Meint fcrflrfi 2 otct Avend-Ansgave. «iqentum uno vertag votz A?er». Tbierqartea. ' Chefredakteur: Albert Herzogs Verantwortlich für allgem. PolitS und seuiäecon: Union ^t»üolph> für miiiche -iiolitit, Lokale«, bad. Chronik und Zen allgemeinen Teil« J.B.' ÄntonRudolph. ltr aen Änzei« genteil ^.Mnserssiher. idmtl, ü ffarlJruöei ö. Saliner Vertretung: Berlia W18 Anzeige«: Die Kolonelzeile 'JSfu.. die Na ÜainezeUe 7o 4 4rfo— Reklamen at l. fcielie 1 Wik. tie ütile. 1vei^>»et,rhrlunxe» ifttisej.ei iKcUii, M d? »Jitdjteml aiimif tu let ßtn<$i iichen Betreuungen rnd le> ttoulurj« . «s ei s tri irin k»Ilscheid-K«B«: K<-r!-r,K !lr. 8359 Kezngs-Ureile: jn«fl.A ebne .Jlluftr.Welttchau^ »«»g. B mit .Jlluftr. SBeltWÄu" t«Karlsruhe: ^ onalI |^ Im Verlage abaeholt —.77 —.97 m d. Zweigstellen , —.82 1.02 frei ins Haus nc« oitrtniätitUd-, liefert 2.70 iUJO InSwärtS: 1b» holunp a .Posls» alter 230 2.93 SEuid) d.Brieftrager tägl. -mal i ns.Oau i !t.02 3.65 tfeitioe Nummern . . & Pf«. Vrübere Nu mmern . . 10 Pfg. Gefchaitsilelle: Kirkel» und Lammi'ir.-Ecke. nechsi Kaisernraße und Marktplatz. Brief« od. Tel..-Adr. taute nicht auf Namen, sondern: »ad. Presse, narlSruhe. IMsche Messe General-Anzeiger der Residenzstadt Karlsruhe und des Grotzherzsgtums vaden« Sßf Unabhängige nnd am meisten gelesene Tageszeitung ttt tiarlsrnhe. /r„ .if . Ä ' r ^ ^ A _ . wjöüentud) i üiummn „Karlsruher Unlerhaltungsblatt" mit IUui-ratilnen. wvWllS 8 u 0 C t i ♦ Jährlich l Fahrplan. 1 lvujtnener AZandkaiender. 'vlvie viele lonstige Beilagen. 'Jßeuaus grögie Beziel erzähl von allen in Kar.sruhe eriche.nenden Zeitungen Nr. Telefon: ©cfdiäftSftcElc Nr. 86. arlsrnhe, Freitag den 12. Jannar Iii 17. Telefon: Redaktion Nr. 809. 33. Jahrgang. Deutscher Heeresbericht. knzliche und tu!Me Amille Mmlele«. Eule SoMrille in Rumänien. Wme leinWe 6le!!unaen jeilfitml. Seiie MIge beiSM. fiaJutlea genommen. WBT. Trotzes Hauptquartier, amtlich, lg. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. HeeresgriiM Krominz RüppreÄ- Auf unseren Stellungen bei Armenti^res und L«»s, so, wie beiderseits der Straße Albert-Bapaume lag von uns kräftig erwidertes feindliches Artilleriefeuer. Nördlich der A n c t e griffen die Engländer in den frühen Morgenstunden zweimal vergeblich an. Bei Serre brach ihr An- griff vor unseren Linien zusammen. Nördlich Beaueourt wurden sie nach anfänglichen Erfolgen durch kräftig geführte Gegenstöße ver« lustreich in ihre Ausgangsstellungen zurückgeworfen. 50 Gefangene und 2 Maschinengewehr« blieben in unserer Hand. Bei B « a « mo «t sind noch klein«« Znfanteriekämpse im Sange. Heeresgruppe Iftonptinj. Westlich der M aas auf de» Töte und in den Bog «f« n lebte der Artillerie- und Minenkampf an einzelnen Stellen zeitweise auf. Heute früh in die feindlichen Grab«« aus den Combres» Höhen und östlich Nomeny eingedrungene Stoßtrupps kehrten ahne Verluste mit 18 Franzosen zurück. festlicher Kriegsschauplatz. Front tes StvttilstltmriSallS Pnnzen Lmolb m Nmm An der Düna und im Seen-Eebiet südlich Dünaburg nahm die Ecsechtstätigkeit gestern wesentlich ab. An der Bahn Wilna-Dünaburg wurden angrei. sende russische Kompagnien unter großen Verlusten abgewiesen. Zwei zur Verbesserung der eigenen Stellung südwestlich Riga unternommen« kleinere Angrisfe brachten uns Z2 Ee- fangene ein. Front des HenerMnstev Erzherzog Joseph. In Erweiterung unserer Erfolge am 10. Januar wurden auch gestern beiderseits der O i t o z » Strohe mehrere hinter» «inanderliegend« Stellungen des Gegners gestürmt. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste und lieh einen Offizier, 80 Mann, 6 Maschinengewehre und 3 Minenwerfer in der Hand des Angreifers. Nördlich und südlich des Susita,Tales blieben feindlich« Angriffe erfolglos. Heeresgruppe des Generalselwarschalls von SMenfeti . In der Sumpf-Niederung zwischen B r a! l a und G a l a lj drängten wir den Russen weiter gegen den Sereth zurück. Laburtea wurde genommen. In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar versuchten bewaffnete feindliche Schiffe Zsaccea Donauasfwärts ja passieren. Ein Dampfer wurde durch unser Artilleriefeuer ver- senkt, ei« anderer gezwungen, auf das Nordufer aufzulaufen. Mazedonische Front. Südlich des O ch r i d a - Sees griff der Feind die öfter- reichisch-ungarisch-bulgarische Front hinter der C e r a v a an. Die Stellungen wurden gehalten. Der «rste Eeneralquartiermeister: Ludendorff. Ereignisse zur See. Der ll.- Boot- und Minen-Krieg. --- Basel, ll. Jan. (Reuter.) Das Pressebureau teilt ein gestern empfangenes deutsches R?diotelegramm mit, das die Meldung einer Schweizer Zeitung enthalte, wonach der englische geschützte Kreuzer „Shanon" (14 800 Tonnen) Ende November an der Südküste Eng- lands nach Auflaufen auf eine Mme gesunken sei. Sekretär der englischen Admiralität erklärt, dah an der Meldung kein wahres Wort ist. (Natürlich!) Zur Charterung fremder Schiff«. MTB. London. 