Donnerstag, den 9. Januar 191S 162. Jahrgang -L» Expedition: Karlfriedrich- StraßeNr.14 Fernsprecher: Nr- 923 und 954 Postscheckkonto Karlsruhe Nr- 3515. KarlsniherZeitung Badischer Staatsanzeiger Verantwortlich: Hauplschrist- lriter C- > m « n d. Druck und Verlag: S. Braunsche Hofduch- druckerei, beide in Karlsruhe. VrsuaSprei«: viertekjährlich 4 7» 4t: durch die Post in, Gebiete der deutschen Postverwaltung. Vridsträgergebühr eingerechnet. 4 »r ^ — Einzelnummer t<) H — «nzeigengebühr: die 7 mal gespalten« Preitzeile »der deren Rau« iS zrizüglich SO V» Teueruugszuschlag. Briest und Gelder frei. Bei Wiederholungen tarissestcr Rabatt, der als Kassenrabatt gilt und verweigert »erden kann» wenn nicht binnen vier nach Er-ivfan- der Rechnung Zahlung erfolgt. Bei Klageerhebun«, zwangsweiser Beitreibung und Konkursverfahren fällt der Rabatt fort. Erfüllungsort Karlsruhe. — Im Kalle von höherer Gewalt. Streif, Sperre. PnSkverrii«^ aschineiibruch, Betriebsstörung Im eigenen Betriebe »der tu denen unserer Lieferanten hat der Inserent keine «usprnche, fall« dir Zeitung verspätet, in beschränktem Umfang« oder nicht erscheint. — Kür wlephoniiibk Ädbestellim, von Anzeigen wird keine Gewähr übernommen. — Unverlangt« Drucksachen und Manuskripte werden nicht zurückgegebcn und c« wird keinerlei Verpflichtung zu irgendwelcher Vergütung übernommen. * Worn Gage. Das Mickrigste. Di- L-beusrrtittelverkorgung d«rch Amerika. * DaS Nieder!. Pressebüro Rado meldet aus Washington, daß die Budgetkommission des Repräsentantenhauses dem Ersuchen des Präsidenten Wilson auf Zuweisung von 10« Millio- «en Dollars für das Hilfswerk in Europa für ave Länder, mit Ausnahme von Deutschland, stattgegeben habe. Die Vorlage wurde gestern im Repräsentantenhause eingebracht. * Die Münch. N. N. melden aus Basel: Die amerikanische Lebensmittelkommission hat, wie wir von unterrichteter Geste vernehmen, nach dem ihr von ihren in Deutschland weilenden Vertretern zugegangenen Bericht eingewilligt, die Versorgung der deutschen Bevölkerung nach folgenden Gesichtspunkten und unter folgenden Bedingungen zu unternehmen: Mit den Lieferungen soll begonnen werden, wenn es die Notlage dringend erfordert, jedenfalls aber sogleich nach Abschluß des Präliminarfriedens. Es sollen zu diesem Zwecke in den an Deutschland grenzenden neutralen Ländern große Lebeusmittrllager errichtet werden. In Deutschland selbst werden Stapellagrr eröffnet, die in ihrer Mehrzahl entlang der neutralen Zone liegen, damit die dort lagernden Vorräte im Falle irgendwelcher Gefährdung rasch zurückgezogen oder beschützt werden können. Die Versorgung erfolgt auf ein bis drei Monate. Sie geschieht nach Gemeinden und Bezirke, und zwar werde« nur solche Bezirke versorgt, deren Leitung in gesetzmäßiger Weise gewählt oder konstituiert ist und eine sichere Gewähr für Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung verbürgen. Die Lieferung wird sich in einer Höhe halten, die bei entsprechender Rationierung eine ausreichende Ernährung sicherstellt. Die Ausführung der MaffenMstauds- dedinguugen. * Aus dem vom 31. Dezember 1918 datierten Befehl zur Demobilmachung, der von unserer Reichsregierung und twm Kriegsministerium unterzeichnet ist, ist die Bestimmung besonders hervorzuheben, daß als Tag des Befehls zur allgemeine» Demobilmachung der 1«. Januar gilt und weiter, daß die zum Einjährig-Freiwilligendienst Berechtigten wie die anderen Angehörigen der Jahrgänge behandelt werden. Der Agentur „Havas" zufolge sagt »Echo de Paris" bezüglich der Übergabe der Zeppeline gemäß den Waffenstillstandsbedingungen. daß diese durch ihr eigenes Personal nach Frankreich und England geführt werden. Der ..Matin" schreibt, daß von Deutschland 122 U-Boote abgeliefert wurden. Es müßten noch ungefähr KV U-Boote «bgeliefert werden. Die letzte Gruppe bestehe aus den aus ^em Mittelmeer zurückgekehrten Einheiten. Gin Aufruf der Reichsregleruug. * Die Reichsregierung hat folgenden Aufruf erlassen: „Kameraden! Deutschland ist in schwerer Gefahr. Wäh. eend wir an dem Aufbau unserer inneren Freiheiten arbeiten, ist die Freiheit unserer Landsleute im Osten, aus dem täglich erschütternde Hilferufe zu uns gelangen, von außen be- droht. Noch ein paar Tage ohne energische Abwehr und wir müssen befürchten, daß wettere Gebiete im Osten dem polnischen Imperialismus zum Opfer fallen, der unter Bruch von besetz und Landesfrieden die schwersten Stunden der deut- yen Republik mißbraucht. Regierung und Volk protestieren gegen diesen Versuch vor dem Friedens schloß die Welt vor fertige Tatsachen zu stellen. Wir haben die Wilsonschen Punkte als Grundlagen für den künftigen Frieden angenommen und werden, sie gewissenhaft halten. Kameraden! Proteste allein nütze« nichts. Me ersetzen die Nahrungsmittel nicht, die uns gesperrt werden. Sie schaffen die Kohle nicht, ohne die unser Wirtschaftsleben zu- gründe geht. Sie bringen uns das Ansehen nicht zurück, das uns verloren geht. Sie helfen den Kameraden in den Lstpro- »inzen zu keinem ungestörten Abzug. Wehren wir Uns! Mel- wt Euch freiwillig zur Schutztruppe! Auf jedem Bezirkskommando werden Meldungen entgegen, genommen und auch die günstigen Bedingungen mitgeteilt, un. ter denen die Anwerbung von Freiwilligen erfolgt. Wir wollen Euch in keinen neuen Krieg führen. Ihr sollt das weitere Bordringen von Landesfriedensbrrchrru anfhalten. Ihr sollt das Überrumpeln wehrloser Städte und Dörfer verhindern. Ihr sollt es unmöglich machen, daß Fremde nach -Deutschland wje in ein wehrloses Haus eindringen und fich festsetzen. Ihr sollt, Ihr republikanischen Wehrmänner, die Errungenschaften der Revolution sicherstellen uiü> die im Innern geschaffenen neuen Einrichtungen verteidigen. Noch jede Revolution, die franzö- fisch« und die russische, haben unter Len Fahnen ihrer neuen Ideale Freiwilligenarmeen aus der Erde gestampft. Folgt dem Aufruf der deutschen Republik. Sie kann ohne Eure Hilfe ihre Ziele nicht erreichen. Zeigt, daß die Republik den Milita- riSmus getötet hat, aber nicht die freiwillige Schutzberettschaft freien Bürger. Die Republik ruft Euch. Sie sorgt für Euch, aber sie braucht Euch auch. Freiwillige vor! Die Reichsregierung: Ebert, Scheidemann, Landsbexg^Roske, Wissel." Karlsruhe, 9. Januar. (Zur Lage in Berlin.) Wie sich aus den Berliner Meldungen ergibt, beginnt dieStellungderReichsregierungim Kampfe gegen den Anarchismus sich langsam zu festigen. Die Lage hat sich für die Reichsregierung im Laufe des gestrigen Tages ganz entschieden gebessert. Die Regis- rungstruppen haben erfreulicherweise eine ganze Reihe von Erfolgen errungen. Während die Reichsregierung noch am 7. Januar auf dem Standpunkte beharrte, daß Gewalt nur zur Abwehr von Gewalt anzuwenden sei, und daß man von der Waffe keinen Gebrauch zum Angriff machen dürfe, scheint sie sich jetzt endlich eines Besseren besonnen zu haben und entschlossen zu fein, mit bewaffneter Hand den Aufruhr für immer zu unterdrücken. In einem Aufruf der Regierung, der vom 9. Januar datiert i-st, heißt es: „Dis Regierung trifft alle notwendigen Maßnahinen, um 4 iese Schreckensherrschaft zu zertrümmern rkttd ihre W i e- derkehr ein fürallemal zu verhindern. Einschneidende Handlungen werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Gewalt kann nur mit Gewalt bekämpft werden. Die Stunde der Abrechnung naht." Wir dürfen aus dieser Kundgebung also entnehmen, daß «in grundlegender Wandel der Anschauungen stattgefunden hat. Allerdings ist es inzwischen auch höchste Zeit geworden. Ermutigt durch die Erfolge der Spartakisten in Berlin, haben die Anhänger dieser Partei auch in anderen Städten des Reiches die Initiative ergriffen un- schwere Ausschreitungen verübt. In Leipzig, Dresden, Halle, Dortmund, Düsseldorf, München, Stuttgart, Mannheim und in Oberschlesien haben die Spartakisten, teils mit Erfolg, teils ohne Erfolg, ihr Schreckensregiment aufzurichten versucht. Sehr bedenklich mutz uns auch die Nachricht stimmen, daß tausend russische Bolsche- wisten in Berlin eingetroffen sind und sich dort in der Uniform deutscher Soldaten aufhalten. Daß der russische Bolschewismus alles daransetze« wird, um mit Hilfe der Spartakusgruppe Deutschland ins tiefste Elend zu stürzen, war ja von vornherein vorauszusehen. Daß es ihm aber gelingen würde, mit derartigen Machtmitteln in Deutschland auf den Plan zu treten, hätten wir nicht ge-* dacht. Wie das Wolfffche Telegraphenbureau zu melden weiß, ist Ludendorff mit Erlaubnis der Reichsregierung nach Deutschland abgereist, um den gegen ihn gerichteten Angriffen persönlich die Stirn bieten zu können. So sehr wir den Entschluß des Generals und die Zuftim- nnmgserdeilung der Reichsregierung sonst