treffet KM 2 ««f. Mtttttg-Ansgcrve. VerwllM ^eskmft Aezngs-Nreise: Ns. A oöne .Jlluitr. SBeltfdicm" »0*0. B mit Llluitr. Weltschau' itDltllratC ~ " mMiattfet) 3« Berlage abgeholt —.77 —»97 m d. Zweigstellen . —»82 1.02 frei ins HauS ge» oterttiiäijtittb liefert 2.70 3J0 8*««oärt«: bei Sb» b»l«»g a.Postfchalter 2M 2& Durch d. Briefträger tägl. 2mal i ns Sau » HJOSt 3j85 Zeitige Nummern «öftere Nummern . 6 «ffl. . 10 «fs. Geschäftskelle: etrfel» und Lammstr.-Ecke, nächst Kaiseritrahe und Marktplatz. Vlies- od. TeU.-Sdr. laute nicht auf Namen, sondern: Bad. Presse. Karlsruhe. General-Anzeiger der Residenzstadt Karlsruhe und des Grstzherzsgtums Baden. AU" Unabhängige und am meisten gelesene Tageszeitung in Karlsruhe. ^ /ft AArtH» Wöchentlich 1 Nummer ^Kar»sruher Anterhailungsblatt" mit Illustrationen. Jährlich 1 Fahrylaa. 1 illustrierter Wandkalender, ?owu viele wnstigc Beilagen. Weitaus grögte Bezieherzahl von allen in Karlsruhe erscheinenden Zeitungen. u« Fero. Thiergarten. iSefcet>a!teur Albert Henoq. Verantwortlich für allgem. Pvlltü und ^eui^lewn: Litton ^'laJolpq^ tut bzZiiche üolitit, siotaleä, vad, Chronik ind »en allgemeinen Teil» J .B. ' AnlonTi ldolph, üt ^enAnzev» genteil ü. ^iusers zacher. iä mti l» Karlsruhe i >S. Berlin« Vertretung: Berlin Vi» Anzeige» Die Kolonelzeile Pf«^ die 9fa> klamezerle 75 Pfg^ Reklamen a» 1. Stelle 1 SM. die «eile. Bei^iederhvlunger. tcnitesi« Ravau, otf bei yiidjtciutcltiinp deS Mieles, bei ger cht Uchen Betreibungeu und bei Konkurs ^vszer ^rcij tr^jj 5>«5fif!frh^Senl»: fttrlsrt^t Ar. 8351 9!r. 15. Telefon: Geschäftsstelle Nr. 86. Karlsruhe, Mittwoch den 10. Januar 1SJ17. Telefon: Redaktion Nr. Mg. 33. Jahrgang. Dem Krieg. Deutscher Heeresbericht. (Abend'»«»cht.) MTB. Berlin, 9. Zlnu, abends. (Anttlich.) Im Weste« gering« Ses«htstätigleit. Bei Riga und Iae « bst a ^ t bliebe« russische Angriffe erfolglos. oefterr.-ungar. Heeresbericht. WTB. Wie«, 3, Jan. (3t-i «mtl.) Amtlich wird icr- lcmtbart: Oestlicher Kriegsschauplatz: Zm Räume südöstlich von Focsani wurde der Gegner bis an die Mündung des Rimnicoul-Sarat -Flusses zurückgeworfe«. Die österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte, denen der Feind in der Schlacht bei Focsani unterlegen ist, gewan- nc«, ihren Sieg ausnutzend, die Putna, auf deren linken Ufer sich die Nüssen erneut zu stelle« scheinen. Diese haben in den zwei letzten Kampftagen 93 Offiziere und 5400 Man« an Ge» fangenen eingebüßt und 3 Geschütze und 10 Maschinengewehre verloren. Am Südflügel der Heeresfront des Generalobersten Erz- herzog Joseph erkämpften die Truppen des Feldmarschalleut- ncmts von Ruiz bei Jvesci und Canpurilo im schwierigen Ge- lSnde und in Schnee und Frost weitere Borteile. Sonst an der Ostfront bei den österreichisch-ungarischen Streitkräften nichts von Belang. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz: Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v ug Mitteilung über die drohende Gefahr. Alle Schule« sind nach 5assq übergeführt. Die Beschießung vo« Ealatz. = Berti«, 9. Jan. „Odeßkij Listet" meldet, nach einem Telegramm der „Nat.-Ztg." von der russischen Grenze, aus Neni, Ealatz wird seit 60 Stunden ununterbrochen mit schwere« Kaliber« beschossen. In, der Stadt sind zahlreiche Brände aus-- gebrochen. Die elektrischen Verbindungen mit Galatz find unterbrochen Man glaubt, daß die Festung Ealatz insofern wenigstens ihren Zweck erfüllen wird, als fie der russischen Eege«offensioe wichtiger Flankenschutz dienen wird. Der ganze rumä- tische Feldzug ist fetzt in, das entscheide',zdfte Stadium getreten. In Rem dröhnt die Stadt wieder von den furchtbaren Einschlägen der schweren Geschosse auf die Werke von Galatz. = Berlin, 9. Jan. „Now-ostt" berichtot, nach einem Mal- ^er Telegramm des „L.-A." aas Iassy, der Kampf um die Dob- ^udscha ist beendet. Wir sind froh, daß uns diese krachende Tür *ncht wichtige Gliedmaßen zerschmettert hat. Jetzt rüttelt der Feind an unsere« Tore«. Auf Ealatz krachen die schrecklichen Geschosse der deutsch«« Geschütze. Mit großer Spannung erwartet man die neuen Ereignisse. Die Vorbereitungen zum russischen Gegenschlag sind sorgfältig vor- bereitet worden. Zum Sieg a« de» S e re t h - L i«i e. WTB. Berlin. 9. Jan. (Amtlich.) Ueber die letzten Kämpfe vom 4.—8. Januar meldet A.-O.-K. 9: Der Sieg in der fünftätigen Schlacht an der Putna ist er» runge«. Der Eegner war in einer von Natur starken und gut ausgebauten Stellung, deren Hauptteile die Brückenköpfe von Fundcni und Focsani bildeten, anzugreifen. Nach Beendigung der Angriffsvorbereitung wurden am 4. Januar Borstellungen genommen. Am S. Januar brach?« deutsche Divisionen in den Brückenkopf von Funden! ein. Am 6. Januar setzte ein groß angelegter, mit starken Massen geführter russischer Gegenangriff in 25 Km. Breite ein. Der Plan der Russen war, die Mitte der 9. Armee zu durchbrechen. Er scheiterte an dem zähen Wider- stand unserer Truppen und an der Stoßkraft bewährter west- preußischer Bataillone, die den Feind zum Stehen brachten und die durch vorübergehenden Erfolg des Feindes geschlagene Lücke schlössen. So konnte unser Angriff am 7. Januar fortgesetzt werden. Die unter den Generalmajoren Hülle und Melms und dem Feldmarschalleutnant Eoiginger fechtenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen brachen in die Focsani-Stel« lung ein, stießen tief durch und überrannte« die zweite Linie, während gleichzeitig die deutschen Gebirgstruppen den Feind aus den Waldbergen des Odobesti-Stockes warfen. Damit war die Schlacht entschieden. Mitte und linker Flügel der Milcovu-Stellung wäre« nicht mehr zu halten. Am 8. Januar fielen Focsani als Sieges preis, sowie das gesamte rechte Putna-Ufer in unser« Hand. Neben schweren blutigen Verlusten büßte der Feind noch 33 Offiziere, über 5400 Gefangene, 3 Geschütze und 10 Maschinengewehre ei«. Französische tlrteil« über die Lage im Bloldaugebiet. = Ber«, 9. Jan. (W. B.) Der militärische Mitarbeiter des „Petit Parifien hält die Lage der Russe« und Rumäne« im Moldaugebiet für schlimm, da jeglicher Berpflegu «gsnachsch «b für die Russen unmöglich werde. Die Deutsche« würden übrigens die Schwierigkeit der Aufgabe nicht verkennen, die ihnen noch bevorstehe, und feierten ihre Erfolge mit auffallend mäßiger Sprache. (!) „Petit Journal" ist darüber beunruhigt, daß bis jetzt nicht über die Zerstörung der Verteidigungswerke von Braila und Focsani seitens der Russen gemeldet wird. Sollten diese Werke nicht zerstört worden sein, so würden die Deutschen zweifellos die gegen Norden gerichteten Befestigungen geschickt gegen die russische Gegenoffensive ausnützen. Iie impf e in Griechenland. Ei« Entente-Ultimatum an Griechenland. WTB. Piriius. 3. Ja«. (Reuter.) Die Entente» mächte Frankreich, England, Rußland und Italien über» reichten heute morgen der griechische« Regierung ei« Ultimatum, i« dem die Annahm« der in der Rote vo» St. Dc ,. «e«) versenkt worden ist. — Bern, 9. Jan. „Petit Parifien" meldet aus Roueu: Der französische Dampfer ^Bille de Rouen" ist überfällig. Der hier eingetroffene Dampfer „Puertorico" fing auf der Höhe von Eantander eine« Funkspruch des Postdampfers „Espanne" aus, dah der Dampfer „Bille de Ronen" von einem Unterseeboot »erfolgt werde und um Hilfe bitte. Seither ist da» Schiff verscholl«» Räch Hamburg aufgebracht. WTB. Hamburg, 9. Jan. Der norwegische Dampfet «Lw pus " ist am Montag als Prise nach Hamburg aufgebracht mau den. Er hatte Bannware für England an Bord. Die Schiffsverkehrs«öt« d«r Allii«rten. MTB. Bern, 9. Jan. (Nicht amtlich.) Dem „Temps" zu- folge hat im Dezember nur ein einziges englisches Schiff Las Palmas (Kanarischen Inseln) angelaufen, während Schiff« französischer und italienischer Flagge den Hafen vollständig mieden. England bestiehlt Holland. WTB. Haag, ?. Jan. (Nichtamtlich.) Das Korrespondenzbürs meldet' Anläßlich eines Berichtes der sozialdemokratischen Zeitung „Het Volk", daß das Artilleriearsenal in Hembrug infolge Messing- mangels die Arbeit teilweise einstellen mußte, erfahren wir, daß aus ein paar Schiffen der Holland-Amerika-Linie die Messingvorräte, die für die niederländische Negierung au« Amerika gebracht worden waren, auf Befchl der englischen Regierung gelöscht werden muhten. Infolgedessen mußte die Zufuhr von Messing aus Amerika eingestellt werden. - Holländisch« Schiffsa«kLnf«. WTB. Haag, 9. Jan. Der Marineminister teilte gestern in der Zweiten Kammer mit. daß er ein interniertes deutsch«» and ein englisches Tauchboot angekauft habe. Der Rrieg mit Italien. Zur italienischen Kohlenn»^ WTB. Bern, g. Jan. (Nicht mnMch.) Ein italienisches Dekret verfügt für alle Äohlenhandlungen wnd industriellen Unternehmung» unter Androhung beträchtlicher Gefängmis- und Eeldstro ^en gename. nach Qualitäten getrennte Angabe der KohlenbestSnde. v. Eerlach dochvon Rom vertrieben. WTB. Lugano. 