5 1. Jahrgang LM ^ ^ ^ J0J& Zt u m m e r 8 4 Bezugspreis: Frei Ha«, mono«. 2.-M M M W aSm nBI ~mT^ Gigcntum unb Verlag: im voraus, im Verlag ob. in ben Zweig» * K9 BSfil WWt »W> ■■ W> Subwcftbcutslhc Druck, unb Bcrlag», stelle» abgeho», l.7U Durch die Post bez. H A A AA A I» j ^k gefellschaf« m.b.H.. Karlsruh- am Rhein. XH zuzngl. 3fi Xff Zustellgelb V JB ... H| Ji !H I w\ SarnStag/Sonntag-Numiner 15 <%?. Im JBH US H| wH BS HB RAI MM Ifl |H ▼ HJ® 9H IM ■ / I ß i-tellvertreter. i.df(f)c. Fall höherer Gewalt hat ber Bezieher >M M» KU BMI M> W> «W MM HB/ MMS MW ^M H/ (■ HBf Prebgesetzlich verantwortlich: Für Politik: Ansprüche bei verspätetem ober Nicht- ^M RH WM ^M ^M Joh. Aakob Stein; sür Babische Chrovtk erscheinen ber Zeitung Abbcstellmtgen H| »nb Sport Hubert Doerrschixt; nen NN? bis zum 25. b Monats ^^0 ^^M ^^M ^^M ^^M ^^M^ ^^M Lokales unb Bviefkasteu: '^art a.b. Äonats-Letzten angenommen werben. JF^ Mflr AP WWm äk MeS^r W P Af Anzeigenpreise: ®U » «6,.» ^ ▼ ▼ f f ▼ S?i Äb! sür' ben Auze^nW «üb. meter-Zeile 8* Stcilcn-Gesuche u,-An- W j W M \H/ I I wig Meinbl; sämtliche in Karlsruhe, geböte, Famtl.- u. clnspalt. Gelegcnhclts. I ^ I I Berliner Schriftleitmig: Dr. Kur, Mctger. Anzeigen ».Privaten "waß. j®"'®; ( f lltIO Fernsprecher: 4050, 4051, 4052 , 4053. 94 mm 6t. Mllllmeterzelle l.Textteil 5 j jmm ^ m • « Hauptgeschäftsstelle: Karl-Friedrich- su*rar&ra.'« »«.»-»«»-»«»« Kandels-Zeitung «—«»M»- k!»s«!K«.'s» Konkursen aUber Kraft. Ersüllungsort *~* Buch unb Nation I Film unb Funk / mtb Gerichtsstand ist Karlsruh« a. Rh. «Z rt S - tt ä rt « n f. ß tf» C i ttt it t i ß i f II 1t ö Roman-Blatt ' Deutsche Jugend ' Sport- Zur Zeit ist Preisliste Nummer 5 gültig. «uvr»»» H N ^ yumumiiuiiH blatt ' Frauen-Zeitung / Bäber-Zeitung / Für unverlangt übersanbte Beiträge K A « O 1 noe Lanbwirtschast, Gartenbau ' Karlsruher übernimmt die Tchristleitg, keine Haftung. Nllrtsruye, xltensiog, oen Äpn» lyoD. Vereins-Zeltung. D.-A III Z5: 21 837. Ludendorffs 70. Geburlslag. Die Feiern in Tutzing - Ehrungen der Reichswehr für den großen Feldherrn. % Tutzing am Starnberger See, 9. April. Tutzing, k»er hübsche, mit schönen Alleen und Gartenanlagen geschmückte Ort am ivestlichen Gestade des Staruberger Sees, steht am Dienstag ganz im Zeichen des 70. Geburtstags Erich Luden- dorffs, des großen Feldherrn des Weltkrieges. Das Wetter hat sich etwas aufgeklärt. Plastisch und scharf tritt das Ge- birge hervor. Kraftwagen auf Kraftwagen strebt Tutzing zu, dessen Häuser zu Ehren des Tages reichen Flaggeuschmuck angelegt haben. Zwei Sonderzüge bringen an 170V Per- sonen heran. Das Haus Ludeudorffs ist schon am frühen Morgen von dichten Menschenmengen umlagert. SA und Gendarmerie halten mühsam die Absperrung ausrecht. Um 8 Uhr zieht der Doppelposten des Reichsheeres vor dem Hanse des Generals auf. Dann folgt eine Abord- uuug nach der anderen. Alle werden von dem General, der au feinem heutigen Ehrentage große Generalsuniform mit allen Orden und Auszeichnungen angelegt hat, herzlich emp- fangen. 30 Mitglieder des Brigadeführerkurses der Reichs- führerfchule der SA treten im Garten an. General Luden- dorsf schreitet ihre Front ab, gibt jedem der Erschienen die Hand und wechselt kameradschaftliche Worte mit den Kriegs- teilnehmen!. Um 10 Uhr traf dieEhrenkompagniedesReichs- heeres ein, die vom Jnfanterie-Regiment München gestellt wird. Unter Vorantritt einer Musikkapelle marschiert sie mit klingendem Spiel und mit den Fahnen des ehemaligen Füsi- lier-Regiments „General Ludendorff" (Niederrheinifches) Nr. 30 dem Haufe zu. Punkt 11 Uhr fuhr Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg mit dem Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiher oou F r i t s ch, vor. Nachdem Meldung er- stattet war, begaben sich die beiden Generale zum Hause des Jubilars, der sie am Eingang crivartete und in sein Haus geleitete Dort übermittelte Generaloberst Reichöwehrminister von Blomberg dem Jubilar die G l ü ck w ü u f ch e d e r d e u t f ch e u Wehr- macht. Er führte u. a. aus: „Ich bin glücklich, ihr Vermittler sein zu dürfen, da ich die Ehre hatte, im großen Kriege in meiner letzten Dienststelle als I. a. A.O.K. VII