begrüßen würden, für so gefährlich halten wir den Schritt im jetzigen Augenblick. Es kommt hier gar nicht in Frage, ob die Angriffe gegen Ludendorsf berechtigt sind oder nicht. Eine Untersuchung darüber wird ja ohnehin stattfinden und dann die nötige Klarheit schaffen. Jetzt haben wir aber andere Dinge zu tun, als die Schuld Ludendorffs festzustellen. Daß «S eine Torheit ist, Ludendorff zum Sündenbock für alle Fehler und Sünden des alten Re- gimes zu machen, haben wir bereits mehrfach an dieser Stelle dargelsgt. Aber man darf nicht vergessen, daß ein sehr großer Teil unseres Volkes von einer außer- ordentlich starken, tief im Gefühl verankerten Abneigung gegen Liesen Mann -erfüllt ist und daß man ihm auch heute noch alles mögliche Schlimme, das heißt vor allem einen etwaigen Versuch zur Wiedereinsetzung der allen Gewalten, zutraut. Derartige Stimmungen darf man heute nicht übersehen. Es ist keineswegs unwahrschein- lich, daß die Nachricht von -er Amvesenheit Ludendorffs auf deutschem Boden der Spartakusgruppe neue Anhänger zuführen wird. Sicherlich werden die Kommunisten sich diese glänzende Gelegen- Heft zur Agitation nicht entgehen lassen und damit dis Stellung der Regierung von neuem erschüttern. Es wird deshalb Sache der Reichsregierung sein, von vornherein dafür zu sorgen, daß sich Ludendorff bei uns in einer Form aufhält, die jede Möglichkeit eines öffentlichen Hervortretens ausschließt. Es ist bedauerlich, daß wir so weit gekommen find; aber an den Tatsachen läßt sich nun einmal nichts ändern. Wir listen im schwersten Kampfe mit der Seuche des Bolschewismus, und. da ist es unsere Pflicht, alles tzu Venneiden, was uns Liesen Kampf erschweren könnte. X. Die Ereignisse in Wettin. * Die Demonstrationen und Kämpfe in Berlin dauern fort. Die „Bad. Landesztg." berichtet darüber in einem vom Mittwoch datierten Telegramm: In den ersten Morgenstunden versammelten fich in der Sie- gesallee wieder große Mengen von Anhängern des Spartakusbundes. Auch die Unabhängige» beteiligten sich heute an den Kundgebungen. Im Laufe der Nacht sind neuerdings starke Truppenverbäude, dir ans Seiten der Regierung stehen, in Ber- lin eingetroffen. Man nimmt an. daß der heutige Tag eine Wendung der Verhältnisse zugunsten der Regierung herbeifüh- ren wird. Im Laufe der Nacht ist es RegiernngStruppe» gelungen, sich verschiedener, von den SpartakuSleuten besetzten Punkten zu bemächtige«. Sämtliche Frrnbahnhöfe befinden sich in Händen der Regierungstruppen. Der Berühr wickelt sich im großen und ganzen glatt ab. Auch der Stadtbahnver- kehr ist wieder ausgenommen. Dagegen verkehren die Straßenbahnen nicht, jedoch hängt dies nicht mit der politischen Lage zusammen. Es handelt sich lediglich um eine Lahnbewegung. Heute vormittag kam es an verschiedenen Punkten zu Schießereien. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten hatte die Schießerei keine ernste« Folgen. Insgesamt beträgt die Zahl der Toten fett vorgestern 30. Immer noch werden Verwundete eingeliefert. 45 Verwundete wurden eingeliefert. Bei der Besetzung der RrichSdruckerei sind den Spartakusleuten 18 Millianen Banknoten in die Hände gefallen. Im Laufe der Nacht sind eine Reihe örtlicher Zusammenstöße erfolgt. Zahlreiche Häuser der inneren Stadt weisen Spuren von Geschoßeinschlägen aus. Insbesondere die Königgrätzer. straße, Budapester- und Friedrichstraße zeigen Spuren der nacht, lichen Kampfe. Unter den Linden sind fast alle Läden und Lokale geschlossen. In der Nacht gelang es auch den Sparta, kusleuten, sich neuerdmgs des Brandenburger TarS zu bemLH. tigen. In wessen Hand sich dieser umstrittene Punkt gegen- wartig befindet, ist ungewiß. Die wildesten Gerüchte durch. Mwirrnr d,e Stadt bewahrheiten sich jedoch nur zum geringsten Teil Der Bevölkerung hat sich eine beispiellose Nervosität und Erregung bemächtigt- Viele Leute der Umgebung und die in den Vororten wohnen, -haben ih-e Arbeitsstätte nicht aufge. sucht. Über die gestrigen Vermittlungsversuche mit den Unabbängi. gen erfahren wrr noch, daß die Regierung den Standpunkt der- fintt, daß Verhandlung» unmöglich seien, solange die Sparta- kusleute ihre besetzten Punkte nicht geräumt und das Wieder- erscheinen der bürgerlichen Zeitungen ermöglicht hätten Die Unabhängigen schlugen darauf vor, die Regierung solle erklä- ren, daß sie von vornherein die Verhandlungen als null und nichtig ansehen würde, wenn diese nicht zu der Räumung und Wiederherstellung der Preßfreiheit führen sollten. Die Regie, rung lehnt jedoch diese Forderung ab. Zu dem Nachtgefecht in der Gardepionierkaserne erfährt die „Tägliche Rundschau" noch folgende Einzelheiten: Am gestri- ge« Nachmittag gegen !H4 Uhr zogen große Gruppen bewaff. neter revolutionärer Arbeiter nach der Pioaierkaserne und versuchten die Soldaten zu überreden, und ihnen die Kaserne zu ubergeben. Als dies seitens der Pioniere abgelehnt wurde, fuhren die Aufständischen Maschinengewehre auf und beschos- sen die Fenster. Die Pioniere gaben mehrere scharfe Salven ab mrt dem Erfolg, daß die Belagerer sich unter Hinterlassung von Toten und Verwundete» zurückziehen mußte». Später kam ein Parlamentär und forderte im Namen der revolutionären Obleute die Übergabe der Kaserne. Als dies abgelehnt wurde, fuhren die Belagerer zwei Feldgeschütze auf und be- schossen mit diesen fortgesetzt das ausgedehnte Gebäude, Nicht weniger als 12 Volltreffer wurden gezählt. Es kam schließlich zu Waffenstillstandsverhandlungen, wonach die Besatzung die Waffen niederlegte. Die Aufständischen hatten auch bei dem letzten Angriffe mehrere Tote und 29. bis 30 Verwundete. Nach weiteren Blättermeldungen wird die Kabettenanftalt in Groß-Lichterfelde von Spartakusleuten belagert und beschossen. Ferner sind das Gaswerk sowie das Elektrizitäts- und Wasserwerk von den Spartakusleuten besetzt Die Fuukensta- tion von Nauen soll, der „Bad. Pr." zufolge, von SpartakuS- lcuten besetzt worden sein. Me Neichsdruckerei ist von Regierungstruppen wieder znrückerobert worden. Auch am Lehrter Bahnhof kam es im Verlaufe dieser Nacht zu ernsten Kämpfen. Um eine Anzahl Kasernen wurde die ganze Nacht mit Handgranaten, mit Maschinengewehren und Geschützen erbittert gekämpft. Sie sollen heute früh noch im Besitze der Regierungstruppen gewesen sein. Die Zitadelle und das Rathaus in Spandau wurde von den Regierungstruppen zurückerobert. Bewaffnete SpartaknSanhänger haben die Wählerlisten zur deutschen Nationalversammlung in einer Anzahl Berliner Wahlbezirke beschlagnahmt und vernichtet. Die städtischen Behörden hatten jedoch vorsichtigerweise vor einiger Zeit Kopien anfertigen las. sen, so daß die Mühe» ber Spartakisten in dieser Hinsicht umsonst war. Regierungstreue Truppen haben, dem Frkst. G.-A." zufolge, die „Rote Fahne, das Organ des Spartakusbundes besetzt. Di« Spartakusleute hatten sich auf dem Hofe der Druckerei ihres Parteiblattes hinter Papierrollen verbarrikadiert, die mit Maschinengewehren bestückt waren. Nach kurzem Kampfe konnten die Regierungstruppen das Bollwerk nchmen und die Redaktion besetzen. Ferner wurden die Telephonverbindunge« der Spartakusführer abgeschnitte«, ebenso auch die Telephon- verbirckungen Liebknechts und Rosa Luxemburgs. Wie eine lokale Korrespondenz unterm 9. ds. meldet, hat sich die republikanische Soldatenwehr von dem Polizeipräsidenten Eichhorn losgesagt und dor Regierung 14 Kompagnien mit -000 Wann zur Verfügung gestellt. ES Hut eine Versammlung stattgefunden, in der man Eichhorns Vorgehen nicht billigte und beschlossen hat, eine Deputation in die Reichskanzlei zu entsenden. Auch die'Berliner Garnison hat sich unter dem Drucke der zu erwartenden Fronttruppen dazu gewandt, ihre neutrale Stellung aufzugeben und sind auf die Seite der Regierung getreten, Die Regierung hat jetzt lt. W.T.