10. Jan. (Nicht amtlich.) Das „Verl. TogeBV meldet aus Lugano: Der aus Rom ausgewiesene deutsche Prälat Monsg. von Gerlach, der erste Eeheimlämmer«r d«« Papstes lind nächst dem Gcneralstaatssekretär das hervor- ragendfte Mitglied des päpstlichen Hofstaates, ist in Lugano angekcmiinen. Die Entfernung von Gerlach erfolgte auf drohende Pression der Ententediplomatie. <= Berlin, 10. Jan. Die neueste Gewalttat gegen den Heiligen Stuhl, so schreibt das führende Berliner Zentrumxoraan, die ,,§««> mani a", wird hoffentlich für die Welt, die so gerne Kriege träumt, einer der Ecksteine sein in der Erkenntnis, daß am reformbedürftigsten die Grundlagen unv Sicherheiten für die Unabhäncg!iedrige Hilssdienltaiisschuß de» Reichstage» Mitte nächster Woche zu einer oder mehreren Sitzungen wieder berufen werden. Ob und wann der HaushaltuT-gc- schuh zur Beratung der politischen Lage wieder zusammentreten »**b, ist noch unbestimmt. Nach Plänen des Hauses wird er sich ajcht vor Februar wieder versammeln. Aufschub der deutschen, österreichisch-ungarischen Konferenz in Berlin. TTll. Wien, 9. Jan. Die Korri-spowdenz „Austria" meldet: die für den 16. Januar nach Berlin einberufene gemeinsam« Konferenz reichzdeutsch:r, deutschösterveichischer und ungarischer Parteisührer sin- det, da die ungarischen Parlementarier durch di« Tagung des Abgeordnetenhauses an der Reise nach BefRn verhindert sind, derzeit nicht statt. 08. Z.) Die Thronfolge in Koburg-Eotha. — Gotha, 8. Jan. Nach Ausbruch des Krieges wurde im ge> metnschaftlichen Landtage der Herzogtümer Koburg und Gotha der Antrag gestellt, die auolikndischen Thronanwärter von der Thronfolge auszuschließen. In der letzten Sitzung machte Präsident Liebetrau hierauf bezügliche Mitteilungen. Die herzogliche Staatsregierung hat die Zusage erteilt, einen gemeinschaftlichen Landtag mit aller, tunlichen Beschleunigung wieder einzuberufen, sobald die Boraus- sktzung vorliegt, die als solche zwischen Staatsregierung und Ver» fassungskommission vereinbart worden ist. Von den ausländischen Thronanwärtcrn des weitverzweigten Hauses Koburg kämen in erster Linie Angehörige des englischen Königshauses in Frage, dem der seit 1905 regierende Herzog Karl Eduard ebenfalls entstammt. Auch König Albert von Belgien ist bekanntlich ein „Koburger". B. L.-A. Sonstige Meldungen. , — Berlin, 9. Jan. (Priv .-Tel.) Die „B. Z. a. SR.** meldet: Heute ist im 8t. Lebensjahre der Geheime Kömmerzienrat Edmund Helfft, Seniorchef d«r alten Berliner Bankfirma N. Helfft u. Co., Vizepräsident der Aelteften der Kaufmannschaft von Berlin, ge- --- Hall«, g. Zan. Im Anschluß an die neulich? Mitteilung über das erfreuliche Ergebnis des Opfertages für unsere Mari«« teilte l. Frkst. Ztg. der Vorsitzende des Hallefchcn Aus Rußland. Stürmer Berater des Zaren für «»»«Srtige Politik. = Berlin, 9. Jan. Aus Warschau wird, noch ein« Buda- pester Meldung des ,L.-A." berichtet: Nach Meldung russischer Blätter wurde Stürmer vom Zaren dazu bestimmt, bei der Per- son des Zaren in auswärtigen Angelegenheiten als Skatgeber zu wirken. Protopopow und Rafpittln. = Stockholm, 9. Jan. Durch Erlaß des Zaren wurde, wie den .,M. N. N." gemeldet wird, der Verweser des Ministerium» de» In- nein Protopopow endgültig zum Minister des Annern ernannt. Der „Rjetsch" zufolge hatte Protopopow in scheinbar intimer Ver» bindung mit Rasputi» gestanden. In letzter Zeit Hab« «r täglich Raisputin empfangen, obwohl seine Krankheit ihn sonst verhindert«, seine Amtsobliegenheiten zu erfüllen. Ms Protopopow die Nach- richt von der Ermordung Rasputins erfuhr, fei er ohnmächtig ge- worden. Nach einer Petersburger Meldung an die „Times" ist in den letzten Tagen im Zusammenhang mit der Ermordung Nasputins die Presse schärfer behandelt worden. Nicht nur wurde die neuge- gründete „Nußkija Wolja" unter Vorzensur gestellt, auch zwei Mos- kauer Blätter wurden mit je 3000 Rubel Geldstrafe belegt. Nach den jüngsten Meldungen bestätigt es sich, daß keine Mich» nahmen gegen di» an dem Mord« beteiligten Person«« getroffen werden. Die Petersburger Blätter geben lt. „Köln. Ztg." an, der junge Fürst Zussupow sauf dessen Grundstück der Mord verübt wurde) habe an einem Abendessen im Hause eines bekannten Bank- Herrn teilgenommen. Dort sei er mit Begeisterung empfangen wor- den. Die Gäste hätten ihn mit Blumen bewarf«« und auf den Schul» tern getragen. Frankreich und der Krieg. ÄZTB. Bern, 9. Jan. (Nicht amtlich.) Wie der ,^Temps" meldet, streiken in Jvrq mehr als 1500 Metallarbeiter und Arbelterinnen. , , Das Parlament wird eröffnet. WTB. Paris, 9. Ja«. Deputiertenkammer «nd Senat haben heute ihre Sitzungen wieder aufgenommen. Aus der Schweiz. Berlin, 10. Jan. Umfangreiche Veränderungen in hohen 5tommandostellen der schweizerischen Armee werden, laut „Lok.- AiH." als in Aussicht stehend bezeichnet. U. a. werde Oberst Iselin sein Kommando aus Altersrücksichten niederlegen. WTB. Dresden, 9. Jan. Prinz Johann Georg ist gestern abend nach der Schweiz abgereist, um im Auftrage des Königs dl« deutft?en Internierten zu besuchen und ihnen Liebesgaben aus de* Heimat zu überbringen. Aus Amerika. Zur Rede des Botschafter» Eerard. TU. Haag. g. Jan. Reuter Büro meldet aus Washington: Das Auswärtige Amt hat von dem amerikanischen Botschafter in Berlin Eerard, Aufklärung verlangt über seine Aeußerungen auf dem Ban» kett der amerikanischen Handelskammer in Berlin, da die Beziehm»ge« zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland nicht so herzlich gewesen sind. (Diese Reuter-Meldung, deren Glaubwürdigkeit natür- lich gering ist, beweist zunächst nur, daß man mit England die Red« des Botschafters Gerard mit äußerstem Mißvergnügen gelesen hat.) Neueste Nachrichten. WTB. Berlin, 9. Jan. In der heutigen Nachmittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fielen 50 000 Mark auf die Numm«r 95198, 10 000 Mark auf die Nummer 6858, 5000 Mark auf die Nummer 187 369 und 3000 Mark auf die Nummer 78 910. (Ohne Gewähr). WTB. Lichtenau bei Lauban, 9. Jan. Auf dem Roseuberg- Schacht der Aktiengesellschaft „Glückauf- ereignet« sich gestern mittag ein Unglückssall, indem durch Schwimmsand ein Stollen zu Bruch: ging. Drei Bergleute wurden verschüttet. Es ist möglich, daß sie alle drei oder der eine oder andere noch am Leben find, denn heute früh gegen 4 Uhr wurde Klopfe» vernehmbar. E» wird eifrig an der Bergung gearbeitet, sodaß Hoffnung besteht, ihnen zu Hilfe zu kommen. WTB. Wie-. 9. Jan. (Mcdt amtlich). Seit dem 3ft Dezember werden zwei jugendliche Wiener Touristen, Rudols Zawada und Otto Borustk, die einzigen Söhne von Witwe«, die trotz mehrfacher Warnung eine Partie auf das Hochtoe unternahmen, vermitzt. Da die Such: ergebnislos verlause« ist, find fie wahrscheinlich im Schneesturin verunglückt. WTB. London, 8. Jan. Informationen über (Bettelte werden offiziell nicht mehr ausgegeben. Sriefkasten. sAnfragen können nur Berücksichtigung finden, wenn die laufend» Abonnementsquittung und 15 A mr PortoauSgaben beigefügt werde«.) vizefeldwebel F. in Karlsr«he: Genau« Auskunft Ober Ihre Angelegenheit erhalten Sie beim Er. Bezirksamt. (1223) I. M. i« M.: Kartoffel« dürfen «uk ofse« gelagert werde«, da-» mit dieselben immer frische Luftzufuhr haben. Wenn man Kartof» feln in einem Faß lustdicht verschließen würde, so wären dieselbe« einem Eähvuagsprvzeß ausgesetzt und würden in Fäulnis übergehe*, (1227) L. B. in B.-P^ Die Krwnckenhäuser in Freiburg zählen zu de» staatlichen Kliniken. Erfolgt die Behandlung Unbemittelter in der Poliklinik, dann kann von der Berechnung von Behandlung»- bezw. Verpflegungskosten einschließt besonderen Leistungen auf dem Gebiet« der Röntgen- und Radiumbestrahlung Umhang genommen wer» den. (12S4). A. P.: Bei Steigerung in zwei verschiedene« Leeren im ZegoZpiÄ ist stets der höchste Tarock vor dem Auspielen zu verlegen und vorzu- zeigen. Dies« Regel ist allgemein üblich. Wege« Zegoregkement» wenden Sie sich an Buchhandlungen. (12553). M. E. in Wenden Sie sich an den Verlag de» SJtUitär-SB» chenblattes HE. S. Mittler und Sohn. Berlin E. W. «8, Kochstrahe es). (1243). Barbarentisch Basel: Das reinste Hochdeutsch wird in Hannover gesprochen, wo tatsächlich das „s" vor p, t usw. für sich artikuliert wird. Im weitaus größten Teile Deutschlands wird das „sch" gebraucht. 1256. Unteroffizier B. i« Rastatt: In der vo« Ihnen angenommene« allgemeinen Weife besteht keine Verfügung. Entweder zahlt die Krankheitskosten di« zuständige Krankenkasse oder dt« Landesverfi» cherungsanstalt, Baden (Kriegsfürsorge vom 15. 2. 15), in de« Fällen, wo solche Ansprüche nicht bestehen und Unbemittelte in Betracht kommen, müssen sich letztere an die örtliche Kriegsuaterstützung wen» den, welche vo« Fall zu Fall entscheidet. (1281). Mars, Frau M. E. in B., Feldpostabonnent KM, XnuiabMI Militärische Anfragen dürfen nicht beantwortet werde«. Wende« Sie sich an Ihre vorgesetzte Dienstbehörde. (1286, 1270, 1279, 1281). : Es ist uns nicht bekannt, wann der nächste Krankenaustausch zwischen Deutschland und Frankreich stattfindet; Auskunft hierüber können Sie beim Landesverein vom Rote« Kre»> in Karlsruhe, Stefanienstrahe 74 erhalten. (1271) M. N. L Friedlingen. Kreis Lörrach. Amtbezirk Lörrach, Postd« stellungsanstalt Leopoldshöhe (Baden). 2. Ihre militärische AsfraS» dürfen wir nicht beantworten. (1272). U. 109 und Gefr. Echm. im Felde: Die tUlaafeertctfsag hftagl von dem Ermessen der Vorgesetzten ab. Wen« kein besonderer Grund für die Notwendigkeit eine» Urlaub» vorliegt, wird Urlaub w de« betr. Formationen nach Möglichkeit so erteilt, daß jed«r Man« «ine» längeren Urlaub erhält. Wenn Sie also keine dringende« Urlaub»» gründe haben, und durch behördliche Bescheinigung nachweisen könne«, müssen Sie sich im Interesse der andern Kriegsteilnehmer mit de« schon erhaltenen einmaligen Urlaub begnügen. Nach einer neue« lichen Bekanntmachung sollen auch Personen, die schon länger als et» Jahr im Felde stehen und noch keinen Urlaub gehabt haben, auch ohne behördlich« Bescheinigung einen kürzeren Urlaub erhalten. Wende« Sie sich an Ihre vorgesetzt« Dienstbehörde. (121447.) »rieflich bea«twortet: I. Sch. in O. (1277), Bad«, St.: (1282)» Gefr. «. Sch.: (1285). P. «. in R^ «. «. Bruchsal: Gemäß Verordnung vom » tt tt, (Reichsges.