6 4. Sahvsans 50 Jahre „Badische Presse" »erlag: Sadtsche Brest«, »renzmarl» Druckerei u. «erlag Karlsruh, ». Rh. Lerlagsgebilude: Häuserblock Waldstr. 28 Fernsprecher 7355 u. 73SB. HauptgeschSslSstelle. Echrtstleimng und Druckerei Waldsirabe 28. Boslschecklonl» Karlsruhe 196 00; Telegramm-Adr-il-: Ladische Presse. Karlsruhe, Bezirks, ausgaben: .Hardt-Anzeiger', (Sc. schättsstelleDurmershetm!„Neuer Rhein, mit) Kinzigboie'. «eichäftSftelle Kehl Sri --enftratz- Nr. s. — Run» 700 fluJ. eobestellcn in Stadl und Land — Beilagen: Wochenendbeilage.BP-Eonn- «gspost" i Buch und Nation i Atelier und Seinwand , BV-Roman-Blatt i Die tunge Welt / Frauenzeitung / Die Reil- l Landwlrtlchasi. Ganenban. — Die Wieder, gäbe eigener Berichte der Badischen Presse ist nur bei genau,Quellenangabe gestanst. Für unverlangtllbersandteBeitrSae über» nimmt die Schriftleitung keine Haftung. I,tisch, M Neue Agdische Presse Kandels-Zeilung Landeszeilung General-Anzeiger für SLdwestde«lschla«S ima Mi^i ftj» 4JH |UlX||a 4AA£ vffi w» SPiwQ Kww Änmmev ü Verkaufspreis 10 Pfg. v-jugs»retle! Monatlich Z.—JlJl mit d« »BP-Sonmagsvolt'! >m «erlag oder tu den Zweigstellen abgeholt l.njljl; Post. Monatlich 1,70 MJl. zuzüglich 42 i 7mal wöchenilich alt naen können und i den ibea. fit. t erartla MbH iS Wer- .'tahre». u. Kin- undpret» SIellen» Gesuche u. Angebote, u 1. u. Z-svaltige Gelegenheitsanzeigen von Bri- oaten ermäbigter Preis Die »« mm breit, Millimeierzeile im Textteil SS JW Sei Mengenobschlüffen Ziachlatz nach Staffel » zigboie 3 JW). .Hardt.«». Gw Reich dankt seinem Führer Die Aeichshauptstadt empfängt den Befreier Oesterreichs — Ansprachen Görmgs und Goebbels^ Iubelstürme der Millionen vrahtrnyldung unserer Berliner SchrifHeilung M. Beziin, 17.März. Berlin hat einen großen, einen ganz großen Tag hinter sich: der Führer, aus Oesterreich zurückgekehrt, hat unter dem Jubel von Millionen seinen Einzug in die Reichshauptstadt gehalten. Er ist von den Berlinern mit Willkommensgrüßen überschüttet worden, wie sie vor ihm noch niemals einem Menschen zuteil geworden sind. Er ist durch ein Menschenmeer hindurchgefahren, aus dem ihm eine Welle der Begeisterung und auch des Dankes entgegenschlug. Eine Begeisterung, die zu beschreiben in der Tat mehr als schwer fällt. Spalier der Millionen Unter den Heilrufen der Massen hatten die sieben Flug- zeuge Oberwiesenfeld bei München um 14,50 Uhr verlassen, um 17,06 setzte das Führer-Flugzeug, die „Ju. 52" mit dem amtlichen Kennzeichen I) 2600 auf dem Rollfeld in Tempel- h o f auf. Und nun entwickelte sich in den folgenden Stunden ein Bild der festlich geschmückten Reichshauptstadt, wie eS das Auge noch nie geschaut hat. „Keiner darf in den Straßen fehlen, wenn der Führer kommt!" hatte Dr. Goebbels in seinem Aufruf an die Berliner gesagt. Und so war es in der Tat. • * An den Vormittagsstunden schlössen öie Büros und Fabriken ihre Pforten. Unübersehbare Menschenmassen er- gössen sich in den Südwesten der Stadt und zum Flughafen. Kolouneri Menschen reihten sich an Kolonnen. An den wich- tigsten Verkehrspunkten sah es oft bedrohlich aus. Es schien, als würden die Menschenschlangeu, die sich zu einem Knäuel verwickelt hatten, nicht mehr gelöst werden können. Aber dic Organisation klappte. Nach vorsichtigen Schätzungen hatten sich auf der w««der- voll ausgeschmückten Feftstraße vom Tempelhofer Flughafen bis zur Reichskanzlei und in de« an- grenzenden Straßenzügen rnnd VA Millionen Berliner eingefunden. Die Begrüßung in Tempelhof Draußen in Tempelhof herrschte ebenfalls ein überaus lebhaftes Bild. Die letzten Vorbereitungen für den Empfang wurden getroffen. Ein Teil des Rollfeldes bot Platz für ca. 30 000 Menschen Inzwischen marschierten die verschie- densten Ehrenformationen ein und nahmen auf dem Flugfeld Ausstellung. Sechs Kompanien der Wehrmacht, eine Ehrenkompanie der Leibstandarte, 1 Kompanie der Polizei, die SA., NSKK. und Hitlerjugend. Sie alle standen mit ihren Fahnen und Farben. Kurz vor 5 Uhr rollten die Autos mit den letzten Ehrengästen, darunter vielen Diplo- maten und Ministern, auf das Flugfeld. Von Minute zu Minute wuchs nunmehr die Spannung, denn der Führer mußte bald erscheinen. Aber noch verging eine kurze Zeit- spanne, dann tauchte am Horizont das Geschwader auf. Oer Führer in München, wo ihn der Jubel der Hauptstadt der Bewegung empfängt (Pressc-Hossmann, Zander) das den Führer mit seinen Begleitern nach Berlin brachte. Leicht setzten öie Maschinen auf, rollten hin, brausend hall- ten die H e i l r u s e in den Donner der Motore. Der Führer verließ das Flugzeug, begeistert von Ge- neralfeldmarfchall G ö r i n g, der gesamten Generalität und Admiralität, den Ministern und den Hauptamtsleitern be- grüßt. Adolf Hitler schritt dann die Ehrenkompanien und die Front der Formationen ab. Nunmehr erteilte ihm G ö - ring herzlichste Worte des Dankes im Namen der Wehrmacht. Gering und Goebbels entbieten Gruß und Dank Der Feldmarschall begrüßte Adolf Hitler mit folgenden Worten: „Mein Führer« Ich darf Sie heute im Name« des ganze« Volkes, seiner Reichshauptstadt, seiner Reichsregiernng, im Namen der Wehrmacht begrüßen. Worte gibt es heute nicht, die das ausdrücken könne», mein Führer, was heute jeder von nns empfindet. Sie habe« uns das ganze Dentschlaud heute gebracht. Die Brüder sind befreit. Nicht mit Gewalt, mit Ihrem Herzen brachte« Sie «ns Ihre Heimat. In diesem Ange«blick, mein Führer, darf ich die Vollmacht, die ich durch Ihr Vertraue« während dieser Tage hatte, wie- der i« Ihre Hä«de z«rücklege«. Mei« Führer, «ame«s Aller: Ich grüße Sie!" Und dann steht Dr. Goebbels vor seinem Führer und seinen Berlinern: Mei« Führer! Dort drübe« erwartet Sie eine festlich bewegte Stadt. Hu«derttanse«de, ja, man kann sagen, Millionen find anfmar- schieb nm Ihnen als Vortrupp Ihres Volkes Dauk zn läge Wenige Tage erst sind es her, als Sie «ns an jenem Sams- tagmorge« sorge«bewegt verließe«. Welch' eine Wendung aber hat sich nnterdeß vollzogen! Wir sind in de« vergange«e« Tage« und Nächte« Ze«ge« Ihres Triumphzuges durch ««- ser deutsches Oesterreich gewesen. Mit klopfendem Herze» habe« wir alle a« de» Lautsprecher« gefesse«, als Sie, mei« Führer, Geschichte machte«, als Sie Ihre Heimat in de« große« Verband nnseres Dentsche« Reiches zurückführ- ten! Wie oft have« wir es oben aus Ihrem Oberfalzberg erlebt, daß Oesterreicher, Ki«der «nd Fraue«, aber auch Mä««er, wei«e«d a« Ihne« vorbeimarschierte«. A«s diese« Trä«e« des nationale« Leidens sind nu« Träne« der «atio«a- le« Freude geworden. Wir oft standen wir oben a«f der Terrasse Ihres Hanfes nebe« Ihnen, wenn Sie sehnsüch- tig nach Salzburg schaute«. Und nnn, mei» Führer, habe» Sie Ihre Heimat zum Reich zvrückgeholt. Das danken Ihne« nicht uur unsere devtsche» Volksgenos- seu i» Oesterreich, das dankt Ihne« das große deutsche Volk sstnrmische Zustimmung!, dieses große de«tsche Volk, a»s dem ««« Hunderttausende nnd Millionen a« de» Stra- ße» vo» Berlin stehen, nm Sie, mein Führer, z« begrüße« ««d Ihne« a«s tief bewegtem Herzen stürmische« Dank ent- gegeuzuj«bel«. Ich bi« stolz darauf, der Dolmetsch dieser Ge- fühle fei« z« dürfe«. So grüße ich Sie de««, u«d so grüße« wir Sie alle auf Ihrer Rückkehr ans Wie» mit «nferem alte« Rnf: Adolf Hitler, Siegheil! Siegheil! !Siegheil! Triumph! Genau 90 Jahre sind vergangen, seitdem das deutsche uns österreichische Volk im alten Reich seinen ganzen Haß auf einen Mann konzentrierte, der nach dem Grundsätze, ,Haß es den Fürsten allein zustehe, die Geschicke der Völker zu leiten, und daß öie Fürsten für ihre Handlungen niemand außer Gott verantwortlich seien", der Inbegriff der Reaktion, der Geist der Finsternis und der Tyrannei, der jede revo- lutionäre Reguug im Volk als Rebellion unterdrückt, der sich gegen jede Reform wehrt, der den jungen Geist von da- mals nicht versteht: Metternich. Gegen ihn richtet sich zuerst der Kampf der jungen Elemente. Ihn fegt der Wiener Aufstand von 1838 als ersten hinweg. Das Datum? 13. März. Und wiederum an einem 13. März, neunzig Jahre später, hält der Volksführer aller Deutschen seinen Einzug in öfter- reichischen Landen, naht der Befreier für eine Volkssehnsucht, betritt der Ersüller seine Heimat, der große Revolutionär zertritt die letzten Versuche der Reaktion, verschwinden die Epigonen Metternichs und mit ihnen sein Geist dunkler Mächte und Kräfte. Und um ihn ist nicht nur der Jubel der Befreiten, um ihn ist der Jubclsturm eines 7S-Millionen- volkes. Genau an diesem Tag«, an dem vor 90 Fahren der Protest gegen die Reaktion siegte, kehrt Oesterreich heim, finden Millionen zur Nation zurück, genau an diesem Tage erfüllt sich die Sehnsucht von Jahrhunderten und Geschlechter- folgen, der Traum wird Wirklichkeit und Wahrheit: das Reich. Schon wenige Tage später steht das Werk in feinem Fuuda- ment. Und ein Sieger kehrt heim nach Berlin, wird empsan- gen nach einem geschichtlichen Triumph ohne Vergleich mit einer Huldigung, die in der deutschen Geschichte ihresgleichen nicht hat. Seit Tagen sind wir erfüllt von dem elementaren Geschehen dieser Wende, seit Tagen erleben wir im Rund- funk, in der Zeitung Schlag auf Schlag die Ereignisse von unerhörter Wucht. Seit Tagen drängt es in uns, es will sich äußern, es muß heraus! „Wir muffen uns Luft machen!" sagt der Rundfunksprecher in Berlin, dessen Wagen den Führer von Tempelhof in öie Stadt begleitet. Wie beneiden wir ihn, der diese Triumphfahrt durch ein dankendes Volk miterleben darf, der sie in allen Einzelphasen, in taufenden von Bildern, durch alle Straßen, über alle Plätze, von alt und jung, in sich ausnehmen kann als das erhebendste Er- eignis in seinem Leben! Ein Volk dankt, ein Volk in Einheit und Kraft, in Macht und Stolz, wehrhaft nnd treu, dankt dem einen Führer und Staatsmann, der dieses Reich der Deutschen gebaut hat. Ein Flaggenmeer ist ganz Verlin, wie die Mauern stehen die Menschenmaffen, Girlanden des SiogeS schmücken Haus um Haus, keine Straße ist mehr zu sehen. Und an den Wänden brechen sich öie Wogen öer Heilrufe, die dem Führer entgegenhallen. Es ist der imposanteste Einzug, öen die Millionen öer Reichshauptstadt je Wolf Hitler be- reitet haben. Es ist ein Rausch des Glückes, öes Stolzes und unendlicher Dankbarkeit, die öem Manne dargebracht wird, der Deutschland aus der Zeit seiner tiefsten Erniedrigung wieder emporgeführt hat in das Licht einer Weltstellung. In ein weithin strahlendes Licht, das von diesem neuen Deutsch- land ausgeht und viele blendet, die im Halbdunkel über- wuuöener Zeit noch leben und nicht glauben wollen, daß die ganze Welt im Umbruch steht. Der uns den Sinn dafür auf- geschlossen hat, öer aus den Urtiefen seiner politischen Schöpfer- kraft, der aus Visionen in Riesenquaöeru, völkischen Bau- steinen das Reich der Deutschen gestaltete, öer öie Nation geschmiedet hat, er hat heute von seinem Volk empfangen, was er ihm tausendfach gegeben hat. Jubel? Huldigung? Dankbarkeit? Sinö es nicht Worte nur gegenüber dem anderen: Liebe, Liebe, unendliche Liebe, Sich-eins-wissen des Volkes mit seinem Führer, Liebe hat heute Adolf Hitler um- hüllt. Und das ist das Schönste, was wir angesichts des Unbeschreiblichen sagen können. Liebe, unsagbar tiefe Liebe... B. Cenfil bei> Betessel anl nea will und luß gen. Seite 2. Nr. 75 BadNcke Dresse Donnerstag, den 17. März 199# Trinmphsahrt durch öie Feststraße Fortsetzung des Berichtes von Seite 1 Donnernd erhebt sich das Sieg heil der Menge, daS Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied. Der Führer steht, den Arm gereckt, schweigend und ernst allein. Alle sind zurück- getreten. Welche Gefühle müssen diesen Mann in diesem Augenblick bewegen? Langsam geht er mit seinem Gefolge zum Wagen. Die hohen Offiziere und Führer der For- mationen. die fremdländischen Militärattaches und Ehren- gaste besteigen ihre Wagen, und in stolzem Zug geht es hinaus in die fiebernde Stadt. Die Spannung in den mit Fahnen und Girlanden über- reich geschmückten Straßen ist indessen bis zur Siedehitze gestiegen. Ein unvergeßliches Erlebnis ist es für jeden, als die Glocken der Kirchen von nah und fern ihr seier- liches Geläute über das spalierbildend«', vom Schein der Abendsonne überstrahlt Berlin herüberklingen lassen. Ein »erncs Brausen kommt näher und näher. Nun weih man es: der Führer ist da. Nun ist kein Halten mehr in den Massen, nun fliegen die Hüte von den Köpfen. Nun werden Hunderttausende von Fähnchen über der Menge geschwungen. Und nun begann eine in jeder Beziehung unvergleick- liche Triumph fahrt durch die Reichshauptstadt. Lang- sam, ganz langsam rollte das Auto des Führers vom Ge- lände des Flughafens herunter in die Eolumbiastraße hinein. Bon da aus durch Neu-Tempelhos zur Belle-Alliance-Straße durch das Hallische Tor um den Belle-Alliance-Platz herum und in öie Wilhelmstraße hinein. Ein brausender Jubel eilte ihm voraus. Orkanartig war die Begeisterung immer da, wo er jeweils mit seinem Auto anlange. Freudig bewegt grüßte der Führer in seinem Wagen 'stehend nach allen Seiten. M i l l i o n e n s a ch e H e i l r n f e donnerten in dieser Stunde durch die Fcststraßen. Ein Begeisterungs- stürm begleitete den Führer zur Reichskanzlei, wo sich die Menge Kopf an Kopf drängte. Drei Kompanien, zwei der Armee und eine der Luftwaffe hatten gegen S Uhr mit ihren Feldzeichen vor der Reichs- kanzlet mit dem Blick zum Kaiserhof hinüber Ausstellung genommen. Durch Rundfunkübertragung waren die vielen Tausende auf dem WilhelmSplatz Zeugen der Triumphfahrt des Führers. Der Nubelsturm vor der Reichskanzlei Immer stärker hallten die Heilrufe aus den Lautsprechern, bis man dann aus dem Verhalten der entkernter Stehenden entnehmen konnte, daß nunmehr der Führer öie letzte Querstraße vor dem WilhelmSplatz erreicht hatte. Dann aber brauste ein Jubel auf, wie er nur nach einem Erlebnis möglich ist, das die Empfindungen und Gefühle der Nation Reichstag einberufen D e et i n, 15. Mar? IS3«. Amtlich wird mit- geteilt: See RetchstagsvräsiSent Generalselömar- schall Görins bat den deutschen Reichstag aus Freitag, den 18. Marz, 20 Ahr einberufen. bis in die Tiefen hinein aufgewühlt hat. Ruckartig flogen die Arme in die Höhe. Die begeisterten Ber- liner Volksgenossen gleichen einem Meer. Der Führer, der inzwischen sein Auto verlassen hatte, geht durch öie Gasse, die die Ehrenkompanien und die Menschenmauer bildet. Heil- rufe hallten über den WilhelmSplatz hinweg. Immer wieder schwellen sie zum Orkan an. S p r e ch ch ö r e machen sich zu- sammen und rufen: „Wir wollen unseren Führer sehen!" Man gab nicht nach, man gestattete ihm kaum den Weg durch den Vorgarten der Reichskanzlei zu seinem Arbeitszimmer zu nehmen. Als sich dann der Führer aus dem Balkon zeigte, brach ein begei st erter Jubel los, der alles bis- her Erlebte in den Schatten stellte, denn jetzt konnte ein jeder den Führer und den neben ihm auf dem Balkon stehenden Generalfeldmarschall G ö r i n g sehen. Huldigungen ohne Ende Doch die Berliner wären nicht sie selbst, wenn sie nun Kehrt gemacht hätten. Im Gegenteil, die Massen jubeltet, noch mehr als bisher, und aus den Seitenstraßen brückten noch viele Tau sende nach dem Wil- helmsplatz. um den Führer zu sehen, der sich immer Ö Mailand. 17. März. „Popolo d'Jtalia" veröffentlicht auf der Titelseite den Inhalt einer Unterredung, die Adolf Hitler unmittelbar vor dem Beginn der großen militäri- schen Kundgebung aus dem Ring dem Wiener Berichterstatter dieses Blattes, Filippo Bojano, gewährt hat. Der Führer, so berichtet daS Blatt, begann mit strahlendem Blick sofort mit Filippo Bojano. der vom Prinzen Philipp von Hessen be- gleitet war, von Italien und seiner Haltung zu sprechen, indem er auch die in seinem Telegramm an Musio- lini bereits zum Ausdruck gebrachten Gedanken ausführlicher wiederholte. „Glaube« Sie mir", so sagte der Führer zu Bojano, „ich «erde es unter keinen Umständen mehr vergessen, was Jta- lien getan hat. Das ganze deutsche Volk — hierbei machte er eine Handbewegung, als ob er die Gesamtheit der Deutschen von der Ostsee bis znr Dona« zusammenschließen wollte — wirb niemals vergessen, was Mussolini n»d Italien getan habe». Unsere Freundschaft steht über allen Formalitäten. Die Achse ist stark und fest, mehr denn jemals." Und dann nach einer kurzen Pause fügte der Führer hinzn: „Wir fiud bereit, Euch unsere Freundschaft and Dank- barkeit zu zeigen, wenn Italien fie eines Tages benötige« sollte." wieder der stürmisch nach ihm verlangenden Menge zeigen sollte. Immer wieder steigerten sich die Huldigungen, die kein Ende nehmen wollten. Rückten schließlich einige Reihen ab, so wurden die Lücken sofort von solchen ausgefüllt, die vorher nicht das Glück hatten, auf dem Wilhelmsplatz zu stehen und von diesen Menschen wirb dann wieder nach dem Führer gerufen, der nicht müde wurde, sich der begeisterten Menge zu zeigen. Der Führer spricht zur Menge „Nach Hause, nach Hause gehn wir nicht — bevor öer Füh- rer spricht" schallt es in der bekannten Melodie über den weiten Platz. Und ihre Ausdauer wird belohnt: Er gibt in bewegten Worten den Gefühlen Ausdruck, die ihn an diesen Tagen des endgültigen Zusammenschlusses des ganzen beut- schen Volkes erfüllten. Ungeheuren Jubel findet seine Fest- stellung, daß unsere nun geschaffene große deutsche Volksein» heit niemals wieder zerstört werden könne. Den letzten Wer- ten des Führers „Deutschland ist nun Großdeutschland gewor- den", folgte ein tosender Jubelsturm, der wie ein Orkan über den Wilhelmplatz braust. Rom, 17. März. Z«r selbe« Stunde, in der der Führer seine« triumphale« Einzug in Berlin hielt» befaßte stch vor der italienische« Kammer der D«ee ausführlich mit de« Ereignissen der letzte« Tage. Oesterreich habe als Staat auf» gehört z» lebe« u«d habe stch mit Deutschland vereinigt. Die Volksbefragung am 10. April werde die vollzogene Tatsache besiegeln. Im Einzelnen erinnerte Mussolini dann kurz an die Bil- düng der Achse Rom—Berlin im Oktober 1S3S. zu einer Zeit, als öie nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich, wie er hinzufügte, erstarkte. Damals habe Italien das Regime in Oe st erreich darauf aufmerksam ge- macht, daß es nicht dauernd in antideutscher Funktion leben könne. Bei seiner Begegnung mit Schuschnigg in Venedig im April 1937 habe er dem Bun- deskanzler klargemacht, daß die Unabhängigkeit des Reiches eine Frage sei, öie vor allem die Oesterreicher angehe, und daß die Achse Rom—Berlin die Grundlage öer italienischen Politik ist. Eine vorsichtigere Haltung Schuschuiggs hätte nun öie Lösung öes Problems vielleicht aufgehalten, aber auf die Dauer nicht verhinöern können. Am 7. März, also vor kaum einer Woche, sei mittags 12 Uhr ei« Abgesandter Schnschniggs zu ihm ge- kommen, «m seine Meinung über die Idee einer Volks- befrag«ng zu höre«. „Ich habe" — so fuhr Mussolini fort — „ihm geantwortet, das ist ei«Fehler. DieseBombe wird ihm i« der Hand zerplatzen." Denen, die jetzt in diplomatischen und journalistischen Kreisen öie Frage auswerfen, warum Italien nicht ein- gegriffen habe, antwortete Mussolini mit stärkster Betonung und unter lebhaftem Beifall öer gesamten Kammer: „Wir haben nie eine direkte, indirekte oöer schriftliche Verpflichtung