-B. 500 Studenten angewor» den, deren Bewaffnung bereits ftattgcfunden hat. Die einzelnen Studentenkornpagnien «werden von Frontoffizieren geführt. Di« Zahl der Regierungstruppen soll gestern auf 70 bis 80 000 angewachsea sein. Erst nach Zusammenziehung der gesamten Macht ist mit der Entsetzung der vom Spartakus besetzten öffentlichen Gebäude zu rechnen. Das Haupttelegraphen, und das Fernsprechamt find unverändert in den Händen der Regierung. Die Berliner Garnisonen sind vollständig gefechtsbereit. Nach neuerlichen Meldungen soll Hindenburg in Ber. lin sein. Flieger umkreisen die seit einiger Zeit von Spartakusleuten besetzten Gebäude, insbesondere den „Vorwärts". Im Südwesten und im Zentrum der Stadt, besonders im Zeitungsoiertel. waren in der vergangenen Nacht wieder schwere Straßengefechte. Ecke Wichelmstraße und Linden ist eine Flammenwehr aufpostiert, um bei einem etwaigen An- griff der SpartakuSleüte von den Linden aus diese mit Flammen zu bewerfen. Die SpartakuSlrute hatten Hestern versucht, den Lehrter- Bahnhof zu stürmen, wobei sich ein Kampf mit Regierungs- trupven entspann, denen, sich das 4. Garde-Regiment zu Fuß «»geschlossen hatte. Ein einfahrender Fernzug wurde von den Spartakisten daselbst arg zugerichtet. Die Lokomotive und mehrere Wng-n erhielten eine ganze Reihe von Treffern. Der Schlesische Bahnhof ist noch immer in den Händen der Sparta- kuSlcute. Wie verlautet, soll die Absicht besteben, diesen Bahnhof durch Verwendung von Flugzeugen zu säubern. Bei Kämvftn am Anhalter und Potsdamer Bahnhof sollen 25 Personen getötet und 120 verwundet worden sein. Am Mittwoch vormittag tagte im Herrenhaus der Zentralrat mit den Obleuten des Spartakusbundes. Dieser hatte während der Nacht um Verhandlungen mit der Regierung nachgesucht. Diesem Verlangen konnte aber nicht stattgegeben werden, zur.ml man sich ein positives Ergebnis einer nächtlichen Ta» guug nicht versprechen konnte. Wie es heißt, ist die Versorgung der bol,chrwi,tischen Truppen ungenügend; sie haben zwar das Prov.ai.ta.ni in der Küpnickerstraße und die Militärbäckereien im Besitz, doch fehlt es ihnen infolge der Slbsperrung an Fahr, zeugen, um diese Nahrungsmittel abzutransportieren. Wie d-e „Germania" aus angeblich zuverlässiger Quelle erfährt, si.id 1000 russische Bolschewisten in Berlin eingetroffen und haltet. ,.ch dort als deutsche Soldaten uniformiert auf. Die Bolksmarincdivifion hat sich gestern für neutral erklärt. Sie steht weder auf der Seite der Sportakusleute, noch empfindet sie Sympathien für die Regierung. Sie sei daher nicht gswillt, sich an dem nahe bevorstehenden Kampfe zwischen Spartakus und Regierung zu beteiligen, sondern werde, um Leute und Material zu schonen, den Ereignissen teilnahmslos gege»üb::srthen. Am Nachmittag wurden von den Matrosen fünf Geschütze am Markte aufgestellt. Die Matrosen haben, wie sie a»f das Bestimmteste versichern, alle Beziehungen zu Liebknecht und den Unabhängig» abgebrochen, die der bisherige Führer oer Matrosen, Dörnbach, angeknüpft hatte. Dornbach selbst i,r ,eit gestern aus der Division ausgeschieden, er ,st geflüchtet uu- soll von den-Matrosen verhaftet weiden, wenn er angetroffen wird. Die Haltung der Matrosen ist von umso zrHchcr-Bcdeutnng, als sie seit einigen Tagen die Überwachung de- ReichSbank übernommen haben. Die Matrosen- waä« soll entschlossen sein, die Bank gegen jeden Angriff zu schützen, u«n iheen Geschäftsgang sicher zu stellen. , Die Effenbghndirektion teilt mit, daß sich die Elsenbahnen tm Besitz tu, - owsierung besuchen. Das Ae.'halten des Berliner Publikums glossiert ein Mitmp beiter der „Franks. Ztg." in einem Stimmungsbild wie folgt: Ein Kapitel für sich ist das Berliner Publikum. Hat das Er. leben dieser letzten vier Jahre, haben die Ereignisse der letzten vier Wieben die Menschen abgestumpft gegen alle Schrecken» abgesiumost selbst gegen die Gefahr für das eigene Leben? Ist es die ausgepeitschte Leidenschaft, ist es lediglich die Neu- gierde von Gaffern, die wahnwitzige Lust an der Sensation, die die Massen zwingt, dabei zu sein bei dem furchtbaren Ge. sch ien dieser Tage, die Männer und Frauen, Mädchen und halbwüchsige Knaben die Gefahren vergessen läßt und sie hin- eintreibt in den blutigen Tumult? Da hilft kein Warnen und kein Mahnen, kein Zureden und keine Drohung: an den Brennpunkten der Kämpfe drängen sich die Zuschauer Kopf an Kovs und stieben auseinander in wildem Entsetzen, sobald ein Schuß fällt; im nächsten Moment, ehe noch die Toten und Verwundeten vom Platz getragen sind, erscheinen sie wieder auf der LiGsläche. Manch einer der „Schlachtenbummler" hat bereits seine Neugierde mit einer Wunde oder noch schiverer bezahlen müssen. Aber auch diese Warnung hat nichts gefruch. tet. — Merkwürdig auch, wie wenig das Leben in den Straßen von der; Vorgängen beeinflußt ist! Auf dem Wilhelmsplatz, wo im Laufe der letzten Nacht die schwersten Kämpfe stattge- funden haben, wo heute morgen Pflastersteine noch gerötet waren von dem Blute der Gefallenen und Verwundeten, wo soeben Massen anmarschieren zu neuen Kämpfen, walten Straßenkehrer ihres Amtes, als sei nichts geschehen, rollen schwere Lastwagen der gstoßen Betriebe mit Gütern aller Art. huschen flinke Autos und Droschken mit unbeteiligten Passanten dahin und auch der Strahenbahnverkehr, der gestern wiederholt auf längere Zeit unterbrochen werden mußte, ist heute in vol- lem Umfange wieder ausgenommen. Ein merkwürdiges Volk, diese Berliner! Ein Aufruf der Regierung besagt: „Mitbürger! Spartakus kämpft jetzt um die ganze Macht. Die Regierung, die binnen 10 Tagen die freie Entscheidung des Volkes über sei eigenes Schicksal herbeiführen will, soll mit Gewalt gestürzt worden. Dos Volk soll nicht sprechen dür- on. Seine Stimme soll unterdrückt werden. Den Erfolg habt Ihr gesehen. Wo -sparratus herrscht, ist jede persönliche Freiheit und Sicherheit ausgehoben, die Presse unterdrückt, der Ver. kehr lahm gelegt. Teile Berlins sind in Stätten blutigen Kampfes verwandelt. Andere sind schon ohne Wasser und ohne Licht. Ämter werden gestürmt. Die Ernährung der Soldaten und der Zivilbevölkerung wird unterbunden. Die Regierung trifft alle notwendigen Maßnahmen, um diese Schreckensherrschaft zu zertrümmern und ihre Wiederkehr ein für allemal zu verhindern. Einschneidende Handlungen »werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es muh aber gründliche Arbeit getan werden und diese bedarf der Vorbereitung. Habt nur noch kurze Zeit Geduld! Seid zuversichtlich, wie wir eS sind und nehmt Euren Platz entschlossen ein für die, die Euch Freiheit und Qrdnung bringen. Gewalt kann nur mit Gewalt bekämpft werden. Die organisierte Gavnlt des Volkes wird der Unterdrückung und der Anarchie ein Ende Machen. Teilerfolge, die aufgebauscht werden sind nur von vorübergehender Bedeutung. Me Stunde der Abrechnung naht." SpartakiSmus und Bolschewismus im Reich. * LuS Ansprachen in Spandau ist zu schließen, daß die Spar, takisten zu allgemeinen Putsche« in alle« zrShere» Städten des Reiches noch vor dem Zusammentritt -er Nationalversammlung des Reiches schreiten wollen. ^ In einer Reihe von Äädten ist diese Abficht bereits zur Tat geworden, in anderen sucht der Bolschewismus die solchen Putschen günstigen Verbindungen zu sches:n, indem er nach Möglichkeit gegen die Reichsregierung hetzt. So wurde in der gestrigen Vollsitzung des großen A.» und S.-RateS zu Leipzig eine Entschließung angenommen, in der die A.- und S.-Räte Deutschlands ersucht werden, die schleunige Beseitigung der Regierung Ebert-Scheidemann zu fordern. In Dresden kam es gestern zu bolschewistischen Kundgebungen. Rach Schluß einer Versammlung, in welcher der sächsische Liebknecht Rühle einer seiner bekannten Reden vom Stapel gelassen hatte, unternahm die Menge einen Angriff auf das Rathaus, wobei sie eine große Menge Munition erbeutete. In Halle a. S„ wo sich die Spartakuskundgebungen fort- setzten, forderte eine große Menschenmenge« vor dem Geschäftslokale des Soldatenrates die Herausgabe von Waffen, was aber verweigert wurde. Der Zug bewegte sich sodann vor die Reilkaserne, wo er die gleichen Forderungen stellte. Gegen die mit Gewalt eindringende Menge warf ein Feldwebel aus dem Gebäude eine Handgranate, wodurch drei Demonstranten getötet un vier verwundet wurden. In Düsseldorf wurden im Anschluß in eine Versammlung des Spatackusbundes die Redaktionen und Druckereien der „Düsseldorfer Zeitung", des „Düsseldorfer Tageblattes", der „Aisseldorfes Nachrichten" und der „Freien Presse", Organ der MvhrheitSsozialisten, von Anhängern des Spartakusbundes besetzt und am Erscheinen verhindert. Die „Düsseldorfer Nachrichten" wurden gezwungen, das Blatt in veränderten Form unter dem Titel „Rote Fahne vom Niederrhein" unter Weglassung der beanstandeten Artikel und Nachrichten erscheinen zu lassen. . In Dortmund ist die „Westfälische Allgemeine Zeitung" am 7. Jan. abends von Spartakusleuten, am nächsten morgen um 3 Ahr aber, wieder von der Sicherheitswehr ohne ernstlichen Kamps erobert worden. Die Vorgänge in Pose«. * Aus Posen wird unterm 7. Jan. gemeldet: Gestern mittag entstand auf der Flugstativn Lanicka ein Brand, dem eine Mannschaftsbaracke zum Opfer fiel. Auf Anfrage teilte das Gouvernement mit, daß 4 Flugzeuge aus Frankfurt a. d. O. 6 Bombe« auf die Station geworfen hätten, von denen eine in die Kasernements gefallen sei. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Durch diesen durchaus nicht zu billigenden Bombenabwurf sei unter den polnischen Soldaten eine große Erregung entstanden. Durch das Eingreifen der maßgebenden Stellen seien jedoch glücklicherweise Vergeltungsmaßregeln gegen die unschuldige deutsche Bevölkerung verhütet. Zu diesem Vorfall wird weiter gemeldet: Ms Bergeltungsmaßrrgel gegen den von einigen Flugzeugen aus Frankfurt a. O. erfolgten Bombenabwurf wurde gestern di« Internierung des kvmmamdierenden Generals von 'Bock und Polach verfügt. Die Reichsregirru«, ersuchte um die Aushebung der Internierung, da die schwebenden Verhand- lungen dadurch empfindlich gestört würden. Der oberste pol. irische Vollzugsrat gab darauf die Zusicherung, daß die Internierung unverzüglich rückgängig gemacht werde, wenn Garantien gegeben würden, daß deutsche Flieger polnisches Gebiet nicht mit Bomben bewerfen und gewisse internierte und verhaftete Polen freigelassen und in Zukunft ihrer politischen und nationalen Betätigung wegen Nicht interniert oder ver- haftet würden, sowie daß bestimmten anderen Persönlichkeiten die Fahrkarte nach Posen nicht verweigert würde. Der kom- mandierende General befindet sich augenblicklich unter mili. tärischer Bewachung in seiner Wohnung. Abtrennung von der Provinz Posen. * Der deutsche VolkSkat «WeftpolenS, die gesetzlich gewählte Vertretung der großen Wahlkreise Posens hat, wie ausMeseritz gemeldet wird, erklärt, daß vom 15. Januar 1919 ab die Kreise Schwerin, Birnbaum, Meseritz, Neutomischel und Bomst zur Provinz Brandenburg» die Kreise Fraustadt, Liffa und Rabitsch znr Provinz Schlesien gehören. Der Kreis Filebne hat sich am Samstag der Gruppe Westposen angeschlossen und tritt ebenfalls zur Provinz Brandenburg über. Rückkehr Ludendorffs nach Deutschland. * General Ludendorff hielt sich bisher im Einvernehmen mit der Regierung in Stockholm bei seinem Schwager auf. Infolge der in letzter Zeit gegen ihn gerichteten Angriffe hat er sich veranlaßt gesehen, die Regierung um die Erlaubnis zur Rückkehr nach Deutschland zu bitten. Nachdem diese Erlaubnis erteilt wurde, ist Ludendorsf sofort nach Deutschland abgereist, wo er sich gegenwärtig bereits aufhält (Frkf. Gen.-Anz.) Verschiebung der Finanzministerkonferrnz. * Me Zusammenkunft der bundesstaatlichen Finanzminister im Reichsschatzamt, die am 10. Januar stattfinden sollte, ist nach einer Meldung aus Berlin wegen der gegenwärigen unsicheren Lage auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der amerikanische Vorschlag über den Völkerbund. * Daily Mail meldet: Der amerikanische Vorschlag über die Bölkerliga, der von der britischen Regierung angenommen wurde, besagt in seinen Hauptgrundsätzen folgendes: 1. Der Völkerbund wird sein« Arbeitsorganisativ« in einem kleinen Lande wie Belgien oder Holland haben. 2. Jede Nation wird einen Botschafter dorthin entsenden, der gleichzeitig Mitglied des Kabinetts seines Landes ist und -er der gleichen Partei angehört, die die Regierung bilde. 3. Die Botschafter werden einen ständigen Amtssitz haben und stets im Einvernehmen mit ihrer Regierung Vorgehen. 4. Es soll ferner ein BölkergrrichtShof geschaffen werden, der den Völkern unterstellt, aber von diesen getrennt ist. 5. Im Falle eines Konfliktes zwischen zwei Nationen kann der Streitfall drei verschiedenen Gerichtshöfen unterbreitet werden: n) Die beiden Nationen können sich in gegenseitigem Einverständnis an den obersten Gerichtshof einer jeden an ihrem Konflikt nicht beteiligten Nation wenden, d) Sie können den Völkerbundgerichtshof anrufen c) Ein Streitfall kann dem Gerichtshof der Völker vorgetragen werden, e) Im Falle der Weigerung irgend einer Nation, sich an irgend einen dieser Lnei Gerichtshöfe zu wenden, sollen die streitenden Nationen gezwungen werden, je einen Schiedsrichter zu wählen. Me so ernannten beiden Schiedsrichter werden einen dritten bezeichnen. Wenn beide Schiedsrichter über die Wahl eines dritten sich incht einige» !ö»»en, wird der »ö>er»chrshos oe Völkerliga einen solchen ernennen. 7. Wenn endlich die beiden in Konflikt liegenden Rationen das Schiedsgericht nicht annehmen wollen, soll der Völkerbund Machte -dieses Bundes bezeichnen, die den Auftrag erhalte» einen Druck ans die streitenden Nationen auszuüben. Vor der Friedenskonferenz. Me Agence Havas teilt mit: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den Kanzleien der mit Amerika Verbündeten Mächte die Namen der Vertreter Amerikas auf dem Friedenskongresse bekannt gegeben. Es sind außer dem Präsidenten Wilson Oberst House, Laust««, White, früherer Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, und General Bliß. Mit Bezug auf die Veröffentlichungen einiger Zeitungen über die Besetzung des Sekretariats der Friedenskonferenz besagt eine Meldung der Agence Havas, die Mitglieder dieses Sekretariats würden erst auf der Friedenskonferenz selbst gewählt werden. Alle diesbezüglichen Meldungen seien daher erfunden. Me Ausführung der offiziösen Besprechung über den Frieden vor dem 13. Januar 1919 wird durch die Tatsache erläutert, daß Präsident Wilson ans Anraten seines Arztes sich 48 Stunden Erholung gönnen muß. Sein Besuch in Brüssel und in den verwüsteten Gebieten muh verschoben werden. So können zwischen den Vertretern Frankreichs, Groß» britannins, Irlands und der Vereinigten Staaten Borerörto, rnngen stattfinden. Der „Wahlsieg" Lloyd Georges. Zum Wahlergebnis in England wird den „Basler Nachrichten" von neutraler Seite geschrieben: Durch die ganze Welt ging die Nachricht über den gewaltigen Sieg, den Lloyd George und seine Koalition bei den englischen Wahlen davontrugen. Gewannen sie doch 170 von den 700 Sitzen! Diejenigen aber, die das englische Wahlsystem kennen, wollten lieber erst die genauen Ziffern abwarten, bevor sie annahmen, daß wirklich die übergroße Mehrheit des englischen Volkes sich so zugunsten der Koalition ausgesprochen hat. Sie wußten ja, daß das englische Wahlsystem das veraltetste und ungerechteste ist, das man sich denken kann, und häufig Veranlassung gibt, daß ein ganz unrichtiges Bild des Willens der gesamten Wähler wiedergegeben wird. Man hat in England nämlich noch keine Proporzwahlen und das Ergebnis wird nach dem Prinzip der relativen, nicht der absoluten Mehrheit berechnet. Der Kandidat, der also mehr Stimmen erhielt, als seine Gegenkandidaten, wurde gewählt, auch wenn die andern zusammen viel mehr Stimmen erhielten wie ersterer. Stichwahlen kommen nach dem englischen Wahlsystem nicht vor. Es ist klar, daß dieses Systeni für die Koalition Lloyd Georges, die überall in jedem Distrikt mit einem gemeinschaftlichen Kandidaten hervortrat, das günstigste war, während in sehr vielen Distrikten die Oppositionsparteien (Asquithliberale, Arbeiterpartei, Unabhängige, Radikale usw.) jede ihren eigenen Kandidaten aufstellten. So war es möglich, daß die Oppo-, sition oft zusammen die Mehrzahl der Stimmen erhielt, während doch der Lloyd George-Kandidat gewählt wurde, da er «relativ" die meisten Stimmen besaß. Nun drahtet die „Morning Post", die schon oft das enfant terrible der Jingopresse war, eine Angabe der Gesamtzahl der Stimmen, welche jede der beiden Parteien erhielt. Und hieraus geht deutli chhervor, baß der „gewaltige Sieg" der Koalition in Wahrheit .... eine Niederlage warl-Nach der „Morning Post" haben in England (Schottland, Wales und Irland natürlich inbegriffen) 10 756768 Wähler gestimmt. Hiervon sielen 5 142 486 Stimmen auf die Kandidaten der Koalition, während die Oppositionskandidaten 5 612 300 Stimmen erhielten. Die Mehrheit der in England stimmenden Wähler haben somit gegen die Regierung Lloyd George-Bonar La« gestimmt! Trotz der großen parlamentarischen Mehrheit kann man also die Stellung Lloyd Georges nicht gerade stark nennen! Denn die moralische Kraft, daß tatsächlich die Mehrheit der Wähler hinter ihm steht, fehlt hier. Und dies um so mehr, da von den 21 600 000 Stimmberechtigten noch Nicht die Hälfte an den Wahlen teilnahmen und somit Lloyd George mit den 5 100 000 Stimmen, die auf seine Kandidaten fielen, nicht ein Viertel der Anzahl der Stimmberechtigten auf sein Programm vereinigen konnte, ungeachtet aller demagogischen Propaganda und Ausbeutung des Siegesrausches! Wenn die Wahlen nach dem System des Proportionelle» Wahlrechts ftattgcfunden hätten, dann wären, wenn dieselben Wähler gestimmt hätten, die Anzahl der Sitze wie folgt unter die verschiedenen Parteien verteilt worden: Koalition 5142 468 Stimmen 338 Sitze (jetzt 472), Parteien der Opposition: Asquith-Liberale 1 257 460 Stimmen 83 Sitz« (jetzt 38), Arbeiter-Partei 2 457 648 Stimmen 161 Sitze (jetzt 65), Unabh. und Irische Unionisten 587 389 Stimmen 39 Sitz (jetzt 48), Andere Unabhängige 577 056 Stimmen 38 Sitze (jetzt 6), Sinnfeiners 497 522 Stimmen 33 Sitze (jetzt 71), Irisch» Nationalisten 235 225 Stimmen 15 Sitze (jetzt 7), total für d« Opposition 