die entjchei- deude Beeinflussung durch Ew. Exzellenz unmittelbar zu er- fahren. Die deutsche Wehrmacht hat sich bemüßt, durch lauge Jahre hindurch die ihr im Verfailler Vertrag aufgezwungene Form mit schöpferischem Leben zu erfüllen. Nach der Einfüh- rung der Wehrpflicht nähert sich die neue deutsche Wehrmacht in ihrer Konstruktion wieder mehr der Wehrmacht der Vor- und Kriegszeit. Diese Wehrmacht war vor und während des großen Ringens durch den Soldaten Lndenöorfs entscheidend stark beeinflußt und geführt. Auch auf die neue Wehrmacht wird dieser Geist ausstrahlen. Die Soldaten der deutschen Wehrmacht sehen in General Luden- dorff den großen Feldherrn des Weltkrieges, unter dessen Führung Deutschland einer Welt von Feinden die Stirn geboten hat." 8. London, g. April. (Drahtmeldung unseres Vertreters.) Das britische Kabinett hat gestern zweimal Sondersitzungen mit dem Programm „Stresa" abgehalten. Die erste Sitzung dauerte von 11—13 Uhr. Macdonald führte den Vorsitz, und Außenminister Simon erstattete Bericht über seine und des Lord-Siegelbewahrers Reise nach Berlin, Moskau und Prag. Daß Lord-Präsident Baldwin wegen einer gesellfchaft- lichen Veranstaltung an der Sitzung nicht teilnahm, hat in politischen Kreisen überrascht und die Vermutung erzeugt, daß die eigentliche Entscheidung bereits im kleinen Kreise vor der Kabinettssitzung gefallen sei. Außerdem fehlten der Dominienminister Thomas und der Gefnndheitsmiuister Hilten Aoung. ' Daß die britische Regierung in Stresa ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen will, kann man aus Macdonalds Ankündigung im Unterhanse entnehmen, daß er selbst'Sir John Simon zu der Konferenz im Lago Maggi- orebegleiten werde. Offenbar wünscht Downing Street zu verhindern, daß die Konferenz völlig durch die nicht immer bequeme Aktionslust des italienischen Regierungschefs be- herrscht wird. Man nimmt nun au, daß auch der frau- zöfische Ministerpräsident Flandin nach Stresa fährt. Eine Verständigung mit Paris dürfte über diesen Punkt bereits erfolgt sein. Sir John Simon wurde im Unterhause gefragt, ob die wirtschaftliche Zusammenarbeit Oesterreichs mit den anderen südosteuropäischen Nachfolgestaaten in Stresa erörtert wer- den würde. Der Außenminister antwortete jedoch, daß er darüber nichts sagen könne. Inzwischen waren zwei Staffeln der Reichsluft- waffe über den See herangeflogen und bereiteten mit einem Vorbeiflug mit tadelloser militärischer Ausrichtung dem General eine Ehrung. Das letzte der Flugzeuge warf Bild: Dr. Sellc-Eosler. einen Rosenstrauß mit einer Huldiguugsadreffe für den Ge- neral ab. Kurz nach 11.15 Uhr betrat General Ludendorff, ge- leitet von Generaloberst vou Blomberg und General der Ar- tillerie von Fritsch, den Platz. Er wurde mit brausen- den Zurufen empfangen. General Ludendorff, der Generalsuniform mit dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes trug, begrüßte die Versammelten und schritt dann die Front der Ehrenkompanie ab. Ergrissen grüßte er die Fahnen sei- nes alten Regiments. Den Soldaten entbot er ein kraft- volles „Heil, Kameraden!" Dann unterhielt sich der General längere Zeit mit den Führern des Reichsheeres und begab sich hierauf zum Platz gegenüber seinem Hans, wo er an der Seite des Generalobersten von Blomberg den Vorbei- marsch der Truppe abnahm. Auch Angehörige seiner Familie wohnten dieser Ehrung bei. Im Hause Ludeudorffs sind im Laufe der letzten Tage ganze Körbe von Glückwunschtelegrammen und Briefen aus allen Schichten des deutschen Volkes eingegangen. Unendlich groß ist anch die Anzahl der Geburtstagsgeschenke. Die erste Sitzung des Kabinetts hatte noch so große Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mi- nistern aufgezeigt, daß man sich entschließen mußte, für den Nachmittag eine neue Sitzung einzuberufen. Nachdem der Premierminister dem Unterhause die Zusammensetzung der britischen Delegation für Stresa bekanntgegeben nnd Sir John Simon die Kleine Anfrage über Oesterreich beant- wortet hatte, empfing der Anßenmiuister im Parlaments- gebäude den deutschen Botschafter Dr. v o n H o e s ch zu einer kurzen Unterredung. Gegen 17 Uhr traten die leitenden Minister wieder