12. Jan. (Nicht amtlich.) Reuter. Es wurde eine Verordnung erlassen, über die Charterung von Schissen nach oder von britischen Häsen. Aehnüche Bestimmungen sind in Front» reich und Italien erlassen worden. Zweck der Verfügung, eine engere Uebereinstimmung in der Verwendung des Schisfsraumes zu sichern. In Zukunft wird von der Zollbehörde jede» Landes die Erlaubnis «ingeholt werden müssen, bevor irgend welcher fremder Schiffsraum gechartert wird. Ein Marinekriegsrat der Alliierten. --- Zürich, 11. Jan. Nach Meldungen aus Paris, ist vor- gestern Abend der Martnemlnister mit seinem Stab nach Lo-l- don zur Teilnahme an dein großen Marinelriegsrat der Alliier- te» abgereist. lKöln. Ztg.) Die Antwortnote der Entente an Wilson. WTB. Paris, 12. Jan. (Nicht amtlich.) Agenc« Havas. Die Antwort der alliierten Regierungen aus die Note des Präsidenten Wilson vom 19. Dezember lautet folgendermaßen: „Die alliierten Regierungen haben die Not«, die ihnen am IS. Dezember 1916 im Namen der Regierung der Bereinigten Staaten übergeben wurde, erhalten. Sie haben sie mit der Sorgfalt geprüft, die gleichzeitig ihre richtige Empfindung von dem Ernst d«r Stunde und ihre aufrichtige Freundschaft für das amerikanische Dolk gebie- ten. Im Allgemeinen legen sie Gewicht darauf, zu erklären, daß sie den hohen Gesinnungen, von denen die amerlkanilsch« Rote beseelt ist, den Zoll ihrer Anerkennung darbringen, daß sie sich mit allen ihren Wünschen dem Plane der Schaffung einer Liga der Nationen anschlte- hen, die Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sichern wollen, und sie erkennen alle Vorteile an. die die Einrichtungen internationaler Bestimmungen zur Hintanhaltung und der Zivilisation bringen wird, Bestimmungen, die die erforderlichen Maßnahmen (Sanktion) in sich schließen müssen, um die Aussührung zu gewährleisten und so zu ver- binden, daß die anscheinende Sich«rh«it nicht dazu dient, neue An- griffe zu erleichtern. „Die Erörterung künftiger Abmachungen, die einen Frieden sichern sollen, hat zunächst eine befriedigende Regelung des gegen- wärtigen Streites zur Voraussetzung. Die Alliierten empfinden so tief wie die Regierung der Bereinigten Staaten den Wunsch, möglichst bald diesen Krieg beendigt zu sehen, für den die Mittelmächte ver- antwortlich sind und der der Menschheit grausame Leiden auserlegt, aber sie sind der Ansicht, daß es unmöglich ist, bereits heute einen Frieden zu erzielen, der ihnen die Wiedergutmachungen, Rückerstat- tungen und Bürgschaften sichert, «iff die sie «in Recht haben infolge des Angriffes, für den die Mittelmächte die Verantwortung tragen und der im Ursprung gerade darauf abzielte, di« Sicherheit Europas zu Grunde zu richten. „Die alliierten Böller hegen die lloberzeusung, daß sie nicht für ein selbstsüchtiges Interesse, sondern zum Schutze der Unabhängigkeit der Völker, des Rechtes der Menschheit kämpfen. Die Alliierten sind sich vollkommen flar über die Verluste und Leiden, die der Krieg den Neutralen, wie den Kriegsührenden zufügt, und sie beklagen fi«, aber sie lehnen die Verantwortung dafür ab, da sie den Krieg in keiner Weise gewollt oder hervorgerufen haben, und sich bemühen, die Schä- den zu mildern, soweit dies mit den unerbittlichen Forderungen der Verteidigung gegen die Gewaltätigkvit und di« Fallstricks des Feindes vereinbar ist. „Mit Genugtuung nehmen sie zur Kenntnis, daß die amerikanische Mitteilung in keiner Weis« ihrem Ursprung nach mit derjenigen der Mittelmächte zusammenhängt, die am 18. Dezember von der Regie- rung der Bereinigten Staaten übergeben wurde. Sie zweifelten nicht an dem Entschluß der amerikanischen Regierung, selbst den blassen Anschein einer auch nur moralischen Unterstützung des ver- antwortlichen Urhebers des Krieges zu vermeiden. „Die alliierten Regierungen halten es für. ihre Pflicht, sich in der freundschaftlichsten und klarsten Weise gegen eine Gleichstellung aus- zusprechen, die auf öffentlichen Erklärungen der Mittelmächte beruht und in direktem Widerspruch zur offenkundigen Sachlage steht, sowohl bezüglich der Berantwortlichleit in der Vergangenheit, wie betres- send der Eigenschaften sür die Zukunft. Präsident Wilson hat durch ihre Erwähnung gewiß nicht beabsichtigt, sich ihr anzuschließen. „Eine historische Tatsache steht gegenwärtig fest, nämlich der Angriffswille Deutschlands und Oesterreich-Ungarns, um ihre Vorherrschaft in Europa und ihre wirtschaftliche Herr- schaft über die Welt zu sichern. Deutschland hat durch die Kriegserklärung und die sofortige Vernichtung der belgischem und luxemburgischen Unabhängigkeit, durch die Art, wie es den Kamx geführt hat, eine systematische Verachtung aller Erundsätzc .'er Menschlichkeit und der Rechte der kleinen Etaa- ten gezeigt. Je mehr sich der Konslikt entwickelte, wurde d!e Haltung der Mittelmächte und ihrer Verbündeten ein stän- diger Hohn auf Menschlichkeit und Zivilisation. „Ist es nötig, an die Creuel zu erinnern, die den Einfall in Belgien und Serbien begleiteten, die schonungslose Verwal- tung der besetzten Länder, die Niedermetzlung von Hunderten- senden :x?n harmlosen Armeniern, die Barbarei gegen die Be- völkerung von Syrien, die Zeppelinangriffe auf offene Städte, die Zerstörung von Poftdampfern und Handelsschiifen unter neutraler Flagge durch Unterseeboote (?). Die grausame Bt- Handlung der Kriegsgefangenen, die Justizmorde an Miß Ca- well und Kapitän Fryatt, die Verschleppung, der Zioilbevöl- kerunz in die Sklaverei usw., die Hinrichtung ocn Tarwille u>,d die Reihe von Verbrechen, die ohne Rücksicht auf die allgemeine Mißbilligung begangen wurde, erklären dem Präsidenten Wik- son vollständig den Protest der Alliierten. „Diese sind der Meinung, dak; die Not«, die den Vereinigten Staaten als Antwort auf die deu'sche Note überreicht wurde, die von der amerikanischen Regierung gestellte Fr.