'A!r. 283 Samstag, de« 8. Dezember 1933 176. Sahrgang Expedition! «ari-Friedrlll»- kttabk Nr. t« geruwrechei tiu 958 und 954 Jiu|"liil)«Kuiih Karlsruhe 81c. 3515 KarlsruherZeitung Badischer Staatsanzeiger jLezugivieis! Vlvnatlich !i Reicl»«i»rl. — Einzelnummer l0 Reichsviennig. Samttag» 15 ReichZpseiimg. --Anzeigengebühl! l« Reichivkennig für l mm Höhe und ein Siebentel Steile. aärlcfe und fficisei frei. Ski Wiedc«- joiungen wrüieilei Radall, dci als «!»jjenrabatl gilt und verweigert werde» kann, wenn «licht blnnen * Woche» nach Emviang der Rechnung Zahlimg erfolgt Amtlich« Anzeige» lind direkt an die Eelchäftsllelle dei Sarlt« lichci Lellung. Badijchci Slaatianzciger, Larl-Zriedrich-Strabe U. ,u (enden und werde» tu Vereinbarung mit dem Ministerium de« guueni berechnet. Bei «lageerhebung, »waagsweiler Beitreibung und »ontursversahren fälll de, Kabatl sor'. Ersllllungiorl Sarisruhe. - gm Falle von höherer Gewalt, ktreil, Sperre, «uiiverrung, «taichinenbruch, Letriebsstbning im eigenen Betrieb oder w denen unserer Lieferanten, Hai der gnicrcnt kein» «»Wracks fall» dlk Leitung verwStel, In beichränklem Umfange odei nicht «rlcheint. -» Für telephanllch« Abbestellung von Anzeigen wird lerne Cewähi übernommen. Unverlangt« Druckiachen und Manuftrwte werden nicht «urililgcgebe» und e« wird leinerlei Berpslichtung zu irgendwelche« Vergütung übernommen. Abbestellung de« Zeitung kann nu« ie bis »5. aul Monatsichlu» erfolgen. — Beilagen «i» Sarlsruher Zeitung, vadiicher SlaatSanzeig«» Zenttaüiundelslegistci Iii, Baden, Vadijche« Lintlalanzelger für Beamte, WiNenIchaft und Bildung, «adische ltultui und Gewichte, BadlicS« WohlsahrtiblSNer, Amtliche Berichte über dl« Verhandlungen de« Badilchen Landtag». veranlworOick für den «daNioneiie« Zeil uni de» KtaatSanteige» Ihesredakieui ». «menh, Karlsruh« Nie Lage dev Stadt Mannheim Ksbinettssitxung der badischen Regierung Ilm Freitag nachmittag 3 Nhr trat das badische Kabinett piit dem Reichsstatthalter, den zuständigen Referenten der Ministerien, den Vertretern der Handelskammer und des Perkehrsverbandes sowie mit Vertreter» der Stadt Mannheim zusammen, um die wirtschaftliche Lage der Stadt Mannheim zu besprechen und Maßnahmen zur Belebung der Mannheimer Wirtschaft zu erörtern. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Ministerpräsidenten hielt Oberbürgermeister Renninger ein eingehen- bes Referat über die Lage seiner Stadt. Unter Dar- legung zahlreicher Einzelfaktoren umriß er die Schwierig- keiten. mit denen Mannheim heute zu kämpfen hat. Die verfehlte Politik der vergangenen Epoche hat -auch für Mannheim einen katastrophalen Niedergang zur Folge gehabt. Es bedarf ungeheurer Anstrengungen und ein- schneidender Maßnahmen, um wieder gesunde Verhältnisse K,i schaffen- An Hand umfangreichen statistischen Maie- riä's wies Oberbürgermeister Renninger nach, daß Mannheim aus zahlreiche« Gelueten teilweise erheblich unter dem Landesdurchschnitt steht. Die Aufgaben, vor die sich die Stadtverwaltun« gestellt sieht, find außerordentlich schwer. Es ist selbstverständlich, daß alles geschieht, was gescheheil kann, es wird indessen nicht möglich sein, die Probleme z» meistern, wenn nicht die Regierung Hilfe gewährt. Anschließend ergriff Dir. Reuther, Mannheim, als Ver- treter der Mannheimer Wirtschaft und Industrie das Wort. In eingehenden Ausführungen legte er dar, daß seit der politischen Neuordnung in Deutschland in der Wirtschaft eine steigende Tendenz vorhanden sei. Die einzelnen Punkte, die trotzdem heute noch Anlaß zur Sorge bilden, ivurden eingehend erörtert. Dir. Reuther legte dem Kabinett zahlreiche Vorschläge zu positiver Messernng vor- Zum Schluß sprach Dir- Reuther den Wunsch nach tatkräftiger Unterstützung der Reaierung ans und betonte, daß der Fleiß