-Blatt Nr. 492) wird Wöchnerinnen während der Dm« des jetzigen Krieges aus Mitteln des Reiche» eine Woche«hllfe g» währt, wenn ihre Ehemänner in diesem Krieg dem Reiche Krieg» Sanitäts- der ähnliche Dienste leisten und vor Eintritt in diese DieaM auf Grund der Reichsversicherungsordnung oder bei etner knappfchast- lichen Krankenkasse in den ' vergangenen 12 Monaten minderten» H Wochen oder unmittelbar vorher S Wochen gegen Krankheit verfichert waren. Die Wochenchilfe wird durch die Krankenkasse gewährt, «elcher der Ehemann angehört oder angehört hat. Ist di« Wöchnerin selbst bei einer Krankenkasse versichert, so leistet diese dt« Wochenhilf» Als Wochenhilf« wird gewährt: L «in einmaliger Beitrag von 2» JL zu den Koste« der Entbindung, 2. «in Wochengeld i» Höhe vo« einer Mark täglich einschließlich der Sonn- und Feiertage, für acht Woche«, von denen mindesten» sechs Wochen in die Zett «ach der Niedert»«?» fallen müssen, 3. eine Beihilfe bis zum Betrage von 10 JH für Heban»- mendienste und ärztliche Behandlung, falls solche bei Schwang«» schaftsbeschwerden erforderlich werden, 4. für Wöchnertnne», solang« sie ihre Neugeborenen stillen, ein Stillgeld i« Höh« «iner halbe« Mars täglich einschließlich der Sonn- «nd Feiertag«, bi» zu« Ablaaf de» IL. Woche nach der Niederkunft. (1286,1806). vom Aufbau Europas \S\5 und \9\bi\T. Bon Fritz Grub«. GJLG. Mitten in den Kanonendonner klingen d-ie Friedens- warte der Mittelmächte. Und die Völker lauschen mit verhaltenem Atem und sehen mit Spannung der Entwickelung der Dinge entge- gen, die den Frieden bedeuten sollen. Deutschland, die Mittelmächte überraschte den Erdball zuerst mit ihren unvergleichlichen Kriegs- taten und Siegen und jetzt geschieht dasselbe im rroch höherem Maße durch die .Ariedens-Offensive" der Sieger. Ob es nun schon jetzt fein wird oder später, jedenfalls kommt die Zeit, wo am grünen Tisch M-sttitten wird, od gutgeheißen werden soll, was die vohe Kriegsge- watt herbeiführte, oder herbeizuführen versuchte. Es geht mn das neue Eu «»pa. Wer möchte da nicht an den Aufbau Europas vor >09 Jahren und an den berühmten und berechtigten Wiener Kon- grefc denken? Durch das ebenso klug eingeleitete, als trefflich zu- fas Metternich mit Tab leyrand gegen Preußen spielte, glaubte der Oesterreich«, er hättt das Spiel in feinen Händen — in Wahrheit spielte er nur mit de* Karten, die der Franzose ihm zuschob." Aber trotz aller Verwirrung stellt sich doch ein Ergebnis ein, da» freilich alle Ootimiste« efl* täuscht, das aber wegen der allgemeinen Rervenerschlaffung pekuniären Erschöpfung der Fürsten und Länder kaum ander, ans* fallen konnte. Napoleons Wiedererscheinen beschlsunigt nur di« A«" beit des Kongresses, und doch wirkt es sehr dramati'ch: alle Beriet- erstatter wissen Fesselindes davon zu erzählen. Beim ersten Schlage der Mitternachtssw ide w der Sllveste»« nacht bleibt die Fürstin von Paar, „ebenso berühnt durch ih« Re'Z^ uue iauch die. Heuchelt ihres Geizes", mitte» j» ein« anmutig«^ Nr. 15. VNttagdlatt. Mittwoch, ben ML Za—r ltlT« Dadische presse. «kette & NaL Enttäuschungen über die Ententekonserenz von Rom. --- Sago», 9. Jan. Der unerwartet schnell« Schluß des römischen Kri«g»rat«» hat nach den tönenden Ankündigungen über die hoch- wichtigen Entschlüsse, die bei dieser Konferenz über die Entscheidung des Krieges herbeigeführt werden würden, großes Befremde« hervor- gerufen. Insbesondere ist man peinlich davon berührt, daß die offiziös« Note über den Schluß der Beratungen so mager ausgefallen ist. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn die italienischen Blätter ihre Enttäuschung und Verblüffung kaum verbergen können. Der Mailänder „S e c o l o* bemerkt, daß die offiziöse Mitteilung lemerlei Anhaltspunkte über die Beratungsgegenstände und Beschlüsse des außerordentlichen Kriegsrates bringe. Die öffentliche Meinung sei daher auf Vermutungen angewiesen und der ganze Zweck des Kriegsrates sei schwer herauszufinden. Der „Corr i ere della Sera" entschuldigt sich gegenüber seinen Lesern, weil er nicht im- stände sei, zuverlässige Mitteilungen über das Ergebnis der Be- sprechungen zu veröffentlichen, obgleich vorher die sofortige Bekannt- gäbe der wichtigsten Entscheidungen angekündigt worden war. Der „Popol» d'Ztalia" erklätt in einem Leitartikel: „Die Fassung der offiziösen Erklärung wäre zu allgemein, um eine befriedigende Wirkung hervorzurufen. Das Blatt sucht daher Trost und Aufmunterung für die Ziele Italiens bei der Rede Bosellis beim Fest» mahle zur Ehre der Teilnehmer des Kriegsrates. Ueberhaupt füllen die Zeitungen ihre Spalten mit Beschreibungen des Schlußessens und der phrasenhafte» Kundgebungen, aus denen hervrgeht, daß die im großen Umfange geplanten Kundgebungen recht bescheiden aus- gefallen sind. Das „G i ornale d 'Italia" bemerkt: Die Trinksprüche seien des Augenblickes würdig gewesen. Sie hätten keinerlei Drohungen mit Eroberungen enthalten, keinerlei Vernichtungsabsichten seien aus- gesprochen worden, und nur die Einmütigkeit des Zehnverbandes hin- sichtlich der Erringung des Endsieges sei betont worden. Ziemlich verlegen nehmen die italienischen Blätter Notiz von der merkwürdigen Zurückhaltung, die die Pariser Presse in ihren Besprechungen über die Verhandlungen und Ziele der Konferenz an den Tag legt, indem sie diese Reserve mit „diplomatischer Gewöhn-- heit" entschuldigen. Man darf wcchl mit Sicherheit darauf schließen, daß Italien gröbere Truppenhilfe verweigert, während England seinerseits die Lieferung größerer Kohlenmeng-n. sowie Eeldunterstützungen ab- gelehnt hat. Auch die Ansichten ii .■ r die Politik auf dem Balkan und Griechenland haben sich wohl krr unter einen Hut bringen lassen. Der obige Bericht der „Köln. Ztg." findet eine Bestätigung durch eine Meldung, welche der „Voss. Ztg." durch ihren Gewähre- mann aus London zugeht. Danach ist die Konferenz der Verbands- mächte in Rom gänzlich unerwartet angeordnet worden, weil die Stellungnahme der italienischen Regierung zu verschiedenen wichtigen Fragen der Politik der Verbandsinächte in den letzten Tagen Zweifel- hast geworden war. Auf telegraphischem Wege war keine genügende Klärung zu erzielen, sodaß Lloyd George es für geraten hielt, mit den französischen Vertretern eine Romreise anzutreten. Wie als russische Stimme die in Auslandsfragen gut unier- richtete „Birshewija Wjedomosti". nach einem Telegramm der „Rat.- Ztg. von der russischen Grenze, über die in Rom stattgefundene Konferenz schreibt, ist dort der erste Grund zur Schaffung eines Direk- torrums der Entente gelegt worden. Aus diesem Grunde könne man die Ministerzusammenkunft in Rom als einen Markstein in der Ententekriegführung bezeichnen. Briand verrät einiges. — Amsterdam, 9. ,Jan. Dem römischen Berichterstatter des Temps erklarte der französische Ministerpräsident Briand, die Reise muh Rom habe ungemein viel Nutzen gebracht und sei auch gerade im rechten Augenblick erfolgt. Während der letzten Wochen und über- Haupt seit der letzten Besprechung der Verbündeten hätten sich zahl» reiche Schwierigkeiten nebensächlicher Art ergeben. Man habe von verschiedenen Seiten versucht, um den Verband herum Wolken zu bilden, die Beziehungen zwischen den einzelnen Verbündeten zu trü- ben. Auch abgesehen von den allgemein bekannten Ereignissen Hütte man darauf bedacht sein müssen, die Wolken zu verscheuchen, 'die Schwierigkeiten untergeordneter Art zu beseitigen und gemeinsam in vollem Einoernehmen eine Lösung für die jetzigen und künftigen Fragen zu finden. Das alles sei geschehen und die Verhandlungen hätten sich durch ein volles Einverständnis und Vertrauen ausgezeich- net. In genieinsamen Beratungen habe man all die nebensächlichen Umstände beseitigt, die dem Zusammenwirken hätten schaden können. Er. Briand, habe bei seinen italienischen Kollegen die herzlichste Zu- Neigung und den feurigen Willen gefunden, den gemeinsamen Siez zu erkämpfen. Niemand hat von den amtlichen Persönlichkeiten etwas anderes als schwulstige Phrasen erwartet. Viel erheblicher ist, daß hier Briand offen zugibt, daß Gefahren für die Einigkeit der Entente bestanden hätten. Die römische Tagung scheint in der Tat nichts anderes als ein dringend notwendig gewordener Rettungsversuch dieser Einigkeit gewesen zu sein. Wie weit er gelungen ist, müssen erst die Ereignisse lehren Kln. Ztg. MTB. Paris. S. Jan. (Sticht amttich) Ministerpräsident Briand, Kriegsminister CB ctkki ! Liauteey und Unterstaatssekretär für Artillerie und Munition Thomas sind heute Abend aus Rom hier wieder eingetroffen. Verstimmungen im Bierverdaad? = Köln, 9. Jan. Die „Köln. Ztg." meldet aus Madrid unterm 3. Januar: Aufsehen erregt hier ein Aufsatz eines Pariser Mitarbeiters des „Heraldo". Er bezeichnet die Lage der Berbandsmächte als schwer und vielleicht unrettbar, schiebt in erster Linie England die Verantwortung zu, klagt aber Nutz- land und Italien unmittelbar an, weil sie für die allgemeinen Verbandszwecke nicht genug geleistet hätten. Da der Aufsatz aus Paris kommt, also die französische Zensur passierte, knüpft man an diese Anklagen der Bundesgenossen Frankreichs, die sich in der französischen Presse nur höchst vereinzelt und vorsichtig ver- steckt finden, allerlei Mutmaßungen über