden von «inem Theil der Bevölkerung als Mißstand empfundenen Zustand jedesmal sofort zum Ausgangspunkt gesetz- -berischer Versuche zu machen und ohne jede Rücksicht auf praktische Durchführbarkeit im Handumdrehen Gesetze auszuarbeiten. Es mag der irri- pn, materialistischen Geschichts- und Lebensauffassung der Sozialdemokratie entsprechen, derartige unorganische gesetz- iberische Gebilde willkürlich zu konstruiren und zu glauben, «ß jedem Gesetz an sich die Fähigkeit innewohne. behende Mißstände aufzuheben und die Geister unter seinen Buchstaben zu beugen. Es gab eine Zeit, in der das unausgesetzte Rufen nach Am Gesetzen vielfach durch das jugendliche Ungestüm ^Sozialismus zu erklären versucht wurde. Diese Zeit vlange vorüber. Von Jahr zu Jahr wird es deutlicher, A die Sozialdemokratie mit ihrem praktisch immer er- Woseren Vorgehen lediglich agitatorische Zwecke verödet und daß dieses Vorgehen auch den bescheidenen ^th, auf die sonstigen an der Gesetzgebung betheiligten Aste anregend zu wirken, immer mehr verliert. Die Alldemokratische Partei sucht nach Kräften der Regie- TA den Wind aus dem Segel zu nehmen. Tritt diese Ah den reiflichen Erwägungen, die ihr ihre verantwor- Msvolle Stellung zur Pflicht macht, mit Reformvor- Wsen auf sozialem Gebiet vor die Volksvertretung, so ?dle sozialdemokratische Partei sofort mit Anträgen aus A Plan, die praktisch undurchführbar, nur den Zweck Asvlgen, die Begehrlichkeit der Masten aufzustacheln und ln die Anschauung zu befestigen, daß die Fürsorge Regierung unzureichend oder völlig werthlos sei. Das parlamentarische Verhalten der Sozialdemokratie gefährliches Hemmniß für die gesunde Weiter- . jAckelung unserer sozialen Gesetzgebung. Eines) erreichen die Sozialdemokraten durch solche Machen- j sie erhalten Unfrieden und Unzufrie-' denheit unter den Arbeitern. Und doch haben die Arbeiter keinen Grund, sich die Lebensfreude rauben zu lassen, denn gerade der Arbeiterstand hat in dem letzten Jahrzehnt in Deutschland in wirth- schaftlicher und sozialer Beziehung einen Aufschwung erlebt, wie er bisher ohne Beispiel ist. Die Sozialdemokratie, die schon den Vorwurf auf sich geladen hat, an der sozialen Gesetzgebung positiv nicht mitgewirkt zu haben, entäußert sich durch ein derartiges Verhalten jeder sittlichen Berechtigung, sich eine Arbeiterpartei zu nennen: Sie fördert die Arbeiterinteressen nicht > nur nicht, sondern nimmt der Arbeiterschaft auch ! noch die Freude an dem Errungenen. V Deutschlands Ueberseehandel. In der Denkschrift über „Die deutschen Seeinteresten" ! ist vor zwei Jahren auf Grund sorgfältiger Berechnungen! der Antheil des Seehandels am Gesammthandel auf zwei Drittel angesetzt. Darnach würde sich der deutsche Spezialseehandel für 1896 auf etwa 5540, für 1897 auf 5 786 und für 1898 auf etwa 6 300 Millionen Mark stellen. j Neuerdings ist von verschiedenen Seiten der deutsche Seehandel wieder niedriger eingeschätzt worden — wesentlich zum Zwecke des Nachweises, daß größere Aufwendungen für den Schutz des Seehandels durch eine stärkere Flotte nicht erforderlich wären. Es ist daher angezeigt, - auf Grund der kürzlich erschienenen Statistik des. auswärtigen Handels für 1898 die verschiedenen! Schätzungen und Berechnungen nachzuprüfen. j Im gesammten deutschen Spezialhandel zeigt sich 1898 ^ gegenüber dem Vorjahre wieder eine erhebliche Steigerung, z und zwar pon 8,65 auf 9,45 Milliarden Mark. ^ Von diesem Handel entfielen auf den Verkehr mit l fremden Erdtheilen, der durchweg Seehandel ist, 2.66 Milliarden Mark gegenüber 2,43 Milliarden l Mark im Vorjahre. Reiner Seehandel ist außerdem ! der Handel mit Großbritannien, der von 1363,2 auf 1629,5 Millionen Mark gestiegen ist, ferner der mit Schweden und Norwegen (1898: 210, 1897: 170 Millionen Mark). Jnsgesammt ist also der reine Seehandel, das heißt der Handel mit nur zur See erreichbaren Ländern; von weniger als 4 auf 4 Hs Milliarden Mark gestiegen. Dazu kommt der umfangreiche Seehandel mit jenen europäischen Staaten, mit denen ein Waarenaus- tausch zu Lande und zu Wasser möglich ist; nach einer großen Zahl dieser Länder überwiegt der Seehandel; ausschließlich Landhandel treiben wir überhaupt nur mit der Schweiz, überwiegend Landhandel mit Oesterreich- Ungarn, Belgien, Holland und Frankreich. Erheblich ist der Seehandel mit Rußland, fast ganz auf dem Seewege erfolgt dagegen der Waarenverkehr mit Dänemark, Rumänien, Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Spanien und Portugal; der Handel mit diesen Ländern ist von 440 auf 452 Millionen Mark gestiegen. Ferner dürste auch im Verkehr mit Italien (1898: 285, 1897: 243 Millionen Mark) der Seehandel weit überwiegen; der Handel mit Rußland und Finland ist von 1060 auf 1177 Millionen Mark gestiegen. Der Verkehr mit Frankreich, von dem ein Theil gleichfalls über See geht, stieg von 456 auf 470 Millionen Mark. Wenn auch der Antheil des Seehandels am Verkehr mit den benachbarten Staaten nicht genau festzustellen ist, so bildet doch schon der Handel mit jenen Staaten, die überhaupt nur zur See erreichbar sind, annähernd die Hälfte des ganzen deutschen Spezialhandels; dazu kommt der Verkehr mit den entlegeneren europäischen Staaten, die nur zur See bequem zu erreichen find. Jnsgesammt ist der Handelsverkehr mit den nur zur See erreichbaren Staaten in höherem Maße gestiegen als der Gesammthandel, nämlich etwa von 45 aus 48 v. H. des ganzen Spezialhandels. Es ist sicherlich niedrig gegriffen, wenn man annimmt, daß s auch von dem Verkehr mit den übrigen Ländern mindestens ein Drittel auf den Seeweg entfällt, so daß der deutsche Seehandel im Jahre 1898 die schon früher geschätzte Höhe von 6,1 Milliarden Mark mindestens erreicht, wenn nicht noch erheblich überschritten hat. Das bedeutet in einem Jahre eine Steigerung des deutschen Seehandels um fast 10 v. H. ^>sten: ^ Der Europäische Bodenkredit. Unter dem Titel »Der Europäisch« Bodenkredit« erscheint im Verlag von Duucker L Humblot in Leipzig ein neues Werk deS Herrn Geh. Hofrath Or. Hecht- Mannheim. Der erste Band ist soeben zur Ausgabe gelangt. Der Bodenkredit ist in den europäischen Staaten in den mannigfachsten Formen organifirt und der Verfasser gibt in der Einleitung einen belehrenden Uebrrblick darüber, in welchem Umfang jede einzelne Organisationsfvrm in Europa zur praktischen Anwendung gelangt ist. Aeußerst dankeoswerth und durchaus zeitgemäß erscheint es, daß der Verfasser sich keineswegs darauf beschränken will, die Entwickelungsgeschichte der Verschuldung des Grundbesitzes darzustellen, sondern daß er auch die Frage der Entschuldung in's Auge faßt, deren erfolgreiche Lösung er als eine der vornehmsten Aufgaben des neuen Jahrhunderts bezeichnet. Der vorliegende Band enthält neben der grundlegenden, umfassenden Untersuchung über die Frage der Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes die Entwicklungsgeschichte der staatlichen und provinziellen B v d e n k r e d i t i n st i t u t e in Deutschland seit 1890. In einem größeren Werke hat der Verfasser bereits früher die Entwickelungsgeschichte dieser Institute bis zum Jahre 1890 gegeben. Es bestehen in Deutschland 15 theilS staatliche, theils provinzielle und kommunalständische Boden- kreditinstitute. Die volkswirthschastlichen Gesichtspunkte, unter denen diese Institute zu betrachten und zu beurtheilen sind, wurden vom Verfasser bereits früher eingehend dargelegt. Seit dem Jahre 1890 beschäftigte man sich vorzugweise mit dem Ausbau der Institute auf den früher geschaffenen Grundlagen und eS ergaben sich hierbei zahlreiche Einzelfragea. »Diese Fragen beziehen sich auf die innere Organisation der Institute, auf daS Hypotheken- und