369 Sitze (jetzt 235). Diese englischen Wahlziffern lehren, wie durch ein unrich tiges Wahlsystem ein Parlament zustande kommt, das absolrr verkehrt die wahren Kräfteverhältnisse des Landes wiedergibt Sie mögen auch die Freunde des wahren WilsonfriedenS lehren, daß der moralische Einfluß der englischen Parteien, di» einen Wilsonfriedcn ernstlich anstrcben, und im besonderen der Asquith- und Arbeiterparteien, lange nicht so gering ist, wi» die Anzahl der gewonnenen Parteisessel anzudcutcn scheine» AusstLnde in England. Aus London .wird gemeldet, daß der Streik bei der Dkl,Ist»» Eisenbahngesellschaft sich weiter «uSgebreitet habe und daß da« ganze Personal der Güterabteilung und die Gepäckträger sich mit den 3000 in den Ausstand Getretenen solidarisch erklärten In einer Versammlung des RationalvrrbandeS -er Eisenbahner wurde am 6. Jan. beschlossen; um Mitternacht die Arbeit niederzulegen, wenn die Eisenbahngescllschaft die gestellte» Forderungen nicht annehme. Am Dienstag morgen entstanden im Zusammenhang mb dem Inkrafttreten der 47stündigen Arbeitswoche ernste Uw ruhen in den Schiffsbaubetrieben am Wear-Fluß. Tausend« von Arbeitern weigerten sich, an die Arbeit zu gehen. I» Fall kirg trat heute auch die 47stündige Arbeitswoche in Kraft. Abel da der Zentralverband der Gießer durch den Verband der Av beiter nicht um Rat gefragt worden war, beschlossen die Arbri, ter in ganz Schotland, die Arbeit niederzulcgcn. Die Arbeitet in den Schiffswerften im Tccsdistrikt sind einstimmig gegen di« neue Arbeitszeit. Demohilisicrungskundgebungen i» England. * Die Demobilisierungsfrage ruft unter den englische» Ur laubern und HeimatStruppcn vielfach große Bewegung hervor Am Mittwoch kam es, so meldet Reuter, wieder zu Dcmobil machungskundgcbungcn. Die Mannschaften der Marineflug station Fairlop in Essex demonstrierten und in ShorehaN wurde eine Massenversammlung abgehalten. Urlauber von d« tzatonitisront gingen zur Rührte hall, wo eine^tdordnuna-gewählt »mrde, um mit den Behörden zu verhandeln. In Shorcham wurde mitgeteilt, daß Sir William Robertson, der Kommandeur der Streitkräfte in England, mit Lord Millner über die Demobilisierung verhandelt. Wie jetzt bekannt wird, wird sich die Regierung energisch mit dieser Frage befassen. In Shore- Ham wurde durch einen kommandierenden Offizier mitgeteilt, daß einige Tage Urlaub gewährt werden sollen, um den Soldaten es zu ermöglichen, in die Heimat z« gehen und daß diejenigen» die den Beweis^ erbringen, datz Arbeit auf sie »artet, zu Hause bleiben können, um dort die Demobilmachung abzuwarten. DaS neue Demobilisierungsshstem wird ft» eingerichtet werden, datz diejenigen, die am längsten unter den Waffen waren, zuerst entlasten werden. Einigen Soldaten» die in einem Lastkraftwagen zum Kriegs- mtinisterium fuhren und eine Besprechung mit einem verantwortlichen Beamten forderten, wurde durch den Kommandeur des Bezirks London erklärt, datz unter diesen-Umständen ihre Forderungen nicht berücksichtigt würden. Der General erinnerte die Leute daran, datz der Kriegszustand noch bestehe. Tr Wiste, datz diese Störung nur von einigen wenigen Agitatoren ausgehe. Darauf gingen die Leute wieder in Ruhe Hinaus und fuhren in Lastkraftwagen wieder zum Lager zurück. Der „Nieuwe Rotterdamsche Eoubrant" mdeldet aus London, datz die englische Presse nach den vorgestrigen Kundgebungen der Soldaten in Whitehall den Ernst der Lage einznsehen be- ginne. Eine Drohung der Entente. * Ter A«e»ce Havas zufolg« schreibt „Homme libre", das Blatt i5icmei.ee.rus: Der Oberbefehlshaber erhielt den Auf- trag der fr,in.Haschen Regierung, im Falle der Bildung einer bolschcimitiähen Negierung in Deutschland die weiteren Verhandlungen i.iil der deutschen Waffenstillstandskommission ab- zndrrchcn u.id die asfenstillstandskommission aus den besetzten Gebieten zu entfernen. Tie Hungersnot in Wien. * Nach einer Meldung der „Züricher Post" hält die furchtbare Lrbcrsmlttelnot in Wien an. Nach amtlichen Angaben sterben i -, Wir, täglich 400 bis 500 Personen an Krankheit und Hu:ig»r. — Aus Wie.« wird gemeldet: Die hier weilende amcrikcnttck - Kommission zur Prüfung der Lebensmittrlver- Hältiriffe bar -ime der Reichspost von unterrichteter Seite mit- geteilt wird, ''on den Bildern des Elends und Grauens, die sich ibn'n in den Quartieren darboten, tief erchüttert. Die Aommlsslonkmrtglieder erklärten einmütig, datz nach ihrer Überzeugung die Entente alles tun> werde, um dieser Not ein Ende zu machen. Es werde für rascheste und ausreichende Hilfe Sorge ge'ci ww werden. Die Mitglieder gaben auch ihrer Anerkennung '«der den Heroismus Ausdruck, mit dem die ILie. nrr Bevölkerung die Leiden des Hungers ertrage. Die Brücmdlung des Marschalls von Mackensen. Petit Pir'nen veröffentlicht folgende Einzelheiten über die näheren 'l, ist inde der Verhaftung des Generalfeldmarschalls von Mrcki ns. n: Der internierte Feldmarschall hatte sein Ehrenwort gegeben, datz er nicht Entweichen werde. Am 31. Dezember wurde jedoch bekannt, datz er seine Flucht vorbrreite und datz sein Gepäck schon am 30. Dezember fortgeschickt worden war. Nachdem Oberst Vix die ungarische Regierung vergebens e.sucht hatte, für die Internierung Mackensens Garantien zu g?5en, beschloß er auf eigene Hand vorzugehen. Am 3 Ilhr früh trafen marokkanische Soldaten in Budapest ein und UM 8 Uhr wurde das Schlotz schon militärisch abgesperrt. Generalsel-m. arschall von Mackensen geriet in heftigen Zorn «nd wellte zunächst den Oberst Vix nicht empfangen. Angesichts der entschlossenen Haltung des Obersten gab er schletz- Äch Befehl, ihn vorzulaffen. Oberst Vix teilte mit, er habe die Weisung, die, Anwesenheit des'Generalfeldmarschalls zu konstatieren, nacht an. er seinen Auftrag erfüllt habe, ziehe er sich wieder zurück. Mackensen Protestierte gegen die Verduftung »nd fragte. Werden Sie es verhindern, datz ich mich durch die Türe entfern. ? Der Oberst erwiderte, er habe den Auftrag, ihn zu übe-wachen. Die Wachtposten hatten bestimmte Weisungen erhalten. Im Laufe des Tages schickte Generalfeldmarschall von Mackensen einen heftigen Protest an die ungarische Negierung ab, die ihrerseits bei den Alliierten Verwahrung eiillegw. Die alliierten Armeen erklärten, datz Geue- ralfeldmarschall von Mackensen keine einzige der Übergabe- btdinguugcn .ungehalten habe. Nach einem Zögern gab die ungarische Regierung ihre Einwilligung für die Verbringung des General'udinarschalls nach Neusatz (Njvidek) unter französischer Bedeckung. Um 7 Uhr abends machte Oberst Vix dem FeldmarsclM twn diesem Entschlüsse Mitteilung. Da Gene- ralfeldn'.arschall von Mackensen in die Richtigkeit der ihm vcr- grlegten Befehle Zweifel setzte, wurde ihm eine Friit von 10 Minuten gesetzt, die dann auf sein Ersuchen auf eine Halbe Stunde verlängert wurde. Übernahme der provisorischen Negierung in Litauen durch Polen. * Dem polnischen Pressebüro zufolge richtete die litauische Taryba angesichts der bolschewistischen Gefabr an die polnische Negierung das Ersuchen, nach dem Abzug der deutschen Truppen, spätestens jedoch Mitte Januar, die Provisorische Regierung zu übernehmen. Die polnische Regierung betrachtet sich dementsprechend auch mit einer Humanitären Mission betraut und ernennt eine provisorische Regierungskommission für Litauen. - Diktatur Trotzkis? * Göteborg Handelstidningen meldet aus Bergen, datz dort aus Moskau eingetrofsene Reisende berichten, Trotzki habe Lenin verhaften lassen und sich selbst zum Diktator ausgerwfen. Der Grund zu diesem aufsehendenerergenden Bruch ist angeblich Meinungsverschiedenheit über die bolschewistische Reformarbeit. Lenin erstrebt den Anschluss an die Menschewiki und wollte die Abschaffung des Terrorismus durchführen. Zier schienen es. Das Hohenzollernschloß nach der Revolution. Auf der Stätte ehemaliger kaiserlicher Pracht hat die Revo- mtivn ihr ehernes Siegel gedrückt. Verschwunden ist der «lang der Hoffeste, die sonst um diese Zeit des Jahres began- t>en. Der Monarch weilt flüchtig in der Fremde, das Kaiser- mm gehört der Geschichte an. Sein Schlotz wird von Matrosen verwaltet, in seiner Fassade hasten die Kugelspuren des Bür- ^rkriegs und tiefe Melancholie schwebt über den weiten, irren dunkeln Sälen, durch deren zerbrochene Scheiben zum keil noch -er Wind weht. Das preuhische Finanzministerium, «n jetzt das Schloß untersteht, hatte am letzten Tage des vchres Vertreter der Presse eingeladcn, um über den inner» vistand des Schlosses eine Übersicht vor der Öffentlichkeit n geben.