zu- sammen und berieten bis nach 19 Uhr. Eine amtliche Mittei- lnng wurde nicht ausgegeben, und die M i n i st e r v e r w e i- gerten jede Auskunft über ihre Beschlüsse, als sie das Parlamentsgebäude verließen. Daß man trotz der vorbereitenden Arbeiten des kleinen Kabinettsausschusses noch so viel Zeit zur Aufstellung der bri- tischen Richtlinien^für Stresa benötigte, bestätigt die Schmie- rigkeit der zu treffenden Entscheidungen. Es handelt sich ja nicht nur um die Frage, wie die im englisch-französischeu Me- morandum vom 3. Februar vorgezeichnete Linie weiter ver- folgt werden soll, sondern auch um die Ratstagung vom 15. April. Italien und Frankrei-ch haben sUe'^beide Konferenzen sehr weitgehende Forderungen aufgestellt, die neue unbequeme Verpflichtungen für England in sich schließen. Die englischen Berichte aus Paris und Rom zeigen, daß Frankreich und Italien, vor allem Italien, entschlossen ist, Englands Vermittlerrolle zu Ende zu bringen nnd Britau- uien endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Der Erste General- quarliermeister. Als Erich Ludendorff am 9. April 18V5 auf dem Gute seines Vaters in Krnfzczcwnia bei Schwersenz in der Provinz Posen das Licht der Welt erblickte, war er bereits zum Soldaten bestimmt. Es war der sehnlichste Wunsch sei- ues Vaters, des Rittergutsbesitzers Wilhelm Ludendorff, ge- wesen, daß seine Söhne den Offiziersrock anziehe» müßten. Er selbst war nur Reserveoffizier und hatte es nach Beteiligung an den Kriege» von 1866 nnd 1870 zum Rittmeister der Reserve gebracht. Aber der alte Ludendorff fühlte sich der preußischen Armee verbunden. Alles, was diese Armee betraf, war mit seinem Denken nnd Sinnen fest verwurzelt. Die Vorliebe für deu militärischen Beruf wird bei dem Vater Ludeudorffs als Erbteil mütterlicher Seite erklärt, denn seine Mntter Adda, geborene Lesfler, war eine Schive- diu und stammte in gerader Linie von König Erik XIV, dem Sohne Gustav Wasas, ab. Auch/die Aiutter Erich Ludendorffs stammte aus einer alten preußischen Offiziersfamilie, so daß sich alles verband, um de» kleinen Erich aus seine spätere militärische Laufbahn vorzubereiten. Von allen Biographen ivird beteuert, daß Erich Luden- dorff in seinen ersten Lebensjahren durchaus keine Hoffnungen erweckte, ein Wunderkind zu werden. Keine außer- gewöhnliche Veranlagung machte sich bemerkbar, er war ein gesunder, in jeder Hinsicht sich normal entwickelnder Jünge, der allerdings eine außerordentliche Energie entwickelte, um ein lautrichtiges Sprechen zu erlerne», was in der ersten Zeit große Schwierigkeiten bereitete. Im Jahre 1872 siedelte die Familie Lndendorff nach dem Verkauf von Kruszezweuia nach Thuuow in Pommern üb—, wo der Vater eine größere Besitzung übernahm. Seinen ersten Unterricht genoß der Knabe im Hanse. Aber erst in seinem achten Lebensjahr fanö sich nach häufigem Wechsel der Hauslehrer, eine geeignete Persönlichkeit, die ihm das Lernen zur Freude machte. Trotzdem gehörte er nicht zu den Schülern, die mit spielender Leichtigkeit alles in sich ausnch- men, aber die Gründlichkeit wird hervorgehoben, mit der er sich das Wissen aneignete, die Pflichttreue, mit der er ar- beitete, die Energie, mit der er Hindernisse besiegte. Was er erlernte, besaß er und hielt er fest auf Lebenszeit. Schon mit 10 Jahren soll er sich durch keine fälschliche Behauptung eines Erwachsenen in seiner Meinung habe beirre» lassen. Mit eiserner Festigkeit blieb er bei seiner Angabe und wies deren Richtigkeit durch herbeigeholte Bücher nach. Im Hause des Vaters verkehrten Gäste, die meist dnn Offiziersstattde angehörten: die immer wieder mit Begeiste- rung aufgefrischten Kriegserinnerungen bildeten den Haupt- iuhalt der Unterhaltung. Vielleicht bildeten sich damals schon Gedanken und Vorstellungen, die den kindlichen Zuhörer ans das Gebiet führten, auf dem er später heimisch werden sollte. Als Erich Ludendorff fein 12. Lebensjahr vollendet hatte, war es niit der schönen Zeit im elterlichen Hause vorbei. Er verließ es im Atai 1877, um in der K a d e t t e n a n st a l t zu Ploeu seine Aufnahmeprüfung abzulegen. Das Ergeb- nis soll so gut ausgefallen sein, daß der Oberst bei der Ver- kündignng, Erich Lndendorff sei als reif fiir die Untertertia befunden worden, die Worte hinzusetzte: „Ich mache ihm mein Kompliment." Die Erwartungen, die ein solcher Ansang erweckte, wurden nicht getäuscht. Während der ganzen süus Jahre, die Ludendorff im Kadettenkorps zu Ploeu und später in Lichterfelde zubrachte, zählte er zu den beste» Schülern. Alle Ehrenämter, die ein Kadett erlangen kann, wurden ihm übertragen. Er brachte es vom Stubenältesten bis zum Kom- panieführer. 