ßrfchM KM 2 mal NeMgs-Mreise: 8a8fl.A ohne.Jllustr. Weltschau' AvSg. B mit .Jllustr. Weltschau" J°»°rlS«.he: ^ Im Verla,,e abgeholt —.92 1.12 in d. Zweigstellen . —.97 1.17 frei ins Haus ge» vierteljährlich liefert . . 3.15 3.75 AuSwärtS: bei Abholung c>.Postschalter 2.75 3.38 Durch d. Briefträger tägl. Lmal i ns Hau s 3.47 4.10 Sseitige Nummern . . 5 Pfg. Gröbere Nu mmern . . 10 Pfg. Geschäftsstelle: Kirkel» und Lammstr.-Ecke, nächst Kaiserstrahe und Marktplatz. Brief» od. Tel..»Adr. laute nicht auf Namen, sondern: Bad. Presse. Karlsruhe. WST Mittag-Ausgabe. Serbrcildfle Zettmiß ZOenS. General-Anzeiger der ResidsuZstadt Karlsruhe und des GroßherZogtums Baden. Unabhängige und am meisten gelesene Tageszeitung in Karlsruhe. 3ööcr >cntUrf> 1 Nummer Karlsruher Unierhal'.unzsvlalt' Mit Jll»st,al>o:icn. tij. Upt? U» Jährlich l Fahlpan. l iüiiitrserier Waiidlialender sowie viele sonstige B.-llugcn. Weitaus qröhte Beziehena'^i von aüen in Karisruhe enchemenden Sehlingen -WlZ Eigentum und Verlag von Ferd. Thiergarten. Chefredakteur: Albcrt Herzog. Verantwortlich sür allgem. Politik und gh it le:on: 'Union JliOolp!), siir badische Politik, iiolatcs, bat). Chronik im 'iit a'l iemeinen Teil: J.B. AnlonR!ds.'?t),filcDeiiÄn^ei» genteil A M l1!r»,jher sümtl. in Karlsruhe i. V. Berliner Scrtrcfina Berlin W1J. Die 8gcfpa!t.Sioioncir,eiIe SO Pfg., die :lteilainszcile 1 Mk., :iche>' Jöelreilungett unb l e, itoitiurf«* Po!lsche^-T,nte: Karlsruh? Ar. 8339. ■ÜWW.'SM B V i!U!JWiL.&B BS S&'y u Nr. 382. Telefon: Geschäftsstelle Nr.SS. K Ü V l § V II h C, SKMöt^g DCU I 8. Ztngttft 1*1 17. Telefon: Redaktion Nr. 30g. 33. Jahrgang. Die neue Regierung. IV. -i)G5 Kriegsernährungsamt als selbstLiidigesStaatssekretaricl. Ein Gespräch mit Unterstaatssekretär Dr. August Müller. Unter den neuen Ernennungen erregte, die Berufung eines Sozialdemokraten auf den Posten eines Unterstaats- sekretärs im Kriegsernährungsamt allgemeines Aufsehen. Un- ser Berliner Vertreter hatte mit dem neuen Mann der Reichs- regierung eine Unterredung über die Organisation und Aufgaben des neuen selbständigen Staatssekretariats, die wir im folgenden wiedergeben: Frage: Wie ist die Arbeitsverteilung des Kriegsernährungs- amtes fortab gedacht und welche besonderen Aufgaben werden sie zu erfüllen haben? Dr. Müller: Ueber die Arbeitsleistung ist noch keinerlei end- gültige Bestimmung getroffen worden, da der zum Leiter des Kriegserncchrungsamtes ernannte bisherige Oberpräsident von Wal- dow erst am 25. August sein Amt antritt. Herr von Batocki hat be- reits vor einigen Tag«n seine Arbeit niedergelegt und bekanntlich Verlin am Donnerstag verlassen. Und so ist unser Amt bis zum ge- nannten Tag« verwaist und wird inzwischen vom Königlich-Bayri- fchen Ministerialdirektor Staatsrat Edler von Braun in Stellver- tretung geleitet. Erst nach Amtsantritt des Herrn von Waldow wird die Arbeitsteilung vorgenommen werden. Frage: Worin besteht die grundlegendste Aenderung der Neube- setzung für dag Kriegsernährungsamt? Dr. Müller: Vor allem darin, das) es in ein selbständiges Staats- fekretariat umgewandelt worden ist. Daraus geht schon an und für sich hervor, daß man diese Einrichtung nicht mehr lediglich als eine Kriegseinrichtung betrachtet, sondern sie zu einer dauernden zu machen wünscht. Frage: Welche Aufgaben könnte denn ein Kriegsernährungs- amt nach Kriegsende zu erfüllen haben? Dr. Müller: Zunächst wird das Kriegsamt in der Zeit der Uebergangswirtjchaft sicherlich auch sehr stark beschäftigt sein. Ich glaube, daß der Friedensschluß an und für sich schon eine gewisse Erleichterung in der allgemeinen Ernährung mit sich bringen wird. Das in die Heimat zurückgekehrte Feldheer löst sich in Millionen von Einzelnen auf, deren Bedarf doch wesentlich geringer ist, als der der Feldtruppe. Abgesehen davon dürste es uns auch gelingen, mehr aus dem Ausland zu beziehen als bisher, so vor allem etwas mehr Fett ufw. Nichtsdestoweniger wird das Kriegsernährungsamt in der llebergangszeit noch reichlich viel zu tun haben. Frage: Und nach der Übergangszeit? Was könnte es dann noch zu tun haben? Dr. Müller: Ich könnte mir mancherlei Aufgaben denken, die dem Reichsernährungsamt zugewiesen werden würden. So z. B. lönnten Monopole kommen, die mit Lebensmittelfragen zusammen- hängen, so um nur ein Beispiel zu erwähnen, ein Getreidemonopol — womit ich aber durchaus nicht gesagt haben will, daß derartige Monopole irgend etwa geplant sind. Ferner könnten einige im Reichsamt des Innern bereits bestehende Abteilungen, die mit Lebensmittel- fragen zu tun haben, dem Reichsernährungsamt angegliedert werden. Frage: Bedeutet die Vereinheitlichung der Reichs- und Staats- behörden für Ernährungssragen einen Vorteil und ist es geplant, ihren neuen Leiter mit erweiterten Vollmachten auszustatten? Dr. Müller: Die Vereinheitlichung bedeutet zweifelsohne einen Vorteil, der auch praktisch in Erscheinung treten wird. Herr von Batocki konnte nur Verordnungen erlassen, hatte aber auf die Aus> führung derselben keinerlei Einfluß, während der neue Leiter, der zugleich Staatskommissar für Preußen ist, die Möglichkeit hat, Ver- ordnungen in weitgehendem Maße selbst in die Tat umzusetzen. Zwar stellt Preußen nur einen Teil des Reiches dar, aber es ist auch in Ernährungsfragen der ausschlaggebendste Teil Deutschlands. Daher kommt, daß bisher die Erfassung der Lebensmittel gerade in Preußen auf die größten Schwierigkeiten stieß. Daß Herr von Waldow darüber hinaus noch mit neuen Machtbefugnissen ausgestattet wer. den wird, glaube ich nicht, und dazu liegt auch zunächst keine Ver- anlasfung vor. Frage: Weshalb ist eigentlich Herr von batocki zurückgetreten? And bedeutet sein Rücktritt einen Systemwechfel? Dr. Müller: Ueber die Gründe des Rücktritts des Herrn von B?tocki ist mir nichts mitgeteilt worden, und ich kann leider darüber nichts sagen. Rein menschlich bedauere ich sein Scheiden sehr, da er versönlich eine so bestechende Liebenswürdigkeit besaß, daß jeder sich mit ihm gut stehen mußte. Von einem Systemwechfel kann nicht die Rede sein, da es ja nur zwei Systeme gibt: zwangsmäßige Verfassung edrr freier Handel. An eine Rückkehr zum freien Handel ist ^ber n';dit ju denken. Daß im einzelnen gewisse Aenderungen erfolgen, ist do»egen nicht ausgeschlossen. Frage: Wie kommt es, daß trotz andauernd knapper Lebens- mitte«, die seinerzeit viel erörterte Frage der Massenspeisung, die manche für unabwendbar hielten, vollständig verstummt ist? Dr. Müller: Der Gedanke einer allgemeinen Massenfpeisung mußte ausgegeben werden, da sich das Publikum dagegen in der Mehrzahl ablehnend verhielt. Selbst während der ärgsten Kohl- rübenzeit des vorigen Jahres gab es noch viele Volkskreise, die es vorzogen, ein selbst minderes Essen sich selbst zu Hause zu bereiten, als das bessere Essen aus der Volksküche zu beziehen. Immerhin hatten die Volksküchen sehr starken Zuspruch,^ lange von den Be- luchern keine Marken abgefordert wurden. Sobald aber nach und nach alle Lebensmittelmarken gefordert wurden, verzichtete ein gro. ßer Teil der Besucher auf den weiteren Bezug der Nahrung aus der Volksküche, in manchen Städten bis zu 50 % der Gäste. Frag«: Wie sind die Ernährungsausfichten für den nächsten Winter? Dr. Müller: Solange keine Ernteschätzungen vorliegen können keine Voraussagungen gemacht werden. Doch darf man, auf gewisse Kenntnisse gestützt, schon heute die Hoffnung aussprechen, daß uns die mit Recht in so bittrer Erinnerung stehende Kohlrübezeit des vorigen Winters in diesem Jahre erspart bleibt. Frage: Zum Schlüsse bitte ich Sie, sich über das Problem zu äußern, das sich daraus ergibt, daß Sie als Sozialdemokrat ein Staatsfekrrtariat erhielten und annahmen und somit in die Regie- rung eingetreten sind? Dr. Müller: Ich bin zwar Sozialdemokrat, kann aber nicht sagen, daß ich zur sozialdemokratischen Partei gehör:, zumal dies auch aus Parteikreisen verneint worden ist. Als ich seinerzeit in den Vorstand des Kriegsernährungsamtes eintrat, war ich aus- schließlich deshalb dorthin berufen worden, weil man meine ein- schlägigen Fachkenntnisse verwerten wollte. Genau dasselbe ist jetzt bei meiner Ernennung zum Unterstaatssekretär der Fall. Es wäre also durchaus falsch ausgedrückt, wenn man sagen wollte, daß mit mir ein Sozialdemokrat in die Regierung beruf:n worden ist, fon- dern es muß gercchterweise gesagt werden, daß man mir das Amt übertrug, obwohl ich Sozialdemokrat bin. Immerhin ist auch dies ein Symptom, das nicht unterschätzt werden darf und vielleicht ein Schritt auf neuen Wegen. Vom westlichen Kriegsschauplatz. MTB. Bern, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Laut „Journal de Genevc" ist die französische Grenzsperre gestern aufgehoben worden. Lloyd George über die Flandernschlacht. WTB. London, 18. Aug. (Nicht amtlich.) Im Unterhalts verlas Lloyd George bei seiner bereits gemeldeten Rede ein Telegramm von der Front, in dem es heißt: Der Angriff, der heute morgen begann, wird in ernsten Gefechten fortgesetzt. Ergebnisse sind noch nicht fest- gestellt. Wir nahmen bisher das Dorf Langemarck, gewannen viel Boden, machten 1200 Gefangene und erbeuteten nach den bis Mittag vorliegenden Meldungen 5 Geschütze. (Bekanntlich warf der deutsche Gegenstoß am Nachmittag die Engländer wieder zurück. D. R.) Amerikaner an der flandrischen Front. Ech. Zürich, 18. Aug. (Privatte!.) „Eorriere della Sera" meldet von der flandrischen Front, das Ein- greifen der in England gelandeten amerikanischen T r u p p en erfolgte an de» flandrischen Front in grosjem Umfang. General H a i g habe einen Armee- befehl an seine Truppen erlassen, der darauf hinweist, dah die Zukunft Englands und der Welt von dem Ausgang derflandrischen Schlacht abhänge. Der Dank des Kaisers an die Flandern- Kämpfer. WTB. Berlin, 17. Aug. (Nicht amtl.) Se. Majestät der Kaller sandte Sr. K. H. dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern folgendes Telegramm: „Ich beglückwünsche Dich, die Führung und Truppen Deiner Armee zu dem glänzenden Erfolg des gestrigen Schlachttages in Flandern und zu dem Ausgang der schweren Kämpfe an der Arras» front. An dem unerschütterlichen Siegeswillen von Truppen aller deutschen Stämme zerschellte d?r Angriff der dort kämpfenden Teile des «nglisch-französischcn Heeres. Mit Dir ist das Baterland stolz auf seine Söhne. Es wird, so hoffe ich fest, nie vergessen, was Füh- rer und Soldaten im Felde leisten. Heute dankt es mit mir Deinen tapferen Truppen. Wilhelm R." Kaiserliche Anerkennung fLr die Badener bei Verdun. WTB. Berlin, 17. Aug. (Amtl.) Telegramm Sr. Majestät des Kaisers an Se. Kaiserl. Hoheit dem Kronprinzen des Deutschen Reiches: „Ich bekomme soeben die Meldung von der kühnen Unterneh- mung badischer Truppen auf dem Ostuser der Maas, spreche Ihnen meinen kaiserlichen Dank und meine Anerkennung au?. Wie an der Flandernsront bestätigt sich auch vor Verdun deutscher Angriffsgeist." Vom östlichen Kriegsschauplatz. Aus Ober-Oft. — Berlin, 18. Aug. Laut „Verl. Lok. Anz." ist eine bcson- dere Abteilung für jüdische Angelegenheiten bei der Vermal- tung Ober -Ost eingerichtet worden. An der Spitze steht der bekannte Maler und Radierer Hermann Struck, bisher in mi» 'italischen Diensten im Osten. Zur Räumung von Galah. Ech. Petersburg, 18. Aug. (Privattel.) Der „Eorriere della Sera" meldet von hier: Die F e st u n g G a l a tz ist für den Personenverkehr seit Montag gesperrt. Die Zivilbehörden sind aus Galatz abgereist. Ein Teil der Zivilbevölkerung wird nach Odessa verbracht. Gesterreichifch-nngar. Heeresbericht. WTB. Wien, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Amtlich wird verlautbort: Lestlicher 5iiiegöse!?auvlatl: In Rumänien keine Aenderung. Die Gesamtbeute ,eit Beg inn der Kämpfe nördlich von Foesani beträgt 2 0 0 gefangene Offiziere, über 11000 Mann, 118 Maschinengewehre und 35 Geschütze. Südlich von Krasesci warfen Honvedtruppcn und k. u. k. Kavallerie zu Fuh den FeiiU» in schneidigem Anriff weiter zurück. Es wurden hierbei 45 Offiziere, 1600 Mann, 18 Maschinengewehre und ein Geschütz eingebracht. Die achte Kum- pagnie des Trcnesener Honvcdregiments Nr. 15 führte allein KVS Gefangene ab. Auf der Höhe nördlich von Holda an der Listritza schlugen Abteilungen des Szegeder Honvedregiments Nr. 3ö2 ein angreifendes russisches Bataillon in die Flucht» wobei viel Kriegszeriit in unsere Hand fiel. Italienischer und Balk^n-Krie^sschauplatz. Unverändert. Der Chef des Eeneralftabes. Ereignisse zur See. Ein Zusammentreffen mit englischen Kreuze 14t. WTB. Berlin, 17. Aug. (Amtlich.) Zn der Nordsee stieg am IL. August eine unserer Sicherungspatrouil- l e n an der Grenze des englischen Sperrgebiets auf f ei u b» Ii che Kreuzer und Zerstörer und griff sie an. Der Feind, der in starker Uebermacht war, drehte in unserem gut liegenden Feuer ab und entzog sich dem Gefecht in gröhter Eile. Wie haben keine Verluste. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Englische Krieasschiffe in holländischen Gewässern. WTB. Amsterdam, 17. Aug. (Nicht amtl.) „Handelsblad" aus Egmontvan Zee: Am Donnerstag abend gegen g Uhr erschienen zwei englische Kriegsschisse in nordsüdlicher Richtung fahrend. Da sich die Schiffe innerhalb der holländischen Hoheitsgewässer befanden, lösten die vorige Woche aufgestellten Kanonen zruei Warnungsschüsse, worauf die englischen Schisse sofort ihren Kurs in südwestlicher Rich- tung veränderten. Nach einer anderen Blättermeldung verfolgten die englischen Schisse einen deutschen Frachtdampfer, der Pmuiden verlassen hatte und nun wieder dorthin zurückkehrte. Die Friedensnote des Papstes. WTB. Bern, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Der vatikanische „Osservatore Romano" erklärt, die Papstnote habe im italieni- schen Volk tiefen und freudigen Eindruck gemacht. WTV. Wien, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Wiener K. K. Tel.-Corr.-Bur. Die für den Kaiser bestimmte Nste des Papstes ist offenbar infolge Verspätung des Kuriers noch nicht in Wien eingetroffen. Sie dürste in den allernächsten Tac,sn hier eintreffen. Die Alliierten und die Pap st not e. WTB. Kopenhagen, 17. Aug. (Nicht amtlich.) „National Ti» dende" schreibt: Der Friedensvorschlag de? Papstes wird in Ame- rika, Italien, Frankreich und England scharf zurückgewiesen. Man beschuldigt den Papst, im Auftrag Deutschlands und O«sterreich-Un» garns zu handeln. Es kann ganz gewiß begründet sein, wenn an ein Zusammengehen zwischen dem Vatikan und der Hofburg gedacht wird, aber uns dünkt, daß der Vorschlag des Papstes nicht das Ge- präge der Einmütigkeit hat, sodaß er auch wohl als Grundlage für Friedensoerhandlungen dienen könnte, wenn die englischen Staats» leiter nicht nach wie vor entschlossen wären, den Lrieg fortzusetzen, in der Erwartung, daß die Mittelmächte doch zuletzt im Kampf gegen die große Koalition unterliegen müssen. Sch. Rotterdam, 18. Aug. (Privattel.) England hat chne Einschränkung die Erörterung der päpstlichen Fricdensnote in der Presse und in Versammlungen freigegeben. Schwedische Stimmen. TU. Stockholm, 17. Aug. Zu dem Vermittlungsversuch de» Papstes schreibt der Sozialistensührer Vranting im „Sozialdemokrat ten", mit deutlicher Absicht, daß der Papst im allgemeinen die russische Friedensformel angenommen habe, und daß seine Sympa- thien auffällig aus Seiten der österreichischen Rezierung seien. Erz- berger fei vor der Friedensresolution des Reichstages direkt aus Rom gekommen. Das „Svenskaer Dagbladet" warnt vor Optimismus, hält es aber noch für möglich, daß der Vorschlag des Papstes dazu beitragen könne, der Friedensdiskussion festere Formen zu geben. (B. Z.) Di« Gesandten beim Pap st. Ech. Zürich, 18. Aug. (Privattel.) Die „Ztalia" mel- det: Der Pap st empfing am Dienstag die beim Vati» kan begaubigten Gesandt en in Audienz. „Ztalia" schreibt weiter, im Vatikan hoffe man, die Antwort der kriegführenden Mächte aus den Vorschlag des Papstes in längstens 14 Tagen zu erhalten. Schon Ende des Monats werde den Völkern Kenntnis werden, ob es möglich sei, den Frieden vor einem Winter« f e l d z u g herbeizuführen. Pom Sozialiftenlwngresz zu Stockholm« — Berlin, 17. Aug. Der Stockholmer Kongreh wird am 9. September eröffnet und zwar im Hotel Grand National in der Regierungsstra^e. Es ist ein Tanz- und Kaffeelokal dritten Ranges. Man mußte dieses Lokal wählen, weil mehrere grcße Räumlichkeiten für die Ableitung der Friedenskonferenz ver- weigert wurden. (Nat. Z.) Die Minimal!stenvertreter abgere ist. WTB. Stockholm, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Das Stock- holmer Bulletin des Arbeiter- und Soldatenrates teilt mit: Die Partei der Minimalsten habe Axelröd und Panin zu m Kette S. Kadifche Presse. MittagSlatt. Samstag, den 18. Aug. 1917. Ux. WA. ihrer Vertretung bei der Stockholmer Konferenz ausersehen, l vie beiden Genannten sind bereits von Petersburg abgereist, j Das Organifationskomitee der Maximalisten hat sowohl die englische Arbeiterpartei als auch die französische sozialdemokratische Partei telegraphisch aufgefordert, an der Konferenz teilzunehmen. Z«r englischen Bewegung gegen Stockholm. MTB. Petersburg, 17. Aug. „Daily Telegraph" meldet von hier vom 14. August: Die sozialistische Presse jubelt über den Beschluß der englischen Arbeiterkonfercnz. Das Blatt des Arbeiter- und Soldatenrates bezeichnet diesen Beschluß als einen großen Sieg für die Sache des Friedens und für die russi- sche Revolution. Der ganze Ton der sozialistischen Presse be- weist, daß der Beschluß überrascht hat. Man hätte nicht ge- gelaubt, daraus hoffen zu dürfen. MTB. London. 17. Aug. Der „Nieuwe Roterda msche Courant" meldet von hier! Die Presse enthält wenig über Kerenskis Aeugeru»- zen über Stockholm. Die meisten konservativen Blätter lassen sie weg, ebenso wie das Reutersche Telegramm über die Absichten der vorläufigen Regierung. Die „Westminster Gazette" schreibt, die englische Regierung habe vollkommen recht, ihre eigene Auffassung über die Stockholmer Kon- ferenz zu hegen. Aber mein? sie dagegen war, so hätte sie auf ihre eigene Verantwortung handeln müssen und nicht die russische Regie- rung hineinziehen dürfen. Wenn Henderson nicht bereit war, die Mitteilung in der Form an die Arbeiterkonferenz zu machen, die die Regierung wünschte, so hätte diese ihn überhaupt nicht beauftragen sollen, die Mitteilung zu machen. Wenn Henderson es ablehnte, weil er fühlte, daß er die Abficht der russischen Regierung unrichtig wie- vergeben und ihr dadurch Schwierigkeiten innerpolitischer Art machen würde, so bewies er eine sehr richtige Auffassung. Es sei sehr zu bedauern, daß seine Kollegen in der Regierung sie nicht teilten. WTV. Petersburg, 17. Aug. „Daily News" meldet von hier vom 15. August: Die russische Presse äußert ihr Erstaunen über das, was Lloyd George in seinem Briefe an Henderson über die russische Regierung gesagt hat. — Die „Börsen- Zeitung" schreibt: Wir hören zum erstenmale aus London von der radikalen Veränderung in der Stimmung der russi- schen Regierung über die Rolle und Bedeutung der Stockhol- mer Konferenz. — „Djen" schreibt den Irrtum der englischen Regierung der Unklarheit Terestschenkos zu. Di« „A r b e i - terzeitung" macht den russischen Botschafter in London verantwortlich und deutet auf die Möglichkeit einer neuen Krise hin. Henderson vor dem Boykott? T.U. Lugano, 17. Aug. Die italienischen Blätter vcr- höhnen Henderson wegen seines Unfalles, sowie wegen seines großen Mißerfolges betreffend der Stockholmer Pläne. Der „Eorriere della Sera" vermutet sogar, daß die englischen Ar- beiter Henderson demnächst schon desavouieren werden. Zur Haltung Thomas. WTB. Amsterdam, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Der Stock- holmer Berichterstatter des „Allgemeen Handelsblad" erfährt, daß der französische Munitionsminister Thomas zurücktreten werde, wenn die französische Regierung dabei bleibe, den Delegierten Pässe für Stockholm zu verweigern. %k Revolution in RchiaO. Zur Lage in Ruhland. WTB. Bern, 17. Aug. Der Petersburger Berichterstatter der „Morning Post", der unlängst die Bildung der neuen Regierung auf- fällig zuversichtlich besprochen hat, sendet jetzt wiederum einen recht pessimistischen Bericht über die innere Lage in Rußland. Nach seiner Ansicht hat das neue Kabinett noch weniger Aussicht, die Ordnung wiederzuschassen, als sein Vorgänger. Es enthalte die nämlichen zweifelhaften Elemente wie bisher mit nur wenigen neuen Männern in ganz einflußlosen Stellungen. Auch beginne eg seine Tätigkeit wiederum mit der alten hoffnungslosen Methode von Ermahnungen an das Volk. Bemerkenswert sei lediglich, daß dieselben nicht mehr aufforderten, die Revolution, sondern Rußland zu retten. Bemer- kernswert sei es auch, daß neuerdings wieder sporadisch die russische Nationalflagge erschein« statiner in den letzten fünf Monaten aus- schließlich gebrauchten roten Revolutionsfahnen. Die ganze Hoff- nung des Landes (d. h. Englands, d. Red.) beruhe indes auf der Heeresleitung. Verschärfung der Lage in Petersburg. TU. Zürich, 17. Aug. Nach Telegrammen der Blätter »us Stockholm stellt das schweizerische Konsulat in Petersburg den schweizerischen Staatsangehörigen anheim, Petersburg zu verlassen. Man erblickt in dieser Maßnahme eine unmittelbare Bestätigung des Ernstes der Lage in Petersburg. (Dresd. A.) Die schlechte Versorgung Petersburgs. MTV. Bern, 17. Aug. Der Petersburger Sonderberichterstatter eines hiesigen Blattes meldet, das Problein der Versorgung Poters- burgs mit Lebensmitteln werde immer dringlicher. Es stehe fest, daß die Lebenzmittel der Hauptstadt für den kommenden Winter kaum ausreichen würden. Die Leistungsfähigkeit des Eisenbahnnetzes und der Flußschiffahrt könne nicht genügend gesteigert werden. Die Re- gierung werde deshalb nur den in der Hauptstadt ansässiger Bürgern, sowie Leuten mit dringenden Geschäften den Aufenthalt in Peters- bnrg gestatten. Die extremen Elemente benutzten die Lebensmittel- krise zu einer Pression gegen den Krieg. Sie verlangten ungestümer als je nach einer proletarischen Regierung. Eine Besprechung der Diktatoren. WTV. Petersburgs 17. Aug. (Nicht amtlich.) Petersb. Tel.