-ge beantwortet und nach dem eigenen Ausdruck der Alliierten eine öffentliche Erklärung bezüglich der Bedingungen, unter denen der Krieg beendigt werden könne, darstellt, aber Präsident Wilson wünscht noch mehr, er wünscht, daß die kriegführenden Mächte "ffen die Ziel« bekannt g«b«n, di« sie sich bei der Fortführung des Krieges setzen. „Die Alliierten können auf dies« Forderung ohne Schwierigkeit ten antworten. Ihre Kriegsziel« sind wohlbekannt. Sie haben sie mehrfach in den Erklärungen der Oberhäupter der verschiedenen Re- gierungen dargelegt. Dies« Ziele werden in den Einzelheit«« mit allen Kompensationen und gerechtfertigten Entschädigungen für de» erlittenen Schaden erst in der Stunde der Verhandlungen auseinaw- dergesetzt werden,' aber die zivilisierte Welt weiß, daß sie alles not» wendige einschließen und in erster Linie die Wiederherstellung Del- giens, Serbiens und Montenegro, die ihnen geschuldeten Entschavi- gungen, die Räumung der besetzten Gebiete von Frankreich, Rußland und Rumänien mit den gerechten Wiedergutmachungen, die Reorga, nisationen Europas, die Bürgschaft für ein dauerndes Regime, da« sowohl auf der Achtung der Nationalität und der Rechte aller Net- nen und großen Völker begründet ist, wie auf ein territoriales Ab- kommen und internationale Regelungen, die geeignet sind, die Lanv- und Seegrenzen gegen' ungerechtfertigte Angriffe ,u schützen, dte Zurückgabe der Provinzen und Gebiete, di« früher den Alliierte« durch Gewalt oder gegen den Willen ihrer Bevölkerung entrisse« worden sind, die Befreiung der Italiener, Slovenen, Rumänen, Tsch«, chen und Slowaken von der Fremdherrschaft, die Befreiung der B«- völkerungen, die der blutigen Tyrannei der Türkei unterworfen sind die Entfernung des osmanischen Reiches aus Europa, weil es zwei-- fellos der westlichen Zivilisation fremd ifl." „Die Absichten S. Majestät des Kaisers von Ruhland (7) de- zflglich Polens sind klar und durch die ProNamation kund gegeben, die er an seine Armeen gerichtet hat. „Wenn die Alliierten Europa der brutalen Begierde des prruhi« schen Militarismus entreiß«« wollen, so war es selbstverständlich niemals ihre Absicht — wie man vorgegeben hat —, die Vernichtung der deutschen Völker und ihr politische» Verschwinden anzustreben. Was sie vor allem wollen, ist die Sicherung des Friedens auf der Grundlage der Freiheit und Gerechtigkeit, der unverletzlichen Tr««e, die die Regierung der Vereitiigten Staaten stets beseelt hat. „Die Alliierten, einig in der Verfolgung dieses hohen Zieles» sind jeder, einzeln und gemeinsam, entschlossen, mit ihrer ganze« Krast zu handeln und alle Opser zu bringen, um den Streit zu einem -siegreichen Ende zu führen von dem ihrer Ueberzeugung nach nicht bloß ihr eigenes Heil und ihre Wohlfahrt, sondern auch die Zukunft der Zivilisation selbst abhängt." » WTB. Haag, 12. Jan. Das Sekretariat des Internationale« sft zialistischen Bureaus hat gestern von der sozialistischen Partei in de« Vereinigten Staaten ein Telegramm aus Chicago erhalten, in dem vorgeschlagen wird, für den 3. Juli 1917 im Haag einen internationa» len Kongreß einzuberufen. Wenn das Bureau bis zum 1. Marz keine Schritte getan haben sollte, um einen solchen Kongreß einzu- berufen, so werde die amerikanische sozialistisch« Partei sich sür berech- tigt halten, selbst die Initiative zu ergreifen. §chamlose Behandlung deutscher Gefangener durch die 5ranzosen. Deutsch« Gegenmaßnahmen. WTB. Berlin. 11. Jan. (Amtlich.) In letzter Zeit häufen sich die Nachrichten über die unmenschliche, jedem Völkerrecht höhn« sprechende Behandlung, die den deutsck)en Kriegsgefangenen in ftan» zösischer Gefangenschaft zuteil wird. Nicht genug damit, daß die Gefangenen im Festungsbereich des deutschen Feuers zu schwersten Arbeiten, daruntet Ausheben von Schützengräben und Transport vo« Munition gezwungen werden, wird in unmenschlicher Meise alles getan, um ihnen ihr ohnehin bitteres Los zu verschärfen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Schon unmittelbar nach der Gefangennahme werden die Ee- fangenen ihrer Wertgegenstände planmäßig beraubt. Auf dem Transport zur Sammelstelle werden sie von Wachtmannfchaften und Bevölkerung angespien, in gemeinster Weise beschimpft und durch Schläge, Kotbrnstöße und Fußtritte roh mißhandelt. Wiederholt sind Hunde auf die Gefangenen gehetzt worden. Französische Offizier« haben derartigen Brutalitäten nicht nur nicht gewehrt, sondern sich selbst daran beteiligt. Die erste Unterbringung findet in offenem, mfe Stacheldraht umzäunten Pferchen statt, wo der bloße Erdboden, ohn: Rücksicht auf Wind und Wetter, als Lagerstätte dient Das Essen ist unzureichend, und oft ungenießbar. Krankheitsepidemien sind die Folge. Diszipß- narstrafen von beispielloser Härte werden verhängt. So hat man wie- dercrgriffene Flüchtlinge in'einen Drahtkäfig gesperrt, der zum Nie- derliegen zu kurz, und zum Stehen zu niedrig war. Die Verhältnisse in den Sammellagern, wohin die Gefangene« nach wochenlangem Aufenthalte in den Drahtpferchen überführt wer» Aavkfche presse« Kette S. den, find unwürdig und trostlos. Die Mannschaften liegen in Zelten, die regendurchlässig find und der Winterkälte frÄsn Zutritt