Nr. 216 Samstag, den 15. September 1928 01m Jahrgang Expedition Karl-öriedrrH Straße Rr.14 Fernsprecher: Nr. 953 und 954 Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 3515 Karlsruher Zeitung Badischer Staatsanzeiger Brrantwortlich für oen redaktionellen Zeit und den ^taatsanzeiger: Chefredakteur C. Ainend Karl-ruhe nun Höh« und «in Siebentel Breite. Briefe und Gelder frei. Bei Äiedrr- Br»ua«i'tti8: Mvnallick 3.25 3!M. emschl. Zustellgebühr. — Emzelnummer 10 R»f. — SamStag« 15 Rps. — «nzeigengebühr 11 Rpf. für 1 7.,...t „(w Ai. ►pr o!« fiaffcucol-fltt oil« und verweigert werden kann, «enn nicht bulnen vier Wochen nach Einvsan» der Rechnung Zah ^...Illunqeort Ä-rl-rnde. — Im Falle von höherer Gewalt, Streik, Sperre, Au«,perrung, Liafchmenbruch, Betrieb«ftörung im eigen» Betrieb oder IN denen NN, erer rieferanien, pai der ^niereni lerne nnfprun-e. äcituna verfpütet. in befchrankteni Umfange oder nicht erschein». - Für telephonisch« Abbestellung von Anzeigen wird keine Gewähr übernommen. 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Abbestellung der Zeitung kann nur je bi» 25. auf MonatSschtuß erfolgen. — «-'lagen zur Karlsruher Zeitung, Badischer Staatsanzeigeri ster für Baden Badischer Zentralanzeiger für Beamte, Wissenschaft und Bildung, Badische Kultur und Geschichte, Badisch« W»hlfahrt«blätier. «nitliche Berichte über di« «erhaudllingen des Badischen liandlag« 10 vl» S0d »Us 'JnOnVtOlCytUP — vwmam tu» OVWMMJJ, VHyiiiy»» Geschichte^ Badisch« W»hlfahrt«blätter, «nitliche Berichte über di« BerhaudUingen des Badischen liandlag- «nd e« wird keinerlei Zentralhandelsregister Im die «beinlandrüumung Die weiteren Berhandlnngen Die Tatsache, daß vor der neuen Besprechurig der sechs Mächte, die am morgigen Sonntag in Gens stattfindet, in Berlin und in Paris Kabiiiettssitzungen stattfanden, läßt darauf schließen, daß nunmehr wenigstens konkrete Borentscheidungen zu treffen sind, von denen die Fortführung der Besprechungen abhängt. Daß man in Genf selbst bereits zu feste,t materiellen Abmachungen kommt, liegt wohl außer dem B-reich der Möglichkeit, aber es wäre immerhin möglich, daß man sich über die weitere Prozedur einigt, wenn in Berlin und Paris das Verhandlungsprogramm in allgemeinen Umrissen approbiert würde. Man vermutet, daß der Reichskanzler sich in Genf. nicht darauf beschränken will, die Vorschläge Briands anzuhoren und zu ihnen Stellung zu nehmen, sondern daß er nun seinerseits am Sonntag Vorschläge machen will, für die er sich die Zustimmung des Gesamtkabinetts zu sichern wünscht. Unter dieser Voraussetzung ist der heutigen Kahinettsbera- tung in Berlin besondere Bedeutung beizumeffen. Deutschland und die französischen Wünsch« Über die Bespcechungeil der Vertreter der sechs Mächte in Genf wird in der offiziös unterrichteten Deutschen diplomatisch-politischen-Korrespondenz u. a. ausgeführt: Nachdem von französischer tseite bedauerlicherweise Einzelheiten über die vertraulichen Besprechungen in die Offentlichteil gekommen sind, kann festgestellt werden, daß die französische» Wünsche sich auf eine Erweiterung und einen Ansbau der iin Locarno- Vertrag, d. h. im ätheinpakt, geschaffenen Organisation erstrecken. Es handelt sich dabei um einen französischen Vorschlag zur Schaffung einer Feststellung«- »»d Vergleichskvmmission {Kommission de constatation