Verlag unb SAiltleitung Vcrlng: Badilche Prelle. Grenzmark» Druckerei und Berlag G. m. v. H.. tiarlsruve «Baden». Perlagsgeböude: Häuserblock WalvNra^e Rr. 28. Kern- svrccher 955 Aiisgabestcllen In Stadl und Sand. Geschäftsstellen ln Khe.- Durlach. Ettlingen. B.-Baden u. Kehl. Die Wiedergabe eigener Berichte der Badischcu Presse ist nur bei genauer Quellenangabe gestattet. — ANr im« verlangt »versandte Beiträge vber» nimmt die Tchristleitung keine Haftung. Neue Badilche Presse ÄllNötlSsZellUNg Dadische Landeszeitung General-Anzeiger für Süttrefleeutschland Zeztlgz. und Anzeigenvreile «e,us»»rei»: Monatlich JIM, Im Verlag oder in den Zweigstelle» abgedolt 1.70 JlJl. «utwartia« Beztedtr durch Boten 1.70 JIM einschl. 8,3 JU Beförderungsgebühr zuzüglich SO JU Trägerlodn Poft» d«,teder S.0« JIM, einschltevllH 18.0 JU BeförderungS-Gevahr u»l» Sfi JU Zustellgeld. Bei der Pos» abgedolt 1.70 jtJl. — Abbeftellunge» nur 618 tum 20. de? Monats auf den MonatSleyten. — »nzetgen»rri»: 8. Ät. Preisliste Nr. 10 giiltig. D>« 22 mm breite Millimeterzeile 10 JU, bei Kamillen- u. kleinen Anzeigen Sr» Mäßigung. Werbeanzeigen: die <6 wm breite Millimeterzeile tftJU- Bei Men» aenabfchllillen Nachlaß nach Staffel S. fit). Sahegang / Rummer 114 Karlsruhe. Mittwoch, den 17. Mai 1944 Einzelpreis 10 Pf?. m An der Südttent MterWchlacht größten Ausmaßes Kämest vom Sevriigt der iroßen MlttriegS-AbwehrMlichleli - Auch bei $ettur;o baldiger Srchlmgriss zu nwarlea Der heutige Wehrmachttbericht AnS dem Führerhauptquartirr, 17. Mm. Das Ober- kommando der Wehrmacht gibt bekannt: In dem gebirgigen Gelände der italienischen Südfront tobt aus einer Breite von 35 Kilometern eine Materialschlacht größten Aus- maftes. Ununterbrochenes Trommelfeuer mit gewaltigem Muni- tionscinfatz, stärkste Luftangriffe, Einsatz der Panzer als bewegliche Artillerie, erbittertes Ringen um jeden Stützpunkt, um jede Höhe, dir oft innerhalb kurzer Zeit mehrmals ihren Besitzer wechseln, ge- den diesen Kämpfen das Gepräge der großen Abwehrschlachten des letzten Weltkrieges. Gegenüber einer großen feindlichen Uebermacht leisten unsere Truppen nunmehr seit sechs Tagen heldenhaften Widerstand. Die im Zuge der Kampffllhrung vollzogenen Abfetz- bewegnngen verlausen planmäßig. Die äußerst schweren, blutigen Verluste des Feindes stehen in keinem Verhältnis z» dem rein takti- schen Geländegewinn; den er erzielen konnte. Im Landekopf von Nettuno fanden gestern keine Kämpfe von Bedeutung statt. Seit Tagen sich steigerndes feindliches Artillerie- feuer läßt jedoch auch dort den baldigen Großangriff erwarten. An der Ostfront kam es auch gestern bis, auf heftige örtliche Kämpfe am unteren Dnjestr und im Karpatenvorland zu keinen Kampfhandlungen von Bedeutung. Starke Kampf- und Schlacht- fliegerverbände griffen in der letzten Nacht sowjetische Bereitstellnn- gen und Truppenunterkünste südöstlich Ostrom und im Raum Pleskau mit beobachteter guter Wirkung an. Im Finnen-Meerbusen wurden 13 sowjetische Bomber durch Wachsahrzeuge der Kriegsmarine und durch Jäger abgeschossen. Deutsche Schnellboote beschädigten bei einem nächtlichen Vorstoß gegen sowjetische Bewachungsstreitkräfte im Lstteil des Finnen-Busens mehrere feindlich« Fahrzeuge. Bei einem Angriffsverfuch sowjetischer Bomber auf ein deutsches Geleit vor der nordnorwegischen Küste wurden durch Sicherungsstreitkräfte und Bordflak drei, durch Jäger 21 weitere Flugzeuge vernichtet. In der letzten Rächt warfen einige britische Flugzeuge Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin. Terrorangriff auf Trient und Padua Rom, 17. Mai. Anglo-amerikanische Terrorflieger griffen am Dienstag u. a. Trient an und warfen zahlreiche Spreng- und Brand- bomben. Außer einer großen Anzahl von Wohnhäusern wurden die Kirche der Kapuziner sowie das erzbischöfliche Kolleg und andere kulturelle Gebäude zerstört. Auch Padua wurde heftig angegriffen nnd in der Stadt große Verwüstungen angerichtet. Die Kapuziner- kirche ist zerstört worden. Auch Dörfer und Einzelgehöfte im Umkreis der Stadt wurden angegriffen. Der Weg nach Berlin führt nicht über Italien England muß die Richtigkeit der SKW.Feststellung über SudtlallenAngriff eingestehen «erlin, 17. Mai. Ueber fünf Tage ist nun schon die große anglo- amerikanische Osfensive an der Südfront im -Gang?. — und noch.ist nirgendwo eines der angestrebten Ziele erreicht. Hat General Alexander am ersten Tage großspurig Angekündigt, daß das Ziel der Offensive der Dnrchbruch sei, so finden sechs Tage später selbst nach dem Einsatz neuer großen Reserven die Kämpfe noch immer im Bereich der deutschen Hauptkampflinie statt. Die feindlichen Kommuniques sind sehr allgemein gehalten und geben die Härte der Kämpfe zu. Wenn in Fro'ulberichtcn als Maximum des bisher Erreichten an einer Stelle ein Raumgewinn von zehn Kilometern gemeldet wird, so fragt es sich erst noch, ob dieser Gewinn nicht in erster Linie aus ein Nachrücken in ein von uns planmäßiq ausgegebenes Gelände zurück- zuführen ist. Jedenfalls steht fest, daß der Gegner nirgendwo von einem Einbruch. zu einem Durchbruch kam — und das _ ist entscheidend. Vorsichtigerweise wird schon jetzt angedeutet, daß ein solcher Dnrchbruch noch wochenlang auf sich warten lassen könne. Hätten doch die 5. und die 8. Armee „gegen den Kern der Hitlerjugend' zu kämpfen. Je mehr die Hoffnung auf einen Durchbruch nach Rom verblaßt, desto mehr wird , in der feindlichen Agitation auch die These Alexanders von der kriegsentscheidenden Bedeutung dieser Osfensive sallen ge- lassen. Wenn der „Manchester Guardian" heute schon erklärt, daß der Weg nach Berlin nicht über Italien sührt, so ist das ein gegnerisches Eingeständnis zu der OKW.-Erklärung, daß der Süd- sront-Angrisf nur ein Ablenknnqs- nnd Fesselungsunternehmen, wenn auch größten Stiles darstellt. Und es bestätigt gleichzeitig den Hin- weis des OKW. auf das wahrscheinliche Bevorstehen einer Invasion im Westen, wenn man heute in London sagt, die Kämpfe in Süd- Italien seien „nicht der Anstalt zn einer neuen Schlacht um Italien, sondern der Austakt zur Invasion über den Kanal." Das schließt nicht ans, daß in Verbindung mit den Operationen im Liri-Tal andere Aktionen verschleiert werden sollen: so läßt die mit starken Kräften erfolgte Bombardierung oberitalienischen Gebietes ahnen, wohin sich die Blicke der angloainerikansichen Generalstäbler richten. Die spanische Zeitung „Jnsormaciones" erblickt in der beispiel- losen Härte der deutschen Verteidigung wieder einen neuen Beweis für die absolute Unrichtigkeit der These von einer angeblichen Krisis der deutschen Verteidigung. Trotz des großangelegten alliierten Angriffs habe sich die Frontlinie kaum verändert und falls die Offensive nicht die gewünschten Ergebnisse zeitige, so mutmaßt das Blatt, müsse man die Jnvasionspläne im Westen wieder einmal in einem anderen Lichte sehen. An die Tatsache, daß der Gegner gerade seine materielle Ueberlegenheit nicht habe zum Tragen brin- gen können, knüpft auch der schwedische Oberst Bergelin in der als englandfreundlich bekannten „Göteborgs Handels- und Schissahrts- zeitung" mit der Schlußfolgerung an: „Wenn Teutschlands innere Front hält und die Verbündeten im Süden bei der Stange bleiben, was diesmal, nach allem zu urteilen, wahrscheinlich ist. so sind die Aussichten für die Bezwingung der deutschen Verteidigungskräfte ziemlich klein." Im Rormandie-Wall lrok schwerster Bomben nur geringfügige Schäden Berlin, 17. Mai. Feldmarschall Rommel besichtigte dieser Tage die deutschen Verteidigungsanlagen in der Normandie und überzeugte sich dabei von der hohen Kampfkraft nnd Abwehrbereit- schast sämtlicher Festungswerke, Stützpunkte und sonstiger Verteidi- gungsanlagen. Seine Aufmerksamkeit galt besonders den in den letzten Monaten noch verstärkten Sperren an der Land- und See- '' Auf dieser Fahrt besuchte der Feldmarschall auch mehrere Ab- schnitte an der normanischen Küste, vor allem einen in der Nähe von Cherbourg gelegenen Punkt, den der Gegner in zwei auseinan- der folgenden Nächten mit Bomben schwersten Kalibers angegriffen hatte. Die Kampfanlagen zeigten trotz zahlreicher Bombentreffer nur geringfügige Materialschäden. Personelle Anssälle sind über- Haupt nicht entstanden. Auch sämtliche Waffen hatten ihre volle Wirksamkeit behalten. Die Besichtigung bestätigte somit wiederum die hohe Kampskrast der deutschen Festungsanlagey an der französischen Küste gegen je- den, auch überraschenden Angriff vo» Zee her oder aus der Lust. Englands bester Aufklärungsflieger vermißt Gtnf, 17. Mai. Der hervorragendste englische Aufklärungsflieger, Geschwaderkommandant Adrian Warburton, wird einer Londoner Verlautbarung zuchlge, vermißt. Er war Träger mehrerer englischer und amerikanischer Ord?n. ■ ■■ • 18 Alliierte verbünden fich zum Lügen Genf, 17. Mai. Am Dienstag wurde in London eine neue inter- alliierte Agitationszentrale ins Leben gerufen, die unter dem Namen „Unio" lUnited National Information Organisation) arbeiten wird. Vorläufig beteiligen sich 18 alliierte Länder. Ehrenpräsident ist der britische Jnformationsminister Brendan Bracken. Man kann sich also vorstellen, was an Lügen, Verleumdungen und Prahlereien bei diesem 18fachen „Kompaniegeschäft" herausschaut. * Streiks in USA. gefährden Zlugzeugherftellung Stockholm, 17. Mai. Reuter meldet aus Washington: Der Unter- staatssekretär für den Krieg Patterson erklärt, daß der gegenwärtige Streik in 13 Rüstungswerken im Gebiet von Detroit die Herstellung von Mnstang-Jägern bedrohe und außerdem die Produktion der Rüstungswerke behindere. Die Empire-Konferenz abgefchloffen Stockholm, 17. Mai. Die letzte Sitzung der Empire-Konserenz wurde am Dienstag abgehalten, wobei Churchill wieder den Vorsitz führte. Eine Verlautbarung'über die Besprechungen soll im Laufe dieser Woche ausgegeben werden. Fenfeits des Grabens Bon unserem ständigen Vertreter Dr. Paul Graf Toggenburz „Vergeht nicht unseren Graben!", warnte Cromwell seine Lands- lente und meinte mit dieser respektos familiären Bezeichnung den Burggraben der Festung England, den Kanal. Die Warnung wäre heute überflüssig. Der graue unfreundliche Meerstreifen mit den trügerischen Strömungen und hinterlistigen Untiefen und die Insel- küste von dem Shakespeare-Kliss auf den Kreidefelsen von Dover bis nach Lands end, der leuchtturmartig in den Atlantik vorragen- den Halbinsel Eornwalls, werden heute von Millionen und aber Millionen Briten und Amerikanern Tag und Nacht mit einer ge- radezn mikroskopischen Gründlichkeit Meter für Meter beobachtet. Dieser Streifen Landes und dieses Wasserband, die so oft in der Geschichte Englands und des Kontinents eine überragende Rolle ge- spielt haben, sind heute wieder zur Schlagader geworden, deren Puls mit aufs äußerste gespannter Erwartung und Berechnung von den militärischen Sachverständigen aller Welt beobachtet wird. Niemand leugnet in England, daß diese allgemeine Konzentration auf „ihren Graben" etwas». Beängstigendes nnd Unheimliches hat. Offene Schaustellung und öffentliche Sezierung sind dem Engländer über alle Maßen verhaßt und wesensfremd. Die platzende Sensation?