er Zeitung Staatsmyeiger für das Großherzogtmn Mden 243 Freitag, den 18, Oktober 1918 161 ■♦ ^nljrgOTtß Expedition: Karl - Friedrich - Straße Nr. 1t Fernsprecher Nr. 953 und 954, Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 3515. s«»WÄsa MnrÄrriÄi £H«.~ —»--- «ss SÄ - m»»sißÄ«s?t» Unverlangte Druckfachen und Manuskript« werden nich^ zurückgegeben und t» wir» keinerlei Verpflichtung zu irgend» welcher Vergütung übernommen. ' p| 'W//vs//>///>/////'///''"'/'/'//'"S'''"' ersönlicher Schneiä, treuäeutscher Mut sichern dem deutschen Flieger den Sieg. Rittmeister Freiherr Manfred von Richthofen hat uns die; bewiesen. Sein Heldengeist lebt in uns deutschen liampffliegern fort und spornt uns an zu neuen ^aten, zum Miterringe« de; Endsieges im vertrauen auf die Hilfe der Heimat. $4^4,0* <$r '>v, • Rittm Manfred frtw.v.Rkhtboten [fdr Mtn Vaterland gefallen 21. April ISIS Staatsanzeiger. Die Generaldirektion der Staatseisenbahnen hat unterm LS. März d. I. den Oberbausekretär Heinrich Steinbach von Bruchsal nach Offenburg verseht. Die Generaldirektion der Staatseisenbahnen hat unterm 26. August d. I. den Eisenbahnsekretär Hermann Achtstätter in Eppingen nach Langenbrücken versetzt. Die Prüfung der Ärzte und Zahnärzte betr. In dem Prüfurigsjahr 1917/18 wurde nachgenannten Kandidaten die Approbation als Arzt (Zahnarzt) für das Gebiet des Deutschen Reichs erteilt: A. Ärzte. Amann Franz von Freiburg, Badt Klara von Berlin, Baetz Antonia von Cannstatt, Bnnmg»rdt GertruÄ von Pmen, Berns Richard von Frisdland (BÄHmen), Böhm Ernst von Zabocze, Koehmig Alfred von Radeburg, Bonsmann Wilhelm von Bonle (Kreis Hagen), Brand Margarete von Bromschewitz (Posen), Braun Richard von Rochsburg, Brügger Franz Joseph von Aschsberg, Cohn Minna von Essen, Cordes Eberharv von Kru- muAi, Co sack Joseph von Neheim a. d. Ruhr, Deißner Ulrich von Magdeburg, Detzel LTiAwig von Dahn, Dieckmann Karl von Hamborn, Diemer Theodor von Heidelberg, Ehrmann Otto von Heidelberg, Ernst Wilhelm Seja von Pforzheim, Freischmidt Werner von Neuhaldenslebon, Frey Eugen von Auggen, Mner Andreas Ludwig von Kippcnheim, Fuhrmann Heinrich von Foankental, Gaßner Wilhelm von Schatthausen, Gasthauer Dr. Alfred von Metz, Geißler OswM> von Phllippsburg, Gerismeier Karl von Berge-Borbeck, Handowski Ida geb. Stein von Altenburg, Heberling Karl von Grcmelsbaum, Heise Werner von Krefeld, Herzt Wilhelm von Karlsruhe, Hermann Elise von Diedenhofen, Heyer Gustav Richard von .Kreuznach, Hillger Werner von Grvß -Lichterfelde, Huisgen Theodor von Röhlinghausen, Huwer Rudolf von Neustadt a. Ä. H., Jacobs Johanna von Ilachen, Jsele Hans von Waibstadt, Köllich He- lene von Neckarau, Koppelmann Dorothea von Lippstadt, Kreb- ber Konvad von Rhade (Westfalen), Kruse Friedrich Wilhelm von Hohenlimburg (Kr. Iserlohn), Kuhle Joachim von Ham- bürg, Levy Friedrich von GelsenKrchen, Lorenz Emil von Bühl, Luft Isidor Lothar von Altona, Mantz Joseph von Munder- lingen, Mendelsohn Elli geb. Wingendorf von B-udholn bei Berlin, Meyer Erna von Saarbrücken, Moll Karl von Aachen, Mühlenbeck Christa von Pencint, Neser Emil von Konstanz, Nettel Hans von Mannheim, von Ompteda Freiherr Albrecht von Wiesbaden, Pöhlmann Otto von Darmstadt, Preßburger Hedwig von Stuttgart, Nader Klara von Wermelskirchen, Net- chert Pa-ul von Bachermu, Ningwald Ernst von Emmendingen, Rosenthal Else geb. Eberth von Osthofen, Rosenthal Karl von Freiburg, Nosin Anna Berta von Freiiburg, Salmony L -eonie von Frankfurt a. M., Scheffrr Wülhelm von Flensburg, Schellhaas Maria August« von Homberg (Kr. Alsfeld), Schnarrenberger Gottfried von Mannheim, Schneidenberger Hermann von Baden-Baden, Schnitter Heinrich von Pader- dorn, Simon Heinrich von Sausenheim, Spies Paul von Kusel, Sporrenberg Wilhelm von Düsseldorf, Stennes Hedwig von Fürstenberg i. Westfalen, Stern Heinrich von Mannheim, Tendlau Anna von Wiesbaden, Volkmar Mce von Potsdam, Weißelberger Paula von Sayathe (Österreich), Wertheimer Selma von Kippenheim, Wiedemer Paul von Gerlachsheim, Wilhelm Margarete von Bobenheim (Hessen), Zaiß Wilhelm von Karlsruhe. B. Zahnärzte. Eisemann Paula von Meckesheim, Huppert Alma von Fried- I richsthal (Saar), Krause Adolf Kurt von Neustadt a. 8. Orla, Lehmann Erna von Reichenbach, Mütterlein Friedrich« Karl von Au/schkowitz, Reitze! Walter von Darmstadt, Saatmana Suyo von Hamm, Schmidt Dorothea von Münster i. Westfalen, tein Paul von Pirrnasens, Weißelberger Ethel von Zloczor (Österreich), Winter Herta von Mannheim. Karlsruhe, den 12. Oktober ISIS. Großh. Ministerium des Inner». Der Ministerialdirektor: Pfisterer. KohPepp. Bicbt-Hmtlicbev Zeil