die Stimmung der Verbandsmächte gegeneinander. = Berlin, 10. Jan. Laut „Berl. Tagebl." beginnt die italienische Presse, endlich das Ergebnis der Konferenz in Rom zu begrüßen. Ein Blatt schreibe, von militärische« Ergebnissen dürfe man nur das eine erwarten, daß nämlich die Ententestaaten einander künftig mit allem Nötigen aushelfen würden. In politischer Hinsicht seien alle bisherigen Konttaste ausgeglichen. Die Aktion könne also beginnen. Frankreichs Truppenverstärlungkn an der Schweizer Grenze. Durchschaute französische Scheinheiligkeit. WTB. München, 9. Jan. Di« „Münchner Neuest. Nachr." schrei- ben: „In der französischen Presse ist seit einiger Zeit wieder ein Spiel im Gange, um die Schweiz gegen Deutschland besorgt zu machen. Man spricht won deutschen Absichten gegen die schweizerische Neura- lität, von Invasion und Durchzugsplänen. Der Fall wird zwischen den Pariser Zeitungen und einigen wesffchweizerischen Franyoisenblät- tern unermüdlich hin- und hergemorfen. Einige schweizerisch« Staat»- männer sehen sich bereits veranlaßt, in der Presse Erklärungen abzu- geben, daß kein Grund zu einer Besorgnis nach irgend einer Richtung vorhanden ist, und daß die Schweiz ihre Neutralität nach allen Sei- ten wahren werde. .Letzt hat nun, nach Berner Meldungen, die französische Regie- rung einen amtlichen Schritt getan, in dem das Verspreche» der Achtung der Schweizer Neutralität wiederholt wird, gleichzeitig aber eigenartige Erklärungen abgegeben werden, die offenbar Besorg- nissen vor militärischen Maßnahme« anf französischer Seit» vorbeugen sollen. Wenn sich jetzt herausstellen sollte, daß Frankreich an der Schweizer Grenze Truppenverstärknnge« vornimmt, dann wäre mit einemmale klar, weshalb alle diese Wochen die französische Presse nicht müde wurde, von deutschen Invasivnsplänen zu reden, nicht weil Deutschland mit irgendwelchen haltbaren Gründen der Borbereitung unneutraler Handlungen verdächtigt werden könnte, sondern weil Frankreich selber Absichten hat, die verschleiert werden müssen. Daher dieser ganze Presselärm. „Wir halten auch gegenüber dieser neuesten französischen Aktion an unserem VerKauen in die Entschlossenheit der Schweiz, der Achtung ihrer Neutralität mit allen Mitteln Geltung zu verschaffen, fest. Von Deutschland droht dieser Neuttalität keine Gefahr. Wir denken gar- nicht daran, das Schweizer Gebiet in den Bereich militärischer Ope- rationen zn ziehen. Die Schweiz hat von deutscher Seite nichts zu besorgen. Möge« aber ihre Augen vor den Gefachren offen sein, die ihr von anderen Seiten drohen." vie rumänische Ratastrophe. = Köln. 9. Jan. Der Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg." an der russisch-rumänischeu Front, meldet: Eingebrachte Gefangen« an der rumänischen Front geben mit selten beobachteter Einstim» migkett an, daß der russische General Sacharow» der Befehlshaber der jetzt aufgelösten Dobrudfchafromi jählings abgesetzt worden sei. Der neue angebliche Befehlshaber der Dobrndschakrüfte hatte den Befehl erhalten, sich in dem zum Widerstand wesentlich ungünstig geren nördlichen Teil der Dobri'vscha dem Vormarsch der Truppen- Massen entgegenx»!' ?llen. Freilich kft e» ihm auch nicht gelungen. Gleichzeitig mit den Generälen ist auch die ganze rumänische Ai«ee in «e gefallen. Man war gezwun- gen, dieses gange rumänische Heer nicht nur au» der Front, sondern überhaupt au« dem Kampfraum herau -yu ^ehen Ts bedarf nicht nur einer Wiederherstellung, sondern eine vollständige Reuorgani- sation ist nötig geworden. Viele Ursachen wirkten hier in derselben Richtung zusammen: 1. hat die rumänische Armee strst ihren gesam- ten Artillerie- und Maschinengewehrbestand verloren: 2. sind alle Arsenale und Waffenplätze, die sie mit Materialergänzung hat versorgen können, in die Hände Mackensens übergegangen. Na sachve^tändigem Urteil war im rumänischen Feldzug die Zahl der Toten und verwundeten beim Gegner furchtbarer al« in irgend einem Feldzugsabschnitt de» Krieg» zuvor. Ter Hauptgrund der Desorganisation de» Heeres ist, daß aktt größeren Verbände allmählich aufgelöst wurden, und die rumänische Heeresleitung hatte die Gewohnheit, ganz planlos auch die kleinste« Einheiten zu verschieben. Die gänzliche Angliederung der rumäni- schen Front an der Moldau an die russtsche Gesamtfront im Osten konnte sich nur langsam vollziehen, denn e» standen dem Gegner nicht mehr genügend Bahnlinien zur Verfügung. Das Ansammeln der rumänischen Heercstrümmer hinter der Serethlinie einerseits, der Aufmarsch der russischen Korps «ndererseits, zwingt die russische Heeresleitung, ihren für die siebenbürgische Front bestimmten Ersatz- truppen große Marschleistungen zuzumuten. Diese neuen russische« Truppe» sollen keineswegs ausgewählte Mannschaften sein. Kriegs« erprobte Soldaten wechseln ganz unvermittelt mit unausgebildeten Mannschaften. Manche von ihnen, die jetzt in unserer Gefangenschaft sind, waren erst 24 Stunden an der Front. y Der Kaiser au Ritte, von Kueußl. WTB. Berlin, 9. Jan. (Anmtliich.) Der Kaiser hat dem känig, sich bayerischem Generalleutnant Ritter von Kneußl durch folgendes allerhöchste Handschreiben das Eichenlaub zum Orden Porrr le m^rite verliehen: „An den königlich bayerischen Ge-neratlleutnant Ritter v. Kneußl, Kommandeur der königlich bayerischen IL Infanterie-Division über dem Armeeoberkommando Mackensen. Mein lieber Generalleutnant Ritter von Kneußl! Ich verleihe Ihnen houte, zu dem Zeitpunkt, an dem Sie dt« ruhmreichen Schlachtfelder Rumänien» mit Ihrer königlich bayerischen 11. Jnswnterie-Dioision zu neuem Wirten vorlassen. da« Eichen- loub zu meinem Orden Pour le mürite. Seit chver Aufstellung stehen Sie an der Spitze dieser überall bewährten Diviston, die auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen, in West und Ost, unvergängliche Lorbeeren geermtet hat. Dt« Namen Przemysl, Verdun, Argcsul und Filipesti sind Marksteine der Siegeslaufbahn, auf der sie mit fester Hand und zielbenmH'er Sicherheit Ihre tapferen, stet» kampfessreudi- gen unerm-üdlichen Truppen von Erfolg zu Erfolg geführt haben. Geben Sie der bravem Division Meine hohe Anertennwng mit Mei- nem Gruß und den beste« Wünschen bekannt. Wilhelm I. R. b . Batocki übe» die rumSussche» Kar». Vorräte. >--- Kristiania, 9. Jan. „Aftenposten" veröffentlicht, lt. .^öln. Ztg.", eine Unterredung ihres Berliner Mitarbeiters mit Herrn v Batocki, der in ausgezeichneter Laune gewesen sei, da er gerade Einzelheiten über die Koruvorrät« in Rumänien erhalten habe, die sich als weit größer herausgestellt hätten, al« man erwartet habe. Heber die Verhältnisse in Oesterreich-Ungarn äußerte Herr v. Batocki, was di« .Morning Post" kürzlich über den Lebensmittel« mangel in der Donaumonarchie verbreitet habe, sei vollständig un- wahr. Er habe sich selbst durch Augenschein i» Wien und Budapest vom Eegentell überzeugt. In Ungarn hätten überhaupt niemals Schwierigkeiten bestanden, da da» Land gut mit Brotgetreide versorgt sei. In Oesterreich werde sich allerding» di« letzte Ernte vielleicht nicht als hinreichend erweisen, weshalb Vereinbarungen getroffen seien für die Ausfuhr einiger hunderttausend Tonnen aus Deutschland. Das sei aber jetzt nicht mehr nötig, da Oesterreich einen Teil der rumänischen Kornvorräte bekomme. (Wir müssen die Gewähr für di« Richtigkeit der Wiedergabe der Unterredung dem Vertreter der nor- welschen Blattes überlassen!) Sine spanische Ministertrißs. WTB. Madrid. 3. Jau. (Nicht amtl.) Ag. Hävers. 5taf dem heutige« Ministerrat begab stch Graf Romanones zum König, um ihn zu bitten, die ehemalige» Miuistcrpri.skdente» und die Torte» um Rat zu fragen, um der Minister kr is« die bestmöglich« Lösung zu gebe». \ Eine Note der Regierung besagt, die Krise sei -zugleich mit der Vertagung der Corte» infolge parlaureutarischcr BdjwUt rigkelten entstanden, aber wegen internationaler Ereignisse namentlich der Rote Wilson», nicht bekannt gegeben worden. Graf Romanones, erklärte, die Lage werde noch heute geklärt werden. Die Präsidenten des Senats u»d der Kammer gäbe» bekannt, ste Hütten dem König geraten, das Kabinett Roma« nones beizi«behalten. Auch Maura habe dem König den glet- chen Rat gegeben. WTD. Madrid. 0. Ja». (Nicht amtlich) Abend« 6 Uhr. Meldung de« Reutersche» Büros. Graf Romanone« gab bekannt, daß da» ga»z« Mi»ist«ri«m im Amte bleibe» werde. Der König Hab« fljm neuerlich sein voll«» vertraue» ausgesprochen. Pclonarse stechen und wendet sich am ihren Partner, den Kaiser »>?* Rußland: „Ich bin Millich, Sire, als Erste einem so großem Mona?