Pfandbrieswesen. Die Kon- vertirung höher verzinslicher Obligationen in niedriger verzinsliche Typen und die Herabsetzung deS Hypothekenzinsfußes be- schäftigte die Direktionen und die ihnen übergeordneten Organe. Die Gegensätze, die hierbei hervortruteu, sind durchaus dieselben, wie bei Instituten auf anderen Grundlagen. Die Schuldner drängen nach möglichster Herabsetzung deS Zinsfußes, dabei widerstreben sie, wo nicht ZwangSamortisation besteht, der Umwandlung ihrer Darlehen in Annuitätendarlehen, die Gläubiger fühlen sich durch die Konvertirungcn beunruhigt. Die Direktionen wollen thunlichste Stärkung der Reserve», die StaatSregierungen, Kommunalstände und Provinzialstände wünschen Beiträge für ihre Budgets. In reichhaltigen und übersichtlichen Tabellen wird ziffermäßig die Entwicklung jedes Instituts beleuchtet. Ja besonderen Tabelle« ist eine Gesammtübersicht über den GsschäftS- stand der »Landeskreditkassen« am Ende des Rechnungsjahres 1897/98 gegeben. Das zersplitterte und sehr schwer zugängliche Material der Gesetzgebung und des Verorduungsrechts alle, deutschen Staaten auf diesem Gebiet ist wohlgeordnet mitgetheilt. Neben diesen Einzeluntersuchungen, die uns vorzugsweise in Deutschland interessiren, findet sich in dem inhaltreichen Band dir Darstellung deS Systems der Hypothekentilguugs- versicherung, der von dem Verfasser seit dem Jahre 1893 allmählich ausgebildeten Methode zur Entschuldung deS ländlichen Grundbesitzes. Damit wird eine Frage behandelt, d ie für alle Kultur staatea in gleicher Weise brennend geworden ist, mit der sich auch der deutsche Landwirth- schastsrath unter vielfacher Bezugnahme auf die Arbeiten deS Verfassers seit einigen Jahren andauernd beschäftigt. Der Verband österreichischer und ungarischer Versicherungstechniksr hat einen namhaften Ehrenpreis ausgeschrieben für eine Arbeit, »welche die Frage der Hypothekarlebensverstcherung ihrer praktischen Lösung näher führt.« Der Verfasser gibt eine Ueberficht über alle Bestrebungen, die in der Richtung einer allmählichen Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes in de» einzelnen Staaten seit dem Beginn der 60r Jahre in der Literatur und Praxis hervorgetreten sind, und indem er dieselben kritisch analysirt, wird niemand verkennen, daß die neue Untersuchung dieser Frage durch den Verfasser durch Tiefe und Gründlichkeit und vollkommene Beherrschung aller iu Betracht kommenden Gesichtspunkte mrS weit über alle- bisherige hinausführt. Man erkennt, daß dem Verfasser die Eigenart der ländlichen Verhältnisse durchaus vertraut und bekannt ist. Es kann nur vollkommen gebilligt werde», daß er in seinem System der Schuldentilgung konstante, gleichbleibeude Leistungen den jährlich wandelbaren, nach oben oder nute» steigenden, vorzieht. Der Verfasser hat auch die Thatsache beachtet, daß ein erheblicher Theil aller ländlichen Schulden in der Form nicht amortifirbarer Darlehen vorhanden ist. Die Möglichkeit einer Kombination eines nicht amortisablen Darlehens mit einer LebeuSverficherung ist also kerueSwegS ausgeschlossen. Aber daS nun vorliegende Tarifsystem, dem ei» (Mit einer Beilage.) besonderes Kapitel gewidmet ist, zeigt, daß durch die Kombination eincS Annuitätendarlehcus mit einer Lebensversicherung für den Darlehens- und Versicherungsnehmer sich große Vortheile ergeben und damit wird die volkswirthschaftliche Bedeutung auch der Annuitätendarlehen erst recht wieder vor Augen geführt. Indem dieser frappirende ziffermäßige Nachweis nun vorliegt, wird in ungeahnter Weise eine neue Grundlage für die Propaganda einer Verbindung dcS Annuitätenwesens mit der Lebensversicherung geschaffen. Es ergibt sich, daß insbesondere die preußischen Landschaften, aber auch zahlreiche andere Bodcnkreditinstitutc, die ausschließlich Annuitätendarlehen gewähren, einer Aende- rung ihrer althergebrachten Einrichtungen nicht bedürfen, sondern auf denselben weiterbanend erst recht jetzt erreichen können, waS sie immer erstrebt, aber nicht erreicht haben, nämlich die allmähliche effektive Tilgung der Darlehensschulde». Daß die Annuitätendarlehen allein und als solche entgegen einer lange gehegten Ansicht nicht im Stande sind, die Entschuldung des Grundbesitzes herzustellen, wird vom Verfasser bewiesen, indem er an der Hand der Sterblichkeitstabellen zeigt, wie äußerst gering der Prozentsatz derjenigen ist, die daS Ende der Tilgung eines Annuitätendarlehens oder eines erheblichen.'TheileS eines solchen Darlehens nach dem Gesetz der Sterblichkeit erleben können. Zum erst«« Mal ist endlich auch gegenüber vagen Behauptungen der Nachweis gegeben, wie hoch sich die Gesammt- jahresleistung eines solchen Hypothekentilgungsdarlchens stellt. Man hat nur sein Alter zu nennen und anzugeben, zu welchem Zinsfuß das Hypothekendarlehen besteht, um sofort nachschlagen zu können, mit welcher Gesammtjahresleistung (Zinsfuß, Amortisationsquote und Lebensversicherungsprämie inbegriffen) die Tilgung dieses Darlehens spätestens mit dem Tode deS Darlehensschuldners erreicht werden muß. ES ist ganz selbstverständlich, daß je nach dem Alter des Darlehensschuldnets und je nach der Höhe des Hypotheken- ziuSfußes, auch noch nach anderen Faktoren, diese Gesammt- leistung eine verschiedene ist. Aber durchweg ergibt sich, daß die Kombination deS amortisablcn Darlehens mit der Lebensversicherung in der neuen Form des Hypothekentilgungsdar- lehenL jedem anderen Wege der Schuldentilgung vorzuziehen ist, daß auch die hier sich ergebende Gesammtle stung sich viel niedriger stellt, als bei irgend einem sonst denkbaren System der Schuldentilgung. Es ist eben ein überaus fruchtbarer Gedanke, daß nur der jeweilige Kapitalrest, nicht die ursprüngliche Darlehensschuld, für die Höhe der Lebensversicherungssumme bestimmend sein muß. Indem wir uns auf dieses Referat beschränken, glauben wir erwarten zu dürfen, daß alle die zahlreichen Körperschaften, die in Deutschland dieser Frage ihre Aufmerksamkeit schon derzeit zuwenden und im erhöhten Maße künftighin zuwenden werden, diese neue Publikation dankbar begrüßen. Großherzogthum Baden. Karlsruhe, 30. November. Die Großherzoglichen und Erbgroßherzoglichen Herrschaften trafen heute Bormittag 8 Uhr 45 Minuten von Baden hier ein. Höchstdieselben begaben Sich alsbald nach der keramischen Ausstellung und verweilten daselbst bis nach 10 Uhr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog ertheilte sodann dem Oberschloßhauptmann Freiherrn von Berckheim eine Privataudienz. Hierauf meldeten sich bei Seiner Königlichen Hoheit folgende Offiziere und Militärbeamten: Rittmeister u In suits des Dragoner- Regiments von Bredow (1. Schlesisches) Nr. 4 Kleiser von Kleisheim, Oberleutnant Freiherr von Meyern-Hohen- berg vorn 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109, Stabsarzt vr. Bernegau von der Unteroffizierschule Ettlingen, Militär - Jntendanturrath Feez, Mitglied der Intendantur des 14. Armeecorps, früher bei der Militär-Intendantur des 8. Armeecorps, sowie Garnisons-Bauinspektor Maurmann, technischer Hilfsarbeiter bei der Militär-Intendantur des 14. Armeecorps. Von 11 Uhr an bis 2*/i Uhr ertheilte Seine Königliche Hoheit den nachgenannten Personen Audienz: dem Geheimerath Sachs in Karlsruhe, dem Ersten Staatsanwalt a. D. Geheimen Oberregierungsrath von Gulat in Freiburg, dem Direktor der Akademie der bildenden Künste Professor Schönleber in Karlsruhe, dem Professor vr. Finke an der Universität Freiburg, dem Landgerichtsrath Siegel in Karlsruhe, den Professoren der Technischen Hochschule vr. Futterer und vr. Nüßlin, dem Centralinspektor Schühly. dem Landgerichtsassessor vr. Flad und dem Archivassessor vr. Brunner in Karlsruhe, dem Amtsrichter