in dieser Richtung übernommen." Tatsächlich sei öie große Mehrheit des österreichischen Volkes sür den Anschluß. Und was heute in Oesterreich ge- schehe, entspreche vollkommen den Ereignissen zwischen 1859 und 1871 ber italienischen Einigungsbewegung. Auch damals seien die piemontestschen Truppen nicht als feindliches Heer, sondern als nationale Truppen gekommen und empfangen worden. In der Welt gebe es gar viele oberflächliche Leute, die jetzt keineswegs über die wahren Verhältnisse im faschistischen Italien unterrichtet seien und die jetzt glaubten, sie könnten Italien mit dem Hinweis auf öie Millionenzahl von Deut- schen an öer italienischen Grenze irgendwie beeindrucken. Italien sei so wenig von den Ereignissen an seiner Grenze gestört, rief öer Duce aus, öaß es auch bei öer Annahme ganz ruhig bleibe, daß schon in wenigen Jahren, während die Italiener ein 50-Milliouenvolk geworden seien, öie Deutschen 80 Millionen zählen würden. Der Duee hob dann hervor, daß es sich bei der öeutsch-itali^nischen Grenze um öie Grenzen von zwei befreundeten Völkern und um un- Dann ging der Führer mit treffenden Worten ans Oester- reich über, wobei er, so sagte Bojano, folgende Worte fand: „Dieses Volk »o« Oesterreich fühlte de« i««ere« Dra«g, mit Dentschlaad vereint z« fei». Habe« Sie gesehe», wie es anf unser Komme» reagiert hat? Habe» Sie die Begeiste- r««g gesehen? Das österreichische Volk «nrde lange von einer Handvoll Männer« getäuscht »ad nnterdriickt." Bojano schließt seinen Bericht über die Begegnung mit dem Führer mit dem Ausdruck seiner verstärkten Ueber- zeugung, daß diese Tage tatsächlich äußerst bedeutungsvoll für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland sind. Noch sei nicht Zeit gewesen, das Gewicht und die Tragweite ber Tatsachen zu übersehen und Gefühl« abzuschätzen, die diesen tiefgreifenden Wandel Oesterreichs be- gleitet hätten, denn er sei zu schnell gekommen. Sicher aber sei, daß 75 Millionen Deutsche i« diesem Augenblick mit bransendee Begeisterung de« Führer des Rei- ches, Adolf Hitler, begrüßen. Was geschehen sei, sei vo« ansgewShnlichem Wert für die Z«k««ft des deutsche» BolkeS und für seine Beziehungen der enge« Fre««dschast «nd Zu- sammenarbeit mit Italic« und schließlich für Europa und den Frieden. Das Volk in Oesterreich habe einen Führer gef««- de», der von Fanatismus für die Ideale ««d für die gerech- te« Ziele beseelt sei. „Sief Volk" Uber Schuschnigg □ Amsterdam, 17. März. DaS Marxistenblatt „Het Volk" bringt einen recht bezeichnenden Bericht eines Ton- dermitarbeiters über die Zustände in Oesterreich unter Schuschniggz Regime unter der Überschrift „Schuschnigg, der Mann im lnstleeren Raum". Das Blatt stellt fest, baß der Name des vorletzten österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg durch Zehntausend? in Oesterreich nnö außerhalb seiner Grenzen verflucht werde, denn er habe sem Volk ins Verderben stürzen wollen. Die von ihm angesetzte „Volksab- stimmung" sei ein Unding gewesen und hätte unbedingt zum Bürgerkrieg führen müssen. Schuschnigg habe keinerlei Kräfte hinter sich gehabt, er sein ein General ohne Soldaten gewesen. Wer glaube, daß Schuschnigg innerhalb ber katholi- schen Bevölkerung eine Stütze besaß, ber irre sich. Gerade in- nerhalb der katholischen Oesterreicher sei der Haß gegen Schuschnigg besonders erbittert gewesen. Der Berichterstatter schildert dann eine Reihe von Begegnungen, die er mit ver» verschiedenen Oesterreichern gehabt hat, n. a. auch mit katholi» schen Geistlichen, die mit großer Erbitterung über Schuschnigg und seine Clique sprachen. Sie waren ber Ueber» zeugung. daß jahrelange Unterdrückungen sich rächen mußten, und fürchteten, daß Oesterreich das Los Spaniens teilen könnte. antastvare Grenzen handele, wie das der Führer immer in kategorischer Weise erklärt habe. „Im übrigen sinö für die Faschisten alle Grenzen heilig. Man spricht nicht über sie, man verteidigt ste." „Als das österreichische Drama" — so erklärte der Duce abschließend — „in de» letzte» Tage« z«m Schlußakt kam, habe« die Weltgeguer des Faschismus darauf gelauert, ob fie eine passende Gelegenheit finde« könnte», »m endlich die bei« de» totalitäre» Regime gegeneinander ans» zuspiele« «ad ihre Solidarität z» zerschlage», was übri» geas, das «olle« «ir gegenüber de« ver«ssmäßige« Pazifist«« noch besonders betone«, das Borspiel für eine« nene« Weltkrieg gewesen «äre. Diese Rechnung der Demokratie«, der Freimaurerei, der Dritte« J«ter«atio» nale «ar falsch. Ihre Hoffnung «ar einfach kindisch. Sie war aber zugleich auch beleidigend, da sie anf u«sere« Cha» rakter und nnsere politische Einsicht einen Schatte« werfen sollte." Stolz erklärte der Duce des faschistische« Italiens: „Die Stunde der Bewährung der Achs« «ar gekommen! Jetzt wissen die Deutsche«, daß die Achse keine jener diplomatischen Konstruktionen ist, die sich nur bei «ormale« Anlässe« wirksam erweise«, sonder« daß es stch «m ei» festgeschmiedetes Jnstrnment handelt. Ein Instrument, das stch gerade i« einer außergewöhnliche« Epoche bewährt-». Die beide« Ratio«««, deren Einign«gsbeweg«»g zeitlich wie nach den Methode« parallel abgelaufen ist, können, in einer gemeinsame« Auffassung der Politik und des Lebens geeint, gemeinsam marschieren, um »»serem gequälten Kontinent ei« neues Gleichgewicht z« geben, das endlich die friedliche nnd fruchtbare Znsammenarbeit aller Völker ermöglicht." Der Stimmzettel am 10. April □ Wien, 17. März. Der Text des Stimmzettels, der für die Volksabstimmung am 10. April 1938 ausgegeben wird, lautet folgendermaßen: „Bekennst Du Dich z« «nferem Führer Adolf Hitler und damit zu der am 1». März 1988 vollzogenen Wiedervereini- gung Oestereichs mit dem Deutsche» Reich?" Verhältnis Mark-Schilling wird geregelt □ München, 17. März. Der Führer »nd Reichskanzler hat den Reichsbankprästdente« Dr. Schacht sowie die Mit» glieder der österreichischen Landesregiernng, Minister Fisch- böck «nd Minister Nenmaqer. nach Berlin beruse« ,«r «nverzügliche« eudgültige« gesetzliche« Regelung des Umrech- nnngsknrses von Mark und Schilling. Fühlungnahme Rheintaler-Darrs □ Wien, 17. März. Im Sitzungssaal des Bunöesmini- stxriums für Land- und Forstwirtschaft begrüßte gestern der Führer der nationalsozialistischen österreichischen Bauern- schast, Minister Anton R eint holet, in Anwesenheit aller engeren Mitarbeiter den Reichsbauernsührer und Reichs- ernährungsminister DarrS. In besonderer Anerkennung des harten Kampfes der versammelten Bauernführer ernannte Reichsbauernsührer Darr6 Anton Reinthaler zum Mitglied öes Deutschen Reichsbauernrates. Angleichuna des österreichischen Forstwesens Bcrli«, 17. März. Generalfeldmarschall Görtng hat den Staatssekretär unö Generalforstmeister Alpers beaustragt, in Wien die erforderlichen Verhandlungen wegen ber Anglei- chung des Forst- unö Jagdwesens und der Hol»irirt schaft durchzuführen. — Staatssekretär Alpers ist am Mittue cli um 8.80 Uhr auf dem Flugplatz Aspern bei Wien gelandet. Der Aufbau der RS SAN in Oesterreich Besprechuna des Führers mit Rudolf Heß München, 17. März. Sosort nach seiner Ankunft in München hatte der F ü h r e r eine mehrstündige Konferenz mit seinem Stellvertreter Rudolf Heß. Er aab dabei R^cht- linien. öie sür öen Wiederaufbau öer NSDAP in Oesterreich gültig sein werden. Hauptschriftleiter: Theodor Einst Eisen: Stellvertreter: Zita»» Jakot Stein, Prebgesctzlich verantwortlich. Für Politik und «chlußdienst : Johann Zakod Stein? für BolkSwirtlchast Theodor Ernst Eisen. I V H, Schnellhardi: für Kultur, Unterhaltung, Film und Funk: Hute« Dperrschuck: für den Stadtteil und Sport: Alois Richard«: für Kommunales, Briefkasten, Gerichts, und Berein?» Nachrichten: Karl Binder: für Badische Thron»: Herbert Schnellhardi. für den übrigen Heimatteil: Otto Schrei«»! für Theater, Kunst, Musik Dr. Karl Helsemer: für Bild und Umbruch: die Abteilungsleiter: für den Anzeigenteil: Kran» Sathol: alle in Karlsruhe. Berliner Schriftleitung Tr. Cur» Metger. Druck und Berlaz Badische Preise, Grenzmark,Druckerei und Vorlag fltmbJ0>., Karlsruhe i. B, verlagsleitunq Arthur Petfch. DA. II 1838. übe, 30 000, davon Stadt, und Landausgabe über 25 000, Bezirksausgnbe Neue, und Kinzigbote über ZSVV, Bezirksausgabe Hardt-Anzeiger NW. Die Feuerprobe öer Achse Berlin-Rom Mussolini über die Liquidierung der österreichischen Frage - Gm Wort an die Gegner „Freundschaft über allen Formalitäten" Unterredung des Führers mit dem Vertreter des Zpopolo d'Slalia Donnerstag, den 17. März 1988 Badische Presse Str. 7«. «-w I Italien und das Bon unserem römischen Mitarbeiter Dr. Gustav Eberlein Der Führer bei seiner hislorischen Rede auf dem Heldenplaiz (Funkbild, Weltbild, Zander) Die Haltung, Sie Italien in Siefen schicksalsschweren Tagen einnahm, war mehr als eine „wohl'wollenöe Neutrali- tat". Mehr als die völlige Abkehr vom System der Entente und dem Geist von Versailles. Es war die Realpolitik einer selbständigen Großmacht. Das Neue in Europa. In schroffem Gegensatz dazu die ältlich gewordene, gedan- kenlose Schablonenpolitik Frankreichs, die in merkwürdiger Verkennung der Tatsachen von Italien eine gemeinsame Aktion gegen Deutschland verlangt. Am Quai d'Orsay fehlt es offensichtlich an Diplomaten, mehr an Rech- nern als an Rednern. Ein kluger, den alten Formeln miß- trauender Rechner hätte unschwer herausgebracht, wie sich Rom im entscheidenden Augenblick zum Anschluß verhalten würde. „Niemand konnte das von Italien erwarten!" Mit Verlaub, ein wirklicher Kenner der römischen Politik konnte es. Man konnte es sogar schon lange voraussagen, melden und schreiben, und wenn man mit einer solchen Meinung auch allein auf weiter Flur blieb, so ist das noch lange kein Be- weis für den „Umsall Mussolinis" oder seine Niederlage ge- gen Hitler". Der Duce hatte es nicht nötig, umzufallen, und öie vermeintliche Niederlage ist in Wirklichkeit der große Sieg der Achsenpolitik zweier Großmächte, ein gemeinsamer Sieg über öie Unvernunft von gestern. Die Mumienhändler werden das wohl nie verstehen. Mit den Schauleichen von Versailles, Genf und Stresa hausierend, hätten sie am liebsten auch Oesterreich aus ewig einbalsamiert, so wie es in St. Germain gedacht war: als Gendarm an der Straße von Berlin nach Rom. Im Ernstfalle sollte er die Achsenzüge, das war die letzte ihm übertragene Aufgabe, zum Entgleisen bringen. Wir haben es vor Wochen so dar- gestellt und daraus den Schluß gezogen, daß Deutschland wie Italien niemals einen Knick in der Achse dulden könnten, eine Lücke, in öie im Kriegsfalle die Sowjetfaust hineingrei- fen könnte. Italien mutzte ein sicheres, eingegliedertes Oester- reich vorziehen, und das heute mehr denn je. So war die Die einzige Parole: »Bist Du ein Deutscher? Aufruf Bürckels an alle Oesterreichs - Anordnungen an Partei, Behörden und Bereine □ Wie«, 17. März. Gauleiter Bürckel, der Beauftragte des Führers für die Durchführung der Volksabstimmung in Oesterreich hat folgenden Aufruf erlassen: Jit alle Oesterreicher! Deutsche Männer und Frauen! Der Führer hat mir den ehrenvollen Auftrag gegeben, Euch Oesterreicher« ein Helfer zu sein bei der Vorbereitung auf Euren großen geschichtlichen Tag. Meine Aufgabe bei Euch ist «icht schwer, de«« Ihr seid aus ganzem Herze« De«tfche. Die Frage, die der Führer am 10. April 1938 Euch stellt, ist ja keine andere als die: „Bist D« ei« Deutscher?" Ei« KVer«Lltige«des „Ja" wird eine« geschicht- liche« Abschnitt beende«, der gar zu oft der tiefste« Sehnsucht aller Deutsche« z«r Schicksalsgemeivschast die Ersüll««g »er- »eigerte. Ich bin stolz darauf und dankbar, Euch Oesterreichern als Saarpfälzer bei diesem historischen Geschehen zur Seite stehen zu dürfen. Ich tue es um so lieber, als ich Zeuge sein darf, daß Ihr Oesterericher im äußersten Osten in die Hand des treuen Saarländers im äußersten Westen einschlagen werdet zum stärksten Bünönis für unseren herrlichen Führer und unser großes gemeinsames Vaterland." In einem Aufruf an die Partei, an die »Parteige- Nossen und Parteigenossinnen aus Oesterreich stellt Gauleiter Bürckel fest, daß es jetzt nicht darum gehe, irgendwelche Pur- teiangelegeuheiteu oder sonstigen Belange zu diskutieren. Es geht — so heißt es in dem Aufruf — ausschließlich um die Frage: „Bist Du ein Deutscher, gehörst Du zu Deinem Deutschland und seinem Adolf Hitler, oder hast Du mit uns nichts zu tun? Es mutz uns höchste nationalsozialistische Wicht und Freude zugleich sein, über alle Gegensätze hinweg jedem Kamerad und Bruder zu werden, der sich an diesem grotzen Tage zu uns bekennt. Aus dieser innersten Gewissenspslicht heraus, die wir alle haben, gebe ich bekannt: 1. Jede organisatorische oder sonstige Funktion der Partei ruht bis znm 11. April. 2. Aufnahmen in die Partei nach diesem Termin so- wie öie personellen Besetzungen der Führerämter in der Par- tei werden nach diesem Termin entschieden und nicht nur nach der Größe der bisher gebrachten Opfer, sondern darüber hinaus aus der Leistung, öie der Einzelne für das Zusam- mensühren, ja Zusammenschweißen öer großen Gemeinschaft geleistet hat. — Aus dieser klaren Feststellung ergibt sich: ». Jeder, der in diesen Wochen glanbt, andere Sorge« ha- be« z« dürfe«, ist «icht geeignet, später in der Partei den Geist der Gemeinschaft zn verkörpern. In weiteren Anordnungen wird bestimmt: Personelle Veränderungen stnö zur Zeit un- erwünscht. Sie werden deshalb nur bort vorgenommen, wo ein zwingendes politisches oder fachliches Bedürfnis öazn bestcht. Vis zur Durchführung der Volksabstimmung ruht die Tätigkeit öer Vereine unö berussständischen Ver- bände. Eine Ausnahme wird nur zugelassen, soweit es sich um die Erfüllung von lebensnotwendigen Aufgaben für den Staat und soziale Pflichten gegenüber den Mitgliedern han- öelt. Adolf Hitler Dank für Oesterreich 1 Millio« RM. der NSDAP für Bürckel Mönche«, 17. März. Der Reichsschatzmeister öer NSDAP hat dem kommissarischen Leiter öer NSDAP in Oesterreich, Gauleiter Bürckel. für bedürftige Partei- und Volksgenossen Oesterreichs eine Million RM. aus Parteimitteln als „.Adolf- Hitler-Dank" zur Verfügung gestellt. militärische Lage, anderes kam noch hinzu. Gewiß kein« schwierige Berechnung. Nur eine objektive Beobachtung war dazu nötig. Daran fehlt es jedoch bei allzuvielen. Es gibt eben Na- turen, die das deutschseinölche Gift aus ihrem Organismus nicht herausbringen und deshalb zwangsläufig alles schief sehen. Was hat sich die ehrenwerte „Neue Züricher Zeitung" nach dem Tag von Berchtesgaden abgerackert, um die ihr un» verständliche Zurückhaltung Mussolinis zu durchleuchten! Schließlich kam sie zu dem verzweifelten Ergebnis, der Duck habe eben insgeheim gehofft, England und Frankreich wür- öeu ihm die unangenehme Aufgabe, seinem deutschen Freund auf die Finger zu klopfen, abnehmen. O diese Mumienpoli- tiker! Sie sind imstande, in ihren sünstausendjährigen Han- öelsobjekten ejne tödlich gewesene Blinddarmentzündung nach- zuweisen, nur das grüne Leben, das sehen sie nicht. Aber vor vier Jahren hat doch Mussolini auch seine Divi- sionen nach dem Brenner geworfen! Wieder so ein Einwurf, der die Gedankenstarre verrät. In vier Jahren haben sich eben die Dinge gewandelt. Damals gab es noch kein römi- sches Imperium, keine öeutsch-italienische Achse, keine eng- lische Riesenrüstung. Man stelle sich nur einmal vor, was eingetreten wäre, wenn Italien der natürlichen Entwicklung in Oesterreich entgegengetreten, wenn der Duce dem Führer in den Arm gefallen wäre, wie es Frankreich allen Ernstes von ihm verlangte. Die Achse wäre in Trümmer gegangen, die Feindschaft zu Deutschland entstanden, Italien wäre allein einem übermächtigen Großbritannien gegenübergestanden, hätte nocheinmal zu allem Ja und Amen sagen müssen, es würde heute schon wieder der Gefangene im Mittelmeer fein. Auf den letzten Vorwurf, es habe Oesterreich im Stich ge- lassen, braucht man nach der hinreißenden Volksabstimmung dieser Tage wohl nicht weiter einzugehen. Das deutsche Volk in Oesterreich selber hat öie Antwort gegeben. Und diese Antwort ist die schönste Rechtfertigung der klaren, wahrhaft europäischen unö völkischen Politik Mussolinis. Vergessen wir aber dabei nicht seine Berliner Worte: Wenn man ein- mal einen Freund gefunden hat, muß man auch bis zum Ende mit ihm gehen! In Paris scheint man sie vergessen zu haben. ' Nun ist also eine Reibungsfläche in Europa verschwunden, es gibt keine österreichische Frage mehr. Machtvoll stieg em- por das größere Reich. Es grenzt unmittelbar an das römische Reich. Was sagen öie Italiener dazu? Wir wollen die Frage nicht umgehen, nachdem sie von allen Seiten an den Beobach- ter in Rom gestellt wird. Wie öie Autzenpolitiker öarüber denken, ist oben erläutert worden. Italien hat bei den Ver- Hanölungen mit England nicht ein vermindertes, sondern ein vermehrtes Gewicht in öie Waage zu werfen: damit ist auch öie Stellungnahme der Wehrmacht gegeben. Bequemer ist es freilich, so kann man in den römischen Zeitungen lesen, kleine Pufferstaaten um sich zu haben, doch nicht mehr ganz zeit- gemäß. Unsere Zeit verlangt, statt der Kleinkrämerei der Kabinettspolitik, große klare Linien. Bleiben die Wirtschaft- ler. Geben wir ruhig zu, datz hauptsächlich in ihren Kreisen die Gegner öes Anschlusses zu suchen waren. Man kann das auch verstehen, wenn man sich den Wirtschaftsdruck eines Achtzigmillionenvolkes vor Augen hält. Aufgabe der deut- scheu Handelspolitik wird es sein, die Sorgen, die da und dort vielleicht noch bestehen, zu zerstreuen. Es ist ja in öer Tat, dank der Erweiterung Italiens zu einem großen Im- perium, genug Platz für zwei. Die abgegriffenen Schlag- worte vom „Drang nach dem Osten" und öer „Linie Berlin— Bagdad", die besonders gern in Genua und Trieft kolportiert wurden, meist von Mumienhändlern auf den Markt gewor- fen, finöen ihren würdigen Platz in der Rumpelkammer, zu- gleich mit der Auffassung, Italien habe Deutschland gegen die Unterstützung im Mittelmeer „den Donauraum ausge- liefert". Abgesehen davon, daß der Begriff Donauraum heute noch schwerer zu erklären unö abzugrenzen ist als gestern, gibt es keine Schachergeschäfte zwischen Berlin und Rom. Wer noch in solchen kommerziellen Anschauungen befangen ist, öer braucht nur den ergreifend offenen Brief des Führers an den Duce nachzulesen. Großdeutschlaud «nd das «e«e Italic«, das Deutsche Reich und das Römische verstehe« sich. A«f diese« Gipfel« herrscht klare Sicht — tief ««te« lastet, brütet «nd brant der Genfer Nebel. WW anl ue* gen. !BUdec von g.cassen Jagen links : Blick auf den Wiener Heldenplai* xer der Hofburg. Rechtis Oesterreichische Kavallerie bei der großen Parade vor dem Fühl* lPresss-Hofstnann, Z-ader) Gelte 4. *t. 75 Badische Presse Donnerstag, de« 17. MZrz 1938 . 