ßrfthesnt kaMch 2 mal Abend-Ausgabe. ZS-Mgs-Ureise: A«Sg. A ohne»Jllustr. Weltschau" k mit .Jllustr. Weltichau" In Karlsruhe: Im Verlage abaeholt—.92 1.12 in d. Zweigstellen . —.97 1.1? frei ins HauS oe- «tttetjttriid) liefert . . 3.15 3.75 Auswärts: bei Ab» h»l»«g a.Postschalter 2.75 Z.38 Durch d. Briefträger täyl. Lmat ins Haus Aeitige Nummern Größere Nummern 3.47 4.10 . 5 Ps«. . 10 Pfg. VestbLftöftelle: ftriel- und Lammstr.-Ecke, nächst Kaiserstrabe und Marktplatz. Brief« od. Tel..-Adr. laute nicht auf Namen, sondern: d. Vr -s' ~ - Verbreitetfle Zeilang Badens. Bad. isse ^nrlSrube. General- Anzeiger dZr Residenzstadt Karlsruhe imb des GrohherzogwmZ Baden. W Unabhängige nnd am meisten gelesene Tageszeitung in Karlsruhe. "MI 1 Nummer „Karlsruher Anterhaltimgsdiati" mit Illustrationen, li-s •&> «, g.5 ug i H» Jährlich i Fahrplan. 1 >-i«stkierter Wandkalender, sowie viele sonstige Beüllgev. Wenaus größte veziei'eriant von aSen in Karlsruhe erscheinenden ^ei;un Landtag ihrer badischen Heimat, von dem aus ein anderer Bassermann, Friedrich Daniel, 1848 zum Frankfurter und Erfurter Parlament entsandt, seinen Namen der deutschen Geschichte einverleibte — kam Ernst Bassermann schon als Zwanzigjähriger in enge Beziehungen zu einem führenden Mann der nationalliberalen Partei, zu Friedrich Kammacher. Während seiner Berliner Studen- tenzeit im Wintersemester 1874/75 verkehrte er im Hause Hanrmachers, dessen Scchn sein Leibfuchs im Heidelberger Schwabsnkorps gewesen war. Freilich zunächst schien dem jungen Vassermann die Politik nicht sonderlich zu fesseln . Er vollendete in seiner Hei- mat das juristische Studium, dem er sich gleich dem Vater gewidmet hatte, und ließ sich 1880 in Mannheim als Rechtsanwalt nieder. Mannheim war, wenn auch nicht sein Geburtsort — er war am 28. Juli 18$4 in dem ober badischen Städtchen Wolsach geboren, wo sein Vater als Richter wirkte — so doch die Heimat seiner Familie. In Mannheim errang er sich rasch Ansehen in der Bürgerschaft, 1887 wurde er zum Stadtrat Gewählt. Aber erst sechs Jahre später trat er in das große politische Leben ein. Seine nationallkberalen Par- teifreunde in Mannheim stellten ihn als Kandidaten für die Neu- wählen zum Reichstag auf, die nach Ablehnung der Eaprivijchen Heeresvorlage ausgeschrieben worden waren. Bassermann schlug den Sozialdemokraten Dreesbach, der bisher den Wahlkreis nme gehabt hatte. An der Spitze der Fraktion, in die er nun eintrat, stand damals noch Rudolf von Bennigsen. Der neugewählte Abgeordnete für Mannheim war während der nun folgenden Parlament Tagung des Parteiführers täglicher Tischgenosse. Bennigsen soll schon da. mals ihn als den Mann bezeichnet haben, der ihn einst ersetzen müsse. Daß Bassermann sich rasch auch Vertrauen in :cr Partei eu worben hatte, das beweist seine Wahl zum Geschäftsführer Als dann Bennigsen gestorben war. da wurde der Mannheimer Rech.s- anwalt der inzwischen das Mandat von Mannheim mi. dem von ^ena vertauscht hatte. Vorfitzender des Zentralvorstandes der Par- tei und Vorfitzender der Reichstagsfraktion. In den schweren Kamp- fen um den Zolltarif hat er die Partei einheitlich und geschloi'en vor allen Absplitterungen bewahrt. . . In den Reichstagswahlen, die der Annahme des Zolltarifs s»lg- ten, "wurde er selbst freilich geschlagen! er hatte den Versuch unter- nommen, die heimische Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe der äußersten Link«, zu entreißen, das Zentrum aber, das hier das Zünglein an der Wage war, bracht« den nationalliberalen Führer zu Falle. Im übrigen hatte jedoch die Partei den Wahlkampf trotz aller Angriffe namentlich auch von Seiten der extremen Land- bündler gut überstanden. Und Vassermann trat bereits im Früh- jähr 1904 wieder in das Parlament ein; er wurde bei einer Nach- wähl in Frankfurt a. O. an Stelle des Sozialdemokraten Braun ge- wählt. In den folgenden Jahren trat Bassermann in . immer nähere politische und auch persönliche Beziehungen zu dem Fürsten Bülow. Eine Interpellation Bassermanns über die auswärtige Politik, die am 14. November 1306 im Reichstag zur Beratung kam, gab Bülow Anlaß zu seinen vielberufenen Worten über 5ie Eaina- rilla, die ja damals, wie wir heute aus den Enthüllungen der Eulen- burgsgeschichte wissen, geschäftig am Werke war. den Kanzler zu stürzen. Der große Erfolg, den Bülow mit seiner Reichztagzauf- lösnng davontrug, ließ dann die nationalliberale Partei unter Bassermanns Leitung als das unentbehrliche Mittelglied der Block- Politik erscheinen, »ls aber der Blnttraum vorüber war. da ergab sich für die Partei wiederum »ie schwere Frage, sollte sie in dem Be- dürfnis zur Mitarbeit um jeden Preis Airschluß suchen an den Block der