- erwartung und lüsterne Bereitschaft, mit denen insbesondere die Pankees aus sicherer Entfernung den auserwählten Patienten auf die innersten Regungen seiner Eingeweide untersuchen, die Selbst- Verständlichkeit, mit der die USA.-Presse ihre Skizzen über die Strö- mnngsverhällnisse, Windrichtungen und Gezeiten im Kanal ver- öffentlicht, die liebliche Landschaft Südenglands in fein säuberlich getrennte Parzellen von „besonders geeigneten", „guten" und „ün- günstigen" Ausgangsbasen aufteilt und das ganze mit Pfeilen und Gegenpfeilen als Ergebnis der privatstrategischen Erwartun- gen des _ jeweiligen Redaktions-„Invasionschefs" versieht, hat für dix Engländer etwas Aufreizendes. Mehr denn je in diesem Krieg fühlen sie sich zum Objekt, in diesem Fall zur sehr gefährlichen Rolle eines Versuchskaninchens degradiert. ,L an d f ch a f ts k u l i ff>e vor Kaminplantagen , Nichts hat der Englander mehr geliebt als diesen üppigsten, blü- tenschwersten und lieblichsten Landgarten der Insel, die Gartenpro- vinzen von Kent, Surreh, Sussex, Berkshire, Wiltshire,. Hampshire, Dorset, Sommerset, Devon und Cornwall. Ebenso klingend in ihren Namen wie prangend in ihrer wundersältigen Schönheit, verhüllen sie sorgfältig gegenüber dem Kontinent 'die dahinter liegenden rauchgeschwärzten, menschenüberladenen Jndustrieplantagen des vik- torianischen Englands, den unfaßbar großen Moldch London und die düsteren Kohlentäler und Berge von Wales. Diese Provinzen und ihre Küsten waren die ewig grüne Tarnung, hinter der sich das arbeitende, das darbende, das kämpfende und herrschende Eng- land verbargen, der Welt gegenüber und sich selbst zur Illusion. Sie waren die prangende Visitenkarte, mit der' der einreisende Fremd- ling begrüßt wurde, die beweisen sollte, daß das reiche England der Ottawa-Konferenz, das eine We^t für sich allein aufgebaut und zur ungehinderten Nutznießung emporgezüchtet hatte, es'sich leisten könne, ein Dutzend Provinzen, die Hälfte der Insel darstellend, vom Ackerboden zur Parklandichüst, vom tragenden Boden zum Luxusobjekt zu degenerieren, zu einer einzigen, anscheinend natür- lich gewachsenen Idylle für Liebhabersiedlung umzuzüchten. Hier ist das Feld vom ewig grünen, zwei Millimeter hohen spiegelglatt ge- fegten Rasen, der Wald von Baumgruppen mit Kulissenwirkung, Nach Norwegen auch Schweden der ..Sowjet-Zone" überantwortet Ser Auslieferungsvertrag für Norwegen bereits fertig - Reuter kündigt Einschaltung Moskaus ln Schweden an Tg. Stockholm, 17. Mai. Der sowjetische politische Vorstoß in den skandinavischen Raum nimmt immer klarere Gestalt an. Die Einschaltung Moskaus in die britisch-nordamerikanischen Verhandlungen mit der norwegischen Exilregierung in London über die militärische und verwaltungsmäßige Uebernahme Norwegens im Falle eines deutschen Zusammenbruchs ersolgte so plötzlich, aber gleichzeitig auch so nachdrücklich,doß die Alliierten und ihre Mitläufer in der Londoner Emigration regelrecht überrumpelt wurden. Moskau hatte in der letzten Zeit sorgfältig nach außen hin alles vermieden, was den Verdacht der Bildung einer sowjetischen „Jn- teressenzone" in Skandinavien (von Finnland natürlich abgesehen) vorzeitig erwecken konnte. Das Schwergewicht der sowjetischen For- derungen begrenzte sich anscheinend auf die Ostsee. Aehnlich wie im Falle Italien hat Moskau zuerst seine beiden BerbuVideten zu den Verhandlungen vorgeschickt und diese vorläufig auf dem Glau- ben gelassen, daß sie wenigstens hier unter sich bleiben werden. Sobald die Dinge aber vertragsreif geworden waren, hat sich die Sowjetunion mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie auch im Falle Italien jetzt in Norwegen zu Wort gemeldet. Wie man nun in London erklärt, ist eine vollständige Einigkeit zwischen der nor- wegischen Emigranten-Regierung und den sowjetischen Unterhänd- lern erzielt worden. Die Verhandlungen über die Beteiligung der sowjetischen Armee und sowjetischer Behörden an der „Besetzung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit" in bestimmten Teilen Norwegens könnten nun als abgeschlossen gelten. Es ^st aber nicht nur bei diesem einen unmißverständlichen Beweis dafür geblieben, daß die sowjetische politische Offensive gegen Skandinavien ins Rollen gekommen ist, es ist wie bei allen ähnlichen Vorstößen in den europäischen Raum die unterwürfigste ja bereit- willigste Unterstützung durch die anglo-amerikanischen Verbündeten festzustellen. Die Sowjetunion und die „zukünftigen geographischen Gegebenheiten ihrer Einflußnahme" sollen nun auch in der Er- pressungskampagne ausgespielt werden, die augenblicklich in USA. und England gegen Schweden, d. h. gegen dessen Handelsbeziehungen mit Deutschland,' geführt wird. Reuter meldet aus Washington, daß. die Zusammenarbeit Moskaus mit London und Washington in dieser Frage, um Schweden durch starke wirtschaftliche Druckmaßnahmen zur Einstellung seiner Handelsbeziehungen mit Deutschland zu zwin, gen, sehr eng geworden sei. Wörtlich erklärt Reuter: „Die Teil» nähme der Sowjetunion ist von höchster Bedeutung infolge der einflußreichen Lage, die die Sowjetunion geographisch gegenüber Schweden einnimmt und auch deshalb, weil dadurch angedeutet wird, in welchem Umfang hie nordanierikonische, sowjetische und britische Diplomatie zusammenarbeiten werde in Vorbereitung der mili- tärischen Aktionen gegen Europa." Zum ersten Male hat man dadurch von seiten der westlichen Demokratien Schweden in einer unmiß- verständlichen Weise klargemacht, daß im Falle „eines Sieges der Alliierten", Schweden und Skandinavien genau wie das übrige Europa, „sich gegenüber geographischen Gegebenheiten" der mili- tärischen sowjetischen Einfluß- und Druckmöglichkeiten sehen würden, die im Falle Schwedens in einer sowjetischen Umklammerung bis zur völligen militärischen, wirtschaftlichen unh politischen Wehrlosigkeit Schwedens führen müßte. Norwegen verwahrt fich gegen Auslieferung an Moskau Oslo, 17. Mai. Unter freiem Himmel fand in Oslo eine Mas- senkundgebung gegen die bolschewistische Bedrohung Norwegens unter der Parole statt: „Verräter in London verkauften das Vater- land — unser Ziel ist: Norwegen für die Norweger". Minister- Präsident Ouisling hielt eine Ansprache. Dabei gab er im Namen des norwegischen Volkes eine Erklärung ab, in der er erklärte, keio verantwortungsbewußter Norweger wünsche sowjetische Trup- Pen auf norwegischem Boden. „Wir verwerfen das „Abkommen", das eine Besetzung unseres Landes durch die Sowjetarmee gestattet, und erklären, daß wir uns mit allen Mitteln einer bolschewistischen Besetzung Norwegens oder eines Teiles davon widersetzen werden. Die Norweger, dix Befehle oder Instruktionen des früheren Königs, des früheren Kronprinzen oder des Emigrantenansschnsies und sei- ner Organe befolgen, machen sich des Vaterlandsverrats schuldig. Norwegens Schicksal ist an das Schicksal Deutschlands und Europas geknüpft". Seite 2. Rümmer 114 Badische presse Mittwoch, den 17. Mai 1944 die Viehweiden vom künstlich verwilderten Moor abgelöst worden, das Land wieder zur Landschaft geworden,, der Bauer vom Rentner, der Handwerker vom hockeytreibenden und pensionierten Empire- , Aktionär, der Pflug von der Rasenwalze und die Sense von der Gartenschere verdrängt worden. Hier ist England mit kaum fühl» barer Nachhilfe raffiniertester Technik zur gefälligen, für Wochenend und Lebensabend hervorragend geeigneten „Urlandschaft" zurück- gebildet worden, allerdings mit fließendem warmem und kaltem Waffer unter den grauen sorgfältig gestutzten Strohdächern der bal- kenverwitterten elisabethinischen Cottages, mit modernstem Kam- fort im ältesten und ehrwürdigsten Rahmen hinter den braunroten Brandziegelmauern mächtiger Tudorbauten, mit seinnervigen Jagd- Pferden anstelle der AckergSule, mit stolzesten Zuchtprodukten kanadi- scher Rinder und australischer Schafe als äsenden Parktieren, um dem verabschiedeten Oberst der Bengal-Lancers in der alljährlichen Zuchtausstellung eine Medaille einzubringen. Es war vielleicht nicht genau das Land, das Shakespeare besang, aber es war doch eine schr gelungene und durch seine milde und pastellsarbene Schön- ~ heit entzückende Nachahmung, die Miniaturausgabe eines Land- striches, in der die sehr Wohlhabenden die Majorität und die ganz Reichen eine noch immer stattliche Minorität bildeten. Aus Kulturgelände wurde „Frontlinie England' Von dieser südenglischen Parkidylle dürfte nichts mehr übrig sein. Sie ist in den letzten Monaten mehr und mehr zum Aufmarsch- räum, zu einer einzigen voll bepackten Ausgangsbasis geworden. „Frontlinix England" nennen eS die Berichte. Die Bahn- und Straßenkontrolle ist von der Truppe übernommen worden, das zivile Leben (breite Küstenstreifen sind offenbar vollkommen geräumt worden), darf nur in engsten Grenzen sich abspielen, und kleine, vereinsamte Stationen sind zu großen Verladebahnhöfen geworden, idyllische Landstraßen sind zur brausenden Rollbahn geworden, Wald, Park, Schloß und Dorf zu Truppenlagern und Heide, Felder, Golf- platz und Wiese zu Flugplätzen oder UebungSgelände für Panzer. „Die englische Landschaft hat sich im Kriege sehr viel stärker ver- ändert als die Großstädte. Schuld sind nicht bloß die Einquartie- rungen in Schloß und Herrengut und die Zeltstädte. Die Blumen blühen, aber ihr Duft kämpft einen hoffnungslosen Kampf mit den Schwaden des Leih- und Pachtbenzins der Panzer- und Lkw.