1882 hatten auch diese Jahre ihr Ende erreicht und Erich Ludendorff erhielt als 17jähriger sein Offizierspatent. Er kam zum Infanterieregiment Nr. 57 in Wesel und wurde später zur Marineinfanterie versetzt. Ludendorff erzählt selbst aus dieser Zeit: „Als junger Offizier mußte ich mich redlich durchs Leben schlagen. Meine Lebensfreudigkeit litt nicht darunter. Ich fast viel in meiner bescheidenen Leutnantswohnung in Wesel, Wilhelmshaven nnd Kiel und las Geschichte und Kriegsgeschichte, foivie geogra- phifche Schriften. Was ich als Kind in mich aufgenommen, erweiterte sich. Ich wurde stolz auf mein Vaterland nnd seine bedeutenden Männer. Glühend verehrte ich Bismarcks gewaltige und leidenschaftliche Größe. Der ausschlaggebende Wert von Heer und Flotte für unsere Sicherheit, nachdem Deutschland immer wieder das Schlachtfeld Europas gewesen war, drängte sich mir förmlich auf, wenn ich die Geschichte Schritt für Schrit verfolgte..." In den Jahren 1890—93 finden wir Erich Ludendorff aus der Kriegsakademie, wo er unter anderem auch Ruf- fisch lernte. 1895 wurde er Hauptmann im Generalstab, kam 1890 nach Magdeburg zum Generalstab des IV. Armeekorps, erhielt 1898 eine Kompanie im Thorner Infanterieregiment und wurde 1901 Geueralftabsoffizier der IX. Division in Glogau. 1904 kommt Ludendorff zum großen Generalstab zurück und wird Lehrer für Taktik unb Kriegsgeschichte an der Kriegsakademie. 1913 finden wir ihn als Oberst und Kommandeur des 39. Füsilierregiments in Düsseldorf. Der Ausbruch des Weltkrieges trifft Ludendorff als Generalmajor und Kommandeur der 85. Infanterie- Brigade in Straß bürg. Er rief ihn aber nach seiner Drei KabineUchess in Strefa. Macdonalds Entschluß und Flandins Absicht / Pläne und Beeinslnssungsversnche. Veike 2, Nr. 81 BavZsche Presse ■uli ■'Sil I Nenstag, den 9, Aprtl WAS Mobilmachungsbestimmung als Oberquartiermeister zum Oberkommando der II. Armee nach Aachen. Einzelne Teile Sieser noch im Ausmarsch begriffenen Armee begleitete Luden- dorff im Auftrage des Oberkommandos. In der Nacht vom 5. zum 6. August durchbrachen die Sturmtruppen die Forts- linie der Festung L ü t t i ch. Fast vor seinen Augen wurde der Kommandeur der 14. Jnfanteriebrigade, General von Wufsow, durch eine Kartatsche getötet. Ludendorff sammelte die nach und nach eintreffenden Truppen und übernahm die Führung der Brigade. Als einer der ersten drang er in Lüttich ein. Die Zitadelle war noch in belgischer Hand. Ein paar hundert Belgier ergaben sich auf Ludendor,ffs Aufforderung. Am 22., August erhielt Ludendorff die Ernennung zum General st absches der Armee im Osten mit dem Auf- trag, den neuernanuten Führer dieser Armee, General von Hindenburg, aus Hannover abzuholen. Hindenbnrg wurde erwählt und Ludendorff kam an feine Seite, und hier- mit begann die gemeinsame Tätigkeit der beiden Männer, die für den Erfolg der deutschen Waffen bestimmend sein sollte. Ueber diese gemeinsame Tätigkeit, die in der Kriegsgeschichte aller Völker wohl einzig dasteht, spricht sich Ludendorff in seinen „Kriegserinnerungen" selbst aus: „Vier Jahre haben wir in tiefster Harmonie wie ein Mann zusammen gearbeitet, der Generalfeldmarfchall und ich. Ich sah es mit tief innerer Genugtuung, daß er die Jdealgestalt dieses Krieges für das deutsche Volk, die Ver- körperung des Sieges für jeden Deutschen wurde... Unser beider strategischen und taktischen Anschauungen deckten sich vollständig, ein harmonisches und vertrauensvolles Mitein- anderarbeiten ergab sich daraus von selbst... Ich hatte die Genugtuung, daß der Generalfeldmarschall stets — von Tan- nenberg an bis zu meinem Abgang im Oktober 1918 — mit meinem Denken übereinstimmte, und meine Befehlsentwürfe