und die Zuverlässigkeit der Mannheimer Bevölkerung jede Nnterstütznng rechtfertigen werde. Ministerpräsident Köhler ging kurz auf einige Punkte iber Ausführungen Dir. Reuthers ein und erteilte dem Vertreter der Mannheimer Kabelindustrie, Dir. Ray» nio-ud, das Wort, der über die Lage seiner Branche referierte. Handelskammerpräsident Dr. Kentrup ergänzte die Ausführungen Dir. Raymonds. Generaldirektor Jäger (Rheinschiffahrt Fendel) referierte über die Lage der Aheinschiffahrt. Dir. Zils (Lanz) machte interessante Ausführungen über die Arbeits- und Marktlage seiner Firma. Nach kurzer Aussprache schloß der Ministerpräsident um L.M Uhr die Sitzung. Paper» dankt Röchling Vizekanzler von Papen hat an Kommerzienrat Her- mann Röchling in Völklingen an der Saar (der frei- gesprochen worden ist) folgendes Telegramm gerichtet: „Ich beglückwünsche Sie und die Mitangeklagten zu dem nur der Gerechtigkeit entsprechenden Urteil der Straf- kammer Saarbrücken. Das deutsche Volk dankt Ihnen und allen Mitkämpfern für den feit Jahren geführten Kampf gegen den jedem menschlichen und internationalen Recht widersprechende« utlmoralischen Zwang einer landfremden Verioaltung, deutsche Kinder in französischen Schulen erziehen zu lassen. Ihre Handlungsweile war nicht nur nicht aufreizend, sondern sie diente durch den Kampf gegen das Unrecht der Herbeiführung des wahren Friedens, um den zwei große Völker sich be- mühen. Möge die Weltöffentlichkeit aus diesem Prozeß erneut erkennen, wie unhaltbar die Verhältnisse in diesem unter landfremder Regierung stehendem Gebiete sind.' Staatssekretär Luber aus der bayerische« Staats- regier«»« ausgeschieden. Der Retchsstatthalter m Bayern, General Ritter v. Epp, hat auf Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Siebert den staatS- sekretär und Leiter der Abteilung Landwirtschaft im bayerischen Staatsministertum für Wirtschaft, Diplom- landwirt Georg Luber, von seinem Amte enthoben. Die deutfch-sranzöfischen Wirtschaftsverhandlunge«, die vor einigen Tagen ausgesetzt worden waren, um der deutschen Delegation die Möglichkeit zu geben, der Reichsregierung die französischen Vorschläge zu unter- breiten, werden, wie Havas ankündigt, im französischen Handelsministerium wieder aufgenommen. Die dennrtic Delegation ist in Paris eingetroffen. 3ius- und Steuersenkungen. Auf dem Verbandstag der Grund- und Hausbesitzervereine in Frankfurt a. M. stellte der Staatssekretär im Reichswirtschaftsminlsterinm, Fe- der, den Grundsatz auf. daß Zinsen und Steuern nur aus dem Ertrag bezahlt werden können. Das dürfe aber kein Freibrief sein für säumige Zahler. Das Problem der Zins- und Steuersenkung werden wir in Angriff neh- wen, Schritt im Schritt. Wir können nicht die Aufgaben von heute auf morgen zusammenpressen. Es werden, wie ich hoffe, schon in absehbarer Zeit Erleichterungen kom- wen. Amtlicher Teil vis Entwicklung des Arbeitsmarktes in, Bereich des Landesarbeitsamts Südwestdentschland im Mo«at November 1983 Eiue Abnahme der Arbeitslose«zahl um 4660 Persoven ist das erfreuliche Ergebnis der Arbeitsschlacht in Württemberg, Baden und Hohenzollern im Monat November. Der Erfolg ist um so höher einzuschätzen, als die unvermeidliche Verschlechterung des Arbeits- markteS in denjenigen Arbeitsamtsbezirken, die infolge ihrer Höhenlage der winterlichen Behinderung der Be- schäftigung in besonderem Maße ausgesetzt sind, durch die fortschreitende Besserung in den andern Bezirken mehr als ausgeglichen wurde. In den 17 ersteren Bezirken ist die Arbeitslosenzahl uiu 2706 Arbeitslose ge- stiegeil, in den 19 letzteren aber um 7366 gesunken. In der berufliche» Gliederung der Arbeitslosigkeit steht einer Zunahme um 2865, die hauptsächlich in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und im Gast- und Schankwirtschastsgewcrbe eingetreten ist, eine Abnahme um 722? in den übrigen Berufen gegenüber. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen, die bei den südwest- deutschen Arbeitsämter» am 30. November 1933 eingetragen waren, betrug 207 602 (159 717 Männer und 47 895 Frauen) gegeu 212 262 (162625 Männer und 49 687 Frauen» am 31. Oktober. In Württemberg und Hohen- zolleru ist die Arbeitslosenzahl von 73 811 ans 72 078 und in Baden von 138 448 auf 135 524 zurückgegangen. Die Inanspruchnahme der Unterstützungseinricht«»- ge» ist in der Arbeitslosenversicherung wegen des Zu- gangs an arbeitslosen Saisonarbeitern um 544 Haupt- Unterstützungsempfänger leicht angestiegen. In der Krisenfürsorge aber ist eine Abnahme um 3157 Haupt- Unterstützungsempfänger zu verzeichnen uiid die öffent- liche Fürsorge wurde ebenfalls um 2831 Wohlfahrt?- erwerbslose entlastet. Der Sta«d an Unterstützten war am 30. November folgender: i« der versicherungsmäßige« Arbeitslosenunterstützung 20 749 Personen (16 287 Männer, 4462 Frauen) i» der Krisenfürsorge (12 849 Personen (49 333 Männer, 13 516 Frauen). Die Gesamtzahl der Hauptünterstütznngsempfäuger betrug 83 598 Personen (65 620 Männer, 17 978 Frauen); davon kamen auf Württemberg 29 248 Personen (23 570 Männer, 5678 Frauen) uild auf Baden 54 350 Personen (42 05«» Männer, 12 300 Frauen). Die Zahl der anerkannte« Wohlfahrtserwerbsloseu betrug nach dem vorläufigen Zählergebnis vom 31. Ok- tober insgesamt 53 083, und zwar 14910 in deit württem- bergischen Arbeitsamtsbezirken und 38173 in den badischen. Letzte Nachrichten Devisenhöchstbeträge im Januar 1934 WTB. Berli«, 9. Dez. (Tel.) Der ReichswirtschaftS- minister hat angeordnet, daß der Grundbetrag der all- gemeinen Genehmigungen für die Wareueiufuhr im Monat Januar 1934 uur bis zur Höhe von 80 Prozent in Anspruch genommen werden darf. Stabilisierung des Dollars gefordert WTB. Washington, 9. Dez. (Tel.) Die National« Fabrikantcnvereinignng. der 560 000 Fabrikanten an- gehören, hat einstimmig beschlossen, den Präsidenten Roosevelt zu bitten, den Dollar auf der Goldbasis zu stabilisieren. Massenverhaftnuge« i» Innsbruck. In den Abendstunden des Donnerstags veranstaltete die Polizei eine umfangreiche Razzia, da fast kein Tag vergeht, an dem nicht in verschiedenen Gegenden der Stadt Papierböller explodieren. Zahlreiche Personen ivurden verhaftet. Sie erhielten ohne weitere Untersuchung oder Begründung 4--6 Mo,täte Arrest und werden in das Konzentrations- Inger Finstermünz eingeliefert werden. Unter den Ver- hafteten befindet sich auch der norwegische Schimeister Birger Rund, der Sieger in den vorjährigen Fis-Wett- rümpfen. Er wirb nationalsozialistischer Betätigung und der Teilnahme an Kundgebungen beschuldigt. Beisetzung Dr. Bleqers. Der am Dienstag in Budapest unerwartet gestorbene Führer der deutsche« Minderheit in Ungarn, Universitätsprofessor Dr. Jakob Bleyer. ist tu Budapest unter großer Beteiligung des gesamte« Tchwa- benvolkes, zahlreicher Vertreter der deutschen Minder- Helten, der Vertretungen verschiedener reichsdentscher und deutsch-ungarischer Verbände, seiner zahlreichen deutschen und ungarischen Freunde und seiner Unioersitätskollegen zu Grabe getragen worden. Die Iung-Jrland-Bewegu »g iManhemden) ist von der Regierun« verboten >m>rdeu. Neue Aufsahen für den ReithswavkomnMav Line Sitzung des Reichskabinetts Das Reichskabinett genehmigte am Freitag einen Er- laß über den Generalinspektor für das deutsche Strafe«- wesen. Danach wird für die Förderung des Baues der Reichsautobahueu und für die Ausgestaltung des Land- stratzennetzes eine oberste Reichsbehörde mit dem Sitz in Berlin errichtet, deren Leiter, der Generalinspektor sür das deutsche Straßenwesen, untersteht dem Herrn Reichs- kanzler. Ferner