-Trotz der Beschießung vom 24: Dezember sind die B«> schädigungen im Innern, wie wir schon mitreilten, nicht groß. Gestohlen ist dagcgeen mancherlei, und cs wird offenbar noch täglich gesuchten, ichne daß man daran viel ändern kann, Am groteskesten ist der Anblick der im dritten Stockwerk gelegenen. Livreekammern, etwa zehn Räume, voll von Livreen und Kleidungen mannigfachster Art. Ter Besucher watet hier förmlich in herausgerissenen Livreen, Schuhen, Mänteln, Hüten, Jagdkostümen, Kutschermänteln, die den Fußboden, alle Tische und Stühle bedecken. Trotzdem noch alles voll ist von' Schuhen, find hier 800 bis 1000 Paar Schuhe gestohlen worden. Gestohlen »st auch mancherlei aus den persönlichen Wohnräumen des Kaisers und der Kaiserin, die nach der Schlotzplapseite zu lagen. Das Arbeitszimmer Wilhelms II. mit den Marmorbildern im Borsaal mit dem altväterlichen Schreibpult am Fenster, vor dem sich ein Drehstnhl in Form eines Sattels befand, hatte eine ganz persönliche Note. Der große Globus, die zum Teil mit englischen Werken gefüllte Bibliothek, die prunkvollen Wandtapeten in Altgold sprachen von dem Geschmack des Bewohners. Hierhin sind Plünderer anfangs nicht gekommen, doch hat man nachher im Zimmer gepackte Reisekörbe bestohlen. Im Empfangszimmer des Kaisers, das mit Bildern von Pesne geschmückt war, hat man eine Vitrine mit Kunstsachen erbrochen und ausgeplündert. In der Garderobe der Kaiserin ist alles noch in der letzten Zeit geplündert «worden, und es blieben nur Andenken unberührt. Man hat auch im Arbeitszimmer der Kaiserin den Schreibtisch erbrochen unv Briefschaften und Dokumente, wer weiß zu welchem Zwecke herausgenormnen und durchstöbert. Auch das Schlafzimmer der Kaiserin ist äus- geräumt. Charakteristisch ist überhaupt, datz fast alle Betten- im Schlosse — es sind gegen zweihundert — ihrer Matratzen, Decken usw. bercncht sind. Wem die Diebstähle zur Last fallen, ist schwär zu sagen. Die jetzt im Schlosse befindliche Matrosenwache bemüht sich, Ordnung zu halten und Diebstähle zu verhindern. So hat sie eine große Anzahl silberner und goldener Löffel, Orden, Degen, Marschallstäbee und persönliches Eigentum des Kaisers, das schon Plünderern in die Hände gefallen war, diesen wieder abgenommen und in einein besonderen Raume verwahrt. Die Pruiiksäle des Schlosses, der Rittersaal, der Weiße Saal, der Kapitelsaal sind von Pünderern nicht berührt. In der Roten Samtkammer hat man das Gemälde eines französischen Meisters gestohlen. Aus der SWerkammer des Schlosses ist nichts gestohlen. Trotzdem ist es wünschenswert, datz bald gründlich und umfassend und mit Hilfe einer sachkundigen Polizei Ordnung geschasst wirb. (Köln. Ztg.) lehrer der Handelsschule in-Heidelberg Aus dem Bereiche des Ministeriums der Finanzen. — Zoll- und Steuerverwaltuug. — Ernannt: Grenzaufseher Julius Greinrr in Karlsruhe zum Kanzlei, assistenten. Etatmäßig angestellt: ' die Grcnzaussehcr August Hettig in Gailingen, Wilhelm Beck in Gottmadingen, Wilhelm Bögele in Riedheim und Karl Brut, tel in Erzingen . Versetzt: die Dureaugehilfen Paul Fahrner in Freiburg zum Steuer, kommiffär für den Bezirk Staufen und Karl Rettig in Staust» zum Steuerkommiffär für den Bezirk Achern. Enthoben auf Ansuchen:' unter Anerkennung der langjährigen treuen Dienste: di« Steuererheber Emil Hritz in Bellingen und Joseph Grämlich in Scheringen. Gestorben: am 2. Dezember 1918: Steuererheber Matthias Hildebrand in Burgberg am 7. Dezember 1S18: Steuererheber Johann Jos. Fluder in Oberndorf und am 10. November 1918: Steuererheber Max Jos. Wenk II in Rheinweiler. " FahrplanSndrrunge«. Die Fahrpläne folgender Züge haben sich gändert: Personenzug 863 (VV) Mannheim-^Heidelberg: Mannheim, ab 3.40 nachm., Personenzug 0105 Meckesheim—Sinsheim: Mertesheim ab 5.35 vorm., Personenzug 1083 Rheinsheim— Bruchsal: Rheinsheim ab 4.20 nachm., Personenzug 1084 Gra. ben-Neudorf—«Rheinsheim: Graben-Neudorf ab 5.55 nochm^ Personenzug 1512 (IV) Waldkirch—Freiburg: Waldkirch ab 1.00 nachm., Personenzug 1523 Frciburg—Elzach: Freiburg ab 5 OS nachm-, Person enzug 1528 Elzach-Denzlingen: Elzach ab 6.57 nachm., Personenzug 1527 Freiburg—Waldkirch: Freiburg aV 6.45 nachm., Pcrsonenzug 1529 Denzlingen—Elzach: Denzlin. gen ab 8.27 nachm, T. 55 Überlingen—Radolfzell: Überlin. gen ab 5.05 vorm., Personenzug 1 (IV) Beuren-Büßlingen— «singen: Beuren-Büßlingen ab 5.30 vorm., Personenzug 1400 Singen—Konstanz: Singen ab 6.12 vorm. Die Berkehrszeiten dieser Züge sind auf den Stationen zu erfahren und aus den Anshangfahrplänen zu ersehen. ** Einstellung des Betriebs auf der Strecke Darmstadt— Frankfurt (Main). Während der Einstellung des Betriebs für den öffentlichen Verkehr zwischen Darmstadt und Frankfurt (Main) über Langen werden Züge von Darmstadt über Die- ^burg-Oüerroden-S)ffenbach nach Frankfurt (Main) geführt. Zu diesen Zügen werde» zu den direkten Fahrkarten in Darm- stadt Hbf. Umwegskarten für 32 Km. ausgegeben. Bei Abfer. trgung von Gepäck und Expreßgut werden für den Umweg -32 Km. zu der normalen Entfernung zugerechnet. VE. Mannheim, 8. Jan. Wie wir mitgekeilt haben, Haber» am «saMstag Spartaknsleuie einen Angriff ans das Geschäftshaus des Mannheimer Generalanzeigers gemacht. Eine Ver. sammlung der 200 Angestellten des Betriebes nahm daraufhin folgende Entschließung an: Der Gwaltakt, der durch unveranr. Wörtliche Elemente am Samstag abend in dem Geschäftsbaus unseres Betriebes verübt wurde, fordert unseren rarärruen Protest heraus. Wir Gehilfen'und Angestellte, die zum Teil »rohr als 20 Jahre an dieser Stätte tätig sind, erheben Ein. spruch gegen die Absicht, unsere Arbeit zu stören durch Vernich, tung der technischen und kaufmännischen Betriebsmittel Wir stehen geschlossen zusammen, jedem weiteren Vergewaltigung», versuche mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln entgegen, zutreten. Dies an die Adresse derjenigen, die es angeht. Aus öev LcrnöesHcruptstcrüt. LE. Bon der Technischen Hochschule Fridrriciana ist dem Zi. vrlingemeur Emil Gottfried Fischinger in Dresden in Aner. kennuug siner hervorragenden Leistungen, durch die er die Elektrotechnik von der Zeit ihrer ersten Entwicklung bis zum Bäu der ersten hunderttausend Voltanlage in Europa gefördert hat. die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen worden. Zeitschriftcnschau. * Rechtsschutz gegen öffentliche Unsicherheit. Die immer steigende Zunahme von Diebstählen. Raub und Plünderungen hat allgemein ein lebhaftes Gefühl der Unsicherheit hervorgecu. fen, das noch verstärkt wird durch die politische Gesamtlage und die daraus hergeleiteten Befürchtungen. Diese Besorg- nisse stehen im Dttttelpunkt vielfach übertreibender Erürterun- gen. Deshalb sei auf zwei Äußerungen hingewiesen, die ge- rade zur rechten Zeit in dem eben zur Ausgabe gelangenden Januarheft der Deutschen Juristen-Zeitung erscheinen. Zwei hervorragende Juristen erörtern die wirkliche Rechtslage und geben wertvolle Fingerzeige für den Rechtsschutz. Der Senior der Berliner Juristcnfakultät, Prof, von Gierke, untersucht die Haftung für Pliinderungsschäden und stellt die Schaden, ersatzpflicht nicht nur der Täter und ihrer Hintermänner, son. dern auch der Gemeinden für Aufruhrschäden und schließlich » der Behörden und.des Staates fest, sofern diese sich auch nur einer Unterlassung ihrer Aufsichtspflicht schuldig gemacht ha. ben. Die vermögensrechtlichen Sorgen aus Anlaß von Waffenstillstand und Revolution beruhigt Geh. Oberst,muzrat. vortr. Rat im preutz. Finanzministerium Dr. Scbwarz. Er wägt die Vorteile der Aufbewahrung von Vermögeiisstiicken im Hause oder bei Bankinstituten gegen einander ab und führt » die Befürchtungen über die Werte der Kriegsanleihe und an. derer Anlagen, sowie über die Folgen der feindlichen Besetzun. gen auf das richtige Matz zurück. Auch der weitere Inhalt de» Heftes dieses Zentralorganes der deutschen Juristen, in dem u. a. die wichtigen Fragen: Volks- oder gelehrter Richter, die Zukunft der direkten Steuern, das Wahlrecht zur Nationakver- sammlung, der Anschluß Deutsch-Ostcrreichs an Tciilscklcmd, die Möglichkeit einer Auslieferung des früheren deutschen Kaisers und viele andere aktuelle TagcSsragcn von ersten Autoritäten behandelt werden. Lei pklietttvicirixer Metitadiikfei'ung von tteek-oogut erkolgt Ourc:1i8iickiin§ ^ 6 e 8 lrakuli§. lW8.'EMg8Sint, kellli vt I. fMMÄfSöe Si. * Das Eheverbot für Lehrerinnen. Der A.- und S.