Rechten dder sollte sie ihrer liberalen Vergangenheit gemäß den Kampf gegen diesen Block aufnehmen. Bassermann hat jeine Partei mit aller Macht auf dem liberalen Wege zu erhalten gesucht und er hat U-jes ZiÄ «,ch im wesentlichen «reicht. WM sah er sich großen, auch persönlichen Anfeindungen ausgesetzt, die sich bis in die eigenen Reihen fortsetzten, ja die vielleicht im eigenen Lager wenig- stens zeitweise am heftigsten klangen. Wie recht Bassermann mit seiner Behauptung hatte, daß ein Anschluß an die Agrarkcnser- vativen die Vernichtung des gemäßigten Liberalismus bedeute, das lehrten die Wahlen von 1912, Die Partei behauptete sich bei diesen Wahlen in ihrer Anlehnung nach links sehr Kitt. Die Angriffe auf Bassermann dauerten jedoch fort und erreichten einen besonders hohen Grad in den Erörterungen nach der Wahl des Sozialdeipe- lraten Scheidemann zum ersten Vizepräsidenten des Reichstags. Das Wort vom Block von Vassermann bis Bebel, den beide, der National- liberale wie der Sozialdemokrat, weit von sich gewiesen hatten, machte wieder die Runde. Und erst die Notwendigkeiten des Tages, die Sorge um die Sicherung unseres Vaterlandes vor einer Welt von Feinden, hat auch diese Gegensätze und Anfeindungen einiger- maßen verstummen lassen. Wehrvorlagen und Reichsfinanzreform wurden von der Partei einmütig und geschlossen gebilligt. Wehr- beitrag und Vermögenszuwachssteuer sind in letzter Linie das Er- gebnis des Besitzsteuerantrags vom 18. Mai 1912, der die Namen von Bassermann und Erzberger trägt. Als aber knapp ein Jahr nach der letzten gewaltigen Verstärkung unserer Rüstung diese Rüstung ihre ungeheure Probe bestehen sollte, da hat Vassermann, der eben ein Sechziger geworden war, sich dem Vaterland« in Waffen zur Verfügung gestellt und ist als Rittmeister der Lanidwehrkavallerie mit ins Feld gezogen. Er wurde zum Major befördert und mit dem Eisernen Kreuz geschmückt; als Adjutant des Gouvernements in Ant- werpsn fand er dann auch Gelegenheit zu friedlicher Betätigung, für die ihn feine reichen wirtschaftspolitischen Erfahrungen besonders ge- eignet erscheinen ließen. Diese Erfahrungen waren nun nicht etwa das Ergebnis einsei- tigen Sozialistentums. Kaum ein Politiker unserer Zeit hat sich in seiner ganzen Betätigung so freigehalten von Einseitigkeiten wie Vassermann. Wirtschafts- wie Sozialpolitik, große auswärtige Fra- gen wie auch die Ausgestaltung unserer heimischen, politischen. Zu- stände haben seine Tätigkeit in gleicher Weife in Anspruch genom- men. In den Zeiten alleinseligmachenden Sozialistentums zieh man ihn oft der Oberflächlichkeit, der Grundsatzlosigkeit. Gewiß ist er kein Kämpfer von starker Leidenschaftlichkeit gewesen, auch seine Reden waren mehr klug und formenklar als hinreißend, aber das kam seiner Vermittlertätigkeit nur zustatten. Und der gesamte deutsche Liberalismus wird es doch dem nationalliveralen Führer Dank wissen, daß er in den Zeiten allgemeinen Jntercssenkampfes unab- lässig bemüht war, diese Interessen in seiner Partei auszugleichen und ihre Verfechter den politischen Zielen des Liberalismus zu er- halten. Der Erfolg ist ihm nicht ausgeblieben: wenn heute die liberalen Parteien kaum noch der Gefahr ausgesetzt sind, Interessen- Parteien zu werden, wenn Bürger und Bauer, Unternehmer und Angestellte in ihnen einträchtlich zusammenarbeiten zur Stärkung unserer politischen Freiheit, so hat Ernst Wassermanns Wirken diese Entwicklung redlich gefördert. Darum konnte es nicht ausbleiben, daß man unter denen, die dazu berufen schienen, auch am Bau des neuen Deutschland nach dem Kriege in maßgebender Stellung mitzuwirken, unwillkürlich auch schon Ernst Bassermann in vorderster Linie erblickte. Aber es hat nicht sollen sein. Wohl konnte er gleichsam von ferne noch eine Zu- kunft aufdämmern sehen, in der seiner langjährigen parlamen- tarischen und volkserzieherischen Arbeit auf dem Gebiete der Ko- lonialpolitik, der Wichtigkeit der Heeres- und Flottenfragen, der Handelspolitik und der sozialen Anforderungen unserer Zeit neue Aufgaben und wichtigere wie je gestellt waren, und noch konnte er verschiedentlich im Kriegsreichstage zu bedeutsamen Kundgebungen das Wort nehmen. Aber schon fiel den umsonst mit all seiner Energie sich behauptenden Mann schwere Krankheit an, die ihn in der letzten Zeit genötigt hat, die Leitung der Partei anderen bewährten Hän- den anzuvertrauen und die ihn nunmehr, zwei Tage vor Vollendung seines 63. Lebensjahres, aus all dem Kämpfen und Ringen dieser Zeit hinwegnahm. Aber sein Andenken wird in der Geschichte der nationalliberalen Partei und in der Entwicklungsgeschichte des deutschen Volkes und Reiches weiterleben. . Deutscher Heeresbericht. Gewaltige