8« spät, sie sinö verloren!" Varls und London rechnen mit öem Enöe Rottpaniens - Berzweislungsfchritte der Bolfchewften Orshtberivhte unserer Vertreter RT. Paris, 17. März. Die Aufmerksamkeit der französischen politischen^ Kreise wendet sich wieder sehr stark der Entwicklung in Spanien zu. Tie Hilferufe des Pariser sowjetspani- schen Vertreters Ossario y Gallardo hänfen sich. Er hatte am Dienstag abend neue Besprechungen mit Staatsminister Vin- cent-Anriol und Mitgliedern des Allgemeinen Gewerkschaft- Sundes. In der Umgebung des Quai d'Orsay zeigt man sich äußerst beunruhigt über die aus Sowjetspanien hier eintreffenden Nachrichten. Der ständige Ausschuß der natwnalen Verteidigung hat be- schlössen, den Grenzschutz zu verstärken, um Grenzzwischenfälle zu verhüten, da man befürchtet, in allernächster Zeit bereits würden sowjetspanische Milizen versuchen, nach Frankreich zu flüchten. Ferner sind nach Barcelona zwei französische Kriegs- schiffe entsandt worden, um nicht nur französische Staatsange- hörige, die sich noch in Sowjetspanien befinden, aufzunehmen, sondern gegebenenfalls auch sowjetsvanifche politische Persön- lichkeiten. Aus Toulon wird gemeldet, dort werde eine grö- Here Zahl französischer Kriegsschiffe ebenfalls zur Fahrt nach Barcelona bereitgehalten. Weiter sei erwähnt, daß in linksradikalen französischen Kreisen, vor allem in der Arbeiterschaft, der Druck auf die Regierung, sich in Sowjetspanien einzumischen, wie- ter sehr stark geworden sei. Der „Jonr" meldet, baß der sowjetrnssischc Botschafter i« Paris, unterstützt vom Baleneia-Bertreter und den kommn- «istischen Abgeordneten Dnclos «nd Gitton von der sranzö- fischen Regier«»« sofortige Tra—ienentfenduna «ach Sowjet- spanie« erbeten habe. Der französische Auk-enminister habe geantwortet: „Zu spät, sie find verloren." Auch ein zweiter Sckritt in de« Abendstunden des Dieustaq sei ans Ablehnung gestoßen. Der ..Jonr" meldet serner, daß zablreiche Parlamentarier i« Kammer nnd Senat ohne Unterschied der «artei — mit Ausnahme der Sozialdemokraten «nd Kommunist«« — die beschleunigte Aufnahme divlomatischer Beziehungen z« Salamanca und Rom verlange« werde«. Die Niederlage der rotsvanischen Trupven, so schreibt der „Jour" weiter, scheine die Ausmaße eines regelrechten Znsam- «enbruchs angenommen zu haben, u. die dadurch ausgelösten schweren Unruken in der Hauptstadt Kataloniens seien der- ort, daß die Mitglieder der bolschewistischen Regierung von den Anarchisten verfolgt und mit dem Tode bedroht würden. Der..Matin" meldet am Mittwoch morgen aus Toulouse, in den Abendstunden des Dienstag sei in der dortiaen Stadt das Gerücht umgegangen, das Hauvt des sowjetspanischen Ausschusses , N e g r i n, und der Berteidigungskommiisar, Prieto, würden in Toulouse erwartet. Diese Gerüchte wurden sofort in Zusammenhang gebracht mit den aus Barce- lona kommenden Nackrickiten über den bevorstehenden Zusam- menbruch Sowjetspaniens. Der . Jour" behauptet weiter, daß entgegen allen sowietsvanischen Dementis der sowietsvanische Ausschuß wirklich den Vorschlag, sich zu ergeben, gemacfit habe. Auch sei das Foreign Office über den bevorstehenden Zusam- menbruch Sowjetspaniens unterrichtet worden. Der halbamtliche „Petit Parisien" meldet, die sranzö^che Regierung ziehe eine neue Vermittlungsaktion zwi- schen den beiden spanischen Gegnern in Erwägung. In Paris sei man überzeugt, daß die Sache der svanischen Bolschewisten verloren sei. Paul-Boncour habe sich mit dem englischen BoÜ schaster in Paris. Sir Eric Phipps, über die Möglichkeit einer derartigen Aktion besprochen. Die neuen militärischen Erfolge der spanischen Nationa- listen in Katalonien werden von der englischen Presse als Wendepunkt im spanischen Krieg bewertet. Man sieht in dem steten Borrücken der Truppen des Generals Franco den end- gültigen Zusammenbruch des Widerstandes des Gegners in diesem Kampfabschnitt. Die Blätter rechnen mit einem Vor- dringen der Nationalisten bis zur Mittelmeerküste schon in allerkürzester Frist. Nach Meldungen aus Barcelona ist dort eine Panik ausgebrochen und die Demoralisierung des größten Teils der Bevölkerung nimmt ständig zu. Tausende der Einwohner sol- len außerdem bereits über die französische Grenze geflohen sein. Die roten Behörden sollen versuchen, mit Hilke Frankreichs Kataloniens Fall aufzuhalten. Dabei soll bereits in Paris zwischen Vertretern Barcelonas und dem französischen Ministerpräsidenten die Frage der U n a b h ä n - gigkeitserkläruug Kataloniens besprochen wor- den sein. Nach den Meldungen der englischen Blätter wolle Frankreich jedoch neutral bleiben, offensichtlich aus dem Wunsche heraus, eine Verschärfung der europäischen Lage zu vermeiden, die nach Ansicht hiesiger Beobachter bei einer der- artigen Einmischung Frankreichs unbedingt eintreten müßte. Die rotspanischen Stellen, die nach Frankreichs Waffen- Hilfe trachten, greifen dabei zu dem bereits bekannten und so gefährlichen Mittel der Proklamation einer „direkten Bedro- hung Frankreichs", indem sie durch die tollsten Falschmeldun- gen. ähnlich wie im bekannten Marokko-Zwischenfall Anfana vorigen Jahres. Behauptungen über Absichten Deutschlands verbreiten, Spanien als strategische Basis gegen Frankreich zu verwerten. So wenden der französischen Presse Erklärun- gen aus Barcelona und Valencia zugeleitet, die Behauptun- gen aufstellen, daß in großer Anzahl deutsche Truvpen in Spanien gelandet seien und daß die Stützpunkte entlang der französisch-spanischen Grenze von deutschen Militärs strate- gisch ausgebaut würden. (!) Der Vo. marsch der Franco-Truppen — Salamanca. 17. März. Wie der nationale Heeresbericht meldet, erreichten die nationalen Truppen auf dem weitere» Lormarsch das linke Ufer des Guadalope-Flusses südlich vo» Alcaniz. Sie besetzten mehrere neue Ortschaften. Der Bor» marsch geht weiter. Auch die auf dem rechten Flügel operie» renden Truppen konnten dem Gegner schwere Verluste bei- bringen und eine große Zahl von Gefangenen machen. Im Luftkampf wurden vier bolschewistische Apparate abgeschossen. Ter sowjetspanische Verkehrskommissar teilt mit. daß na- tionale Flieger den zwischen Valencia und Barcelona verkehrenden Eisenbahnzug in der Nähe von Tarragona mit Bomben belegt haben. Die Tatsache dieses Luftangriffes be- weist, daß die nationalen Truppen die Landverbindung zwi» schen Katalonien und dem übrigen Rotspanien die nur noch 60 km beträgt, jetzt wirksamer zu kontrollieren vermögen. Bei der Bewertung der- Erfolge der letzten Tage stellt der Frontberichterstatter fest, daß die Einnahme von Caspe, einer Stadt mit 20 000 Einwohnern, der größte Erfolg fei. umso» mehr, als Caspe als Einfallstor nach Katalonien angesehen werden kann. Im südlichen Abschnitt besetzten die nationalen Truppe» südlich und südöstlich von Montalban das gesamte Just »Ge» birge mit den Ortschaften Palomar und Trinidad. Die Trup» pen stießen längs der Straße Montalban—Alcanzi vor und vereinigten sich mit den Truppen des mittleren Operations» abschnittes. Die Achtzehnjährige» mobilisiert Die bolschewistischen Gewalthaber haben durch dringende« .Erlaß" in anbetracht der infolge des ununterbrochenen Bor» Marsches der nationalen Truppen in Richtung auf die Mittel» meerküfte geschaffenen kritischen Lage alle Achtzehnjährigen „mobilisiert". Die Nachricht rief unter der nun schon solange geknechteten Bevölkerung hektiasten Protest hervor. Wie weiter bekannt wird, ist in Madrid erneut eine Ab» ordnnng des französischen marxistischen Gewerkschaktsverban» des eingetroffen, deren Leiter bezeichnenderweise im Rund» funk erklärte, daß die französischen Marxisten auf die neu« Pariser Regierung einen energischen Druck ausüben münden, damit die Unterstützung für den bolschewistischen Teil Spa» niens verdoppelt werde. Die Spannung zwischen Polen nnö Litauen Kunögebunven gegen Kowno - Aeußerft scharfe Sprache der polnischen Presse DrahtberJcht unseres Vertreter« L. Warschau, 17. März. In ganz Polen finden Kundgebungen gegen Li- tauen statt. Die Stimmung für Maßnahmen wächst zu- sehends. Die Bevölkerung wird durch Extrablätter von dem Fortgang der Ereignisse unterrichtet. Auf der Straße ertönen Rufe: „Genug der litauischen Herausforderungen!!", „Es lebe das polnische Kowno und das polnische Memel!" Noch ist nicht entschieden, ob die scharfe polnische Sprache lediglich das Ziel hat, Litauen zu nötigen, in Verhandlungen mit Polen einzutreten, oder ob sie auf bestimmte Vergel- tungsmaßnahmen gerichtet sind. Gegenüber erfolgten litaui- schen Truppenkonzentrationen dürften von polnischer Seite entsprechende Maßnahmen getroffen worden sein. Es ist da- bei zu beachten, daß es zwischen beiden Staaten eine Grenze im völkerrechtlichen Sinne gar nicht gibt, sondern eine De- «Hitler tatsachlich ein Befreier" Oesterreich Jährt schon »eine wahre Volksabstimmung" - Die Pariser Presse lernt um Drahtbericht nnieres Vertreter« T. Paris, 17. März. Wenn bisher noch einige französische Blätter den aussichtslosen Versuch unternehmen wollten, die Bedeutung des deut- schen Bekenntnisses Deutsch-Oesterreichs herabzumindern, so müssen sie jetzt nach öem Einzug des Führers in Wien be- kennen, daß diese Versuche von dem Begeisterungssturm des Volkes in Oesterreich weggefegt worden sind. Paris kann heute nicht mehr die Berechtigung der Erklärung des Füh- rers bestreiten, daß das deutsche Volk in Oesterreich tatsächlich nationalsozialistisch war und nur durch eine kleine reak- tionäre Minderheit an seinem Aufbruch zum Reiche verhin- dert wurde. Alle die Stimmen, die in den letzten Tagen von Vergewaltigung und brutalster Ueberrumpelnng spra- chen, müssen vor der Gewalt der Begeisterung und der ehr- lichen Freude der Männer und Frauen in Deutsch-Oester- reich verstummen. So berichten auch heute die französischen Sonderkorrespondenten, selbst von dem ungeheuren Jubel mitgerissen, in farbenkräftigen Worten von der Triumph- fahrt des Führers und erklären, daß er schon längst die Herzen der Deutsch-Oesterreicher erobert hätte. Hitler komme tatsächlich als ein Befreier, als der erwartete Führer von sechs Millionen Deutschen in Oesterreich. Der Einzug des Führers in Wien sei heute schon Achtung — Schüler vermiszt! Der 16 Jahre alte Schüler Meyer aus Karlsruhe, der a« der Schloßsch«le zu Salem ei« Exame« nicht bestand, wird seit Mittwoch morge« vermißt. Zu»eckdienliche Mitteil«»ge« über de« Verbleib des Schülers a« die Kriminalpolizei Karlsruhe erbete«. eine wahre Volksabstimmung. Hitler habe Oester- reich erobert. „Hitler ist in Wien im Sturm einer Begeisterung eingezogen, die nahezu an religiösen Wahnsinn grenzte. Die Begeisterung und die Ehrlichkeit dieser Be- geisterung der Wiener und vor allem der zahlreichen nach Wien gekommenen Provinzler sind unbeschreiblich und un- analysierbar. Diese Begeisterung, die sicherlich sehr ehrlich ist, hat einen religiösen Charakter, schreibt der „Petit Pa- risien". DaS .Hournal" schreibt: „Der ganze Ring hallte von inbrünstigen Begeisterungswellen wieder. Frevetisch rief und schrie die Menge: Ein Reich, ein Volk, ein Führer. Heil Hitler. So und ähnlich geht der Chor der Sonderkorrespondenten der französischen Blätter weiter. „Adolf Hitler kam wie ein Triumphator. Er ist der wahre Führer von 75 Millionen Deutschen". Und über allem steht von nun an die französische Erkenntnis, daß das Reich mit seiner neuen Einheit unzerstörbar geworden ist und daß mit der neuen Einheit Deutschlands Kraft und Macht gewachsen ist. Beförderungen in der Wehrmacht — Berli«, 17. März. Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. März 1938 befördert: Im Heer: Zu Generalleutnanten die Generalmajore: Heinrici, Berg- mann, Jacob. Hartmann, Barckhausen, Hansen, Schubert, von Bietinghoss, genannt Scheel. Zu Generalmajoren die Obersten: Behlendorfs, Studd, Mattenklott, von Sodenstern, von Berg, Sixt von Arnim, Bieler, Loch, Ott, Dennerlein, Keitel, Beuttel, Model. Sutt- ner, von Kleist, Kuntzend, Gallcnkamp, Kirchner, Fischer von Weikersthal und Fellgiebel. Zu Obersten die Oberstleutnants: Höhne, Dipl.-Jng. Phi- lipps. Bartcky, Jrmisch. von Scheele, Licht, von der Linde. Weidling. Edelmann, Scheller, Abt. Geschwandtner. Rittau, Lütkenhaus. Schmidt, von Zangen, Butze, von Mallinkrodt, Buschenhagen, Stahr. Frießner, Wirtz, Jnppe, Berthold. Boie, Meitzer. Stammer. Jaschke, Szelinski, Nieter und Angern. Zu Obersten (Es die Oberstleutnants iE): Rippart. Aulike. Meyer, Exer, Weiß, Saenger,, Schmoeckel. Freiherr Varnbü- ler von und zu Hemmingen und Gerok, Kdr. d. Wehrbez. Karlsruhe i. B. I« der Kriegsmarine: ' Zu Kapitänen zur See die Fregattenkapitäne: Leißner, Schiller, Scheurlen und Meisel. Beförderungen in der Luftwaffe. Den Charakter als General der Flieger erhält der Gene- ralleutuant von Cochenhausen an der Lustkriegsakademie. Mit Wirkung vom 1. März 1938 werden befördert: Zu Generalleutnanten die Generalmajore: Wenninger, Hirschauer. Lensch und Ouade. Zu Generalmajoren die Obersten: Goßrau, Sommer. Den Charakter als Generalmajor erhält der Oberst von Römer. Zu Obersten die Oberstleutnants: Becker. Scheurlen, Weese. Zu Obersten lE) die Oberstleutnants iE): Knoche. Eyfer, Trechsler, Hartog und Dr. Kirchner. Zu Oberstärzten die Oberfeldärzte: Dr. Neumüller und Dr. Blaul. markationslinie, die leicht Verschiebungen ausgesetzt sein kann. Die „ATE"-Berichte über Kowno sprechen von steigender Spannung in Litauen und von „illegalen" Verlautbarungen der amtlichen litauischen Agentur „Elta", die die Schuld Po- len zuzuschieben sucht. Der „Krakauer Illustrierte Kurier", der sich zum Sprachrohr der Regierungskreise gemacht hat, die ein litauisches Nachgeben unter allen Umständen erreichen will, erklärt, man könne nicht länger den anormalen Zu» stand zwischen Polen und Litauen dulden. Polen müsse Genung» tnung bekommen. Litauen hätte lange genug sich der polnischen Nachsicht erfreut. Polen fei verantwortlich für den Frieden in seiner Region Europa. Litauen untergrabe die Stabtlisie» rung der Verhältnisse im Baltikum. Estland und Lettland hätten Kowno vergebens gewarnt. - Die Beziehungen zwi- schen Warschau und Kowno seien überhaupt nicht als friedlich zu bezeichen. Es wäre Zeit, damit Schluß zu machen. Im gleichen Ton spricht der nationaldemokratische „Dziennik Na- rodowny", der die Ansicht vertritt, der Anschluß Oesterreichs nötige Polen zur Verstärkung seiner eigenen Stellung. Pole« müsse ei«e solche Regel«ng der Beziehungen z« Lita«e« er» können Sie täglich auf der Straße sehen: hart und brüchig vorn Regen, vertrocknet von def Sonne. - Das Leder muß ernährt werden, wenn ,es dauerhaft, geschmeidig und wetterfest bleiben solL- Ernähren Sie Ihr Schuhwerk durch tägliche Pflege mit e Ihr bchunwertc aurcn £rdal Schuhcreme lauge», die eine» da»erhafte« Friede» i« diese« Greazab» schnitt garantiere «nd für immer die Möglichkeit eines a«ti- polnische« Litauens beseitige. Die Zeit der halben Maßiuch- men sei vorbei. Litauen müsse zur Normalisierung gezwun- gen werden. Die Nationaldemokraten würden sich hinter die Regierung stellen, wenn sie von Litauen eine Regelung sei» nes Verhältnisses zu Polen verlange. Damit wäre in der polnischen Innenpolitik ein bedeutsamer Umschwung erreicht. Die britische Regierung hat durch ihren Botschafter in Warschau um Mitteilung über die polnische Haltung zum letzten polnisch-litauischen Grenzzwischenfall bitten lassen» nachdem am Dienstag der litauische Gesandte in London we- gen des gleichen Vorfalls im englischen Außenamt vorgespro» chen hat. Hinrichtung öer 18 Sotvietspitzen Moskau, 17. März. Soeben wird amtlich mitgeteilt, daß die Hinrichtung der 18 im Moskauer Prozeß zum Tod« verurteiltem Sowjetgewaltige« vollzog«« worden ist. Es erweist sich also, daß auch R o s e n g o l z unter den Hingerichteten ist. der offenbar auf ein Gnadengesuch per- zichtet hatte. Damit hat der Moskauer Prozeß, wie nicht anders zu erwarten war. einen blutigen Abschluß gefunden. Wieder sind historische Abenteurer tu ihr SowjetparaöieS eingegangen. v. Runösteö» und v. Bock Generalobersten A Wieu, 17. März. Der Führer und Reichskanzler be- förderte heute den hochverdienten General der Infanterie v. R u n d st e d t, Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos I in Berlin, und den Oberbefehlshaber der VIII. Armee, Ge» neral der Infanterie v. Bock, zu Generalobersten. Letzterem sprach öer Führer die Beförderung persönlich kurz vor der großen Parade in Wien aus unter besonders anerkennende« Worten für die Leistungen der ihm unterstellten Truppe«. *1 ♦' Ein Kuß, der schläfrig macht Der Berbrechertrick eines gefährlichen Auweleuränbers Ter Herr, der vor dem Untersuchungsrichter steht, ist der Typ des vollendeten Kavaliers. Elegant gekleidet, hochge- wachsen, mit schwarzen, feurigen, von langen Wimpern be- schatteten Augen, höflich und von guten Manieren — kurz, ein Mann, den man eher in einem Studio des nicht allzu weit entkernten Hollywood antreffen sollte als im Verhörzimmer des Staatsanwalts in San Franzisko. Man hat ihn seit Monaten gesucht und lange war sich die Polizei mcht sicher, ob sie es wirklich mit Mr. Iesse Mo- w e r y zu tun hatte, dem man die vielen Juwelendiebstähle der letzten Zeit zuschreiben mußte — dem anscheinend recht vermögenden Junggesellen, der in den Salons der Stadt Sie Rolle des umschwärmten Ton Jnans spielte. Aber der Ver- Sacht gegen ihn wurde immer stärker, denn gerade jene Da- men, mit denen er sich auf Gesellschaften abgegeben hatte, pflegten bald darauf der Polizei den Verlust ihrer wertvoll- sten Schmuckstücke zu melden _ freilich, ohne den Namen Jesse Mowerys zu erwähnen, ohne ihn mit einem Sterbens- wörtchen zu belasten. Auch dies war ein Erfolg des raffi- nierten Tricks, den t>et Don Juan von San Franzisko an- wendete. Um ihn zu überführen, schickte die Polizei eine ihrer sähigsten Beamtinnen in eine Gesellschaft, in der Äesse zu verkehren pflegte. Die Kriminalrftin wurde unter dem klin- «enden Namen einer Nenn,orker Bankiersfamilie eingeführt und trug am Hals eine dreifache Reihe grober Perlen, an den Fingern Brillantringe, an den Handgelenten goldene Reifen. Tofs alles nur geschickte Imitationen waren, konnte Jeffe natürlich nicht ahnen. Und so ging er in die Falle — indem er der keineswegs reizlosen Detektivin eine anssühr- liche Kostprobe seiner selbsterfundenen Methode des Schmuck- diebstahls vordemonstrierte. Er forderte sie zum Tanz auf. dirigierte sie in den Win- Ziergarten. wo man vor neugierigen Augen geschützt war, und machte ihr sehr energisch den Hof. „Einen Kuh, einen ganz kleinen Kuß", bat er und ließ seine feurigen Anaen blitzen. „Lassen Sie mich in Ruhe!" antwortete die Detektivin. getreu ihrer Rolle als Dame der Gesellschaft. Aber Iesse ließ sich keineswegs abschrecken. „Einen einzigen Kuß — ja?" flüsterte er dringend und zog sie an sich. Die Detektivin ahnte, daß es mit diesem Kuß etwas Besonderes auf sich haben müßte, und gab endlich nach. Sie bekam» einen ganz zarten, leichten Kuß auf den Mund. Einen eigentlich gar nicht feurigen Kuß. Und doch war etwas höchst eigenartig an dieser Zärt- lichkeit. Ehe sie noch imstande war. sich darüber klar zu wer- den, was Iesse damit beabsichtigt hatte, fühlte sie eine läh- mende Müdigkeit — und war auch schon «ingeschlafen. Als sie nach kurzer Zeit erwachte, war Fesse verichwun- den — und mit ihm der falsche Schmuck. Aber die Beamtin wußte genug. Der Gauner konnte sofort verhaftet wer- den. Und bei der Leibesvisitation fand man eine Anzahl win- ziger Zelluloid-Ampullen, die mit einem starken Narkotikum der Essenz aus dem Sast einer kalifornischen Pflanze, ge- füllt waren. Iesses Kuß sollte nur dazu dienen, den Inhalt der in seinem Mund verborgenen Ampulle in den seiner „Er- wählten" zu bringen. Daß Iesse seinen Trick so oft hatte durchführen können, ohne gefaßt zu werden, war nur damit zu erklären, daß die von ihm beraubten Damen fast immer die — Gattinnen an- gesehener Männer der Gesellschaft waren und lieber aus ihren Schmuck verzichteten, als daß sie durch Eingeständnis des wahren Sachverhaltes einen Sfawdal heraufbeschworen Hätten. Aber ihre Zurückhaltung war umsonst, denn die be- raubten Damen werden sämtlich als Zeuginnen vor Gericht erscheinen müssen. San Franzisko hat sich wochenlang etwas zu erzählen. 