beschloß das Reichskabinett ein Gesetz über die Beschränkung der Nachbar rechte gegenüber Betrieben, dt« für die Bolksertüchtigung von besonderer Bedeutung sind. Danach wird eine Klage auf Einstellung solcher Betriebe wegen nachteiliger Einwirkungen aus benach- Harte Grundstücke ausgeschlossen Auch die Klage auf Herstellung von Einrichtungen, die die nachteilige»» Einwirkungen mindern, fällt weg. Es handelt sich hierbei um einen besonderen Schutz für Anlagen zur Pflege aller Arten des Sports. Den Hauptinhalt der Beratungen des Reichskabinetts bildete das vom Reichsfinanzministerium vorgelegte zweite Ctefetz zur Aenderung der Reichshaushaltung- Die- ses sieht eine Kodifikation des Haushaltsrechts für LS«» der und Gemeinden durch Uebernahme der Reichshaus» Haltungsordnung durch diese vor. Das Gesetz, das vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht ferner eine Erweite- rung der Befugnisse des Präsidenten des Rechnungshofes vor und ein Einbauen des Reichssparkommissars in den Rechnungshof und in das Reichsfinanzministerium, wo- durch die Einrichtung des Reichsfparkommissars neu be- lebt und rationell gestaltet wird. Die Aufgaben dieser Behörden sollen mit Nachdruck weiterbetrieben werde«. Dem Präsiden:«» des Rechnungshofes wird ein Vize- Präsident beigesellt, der gleichzeitig Präsident der Preußischen Oberrechnungskammer sein soll. Der letzte Punkt der Tagesordnung der Kabinetts- sitzung betraf die Sanierung des Niirburgriuges durch Umwandlung eines Teiles der Forderung von Reich und Preußen an die Nürburgring-G. m. b. H. in Anteile der Gesellschaft, wodurch das Reich und Preußen die aus- schlaHgebenden Gesellschafter werden. Freier Weg zur Hochschule für Minderbemittelte Anläßlich der von maßgebenden Stellen angekündigten Reform des Hochschulstudiums ivird in Kreisen der DAF. darauf hingewiesen, daß der Leiter der Berufs- beratnng ttt der Reichsanstalt, Dr. Handrick, erklärt habe, im nächsten Jahre würde auf Grund eines Ge- setzes nur ei« Teil der Abiturienten zum Studium au den Hochschulen zugetasse» werden. Wenngleich eine Stellungnahme zu der in den Einzel- Heiken noch »«bekannten Reform bisher unmöglich sei, sei doch als entscheidend die Frage zu betrachten, nach welchem Prinzip dieser Numerus clausus durchgeführt werden solle. Es müsse an dem Standpunkt festgehalten werden, daß die weniger begüterte« Bolkskreife, die ihren Kindern aus gelblichen Gründen keine höhere Schulbildung vermitteln konnten, viele auch Wissenschaft- lich leistungsfähige Menschen hervorbringen, denen trov der unverschuldeten mangelnden Vorbildung der Weg zur Hochschule «icht versperrt werden dürfe. Wenn mit dem Bildungsmonopol der Begüterten gebrochen >ver- den solle, daun dürfe die Auslese für das Hochschul- studium nicht die Autodidakten ans materieller Not, die Leistungsfähigen der armen Volksfchichteu ausschalte». Man könne sogar von einer starken Beriicksichtignng der Arveitersöhue bei der Zulassung zum Hochschitl- studium einen wesentlichen Einfluß auf die Gestaltung der deutschen Wirtschaft erwarten, und zwar in der Aich- tnng eines neuen WirklichkeitssiuneS gegenüber lebens- ferner Dialektik. Das Abit«rze»g«is allein solle für die Auslese auch »icht entscheidend sein, sondern min- destens ergänzt oder korrigiert werden durch die Probe eines auf das Abitur folgenden Lager- oder Werkhalb- jahres. Der ehemalige Freikorpssührer Oberleutnant a. D. Roßbach ist zum Inspektor des Ausbildungswesens im Reichsluftschutzbund ernannt worden. Verlängern«« der Preisregel»»g für Monopolware«. Der Verwaltnngsrat der Reichsstelle für Getreide- und Futtermittel beschloß, die am 14. Juli und am 6. Oktober d. I. getroffene Preisregelung für die in das Monopol einbezogenen Waren über den 9. Januar 1934 hinaus bis zum 