Scharfer in Tauberbischofsheim, dem Kanzleirath a. D. Müllich in Karlsruhe, den Notaren vr. Schwarzschild in Adelsheim und Lueger in Villingen, dem evangelischen Pfarrer Kappler in Steinen, dem städtischen Oberförster Neukirch in Villingen, dem Bankier vr. Ladenburg in Mannheim, dem Obergeometer Bürgin an der Technischen Hochschule, dem Gewerbeschulrektor Kuhn in Rastatt, dem Oberbuchhalter Nerlinger und dem Revisor Springer in Karlsruhe, sowie den Hauptlehrern Winter in Reichenbach und Meyer in Busenbach. Nachmittags 4 Uhr empfing Seine Königliche Hoheit der Großherzog den Staatsminister vr. Nvkk und um 5 Uhr den Minister vr. Eisenlohr zur Dortragserstattung. Von 6 Uhr an hörte Seine Königliche Hoheit die Vorträge des Präsidenten vr. Nicolai und hierauf des Geheimen Legationsraths vr. Freiherrn von Babo. Die Rückkehr nach Baden erfolgt Abends halb 9 Uhr. * (Lotterie zum Besten der Auferstehungs- ktrche.) Wie uns mitgetbeilt wird, mußte die Ziehung der Lotterie zu Gunsten der Auferstehunyskirche leider verschoben werden. Der endgilttge Ziehungstag wird demnächst bekannt gegeben. Es bietet sich nunmehr noch Gelegenheit, diese Lottericloose als Weihnachtsgeschenke zu verwenden. * (Fräulein Gabriele v. Weech), unsere talentvolle junge Landsmännin, hat, nachdem sie kürzlich in Dresden und Oldenburg in größeren Konzerten aufgetreten ist, am 25. November im ersten Museumskonzert in Freibnrg mitgewirkt. Das „Freiburger Tagblatt" äußert sich hierüber folgendermaßen : „Fräulein v. Weech besitzt einen schönen, mit süßem Retz ausgestatteten Sopran, der mühelos bis in die höchsten Lagen hinaufsteigt. Die vorzügliche Schulung des Organs befähigt schon heute die Sängerin, schwierigere Stellen, Triller, Staccati, kurz alles, was in den Bereich der Technik gehört, in künstlerischer Weise auszuführen Daneben zeigt Fräulein v. Weech einen feinen musikalischen Geschmack und natürliches tiefes Muflkempfinden. Das ausgesprochene Vorhandensein von Temperament — auch im Konzertsaale am richtigen Platze eine sehr rühmliche Eigenschaft — weist Fräulein v. Weech auf die Bühne. Der Bortrag sämmtltcher Lieder war voller Duft, Ausdruck und, je nach dem Charakter, entsprechender Kraft. Gewinnt diese Stimme noch weiter an Fülle und seelischem Reiz — was nach den glücklichen Anlagen sicher ist — so muß sie alle Herzen bezwingen! Das Publikum ließ es an lautem Beifalle nicht fehlen. *(KarlsruherBezirksvereinDeutscherJnge- nteure.) Am Samstag den 2. Dezember findet eine Besichtigung des Elektrizitätswerks Wiesloch statt, zu der die Abfahrt von Karlsruhe 2 Uhr 58 Minuten Mittags erfolgt. 8tH Am 29. November 1899 waren im Großherzogthum verseucht: AnMaul-und Klauenseuche: Amtsbezirk Engen: Gemeinden Jmmendingen und Wel- schtngen; Konstanz: Allmannsdorf, Biethtngen, Dettingen, Gailtngcn, Konstanz, Radolfzell, Randegg, Rielasingen und Worb- lingen; Meßkirch: Göggingen, Krumbach, Menningen, Meß- ktrch und Schnerkingen - Pfullendorf: Burgwetler, Groß- schönach, Heiligenberg, Jllmensee, Pfullendorf, Wangen, Wintersulgen und Zell a. H.; Stockach: Espasingen, Gallmannsweil, Liptingen, Ludwigshafen und Stockach; Ueberlingen: Adelsreuths, Ahausen, Altheim, Bambergen (Reuthemühle) Bermatingen, Billafingen, Buggensegel, Daisendorf, Deggenhausen, Frickingen (Ahäusle und Bruckfelden), Ittendorf, Kluftern, Leustetten, Markdorf, Meersburg, Mimmenhausen, Neufrach, Nußdorf, Owingen, Roggenbrunn, Sipplingen, Ueberlingen (Reuthehof), Urnau und Wtttenhofen; Donaueschtngen: Donaueschtngen und Oesingen - Bonndorf: Lausheim - Breisach: Gottenheim, Königschaffhausen, Oberrtmstngen und Wasenweiler; Emmendtngen: Emmendtngen, Endingen, Forchheim, Heimbach, Holzhausen, Malterdtngen, Mundingen, Ntmburg, Reuthe, Riegel, Theningen, Vörstetten, Weisweil und Whhl; Ettenheim: Ettenheim, und Orschweier; Fretburg: Merzhausen; Lörrach: Binzen, Blansingen, Egringen, Eimel- dtngen, Fischingen, Huttingen, Kleinkems, Lörrach, Schallbach, Stetten, Thumrtngen, Tüllingen und Weil; Müll heim: Müllheim, Neuenburg und Obereggenen; Schopfhetm: Wiechs; Kehl: Auenheim, Dtersheim, Freiste», Helmltngen, Honau, Kehl Dorf, Kork, Leutesheim, Rheinbischofsheim und Willstätt; Lahr: Allmannsweter, Dtnglingen, Dundenheim, Friesenhetm, Ichenheim, Kürzell, Lahr, Mietersheim, Nonnen- weter, Oberschopfheim, Ottenheim und Schultern; Oberkirch: Thiergarten und Zusenhofen; Offenburg: Appenweier, Bühl, Fessenbach, Hofweier, Marlen, Nesselricd, Niederschopfheim, Schutterwald, Urloffen, Waltersweier und Zell-Weierbach; Achern: Achern, Faulenbach, und Renchen; Baden: Lich- tenthal (Oberbeuren); Bühl: Balzhofen, Moos, Oberwasser, Stetnbach, Unzhurst, Vimbuch und Zell; Rastatt. Bietigheim, Bischweier, Hügelshetm, Iffezheim und Wtntersdorf; Breiten: Bauerbach, Breiten, Büchig, Medelsheim, Dürrenbüchig, Gochsheim, Gölshausen, Gondelsheim, Münzelsheim, Neibsheim, Oberacker Rtnklingen und Zaisenhausen; Bruchsal: Bruchsal, Huttenheim, Langenbrücken, Mtngolsheim, Oberäwisheim, Odenheim, Ubstast und Weiher; Dnrlach: Durlach und Königs- bach; Ettlingen: Ettlingen, Malsch und Mörsch; Karlsruhe: Blankenloch, Eggenstein, Friedrtchsthal, Hochstetten, Karlsruhe, Knielingen, Liedolsheim, Rintheim, Rüppurr und Stafforth; Pforzheim: Brötzingen, Huchenfeld, Pforzheim, Schcllbronn und Tiefenbronn; Mannheim: Mannheim (Altstadt, Käferthal und Neckarau), Neckarhausen und Wallstadt; Schwetzingen: Neulußheim, Reilingen und Seckenheim; Wein heim: Großsachsen, Leutershausen und Straßenheim; Ep Pin gen: Adelshofen, Elsenz, Eppingen, Gemmingen, Richen und Stebbach; Heidelberg: Gaiberg, Heidelberg, Ktrchheim und Sandhaufen; Sinsheim: Dühren, Eschelbach, Grombach, Hilsbach, Reihen, Sinsheim, Wagenbach, Waldangelloch und Weiler; Wiesloch: Horrenberg (Balzfeld), Roth, St. Leon und Walldorf; Adelsheim: Bofsheim, und Senn- feld; Boxberg: Angelthürn; Buchen: Dumbach; Mosbach: Hüffenhardt; Tauberbtschofsheim: Dienstadt, Distel- Hausen, Dittwar, Etersheim, Gerlachsheim, Gtsstgheim, Könighetm, Königshofen, Uhlberg, Wcnkheim und Zimmern; Wertheim: Grünenwörth, Külsheim, Sachsenhausen und Steinbach (Gickelhof). Am 15. November 1899 waren im Regierungsbezirk Pfalz durch Maul- und Klauenseuche sämmtliche (13) Amtsbezirke mit 57 Gemeinden (am 31. Oktober 54 Gemeinden) verseucht , darunter die benachbarten Amtsbezirke Bergzabern, Frankenthal und Ludwigshafen a. Rh. mit je 2 Gemeinden, Germersheim mit 12, Landau mit 8, Neustadt mit 1, sowie Speyer mit 4 Gemeinden. ** Landwirlhschaftliche Besprechungen «nd Bersamm- lnnge«. Sonntag, 3. Dez. Landwirtbschaftliche Besprechungen in Steißlingen, Wyhl, Oos und Schollbrunn. Sonntag, 10. Dez. Landwirthschaftliche Besprechungen in Wangen, Stein und Schwa »heim; Bezirksversammlung des landwtrthschaftlichen Bezirksveretns in Donaueschtngen. Wadifcher Landtag. * Karlsruhe, 30. Nov. 6. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Tagesordnung auf Samstag den 2. Dezember 1899, Vormittags VrlO Uhr: 1. Anzeige neuer Eingaben. 2. Berathung der mündlichen Berichte der Budgetkommission über die Vergleichung der Budgetsätze mit den Rechnungsergeb- niflen für die Jahre 1896 und 1897 und zwar: Abthetlung IV: Ministerium des Innern, Titel I bis XI und XVIII bis XXI der Ausgabe. Berichterstatter: Abg. Lauck. Titel XII (Heil- und Pflegeanstalten) der Ausgabe, Titel XIII (Polizeiliches Arbeitshaus) der Ausgabe. Berichterstatter: Abg. Schüler. Titel XIV (Landesstatisttk) der Ausgabe, Titel XV (Förderung der Gewerbe) der Ausgabe, Titel XVI (Förderung der Land- wtrthschaft) der Ausgabe. Berichterstatter: Abg. Frank. Titel XVII (Verwaltungszweige der Oberdtrektion des Wafferund Straßenbaues) der Ausgabe. Berichterstatter: Abg. vr. Hetmburger. (Ergänzung des telegraphischen Berichts.) * Berlin. 