billigte. Wir hatten auch die gleiche Auffassung über den Charakter dieses Volkskrieges und die sich hieraus ergebenden Notwendigkeiten..." Und der greise Generalfeldmarschall äußert sich fast auf die gleiche Weise: „Ich selbst habe mein Verhältnis zu Ge- neral Ludendorff oft als das einer glücklichen Ehe bezeich- net... Eine meiner vornehmsten Aufgaben, nachdem ich den hohen Gedankengängen, der nahezu übermenschlichen Arbeits- kraft und dem nie ermattenden Arbeitswillen meines Chefs so viel als möglich freie Bahn zu lassen und sie ihm, wenn nötig, zu schaffen... Und wahrlich seine Arbeit und sein Wollen, wie seine ganze sonstige Persönlichkeit waren dieser Treue wert. Mögen andere darüber urteilen, wie sie wollen.. So haben diese zwei Männer zusammen gearbeitet. Viele Jahre hindurch in gemeinsamer, unausgesetzt aufopfernder Tätigkeit zum Wohle des von allen Seiten bedrängten Va- terlandes. Es waren zwei Männer am rechten Platz, die an einem Strange zogen, auch später, als im Jahre 1916 der Generalfeldmarschall zum Chef des gesamten Feldheeres und Ludendorff zum Ersten Generalquartiermeister ernannt wurde. Damals fielen den beiden Männern neue Aufgaben zu. Nach ihren Weisungen drangen, während im Westen die Sommeschlacht tobte, die verbündeten Heere in Rumänien ein, vertrieben die Gegner und bereiteten der Offensive Brus- silows ein unrühmliches Ende. Als dann im Herbst 1918 alles zu Ende ging, weil die Heimat früher erlahmte als das Heer, und General Luden- dorff den erbetenen Abschied erhalten hatte, blieb Hinden- bürg allein zurück. Und er kennzeichnet die Stimmung, die ihn in jenen katastrophalen Tagen befiel, folgendermaßen: „Am folgenden Tage betrat ich die bisher gemeinsamen Ar- beitsräume wieder, mir war zu Mute, wie wenn ich von der Beerdigung eines mir besonders teuren Toten in die ver- ödete Wohnung zurückkehrte..." Einfach waren die Lebensverhältnisse, aus denen Luden- dorff kam, einfach war sein Leben, einfach ist er auch in seiner Größe geblieben. Am Schlüsse seiner „Kriegserinnerungen" stehen prophetisch die Worte: „Unerschrockenes Denken und männliches Handeln jedes Einzelnen und doch selbstloses Un- terordnen durch Zurückstellung des eigenen Ichs in nationaler Manneszucht sind Erfordernis. Sie allein können uns die völkische Würde wiedergeben, deren Rückgewinn Vorbedin- gung deutschen Auserstehens ist..." Dieses neuerstandene Deutschland grüßt den 79jährigen, der dem Vaterland in seinen schweren Stunden oft genug ein Helfer gewesen ist. Glückwünsche an öen Jubilar. Reichsminister Dr. Goebbels hat General Ludendorsf zu seinem 79. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: » Dem großen Feldherrn des Weltkrieges, der vier Jahre lang die schwerste Verantwortung trug, die jemals auf Men- schenschultern lag, dem mutigen Bekenner einer neuen völki- fchen Weltanschauung, dem unerbittlichen Streiter im Kamps gegen die überstaatlichen Mächte zum 79. Geburtstag meine ergbensten und aufrichtigsten Glückwünsche. Der Reichsverband deutscher Offiziere ge- denkt in feiner Verbandszeitschrift mit folgenden Worten des 79. Geburtstages des Generals Ludendorsf: An feinem 79. Geburtstage gedenken wir dankbar des gro- ßen Soldaten Ludendorsf, in Sonderheit seiner treibenden Kraft bei der letzten Heeresvorlage vor dem Weltkriege, des tapferen Frontsoldaten und energischen, taktischen Führers bei Lüttich, des Organisators und Strategen von höchster Jni- tiative und fast übermenschlicher Arbeits- und Willenskraft im ganzen Kriege. Sein Name kann in Deutschland nur mit dem Andenken an den Weltkrieg überhaupt vergessen werden. Der Reichskriegsopferführer Oberlindober hat an General Ludendorff folgendes Telegramm gesandt: Die in der nationalsozialistischen Kriegsopserversorgung vereinigten Frontkämpfer und Kriegsopfer entbieten Eurer Exzellenz zum 79. Geburtstag ihre aufrichtigsten Glück- wünsche. Diese gelten dem Bezwinger von Lüttich ebenso wie sie den Dank für den Feldherrn in sich schließen sollen. Die Bundesleitnng des VDA sandte an General Ludendorsf folgendes Telegramm: Euer Exzellenz sendet die in Dresden versammelte Bundesleitung des VDA ihre ehr- erbietigsten Grüße