3ti)ci Mim» R. ger Men und) Afrika Der Kongreß i« Washington berät über ei» interessantes Projekt Dem Kongreß in Washington liegt gegenwärtig der Antrag vor, man möge zwei Millionen Negern, die heute als Arbeitslose in den Vereinigten Staaten leben, die M'ttel zur Verfügung ftel- len, daß sie nach dem westafrilanischen Negersretstaat Liberia abwandern und sich 'dort niederlassen könne» — zur Ent« lastung des ArbeitsmarkteS und zur Klärung der Rassenfrage in den Vereinigten Staaten. Unter den zahllosen Problemen, mit denen sich die Ver- einigten Staaten heute zu besaßen haben, nehmen zwei immer drohendere Formen an: die Avbeitsloscnsrage und die N e - gerfrage. Fn einem Punkte berühren sich diese beiden Probleme: wie die erste amtliche Zählung ergab, befanden sich unter den 10 Millionen Arbeitslosen über 2,3 Millionen Schwarze. Wohin mit dieser Armee, die bei den Spannungen zwischen Weiß und Farbig in den amerikanischen Siidstaaten höchst ungern gesehen ist? Der Antrag, der dem Kongreß in Washington aeaenwär- lig vorliegt, hat viel Aehnlichkeit mit dem Bestreben, die Iu- den aus dem Kulturleben der europäischen Staaten zu ent- fernen und in einem eigenen Judenstaat anzusiedeln. Es gibt bekanntlich an der Küste Westafrikas einen eigenen Ne- gerfrei st aat, den einzigen der Erde, der 1822 von freigelassenen Negersklaven Amerikas gegründet wurde. Das ist die Republik Liberia, deren Unabhängigkeit von aller Welt anerkannt ist. wenngleich die Vereinigten Staaten nach dem Weltkrieg infolge der schlechten Finanzwirtschaft Ltbe- rias die Finanzkontrolle über den westasartkanischen Neger- staat übernehmen mußten. Nun wollen die USA als Gegen- leiftuna hierfür das Recht in Anspruch nehmen. 2 Millionen arbeitslose Neger aus Amerika nach Liberia a b z u s ch i e - be n. So wenigstens lautet der von Senator Bilbo einge- brachte Antrag, dessen Annahme vorerst nur durch die hohen Kosten des Projektes gefährdet erscheint. Es gibt in den Vereinigten Staaten eine eigene Neger- organisation. die sogenannte „Universal Negro Improvement Association" mit nahezu 1 Million Mitgliedern, die für diese Ansieölung der Schwarzen in Afrika seit langem kämpft. Li- Vena erscheint für die Durchführung des Planes insofern als besonders geeignet, da das fast IM 000 Quadratkilometer große Land verhältnismäßig dünn besiedelt, aber reich an Rohstoffen ist. so daß bei einer gesunden Wirtschaftsführung hier zweifellos viele schwarze Einwanderer eine neue Existenz fänden. Liberia, dessen Einwohner aus 2,5 bis 3 Millionen Menschen geschätzt werden — darunter befinden sich nur 200 Weiße! — hat eine Verfassung, die der der Vereinigten Staaten ähnlich ist. Nur wer Negerblut in den Adern hat. besitzt hier ein Stimmrecht. Dabei ist das an sich sehr reiche Land nocki fast völlig unerschlossen. die vielseitigen Bo- den'chütze und Bestände des Urwaldes sind noch nicht einmal genügend erforscht, geschweige denn, daß man sie ausbeuten würde. So kann dieser Staat, dessen Wahl- und Wappenspruch „Die Freiheitsliebe brachte uns her!" lautet, sehr wohl die Zuwanderung geschulter und arbeitswilliger schwarzen ge- brauchen, und auch unter den Negern der Vereinigten Staa- ten herrscht vielfach große Sympathie für den Sied- lun"splan. der den USA sowohl in der Rassen?rag« als auch hinsichtlich des Arbeitsmarktes eine große Erleichterung brin- gen würde. Fragen Sie den Fachmann! Er wird vor Ihren Augen den Tabak vom Papier befreien: jetzt erst sehen Sie deutlich die goldgelbe Farbe und die natürliche Struktur des echten, reinen Orienttabaks. Kein Wunder, dafi Ihnen diese Zigarette so gut schmeckt! liTVl ■JP 5! Kit Badisehe Presse 54. Jahrgang Unit ) f iCL &un gsGPcHh Kummet 75 / Seife 6 Donnerstag, 17. Mär? DEUTSCHE WEHR IM OSTEN VON HANS «Tim»» Wenn man vom Stephansöom den Blick hingleiten läßt über die helle Ebene des weiten Wiener Beckens, dann ver- steht man, schon von der Bodengestaltung her, warum rö- mische Legionäre gerade hier ein befestigtes Standlager er- richtet haben, aus dem sich eine Siedlung entwickelte. Wo die Donau die Mauer zwischen Westen und Osten durchbricht und das Marchtal den Weg vom Norden zum Süden ebnet, nur hier konnte Wien aufblühen und werden, was es geworben ist: Stapel- und Umschlageplatz zwischen Abend- und Morgen- land. Als im sechsten Jahrhundert das oströmische Kaiserreich «nter der Regierung Justininaus einen ungeahnten Aus schwung nahm, erhielt auch die Donausiedlung größere Bedeutung. Byzanz hatte die verlorene Westhälfte des Im- periums erneuert und konnte nun sein Augenmerk vom Westen zum Osten richten, wo es neue Betätigungsmöglich- keiten fand: jetzt wuchs Wiens Bedeutung für das Abendland, als Treffpunkt der germanischen Völker mit den Römern und Slaven, und (wegen seiner geschützten Lage) als sichere Ba- stion gegen fremde Kriegshorden. Karl der Große erkannte die Wichtigkeit des Donaulandes vnd veranlatzte, daß um das Jahr 800 Wien zur Residenz ter Markgrafen der Ostmark erhoben wurde. Auf seinem Kriegszug gegen die Avaren, die er bis hinter die Raab zurückdrängte, wurde die Sprache in dem sränkisch-germanischen Heere Karls zum erstenmal als „d e u t s ch" bezeichnet. Dem Frankenkaiser ist auch die Vereinigung des Landes unter der Enns (Austria) mit Deutschland zu danken,- er bestellte einen Reichsherold, der in Wien seinen Sitz hatte und regelmäßige Berichte senden mußte. Schicksalsvoll wurde für Oesterreich das Haus Habs- bürg, das mit Rudolf von Habsburg zu herrschen begann. Ferdinand I. erhob nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1531 Wien zur Residenz der Römischen Kaiser Deutscher Nation. In Gesinnung und Bildung wurde er durch die Macht des deutschen Südostens bestimmt und träumte den Traum eines mitteleuropäischen Reiches, allerdings in einer lauteren Form, die nicht zu verwirklichen gewesen wäre. Gerade er mußte die erste große Belagerung Wiens (1529) erleben, ihn hatte das Geschick ausersehen, den Feind des Abendlandes, die Türken, durch die Grenzfeste Wien abzu- wehren. Um die geschichtliche Bedeutung der Türkenkriege deutlich zu machen, muß man sie in die großen Auseinandersetzungen zwischen dem Abendland und den aus Asien hereinbrechenden Völkern einordnen. Die Horden der Hunnen sind bis Nord- srankreich, die Mauren bis Südfrankreich vorgedrungen, die Avaren wurden in den Sudetenländern, die Sarmaten in Süddeutschland geschlagen, der Mongolenstamm wurde in Schlesien (bei Liegnitz) gebrochen, die Türkengefahr jedoch drohte jahrhundertelang in breitester Front vom Mittellän- tischen Meer bis weit in den deutschen Südostraum hinein. Die Türken, Abkömmlinge turanischer Wüstenstämme, hat- ten im dreizehnten Jahrhundert das griechische Kleinasien unterworfen und waren von dort nach Persien, über den Balkan in die mittelländische Inselwelt und in das untere Donauland eingedrungen? 1521 eroberten sie Belgrad und machten sich fünf Jahre später Ungarn tributpflichtig. Die Eroberungslust des mächtigen Sultans Soliman wurde noch gefördert durch die Uneinigkeit der deutschen Stämme. Die Zeit schien ihm günstig? war Wien in seiner Hand, wäre ihm der Westen Untertan. Während sein Heer mit einem Riesen- troß donauauswärts zog, waren von den Reichs- und Erbland- ständen in letzter Stunde, vor allem unter dem Eindruck der Worte Luthers, daß Alt- und Neugläubige gleichermaßen in solcher Not zu Hilfe an den Kaiser verpflichtet seien, „eilende Hilfen" geschickt worden? auch ein Reichsheer von etwa 60 000 Mann zog im Oktober nach Wien, das am 26. Sep- tember von den Türken vollends eingeschlossen war. 200 000 Janitscharen waren in sechzehn Lagern zu 30 000 Zelten halbmondförmig, auf die Donau gestützt, von Schwechat bis Nuß- dorf verteilt. An der Stelle des heutigen Wiener Zentral- friedhofes stand das von 12 000 Janitscharen bewachte, von der grünen Fahne des Propheten überragte riesige Zelt des Sul- tanS. 400 Kanonen, Feldschlangen und Singerinnen don- nerten gegen die Stadt, die von 20 000 Landsknechten ver- teidigt wurde, geführt von Graf Niklas vom Salm, dem Ur- vild eines damaligen Feldobristen. Schon standen die Janit- scharen in den zerstörten Wiener Vorstädten sturmbereit, da erschienen auf den umliegenden Höhen Abteilungen von Entsatztruppen, und eine starke Vorhut kündigte das Reichs Heer an. Die Türken versuchten dort, wo die Festungsmauern bedenkliche Lücken zeigten, zu stürmen, wurden aber von öen starrenden Spießen der Verteidigung zurückgehalten. Nach dem erfolglosen Sturm am 14. Oktober 1529, an dem Gras Salm von einem stürzenden Steinblock tödlich verwundet wurde, gab Soliman mit einem Verlust von rund 30 000 Mann die Belagerung auf und ließ noch in derselben Nacht die Zelte abbrechen. Drei Jahre später versuchten die Türken zum zweitenmal Wien zu belagern, wurden jedoch schon vor den Mauern der kleinen ungarischen Grenzstadt Güns entscheidend geschlagen. Dreizehn Jahre später fiel Ofen und kurze Zeit darauf ganz Ungarn in die Hände der Türken. Wien selbst blieb auf viele Jahrzehnte hinaus verschont,' erst im Jahre 1664 zog der Großwesir Achmed Köprlllll gegen die Donaustadt, wurde aber bei MogerSdorf St. Gotthard an der Raab zurückgefchla- gen. Sein Nachfolger Kara Mustapha wollte nicht nur die verhaßte Grenzfeste einnehmen, sondern auch Statthalter von Wien werden. Das Haus Oesterreich wandte sich an den Papst Innozenz III., der im März 1683 eine Allianz zwischen dem Kaiser, Venedig und Polen zusammenbrachte? auch die meisten deutschen Reichsfürsten sagten Waffenfolge zu. Im Mai war ein Heer von 40 000 Mann unter der Führung des Herzogs Karl von Lothringen in der Nähe Wiens bereit, dem anrückenden Feind den Weg zu verlegen. Am 7. Juli erschien die türkische Vorhut bei Petronell, worauf der Hof flüchtete? am 13. Juli gingen die Wiener Vorstädte, wie 1529, in Flam- men auf. zwei Tage später war die Stadt in großem Bogen von St. Mgx bis Nußdorf eingeschlossen von 150 000 Janit- scharen. Karl von Lothringen wartete auf die Entsatztruppen und verhinderte nach Möglichkeit die Verbindung der Türken mit ihren Hilfsvölkern. Kara Mustapha griff die Stadt nicht in der ganzen Breite an, sondern beschränkte sich auf bestimmte Teile, z. B. die Burg- und Löbelbastei und das Burgravelin. Am 12. August setzten die Angriffe stärker ein, die Lage in der Stadt wurde schwieriger, die Vorräte gingen zu Ende, viele von den Besatzungstruppen (11000 Soldaten und 5000 Bürger) waren tot oder krank, Seuchen drohten. Der Kommandant Rüdiger, Graf Starhemberg und der Bürgermeister von Liebenberg feuerten immer wieder die Kämpfenden an und waren überall, wo es galt zu ermuntern, zu Helsen oder ein- zuspringen. In der Nacht vom 11. zum 12. September flamm- ten auf den Höhen des Kahlenberges die Feuerzeichen des iroßen Entsatzheeres aus. In der Morgenfrühe stiegen die Kaiserlichen nach einem gemeinsamen Gebet in die Ebene. In iwölfftündigem Kampf neigte sich der Sieg dem Ehristenheer ',u. In wilder Flucht ließen die Türken Waffen, Geschütze, kostbares Gerät, Zelte und viele Gefangene zurück. Am Abend läuteten alle Glocken der Kirchen über der befreiten Stadt. Diese heldenhafte Stadt ist einmalig in der Geschichte de? illdostdeutschen Stammes in Oesterreich und erhält noch einen besonderen Glanz dadurch, daß in der notvollen Stunde der Entscheidung, als die Kraft des einen Stammes allein zu er- liegen droht, alle deutschen Gaue sich zusammentun, um den Südosten vor dem Untergang zu bewahren. Die Abwehr des Türkensturms vor Wiens Toren war eine Entlastung deZ Ostens, die gleichzeitig eine Schwächung des welschen Druckes im Westen veranlatzte, und es ist kein bloßer Zufall, daß der liegreiche Prinz Eugen ein überragender Kämpfer für's Reich wurde und Wien zur Wahlheimat machte. Jahrhunderte kamen und gingen, Gestalten stiegen auf und ichwanden, Schatten standen dazwischen und verblatzten wieder, Wien blieb Umschlageplatz für materielle und geistige Güter, und damals wie heute liegt über ihm ein weiches, aber be- stimmendes Flnidum, in dem sich alle Stimmen einen. Die Stadt, die Aderlatz und Blutwechsel erfuhr wie keine andere, wird bleiben eine .deutsche Wehr' im Bewußtsein ihrer deutschen Sendung! Uraufführung eines Badeners in Aachen t Franz Büchler: „August der Starke" Es zeugt für den Wagemut und die rechte Erkenntnis der besonderen Aufgabe als führende deutsche Grenzlandbühne, wenn das Aachener Stadttheater, jetzt — auf dem Höhepunkt der Spielzeit — in alleiniger Uraufführung das Werk eines jungen badischen Dichters herausbringt, der. wie Stück und Uraufführung erweisen, zu den Avantgardisten im Ringen um die Gestaltwerdung einer dramatischen Auseinandersetzung ge- hört, die sich an die grotzen und letzten Fragen der Menschen- seele und des Menschentums heranwagt. Traum und Wirk- lichkeit sind in Büchlers Tragödie das Thema eines grandio- sen inneren Kampfes, für den die barocke Gefühls- und Phan- tafiewelt Augusts des Starken und die nüchterne Pflichtwelt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelms I. nur die äußeren (und keineswegs zeitgebundenen) Exponenten sind. Denn die Frage Traum und Wirklichkeit, moderner gestellt etwa Romantik und Technik, worin sie sich freilich nicht er- schöpft, ist ja auch und gerade für den Menschen des 20. Jahr- Hunderts von schicksalhafter Bedeutung. Jeder von uns muß auf Vieles und Liebgewordenes verzichten, das geht nicht ohne Kampf und schmerzlichen Abschied? aber es wäre ebenso tö- richt, sich dieser Tatsache zu verschließen,, wie leugnen zu wol- len, daß wir uns zu solchem Verzicht, selbst wenn wir seine Notwendigkeit klar und unabänderlich erkennen, erst durch- ringen müssen. In der Wahl dieser tragischen und zweifellos höchst aktnel- len Gegenüberstellung liegt das Besondere und Faszinierende des Themas. Die Figuren im Stück sind nicht Selbstzweck, sondern — mag es sich nun um August den Starken, Anna (die spätere Gräfin Orzelska), Friedrich Wilhelm I. oder sei- nen Sohn, den jungen Fritz, handeln — Repräsentanten der beiden Welten Traum und Wirklichkeit. August der Starke —: das ist die Verkörperung des Seelentraums von Schönheit, Reichtum und Kunst, die Personifizierung des schwelgenden Gedankens an ein großes und gewaltiges Reich, während der Preußenköniq ein nüchterner, vielleicht allzu nüchterner Tat- mensch ist. ein Mann eiserner Pflichterfüllung, wirklichkeits- nah und mit beiden Füßen fest in der Gegenwart stehend, die er kühl und klar, ohne den Rausch der Phantasie gestaltet. Die Tat zerbricht die Traumwelt der Phantasie, „sie stößt mit dem harten Stahl der Erkenntnis tötend in Annas weltwundes Herz", der Geliebten des Königs, die — da er sie als seine Tochter erkennt — nicht seine Geliebte sein darf? der Tod bringt die Harmonie, die das Leben versagte: er bedeutet den Abschied der Tochter vom Vater, dessen Schlußworte: «Sie schläft! — Wir müssen machen" nicht nur das Ende eines Traumes, sondern auch der Beginn einer neuen, wachen Wirk- lichkeit sind. Einer Wirklichkeit, zu der zuerst der junge Fritz, dessen schönheitstrnnkene Seele sich in der gleichschwingenden Atmosphäre des Dresdner Hofes zu verlieren drohte, durch den unerbittlichen Zugriff des Vaters aufgerufen wurde. Büchlers Sprache, die in den Spuren Kleist'scher Verskunst und Hölderlin'scher Hymnen wandelt, ist nicht nur von dichte- rifchem Glanz und starker dramatischer Durchschlagskraft, son- dern auch eine Partitur in dem Sinne, als sich an ihr die Ge- bärde des Spielers in schöner Weise zu entflammen vermag. Das Wort gibt den Klang zum visuellen Bild der Bühne und erfüllt so seine (von Fr. Büchler jüngst im Gespräch Nachdruck- lichst verteidigte) Aufgabe, „sich im Drama nicht gegenüber dem Primären des Spielerischen ungebührend vorzudrängen". Auch die Aachener Uraufführung, für die sich als Regisseur Intendant Dr. Edgar Groß einsetzte, macht deutlich, welch erhebliche Anforderungen der zeitgenössische Dramatiker an das Publikum stellt. Der dramatische Impuls entzündet sich weniger an der Wechselwirkung ober „Diskussion", als an der Aussaqe des Darstellers, der ja — und damit rechtfertigt sich diese Form — nicht eine private Figur, fondern Diener an der gemeinsamen Idee sein soll. Mit beachtlichem Erfolg wird in der Jnszene die schwierige (und abseits vom Alltäglichen liegende) Aufgabe der sprachlichen Gestaltung aelöst, und zwar gilt das nicht nur für den Gast aus Berlin, Hans K e t t l e r in der Titelrolle als August der Starke, der im leidenschaft- lichen Ausbruch sowohl wie in der Resignation eine packende Leistung bot. sondern ebenso für die starker und ergreifender Modulation fähige Anna von Hanna Grote oder das bren- nende Temperament von H. W. Loos als junger Kronprinz von Preußen? die kräftigen Akzente Friedrich Wilhelms I. gibt O. H. Kempert mit klarer Deutlichkeit und souveräner Sicherheit. Sie und alle übrigen waren hingebend bemüht, einem Werk zu dienen, dessen sorgfältig vorbereitete und glückhaft vollendete Uraufführung der Aachener Bühne nicht minder zur Ehre gereicht wie dem Dichter, der sich zusammen mit öen Hauptdarstellern und dem spielleitenden Intendanten viele Male für den herzlichen und langanhaltenden Beifall des Premierenpublikums bedanken konnte. Adolf Eiden». ^8hi Universität - Deulsche Wehr des Geistes im Osten «^nahmen: BP-Archiv Die Prunkfassade des Schlosses Belvedere in Wien Badisclie Presse 54. Jahrgang WfkamS-HncLieffaüiwg&L Nummer 75 I Seite 7 Donnerstag, 17. Mais Oesterreichs Sportler stoßen zu Deutschland Kleine Betrachtung zu einem vollzogenen Anschluß Die gestern vollzogene Eingliederuna öer österreichischen Turn- und Sportfront, die ja nach Ser staatsrechtlichen und wehrpolittschen Einordnung automatt^ kommen mutzte, hat einen Zustand beseitigt, öer an vergangenen unwürdigen und peinlichen Zwischenfällen wohl kaum noch zu überbieten war. Das volkssremde Regime hatte sich in öen letzten Jahren nicht gescheut, auch den Sport- und Sie sportlichen Begeanungen zu politischen Kampfwaffen zu mißbrauchen, um nach dem Re- zept »Hels. was helfen mag" aus Dummenfang auszugehen. Schikanen waren fehl am Platze Wir erinnern hier nur an die Schikanen, die man hervor» ragenden Sportsleuten, so dem 4l)0-m-Klafseläufer Rinner unö dem bekannten Skiläufer Guzzi Lantschner machte, so dah letzterer es vorzog, die reichÄeutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben. Wir erinnern hier nur an das Nachspiel, das der seinerzeitige Schwimmstädtekampf Wien-Berlin für den veranstaltenden Berein hatte, wir öenken weiter an die Zwischen- fälle anläßlich des Handball-Län>derspieles