- Kolonnen, die Tag und Nacht über die Dorfstraße dröhnen. In vielen der einst lieblichsten englischen Grafschaften ist der Begriff Kulturlandschaft der sterbenden englischen Idylle durch den Begriff Militärgelände verdrängt worden." So schildert es ein schwedischer Korrespondent. Der Kanal, seine Gezeiten und seine Kriegs- geschichte Und der „Wassergraben", auf den heute Millionen Engländer und Amerikaner in atemlosen Spannung blicken? Die „Daily Mail" veröffentlichte folgende geologisch historische Zusammenstellung: „Die Klippen von Dover sind um eine Meile abgewaschen, das heißt ins Land zurückgedrängt worden, seitdem Julius Cäsar vor fast genau 2000 Jahren hier landete. Der Kanal ist an seiner tief- sten Stelle im Südwesten 830 Fuß tief, an seiner seichtesten Stelle an der Straße von Dover 120 Fuß tief, an seiner breitesten Stelle 140 Meilen, an seiner engsten Stelle 2l Meilen breit. Das schöne Wetter beginnt im Kanal im Durchschnitt im März, hat seinen Höhepunkt im Mai und endigt im September. Aber als Napoleon vom November 1803 bis November 1804 keine Invasion plante, gab es im ganzen Jahr keine sechs hintereinander folgende Schön- wettertage. Die Gezeiten sind lauter Ausnahmen ohne Regel. An der Spitze der englischen Küstenstraße sind zwei, ja sogar drei Gezeiten innerhalb 24 Stunden, an der französischen Küste weni- ger, aber dafür im Durchschnitt höhere Flut. Dreieinhalb Millionen Menschen fuhren jährlich im Frieden über den Kanal, acht Millio- nen Mann wurden 1914 bis 1918, in der Hauptsache von Sout- hampton aus, das drei Gezeiten hat, über den Kanal gebracht. Es gab auch einen BootSverkehr, der einmal in 48 Stunden 700 Geschütze herüberbrachte. Aber weder die Fahrt noch die Landung war damals gefährdet. Die jüngste erfolgreiche Ueberquerung des Kanals durch eine Armee gegenüber Widerstand fand von St. Valery für Somme nach Pevensey zwischen 6 Uhr abends und S Uhr mor- genS des 27. September 1066 statt. Dem Normannenherzog Wilhelm gelang es, 12000 Mann in 696 Schiffen überzusetzen, aber die geg- nerische Flotte hatte sich bereits zerstreut, nachdem sie das Warten auf die normannische JnvasionSflotte aufgegeben hatte, die ihrer- seits einen Monat lang durch den starken Westwind am Auslaufen verhindert worden war. Wilhelm von Oraniens Landung in Tor- bay am S. November 1688 mit 11000 Mann Infanterie und 4S00 Mann Kavallerie mit 700 Schiffen ist noch weniger geeignet zur Berechnung von Jnvasionsaussichten. Die Landung erfolgte ohne "Widerstand, die Invasion wurde ja aus Einladung durchgeführt. Julius Cäsar, mit unbestrittener Seeherrschast im Kanal, verlud 10 000 Mann in 80 Transportern in Boulogne und seine Kavallerie in 18 Booten in Ambleteuse am 25. August 65 v. u. Z. Er landete mit seiner Infanterie unter dem Schutz schwerer Katapulte, die auf den Kriegsschiffen aufgestellt waren, am 26. August. Die Flottille aber, die die Kavallerie bringen sollte, wurde von einem plötzlichen Wind überrascht und an die französische Küste zurückgetrieben. Cäsar, der ohne seine Kavallerie den Vormarsch nicht beginnen konnte oder wollte, hielt bis zum 30. August einen ziemlich unsicheren Brücken- köpf. Napoleon schließlich wollte mit 130 000 Mann in 1300 großen Ruderbooten von Boulogne, Ambleteuse, Wimereux und Etaples die Landung erzwingen. Er hoffte, eine genügend starke Flotte konzen- frieren zu können, um für zwei Tage die Seeherrschaft im Kanal zu halten, während die Boote hinübergerudert % würden. Nelson jedoch erstickte diese Flottenkonzentration "im Keime." Europa beseht Enslanö zuliebe keinen Selbstmord Die Kapitulationsaufforderung an unsere Verbündeten ein «Cholerabazillus in Zpaftetenform" Berlin, 17. Mai. Eine Aufforderung der Anglo-Amerikaner an unsere Bundesgenossen, aus dem Krieg auszutreten und ihr Schicksal „demütig" in die Hände der Alliierten, d. h. also der Bolschewisten, zu legen, hat in den verbündeten Ländern einen Sturm der Eni- rüstung und Ablehnung hervorgerufen. So stellt die Budapester Zeitung „Fueggetlenseg" fest: „Wir werden England zuliebe keinen Selbstmord begehen, sondern auch unter schweren Opfern bis zum Endsieg weiterkämpfen, weil wir leben wollen. Und zwar halten wir an der Seite des deutschen Verbündeten aus wohlverstandenen eigenen Interessen ebenso aus, wie Deutschland die Treue seinen Verbündeten hält, zum Unterschied von England, das bisher alle seine Verbündeten im Stich gelassen hat. Weil aber 'England alle seine Verbündeten verrät, kann man sich leicht vorstellen, was es mit den Völkern anstellen würde, die nicht einmal seine Freunde sind." „Magyarsag" nennt das jüngste Feindangebot einen Cholera-Bazillus in P a st e t e n f o r m, in Moskau gebacken und von den Anglo-Ame- rikanern serviert. DaS Blatt schreibt weiter, man könne sich vor- stellen, daß eine ehrbewußte Nation Harakiri begeht, wenn es keinen anderen Ausweg mehr geben sollte; wenn aber jemand aus Dumm- heit Selbstmord begeht, dann hat er sein Los verdient. Der Bukarester „Universul" bringt eine offiziöse rumänische Stellungnahme, in der es heißt: „Wir sind wieder unter eine un- gerechte Anklage gestellt. Das ist eine alte Tragik des rumänischen Volkes und wir glaubten einmal, daß sie gerade mit Hilfe derjenigen, die uns heute verurteilen, ihr Ende gefunden haben würde. Ver» lassen, wie wir waren, haben wir uns Hilfe dort geholt, wo wir sie bekamen, und wir haben uns nur aus eine einzige Macht stützen können. Das rumänische Volk ist nicht undankbar, es hat sein Recht auf Dankbarkeit gegenüber denjenigen, die ihm geholfen haben, niemals verleugnet/ Wir kämpfen heute für die Bewahrung einer Zivilisation, wir kämpfen für den Menschen, seine Rechte und seine Freiheit. Wir kämpfen schließlich um unsere Existenz, um unsere gerechten Grenzen und auch die? nicht mit einem 'egoistischen Zweck, sondern im Glauben, daß diese unsere Existenz in legitimen Grenzen auch nützlich für die kontinentale Gemeinschaft Ist. Das sind ^die Tendenzen unseres Kampfes. Wir glauben nicht, daß wir zu viel fordern, wenn wir unser Recht auf Leben, Ehre und unsere Zivilisation verteidigen und wenn wir die geschichtliche Kontinuität des rumänischen Volkes sichern wollen." „Ecoul" schreibt: „Man fordert uns auf und man verlangt von uns, Handlungen zu begehen, die unser nationales Dasein und die Gewißheit unseres Fortbestehens als Volk in Gefahr bringen, Wir aber verteidigen unsere Grenzen in Erfüllung unserer historischen Sendung als Wächter Europas an der Donau-Mündung, an der Seite der einzigen Macht, die uns in unserem von niemandem verstandenen Kampf zu unterstützen vermochte. Und wir verzweifeln nicht an der schweren Erprobung von heute, und über allen ungerechten, unverdienten Heimsuchungen steht unser Vertrauen in den Sieg der Ehre." M ..Die Lustterror Strategen machten fünf große Fehler Cyrill Kalls: Sie Alliierten müssen ihre Vorstellungen revidieren - »Entscheidung durch Luftwaffe, reiner Wahnsinn" Stockholm, 17. Mai. Der bekannte militärische Mitarbeiter der „Times'', Cyrill Falls, der sich schon mehrfach mit der Zwecklofig- keit des anglo-amerikanischen Bombenterrors gegen Deutschland be- schästigt hatte, unterstreicht in einem neuen Artikel in der englischen Wochenzeitschrift „Jllustrated London News" seine Theorie aufS stärkste. Diejenigen, so stellt er fest, die wie Harris der Luftwaffe kriegsentscheidende Kräfte beimessen, hätten eine Reihe von Faktoren übersehen, die den Gegner begünstigen und diesem Fehler seien viele zum Opfer gefallen. Im wesentlichen müsse man fünf Faktoren nennen, und zwar die Luftabwehr, moralische Widerstandskraft, Aufteilung und Zer- streuung kriegswichtiger Betriebe, sonstige Schutzmaßnahmen gegen Einwirkung von Fliegerbomben und schließlich schnelle Erholung des Feindes von Luftangriffen. Ueber die Luftabwehr brauche man wenig zu- sagen. Jeder müsse heute zugeben, daß sich die Schlag» kraft der schnellen Jagdflugzeuge bei ihren Angriffen auf die Bomber verstärkt habe. Die Aufteilung der Produktion?- stätten sei von den Deutschen bis zu einem gewissen Maß schon vor Ausbruch des Krieges durchgeführt und noch wesentlich gesteigert worden. Wie schwierig derartige Maßnahmen auch sein mögen, blieben sie doch außerordentlich wirksam. Man wisse von den Deut- schen auch, daß sie unterirdische Fabriken angelegt hätten, während es in den Städten große und und gut organisierte Luft- schutzräume für die Bevölkerung gäbe. Auch auf die Tarnung ver- stünden sich die Deutschen ausgezeichnet. Eine besondere Bedeutung mißt Falls der schnellen Erholung des Gegners bei Luftangriffen bei. So störend die Luftangriffe auch wirken, so meint er, sei es doch möglich, in erstaunlich kurzer Zeit die Produk« tia.ii lebenswichtiger Betriebe wieder in Gang zu bringen. All das bedeute, daß die Alliierten ihre Borstel- lungen über-die Auswirkung der Bombenangriff« revidieren müssen. Damit solle nicht gesagt werden,' diese An- griffe seien wirkungslos, wohl aber, daß der Mit ihnen in Gang gesetzte Prozeß der Schwächung des Gegners „viel länger anhalten müsse, als die Enthusiasten sich das seinerzeit einbildeten, oder die propagandagefärbten Artikel von heute das vermuten lassen." Es sei reiner Wahnsinn zu behaupten, mit Luftangriffen allein lasse sich der Endsieg erringen. In diesen ernsten Stunden, bemerkt Falls weiter, sei eS nur natürlich, daß zahlreiche Informationen und Gerüchte über die deutschen Verteidigungsanlagen im Wösten Europas in England im Irrtum seien. Zweifellos liege Deutschlands Ver- teidigung im Westen in der Stärke seiner Befestigungsanlagen, die es langsam und sorgfältig errichte. Auch sei es wahrscheinlich, daß die Deutschen eine Reihe von neuen Waffen besäßen. Der Kern der ganzen Situation sei der, daß die Allierten jetzt im Be- griff stünden, eine Aufgabe anzupacken, die bei weitem die gewal- tigste von allen sei,, an die sie sich seit der zweiten Hälfte des Iah- res 1942 herangewagt hätten. Würden sie im Westen zurückgeschla- gen, so könnten sie den Jnvasionsversuch lange Zeit hindurch nicht wiederholen. Churchill inszeniert Kausse in Stahl- un» Kupferaktien Stockholm, 17. Mai. Die Börsenjobber in London haben in den letzten Tagen, wie „Daily Herald" zu berichten weiß, 150 Millionen Pfund verdient. Allein auf die Ankündigung Churchills hin, daß man nach dem Kriege Stahlhäuser zu bauen plane, haben die Stahl- aktien erhebliche Kurssteigerungen' erfahren. Eine weitere Hausse erlebte der Markt der Kupferaktien, nachdem die Regierung erklärt hatte, sie würde alles erzeugte Kupfer restlos aufkaufen. Diese Hausse hat einen besonders pikanten Beigeschmack, da Churchill selbst Stahlaktionär ist, und zwar besitzt er ein Aktienpaket der Bir- mingham-Steel-AG., eines führenden englischen Stahlwerkes, dessen Aufsichtsratsvorsitzender übrigens der verstorbene Ministerpräsident Chamberlain war. v » Täglich 13,75 Millionen Kriegskosten Während Politiker und Börsianer aus dem Krieg Profite scheffeln, wird dem Boll für diesen Zweck das Geld aus den Taschen ge- stöhlen. So gab der englische Schatzkanzler Anderson bei Be- antragung eines neuen Milliarden-Pfund-Kredites an, daß die von England zu tragenden Kriegskosten, die bisher durchschnittlich sich auf 13,25 Millionen Pfund belaufen hätten, in den letzten Wochen auf 13 V* Millionen Pfund täglich gestiegen feien. Der angeforderte neue Kredit würde die Kriegskosten ungefähr decken bis zum August. Packarö-Motoren als Schun» abgelehnt Stockholm, 17. Mai. 1 Die USA.