-Rat von Hamburg-Altona hat mit Gesetzeskraft die Aufhebung des Eheverbots für Lehrerinnen beschlossen. Ablieferung von Heeresgut. Seitens der Entente wird damit gedroht, datz das Reich für das Abhandenkommen und die Verschleuderung von Heeresgut haftbar gemacht werden wird. Die feindliche Presse versteigt sich sogar zu der Behauptung, datz die Regierung absichtlich große Heeresläger von Waffen, Munition und sonstigem Heeresgut aller Art der Plünderung überliefert hätte. Dem mutz mit aller Entschiedenheit durch die Tat entgegengetretcn werden, und deshalb verlangt auch heute wieder das Reichsverwertüngsamt die sofortige Ablieferung von Hceresgut bei den zuständigen Behörden, um dadurch den Frieden zu beschleunigen. Waden. Karlsruhe, 9. Januar. ** Die bisherigen Mitglieder der vorlautsten Volksregierung aus der Partei d^r Unabhängigen Sozialdemokratie, Brümmer und Schwarz, haben gestern ihren Aus- tritt aus der Regierung dieser mit der folgenden schriftlichen Erklärung mitgeteilt: „Nachdem die Wahlen zur badischen Nationalversammlung eine bürgerliche 73 Mehrheit ergeben haben, erachten lvir die Vorbedingungen, die uns am 11. November v. I. zum Eintritt in die Regierung bewogen haben, als nicht mehr gegeben. Wir halten es bei der Zusammensetzung der Nationalversammlung nicht für möglich, daß die Errungenschaften der Revolution gewahrt und, weiter ausgebaut werden. Deshalb müssen wir auch die Vorarbeiten für diese Nationalversammlung ablehnen und erklären somit unseren Austritt aus der Regierung." Die vorläufige Volksregierung hgt die Austrittserklärungen angenommen; das von Herrn Schwarz bisher verwaltete Ministerium für soziale Fürsorge vorläufig aufgehoben und die von diesem besorgten Geschäfte mit dem Ministerium für Übergangswirtschaft vereinigt, und das Ministerium für militärische Angelegenheiten dem Ministerpräsidenten Geitz unterstellt. ** Einige Kommunalverwaltungen Hecken die Abgabe von Beständen der Bekleidungsämter und Bekleibungs-Jnstandsetzungsämter an die Zivilbe- v ö l k er ung erbeten. Die Generalkommandos haben die Kommunen dahin verständigt, datz eine Ausgabe. nicht sofort erfolgen kann, weil in erster Linie die von der Front zurückkehrenden Heeresangehörigen be- rücksichtigt werden müssen, Später wird auch die ' Ausgabe von Bekleidungsstücken an die Zivilbevölkerung durch Vermittelung der Kriegswirtschafts-Aktiengesell- schast, Geschäftsabteilung der Reichsbskleidungsstelle, der nach Möglichkeit militärische Bekleidungsstücke zur Verfügung gestellt werden, erfolgen, wodurch alle Teile Deutschlands gleichmäßig berücksichtigt werden können. Ernennungen, Versetzungen, Zuruhesetzungen er. der etatmäßigen Beamten der Gehaltstarifabteilungen H bis K sowie Ernennungen, Versetzungen re- von uichtetatmäßigen Beamte». Aus dem Bereiche des Ministeriums des Innern — Landesgewerbeamt. — Zugewiesen wurde: GewerbeleHrerkandidat Wilhelm Binnig in Karlsruhe als ^ilfslebrer der Gewerbeickmle in Haslacb i. K. und Staslsanzeiger. D»S Erlösche« der Mandate für den bisherige« Lnndtag «od die Einbrrufnng der verfnffnnsgebentzea badische» Nationalversammlung betr. Die badische vorläufige Volksregierurrg verordnet mit Gesetzeskraft was folgt: 1. Die Mandate der Mitglieder und Abgeordneten der beiden Kammern der Landstände sind erloschen. 2 . Die am 5. Januar 1919 gewählte verfassunggebende Nationalversammlung wird hiermit auf Mittwoch, de» 15. Januar 1918, vormittags 10 Uhr, nach Karlsruhe in das Mändehaus einberufen. 3. Diese Verordnung tritt mit dem Tag der Verbindung kr Kraft. Karlsruhe, den 8. Januar 1919. Badische vorläufige Voksregierung. Der Präsident: Geitz. Der Minister des Inner«: vr. Haas. Der Minister des Auswärtige«: Dietrich. Der Minister für Übergangswirtschaft und Wohnungswesen: Martzloff. Der Minister der Justiz: Maru m. Der Minister des Verkehrs: L. Rückert. Der Minister des Kultus und Unterrichts: Stockinger. Der Minister für Ernährumgswesen: Trunk. Der Minister der Finanzen: vr. W i r t h. Die vorläufige Volksregierung hat unterm 3. Januar d. I. beschlossen, den Registrator Oskar Kasper beim Amtsgericht Weinheim sowie die Justizsekretäre Heinrich Hecker beim Amts» gericht Bruchsal, Jakob Äheffner beim Landgericht Karlsruhe, Oskar Heß beim Landgericht Mannheim und Wilhelm Hauck beim Amtsgericht Heidelberg unter Verleihung des Titels Oberjustizsekretär durch das Gesamtministerium anzustellen. Die badische vorläufige Volksregierung hat den Oberbau. Inspektor Otto Markstahler bei der Generaldirektion der Staats, eisenbahnen zum Vorstand der Bahnbauinspektion 2 in Fr«, bürg ernannt. Die vorläufige Volksregierung — Gesamtministerium — hat unterm 28. Dezember 1918 dem JnspekttonSbeamten des Ver- kehrsministcriums, Oberbauinspettor Christian Schnitzspahn, die Stelle des Vorstandes der Bahnbauinspektion 3 Karlsruhe übertragen. Die vorläufige Volksregierung hat unterm 3. Januar d. I- beschlossen, den OberamtsrvAer Karl Dauth in Offenburg in gleicher Eigenschaft an das Amtsgericht Freiburg zu versetzen. Vom Ministerium der Justiz ist Rechtsanwalt Lorenz Schlecht in St. Blasien, der unter Beibehaltung seiner Zulassung bei dem Landgericht Waldshut auf feine Zulassung bei dem Amtsgericht St. Mafien verzichtet und seinen Wohnsitz nach Waldshut verlegt hat, in der Liste der beim Amtsgericht St. Blasien zugelaffenen Rechtsanwälte gelöscht worden. DaS Ministerium der Justiz hat unterm 16. November 1918 den Justizaktuar Karl Trautweiu beim Notariat Gernsbach zum Amtsgericht Oberkirch verseht. Mit Entschließung des Verkehrsministsriums wurde Bauinspektor Heinrich Fleiner in Heidelberg zur Bahnbauinspektion 2 in Freiburg verfitzt. Mit EntMießung des Ministeriums der Finanzen vom 6. Dezember 1918 wurde Oberfinanzsekretär Karl Wehrle bei der Landeshauptkaffe noch Dürrheim versetzt und mit der Der- fihung der Kassierstelle des Salinenamts daselbst betraut. DaS Ministerium der Finanzen hat unterm 10. und 27. Dezember 1918 die Finanzsekretäre Anton MvSman» und Joseph Seitz in Lahr zur Landeshauptkaffe versetzt. Mit Entschließung des Ministeriums der Finanzen vom 22. Dezember 1918 wurde Kinanzamtmann vr. Armin Wurz beim Domänenamt Emmendingen als zweiter Beamter zum Finanzamt Breiten versetzt. Das Finanzministerium hat unterm 24. Dezember 1918 den Fiuanzamtmann Ludwig Piazol» beim Hauptzollamt Mannheim zur Münzverwaltung verfitzt. Die Zoll- und Steuerdirektion hat den Finanzaffistenten Felix Förster in Rastatt etatmäßig angestellt. Di» Zoll- und Steuerdirektion hat versetzt: unterm 27. November 1918 den Finanzsekvetär Ernst SurzlnS in Schwehin- gen zum Finanzamt Bruchsal, unterm 11. Dezember den Finanzfikretär Hermann Heck- man» in Baden zum Finanzamt Achern, unterm 16. Dezember die Finanzsekretäre Gustav Gerlach in Rastatt zum Hauptsteueramt Mannheim, Wilhelm Barthlott in Singen zur Rechnungsstelle der Zoll- und Steuerdirektion und Joseph Stuß in Karlsruhe zum Hauptsteueramt Singen, unterm 20. Dezember die Finarizsekretäre *Volk in Bruchsal zum Hauptsteueramt Karlsruhe und Karl Auer in Rastatt zum Finanzamt Donaueschingen. Die Versicherung der Riudviehbestände betr. Auf Grund der Axt. 1, 2, 32 und 34 des ViehversicherungSge- fitzes (Ges.- und V.-O.-Bl. S. 881; wurden in der Zeit vom 1. Oktober 1918 bis 31. Dezember 1918 dem Mehverficherungs. verband angeschloffen: Die Ortsviehversicherungsanstalt Weiler (Amt Konstanz). Karlsruhe, den 4. Januar 1919. Minister rum des Innern. Der Ministerialdirektor: Weingärtner. vr. Leutz. Gestorben: am 8. Dezember 1918: Weis, Sylvester, Zollverwalter, i. Mannheim. Die Aufnahme eiuez vierprozrntigen Eisenbahn«»lrhenS betr Die Staatsschulden Verwaltung wird ermächtigt, zur Beschaf fung der Mittel, die der Vollzug des mit Gesetz vom 25. Mär und 6. Juli 1918 (G. u, V.Bl. S. 69 u. 185) genehmigten Vor anschlags der Eifinbahnschuldentilgungskaffe für die Jahre 1918 und 1919 in Anspruch nimnrt, für Rechnung der Eisen, bahnschuldentilgungskaffe ein Staatsanlehen unter filzenden Bedingungen aufzunehme», wobei die Begebung aus der Hand erfolgen darf. 8 i. Für den auszunehmcnden Betrag werden Schuldverschreibungen, eingeteilt in Abschnitte von 10 000, 5000, 2000, 1000. 500 und 200 Mark, ausgegeben, die auf den Inhaber lauten. Statt der Ausreichung von Stücken kann auch Einwägung in Vas Bad. Staatsschuldbuch beantragt werden. 8 2 . Die Schuldverschreibungen werden vom 1. Juli 1919 afl mit 4 vom Hundert für das Jahr verzinst; die Zinsen werden halbjährlich je auf 1, Juli und 1. Januar, erstmals aus 1. Ja- nuar 1920 bezahlt. Da der Zinsenlauf erst am 1. Juli l. Js. beginnt, werden 4 Prozent Stückzinsen vom Zahlungstage bis zum 30. Juni l. Js. gewährt. Den Schuldverschreibungen wer- den zunächst für 10 Jahre Zinsscheine beigegeben nebst einem Erneuerungsschein gegen den nach Ablauf von je 10 Jahren eine weitere Zinsscheinreihe für 10 Jahre samt Erneuerungsschein verabfolgt wird. Wird gegen die Verabfolgung der Zins, scheine an den Inhaber des Erneuerungsscheins rechtzeitig bei der Staatsschuldenverwaltung Widerspruch erhoben, so werde» die Zinsscheine an den Inhaber der Schuldverschreibung abgegeben. 