29. Novemb«. Abg. Sachse (fortfahrend): Auch die christlichen Bewarbt Vereine klagen über Ueberschtchten. Die Folgen dieser sind schrecklich. Die Krankenkassen weisen jährlich üb» ^ bis 85 Proz. der Mitglieder als Kranke auf. Das kan,A t» keiner Berufsart vor. Die Zahl der Unfälle wachse noch uü!!. ^ Redner geht ausführlich auf eine Reihe vorschriftswidriger iw.?' bräuche in den Bergwerksbetrteben ein, über welche die toren vielfach getäuscht würden. Aus den Berichten der »V England und Frankreich entsandten Kommission gehe hervor dort die Verhältnisse besser liegen. Redner erörtert etnn-kÄ die englischen Zustände. (Als er im Begriff ist, auf die fra^ fischen Berggesetze einzugehen, bittet Biceprästdent v Fre». nicht zu viel ausländische Enqueten und Gesetze vorzutr».,-?.' sondern sich auf die deutschen Verhältnisse zu beschränken?) «„A fährt fort: Die Leistungen der Knappschaftskaffen seien so^l! rtug, daß für die Witwen und Waisen sogar die ArmenkE eingreifen müßten. Diesen Mißständen müsse durch ein Rei»? berggesetz abgeholfen werden, ehe noch das preußische Bergab und ehe das geplante bayrische Gesetz zu Stande komme Z wünschen wäre die allgemeine Einführung von Bergschiedsaert»^ Es läßt sich noch Abhilfe schaffen. Sie können es, meine Lerr^ wollen Sie nur! Bicepräsident v. Frege: Der Herr Redner hat nahezu dm Stunden gebraucht, um den Antrag Agster zu begründen. Mn ruhe links.) ^ Abg. Beckh-Coburg (Freis. Bolksp.) begründet den Antra- Lenzmann, welcher denselben Gegenstand betrifft. Namentlich Rücksicht auf die kleinen Staaten wäre es erwünscht, daß da« Reich die Berggesetzgebung in die Hand nehme. Dann könnte» die Reichsbehörden eingreifen. Abg. Hilbeck (nat.-ltb.): Die Nationalliberalen seien gewiß bereit, im Sinne des einheitlichen deutschen Rechtes und de« engeren Zusammenschlusses des Vaterlandes den vorgeschlagenen Weg zu bcschreiten, doch müssen der Landesgesetzgebung dir nothwendigen Rechte Vorbehalten bleiben. Uebrigens liegen die Verhältnisse der Bergarbeiter keineswegs so ungünstig, wie sie Abg. Sachse dargestellt hat. (Widerspruch bei den Sozialdemo, kraten.) Redner fährt fort: Der Bergbau ist ein ständiger Kampf mit der Natur. Daraus ergeben sich Unfälle, die nicht vorhergesehen und nicht zu vermeiden sind. Man müsse hier mit der menschlichen Unvollkommenheit rechnen. Ein großer Thetl der Unfälle sei auch durch die Unvorsichtigkeit der Beschädigten herbeigeführt. Die Sozialdemokraten sehen alle Berichte mit der pessimistischen Brille an. Vielmehr als die Dividenden haben sich in Westfalen die Löhne der Bergarbeiter gehoben. Bei den Behörden und den Beamten besteht überall der beste Willen. Abg. Hitze (Centr.) führt aus, das Reichsberggesetz würde eine civilrechtliche und soziale Seite haben, jedenfalls wäre eine einheitliche reichsgesetzliche Regelung erwünscht. Die Centrumspartei habe einer solchen stets zugesttmmt, so einer Resolution beim Bürgerlichen Gesetzbuch. Hierauf wird ein Bertagungsa» tragangenommen. (Telegraphischer Bericht.) * Berlin, 30. November. Das Haus nahm einen Antrag Alb recht und Genossen wegen Einstellung des gegen de» Abg. Thiele bei dem Amt«, gerrcht Halle schwebenden Privatklageverfahrens an und setzte sodann die zweite Berathung der Abänderungen der Gewerbeordnung fort. Bei Artikel VIII 139 6 und es in der Kommissions- fassung, besagt tz 139 e, daß auf Antrag von mindesten« zwei Drittel der Betheiligten die Verkaufsstellen der einzelnen Geschäftszweige einer Gemeinde während bestimmter Stunden um die Mitte des TageS oder zwischen 8 bis 6 Uhr geschloffen sein müssen. Absatz 2 will, daß auf Antrag von einem Drittel der Betheiligten die. höheren Verwaltungsbehörden zur Aeußerung über den Ladenschluß auffordern müssen. Während des Ladenschlusses einer Branche ist das Verkaufe» oder Feilbieten der betreffenden Maaren verboten. Hieizu liegen Abänderungsanträge vor von Rösicke, Salis, Blell und Stumm. H 139 66 ordnet den obligatorischen Ladenschluß von 9 Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens an und setzt einige Ausnahmen fest. Hierzu liegt ein Abänderungsantrag von Stumm vor, der den Antrag streichen will und ein Abänderungsantrag von Albrecht. Die Rückkehr des Kaijerpaares. (Telegramme.) * Vlissingen, 30. Nov. Die „Hohenzollerir" kam gestern Nachmittag ^3 Uhr auf der hiesigen Rhede an, während ein Salut von 38 Schüssen abgefeuert wurde. Bald darauf trafen Ihre Majestäten die Königin und die Königin-Mutter von Holland zur Begrüßung des Kaiserpaares ein. Die Begegnung war sehr herzlich. Zum Empfange waren erschienen der Minister des Auswärtigen, der deutsche Gesandte Brinken, der deutsche Militärattache Uckro, der deutsche Konsul in Vlissingen, Grhber nebst Tochter, welche der Deutschen Kaiserin ein Blumenbouquet überreichte. * Vlissingen, 30. Nov. Nachdem die Fürstlichkeiten gelandet waren, bot Seine Majestät der Kaiser Ihrer Majestät der Königin den Arm. Die Fürstlichkeit» begaben sich hierauf nach dem Königspavillon, wo der Thee eingenommen wurde. Um 5 Uhr wurde der Pavillon verlassen. Die Musik spielte die deutsche Nations- Hymne. Beim Abschied küßte der Kaiser die Königin Mutter auf beide Wangen, die Königin Wilhelmina M beide Hände. Nachdem das Kaiserpaar den Wagen bestiegen hatte, unterhielt sich die Königin Wilhelmina n^ längere Zeit mit dem Kaiser, die Königin-Mutter um der Kaiserin. Um 5 Uhr fuhr der kaiserliche Zug unta Salutschüssen und Hochrufen ab. * Potsdam, 30. Nov. Das Kaise'rpaar traf mit den Prinzen um 8 Uhr Vormittags im Neuen Palai^eM- Der Krieg zwischen England nnd Transvaal. (Telegramme.) * Leicester. 30. Nov. Chamberlatn führte w etna gestern hier gehaltenen Rede aus, der Krieg mit TranSvamn' der größte, den dir jetzige Generation erlebe. England V* El vom Kriege nichts zu gewinnen. Wenn der Union Jack ^>en über Transvaal und dem Oranje-Staat wehte, wäre ' einzige Ergebniß, daß eine gute Verwaltung, Gerechtigkeit „ Gedeihen herrschten, woran England mit der ganzen civtli- «n Welt theilnehme. Die auswärtigen Kritiken, die von einem ^tea der Habsucht und Raubgier sprächen, kennen weder Eng- noch den Grundsatz seines Vorgehens, demzufolge das Mutterland niemals pekuniäre Wohlthaten von seinen Kolonien rlonge England kämpfe für Gerechtigkeit, Freiheit und Ach- «ng der feierlich abgeschlossenen Konvention, um dem Angriff gegen A Oberherrschaft der Königin zu widerstehen und seine Stammes- E^hörtgen gegen Unbilden und Ungerechtigkeit zu schützen. sagte dann, man spreche von Transvaal als einem Gmacken Staat. In dem Augenblicke, als der Krieg ausbrach, Transvaal der mächtigste Staat Südafrikas. England müsse seine Truppen 6 000 Meilen zur Sce und dann 1500 «eilen auf dem Lande befördern. Unter diesen Umständen müsse vE den Kriegsereignifsen gleichmüthig folgen und bereit sein, Mederlagen htnzunehmen. Die Siege dürfe man nicht übertreiben und mit festem Vertrauen das Ende des Krieges ab- Mrten. Chamberlatn erwähnt ferner im Laufe seiner Rede, »je Armee in Südafrika werde binnen kurzem auf zv000 bis 90000 Mann erhöht werden und schloß, »achtem er die Haltung und die Politik der Regierung im einzelnen vertheidigt, was die Zukunft betrifft, so werden gewisse, nicht kleinliche Grundsätze die Haltung der Regierung bestimmen Die Kuren haben durch ihr eigenes Vorgehen eine ganz neue Lage geschaffen, die Konventionen zerrissen und uns eine unbeschriebene xafel in die Hand gegeben, auf der wir niederschreiben können, Ms wir wollen. Jede Regierung, welche es nochmals in die Macht der Republiken legte, die Jniriguen gegen die Vormacht M erneuern, würde die