et de consiliation), deren Charakter, Zusammensetzung und Befugnisse ^natürlich noch einer genauen Prüfung unterliegen müssen. Festzustelle» ist aber jetzt schon, das; eine solche Kommission nur in Frage kommt nach Vollzug der Gcsamtränmnilg des Rheinlandes. Ln die Einzelheiten dieses Projektes ist »och nicht eüigetrcten worden und cS handelt sich für uns vorläufig darum, ob dieser Vorschlag überhaupt eine Plattform abgeben kann. Die französische Presse, die übrigens den Gedanken der Gesamt- riinmung als einer selbstverständlichen Konterpartie zu den französischen Wünschen bisher in keiner Weise Raum gegeben hat, begnügt sich damit, das Projekt als eine Eiurichtuug darzutun. die sich sinngemäß in die Bestimmungen des Art. 4 des Rheinpakres einfügt. Die deutschen Gegenforderungen werden sich neben der Grundbedingung der Gesamträumung aus die Dauer der Wirksamkeit einer solchen Kommission, auf ihre Zusammensetzung und ihre Befugnisse, ferner auf die Frage der beiderseitigen Gebietsteile zu erstrecken haben, für deren Bereich etwaige Beschwerden an diese Kommission zir leiten wären. Der zweite Komplex der bei den Besprechungen aufgetauchten Vorschläge bezieht sich aus die Einsetzung eines Ausschusses finanzieller Sachverständiger zur Prüfung der Reparationsfrage im Rahmen des Dawesplanes. Hiergegen dürften materielle Bedenke» nicht bestehen, zumal auf eine Ber- knüpfung der Frage und derjenigen der Rheinlandräumuug von ier Gegenseite verzichtet wird. Jedenfalls ist gegenüber den ausländischen Presseäußerungen die Tatsache festzuhalten, daß bei der notwendigen Prüfung neben den oberi erwähnten selbstverständlichen Voraussetzungen die Feststellung eine wichtige Rolle spielt, wie sich in bezug auf die Kompetenzen der Feststellungs- und Vergleichskommission überhaupt eine vollkommene Parität Herstellen ließe. Der Reichskanzler an die Deutschnationalen Im Auftrag der deutschuationalen Fraktion hatte Graf Westarp durch das Auswärtige Amt Mitteilen lassen, der Reichskanzler möge vor weiteren Verhandlungen in Genf zwecks Fühlungnahme mit dem Auswärtigen Ausschuß des Reichstages vorübergehend nach Berlin zurückkehren. Die Antwort des Reichskanzlers an die Deutschnationale Volkspartei ist laut „B. T." am Freitag in Berliw eingegangen. Sie besagt, daß bereits vor dem Eintreffen der deutschnationalen Anregung die Besprechung für den kommenden Sonntag festgesetzt worden sei. Die Verabredung könne im deutschen Interesse nicht mehr rückgängig gemacht werden. Der Reichskanzler werde, so wird beigefügt, selbstverständlich dem Auswärtigen Ausschuß zur Verfügung steheil. Der Ministerrat in Paris Der französische Ministerrat am Freitag beschäftigte sich, wie das offizielle Kommunique besagt, mit dem Expose des Außenministers Briand über die Völkerbundstagung und seine Genfer Besprechungen. Der .Hntransigeant" will berichte« können, daß der Ministerrat einmütig Briands Haltung in Genf gebilligt habe. Im Einvernehmen mit dem gesinnten Kabinett habe der Außenminister die Linie fest- gelegt, die er bei den weiteren Unterredungen wegen der Rheinlandräumung innehalten werde. Briand tritt in Bereitung Loucheurs heute Samstag mittag die Rückreise nach Genf an. Aenerika nimm« nicht teil «TB. Washington, 15. Sept. (Tel.) Präsident Coolihge ließ gestern abend verlauten, er glaube, die europäischen Vorschläge d'e Einsetzung von Kommissionen zum Studium der Mög- wkeit der Räumung des noch besetzten deutschen Gebietes leien eine Angelegenheit, an der die Vereinigten Staaten nicht '«lnehmen sollten. Er sei gleichfalls der Ansicht, die Vor- iqiage, die sich mit dem Ziele beschäftigen, die deutschen Re- v.m^?