-Ag. Oberbefehlshaber Kornilow ist in Petersburg ange- kommen. Er hatte im Winterpalais lange Besprechungen mit Kerenski. Rußland und Finnland. WTB. Petersburg, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Die Petersburger Telegraphen-Agentur verbreitet folgen.de Pressesiimmen zur finnischen Krise: „Die „Börsenzeitung" schreibt, alle Zugeständnisse an die finnische Sozialdemokratie würden für die innere Politik Rußlands verderblich sein. — ^Djen", das Organ des sozialistischen Gedankens, führt aus, die vo-liiufigc Regierung werde immer Mitel zu finden wissen, um ihrem Willci, Achtung zu verschaffen. Das fozialrevolutionäre Blatt „Narodna Niva" erklärt, jede Verletzung der Interessen der russischen Demokratie werde zum Bruche führen können und jeder Versuch der Wiedereröffnung des Landtages gegen den ausdrücklichen Willen der Regierung werde als eine feindliche Handlung gegen die revolutio- näre russische Demokratie betrachtet werden. Die Nationalversammlung. WTB Rotterdam, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Nach dem „Daily Telegraph" geben auch die russischen Sozialisten zu, daß es unmöglich ist, daß die konstituierende Nationalversamm- lung am 30. September zusammentritt. „Birshewija Wjedomosti" betont, die Festsetzung deg Zeitpunkts für die Nationalversammlung sei von Anfang an ein politischer Fehler gewesen. „Rjetsch" erklärt, die Festsetzung des Zeitpunkts für die Einberufung der Nationalversammlung sei auf eine große Bolschewiki-Kundgebung zurückzuführen, die für den 30. Juni er- wartet worden sei. Der Zeitpunkt wurde unter dem Druck gewisser Elemente festgesetzt, die gegen die bürgerlichen Parteien die Be- schuldigung erhoben, die Einberufung verschleppen zu wollen. Für die große Reichskonserenz in Moskau, die am 23. und 24. August stattfindet, ist vom Bürgermeister von Moskau die Geschäfts- ordnung veröffentlicht worden. Zunächst werden die Vertreter der vorläufigen Regierung das Wort ergreifen. Darauf werden Ver- treter der verschiedenen Verbände und Institutionen sprechen. Schließlich werden die Vertreter der Regierung diese Reden beant- worten. Zur Reichskonserenz, die im Nikolaipalast stattfindet, sind 2000 Personen geladen, darunter IVO Vertreter des Arbeiter- und Soldatenrats, 100 des Bauernrats, 400 für die Städte- und Semstwo- Verwaltung, 150 für die Arbeiterverbände, 7ö für die nicht organi- si-rten Arbeiter, 100 für die wissenschaftlichen Gesellschaften, 120 für Handel und Industrie, 300 für die Genossenschaften, 100 für die landwirtschaftlichen Verbände und 100 für die Fronttruppen. Dazu kommen sämtliche jetzigen und früheren Mitglieder der Reichsduma. Die Behandlung des Zaren. Sch. Rotterdam, 18. Aug. (Privattel.) „Daily Chro- nicle meldet, da der Z a r offizie llaus der L i st e d e r r u f s i - schenArmee gestrichen wurde, und daß ihm das R e ch t, die Uniform der russischen Armee zu tragen, entzogen worden ist. Die bisher dem Zaren belassene Apanage ist von der provisorischen Regierung ihm entzogen worden. Die V e r p s le g u n g des Zarenpaares erfolgt von jetzt ab aus Staatsmitteln nach Maßgabe der gesetzlichen Be- stimmungen. Der Keuch mit Amerika. Der Führer der So zialistenPartei in Amerika verhaftet. T.U. Gens, 17. Aug. Reuter zufolge erregt in den Ver- einigten Staaten die Verhaftung des Führers der Chikagoer Sozialistenpartei, Sekretär Adolf Kernes, ivog-en einer kriegs- feindlichen Rede, großes Aufsehen. (V. Z.) Die amerikanischen E r n t e a u s s i ch t e n. WTB Bern, 17. Aug. (Nicht amtlich.) „Morning Post" meldet aus N-wyork: Die amtlich- Schätzung der Weizenernte ist äußerst enttauschend. Die Ernte werde, sofern sich die gegenwärtige Schätzung bewahrheitet, 892 Millionen Buschelz hinter 1915, 153 Millionen hin- ter dem 5jährigen Durchschnitt zurückbleiben, dagegen verspreche die Maisernte die größte bisher dagewesen« zu werden, während die Hilfercrnte nur durch das Ergebnis von 1915 übertroffen werden wird. Die Karottefernte werde auf 180 Mill. Büschels über 1916 und auf 40 Millionen mehr als die größte bisher dagewesene Ernte veranschlagt. Deutschland und der Krieg. = Verlin, 17. Aug. Zum Leiter der Reichsfettstelle an Stelle des Herrn von Erävenitz wird, wie die „V. Z." hört, das Mitglied des Direktoriums der Reichskartoffelstelle Regierungsrot Dr. v. Arnold! ernannt werden. Mini st er und Parlamentarier. = Berlin, 17. Aug. Wie di« „Magdeburg. Ztg." erfährt, will der zum Staatssekretär des Reichsjustizamtes ernannte Abgeordnete Dr. von Krause Mitglied des Hauses der Abgeordneten bleiben. Das- selbe ist, wie schon früher gemeldet wurde, beim Abg. Schiffer der Fall, der nur fein Reichstagsmandat aufgeben muß, da die verfaf- sungsmäßigen Bestimmungen noch dem Verbleib im Reichstage ent- gegenstehen. Rücktritt v. Valentinis? Berlin, 17. Aug. Nach der „V. Z." steht der Rücktritt des Chefs des Zivilkabinetts v. Valentin! bevor. Oefterreich-Augarn und der Krieg. Das Rücktrittegesuch Graf Esterhazys. TU. Budapest, 17. Aug. In der vergangenen Woche hat der ungarische Ministerpräsident Graf Esterhazy dem König aus Gesund heitsrückfichten seinen Rücktritt angeboten: der König forderte den Ministerpräsidenten jedoch auf, im Amte zu verbleiben. Graf Ester- hazy beharrte jedoch aus seinem Abschied. Am letzten Dienstag ver- fügte der König, daß Graf Esterhazq auf Urlaub gehen möge, um seinen angegriffenen Gesundheitszustand wiederherzustellen. Bei di?- fer Gelegenheit drückte der König den Wunsch aus, daß es dem Mim- sterpräsidenten gelingen möge, das übernommen« Werk, die Demo- kratifierung Ungarns, alsdann durchzuführen. Ein Systemwechsel steht also keinesfalls bevor. Frankreich und der Krieg. Die Veränderungen im Marineministerium. WTB. Paris, 18. Aug. (Nicht amtlich.) Agence Havas. Albert Metin ist anstelle von Denis Eochin zum Unterstaats- sekretär für Blockade ernannt worden. Der geheimnisvolle Tod Almereydas. — Basel. 17. Aug. Havas meldet aus Paris: Auf Befehl Bi- vianis bezeichnete das Gericht drei Cerichtsärzte, um über den am 14. August im Krankenzimmer des Gefängnisses von Presnes einge- tretenen Tod von Almereqda (des verhafteten Direktors der pazifistischen Zeitung „Bonnet Rouge") Feststellungen zu machen. Der Be- richt des dem Gefängnis zugeteilten Oberarztes versichert, daß er den letzten Augenblicken des Gefangenen beigewohnt habe. Er erklärte, ein Selbstmord sei ausgeschlossen. Andererseits wird in dem Bericht der Gerichtsärzt« erklärt, daß Almereyda durch Erwürgen mittels eines dünnen Stranges ums Leben kam. Die am Hälfe festgestellte Furche entspricht dem Schuhband, das den Aerzten vorgelegt wurde. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat Zeu- gen einvernommen, um die eventuelle Verantwortlichkeit des Eefäng» nispersonals festzustellen. Viviani besitzt jedoch schon jetzt Indizien, die erlauben, strafrechtlich vorzugehen. (Frkft. Ztg.) Neueste Nachrichten. WTB. Grenoble, 17. Aug. (Nicht amtlich.) „ProgrSs de Lyon" meldet von hier: In den Werkstätten einer Spreng- stoffgefellschaft fand eine Explosion statt. Mehrere Personen wurden verwundet oder getötet. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Einzelheiten feblen noch. Die Kriegserklärung der afrikan!schen Reger» Republik Liberia. WTB. Berlin, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Die spanische Regierung, die den Schutz der deutschen Interessen in Liberia ausübt, hat von ihrem Vertreter in Monrovia die telegraphi- fche Meldung erhalten, daß die Republik a7n 4. d. Mts. sich als im Kriegszustand mit Deutschland befindlich erklärt hat. Dte deutsche Kolonie soll nach Siidfrankreich überführt werden. Kopfschmerz »Bei CT Oito's Unübertroffen in seiner raachen \ und vorzüglichen Wirkung'. Erhältlich in 3J Apotheken. JirnengLan? Roman von Anny Wothe. (2. Fortsetzung.) Hjalmar durchzuckte es wie ein Strahl. Sollte sich heute schon sein Tatendurst befriedigen? „Ich komme sofort, Friedrich," sagte er hastig, nach einer dunklen Pelzmütze greifend, die draußen in der Nähe der Tür hing. „Gnädiger Herr werden sich erkälten," jammerte Friedrich, „aber wahr ist es," fuhr er hinter seinem Herrn schreitend fort, „die eigensinnige Dame da draußen muß ohne Gnade im Schnee ersticken, wenn sie nicht vernünftig wird." Hjalmar stand schon draußen. Er trat an den tief im Schnee festsitzenden Schlitten, vor dem ein paar grcße, schwarze Pferde ungeduldig scharrten, und sagte höflich, die dunkle Pelz- mutze lüftend: „Gestatten Sie. gnädige Frau? Baron Bornsen, der Be- sitzer dieser Hofes, bittet um die Gnade, Ihnen Gastfreundschaft erweisen zu dürfen, vis der Schaden an Ihrem Schlitten auo* gebessert ist. Es ist unmöglich, weiter zu kommen." Der heulende Wind verschlang fast seine Worte, aber aus dem Innern des Schlittens, in dem eine vermummte weibliche Gestalt saß, kam es wie ein abgebrochener Laut: „Bornsen!" „Darf ich bitten, meine Gnädige?" Ohne eine Antwort ab- zuwarten, hatte er die Gestalt mit starkem Arm umfaßt und sie durch den Schnee hindurch iiber die Schwelle in die Halle ge- tragen. Friedrich aber sah kopfschüttelnd seinem Herrn nach, als dieser ih« zurief: »Sorge für die Pferde und schaff' den Schlitten in die Remise, im Freien läßt sich nichts bessern," und sagte ängstlich: ..Wer kann wissen, was der Gnädige sich da in den Eulen- Hof trägt. Er ist ja sehr rabiat, aber sie" — damit meinte Friedrich die Fremde — „scheint mir auch nicht ohne." Hjalmar aber setzte soeben seine nicht ganz leichte Last in der Mitte der Halle zur Erde und sagte lachend, die weißen Schneeflocken aus Mütze und Bart klopfend: „Ich bitte tausendmal um Verzeihung, meine gnädige Frau, aber Gewalt geht vor Recht. Sie konnten nicht länger bei dem Unwetter im Freien zubringen, und ich auch nicht, da ich erst heute von einem langen Krankenlager erstanden bin." „Ihre starken Arme beweisen das nicht," kam es wie mit leisem Spott hinter dem dunklen Schleier, der fast die ganze Gestcilt der Fremden einhüllte, hervor. „Gottlob, sie redet doch," dachte Hjalmar. Dann aber sagte er verbindlich: „Darf ich bitten, es sich einstweilen bequem zu machen. Ich werde sofort meine Damen bitten lassen, die Sie mit trockenen Kleidern verschen können. Ihr Pelz ist schwer von Nässe — darf ich bittenI" „Nein, nein," wehrte ängstlich die Fremde. „Niemand darf mich hier sehen, niemand darf ahnen, daß ich hier raste. Ich bitte Sie, mein Herr, wenn Sie auch nur einen Funken von Mitgefühl für das Unglück anderer haben. sS lassen Sie mich fort. Ich muß weiter. Ehe der Tag anbricht, muß ich weit, sehr weit sein. Ich bitte Sie." „Es ist unmöglich, gnädige Frau," entgegnete Hjalmar be- stimmt Er nahm ihr den triefenden Pelz von den Schultern und breitete ihn über einen Sessel in der Nähe des Kamins. Ietzi sah er eine hohe, schlanke, ebenmäßige Gestalt in tief- schwarzem Gewände königlich und hoheitsvoll vor sich stehen. Lang wallte der schwarze Schleier von dem Haupte hernieder, und kleine blitzende Eissternchen, die darin flimmerten, erinner- ten ihn an die Königin der Nacht. „Ich bin sehr unglücklich, meine gnädigste Frau, daß ich Ihr Mißfallen erregte," sagte Hjalmar verbindlich. „Wenn Sie Ihr unfreiwilliges Rasten hier als ein Geheimnis behandelt haben wollen, so wird es mir eine heilige Pflicht fein, das Geheimnis zu wahren, Sie werden mich aber nicht zurückhalten, meine Pflicht zu erfüllen, die mich zwingt, Sie dem sicheren Untergänge da draußen zu entreißen." „Was liegt daran?" Hatte es die Fremde wirklich gesagt. Hjalmar schellte. Friedrich erschien. „Die Teemaschine! Und sorge für einen Imbiß," feuerte er den Diener an. „Wie steht es mit den Pferden? fragte er weiter. „Sie sind sehr erschöpft. Ein bis zwei Stunden Ruhe wird sie aber wieder frisch machen. In dieser Zeit hofft auch der Sepp den Schlitten wieder ausflicken zu können, Herr Baron." „Es ist gut, die Damen brauchen nicht geweckt zu werden." Ein Wink verabschiedete den Alten. Die hohe dunkle Frauengestalt stand noch immer, von dem feuchten Schleier um- hüllt, in der Mitte der Halle. Jede Bewegung war höchste Abwehr und Trotz, und etwas wieder wie hilfslose Verzweifln^- „Wollen Sie den Schleier nicht heben, gnädige Frau? Wenn Sic wünschen, daß ich Ihr Antlitz nicht sehen soll, will ich mich gern abwenden, aber ich fürchte, das feuchte Gewebe wird Ihre trockenen Gewänder auch noch in Mitleidenschaft ziehen — darf ich?" — „Laß scharren deiner Rosse Huf," sang es ihm durch den brausenden Wind. (K-rchchung folgt.) ^ -kr. 38T. MttdmSlatt. «iw—a«. d« «. B** iwt. Kadifche Presse. Seite 3. Deutscher Heeresbericht. A lAbe«db-richt.1 MTB. Berlin, 17. Aug., abends. (Amtlich.) An Flandern und bei Berdun n«r Artillerie- ' o nt p f in wechselnder Stärke. Zn St. Quentin stehen die Häuser in nächster Nm- Uivng der Kathedrale noch in Brand. Die anhaltende ^eschiehung durch die Franzosen enveitert den Feuerherd. Z« Osten nichts Besonderes. ' Die Welte neue Generalossenflse im Weste«. WTB. Berlin. 