Reichsinteressen verrathen. Auf beiden Stellen, im Sudan wie in Südafrika, wird, so hoffe ich, die Zukunft die Opfer rechtfertigen, welche wir bringen müssen. * Windsor , 29. Nov. Ihre Majestät die Königin bc- Mtigte heute das erste Garde-Grenadierregiment und richtete an den Obersten eine Ansprache, in der sie ihrer Verwunderung iiSer die glänzende Haltung der Gardebrigade in Südafrika und ihrer tiefen Trauer über die Verluste, die die Brigade dortselbst erlittet', Ausdruck gab. Später besuchte die Königin die Frauen und Familien der Leibgardisten und Reservisten, die sich bei den Truppen in Südafrika befinden und drückte ihnen ihre Sympathie aus. * Brüssel, 3V. Nov. Der „Soir" meldet aus Berlin: Die Notifizirung der englischen Regierung in Betreff der Anerkennung der Buren als kriegführende Macht sei durch die von Frankreich unterstützte Haltung Rußlands her- borgcrufen. England sei jedoch zuvqrgekommen, um den Anschein zu vermeiden, als ob es nachgebe. Jedoch herrscht innerhalb der englischen Regierung lebhafte Erregung. Man versichert, daß eine Flotten kundgeb nng gegen Frankreich bevorsiehe. * London, 3V. Nov. Das Kriegsamt veröffentlicht eine Depesche des Reuter'schen Bureaus aus Prätoria vom 27. d. M.: Seneral Dutoit berichtet: Die Engländer machten Samstag Früh einen Ausfall ausKimberley und gaben in der Dunkelheit Geschütz- und Gewehrfeuer auf die Buren ab, «n einer Stelle, wo ein Kommando von 300 Mann von Bloem- hoi aufgestellt war. Dutoit, der neun Meilen entfernt war eilte mit 100 Mann zur Hilfe herbei. Neun Buren wurden ge- tödtet, 17 verwundet, einige werden vermißt. Die Engländer ließen einen Gemeinen und einen Sergeanten todt auf dem Kampfplätze zurück. Es heißt, die Engländer versuchten, Kim- berlcy von der Ostsette zu verlaßen, um die von Belmont heranrückenden Truppen zu unterstützen. — Eine weitere von Lourenzo Marques datirte Depesche des Reuter'schen Bureaus, die das lktegsamt veröffentlicht, besagt, Kommandant Lubbe sei leicht verwundet. Die Engländer besserten die Eisenbahn aus. Die Freistaat-Buren seien durch das numerische Ueber- gewichr ihrer Gegner überwältigt worden. Nachdem sie bis zum Nachmittag wacker Stand gehalten hatten, mußten sie in eine andere Stellung an der anderen Seite der Bahn gehen. General Delarev sagt, es seien nnmög! ch, die Zahl der ge- iödtcten und verwundeten Buren anzugcben, der Verlust der Aaren sei aber jedenfalls nicht groß. Die Buren hatten nur 4 -egen 24 Geschütze der Engländer. * Loudo«, 29. Nov. Eine Depesche des Generals Buller an das Kriegsamt besagt: Lord Methuen berichtet in einem Telegramm aus Modder River vom 28. d. M., daß seine Streitmacht an diesem Tage um 5 Uhr Früh vor den Stellungen des Feindes anlaugte. Die Buren waren am Modder River ßark verschanzt und hinter Bertheidigungswerken gedeckt. Da der Fluß boch ging, war es nicht möglich, ihre Stellung zu nnigehen. Der Kampf begann um 5'/, Uhr mit dem Vorrücken der Artillerie, der berittenen Infanterie und der Kavallerie: die Garde-Infanterie stand rechts, die 9. Brigade links von der feindlichen Stellung. Um 6'/, Uhr begann der allgemeine An- M in weit ausgedehnter Formation mit Unterstützung durch die Artillerie. Die gesummte Streitmacht der Buren in der Stärke don 8000 Mann nahm an dem Gefecht mit zwei schweren und Aer anderen Geschützen theil. Der Kampf war sehr erbittert "nd dauerte zehn Stunden. Die englischen Truppen kämpften Wasser und ohne Nabrung in der Sonnenhitze und Mangen den Feind, seine Stellung aufzugeben. Dem General Aarrw gelang es, eine kleine Abtheilung den Fluß über- Meitcn zu Waffen. Lord Methuen spendet allen an dem Gelecht betheiligten Truppen, und namentlich der Artillerie, warmes Lob. * Paris , 29. Nov. Dem „Temps" wird aus Lon- M gemeldet, man schätze die Verluste des Generals ^»rd Methuen in dem Gefecht von Modder-River auf '500 Mann an'Tobten und Verwundeten, während M die Verluste der Buren im Vergleich mit den Mischen sehr gering, und zwar auf 400 Tobte und Ernvundele berechne. Es bestätigt sich, daß eine große Eenabtheilung von MafekiNg und Kimberleh und wahrscheinlich auch noch andere Vurenabtheilungen Lord Me- Men entgegenrücken. General Cronje befindet sich an der Mtze von 4 000 Mann im Anmarsch gegen Lord Me- Men. Die letztere Mittheilung ist nicht wahrscheinlich, ^ Cronje schon bei Graspan die Buren geführt haben E. also vermutlich auch am Modderflusse zugegen war. * London, 29. Nov. 'Nach einer weiteren offiziellen Aerlust liste betragen die englischen Verluste bei Almont im ganzen: 4 Offiziere todt, 22 verwundet, Mann todt und 225 verwundet. * London, 30. Nov Spezialmeldung. Aus Estcourt 7^ berichtet: Die englischen Truppen, welche in der ver- Menen Nacht bei Freie biwakirten, melden, daß sich ^*ral Joubert auf Colenso zurückzog. Ein Theil ^ b2. Lancierregiments hat vorgestern bei Pietretief ein ^ General Joubert nach Weenen abgesandtes Kommando Mgriffrn und ihm schwere Verluste beigebracht. Neueste Nachrichten und Telegramme. * Berlin» 30. Nov. Die Morgenblätter hören, daß eine Verstärkung derKamerunerSchutztruppeum wenigstens 100 Mann in Aussicht genommen sei. * Wien» 30 Nov. In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Abänderung des Z 14 verwies im Laufe der Debatte Justiz- minister 1)r. v. Kindinge: auf die im Subcomitä abgegebene Erklärung, derzufolge die Regierung allen Anträgen auf Streichung des Z 14 gegenüber fich ablehnend verhalten müsse, und Präzi- firte den ablehnenden Standpunkt der Regierung gegenüber den Anträgen Grabmahr und Zallinger auf Abänderung des Z 14. * Paris» 29. Nov. Staatsgerichtshof. Die Fenstergitter mit den elsenbeschlagenen Fensterläden des Forts Chabrol find in den Sitzungssaal gebracht worden. Guärin weist darauf bin, daß dieselben keine Befestigung bilden Der Sachverständige erkennt das an. Der Poltzeiinspektor sagt aus: als er vor dem F:rt Chabrol postirt war, bedrohte ihn Guörtn mit > dem Karabiner. Während der Aussage des Zeugen werden von der Tribüne Protestrufe laut, worauf der Präsident dieselbe ' vom Publikum räumen läßt. Der Angeklagte Bari liier i ruft: „Es ist schmachooll! ' Der Staatsanwalt beantragt, ! Barillier wegen Beleidigung zu bestrafen. Der Gerichtshof zieht sich zur Bcrathung zurück. Die öffentliche Sitzung wird unter- brachen. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Sitzung verliest ! Präsident Fallisres den vom Gerichtshof in der geheimen ! Sitzung gefaßten Beschluß, laut dessen der Angeklagte Barillier ! wegen feiner beleidigenden Aenßerung zu einem Monat Gefäng- niß verurtheilt wird. Dann setzt der Polizeiinspektor seine, durch den Zwischenfall Barillier unterbrochene Zeugenaussage fort. Nach dem Poltzeiinspektor wurde noch ein anderer Polizeibeamter vernommen, der aussagte, er habe ebenfalls gesehen, wie Guärin ' auf dem Fort Chabrol einen Karabiner lud. Nachdem Gusrin hierüber weitere Eiförmigen abgegeben hatte, wurde die Sitzung aufgehoben. * Paris, 29. Nov. Der Minister der Kolonien, Decrais, hat von dem Gouverneur von Französisch-Westafrika eine Depesche erhalten in der gemeldet wird, daß nach Mitthei- lungen von Eingeborenen, die aus Sokoto kommen, die Mission Fo u r e a u - L a m h sich nach Bezint, südwestlich von Air begibt. * Rom, 30. Nov Das Ftnanzexposä Bosellts erfährt in der Presse und in Finanzkreisen günstige Beurthetlung. * London, 30. Nov. „Daily Chronicle" erfährt, die russische Regierung sei entschlossen, eine ständige diplomatische Agentur tn Kabul im kommenden Frühjahr zu errichten. * London, 30. Nov. Die „Morning Post" meldet aus New-Aork, der Schatzsekretär entwarf eine Bill betreffend die Abänderung des Währungsshstems für die Vereinigten Staaten auf der Goldbasis. * Sofia, 30. Nov. Dü Nationalbank hat auf Grund des Gesetzes von 1892, wodurch die Bank ermächtigt wird, im Bedarfsfälle, wenn ein Drittel der Silberdcckung vorhanden ist, in Silber etnlösbare Scheine auszugeben, mit der Ausgabe solcher Scheine begonnen. * Cettinjc, 30. Nov. Die Meldungen, nach denen Montenegro wegen Abschlusses einer Anleihe mit Italien auf der Grundlage der Abtretung der Zolletnnahmen unterhandle, werden zuständigerseits als völlig unbegründet bezeichnet. * Koastantiuopel» 30. Nov. Admiral Fournier traf gestern Nachmittag an Bord des „Cosmos" hier ein. * Konstantinopel, 30 Nov. Die Pforte verhandelt infolge dringenden Geldbedarfs zum Zwecke der Auszahlung der G e- halte zum Ramazan mit der Otto man bank wegen der Aufnahme eines garanttrten Vorschusses von 300 000 bis 700 000 Pfund. _ WerMedenes. 