- chen Wunsche für das neue Jahr darzubringen. Urlauben mir Eure Majestät, die Fürsprecherin ganz Europas für die Aufrechter Haltung des allgemeinen Friedens und der Einigkeit aller Völler sein zu dürfen" Der Kaiser antwortete, kei« Opfer sei ihm zu groß, um einen Frieden zu befestigen, der das erste Bedürfnis der Dtenschheit sei. Das erste Bedürfnis der Menschheit: die Rot war «s, nicht Klugheit oder Nachsicht, die das damals zerrüttete Europa wieder festigte — allerdings in einer Art und Weiss, die « deutsche» San- den die bitterste Kritik fand. War also auch die Zeit noch nicht reif für das, was damals der wenigen deutschfühlenden Patrioten Hoffnung gewesen, so finden wir doch in den Erinnerungen einzelner Teilnehmer schon wahrhaft prophetische Gedanken ausgesprochen. Hardenberg z. B. sandte an Metternich die Verse: Fleuch, Zwietracht, fleuch von wusern Gauenj Weiche Du Ungeheuer mit dem Schlangeichaar. Es horste auf derselben Rieseneiche Der Doppeladler und der schwarte Aar . . . Und in dem Tagebuche des Erzherzogs Johann finden wir den Ein-- trag: „Es ist nur eure Sache gut und heilbringend, immige, treue Vereinigung zwischen Preußen und Oesterreich: dies hält und zwingt Deutschland mit, und dazu, daß Frankreich nie mehr über den Rhein komme, sondern bis an die Vogesen räume, und tun den Barbaren des Nordens sich entgegenzu-werfen, die jetzt fo sehr nach Süden drängen: um einst Polen zu befreien, und Rußland die Grenze, die die Natur ihm gab, am den Njemen, Dniepr und Dniestor zurückzudrängen. Wer wird eine wahre Vereinigung mit Preußen bewirken? Nur nicht mit Frankreich! Wir haben keine andere Verbindung als mit Preußen. Letzteres gewinnt auch dabei . . ." Wir wissen nicht, welche Erscheinungen des Wiener Kongresses sich beim kommendenFriedensschluß wiederholen werden. Aber wenn wir den unsagbar spannenden Bericht darüber zuklappen, wissen wir bestimmt, daß mancherlei sich nicht wiederholen wird, was jenem Kongrch jeiucu schlimme« Ruf verschafft hat. Die brennendste Frage des Kongresses von 1916/17 ist die nach dem Gesamtergebnis, da» die Geschicke Europas bestimmt, und das ist eine furchtbare schwere und eine außervÄ»swllich ernste Arbeit, namentlich für dta; Staatsmänner und Füirstem MittÄewropas. Hindenburg und die Engländer. 'Aus dem vrohen Hauptquartier wird de« ^Leipz. fl. Nachr." gemeldet: Bei seiner Anro^enhett in tt. . . «s der Westfront besichtigt« Hindendvrg «tu großes Lazarett und fand für »öxn deutschen Schwerverwundetea gütige, teilnehmende und tröstende Worte, so daß alle Begleiter für die unerschöpflich strömende Herzensgiite des Feldherrn und ihre unmittelbare Wirkung auf dt« Leidenden vol- ler Bewunderung waren. Man Mhrte darauf den Feldmarschall in «wen Saal, ta d«« leicht verwundet« englisch« Offizier« lagen. Der Oberarzt, in der Absicht, alle Vorzüge seiner Anstalt in das beste Licht zu setzen, er- klätte, daß hier die Schwester E. .. beschäftigt sei, die 11 Jahre in England gelebt habe und so ftnt Englisch spreche, daß die eingelie- ferten Engländer sie zuerst für ein« echte Engländerin hielten. Aber diese Mitteilung hatte einen unerwarteten Erfolg. Da» grundgütige Gesicht des Feldmarschalls verfinstette sich. Er gab der Schwester ein Zeichen, wegzutteten, und befahl dann: „Die Schwester E. wird sofott an anderer Stelle verwendet. Hierher kommt eine Schwester, die kein Wort Englisch spricht. Ich will nicht, daß die Engländer hier es besser haben, als mein« braven Soldaten, die das Unglück gehabt haben, tat englische Kriegsgefangenschaft zu fallen." Theater» Kunst und Wissenschaft. — Berlin, 9. Jon. Die „Voss. Ztg." meldet: An den Folgen einer schweren Lungenentzündung verstarb hier Pros. Richard Schmidt, ein eifriger Vorkämpfer Richard Wagner», der stch uw die Gründung der Mustkerpensionskasse nnd Hebung der sozialen Stellung der Trmikünstler verdient macht». » Stuttgart, 10. Jan. Generalintendant Baron ga Putlih begeht am 18. Januar da» Njährtg« AnbilÄum al» Leiter des KS» niglichen Hoftheaters in Stuttgart. Da der Jubilar in Anbetracht der jetzigen Zettverhältnisse gebeten hat, von jeder größeren Feier abzusehen, werden di« Mltgk«d«r de» Hofcheater» nur in engem Kreise ihre Glückwünsche in einem Huldigungsfestspiel zum Ausdruck bringen. Diese Feier findet am 16. Jrnmar. mittag» 12 Uhr, im Drohen Haus« statt. P«4o« 9t*f*4£«* tu» }«m*|tBestmengen find von der Meldepflicht awsgenomm«. Di« BokaRmtmachung enthält außer der Anordnung zrr La-gerbuchführimy noch eine ganz« Reihe von EinzeLbestimmungea und ist mit Beispiel« für die Art der Meldspflicht versehen. Ihr WorMrut ist tat den amft> ftchent Zeitunzen abgedruckt. A Vortrag über die BaltenlSnder «nd die Beh e rr schun g der Ost« se«. Ueber die PorsSMchkeit des Vortragend«, des Universitätsprof. Dr. Haller wird uns nachstehendes mitgeteilt: I« Esthland gobotta, studiert« a i« Dorpat, wandert« weg« der damals be ginn en d «« Russiftzierung aus. setzte sei« Studien in Berlin und Heidelberg fort^ arbeitete mehrere Iah« am Preußischen Historisch« Institut in Ro«, wurde dann Prwatdozent in Basel, Pvofessor in Marburg und Gie- ßen und seit 1913 in Tübingen. Von seinen Schrift« seien hier et* wähnt: Der Ursprung des Weltkriege». — Deutschland und Rußland. — Wamrm und baffe wir kämpfen. — Bismarck «nd Deutst^rnd S estred« am 1. April 1915). — Deutschland, FviedensschWss«. — E» hier «och «wähnt, daß der Vortrag nicht, wie versehentlich zuerst berichtet wutde, am Mittwoch, sondern morgen Donnerstag, im gro- ßen Rathaussaale, abends SV» llhr. und jedemnanm zugänglich, statt- ftnfcei. , b= Der Kanfmännisch« Verein teilt im Anzei gen teil dieser Raa* mer mit, daß die Borträg« bis auf weitere» verschob« werd« müf- sen, da die He er e sv evwv!l!tWn>g den Saal der Eintracht mit Beschlog belegt hat. # Das Eoloj;«»« veranstaKet hente, Mittwoch, den 10. Januar, nachmittags 4 Uhr, seüne 12. SonderooMelttmz für die verwundet« Krieger der Lazarett de? Haupt» und Restdensstadt Karlsruh«. Dies« dankenswett« Veranstaltungen, bei denen die Spielfob^z« die gtttch« ist, wie bei den Abendvorstellungen, sind stet» sehr statt besucht. — Im Eaft Bauer findet heute abend wieder «in Sondert»» zert mit verstärkter Kapelle statt. Auszug aus den StandeSbüchern Karlsruhe. Eheaufgebote. ^ 8. Jan.: Peter Quick von Frankfurt. MWÄer allda, mit Um» Weber von hier: 9. Jan.: Karl CJtorta; von hier. Eiseiibahndwr«a»g«» Hilfe von Waghänsol. mtt Herinine Allgeier von hier. Eheschließungen. S. Jan.: Otto Karcher von hier, EisenbahnaMont von hta, mtt Emma Schmitt von hier; Kurt Veitttnser von Stuttgart, Kaufmann hier, mit Luise Merkte von hier; Theodor Ibsen von SüderHranrng, Kaufmann in Freilburg (Schweiz)^ nrit Maria Bandst von Mül' Hans« i. E.; Christian Höger von Langensteinbach, Schlosser hier, mit Liset-de. gesch Höger, geb. Erb aus Hagsfeld; Peter Englett von K«m- bach, Steinhauer hier, mit Emilie Bischer von Doiel; Wilhelm Flügge von Erohrhüden, Sottiewmeister hier, mit Berta Kieruvai«» mm Münch«: Otto Hildebrand von Nastätten, Drogist hier, «tt Anna Bär von hier. Seburte». 4, Jan.: Friedr. Ferdinand, Vater Ludwig Nometsch, Favrti« avbetter: Maria Martha Elisabeth, Vater Ernst Licht, Gefängnis« aufsvher; Walter Jakob Andres, Vater JatoH Holderle, D«mensig, ohne Gewerbe. Beerdiguvgszett ««d Traserha»» erwachsener Verstorben««. Mittwoch den 10.'Im. 1917, Y*1 Uhr: Meta Hartman«, Sekw> täts-Wrtwe, Mathystra^e 4. — %3 Uhr: Peter Steinbach, Erdairibe!» ter, Gartenftraße 66. — 3 Uhr: Johanna Zanso«, Zi>gmeisters-Tochte^ Augartenstir. 23. Wasserstand des Rheins. Sch«steri«sel, 10. Jan. morgms 6 Uhr 2,65 « (9. Ja», ißb 10. Jan. morgens 6 Uhr 3,49 m (9. Ja». 3,43 m) Maxau. 10. Jan morgens 6 Uhr 5,66 m (9. Jan. 5,70 ») Mannhei«, 10. Jan. morgens 6 Uhr 5,34 m (9. Jan. 6,55 ■) Vergniigungs- und Veeeins-Ä nzeigee« (Da» Richer« bitt«t »an aus dem An^ige«t«ll i^nj v Mittwoch d« 10. Januar Eoloss««. 8 Uhr Lorstellung. Gartenbauoerein. 8^ Uhr: Monatsoersammkimg, Saal 8, Schient» Groszer Ratha«»saal. 8 llhr Lichtbildervortrag über BndgeieU*. Hoftheater. 7% llhr Sinsoniekongeitt de» Hofvrchester». Tierschutzverein. 8i4 llhr Zusammenkunft in den „i Jahreszeit«". Die Jäger der Kronprinzeß. Roman von Horst Bode»«. fl. Fortsetzung.) Auf der Bahnhofstraße wurde es mit einem Male still. War da nicht Musik zu hören? . . . Richtig! . . . Und nun lief die Nachricht wie ein Lauffeuer die ganze Einzugsstraße hinunter. „Sie kommend . ,. „Sie kommen!" Patriotische Klänge schallten stärker und stärker, — ein Marschpotpourri war es. Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben — die Wacht am Rhein — Deutschland, Deutschland über alles — Im Wald und auf der Heide, da such' ich meine Freude, ich bin ein Jägersmann! Da bogen sie um die Ecke, berittene Landgendarmen hiel- ten die Jugend ab, die sich vor die Musik drängeln wollte. Nun ging's lo»: „Hurra!" „Hurra!" „Hoch!" ,4>och!" die Mützen wurden geschwenkt, Taschentücher wehten im Winde. Wie Mauern im Eleichtritt kamen die Jäger der Kronprinzetz heran. Hinter der Musik ritt der Oberstleutnant Bruchmuller mit seinem Adjutanten, dem Oberleutnant von Schnega. Der Kommandeur auf seinem hohen Braunen senkte immer wie- der mit einem freundlichen Lächeln den Degen, das taten auch die Kompagniechefs. Vom ältesten Oberleutnant bis zum jüngsten Nekruten marschierten alle anderen stramm militä- risch. Richtung und Abstände waren tadellos, die rechten Hönde flogen genau bis zur Höhe der Patronentaschen, daß ab und zu ein Auge zugedrückt wurde «nd die Lippen gespitzt^ wenn eine hübsche Marjell gerade in die Bisierlinie kam, war mcht gerade ei» Wunder. D>-r Marktplatz kam in Sicht, in der alten Garnison war eifrig geübt worden, was nun zu geschehen hatte. „Tritt gefaßt," kommandierten die Kompagniechefs, die Beine flogen heraus, die Nacken wurden gegen die Kragen gedrückt, die erste Kompagnie marschierte geradeaus und schwenkte in Sektionen links ein, die zweite und dritte Kompagnie marschierten links auf, die vierte schwenkte um die zweite und dritte Kompagnie und marschierte dann ebenfalls links auf. Dadurch entstand ein nach dem Denkmal des alten Kaisers offenes Biereck. Die beiden jüngsten Leutnants, die Fahne in der Mitte, nahmen zwischen der zweiten umd dritten Kompagnie Ausstellung, der Bataillonskommandeur warf seinen großen Braunen herum und senkte den Degen. Alles