Karlsrilhe, 17. Oktober. Die militärische Hage. Während zwischen den Regierungen die Frage, ob Krieg, ob Frieden, der Entscheidung entgegengeht, muß 'das deutsche Heer nach wie vor die Heimat vor feindlichem Einfall sichern. Der Kampf gcht ohne Unter- l>rechung weiter. Die Front muift in sich geschlossen blei- ben, darf dem Feinde nicht di>e Möglichkeit gaben, eine breite Bresche zu schlagen, die deutsche Kampfkraft darf nicht gemindert, ldie Arbeit für den Krieg nicht unterbrochen werden. Zwingt uns der Feind zur Fortsetzung des Kampfes, so bedarf es wie bisher der ganzen »deutschen Kraft, den in einer Abweisung des deutschen Friedensangebotes sich offenbarenden VernichtungAvillen der Feinde zu brechen. Es gcht um Deutschlands Ehre, Exi- stenz imd Zukunft. Bisher hat deutsche Widerstandskraft in glänzender Abwchr dem Feinde den Durchbruch der deutschen Front verwehrt; der Kraft der vereinigten feindlichen Großmächte ist es nicht gelungen, das deutsche Heer niederzuringen. Unterstützt von tapferen. Truppen der treuen österreichisch-ungarischen Bundesgenossen, hat die deutsche Streitmacht ihre Front trotz gewaltigsten feindlichen Ansturms in sich geschlossen gehalten. Die Front trotzt dem Feinde, ist stark und bleibt stark. Dies kann angesichts der bisherigen Abwehrerfolge nicht scharf genug betont werden; denn alberne, törichte Gerüchte arbeiten daran, jede Rück,r>ärtsbewegung an der Front zu einer Niederlage zu stempeln. In ihrem Dünkel und ihrer Beschränktheit erkennen die Verbreiter solcher Ge- rüchte nicht, wie sehr sie die Geschäfte des Feindes besor- gen, welch schnöden Unidank sie unseren braven Truppen zufügen, die ihr Blut für den Schutz der Heimat hin- .geben. Unsere rückwärtigen Bewegungen erfolgen nach einem festen, bestimmten Plan, der Feind ist nicht in d-er Lage, sie zu hindern oder zu stören. Gerade in der Elastizität der Front liegt ihre Stärke. Die deutsche Führung weiß immer wieder, die feindlichen Absichten auf Auseinander- reißung der Front zu durchkreuzen. Das kann nur des- halb dauernd gelingen, weil die Front elastisch in Be- wegung gehalten, die eigene Kampfkraft möglichst geschont wird. Je häufiger die Kampfstellung geändert wird, desto weniger können die gewaltigen Angriffsmittel der Feinde gur. Geltung kommen. Der Verteidiger zwingt durch jeden Stellungswechsel den Angreifer zu zeitrau- bender Erkundung. In mühsamer Lust- und Erdbeobachtung muß er sich immer von neuem Aufschluß über die Stärke des Verteidigers verschaffen, genaue Anhaltspunkte für die Gliederung neuen Angriffs suchen, muß seine Artillerie und Minenwerfer nachziehen und einschieben, den Munitions- und Verpflegungsnachschub von neuem regeln, Bahnen und Straßen in Ordnung bringen. Die- fer Zeitgewinn kommt uns zugute; denn wir nähern uns der schlechten Jahreszeit, die den Grohkampf zum Ab- flauen zwingt. Nickt lange mehr, und die Feinde müssen ihre zahlreichen Verbände farbiger Hilfstruppen zur Auf- rechterhaltung ihrer Gesundheit in das wärmere Klima Südfrankreichs bringen. Alle Bewegungen, die wir an der Westfront ausführen und ausführen werden, vollziehen sich unter dem ziel- bewußten Willen unserer Führung, den Endsieg des Fein- des M vereiteln. Die große Bewegungsfreiheit, mit der wir ohne 'strategische Nachteile dem Feinde immer wie- der Gelände überlassen können, um uns günstigere Ver- teidigungsbedingungen zu verschaffen, verdanken wir dem Umstände, daß wir den uns aufgezwungenen Vertei- digungskampf weit in Feindesland hineingetragen haben, und dort statt in unserem Vaterlands den Endkampf aus- tragen können. Mft jedem Schritt, den wir in der Mitte des großen Bogens «wischen Nordsee und Maas nach rückwärts tun, wird unsere Front kürzer, sparen wir Kräfte aus und erhöhen wir unsere beweglichen Re- serven Kritischer See-U erkehr. Reuter berichtet unter dem 22. Mai 1918, daß im April 1918 7 040 309 Br.-Reg.-Tonnen in die Häfen des Vereinigten Königreichs von überseeischen Häfen eingefahren und aus den Häftn des Vereinigten Königsreichs nach überseeischen Häfen ausgefahren sind. Das ivü-.'e ohne den Küstenverkehr in einem Jahre rund 84 Millio- nen Br.-Reg.-Tonnen ausmachen. Im Jahre 1911 belief sich die Netto-Tonnage im Aus- landsver^ehr auf 76 814 000 angekommenen Raum und 78 627 000 abgefahrenen Raum. In Br.-Reg.-Tonnen umgerechnet ergibt das unter Zugrundelegung eines Verhältnis von 60:100 ca. 125 Mill. angek. Br.-Reg.-Tonnen und ca. 125 Mill. abgef. Br.-Reg.-Tonnen, oder ca. 250 Mill. Br.-Reg.