31. Mai 1934 einschließlich zu verlängern. Es ist hierbei dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates vorbe- halten, für den Fall des Steigens oder Sinkens der Preise für Oelkuchen im freien Berkehr nähere Bestimmungen über die Monopolabgabe zu treffen. Ferner ist der Vorsitzende ermächtigt worden, den Monopolver kaufspreis für Mais, der als Saatgut im Zolltnlani» in den Verkehr gebracht werden soll, festznfetzen, und zwar im allgemeinen auf der Grundlage der voriähri- gen Regelung. Eine Lüge über die Unterstützung ausländischer Nationalsozialisten Bor kurzem hatten die „Berner Tagwacht", sowie das übel berüchtigte Emigrantenblatt „Neue Weltbühne" be- hanptet daß 1300 000 Mark von der NSDAP, an schweizerische Nationalsozialiste« verteilt worden seien. Wie der Reichsschatzmeister der NSDAP, hierzu Partei- amtlich feststellt, ist diese Behauptung frei erfunden, denn niemals sei auch nur ein Pfennig an ausländische Nationalsozialisten gegeben worden. Es bestehe im Ge» genteil seitens der Parteiführung der strikte Befehl an die Parteidienststellen, daß jegliche Unterstützung ausländi- scher Nationalsozialisten oder Faschisten streng verboten sei. Eintritt von Werkabiturienten in den öffentlichen Dienst Ueber 10 500 Werkabiturienten des Jahrganges 1983 haben am Werkhalbjahr teilgenommen. Viele von ihnen haben ihre ursprüngliche Absicht, die Hochschule zu be- suchen, aufgegeben. Wie das BDZ.-Büro meldet, macht der Reichsiuuenmmister in einem Rundschreiben darauf aufmerksam, daß diese jungen Leute durch ihre Teilnahme am Werkhalbjahr eine besonders aufgeschlos- sene Haltung gegenüber den nationalen und sozialisti- schen Aufgaben in Volk und Staat bekundet haben: er hält es deshalb im Einvernehmen mit dem Reichs- arbeitsminister und der Reichsleitung des Arbeitsdien- stes für geboten, sie bei der Bewerbung um Stellen im öffentlichen Dienst bevorzugt zu berücksichtige«: iusbeson- dere sollen sie nicht gegenüber anderen Abiturienten be- nachteiligt werden, weil inzwischen etwa eine Sperre für bestimmte Laufbahnen verfügt worden ist. Oer Dortmunder Mörder gestellt und erschossen Der Mörder des SA.-Mannes Fehlich, der am Frei- tag drei Polizeibeamte schwer verletzt hatte, als sie ilm festnehmen wollten (die erste Meldung sprach irrtümlich davon, einer der Beamten sei erschossen worden), wurde Samstag morgen gegen 6 Uhr bei einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen. Malter war von Hamm nach Dortmund geflüchtet, wo die Polizei feststellte, daß er sich im Vorort Oberesing aufhielt. Das Haus, in dem sich der Mörder versteckt hielt, wurde umstellt nnd Malter aufgespürt. Als die Beamten nahten, eröffnete Malter sofort das Feuer, das von der Polizei erwidert wurde. Nach kurzem Kugelwechsel wurde Malter er- schössen. Im Verlaus des Feuergefechts wurden wieder zwei Kriminalbeamte verletzt. Im • Besitze Malters wurden noch drei Pistolen nnd eine große Menge Mu- nition gefunden. Reichsei»«ahme« u«d -ausgäbe« im Oktober 1938. Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums be- trugen im Oktober 1933 ^Angaben in Millionen NM.) im ordentlichen Haushalt die Einnahmen 611,1 tim Sep- tember 648,7) und die Ausgaben 443,6 (442,8)? mithin er-,, gibt sich für Oktober eine Mehreinnahme von 67,8 (105,9). Für die Monate April bis Oktober ergibt sich eine Mehreinnahme von 172,9. Für beide Haushalte (ordent- licher und außerordentlicher), einschließlich der aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbeträge bzw. Bestände er-^ rechnet sich für Ende Oktober 1933 ein Defizit von 1399,6 (Ende September 1474,7). Das «e»e Wechsel- «»d Scheckrecht. Der Reichsjustiz- minister hat durch Verordnung bestimmt, daß sowohl das neue Wechselgesetz wie das Scheckgesetz mit dem t. April 1934 in