*wnsverpflichtnngen klarer festzusetzen, berührten eben- • em Problem, das außerhalb der allgemeinen Inte reffe« Letzte Nachrichten Zusammentritt des Reichskabiuetts WTB. Berlin, 15. Sept. (Tel.) Das Kabinett ist heute vormittag 11 Uhr zu der angekündigten Besprechung zusammengetreten. Die Wahlen zum dänische» Landttng WTB. Kopenhagen, 15. Sept. (Tel.) Bei den gestrigen Wahlen zum Landting, bei denen es sich um die Neubesetzung der Landtagsmandate handelt, erzielten nach den vorliegenden Resultaten die Sozialdemokraten einen erheblichen Stimmenzuwachs. Es läßt sich jedoch zur Zeit noch nicht übersehen, ob sich die Stimmenverhältnisse im Landtag sehr verändern werden. In Rordschleswig erhielt die deutsch-schleswigsche Partei nach den bisherigen Feststellungen 6719 Stimmen mit 27 Wahlmännern gegen 4656 Stimmen mit 24 Wahlmännern im Fahre 1920. Die Sammlungspartei hat 1013 Stimmen auf sich vereinigt und erhält zwei Wahlmünner. Diese Partei war bei den letzten Wahlen nicht vertreten. Kein Rücktritt »es Botschafters in London WTB. London, 15. Sept. (Tel.) Die Blätter veröffentlichen ein „von maßgebender Seite kommendes Dementi der aus Berlin stammenden Gerüchte", daß der Rücktritt des deutschen Botschafters in London, Dr. Stahmer, bevorstehe. Ein Hilferuf Trotzkts WTB. Paris, 15. Sept. (Tel.) Dem „Matin" wird ans Moskau gemeldet, daß es Trotzki» der in dem Bezirksort Wjernyi zwischen Chinesisch-Turkestan und der Mongolei 200 Kilometer von der nächsten Eisenbahnlinie entfernt sich aushält, kürzlich gelungen sei, dem früheren Botschafter in Paris, Rakowski» der in Astrachan am Kaspischen Meer im Exil lebt, Nachricht zukommen zu lassen. Trotzki bitte seine Freunde um Hilfe und erklärt, die politische Polizei wolle seinen Tod. Man habe ihn gerade mehrere Tage nicht mit Lebensmitteln versorgt und vor einiger Zeit hätten Rotgardisten auS einem Versteck heraus sei» HauS brfchoffen. worauf er und sein Sohn mit Jagdgewehren das Feuer erwidert hätten. Als diese Vorfälle in Moskau bekannt wurden, hätten die Behörden sie zwar nicht dementiert, aber das Attentat als eine Aktion von- isoliert Stehenden hingestellt und die Einleitung einer Untersuchung angekündigt. Am 28. August seien 33 Mitglieder, der Opposition und Freunde Trotzkis verhaftet worden. Tschitscherin in Berlin. Der russische Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, der sich auf einer Urlaubsreife in Deutschland befindet, ist Freitag abend in Berlin eingetroffen. Er hat in der russischen Botschaft Wohnung genommen. Geheimer Obersinanzrat l)r. v. Grimm si.' Das Mitglied des Reichsbankdirektoriums, Geheimer Obersinanzrat Dr. Karl v. Grimm, ist in Berlin im 52. Lebensjahr gestorben. In dem Lohnstreit der deutschen Herrenkonfektion, von der sich etwa 40 000 Arbeitnehmer augenblicklich im Ausstand befinden/sind nach mehreren Wochen neue SchlichtungSverhand- lnngen angestzt worden. Sie finden am Montag, dem 17. d. M., in Weimar statt. Ihre Leitung ist dem Schlichter für Oberschlesien, Negierungsrat