hatte wunderbar geklappt. Der Bürgermeister trat aus dem Kreise der Honortttionen, die sich am Denkmal versammelt hatten, hervor und hieß mit weithinschallender Stimme das Bataillon in den Mauern Reu- Königsbergs willkommen. Er schloß mit den Worten: „Das erste Hurra, zu dem Sie, Jäger der Kronprinzeß, aufgefordert werden in dieser Stadt, gilt Sr. Majestät, nnserm aller gnädigsten Kaiser, König und Herzog von Pommern, — der so gnädig gewesen ist, uns dieses ruhmreiche Jagerbataillon in Garnison zu geben, das zweite Ihrem erhabenen Chef,^Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit, der Frau Kronprinzessin, das dritte dem Deutschen Reich!" Der Kommandeur warf seinen Brcrniwn herum. „Achtung! Präsentiert das Gewehr!" Ein Schlag war's, keine Mündung wackelte, die Frchnen- spitze sank in den Staub. Dann brachte der Bürgermeister die Hurras ans, über Markt und Einzugsstraßen hallten^sie dahin, fccß die Fensterscheiben zitterten, die ^ Musik spielt« die Nationalhymne. Als sie verklungen war, antwortete der Oberstleutnant Bruchmuller im Namen der Jäger der Kronprinzetz. Mtt welcher Liebe man hier aufgenommen werde, hafte jedes Jägerherz gerührt, diese Liebe gelte es erst zu verdiene». Er gebe im Namen des Bataillons hiermit da» Versprechen ad» daß sich jeder einzelne so aufführen werde, wie es einem Pflicht- getreuen Soldaten gezieme. Er hoffe, daß sich bald um die Cvt» wohnerschaft und die Jäger der Kronprinzeß nicht nur freun8» schaftliche, sondern auch verwandtschaftliche Bande schlängen» worüber mtt' einem Schmunzeln quittiert wurde — und brockte dann drei Hurras auf den Bürgermeister, die Stadtverordneten, auf ganz Neu-Königsberg. In die Hurras wurde wieder kräftig eingestimmt. _ Dann bestieg der Bürgermeister mit dem Stadtverordneten- Vorsteher einen Wagen und fuhr vor dem Bataillon her nach der Kaserne, damit war zwar der offizielle Teil noch nicht vorbei. Aber weiß der Himmel, in das ganz« Bataillon schien ein elek- irischer Funke geflogen zu sein. Und in die Neu-Königsbevg-r erst recht! Sie durchbrachen die Absperrungen, die Musik setzte auch noch mit dem Marschlied ein, das jedem Jäger der Krön» Prinzeß Ke Zunge löste, in de« Frühlingstag hinein brauste das Lied: Ich schieß' den Hirsch im wilden Forst. Im tiefen Wald das Reh, Den Adler von der Klippe Horst, Die Ente auf dem See . . . Das kannten auch die Neu-Königsderger, teils aus ta* Schul«, teils von dem Ueberimhmekommando, das schon seit acht Tagen in der Kaserne hauste und von den Einwohnern Abend für Abend nicht schlecht unter Alkohol gesetzt worden war, jung und alt fyng mit: Kein Ort, der Schutz gewähren tat», Wo meine Büchse zielt, Und dennoch Hab' ich harter Manu Die Liebe auch gesuhM (Förch fwf p t- } Nr. ZT. M MagN i M VMM i « . w» n» summt mm t pfifft* Kette S. Offene Stellen . TSir suche» zum möglichst '«sortigen Hintritt 1 Lage«?»»«. £** im 'Serfan c d»t ist. :u betoan- 1 »in mit auter Handschrift für die Luchbaltung. zur Führung der «onto-Korrenbücher, flott ^tenopraphie u.Maschinenf ^tenopraphie u.Maschinenschr. Rastatt. Hosh.«rdfadrU Ttierli» & Vetter, Rastatt i. «. 8va Möbelschreim «lf seine, vewichste und pokert« Arbeiten find, dauernde Beschäftigung bei «22S.S.6 Gebr. Himmelheber, Möbelfabrik, _ Karlsruhe i. v. Schneider gesucht nir Stiefelhosen. «10« ^ Heck. Schutzenstr. «S. m. 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Das ist ein Urteil, das unsere Feldherren über ic deutschen U-Boote gefallt haben Mehr noch als durch die Ner- f-enkung von Dampfern wirkte das Austreten der U-Boote dadurch, daß keine Mannschaften «ehr zu haben waren," als «in Schiff nach dem andern sank. Das beweist, daß noch verheerender als die Bersen- kung allein der Terror wirken würde, wenn rücksichtslos versenkt wird. Er bewirkt ein völlige Einstellung der Schiffahrt. „Die ganz« ll-Bootfrage ist heih umstritten, und muh kühl über- legt werden. Man Hot gegen den uneingeschränkten U-Bootkvieg ein- gewendet, wir hätten M wenig U-Boote, wir würden die Neutralen gegen uns aufbringen, und uns die Feindschaft der Bereinigten Stelen zuziehen. Die neutralem Staaten würden Lieferungen au uns vollständig einstellen. ..Haben wir zu wenig U-Boote? Wir haben jedenfalls vor uns di!' Tatsache, daß wir seit Monaten keine U-Boot« verloren haben -id daß Monat für Monat die Zahl der U-Boot« wächst. Mit der Zahl wächst auch der Aktionsradius. Heute sind es bereits 56 Tage, die unsere U-Boote unterwegs seht können, ohne einen Hafen anzulaufen. Es steigt auch die Wirksamkeit der artilleristischen Bewaffnung. Wir Haiden U-Boot -Kreuzer. Di« Möglichkeit, sie zu rammen, ist nicht mehr in demselben Maße vorhanden, wie früher. In bezug auf die Zahl der versenkten Dampfer haben wir im Dezember ISIS nach heute vorliegend«, Schätzungen die Ziffer von 500 000 Tonnen erreicht. . Was bedeutet das? England hatte vor dem Kriege 21 Millio- nc: onnett Frachtraum im Besitz. Davon wird ein großer Teil für * riegsführung verwendet, ein großer Teil ist verloren. Enzland I;a. allerdings auch neue Schiffe gebaut. So schwankt die Ziffer, von der man annimmt, daß sie England für die Handelsschiffahrt zur Verfügung steht, zwischen 10 und 12 Millionen Tonnen Frachtrwum. Wenn davon eine halbe Million monatlich sinkt, so ergibt sich im Jahre eine Verlustziffer von 6 Millionen Tonnen Frachtramn. Das würde selbst bei vorsichtigster Schätzung der Hälfte dessen gteichkom- inen, was England besitzt. Manche behaupten, daß es über seinen Besitz hinaus noch den Weltschisfraum für sich verwenden könnte, daß sagen könnte, was noch an Schiffen da ist, ist nur noch allem für ^land da. Täte England das, so müßte Italien erfrieren und die sohlen- und TransporÄrisiis würde in Frankreich noch viel größer werden. Es ist also unmöglich, daß es so vorgeht. Vor allen Dingen aber: Die Ziffer von 6 Millionen Tonnen Verlust in einem Jahre beruht auf der Annahme, daß die U -Boote den Krieg so führen, wie Her? Wilson durchgesetzt hat, daß er ge- führt werden muß. Vor sechs Monaten sprach man davon, daß bei unbeschränktem U-Vootkrieg 600 000 Tonnen versenkt werden könnten. Heute ist das bei beschränktem U-Vootkrieg zu erreichen, wie die Zif- fer von: Dezember zeig'. Wenn aber erst unseren U-Booten die volle Kampffähigkeit wiedergegeben wäre, dann, würde die Ziffer noch weiter steigen, und es könnte ein Monat kommen, wo eine Million Tonnen auf dem Grunde liegt. Und dann wäre die Zeit nicht mehr fern, daß auch England sebst auf dem ©runde liegen wird. Wenn wir das aussprechen, so geschieht es im Bewußtsein der Bedeutung. die die Schiffahrt in England hat. Was bei uns die Industrie ist, das ist die Schiffahrt für England. Die internationale Macht- stell'.ing Englands beruht auf semer Stellung als Weltfrachtenführer. Und wenn England die Hälfte seiner Handelsflotte verliert, dann wäre das so, als wenn bei uns die Hälft« der Fabriken zerstört würden. ..Darum ist es mich von großer Bedeutung, daß heute für deutsche TU'fte nicht in Frage kommt, ob es Sommer oder Winter, ob es •D •e-ubcr oder Mai ist. Für England ist die Achillesferse die Zu« su! der Nohrungsst?ffe, es ist hier noch verwundbarer als wir. Wir l?aben eine starke Landwirtschast und es darf bei dieser Ge- legenheit daran erinnert werden, daß die nationaMberale Politik sich bekanntlich immer dafür eingesetzt hat, die Leis- tungsfühigkeit der deutschen Landwirtsckiaft zu erhalten, daß Bassermann im Kampf um die Zolltarife stets dieses Ziel im Auge gelabt hat. England hat mit Bewußtsem seiner Nahrnngsdeckung imn'er mehr auf die überseeische Zufuhr eingestellt. Von ihr ist seine mhrungsbeschasfung bis zu 85 Proz. abhängig. Man schätzt in dieseM 'iahte die Mißernte in Cauada auf 50 Proz., schon finden Volks« Versammlungen in den Bereinigten Staaten statt, um ein Ausfuhr« verbot sür Getreide zu veranlassen. Aber selbst ohne dieses Verbot lann England nur 50 Prozent von dem bekommen, was es im vorigen Jahre bekommen hat. Dann ist also England sür die ganzen 85 Proz. seiner überseeischen Nahrungsbeschaffung auf die Hälfte eingeschränkt Not und"'Mißernten vor hundert wahren ' von Wilhelm Fluhr«». L Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Von du deutschen Einz.lstaaten war Baden durch die napoleoni- scheu Kriege wohl am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden. Seine Sifijne hatte es für den torsischen Eroberer opfern müssen, durch umfangreiche Einquartierungen wurde die Bevölkerung des Landes während der Kriegsjahre empfindlich belastet. Im Jahre 1815 wurde dann Napoleon vernichtend geschlagen, er kam auf das im fernen Weltmeer liegende Felseneiland St. Helena, wo er nach wenigen Iah- ren sein Leben beschloß. Als die Menschheit so von Napoleon erlöst war. hoffte man in Baden, daß jetzt während eines dauerhaften Friedens eine Zeit der Wohlfahrt anbrechen werde. Im Jahre 1810 hatten sich die Saaten draußen prächtig entwickelt und man erwartete eine gute Ernte. Bald gab es aber in den Rheingegeneen schwere Earnrnbtüche und in weiten Gebieten hausten Hagel- und Unwetter in'bisher kaum gesehener Weise, sodaß die Ernten fast vollständig vernichtet wurden. Die Mißernte verursachte dann im Herbste 1810 und in der ersten Hälfte des Jahres 1817 einen großen Rotstand. Großyerzog Karl und die Bels en bemühten sich, ihm nach Möglich- ; . u steuern. 