17. Aug. (Nicht amtlich.) Der zweit« Tag der «en«raloffensive im Westen endete mit einem vollen deutschen Sieg. 3t Flandern, wo der Hauptstoß geplant war, kam es zu einem katastrophal«« Zusammenbruch des englischen Angriffs. Auch in der iveiten Schlacht um die flandrische U-Boot-Basis blieben die deut- !^en Waffen siegreich. Bei dieser Schlacht setzten die Engländer, von fett Franzosen unterstützt, die ganze Kraft ihres aufgehäuften Men- >chün- und Kriegsmittelmaterials ein, dessen Ueberlegenheit sie selbst ^cht genug rühmen können. Bei dieser zweiten flandrischen Nieder- ^Se können die Engländer nicht, wie bei der ersten, die ungünstige Witterung als Entschuldigung anführen! denn am Nachmittag des *6- August, wo sie die schwersten Schläge erlitten, strahlte helle °onne am blauen Himmel. °s3njts/rerk * J *We}ten ^ §\_- aMnAou l&tenkerto f K £$g?iY*trfacy>pe//e) <°. P Oeat s X?« *rtt .tsj^erc? 'infon * ^ tV p - — t«' Wercfon ■vß> Yj'ßorffoh hupen \ V ! tWjeriotjliem Oticqv/ti t.Jtegir. en ^Zurren *Zarim/i/>ife £erymi!ft> LflOO ÄS» ... ->effe/ \JVoumen , / M \s*-Ckrden hnoe/re Wpl ' iMtaj/ebrej Birzchote Vffity/efert» \7 > r ?» * r* Jzuytfxhoaf» - fM ä />' Ks - ^ "*S& sleShghoe ' * - " . gtenngnoe II .,/% * on j£ Ü5 >■ * \ J «Sv. SfJe f » o Sbeke •ntey t OJMoMeü jMtml iZäTtMt Zur englisch-französischen Offensiv« in Flandern. Die Schlacht spielt« sich in zwei Phasen ab. Zn der ersten ver- fochten die tiefgegliederten englischen Angriffswellen über die zer- ^offenen deutschen Stellungen vorzudringen und die ln Freezenberg und an den Waldstücken südwestlich Westhoek die ehe- ?°lig« Jini« vom 3t. Juli erkämpft war. Die englischen Verluste n ® außerordentlich schwer. , Einer der gewaltigsten Großkampftage an der flandrischen Küste ? Qt hiermit einen für die deutschen Waffen siegreichen Abschlug ge- ^nden. Zu danken ist dieser Erfolg neben der zielbewuhien Führung J* 1 . allem dem ungeheuren Schwung sowie der zähen Angrisfskraft ^ierer unvergleichlichen Insanterie, die auch an diesem Tage wie- ^ durch die Artillerie und die übrigen Hilfswaffen hervorragend ,.^'kstiitzt wurde, und ihre lleberlegenheit über die englische Jnfan- 'aufs ncfic bewies. Wie in Flandern, brach auch im Artois der englische Angriff zusammen. Trotzdem die Engländer mehr als bis in die Nacht hinein frisch« Kraft« vorführten, gelang es ihnen wiederum nicht, »der den Feldweg Hulluch-Lens vorzudringen An der Aisnefront konnten sich die Franzosen am 16. August nicht mehr zu grösseren Angriffen aufraffen. Einige Kompagnien, di« östlich der Hurtebise-Ferme einen überraschenden Angriff ver- suchten, wurden zusammengeschossen. Der französische Gewinn aus den Kämpfen am IS. August beschränkt sich auf 300 Meter des vordersten Grabens östlich Eerny. An der Berdunfront ist der Angriff noch nicht losgebrochen. Die Artillerieschlacht geht mit äußerster Stärke weiter. Erkundungs- vorstöhe, die französische Abteilungen gegen den Toten Mann und Fosce-Wald versuchten, scheiterten. Dagegen gelang badischen Sturmtruppen um K Uhr abends der im Heeresbericht gemeldete Vorstoß im Caurieres-Walde, der bis über die dritte französische Linie vordrang. Unter den 600 Gefangenen befinden sich zahlreiche Offiziere. Der Rest der Besatzung ergriff die Flucht. Die feindlichen Heeresberichte. Französischer Bericht. WTB. Paris, 17. Aug. (Nicht amtl.) Amtlicher Bericht von gestern abeird: In Belgien wurde unser Angriff erfolgreich fort^esetzr. Im Laufe des Tages brach unsere, dem Gegner überlege!'.- Infanterie starken Widerstand westlich von Steenbeck und bemächtigte sich indem sie nach Osten die Verbindung mit den britischen Truppen er- wetterte, aller feindlickien Stellungen. Mehr als 300 Gefangene, darunter 4 Offiziere, find in unsere Hand gefallen, desgleichen zahl- reiches, noch nicht gezähltes Kriegszerät. BKderfeitige ArtiNeris- tätigkeit in der Gegend von Laufsaux und Hurtebise, auf d»m linken Maas-Ufer und in der Gegend der Höhe 304. Unsere Patrouillen brachten Gefangene ein. Im Elsaß sind zwei von den Deutschen am Bärenkops und südlich vom Hartmannsweilerkopf versuchte Hand- streiche vollständig gescheitert. Die Deutschen haben Feuer an die Kathedrale von St. Quentin gelegt, die seit mehreren Stunden brennt. (Die kühne Verlogenheit des Berichts der französischen Heeresleitung, der natürlich bekannt ist, daß ihre eigenen Geschütze in St. Quentin Zerstörung und Brand hineintragen, so daß auch die Kathedrale von der Feuersbrunst mitergriffen wurde, wird hierdurch wieder einmal deutlich gekennzeichnet. D. Red.) EnglischeBerichte. WTB. London, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Heute früh 4 Uhr 45 griffen die Alliierten auf breiter Front östlich und nördlich von Hpern wieder an. Es spielten sich schwere Käurpfe ab. Trotz hartnäckigen feindlichen Widerstandes wurden an der Schlachtfront von Lens Fortschritte erzielt. Drei weitere feindliche Gegenangriffe gegen unsere neuen Stellungen wur- den gestern abend abgeschlagen. Eine feindliche Truppenanfammlung in der Nähe von St. Auguste wurde durch unsere Artillerie zersprengt. WTB. London, 17. Aug. (Nicht amtl.) Amtlicher Bericht vom 16. Aug. abends. Der heute am früheren Morgen auf einer Front von über 8 engl. Meilen (14,4 km) nördlich der Straße Ppern- Msnin begonnene Angriff der Alliierten wurde während des Tages gegenüber dem Feind forkgesetzt gegenüber einer Landzunge, die zwi- schen dem Pserkanal und Nartervaat und dem eroberten Brücken- köpf von Driegrachten liegt. Im Zentrum eroberten die britischen Truppen schnell die ersten Ziele, setzten ihr Vorrücken fort und nah- men das Dorf Langemarck nach heftigen Kämpfen. Sie bahnten dann im Kampf ihren Weg über eine halbe englische Meile ( 800 m) über das Dorf hinaus und setzten sich in dem deutschen Grabensystem sest, das ihr Endziel für den Tag darstellte. Auf unserer Rechten hat seit dem frühen Morgen ein heftig an- haltender Kampf um den Besitz der Hochfläche nördlich der Straße nach Meiuin stattgefunden. Der Feind suchte unser Vordringen mit Ent- schlossenheit aufzuhalten, indem er mit großen Kräften wiederholt Gegenangriffe machte. Infolge dieser Gegenangriffe gelang es dem Feind am Nachmittag mit großen Verlusten in diesen Abschnitt un- sere Truppen und einen Teil des früh am Tag« g«wonn«n«n Geländes zurückzudrücken. Am Abend wurden weitere feindliche Gegenangriffe in diwi Gegend durch unser Artilleriefeuer zerstreut. Die Zahl der Gefangenen, die im Laufe des Angriffs von den Verbündeten gemacht wurden, konnte noch nicht festgesetzt werden, aber 800 Gefangen«, darunter 38 Offiziere, sind bereits eingebracht worden, auch ei« paar deutsche Geschütze sind von uns erbeutet worden. Unsere Truppen machten heute nachmittag östlich oo-n Lew# wettere Fortschritte. Die Zahl der von mts seit dem gestrigen Gegenangriff an dieser Front gemachten Gefangenen erreicht jetzt insgesamt 896, da runer 22 Offiziere. Während des ganzen gestrigen Tages wirkten hinter der Front unsere Flugzeuge erfolgreich mit unserer Artillerie und Infanterie zusammen und unterstützten sie wirksam mit Maschinengewehrfeuer, wodurch die feindliche Gegenangriffe zurückschlugen. In Luftkämpfen wurden 11 deutsche Flugzeuge heruntergeholt und 4 andere steuerlos abgetrieben. Außerdem wurde ein« »feindliche Maschine durch unsere Luftabwehrgeschütze heruntergeholt. Drei unserer Flugzeuge wer- den vermißt. Auch heut« verrichteten unsere Fliegertruppen ausgezeichnete Arbeit. — London, 18. Aug. (Zweiter englischer Heeresbericht vom 16. August.) Die Zahl der von den Alliierten gemachten Gesangenen beträgt bisher 2700. Die Engländer drangen eine halbe Meile (800 Meter) jenseits Langhemark vor. Den Deutschen gelang es durch ihre verzweifelten Gegenangriffe, nordlich der Straße nach Menin unsere Truppen von einem Teil des frühe, mn Tage gewonnenen Ge- ländes zurückzudrängen. Der Wortlmt üer KutldgebNg kies Pgpstes. WTB. Berlin, 17. Aug. Die „Norddeutsch« Allgemeine Zeitung" meldet: Nach einer Mitteilung der Agenzia Stefani ist gestern in Rom die Kundgebung de« Papstes veröffentlicht worden. Im Nach- stehenden geben wir diese Kundgebung in deutscher Uebersetzung wie- der. Ein von Seiner Heiligkeit dem Papst Benedikt XV. vollzogenes Exemplar ist durch den Kardinal Gaspari Seiner Majestät dem Kaiser, ein zweites Exenrplar dem Reichskanzler übermittelt worden. Die Kundgebung lautet: „An die Staatsoberhäupter der kriegführenden Völker! „Von Anbeginn unseres Pontifikates inmitten der Schrecken des furchtbaren über Europa entfesselten Krieges haben wir uns vor allem drei Dinge vorgenommen: Vollkommene Unparteilichkeit zu wahren gegenüber allen Kriegführenden, wie es demjenigen gebührt, welcher der Vater aller ist und welcher all seine Kinder mit gleicher Zuneigung liebt, ununterbrochen bestrebt zu sein, allen möglichst viel Gutes zu erweisen, ohne Anschauung der Person, ohne Unterscheidung der Nationalität oder Religion, wie es uns sowohl das allgemeine Gesetz der Nächstenliebe als die uns von Christus übertragene höchste geistliche Wirkung vorschreibt, endlich, wie es in der gleichen Weise unsere friedenstiftende Sendung erheischt, nichts von dem zu unter- lassen, soweit es in unserer Macht steht, was dazu beitragen könnte, das Ende dieser Not zu beschleunigen, indem wir den Versuch unter- nehmen, die Völker und ihre Staatsoberhäupter zu Entschlüssen der Mäßigung und zu ruhiger Erwägung des Friedens — eines „ge- rechten und dauerhaften Friedens zu führen. „Jeder, der während der drei eben abgelaufenen schmerzvollen Jahre unserem Werk gefolgt ist, hat leicht erkennen können, daß wir zwar unseren Entschluß vollkommener Unparteilichkeit und unserem Bestreben, wohlzutun, immerdar treugeblieben sind, aber ebenso un- ablässig die kriegführenden Völker und Regierungen ermahnt haben, wieder zu Brüdern zu werden. Obwohl nicht cücb bekannt gegeben worden ist, was wir getan haben, um dieses edle Ziel zu erreichen. Gegen Ende des ersten Kriegsjahres ljaScf. wir an die im Streite befindlichen Nationen die lebhaftesten Ermahnung- n gerichtet rnd haben überdies den Weg gegeben, dem man folgen müsse, um zu einem beständigen und für alle ehrenvollen Frieden zu kommen. Leider ist unser Ruf nicht gehört worden und der Krieg ist noch