Kraft treten, also nicht, wie anfangs geplant, mit dem 1. Januar 1934. Für die mannigfachen bis zum Inkrafttreten der Gesetze noch zu treffenden Vorberei- tnngen hat sich die Frist bis zum 1. Januar als zu kurz erwiesen. Aus dem Scheckgesetz sind die Artikel 37, 33 über den gekreuzten Scheck ausdrücklich vom Jnkrast- treten am 1. April 1934 ausgenommen. Die am Scheck- verkehr überwiegend beteiligten Kreise sind der Aussas- suug, daß ein Bedürfnis für die Einführung des gekrenz- ten Schecks neben dem in Deutschland üblichen Verrech- nungsscheck zur Zeit nicht besteht. Das „Gesetz zur Bekämpfung der Dasselfliege", das die Reichsregierung beschlossen hatte, ist jetzt verkündet worden. Es hat für den Schutz der deutschen Viehwirt- schast und der tierischen Produkte eine hervorragende Bedeutung. Das Gesetz bestimmt u. a., daß, wer Rind- vieh hält, alle während der Monate Februar bis Mai an seinem Viehbestand auftretenden Larven der Dassel- fliege bis spätestens zum 31. Mai zu töten hat. Ein Weidebesitzer darf eigenes oder fremdes Rindvieh auf seine Weide nur einlassen, wenn es frei von Larven der Dasselfliege ist. Nutz- und Zuchtrinder dürfen einem öffentlichen Verkauf, einer öffentlichen Tierschau oder einer öffentlichen Körung nur zugelassen werden, wenn vorher die an ihnen auftretenden Larven der Dassel- fliege getötet worden sind. Die HJ. ist die einzige Jugendbe«»eg«ng. Zwischen dein Führer der DAF. und dem deutschen Jugendführer ist vereinbart worden, baß die HJ. nun auch die Jugend der DAF. umfaßt. Professor Wilhelm Süs t- Nach mehrwöchiger schwerer Krankheit ist in Mannheim im Alter von 72 Jahren Pro- feffor Wilhelm Süs, öer frühere Direktor der Gemälde- galerie im Schloß und der Senior unter den Mannheimer Malern, gestorben. Aus einer alten Düsseldorfer Maler- familie stammend, sein Vater war der bekannte Tier- maler Conrad Gustav Süs, hatte sich Wilhelm Süs zu- nächst bei Eduard ». Gebhardt sein malerisches Rüstzeug geholt, nm dann in Dresden unter Leon Pohle sich Por- trätaufgaben zu widmen. Entscheidend sür seine ganze Kunst wurde die Uebersiedlung nach Bronberg im Tau- nus. Hier, im Umkreis von Hans Thoma. mit dem er aufs innigste befreundet war, gründete er eine keramische Werkstätte. Die Arbeiten stellte er später der Großherzog- lichen Majolika-Manusaktnr in Karlsruhe zur Ver- fügung, die ihn 1901 als ihren Leiter berief. Da ihm die Karlsruher Tätigkeit nicht das zu geben vermochte, was sein künstlerischer Drang suchte, nahm Süs im Frühjahr 1918 die Stellung des Direktors der Mannheimer Ge- mäldegalerie im Schloß an. Alle Konzertunternehmen i« der Reichsmufikkammer. Der Präsident der Reichsmusikkammer, Dr. Richard Strauß, hat bestimmt, daß alle Vereinigungen und Per- fönen, die auf dem Gebiet des Konzertwesens einschließ- lich der Vermittlung tätig sind, zu einem „Reichsverband ; für Konzertwesen" zusammengeschlossen werden. Paul-Boncour sucht sein System zu rechtfertigen Der französische Außenminister Panl-Boncour hat vor der Presse seine in Frankreich selbst stark umstrittene Völkerbuudspolitik ausführlich begründet. Von seinen Erklärungen verdient ein besonders offenherziger Satz festgehalten zu werden: Es sei eine seltsame Verkennung der Wirklichkeit, die Allianzpolitik in einen Gegensatz zur Völkerbundspolitik bringen zu wollen. Beide seien unlöslich miteinander verbunden. Damit bestätigt Paul-Bonconr ausdrücklich die Be- rechtigung der Einwände, die in Deutschland, Italien, England und zahlreichen anderen Ländern gegen die Genfer Verwirklichungen des Völkerbundsgedankens erhoben werden. Die Kriegsblind» i"se Frankreichs mit der Kleinen Entente sind mit dem Geist einer wirklichen Völkergemeinschaft nicht zu vereinbaren. Sie sind aber mit dem gegenwärtigen Völkerbund derart