3o hatte am 2><. Dezember 1816 der Landesherr einen ansehnlichen Teil des auf den Kroßherzoglichen Speichern lagernden Getreides an die notleidende Besrlterung abgeben lassen. Im Januar 1817 ordnete der Großherzog an. ;ajj von den verfügbaren Getreidevor- raten aus den landesherrlichen Vorratskammern in der Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Mai den fruchtreichen Gegenden bis auf ein Sech- ftel, den fruchtarmen Bezirken bis auf ein Drittel nach und nach zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese Quantitäten wurden in kleinen Mengen verteilt oder vertaust, den Käufern wurde beim Haser ein Nachlaß von 25 v. H. gewährt, bei den übrigen Getreidearten 20 v. H. auf die geltenden Fruchtpreise gewährt. Oknteinden in Gegenden, in denen sich keine dem Landesherrn gehörenden Fruchtvorräte befanden, u. wohin diese nur mit bedeutenden Frachtkosten zu bringen waren, erhielten aus den Erträgnissen der Ausgangszölle auf Ge- treide, Kartoffeln und Vrandwein Zuschüsse. Aus den Ausfuhrzöllen wurde in allen Kreisen ein allgemeiner Unterstützungsfonds gebildet. A» 28. Januar gab der Grogherzog die Genehmigung zur Ab gegenüber d«n Vorjahren, und von dieser Hälfte könnte durch unsere U-Boot-Krlegfiihrung ein guter Teil zugrunde gehen. »Selbst wenn England für 4% Monate Vorsorge getroffen hätte, würde unser U-Boot -Krieg nicht nur Englands volkswirtschaftliches, sondern auch sein menschliches Nervenzentrum tteffen. Wir können somit das eine sagen: England kann einen U-Bootkrieg, bei dem eine Million Tonnen Frachtraum im Monat verloren geht, unmöglich länger als ein Jahr aushalten. Denn der Fisch muß auf dem Lande zugrunde gehen. Ist England angewiesen allein auf fein Land, so kann es nicht mehr existieren. Und wenn der U-Boot-Schrecken hin- zukommt, dann ist es sehr zweifelhaft, ob die Neutralen überhaupt noch fahren würden. Damit würde eine wirkungsvolle Blockade Eng- lands durchgeführt sein. „Wir werden natürlich damit rechnen müssen, daß dann ein Un» will« durch die Welt geht und daß man uns Barbaren schimpfen wird, aber mehr als wir schon beschimpft worden find, können wir auch in Zukunft nicht mehr beschimpft werden. Die „Times" hat kürzlich geschrieben, der Deutsche habe noch gar nicht begriffen, worum es in diesem Kriege gehe. Es gehe um Sein oder Richtsein zwischen Eng- land und Deutschland. Deshalb gehe England nicht ein auf einen Berftändigunasfrieden. Einer bleibe unten und einer bleibe oben: ein anderer Ausgang sei nicht möglich. Glauben Sie nicht, daß das leere Worte sind. Unterschätzen wir die Engländer nicht, sie sind unser zähester Gegner und sie werden, wenn es nötig ist, auch hun- gern. Sie ttagen alle Lasten und finanzieren jeden Staat, der sich ihnen als Gegner Deutschlands beigesellen will. Würde England siegen, so würde es uns die Handels- und die Kriegsflotte nehmen, es würde uns militärisch entwaffnen, um uns niedergedrückt von Kriegs- fchäden und Entschädigungen nur noch als den Sklaven Europas weiterleben zu lassen. Das ist Englands Kriegsziel, und wenn es könnte, würde es sicher seine Worte durch Taten bekräftigen. Da müssen wir Nerven wie ülahl haben. „Es kann uns n.irt; . "tan liegen, mit noch weiteren Mächten in Krieg zu geraten, aber wir können uns nicht verbieten lassen, die schärfste Waffe, die wir haben, ganz in die Hand zu nehmen. Des- halb glaube ich, daß die Ablehnung des Friedensangebots uns die Gelegenheit an die Hand gegeben hat, mit dem Rufe zu antworten: U-Boote heraus zu rücksichtslosem Kampf! Und ich habe die feste Ueberzeugung. daß unsere Oberste Heeresleitung mit der Leitung unserer auswärtigen Politik darin einig ist, die Bewaffnung der feindlichen Handelsdampfer mit einer vollen Ausnutzung der Kampf- fähigkeit unserer U-Boote zu beantworten und daß sie dies als eine deutsche Frage ansieht, die lediglich von uns allein zu entscheiden ist, ohne daß ein Mitentscheidungsvecht an diesem Kampfe nicht beteilig- ien Mächton eingeräumt wird". * « • = Haag. 8. Jan. In der Londoner „Rational Review" äußert ein ungenannter Marinssachverständiger folgende Warnung: „Geben wir uns keiner Täuschung hin: wenn wir die Zerstörungsarbeit der feindlichen Unterseeboote im heutigen Umfange fortdauern lassen, ist unser Ende nur «ine Frage der Zeit." (M. N. N.) Die Milchversorgung der Stadt Karlsruhe. Na. Karlsruh«, 9. Jan. Unter dem Titel „Milchsersorgung G. m. b. H. Karlsruhe" — kurz Milchversorgung genannt — wurde, wie schon mehrfach berichtet, in Karlsruhe eine Gesellschaft gegründet, deren Geschäftsanteile in der Mehrheit von der Stadtverwaltung selbst, zum anderen Teil vom Lebensbedürfnis«verein und anderen gemeinnützigen Anstalten bezw. Verewigungen übernommen wurden. Diese Gesellschaft, der von der Stadtverwaltung das in den Besitz der Stadt übergegangene frühere Verwaltung?- und Lagergebände des Lebensl-edürfnisvereins mietweise zur Verfügung gestellt worden st, hat nun mit weiterer Unterstützung der Stadtverwaltung, die das Anwesen zweckentsprechend umbaute, in der Zähringersrra^? eine aufs modernste eingerichtete Molkerei geschaffen. Di« Hauptaufgabe der ..MAchversorgung" besteht h«Ä- in dem Bezug von Milch, die wie bekannt, zum größten Teil« aus Ueberschußgebieten des Schwarzwal- des und der Baar hierher geliefert wird, in der Verteilung dieser Milchmengen an die städtische Bevölkerung und in der Gewinnung von Butter, die zusammen mit den Buttsrlieferunqen aus dem Schwarz wald, die oft anstelle der für die Stadt wichtigeren MAch- mengen eintrifft, für die Fettversorgung verwendet wird. Das Hauptaugenmerk nmß die Milchverforgung auf die Liefe- rung möglichst großer Milchmengen legen, damit durch die Abgab« von' Magermilch der Mangel an Vollmilch ersetzt werden kann. Ob- gleich in den letzten Tagen die Milchlieferungen aus dem Schwarz- wald eine erfreuliche Zunahme aufweisen, läßt die Gesamtmenge der Lieferungen immer noch p wünschen übrig, da von den 11? Gemein- den, die der Stadt als Bezugsgediete.zugewiesen sind, bis jetzt erst 70 Gemeinden ihren Verpflichtungen gegen die städtische ^'"^lkerurg nachgekommen find. Für den MikchbeMg am? dem Schlvarzux^d . weiden täglich den Personenzügen eigene Sammelwagen angehängt, j die ans den einzelnen Stationen ein- und ausgeladen werden. Die I Kannen, die morgens gefüllt verladen werden, kommen abends schon wieder leer auf die betr. Station. Welche Schwierigkeiten den Bezug der Milch aus so weit entlegenen Orten entgegenstehen, ist schon da« aus zu ersehen, daß heute schon, trotz der noch mangelhasten Zufuhr etwa 2000 Kannen im Gesamtwerte von rund 70 00« Mark verwen« det werden. Daß bei Beschaffung dieser Kannen — bei Vollbetrieb steigt ihre Zahl auf 3000 — eingebrachte englische Bannware uns be- sonders gute Dienste leistete, sei mrr nebenbei erwähnt. Den größte» Teil der eingelieferten Milchmenge, zu der auch die städtische Guts- Verwaltung schon einen ganz nennenswerten Beitrag von täglich 2000 Litern liefert, fetzt die Milchversorgung selbst um, ein anderer Teil wird als Ausgleichsmilch an Milchhändler abgegeben. Für den Ver- kauf der Milch hat die Milchvsrsorgung Ausschank-, bezw. Verkaufsstellen eingerichtet. Heber die technischen Einrichtungen und die Behandlung der Milch in der neuen Anstalt sei folgendes mitgeteilt': Die der Anstalt täglich zugehende Milch gelangt bei ihrer Ablieferung an der Verladerampe der Milch Versorgung zunächst zur Wage, wo der Inhalt jeder einzelnen Kanne genau festgestellt wird. Won der Wage fließt die Milch in einen großen Behälter, von wo sie mit- telst Pumpen nach dem 2. Stockwerk in ein noch größeres Sammel- decken befördert wird. Und hier beginnt nun die wichtigste BeHand- lung der Milch, die Reinigung »nd Pasteurisierung. Nachdem dr« Milch in einem Vorwärmer anf 35 Grad Celsius vorgewärmt ist, kommt sie in eine Reinigungszentrifuge, die die Milch von jedem Fremdkörper befreit. Nach diesem gründlichen Reinigungsprvzetz wird die Milch einem Pasteurisierungsapparat zugeleitet, wo alle etwa, vorhandenen Bazillen unschädlich gemacht werden. In der Stunde können hier z. Zt..rund 4000 Liter Milch pasteurisiert werden. Von den Dauerhitzern läuft die Milch in Röhren nach einem Verie- selui^skühler, wo die Milch auf 8 Grad Celsius abgekhlt wird, und von dort in die vier großen, gut isolierten Vorratsbehalter von je 4000 Liter Fassungsvermögen. Diese Vorratsbehälter stellen in Ver» bindung mit dem AuSschankraum. wo die Milch automatisch gemessen, in die VerZauf^annen geleitet wird. Die gleiche Behandlung wie die Vollmilch erfahrt auch die Magermilch, nur mit dem Unterschiede, daß letztere noch eine weitere Station, nämlich die E-rtrohnmngszen« triftige durchlaufen muß. Besonders hervorzuheben ist, daß die Milch während des ganzen ziemlich langen Weges, den sie von der Verlade- rampe bis zu hen Verkaufsstellen zu machen hat, vollständig ftei bleibt von jeder Berührung durch menschliche Hände, so daß also hier ein« Milch zum Verkauf gelangt, die den höchsten hygienischen Anforde- rungen entspricht. Außer diesen der Reinigung und PastenrUsierm^ dienenden Einrichtungen sind noch eine ganze Reihe anderer Masch»» nen in der Milchversörgnngsstelle in Tätigkeit. Interessant ist auch die Butterei der Anstalt,, in der innerhalb % Stunden von den 400 Litern Rahm, die der Fertiger saßt, zw«t Zentner Butter fix und fertig, und fein ausgeknetet, hergestellt wer- den können. Zur Aufbewahrung der Butter Vorräte dient ein ei» gekühlter Norratsraum. in den 30 Zentner Butter Platz hätten, der aber aus Mangel an Vorräten bis jetzt noch unbenutzt geblieben ist. Außer dieser Butterei gibt es in der Anstalt auch noch eine Käserei die ader nur verwendet wird, um die Milch, die aus der langen Eise» bahnfahrt sauer geworden ist, in Quark- — bei uns Bibbeleskäs ge« nannt — zu verwandeln, der ebenfalls wie die Milch da den Au» schankstellen der Butterversorgung zum Verkauf kommt. Da es zu weit führen würde, all die mit dem MAchbetrieib noch werter zusammenhängenden Arbeiten und Einrichtungen der Anstalt eingehend zu beschreiben, seien nur noch kurz erwähnt: die großen Ardeitsräume, in denen, wie in der ganze Anstalt, peinlichste Sa» berkeit herrscht, die Aufenthaltsräume fiir das Personal, dem eigen« Badsräume zur Verfügung stehen, die Maschinenräume mit einem großen Niederdvu ckdampfkessel und zwei Kraftmaschinen, die Verwaltung?