-Tonnen im Auslandverkehr. Hiernach ist der Verkehr der zwischen den Häfen des Ver- einigten Königreichs mit überseeischen Häfen verkehren- den Bruttotonnage auf etwa rin Drittel des Verkehrs in der Zeit vor dem Kriege herabgesunken. Der gesamte Auslands- und K»stenverkchr zusammen« genommen einschließlich aller Zwischenzählungen war 1911 in britischen Häfen 245 462 000 N.-R.-Tonnen oder rund vierhundert Millionen Br.-Reg.-Tonnen. Die von der britischen Admiralität jetzt mitgeteilten Zahlen für den Verkehr ini April 1918 umfassen aber den ganzen überseeischen Verkehr im Vereinigten Königreich niit Ausschluß der Küstenfahrten und der Fahrten im Kanal. Anscheinend sind hiernach auch die im Dienst der britischen Regierung stehenden Fahrzeuge, also nicht nur die reinen Handelsfahrzeuge gezählt, so daß die Zahl von ca. 7 Millionen Br.-Reg.-Tonnen für die allein zum Ver- gleich heranzuziehende Handelsschiffahrt sich noch Wesentlich vermindert. Die britische Admiralität gibt ja seit einigen Monaten Zahlen über die verkehrende und versenkte Tonnage an, und es scheint kein großer Unterschied zu bestehen, wenn vor dem Kriege im Auslandsverkehr 69 165 000 Br.-Reg.- Tonnen in britischen Häfen ohne Küstenverkehr ankamen, und wenn jetzt noch ein Verkehr von 7 Millionen Ton- nen monatlich besteht. Man muß genau beachten, was man vergleicht. Vor dem Kriege verkehrten aus britischen Häfen mit dem Ausland ca. 250 Millionen Br.-Reg^-Tonnen, ^etzt wenn der Durchschnitt sich für 1918 nicht so senkt, ca. 84 Millio- nen Br.-Reg.-Tonnen. Die Engländer schreiben, daß die- ses Resultat sie befriedigt. Uns befriedigt es auch um so mehr, wenn es gleich bleibt. Der Gefamtinhalt der Schiffe von 500 Tonnen In- halt und mehr, die im Mai 1918 in die Häfen des ver< eiüigten Königreichs einfuhren oder sie verließen, betrug nach Reuter 7 777 843 Tonnen. Der Küstenverkehr ist in diesen Zahlen nicht einbegriffen. Auf das Jahr umge- rechnet ergibt diese Monatszahl eine Bruttotonnage von .etwa 93 Millionen Tonnen gegen etwa 250 Millionen Tonnen im Jahre 1911 oder gegen monatlich 20—21 Mil- lionen Donnen in diesem Jahre 1911. Dabei erklärt die britische Admiralität zwar, daß der Verkehr im Kanal und die Küstenfahrten ausgeschlossen seien, nicht aber, daß auch die Zwischenzählüngen ausge- schlössen sind. Wenn auch von Übersee koimnende Dampfer nach Möglichkeit in dem ersten Hafen gelöscht werden, den sie ereichen, so bringt doch das Fahren im Geleitzuge, die gleichzeitige Ankunft mehrerer Schiffe in demselben Hafen, die dadurch hervorggerufene llberfüllung der Liegeplätze oft die Notwendigkeit, einige Schiffe in einen anderen Hafen weiter zu senden. Diese Schiffe kommen dann von einer .Überseefahrt zuerst in dem einen, dann in einem zweiten und vielleicht auch dritten Hafen an. Je größer solche Schiffe sind, die wiederholt bei einer Fahrt gezählt werden, desto niehi wird das Ergebnis durch die Zwischenzählun- gen beeinflußt. Um Krieg und Friede«. * Zu Set durch den bisherigen Notenwechsel • .jcheni Deutschland und Amerika geschaffenen Lage liegen heute eine Anzahl weiterer Moldungen vor, von denen wir nachstehend die wichtigsten wiedergeben: Berlin, 16. Okt. Wie gemeldet wird, tritt der Bundesrat morgen, Donnerstag, zu einer Sondersitzung zusammen. Die Reichsregierung wird nach amtlicher Übereichung der Note Wilsons diese beschleunigt antworten. Berlin. 17. Okt. („Bad. Pr.") Man rechnet in hiesigen un- terrichteten Kreisen mit einer Fertigstellung der deutschen Ant- Wortnote im La»fe dieser Woche. Der Reichskanzler wird in seiner bevorstehenden großen Reichstagsrede die noch möglichen Zugestäirdnisse bekanntgeben, um die Grenze zu bezeichnen, dt« für Deutschland zu Wahren ist, um zu cfc» ehrenvollen Frie- Ofn zu gelangen. Mach dem Reichskanzler wird der Staat?- sekretär des AuÄtsArtigen, Dr. Solf, das Wort zu längeren Ausführungen ergreifen. (g K.) Rotterdam, 17. Okt. Aus Nendorf wird gemeldet: Im Weißen Hause zu Washington erwartet man für Sonntag die deutsch« Antwortnote, worauf Wilson seine endgültige Ant- wort geben wird. — Der Scnatsausfchuß beriet am 14. Oktober die allgemein? Lage. Staatssekretär Lansing gab die Er. klärung ab. daß die Bedingungen der zveiten Wilsonnote end- gültige seien. Auf eine weitere Anfrage Lodges, ob Amerika Erstattung seiner Kriegskosten verlange, wurde nicht geant- wortet. („SB. Pr."). W.T.B. London, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau erfährt, daß der ausführliche Text der Antwort Wil. sons an Deutschland, wie er von Reuter aus Amerika über- mittelt wurde, heute früh in den Händen der Mitglieder der Regierung war, die über ihn in einer Ministerberatung, die bis nach 11 Uhr dauerte, verhandelten. Für den Augenblick sind keine