Oesterreich-Deutsch- land in Wien, wir erinnern uns an das Theater, das noch vor wenigen Wochen bei den Skiwettbewerben im österreichischen Alpengebiet gemacht wurde, wir erwähnen nur. daß in der be- Öeutenösten Sportart, im Fußball, Ic^er aegenscitiqe Spiel- verkehr durch die Schikanen des verflossenen Systems un- möglich war. Und warum wir diese Geschichten wieder aufwärmen? Nicht um alte, heute vernarbte Wunden aufzureißen — Oester- reichs Sportler hatten ja mit diesen Uebergriffen eines poli- tischen Systems nichts zu tun — sondern um zu zeigen, welch hohe Zeit es war zum sportlichen Zusammenschluß, um zu zeigen, mit welch herzlicher, kameradschaftlicher Freude, mit welch dankbarem Aufatmen wir unsere österreichischen Sportfreunde in der gemeinsamen, neuen Front begrüßen. "Was leisten unsere Kameraden? Wir deuteten schon in unserer Montagsausgabe an. daß wir von diesem Zusammenschluß eine Belebung und Steigerung nicht nur des Sportverkehrs, sondern auch der sportlichen L e l st u n g e n erwarten dürfen. Wie steht es nun damit? Ein Blrck auf die Leistungszahle« der einzelnen Sport- verband« im ehemaligen Oesterreich zeigt, daß im Handball. Skilauf, Rudern, Kann- und Kajaksport sowie im Gewicht- heben erfreulich auter Zuwachs und eine bedeutende Verstärkung von erstklassigen Leuten für uns'bevorsteht. An und für sich ist ja der Fußball die Sportart, die «mit den meisten Anhängern und Svielernj den österreichischen Namen in aller Welt bekannt machte und die hier bevorzugt zu betrachten wäre. Doch ist es vorerst unmöglich, klar zu sehen, da es heute noch nicht feststeht, ob die Wiener Profi- rlubs bleiben oder verschwinden, ob die Mannschaften über- nommen oder verabschiedet werden, ob überhaupt die öfter- reichlschen Vereine in den bisherigen Ablauf der deutschen Meisterschaftsspiele eingeschaltet werden oder ob ein neuer Modus gefunden wird, kurzum die ganze fußballsportliche seite bedarf noch der Klärung, die wir ruhig den berufenen Mannern überlassen wollen. Fußballnachwuchs ist Klasse «* ft m ™ rtn,& auch beute in Oesterreich ein« Reihe von Fußball-Amateurvereinen zur Stelle, die über ein vielver- sprechendes Nachwuchsmaterial verfügen, so daß der zweite Platz, den sich Oesterreich beim Endspiel der Olympischen «spiele hinter Italien sicherte, wohl verdient war. Da zudem der Oesterreicher eine besondere Beranlagunq für das Tech- nisch-Spielerische gerade des Fußballsports besitzt, können wir uns durch die Eingliederung sehr wohl eine neue Belebung unserer Fußballspielkultur denken, wenn einmal das Erbübel der österreichischen Mannschaften — Müdigkeit und stellenweise Energielosigkeit — durch den neuen nationalsozialistischen Geist ausgemerzt ist. Wenn auch der österreichische Fußball zurzeit kein „Wunderteam" mehr besitzt, so hat er doch noch große Könner, um die wir bestimmt noch froh sein werden. Zumal im Hinblick auf die bevorstehende Fußballweltmeister- schast. Auf turnerischem Gebiet ist eine Boraussage sehr schwer. Denn den bisherigen Turnvereinen war es durch das politische System vielfach vollkommen unmöglich gemacht, einen richtigen Turnbetrieb durchzuführen oder vergleichende Wettbewerbe abzuhalten. Immerhin zeigten die anläßlich des letzten Turnfestes in St. Pölten aufgestellten Leistungen, daß auch im Turnen Spitzenkönner wie Friedrich Toda. Richard Woldert. Fabian Jordan und Albinger-Jnnsbruck vorhanden sind, die in die Reihe der deutschen Besten vorstoßen-können. In der Leichtathletik fehlte bisher die Breitenent- Wicklung, wie wir sie in Deutschland kennen, doch ist hier noch großes Neuland vorhanden, wo bei richtigem Einsatz sicher auch neue Talente entdeckt und gefördert werden können. Erfolgreiche Ruderer, Gewichtheber und Skiläuier Besser bestellt ist es im Rudern. Kanu- und Kajak- s p o r t sowie in der S ch w e r a t h l e t i k. Im Rudern konnte bei den Olympischen Spielen im Einer der Oesterreicher Ha- senöhrl die Silbermedaille holen, während die Kanuten sich zwei goldene, drei silberne und eine bronzene Medaille er- rangen. Hier sind die Namen Kainz, Donner, Kalisch, stein- huber und Hratdetzky die bekanntesten. In der Schwerathletik stellte bei den Gewichthebern von jeher Oesterreich neben Aegypten unsere gefährlichste Konkur- renz. Nicht weniger als elfmal ist Oesterreich in der neuen Weltrekordliste verzeichnet. Neben dem Weltmeister im Halb- schwergewicht, Haala, dem Leichtgewichtler Fein und dem Fe- dergewichtler Richter stehen noch weitere Leute zur Verfügung, die ebenfalls einen guten Namen haben. Ganz grobe Klaffe ist Oesterreich im Skilaus und ,m Eis- lauf. Während bei dem ersteren ein autes Dutzend internatio- naler Könner sich befindet lwir erwähnen hier nur den Namen Josef Bradl, der erst dieser Tage einen Sprung von 107 Me- iem „flog"), trugen im Eislauf Karl Schäser. ?VeIiE Kasvar und die Geschwister Pausin die Eleaan, und den Ruhm der Wiener Schule über den ganzen Erdball. Auch hier wartet noch eine ganze Reihe von weiteren Talenten auf Berücksichti- gunq und Erfolg. . . . . , , Im Schwimmsport setzte schon zeitig «me vielversprechende Breitenarbeit ein. So besitzt der österreich. Schwimm- verband eine Anzahl sehr guter Schwimmer, die der l-Mmu- tengrenze nahe sind und bei intensiver Schulung gar leicht zur. Weltklasse aufrücken werden. Vereint zu neuen Zielen? ' Unsere Sportkameraden von der Donau werden, und das ist keine Uebertreibung. in den kommenden Jahren beweisen, daß sie genau so wie unsere reichsdeutschen Sportler mit Lei- stungen aufwarten können, die dem ganzen deutschen Sport einen neuen Auftrieb geben werden. Ein neues Ziel ist ge- steckt, eine neue, gemeinsame Front umschließt alle leibes- tüchtigen Deutschen. Und wenn überhaupt aus einem Gebiete .Einigkeit stark ma^t". dann hier, wo es ietzt gilt, einem ge- einten Großdeutschland sportlich« Ehren in aller Welt zu holen. a«. Neugestaltung des Sportes in Oesterreick Eingliederung der österreichischen Turn» und Sportsront in de« DRL. Im Zuge der Heimkehr Oesterreichs zum Deutschen Reich wird auch das Turn- und Sportleben neugestaltet. Die erste« Anordnungen sind hier durch die Verfügung des Führers der österreichischen Nationalsozialisten. Major Klausner, über die Oesterreichische Turu- und Sportfrout ergangen, die folgenden Wortlaut hat: „Mit Zustimmung des Reichssportsührers von Tschammer uud Osten hat der Führer der Nationalsozialisten in Oester» reich folgende Verfügung getrossen: t. Ich ernenue zum Führer der Deutschösterreichische» Turn- uud Sportfrout de« Ches des Politische« Amtes in der Laudesleituug Oesterreich der NSDAP., P«. Friedrich Rainer. 2. Die Christlich-Dentsche Tnruerschast ist ausgelSst. Aus alle« übrige« Verbände« scheiden sosort all« Jude« aus. Rein jüdische Verbände gehöre» der Deutschösterreichü schcn T«r»- «ud Sportfrout nicht an. 8. Ich ernenn« zum Stellvertreter des Pg. Friedrich Rai« ner den Pg. Fritz Müller, zum Geschästssührer den «am«, rad«« Rasselsber««r, zam Dietwart de« Pg. Karl Bauer. 4. Die Zusammenarbeit von SA. M und HI mit der Deutsch-Oesterreichische» Turu- und Sportsront wirb durch Arbcitsvereiubarungeu geregelt. 5. Die Deutschösterreichische Turu- «ud Sportsro«t ist al» eigener Gau dem Deutschen Rcichsbund für Leibesübungen angegliedert. Der Führer der österreichischen Nationalsozialisten. Klausner E. H.. Landesleiter." XII. Olympische Spiele in Tokio Sudgültiger Beschluß in Kairo. Kairo, 16. März. Das Olympische Komite« saht« i« sei» «er Tagung den endgültige« Beschlutz, die XII. Olympische« Spiele i« Tokio abzuhalten. Als Zeit wurden die Tage »o« ZI. September Vis z«m ff. Oktober 1940 festgesetzt. üosef Bradl „flog" 107 m Auf der berühmten grotzen Schanze von Ratege-Planiea lJuqoslawienf. die bei richtiger Technik. Sprunge Wer 100 m zulätzt, erschien am Dienstag der Deutich-Oefterre»cher Joses Bradl und der best« Jugoslawe R o w s ch a t zu einem Probespringen. Richtiger müßte es hier aber heißen „Probe- fliegen", denn die Jngoslaweu bezeichnen die Technik, die diese Schanze verlangt, zum Unterschied von dem Springen aus de« Skischanzen als Skifliegen, den« der Oberkörper des Springers wird dabei so abgebogen, datz er als tragende Flache unrtt. Die Jugoslawen sind bestrebt, den Skislng als nenen Wett- bewerb des Skisports einzuführen und habe« aus diesem Grunde die Anwesenheit Bradls benutzt, um ib« einmal über die Schauze gehen zu lasse«. Bradl ist zur Zeit der beste mitteleuropäische Springer. Aus Anhieb stand er bombe«- sicher 107 Meter, eine Weite, wie st« bisher noch nie erreicht worden war. Die Art der Ausführung dieses Sprunges be- stätigte, daß es sich hier eher um ein Fliegen als um ei« eigentliches Springen handelt. Nowfchak kam bei 88 m auf. 140 OOO Dollar durch Zielphotoqraphie Leichtgewicht schlägt Höchstgewicht «m kurze» Kops Bor einer Rekordzuschauermenge von rund 500 000 Menschen wurde auf der Rennbahn von Arcadia in Californien zum viertenmal das berühmte Santa-Anita-Handieap eut- schieden, das mit seinen 140 000 Dollar an Preisen das wertvollste Pferderennen der Welt ist. Das Rennen nahm einen überaus spannenden Verlauf und der Kampf spitzte sich am Ziel derart zu. daß. wie schon im Vorjahr, nur mit Hilfe der Z i e lp h o to g rap h i e der Sieger ermittelt wer- den konnte. Der das Höchstgewicht von öS Kg. tragende Favorit Sea Biseuit mit Woolf im Sattel mutzte sich, wie schon beim gleichen Rennen 1987, um einen kurzen Kopf ge- schlagen bekennen und dem nur die „Briefmarke" von 4S Kg. Der neue Mercedes-venz Grand-Priz-Rennwagen «ach der Rennformel 19» bis 1940, ml« dem Rennleiter Neubauer in Monza zu seiner erste» Erprobung eintraf W.-B.-Mai« tragenden Stagehand unter Jockey Westrope den Sieg über» lassen. Der Besitzer von Stagehand, Maxwell Howard, konnte so die schöne runde Summe von 100 000 Dollar las» sieren und hatte dazu noch die Freude, daß sein Pferd die 2000 Meter in der neuen Rekordzeit von 3:01,6 Minuten zurücklegte. Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Zucken? Siechen? Brennen" Oder sonst ossene Wunden? Dann ge- krauchen Sie die seit Jahrzehnten voi- aügl. bewährte, schmerzstillende (25782 Heilsalbe „fientarin" ® r6a "W? t Ä n Zu verkaufen zu verkaufen: 1 elegantes Herrenzimmer - grober Bücherschrank, grober Schreibtisch, «es- sei. 2 Stühle und runder Ausziehtisch 1 LederKlud-G-rnitur - 1 Sofa. 2 Sessel 1 Wohnzimmer --- Büfett, Kredenz, großer Ausziehtisch. 4 Stühle, > Sofa 1 Schlafzimmer « 2 Betten mit Nacht, tisch. 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Forst-mt» Lörrach, Frei«»», den 18. Marz, nachm. 2.30 Uhr, in der „Blume' in Wollbach aus Staatswald Hin!. RStUerwald! Abt. Untere Win- terhole. Vord. Rüttihof. Unt. ®ugel> Hut und Hint. Militärschlag: 855 Stei buch, und gem. Scheiter und Prügel: 495 buch. Normalwellen und 1 Los Schlagraum. Nutzholz-Verkaus des Forstamts Lörrach am Mittwoch, den 29. März d. I., vorm 9 Uhr in Lörrach, Brauerei Reitter, Wallbrunn, strabe. 1. Groß Versteigerung v. Werthölzern: ,1 Eichen 4.—6. Kl 29 fm. 44 For. len und 10 Lärchen 3.—5. AI 70 fm Als Käufer ist jedermann zugelassen. LosVerzeichnisse sind beim Forstami erhältlich. 2 Anschließend Klein-Versteigerung nur sqr Selbstverbraucher, Kleingewerbe, treidende. Kletnhandwerker zur Dek, kung des eigenen Bedarfs: Bu 18 fm, Eichen 27 fm, Efchen 3 fm, Fich. ten und Tannen 71 fm, Forlen und Lärchen KS fm (entsprechend eilige- gangener Bestellungen): ferner 5 Stil Eichen«Küferholz. 87 Ster Elchennutzschichtholz. 170 Eschensicm. gen. 3200 Nadelstangen. NSHere Ankunft durch da« Forstamt (Tel. Lörrach 8474). Laufenburg J-gdgau Baden-Siid. Die Jagdversteigeruna findet nicht am Mittwoch, den 16. März 1SS8. fott. vern am Mittwoch, den 6. April 1933, 15 Uhr. statt. Lanfert«j (SB.). 12. März 1938. SU gaidvorfl-he». MITTEILUNGEN DER NSDAP. Mitteilungen der NSDAP entnoms. NSDAP., Ortsgruppe Ärünwinkel. Heute Donnerstag, abends 8.15 Uhr. spricht in einer Grobkundgebung im ..Kühlen Krug" Reichsredner, Mitglied des Reichstages, Pg. Josef Bauer. München, zur Bevölkerung. Karten sind bei den Pol. Leitern erhältlich. NSDAP., Ortsgruppe Mahlburg l. Heute Donnerstag 20.80 Uhr. spricht der GaufchulungSleiter Bg. Hartlteb. im großen Saal der ..Drei Linden" in Mühlburg über „Politischer Katholizis- mus". An dieser Aeranstaltung neh- Uten teil: Sämtliche Parteigenossen und Parteianwärter, die Walter und Warte der Gliederungen, SA.. SS.. NSKK.» HJ. und BDM. Uniformträger er- scheinen in Uniform. NZ.-Frauenlch-ft, Deutsches Fronen- wert Ortsgruppe Oft. Heute Don- nerstag, abends 8 Uhr, sind« unser Helmabend in der „Granate" (Eilig. Hof), GoUesauerstr.. statt. Volkswirt- schaft — Hauswirtschaft. Anschließend eine Feierstunde zur Heimkehr Oester- reichs In das Reich. Drucksachen liefert schnell die Badisclie Presse Ein neuer Gary-Cooper- Film des „Bengal i' - Regisseurs Henry Hathaway Ab morgen im CAPITOL ShisslWh der Seelen Ein Großfilm der Paramount in deutscher Sprache! Prädikat: „Künstlerisch wertvoll" Ab morgen im CAPITOL ' ( ettter Pols Neg fl t. Sch<> n ^ , SSs-B» Xoglia 1 *- v «□Q M M E L I C HTSPIELE Jenny Jugo / Richard Romanowski Paul Henckels / Otto Woegerer in Die Ifaclit mit dem Kaiser Anfang: Wo. 3 Uhr, So. Uhr. Tel. 4282. Jug. erlaubt. Kafffee Des Westens | Jeden Donnerstag : TflllZ'AbC II d Die Deutsche Arbeitsfront NSG.-„Kraft durch Freude", Kreil Karlsruhe bringt das politische Kabarett „SParpvika" am 18., 19. und 20. März, 20 Uhr im Eintrachtsaal, Karl - Friedrich - Straße Eintrittspreis: RM. —.80. Vorverkauf: KdF., Kaiserstraße 148 ; Musikhaus Tafel, Kaiserstraße 82; Wäsche- Geschäft Holzschuh, Werderplatz. 30969 Immobilien in Langenhart bei Metzkirch, cd. 8 ha Feld und Wiesen, ordnungsmäßig be< baut mit oder ohne Fahrnisse sofort freihändig zu verkaufen. (30327 Erforderlich etwa 20 000.— RM. dar. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Geb- Harb in Meßkirch. Haus itane Hauptpost zum Alleinbewohn, eingerichtet, 0 Zim- mer u. 3 Manf., Küche. Bad usw., f. ca. 20 000 JH bei 5000 Jl Anzahlung zu verkaufen durch Immobilienmakler M.KüblerSSohn Kaiserstraße 82a. Metgesuche 4 Zimmeru/ohnp. in gut. Wohnlage gesucht auf 1. Juli 1938 v. Ruhestands- beamtem mit klein. Haush.. (2 Pers.). Angebote unt. 3714 an d. Bad. Presse. Ruhiges Ehepaar sucht sos. od. später 2 Zimmer- Wohnung Pünkt. Zahler, ev. Vorauszahlung. Angeb. unter 370S an d. Bad. Presse. Pacbtgarten Oststadt, schön angelegt. Gartenhaus usw. wegen beruf- lich. Verhinderung gegen Abstands- summe abzugeben. Essenweinst. 34. IV 1111111 Vadiilves Etaatsthealkr Tonnerstag. den 17. Marz 1938. D 19 (Donnerstagmiete). Th.-Gem, 1500—1600 Erstaufführung In Anwesenheit des Dichters. Der Keiter Schauspiel von Heinrich Zerkaulen. Regie: Baumbach. Mitwirkende: Christmann, Frauendorfer, Dahlen, Graeber, Hierl. Mathias. Michels. Momber, Prllter. v. d. Trenk, Anfang 20 Mr. Ende gegen 23 Uhr. Preise D. (0.85—5.05 RM.) Fr., 18. 3.: Gyge- und sein Ring. Weil SBifiX so herrlich glänzt, so ergiebig, so sparsam ist Selbst bei gelegentlichem Auftragen gibt SolflX nach kurzem Nachpolieren immer blitzblanke Böden. Vor allem aber: SeifiX hat einen angenehmen, milden Geruch. Alle diese Vorzüge erklaren, warum immer mehr Hausfrauen SBifiX zur Pflege des Heims verwenden. seifix gibt es in fünf Farben <$j> Theater Zainen he und Capitoi zeigen bereits ab heute die neuesten Autnahmen von den Ereignissen in Oesterreich Nach dem Theater oder Kino in die Großstadt-Bar im Löwenrachen! Werbung schafft Arbeit! 4C&&H0L, wenn man es versleM, durch hübsche Gardinen und schöne Teppiche die mit viel Liebe angeschafften Möbel zu richtiger Wirkung zu bringen, damit alles harmonisch abgestimmt ist und farblich zueinander pafjf. Wie man das macht - ohne viel Oeld zeigt Ihnen UNION UMM (jo/Smm -Schcul ist eröffnet! Sie sehen dort schöne Oardinen - gar nicht teuer und wundervolle weiche Teppiche, welche die Wohnung erst behaglich und warm machen. Sie sehen Läufer, Vorlagen, Kissen, Vorhänge, auch Klein* möbel und Lampen, Dinge, die jeden interessieren, der gern schön wohnt Geben Sie uns Ihre Adresse. Wir senden Ihnen gern unseren Spezial-Prospekt über Cardinen und Teppiche kostenlos zu UNION Vereinigte Kaufstätten G. m. b. H., KARLSRUHE Deutsches Unternehmen Ab Heut« und folgende Taget B liebe -Weil id Verrat! « ■/ Begeistert schreibt die Presse über dieses preisgekrönte bilmwerk. Ws> Wegen Umzug bleibt das Arbeitsamt Karlsruhe vom Donnerstag, den 17. bis Samstag, den 19. März geschlossen. Am Montag, dem 21. März, vorm. 7.30 Uhr, wird der Dienstbetrieb in den Räumen des Neubaus Kapellenstrafje aufgenommen. Die Vermittlungsstelle für Musiker und das Gaststättengewerbe wird bereits am Samstag, dem 19. März, vormittags 8.30 Uhr, im Neubau für den Publikumsverkehr geöffnet! Arbeitsamt Karlsruhe Auswärtige Sterbefälle (Aus Zeitungsberichten und aus Familienangaben) Baden-Baden: Frieda Scherz, 50 Jahre alt Baden-Oos: Josef Seiter, 70 Jahre alt Breisach-Hochstetten: Karl Engler, Landwirt Bruchsal: Adam Zimmermann, 62 Jahre alt Eisental: Rosa Huber, geb. Stark, Hebamme. 