4 Berlin, 29. Nov. Die in Berlin bisher unter dem Namen „Witwen und Waisenkasse des Vereins inaktiver Offiziere re." bestehende Kaffe hat unter Aufstellung neuer Satzungen, welche kürzlich von den Behörden genehmigt wurden, ihren Thetl- nebmerkrets wesentlich ausgedehnt und dementsprechend die Bezeichnung „Private Witwen- und Waisenkasse für aktive und inaktive Offiziere der deutschen Armee und Marine" angenommen. Sie tritt für die- ! jenigen Familien ihrer Mitglieder, welche durch ein militärisches Reliktengesetz nicht geschützt find, an Stelle eines solchen und bietet auch die Möglichkeit, eine vom Dienstgrade unabhängige Erhöhung staatlicher Reltktenbezüge herbetzuführen. Ihr Hauptzweck ist die fortlaufende Zahlung einer Wttwenpenfion, und eines sich tn gleicher Höhe anschließenden Waisengeldes von unter 18 Jahre alte Kinder verstorbener Mitglieder, welches den Kindern selbst tn dem Falle verbleibt, wenn die Frau vor dem Manne stirbt: der Witwer braucht jedoch hierfür nicht weiter zu zahlen. Gestattet ist ferner der Einkauf einer über 20 Jahre alten unverheiratheten Tochter an Stelle der Ehefrau. Mitglied werden kann nicht nur jeder dem aktiven Dienststande oder dem Beurlaubtenstande angehörende, oder zur Disposition gestellte oder ehrenvoll verabschiedete Offizier, sondern auch jeder Militärarzt und Milirärbeamter mit Osfizierrang in den gleichen Verhältnissen. Die Aufnahme geschieht nach drei Tarifen mit mehrjähriger oder ohne Wartezeit- nur in letzterem Fall wird ein Gesundheitszeugniß verlangt. Alle Veröffentlichungen, welche den Kafsenmitgliedern wichtig oder weiteren Kreisen interessant sein könnten, werden durch das „Deutsche Ofstzierblatt" (G. Stallung, Oldenburg) gebracht. Die Aufnahmebedingungen sind an alle Regiments- und Bezirkskommandos und an viele andere selbständige Behörden des Heeres und der Marine zur Einsicht für die Offiziercorps versandt. Auch von der Geschäftsstelle der Kasse, Berlin IV , Eisenacherstraße 77, erhält man auf Wunsch die Satzungen, Aufnahmeformulare re. und weitere Auskunft. Kambrrrg, 30. Nov. (Telegr.) Die zu den Mattosen, Feuerleuten und Stewards gehörenden Mitglieder der Besatzung des „Patria" erhielten für ihr muthdolles Verhalten eine Gage von zwei Monaten ihrer bezüglichen Gehaltsklaffe als Belohnung. -f Rostock , 30. Nov. (Telegr.) Der seit langer Zeit vermißte Wismar'sche Segler „Elise" ist gekentert und bet Ljung in Finland angetrieben. Die ganze Besatzung ist umgekommen. -f Krefeld. 30. Nov. (Telegr.) Gestern gegen 11 Uhr Abends entgleiste auf der Kreu-ungsstclle Forsthaus bei Krefeld ein Güterzug infolge Ueberfnhrens des auf Halt stehenden Signals dadurch, daß der Zug gegen einen Prellbock fuhr. Der Hetzer wurde getödtet, der Maschtneiftührrr' schwer verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Untersuchung ist einaeleitet. -h Este« a. Ruhr. 30. Nov. (Telegr.) Bei der Einfahrt des Stückgüterzuges Nr. 321? von Oberhaufrn in den Gütrrbahnhof Berge-Borbeck fand heute Morgen 8 Uhr ein Zusammenstoß mit einer Rangiraotheilung statt. Ein Bremser wurde gelödtet, der Zugführer und ein Bremser leicht verletzt. -f Krakau, 30. Nov. (Telegr.) Die Direktoren der Sparkasse von Wielicka, Bürgermeister Loch von Wielicka und der frühere Bürgermeister von Podgorze, Novacki, sowie Buchhalter Kompit wurden verhaftet und dem Strafgericht eiugrliefert. Der Untersuchungsrichter ist nacki Wielicka abgereist. Es handelt fich um Defraudationen in einer angeblichen Höhe von 300 00V Gulden. - Rom, 30. Nov. (Telegr.) Bürgermeister Fürst RuSpoll ist gestorben. j Bar-le Tnc, 29. Nov. (Telegr.) Das Zuchtpoltzetgrrtcht tn St. Mttriel fällte gestern das Urtbeil tn dem Prozeß gegen den , früheren Redakteur der „Gazette Lorraine" tn Metz, Ntdal, ' der im September d. I. zur Zeit der großen Manöver des ! 6. und des 20. Armeccorps tn La Crotx-sur-Meuse wegen Spionage verhaftet worden war. Ntdal wurde nach zwei- ! tägiger Verhandlung, die theilweise unter Ausschluß der Oeffent- ^ lichkeit stattfand, trotz Leugnens zu zwei Jahren Gefängntß und 300 Francs Geldstrafe verurtheilt. j ff New-Uork» 30. Nov. (Telegr.) In Philadelphia find Lip- ' ptncott's Verlagsbuchhandlung und andere Geschäfte abge- ' bräunt Der Schaden beläuft fich aus 3 Millionen Dollars. Krllribnlcki 4« Cmtraibamaa für Meteorologie a. sgilr. V. 30. Rop. 1899. Depressionen lagern noch über dem Nordosten und dem Rord- westen des Erdtheils, doch steht Mitteleuropa heute unter der Herrschaft eines Hochdruckgebietes, das fich über dem ganzen Festland ausgebreltrt hat- das Wetter ist in seinem Bereiche stark neblig und besonders in den Küstengebieten ziemlich mild. Theils heiteres, the.ls nebliges Wetter mit etwas stickenden Temperaturen ist zu erwarten. W ltteruilgsdtsbachtMgrn der Meteorol. Station Karlsruhe. ! Barom. November 29 Nachts 9'» Ü 30. Mrgs.1-»N. 30. Mitrgs. L-« U. Thenn, in Ö. 763.1 ! 762.0 ^ 759.6 * «bsol. Keucht. mru 5.5 5.2 4.8 K-uchtig- k-u in Pr°i- 87 S1 80 Wind ^ Himmel bedeckt Höchste Temperamr am 29. Nov. 6.1- niedrigste in der darauf» folgenden Nacht 3.0. Niederschlagsmenge des 29. Nov.: 0.0 mw. Wafferftaud des RheiuS. Maxau, 30. Nov.. 2.58 w. gefallen 1 ow. IsamMeirnachrichte». 1i»sMs au« dem Karlsruher Ktaudrslrmh-AqtR». Geburten. 24. Nov. Katharina Barbara, V.: Josef Jaufmann, Oberschaffuer. — Wilhelm Franz, B.: Johann Seiler, Postbote. — 25. Nov. Paula Anna, B.: Philipp Silbernagel, Schlosser. — 27. Nov. Heinrich Karl Josef, V-: Heinrich Bergols, Signalwärter. — Frieda Irma, B.: Georg Jakob Adler, Bierbrauer. - Philipp Wilhelm, V.: Philipp Schaber, Burcaudicner. — 30. Nov. Franziska, V.: Friedrich Gauweiler, Anstreicher. Eheschließungen. 30. Nov. Friedrich Jäck von Arnbach, Taglöhner hier, mit Rosine Ramsauer von Kntttltngen. — Thevphll Zilly von Söllingen, Kaminsegermeister in Gochsheim, mit Luise Helmling von Grünwtnkel. — Karl Marquardt von hier, Schlaffer hier, mit Josefa Hödle von Tübingen. — Heinrich Klumpp von hier, Sekretär hier, mit Frieda Ehretser von hier. — Heinriß Kreß von Durlach, Maschineningenieur in Nürnberg, mit Josefine Ktrschler von hier. — Heinrich Wüst von Rülsheim, Steinschleifer hier, mit Maria Reiß von Zeiskam. Todesfälle. 28. Nov. Leonhard Fettig, Bahnmeister, 53 I. — 29. Nov. Sofie, 11 M. 10 T., V.: Jakob Leeb, Taglöhner. Telegraphische Kursberichte vom 30. November 1899. Frankfurt. (Ansangskurse.) Kredit 236.10, Staatsbahn 14190, Lombarden 32.40, Portugiesen 24.90, EgYPter — Ungarn 97.80, Diskonto 195.10, Gotthard 143.90, 3"/, Mexikaner 25.60, 6«/^ Mexikaner —, Ottomanbcmk 114.50, Türkenloose 122.60, Italiener 94.20. Tendenz: fest. Frankfurt. (Schlußkurse.) Wechsel Amsterdam 169.17, Wechsel London 20.41, Parts 80.85, Wien 169.05, Italien 76.35, Prt- vatdiskont 5°/„ Napoleons 16—18, 4°/„ Deutsche Reichsanleihe 98.20, 3»/„ Deutsche Reichsanleiye 89.55, 4°/„ Preußen 97.90, 5"/„ Italiener 94.20, Oesterr. Goldrente 98.60, Oesterr. Silber- rente 98.60, Oesterr. Loose von 1886 141.20, 4 Poctu- giesen 35.90, Russische Staatsr. 