motivierten Erklärungen notwendig, aber es heißt, daß die Antwort des Präsidenten faktisch die Ansicht der an. deren assortierten Regierungen wiedergebe. Die Bezugnahme des Präsidenten auf Österreich-Ungarn wird als ein bezeich- nender Teil der amerikanischen Antwort betrachtet. Die Be- merkungen des Präsidenten über die verantwortliche»! Männer in Deutschland werden als ein deutlicher Wink an das deutsche Volk aufgefaßt, was man von ihm verlangt. •* Die Forderung Churchills. WDB. London, 15. Okt. Reiutermeldung. In Manchester sagte Churchill: Wilsons feste und kraftvolle Antwort an Deutschland wird in den alliierten Ländern eine einmütige und herzliche Zustimmung finden. Ihr erster und wichtigster Punkt ist, daß ums der Feind angemessene Sicherheiten und Garantien geben muß, bevor wir uns darauf einlassen, den Druck unserer siegreichen Armeen einzustellen. Wir müssen unbedingt wirksame Garantien haben, die den Deutschen die Wiederaufnahme des Kampfes unmöglich machen. Uber die Fc.ige der Garantien, die vor Bewilligung des Waffenstillstandes zu leisten sind, muß an erster Stelle Foch zu Rate gezogen werden. Wir müssen auch Garantien für die See haben und hierüber wäre das Urteil der britischen Admiralität einzuholen. Ein' weiterer Punkt ist der, d.rß die Deutschen aushören müssen, Grausamkeiten zu begehen, bevor wir mit ihnen verhandeln können. Wir haben nicht den Wunsch, Deutschland zu vernichten, aber die Deutschen müssen ihren Traum einer Weltherrschaft aufgeben. Es ist möglich, daß wir noch einen schweren, monatelangen Kampf vor uns haben, der riesige Mengen Blut und Geld kostet. Sollte dies der Fall sein, so ist es besser, der Konflikt wird aufgetragen, als daß »vir einen Kompromiß annehmen oder uns um die Früchte -unserer Anstrengungen brächten. * Geddcs über die Friedensanssichten. WDB. Bern, 15. Okt. Sir Aucland Geddes führte in einer Rede in Portsmwuth am 11. Oktober aus: Deutschland wisse jetzt, daß es den Krieg nicht gewinnen könne, habe aber noch große Hoffnung einer Niederlage zu entgehen. Er empfehle jedermann, der tvissen wolle, was noch zu tun bleibe, bei jeder Siegesnachricht die Karte zu studieren, dann werde er bescheidener denken. Das sei notig weil die große Gefahr vorliege, daß man sich mit einem falschen Frieden bluffen lasse. Deutsch- Iarfd wisse genau, was sin wirkliches Verlieren des Krieges bedeuten würde, und versuche daher jetzt, dem Gegner glauben zu machen, daß es den Krieg verloren habe, da es ihm lediglich daraus ankomme, die Macht Wer seine Fre -mdvölker zu behalten, die ihm als Soldaten und billige Arbeiter wichtig seien. Ein Teil des deutschen Bluffs sei das Ersuchen um Waffen- stillstand der neuen Regierung des Prinzen Max von Baden, in die einige zahme Sozialisten, sogar mit dem Prädikat Ex- zellenz, eingetreten seien. Bielleicht sei Deutschlands Lage kritischer als die vorliegenden Beweise erkennen ließen, an- dererseits aber lägen Beweise dafür vor, daß Deutschland selbst nicht an seinen Fall glaube. M bereite eine kolossalere Tauchboot-Kampagne denn je vor, und seine Armeen seien bis- her nur auf fremdem Briden geschlagen. Daran, daß die Deutschen wirklich ihre Gesinnung geändert hätten, sei nicht zu denken. Sie würden lediglich versuchen, den Frieden zu erhalten, um einen neuen Krieg vorzubereiten und einen furchtbaren Schlag gegen England zu führen. Geddes schloß: So groß die Erfolge unserer Heere und so vorzüglich unsere Aussichten sind, haben wir doch nickt gewonnen. Wir können noch durch lange schwere Monate hindurchzugehen halben. Der bayerische Ministerpräsident «der die Kage. In.der gestrigen Eröffnungssitzung der außerordentlichen Tagung der bayrischen Kammer gab der Ministerpräsident von Dandl längere Erklärungen über die äußere und innere Lage ab. Er betonte dabei den Charakter des Kampfes als eines Verteidigungskrieges, aus dem die Waffenehre des Heeres und des deutschen Volkes unbefleckt hervorgegangen sei, sowie das Streben der Völker nach einem Frieden der Versöhnung und im Geiste der Gerechtigkeit. Der Ministerpräsident führte sodann weiter aus: Niemand werde verkennen, daß das Friedensprogramm Wilsons für weite Kreise den Verzicht auf Wünsche und Hoffnunyen be- deute, aber der entscheidende Gedanke müsse bleiben, daß das deutsche Volk in diesem Existenzkampf fast gegen die ganze Welt kämpfe, wonach wir auch allein unsere Kriegsziele be- messen dürften. Diesen Verteidigungskanipf aber habe Deutsch- land in Ehren bestanden. Noch ist es nicht entschieden, ob der von der. Relchsleitung unternommene Schritt wirklich den Frieden bringen wecke, der uns unser Leben läßt. Denn