lassen. Nur selten werden Decken geliefert und dienen Strich und Flechtwerk als notdürftiges Lager. Aerztliche Fürsorge fehlt fast gänzlich. Kranke werden ohne Rücksicht auf ihren leidenden Zustand zur Arbeit angetrieben. Post- fachen der Gefangenen werden nicht oder nur, nach langer Liegefrist befördert. Ihnen aus der deutschen Heimat geschickte Pakete und Geld werden nur in einzelnen Fällen ausgehändigt. Die Pakete sind fast durchweg beraubt. Selbstverständlich hat die deutsche Reichsregierung sofort Mag- nahmen ergriffen, um i« diesem empörenden Zustand Wandel zu schaffen, den unglücklichen Kriegsgefangenen Deutschen, die in der französischen Armeezone im deutschen Feuer unter so elenden Vi- dingungen ihr Leben fristen, muh und wird und zwar schnellstens Hilfe werden, dessen kann das deutsche Volk sicher sei«. — Näheres darüber wird in Kürze mitgeteilt werden. dieser Aufforderung nach. Während des Gelages kam es zu einem außerordentlich erregten Streit. Durch Ausdrücke, die Rasputin gebrauchte, erklärte sich Fürst Iussupow als Wirt gekränkt: er forderte eine Erklärung. Rasputin antwortete ablehnend: der Streit wurde immer schärfer. Einer der Käste reichte Rasputin einen Revolver mit der Aufforderung, sich sofort selbst zu erschienen: andere verlangten unter Todesdrohungen, er solle sofort schwören, daß er der Politik entsagen und die Haupt- stadt verlassen werde. Da nahm Rasputin den Revolver und wollte schießen. Purischkjewitsch schlug ihm den Revolver aus der Hand: darauf gaben fast gleichzeitig Fürst Iussupow und Purischkjewitsch die tödlichen Schüsse auf ihn ab. Unter den bei diesem Gelage anwesenden Damen nennt der Gewährsmann dieser Einzelheiten eine Fürstin Nadziwill, eine Gräfin Crrutz, eine Frau von Drentle» und die Ballerina des Kaiserlichen Balletts Caralli. Frankreich und der Rrieg. MTB. Paris, 12. Jan. Die französische Heeresverwaltung hat angeordnet, daß die mobilisierten landwirtschaftlichen Arbeiter, so- wohl im Front-, wie im Innendienst zur Vornehme der LSndbestel- lung vorläufig vom Dienst befreit werde», b« befürchtet wird, daß das Ergebnis der Ernte sonst ungenügend sein könnte. Zum Pariser Mu«itionsarbeiterstr«it. WTB. Bern, 12. Im,. Der „Temps hofft, daß die Arbeitgeber so einsichtig sein werden, die Forderungen der Munitionsarbeiter zu erfüllen, um den Streik beizulegen. Mit Gewaltmitteln komme man nicht durch. — „Echo de Paris" verrät die sichtliche Erregung, vre der Streik in Frankreich erweckt und fordert die Regierung aus, das Schiedsgerichtsamt zwischen Arbeitgebern und Arbeitern zu übernehmen, falls nicht sofort eine Einigung erzielt werde, und schärfste Mahnahmen gegen den Ausstand zu ergreife«, der nur im Interesse Deutschlands liege. Der Altoholteufel in Frankreich, o Paris, 12. Jan. (Privattel.) Die „Neuen Aürch. Nachr." melden von hier: Die Union der Metall- und Mineuindujtrie Krank- reichs, die 55 Syndikate umfaßt, hat an die französische Regierung eine dringende Eingab« gerichtet, worin sie die Verheerungen de» M- kohols beklagte, die einen äußerst nachteiligen Einfluß auf den Ge- sundheitszustand der Arbeiterschaft ausübten. Di« Schwindsucht gras- siere im ganz unheimlicher Weise unter der französischen Arbeiterschaft. Sie ersuchen dringend das Parlament, ein radikales Alkoholverbot zu erlassen, andernfalls, könnten die Arbeitgeber die von der Ratio- nalverteidigung auferlegte schwere Ausgab« nicht erfüllen. Dasselbe Blatt meldet aus Lyon, der Kommandant der 17. fran- zösischen Region hat die Verabsolgung von A'kohol an die schwarzen Soldaten seines Befehlsbereichs verboten. (Gen. G.K.) England und der Rrieg. WTB. London, 12. Jan. (Sticht amtlich.) Reutet. Der russische Botschafter Graf. Benckendorfs ist gestorben. Die Kriegsanleihe-Versamrnlung in Knildhall. WTB. London, 12. Jan. Auf einer großen Versammlung in der Guildhall, die gestern nachmittag zur Unterstützung der neuen Kriegs- anleihe abgehalten wurde, sprachen Bonar Law, Lloyd George und Mac Kenna. Bonar Law gab bekannt, daß der Zeichnungspreis der neuen Anleihe W Prozent bei 5 Prozent Zinsen und 40 jähriger Laufzeit sein werde. Die Regierung habe das Recht, die Anleih« nach 12 Jahren zu pari zurückzukaufen. Die vorhandenen 4-, 5- und 6-proz. Bonds könnten zu pari gegen die neue Anleihe umgetauscht werden. Bezüglich der Einkommensteuer unterliegen die fremden Besitzer von Anleihen und die in den Kolonien nicht der britischen Besteuerung. Dem Publikum sei jede Erleichterung gegeben, von den Banken Dar- lehen zu erhalten, um auf die neue Anleihe zu zeichnen. Bonar Law erklärte, daß dem Publikum niemals bessere Be- dingungen in der Vergangenheit angeboten worden seien und daß in Zukunft auch niemals bessere angeboten würden. Solange Geld im Lande sei, werde der Krieg nicht aufhören. Lloyd George sagte, man müsse sich eine große Anleihe sichern, nicht nur um den Krieg wirksam zu finanzieren, sondern als Beweis der fortdauernden Entschlossenheit des Landes, den Krieg fortzusetzen. Ein Krieg sei besser als ein Frieden unter preußischer Herrschast. Mi tdcr wirksamen Unterstützung unserer tapferen Heer» werden wir uns den Weg zum Sieg im Jahre 1A17 öffnen. Eine erfogreiche Anleihe wird helfen, den Krieg abzukürzen, das Leben vieler zu retten, das britische Reich Europa und die Zivilisation ju retten. Die Flotte hat den feindlichen Handel unterbunden. Sie wird damit fortfahren, trotz aller seeräuberischen Pläne des Feindes, Der überbürdete Lloyd Eeorge. - == Von der schweizerischen Grenze, 11. Jan. Der Pariser „New 9»rk Herald" schreibt: Lloyd George hat sich vor dem Verlassen Roms telegraphisch beim König von Italien entschul- digt, daß er ihn nicht im Hauptquartier besucht habe. Seine Zeit sei durch die Arbeiten der Konferenz in Rom ganz in An- spruch genommen gewesen. (Köln. Ztg.) Aus der Kestdenz. Karlsruhe, 12. Januar. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielten: Vizefeldw. Berthold Deimling von Mannheim, Chefarzt Dr. Schieffer, Besitzer des Sana- toriums „Bühlerhöbe" beim Plättig, Oberlt. Rechtsanwalt Karl Mayer in Kehl, Offizierstellv. im Gren.-Regt. 109, Georg Roß von Leutesheim bei Kehl, Oberlt. Adolf Grieshaber von Triberg und Lt. Lehramtsprakt. Dr. L. Diemer von Konstanz. 2. Klaff«: Kriegs- sreiw. Gefr. Fr Armbruster in Karlsruhe, Schulkandidat, Leutn. d. R. Fritz Eaßner von Rauenbsrg und Reichstagsabgeordnetev Geh. Rat v. Schulze-Gaevernitz in Freibuvg, der zu Beginn des Krieges als Fünfzigjähriger freiwillig in den militärischenDienst eingetreten und zuerst der Fliegertruppe, sodann dem Marinekorps zugeteilt war. X Der Hilariustag. Der 13. Januar, der dem Andenken des Bischofes Hilarius von Arelate (429—443) gewidmet ist, wird nur in kleinen Ortschaften des nordzüricherischen Bezirks Andelsingen - als besonderer Festtag gefeiert. Sie besitzen sogar eine besondere Stif- tung, um jedes Jahr den „Hilari"- oder „Gläreli"-Tag in alther- gebrachter Weise zu begehen. Das Fest dauert drei Tage. Am frühen Morgen des 13. Januar durchziehen Masken die Dorfstraßen und rufen den „Hilari" ein. Dabei wird gewöhnlich allerhand Ulk verübt, den aber niemand übel nehmen darf. Am Nachmittag kommen die Ver- heirateten zu einem Bürgertrunk, der auf Kosten der Gemeinde ab- gehalten wird, zusammen. Auch dieser Anlaß wird mit Scherzen und Maskereien aller Art eingerahmt. Am Abend veranstaltet die Jugend der vier Dörfer Kiltbesuche. Diese Zusammenkünfte werden gewöhnlich bis in den folgenden Morgen ausgedehnt. Der zweite Tag bringt die „Maidlistube", d. h. die Dorfmädchen laden die ledigen Burschen in einer großen Bauernstube zu einem Kaffeegelage ein. Damit werden hauptsächlich Gesellschaftsspiele verbunden. Der dritte Tag vereinigt nochmals alle Gebräuche in sich: Maskentreiben, Tanz gemeinsames Essen und Trinken, Kiltgang usw. Das Hilariusfest wird iror< r ' "nen parodierten Leichenzug abgeschlossen, an dem der ..Mürel 'ne Strohpuppe — unter Musik- und Maskenbegleitung durch die er geführt und zum Schlüsse begraben wird. Der Leichenzug t meistens auch nach Schaffhausen, der nächsten großen Stadt. Nii' selten kommt es dabei zu Schlägereien. Auch für den schweizerischen Kanton Elarus hat der Hilarustag eine besondere Bedeutung. Hier richten sich alle Kirchweibfeste des Kantons nach diesem Kalendertag. Na. In der Milch- und Fleischversorgung hat sich in den letzten Wochen des alten Jahres eine erfreuliche Besserung fühlbar gemacht. So konnten in der Woche vom 23. bis 31. Dezember 50 33? Liter Milch Geschafft und zum Verkauf gebracht werden. Der große Wert des städtischen Gutsbetriebs ist daraus zu ergehen, daß von dieser Gesamtmenge beinahe ein Drittel, nämlich 16 442 Liter, der Selbst- Produktion der Stadt zu verdanken ist. In der Fleischzersorgung war durch die von der Reichsfleischstelle zugelassene Erhöhung der Kopfmengen eine vermehrte Zufuhr an Schlachtvieh notwendig. Im ganzen gelangten in der letzten Dezemberwoche 34 337 Kilogramm Fleisch in Karlsruhe zum Verkauf. Es wurden dazu geschlachtet 65 Stück Großvieh, 239 Kälber. 106 Schwein« und eine Ziege. □ Lichtbildervortrag über Bulgarien. Der gestern abend im großen Rathaussaal von der Rotenkreuzschwester Erna R»sch«weyl) aus Hamburg veranstaltete Lichtbildervortrag über Bulgarien bot eine Fülle interessanten Materials über das mit uns eng verbündete Land. Man merkte sehr bald, daß die Rednerin ihr Wissen nicht aus Reisehandbüchern oder Zeitungen, sondern aus eigenen An- schauungen geschöpft hatte und staunte über die scharfe Beobachtung^ gäbe, mit der die Pflegeschwester während ihres neunmonatigen Auf- entHalts das Bulgarenvolk erfaßt harte. An Hand zahlreicher wohl- gelungener Lichtbilder führte uns die Rednerin nach der bulgarischen Hauptstadt, sie erzählte in außerordentlich anschaulichem Plauderton vom bulgarischen Fürstenhaus, dem kernigen Bauernstand und seinen kriegsbegeisterten Soldaten. Schöne Landschaftsbilder führen uns' nach Mazedonien, wo die Rednerin die längste Zeit ihres Pflege- dienstes zugebracht hat. Während der Zwischenpause verkauften zwei hübsche junge Mädchen in bulgarischen und mazedonischen Gewändern Ansichtskarten zu Gunsten des bulgarischen Roten Kreuzes. Es war imr schade, daß der höchst interessante Vortrag gerade aus Kreisen des Rote» Kreuts, deg«r Iutexelleu er dienen sollte, und aus «Li- Abendblatt. Ke-ttag. den' 1?. Sann« 1917. fffy, JRJ, tärischen Kreisen so schlecht besucht war. Vit Vertreter d* Pzincv Max, der das Protektorat übernommen hatte, wohnte der persölckvM Adjutant des Prinzen, Major von Räcknitz, der Veranstaltung an, 3 Arbeiterbildungsverein. Am 8. Januar hielt die rühmlichst