und Wünsche zum 79. Geburtstage. Dank- bar gedenken wir des Mannes, dem gerade auch in den Kriegsjahren jenseits der Reichsgrenzen immer das Schicksal der auslandsdeutschen Volksgenossen am Herzen lag und auf dessen gewaltige Leistungen für Reich und Volk auch unsere auslandsdeutschen Volksgenossen mit Bewunderung blicken. * Der Stuttgarter Oberbürgermeister hat im Einver- nehmen mit den zuständigen Stellen die Schloßstraße zwischen dem Friedrichsbau und dem Neuen Schloß anläßlich des 79. Geburtstags des Generals Ludendorsf in „Ludendorsf- straße" umbenannt. Paris, Rom und Stresa. T. Paris, 9. April. sDrahtmeldung unseres Vertreters.) Der französische Ministerrat, der heute zusammentritt, um Laval die notwendigen Vollmachten für Stresa zu geben, wird darüber entscheiden, ob Flandin den Außen- minister begleiten wird. Wenn Macdonald Simon begleiten sollte, wird auch Flandin fahren. Die Frage ist aber für die französische Regierung nicht nur eine zeremonielle, sondern eine durchaus politische. Einige Mitglieder des Kabinetts haben Bedenken gegen eine Fahrt Flandins geäußert, mit der Begründung, daß der Ministerpräsident als überzeugter Verfechter des französischen Zusammengehens mit England eine zu leichte Beute der erwarteten Vermittlungs- und Mä- ßignngsrolle Simons werden könnte. In der Tat sieht sich Frankreich vor zwei Mög- lichkeiten in Stresa gestellt: Entweder, entsprechend der Nachkriegstradition der französischen Außenpolitik, eng an der Seite Englands zu bleiben, auch im Falle einer erwarteten reinen Defensivpolitik Englands, ober aber der von Mussolini verfochtenen Offensivpolitik zu folgen, um gegebenenfalls auch ohne Rücksicht auf England eine durch Militärbündnisse zusammengeführte kontinentale Blockpolitik rings um Deutschland einzuleiten. Nach übereinstimmenden Informationen scheint es fest- zustehen, daß Italien sehr präzise Vorschläge be- züglich einer solchen Politik dem Quai d'Orsay unterbreitet hat. L a v a l soll im Gegensatz zu Flandin durchaus geneigt sein, diesen italienischen Avancen nachzugeben. Ganz so ein- fach sind aber die Dinge nicht. Tituleseu hat sich energisch zu Wort gemeldet. Der Präsident der Kleinen Entente, seit zwei Wochen in Paris, fürchtet für die Zukunft der Kleinen Entente. „Französisch-italienische Allianz — sehr schön", sagte Tituleseu, „was aber, wenn dadurch die Kleine Entente gesprengt würde?" Tituleseu und Benesch haben große Sor- gen um ihr Lebenswerk. Es zeigt sich nämlich immer deut- licher, daß Mussolini mit dem vollen Einschwenken in die französische Politik zwei Fliegen auf einen Schlag fangen will: erstens die stillschweigende Villi- gung Frankreichs für die italienische Expansionspolitik im Donaubecken und in Afrika, zweitens aber das alte italienische Ziel der Zerschlagung der Kleinen Entente. Der italienische Plan, soweit er bekannt gewor- den ist, sieht eine militärische „Devensiv"-Vereinigung Frankreichs, Italiens, Jugoslawiens und der Tschechoslowa- kei und wenn möglich Polens an Stelle von Rußland vor. Eine Demarche des italienischen Botschafters in Warschau bewegte sich in diesem Sinne. Dieser Plan steht in starkem Gegensatz zum Wunsch der Herren Benesch und Tituleseu eine französisch-tschechisch-russische Militär-Allianz zu bilden, bei der die Tschechoslowakei immer als Vertreter der gesam- ten Kleinen Entente figurieren würde. Frankreich steht sich also in der komischen Lage, zwischen seinen besten Freun den — denn alle, inklusive Mussolini, behaupten es heute zu sein — wählen zu sollen, d. h. in dem unersättlichen Sicher- heitshunger sich im eigenen Netz verstrickt zu haben. Der große Coup, den Laval als Ausweg plant, ist die Kleine Entente als Ganzes in die von Mussolini verkün- bete „realistische Politik", d. h. die kontinentale Blockpolitik, einzuschließen. * ob. Rom, 9. April. (Drahtmeldung unseres Vertreters.! In Regierungskreisen hat der Entschlnß Macdonalds, in Person an der Konferenz von Stresa teilzunehmen, große Befriedigung hervorgerufen. Mit offensicht- licher Freude weist man daraus hin, daß Mussolini und Mac- donald, dem vor wenigen Tagen ein Wink im „Popolo d'Jtalia" zugedacht war, Freunde seien und