8 3. Dre Schuldverschreibungen sind seitens der Gläubiger un- kündbar und können seitens der Schuldnerin vom 1. Januar 1935 ab nach vorausgegangener dreimonatlicher Kündigung stets im Nennwert eingelöst werden. Die Tilgung erfolgt durch Verwendung der im Staatsvoranschlag hierfür vorgesehenen Mittel. Der Staatsschuldenverwaltung steht es frei, die in einem Jahre zu tilgenden Schuldverschreibungen entweder frei- händig anzukaufen oder durch das Los bestimmen zu lassen und sodann zum Nennwert zurückzubezahlen. Mit Ablauf der Kündigungsfrist hört die Verzinsung der gekündigten Schuldverschreibungen auf. Das Ergebnis der vorgenommenen Ziehung oder im Falle des freihändigen Ankaufs der Betrag der angekauften Schuldverschreibungen wird durch den Reichsanzeiger, den Badischen Staatsanzeiger und durch andere öf- fentliche Blätter in Berlin und Frankfurt a. M. bekannt ge- macht. . 8 4. Die Zinsscheine sowie die zur Heimzahlung bestimmten Schuldverschreibungen werden auf Verfallzeit bei den hierzu verpflichteten Staatskassen, sowie bei den auf den Zinsscheinen genannten Bankhäusern eingelöst. 8 S. Bei der Einlösung der Schuldverschreibungen sind außer die«, sen auch die noch nicht verfallenen Zinsscheine und der Erneuerungsschein zurückzugeben; für die hierbei fehleiiden Zins- scheine wird der entsprechende Betrag-am Kapital abgezogen. Karlsruhe, den 8. Januar 1919. Ministerium der Finanzen. Dr. Wirth. - » » kaeliLclies l.rmcleLllieaiei' In» IknnLentlisns» Lreitax, ttsu 10. Januar 1919 (Lrtg. 15 >: Anfang 7 Ilirr Lutte '/.ID vdr W Eröffnung der baW. MmMrsa in niliing Soeben erschien: 6 uk 6 sm Vegs rum Volkntoat Ssäanken rur Verkalkung Bon vr. Erwin Kitter llllnlllettalnit Preis ^k2.S0 „Die Verfassung muß über den Parteien stehen; sie darf nicht einer allein dienen*, das ist der Grundgedanke, auf dem die Verfassung ruht, die der Verfasser dieser Schrift für das Badnerland entwirft- Eine gemeinverständlich geschriebene Be. gründung und ein Abdruck der bisherigen Ber. sassung begleiten den Entwurf. Aus der Heimat für die Heimat geschrieben, gibt die Schrift weit darüber hinaus auch anderen Bundesstaaten, die sich zu Volksstaaten ausbauen, eine Fülle von politischen und staatsrechtlichen Anregungen. Sie bringt zugleich den Bürgern, die sich über die Grundlagen eines Volksstaats unterrichten wollen, in knappster Form reiche Belehrung. Verlag der E. MilnWll HOWrMrei in Karlsruhe. WnMs-Zmngs-WleiWW. Grundstück: Gemarkung Karlsruhe Lgb.-Nr. 8211: 8 » 96 gm mit Gebäuden, Brilchenstraße 5. Schätzung: 47000 Mi. Versteigerua-stagfahrt: Dienstag, den 11. März 1919, vormittags 9 Uhr, im Notariatsgebäude, Aka- tzermeftraße 8. Z.300.2.1 Mündliche Auskunft gebührenfrei beim Notariat. Karlsruhe, den 7. Januar 1919. Bad. Notariat 6 als Bollstreckungsgericht. Kadisches Landeslheater. Theater in Baden-Baden. Mit Rücksicht auf die Unternehmungen des Kurthea- terS in Baden muß die für Sonntag, den 12. d. M., nachmittags im Lande Stheater in Baden geplante Aufführung der Oper „Undine* von Lortzing unterbleiben. F.815 ÄMllMMhilss 25 Jahre alt, im Verwaltungsdienst, Girund- buch- und Sparkaffenxech- nungswesen durchaus er. fahren, z. Zt. als Kaffen, gehilfe bei städt. Gas- u. Wasserwerk größerer Stadt Mittellxrdens, sucht, gestützt, auf gute Zeugnisse, Stelle als Berwaltungs- oder' Kaflengehilfe evtl, auch als Ratschreiber einer Landgenreinde. Angebote «fit Gehaltsangaben unter F.830 an die Expedi- tion d. „Karlsr. Ztg." -Darlsnr/f äs- iesingelö > j eits vor das Landgericht Mannheim, Kammer l für Handelssachen, in den auf Freitag, 7. März ISIS, vormittags 9H Uhr, bestimmten Termin mit der Aufforderung, einen !bei diesem Gerichte zuge- laffenen Anwalt zu bestel- > len. ; Mannheim, 27. Dez. 1918. Der Gerichtsschreiber des Landgerichts. Lr,eF- n. «»ck Leakraie Ä« r. ck. Lvz^«iKr»zckfi«. /k». Wrrenib eHrtich für jeden Landwirt! Badischer landwirtschaftlicher Taschen- Kalender für 1919 32. Jahrgang Preis geb. 1.60 tzosbuOllükelsi ili KaüMhe. »Wl. NeWW ».Stteitigk Sm-tsbarkeit. Z.301L.1 Mannheim. Die Firma Jmhoff L Stahl in Mannheim, Pro- zeßbevollmächtigter:RechtS- anwalt Dörzbacher in Mannheim, klagt gegen die Antwerpener Llfabrik, Aktiengesellschaft — Drs- gueries L HnillrrieS »n- versoises, sociLte Anonyme — in Antwerpen, Quai Wvllon 7, aus Kauf von Blauholz vom Jahre 1918 mit dem Anträge auf Ver- urteilung der Beklagten zur Zahlung von 15534 M. 30 Pf. nebst SH v. H. Zin- fin aus 1900 M vom 6. Februar 1918, aus 2850 M. vom 8. Februar 1918 und aus 9500 M. vom 12. Februar 1918, ferner 5 v. H. Zinsen aus 1037 M. vom 11. Juli 1918 und aus 248 M. 30 Pf. vom Klagezustellungstage an, durch gegen Mcherheitslei- ftung vorläufig vollstreck, bares Urteil. Die Klägerin ladet die Beklagte zur mündlichen Verhandlung des Rechts- Z.302.2.1 Mannheim. Die Firma Bassermann L Co. in Mannheim, Prozeßbevollmächtigte: Rechtsan- walte vr. Karl Eder und Or. Rudolf Eder in Mannheim, klagt gegen die Firma Crayeres Nonvelles L Fonrs L Chaux d'Har- mignies in Harmignies bei Mons in Belgien aus Grund Schadensersatzes aus einem Lieferungsver- trag vom Juli 1918 mit dem Anträge auf Zahlung von 15119 M. 35 Pf. nebst 5 Prozent Zins seit 30. November 1918 durch gegen Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbares Urteil. Die Klägerin ladet die Geklagte zur mündlichen Verhandlung des Rechts- streits vor die Kammer III für Handelssachen des Landgerichts zu Mannheim auf Donnerstag, 27. März ISIS vormittags SH Uhr, mit der Aufforderung, einen bet dem gedachten Gerichte zugelaffenen An- Walt zu bestellen. Mannheim, 28. Dez. 1918. Gerichtsschreiber des Landgerichts. Z.29S. Fnrtwange«. In den beiden Konkursen s) des Franz Hahn, Gastwirt in Furtwangen, d) dessen Ehefrau Frieda Hahn geb. Scherzinger in Furtwangen, soll die Schlußverteilung erfolgen. Hierzu sind in elfterem Koickurs bei verfügbarem Massevermögen von Mk 7546.80 Mk. 16.46 bevor. rechtigte Forderungen und Mk. 19348L6 nicht bevor, rechtigte Forderungen zu berücksichtigen. In letzterem Konkurs sinh bei verfügbarem Mas. severmögen von 3894.69 Mk. bevorrechtigte Forde- rungen keine und 22743 M. 39 Pf. nicht bevorrech, tigte Forderungen zu berücksichtigen. Die Schlußverzeichnisse liegen bei der Gerichtsschreiberei des Amtsge- gerichts Triberg zur Einsichtnahme offen. Furtwangen, 2. Jan. 1919. Der Konkursverwalter: E. Mayer. Z.203. Stockach. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Rechis- agenten Franz Stephan in Stockach ist, nachdem der in dem Termine vom 28. Oktober 1918 angenommene Zwangsvergleich rechts- ! kräftig bestätigt ist, Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und zur Anhö. rung der Gläubigerversammlung über die Fest, fitzung der Vergütung der Mitglieder des Glä i. bigerausschusses bestimmt auf Montag, 3. Frbr. 1919, vormittags Hl« Uhr. Stockach, 7. Jan. 1919. GerichtSschreiberei des Amtsgerichts. SWeWslM Z.290.3.2.1 Mosbach. Johann Georg Kilian Trunk, Schriftsetzer, gebo- ren am 3. September 1888 in Wenkheim, zurzeit in Basel (Schweiz) wohnhaft, wird zur Hauptverhandlung über die gegen ihn erhobenen Anklage, daß er als Wehrpflichtiger nach öffentlicher Bekanntma. jch^ng einer vom Kaiser für die Zeit eines Krieges erlassenen Anordnung in Widerspruch mit derselben ausgewandert sei, indem er als Landsturmpflichti- chen Verordnung vom 3. Aug. 1914, betr. „die Entlassung* aus der Reichsund Staatsangehörigkeit und die Rückkehr der Deutschen im Auskrnde", und nach Erlassung der Kaiserlichen Verordnung vom IS. Aug. 1914, „den Auf. ruf des Landsturms betr.*» am 11. Oktober 1917 da» Schweizerbürgerrecht des Kantons Basel-Stadt er- warb, die deutsche Staats, angehörigkeit dabei aufgab und so den Willen be. kündete, Nmernd in der Schweiz zu verbleiben. Vergehen nach Z 140 Ziff. 3 Str.G.B., auf Donnerstag, 13 März 1919, ^ vormittags 1V Uhr, ! vor die Strafkammer des i Landgerichts Mosbach mit r der Warnung geladen, daß im Falle eines unentschul. digten Ausbleibens zur Hauptverhandlung geschrit- ten und er auf Grund der in Z 472 Str.P.O. bezeichnten Erklärung verurteilt werden wird. Mosbach, 3 Jan. 1919. Der S taatsanwalt. NrAMe MimtiNGiWii. Die Stelle einer MmörM an unserer Anstalt ist al». bald zu besetzen. Bewer- berinnen, die sich für eine leitende Stellung eignen, in der Krankenpflege erfahren, rüstig und gesund sind, wollen ihre Gesuche mit Lebenslauf und Zeug, nisfin bis zum 1. Februar ds. Js. an die Anstaltsdirektton einreichen. Badi- sche Bewerberinnen werden in erster Linie berück, stchtigt. F.829.2 Die Anfangsvergütung beträgt jährlich 650 M. bei freier Station erster Klasse, dazu die gesetzliche« Teuerungsbezüge. Direktion der badischen Heil- und Pflexeanstatt Jllenau. . , Thema. '