verquickt, daß, wie Paul-Bonconr sagte, sämtliche Ententen neu zu gestalten wären, wenn der Völkerbund fortfallen sollte. Darin liegt Frankreichs Interesse in seiner Auf- rechterhaltung. Mit mehr Geschäftigkeit als innerer Ueberzengung wird nunmehr eine Enropa-Tournee der letzten Prominenten des Völkerbundes, Paul-Bonconr und Dr. Benesch, veranstaltet. Gerade Dr. Benesch, der nach Paris bernsen worden ist, stellt die Personalunion zwischen Völkerbundspolitik und französischer Bündnis- Politik her. Die Ablehnung des Völkerbundes ist aber so allgemein, daß Frankreich allmählich auf diese idea- listische seiner Hegemoniebestrebungen wird verzichten müssen. Am Ende der Trockenheit in USA. Das Alkoholverbot hat in den Vereinigten Staaten 13 Jahre hindurch gedauert. In dieser Zeit hat man die bittere Erfahrung machen müssen, daß dieses Verbot keineswegs ein Segen für das Land gewesen ist. Viele Tausende von Menschen haben durch Alkoholschmuggel das Gesetz verletzt und in unzähligen geheimen Schenken wurde trotz des Verbots Alkohol ausgegeben, der oft von so schlechter Qualität war, daß Zehntausende von Menschen Vergiftungen erlitten, die den Tod zur Folge hatten. Das Statistische Amt der Bundesregierung ver- öffentlich» soeben eine Ausstellung, aus der man ent- nehmen kann, daß in den Jahren von 1920 bis 1933 nicht weniger als über 45 000 Mensch?« auf diese Weise «ms Leben gekommen sind. In den Gefängnissen sitzen gegenwärtig noch 3766 Personen, die wegen Vergehend gegen die Prohibitionsgese^e bestraft wurden. Diese Ziffern sprechen wohl am deutlichsten von der D?mo- ralisierung, die das Alkoholverbot in den Vereinigten Staaten zur Folge hatte. Der südamerikanische Antikriegspakt. Die Regierung von Argentinien hat zugleich auch im Namen der brasi- lianischen Regierung die italienische Regierung gebeten, prinzipiell dem Antikriegsvakt zwischen den südamerika- nischen Staaten, für den sich seinerzeit der argentinische Außenminister zum Sprecher gemacht hatte, zuzustimmen. Die italienische Regierung hat dieser Bitte bereitwillig entsprochen. In der Zeit vom 20. Dezember bis zum 6. Januar gewährt die Deutsche Lusthansa auf allen ihren inner- deutfchen und zwischenstaatlichen Strecken bei aleichzeitiger Lösung des Hin- uttö Rückslugscheines eine Ermäßigung von 50 Prozent auf die Rückfahrt. Dor bekannte Sportflieger Karl Schwabe, der schon ein- mal ans einer kleinen Klemm-Maschine Afrika über- quert hatte, ist am Samsiagvormittag in München zu einem zweiten Flug nach Afiika gestartet. In .Hannover ist der Altmeister der deutschen Fliegerei, Karl Jatho, im Alter von 60 Jahren gestorben. Jatho kann mit Recht als der erste Motorflieger der Welt be- zeichnet werden. Im Lahusen-Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen Carl Lahnsen acht Jahre Gefängnis, gegen Heinz Lahnsen sünf Jahre Gefängnis. Ganz Schlesien liegt unter einer geschlossenen Schnee- decke. Ein neuer Einbruch trockener arktischer Kaltluft- Massen hat neue Frostvcrschärsung gebracht. Samstag morgen meldet Breslau "23 Grad, Sprottau 26 Grad und Hirschberg sowie Groß-Jse> sogar 27 Grad Kälte. An der ostpreußischen Küste herrscht dagegen leichtes Tauwetter, und auch die Schneekoppe meldet nur 11 Grad Kälte. Wie das Tidningarnas Telegrammbnra meldet, ist der berühmte Forschungsreisende Sven Hedin vor einigen Wochen zur Dnrchquerung der Wüste Gobj aufgebrochen, wo er die alten Karawanenstraßen erforschen will. Es ist dies das achtemal, daß Sven Hedin nach Chinesisch- Turkeftau vordringt, aber zum erstenmal in direktem Auftrag der chinesischen Regierung. Die Expeditionsdauer ist auf acht Monate berechnet. Hedin und seine Begleiter sind fest entschlossen, die ihnen übertragene Aufgabe zu Ende zu führen. Aus Spanie« wird eine Reihe zum Teil