die Bedeutung der Zusammenkunft durch die Teilnahme des britischen Pre- mier gesteigert werde. Mit seltener Hartnäckigkeit und südländischer Beredt- samkeit vertritt man in Rom vorerst noch den Standpunkt, daß man auf der, Jfola Bella die Zähne zeigen müsse, um zur Beruhigung Europas zu kommen. Nichts enttäuscht unter solchen Umständen mehr, als die überlegene Haltung der britischen Regierung und die kaltblütige Ruhe eines Teiles der englischen Presse, die den positiven Beitrag, den Deutschland zum europäischen Frieden z« leisten bereit ist, mehr in den Vordergrund der Betrachtung rückt, als die trennenden Momente mit den Siegerstaaten von ehedem. Die Heftigkeit der italienischen Presseangriffe gegen die britische Haltung hat zwar etwas nachgelassen, dafür finden sich aber unmißverständliche Andeutungen, daß, wenn die Konferenz von Stresa nicht das erhoffte Resultat, also ein Minimum zwischen den drei Westmächten ergäbe, jede Macht nach eigenem Ermessen handeln müsse: mit anderen Worten volle Handlungsfreiheit im Abschluß von Allianzen erlange. Auch nach der Tschechoslowakei hin werden von Rom aus seit Monaten eifrige Fäden gesponnen Frankreich vergröherl Schlacht- flotte. Der Washingtoner Berleilnngsfchlüssel gerni J ihm nicht mehr. London, 9. April. Der Marinekorrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, in der französischen Flottenpolitik sei ein grundlegender Wechsel eingetreten. Der Oberste Marincrat habe die Entsechidung getroffen, daß künftig 'die Großtainpf- schiffe das Rückgrat der französischen Marine bilden müßten. Infolgedessen sei den anderen interessierten Mächten inoffiziell mitgeteilt worden, daß Frankreich sich nicht ans die Dauer mit dem Washingtoner Verhältnis jür Grockkamps schiffe von 1,75 französischen gegenüber 3 britischen, 5 amerikanischen und 8 japanischen Großkampsschifsen begnügen könne. Diese Aenderung bedeute, daß die französische Marine nicht mehr wie bisher ihr Hauptinteresse den U-Booten und leich- ten Ueberwassersahrzeugen zuwende, von denen sie nach Kriegsende eine große Anzahl gebaut habe. Unter Einschluß der im Ban befindlichen bzw. vorn Parlament bewilligten Fahrzeuge werde die französische Schlachtflotte nach den jetzi- gen Plänen bestehen ans zwei Schlachtschiffen von 35 999 Tonnen, zwei Schlachtkreuzern von 29 599 Tonnen, drei Schlacht- schiffen von 23 999 Tonnen und drei Schlachtschiffen von 22S09 Tonnen. Die letzten sechs Fahrzeuge seien modernisiert wor- den oder ihre Modernisierung stehe bevor. Abgesehen davon würden noch drei ältere 18 999-Tonnen-Schisse der „Danton"- Klasse in Reserve gehalten. Emigrantinnen-Selbstmord in London. Aus Liebeskummer in den Tod. Im Zusammenhang mit dem „Fall Jakob", der gegen- wärtig den täglichen Sensationsstoss für Schweizer Zeitungen abgaben muß, wurde auch der Tod zweier deutscher Emigran- tinneu in London, die früher der SPD-Fraktion des Deut- schen Reichstags angehörten, mit der Vermutung genannt, daß es sich vielleicht dabei um einen politischen Mord handle. Wie sehr hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist, zeigt die Tatsache, daß die polizeiliche Untersuchung einwandfrei Selbstmord als Todesursache ergeben hat. Der Tod der beiden Emigrantinnen Frau Dr. Fabian und Frau Wurm scheint sich nämlich als Folge einer Liebes- geschichte herauszustellen. Wie die Londoner Zeitungen ve- richten, war Frau Fabian mit einem jungen Engländer ver- lobt, um durch die Heirat die dauernde Aufenthaltsbewilli- gung in England zu erhalten. Der Engländer löste nun, wie Scotlflnd Aard festgestellt hat, die Verlobung vor wenigen Tagen auf, und Frau Fabian hätte am 1. Mai England verlassen müssen. Scotland Aard glaubt darin den Grnnd zu dem Selbstmord festgestellt zu haben. Frau Wurm soll nicht nur aus Mitgefühl für ihre ent- täuschte Freundin, sondern auch aus Furcht vor dem Allein- sein mit aus dem Leben geschieden sein. Im Zusammenhang mit dem Doppelselbstmord, der mit so viel politischem Geheimnis umkleidet worden war, fordert „Daily Expreß", man sollte Emigranten den Aufenthalt in England nicht mehr gestatten, die die politische und persön- liche Sicherheit, die sie hier genössen, zu einer