-Heereslieferungsbehörde hat die weitere Amiahme und Verwendung von Packard-Motoren.abge- lehnt, da ihre Qualität immer schlechter geworden sei, meldet die englische Zeitung „Observer" aus Detroit. 30 000 Arbeiter der Packard-Werke sind zur Untätigkeit gezwungen, da die Borarbeiter streiken. fkua aller Welt Die Obsttrauba In neuer Verwertung Straßburg. Auf einer vom Reichsausschuß für gärungslose Früchteverwertung nach Straßburg einberufenen Arbeitstagung wurde erstmalig einem weiteren Kreis zuständiger Persönlichkeiten eine hoch- interessante Kostprobe von Süßmosten aus Obsttrauben geboten. Die Obsttraubenverwertung zu Süßmost ist an sich eine ganz neue technisch-wissenschaftliche Errungenschaft, hat aber bereits überzeugende Leistungen auszuweisen, so daß von behördlicher Seite jetzt alles getan wird, um die Obsttrauben, soweit sie nicht für den Haustrunk der Winzer nötig sind, möglichst restlos zur Süßmostherstellung zu er- . fassen und damit gleichzeitig unserer Ernährungswirtschaft ein weiteres, hochwertiges Nahrungsmittel zuzuführen. Besonders weit fortgeschritten smd die im Elsaß in dieser Rich« tung gemachten Versuche. Bei der erwähnten Kostprobe wurden elf verschiedene Sorten aus elsässischen Süßmostkellereien vorgeführt. Fünf davon sind bereits mit der ReichsgesundheitSgütemarke aus- gezeichnet. Die unter der sachkundigen Leitung von Dr. Polzer- Berlin durchgeführte Kostprobe kann als ein Spitzenersolg der bis- herigen Ergebnisse auf dem Gebiet der Obsttraubenverwertung ver- bucht werden. Ohrfeig« kotlel 50 Mark Wuppertal. Als eine „schlagfertige" Person erwies sich eine Frau aus Wuppertal, die sich in der Schule bei der Lehrerin nach dem Lerneifer ihrer Tochter erkundigte. Da ihr die Auskunft, die ihr beleidigend dünkte, nicht paßte, verabreichte sie der Lehrerin im Beisein der Schulkinder eine Ohrseige. Ihre Schlagfertigkeit kostete sie 50 Mark. Sech* Monate Gefängnis für falsche Angaben Berli». Eine Angeklagte hatte in einem Unterhaltsprozeß be- haiiptet, daß sie mit keinem anderen Mann als mit dem von ihr ungegebenen Beziehungen unterhalten habe. Der angebliche Kinds- vater wehrte sich aber dagegen. Es kam zur Blutsprobe, die ein- wandfrei ergab, daß der Bezeichnete nicht der Vater sein kann. Erst daraufhin gab die Angeklagte zu, daß sie auch mit anderen Män- nern verkehrt hatte. Vom Amtsgericht wurde sie zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Gans, die nicht watscheln braucht Halle. Bei einem Bauern in Welbslcbcn „Bezirk Halle) kam eine Gans mit vier Beinen zur Welt. Das junge Tier ist trotz der Mißgestaltung inunter und entwickelt sich sehr gut. Elektromagnetische Sonden — die neue Waffe gegen den Tod Rom. Der deutsche Chirurg Professor Giesel aus Rostock hat „in einem deutschen Feldlazarett in Italien" einem Schwerverwundeten von der Nettuno-Front mit neuen elektromagnetischen Geräten er- solgreich Granatsplitter aus Schädel, Augen und Unterleib entfernt, ohne daß ein Meißeln oder Schneiden nötig war. Es handelt sich .um die vierte Operation, die Prof. Giesel "in wenigen Tagen mit den gleichen Apparaten erfolgreich durchgeführt hat. Die eigenen Heldentaten für 40 000 Dollar verkauft Stockholm. Die Ausbeutung der eigenen Heldentaten hat bei den USA.-Soldaten bereits begonnen. Wie die „Times" berichtet, kehrte unlängst der amerikanische Feldwebel Charles Kelley aus Italien in seine Heimatstadt Pittsburgh zurück. Tagelang ließ er sich von der ganzen Bevölkerung feiern und verkaufte dann die Darstellung seiner Lebensgeschichte der „Saturday Evening Post" für 15 000 Dollar. Außerdem erwarb eine Filmgesellschaft in Hollywood die Filmrechte für seinen Lebenslauf zum Preise von 25 000 Dollar. Drückebergerrazzia im Trauergefolge Lissabon. Bei einer Razzia auf Deserteure aus Wehrmacht und Industrie wurde in Brighton ein Trauerzug umstellt, wie der Lon- doner „Daily Telegraph" am Sonntag berichtete. Während der mit der englischen Nationalflagge bedeckte Sarg verlassen aus der Straße stehenblieb, wurde das gesamte Trauergefolge „durchgekämmt". Gleich- zeitig fanden an mehreren Stellen ähnliche Maßnahmen statt. Auf Einladung Stalins .Inspektion »es Sowsetmarktes" Lissabon, 17. Mai. Die führenden Wirtschaftskrise der USA. begleiten die Reise des Präsidenten der nordamerikanischen Handels- kammer, Eric Johnston, nach der Sowjetunion mit großen Er- Wartungen. Johnston, der auf Einladung Stalins den sowjetischen Absatzmarkt auf seine Aufnahmefähigkeit für amerikanische Waren an Ort und Stelle inspizieren will, beabsichtigt für den künftigen Amerikahandel rechtzeitig eine Borzugsstellung in der Sowjetunion zu sichern und bereitet auf Kosten Englands ein Riesengeschäft für die USA. im Bereich der ausgepumpten Swojetunion für die Zu- kunft vor. Die Londoner City verfolgt mit Unrnhe die immer engere wirtschaftliche Zusammenarbeit der amerikanischen Wirtschaft mit den Sowjets. Englands Obstblüte zu 50 bis 90 Prozent vernichtet Stockholm, 17. Mai. Durch den stärksten Frost im Verlaus der letzten zehn Jahre wurde an den Obstbäumen in England unermeß- licher Schaden angerichtet. Die Verluste schwanken zwischen 50 und 90 Prozent. Auch die Pflanzungen von Frühkartoffeln und anderen Gemüsearten sind entweder vernichtet oder schwer beschädigt worden. In sedes portugiesische Dorf eine Schule Lissabon, 17. Mai. Der erste Teil de§ Zehnjahresplanes Dr. Salazars gegen das Analphabetentum wurde nun bekanntgegeben. Im Lause dieses Jahres sollen 560 Schulen mit 1250 Klassenzim- mern in verschiedenen Teilen des Landes gebaut werden. Wenn der Plan durchgeführt ist, wird e§ in jedem Dorfe eine Schule ge- ben. Zur Zeit können nur etwa 20 Prozent Portugiesen lesen und schreiben. Wie sehen die neuen Lebensmittelkarten aus? Aenderungen in Fetten und Nährmitteln — 600 Gramm Roggenbrot Im 63. Zuteilungszeitraum vom 29. Mai bis 25. Funi treten in den Lebensmtttelrationen nur Aenderungen bei den Fetten und Nährmitteln bei gleichbleibenden Gesamtmengen ei». Innerhalb der Gesamtsettration bekommen die Verbraucher einheitlich 100 (»ramm Fleischschmalz zugeteilt. Die Butterration wird erhöht, die Margarineration znm Teil herabgesetzt und an die über Jahre alten Verbrancher die Ausgabe von Zpeiseöl wieder aufgenommen. Die Hälfte der Schlacht- settzulage filr Schwer- und Schwerstarbeit«! wird ebenfalls durch iNeisch- scbmalz ersetzt. Tie Gesamtsettration der Normalverbraucher setzt sich danach Zusammen ans «12.5 Gramm Butter. 100 Gramm Margarine. 100 Gramm Nleischschmalz und 50 Gramm Speiseöl. Tas Meischschmal; wird wie bisher nnr beim Fleischer oder in Gaststätten abgegeben. Vegetarier, die regelmäßig den Meischaustausch vornehmen, können an Stelle deS Abschnittes über ?rle«schschmalz in gleicher Menge Reise- und Gaststättenmarken über Margarine erhalten. Von der unveränderten Nährmittelration werden diesmal 511 Gramm in !5orm von Kartoffelftärkeerzeuguissen, der Rest in Getreidenäbrmit- teln verteilt. Ta die bisherigen Marmelade- und Sierkarten und der Ausweis für entrahmte Frischmilch mit dem 28. Mai ungültig werden, werden diese Karten für die KZ. bis 66. Kartenveriodc neu ausgegeben. Falls die Sausfrau auf die Marmeladekarte Zucker nimmt, kann sie ihn wieder gleich auf einmal beziehen. Marmelade darf aber wie bisher mir für die jeweils lausende Kartenveriode aekauft werden. Ten Zucker für die 68. und 6t. Kartenheriode haben die Sausfrauen schon in der jetzt laufenden Zttteilungsperiode bezogen. Tie neue Zuckerkarte enthält daher nnr Abschnitte für die 65. und 66. Kartenperiode. Wie bei der pileifchkarte. Brotkarte und fo weiter gelten nun auch alle Abschnitte der Wochenkarten iZnlagekarteu. Zusabkarten für Schwer- und Schwerst- arbeite», AZ.-Karten) jeweils für vier Wochen. Werdende und stillende Mütter sowie Wöchnerinnen erhalten nach den geltenden Beklimmnnaen als Zulagen täglich -tuen halben Liter Vollmilch und 100 Mramm Nährmittel, Das Ansgabeverfabren dieser Zulagen wird durch Einführung eines Sammelbezugsausweises ver- cinsacht. Außerdem erhalten auf Grund der Anordnung alle Enivkänaer von Reichsbrotkarten ohne Unterschied des Lebensalters, sowie Ausländer, die im Besitze der Wochenkarten für ausländische Zivllarbeiter sind, für die 6:1. Zutettungs-Periode eine Brot-Sonderkarte zum Be'ng von 600 Gramm Roggenbrot. Tie Brot-Sonderkarte ist im Kartenw-st enthalten, trotzdem sie nnr teilweise im Inhaltsverzeichnis anf der Rück- feite der Nährmittelkarte aufgeführt ist. Verlag und Druck! Badilwe Presse. Gienimark-Truilcret und Verla» GmbH. Verlogslcitcr: Arthur Petsch. Haiivtschrtstleller: Tr. Carl Cnsdar Speckncr tu Karlsruhe. 