Dt. Brichn vom Reichsarbeitsministerium, übertragen worden. Geburtenüberschuß in Frankreich. Aus einer Statistik über die Bevölkerungsbewegung im zweiten Vierteljahr 1927 ergibt sich, daß der Geburtenüberschuß 22 001 betrug. Die Sterbefälle beliefen sich auf 168 436, die Lebendgeburten auf IW 437. Orkankatastrophe in Westindien Ein tropischer Orkan hat in Westindien ungeheuren Schaden verursacht. Da di« Kabel- und Radioverbindungen gestört sind, liegen noch keine vollständigen Berichte vor. Unbestätigten Gerüchten zufolge sind in der Umgegend von San Juan (Porto Rico) etwa 80 Proz. der Häuser zerstört oder beschädigt worden. Die Zahl der Toten ist noch unbestimmt. Auch Nordamerika ist von einem Tornado heimgesucht worden. In Rocksord (Illinois), ist eine Stuhlfabrik eingestürzt. Etwa IW Arbeiter wurden verschüttet. * WTB. New Kork, 15. Sept. (Tel.) Nach Meldungeii aus den vom Tornado heimgesuchten Gegenden wurden in den Staaten Nebraska, Illinois, Süddakota und Wisconsin 43 Personen getötet und viele verletzt. Der Sachschaden wird auf über zwei Millionen Dollars geschätzt. Am heftigsten wütete der Tornado in Illinois, wo 32 Menschen getötet wurden. — Das Kriegsdepartement erhielt gestern abend eine Mitteilung des Gouverneurs von Port, Rico, wonach mehrere tausend Mensche» infolge des Orkans obdachlos geworden find, und die Höhe der notwendigen Unterstützungen aus mehrere Millionen Dollars geschätzt wird. _ der Vereinigten Staaten liege und hauptsächlich eine europäische Frage sei. Nach einer weiteren Meldung deutete Coolidge an, die amerikanische Negierung sei nicht bereit, gegenwärtig über ihren Kurs endgültig zu entscheiden, da sie keine Aufforderung erhalten habe, sich an den bestehenden Pläne« zu beteiligen. Nach Ansicht des Präsidenten würde die Annahme einer solchen Aufforderung von der Form der Bedingungen abhängig sei», unter welchen sie erfolgt. * Lur aussenpolitiscben Lage IV. Auch die beiden letzten Tage haben die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen Frankreich und Deutschland in der Räumnngsfrage nicht vermindert. Briand hat in den Besprechungen ganz bestimmte Vorschläge gemacht, und das Reichskabinett sowohl wie das französische Kabinett werden nunmehr zu ihnen Stellung nehmen. Über die Art dieser Vorschläge ist durch die Pariser Presse das Wesentliche bekannt geworden. Wir sind der Meinung, daß sie sehr wohl eine brauchbare Basis für weitere und erfolgverheißende Verhandlungen darbieten, mag man auch an diesem oder jenem Punkt noch Korrekturen vornehmen. Briand hat sich offenbar prinzipiell zu einer frühzeitigen Räumung des besetzte» Gebiets bereit erklärt. Gleichzeitig bat er jedoch seinerseits zwei Wünsche geäußert, nämlich daß, wenn schon lveiterhin nlit der Jntransigenz Nordamerikas in der Frage der alliierten Schulden zu rechnen ist, in Europa selbst eine Flüssigmachung der Dawes- obligatione» zugunsten Frankreichs unternommen werden soll, und daß ferner eine Institution geschaffen wird, welche die Grenzzone für die Zukunft zu kontrollieren hätte. An sich läßt sich über die beiden Wünsche sehr wohl reden. Und auch der Vorschlag Briands, man möge zwei Kommissionen einsetzen, welche die beiden Fragen in kürzester Frist zu prüfen Hütten, scheint uns akzeptabel zn sein. Wenn überhaupt die Flüssigmachung der Dawesobli- gationen ohne