Nrtillerieschlacht in Flandern. Erfolge badischerRegiinentsteile. — Erbitterte Kämpfe an der gesamten Ostfront. Die Russen überall zurückgeschlagen. Vormarsch der Ver- bnndeten in 250 Klin. Breite. Unübersehbare Kriegsbeute. Tapsende von Russen gefangen. WTB. Großes Hauptquartier, 24. Juli. (Amtl.) Westlicher Kriegsschanplaü. * ZeeresgniM KMMnz MmA Die Artillerieschlach. in Flandern tobt in noch nicht erreichter Stärle Tag »nd Nacht weiter. Die Cr- kundungsvorstöhe gegen mrfere Front mehren sich. Zwischen dem Kanal von La Baffee und L e n s hält das lebhaste Fcuer an; beiderseits von Hnlluch blieben nächtliche Aufklärungsunternehmnngen des Feindes ohne Er- fol,. . ... SeereMMe 5Mcher MWmz 1 Arn Cheinin-des-Damee griffen die FraWssen bei E e r n y wi?d:r die kanrpfbcVährte 13. Jnfa^tcrie-Dioifion an, bestehende Jnfanterie -Regirnent Rr. 55 hat in letzter Zeit 21 Angriffe der Franzssen zurückgeschlagen. Aus dem rechten Maasufer drangen am 25. Juli Teile badifcher Regimenter in den stark verschanz- ten Courieres-Walde ein, fügten dem Feinde schwere Verluste zu »nd kehrten mit zahlreichen Gefangenen zurück. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Die gesamte Ostfront zwischen O st s e e und Schwarzem Meere steht im Zeichen erbitterter Kämpfe «nd groger Erfolge der deutschen »nd verbiindeten Waffen! grsui Dm AnmiWiMmAilZ Prinzen LeoM v.My?rn Bei der AkertLzrlisipc dkg KkNtralsbMkn usn Cichharü griffen die Russen bei I a k o b st a d t abends vergeblich an, nachdem am Morgen ein Angriff in breiter Front durch unser Bernichtungsfeuer im Entstehen niedergehalten wurde. Aidweftlich von Dünaburg führten fie nach starker Artilleriewirkung v Divistonen fünfmal tiefgegliedert geg^n unsere Linien, die voll behauptet wurden. Nach harten Nah- kämpfen muhte drr Gegner unter ungeheuren Verlusten weichen. Auch, bei K r e w o stürmten die Russen vormittags erneut in 5 Km. Breite an; sie wurden zurückgeschlagen. Dorf K r e w o ist wieder in unserer Hand. Im ganzen hat der Feind südlich von E m « r g o n mit 8 Divisionen, deren Regimenter sämtlich durch Gefangene und Tote in der Front festgestellt werde» konnten, angegriffen. Nur Trümmer sind zurückgekehrt. Skelksgttippe des Gelltraloberliru vou Köhm-^rmolli Die strategische Wirkung unserer O^«rati»n in Ostgali« z i t n wird immer gewaltiger. Auch vor der n ö r d» lichen Karpathen-Front weicht der Russe! Vom Sercth bZs in die Waldknrpathen sind wir in einer Breite von 250 Kilometer im Borwärts- drängen- Unsere stegreichen Armeekorps haben den S e r e t h - Aebergang südlich von Tarnopol erkämpft. Bei Trembowla wurden verzweifelte Massenangriffe der Russen zurückgeworfen. Podhajec, Halicz und die Linie der B y st r i c z a - Solotwinska sind überschritten. Die Beute ist bisher nicht zu überseh en. Mehrere ?ivisione?t melden je 3000 Gefangene. Zahlreiche schwere Geschütze bis zu den größten Ka» libern, Eiscnbahnzüge voller Berpslegungs- und Schiehbedarf. Panzer-Ziige und -Kraftwagen, Zelte, Baracken und jegliches Kri-gsgerät find erbeutet und legen Zeugnis ab von dem über- eilten Rückzug des Feinde«. Frsnt dos ßenkklZlizhttsten Erzherzog Joseph •< Der Nordflügel hat sich der südlich des Dnjestr au gonnenen Bewegung angeschlossen. - Längs der ganzen Front starke Feuertätigkeit des Gegners. Beiderseits der B i st r i z und südlich des Toelgyes» Passes wurden russische Borstshe abgewiesen. Gesteigertes Feuer zwischen T r » t u s - und P u t n a » Tal folgten in breiten Abschnitten Versuche drr Russe« und Rumänen zum Angriff vorzubrechen. Fast überall hielt unsere Ab^zehrwirkung den Feind in feinen Gräben nieder; wo er herauskam, ist er zurückgeschlagen worden. Heute früh sind dort neue Kämpfe entbrannt. *' Heeresgruppe des EeneralieldlMsGllz von Naensen Auch längs der P u t n a und S e r e t h schwoll der Feuer- kämpf zu erheblicher Stärke an. Mehrfach gingen russisch- rumänische Sturmtrupp«« zum Angriff vor; sie brachen schon in unserem Feuer zusammen. Mazedonische Front Keine größeren Kampfhandlungen. Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Vom östlichen Kriegsschauplatz. Zum großen Durchbruch in Ostgalizien. o Zürich, 24. Juli. (Privattel.) Die Schweizer Blätter b«ngen seit vorgestern die russischen Heeresberichte auf dem Wege über Stockholm. Die englische und französische Zensur verhindert seit Samstag nicht allein nur die Veröffentlichung der russischen Heeresberichte in den Ländern der Entente, son- dern auch ihre Weiterleitung nach den neutralen Staaten. Fast sämtliche schweizerischen Zeitungen nehmen hiervon Vermerk. Der „Zürcher Tagesairz," sagt, die Tatsache, daß es die Regte« rungen der Entente nicht mehr wage«, ihren Völkern die wah» ren Ereignisse in Ealizicn mitzuteilen und ihnen die amtlichen die wie bisher keinen Fußbreit der von ihr im Angrisf gewon- Meldungen der russischen Heeresleitung vorzulegen, zeige zur newe« Stefarage« Das «ms WefHalen und Lippe«, I ^ensge, weiche tiefgehende Wirkung die Eeschshnifse an der Seite 5? m russischen Front aus die leitenden Kreise der Westmächte auszu- üben vermochten, lg. K.) o Ziirich, LI. Juli. (Privatteü) Die Schweizer Blätter schreiben in ihren gestrigen militärischen Berichten, die deutsch- österreichische Offensive in Galizien habe sich zu einem Ereignis von gräfjter Tragweite entwickelt. Dem D»?chbr«lch bei ZSoczow sei eine grofzartig durchdachte Umfafsunqsbewegung der deutsch- österreichischen Armee gefolgt. Der „Tagesanzeiger" sagt, wenn die Mittelmächte ihre Offensive noch eine Woche mit voller Kraft weiterzuführen vermögen, so könne den jetzigen Ereig- nissen kriegscntscheidende Bedeutung zukommen, welche unter Umständen das endgültige Ausscheiden Rußlands aus der S cihe der Kriegführenden zur Folge haben könne, (g. K.) = Bern, 24. Juli. Die deutsche Offensive in Galizien ist den französischen Blättern nur durch deutsche Telegramme bekannt, da die russische!, Heeresberichte seit drei Tagen nicht mehr veröffentlicht werden. »L'Heur«" stellt fest, daß die Zensur den letzten russischen Bericht vom Freitag unterdrückte. Seither durfte nichts mehr be« kannt gegeben werden. Der „®! a ti n" erklärt, der deutsche Durch- bruch sei gefährlich. Es bedürfe einer mächtigen Kraftanstrcngung, am die russischen Eroberungen in Galizien aufzuhalten. Ter „I « m p e" ist gleichfalls pessimistisch gestimmt und fiihrt die russische Riederlag« auf die Friedenspropaganda zurück. Z«famme»kunft Kaiser Wilhelms mit Kaiser Karl. j WTB. Berlin, 24. Juli. (Amtlich.) 6. M. der Kaiser traf auf der Fahrt zur Südostfront in Podgorzs bei Krakau mit dem Kaiser Karl zusammen. Die Revolution in ROM. TU. Petersburg, 24. Zuli. Reuter meldet von hier: Admi- ral Werderewsky, der Kommandant der Ostseeflotte, wurde verhastet, weil er ein geheimes Regierungstelegramm dem Btatrofenausschuß mitgeteilt hat. TU. Petersburg, 24. Juli. „Daily Chronicle" meldet von hier: In Nifchninowgorod brachen ernste Unruhen aus. Banden von Soldaten rissen die Gewalt an sich und der Arbeiter- nnd Soldatcn-Rat mußt« fliehen. Die Stadt ist geplündert. Die ganze Bewegung hat den Charakter eines Pogromes, aus Mos- kau wurden Truppen entsandt. der neue Hilfeschrei der russischen Regierung an die Nation. - Petersburg. 25, Juli. (Pet. Tel.-Ag.) Die vorläufige Re- gierung hat folgende Erklärung veröffentlicht: „Mitbürger! Die Stunde der Gefahr hat geschlagen. Die Heer« des deutschen Kaisers haben die Front der nationalen revolutionären Armee Ruhlands durchbrochen. Diese furchtbare Tat wirr de ihnen erleichtert durch verbrecherischen Leichtsinn und biinden Fanatismus gewisser Leute und durch den Verrat anderer. Die einen wie die an- deren haben das neue freie Ruhland bis in feine Grundfesten mit verwirreng und Zersall bedroht. >In diesem Augenblick der Gefahr können sich in der Ausnutzung der allgemeinen Unordnung die ver» borgene« Förderer der Gegenrevolution erheben. Die neugebildete vorläufige Regierung legt fich klar Rechen- fchaft ab über die Verantwortung, die mit ganzer Schwer« auf ihren Schultern ruht. Aber die Regierung ist erfüllt von festem Vertrugen in die Kräfte des ganzen großen russischen Volkes. Die Regierung vertraut auf die schnelle Gesundung des politischen Leben». Nachdem die ansteckend« Krankheit, die den nationalen Organisnms erschüttert, sich gezeigt und sich in eine akute Krise aufgelöst hat, glaubt die Re- gierung fest, daß diese Krise zur Heilung und nicht zum Tode führen wird. Stark in diesem Glauben, ist die Regierung zum Handeln bereit und sie wird mit aller Tatkraft und Entschlossenheit handeln, die die augenblicklichen außergewöhnlichen Verhältnisse erfordern. Die Regierung erblickt die nächst« h«,tatsächliche Aufgabe in der Anwendung aller Kräfte zum Kamps gegen den äußeren Feind und zur Verteidigung der neuen Regierungsreform gegen alle anarchi- schen und g«genrevolutionären Anschläge, ohne vor den strengsten Maßnahme,, Halt zu machen Gleichartig wird sie durch ihre äußer« Politik von neuem bestätigen, daß die revolutionär« Armee nun in den Kamps gehen kann mit der festen Ueberzeugung, dag nicht ein Tropfen Blut eines russischen Soldaten vergossen wird für Ziele, dte dem Rechtsgesühl der Demokratie fremd sind, die sie offen vor der ganzen Welt als ihre friedliche Losung ausgegeben hat. Zu diesem Zweck hat die Regierung in Ausführung der Grundsätze der äußeren Politik, die in der Regierungserklärung