oöl> rend zweier Jahre mit allen seinen Schrecken erbittert weiterge- gangen. Er ist sogar grausamer «seworden und hat sich zu Lande und zu Wasser, ja bis in die Lüfte hinein ausgedehnt. Verheerungen und Tod sah man hereinbrechen über unverteidigte Städte und ruhige Dörfer und über ihre unschuldige Bevölkerung. Und jetzt kann nie- mand sich vorstellen, um wie viel sich die Leiden Aller vermehren und erschweren würden, wenn weitere Monate, oder schlimmer noch weitere Jahr« sich diesen blutigen Jahren anreihen würden. Soll die zivilisierte Welt denn ganz zu einem Feld des Todes werden? „Will das so ruhmvolle und blühende Europa, wie von einem allgemeinen Wahnsinn hingerissen, dem Abgrund entgegen und zu seiner Selbstvernichtung die Hand bieten? Wir, di« wir keine be- sondere politische Absicht verfolgen, die wir weder auf Einflüster- ungen, noch auf die eigennützigen Bestrebungen irgend einer der kriegführenden Parteien horchen, fondern als gemeinsamer Vater aller Gläubigen einzig getrieben sind von dem höchsten Pflichtgefühl und von den inständigen Bitten unserer Kinder, welche unsere Ver- mittlung und unser friedenstiftendes Wort erflehen, von der Stimme der Menschlichkeit und der Vernunft selbst, wir lassen in einer so beängstigenden Lage und angesichts einer so schweren Bedrohung von neuem einen Friedensruf ertönen und richten abermals die dringende Mahnung an diejenigen, welche die Geschicke der Nationen in ihren Händen halten. Um uns aber nicht mehr auf allgemeine Ausdrücke zu beschränken, wie es uns bisher die Umstände ratsam erscheinen ließen, wollen wir nunmehr zu Vorschlägen übergehen, die in hö- Herem Maße anschaulich uni> ausführbar sind, und die Regierungen der kriegführenden Völker auffordern, sich über die folgenden Punkte, welche als notwendige Grundlage für «inen gerechten und dauer- haften Frieden erscheinen, ins Einvernehmen zu setzen, wobei ihnen überlassen bleibt, die Punkte im einzelnen festzulegen und zu er- gänzen. „Bor allem muß der Grundgedanke sein, daß an die Stelle der materiellen Kraft der Waffen, die moralische Kraft des Rechts tritt. Hieraus folgt ein billiges Einvernehmen Aller zum Zweck« gleite!» tiger und gegenseitiger Verminderung der Rüstungen nach bestimmten Regeln und unter gewissen Sicherheiten bis zu dem Maße, das zur Ausrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in jedem Staate not- wendig und ausreichend ist! sodann anstelle der Streitkräfte die Ein- führung einer Schiedsgerichtsbarkeit mit ihrer hohen friedensstisten- den Wirkung gemäß vereinbarter Normen, unter Androhung be- stimmter Nachteile gegenüber dem Staate, der sich weigern sollte, ent- weder die internationalen Streitfragen der Schiedsgerichtsbarkeit zu unterwerfen oder deren Entscheidungen anzunehmen. Wenn einmal auf diese Weis« die Vorherrschaft des Rechts hergestellt ist, möge man jedes Hindernis beseitigen, das dem Verkehr der Völker im Wege steht, indem man in gleicher Weise durch feste Regeln die wahr« Frei- heit und Gemeinsamkeit der Meer« sichert. Dies würde einesteils vielfach Konfliktsgründe ausschalten, andererseits Allen neu« Quel- len des Wohlstandes und des Fortschritts eröffnen. „Was den Ersatz der Schaden und Kriogskosten betrifft, fo sehen wir kein anderes Mittel, die Frage zu kSfen, ah daß wir den all« gemeinen Grundsatz eines vollständigen »ud gegenseitig«, Verzicht» ausstellen, der im übrigen durch die unendlichen eews der Abrüstung sich ergebenden Wohltaten gerechtfertigt ist: dies umftnnehr, «tls die Fortsetzung eines solchen Blutvergießens einzig und allein ans wirt- schaftlichen Gründen nicht zu verstehen wäre. Wenn es andererseits noch besondere Gründe für gewisse Fälle geben sollte, möge mmr sie mit Gerechtigkeit und Billigkeit abwägen. „Aber diese friedlichen Vereinbarungen mit ihren unermeßlichen Vorteilen, die sich cnis ihnen ergeben, sind nicht möglich ohne die beiderseitige Herausgabe gegenwärtig besetzten Gebietes, folglich seitens Deutschland di« vollständig« Räumung B«lgi«ns mit d «r Garairtie seiner vollen politischen, militärischen und'wir^chaftlich«« Unabhängigkeit gegenüber gleichviel welcher Macht, gleichfalls die Räumung des französischen Gebietes und seitens der anderen krieg, führenden Parteien eine ähnliche Herausgabe der d«utsch«n Kolonien. „Was die strittigen territorialen Fragen betrifft, beispielsweise Zwischen Italien und Oesterreich und zwischen Deutschland und Frank- reich, so kann man hoffen, daß die streitenden Parteien in Anbetracht der unermeßlichen Vorteile, die ein mit Abrüstung verbundener dauerhafter Frieden bringt, gewillt sind, die aus einer versöhnliche» Gesinnung heran? zu prüseu, dabei den Bestrebungen der Völker nach der Aiaßgabe des Gerechten und Möglichen, wie wir es bei früherer Gelegenheit gesagt haben, Rechnung zu tragen und gelegeut- ltch die Sonderinteressen dem Allgemeinwohl der großen menschlichen Gemeinschaft^ einzuordnen. Derselbe Geist der Billigkeit und Ge. rechtigkeit wird die Prüfung der anderen territorialen und politischen Fragen leiten müssen, besonders diejenigen, welche sich auf Armenien, auf die Balkanstaaten und auf die Gebiete beziehen, welche zum ehe- maligen Königreich Polen gehörten, dem seine edlen geschichtlichen Ueberlieferungen und die von ihm.insonderheit während des gegen* wältigen Krieges erduldeten Leiden gerechterweis« das Mitgefühl der Nationen gewinnen müssen. „Dies sind die hauptsächlichsten Grundlagen, auf denen, wie wir glauben, sich die kommende Neuordnung der Völker stützen muß. Sie sind so beschaffen, daß sie die Wiederkehr ähnlicher Konflikte unmog» lich machen und die Lösung der für die Zukunft und das materielle Wohlbefinden aller kriegführenden Staaten so wichtigen Wirtschaft- lichen Fragen vorbereiten. „Indem wir sie Ihnen überreichen, Ihnen, die sie zu dieser tragischen Stunde die Geschicke der kriegführenden Rationen lenken, sind wir daher von der beglückenden Hoffnung beseelt, nämlich sie an- genommen zu sehen und so zu erleben, daß der schreckliche Kampf, der immer mehr und mehr als unnötige Metzelei erscheint, ein Ende nimmt. Alle Welt erkennt ja, daß die Wasfenehre sowohl aus der einen, wie aus der anderen Seite unverletzt ist. Leihen Sie also unserer Bitte Ihr Ohr und nehmen Sie die väterliche Aufforderung an, welche wir im Namen des göttlichen Erlösers und Friedensfiirsten an Sie richten. Denken Sie über Ihre sehr große Verantwortung vor Gott und vor den Menschen nach: von Ihren Entschlüssen hängen die Ruhe und die Freude unzähliger Familien, das Leben Tausender! junger Leute, mit einem Wort das Glück der Völker ab, denen diese Wohltat zu verschaffen Ihre unbedingte Pflicht ist. „Möge der Herr Ihnen Entschlüsse eingeben entsprechend seinem heiligsten Willen. Möge der Himmel fiigen, daß sie sich nicht nur den Veisall Ihrer Zeitgenossen verdienen, sondern auch bei den zukünsti- gen Geschlechtern den schönen Namen von Friedensstiftern sichern. Was uns betrifft, die wir im Gebet und in Buße mit allen gläubigen Seelen, die nach Frieden seufzen, eng verbunden sind, erflehen wir für Sie von dem heiligen Geiste Licht und Rat. Vom Vatikan, 1. August 1917. gez. Denedictus P. P. XV. (Siegel.) Sekbe '4L Asvksche Prsffe. MUtagblatt. Samstag, de« 18. Aug. 1917. Ux. M2« Wertiner Finanz- und Wirtfchaftsbrief. ' (Von rmserm Handels-Mitarbeiter.) HZ Berlin, 17. Aug. Es gibt viele Leute, die sich heute schon Sorge machen, welche ^Friedenspapiert" fi« sich zulegen sollen. Die Redaktionen werden mit Fragen bestürmt, und an der Börse ent- wickelt sich die bekannte fiebrig« Spekulation, die heute schon zu einem grohen Teile auf Anlagen in solchen Werten abzielt. Darauf muß gesagt werden, daß jede Borausberechnung unsinnig ist. Wer kann dem» heute wissen, wie die Dinge bei und nach Friedensschluß aus- sehen werden, wer kann wissen, ob und welche Aufträge ein Unter- nehmen erhalten wird, wie die Preise sich entwickeln werden usw. Im übrigen soll man heute nicht an Friedenspapiere, sondern an die 7. deutsche Kriegsanleihe denken, die wahrscheinlich im Sept. d. I. herauskommen wird. Wer nicht weiß, wie er sein Geld unterbringen soll, der hat hier die best« Gelegenheit. Der Friede soll möglichst ball» kommen, aber man soll doch erst einmal abwarten, bis er da ist. Dann kann man sich Friedenspapiere anschaffen, aber auch noch nicht gleich wild darauf los und ohne Wahl, sondern mit Vorsicht und unter Berücksichtigung des staatlichen und kommunalen Bedarfs, der ja auch dann noch recht erheblich sein wird. Der Metall- und Goldbestand der Reichsbank hat sich nach dem Ausweis vom 2. Juki d. I. um 49 Millionen Mark verringert, der Goldbestand allein um 5K Millionen. Das Institut war gezwungen, größere Summen Goldes zum Zweck der Währungsstützung auszu- führen. Es ist jedoch bisher noch nicht erreicht worden, den Kurs der deutschen Reichsmark im Auslande zu einer kräftigen Aufwärts- bewegung zu veranlassen. Deshalb sinnt man auf Mittel, die Kurs- gestaltung wirksamer als bisher zu beeinflussen. Das beste Mittel wäre natürlich, die Ausfuhr wesentlich zu heben. Aber es ist fraglich, ob sich das im Kriege durchführen läßt. Denn je länger der Krieg dauert, um so mehr sind wir auf die Beibehaltung unserer Erzeug- niste angewiesen. Daher muß man energischer als bisher den an- d-ren Weg gehen, nämlich alles entbehrlich« Gold »ur Reichsbank zu tragen. Der Goldbestand unserer Reichsbank darf unter keinen Um- stäicken noch weiter gemindert werden. Wohl ist er sehr umfangreich, aber die Verhältnisse erfordern, daß möglichst alles, in Deutschland vorhandene Gold in die Kassen unseres Zentralnoten-Jnstituts fließt. Man mag der Ansicht fein, daß der Krieg die Goldwährung zerstört habe, man wird dennoch nicht umhin köimen, immer wieder die Gold- sanrmlung zugunsten der Reichsbank zu unterstützen. Denn es ist durchaus ungewiß, wie die Währungsverhältnisse nach dem Kriege geregelt werden, und man muß damit rechnen, daß die Zentralnoten- iustitute in Verfolg der geplanten Außenhandelsorganisation ge- xwungen werden, große Goldmengen für die Einfuhr wichtiger Roh- Produkte zur Verfügung zu stellen. Das sollten sich alle diejenigen, die noch gemünztes oder ungem-ünztes Gold haben, klar machen. Sie sollten sich sagen, daß sie auf diese Weise den Wiederaufbau der deut- schen Volkswirtschaft unterstützen. Denn die Zufuhr wichtiger Roh» Produkte bedeutet ja nichts anderes, als eine Produktionsförderung, die das A und O der wirtschaftlichen Wiederherstellung in den Frie- denszustand ist. Mit der Goldsammlung wird nicht nur der Reichs- bank, die ja nichts weiter als ein volkswirtschaftliches Regelung?