bekannte Rednerin der deutschen Volksbikdungs-GHellschaft Fra» Schriftstellerin Ottilie Stein (Karlsruhe) einen Vortrag: „Daz Lebe» der Frau«n bei uns, unseren Verbündeten und bei unseren Feinden". In außerordentlich scharfen Bildern entwarf sie Schilderungen de» weiblichen Teiles der Bevölkerung der verschiedenen Volksrassen und sie bewältigte die Riesenausgabe, die gerade durch die große Zahl der mit uns im Kriege stehenden Nationen besonders schwierig ist, und eigentlich über den Rahmen eines Vortragsabends weit hinausgeht, in meisterhafter Weise. Besonderen Wert legte sie auf die Schilde- rung der rechtlichen und sozialen Stellung der Frau in den verschied» non Ländern, die in ihren großen Gegensätzen ganz besonders beme» kenswert ist. Zum Schlüsse des trefflichen Vortrages richtet« die Red- nerin einen warmen Mahnruf an die deutschen Frauen und Mütter und solche, die es werden wollen, der gewaltigen Mission, die da» Vaterland in der Zukunft besonder» «uf ihre Schultern legt, gerocht zu werden, und auch den zurückkehrenden Männern, Söhnen und Vrü- dein den Uebergang rn di« Tage fvidelicher Arbeit in jeder nur mög- lichen Weise zu erleichtern Der sehr aufmerksame Hörertreis zeich- nete die Rednerin durch lebhaften Beifall aus. In herzlichen Worten sprach noch der Vorsitzende des Vereins den Darcl der Hörer aus. — Kirchlich-positive Vereinigung Karlsruhe. Am Sonntag, den 14. ds. Mts., abends 8 Uhr, findet im großen Rathaussaale ein LichZt- bildervortrag des Herrn Garnisonsvikars Sturm von hier, über „Reue Bahnen christlicher Jugenderziehung" statt. [£ Reichsgründungsfeier im städtischen Konzerthaus. Zum zweitenmale veranstaltet der Verband der Deutschtumvereine am 18. Januar eine Reichsgründungsfeier und zwar diesmal im Konzert- haus. Da dortselbst bekanntlich alle Plätze nummeriert sind, s» wurde beschlossen, ein Eintrittsgeld zu erheben. Der Reinertrag aus den Eintrittsgeldern soll der städtischen Kriegsfürsorge zufließen, di« so dringend vermehrter Einnahmen bedarf.- Zur Förderung dieses Zweckes hat der Stadtrat die Konzerthalle mietfrei hergegeben. De» Müttern oder Hütern der mitwirkenden 200 Volksschüler und -Schülerinnen werden ausnahmsweise Freikarten zugewiesen, damit die Kinder bei ihrem Heimgange und im Falle einer Fliegergefahr des Schutzes nicht entbehren. Die Festordnung der Feier ist in zwei Teile zerlegt. Der erste Teil wendet sich vornehmlich au da» Gemüt der Besucher, während der zweite Teil das Verständnis für di« Schwere der Aufgaben der Gegenwart fördern und die vaterländisch« Gesinnung zu hingebendster Betätigung und Opserwilligkett au» spornen soll. Jeder Teil bringt neben musikalischen Darbietung«« je ein für diese Feier von Karlsruher dichterischen Kräften besonder» verfaßtes Gedicht und je eine dem Wesen der Feier angepaßte, von auserwählten Fachmännern vorgetragene Festrede. So steht zu er» hoffen, daß die Feier einen der augenblicklichen Lage unsere» Volke» und Reiches würdigen und einen erhebenden Verlauf nehmen wird. — Kunstnotiz. Ein interessanter und genußreicher Abend steht dem hiesigen musiliebenden Publikum am 24. Januar bevor. Anna Hegner aus Basel, die erst im letzten Winter hier so reiche Lorbeeren geholt hat, wird wieder zeigen, daß man sie mit Recht die größte Gei- gerin Deutschlands nennt. Mit ihr wird Otto Meßbecher, der allge- mein bekannte und beliebte Bcwiioa, sich in den Abend teilen. Beide aber stellen ihre Kunst in den Dienst der Werke von Bruno Stürmer» der seine ersten Studien hisr vollendete, und vielen von früher her nicht unbekannt sein dürste. Es werden Lieder und eine Violinsonate von ihm zu Gehör kommen. Als Einleitung wird Anna Hegner das neu aufgefundene Violinkonzert k-dur von Haydn spielen, das für unser Publikum ebenfalle eine Neuheit bedeutet. Der Abend wird sicher nicht verfehlen, eine große Anziehungskraft auszuüben, zumal die Namen der Ausführenden für edelste Kunst bürgen. Nähere? au» den Jnsevatein und Plakaten. § Schwer verletzt mittelst Krankenauto wurde ein Soldat in da» Garnisonslaza-rstt übersührt, welcher mit einer schweren Kopsver- letzung auf die Polizeiwache am Mühlburger Tor verbracht worden war. K Kaminbranix. Gestern nacht 11V» Uhr ist in dem Hause Kaiser- straße 115 ein KamiNbrand ausgebrochen, der durch di« herbeigerufen« Feuerwache gelöscht wurde. Baltenlänver «nd Ostseebeherrschung. -j-- Karlsruhe, 12. Jan. Die Baltenländer und die Beherrsch«»» der Ostsee war das Thema, welches gestern abend Herr Universität»- Professor Dr. Haller im großen Rathaussaal vor einer zahlreiche» Zuhörerschaft bebandelte. Der Redner führte u. a. folgendes aus: Die Geschichte Europas ist immer im letzten Grunde ein Kampf um das Meer gewesen, im Altertum und zur Zeit der Kreuzzügc um da» Mittelländische Meer und der Wende des Mittelalters um die Ostsee. Wie heute für ganz Deutschland war diese Herrschaft über die Ostsee früher für die Hansa Lebensinteresse und so setzte sich dieser mächtige Städtebund, zu dem auch die 100 Jahre vorher deutsch gewordenen Ostseeprovinzen gehörten, den Dänen zur Wehr, welche die Einfahrt in die Ostsee mit Steuern belegten. Die Hansa begründete mit dem Sieg die hohe Macht und Blüte der Baltenländer. Hierfür führte der Redner in Lichtbildern gewaltige Zeugen vor: Ordensburgen in strengem massivem Stil, wie