vom 19. Mai dargelegt waren, die Absicht, die Alliierten zu einer Kon« ferenz der Allierten im August einzuladen, um eine all- gemeine Orientierung der äuheren Politik der Alliierten festzustellen und ihre Handlungen betreffend die Anwendung der von der rufli- schen Revolution verkündeten Grundsätze in Einklang zu bringen. Auf dieser Konserenz wird Rußland außer durch Diplomaten auch durch Vertreter der russischen Demokratie vertreten sein. In Fortführung der Arbeit des staatlichen Wiederaufbaus wie auch auf anderen Gebieten auf d«n in der Erklärung vom 19. Mai ausgesprochenen Grundlagen hält es die Regierung für unerläßlich, sofort eine Reihe von Maßnahmen zu treffe«, die diese Grundsätze in die Tat umsetzen. Die Regierung wird alle Maßnahmen treffen, da- mit die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung an dem fest- gefegten Tage, am .10. September, stattfinden nnd damit die vorberei- tenden Anordnungen zur Sicherung der Freiheit bei den Wahlen rechtzeitig verwirklicht werden. Die möglichst schleunige Einführung der Selbständigkeit der Ge- meinden und S«mstwos aus der Grundlage des allgemeinen direkten, gleichen und geheimen Stimmrechts, sowie die Ausdehnung dieses Grundsatzes auf das ganze Land bildet die Hauptfrage der Regie- rung auf dem Gebiete der inneren Politik. I,^»em sie gleichzeitig besondere Wichtigkeit der Schaffung von örtlichen Organen beilegt, die das Vertrauen der ganze Bevölkerung genießen, wird sich die Re- gierung von jetzt an in der Frage der Einrichtung örtlicher Behörden an die Vertreter örtlicher ^und sozialer Einrichtungen wenden, die, »«»einsam« Organe einer Reih« von Provinzen zusammenfassend, Bezirksverwaltungen bilden, sollen. In ihrem Bestreben, die Grundsätze bürgerlicher Gleichheit im Leben des Landes in die Praxis um- zusetzen, wird die Regierung demnächst Anordnungen »eröffentlichen, die die Klassen und Ränge d«e Beamten und di« Ru»z«ichnung«n ab- schaffen, ausgenommen solche für höh« militärisch« Verdienst«. Um gegen die wirtschaftliche Verwirrung kräftig anzukämpfen und um weitere Maßnahmen zun, Schutze der Arbeit zu treffen, wei^ den der wirtschaftliche B«irat und der allgemeine wirtschaftlich« Aus- schuh bei der Regierung unverzüglich ihre Arbeiten beginnen, indem sie einen allgemeinen Plan der nationalen wirtschaftlichen Organi- sation und Arbeit ausarbeiten und einen Gesetzentwurf und Maß- nahmen vorbereiten, die das wirtschaftliche Leben regeln. Auf dem Gebiete der Arbeiterpolitik werden u. a. Gesetze über Srbeitsbörje« und Schiedsgerichts!«»,««» ausgearbeitet werden. Badische Presse. Man ist dabei, Gesetze betreffend den achtstündigen Arbeitstag, den Schutz der Arbeit, sowie Einführung aller Art sozialer Versicherung und ihre Ausdehnung auf jede Art besoldeter Arbeit auszuarbeiten. Die Maßnahmen der Regierung in der Agrarfrage werden wie bisher bestimmt durch die Ueberzeugung, daß ihre Uebereinftim- inung von den Crundforderungen unserer nationalen Wirtschaft und den wiederholten Wünschen der Bauern, sowie den von allen demo- kretischen Parteien 1 bis Landes aufgestellten Programmen die zu- künftige agrare Form ausgehen muß, von dem Grundsatz der Ueber- lassung des Laudeg an die Arbeiter. Auf dieser Grundlage wird der Entwurf einer Agrarreform ausgearbeitet, der der verfassunggeben, den Versammlung unterbreitet werden soll. Die Maßnahmen, die die Regierung ungesäumt treffen wird, werden sich beziehen. 1. auf das völlig« Aufgeb«» der früheren Agrarpolitik, döe das Land zerrüttet, 2. den vollen Schutz der Freiheit de» verfaffunggeben- den Versammlung bei der Verteilung des Grund und Bodens, 3. auf die Regelung der Bodenverhältnisse mit Rücksicht auf die Interessen der Landesverteidigung und die Ernährung des Lande» mittels Aus- dehnung und softer Verbindung eines Netzes von Agrarausschüfjen, über deren Organisation Näheres angegeben wird, 4. vermittels.einer ähnlichen gesetzlichen Regelung der Grundbesitzverhältnisse auf die Be- seitigung der ernsten Gefahr««, di« für den Staat und die künftig« Agrarreform in gewaltsamen Aneignungen und anderen ähnlichen willkürlichen Vorgehen liegen, die darauf abzielen, die Landesbedürf- nisse zu schädigen und dem Grundsatz des Regierungsplans für die künftige Agrarreform entgegengesetzt sind. Indem die Regierung diese Problem« aufzählt, hält sie sich für berechtigt, bei ihrer schweren verantwortungsvollen Arbeit auf die erzebene Unterstützung aller ' lebendigen Kräfte des Landes zu bauen nnd sie fordert von ihnen das Opfer ihres gesamten Besitzes, ja ihres Lebens, für das groß? Werk des Wohles des Landes, das aufgehört hat. für die es bewohnenden Völker ein« grausam« Raben- mutier zu sein, für das Land, das sich bemüht, sie alle auf der GruTtb» lag« vollkommener Freiheit und Gleichheit zu vereinigen. Die Ereignisse in Griechenland. <= Rotterdam, 23. Juli. Dem „Verl. Lokalanz." wird von hier gemeldet: Aus Athen wird berichtet, daß dort eine Ver- schwörung entdeckt worden fei, die in der Stadt eine grohe Be- wegung hervorgerufen habe. Zahlreiche Verhaftungen haben stattgefunden. > L »L „LI. ! JJ LI. ggggÜB Ereignisse zur See. Weitere U-Bosts-Erfolg«. WTB. Berlin. 