- institut ist, gedient, sondern jedem von uns, dem Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer und dem Verbraucher. Bringt also alles noch verfüg- bare Gold schleunigst an die Kassen, deren es so viele in Deutschland gibt. Sie werden es zum Segen der Gesamtheit in die Zentralkasse der Reichsbank weiter leiten. Die Berliner Handelskammer wendet sich in bemerkenswerter Weife gegen die zunehmende Gründung von Zwangssyndikatsn. Sie oerkennt nicht, daß die Zeitumstände es erforderlich machen, einer- feits lebendige Arbeitskraft, andererseits Betriebsmittel, insbeson- dere Kohle und Rohstoffe, zu ersparen. Ihrer Ansicht nach sollte jedoch dieses Ziel nicht dadurch verfolgt werden, daß man schwer zu beseitigende Gebilde durch Gesetz schafft, die eine Zusammenballung des industriellen Produktionsprozesses in wenigen Betrieben bedeu- ten, wie wir sie in ähnlichem Umfang in Deutschland bisher kaum gekannt haben. Es sollte vielmehr im freien Entschlüsse den beteiligten überlassen werden, sich in Verbänden zusammenzuschließen, die von dem Willen aller Interessenten getragen sind und deren Verab- redungen ohne gesetzlichen Zwang durchgeführt werden. In der Tat ist es hohe Zeit, gegen die bisherige Methode der Zwangssyndi- zierung Einspruch zu erheben. Denn es entsteht dadurch die Gefahr, daß die neue Form des Verbandes, die vor dem Kriege in der Ent- Wicklung begriffen war, völlig vernichtet wich. Diese Form bedeu- tete einen Rahmen, in dem die einzelnen Mitglieder, und zwar nach Möglichkeit alle, nicht nur ihre bisherige Existenz sichern, sondern auch noch ein« wesentliche Förderung erfahren konnten. Allerdings wird es bei der Bildung von Syndikaten während des Krieges, dem öffent- lichen Wesen der Kriegswirtschaft entsprechend, nicht ohne Kontrolle abgehen können. Aber diese Kontrolle darf nicht gleichbedeutend mit der Lahmlegung wertvoller Produktionskräfte sein. Wenn man einerseits die Notwendigkeit anerkennt, möglichst jede Kraft und Tüchtigkeit zu erhalten, so darf man andererseits in der Praxis nicht schroff dagegen verfahren. Badische Chronik. :: Karlsruhe, 18. Aug. Durch die Vermittelung der Geschäfts- stelle der Badischen Obstversorgung bei der 'Badischen Landwirt- fchaftskammer sind lt. Karlsr. Ztg. in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Juli 1917 nachoerzeichnete Mengen von Obst an die Verbraucher im Großherzogtum abgesetzt worden: Kirschen 3 264 402 Kg., Erdbeeren 221 094 Kg., Heidelbeeren III 578 Kg., Himbeeren 143 262 Kg., Johannisbeeren 288 816 Kg., Stachelbeeren 45 468 Kg., Pflaumen 95 402 Kg., Zwetschgen 2010 Kg., Mirabellen 11665 Kg., Reineclauden 190 Kg., Pfirsiche 87 799 Kg., Aprikosen 172 Kg., Birnen 104 272 Kig., Apfel 50 683 Kg., Fallobst 3955 Kg. Wenn die vermittelte Menge Beerenobst verhältnismäßig gering erscheint, so ist dabei zu berücksichtigen, daß der Handel mit Beerenobst bis zum 24. Juli 1917 frei war und erst durch die Bekanntmachung vom 24. Juli 1917 die Bewirtschaftung des Beerenobstes der Geschäftsstelle der Badischen Obstversorgung übertragen wurde. 4. Durlach, 17. Aug. Das Residenz-Theater Durlach „zum grü- Hof", hat nachstehenden Spielplan am Sonntag, den 19. August. „Dem Mutigen gehört die Welt" oder „Hoch lebe der Kaiser", drei Akte, mit Josef Römer und Frau Hanny Ziener in den Hauptrollen. Der „Barbier von Filmersdorf" ein Lustspiel in drei Akten, Haupt- darsteller Oskar Sabo. — „Die Nachtwandlerin", ein kleines Drama und zum Schluß einer herrliche Naturaufnahme. = Mannheim, 17. Aug. Ueber den hiesigen Marktverkehr lesen wir im Gen.-Anz.: Die Pfirsiche haben endlich wieder den Weg auf unfern Wochenmarkt gefunden. Man konnte schöne Exemplare zu 60 Pfennig kaufen. Ganz ungehindert stand aber auch auf den Preistafeln weniger Körbe 70 Pfennig, obwohl der Höchstpreis auf iwit 60 Pfennig festgesetzt ist. Aepfel, Birnen, Pflaumen, Frühzwetschgen und Königinpflaumen gab es reichlich. Die Vorschrift, daß an den Körben sichtbar stehen muß, ob sie reifes oder nur zum Kochen ge- eignetes Obst enthalten — eine der Maßnahme gegen die Ruhr- erkrankungen — wird nicht befolgt. Die Käuferinnen befühlen in- folgedessen z. V. die Birnen, ob sie weich sind, und legen sie wieder in den Korb zurück, entsprechen sie nicht ihren Wünschen. Ein Vor- gang, den man zu hundertmalen beobachten kann und der erneut darauf hinweist, daß es unerläßlich ist, das Obst vor dem Genuß zu waschen. Die Stadt brachte außer Birnen zu 46 Pfennig auch noch solche zu 60 Pfennig zum Verkauf, feines Tirolerobst, also Auslands- wäre, wie man uns versicherte. Solange wir soviel einheimisches Obst haben, brauchten wir eigentlich überhaupt keine Auslandsware. An Gemüse war der Markt sehr arm. Wenig Weißkraut, Mangold und Wirsing, nur zu einem kleinen Teilchen dem Bedarf entsprechend, Rotkraut etwas reichlicher als die letzten Markttage, Schnittgemüse überhaupt nicht. Gelberüben allüberall zu 20 Pfennig und wenn auch nur 2 Stück aufs Pfund gingen. Das sind alles Karotten bei unfern Bauern, solange kein Ma'-ktkontrolleur sich darum kümmert. Salate gab es reichlich, Gurken desgleichen. Mit Pfifferlingen und Steinpilzen war der Markt ausreichend beschickt, Bohnen bedeckten nur den laufenden Bedarf. :)(: Heidelberg, 17. Aug. In der Expreßbestätterei am Bahn» Hofe wurde ein Paket mit einem Inhalte im Werte von 3—4000 M gestohlen. sh Kehl, 18. Aug. Während einer Schlägerei zwischen jun- gen Burschen wurde der 17jährige Robert Schütterle von dem 18jährigen Alfred Lang erstochen. ft Todtnau, 15. Äug. So reichlich wie in diesem Jahre war die Himbeerernte schon lange nicht mehr. Es werden täglich ganze Massen in. Kübeln und Kesseln nach Hause aus allen Berg- und Waldteilen geschleppt. Was nicht selbst eingemacht wird, wird ver- kauft un>> - ringt schönen Verdienst. Bei der Station Utzenfeld tturlin bis tttzt von der Obstversandstelle 27 0)0 :U'ar! ausbezahlt = Konstanz, 17. Aug. Dr. August Creuzbauer, das frühere Mitglied der Schriftleitung der „Münchner Zeitung", ist in der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau nach langem Leiden gestorben. Dr. Creuzbauer war am 17. Dezember 1867 in Karlsruhe geboren, er hatte in Straßburg, Berlin und Freiburg die Rechte und Staats- Wissenschaften studiert. 1899 wurde er Handelsredakteur der „Münch, ner Zeitung", 1901 übernahm er, nachdem er aus der Redaktion wieder ausgeschieden war, die Stelle des Syndikus des Handelsver» tragsvereins Nürnberg, später wurde er Syndikus der Verbandes rheinisch-westfälischer Brauereien. 1907 trat er als Leiter des kom- munalpolitischen Teils wieder in den Verband der „Münchner Zei- tung" und blieb es bis 1911. Dann widmete er sich, wie wir den „Münch. N. Nachr." entnehmen, schriftstellerischen Arbeiten auf dem Gebiete der Volkswirtschaft. ö Konstanz. 18. Aug. Bei einem schweren Unwetter, welches am Dienstag nachmittag im Bodcnseegebiet herrschte, kam der Württembergs sche Dampfer „Hohen-Twiel" in Seenot. Der Gewittersturm war von solchem Hagelschlag be- gleitet, dah die Hagelstüike die Schntzwand vor dem Steuer- mannsraum des Schiffes durchlöcherten und die Fenster ein- schlugen. Auf dem Deck lagen die Hagelkörner 20 Zentimeter hoch. Bei der herrschenden Dunkelheit fuhr der Dampfer auf der Höhe Schachen—Wasserburg auf einer Sandbank auf, sodatz ihm das Dampfschiff „Stadt Friedrichshafen" Hilfe bringen muhte. Aus Lindau berichtet man, daß seit 1875 kein derartig schweres Unwetter mehr erlebt worden ist, wie das- jenige am Dienstag nachmittag. Unübersehbarer Schaden ist in der bayr. Bodenseegegend an Obstbäumen, Reben, Hopfen- anlagen und Feldgewächsen angerichtet worden. Auch im schweizerischen Thurga» hat das Unwetter schlimm gehaust. Aus der Residenz. Karlsruhe, 18. August o Em Handschreiben der Großherzogin Luise. Zum 3. Gedenk- tag des Kriegsbeginns richtete Großherzogin Luise an den Bad. Frauenverein eine in den neuesten Vereinsblättern veröffentlichte Kundgebung, in welcher die Großherzogin den Zweigvereinen des Bad. Frauenvereins ihren sehr warm empfundenen Dank ausspricht für die reiche und vielseitige Tätigkeit in den verflossenen drei Kriegsjahren. Die Großherzogin gedenkt dann mit tiefem Mitge- fühl der vielen trauernden Hinterbliebenen derer, die auf dem Felde der Ehre ihr Leben gelassen haben. In der Kundgebung kommt das unerschütterliche Gottvertrauen in den vor uns liegenden neuen Zeitabschnitt zum Ausdruck. = Boraussendung des Reisegepäcks. Halbamtlich wird bekannt gegeben: Zur Minderung der Zugsverspätungen, die in der letzten Zeit durch den außerordentlich starken Gepäckverkehr bei den Schnell- und Eilzügen entstanden sind, wird bei diesen Zügen bis auf wei- teres Reisegepäck nur während der fahrplanmäßigen Aufenthalts, zeiten aufgenommen. Auf die unmittelbaren Anfchlußzüge wird das Reisegepäck unterwegs nur dann übergeleitet, wenn und soweit es gleichzeitig mit dem Umsteigen der Reisenden umgeladen werden kann. Den Reisenden wird deshalb empfohlen, Gepäck, das sie bei ihrer Ankunft am Bestimmungsort alsbald in Empfang nehmen wollen, schon am Tage vor der Abreise, jedenfalls aber so frühzeitig aufzuliefern, daß es schon früher abgehen kann, als sie selbst abreisen. Damit, daß das Reisegepäck mit dem Zug, zu dem es abgefertigt ist oder mit den unmittelbaren Anschlußzügen befördert wird, kann bis auf weiteres nicht gerechnet werden. i# Zuschneidestelle der Lederindustrie. Zum Zwecke Wirtschaft- lichster Ausnutzung der Ledervorräte soll eine Zuschneidestelle der Le- derinidustrie von Baden, Elsaß-Lothringen und Hcchenzollern gegrün- det werden. Mit den Gründungsarbeiten ist die Handelskammer Karlsruhe vom Kriegsmiftistsrium, Lederzuweisungsam-t, betraut worden. Deshalb fand am 13. August l. Is. in Karlsruh« ein« sehr gut besuchte Versammlung der maßgebenden südwestdeutschen Firmen unter dem Vorsitz von Dr. Krienen, Syndikus der Handelskammer Karlsruhe, statt, in der die Unterlagen für die Gründung eingehend durchberaten wurden. Die anwesenden Firmen einigten sich nach leb- haster Aussprache dahin, Herrn Fabrikanten Heinrich Hirsch in Firma L. Ritgen, Militäreffektenfabrik Karlsruhe, die Leitung der Leder- zuschneidestelle für Baden, Elsaß-Lothringen und Hohenzollern zu übertragen. Zur Erledigung der weiteren Vorarbeiten wurde ein Arbeitsausschuß eingesetzt, zu dessen Vorsitzenden Herr Dr. Krienen. Syndikus der Handelskammer und zu dessen Mitglieder folgende Herren gewählt wurden: Fr. Bierenbreier in Kehl, Fingade in Firma L. Estelmann in Straßburg, Heinrich Freiterg in Firma Ba- diol-Jndustrie, G. m. b. H., in Mannheim, Heinrich Hirsch in Firma L. Ritgen in Karlsruhe, Hermann Hirsch in Firma Deutsche Signal- flaggenfabrik, G. m. b H in Karlsruhe, Th Jansen in Firma Julius Jansen in Straßburg, W. Schifferwcker, Bevollmächtigter der Badi- schen Leder- und Lederwarenfabrik in Wiesloch. Die endgültig? Gründung -Versammlung wird demnächst unter Anwesenheit ein<^ Vertreters des Kriegsministeriums in Karlsruhs stattfinden. Fußball-Wettspiele. Der Verein für Bewegungsspiele Karlsruhe veranstaltet am morgigen Sonntag, nachmittags um 2 Uhr be- ginnend auf seinem gegenüber der Telegrafenkaserne gelegenen Spielplatze ein Fußballtournier woran folgende Vereine teilnehmen: Fuö' ballverein Rastatt, F. G. Grötzingen, Viktoria Berzhausen, Oststadl Pforzheim, Südstern und Konkordia Karlsruhe. Zur Verteilung gelangen 2 Pokale an die Sieger des sich an die Spielrunde anschli? ßenden Entscheidungs-Spiels. # Konzert im Stadtgarlen. Am Sonntag, den 19. August d. J®-> nachmittags von %4—7 Uhr, finden bei schönem Wetter im Stadt' garten „Volkstümlicher Mufikausführungsn" der Kapelle des Ersat!' Batl. Landwehr-Jnf.