77 Jahre alt Freibnrg: Robert Klett, Schriftsetzer, 29 I. — Maria Böhler, geb. Keller Gamshurst bei Bühl: Anton Brunner, Schmiedemeister, 88 Jahre alt Konstanz: Sophie Scheier, geb. Boldt, «2 I. Leibertmgen üb. Metzkirch: Josef Schüle, 73 I. Liedolsheim bei Karlsruhe: Wilhelmine Wach- ter, 70 Jahre alt Lörrach: Wilhelm Bauer, Schreiner, 80 I. Mannheim: Leopold Böck, 80 Jahre alt Mannheim-Waldhof: Friedrich Kläs, Werk- Meister i. R., 00 Jahre alt Renchen: Helene Schrempp, geb. Brandstetter Nußbach: Ziriak Waidele, 00 Jahre alt Radolfzell: August Föhrenbach, Hauptlehrer, 92 Jahre alt Rastatt: Anton Gmünd, 80 Jahre alt Wöschbach: Luise Konrad, geb. Lanz, 70 I, Zell i. W.: Karl Wittig Zu vermieten 4 große helle Büro räume 'ch mit der weißen Sportmütze schwang sich gerade in ben Wagen. Jetzt erst erkannte ihn Linter. Es war Ulrich Egg. das schwarte S^s". Nützlich schoß e'ne unsinnige Fr -nde in Sinter hoch. Ulrich Egg war hier? Am Steuer eines Wagens und äußerlich so überaus verändert? Sinter kannte den guten Jungen nur als Strolch, mit hängendem Hosenboden und zer- knautschter Mütze . .. Erstaunlich, wie der kleine Egg sich verändert hatte! War dieser flotte, elegante Wagen vielleicht sein Eigentum? Nun sauste er davon, anscheinend hatte er die Leonhards vom Bahnhof Lindau abgeholt. Also ebenfalls vorwärtsgekom- men in diesen Jahren, der ewige Vagabund, das „schwarze Schaf" der Familie Ringolli Denn zur Familie gehörte er nun einmal, das stand fest. Einsam lag die Rückfront des weißen Hauses in der mil- den Moigensonne. Sinter stand noch eine Weile und blickt«, starr lächelnd, auf die leere Bühne hinunter. Dann stiea er hügelabwärts und geriet auf die Landstraße, die sich zwischen den Wiesen hinzog. * An diesem Morgen empsina Konsul Ringoll den südd«ut- schen Journalisten Friedrich Nägeli im weiten Bibliotheks- räum seines schönen Hauses. Nägeli hatte den Konsul vor Jahren schon einmal inter- viewt, und zwar anläßlich der leidigen Tiebstahlsassäre auk Ringollshos, die so viel Staub aufgewirbelt hatte. Nun saßen sich die b«tden Serren bei einem Glase Kirsch zum zweiten Male in den tiefen Ledersesseln gegenüber, die Sonne flutete durch die hohen Fenster. Nachdem Nägeli dem Konsul zu seinem heutigen fiinfundsechzigsten Geburtstag gratuliert hatte, ging er sofort auf sein eigentliches Ziel los: ob es wahr sei, daß der Konsul seine berühmte Sammlung ver- kauf«n wolle, es wäre ihm zu Ohren gekommen. Konsul Ringoll, der schlanke, sorgfältig gekleidete alte Herr mit der breiten, geistvollen Stirn, dem buschigen, hinter die Ohren gestrichenen Silberhaar, dem milden Mund und den etwas müden Augenlidern, lächelte in seiner liebenswürd'gen Art. Dann antwortete er, daß er es tatsächlich in Erwägung ziehe, die Sammlung zu veräußern. Er verkaufe alles, um feinen Nachkommen Ringollshos zu erhalten. Die Ländereien am See wären seit Jahrhunderten nachweislich im Besitz seiner Famile. Die Herren zogen an ihren Zigarren. Dann beugte sich der Konlul lächelnd ,u Nägeli vor: „Sie wollen natürlich wissen, wie ich in diese fatal« Lag? hineingeriet? Ich denke nicht daran, es Ihnen verraten." Näaeli zuckte die Achseln: „Es ist mir aber schon bekannt gewogen, Herr Konsul." .Hm . . ." „Darf ich Ihnen saaen, was ich weiß?" „Ich bitte darum. Herr Nägeli." „Stimmt «s. daß Sie vor einigen Jahren als Gesellschafter in «ine norddeutsch? Firma eintraten? Sie investierten da- mals Ihr ganzes Vermögen. Diese Firma ist nun leider infolge verfehlter Spekulationen eines der Direktoren plötz- lich passiv geworden, sie steht vor dem Konkurs." Der Kons»! legt« sich in seinen Sessel »urnck und starrte zur Decke hoch. Er fragte leise: „Woher wissen Sie es?" (Fortsetzung folgt) Badische Presse 54. Jahrgang AUS KARLSRUHE Nummer 75 / Seife 11 Donnerstag, 17. Man Wenn . und kl dl» Artlagen sind aHe Bänke besetzt Erfolg nicht zuletzt von der Mitarbeit und tatkräftigen Unter» ftützung der Bevölkerung abhängt. Höchste Zeit ist es nun, soweit noch nicht geschehen, die letzten Vorsammelstellen ein- zurichten, deren Aufstellung bekanntlich in jedem Haus Pflicht ist. Keine Dokumente für die Vartelgefchichte vernichten! Bei dieser Gelegenheit wird gebeten, darauf zu achte», baß nicht wichtige Dokumente und Unterlagen aus der Kampfzeit der NSDAP., wie Zeitschriften, Zeitungen u. a. der Bewegung und deren früheren Gegner, Wahlplakate, Flugblätter, politische Bücher, Broschüren und Kampsschrif- ten der Vernichtung anheimfallen. Solche Dokumente und Unterlagen sind für die Erforschung der Geschichte der NSDAP, von größtem Nutzen. Vernichtet dieses Material nicht, sondern schickt es an daS Gau -Archiv Baden der NSDAP.! Dort wird es gesichtet und — soweit es nicht zu seinem Arbeitsbereich ge- hört — an die zuständigen Archive weitergeleitet oder, falls unwichtig, der Altmaterialverwertung zugeführt. Alles einschlägige Material sammelt das Gau-Archiv Ba- den der NSDAP., Karlsruhe, Kriegsstraße 47 a. Kleine Staötnachrichten * Seine« 76. Geburtstag feiert am Freitag Christian H e ck im Stadtteil Beiertheim, Breitestraße 76. Beförderung bei der Wehrmacht. Zum Oberst (©.) wurde befördert Oberstleutnant (E.) Gerok, Kommandeur des Wehrbezirkskommandos Karlsruhe. Kapellmeister Josef Krips, der früher längere Zeit am Badischen Staatstheater tätig war und von hier an die Wiener Staatsoper berufen worden ist, wurde ebenso, wie Kapellmeister Carl Alwin, der ebenso wie Krips unter Be- fürwortuug des früheren österreichischen Unterrichtsministers zu Unrecht eine Stellung erhalten hatte, die der künstlerischen Kapazität in keiner Weise entsprach, sofort von seinem Posten als Kapellmeister der Wiener Staatsoper enthoben. Em Volk, ein Reich, ein Führer! Die deutsch-öfterreichische Verbrüderung im Film Wohl sind wir durch den Rundfunk unmittelbar Zeuge geworden von der ungeheueren Begeisterung, die die Zurück- sührung der österreichischen Ostmark in das große Deutsche Reich überall in Oesterreich ausgelöst hat? wir hatten auch durch Bilder schon einen Einblick bekommen von den Vor- gängen in allen Ländern der früheren Donaumonarchie. Eindrucksvoller aber als alle Funkberichte und toten Bilder sind die lebenswahren Filmaufnahmen, die seit gestern schon über die deutsch-öfterreichische Verbrüderung in sämt- lichen Karlsruher Erstaufführungslichtspieltheatern vorgeführt werden. Angefangen von den ersten Jubelstürmen über öit Abdankung des verräterischen Bundeskanzlers Schuschnigg bis zu den in der Geschichte wohl einzig dastehenden Massen- demonstrationen und Freudenkundgebungen bei Bekanntgabe des Anschlusses der österreichischen Lande an das Mutterland Deutschland sind alle diese Bilder welthistorische Dokumente, die auch durch Mißgunst und Haß der Gegner dieses Welt- geschehens nicht gefälscht werden können. Ob es sich um die Überschreitung der Grenzen durch deutsche Truppen, den begeisterten Empfang derselben in allen Städten und Dör- fern handelt, immer und überall spiegelt sich die unbändige Freude der von drückendem Joch befreiten österreichischen Brü- der und Schwestern. Einzigartig natürlich die Fahrt öes Führers durch sein Geburtsland und dessen Empfang in seiner alten Heimat. Hier hört man nicht nur, sondern sieht, wie dem Führer alle Herzen entgegenschlagen in der neuen deutschen Ostmark, in der das Wort zur Wahrheit wurde: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! B. «eüe 12. Nr. 75 BadischeDresse Donnerstag, de« 17. März 1SS8 Der Gehrock brachte es an den Tag Etn Prozeßkrümer erhSli feine verdiente Strafe Ein ominöser Gehrockanzug, in welchem er einst zum Traualtar geschritten ist, brachte den 58 Jahre alten ver- heirateten vorbestraften in Etzenrot geborenen Franz Merz aus Reichenbach auf die Anklagebank, aus der er sich vor dem Karlsruher Schwurgericht wegen Meineids zu verant- Worten hatte Der Angeklagte, der in seinem Heimatort im Geruch eines Wilderers steht und als Prozeßkreimer gilt, hatte vor zwei Jahren gegen einen gewissen Sch. einen Prozeß, der zu seinen Ungunsten aussing. Neben seiner Bestra- fung wurden ihm die Kosten in Höhe von 180 RM. auferlegt. Sein Aerger über seine Verurteilung machte sich darin Luft, daß er sich auss hartnäckigste bemühte, die Bezahlung der Kosten und die Befriedigung der Forderung des Sch. zu ver- eitel«. Gegen eine von diesem eingeleitete Pfändung machte er Schwierigkeiten, indem er einen Pachtvertrag zu Gunsten seiner Ehefrau änderte, wodnrch er erreichte, daß die Pfän- dung aufgehoben wurde. Wegen dieses Betrugsversuchs wurde er mit 50 NM. Geldstrafe bestraft. Der Gläubiger ließ jedoch nicht locker und suchte weiter, zu seinem Gelde zu kommen. Er beantragte, daß Merz der O s s e n b a - rungseid abgenommen wurde. Alle Warnungen seiner Frau in den Wind schlagend, legte er dem Amtsgericht Ett- lingen ein Vermögensverzeichnis vor, in welchem er als sein Vermögen nur eine Brille, einen Zwicker, einige Klei- dnngs- und Wäschestücke und ein Fahrrad angab. Am f. September leistete der.Angeklagte den Offenbarungseid. Bald nach dieser Eidesleistung fiel es seinen Gläubigern auf, daß in dem Vermögensverzeichnis der Gehrock des An- geklagten, in welchem er noch einige Wochen vorher Hei einer Beerdigung in Langensteinbach war, nicht erwähnt war. Ueber den Verbleib dieses die Sache ins Rollen bringenden Gehrocks konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Er blieb verschwunden. Weitere Vermögensstücke, das Haus, die Möbel und Grundstücke gehörten der Frau. Der Ge- richtsvollzieher kam einige Male ins Haus. Bon einem Koffer, in welchem sich Sloffe, Kleidungsstücke und ein Fern- glas befanden, behauptete der Angeklagte, er enthalte die Aussteuer seiner Tochter. Den Schlüssel zu dem Koffer hatte er versteckt. Kurz vor der Verhaftung hat «r einem Bekann- ten ein Schächtelchen gegeben, welches eine Uhr nebst Kette, eine goldbeschlagen« Haarkette und seinen Ehering enthielt, ferner hatte ihm der Angeklagte einen Mantel und 44 RM zur Verwahrung gegeben. Der Bekannte des Angeklagten wurde als Zeuge gehört und er brachte heute überraschender- weise ein Sparbuch zum Vorschein, welches auf den Namen seiner Tochter — die davon nichts wußte — ausgestellt war und auf ein Guthaben von über SM RM lautete. Alle diese Vermögens stücke hatte der Angeklagte bei seiner Vereidi- gung verschwiegen und er mußte zugeben. daß er, als er be- eidete, daß er kein Bargeld besitze, Geld in der Hosentasche stecken hatte. Am S. Oktober zahlte er 200 RM. auf die Sparkasse ein und am 8. September hatte er beschworen, kein Bargeld zu besitzen. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen dieser frivolen vorsätzlichen Eidesleistung entsprechend dem Antrage des Staatsanwalts zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr sechs Monaten, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf die Dauer von drei Jahren aberkannt; außerdem hat das Gericht auf dauernde Eidesuufähigkeit erkannt. Unverbesserliches Aarenfchwmölerpaar Wegen Rückfallsbetrugs, Diebstahl, Unterschlagung und Hehlerei hatten sich vor dem Einzelrichter beim Amtsgericht Karlsruhe der 31 Jahre alte vorbestrafte Karl H i l f ch - manu von hier und seine ebenfalls einschlägig vorbestraste 27jährige Ehefrau Emma Hilfchmann zu verantworten^ Das saubere Ehepaar hatte seit dem Jahre 1933 fortgesetzte Betrügereien größeren Ausmaßes begangen. Die beiden Ange- klagten kauften Möbel und Einrichtungsgegenstände im Wert von mehreren hundert Mark, darunter allein vier Schlaf- zimmer, die sie, nachdem sie eine kleine Anzahlung geleistet hatten, iveiter veräußerten. Wegen dieser Straftaten wurde der Ehemann zu einem Jahre sechs Monaten und die Frau zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Bald nach Ver- büßung der Strafen setzten die Betrügereien von neuem ein. Sie kauften ohne Bezahlung zu leisten, Waren aller Art, die sie dann aufs Leihhaus trugen oder anderweitig ver- silberten. Das Gericht verurteilte Karl Hilfchmann zu neun Monaten Gefängnis labzüglich zwei Monate Unterfnchungs- Haft) und die Angeklagte Emma Hilfchmann zu einem Jahre Gefängnis, sowie 30 RM. Geldstrafe labzüglich ein Monat Untersuchungshaftl. Ausbiltung kür ten Sausfrauenberuf Handarbeitsfchülerinnen zeige», was sie gelernt habe» Auf welch hoher Stufe heute die Ausbildung junger Mäd- chen für den zukünftigen Beruk als Hausfrau steht, haben die Veranstaltungen der Frauenarbeitsschule vom Roten Kretiz und der städtischen S o s i e n s ch u l e, die zu einer städtischen Hausfrauenschule vereinigt werden, aufs glänzendste bewiesen. Am Samstag war es eine Hand- arbeitsansstellung in der Südendschule, die einen hervor- ragenden Begriff von der Leistungsfähigkeit der beiden Schu- len gegeben hat, und am Mittwoch war es eine Kleider- s ch a n. im Künstlerhaus, bei der man die Geschicklichkeit der jungen Mädchen im Kleidermachen bewundern konnte. Durch Vorführung von Freiübungen, von Volkstänzen, von Lie- Kern und durch musikalische Darbietungen wurde aber auch gezeigt, daß man bei der Ausbildung der Mädchen kür den Hausfrauenberuf nicht nur Wert legt auf gutes Kochen. Flicken, Sticken und Nähen, sondern auch der körperlichen Ertüchtigung, der Pflege von Mnsik und Gesang in den heu- tigen Frauenschulen ganz besondere Aufmerksamkeit schenkt Wie bei der Handarbeitsausstellung verstand es auch diesmal wieder die Handarbeitsinspektorin, Frl. S t e i n b a ch, den Frauen und Müttern und sonstigen Gästen, die den Saal des Künstlerhauses bis zum letzten Platz besetzt hatten, die Ziele der neuen Frauenschule klar herauszustellen. Nach einigen reizenden gesanglichen, musikalischen und tänzerischen Darbietungen und Freiübungen von Schülerin- nen, die durch ihren kräftigen durchtrainierten Körper wie durch die anmutigen Bewegungen einen wohltätigen Kontrast bildeten zu den bleichsüchtigen der Schule entwachsenen Mäd- chen früherer Generationen, fand die Vorführung von Klei- dern statt, die von den Mädchen selbst in den beiden Schulen hergestellt worden waren. Es waren Kleider vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Es war eine Freude zu sehen, wie die jungen Mädchen im Alter von 15 bis 20 Jahren anmntig und mit natürlichem Charm — einzelne allerdings auch etwas schüchtern — über den Laufsteg des Saales schritten und mit einem gewissen und zwar berechtig- tem Stolz zeigten, daß sie in der Schule etwas gelernt hatten. Vom einfachsten Dirndlkleidchen bis zum schönsten Festkleid sqh man die „hansgemachten" Kleider, daneben auch Hand- gewebte Röckchen, selbstgestrickte Pullover, buntkarrierte Schürzen, Leinenkostüme und Complets. Daß man auch aus alten Sachen schöne Kleider machen kann, wurde bewiesen durch ein schönes Jackenkleid, das aus einer alten Marine- uniform hergestellt worden war. Mit dem Lied „Festgefügt zum Ziele schreiten wir" wurde die Kleiderschau, von der jede einzelne Vorführung mit großem Beifall quittiert wurde, geschlossen. B. Lebensmittelversorgung durch Kleinlantwirte Der Reichsbahn -Kleinlandwirteverein Karlsruhe hielt im Saale der „Walhalla" seine gut besuchte Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den stellver- tretenden Bereinssührer Reichsbahninspektor Sachs richtete der BezirkAführer der Gruppe, Herr Rb.-Oberbaurat May eindringliche Worte an die Versammlung, durch zähen Fleiß Werte zu erzeugen, die aus unserem Boden herausgeholt werden können und durch Selbsthilfe uns und unseren Vr»?ks- genossen zusätzliche Lebensmittel für den Verbrauch sicherzu- stellen. Seine Aufklärung in organisatorischer Hinsicht gaben einen Ueberblick über den heutigen Stand der Reichsbahn- Kleinlandwirte-Organisation. Der stellv. Vereinsführer Sachs gab anschließend einen eingehenden Geschäftsbericht über das verflossene Jahr, daran anschließend einen E'nblick in die für das kommende Geschäftsjahr vorbereiteten Arbeiten. Rb.-Sekretär a. D. M a i fand mit seinem Kassenbericht die beifällige Zustim- mung der Versammlung. Nach dem Revisionsbericht der Kassenprüfer wurde dem Kassenwart und der Bereinsleitung Entlastung erteilt. Nachdem die Warte der verschiedenen Fachgruppen, die Herren Wittner, Stäbler, Stöckle und Kraut über die ihnen unterstellten Fachgebiete interessante Ausführungen zur Herausholung des zur Hebung unseres Lebensstandards irgendwie Möglichen gemacht hatten, gab der stellv. Vereins- führer Sachs in seinem Schlußwort einen kurzen gefchicht- lichen Rückblick auf die Entwicklung Deutschlands von Fried- rich dem Großen bis auf unseren großen Führer Adolf Hit- ler und schloß die anregend verlaufene Versammlung mit einem dreifachen Siegherr auf unseren unvergleichlichen Füh- rer und Reichskanzler. DKBKegelfport „Schusterstuhl" mit „Altstadt" punktgleich? In den nun zum größten Teil beendeten Schlußspielen um die Karlsruher Klubmeisterschaft aus J-Bahn gab es zwei Kämpfe von überragender Bedeutung: Altstadt — Schuster- stuhl und Bowling — Schusterstuhl. Gegen „Altstadt" siegte „Schusterstuhl" unerwartet hoch 2421:2223. Es war ein herrlicher Kamps, in dem alle drei Starter des „Schusterstuhl" zu einer großartigen Form auf- liefen. Bon „Altstadt" konnten die beiden ersten Starter Schritt halten, während der dritte Mann einen unglücklichen Tag hatte. Nun ist kein Klub mehr ohne Niederlage. Das Spiel Bowling—Schusterstuhl bot äußerst spannende Mo- mente. Bowling ging mit S3 Holz in Führung, mußte sie aber nach dem 2. Wechsel mit 24 Holz abtreten. Der dritte Starter zog im weiteren Verlauf dann wieder gleich, so daß die Entscheidung erst bei der letzten Kugel fiel!! „Schusterstuhl" war der Glücklichere in diesem heroischen Kampf und gewann mit nur S Holz Unterschied 2230:2233. Einen sehr interessanten, von Anfang bis zum Schluß auS- geglichenen Kampf lieferten sich Bahnfrei und Sportklub, den Bahnsrei überraschend mit 2195:2135 gewann. Gegen Bow- lingklub konnte Bahnfrei aber nichts ausrichten und verlor 2110:2297. Im Spiel Altstadt-Stolz vorbei zeigte Altstadt eine fabelhafte Gesamtleistung und siegte nach Belieben 2411: 1894. Stolz vorbei war auch der Punktekieserant für Kegelsport- freunde, wenn auch erst nach tapferer Gegenwehr, mit 2081: 2043. Recht knapp endete ferner der Kampf Feste druff—Kegel- sportsreunde, wobei der letzte Durchgang ausschlaggebend war. Der gut verbesserte „Gut Holz" gab der enttäuschen- den «Harmonie" mit 2071:1907 das Nachsehen. In der Schwebe befinden sich nur noch die Spiele Sportklub—Harmonie und Gut Holz—Feste druff. Vermag „Fest? druff" seinen Gegner niederzuringen, bann wären drei Klubs punktgleich. Andernfalls bestreiten Altstadt und Schu- sterstuhl das Entscheidungsspiel. Tabelle«sta«d Spiele gew. verl. Punkte Zahlen Altstadt S 8 1 18: 2 20 405 Schusterstuhl 9 8 1 16: 2 20 020 Feste druff 8 7 1 14 : 2 17 670 Bowlingklub 9 6 3 12: 6 20159 Sportfreunde 9 5 4 10: 8 19001 Gut Holz 8 8 5 6 :10 16 618 Bahnfrei 9 2 7 4:14 18115 Sportklub 8 2 6 4:12 16298 Harmonie 8 2 6 4:12 16131 Stolz vorbei 9 0 9 0:18 16 512 Se. Tages-Anzeiger Donnerstag, 17. Mär, 1338 Theater Badisches Staatstheater: 20 Uhr „Der Reiter" Colosteum: 20.15 Uhr VarietS Film : Atlantik: .Liebe, Freiheit und Verrat" Eapiwl: „Tango Notturno" Gloria: „MntterUed" Kammer: „Die Nacht mit dem Kaiser" Bali: „Tie Perlen der Krone" Resi: „Mutterlied" Rheingold: „Das schöne Frl. Schragg" Schauburg: „FriSco-Expreß" Usa-Theaier: „Tango Notturno" Kaffee, Kabarett, Tanz: SüWtnradjen: Kabarett Kofi« ipiuer: Konzert Grüner Baum: Tanz jiasfee Hiiifeum: Konzert — Tanz tat Wintergarten Regina: Kabarett Rüderer: Tanz Wiener Hos: ZatiT Raffe« des Westens: Konzert — Tanzabend Verschiedenes: Muuzsaal: 20 Uhr Lichtbilder-Vortrag: „Michelangelo" Tagesanzeiger Durlach: Skala Durlach: „Der Tiger von Eschnavur" Markgrafen „Da? Schweigen tm Walde" Slumen-Kaffee Durlach: Konzert und tan» Parlichloijlc Durlach: Tanz aAA Vis Veutsche flrbeitsfront ftreiswaltung Karlsruhe/ Nt,.. lammstraßt 15 NSG. „Kraft durch Freude" Amt Feierabend'. Die, für die am 22. MSrz stattfindend« Vorstellung „Die Fledermaus" bestellten Karten gelangen zur Ausgabe. Ueber die Karten, die bis zum 18. März nicht abgeholt sind, wird anderweitig verfügt. — Drei Sondervorstellungen mit dem Tiitel .Lacht Tuch gesund^ im Kabarett „Paprila" finden am 18., 19. u. 20. Marz im Eintrachtsaal statt. Sportamt. Heute laufen folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiel«: Helmholzschule 20.45 Uhr: Südendschule 2 20.00 Uhr: Rüppurr. Schulturn, halle 20.15 Uhr: Grünwinkel ..Albsiedlung" 20.15 Uhr. — Leibesübungen fft» die Frau: Gutenbergfchule 20.00 Uhr. — Schwimme» «Frauen): Friedrich»- bad 21.30 Uhr. - Reite»: Reithalle, Riippurrerstr. 