23. Zuli. (Amtlich.) I« den nSrd- lichen Sperrgebieten wurden durch unsere U-Boose wiederum acht Dampfer, vier Segler versenkt. Darunter wurde ein Dampfer au» einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Die Ladungen der versenkte,, Schiffe bestanden, soweit sie festgestellt werden konnten, aus Kohlen. Holz und Lebensmitteln. Der Thef des Admiralstabs. Furcht vor «euen großen U-Boote« Deutsch- l a « d s. WTB. Bern. 24. Juli. (Nicht amtl.) „Liberte" schreibt zum U-Bootskrieg: „Die «euen großen U-Boote, die Deutschland jetzt in den Dienst zu stellen beabsichtigt, bedeuten eine ernsthaste Gefahr sür die Entente. Der Charakter des U-Boots- krieges werde dadurch vollkommen verändert. Man müsse Hof- fen, daß die Entente frühzeitig Gegenmatzregeln ergreife." Ei» russische» Admiral Oderbefehlshaber der amerikanischen Flotte? WTB. Kopenhagen, 24. Juli. (Nicht amtl.) „Nowoje Wremja" meldet: Der Thef der Schwarzen-Meer-Flotte. Admi- ral Koltschak, habe ein Angebot der Bereinigten Staate«, den Oberbefehl über die amerikanische Motte zu übernehmen, ange- nommen. Vom Luftkrieg. Der fra«zösische Siez von Karlsruhe. WTB. Berlin, 24. Juli. (Nicht amtlich.) Bei jedem Heere ist es Sitte, daß die Fahne» der Regimenter mit Inschriften oder Bändern geschmückt werden, di« die Namen der siegreichen Schlachten und der Ehrentage des Regiments tragen. Frankreich hat die Sitte auch für die Flieg«rtrnppen «ingeführt. Die Fahne des französischen Flieger- geschwaders Rr. 1 weist nach einer französischen Zeitungsnachricht ne- ben anderen Inschriften das Wort „Karlsruhe- auf. Dieser Name weckt di« Erinnerung an ein Ereignis, das an Schrecklichkeit und Ruchlosigkeit von wenigen dieses Krieges erreicht wird. Das Bombengeschwader 1 hat am 22. Juni ISIS auf die offene, fritdliche, militärisch ganz bedeutungslose Stadt Karlsruh« jenen Angriff unternommen, der in wenigen Minuten 110 w«hrlos« Menschen hinmordete und 123 Verstümmelte. Weitaus die meisten dieser unglücklichen Opfer waren, wie auch den Franzosen bekannt ge- worden ist, nichtsahnende Kinder. Diese Tat wird von den Ange- hörigen und Vorgesetzten dieses Geschwaders für würdig erachtet, auf der Fahne, dem Sinnbild der Soldatenehre, für alle Zeiten verewigt zu fein. Wahrhaftig, die Franzosen konnten ihre Auffassung von ihrem Kampf für Ehre, Kultur und Sittlichkeit nicht besser veran- schaulichen. «adische Chronik. $ Knielingen, 25. Juli. Am letzten Samstag abend fand hier eine Bürgeransschußsttznng statt, in welcher der Boranschlag für 1017 beraten und die 1915« Rechnung verkündigt wurde. Die voraus- sichtlichen Geniemdeeinnahmen für 1917 betragen nach dem Voran- schlag 173 827 Mk. (gegen 77 715 Mk. in 1916), darunter als Walderträgnis 94 820 Mk. gegen 24 000 Mk. in 1916. Die vorgesehenen Ausgaben einschließlich einer Grundftocksergänzung von 41000 Mk. betragen 218 854 Mk., fodaß durch Umlagen und Biivzergenußauf- lagen noch 45 027 Mk. zu decken sind. Nach längerer Debatte wurde der Voranschlag gegen 11 Stimmen angenommen. Der Umlagefuß beträgt wieder wie in den letzten Iahren 28 Pfennig. X Ettlingen, 24. Juli. Ueber die Eröffnungsfeier des vom Verein Kinderschutz Pforzheim gepachteten Walderholungsheim, der auch Großherzogin Hilda anwohnte, schreibt der „Mittelbad. Cour." in Ergänzung unserer kurzen gestrigen Meldung: Der Verein Kinder- schütz Pforzheim hat seit kurzem das Ettlinger Walderhslungsheim gepachtet, um dort Krie«erkwd«r unterzubringen, insbessnder« solche, deren Vater im Kampfe fürs Bat«km,d fiel; st« sollen im grünen Wald und frischer Luft bei Mter Pflöge gedeihen und dann ge- kräftigt und gestärkt zurückkehren. Solche Bestrebungen finden mit Recht volle Unterstützung und haben sie, sehr erfreulicherweise, auch bei der Großherzogin Hilda gefunden, die an dem herrlich fchönen gestrigen Sonntag persönlich der Eröffnungsfeier des Walderholunge- Heims anwohnte. In ihrer Begleitung befanden sich Gräfin Andlaw und Freiherr Roeder von Diersburg: Eroßherzogin Luise sandte in ihrer Vertretung den Geh. Kabinettsrat Herrn v. Eheliug. Den Eingang zum Heim schmückte das Grün von Forlen und ein Knabe sagte den allerhöchsten Herrschaften in ein«m rührenden Gedicht herz» Abendblatt. Dienstag, de» iL 3*8 tU% Mtv, R33L J — : lich Willkommen und schilderte de» Zweck de» WctOcheinw eis gfc fundheitsfördernden Aufenthalt für Kriegerkinder. Die Vegiu&uaQp» ansprach« hielt Herr Prof. Lepp-Pforzheim. Es erfolgte «t» dl» Vorstellung der im Heime arbeitenden Kräfte: von Cttflugcr Dame» und Herren waren Geh. Rcg .