ernster Zwischenfälle gemeldet. Bei einer Schießerei in Huesca wurde eine Person getötet. Ein Waffenlager mit 28 Bom- ben, zwei Revolvern, einem Gewehr nnd zahlreicher Munition wurde ausgehoben. In Salamanca ist die Erregung so groß, daß Truppen irrtümlicherweise eine Patrouille Gendarmen beschossen. In ganz Spanien finden, nach einer Erklärung des Innenministers, Haus- snchnngen und Verhaftungen statt. Das Rumschmuggelboot, das bei Glace Bay (Neu- schottland) fünf Poliziste« entführte, konnte gefaßt wer- den, als es die Polizisten an Land bringen wollte. Wie ans Kountze lTexas) gemeldet wird, wollte die Poli- zei einen Neger verhaften, der beschuldigt war, eine weiße Frau entsührt und getötet zu haben Der Neger setzte den Beamten hartnäckigen Widerstand entgegen. Es kam zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf die Polizei den Neger tötete. Die Bevölkerung entriß den Beamten den Leichnam und schleifte ihn hinter einem Automobil durch das Negerviertel Dann errichtete sie einen Scheiter- hausen und verbrannte den Leichnam. Nach der Statistik über die japanische Volkszählung beträgt die Bevölkerung des eigentlichen Japan 66 238 60V Seelen. Tokio ist mit 6 486 000 Einwohnern die dritt- größte Stadt der Welt. Die Zahl der weiblichen Be- völkernng übersteigt die männliche um 354 000. Die Ausbildung der politischen Amtswalter Auf der Reichstagung der NS.-Hago hielt der Stabs, leiter der PO. und Führer der DAF., Dr. Ley, ein« Rede, in der er u. a. ausführte: Der Bestand einer poli. tischen Führung ist auf die Dauer immer von der Onalj. tat der politischen Unteroffiziere abhängig. Der Natio. nalfozialismus hat als erste Bewegung diese Notwen. digkeit klar erkannt und ihr dadurch Rechnung getragen indem er bewußt die Ausbildung der politischen Amts5 Walter in den Vordergrund stellte. Wir müssen einen politischen Führerstab heranbilden, der in der Lage ist auch unter anderen Voraussetzungen, als sie heute g«-' geben sind, unser Werk durchzuführen. Es muß von jedem Amtswalter verlangt werden, daß er seine Auf- gaben in soldatischer Disziplin durchführt. Wir vertan- gen aber auch, daß er zu jeder Zeit in seinem Kreise, in dem er wirkt, Prediger unserer Idee ist. Das „Päckchen" in der Weihnachtszeit „978 000 Päckchen wurden in der Woche vor Weihnachten <1932) bei öen Postanstalten in Berlin aufgeliefert." S„ meldeten die Zeitungen in ihren vorjährigen Berichten über den Berliner Weihnachtspostverkehr. In der Tat bietet das am 1. Januar 1920 von der Deutschen Reichs- post eingeführte „Päckchen" dem Versender kleinerer Ge- genstände große Vorteile, er braucht keine Paketkarte auszufüllen, kann den Päckchen briefliche Mitteilungen beifügen und zahlt im allaemeinen gerinaere <Ä'b ^ n $ für Pakete. Es ist deshalb durchaus verständlich, daß ge- rade in der Weihnachtszeit die Zahl der Päckchen stets überaus stark zunimmt. Da die Deutsche Reichspost o. eben öie Versenöungsbestimmuugen für Päckchen we ent. lich verbessert hat, sei auf folgendes hingewiesen. Man unterscheidet zwischen „Briefpäckchen" und „Päckchen". „Briefpäckchen", die mit der Briefpost befördert werden, dürfen bis zu 1 Kg. wiegen, sie kosten 60 Rpf. Gebühr. „Päckchen" sind bis 2 Kg. zulässig, die Gebühr beträgt 40 Rpf. ohne Rücksicht auf die Entfernung des Bestim- mungsortes. Die Bezeichnungen „Briefpäckchen" oder „Päckchen" sind in der Aufschrift anzubringen, eine Paket- karte ist nicht beizufügen. Die Höchstmaße betragen für beide Päckchenarten bei Sendungen in rechteckiger Form: Länge, Breite und Höhe zusammen 80 Zentimeter, größte Länge nicht mehr als 60 Zentimeter: die Mindestmaße; Länge 11,4 Zentimeter, Breite 81 Zentimeter. Für Päckchen in Rollen'orm beträgt öas Höchstmaß: Länge und zweifacher Durchmesser zusammen 100 Zentimeter