amerikanische Hilfe möglich ist, dann wsid man sich vom deutschen Standpunkt ans dagegen gewiß nicht sträuben. Was den ziveiten Wunsch Briands anlangt, so besieht hier auf deutscher Seite zunächst die Befürchtung, jene Institution zur Äontrollierung der Grenzgebiete könnte einseitig im Sinne einer demütigenden und schädigenden, von Frankreich ausgeübten Kontrolle nur deutschen Gebiets verwertet werden. Dagegen müßteri wir uns aufs entschiedenste verwahren. Wenn auch grundsätzlich gegen die Errichtung einer Kontrollbehörde wenig einzuwenden ist, so muß doch mit allein Nachdruck gefordert iverden, daß sie paritätisch wirkt, also nicht zur Kontrolle des deutschen, sondern auch zur Kontrolle des französischen Grenzgebietes da ist, und sich in der Hauptsache ans neutralen Persönlichkeiten zu- sammensetzt. Natürlich müßten Vertreter der beteiligten Länder, das heißt auch Deutschlands, in dieser Kommission sitzen. Schließlich müßte verlangt werden, daß die Kommission nur dann in Aktion tritt, wenn eine der Grenzmächte solches beantragt. So ganz ungefährlich ist die Sache natürlich auch dann noch immer nicht. Denn es wäre schon denkbar, daß auch eine äußerlich paritätische Kommission sich hinten herum von dem Willen Frankreichs dirigieren läßt und in schikanöser Weise aus'angeblich militärischen Gründen wirtschaftliche Unternehmungen Deutschlands im Grenzgebiet verhindert. Die Affäre Rüsselsheim richtet hier zweifellos eine Warnungstafel aus. Und die für Deutschland außerordentlich beunruhigende Tätigkeit der französischen Wirtschaftsspionage zwingt uns, sehr aus der Hut zu sein. Andererseits soll man auch bei derartigen Verhandlungen Entgegenkommen mit Entgegenkommen erwidern und mit seinem Mißtrauen nicht zu weit gehen. Es wäre doch wirklich ein Resultat, das jedes deutsche Herz höher schlagen ließe, wenn es gelänge, jetzt schon oder in einigen Monaten die Räumung der zweiten und der drittelt Besatzungszone herbeizuführen. Die Zustimmung Frankreichs zn einer solchen vorzeitigen Räumung wäre ja der beste und schlagendste Beweis dafür, daß es auch Frankreich mit der Verständigung Ernst ist, und für uns ein Anlaß, der französischen Politik auf der ganzen Linie mit größerem Vertrauen zu begegnen. Das Getöse in der drutschnationalen Preffe kommt uns also recht übertrieben und unangebracht vor. Wir haben das Vertrauen zu dem jetzt amtierenden Reichskabinett, daß es die Interessen der Nation vollkommen wahren und keiner Abmachung zustimmen wird, die uns — und fei es hinten herum — nckt neuen Beeinträchtigungen unserer Souveränität bedroht. Auch die Deutschnationalen sollten nicht vergessen, daß es der Reichskanz-, ler gerade dieses Kabinetts gewesen ist, welcher in Genf die Anschauungen des deutschen Volkes mit einer Entschiedenheit vorgetragen hat di- maa bisher nicht gewohnt lvar. Dss neue TeppeHn-Lnttscbilk Dir Probefahrt de« „Graf Zeppelin" fite heule abgesagt WTB.Friedrichshafen, lö.Sept. ie weiteren Raten werden nach und nach während der Bau- ,eit vom Vorstand der Gesellschaft eingefordert. Dem Gewinn» anteilscheinbogen wird ein Gutschein für eine kostenlose Berg, und Talfahrt angefügt, so daß allen Ersterwerbungen emer 100-Mark-Aktie außer der noch festzusetzenden Dividende un ersten Betriebsjahr eine Sondervergütung von 3 JM — 3% der gezeichneten Beträge — zukommt. Das