für die Ewigkeit gebaut, Bilder von Riga und Reval, an denen besonders die nadel- spitzen Türme der spätgotischen Kirchen auffielen, die weithin über das Meer gesehen werden sollten. Damals war die Osts«« Welt- Handelsstraße: Getreide, Holz, Flachs, Hanf, Pclzwaren, Honig, Wachs wurden ausgeführt. Tuch, Seide, Wein, Salz eingeführt. Der ganze Reichtum und die geistige Bewegung lag in der Hand der deutschen, der herrschenden Klasse. Sie bildeten den Adel, die Geist- lichkeit und ein stolz Bürgertum. Diese Vorzugsstellung der Ost- seeprovinzen dauerte >er nicht lauge. Die Küsten waren schmal und sobald im Hin 'and Staaten erstarkten, wurden sie Mter warfen. So fielen Rußland, Polen, Schweden zu. Die See? Herrschaft ging an Ho» and, dann an England über. Erst als Schles- wiw-Holstein deutsch wurde und Kiel Kriegshafen, blühte der Ostsee- Handel wieder auf, wenn auch nicht in ftüherem Maßstabe. Der Wert, den die baltischen Länder haben, ist auch anderen Staaten nicht entgangen. Schon Peter der Große hatte sein Augenmerk auf Danzig gerichtet. Für Rußland ist es heute geradezu eine Lebensfrage, einem Ueberfall auf seine Häfen vorzubeugen^ Ebenso für uns, eine Landung an der hannoverschen Küste zu verhindern, da Verlin sonst preisgegeben wäre. Haben wir uns mit diesem Gegner auseinandergesetzt, was früher oder später geschehe? muß, so haben'wir uns mit aller Macht gegen England zu wenden, das schon im Begriff war, Küsturigegenden von Rußland durch Pachtung zu erwerben. Von großem Wert ist dieses gute Agrarland für uns. das Mar keine Bodenschätze birgt, aber, gut ausgenützt und er- schlössen, einen Aushungerungsplan zu nichte macht. Es gibt auch dem deutschen Menschenüberschuß eine Heimat, die der landschaftlichen Reize nicht entbehrt, wie uns Blicke in die hierländische Schweiz lehrten. , Zum Schlüsse bot der Vortragende seine ganze wohlgeschulte Beredsamkeit auf, Vorurteile über Land und Leute zu zerstreuen, unß zu überzeugen, daß unsere Interessen mit denen der Balte» zusammengehen. Denn der deutsche Balte sei gezwungen, auszuwandern, wenn sein Land russisch bliebe und wir bedürfen seiner Küpe» platze, um unseres eigenen staatlichen Lebens sicher zu sein. u f Wetterbericht des Zentralbur. f. Meteorologie «. Hydrozraphw VorausjMliche Witterung am IS. Zmu»«: RiederWäge, «trna* Der Krieg mit Rumänien. Zur Lage um Ealatz. o Zürich, 12. Jan. (Privatt-el.) Das „Bern. Tagbl." mel- det aus Odessa, die Zeitung „Listok" berichte, daß vor Reni bereits feindliche Kavalleriepatrouillen gesichtet wurden, welche die Donau überschritten. Galatz werde fortwährend von Osten und Süden mit schwerer Artillerie beschossen,' die Stadt brennt an mehreren Stellen. (Gen. E. K.) Der Rrieg mit Italien. Die schonungsbedürftige Volks st immung i« Italien. = Aus der Schweiz, 11. Jan. Der Kriegsminister Morroitne bestätigte auf sine Anfrage des radikalen Abgeordneten Rampoldi, daß es verwundeten Offizieren verboten sei, sich in Unisorm öffentlich zu zeigen, weil der Volksgeist noch nicht erstarkt und, am das harte, aber glorreiche Schicksal der Verwundeten noch nicht gewohnt, diese oft zum Gegenstand öffentlichen Mitleids macht«, was schlecht zu der Uni- form passe. Angesichts der längeren Kriegsdauer würden jetzt andere Verfügungen getroffen. (Köln. Bolksztg.) Aus Rußland. WTB. Stockholm, 11. Jan. (Nicht amtl.) Der neue Minister» Wechsel in Rußland wird in der schwedischen Presse vielfach als weiterer Schritt nach der reaktionären Richtung hin beurteilt. So schreibt „Stockholms Dagbladet", der Umstand, daß außer Trepow auch der Unterrichtsminister Graf Ignatiew, das am wenigsten kon- servative Mitglied des Ministerrats, abgegangen ist, spricht dafür, daß die Umbildung in reaktionärer Richtung im Gange ist. Daß der ganze Wechsel durch rein innerpolitisch« Konflikte hervorgerufen wurde, ist über jeden Zweifel erhaben. Der politische Mord an Äasputin. — Stockholm, 11. Jan. Räch den Meldungen, die von hier dem „23. L. A." zugehen, steigert sich die Wahrscheinlichkeit, daß es sich bei der Ermordung Rasputin? um ein Unternehmen höherer Kreise handelt, die durch die Hinwegräumung dieses den Friedensbestre- bungen geneigten Günstlings des Kaisers einer ausgesprochenen Politik der starten Hand freie Bahn schaffen wollten, fast zur Gewiß- heit. Um so mehr, da sowohl Iussupow wie sein Mittäter Punsch, tjewitsch in Freiheit gesetzt wurden. Nach den neuesten Ergebnissen der bisherigen Untersuchung befanden sich unter den Ochrana- Beamten, die für Rasputin» persönlichen Schutz verwendet wurden, zwei Verräter, englische Detektive, die durch Vermittelung der eng- tischen Gesandtschaft in den Mordplan eingeweiht gewesen wären. Die Detektive bewachten den Eingang zu dem Mordhaus. „Utro Rofsij" erhalt von einem angeblichen Teilnehmer an dem Todesgelage folgende Darstellung der Vorgeschichte: Rasputin sollte in der letzten Zeit den Reichsduma-Abgeordneten Purischkjewitsch auf dessen Wunsch kennen lernen, der ihn wegen seines „unheilvollen Einflusses" auf den Zaren eines Besseren zu überzeugen hoffte. Während zwei einflußreiche Damen die Bekannt- schaft beider vermittelten, beschloß eine Gruppe von Personen mit hochadligen Namen, zu der auch Purischkjewitsch gehörte, Rasputin unschädlich zu machen. Zu dem Todesgelage wurde Rasputin von Iussupow persönlich abgeholt. Während der Orgie langte unerwartet de: Petersburger Stadt- Hauptmann Balk an, der soeben von Protopopow telephonisch den Austrag erhalten hatte, sich zum Schutze Rasputins sofort zum Fürsten Iussupow zu begeben. Fürst Iussupow sorderte ihn jedoch kategorisch aus, das Haus zu verlassen. Der Stadthauptmann kam ? Nr. Zy. Abendblatt. Sreitag. de« IS. Zanvar 1917. Kavifche Presse. Kette 3. Spielplan des Großh. Hoftheaters Karlsruhe. (Angegeben ist der Prei« für Sperrsitz I. Abteilung.) Samstag, 13. Jan.: T. 28. Hamlet". 