1944 Mittwoch, den 17. Mai 1944 Vadische presse i Nummer 114. Seite 3 »«« SAUS KARLSRUHE Präsident Dr. Ernst Klotz f / Im Alter von 71 Jahren ist hier Dr. jur. Ernst Kloß, der frü- here Präsident der Badischen Gebäude-Versicherungs»nstalt, nach schwerem Leiden in die ewige Heimat abberufen worden. Der Verstorbene ist als Sohn eines Lehrers in Helmling»n geboren. Er wurde 1896 Rechtspraktikant, 1900 Referendar, 19ÜB mit dem Titel Amtmann Sekretär beim Ministerium des Jnnexii, kam 1905 als Anrtmann nach Freiburg, wo er auch Oberamtmann wurde und Leiter der Polizei war. Von Freiburg kam er als Präsident der Gebäudeversicherungsanstalt nach Karlsruhe. In dieser verantwor- tungSvollen Stelle blieb er bis zu seiner Zuruhesetzung. Mit Klotz ist ein tüchtiger Beamter und liebenswürdiger Mensch aus einem an Arbeit und Erfolgen reichen Leben abberufen worden. K.B. Zulafsungskarten für Pfingstreifsn Zur Steuerung des Psingstniseverkehrs werden zwischen dem 25. und 81. Mai einschließlich Zulassungskarten für die meisten Reisezüge ausgegeben. Einzelheiten werden durch Aushänge an den Bahnhöfen bekanntgemacht. Auf Grund der bisherigen Er- fahrungen mutz die Zahl der Zulassungskarten verringert werden. Zulassungskarten werden vor allem für kriegswichtige Reisen vor» »ehalten und sind für Fahrten zum Besuch der auswärts Befchäf- tigten bei ihren nächsten Familienangehörigen vorgesehen. Andere aufschiebbare Psingstreisen müssen im 5. Kriegsjahr unbedingt Unterbleiben. Sastivte! Kammersängerin Bilma Mtmüller Die von ihrem früheren Engagement ijt Karlsruhe allgemein bekannte Kammersängerin Bilma Fichtmüller gastiert am Samstag, den 20. Mai, 18.30 Uhr, im Bad. • Styatstheater. Sie fingt die Partie der „Amelia" in Verdis „Maskenball". Die musika- lische Leitung dieser Borstellung hat Walter Hindelang, die szenische Leitung Thür tzimmighoffen. * Die zweite kulturfahrt nach Strasburg zur Großen Oberrhei- nifchen Kunstausstellung 1944 (Altes Schloß) findet am Sonntag, den 21. Mai statt. Karten sind bei KdF. zu lösen (RM. 1.50); Fahr karten für früh Mitte der % Bahnhosseingang. sind tag? zuvor zu besorgen. Treffen 6.50 Uhr ahnhofshalle, Sammlung in Straßburg vor dem Leitung Fritz Wilkendorf. Notizen aus Durlach Di« Höhere Handelsschule beginnt ihren stundenplan- mäßigen Unterricht wieder am Donnerstag, den 13. Mai; die PslichthandelSschule am Montag, den 22. Mai. Achtes Stnfontekonzert der Batischen StaatSkapelle Das Programm brachte diesmal nur zwei, dafür allerdings jedoch zwei bedeutende.und gewichtige Jnstrumentalwerke. Denn die B-Dur-Sinsonie von Julius Weismann ist nicht allein deshalb bedeutsam, weil sie zum Schassen dieses oberrheinischen Komponisten ein wertvolles und aufschlußreiches Kompendium darstellt, sondern nicht zuletzt auch deshalb, weil ihr von der nachbeethovenschen Sinfonik nur Weniges an die Seite gestellt werden kann. Allerdings ist damit auch schon eine gewisse Einschränkung gemeint, insofern eben ihre Ausdrucks- und Arbeitsweise offenkundig eine nahe Be- ziehung zur klassischen Form des sinfonischen Viersätzers erkennen läßt. Freilich kann diese Verbindung ebenso zum Epigonentum wie zur Entwicklung individueller Eigenart führen. Das hier erst- aufgeführte Werk verleugnet in seinem Ablauf zwar nun keineswegs den Ursprung, ist aber innerhalb der einzelnen Teile doch so selbst- ständig gestaltet, daß man daraus unschwer Weismanns eigenste Geisteshaltung abzulesen vermag, dessen Musikseele ja nie zu brutaler Neutönerei bestimmt war, sich früher eher einer leichten Fühlung mit dem Impressionismus zugeneigt zeigte, bevor sie dann ihren originel- len Eigenstil fand, der noch verfeinert und vertieft werden konnte, aber in seiner charakteristischen Zeichnung fest für immer stand. So hat Weismann auch hier den Strebungen seiner Zeit nach einem Lapidarstil keinen Tribut gezollt, er bewegt sich innerhalb der von Beethoven und Brahms, ja noch von Bruckner abgesteckten Grenzen durchaus frei, beginnt mit einem von echt deutscher Hörnerromantik anfänglich getragenen Largo, um jedoch schon im weitgespannten ersten Satz einer für ihn so echten und typischen Naturverbundenheit Ausdruck zu geben, die auch den schreitenden Gang des folgenden „Andante con moto" bestimmt. Mit enthusiastischer Steigerung setzt das Menuett zumal beim großen kantablen Trio-Ausschwung diese Stimmung fort, um in ein Schluß-Allegro einzumünden, das nochmals Empfindung und Schlichtheit, aber auch geistvolle Ge- staltung und spontane Intuition tvahrt. Es war so recht ein Werk für Otto Matzerath, der ihm nicht nur einen stark klingenden Erfolg erspielte, sondern sogar gegen Beethoven behaupten konyt^. Der sprach sodann mit seiner Fünf» t e n das mächtige Schlußwort in der Reihe der dieswinterlichen Sinfoniekonzerte,' und man darf wohl sagen, daß vom berühmten ersten Dreischlag an bis zum Triumphgejang des Finale sich den Hörern eine Kraftquelle austat. Ueberwältigt feierten sie Minuten- lang den Dirigenten und seinen Musiker. Klavterabvn» Erik TtienBergd Einen Rest aus der Zeit der Kloviertitanen nnd der genialischen Oktavenstürmer mit wallender Künstlermähue scheint doch dann und wann selbst in unserem mehr der Sachlichkeit zugeneigten Jahr» hundert sich noch vorzufinden; so etwa wenn man Erik Then» Bergh hört und vor allem auch zusieht, wie er — den Körper vorne übergebeugt — in die Tasten bald förmlich hineinsticht oder aber dann wieder das Instrument fast zärtlich anrührt und ihm leiseste Töne entlockt. In diesem vielseitig beherrschten Anschlag waren vor allem Beethovens Eroika-Variationen (op. 35) und dar- unter besonders die virtuos betonten eine ganz ausgezeichnete Lei- stuna, der er gleich darauf mit ungeheuer seinem Modnlations- empfinden eine äußerst delikate Wiedergabe von Chopins Polonaise« Fantasie (o. 61) folgen ließ. Dieselbe Gegensätzlichkeit offenbarte übrigens auch schon des Konzertes Beginn, bei dem sich der mit starker Fingerfertigkeit vorgetragenen sechsten Englischen Suite Bachs von Karl Hammer ein Variationswerk über ein eigenes Thema anschloß, eine Neufchöpfung, die klaviertechnisch höchste Anforderun- gen stellte und mit entsprechend energischem Aufwand gemeistert wurde. Dem heute zweifellos mit in vorderster Reihe stehenden Künstler lauschte merkwürdigerweise nur ein recht kleiner Hörerkreis. Hein* Schorn Wiedersehen Mit Rdltmt Betfch / Eine fro&mai&ente SiMeritunöe Als Gast des S ch e f f e l b u n d e s las am Montagabend im Vortragssaal der Karlsruher Lebensversicherung vor einer stattlichen Gemeinde der Dichter Roland B e t s ch aus eigenen Werken. Zu- nächst gab er einen Hinweis auf seine Romantrilogie „Ballade am S tro m", die das Schicksal der Rheinpfalz über ein Jahr- hundert hinweg gestaltet. Ihr erster Teil ruft die Zeik um 1813/14 und den Niederbruch der napvleonischen Herrschaft herauf, der zweite die aufgewühlten 1340er Jahre und der dritte schildert den Wider- stand der Pfälzer gegen Besatzung und Separatisten um 1923—1924. Aus diesem dritten Band nun, in dem der Raukbau der Fremden und der zweifelhaften einheimischen Elemente in den pfälzischen Wäldern eine wichtige Rolle spielt, las der Dichter das Kapitel von der seit- samen Begegnung zwischen einem pflichttreuen Forstmeister und Bor den Schranken des Gerichts ge- und Gin» .Mrtuosin tm Lüsen' * Wegen Hehlerei hatte sich die 45 Jahre alte verheiratete Elsa L., aus Dorchheim, Mutter von vier Kindern, vor dem Einzelrichter des Amtsgerichts Karlsruhe zu verantworten. Hier handelte es sich wieder einmal um ein Vergehen, da? ohne Inanspruchnahme von Staatsanwalt und Gericht hätte bereinigt werden können, wenn die Beschuldigte von vornherein geständig gewesen wäre. Die Sache war nämlich einfach. Ihr kleines Mädchen hatte beim Besuch einer Frau in der Nachbarschaft einen Ehering, den das Mädchen für einen wertlosen Vorhangring gehalten hatte, an/ sich genommen und ihrer Mutter gegeben. Diese hatte natürlich gleich erkannt, daß es ein goldener Ring war. Sie nahm den Rmg und legte ihn gleich in einen Schrank. Als die Eigentümerin des Ringes kurz darauf kam, um sich zu erkundigen, ob sie etwas von dem Ring wisse, spielte sie die Entrüstete und bestritt stur, den Ring gesehen zu haben. Denselben verbohrten Standpunkt nahm sie ein, als ihre Angehörigen wie auch der Schulrektor in sie drangen, den Ring wieder herauszugeben. Obgleich ihr auch von Seiten des Staats- anwaltes bei der Vorführung zugesichert worden war, daß sie nicht in Haft genommen werde, wenn sie die Sache in Ordnung bringe, schwor sie bei allen Heiligen, bei Tod und Teufel, daß sie unschuldig sei. Ja, sie verstieg sich sogar zu der geradezu gewissenlosen Ver- sicherung, sie wolle tot umfallen, wenn sie etwas von dem Ring wisse. Diesem verstockten Leugnen, das sie konsequent durchführte, hatte sie es zu verdanken, daß sie am 6. April in UntersuchungS- hast genommen wurde. Selbst als sie »ollständig überführt war, erfand sie immer wieder neue Lügen. Erst in der tzauptverhand- lung ließ sie sich zu Teilgeständnissen bewegen. Unklarheit bestand nur noch darüber, wo der Ring hingekommen ist. Während sie behauptete, sie habe ihn in die Pfuhlgrube geworfen, liegt der Ver- dacht nahe, daß sie den Ring verschachert hat. In Anbetracht ihres sturen Verhaltens wurde die „Virtuosin im Lügen" zu einer Ge- sängnisstrase von zwei Monaten verurteilt ohne Anrechnung der Untersuchungshaft. Sine gemeine Verleumdung Eines Tages ging dem Bürgermeister einer benachbarten Ge- meinde ein anonvmes Schreiben zu, in dem die Behauptung auf- gestellt war, ein im Ort ansässiger Mann benutze sein Funkgerät zum Abhören feindlicher Sender, er sei auch ein Wilderer und seine Töchter führten einen liederlichen Lebenswandel. Sie hätten sich der Abtreibung schuldig gemacht und einen flüchtigen. Franzosen bei sich beherbergt. Der Verdacht, den Brief geschrieben zu haben, fiel auf eine Angehörige der Familie des zu Unrecht Beschuldigten, nämlich die' Margarete H. Diese hatte sich nun wegen Urkunden- sälschung und falscher Anschuldigung vor dem Einzelrichter des Amtsgerichts Karlsruhe zu verantworten. Die Verhandlung ergab ein trauriges Bild von dem Zerwürfnis in der Familie der Be- schuldigten^ die sich mit aller Entschiedenheit dagegen verwahrte, den Brief geschrieben zu haben. Dag^en lenkte sie den Verdacht aus den eigenen Bruder, der als Soldat im Felde steht und unter Eid ausgesagt hatte, daß er von der Sache nichts wisse. Den Hin- weis des Vorsitzenden, daß ja dann der Bruder einen Meineid ge- leistet habe, beantwortete die Angeklagte mit den Worten: „ES war ein Meineid". Da die als Zeugen geladenen Frauen, zwei An- gehörige der Familie, ihre Aussagen verweigerten, konnte der Nach- weis der Schuld nicht restlos erbracht werden, obgleich der akade- mische Schriftsachverständige in seinem Gutachten festgestellt hatte, daß so viele übereinstimmende Merkmale der Schrift vorhanden seien, daß mit Sicherheit anzunehmen sei, daß die Angeklagte den Brief geschrieben habe. Aber Mangels hinreichender Beweise der Schuld mußte die Angeklagte freigesprochen werden. Die Kosten des Verfahrens fallen der Reichskasse zur Last. Gin unsauberes Geschäft Wegen Betrugs hatte sich der verheiratete 45 Jahre alte Z^il- Helm N. vor dem Einzelrichter des Amtsgerichts Karlsruhe zu ver- antworten. Dieser hatte gehört, daß eine Frau Sch. einen Kohlen- Herd abzugeben habe. Er ging zu der Frau und gab an, er brauche einen Herd für ein dreimal ausgebombtes Ehepaar. Unter