Emmendinger Stadttor. Im Beisein von Vertretern des Bezirksamts. Gemeinderats. Bezirksbauamts und des Wasser- und Straßenbauamts hat der Konservator für Baudenkmäler im badischen Land. Ministerialrat vr. Hirsch vom Finanzministerium in Karlsruhe, eine eingehende Besichtigung des baufälligen Emmendinger FuchStores und seiner Umgebung vorgenommen und sich ganz entschieden für die Erhaltung des Tores ausgesprochen. Zur Sicherung der Standfestigkeit sollen durch eine Spezialsirma die entsprechenden Arbeiten ausgeführt werden, wozu Ministerialrat vr. Hirsch einen entspre- chenden staatlichen Zuschuß in Aussicht stellte. Der Bürgerausschuß beschloß demgemäß, das Fuchstor nicht abrersen zu las- sen, sondern es auszubessern. Bolksschausplrl Ltighrim. Die Aufführung der Teltspiele in Otigheim weift nach wie vor starken Besuch auf. Auch am letzten Sonntag war restlos ausverkauft. Der Maharadscha von Tapurtaka und der Maharadscha of Baroda halten von Baden-Baden aus mit Gefolge das Spiel besucht. Auch für die hier letzten diesjährigen Spieltage ist unverminderter Zustrom zu erwarten. Für den 25. September hat der Verband Deutscher Metallarbeiter in Karlsruhe und Umgebung bereits 1200 Plätze belegt. Hrurze.Lscbricbten aus Kaden An der Handelshochschule Mannheim beginnt das Wintersemester am 2. November. Das Vorlesungsverzeichnis ist soeben erschienen und vom Sekretariat der Handelshochschule Mannheim (C 2, 1) gegen Voreinsendung von 30 ,%? erhältlich. Der Vorlesungsplan enthält eine Reihe neuer Borlrsun- grn; Sprachkurse sind vorgesehen für Französisch. Englisch. Italienisch, Spanisch und Russisch, ferner Kurse zur Pflege der deutschen Sprache^ Betreffs der Einzelheiten sei auf das Vorlesungsverzeichnis selbst verwiesen. DZ. Mannheim» 15. Sept. Verschiedene Jnteressentengrup- pen haben sich zu einem Radrennbahnvrrein e. B. zusammengeschlossen zwecks.-Errichtung einer Radrennbahn am Riedbahndamm. Die Finanzierung des Baues gilt als gesichert. DZ. Mannheim. 14. Sept. Heute früh ist im . Alter von 62 Jahren Stadtverordnetervorstand Johann Grnbrr nach kurzer Krankheit gestorben. Ein Schlaganfall hat dem Leben des rührigen Mitbürgers, der sich insbesondere als Obermeister der Mannheimer Schuhmacherinnung goße Verdienste um diesen Handwerkszweig erworben hat. ein Ziel gesetzt. — Herr Gruber gehörte als Mitglied der Deutschen Volkspartei seit 1922 dem Bürgerausschuß an, im Dezember desselben Jahres kam er in den Stadtverordnetenvorstand. * Dnrlach, 14. Sept. Tie alte Markgrafenstadt Durlach sieht in nächster Zeit größeren Festlichkeiten entgegen. Als langjährige Garnisonstadt des Stammbataillons der Train» formationen 14. A.K. erhält sie ein Denkmal für die Gefallenen des Trains und der Sanitätsformationen. Die feierliche Enthüllung ist für Sonntag, den 30. September, vorgesehen, selbstverständlich umrahmt von einer Reihe von Fest» Veranstaltungen. bld. Oppena«, 12. Sept. Die Renchtalbahn, die in Appenweier abzweigt und bis Bad. Peterstal durchgeführt ist, soll jetzt bis Bad Griesbach ausgebaut werden. Mit den Bauarbeiten soll demnächst begonnen werden. Man rechnet damit, daß die Bahn spätestens in anderthalb Jahren den Betrieb aufnehmen kann. Mit der Fortführung der Renchtalbahn wird der Zugang zum Kniebisgebiet erheblich erleichert. Von Bad Griesbach aus könnte man mit der Bahn