-Rat Mendt, Bürgermeister-SdS»«- ireter Gemeinderat Heilmann, die Geistlichkeit beider SBcZeimtntfle, Seminardirektor Reiser, Medizinalsat Dr. Fröhlich Privatmann J Machol, Frau Landgerichtsrat Lutz und Frau Schnurman« orooesenby aus> Pforzheim Oberamtmann Naumann sowie sonstige Beamte »ad verschiedene Mitglieder des Vereins Kinderschutz. Die Grotzherzogt« verweilte 1% Stunden bei d«n Kleine»; ließ sich von khwe« S Lieder vortragen, unterhielt sich mit jedem Einzelnen und besichtigte die sämtlichen Räum«, wobei sie insbesondere der Küche ihre Aufmerksamkeit schenkte. Auch wurde ein Spaziergang nach der Liegehalle gemacht. Die hohen Gäste zeichneten sich in da« Hausbuch des Heim« ein, zum bleibenden Andenken an den so befriedigend verlaufene« Besuch. 0 Bürbach, 23. Juki. Bei einem Müller in der Nähe «on Stockach wurde der junge Axtmann verhaftet, welcher seit dem Ein- bruch in der Wohnung des Valentin Eifele von hier verschwunden ist. Außer Kleider und Nahrungswittel sind damals «in Sparbuch und 100 Mark in bar verschwunden. A Offenburg, 23. Juli. Herr Oberstleutnant Gilbert, der seit Kriegsausbruch dem hiesigen Bezirkskommando vorstand, ist am Samstag mittag im hiesigen Krankenhause an einem schweren Darmleiden im Alter von 69 Jahren gestorben. 3 Lahr, 23. Iirli. Der Ein- und Auswecher, der vom Freitag auf den Samstag aus dem hiesigen Garnisonlaqarett entflohen war, konnte in Hofweier, wo er beheimatet ist, auf dem Heustock eines Anwesens ergriffen werden. £ Lembach, 23. Juli. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern hier. Die ledige Eäzilie GLntert war mit ihrem Bruder mit Kirschenbrechen beschäftigt. Sie war nur 4—5 Sproßen hoch aufgestiegen, fiel rücklings herunter und war sofort tot. — Konstanz, 24. Juli. Gestern vormittag 9.4V Uhr traf ein Sonderzug mit 385 deutsche« Sanitätsmannschasien und 12 Aerzten aus Frankreich ein. Zum Empfang waren anwesend Geh. Rat Straub und Dr. Beizer, sowie der Vorstand der Aus- tauschstation Heermann, der die Ankömmlinge in einer kurzen Ansprache degrüßte. Auf dem Marsche durch die festlich ge- schmückte Stadt waren die in die Heimat Zurückgekehrten Gegenstand begeisterter Huldigung. t= Konstanz, 24. Juli. Die internationalen Transporte k« die Schweiz dauern immer noch an. Am letzten Freitag und gestern sind wieder 400 kranke und erholungsbedürftige Fr««- zosen in die Schweiz abtransportiert worden. Ans der Aeftdenz. Karlsruhe, 24. Juli. A Prinz Max von Baden ist von seiner Reise nach Berlin heute vormittag mit dem D-Zug 10.06 Uhr wieder hierher zurückgekehrt. A Technische Hochschule. Um bei der herrschenden Kohlenknopv- heit während der Heizperiode im Winter ein« Einschränkung des Unterrichts voriuehmen zu können, hat der Senat beschlossen, daß der Unterricht dieses Jahr schon am 1. Oktober beginnt. Di« Einschrei» Hungen für das nächste Wintersemester werden am 17. September ihren Anfang nehmen. — Dem Diplom-Ingcnieur Christoph.Eberl« aus Oberauerbach wurde die venia legendi für das Gebiet des Ma- schinenbaueg an der T«chnischen Hochschul« erteilt. A Die Ruhr ist, wie bereits berichtet, in der Schwetzinzervor- stadt in Mannheim ausgebrochen umd droht dort größere Verbrei- tung anzunehnien. Wenn nun auch daraus für Karlsruhe kein« direkte Gefahr erwächst, so seien doch die zur Bekämpfung und Ver- hütung der Krankheit dienenden Maßnahmen vorsichtshalber kurz angeführt. Die übertragbare Ruhe (Dyfenterie) ist eine ansteckende Krankheit, die durch Bakterien im Darmkanal hervogerufen wird. Die Ausscheidungen der davon betroffenen Personen erhalten in un- gemein großer Anzahl diese Bakterie«, (Pilze) und durch Unreinlich- feit können in Häusern, in denen Ruhrkranke sich befinden und ver- pflegt werden, mit den Krankheitserregern Nahrungs- und Geiylß- mittel, Gebrauchsgegenstände beschmutzt werten und so Anlaß zu weiteten Krankheitsübertragungen geben. Sin« weiter« Quelle der Ansteckung ist zweifellos die zur Zeit herrsch«,üi- Mücken- rr^p. Flie- genplage. Es ist deshalb vor allem nötig, sich größter Reinlichkeit und Sauberkeit zu befleißigen. Vor jeder Nahrungsaufnahme und, falls Ansteckungsgefahr besteht, di« Hände gründlich zu waschen; Milch, Obst usw. sind nur in gekochtem Zustande zu genießen, ferner sollte in jedem Hause die Fliegenplage auf das Energischste bekämpft werden. Jeder, auch der geringsten Darmstörung ist jetzt besondere Beachtung