6—%10. (4.- .*) Sonntags, 14. Jan.: Mittags 2 Uhr 84. Sondervorst. Besonder» ermäßigte Preis«. „Der Hochto«ift-. 2 bis nach 4 Uhr. 40 4 Bis 2 oÄ); abends %7 Uhr: A. 30. »Boccaccio". 6 Vr-9%. (4.50 n Unterentersbach verhaftete Einbrecher Gustav Gehring von Grie- flen aus dem Amtsgefängnis Gengenbach, indem er feine Zellei.wand durchbrach. Vor dem gefährlichen Burschen, der mit Waffen zu rei- sen pflegt, wird gewarnt. Die Gendarmerie fahndet eifrig nach ihm. Freiburg, 12. Jan. Der Marineopfertag hat hier die Summe von 41886 Mark erbracht. Mit diesem bedeutenden Betrag steht Freiburg an der Spitze aller badischen Städte. ,() Steinen bei Lörrach. 12. Jan. Der hier im «0. Lebensjahr verstorbene Dr. med. Robert Hermann Striibe wurde unter starker Beteiligung zu Grade getragen. Dr. Strübe genoß hier allgemein großes Ansehen, wirkte er doch seit 1860 in großer Pflichttreue in der hiesigen Gemeinde. )( Weil bei Lörrach, 12. Jan. Beim Holzmachen wurde der ledige Markus Hödel von einem umfallenden Stamm getroffen und so schwer verletzt, daß er starb. :: Albbruck, 11. Jan. Das Erzbischöfliche Ordinariat hat die auf der Gemarkung Albert wohnenden Katholiken unter Lostrennung von der Kirchengemeinde Hochsal mit der kathol. Kirchengemeinde Albbruck vereinigt. (:) Donaueschingen, 12. Jan. Die „Wiener Neue Freie Presse" widmet dem auf dem rumänischen Kriegsschauplatz gefallenen Prinzen Friedrich Eduard Fürstenberg einen Nachruf, worin sie mit- teilt, daß der Fürst von Fürstenberg gerade mit seinen Töchtern von der Königskrönung in Budapest nach Wien zurückgekehrt war, als er von dem Erzherzog Josef die telegraphische Mitteilung von dem Heldentod seines Sohnes erhielt. Prinz Friedrich von Fürsten- berg stand übrigens nicht, wie es in den ersten Meldungen hieß, in österreichischen Diensten, sondern als Leutnant beim badischen Fußartillerie-Regiment 14. Dagegen steht sein Bruder Maximilian in der österreichischen Armee, während Erbprinz Karl Egon Leutnant im Regiment der Gardedukorps ist. ! Uifinisilier Verein Karrte. Die Heeresverwaltung hat den Saal der „Ein« tracht" für den Monat Januar mit Beschlag belegt. Wir sind deshalb zu unserem Bedauern gezwungen, die für diesen Monat angesetzten Vorträge bis auf weiteres verschieben zu müssen. 394.2 .2 Der Torstand. Schweizer MerWungs- Vtmn „Helvetir, Karlsruhe. Freirel. Gemeinde, Karlsruhe. Sonntag, den 14. Januar 1917, vormittags 10 Uhr. Hebelstrafte 21, 2. Stock Vortrag von Herrn Dr. Karl Weiß-Heidelberg über: Was bro" Hn wir zum Leben? 524 ?>er Vorstand. 548 Auskunft über Abgabe von Steuererklärungen ISesitz- ii. Hricgsstenergesetii erteilt A. G.Enz. Karlstr.12. II. — Sprechst.tägl. v. 10—12Uhr. Die Sprechstunden finden vom 14. ds.'MtS. ab statt. Menermb. ? WlMlemrlms. Erwerb WM durch , 100 Karten von Mk. 1.20 an, 100 gangbarste Neuheiten, darunter Landschaften, Patriot. Glanz-, Gold- und Silber- Uanz-, Geburtstags-, Blumen-, Kopf-, Kinder-, Künstler-, L'ebesk. Mk. 2.60, Feldleben-Soldatenkarten Mk. 2.60, 100 wunderbare Künstlerkarten Mk. 3 u. Mk. 5.50, 90 Stück od. 15 geizende Liebesserien, Landschaften in Photoeolor u. Cbromo- Arom Mk. 2.70, 50 vornehme Patriot. Karten Mk. 1.40 <5—20 Pfg.-Berkauf). Versand geg. Nachnahme od. 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Es ist uns heute die traurige Gewißheit geworden, daß mein einziger, innigst geliebter Sohn, unser treuer guter Bruder Bernhard Neike Leutnant d. R. Im 144. Inf.-Regt. Inhaber des Eisernen Kreuzes am 14. November vor. Ja. auf dem Felde der Ehre gefallen Ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Frau Anna Neike Wwe. Karlsruhe, 12. Januar 1917. Von Beileidsbesuchen bittet man höfl. Abstand zu nehmen. 557 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns von allen Seiten anläßlich des schweren Verlustes unserer lieben Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante 553 Johanna Janson bezeugt wurden, sprechen wir hierdurch unseren innigsten Dank aus- Insbesondere danken wir Herrn Stadtpfarrer Hesselbacher für seine Besuche und trostreichenWorte, den evangelischen Krankenschwestern der Südstadt für ihre liebevolle u. aufopfernde Pflege während der schweren Krankheit; ferner für die überaus zahlreichen Kranzspenden und für die Begleitung zur letzten Ruhestätte- Die tieftrauarnden Hinterbliebenen- Erfahrener Kaufmann, 32 I. a.. in allen kauf«. Fächern durchaus bewandert, s ucht a nderwärts 150a2.1 ^Vertrauensstellung. Erbitte intet. Firmen um Angaben der Adressen unter P. 39 an nansenstein & Vogler 4.-G., Mannheim. MWljennlmichl erteilt Unter - Primanerin. Gest. Anerbietungen unter Nr. 485 an die Geschäftsstelle der .Bad. Presse"'. Unterricht ftfÄ Fächern erteilt jung. Lehrerin. 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