diesen Umständen erklärte sich die Frau bereit, den Herd unentgeltlich abzugeben. N. gab aber den Herd nicht an Fliegergeschüdigte, sondern verkaufte ihn an einen Bekannten zum Preise von 6p Mk. Da dem Angeklagten nachgewiesen werden konnte, daß er unter Ausnützung der Kriegsverhältnisse aus dem Unglück anderer Volksgenossen sich einen Nutzen verschafft habe, wurde er zu einer Gefängnis- strafe von drei Monaten und zu einer Geldstrafe von 7v Mk. ver- urteilt. K.B. einem ehrvergessenen Sägemüller. Während der erstere den Wald wie ein ihm ans Herz gewachsenes lebendiges Wesen hegt und von ihm zu retten sucht, was er dem Zugriff fremder Ausbeuter und ihrer Helfer entziehen kann, läßt der andere, der im Walde nur das Holz sieht, sich aus schnöder Profitgier riesige Waldflächen zu- schanzen, um sie kahl zu schlagen. Der Förster und ein alter Wald» läuser, den der Dichter als eine mythische Figur einführt, warnen den Sägemüller vergebens vor der Rache des von ihm mißhandelten Waldes. Als der Verblendete dann auf dem Heimweg in einen Schnee- stürm gerät, findet er sich in der Oede der von ihm verursachten Kahlschläge nicht mebr zurecht und hetzt sich auf der Suche nach Weg und Steg selbst in den Tod. — Die Wiedergabe der dramatisch bewegten, in ein spukhaftes Zwielicht gestellten Begebenheit, bei der von unheimlichen Gewalten eine unerbittliche Justiz vollzogen wird, ließ Dinge und Menschen so plastisch Gestalt annehmen, daß man !ie zum Greifen deutlich vor sich sah und den Atem der Zeit ver« pürte, die in diesem Roman so farbig ausgemalt wird. Der zweite Teil der Lesung brachte ein Kapitel aus einem heiteren Roman. Die Erzählung dreht sich um die flüchtige Lieb- schast eines jungen Mannes mit einer Sängerin, die den Verehrer später als Mimi in „Boheme" von neuem bezaubert, um ihn nach der Vorstellung durch ihre Untreue bitter zu enttäuschen. Und zwar, weil er nicht ahnt, daß es nicht die Sängerin war, die ihm Beweise ihrer Gunst schenkte, sondern eine ihr zum Verwechseln ähnliche Zwillingsschwester, die in der Rolle der Sängerin ein wenig ge- hochstapelt hatte. Die ergötzliche Geschichte, vom Dichter mit prallem Leben gefüllt, zog die Hörer durch ihr buntes Karlsruher Lokalkolorit und ihre liebenswürdigen Anzüglichkeiten doppelt in ihren Bann und weckte eine vergnügte Heiterkeit, die in stürmischen Beifall ausklang. Und so konnte denn der «nit Blumen reichbedachte Dichter nicht anders, als in zwei Zugaben die hartnäckigen Rufe nach Mehr abzugelten und bereitete feiner Gemeinde mit zwei weiteren reizenden Geschichtchen einen zusätzlichen erlesenen Genuß. Auch diese neue Begegnung mit Roland Betsch war ein Erlebnis, das viel Freude schenkte und an das man mit Behagrn und Dank- barkeit zurückdenken wlrd. 8. Boranzeisen Badisch«« StaatStheater. Rm Großen Haus deute. IS Uhr. außer Miete „Sal,burger Nockerln". Dl« Tenorpartie singt Jos. Hallweg vom Siadttheater Mirtb als Gast. Morgen 9. Veranstaltung der Oberrheinisaien Tage das Schauspiel von Wilhelm von Scbol; „Avatart" <22. Vorstellung der Donnerstag-Stamm-Miete> — Im Kleinen Tbeater heut«, Ig Ubr, geschlossene KdF.-Borstellung „Mit meinen Augen". — Am 19. und 20. Mai, leweils um 19 Uhr, Siastspiele der Badischen Bühne mit dem Lustspiel „Karl III. und Anna von Oesterreich". Wai bring! der Rundfunk? Donnerstag. Reicbsvrogranim: 7.30—7.45 Anm Säten und Behalten: Friedrich Hevl'els Nivelungen. 15.00— 16.1MI Die Kapelle Will» Steiner spielt. 16.00 17.00 Optrettenkonzert. 17.15—18.00 Beschwingte Unterhaltung. 18.00—18.30 „Sin schönes Lied zur Abend- stund" von der Rnndfunkspielschar München. 19.45—20.00 Stimme unserer Dichter: Agnes Miegel. 20.15—21.00 Erster AN aus Nicolais Oper ..Die lustigst Weiber von r ~ ~ ' 21.15—22.00 Hornkonzert Es-Tur Beethoven-Vanationen von Reger u 17.15—18.30 Konzcrticndiing mit Werten von Goetz, Graener, Smetana, R. Strans; u. a. 20.15—22.00 ..Po» allen Sendern über alle Sender", Unterhaltnngssendnng mit Ausschnitten ans beliebten Sendereihen. LN.i>—ii.w (jritct an aus yeicoiat* ©intifor* Leitung: Artur Rother. >r von Mozart isollst Fritz Sntv). u. a. — Deutschland sauber : Paradies in nach fiter icicr ver- 35 ROMAN VON CURT HESSE Er ließ ihre Hand los und ging wieder hinüber in sein Jim- mer. An der Tür blieb er einen Augenblick stehen und nickte ihr noch einmal aufmunternd zu: „Keep smilingl In.ein Paar Tagen werden Sie in Sicherheit sein, dann war alles, was hier passiert ist, einschließlich Jack Trenton, nichts als ein böser Traum." * Am Abend erschien Jonny im Hafen. Er schlenderte den Kai entlang und hielt Ausschau. Es war schon dunkel, Nebel hingen über dem Wasser, nnd man konnte nicht sehr weit sehen. Die Arbeit war schon seit Stunden eingestellt, und die Kohlentrimmer hatten längst das Hafengebiet, das verödet dalag, verlassen. Als er an einem Kran vorbeikam, hörte er einen leisen Psiss. Er sah sich um und bemerkte den Schatten eine« Menschen in der kleinen Bude, von der aus der Kran bedient wurde. „Jonny", rief eine Stimme. Die Tür der Bude öffnete sich, ein wenig. Jonny sah sich um und bemerkte, daß ihn jemand beobachtete. Er schlüpfte hinein. Klaus hatte schon aus den Schwarzen gewartet. Jonnv berich- tete, daß alles gut gegangen wäre, und daß man in der Calleja bei Puerto einen Seemannspaß kaufen könne, so gut wie echt und schon ganz schmukig, was für den Neger ein besonders überzeugender Beweis für'die Echtheit eines solchen Papiers war. „Gut. Jonny, ich werde hingehen und dann sehen, sobald wie möglich weg- zukommendem Patron", Jonny suchte mit rollenden Augen nach Worten für den Rat, den er seinem Herrn geben wollte, „im Ancla azul" sitzen dicke Kapitäns von kleinen Schiffen, trinken viel Grog, spielen Karten, heuern Mannschaften an — Trimmer, Sailors. alle -, jeden Tag viele, mein Wort!" ... .„ Er beschrieb die Lage des „Ancla azul". Eine Hafenpatrouille näherte sich dem Kran, und sie mußten sich schnell ans den Boden der Bude ducken, um nicht von draußen gesehen zu werden. Räch- dem die Patrouille vorbei war, verließ Klaus mit dem Neger die Bude. Er übergab ihm einen Brief an den Chefingenieur Huber. „Du verläßt heute noch Lima und machst, daß du so schnell wie möglich nach Pajacambo kommst. Du bringst Sennor Huber diesen Brief, aber nur ihm allein darfst du den Brief übergeben, hörst du? Du kannst ihm alles sagen, was du weißt und was du gesehen hast, sonst aber niemanden ein Wort! Ich komme sonst in deinen Schlaf und reiße dir die Ohren ab!" „Niemanden ein Wort, Patron!" „Von Pajacambo dann hinauf zum Paso bei diablo, Sennor Haubenreißer bedienen und sehen, was dort die Leute tun und reden. Aufpassen, als ob ein Puma im Gebüsch lauert! Hier unten will ich dich nicht mehr sehen. Leb wohl, Jonny." Jonny hatte noch etwas auf dem Herzen. Er hob beschwörend die Hände: „Gepäck von Patron hat Jonny alles bei Tumult wieder von Bord geholt! Morgen kommt Negerboy, bringt Gepäck in „Ancla azul". Farewell, Patron!" Jonny verschwand im Dunkel. Klaus schlenderte zur Calleje del Puerto und fand den Laden des Trödlers, der ihn nach einigem Zögern über etliche dunkle Höfe in ein Haus führte, wo dann schließlich der Handel über einen Seemannspaß abgeschlossen wurde. Daun machte sich Klaus auf die Suche nach dem „Ancla azul", wo er mit dem Wirt Juan Caballo eine Unterredung hatte, in deren Verlauf er als Hauptargument eine Fünf-Pfimd-Note auf den Tisch legte. Juan Caballo wies ihm in seinem Hotel ein Zimmer an und versprach, mit einem Kapitän, den er morgen erwartete, eine An- heuerung nach Valparaiso zu vereinbaren. illauS konnte nicht ahnen, daß er unter einem Dach mit dem Mädchen wohnte, das sein ganzes Denken und Fühlen erfüllte. In einem qualvollen Zustand saß er in seinem Zimmer und zermarterte sich den Kopf über die Ereignisse, die' schlimmer als ein wüster Traum seit die« sem Morgen über ihn hereingebrochen waren. Bon dem Fieber einer schweren Erkältung ergriffen, wiederholte er sich jedes Wort, das er gestern noch in völliger Uebereinstimmnng, in einem tief- beglückenden Vertrauen mit Babette gewechselt hatte, mit Babette, die in dieser Nacht ohne eine Spur, nach einer klaren Verabredung für den kommenden Morgen, verschwunden war. Sie, die als Knmpanin von Verbrechern bezichtigt wurde, hatte ihm nichts als ein Paar Andeutungen gemacht, die der übertriebenen Gewissen- haftigkeit eine? jungen Mädchens entsprossen schienen und die nun allerdings die dunkle Möglichkeit offen ließen, daß all diese un- faßbaren Beschuldigungen zutrafen. Er hatte noch nicht viele Dinge des Herzens erlebt. Die Be- rührung mit Greta Brandes war mehr das Werk der kleinen euro- päischen Kolonie in Pajacambo gnwesen als das freie Sich-Finden füreinander bestimmter Mensche». Mit Babette war zum erstenmal eine Frau als Schicksal.in sein Leben getreten. Der Aufbruch in eine beglückende Zukunft hatte sich ihm durch sie eröffnet . . . Nun war mit einemmal alles gran- sam schnell wieder zu Ende gegangen. Sein Denken sehte minutenlang ans! er mußte sich gewaltsam zwingen, klar zu überlegen, um mit dieser Anschuldigung nnd Ver- folgung seitens der Präsektur sertigzuwerden. Ob man überhaupt wußte, was mit ihm vorgegangen war? Was mochte sein Chef/ der Oberingenieur Huber, von ihm denken, wenn sr die Nachricht von Mühlens Verhaftung und den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen erfuhr? Die Leitung des Bahnbaues war bereits unterrichtet worden. Gleich nachdem Klaus' Flucht vor der Eiulieferung ins Stadl- g?fängnis bekanntgeworden war, hatte die Präfektur einen Steck- brief erlassen, und besonders Pajacambo war verständigt worden, weil die Möglichkeit bestand, daß der Gesuchte au den Ort seiner früheren Tätigkeit zurückkehren würde. Der Chef der Gendarmerie- stotion in Pajacambo hatte den Chefingenieur aufgesucht und ihm Mitteilung von der Fahndung gemacht. Huber hatte zwar zu allem nur den Kopf geschüttelt und nicht einen Augenblick an der Unschuld seines Mitarbeiters gezweifelt, aber als Leiter des Bahnbaues mußte er Klaus sofort vom Dienst suspendieren, und zwar so lange, bis ein Verfahren seine Unschuld erwiesen hatte. Als ihm allerdings die näheren Verdachtsmomente und die Tatsache mit- geteilt wurden, daß Klau- schon verhaftet gewesen sei und vor seiner Eiulieferung ins Gefängnis geslohen wa?, erhielt sein Ver- trauen doch einen empfindlichen Stoß. 1 Ringen. Mannheim erzielte 549 und Bruchsal 347 Ringe. — Tie besten Altstoffsammler der Bruchsaler Schulen wurden durch die Gaufilmstelle mit einer Filmaufführung belohnt. (au) Breisach: Hier kam eine 71 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung zu Fall und brach sich den linken Arm. Die in Verbindung mit der Verletzung eintretende Lungenentzündung nahm einen tödlichen Verlauf. (§.