zu schenken und bei Ruhroerdacht sofort ärztliche Hülfe in Anspruch zu nehmen. § Unfall. Gestern vormittag 11 Uhr zog sich ein verheirateter Schreiner aus Kogenbach in einer Maschinenfabrik in Mühlburg da- durch einen Unfall zu, daß er von einem Transporteur abstürzte und auf einem an diesem angebrachten Eisenhaken fiel. Er trvg dabei eine Rippenquetschung davon und fand Aufnahme im städtischen Krankenhaus. § Aus dem Fenster gestürzt. Heute vormittag fi«ben Uhr fiel die 12jährige Tochter.eines in der Kapellenstraße wohnhaften Wa- genwärters aus dem Gangfenfter des 5. Stockes in d«n Hos, wobei sie sich schwere innere Verletzungen zuzog. Da» Kind wurde in das städtische Krankenhaus übe rführt. Doinmerthenter im Karlsruher Konzerthaus. !#, Karlsruh«, 24. Juli. Zellers melodienreiche und lebenslrische Operette „Der Vogelhcinvier" gehört zu den besten ihres Schlags. Eine saubere, geistvolle Musik ist darin, ein wirklicher Anfbnu, ein Zusammenfassen, keine Auflösung. Die Finales der beiden ersten Akte sind kleine Meisterstücke, von denen die neueren Operettenkleisle- rer viel lernen könnten. Herr Wilh. Sck ?weppe gab sich redl.ch: und durch «inen schönen Erfolg belohnte Mühe um dies stet» wieder gern gehörte Werk, desj«n seine Instrumentation er ins rechte Licht zu fetzen wußte. Für den Adam bringt Herr Krafft^Lortzing fein frisches, bewegliches Spiel und seine jugendwarme Stimme mit, bei der man hie und da allerdings etwas mehr Kraft nnd einen freieren Tonansatz spüren möchte. Aber der junge Künstler ist ein herzhafter und temperamentvoller Geitalter, der immer Interesse und Genuß weckt. Für die forsch zugreifende Art von Frl. Martha K la u z ist die Briefchristel natürlich eine echte Partie, die sie denn auch sehr ansprechend darstellte. Ernst Herz bot als Baron Weps wieder eine vorzügliche Leistung, ebenso Frau A d a m - S ch m i e t e r als Kursürstin Marie, sowohl in der Erscheinung als im Gesang. Der kraf Stanislaus des Herr Edgar Wiefendanger zeichnet« sich durch flottes Spiel und leicht« Tsngebung aus Zwei Typen von »irksamer Opeiettenkraft schufen die Herren Grötzinger und Scherzer als die beiden Prüfungskommisfare. Als Baronin ' Adelaide hielt sich Frl. Rgsa Kersebaum von den gewöhnlichen Uebertreibungen sern. Die kleineren Rollen waren sämtlich gut- besetzt. Herr Herz führte die Spielleitung mit Geschick und erfreut« durch «ine Reihe hiibfcher Einfälle. Wetterbericht de» Zentralbur. f. Meteorologie «. Hydrographie Voraussichtliche Witterung am 25. Juli: tnerst heiter, trocken, nwßijj wariij. Rr. 339. Nvendvratt. Dienstag, den 24. Zu« 1917, Kadifche Ureffe. 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Aerte Dadifche Pres f Abendblatt. Dienstag, den 24. Z«N 1«7. Ux. 339.' Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag entschlief nach kurzer Krankheit sanft und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater Rechnungsrat Franz Xaver Mayer ira Alter von 60 Jahren. 9156 Im Namen der trauernd Hinterbliebenen! Frau Mina Mayer Witwe geb. Schumann. Karlsruhe, den 23. fuli 1917. Beerdigung: Mittwoch, den 25. Juü 1917, nach» mittags 4 Uhr, von der Friedhofkapelle Karlsruhe aus. Tranerhaus: Rüppurr, Oartenstadt, Im Orün 29. Fett'Berteilung. Mittwoch, den LS. Juli, Dounerötag. den 26. Juli und Freitag, den 27. Juli Ii»? wird in den FMerkaussstelltn Nr. 286 bis 291 einschliehiich an die eingetragenen Kunden Fett (Butter, Kunst» speisefett und Margarine) abgegeben. Kopfmenge IVO Gramm, gegen die Fettmarken C und D Nr. 64. Militär-, Krankenzusatz- u. Besuchskarten werden in den bekannten Stellen eingelöst, nämlich: in unseren beiden Verkaufsstellen Kriegstr. Nr. 80. Fett-Verkaufsstelle Nr. 1, Douglasstr. Nr. 24, Fett-Berkaussstelle Nr. 2, Und in der Filiale der Firma Pfanntuch & Co.. NHeinstr. Nr. 25, Fett-Berkaussstelle Nr. 3, sowie bei der Firma Karl Dietfche. zur Butterblume. Amalienstr. Nr. 29, Fett-Berkaussstelle Nr. 4 Wir verweisen im übrigen auf unsere Bekannt- machung vom S.Mai 1017. Darnach hat insbesondere jeder sich yenau durch Einsichtnahme deö Aushangs zu verläfsigen, welche Nummer das Geschäft hat, bei welchem er als Kunde für den Fett-Bezug ein- geschrieben ist. Frist für Abrechnung Samstag, den 28. Juli 1317 Karlsruhe, den 24. Juli 1917. 9174 Nahrnngsmittelaint der Stadt Karlsruhe. Stadt. Biero rdtbad. WMcher SchiüiimiimitemHt wird erteilt an Erwachsene und Kinder beiderlei Geschlechts. 8741 Preis für Erwachsene 1« Mk. Preis für Kmder . . 6 Mt. Frauenarbeitsschule des Mildien Sraimreins SotWe. Unter dem Protektorat I Jl. H. Grohherzogiu Luise von Baden. 1. «M!sl»il!e iür WM Fächer der roeftMeii SataML 2. 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