nicht jeden Frieden werden wir annehmen. Ein Friede, der uns als Volk zerstückeln wollte, der unserer Zusammengehörig- ke 't und unseren wirtschaftlichen Bedingungen das Leben raubte, wäre nicht zu ertragen. Ein solcher Friede müßte die letzten Kräfte zur Entscheidung wachrufen. Deutschland hat sich nunmehr auf den Boden des Wilson- schen Programms gestellt, aber in Erwartung, daß die von ihm aufgestellten Grundsätze nach allen Seiten eine gerechte An- Wendung finden werden. Unwürdige und demütigende Zumu- tungen wären mit diesen Grundsätzen nicht vereinbar. Die weitgehenden Zugeständnisse sind in der Erwartung gemacht, daß der Friede ein Friede dr Volkerversöhnung, getragen vom Geiste der Rechtlichkeit und ein dauernder Friede sein werde. Würden uns nur Bedingungen zugemutet, die in entehren- der Weise unsere nationalen Lebensbedingungen zu verküm- mern drohen, dann würde ein neuer Sturm der Entrüstung sich im ganzen Reiche erHeden. Das deutsche Heer und das deutsche Voll seien nicht so zermürbt, daß sie sich gegen eine Vergewaltigung nicht mehr zu wehren vermöchten. Die ganze Nation würde einig sein in dem Willen, das Vaterland vor Schande und Untergang bis zum äußersten zu verteidigen. Der Ministerpräsident kam dann auf das Verhältnis Bayerns zum Reich zu sprechen und betonte, daß Hayern mit voller Verzeugung dem Reiche angehöre. Manche unleugbaren Miß- stände verschwänden vor der Größe des geschichtlichen Augen- blicks unZ dem nüchternen Blick des Betrachters unseres Wirt- 7chastÄebens. Der Ruf an unsere Reichsfreuvigkeit yaoe ,« Bayern immer Verständnis gefunden, was aber nicht hindern könne. Auswüchse zu bekämpfen. Bezüglich der Zentralisie- rung in Berlin seien soweit als möglich wieder normale Wirt- s- haber kann Anordnungen mit verbindlicher Kraft für die-Mi- lilärbefehlshaber erlassen: 2. Es wird folgender Paragraph 3 hinzugefügt: Der Ober» befehlshgber trifft alle seine Anordnungen und Entscheidun- gen im Einverständnis mit dem Reichskanzler oder dem von diesem bestellten Vertreter. Urkundlich unter unserer höchsteigenhändigen Unterschrist beigedrucktem kaiserlichen Jnsiegel. Gegegeben Großes Haupt, quartier, IS. Oktober 1918. (Siegel.) Wilhelm. Max, Prinz von Baden. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht ferner eine an den Reichskanzler und den Kriegsminister gerichtete allerhöchste Order, in der bestimmt wird, daß die MilitiirbescHlsHaber die Befugnisse, die ihnen aus Grund des in der Verordnung vom Lt. August 1914 erklärten Kriegszustandes zustehen, nur im Einverständnis mit den von den Landeszentralbehörden be- stimmten Verwaltungsbehörden ausüben dürfen. Kommt ein Einverständnis zwischen den Militärbesehlshabern und der Ver» waltungZbehörde nicht zustande, so ist unverzüglich die Ent- scheiduug des Obermilitärbefehlshabers einzuholen. Mit der kaiserlichen Verordnung dieser allerhöchsten Order ist die Grundlage geschaffen, daß alle auf Grund ,des Belagerung^- zustandes ergehenden Anordnungen der Militärbefehlshaber nur in Übereinstimmung mit den zuständigen zivilen Ver» waltuiigsbehörden ergeben können, und daß sie letzten Endes unter die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers gestellt werden. Ein Ermächtigungsgesetz für die . Übergangswirtschaft. Dem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes über die Er» mächtigung des Bundesrats zu lvirtfchvftlichen Maßnahmen für die Übergangswirtschaft zur Beschlußfassung zugegangen. Der Entwurf lautet: § 1. Der Bundesrat wird ermächtigt, diejenigen gesetzlichen Maßnahmen anzuordnen, welche sich zur Regelung des Über- ganges von der Kriegswirtschaft in die Friedenswirtschaft (Übergangswirtschaft) als notwendig erweisen. Diese Maßnahmen sind dem Reichstag bei seinem nächsten Zusammen- tritte zur Kenntnis zu bringen und auf sein Verlangen aus» zuHeben. § 2. Vor dem Erlasse grundlegender Anordnungen für die Übergangswirtschaft auf Grund des § 1 ist die Zustimmung eines aus fünfzehn Mitgliedern bestehenden Ausschusses ein» zuholen, den der Reichstag aus seinen Mitgliedern wählt. § 3. Dieses Gesetz tritt außer Kraft, sobald die Übergangs- Wirtschaft als beendet angesehen werden kann. Wann dies der Fall ist, wird durch Kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrats bestimmt. Berlin, 16. Okt. Für die nächste Sitzung des Reichstages ist ein Antrag eingegangen, der dem Reichskanzler das Ver- trauen des Reichstages ausspricht. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute, daß der Abgeord» nete Konrad Haußmann mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Staatssekretärs betraut ist. Er ist also der vierte Staatssekretär ohne Ressort. Ferner die Ernennung des Abg. Dr. David zum Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, die Betrauung des Abg. Giesberts mit der Wahrnehmung der Ge- schäfte des Unterstaatssekretärs im Reichsarbeitsamt und des Abgeordneten Schmidt von der Sozialdemokratie mit der». Wahrnehmung der Geschäfte eines Unterstaatssekretärs im Kriegsernährungsamt, aus welchem der bisherige Unterstaats- sekretär Dr. Müller ins Reichswirtschastsamt übertritt. TU. Berlin, 16. Okt. Die gestrigen Fraktionsberatungen^ haben ergeben, daß die Mehrheitsparteicn geschlossen auf der. Forderung bestehen, die parlamentarische Regierunasforin umgehend verfassungsrechtlich festzulegen. Berlin, 16. Okt. Am heutigen Nachmittage veranstalteten die unabhängigen Sozialdemokraten eine Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude. Zunächst hatten sich ungefähr 766 Per- sonen eingefunden, welche von der Polizei ohne Waffengewalt zerstreut wurden. Später gelang es einer größeren Anzahl von Kundgebern, die sich noch durch den Zuzug von Neugieri- gen verstärkten, durch das Brandenburger Tor in die Straß« Unter den Linden einzudringen. Sie gelangten unter Johlen und Schreien bis zur Charlottenstraße, fco sie von der Schlitz- Mannschaft mit der blanken Waffe zerstreut wurden. ES fanden im ganzen drei Festnahmen statt. (WÄ.) Berlin, 16. Okt. In einigen Fabriken Großberlins, so schreibt der „Vorwärts", sprechen manche Leute von einer neuen Re- gierung Haase-Ledebour als von einem kommenden Ereignis. Haase-Ledebour wäre für sie ungefähr die deutsche Uberset- zung von Trotzki-Lenin. Die Regierung Haase-Ledebour soll die Diktatur des Proletarias verkörpern, die auf der Herr- schaft der Arbeiterräte gegündet sein soll. Kennten die Phan- tasten das russische Vorbild, so würden wahrscheinlich auch sie nicht glauben, auf diesem Wege etwas für das zukünftige Glück des Volkes erreichen zu können. Ob der Bolschewismus je dazu kommen wird, das russische Volk glücklich zu machen, ist noch sehr die Frage. Wir appellieren an die Einsicht und das Ge- wissen der Genossen, die in Jahrzehnten des Klassenkampfes geschult sind. Törichte Streiche machen wir nicht mit. (W.T.B.) Amtliche Tagesberichte. W.T.B. Berlin, 1k. Okt., abends. (Amtlich.) Nordwestlich von Rosselare, am Selle-Abschnitt bei Haussy, zwischen Aire und Maas und auf dem Ostufer der Maas sind feindliche Angriffe gescheitert Die von französischen Flüchtlingen angefüllte Stadt Tenain liegt unter dauerndem Feuer schwerer englischer Artillerie. Der Feind beschoß gestern die von uns während des Krieges sorgsam geschonte Wallfahrtsstätte von Liesse. W.T.B. Wien, 15. Okt. Amtlich wird verlautbart: Auf dem Sasso Rosso vereitelten unsere Sicherungstruppen einen italienischen Borstoß. In Serbien und Albanien vollziehen sich unsere Bewegungen und Maßnahmen ohne Einwirkung des Gegners. Der Chef des Generalstabes. Weitere Nachrichte«. Schwierigkeiten der Ententetruppen. Basel, 17. Okt. (Privattel.? Der „Basler Anzeiger" schreibt heute: Es ist Marschall Foch bis heute nicht gelungen, ein Loch in die deutsche Front zu reißen und so ein größeres Stück französischen Bodens mit einem Male zu befreien; er muß um jede Handbreit erst blutig ringen. Das, worauf es ihm ankommen müßte, wenn er die militärische Entscheidung wirk- lich erzwingen will, die Störung des methodische»» deutschen Jtüdv-rfcS, ist ihm versagt grblicfieti und die Schwierigkeit. »Wse» Ai«l Ali erreichen, wind sich — vorausgesetzt, daß der Wnere Holt her deutschen Armee sich bedvährt, woran übri- ^,is i.icht zu zweifeln ist — jetzt eher wiÄder mehren. statt ^bzuiieh'.nen. Die deutsche WinkÄstellung in Frankreich !be- «innt sich min langsam zur geraden abzuflachen; die deutschen Armeen sinld ini Begriff, sich der SperrkortSlinie der franzö- Aschen Ostgrenze zu nähern, die sich als nicht zu unterschätzende jettive erweisen dürste, (g K.) Berlin, lö. Okt. Auch am 14. Oktober lag die Stndt Douai Wieder unter schwerem Feuer englischer Geschütze. Berlin, 15. Okt. Durch die gestrigen Angriffe der Entente- truppen in Flandern hat die bereits seit einiger Zeit begonnene Massenflucht der Bewohner, namentlich im dichtbevölkerten Belgien, eine außerordentliche Verstärkung erfahren. Das ist gt die ijjt Bereich des Fernfeuers der Entente liegenden ädte wie Thourout, Thielt, Kortrijk sowie Lille und Boubaix fcerstänMich, greift aber auch in die weiter zurückliegenden Gr- biete in erschreckender Weise über. Die nach vielen Tausenden Döhlen den Flüchtlingsströme fluten gegen Osten. Wenn auch «lleS geschieht, um das Los dieser von Haus