-Rcgt. Nr. 109 statt. Die Vortragsordnung ent' hält eine große Auswahl beliebter Musikstücke, die allen Besucher" einige genußreiche Stunden bereiten werden. Bei ungünstiger Mit« ternng fällt das Konzert aos. (Näheres im Anzeigenteil.) = Sprung aus dem Fenster. Heute früh, kurz vor y 2 5 Uhk, stürzte sich eine 42-jährige Frau aus dem 3. Stockwerke ihrer in der Zähringerstrage gelegenen Wohnung auf die Straße Der Beweggrund zu der Tat ist noch nicht bekannt. Die Lebens- müde wurde ins Krankenhaus überführt. MMMWW WS der Karlsruher ötMmtslitzung vom 16. August 1917. Geschenk. Ein hiesiger Bürger, der nicht genannt zu wevd^ wünscht, hat der Stadt eine Bronzebüste S. K. H. des Eroßherzoi!' Friedrich I. zum Geschenk gemacht. Der Stadtrat dankt für dw Schenkung. Die Büste soll in der Vorhalle d«s Fried richs-Schw' Hauses (Oberrealschule) aufgestellt werden. Lcbeuomittelspende. Herr Hauptlehrer Schultheiß in ZusenhiW hat der Stadtverwaltung 3 Körbe Obst, Kartoffeln und GentuI zugehen lassen, die nach dem Willen der dortigen Schüler an dürftige hiesige Einwohner verteilt werden sollen. Für diesen woh>' tuenden. Beweis gegenseitiger Opserbereitschaft in schwerer 3 4 ' spricht der Stadtrat namens der Bedachten Herrn Hauptlehrt Schultheiß und seinen Schülern verbindlichsten Dank aus Straßenbahnhaltestellen. Die vor kurzem aufgehobene Haltest«^ „Georg-Frisdrich-Straße" wird wiederhergestellt, weil sich ihre Be>' beHaltung als -zweckmäßig und dringend notwendig erwiesen hat. W gegen fallen die Haltestellen „Rudolf-Straße" und „Veilchenstrahe weg. . Rheinhafen. Ein.ein hiesigen Fabrikunternehmen wird die ka«n oder mietweise Ueberlassung von 10 000 Quadratmeter Hafengelän^ auf Kriegsende in Aussicht gestellt. _ _ Dreschgebühren. Für die Benützung der Dreschmaschine städtischen Gutsverwaltung Rüppurr durch Dritte werden Gebührt nach d-m Vorschlage des städtischen Maschinenbauamts festgesetzt. Stellenbesetzung. Die durch Weggang des bisherigen Inhaber erledigte Stelle eines Betriebschemilers beim städtischen Gasa >e wird dem Diplomingenieur Friedrich Sentke aus Durlach, zurz^ Betriebschemiker beim Gaswerk in Stuttgart, übertragen. _ Strafantrag. Gegen einen hiesigen Milchhändler wird Stral' antra,g wegen Beleidigung der Beamten des städtischen MilchaN"' gestellt und ihm gleichzeitig der Milchverkauf entzogen. Danksagung. Dem Großh. Rechnungsrat und Rernsionsvorsta!' beim Großh. Ministerium des Großh. Hauses, der Justiz und d« Auswärtigen, Herrn K. Bihlmann, wird für Usberrerchunz seine Schrift „Badisches Beamtenrecht" Dank ausgesprochen. Die Herstellung von Sauerkraut. — Karlsruh«, 18. Aug. Die Kriegsgesellschaft für Sauerkro^ m. b. H. in Berlin weist mit Genehmigung des Bevollmächtigten d< Reichskanzlers auf folgendes hin: Da für die Versorgung des Heeres und für schlüsselmäßige teilungen von Sauerkraut an die Zivilbevölkerung im Wirtschaft^ jähre 1917/18 außerordentlich große Mengen von Frischgemüse kohl und Rüben) erforderlich sind, erteilt die Kriegsgeisellschaft ^ Kommunalverbände, Gemeinden und Großverbraucher (Fabr' betriebe, Mittelstands- und Volksküchen, Heilanstalten und ähnli« Einrichtungen) die Genehmigung zum Erwerbe von Weißkohl fiir & Herstellung von Sauerkraut vorläufig nur unter der Bedingung, Wj das gesamte daraus in eigenen Betrieben oder von Fabriken ^ Lohnverhältnis herzustellende Sauerkraut zur Verfügung der KrieS^ gesellschaft gehalten wird. Aus dem gleichen Grunde kann die Kriegs gesellschaft zunüB auch den Absatz desjenigen Sauerkrauts nicht freigeben, das die f nannten Stellen aus selbstgebautem Weißkohl oder aus Rüben Art in eigenen Betrieben oder von Fabriken im Lohnverhältnis ^ schneiden lassen. Vielmehr muß auch dieses Sauerkraut bis auf u* ' teres zur Verfügung der Kriegsgesellschaft bleiben. Soweit irg^ möglich, wird jedoch den Kommunaloerbänden, Gemeinden und Grtö' Verbrauchern später ein Teil (höchstens 5V Prozent) des in eigens Wirtschaft herzustellenden Kohl- und Rüüenfauerkrauts, ohne AnreV nung auf den schlüsselmäßigen Anteil des betreffenden Bundesstaat^ sreigegebm werden. Auf die Stvafbestimmungen in der Verarg nung über die Verarbeitung von Gemüse vom 1. August 1916 a ' hingewiesen. Durch die vorstehenden Grundsätze bleiben die mutigen der Bekanntmachung über Frühweißkohl vom 22. Juni 1^' unberührt. Auszug aus den Standesbüchern Karlsruhe. Todesfälle: 14. August: August, alt 16 Jahre, Vater Sitter, Landwirt. — 16. August: Kath. Bauer. Kaffeeköchin, t^ 1 "' alt 29 Jahre? August Knappschneider, Windenmacher, Ehemann. 69 Jahre; Karl Haushälter, Kasernenwärter, Ehemann, alt Jahre. Beerdigungszeit und Trauerhaus erwachsener Verstorben^' Samstag. 18. August 1917: 'AS Uhr: Kath. Bauer, Köchin, straße 7g. — 3 Uhr: Karl Haushälter, Kasemenwärter, Kapell^ straße 66. . Wasserstand des Rheins. . Schugerinsef, 18. August morgens 6 Uhr 2,62 m (17. Aug. 2,75 flthl, 18 August morgens 6 Uhr 3,62 m (17. Aug. 3,54 m) . Ma»n>, 18. August morgens 6 Uhr 5 ,35 m (17. Aug. 5,28 "K Mannheim, 18. August morgens 6 Uhr 4.54 m (17. Aug. 4.52V Stes / / 7 ■ ■f. YV.jy«.*,.?- ,v . - ', -- -:.r • " y ''. *. Nr. 383. Mittagblats. Samstag, den 18. Mg>. itftT. Kadifche Presse Weite F. Stadtgarten. Bei schönem Wetter Sonntag. 19. Aug -1917. nachm. von V 2 4—7Uhr \k iiliipadfi" ausgeführt von der Kapelle des Ersatz-Bataillons Landw.»Jnf.-Rgt. Nr. 10». Musikleiter: Herr Köninger. Eintrittspreise für den Stadt- und Tiergarten: Inhaber von Stadtgarten-Jahreskarten und von Kartenheften sowie Soldaten vom Feldwebel abwärts 30 Pfg. Sonstige Personen 60 Pfg. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. VortragS-Ordnung 10 Pfg. 11091 Die Eintrittskarten berechtig, nur z. einmal. Eintritt. Bei ungünstiger Witterung fällt das Konzert aus. „Zum RheirEgold" Waldhornstr. 22, nächst der Kaiserstrafle. Bekannt durch seine vorzüglichen, preiswerten Weine. Spezialmarke „Gimineldinger". 2447 Gemütliches Lokal. — Prima Printz-Bier. Gafthaus z. „Salinen" in Steinen, bad. Wiesental, angenehmer Kuraufenthalt, anerkannt vorzügliche Küche, gute Betten, schattiger Garten und Wald in aller nächster Nähe des Ortes, herrliche Spaziergänge. Es empfiehlt sich der Besitzer. 23897 B KZ. HSnsler, x. Salinen. 11081 I Zurückgekehrt: I Dentist C. Kalischek Fernspi Fernspr. 3250. Kaiserstr. 241«? 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Durch die Verordnung des KriegsernährungS amts vom 7. August 1917 sind die Bestimmungen über Oelfrüchte m wesentlichen Punkten geändert worden. Wir machen auf folgende? aufmerksam: Das Zurückbehalten bestimmter Mengen von Oelfrüchten aus eigenem Anbau (außer Saatgut u. Leinsamen) ist verboten. 2. Künftighin muß jeder Anbauer alle von ihm gewonnenen Oelfrüchte (außer Saatgut und Lein- samen) an den Kriegsausschutz für Oele und Fette abliefern. Oelfchlagscheine werden also nicht mehr ausgestellt. Dagegen erhält der Ablieferer vom Kriegsausschuß auf Antrag für den Verbrauch in der eigenen Hauswirtschaft Oel in folgenden Mengen: 5 Kilo für Ablieferung von 10— 15 Kilo Oelfrüchte 7.5 . „ . 15— 30 „ 10 „ „ . . 30—100 „ ,, usw. Bei Leinsamen, Dotter und Senfsaat ermäßigen sich die zustehenden Oelmengen um ein Viertel, bei Sanffamen und Sonnenblumenkernen um die Hälfte. Für Leinsamen wird Leinöl, für Mohn- und Sonnen- blumenkerne Mohnöl, für die übrigen Oelfrüchte Rüböl gewährt. Der Preis beträgt für: 1 Kilo Leinöl . . . 1.50 Mark 1 .. Mohnöl. . . 2.30 . 1 . Rüböl . . . 1.60 „ 3. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir unsere Bekanntmachung vom 1. August, wonach die am 16. August vorhandenen Vorräte an Oelfrüchten bis 20. August zu melden sind, und zwar in den Vororten bei den Gemeindesekretariaten und in Alt-Karlsruhe beim städtischen statistischen Amt (Zähringerstr. 98). Karlsruhe, den 17. August 1917. H096 Bürgermeisteramt. Grch). KMtMerheWle Karlsruhe ßegivn des Schuljahres 1917/18 Dirnstag. 16. ©fstober 1917 1. Allgemeine Abteilung (Vorbildung für ll. Abt 1 Jahr); 15. Fachabteilnn-?en (mit Lehrwerkstätten) für Architektur, Bildhauerei, Ciselieren, Dekorations- malen, Glasmalen, Keramik. Musterzeichnen: III. Zeichenlehrerabteilnng; IV. Winterknrs für De- korationsmaler; V.AbcndschuleZeichnen,Entwerfen, Modellieren, Aktzeichnen; Abt. I, II, III und V für Schüler und Schülerinnen. Anmeldung schriftlich bis 15. September mit von der Direktion zu bezieh- enden Anmeldebogen. Lehrplan unentgeltlich. 9500 MWr Frauenoerein. Der „Soziale Kurs" für junge Mädchen mit Töchterschulbildung beginnt Ende September und dauert bis Ende Juni mit theoretischem Unterricht in sozialwissenschaftlichen Fächern und praktischer Unterweisung in Hanshaltnngsknnde und Jugend- fürsorge. Nähere Auskunft und Satzungen in den Geschäftsräumen des Badischen Frauenvereins und bei Herrn Semniardirektor Er. v. SaNwiirk. Anfnahmenesuch« sind spätestens bis 10. Sep- tember einzureichen beim Baditchen Frauenverein, Gartenstraße 49/51. 8965.6.5 Ter Borstalid. IFröIielsemlnar "S3SS mit Abschlußprüfung unter staatlicher Leitung, Karlsruhe, Vorholzstr. 44. 9718 Auskunft' und Prospekte: Karlsruhe, Hirschstr. 126. I Geschäftsstunden täglich, außer Samstags, 3—4 Uhr. Der Vorstand der Abt. II des Bad. Frauenvereins. Partim mit Hch. Schulbildung. Wir beginnen ÜT Bütte September wieder mit einem Kursus für junge Damen, welche die Höhere Mädchenschule, Gymnasium, Realschule etc. besucht haben. Der Kursus umfaßt die verschied. Handels- fächer, sowie Stenographie, Maschinenschreiben und Sprachen. Kursdauer ca. 5 Monate. Ausführliche Auskunft und Prospekt gratis durch die Direktion der llandelslehrtänstsir u. Töciiferhandelsschoie Mprknp" '^arlstrasse 13, {jiliOlSvMÄ y nächstdemMoninger. Telephon 2018. 9280 Erziehungsheim Badischer Schwarzwald. Einzige Privatschule in Baden und den Reichs- landen, die (seit 1874) das Recht hat, ihren Schülern selbst Einjährig-Freiwill.-Zeugnifse (Reife für Obersekunda) auszustellen. 96J Dr. f>miin. Oas Evangeüsctio Pädaooniuni Goiiesiiero a. U Gymnasium, Realoymnasiuin u. Realschule mit Einjähr.-! 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Unter dies«« Umständen ist es geradezu auffallend, daß in den letzten Tayen an sehr vielen Stellen in Deutschland Zettel verteilt worden sind, die für diesen Tag, den IS. August, zu« Generalstreik in Deutschland awffordevn. Zwischen beiden Ereignissen besteht ein innerer Zusammen hang. Es darf «ls sicher gelten, dah die Streik- zettelverteiUmg in der deutschen Kriegsindustrie von der Entente angestiftet worden ist. Diese Zettel sind nicht nur von Hand zu Hand verteilt, sondern auch brieflich verbreitet worden. An manchen Orten konnten Zettelverteiler festgestellt werden; sie gehören samt- lich der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei an. Was den Inhalt der Zettel betrifft, fo bestimmen sie den IS. August zum Be- ginn des Generalstreikes und geben als Zweck die Erzwingung des Friedens an. Bei dem auffälligen zeitlichen Zusammentreffen des Beginns der Entente-Aktion an der Westfront und der Anzettelung innerer Schwierigkeiten in Deutschland durch Anhänger der Unab- hängigen Sogialdemotratie kann das Bestehen eines Einverständ- nisses zwischen dieser und den Auftraggebern der Entente nicht von der Hand gewiesen werden. Theater, Kunst und Wissenschaft. :: Heidelberg, 17. Aug. Professor Dr. Theodor Mollison hat smen Ruf al» außerordentlicher Professor an die philosophische Fa- kultät der Universität Breslau erhalten. MTB. Berlin, 17. Aug. (Nicht amtlich.) Der Staatsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des Malers Professor Hans Thoma-Karlsrvhe, des Malers, Radierers und Bildhauer: Prof. Dr. Hans Klinger von Leipzig und des Ordentl. Prof. Dr. ing. Kernst nach erfolgter Wahl zu stimmberechtigten Nit- tern des Ordens Pcmr l« Mvrite für Wissenschaft und Künste. «= Köttingen, 18. Aug. Hiesigen Meldungen zufolge ist der Direkwr des Archäologischen Instituts der Universität Eöt- tingen, Eeh. Rat Prof. Dr. Gustav Körte» im Alter von 65 Jahren gestorben. — Frankfurt a. M., 18. Aug. Der König hat dem früheren Han- delsredakteur der Frankfurter Zeitung, Dr. Ludwig Cohnstaedt „in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen" den Professoren- titel verliehen. Amtliche Nachrichten. Seine Königliche Hoheit der Grohherzog haben unter dem 13. August d. Js. gnädigst geruht, den Oberamtmann und Amtsvor- stand Joseph Roth in Eppingen in gleicher Eigenschaft nach Ettenheim zu versetzen, den Hilfsreferenten im Ministerium des Innern, Regie- rungsrat Otto Stets in Karlsruhe zum Oberamtmann und Amtsvor- stand in Triberg und den Hilfsarbeiter beim Ministerium des In- nern, Amtmann Dr. Hermann Fccht, unter Zurücknahme seiner Versetzung zum Bezirksamt Heidelberg und unter Verleihung des Tit.'ls „Regierungsrat" zum Hilfsreferenten bei diesem Ministerium zu ernennen. Seine Königliche Hoheit der Gro'Mrzog haben unter dem 10. Juli d. I. gnädigst gericht, dem Vizepostdirektor Friedrich Koch in Mannheim mit Wirkung vom 1. September d. I. ab unter Ernennung zum Postdirektor, die.Postdirektorstelle in Kehl zu übertrage«. Seine Königliche Hoheit der Kroßherzog haben Sich unter dem 6. Juli d. I. gnädigst bewogen gefunden, dem Rektor der Taubstummenanstalt Meersburg, Johann Baptist Zamponi da» Ritter, kreuz 2. Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer LSwea zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Erohherzog haben mit Allerhöchster Staatsministerialentschließung vom 2. März d, I. aus der Zahl der von dem Erzbischöflichen Ordinariate vorgeschlagenen drei Bewerber auf die katholische Pfarrei Jöhlingen, Dekanats Bruchsal, den Pstrrv- verweser Otto Schneider in Baden-Lichtental gnädigst zu designier» geruht. Derselbe ist am 15. Juli l. I. kirchlich eingesetzt worden. Seine Königliche Hoheit der Eroßherzog haben mit Allerhöchster Staatsininisterialentschließung vom S. Juni d. I. auf die Höchst- ihrem Patronate unterliegende katholische Pfarrei Breitnau, Deka- nats Neustadt, den Pfarrverwefer Lorenz Henn in Breitnau gnä- digft zu ernennen geruht. Der Ernannte ist am 15. Juli l. I. kirchlich eingesetzt worden. Seine Königliche Hoheit der Eroßherzog haben unterm 30. Juli d. I, gnädigst geruht, den Professor Dr. Anton Herzog an der Ober- realschule in Baden in gleicher Eigenschaft an die Friedrich-Luisen- schule in Konstanz — Höhere Mädchenschule mit Seminarkursen — zu versetzen. Seine Königliche Hoheit der Erohherzog haben unterm 1. August d. I. gnädigst geruht, den Amtsrichter Walter Krug in Lörrach iii gleicher Eigenschaft noch Schopfheim zu versetzen. Seine Königl. Hoheit der Erohherzog haben Sich unter bcm 30. Juli d. I?. gnädigst bewogen gefunden, dem Hauptlehrer Adam Staps an der Volksschule in Psorzheim das Verdienstkreuz vom Zäh- ringer Löiiven zu verleihen. ÖJsartkisa n g. Für die vielen Beweise der Anteilnahme an dem schweren Verluste, der uns durch das Hinscheiden unserer lieben Qattin, Schwester, Schwägerin und Tante Emma Kempf, Bekanntmachung. Die Einrichtungsaegenstände aus Kupfer. Messina. Tombak. Rotgnsi und Bronze können bei der städt. Metallannahmestelle Karistr. 30 abgeliefert werden auö den Straften, die beginnen mit Buchstaben Ä am 20. und 21. Anglist. II ober C am 32., 2a. u. 24. August. N oder E am 25., 27. u. 38. August. Karlsruhe, den 17. August 1917. 11095 Das Bürgermeisteramt. betroffen hat, für die überaus reichen Blumenspenden und die ehrende Begleitung zu ihrer letzten Ruhestätte sprechen wir hiermit unsern herzlichsten Dank aus. Insbesondere danken wir der ehrwürdigen Krankenschwester für ihre liebevolle Pflege. Im Namen der tieftranernden Hinterbliebenen: August ICssEipf, z. Kanone. Familie Albert Knorzen*. Frau ftlarie Keuser, geb. Knörzer. Familie Johann Kempf. Karlsruhe, den tk. August 1917. B24138 Gestern abend verschied nach längerem, in großer Geduld getragenem Leiden, meine Vorsteherin Fräulein Marie Weis. Seit 32 Jahren in meinem Geschäfte tätig, war sie meinen Eltern und mir eine tüchtige Gehilfin von unermüdlichem Fleiß, treuer Pflichterfüllung und wahrer Anhänglichkeit. Ich werde derselben ein ehrenvolles Gedenken bewahren. 11109 Karl Pfützner Dampfwaschanstalt August Piützner. ÜH feS Statt Karten. Für die wohltuende Teilnahme an unserm schmerzlichen Verluste sagen herzlichen Dank. Familie Heinrich Bechi. Familie Wilhelm Gscheidlen. Familie Hermann von Büren. Familie Wilhelm Becht. Familie Adolf Maier. nos4 Karlsruhe, im August 1917. Tranerbritfe und ßanKsanongsKariea werden rasch und sauber angefertigt in der Druckerei der „Badtachen Presse". MZiMNiiH täglich gesucht. 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Nr. 41. vaterländischer Hilfsdienst Auffordern«« d«S KriegSamts zur freiwilligen Meldung gemäst § 7 Abs. » des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Für die Reichsentschädigungskommission zur Niederlegung von Werksanlagen znr SchrottgewiNNUNg im besetzten Gebiet werden Fachleute des Hüttenwesens. des Maschinen bans, der Eisenkonstruktion und der Elektro- techNiK, insbesondere entsprechende Ingenieure. Techniker» Werkmeister, Betriebssichrer und dergleichen benötigt. In. Frage kommen nur d. u. Offiziere, d. u. Wehrpflichtige und Hilfsdienstpflichtige und für die Heimat g. v. und a. v. Wehrpflichtige, soweit sie nicht bereits in der Kriegswirtschaft befindlich sind. Meldungen werden bei den zuständigen Hiiss- dienstmelde stellen bis zum 8S5. August 1917 entgegengenommen. 11085 Kriegsamtstelle Karlsruhe. Monteure und Hilfsmonteure für Hausinstallationen. OrtsnetzSau «. 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Anonhm zwecklos. twmw J Tgitesd'M-NMW m 19. A-igM. Evangelische Stadtgemeinde. Städtürche. Z^9 Uhr: Militärgottesdienst, Laza- cettpsr. Demuth. 10 II.: Stadtvik. Lautenschläger. \ Kleine Kirche. 6 U.: Stadtvikar Müller. — Schloß- lirche. 10 U.: Stadtv. Freyer. — Johannc-ik. ^10 U.: Stadtvikar Rahm. — Ehristuskirche. 10 11.: Stadtvik. Lut?. %12 11.: Kindergoiteöd., Stadtvifar Lutz. Lntherkirchei 'A10 IL: Stadtvif. Müller. -- Diakonis- senhauSikirche. Vorm. 10 U.: HilfLgeistl. Sitzler. Abend- 'AS U.: Hilfsgeistl. Sitzler. — Montag und Freitag, abends ','1-8 II.: Kriegsandacht. — Karl. Friedrich-Gcdächtniskirche (Stadtteil Mühlburgi 10 IL: Stadtvik. Willmann. — Grabkapelle. Gottekd. für die Gemeinde Beiertheim. 6 U.: Stadtvik. Lau- tenschläger. — Wintficim. HIO II.: Hauptgottesdien'll •%11 U.: Christenlehre. Yz 12 11.: ßinbcr&'J.'tcSi, 22u. Vielhauer. Abendandachten. Schloßkirche. Donnerstag 8 U. — Kleine Mittwoch 6 11. — Jobauneskirche. Donnerstag, 8 11.» Gemeindehaus. — Ehristuskirchc. Dienstag 8 IL — LuthcNirche. Mittwoch 8 II. — Beiertheim. Donnerstag 3 Uhr. Evang. SwdtmiMon, Vereinshaus, Adlerstr. 26. 3 Uhr: Jungfrauenverein von Fräul. Schweickert, gqhringerstrabe 45. 4 Uhr: Jungfrauenverein von Fräulein Weber, Erbprinzenstratze 12. 4 Uhr- Jungfrauenverein der Schwester Lene, Adlerstr. 23. Uhr: Abendgottesdienst, Missionar Mayee. 8 IL: BIau-Kreu5-Versaiumliing, Steinstr. 31. —• Mittwoch, abds. SV4 U.: Bibelstunde, Sekr. Trenke!. Predigtausgabe. — Donnerstag, abends 8%, Ubt^ Gebetsversammlung, 3. Stock. — Freitag, abends 8'4 II.: Vorbereitung für den Kindergottesdienst. Christlich:: Verein ju-rger Männer, Kreuzstr. 23. Sonntag, 3 IL: Bibelstunde. — Dienstag, abd?- ■8}< II.: Bibelbesprechung. — Donnerstag, nach:"- 2% IL: Christi. Bäckervereinigung. — Freitag, abds- 834 11.: Gebetsstunde. Eoang. Vereinshaus, Amalienstr. 77. IVA II.: Sonntagsschule. Nachm. 3 IL: Allgem. Versammlung. Nachm. 4 Uhr: Jungfrauenverein. ?ll>ends 8 IL: Allgem. Versammlung. Montag, abends 8 Uhr: Jugendabteilung. Abends S'A Uhr! Blaukreuz-Ver.. Dienstag, abds. 8^, U. Bibelbefpr. f- Männer u. Jüngl. Mittwoch, abends 8^ U.: Allgein. ^ibel- u. Kriegsgebetstunde. Donnerstag, abds. 8 V.' Versammlung, Durlacherstratze 32. Freitag, abend» 811 U.: Töchterverein. Evangelisch-lutherische Gemeinde. Alte Friedhoftapelle. Waldhornstraße. 10 Uhr: Gottesdienst. Katholische Stadtgemeinde. St. Stevhanskirche. 5 Uhr: Frühmesse; 6 IL» hl. Messe; 7 U.: hl. Messe; Monatskommunion für die weibl. Jugend, Junasrauenkongregation u. Ju' gendverein; V±9 U.: Militärgottesd. mit Predigt! 'A10 Uhr: Hauptgottesdienst mit Predigt und Ho»^ amt; V l12 IL: Kindergottesdienst mit Predigt! 3 II.: Herz Jesu-Bruderschaft mit Segen; A4 IL; Versammlung für die Jungfrauenkongregation! ÄS U.: Krieg?and. mit Segen. Dienstag u. Frei" tag, abend? 'AS U.: Kriegsandacht mit Segen. —* Altes St. Vin^entiushsuS. Vi7 11.: Austeilung dcr HI. Kommunion; 7 U.: hl. Messe; 8 U.: Amt. St. Pctcr- unh Paulskirche. %6 Uhr: Beichtgelc' aeichcit; 6 IL: Frühmesse: 6, AI, 7, AS Uhr- Austeilung der hl. Kommunion; A8 iL: deutsche Singm.; yt9 IL: deutsche Singm. mit Pred. i. Stadt. Krankenh.; A10 U.: Hauptgotiesd. mit Predigt! Vc.12 U.; Kindergottesd.; A3 U.: Herz Maria- Bruderschaft; 8 IL: Kriegsandacht mit Segen. St. Vernhlirduskirche. 6 IL: Frühm.; 7 IL: ')'• Messe u. Generalkomniuuion der Jungfrauenkon- gregation; 8 U.: deutsche Singmesse mit Predig-! A10 11.: Hauptgottesdienst mit Hochamt und Pred.; ^12 11.: Kindergottesd.; A 3 II.: Herz Mari«' And.; 7 U.: KrieaSand. mit Seg. — Licbfraue^« kirche. 6 11.: Frühm. mit Monatskommunion der Männer u. Jüngl.; 8 U.: deutsche Singm. m. Pred.! VI10 II.: HauptgotteSd. mit Amt u. Pred.; 11 U-! Kindergottesd.; A3 11.: Herz Mariä-Brudersch! H8 II.: Bittand. m. Seg. -— St. Bonifatius!. 6 ll.- Frühm. u. Generalkommunion des christl. Mütter- Vereins; 8 U.: deutsche Singm. mit Pred.; Vi 10 IL; Hauptgottesd. mit Pred. lPfarrer Müßle); Vtl2 U-! Kindergottesd. mit Pred.; A3 II.: Andacht zum gnt> Tod u. Seg.; 3 IL: Versammlg. des christl. Mütter- Vereins u. Pred.; '^8 IL: Bittand. u. Segen, Daxlanden (Keilin Geist-Kirche). 6—8 Uhr: Beicht gelegenheit; 'AI IL: Kommunionm.; 3 11.: deutscht Singmesse; 3410 11.: Amt mit Predigt; 2 Uhr: He^ Mariä-And.; 7 lt.: Segensand. für uns. Krieger. Beiertheim (St. MichaelskirckieL 6 U.: Beichtgele< aenheit; AI lt.: Frühm. mit Monatskommunion i> e ' Frauen, insbesondere des Müttervereins; 8 deutsche Singmesse mit Predigt; 3410 Uhr: Hauv>' aottesd. mit Hochamt u. Pred.: 2 U.: Herz Maria? Bruderschaft mit Segen; 343 II.: Verfammlung d^ Muttervereins mit Pred. — Riivvurr (St. Nikolaus kircke). 6 II.: Beichtgeleaenheit; 7 U.: Frühw'» 9 U.: HauptgotteSd. mit Hochamt u. Pred.; 2 % MuttergoiteSand.; 343 II.: Versammlung des chrin-' Müttervereins mit Pred. u. Segen; 8 U.: Kricgsan^ mit Segen. Alt-Katholische Stadtgemeinde. Auferstehungstirche. 10 U.: Hochamt u. Predig 10 Uhr: Stadtpfarrer Kreusch. Friedenskirche der Methodistengemeinde. (Karlstraße 49 hl. .3-? 10 Uhr: Predigt (Studien im 1. Buche Mo?!;' Fortsel-ung>. Pred. Rücker. 11 IL: Kindergottesd' Nachm. 5 II.: Predigt, Pred. Rücket. — Mitttfö®' abends ^9 IL: Bibel- und Gebetstunde. KZ E E IS Ei Ei G y g] gj Ülöliüi Holzmöbel. Eifenmöbel, Polstermöbel» ganze Ausstattungen WW" kauft 'MW man in Fitten Qualitäten im püt« y6t,to iltf 1:H Hell. Karrer Philippstrahe 19 no89 Haltestelle der Straßenbahn Linte I u. If- I g Ä 'A 0 m i |