99.10, Serben 61.80, Spanier 67.90, Ungar. Goldrente —. Ungar. Kronenrente —, Berliner Handelsgesellschaft 170.80, Darmstädter Bank 147 30, Deutsche Bank 209.80, Dresdener Bank 165 50, Badische Bank 124.90, Rhein. Kreditbank 142.50, Rhein. Hypothekenbank 161.30, Länderbank 119.80, Wiener Bankverein 138.—, Ottomanbam 114.50, Schweizer Centralbahn 146.50, Schweizer Nordostbahn 96.—, Schweizer Union 62.40, Jura-Simplon 88.70, Mittel, meerbahn 163 30, Harpener 203.10, 6°/» Argentinier 34 20, 5°/„ South Prefer. —.—, 3'/, Badische tn Gulden 96 30, 3'/,°/o Badische in Mark 96 55, 3'/,»/, Badische in Mark 96.45, 3°/o Badische in Mark von 1896 98 —, 4°/„ Griechen 48.20, Türkenloose 122.60, O.-Lürken —, 5°/, Argentinier 83.50, 5«/« Chinesen 97.-, 5°/„ Mexikaner 97.75 , 5°/. Mexik. von 1898 42.05 , 3°/« Mexikaner 25.60, Psälz. Hypotheken- bank 161.30, Elbthalb. —Meridionalb. 137.20, Bad. Zucker» fabrik 72 60, Nordd. Lloyd 126 30, Packekfahrt 130.80, Grttzner 195—, Karlsruher Maschinenfabrik 273.—, Norch Pacific 78.70, A E--G. 260.70, Schuckert 229.50, Beloce 63.50, Oberrheinische Bank 122.10. Berliner Bank —. (2'/t Uhr.) Kredit 236.50, Diskonto 194.70, Staatsbahn 141.70, Lombarden 32.40. Tendenz: schwächer. Frankfurt. (Kurse von si,4 Uhr Nachm.) Kredit 235.90, Diskonto 194.40, Sraatsbahn 141.50, Lombarden 32.40. Tendenz: schwach. Frankfurt. (Abendkurse.) Kreditakitcn 235.90, Dtskonto-Kom- mai.dit 194.20, Staatsbahu 141.50, Lombarden 32 30, Prince Henrv 116.20, Gelsenkirchen —, Harpener 200.70, Laurahüttr 256.50, Türkenloose6»/o Mexikaner —, Jura-Simplon 88.50, Italiener 94.20,3'/, Portugiesen 24 85 Tendenz: schwach. Berlin. (Anfangskurse.) Kredit 236.41, Diskonto 195.30, Deutsche Bank 209 90, Berliner Handelsges. 170.50, Bochumer 266.70, Laurahütte 258.70, Harpener 203.60, Dortmunder 130.—. Tendenz: fest. Berlin. (Schluß!.) 4'/, °/„ Reichsaulethe 98 25 G., 3"^ Reichsanleihe 89.60 bz., 4°/„ Preußen 98 — G., Kredit 236.90, Diskonto 194.70, Dresdener 164.70, Nationalbank 146.75, Staatsbahu 141.90, Bochumer 266.—, Gelsenkirchener 20110, Laurahütte 257.60, Harpener 202.10, Dortmunder 131.10, A.-E.-G. 262.—, Schlickert 229.—, Dynamit Trust 163.20, Köln-Rothweller 219.75, Metallpatronenfabrik 292 — , Kanada - Pacific 92.90, Privat« diskont 5°/,. Gritzner 194.70. Tendenz —. Berlin. (Nachbörse. Schluß.) Diskonto 194 20, Deutsche Bank 208.50, Dortmunder 129.—, Bochumer 264.70, Htbernta 221.20. Tendenz: —. Wie«. (Nachbörse. Schluß.) Kredit 377.62, Staatsbahn 332.60, Lombarden 71.70, Marknoten 59.05, Ungarische Goldrente 116.60, Ungarische Papierrente 99.40, Oesterretchische Kronenrente 99.50, Länderbank 238.50, Ungarische Kronen- rente 95.30. Tendenz: fest. Pari«. (AnfangskurS.) Re,ne 100.35, Spanier 68.50, Türken 22.60, Italiener 94.85, Ottomb. 571—, Mo Ttnto 1185. London. DebeerS 28»/., Chartered 4.—, Goldfield 7si„ Rand. mtne s 41'/,, Eastrand 7°j „ Archison Top. 68si« , Loutsv . Rash 88'/». Verantwortlicher Redakteur: Julius Satz tn Karlsruhe. In Carl Wiuter's Univerfitätsbuchhandluug in Heidelberg ist soeben erschienen: von Keinrich Werordt. Zweite vermehrte Auflage. 8° fein Leinwandband mit Goldschnitt 3 M. „Bterordts neueste Schöpfung/ die „Neuen Balladen" erscheinen besonders geeignet, den Namen des Dichters in den weitesten Kreisen bekannt und geschätzt zu machen. Es sind auserlesene Gedichte, jedes ist bedeutend und einige derselben müssen als Perlen der episch-lyrischen Dichtung unserer Zeit bezeichnet werden . . . Ter Dichter ist eine echte Künstlernatur." X 6v (Blätter für litterarische Unterhaltung.) I <<»<««»<-/<» H Z«L/t ZU«, r»»ieLe, 4 emxksftlsn sivft rur LiuriofttunA von LIvvtnsokei'Ämmer-, i.su1e«vvilen, Ivlepkons, Kslisr- u. Irsppva- DM» Livkerkeilsvonlavlen. delouvsttung. WWs ^sokuIiröL kür Hotels, ladlsLüx. LLsotdolsuodtrlvZ kür Lodanksüstsr. kür Hotels, Villen, kudriken u.krivutliLuser stlotoven kür jecle Lri von ärbvilsmasoliinen INI ^nselilnss LN äas V SoLtlb. dtzxtzn u. kür LivLtzlbetritzl). Ls«t«tt«tt/»,s/«. Losteuvor errrsL/tkÄKf« «««/ Le«««;/» M»-«tt 1 «. ----- »antsur« ükei^sllkin billigst rur Venkiigung. Die Tilgung der 3 /s° »igen Bttdischeu Cisenbahn- anlehen von 188 V und 1886 betreffend. Bon den Schuldverschreibungen des 3>/,"/oigen Eisenbahnanlehens vom Jahr 1880 find Planmäßig auf 1. Juli 1900 je 166 Stück zu 3000, 2000, 1000, 500, 300 und 200 Mark im Gcsammtbetrage von 1162 000 Mark zu tilgen. Weiter find von den Schuldverschreibungen des 3'/,«/vigen Etsenbahnan- lehens vom Jahr 1886 im begebenen Betrage von 11739 000 Mark planmäßig auf 1. Juli 1900 je 13 Stück zu 3000, 2000, 1000, 560, 300 und 200 Mark im Gcsammtbetrage von 91000 Mark heimzuzahlcu. Die Ausloosung der Schuldverschreibungen dieser beiden Anlehen wird Donnerstag, de» 7 . Dezember L 8 SS, Vormittags I« Uhr in unserem Geschäftszimmer Nr. 15 öffentlich vorgenommen werden. Karlsruhe, den 28. November 1899. Großh. La- Eisenbahn-Schuldentilgungs-Lafie. Im Namen der Direktion: Schember. _ X:81 vr«»88«^ «1,1 L» ltupseosticllen, ksclirungen, Vksvüren. c. Vüoklv LrmsILaQälx. u. R-alurieLkadr. LaiLsrstr. 149. kiniskmungsn von killlom 1 » tzlnknvfftzr unä rsivltor lu^tuIlriniA. s>ufei 8 SN-I-I- 3 lo»sn IiöUL 8 > Stet» »vksrkl XrooenttiN nninoxvevl Lokonung llvr pksi-llö lluevki stets siotloeva LLtig. 0»s «Inrl« k>»Icrisek« tUr Matt» V«a». . «Rä Llsrvvrt«»«-ratt» «»S I»sonliarl 1 t ^ 6 o., Kerlin- 8 cd 8 ned«l^» Badischer Frauenverein. Die diesjährige Ausstellung und der Verkauf von Arbeite« der Kunststickereischule findet im Galleriegebäude, Ltnkenheimerstraße 2, an folgenden Tagen statt: Sonntag den 3. Dezember d. I.» Montag den 4. Dezember d. I.. Dienstag de« 5. Dezember d. I.» Eintrittsgeld 20 Pfennig. Zum Besuch derselben erlauben wir uns ergebenst etnzuladen. Karlsruhe, den 30. November 1899. X:100.1 Aer Kerstan- -er A-thkiluug I -es Ka-lschrn Frauellvereius. von Vorm. 11 bis Nachm. 5-/, Uhr wird zum sofortigen RNkfTTsHk oder baldigen Eintritt ^ vunssiivkeG oder älterer gewandter Gehilfe für Anwaltsbureau gegen hohes Salair. Nur absolut zuverlässige Bewerber mit Prima-Zeugnissen wollen sich melden. Offerten snd X. 8 5 a. d. Exp. d. Bl. X.8S. Nr. 24,649. Rastatt"Bet diesseitigem Amtsgericht ist sofort eine Decopistenstelle mit einem Jahresgehalt von 650 Mark und Schreib- grbühren zu besetzen. Rastatt, den 29. November 1899. Großh. Amtsgericht: Rieder. LLväsokvLs, LrLVLttsn, HossntrLgsr, anerkannt vornkxl. tzuaUtLtvn, vwxkvklen W781.6 l-uä^ig vekl ktackfolgei-, Larlarud«, Laisvrstrasse 116. Nn Nie Nklionsi»« der Pmereigkskllslhllst «°rmls S. M-mWer Karlsruhe. In der am 6. Dezember d. I. stattfiudendeu Geueral-Bersamm- luug der Brauereigesellschaft vormals S. Mouiuger ist unter Andern auch über die nach dem neue« Handelsgesetzbuch erforderliche Abänderung der Statuten und über die Fortsetzung der znkünftige« TantiLmeu Bczüge deS Anffichtsrathes Beschluß z« fassen. Diejenigen Herren Aktionäre, welche dem Ausfichtsrath auch für die Folge nicht mehr als den seitherige« TautiLmsatz von 10"/« und zwar berechnet nach de« neneu gesetzlichen Bestimmungen» aber keine feste oder weitere Vergütung gewähre« wollen, werden dringend ersucht» ihre Aktien in der am 6. Dezember d. I. stattfindende« Generalversammlung entweder selbst z« vertreten» oder sich wegen deren Vertretung alsbald mit dem Unterzeichnete» in s Benehme« zu setzen; dabei wird bemerkt, daß die Anmeldung der Aktien zur Generalversammlung spätestens am 2. Dezember d. I. vor 6 