und Hof ver- jriebenen Belgier, die auf von Wasser durchweichten Strotzen, Mit dem Notdürftigsten versehen, iveite Wegstrecken zu Futz in Sandigen Etappen zurücklegen müssen, zu erleichtern, so be- dingen doch die für eine derartige Massenflucht nicht zu schaf- senden Verkehrsmittel und die Verpflegung der aus den bis- fcrigen Organisationsrahmen Herausgerissenen ein unge- heu res Elend. Ähnlich sind die Verhältnisse in Nordfrankreich. Kon den vernichteten Werten der bereits Vertriebenen abge- sehen, gestaltet sich der Augenblick für das Schicksal aller, die «och flüchten zu müssen glauben, überaus besorgniserregend. Franzosen und Belgier nach Holland. Haag, 17. Okt.' (Eigene Drahtmeldung.) Der holländische Befehlshaber von Brabant hatte mit dem deutschen Komman- bauten von Antwerpen eine Unterredung. Es wurde besprochen, daß 100 000 Flüchtlinge aus Nordfrankreich und Belgien nach Holland gebracht werden sollen. Die Vorbereitungen wurden be- xeits getroffen. (SB. Ldsz.) Berlin, 17. Okt. Einer Depesche des „Bl. L." aus Genf zu- solge meldet „Proletaire", datz die französischen Arbeitcrver- bände grotze Kundgebungen dagegen vorbereiten, datz Wilsons Kriedensabsicht durch die Ententeregierung vereitelt werde. Basel, 16. Okt. Die „Reue Korrespondenz" berichtet aus Luxemburg: Die Luxemburger Abgeordnetenkammer und die Regierung haben beim Präsidenten Wilson das Ersuchen ge- pellt, zuguneen Luxemburgs einzugleisen und die Räumung feines Gebiets durch die deutschen Truppen zu fordern. (Frkf. ßt«-). W .T.B. Budapest, 16. Okt. Der König empfing gestern mittag den Ministerpräsidenten Wekerle in Audienz und teilte ihm "mit, datz er die von ihm überreichte Demission des Kabinetts nicht annehme, >weil dieses sein volles Vertrauen besitze. Wien, 16. Okt. Ministerpräsident Freiherr von Hussarek Hai für heute abend die Führer sämtlicher parlamentarischen Par- teien zu eine Konferenz einberufen. (W.B.) * Ein Anschlag auf Ministerpräsident Tisza. Als am 16. Okt. nach Sitzungsschluß des ungarischen Abgeordnetenhauses Graf Tisza das Haus verließ und das Auto besteigen wollte, näherte jpch ein halbwüchsiger Junge dem Kraftwagen mit einem Re- bolver in der Hand. Der Chauffeur bemerkte das Heran- nahen und schlug dem Burschen ins Gesicht. Dieser taumelte ' zurück und ließ den Revolver fallen. Er konnte lt. Ung. K-B. keinen Schutz abgeben und wurde von Polizeibeamten festge- nommen. London, 16. Okt. Reuter erfährt, datz Tschitscherin der Frei- lassung der britischen Beamten in Rußland zugestimmt habe. (W .B.) Kiew, 16. Okt. Zeitungsmeldungen zufolge überreichte der Vorsitzende der russischen Friedensdelegation Manuilski der ukrainischen Regierung eine Note der russischen Sovjetregie- rung mit der Forderung der Bestrafung aller an den letzten Ver- Haftungen und Haussuchungen bei den Be tretern der russischen Regierung beteiligten Personen. (W.B.) * Ein Gerücht. Die vor einigen Tagen von der Wiener Zeitung ausgegebene Pressemeldung über die Ermordung von 500 deutschen Offizieren durch Tschecho-Slowaken in Kasan ist bisher in keiner Weise bestätigt worden. Sofort, nach Auf- tauchen dieses Gerüchtes haben lt. W.T.-B. die zuständigen amtlichen Stellen alle nötigen und möglichen Ermittelungen in die Wege geleitet. Sobald das Ergebnis vorliegt, Wied es ver- ösfentlicht werden. Die Richtigkeit der Meldung muß auch deshalb bezweifelt werden, weil, soweit hier bekannt ist, zu der gegebenen Zeit sich in Kasan überhaupt keine deutschen Offi- ziere befunden haben. Auch die von Ostsibirien Ende Mai ab- transportierten Offiziere sind, soweit hier bekannt geworden ist, nicht über TomSk hinaus gelangt. Srosskerzogtum Waden. Karlsruhe, 17. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Großherzog einpfing heute vormittag den Staatsmi inster Dr. Freiherrn von Bodman zu kurzem Vortrag. Nvchinittags folgten die Vor- träge des Geheimerats Dr. Freiherrn von Babo und des Geheimen Legationsrats Dr. Seyb. ** Der Staatsmmister hat die Mitglieder >der Präsidien ter beiden Kammern der Landstände unld die I. Vor- sttzeicken der Fraktionen der Zweiten Kammer zu einer Besprechung über die derzeitige Lage auf Samstag, den J9. Oktober 1918, nach Karlsruhe eingeladen. ** Merkblatt über die neue Weinsteuer. Die Zoll- und Steueridirsktion hat ein Merkblatt über die Wein- steuer hemusgegeiben. Darin sind übersichtlich die Vor- schriften dargestellt, die jedermann wissen sollte, der mit der neuen Reichsweinsteuer zu tun-hat. W?r ein Wein- steuerbuch führen muß, findet in den Anlagen zum Merk- dlatt Mustereinträge. Die Bezirkssteuerstellen werden, soweit ihr Vorrat reicht, den