*) Freiburg: Aus nicht ganz durchsichtigen Beweggründen beschul- digte eine gewisse Kläre Sch. in einem Brief an das Ernährungs- antt Karlsruhe den Pächter eines Gasthofes im Kreis Neustadt i. Schwarzwald, bei dem sie vorher in Stellung gewesen war, er nehme den Gästen zuviel Kuchenmarken ab, statt Vollmilch erhielten sie häufig Magermilch vorgesetzt, ferner bekämen sie nicht immer die ihnen zustehenden Lebensmittelrationen. Wie die Nachforschungen ergaben, waren die Behauptungen der Sch. nicht stichhaltig. Außer der falschen Anschuldigung hat sich die Sch. auch einer Be- leidigung des Bürgermeisters von Breitnau schuldig gemacht. Für beide Delikte setzte das Amtsgericht Freiburg eine Freiheitsstrafe von drei Moanten Gefängnis fest. ss.-) Kampf der Krauset- und Rebblattgallmilbe! Aufruf der Vezirksttelle des Rebf»uvdienftes in Karlsruhe-Durla» Begünstigt durch die langsame Entwicklung der Rebtriebe macht sich vielfach das Auftreten der Kräusel- und Rebblattgallmilbe dort stark bemerkbar, wo die Frühjahrsbchandlung unmittelbar nach dem Rebschnitt mit Schwefelkallbrühe oder Solbar nicht durchgeführt wurde. Wenn auch eine Sominerbehandlung öei weitem nicht die durchschlagende Wirkung der Frühjahrsbekämpfung hat, so muß doch in stark von Milben befallenen Anlagen eine Behandlung durchgeführt werden. Hierzu empfiehlt es stch, Niko^tinprä- parate in der aus den Packungen angegebenen Konzentration oder Chrysantol zu verwenden. Sollten diese Präparate nicht erhältlich sein, so können an ihrer Stelle auch andere Phrethrum- oder Riko- tin-Derris-Spritzmittel znr Anwendung gelangen. Die Anwen- dung einer zweiprozentigen Schwefelkalkbrühe oder einer einpro- zentigen Solbarlösung ist nur dann zu empfehlen, wenn die oben genannten Präparate nicht beschafft werden können. Bei Stowen- dung von Schwefelkalkbrühe und Solbar lassen sich Verbrennung? ! nicht vermeiden, vor allem nicht bei empfindlichen Sorten. Die Bespritzung muß gründlichst blattober- und unterseits erfolgen. Das stärke Auftreten des Roten Brenners in verschiedenen La- gen im vergangenen Jahr macht seine frühzeitige Bekämpfung mit einprozentigen kupferhaltigen Brühen blattober- und unterseits er» forderlich. Die vorbeugende Bekämpfung muß sosort, noch vor Ein- tritt eines stärkeren Regens, erfolgen. — Das starke Austreten des Rebenmehltaues im vorigen Jahre macht eine -sofortige vorbeugende Behandlung der Reben mit Stäubeschwefel erforderlich. Das Schwe- seln,soll möglichst an einem warmen, sonnigen Tag erfolgen. ii Sin neues Baden-Babener Märckensviel Bor dem dichtbesetzten großen Bühnensaal des Baden-Badener Kur- Hauses ging am Sonntag, dargestellt von der BdM.-Ipielschar. ein neue? Stück der dichterisch reichbegabten Scharfübrerin Beta Feierabend in Szene und fand bei groß und klein eine begeisterte Anfnabnie. Mit vollem Recht. Denn Beta Feierabend, die schon mit ihren früheren liistorisch eingestellten Dichtungen für die Svieifchar die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, bat in iftrcm neuen Spiel „Rote Bliebe", dessen Begebenheit ins Märchenland gelegt ist, ein künstlerisch besonders wertvolles Werk geschaffen. Tie Klarheit und Bildhaftigkeit ihrer Sprache in Vers und Prosa, die Sicherheit, mit der sie den dramatischen Knoten schüret und ibn in svannender Handlung löst, reicht weit über die üblichen Dilettantcnsvicle hinaus. Dazu kommt die gedankliche Ber- tiefung des Stückes, das immer mebr aus dem Märchenland von Niren und Prinzessinnen hinweist zu den ewigen Pflichten der Menschen, alles Eigenglück — vier ist es die Liebe der Prinzessin zu einem jungen Helden — zu opfern und sich selbst dazu, wo es sich um das Wohl des ganzen Volkes handelt. Obergefreiter Ferdinand Größer, Mühlenstr. 105, wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet. — Am Sonntag, 21. Mai, um 16.30 Uhr. findet in der Stadthalle in Ettlingen eine Feierstunde zum Muttertag statt. Hallen-Werbeveranstaltung der £ rtssportgemeinschast Ettlingen Unter günstigen Umständen nahm diese Veranstaltung am Sonn- tag in der restlos gefüllten Stadthalle einen schönen Verlauf. Die Jugend beherrschte das Bild im Saal und auf der Bühne und war mit Begeisterung dabei. Rund 250 Mitwirkende hatten die Ver- anstalter — Turnverein 1847 und Postsportverein — aufgeboten und die bunte Fülle der Darbietungen gewährte während reichlich zwei Stunden einen helle Freude bereitenden Einblick in die Vielseitigkeit des heutigen Turnbetriebs. Reigen und fröhliches Tummeln der Kleinsten wechselten mit Körperschule und Bodenturnen von Jung- voll und Jungmädels. Gewandtheit und Mut bewiesen an Barren, Reck und Pferd die verschiedenen Altersstufen beiderlei Geschlechts. Keulenübungen, Gymnastik am Rundseil, gymnastischer Tanz und als Krönung der ewig junge Walzer rundeten das Bild. Daß unter zielbewußter Führung tüchtig geübt und geschult worden war, ließen die Vorführungen erkennen. Zweifellos wird die gutgelungene Ver- anftaltung dem Turn- und Sportleben unserer Stadt einen weiteren Auftrieb geben. Als Gäste waren erschienen: aus Karlsruhe der Sportkreisführer Prof. Bender, die Sportkreissührerin Frl. Gretel Weber, der Bezirks-Postsportleiter S i e b a ch ; aus Ettlingen Ortsgruppenleiter Aeimatspiegel aus Ettlingen FAMILIEN-ANZEIGEN Für die vielen Aufmerksamkeiten, Glückwünsche und Grüße anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken wir herzlich. Jotef Fischer und krau Elise, geb. Gang. Ettlingen, Luisenstraße 13, im Mai 1944. Für die mir aus Anlaß meines Berufsjubiläums frdl. übermittelten guten Wünsche danke ich aufrichtig mit herzlichen Gegengrüßen. Albrecht Quenzer, Karlsruhe-Durlach, Dürrbachstr. 8. JLi Nach Gottes unerforschlich. Ratschluß und kurzer, un- Mk endlich glücklicher Ehe traf mich hart und schwer die unfaßbare Nachricht, daß mein innigst- geliebter Mann, unser guter, jüngster Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Oskar Bing Feldwebe! in einem Gren.-Regt., nicht mehr zu uns zurückkehrt. Er gab am 2. 5. im Alter von 28 Jahren sein Leben für seine geliebte Heimat. Nur wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren. Unvergessen von seinen Lieben ruht er auf einem Heldenfriedhof im Osten. Karlsruhe, Uhlandstr. 1, 12. 5. 44. In tiefem Schmerz: Hanna Bing, geb. Lötz; Fam. Karl Bing, Kappel a. Rh.; Max Lots u. Frau Johanna, geb. Zorn, u. alle Anv. Seelenamt: Montag, 22. 5., 7 Uhr, St. Bonifatiuskirche. Kurz nach seinen glücklich verbrachten Urlaubstagen A fand bei den schweren Abwehrkämpfen im Süden der Ostfront mein lieber, herzensguter Gatte, Klein-Karins bester Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Oberfeldw Oswald Gilliar Inhaber des E.K. 1. u. 2. Kl., silb. Verw.-Abz. u. versch. anderer Auszeichnungen, am 27. Februar 1944 den Heldentod. Ettlingen, Philippiburg, 2?. 4. 44. In tiefem Leid: Maria Gilliar, geb. Eberle, und Kind Karin; Familie Anten Gilliar; Familie Anton Eberle und alle Angeh. Für die vielen Beweise herzl. Anteilnahme sprechen wir auf diesem Wege unseren verbindlichsten Dank aus. -W.. Unerwartet und fast unfaß- bar traf uns die traurige Mm, Nachricht, daß unser Ib., braver und hoffnungsvoller Sohn, unser einziger Bruder, Schwager, Enkel, Neffe und Onkel Erwin Weick nach kurzem Fronteinsatz am 19. März 1944 im Alter von 18V* Jahren sein Leben für seine geliebte Heimat dahingab. Neureut /Baden, den 12. Mai 1944 Wilhelmstr. 7. In stillem Leid: Friedrich Weick u. Frau Frieda, geb. Grün; Wilh. Gros, Feldw., u. Frau Gertrud, geb. Weick; Heinrich Glutsch, Ob.-Gefr., u. Frau Frieda, geb. Stober, u. Kinder Ruth u. Heinz; Großmutter: Frau lulse Grün Ww. und alle Angehörigen. Trauergottesdienst: Sonntag, den 21. Mai 1944. 14.30 Uhr. Hart u. sdhwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß A mein über alles gel., herzensguter Mann, der stolze Papa seines * kleinen Bruno, unser Ib., unvergeßl. Sohn u. Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel u. Neffe Friedrich Nagel Uffz. in einem 3äger-Rgt., Inh. des E.K. 2 u. versch. anderer Auszeichnungen, am 13. April, 11 Tage vor seinem 29. Geburtstage, in treuer Pflichterf. im Osten gefallen ist. Hochstetten, Linkenheim, 16. 5. 44. In unsagbarem Schmerz u. tiefer Trauer: Frau Marta Nagel, geb. Arnold, u. Kind Bruno; die Eltern: Fam. Gustav Nagel; Schwiegereltern: Fam. Karl Arnold; die Geschwister: Willi u. Oswald Nagel; Familien König, Neos, Zwecker, Dörflinger, Treiber u. Arnold. Trauerfeier: Sonntag, den 21. Mai, nachm. V *3 Uhr, in Hochstetten. Nach bangem, schmerzl. Warten wurde es uns zur Gewißh., daß uns. liebster, einz. Sohn,, uns. herzensguter, getreuer Bruder, mein über alles geliebter Enkel, uns. braver Neffe Gefr. in ein. Art.-Rgt. — ROB. Fritz Hambruch Abiturient des Gymn. Hohenbaden im blüh. Alter v. fast 20 3. i. Osten sein hoffnungsfr., junges Leben in vorbildl. Tapferkeit u. Treue hingegeben hat. Er ruht fern der Heimat in fremder Erde. Baden-Baden, den 15. Mai 1944 Kurfürstenstr. 2. In tiefst. Herzeleid: Werner Hambruch, Verleger, Oblt. d. R. a. D.; Friedet Hambruch, geb. Hoel- lischer; Eva-Marie-Luise Hambruch ; Yvonne-Monika Hambruch; Lulu Hoellischer, geb. Koelblin, und Anverwandte. Unser liebes Kind, unseren Sonnenschein Margarete hat Gott nach kurzem Erdendasein wieder zu sich genommen. Ettlingen, den 15. Mai 1944. Tief betrauert von seinen Eltern: Eugen Streng, Gefr., z. Z. im Osten, u. Frau Berta, geb. Hauck; seine Geschwister Irmgard, Else, Eugen, sowie die Anverwandten. Beerdigung: Donnerstag, den 18. Mai 1944, 15 Uhr. AMTLICHE ANZEIGEN Ausgabe der Lebensmittelkarten. Di« Lebensmittelkarten fiit die 63. Bers.-Periode vom 29. 5.-25.6.194-1 werden am Freitag, den IS. Mai 1944, von 14—1T.:S0 Uhr, an die in KarlSruoe «einschl. Vororte» wob- nenden Einwohner ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt wie bisher. ?ie ' Berjorguiigsberechtigten wer- den dringend ersucht, die Leben«- mittetkarten am der Karlenaus gab? in dev vorgesehenen Ausgabe- lokalen abzuholen, da ». U. wegen Ueberbelastung des Amts die nach- trägliche Abgabe der Lebensmittel- karten beim ErnährungSamt bis zum Beginn der neuen Versorgung«- Periode nicht gewährleistet werden kann. Bei den Ausgabestellen ist insofern eine Aenderung eingetreten, da? Pq. Wenz von E.