1 20.00 Uhr. Ortsgruppe Südwest II. Mathqstraße 9 Ausgabe von Fifchen für alle Gruppen am Donnerstag, den 17. März, von IL—18 Uhr. Einpackpapier ist mitzubringen. Ortsgruppe Beiertheim Am Donnerstag, den 17. März, findet eine Fifchausgabe statt. Grupp« A, B, C, D, E von 10—11 Uhr. Anerkennungsgebühr von 10 Pfg. mitbringen. Ortsgruppe Grtinwiukel, Durmersheimer Straße 68 Am Donnerstag, den 17. ds. Mts. FifchauSgabe für die Gruppen A. D E und F. AuSgabezeil von 3 —4 Uhr. Eine AnerkennungSg-bühr von 10 Pfg. pro Kilo ist zu entrichten. — Am Freitag, den 18. dS. MS. Ausgabe von Lebensmittel an alle Gruppen und zwar: Gruppe A u. B. 5—5.30 Uhr! Gruppe T u. D von 5.30—8.30 Uhr: Gruppe E u. F 6.30—'7 Uhr. Schluß mit der Jupiterlampe! »Praktisch, was?" Herr Lehmann führte seiner Frau, die neben ihm am Steuer faß, den Suchscheinwerfer vor, mit dem der Wagen gestern ausgerüstet worden war. „Tja", meint Herr Lehmann stolz, „jetzt brauchen wir nicht mehr im Dunkeln zu tappen. Ein Strahl aus der Lampe: schon geht dir ein Licht auf!" Am nächsten Tage fuhr Frau Lehmann zu ihrer Freuu- din Müller in die Nachbarstadt. Es wurde spät, weil flch Herr Müller, der erst gegen 20 Uhr aus dem Büro kam, Lehmanns neuen „Sucher" ansehen wollte. Bei Dunkelheit rollte Frau Lehmann heim. Der volle Scheinwerfer schien ihr nicht zu genügen. Wozu haben wir denn unfern Suchscheinwerfer? fragte sie sich. Knips!, leuch- tete auch er. Jetzt lag die Chausseefahrbahn wie ein äuge-- strahltes Denkmal da. Da blinkte neben Frau Lehmann das Rotauge der Ber« kehrs st reife auf: „Stop!" Erschrocken hielt Frau Lehmann an. „Schalten Sie bitte sofort Ihre Jupiterlampe aus", sagte der Beamte, Derartige Lichtquellen dürfen nach der neuen Straßenverkehrsordnung, § 33, Absatz 3, nur vorübergehend und nicht zum Beleuchten der Fahrbahn benutzt werden." Karlsruher Veranstaltungen * Badisches Staatstheater. Heinrich ZerkaulenS Schauspiel „Der Ret« t e r" kommt auf feinem Triumphzug über die Deutschen Bühnen heute am Badifchen Staatstheater in der Inszenierung von Felix Baumbach mit Heinz Graeber in der Titelrolle zur Erstaufführung. Das großangelegte Dicht- werk ZerkaulenS führt UNS in die Zeit der Hexenprozesse und erweckt den Bamberger Reiter, das weltberühmte Standbild im Bamberger Dom, zu tatkräftigem Leben im Dienste der Verfolgten und Bedrückten. In weiteren Hauptrollen sind Hans Herbert Michels. Ulrich v. d. Trenck, Stefan Dahlen. Paul Hterl, Gudrun Chriftmann. August Momber, Friedrich Prüter, Karl Mathias, Marie Frauendorfer, und Karl Steiner beschäftigt. Die Auffüh- rung findet in Anwesenheit des Dichters statt. — Am 21. März bringt das Staatstheater zum Frühlingsbeginn Otto Erlerz Schauspiel „Thors G a st" in der Inszenierung von Thür Himmighofen zur Aufführung. Am Nachmittag des gleichen TageS findet eine Vorstellung „Der ander« Feldherr" von Sans Gobsch durch die NS-Gemeinfchaft .^iraft durch Freude" für die Wehrmacht statt. Die Aufführung von Richard Wagners grober Oper „T a n n h ä u f e r" am Samstag, den lg. März, 19.30 Uhr. wird von der NS-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" durchgeführt. » Platzkonzert vor de« Staatstheater. Heute Donnerstag, d«n 17. März 1938 findet in der Zeit von 17—18 Uhr vor dem Staatstheater ein Platzkonzert sttatt. ausgeführt vom Mufikkorps J.R. 109 unter der Leitung von Stabs» Musikmeister Heisig. * Heute Michelangelo-Lichtbildervortrag. Prof. Dr. Stepanow aus Rom» von früheren Vorträgen her in Karlsruhe geschätzt, gib! am heutigen Donnerstagabend 8 Uhr im Munz-Saale seinen Lichtbilder-Vortrag über Michelangelo, insbesondere die Sixtinische Kapelle. Wie die Konzertdtreltüm Kurt Lieufeldt mitteilt, ist das Interesse außerordentlich rege. * Geographische Gesellschaft Karlsruhe. Am nächsten Freitagabend 8 Uhr wird im Grashos-Hörsaal der Technischen Hochschule der Forschungsreisend« Max Junge aus Santiago de Chile uns über seine Streifzüge durch di« O Kordilleren in Wort. Bild und Film berichten. Max Junge steht noch durch feinen letztsährigen Vortrag hier in bester Erinnerung und wir dürfen auch diesmal wieder eine hervorragende Leistung von ihm erwarten. * Schwarzwaldverein. Heute abend wird Wanderwart Franz Seiler einen Lichtbildervortrag über „'S Ländl vor dem Arlberg" im Schremvp» Saal 3 halten. Der Vortragende veranstaltete fast alle Skikurse dt» Schwarzwaldvereins in Vorarlberg und war gerade während der «retgatS» reichen Tage wieder im Montafon. Badische Presse 54. Jahrgang fvauenzeitung Donnerstag, 17. Mars Nummer 75 / Seite IS öers erregt, ist mit dem Wappen sämtlicher französischer Städte bestickt, unö die Nationalfarben blau-weiß-rot sind in den verschiedensten Mustern zu finden. Daß Paris viel von seiner früheren überragenden Stel- lang als Stadt des Weltmodediktats verloren hat, zeigt ein Blick auf die Modeberichte, die aus den anderen europäischen Metropolen jetzt eintreffen In Holland beherrscht die Be- geisterung für die kleine Prinzessin natürlich auch die Damen- kleidung: man trägt Wickelkinde?, nicht nur in natura, sondern auch als Verzierungen auf Blusen, Pullover und Hüten, als glückbringende Armbandanhänger, als Knopf- rcliefs. Aus Ungarn werden ebenfalls modische Neuheiten gemeldet, die sich auf ein aktuelles Ereignis stützen. Bekannt- lich wird sich König Zogu von Albanien mit der ungarischen Gräfin Apponyi vermählen und deshalb ist unter der Damen- weit des Pußtalandes augenblicklich Albanien sehr in Mode. Zierliche Hausschuhe tragen die Schnabelspitzen, wie sie den Opanken der Albanesen eigen sind, und auch im Schnitt der Kleider und Kostüme hält man sich sehr an die Formen im Lande der schwarzen Berge. Politik und Mode Zeitereignisse spiegeln sich in dei Damenkleidung - Cagoulardhüle, Krönungsknöpfe u. napolifanische Schleifen Die Pariser Damenwelt hat zur Zeit Hochbetrieb. In den Salons der Modeschöpfer findet sich alles ein. was zu viel Gelb und zu wenig Sorgen hat. Das alljährliche Sensations- ereignis hat begonnen: die neue Frühjahrsmode wird ge- zeigt. Und die reichen Pariserinnen und Londonerinnen hal- ten den Atem an, sobald ein überraschendes Kleid oder Complet, ein in ungewöhnlichem Stil gehaltener Mantel oder Hut auf der scheinwerferbestrahlten Bühne vorgeführt wird. In den Ecken sitzen junge Mädchen, argwöhnisch be- wacht von den Hausdetektiven, und versuchen, unbeobachtet »nter dem Schutz ihrer Taschen flüchtige Skizzen in ihr Notiz- buch zu zeichnen — die Mode spioninnen, ohne die es beim Erscheinen der neuen Mode nun einmal nicht abgeht. In diesem Jahr gilt der Beifall sichtlich jenen Modellen. »ie auf aktuelle Zeitereignisse anspielen. Der „Chapeau ä la Cagoule", der „Cagoulard-Hut", hat bereits seinen Weg zur Massenfabrikation und von dort in die Waren- Säuser genommen — eine spitze Mütze, die jener Kopf- bedeckung recht ähnlich ist, wie sie die Karikaturisten der Tageszeitungen den Mitgliedern der CTAR-Berschwörung aufsetzen. Aktuell sein, das ist die Parole. Selbst dann, wenn man in den Verdacht kommt, anderer Länder vergangene Moden nachzumachen: zum Beispiel die berühmten „Krö- nungs knöpfe", die im vergangenen Jahr in London „letzter Schrei" waren. Sie wurden schon vor Edwards VIII. Regierungsantritt importiert. In diesem Jahr hat nun der Krönungsknopf seine Nationalität gewechselt — er ist ,^er- nier cri" in Paris, denn im Mai wird das britische Königs- paar Frankreich besuchen, und die Französinnen werden dem Herrscherpaar von der anderen Seite des Kanals im Knopf- loch, am Gürtel und am Aerm«l ihre Reverenz erweisen. Während des Abessinienkriegs trug man allerhand asrika- «ischen Tand als Verzierung und Schmuck. Im Zeichen der Verhandlungen Englands mit Italien tauchen Elemente der napolitanischen Volkstracht in der Mode auf: grüne, weiße und rote Schleifen und Bänder an Kleidern und Hüten. Leute, die sich angeblich aufs Prophezeien ver- stehen, sagen für die nächsten Moöetees bereits eine Auf- erstehung des österreichischen Dirndls oder zumindest modi- fche Anklänge daran, voraus — wegen der Aktualität der österreichischen Ereignisse. Daneben wird man auf den Sport- Plätzen Sweater mit allen möglichen Stickereien zu sehen bekommen? einer, der die Aufmerksamkeit der Damen befon- El was von neuen Velour-Teppichen Ein neuer Velourteppich hat die Angewohnheit, in der ersten Zeit etwas zu slusen. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der mit der Qualität des Teppichs nichts zu tun hat. Es handelt sich bei diesen aufliegenden Flusen um beim Scheren des Teppichs abgeschnittene Wollfasern, die sich zwi- schen den in der Grundbindung fest erfaßten Flor legen und durch den Gebrauch an die Oberfläche kommen. Es wäre nun falsch, die aufliegenden Wollhärchen durch dauerndes Bürsten und Staubsaugen entfernen zu wollen. Man muß den Teppich vielmehr einige Wochen ganz in Ruhe lassen. Durch die dauernde Benutzung wird die Oberfläche recht bald flauschig «nd fest. Das „Haaren" hört dann auch von selbst auf. Nach einigen Wochen kann dann der Teppich wie jeder an- tere behandelt werben. Für die allgemeine Reinigung be- dient man sich einer Teppichkehrmaschine, eines Staubsaugers oder einer Bürste. Wichtig ist, baß immer in der Strichrich- tung gearbeitet wird. Im umgekehrten Fall wird man den zarten Flor leicht beschädigen können. Das Staubsaugen soll griinölich, aber nicht zu intensiv erfolgen. Der Staub geht nämlich schon durch eine kurze und sachgemäße Reinigung heraus? eine weitere Behandlung mit dem Staubsauger geht nur auf Kosten der Haltbarkeit des Teppichs. H.G.M. Nr. II Zeichnung: Namir / Terra Marta Eggerth in einer Revueszene ihres neuen Terra-Filma »Immer, wenn icb glücklich bin...« Wieviel verlassen an Ostern die Volksschule? Die Notwendigkeit der Berufslenkung In wenigen Tagen werden 546 000 Jungen und 529 000 Mädchen die Volksschule verlassen. Das sind 28 000 Jungen und 28 000 Mädchen weniger als im vorhergehenden Jahr. In den vergangenen 15 Jahren zeigten sich darin große Schwankungen. Im Jahre 1S32/33 machte sich der Geburten- schwund während des Krieges noch bemerkbar und nur 348 000 männliche und 334 000 weibliche Jugendliche verließen die Volksschule. Infolge vermehrter Eheschließungen und Geburten unmittelbar nach Kriegsende stiegen die Zahlen im Jahre 1S33/34 auf 062 000 männliche und 638 000 weibliche Jugendliche an. Aber Inflation und Wirtschaftskrise führ- ten zu einem Geburtenrückgang, der sich besonders deutlich bei den Schulentlassungen im Jahre 1946/47 aus- wirken wirb. Bis dahin wird die Zahl der Jungen und Mädel, die die Schule verlassen, von Jahr zu Jahr kleiner. Sie sinkt um fast 200 000 ab. 1946/47 werden nur 442 000 Jun- gen und 425 000 Mädchen aus der Volksschule kommen. Erst von 1948 ab kann der Erfolg der nationalsozialistischen Be- völkerungspolitik in der Zahl der Schulentlassenen zum Aus- druck kommen. Schon 1947/48 werden rund 41 000 männliche und 38 000 weibliche Jugendliche, also etwa 10 v. H. mehr als das Jahr zuvor, die Schule verlassen. Von Jahr zu Jahr wird ihre Zahl dann weiter steigen. Die im Laufe der kommenden Jahre immer mehr ab- sinkende Zahl der Volksschüler bedeutet für die Wirt- fchaft einen erheblichen Ausfall an Arbeits- k r ä f t e n. Deshalb muß schon jetzt alles getan werden, um die Jungen und Mädchen in die Berufe zu lenken, in denen sie künftig unentbehrlich sind. In einigen Berufen besteht bereits heute ein fühlbarer Mangel an Arbeitern, einige an- dere haben noch einen zu starken Zulauf. Daher muß ein Ausgleich auch zwischen einzelnen Gebieten herbeigeführt werden. Von den Mädchen wird immer noch der Beruf der kaufmännischen Angestellten bevorzugt. 1936/37 wollten sich von den 557 000 entlassenen Mädchen 175 000 als Kontoristin oder Verkäuferin ihr Brot verdienen. Nur 106658 dagegen strebten eine Anstellung im Haushalt an. Viele lockt auch das Bekleidungsgewerbe an, für das deshalb ebenfalls die Pflichtjahrsperre eingeführt worden ist. Als Schneiderinnen, Putzmacherinnen, Blumen- und Federarbeiterinnen wollten sich 57 665 Mädchen ausbilden lassen. 43 133 konnten sich bei der Schulentlassung überhaupt noch für keinen bestimmten Berus entscheiden. Ein Teil von ihnen wird ins Landjahr gegangen sein. 22 077 wollten in der Landwirtschaft, Gärt- nerei und Tierzucht untergebracht werden. 24597 sahen al» ungelernte Arbeiterinnen ihre Zukunft und 21193 in der Ge- fundheits- und Körperpflege. In weitem Abstand folgten dann erst die anderen Be- rufe. Verständlicherweise werden die typischen Männer- berufe von den Mädchen nur wenig begehrt. Nur 1435 Mädchen wollten in der Eisen- u. Metallerzeugung, wie Feinmechanik und Optik arbeiten, während ihnen 2184 Stellen offenstanden. Aehnlich lagen auch die Verhältnisse in der Industrie der Steine und Erden mit 978 freien Stellen und nur 783 Angeboten oder im Holz- und Schnitzstoffgewerbe mit 657 offenen Stellen gegenüber 476 Angeboten. Die Mädchen, die jetzt Ostern die Schule verlassen, werden noch ähnliche Verhältnisse vorfinden. In Zukunft werden sie sich sicher stärker für den Haushalt interessieren, beson- ders wenn es mit Hilfe der Werbung bei den Hausfrauen gelungen ist, freie Stellen für das Pflichtjahr zu schaffen. Bon diesen Mädchen wird aller Voraussicht nach ein Teil im Haushalt bleiben und den Mangel an Hausgehilfinnen mildern. Erika Schulemann. Unsere Frühjahrs-Tfeuheilen in aparten Jersey- Kleidern, flotten Ueber- ganqs Mänteln, Kostümen tür Reise und Straße, sportlichen Röcken und Blusen sind eingetroffen! KARLSRUHE Dam^n- und Herren- STOFFE empfiehlt in groSer, geschmackvoller Auswahl Braunagel, Ummsir. », Ecke Kainrslr. mich. weiB-Gärtner. Karlsruhe l. B. 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PLÜSS Vlerrenstr. 50 Karlsruhe r- 'sfon 4 . phssee -.Dekatur - St'ckerei „Lebensenfiäuschfe Frauen mögen sich melden"! Der Leuchtturmwärter der Andrejanowskij-lnseln möchte heiraten In verschiedenen amerikanischen Zeitungen erschien un- längst eine Anzeige, in der Jenö Horvach, der Leuchtturm- Wärter der Andrejanowskij-Jnseln, Das Prinzeßkleid in seiner scnlankmachenden, streckenden Form ist Modefavoritl Die hohe Taillenlinie wird durch Ziererei betont u->d die glockige Form durch Teilnähte und Falte unterstützt. Weißer gesteppter Pikee als Garnitur. Erforderl. für Größe II: etwa 3,35 m Stoff 96 cm breit. Vobach- Schnitt 84127 für Größe II und IV. QEine loseJackeaus rosaSeiden- krepp zu einem schicken kleinen Kleid mit Kellernähten, das die neue schokoladenbraune Farbe zeigt. Erf. für Gr. I zur Jacke: etwa 2,90m Stoff,zum Kleid: etwa 2,25m Stoff, je 96 cm breit. Vobach- Schnitt 84233 für Größe I und III. •X VobacH4chnittmUSter Alteinvertrieb für Karlsruhe UNION KSK" 6 "" AUfST "" N Badische Presse 54. Jahrgang VOLKSWIRTSCHAFT Nummer 75 / Seile 15 Donnerstag, 17. Man Neues Leben in toten Betrieben „Unrentabel" — Der Bannsirahl des Kapitals über Oesterreichs Bergbau — Die weiße Kohle .. Politische Intrigen unö Eigensüchteleien haben seit den waenannten Hrieöensverträqen nicht nur Wirtschaft«- räume zerstört unö wirtschaftliche Beziebunaen. die in iahr- zebntelanaem Bestand ihre Berechtigung längst erwiesen hatten. zerrissen, sie haben auch jedem Versuch nüchterner Ver- nunft getrotzt. Wenn nun heute Sie österreichische Wirtschaft öurch Eingliederung in eine arokdeutscbe Wirtschaft am Be- ginn eines Weaes steht, der so qan, aivöers sein wird, als der bisherige, dann wird auch die Welt erkennen, wie voli- tische Unvernunft ein Volk wirtschaftlich darben lieft. Um die Lebensnot der österreichischen Bevölkerung kümmerte sich jedenfalls das internationale Kavital nicht. Unrentabel! So hieß die Parole, als es sich darum han- telte. die Bodenschätze der österreichischen Lande zu bergen. Mit dem Wort „unrentabel" sprach das internationale Kavi- tal zugleich das Todesurteil über den. Bergbau der öster- reichischen Alvenländer. der seitdem in vielen Bezirken still- «ele«t ist. Eine derartige Entwicklung war nur möglich, weil die österreichische Wirtschaft von einem überfremdeten Bankwesen abhängig war. Ter bisherigen Staatsführung fehlte das notwendige Verständnis für die Arbeitsbeschaffung. Sie stellte diese sogar «in. um ..waren" zu können. Die öffentlichen Anlagen, wie Straften. Brücken. Eisenbahnen usw. wurden infolgedessen stark vernachlässigt. Die Staats- führung überlieft es im wesentlichen der Wirtschaft, die kon- junkturellen Dolgen zu ziehen. Daft im österreichischen Sei- matboöe» ungeahnte Kräfte mobilaemackt werden könnten, mit denen die Arbeitslosigkeit zu einem Teil zu überwinden war. daran dachte niemand, weil man eben nur von der Kavitalseite zu denken gewohnt war. Wie weit die Entwicklung ging, beweist schon die Tatsache, daft im Eisensteinbergbau von 62 vorhandenen Betrieben nur sieben arbeiten. Wohl sind im letzten Jahre nach und nach einiae Hochöfen am ftufi des Erzberaes wieder anae- blasen worden, die neuen Arbeiterscharen Brot zu bringen vermochten. Daft aber gleichzeitig andere Erzbergwerke end- flültig stillgelegt wurden, darf dabei nicht übersehen wer- den. In Oesterreich gibt es Blei. Gravhit. Silber. Gold und Kiivser. Eine Reihe seltener Metalle kommen noch hinzu. Magnesium ist in solchen Mengen vorhanden, daft heute noch der österreichische Magnesit auf dem Welt- markt führend ist. . Die zum Konzern der österreichischen Kreditanstalt gehörige Mitterberger Kuvser AG. hatte aus Grund fremden Ein- flusses den Betieb im Jahre 1931 eingestellt. Mit der Ein- stellung der Arbeit allein aber war es nicht getan. Man vernichtete mit geradezu sadistischen Anstrengungen alle Maschinen anlagen und bis in den Sommer vorigen Jahres hinein sogar die Ausb?reitungs- und Pockanlagen. um ia jede Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Arbeit zu zerstören. Die Entwicklung der Weltmarktlag« war die äuftere Begründung für diesen Wahnsinn. Tatsächlich aber kam es darauf an. den aesamten Kuvferbergbau zum Er- liegen zu brinaen und ihn restlos zu zerstören, damit jeder anders eingestellten Regierung die Lust zur Neuaufnahme dieses Teils des Bergbaues genommen würde. Selbst wenn man rein kavitalistische Kalkulationen ausmacht, wäre der ae- samtwirtschaftliche Erfolg durchaus nicht hoffnungslos ae- wesen. Der bisherigen Regierung aber war es offensichtlich ausreichend, der darbenden Beraarbeiterbevölkeruna 5?ami- lien-Notstandshilsen von 10—15 Schillina vro Woche aus'M- zahlen, mit welchen Beträgen diese Menschen weder zu leben noch zu sterben vermochten. Dies« Kuvsererze harren nun ihrer Förderung. Wir haben ein «inziges Beispiel etwa? eingehender erläutert. um die Zustände im österreichischen Bergbau anzu- deuten. Von den 14 ehemaligen Silberbergbaustätten ist keine mehr in Betrieb und was an Silber in Oester- reich im lebten Jahre gewonnen wurde, fiel als Neben- vrodukt an. Der ehemals reiche und durch Jahrhunderte ab- bauwürdige Tauern-Golöbergbau ist gleichfalls wegen ..Un- rentabilität" vor zehn Iahren endgültig stillgelegt worden, obwohl Fachleute von Rang die Aussichten immer noch für günstig erklärt hatten. Es herrschte eben der Irrglaube, daft pavierne Tauschmittel das bleibende WirtschgftSl'lement seien. Wie mit einem Einsatz produktiver Kräfte des Staatsvolkes die Gewinnung wertvollen Nationalautes ermöglicht werden kann, begriff man nicht. Die österreichischen Gebiete haben keinen Kohlenbergbau, wie wir ihn in unseren Kohlenrevieren finden. Dafür bat Oesterreich einen vielfältigen Ausaleich in der sogenannten ..weiften" Kohle, der W a s s e r k r a f t. die es für eine Ener- aiewirtschaft nutzbar gemacht hat und noch weiter auswerten kann. Die ausbauwürdiae österreichische Wasserkraft wird bei Niederwasser auf 1.2 Millionen Kilowatt geschätzt. Ihr Ar- beitsvermöaen dürfte bei Ausbau auk die sogenannte acht- monatiae Wassermenge mit etwa 20 Milliarden Kilowattstun- den anzunehmen sein. Die Krastauellen der weiften Kohle sind reichlich vorhanden und nicht