Beteiligten Mdrucke zu- stellen. Auch können Abdrucke durch die G. Braunsche Hosvuchdruckerei in Karlsruhe belogen werden. Illbtalbahn. Wir machen auf sut-, scher Kunst, getragen von einer starken Welle deutscher Kultur. Ostini eröffnet Ginblicke in das Schaffen des Malers Julius Hüther, die von gar eignem: Reize sind; die beigsgebenen ein- und mehrfarbigen Wiedergaben der Werke dieser starken KünstlerpersöMichkeit bekunden ein Hindrängen zur monumen- talen Maleroi. Emil Orliks feine Radierungen lassen er- kennen, wie die Einflüsse Ostasiens von einem einheimischen Künstler aufgenommen und selbständig verarbeitet worden sind. Einen Meister der Baukunst grüßt man gern in E in a- nuel v. Sei dl. Seine AauAniodelle umschwebt ein Zug echter Größe, der zeitenlos ist, weil er rein und frei bleibt von allem Modewefen rasch vergänglicher Tage. Lucian Bernharb-Berlin gibt in seinen Jnnenräumen viel liebevoll Durchdachtes, dabei oft mit einer gewissen großen Geste. WienLZ Keramik und Wiener Kunstgewerbe, das letztere durch Enrmtz Zwehbrück und ihre Schule vertreten, führen zum immer anregenden Kunstschaffen der Donaustadt. So gibt das Heft (mit seinen über 100 großen Abbildungen, Einzelpreis 3 M.), auf die drei BrennpurÄte München. Berlin uifö Wien Hinte ei' send, ein gerade für die heutigen Tage fesselndes Spiegelbild, das von vielen feinen Aussühvunge-n der textlichen Bei- träge wirksam unterstützt wird. Verantwortlich für den Staatsanzeiger und den redaktionellen Teil: Hauptschriftleiter C. Amend in Karlsruhe. Druck und Verlag: (B. Braunsche Hofbuchdruckerei in Karlsruhs I |Fp m | MW mm L| | vi sehr vorteilhaft und bequem im Gebrauch, in fei a Ma 1 I 11 I H b mÄ U1 B&& I i IL I« I I können leicht in Tasche mitgeführt werden. Für junge IfiMdcfien und schwächliche Frauen mit matten Augen, blassem Aussehen, bereichern das Blut, kräftigen Körper und Nerven und machen den Körper widerstandsfähig. Preis M. 3.—, in Apotheken erhältlich. Hoftheater = «sprP' ======== Freitag, den 18. Oktober 1918 (Frtg- 8): „Der arme Heinrich" Anfang 7 Uhr Ende 9.55 Uhr !! Mein stener !! Erlöutttnde %mn\m für Diu (Merkblatts Mit vielen Beispielen u. vier ausgefüllten Musterbogen zu Weinsteuerbüchern über Flaschen- und Faßwein« Inhaltsübersicht: I. Was sollte der MiAM im allgemeinen von ki ReichsweWöiier miffsn ? i. Allgemeines. 2. Welcher Wein ist steuerpflichtig? 3. Wer ist Hersteller von Wein, wer Händler mit Wein, wer ist Verbraucher? 4. Wie hoch ist die Steuer, wer ist sie schuldig? 5. Wann mutz der Wein zur Versteuerung angemeldet werden, wann wird die Steuer fällig? 6. Was ist steuerpflichtiger Wert des Weines? 7. Rechnungszwang. 8. In selchen Fällen ist Wein steuerfrei? 9- Absatzbeschränkung für Weintrauben und Traubenmaische- 10- Bezug von Wein aus dem Auslände- Ii. Was muß insbesondre wissen n.Verbraucher, 12. der Hersteller von Wein, der Händler mit Wein, 13- der Winzer lWeinbergbesitzer), 14. der Wirt, der Weinkleinverkäufer, 15- der Apotheker. 16- Badische Zollausschlußgebiete. III. WWMttkllllg. — MWsMe «eröogen Preis 50 Pfennig. ©erlag dn E. MunWn in Karlsruhe Aeu eröffnet inmitten der Stadt Nebenstelle zum Ankauf von Altpapier jeder Art (für Einstampfen wird garantiert). Alle Sorten Flaschen, ebenso Bruchglas, Fensterschnittscherben, halbweiß und weiß, alles zu höchsten Preisen. Die Ware wird auf Wunsch abgeholt. S. Nachmann, Karlsruhe Hauptgeschäft: Mühlburg, Sedanstr. 15. ' Filiale: Durlach, Pfinzstr. 23. Nebenstelle: Zirkel 25 a, Ecke Ritterstratze. Telephon 2509. f.560.123. Sitzungssaal des Ständehauses, Rittersfrasse 22 Samstag, den ly. Oktober 1918, nachmittags 4 Uhr: Dr.löUsr VORTRÄGE Prot Briten* Leiter der Ersatzstoff- £HSküberTExtiIstoffE Leiter des Deutschen F orschungsinstituts für Textil Stoffe, Karlsruhe. Verbesserungen in der Papiergarn-Industrie :: Notwendigkeit der Versorgung mit Papiergarnerzeugnissen :: Verwendungsmöglichkeiten / Vorführung von Stoffen und Lichtbildern / Ausstellung von Bedarfsgegenständen aus Papiergarn Die Vorträge sind veranstaltet auf Anregung der Reichsbekleidungsstelle in Berlin» durch das Deutsche Forschungsinstitut für Textilstoffe in Karlsruhe Fintpitt fpoil Kartell für reservierte Plätze in der Hofmusikalien- Uin-fni-ff frail L/lllll III HCl. handlung Fr« Doertp Karlsruhe, Kaiserstraße 159 GlUlllll II öl. »urgerliöje WlsHez« L ßttMe MttstüiWL U.687.21. Mannheim. Die Ehefrau des Schuhmachers Anton Reinhart, Theresia geb. Zehe, zu Mannheim — Prozeßbevollmächtigt.: Rechtsanwalt Dr. Reis in Mannheim — klagt gegen den Ehe- mann, zuletzt Musketier bei der 199. Jnf.-Div., auf Schei- dung-der