-Ost und ein Vertreter von West, Vertreter der Wehrmacht und der Schulen, die vom Beauftragten der Ortssport- gemeinschaft, Pg. S t r ü t t, besonders begrüßt wurden. Am Ende der Vorführungen unterstrich der Kreissportführer, wie wichtig es gerade im fünften Kriegsjahr ist, Sport zu treiben, unsere weibliche Jugend zu kraftvollen Frauen und die männliche zu tüch- tigen Soldaten heranzubilden. Er überreichte dann dem verdienten Turnwart Prokurist Albert S e m l i n g, der schon über 30 Jahre unsere Türnermannschaft so stramm und forsch geführt hat, den E h r e n b r i t f des NSRL. Mit dem Gruß an den Führer fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Aus dem Pfinztal Sanitätsunteroffizier Emil Klos von Berzhausen und Ge- freiter Franz Heidt ans Söllingen erhielten das Kriegsvei» dienstkreuz 2. KI. mit Schwertern. — Bei der Sitzung der Politi- schen Leiter in H o h e n w e t t e r s b a ch gab Ortsgruppenleiter Pg. Wacker verschiedene Anordnungen bekannt. — Auf einer Versammlung berichteten die Amstleiter Volk, Weingärtner und Ritter in Wöschbach über ihre Arbeitsgebiete. Ortsgruppenleiter Kagreis gab Parteiangelegenheiten zur Kenntnis. — In Weingarten wurde Oberfeldwebel und Flugzeugführer Friedrich Welsch unter Beteiligung der Wehrmacht und der Politischen Leiter zu Grabe getragen. — Die Spinnstoffsammlung, die am Sonntag dnrchge» führt wurde, hatte ein sehr gutes Ergebnis. — Am Freitag sind die Erstkläßler (Jahrgang 1938) im Schulhaus anzumelden. (H.) ttücles, dem von wurde. >> WM WWWWWW W ... Julius flrötz geschrieben Bütte, der selbst den ans Mitgliedern des diesige» Sinfonie und Kurorchekters gebildeten Klangkörper wirkungsvoll dm» gierte. Ter Beifall, der am Schluß stürmisch die Tichterin hervorrief, setzte auch im Verlans der Ausführung immer aufs neue ein. Zo wurde es eilt festlicher Abend, auf den die BdM.-Svielsaiar und ihre poetische Fübrerin stolz sein können und der zugleich den Baden-Badener Lazaretten, für die sein Reinertrag bestimmt war, eine erfreuliche Spende ein- getragen hat. Albert Herzog. Bahneröffnungskämpfe der Leichtathleten der Kreise Karlsruhe und Bruchsal Beerhorst und Schattmann, beide Post-Karlsruhe, zeigten die beste Leistung Aüf dem Turnerbnndsvlatz iif Bruchsal, der sich in einer^ vor- züglichen Verfassung besand, führten am Sonntag dte beiden ^port- kreise.Karlsruhe und Bruchsal iure diesjährigen BaftneroffnimgSkamvfe gemeinsam durch. Tie Veranstaltung war vom Turnerbund Bruchsal bestens vorbereitet und wickelte sich unter der Leitung von Kreis- fachwart für Leichtathletik Willi Veit-Karlsruhe flott ab. Im Nachstehenden die Ergebnisse: , , , $3.=ftl#fft. Weitsprung: 1. Ricaler, MTB. Karlsruhe, 4.Z4 Meter. — 7^-Meter-Lauf: 1. Rtegler, MTV.. 10.« Sek. — schlagball: 1. A. Müller. MTB. Karlsruhe, 56.7« Meter. H?. Klaffe A. 100 Meter: 1. W. Beck. KTB. Karlsruhe, 1Z.Z sek. — Weitsprung: 1. Beck. KTB. Karlsruhe, .'>.71 Meter. — Kugel: 1. Scheuber, Post Karlsruhe. 9.09 Meter, — 1000 Meter: 1. Eberhard!, Post Karlsruhe. 3,05 Min. ~ . a-> ■. SJ.-Klafsc B: 100 Meter: 1. Matter, MTV.. 12,3 Sek. — Weit» sprung: 1. Matter. MTV., 5.04 Meter. — Kugelstoh: 1. Gogröfs. Tbd. Bruchsal, 10.15 Meter. — 500 Meter: 1. Matter. MTV.. 1.16.2 Min.. 2. Böser, Post Karlsruhe, 1,18,4 Min., 8. Gogröff. Tbd. Bruchsal, ^'Frauen"' Klasse offen: 10V Meter: 1. Eckert, Pokt-SG. Karlsruhe. 14.1 Sek. — Klasse Anfänger: 100 Meter: 1. E. Martin. Post-IG. Karlsruhe, 14.«! Sek. — Weitsprung. Anfänger: I. Hohmann, Tbd. Bruchsal, 4.1» Meter. — Kugelstoft offen: 1. Kirritetter. Po«-SG. Karlsruhe, 9,59 Meter. — Hochsprung offen: 1. Schneider. Post-zZ. Karlsruhe, 1.30 Meier. — Speerwurf offen: 1 Werner, Post-«G. Karlsruhe. 30,15 Meter. — 4mal-100-Melcr-ZIatfel: 1. Post-sG. Kar^- ruhe, 1. Mannschaft, 57,2 Sek.: 2. Posi-ZG. Karlsruhe. 2. Mann,»., 59,6 Sek.: 3. MTV. u. Tbd. Bruchsal komb.. 60^0 sek. Männer. 100-Meter offen: 1. Moll. Post-SG. Karlsruhe. 12.2 Sek? 2. Keller, MTV. Karlsruhe, 12,Z Sek. — 100-Meter Altersklaise: 1. Schwärzet, VfB. Bruchsal, 14.4 Sek.: 2. Dumm, Tv. Bruchsal. 14,6 Sekunden. — Weitspruna. Altersklasse: 1. Berts®, TV Bruchsal. 4,48 Meter: 2. Schwärzet, VfB. Bruchsal, 4,47 Meter. — Kugelftofien offen: Nofznagel. Tbd. Bruchsal. 8.81 Meter: 2. Schäfer, Tbd-. Bruchsal. 8.25 Meter. — Kugelstoßen. Altersklasse: 1. Tumin. Tv. Bruchsal. 8,86 Meter: 2. Bater, Tv. Bruchsal, 7,87 Meter. — 1000 Meter offen: 1.' Beerhorst. Post-ZG. Karlsruhe. 2.48,3 Min.: 2. Schattmann, Post-sG. Karlsruhe. 2,48.4 Min.; 3. Schäfer. Tbd. Bruchsal, 3.00 Min. — 1000 Meter. Altersklasse: 1. Schwärze!. Tv. Bruchsal. 3.24 Mm — 4mal-100-Meter-Staffel: 1. Post-SG. Karlsruhe, 48,0 sek^ 2. MTV. 1. Mannschaft. 49,7 Sek.; Z. MTV. 2. Mannschaft, o3.S Sek. die Ausgabestelle crtsgruppe Rint^ heim nach dem neuen Schulhaus in Rintheim verlegt worden ist. Ausgabe für die Ortsgruppen Dur lach I—IV im Ratbaus Durlach, für die Ortsgruppe Aue im iliat haus in Dnrlach-Aue. An Kinder werden keine Lebensmittelkarten ver abfolgt. Webrmachtbangehörige, die als Selbstverpfleger ans der Truppen- Verpflegung abgesetzt sind und kei- nen eigenen. Haushalt führen, er- halten ihre Lebensmittelkarten ab 19. Mai 1944 bei der Wehrmachts- kommandantur. WehrmachtSheim i.^otel Reichsbof», Badndofsplatz. Mit den Lebensmittelkarten werden dte Reichskarle für Marmelade .'!. - AureilungSperiode (29. Mai bis 17. September 1944), auSge geben. Den Verbrauchern ist wieder dte Möglichkeit eingeräumt, den wahlweise zu beziebenden Zucker aus die Reichskarte für Marmelade innerhalb der Gesamtgültigkeits- dauer der Karte vorweg zu be- zieben. Marmelade darf icdoch wie bisher nur innerhalb der auf den Einzelabschniiien vorgesehenen Fri- sten abgegeben und bezogen werden. Znr Vorbestellung von entrabmter Frischmilch haben die ^x-Karten- empfang« wöchentlich den zweiten W-Abfchnitt der Wochenkarten, also die Abschnitte W 2. W 7, 38 12 und W 17 beim Kleinverteiler abzuliefern. Auf die Abschnitte W 1. W 6. W 11 und W 16 erhalten die \7.- Kartenempfänger le 300 « R-Brot bzw. 225 R-Mehl lSpeisckartoffel- erfatz). Die Reichszuckerkarte 65—66 wird ebenfalls mit den Lebinsmittelkar- ten für die 63. Zuteilungsperiode ausgegeben, da die Berforgungsbe- rechtigten verpflichtet sind, in der 63. Anteilungsveriode (vom 29. Mai bis 25. Juni 1944> den Autker der 65. Anteilniigsveriode und in der 64. AnteilungSvcriode «vom 26. Juni bis 23. 7?Uli 19441 den gurtet der 66. Zuteilungsperiode vorweg zu beziehen. Auf Grund besonderer Anordnung erhalten alle Empfänger von Reichs- brotkarten ohne Unterschied des Le- bensalters, sowie Ausländer, die im Besitze der Wochenkarten für ausländische Zivilarbeiter sind, für die 63. Zuteilungsperiode eine „Brot-Sonderkarte" zum Bezug von 600 ? Roggenbrot. Die Brot-Touderkarte ift im Karlen- Heft enthalten, trotzdem sie nur teil- weise im Inhaltsverzeichnis auf der Rückseite der Nährmittelkarte auf- geführt ist. Verbraucher, die auf Gidsthausver- Vilegung angewiesen sind und mit- hin Reisemarken benötigen, können den Umtausch der Rormalkarten be- reits am Tag der Kartenausgabe in der Zeit von 14—17.3N Nhr beim Er- nährungsamt, Sans Thoma-Str. 2, vornehmen. Umtausch nur aus Bor- läge des PersonalansweileS. Tie Verbraucher baben die Bestell- scheine einschl. des Bestellscheins 63 der Reichseierkarte. der Reichskarte für Marmelade ^wablweise 'luckerl und für entrabmte Frischmilch sn- wie d?S. Bezuasausweises für Speifekartoffeln in der Woche vom 22_-;7. Mai 194t bei den Verteilern abzugeben. Bei versvät^ter Ali- aabe d-r Bestellscheine werden dies" nur mit *:>. "t oder »/, der Gesamtmengen im Verhältnis der abge- laufenen Wochen bewertet. Das! gleiche ailt auch für die Abaabe de? EierbestellscheinZ. Die Verteiler beu die Bestellscheine beim Ev nährungsamt vom 30. 5.-3. 6. 44 abzurechnen. Mit den Lebensmittelkarten werden auch die Raucherkarteu sür die 63. Zuteilungsperiode ausgegeben. Wer bei der allgemeinen Ausgabe keine Raucherkarte erhält, bat sich ab 22. Mai 1944 an das Stadt. Wirtschafts amt 1, Hans-Thoma-Str. 2 — Ein- gang 0 — zu wenden. Am Freitag, den 19. Mai 1944 blei ben sämtliche Geschäftsräume des Ernährungsamls, mit Ausnahme der Reifekartenfchalter geschloffen. Am ZamStag, de» ZI). Mai 1944, ift die Kartenftelle des Ernährungs- amtS nur für die dringendsten ^älle, *. B. Anmeldung bei Zuzug oder Abmeldungen wegen Einberusung zum Heeresdienst. RAD. usw.. Aus »ahme in Gemeinschaftsverpflegung (Krankenhaus, Klinik, Erholung?- heim u. dgl.» tu der Zeit von 11—12 Uhr geöffnet. Karlsruhe, den 17. Mai 1944. Der Oberbürgermeister der Landes bauptstadt Karlsruhe. Ernährungs amt — Abt. b — Eierverteilung Sür die Zeit vom 1. Mai bis 28. Mai 1944 werden aus den Abschnitt b des Bestellscheins Nr. 62 der Reichseierkarte 4 Eier für jeden Verforguiigsberechtigien ausgegeben. Eine bestimmte Ausgabezeit wird nicht festgesetzt. Tis Eier sind sc- weils sofort nach Eingang vom Kleinverteiler an die Verbraucher auszugeben und diese sollen die Eier alsbald nach Belieferung ihre» Kleinverteilers abbolen. Bei verspä- tetem Eintreffen der Eier behält der Abschnitt auch über seine Lauszeit hinaus Gültigkeit. Karlsruhe, den-17. Mai 1944. Ter Oberbürgermeister der Landes Hauptstadt Karlsruhe. Ernährungs- amt — Abt. k — Ter Oberbürgermeister der Stadt Baden-Badcn. Ter Landrat Karlsruhe, Bruchsal, Rastatt, Bühl, Osfenburg, Kebl und Lahr. «TEILEN-ANGEBOTE Groftwerk der Metallindustrie in Mitteldeutschland sucht sür feine Ein- kaufsavteilung tatkräftige und ein- satzfreudige Mitarbeiter, die aus Grund ausreichender Erfahrungen in der Lage sind, eine Außendienst- stelle »elbständig zu leiten. 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Nur noch heute u. morgen! 2.45, 5.00, 7.15 „Die verschwun- dene Frau". Jugend zugelassen. SCHAUBURG. Nur noch heute u. morgen! 2.45, 5.00, 7.15 „Opernball". Jugend nicht zugelassen. Durlach. SKALA. Nur noch heute und morgen! 2.45, 5.00, 7.15 „Um 9 kommt Harald". Jugend nicht zugelassen. Durlach. M.T. Heute letztmals der große Tobis-Revuefilm: „Wir tarnen um die Welt". Dazu Kulturfilm und Woche. Jugend zugelassen. Durlach. Kammer-Lichtspiele. Täglich ab 5 Uhr, 7.15 Uhr, Sonntag ab 2.4S Uhr: „7 lahre Glück". Jugend nicht zugelassen. > »