entfernt ausaebeutet. Die für Arbeiten gröftten Stils in ^raae kommenden Arbeits- krgfte find zurzeit noch frei. Maschinelle Anlaaen ieder Art können erzeugt werden und die Baustoffe find im Sande. Bisher aina aber die österreichische Wirtschaft nur zöaernd an das Problem heran, weil man sich einbildete, die zur Inbe- triebsetzuna dieser Werte erforderlichen Geldmittel nickt zu besitzen und aus dem Auslände beschaffen zu müssen. Lanae aenug wurde nach dieser Richtung verhandelt und manche Anleihe wurde auf lange Sicht zu den härtesten Bedingungen ausgenommen. Die Versklavung an den auslän- dischen Geldmarkt, die wirtschaftliche und teilweise auch politische Abhängigkeit von auslaslschen Geldgebern verhinderte die Befruchtung der eigenen Wirtschast durch dt« Nutzbarmachung dieser Eneraieschätze. Was aber eine grofte Reserve an elektrischer Energie be- deutet, wird der schneller verstehen, der sich schon einmal Ge- danken über die Zukunft des Aluminiums gemacht bat. jenes Metalles, das berufen ist. künftighin so viele andere Metalle zu verdrängen. Den Bodenschätzen des Landes fehlte bisher der tatkräftige ..Wirt", der sse frei machte von ihrer Abhänaiakeit vom inter- essierten Auslandskavital und sie wirklich ..bewirtschaftete". Mit der Vereinigung der beiden deutschen Gebiete wird nun auch in dem bisherigen Oesterreich das Gebot aröfttmöalich- ster Arbeitsleistuna sich durchsetzen. Die österreichischen Bauern, die bisher Schwierigkeiten hatten, ihr Vieh, ihr« Butter, ihren Käse abzusetzen, werden geregelten Absatz sin- den. Oesterreichisches Solz, das nur in beschränkten Mengen zur Ausfuhr nach dem Reich bisher zugelassen war. wird dort in Zukunft regelmäftia untergebracht werden können. Die im Reich bewährte Arbeitsteilung wird für die Landwirt- fchaft und für di« Industrie, die beide unter schwerer Arbeits- lossgkeit zu leiden hatten, ein Segen werden. Die Berq» bauern dürfen wieder hoffen, daft jedes ihrer Erzeugnisse einen preiswerten Absatz findet, denn auch beim letzten Bauern in den Almen der Tiroler und Kärntner Täler wird sich der Warenbedarf des groften deutschen Reiches bemerk- bar machen. Das Grazer Industriebecken, das so unsagbar viel zu leiden hatte, wird genau so wie die übri- gen Bezirke deutschen Wirtschastsimvuls zu svüren bekom- men. denn auch in Oesterreich wird das bisher unlösbar er» schienene Arbeitsproblem fetzt auf nationalsozialistische Weis« angepackt werden. Wertpapier- und Warenmärkte Berliner Börse: Aktien überwiegend leicht abgeschwächt - im ganzen ruhig Berlin, lfl. März. (Funkspruch,) Abgesehen davon, daß die politischen Ereignisse und die Rückkehr de« Führers das Interesse für die Börse stark tn den schatten stellten, war offenbar auch weiten Kreisen der Banken- kundschast die Vorverlegung der Börse nicht rechtzeitig bekannt geworden. Infolgedessen hielt sich das Geschäft in sehr engen Grenzen, wobei die Kurse überwiegend etwa» nachgaben. Von Montanen setzten Hoesch, Klöck- ner und Laurahütte 0,85 Prozent niedriger -in, dagegen Vereinigte Stahl- werke ebensoviel höher. Von Braunkohlenwerten erösfnelen Deutsche Erdöl 1,12 Prozent niedriger, von Kaliwerten WInterShall 1 und Kali Chemie 0,5 Prozent. Auch chemische Werte lagen eher schwächer, so Farven zum eisten Kurse —0,12, später bis — 0,6 und Kokswerte gegen letzte Notiz —1,8 Prozent. Dagegen ergaben sich für Elektroaklien teilweise leichte Er- höbungen, so bei Labineyer gegen gestrigen Kassakurs um 0,75 und bei Siemens gegen letzte Notiz um 0,5 Prozent. Versorgungswerte waren zum Teil bis 0.25 Prozent schwächer, stärker gedrückt waren Berliner Kraft und Licht —0,5 und HEW —1 Prozent. Von Autoaktien gingen Daimler 0,25 Prozent niedriger um. Uneinheitlich waren Maschinenfabriken, von denen Rheinmetall Borsig 0,2» und Crenftetn 0,62 Prozent niedriger, dagegen Demag 1,12 Prozent höher sowie Schubert u. Salzer gegen letzten KalsakurS 0,62 Prozent höher einsetzten. Von Bauwerten konnten sich Holzmann um 1 Prozent befestigen. Ueberwiegend leicht befestigt waren auch Papier- und Zellstoffwerte, während Textilaktien Sei kleinen Berände- rungen uneinheitlich und BrauereiaMen leicht abgeschwächt lagen. Sonst sind noch zu erwähnen AG. für Verkehr plus 0,25, Allgem. Lokal und Kraft plus 1 und Retchsbank plus 0,37 Prozent. Am Rentenmarkt bröckelte die Alibesitzanlethe um 0,025 auf 132,87 ah. die Kommunal« Umschuldungsanlelhe blieb bei kleinen Umsätzen mit 96 unverändert. Geld- und Devisenmarkt Berlin, 16. März. «Funkspruch. Am Geldmarkt war die Lage tendenz- mätzig eher etwas steifer ohne daß es tn den Sätzen zu mAuSdruck kam. Blanko-Tagesgeld stellte stch unv. auf 2,75—3 Prozent. Der Prtvatdiskont- fatz blieb bei 2,87 Prozent unverändert. An den internationalen Devisenmärkten hielten sich die Veränderungen in sehr engen Grenzen, In London blieben der Dollar und der holländische Gulden unverändert, der sranzvstsche Franc gab im weitere» Verlauf wie- der nach. Gegen da» Pfund ging die Notiz auf 163,37 zurück. Baumwolle Bremen, IS. März. (Funkspruch.) BaumWolle-Tchlußkurs, American- Middling Universal Standard 28 mm loco per engl. Pfund 10.83 Dollarcents. Metalle Berlin, 18. März. (Funkspruch.) Amtl. Preisfestsetzung 'fli Kupfer, Blei und Zink. (Reichsmark per 100 Kg.) Kupfer: Tendenz stetig! März bis August Brief 51 nom., Geld 51. Blei: Tendenz stetig! März bis August Brief 20V, nom.. Geld 20>/>. Zink! Tendenz stetig! März bis August! dt« Preise sind unverändert. Berlin, 16. März. (Funkspruch.» (RM. für 100 Kg.) Lriginal-Hülten- Aluminium, 98—SS Prozent, in Blöcken 133! desgl. in Walz» oder Draht- darren, SS Proz., 137: Fetn-TilS-r 3S.S0—<2.50 Londoner Goldnreis Der Londoner Goldpreis betrug am 15. März 193? für ein« Unze Fein- gold 139 sh 8>/i d 86 6890 RM, für ein Gramm Feingold demnach 53.S007 Pence - 2,78711 RM. Rheinische Hypothekenbank Mannheim Die Rheinische Hypothekenbank in Mannheim berichtet, daß die Geschäfts« cntwicklung im Berichtsjahr 1937 bei der günstigen Lage des Kapitalmärkte» wieder recht lebhaft war. Für den Absatz der Emissionspapier« standen Ziest- bestände älterer Pfandbriefe und Kommuna'fchuldverschreibungen sowie die t. V. genehmigten 3 MM. RM. neuer Psandbriese zur Verfügung. Nach Av» zug der Rückflüsse und der durch Verlosung und Kündigungen getilgten Be- träge erhöhte sich der G e s a m t u m l a u f an Psandbriefen und Kommunal« schuidverschreibungen am Jahresschluß — einschließlich des eigenen Besitzes — auf rd. 484,5 Mill. RM. Das Darlehensgeschäft war im Berichts» jähr wieder sehr lebhast. An neuen Hypotheken, und Kommunaldarlehett wurden insgesamt <0 (23) Mill. RM. ausbezahlt. Außerdem waren am Jahresschluß weitere Darlehen in Höhe von 17,5 Mill. RM. zugesagt, aber noch nicht ausbezahlt. Bei der Beleihungstätigkeit stand wie immer daS Kleingewerbe im Bordergrund. Die neubewilligten Darlehen wurden bis auf wenig Ausnahmen in der Form des Annuiläien-Darlehens gewährt, hei den bestehenden Darlehen erfolgte in zunehmendem Matze die Uuwandlung tn die Annuitätenform. Der ZinSeingang hat sich weiter verbessert. Di« Rückstände an Darlehenszinsen aus dem Jahr 1937 verminderten sich — trotz des gestiegenen Zinsensolls — auf 1,21 (1,87) Mill. RM. Auf die Rückstände aus früheren Iahren gingen rund 1,57 (2,36) Mill. RM ein. Sämtliche Zinsrückstände aus dem Berichtsjahr blieben in der Bilanz außer Ansatz. Die Zahl der durchgeführten Zwangsversteigerungen hat nur wenig abgenommen, nachdem manche sckion seit längerer Zeit im Lauf befindliche und einstweilen eingestellte Verfahren nunmehr zum Vollzug kamen, dagegen ist die Zahl der noch anhängigen Versteigerungsverfahren gegenüber dem Vorfahr bedeutend zurückgegangen. Die Abwicklung der land- wirtschaftlichen Entlchuldungsverfahren wurde im Berichtsjahr stark gefördert. Am Grund st ücksmarkt setzte sich die Entwicklung der letzten Jahre fort: Bessere Berkäuflichkeit von MMsgrundstücken mit kleineren und mitt- leren Wohnungen sowie von Einfamilienhäusern, andererseits Unverwertbar» keit von Großvillen. Bei den Mteihäusern mit größeren Wohnungen sowie bei Geschäftshäusern ist eine beachtliche Verbesserung zu verzeichnen. Aus dem Iahreserträgnis werden wieder 50 000 RM. für gemeinnützig« Zwecke bereitgestellt. Die Rückstellung wr Ruhegehälter erreicht durch ein« ' weitere Zuwendung von 150 ooo RM. den Betrag von 1,25 Mill. RM. Der mit eigener Rechtspersönlichkeit airsqestattete Beamtenunterstützungsverein der Bank verfügt über ein Vermögen von rund 2,1 Mill. RM. In der SrtragSre-Snung sind die Zinsen von Hypotheken, kam- munaldarlehcn usw. auf 24,93 (24,06) Mill. RM. erhöht, andererseits auch die Zinsen auf Pfandbriefe, Kommunalobligationen usw auf 22,08 (21,13) Mill. RM.. andere Zinse» erbrachten 1.43 (0.81) Mill. RM. Darlehenspro. Visionen usw. 1,47 (1,35), außerordentliche Ertrag? 2.09 (3.47) Mill. RM, sonstige — hauptsächlich Miet — Erträge 0,23 Mill. RM. (i. V. nicht gesondert ausgewiesen. Löhne und Gehälter erforderten 1,14 (0.SS). soziale Leistungen und Abgaben 0,38 (0,11), Steuern und Abgaben 1,22 (0,95) die sonstigen Aufwendungen 0,9« (0,80) Mill. RM. Nach Vornahm- von Rücklagen Rück- stellungen. Abschreibungen und Wertberichtigungen IN Löhe von wieder rund 3,SO Mill. RM. verbleibt einschl. Gewinnvortrag ein Reingewinn von 1 398 37? NM., aus dem. wie bereits gemeldet, aus die Stammaktien von 12 Mill RM wieder ein Gewinnanteil von 7'/, derteilt werden soll. Zum Vortraa ver- bleiben 475 572 (342 678) RM. 8 Devisenbeschränkung in China Wie der Vereinigung der ausländischen Banken tn Schanghai durch -ine amtliche Mitteilung aus Hankau bekannt gegeben wird, hat das chinesische Finanzministerium den freien Devisenverkcbr mit sosortiger Wirkung einge- stellt. D-pisengesuch- müssen in Zukunft bei der chinesischen gentralhank in Hankau oder Hongkong gestellt werden, wo sie einmal in der Woche bearbeitet bzw. genehmigt werden. berliner Börse: kleuergiilsch Durchschnitt »Itbef'v Indus« rlealtie» Akkumulatoren H. E G. «Ich ZeNslos, Bat) Moloren I. P. Bemderg Berger Tiefbau Bekula Berl. Maschinen Braunkohl. Brk Bremer Wolle Buderus Chart. Wasser Ehem Heliden Conti (Snmmi Daimler Benz Demag Dt Atlanten Dl Conti GaS Dl Erdöl Dt Linoleum Dl Telelon Ii Z. IS 3. 132.9 114.5 142.0 169.7 147.0 151.7 166.0 141,5 199.7 180 6 112.2 160.0 212.7 142.9 143.0 121.4 141.5 171.6 132.7 114.0 141.5 15A2 151.0 165.5 140.7 199.2 180.6 119.5 112.0 213.7 142.0 H8.6 120.1 140./ 1/1. Dt Mass.» Mun Dt Eilenhandel Chr. Dierig Dortm Union Eintracht Brk Eisenbahn Jtt El. Lieferung El Schlesien El Licht. Kral, Engelhardt I G Farben FeldmIIhIe Fellen Kuille Mef. f. el Ulli. Koldschmidt Tb Hamb E>. W. Harb, («uinmi Harpeuer Berg Hoesch Holzmann Holelbetriede III? Bergbau !>o («enuß Kebr Jung» Kali Chemie Kall Aicher«! Klöckner Kokswerke Lahmever 115. 3. 1.51.0 223.0 17-\7 160.5 131.0 321.5 83.2 159.2 139.0 139.2 146.0 14".2 154.0 I«. 3 193.0! 151.5 223.1 17^.5 160. h 130.7 122.0 143.5 81.2 158.4 138.7 147.2 154.0 194.0 170.5 113.6 163.0 94.0 170.5 113.7 163.5 94.6 160.5 142.5 1'1.5 (121.0 153.5! 106.bil07.5 118.0 118.0 1=9.5 1-8.* 120.2 L2J.7 Lanrahtitie Leopold,» litic Mannesman» Manskeld Bera Mar'liütle Melallgel Niedert. Kohle ?renstein Rhein Braun! do. Eleklr. Rbeliistahl Rb..5 166.5 154.0 1/9.5 95.1 200.1 213.0 143.0 113./ 177.0 9/.0 106 o 14/.2 ü7.ö Kassakurse Festverzinsliche 5 Reichsani. 27 101.9 4'/, " Schatz 35 99.c> 4 Reichsani. 84 99.9 Uounganleihe 15o 4>/, Preußen 28 109.6 S" Schatz 3t II 4V»" Schatz 34 4'/. " Schatz 36 4>/s Baden 27 100.0 8 Bayern 27 1C0.C 4>,, R'Post 34 l ivo.7 4'/, RBost 35 l 1OJ.0 Indus'ricaklicn AugSb 510m6 130.7 ® rgmiinn El 14/.? Ben. Gltd. Stil «erthold Mest. «et. Monier 161.2 >rguiilqn>,Jnd. 159.5 Brem Beslgh Brown Bovert IG Cbem. ovü - 50»/, be» Ch. Grünau Cb.Ind.Gellenk " Albert Couc. Be>a St. Kabel Dieria Dortm Akt 8i. Düren Metall Tyckerhoff Tu». Nobel Enzing. Union Gebhard Zo («ritzner-KavIe, Grün Bilfingei Hackelhal Hochtiekbau Hutfcheure»:«', Iakobkcn Kahla Por, C. H. Knorr 140.0 13\5 109.0 178.0 85.2 123.0 153.V 4/.I 258. 144.0 102.7 84.6 155.7 Nüppersbulc« Lindes Eis MezA.-G Nalrhnzclle Neckar weile Phönir Brk RaSauin Fa..>e Reichel! M Reinccke! Rheinlelde» Rh.-W. Kalt Riebeck Monlan I. D. Riedel Roddergrude Rolenlhal Sachjenweil Zächi Wedll Sacdtleben Zarottt Sd)en»u.1 Ich eß Deines Schl Bg. Beulh Schi. Porti. Zw Schilfert»? 135.6 |19J.O 143.0 lia.o ' 46.2 1/l.J 1/O.J 14/.2 127.5 1C2.5 124.5 128.0 150.0 11 0 ,146.0 Ziegeisd ÜB Siemen? Gla» sinnet AG Sleatit Mag» Z ock & Co, Ktollwerk Gedi Tack Schuh Thörl. Oel Thü, EI. Gas Trtumphw ^uch Aachen Unionch Ver. Sptelfaiin ' Böhler Sl Ber Dl. Nickel Ver. Glanzstoli Harz Zem. ° Mel Halle " Schtm. Z. Bei Ultramar,n Bilioriawcrl Wanderer Wißuer Met gei^-Jkou i/, Vit Vit B", 27 A 29 R 27 R 27 R Liau 24. 25. 29 2—8 13—17 21—25 10. 3. 99.4 102.7 99.2 99.? 99.2 992 99.0 99.2 99 99.2 99.6 99.5 99.0 100.0 100.0 100.0 99.7 99.7 101.0 101.0 101.0 It-Ü 101.0 10 101.0 i Sinl IUI 7 Ahe!». Outi.-«aiil Gpll't 4'/. " 4>/, * 4>, * Vit ,, VI, • VI, • VI, • 5'/i Liau !» > R 18-25 » 26-30 R 41—84 R. 35-39 « 10-15 R. 17 R lS l3 Pfdbr. VI i G Komm R 4 sachwertauleihen 4'/, B .Baden Hole 4 Krankf Pf <» 5 Gr Ar M heim 6 Gltdd. Festwert». ^ndnsirteakiie» Adt. Geb? AEG Aickiasi. Zell«: Bd.Masch. Dilti Bap. Bralih. Pl Bav Spiegel«! Br. Kleinlein Bremer?elk Brown Bovert BlideriiS Cem Heidelb Daimler-Benz DI Erdöl Dl Mold Silbe, Dl Linoleum ' Berlap Durlach Hol Dvckerh Widm Eicdd W Bt EI Lieferung EI Lichi Krati Enz. Unronw Elchw, Her Bg Eßiing. Mal» Faber & Sckll Fahr Gedr Farben Felnm Jetten bellen Muille Frank! Ho> GeliLrel i^oldlchmid! Gritzner-Kavle, Gkral! MBA Krün Biisinae, Hasenmühl yaid » Neu Hans. Füssel> Harpener Hoch'iei AG Holzman» Ilse Berg Inag Iunghanö Kali Ascher .'! «lein. Schur,»' Möcknerw. Knorr Seild, floIi> Säiüle ftonf Brann Lahmever Laurahütt« Ii. 3 16. a. 72.5 114.5 To 114.0 im 5 142.5 Wd 1/1.0 105.0 130.0 14s.o 20.0 112.0 16/.ü lo9.* 140.5 48.5 150.0 lo/.i» 160.0 lo3.o 123.0 10/.0 14o.y ll/.ö 24/.0 104.! 1210 72,5 113.5 141.0 100.0 73.0 114.0 119.5 m hTy 1/1.0 105.0 145.0 111.0 lob.ö lo/.O 139.0 v^.5 14/./ 150.0 XO/.i 160.0 1D*.3 lu8,0 l4o.u 11/.» *4/.0 104.5 121.0 Lech Eleklr Lok Krauß Löwenbräu Ludw Akt.-Bi " Walzenmüh Mainkraktw Mannesmann Mansleld Metallges. Mez AG Frett> Miag MöiinS Ma Mol. Darmst Neckarwerke CdW Hart» Pläl, Mühle ' Preßhefe Rhein. Bräunt " Elektro St " Borz Rbeinmilhle RheinNahI Riebeck Monla» Roeder «iebr Rütgerswerk^ Salzdetfurth Salz Heilbron» Schllnck Co Scktr Slempe' Schlickert Schw Storch Seil Wolff Siemens HnISI? Reinige, SInaleo Detm Sinner AG Südd. Zucke, Tellus Berg Thür Lleler Ber. Dt Ott! " Faß Kaisei Ber Glnnzstoit ' Stahlw • Slrohst Dotgt Häffne, Bollhom Wefteregeln Württ Elek'i Wulle.Bräu Zells! W^ldh I, ZekkN Memel Bonkwerte «5.3. 116. 3. 112.5'll2.7 137.0 137.0 192.0 192.0 150.0 95.7 113.7 138.0 145.0 95.7 113.9 137.7 135.0 - 117.5 117.5 11».0 119.0 145.5 146.0 160.0160.0 223.51233.5 125.0jl25.0 143.0 143.0 115.0 114.0 I10/.0 153.5 152.0 m 275.0 150.0 150.0 114.5 114.6 124.7 LÖ3 0 10J!O 131.0131.0 139.0 139.0 113.7 134.0 112.6 l3ö.u »ID«A 19.0) 19.0 Bad, Bank 106.0106.0 lO/.ö 10Ö.0 80.0 8J.0 148.9 147.7 105.1105.0 124.1124.2 Biaubanl Bavr Hupolh Berl,Handel«? DD-Bank DreSdne, Frankfurt " Hvvoth Cur. Intern Mein Hppoth Pkälz Hlipolh Retchsbank Rhein, HUpolh Würllbg Bk 15 3. [lö, 3. 139.0 103.6 130.0 127.7 116.2 105.2 127.5 $ I? 1300 127.7 116.2 105.2 127.5 126.5'1?6.7 112.0112.0 198.7 198.0 157.2 157.2 113.5 113.5 Berkehrlwen« Bad AG für Bad Rhetusch RelchSb Nz Hapag Nordd. Llovd Baltim Ohl» Versicherungen Allianz Verein Bad. Assekur. Frank.Rück.3M dto. 100er Mannh Verl. Württ.TranS IS. 3 131.6 281.0 408.L IS. 3. 131.6 282.0 408.0 Devisen- und Sortenfunk (Bcr iner amtliche Kurse vom 16. März 1938) r-vNen Geld Brief 6» t «e n Geld Brief 2.452 2.472 2.452 2.472 0.613 0.633 Aegypten Argentinien Belgien Brasilien Bulgarien Dänemarl Lanzig England Estland Finnland Frankreich Griechenland Holland Iran Island Italien Japan .^ugollawten Kanada Lettland Litauen Norwegen Oesterreich Bolen Portugal Rumänien schweben Schwei« Spanten lichechoilow !ürke> Ungarn Uruguay U.S.». 12.695 0.(,4l 4192 0.144 3.047 55.34 47.00 12.725 m 0.146 3.053 55.46 47.10 Vß 5.495 5:S9 ÄB 55.56 11.26 63.83 57.28 5.706 2.492 49.20 42.02 62.42 50.0o 47.10 11J28 63.95 57.40 un W m iiü Satten U S A. gl da. II. Argenliniei. Belgien Brasilien Bulgarien Dänemark Danzig England gi. dg. N. Estland Finnland Frankreich Holland Italien g> do. II. Iugoflawien Kanada Leltland Litauen Norwegen Oesterreich gi do. kl Bolen Rumänien gi do. kl. Schweden Schweiz gi do. n. Spanien IlchechofI gi. do. N Türkei Ungar» 41 80 41.96 0.123 0.143 55.19 55.41 47.01 47.19 12.37 12.41 12_37 ll41 5.44 6.48 7.51 ?55 137^50 138^06 13.07 13Tl3 W M 6^14 62j38 49.90 £0.10 47.01 47.19 6^.66 63.92 ß ~>7 57.3 8.86 1.89 gelte 1«. Nr. 75 Badische Presse Donnerstag, den 17. März 1938 a hörte fte eines Tages von iMi, dessen Reinigungskraft sie schon selber an vielen anderen Dingen aus probiert hatte. Und - iMi half auch hier! Durch einfaches Ein weichen in heißem iMMDaffer über Nacht und nachfolgen- des kurzes Kochen in einer frischen ibli Lös ung hatte sie auf billigstem N?ege einen großartigen tvascherfolg I wissen Sie adrigen? schon, daß ATA ein f« billiges und »orzaglich«» Reinigung», mittel für verilte nnd stark verschmutzte h»nde ist? Hies. Möbelgeschäft sucht tüchtigen Chaiffleur der auch in der Werkstätte mithilft. Angeb. u. K 39 964 an d. Bad. Presse. Klein-Anzeigen helfen immer! Mädchen in angenehme Stellung zu drei erw. Pers. auf I. 4. 38 zur Mithilfe im Haushalt gesucht. Angeb. u. 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Pauiuurcharö Nachfolger Wann wirkt ein Geschäftsbrief wirklich schön? Wenn ihn die Stenotypistin sauber tippt!? ... Die saubere Schrift der Schreibmaschine allein tut es nicht. Sehr ausschlaggebend für die Wirkung eines Briefes ist auch die Form und die Art des Firmendrucks des Briefbogens. Es gibt so viele Briefbogen, die durch veralteten, unzweckmäßigen und besonders mangelhaften Aufdruck der Firma nicht die genügende Bedeutung nach außen hin geben. Schon manches Unternehmen hat man klein, geringfügig, unbedeutend eingeschätzt ... nur weil der Briefbogen so unscheinbar, so unschön aussah. Wirkungsvolle Briefblätter drucken, das ist ein Sondergebiet, das wir besonders pflegen. Badische Presse, Karlsruhe, Waldstr. 28 Wurstwaren - j, 250 9 ~ Leb® r P r urst 250 9- 39 25 o fl -.A 0 ^.43 FUis« « 2509 -.56 Schütxenwurst - ^ ..53 Mettwurst Ar, • .75 Holst. Cerve^j^ . Konserven ***- Karotten m 9 .,r. ,.38 Haushalt-*«** Erb.en _ 50 Gemüse^rbsen^^ . Birnen* A tfi Heringe Schnee 5009 \ — ~ und R8«* e,wB 02 frische F«*« ub . Karpfen ' -|| GrüneHeringe -• te b. HecM- « .'S» SeelaA$.«»» toi00s Leb. Schielen Merlans 500 ° '«J Bü*' in 9 e -.35 KabUau s °°'**25 l» eh$he " n9 SM . -.38 ScheWi^Seelachse »•' KabliaU 'Hiet 500 9 '• . ex \ e Weine Gute P re hen preise ohne Glas 1 25 obgefüW w lH«r«° se Rosengarten »•«" • 135 st. ü cr.to«r^' o^:; 68 -c:»* ur 75 Vi? DÖ,kh T -m Go\ge" ber9Rhe, !!ll^-. r— <.<) I \ öe^Hakkaroni QJfl oder Spoflhe* 500 9 *• Ba