die Höhe des Kniebis in knapp 2 Stunden erreichen. DZ. Badenweiler, 13 Sept. Hier ist ein Herr aus dem Haag als 19 999. diesjähriger Kurgast angekommen. DZ. Wiesloch, 14. Septz. Nach langem schwerem-Leiden ist in der Heidelberger Klinik Ratschreiber Edwin Kramer gestorben» der 28 Jahre im Dienste unserer Stadt gestanden hat. WTB. Baden-Baden, 14. Sept. Der russische Botschafter l)r. Krrstinski» der sich aus der Rückreise von Kissingen derzeit in Baden-Baden befindet, stattete heute dem Reichsauhenmini- ster Strefemann einen freundschaftlichen Besuch ab. bld. Todtmoos» 14. Sept. Am Sonntagabend wird in Todtmoos die Wallfahrtskirche eingeweiht, die das erstemal im Jahre 1268 und zum letzten Male im Jahre 1628 nach Neu» oder Umbauten eingeweiht wurde. Die Kirche jann somit auf ein 300jähriges Jubiläum zurückblicken. An der Einweihung wird auch der Erzbischof Fritz aus Freiburg teilnehmen. Auch die Anwesenheit des Finanzministers Or. Schmitt ist in.Aus- sicht gestellt. DZ. Jmmendingen» 14. Sept. Wie der Tuttlinger „Grenzbote" berichtet, wird in diesen Tagen beit Tuttlinger Bürgern eine Eingabe betr. die Donauvrrsickerung 'bei Jmmendingen zur Unterschrift vorgelegt und dann an den StaatsgerichtÄhof in Leipzig abgesandt. , In der Eingabe wird auf die uner» träglichen Zustände in dem fast wasserlceren Donaubett in Tuttlingen hingewie-sen und gefordert, daß dieses Bett einen ununterbrochenen Zulauf von Donauwasser erhält. DZ. Freudenstadt» 14. Sept. Das Flugzeug V>571 „Karlsruhe"» das den Dienst auf der Linie Konstanz—Frankfurt a. M. vollzieht, muhte am Donnerstag gegen 11 Uhr infolge ProprllrrbruchS hier notlanden. Die Landung ging glatt von- statten. Die Passagiere, von denen einige kleinere Hautschürfungen erlitten, wurden in Autos teils nach Baden-Baden» teils nach Frankfurt gebracht. DZ. Schaffhausen, 14. Sept. Entsprechend dem gesteigerten Verkehrsbedürfnis soll der Schaffhausener Bahnhof umgebaut werden, und zwar zunächst bei der südlichen Einfahrt, wofür der Voranschlag 1,2 Millionen Franken berechnet. Die Deutsche Reichsbahn wird hierzu 585 000 Franken beisteuern müssen. Für die Vorarbeiten werden sofort 50 000 Franken ausgeworfen. Die eigentlichen Arbeiten beginnen erst im Jahre 1929. Dandel und MUrtsckatt Berliner Devisennotierungen 15 Echt. 1t. Echt. Geld Bnei Geld Betet Amsterdam 100 G. 168.11 168.45 168.03 168.37 Kopenhagen 100 Kr- 111.81 112.03 111.81 112.03 Italien . . 100 L- 21.925 21.965 21.92 21.96 London . . 1 Pfd. 20.335 20.375 20.33 20.37 New Fork . 1 D- 4.1925 4.2005 4.1925 4.2005 Paris . . 100 Fr. 16.365 16.405 16.375 16.415 Schweiz. . 100 Fr. 80.68 80.84 80.67 80.83 Wien 100 Schilling 59.05 59.17 59.05 69.17 Prag - - . 100 Kr. 12.423 12.443 12.422 12.446 tember nzert | m>U S Generalvertretung der IDEAL H. 720. Schreibmaschine Eigene Reparatur-Werkstätte für alle Systeme Darmstadt Tel. J495 fjlz/iegel, tffarfimizkgel. Biberschwänze, Kefilziegel - Föfmziegel-;ailer Art Prächtig nnaturrot oder - en- £btftert,fjr.Festigkett, höchste Frost- u.Wefterbeständigkeit GEBR. VETTER -A-G. PFORZHEIM - MÜHLACKER Zweigniederlassung Karlsruhe, Edelsheimstr. 6, Telephon 7062 Abtlg. Walzenbetriebs Dampfwälzen 8 —20 T. Aufreißer. Abtlg. Straßenbaus 395 Walzasphalt im Heißmischverfahren, ein- und doppelschichtig. 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