Uhr Abends erfolgen muß. Im Austräger X:99 vr. Friedberg, Rechtsanwalt. IInssin 6russ 2 uvvr! llviäsldvrx. Untei-kol-tiAter 6.6. erküllt kiormit äie traurig küiokt, seine lieben i. a. 0. L. i. s. 0. L. unä a. 8. a. 8. von äein nin 18. XI. 99 erkolZten Xbleben seines lieben n. 8. vr. IsasAsli (87/89) gerieinenä inLenntniss rn setzen. Der V.V. lier „8uevis" I. X.: I,6nt,>v6in. ^ Karlsruhe. Demnächst erscheint L 94 Badisches Aostengesetz. Die Notars- und Gerichtskosten in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit betr., vom 15. Juni 1899. Textausgabe Mit Einleitung, Anmerkungen, Kostentabellen und Sachregister von E. Dorner, Landgerichtsprästdent. I. S. rttta'schk Kuchhalldluug Uachfslgkr G. m. d. A. i« Ststtgart. _ Soeben erschienen! von Albert Geiger. Preis geheftet 2 M. Elegant geb. 3 M. Albert Geiger thetlt mit der neueren lyrischen Richtung den feinen Sinn für das intimste Naturleben, dem er die leisesten Stimmuugsreize im Anklingen von Tönen, im Aufblitzen von Farben abzugewinnen weiß. Dabei verfällt er nicht in die Manier des Abgerissenen und Skizzenhaften, sondern weiß als ein Meister der Form anmuthige Bilder rund zu gestalten. Seine Erscheinung unter den Dichtern der Gegenwart wird sicher willkommen geheißen werden. Zu beziehen durch die meisten Buchhandlungen. X93 ^I»8LVZLL8- posliiSl len mit ^oos lsee Visvimai'-l.otteriv (Qssetsllod A 68 odütLt V.L. 6 .H. Xr. 87239). Nauplgkvtinn VV«-r-tN SQOQOZriL., NU-MilN VM 7.-13. MMr Ü. 1. MGmsnuei.Uv.NMM. imoo«s— lledelstrasi« Il/IS, Nsnln^uki«. Ein kleiner vorzügl. Fabrikat, sehr gut erhalten, ist um den billigen Preis von Mk. 750.— zu verkaufen bei W'864.3 l-uliwig 8vk«ei8gut, Karlsruhe» Erbprinzenstraße 4. Zu paffende« sX 83.1 sVeiknsotik-kLLülisnIren empfiehlt SiHSrstti» Slki-er-ßlstti» Krißlkil««, sowie sämmIlicheUoitetlenartikel, Jerställier, Toikctie^a^en, LaariilläMHäeu, Portemonnaies, 8 l>eeren, Aonöomieien, 8 piegef, Tafikennece/fllircs, Konicure, 8 ^wamm^akter, Krennetnis n. f. m. I 4 UI 8 V HH ^86., 4 Karl-Friedrichstraße 4. Mederlage der Erzeugnisse von F. Wolfs L Sohn. Bürgerliche Rechtsstreite, »onkmsr. X.71. Nr. 10,203. Staufen. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Heinrich Hiß, Fruchthändlers in Eschbach betreffend. Zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung don Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Bertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die 'nicht verwerthbaren Vermögensstücke isst der Schlußtermin auf Samstag den 23. Dezember 1899, Bormittags '/,10 Uhr, vor dem Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Staufen, den 25. November 1899. Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts: Ztmmermann. X.72. Nr. 28,655. Walds Hut. i In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckers und Gastwtrths Gustav Sigg jg. in Lottstetten ist zur Abnahme der Schlußrechnung des ! Verwalters, zur Erhebung von Ein- > Wendungen gegen das Schlußverzeichniß l der bei der Bertheilung zu berücksichtigenden Forderungen, zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke und über die Gewährung einer Ber- ! gütung au die Mitglieder des Gläubiger- ! ausschufses der Schlußtermin bestimmt auf Freitag den 22. Dezember 1899, Vormittags °/.9 Uhr, Vor dem Amtsgericht Hierselbst. Waldshut, den 27. November 1899. Der Gerichtsschreiber Gr. Amtsgerichts: Htorholzer. X-39. Bruchsal. Bekanntmachung. Zur Fortführung der Bermessungs- werke und der Lagerbücher nachfolgender ! Gemarkungen ist im Etnverständniß mit . den Gemeinderäthen der betheiligten Gemeinden Tagfahrt jeweils auf dem Rathhause der betreffenden Gemeinde anberaumt, für die Gemarkung: 1. Zenthern» Dienstag den 5. Dezember d. I., Vormittags 9 Uhr. 2. Phlttppsbnrg» Donnerstag den 7. Dezember b. I., Borm. 9 Uhr. 3. Huttenheim mit Molza«. Samstag den 9. Dezember d. I., Bormittags 9 Uhr.Z Die Grundeigenthümer werden z,«. mildem Anfügen in Kenntnis, A?* daß das Berzeichniß der stp A lehren Fortführung eingerretenen ^ Gemeinderath bekannt aewo^°i?" Veränderungen im Grundeigem^ während acht Tagen vor den, E?* führungstermin zur Einsicht der ^ theiligten auf dem Rathhause auflstm etwaige Einwendungen gegen L' in dem Berzeichniß vorgenierkn^ Aenderungen in dem Grundeigentbm„ und deren Beurkundung im Laaerk!^ find dem Fortführungsbeamten in ^7 Tagfahrt vorzutragen. Die Grundeigenthümer werden «,» zeitig aufgefordert, die seit der letziL Fortführung in ihrem Grundetgenthwv etngetretenen, aus dem Grundbuch U ersichtlichen Veränderungen dem Fof». führungsbeamten in der bezeichnet«, Tagfakrt anzumelden. Ueber die in der Form der Grundstücke etngetretenen V«. änderungen find die vorgeschriebe»«, Handriffe und Meßurkunden vor der Tagfahrt bet dem Gemeinderath oder in der Tagfahrt bei dem Fortführung- beamten abzugeben. widrigenfalls Ae. selben auf Kosten der Betheiltgren von Amtswegen beschafft werden müßten Auch werden in der Tagsahrr AntrSg- der Grundeigenthümer wegen Wicder- besttmmung verloren gegangener Grenz, marken an ihren Grundstücken entgegen, genommen. Bruchsal, den 25. November 139 z. Der Großh. Bezirksgeometer: F. Blank. Bermis chte Bekanutmachuuge«. X.96. Nr. 11,209. Freiburg. Großh. Bad. StaatS- Eiscnbahnen. Die Feilenhanerarbeite« für die Betriebswerkstätte Freiburg und Basel für die Zeit vom 1. Januar 1900 bt- 31. Dezember 1902 sollen vergeben werden. Angebote sind bis 12. Dezember l. I.» Nachmittags 3 Uhr, mit Aufschrift „Angebot auf Feilenhauerarbeit" anher einzureichen. Dis Bedingungen können diesseits eingesehen oder auf Verlangen bezogen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Fretburg, den 28. November 1899. Großh. Maschineninspektor: Behaghel. X.98.1. Nr. 11,065. Bill in gen. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Bahnhof Donaneschinge«. Die Lieferung von 500 lfdm Bahn- steigrandstetnen in Einzellängen von 0,90 bis 1,50 Meter und einem Querschnitt von 22 auf 45 Centimeter auS Granit oder rothcm Sandstein find zu vergeben. Skizze und Bedingnißhest liegen bet Unterzeichneter Stelle zur Einsicht auf. Angebote für den laufenden Meter Randstein aus Granit und getrennt hievon aus rothem Sandstein find verschlossen,portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, längstens bis Donnerstag, 14. Dezember d. I* Vormittags 11 Uhr» anher einzureichen. Zuschlagsfrtst 2 Wochen. Villingen, den 29. November 1899. Der Großh. Bahnbautnspektor. X.97.1. Nr. 11,066. Villingen. Großh. Bad. Staats- Eisenbahnen. Bahnhof Donaneschinge«. Die Arbeiten zur Herstellung deS Fundamentes für eine 16-9 m große Drehscheibe auf Bahnhof Donau- eschingen, bestehend aus: 1. Erdarbeiten mit beiläufig 250 odw, 2 . Maurer- u. Stetnhauer- arbeiten 150 „ 3. Pflasterarbeiten 160 gw sollen öffentlich vergeben werden. Der Plan, dte Bedingungen und der Verdingungsanschlag liegen auf diesseitigem Geschäftszimmer, sowie aus dem Baubureau in Donaueschtngen zur Einsicht auf. Der Berdüigungsanschlag wird ebendaselbst als Angebotsformular an den Bewerber verabfolgt werden. Die nach Einzelpreisen berechn^ Angebote find verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, längstens bis Samstag de» 16. Dezember d. I.» Vormittag 10 Uhr» anher etnzuretchen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Villingen, den 29. November 189V- Der Großh. Bahnbautnspektor. X.101. Karlsruhe. Südwestdeutscher Eisenbahn-Verband. Mit Wirkung vom 1. Dezember 1A wird für die Beförderung von roh» Gipsstetnen von Neckarzimmern naw Ludwigshafen a. Rh. ein ermäßigt» Frachtsatz von 0,27 M. für 100 KL Karlsruhe, den 29. November lA- Großh. Generaldtrektibn der Baütfcy^ Staatseisenbahuen. bor » »r»««'s»,n H»kbnchdrnck,,«j I« KarlSrnb-