- und Verkaufsräume im Vorderhaus und die Stallungen für g Pferde samt Futterschuppen im Hintergebäude. Die Umbauten des Gebäudes, die noch den Plänen des Stadt- baurats Veichel ausgeführt wurden, und sich als sehr praktisch erwies sen haben, erfmderten einen Aufwand von 80 000 Mark, während maschinellen Einrichtungen, deren Kosten von der Milchversorgung. G. m. b. H, bestritten wurden, sich auf 140000 Ml — ohne Kosten für die Kannen — beliefert. Die Dampffnaschii« lieferte die Maschi- nenbaugesellschakt Karlsmhe, die sonstigen maschinellen Anlage« find von dem Bergedorfer Eisenmerk. Die Leitung der Anstalt liegt in den Händen de» Geschäftes^ rers Deutschmann aus Magdeburg. Amtliche Nachrichten. Das Ministerium des Großh. Hauses, der Justiz und des Ans- wattigen hat unterm 24. Ottober v, Js. den Justizaktuar Tankr^V Lindem ann beim Amtgericht Lahr zum Amtsgericht Schwetzingen versetzt. ütfe Generaldirektion der Staatseisenbahnen hat unterm 3. I» mcc d. Js. die Eisenbahnassistenten Viktor Ibach in Müllhei«, Philipp Bix in Meßkirch und Hugo Etspiiler tn Haagen zu Eise» bahnsekretären ernannt. Haltung einer allgemeinen Kollvkte in den gesegneten Gegenden zu- gunsten der notleidenden Gemeinden. Die Behörden wuroen er- mächtigt, die Reuten der milden Stiftungen und der GeineindekNssen zur Unterstützung der geschädigten Wegenden zu verwenden und Aktiv- Kapitalien der Stiftungen zu kündigen und Kapitalien zu diesem Zwecke aufzunehmen. Im Juni setzte der Großherzog mit Rücksicht auf die anhaltende Teuerung eine Kommission ein, die sich mit der Nahrungsnuttelverlorgung der Bevölkerung zu befassen batte. Am 18. Juni erließ diese Kommission eine Verfügung, durch die bestimmt wurde daß der Einkauf und der Verkauf des Getreides der öffentlichen Aufficht unterworfen ist. Die Eigentümer von Getreide, die einen Ueberschuß über ihren Bedarf hatten, sollten durch obrig^eitlicke Ver- sügung zum Verkaufen ihres entbehrlichen Vorrats angehalten wer- den kontier Jeder Ottseinwohner hatte innerhalb 48 Stunden nach Verkündig,»; der Verordnung dem Ortsvorstande seinen Vorrat an Mehl und "tt Getreide, die Zahl seiner Familenangehorigen und Dienstboten und seinen Bedarf bis zur nächsten Ernte anzuzeigen. Jede Person konnte nur bis zu vier Sester Weizen oder Dinkel oder bis 5% Sester Roggen erhalten. Ferner wurden Höchstpreise festgesetzt. Diese bettugen auf den Märkten für Kernen und Weizen 50 Gulden, für Korn und Gerste 30 Gulden, für Dinkel 17 Gulden 30 Kreuzer, für Hafer 13 Gulden für den neuen Malter. Die Verkäufe vom Speicher aus waren etwas niedriger. Wer seine Getreidevorräte verheimlichte, wurde mit Geldstrafen bis zu 25 Reichstalern belegt, die Hälfte davon fiel den Armen des Ortes zn, aus dem der Be- strafte war. Die verheimlichten Vorräte wurden boschlagrmhmt. Neben den öffentlichen Stellen suchte auch die private Wcchltätig- keit die Not zu lindern. In den Jntelligenzblättern, den Anzeige- blättern, konnte allwöchentlich über zahlreiche große und kleine Ve- träge quittiert werden, die für die Darbenden eingingen. Ein Wohl- tätigkeitsunternehmen größeren Sttls stellte die Gründung des Wohl- tätigteitsvereins dar durch Eroßherzogin Stephanie. Man hatte es bei Schaffung dieser Organisation nicht allein auf die Linderung der augenblicklichen Not abgesehen, man wollte eine allgemeine Hebung des Wohlstandes des badischen Volkes durchführen. Als Zwecke des Vereins wurden in den Satzungen angegeben: Beförderung des Gewerbefleißes, Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Nah- rungszweige und die Unterstützung arbeitsunfähiger Armen. Die Mitgliedschaft konnte durch freiwillige jähliche Beträge an Geld und an Naturalien erworben werde«. Die Gliederung de» Vereins war in großzügiger Weise gedacht: es sollten Bezirks- und Ort» vereine gegründet und am 25. März 1817 gab man einen Aufruf zm» Beitritte hinaus. Dieser hatte eine gute Wirkung, den» bald entsta» den Ottsvereine in Karlsruhe, Mannheim, Offenburg, Durlach^ Pforzheim, Säckingen und Ettlingen und der Franenvereiwe in Frei» bürg und die Hilfsgesellschaft in Konstanz ttaten mit dem Wohltätig- keitsverein in Verbindung Um die Organisationen möglichst lücke» los zu gestalten, wurden später die Satzungen dahin erweitett, daß den Ortsgeistlichen «nd Aerzten die Aemter der Vertrauensmann** in ihren Gemeinden jchne wettere» zufielen, sie hatten als natürliche Mitglieder des Wohltättgkeitsvereins zn gelten, von denen man ei« tütiges Mitwirken bei der Vereinsarbeit ermattete. Vorsitzende wurde Großherzogin Stephanie. Die Spenden flössen reichlich; konnte der Mannheimer Verein für die Zeit vom 9. Mai bis zum St August eine Einnahme von 5934 Gulden melden. Die Ausgaben betrugen 5662 Gulden, davon wurden 2418 Gulden für Geldunterstützu» gen aufgewendet, 2000 Gulden für Suppen, 300 Gulden für die Be- förderung der Seidenraupenzucht: auf diesem Gebiete wurden auch Kurse veranstaltet, doch scheint dieser neue Erwerbszweig nicht boden- ständig geworden zu sein. Der Wohltätigkeitsverein hat dann bis zum Jahre 1825 bestanden. In zahlreichen Städten wurden Suppe» anstalten gegründet. Die Suppenanstalt in Lahr, die unter der Leitung des auf dem Gebiete der Wohltätigkeit in aufopfernder Weise tättg gewesenen Buchdruckers Johann Heinrich Geiger stand, gab in der Zeit vom 16. Dezember 1817 bis zum 10. Juli 1817 63 612 Schop' pen Suppe ab, davon 35 244 Schoppen auf Rechnung der Armenkasse. Vom 2L April bis Ende Juli wurden in Lahr 21714 Laibe Brot zu 26 Kreuzer abgegeben, der vier» pfündige Laib Brot kostete sonst 34 Kreuzer bis 1 Gulden. Da» Brot suchte man durch Beimengen von Erdkohlraben zum Teige P strecken. Im April 1817 machte das Kreisdirektottum zu Konstant davon Mitteilung, daß der Braumeister Birkenmeyer auf den ^ danken gekommen sei, den Trebetteig, einen Rückstand bei der Bie»> brauerei, in der Brotbäckerei zu verwenden. Unter Aufsicht de» Medizinalrats Dr. Lauter wurde das Verfahren ausprobiert und für gut befunden, das Direktottum des Seekreifes hat es dann z^ Nachahmung empfohlen. Man hoffte, daß man aus dem MalzteiS der zwei Konstanzer Brauereien in einem Jahr« 25 000 Pfund Br£ herstellen werden können. Das Biertreberbrot scheint fich aber nich» bewährt zu haben. «e. m VtUturftottL wnttm*, bcs Ä Zmm« Savkfche Press«. 7.^ Morgen Donnerstag, den 11. «lanua*» abends S USirs Iwrn Merumf mit verstärkter Kapelle. 44 Danksagung» Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem schweren Verluste unserer unvergeßlichen, nun in Qott ruhenden Tochter und Schwester Rosa Rößle sowie für die zahlreichen Kranzspenden und Leichenbegleitung sagen wir allen unsern herzlichsten Dank. Besonderen Dank noch dem hiesigen Kommunalverband für die liebevolle Aufmerksamkeit. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau «lulle RöOIe Witwe nebst Kinder, Bioil Karlsruhe, den 8. Januar 1917. Bekanntmachung. Der Staatsanzeiger und da? amtliche VerkündiaungSblatt veröffentlichen eine Bekanntmachung des Kgl. stellvertretenden Generalkommandos de» XIV. Armeekorps vom 80. Dezember 1916 W. M. C00|12. 16. KRA.. betreffend Bestands- erbebung von NSHfaden. Auf diese Bekanntmachung. dieauck bei dem Grobb. Bezirksamt, sowie den Bürgermeisterämtern «ingeseben werden kann, wird biermit hingewiesen. 428 Karlsruhe, den 6. Januar 1917. . fflroftb. Bezirksamt. cre irap Koksabsall werden im Gaswerk, SchlachthauSstraße 3, i« Fuhren von mindestens 10 Zentnern zum Preis von 60 Pfg. für 1 Zentner ab Wer? abgegeben. Daselbst können anch ajLi »«entgeltlich abgeholt werden. Karlsruhe, d«» S. Januar 1917. Direktion der städt. Gas». Wasser« n. 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Lehrer Sttoxettfirr 1 !S»'' in der Titelrolle 372.3.1 •9999—99 WVHU 999®99®®@e®Q®@mWZ®tt QU** Mi M Die Heeresverwaltung hat den Saal der „Eintracht" für den Monat Januar mit Beschlag belegt. Wir sind deshalb zu unserem Bedauern gezwungen, die für diesen Monat angesetzten Vorträge bis auf weiteres verschieben zu müssen. Her Toritand. 394.2.1 VS«»0»S««>D »0 «« 0 »»« 0 »LSSDSS-»VT an die Geschäftsst. der „Bad. Stid-laWiK SK'UftS Massage Hand- n. Fu^vflegc in und außer dem Sause. B1V36 Al. Rartoüu Karl ??riedrichftraße 6, 2 Tr. Svrechit. 2 —6 Mir. lNllll-SMerel lii-ÖJligSH Reste nach Gewicht, eingetroffen, sciwie halbfertige BttlisUBlnsen Stück 3.95 Mk. 531002 Geschw. Bindefeld Kaiserstr. 38. Telephon 3808. Evang. Gesangbücher] i» grofter Auswahl. |L.Wohlschlegel| Kaiserstr. 173. Den Rest der zu jedem annehmbaren Preis nur Zirkel Z?, Sckr Merstr. Hans der Fahrradhaudluna, 1 Treppe hoch. . 386 W-We„!lMr. D. R. 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