Wühlarbeit gegen ihr früheres Vaterland mißbrauchten. Der Vormarsch der NSDAP in Danztg Das Ergebnis der Danziger Volkstagswahl vom 7. April in der Statistik. Mit 4 4 von insgesamt 7 2 Manda- t e n verfügt die NSDAP im neuen Danziger Volkstag über eine überragende absolute Mehrheit und nähert sich bereits der Zweidrittelmehrheit. Die Berechnung der Man- date nach dem Proportional- system ergibt folgende Vertei- lung der Sitze im Volkstag, die allerdings noch gering- fügigen Verschiebungen unter- worsen sein kann: NSDAP 44 (38) SPD 12 (13) Kommunisten 2 (5) Zentrum 9 (19) Liste Weiße, früher Deutschnationale 3 (4) Polen 2 (2) Es ergibt sich daraus, daß unter Berücksichtigung der größeren Wahlbeteiligung alle Oppositionsparteien Verluste erhalten haben. Nur die NSDAP hat sechs Mandate gewonnen, und die Polen haben ihre beiden Sitze be- hauptet. Senatspräsident Greiser stellt in einem Aufruf an die Bevölkerung fest: Die Dan- zrger Bevölkerung hat eindeu- tig zum Ausdruck gebracht, daß sie mit dem Treiben und Wühlen der Opposition nicht einverstanden ist. Die Oppo- sitionsparteien haben dadurch ein für alle Mal das Recht verwirkt, im Namen der Dan- ziger Bevölkerung Schriften und Beschwerden an irgend eine Stelle zu richten. Formal mögen sie im Recht sein, moralisch sind sie gerichtet. Das Volk hat gesprochen, die Arbeit geht weiter! Für ein deutsches Danzig im nationalsozialistischen Geist! Äanz i g war deutsch und bleibt deutsch ? ÖA*> Eft6E&NI£> Dg«. DAN3UC.ER VOi.KSTA6S.WAHL VOM '? APRIi.^5. Dienstag, den 9. April 1935 Badische Presse Nr. 84, Seite « Spiegel a« „Rundsunkgröszen Die Strafanlräge im großen Rundfunkprozeß und ihre Begründung. 8 Berlin, 10. April. In der 70. Sitzung des Rundsuuk- Prozesses am Montag stellte Oberstaatsanwalt Reimer sol- gende Straf antrage: Gegen den früheren Reichsrundfunkkommissar Staatsrat a. D. Bredow wegen fortgesetzter Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat 1^-Jahre Gefängnis und 30 000 RM. Geld- strafe. Die erlittene Untersuchungshaft von einem Jahr drei Monaten und zwölf Tagen soll dem Angeklagten angerechnet werben; gegen den früheren Direktor der Reichsrundfunkgesell- schaft Dr. Magnus wegen fortgesetzter Untreue und han- delsrechtlicher Untreue 3 Jahre 5 Mon. Gefängnis und 16 000 RM. Geldstrafe. Die Untersuchungshaft von einem Jahr und fünf Monaten soll angerechnet werden? gegen den früheren Berliner Rundsunkintendanten Dr. Flesch wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat 2X Jahre Gefängnis lunter An- rechnung von elf Monaten Untersuchungshaft! und 0000 RM. Geldstrafe: gegen Dr. I ä g e r - Leipzig 1 Jahr 3 Monate Gefängnis ttiti» 6000 RM. Geldstrafe,' gegen Dr. Kohl-Leipzig 10 Monat« Gefängnis und 3000 RM. Geldstrafe unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft: gegen Paul Körte (Fall Köln) wegen fortgesetzter han- delsrechtlicher Untreue, eiusacher Urkundenfälschung und Be- günstigung 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung von vier Wochen Untersuchungshaft, ferner 3000 RM. Geldstrafe: gegen Emil Zorek (Fall Breslau) 8000 RM. Geldstrafe, wovon 4000 RM. als durch die Untersuchungshaft getilgt er- achtet werden: gegen Dr. Hans Otto (Fall Leipzig) 2000 RM. Geldstrafe an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Diesen Strafanträgen schickte der Oberstaatsanwalt eine eingehende strafrechtliche ZVürdigung der Taten der Ange- klagten voraus. In den 35 Anklagepunkten sei der Schuld- beweis voll erbracht. Besonders strafverschärfcud kommt bei de« Angeklagten Bredow und Magnus die Tatsache in Be- tracht, daß sie die Hauptverantwortlichen dafür gewesen seien, daß die Korruption im Rundfunk ein solches Ausmaß anneh- men konnte. Bredow sei einer der wenigen, bei denen die Hauptverhandlung in keinem einzigen Fall ergeben habe, daß er sich selbst auf Kosten des Rundfunks bereichert hätte. Ob man diese Tatsache aber als besonderes Verdienst buchen könne, erscheine zweifelhaft, wenn man sich vor Augen halte, daß Bredow ein Gesamteinkommen von mindestens 100 000 Reichsmark jährlich hatte und damit einer der höchstverdie- nenden Männer Deutschlands war. Bei ihm sei Treuebruch als solcher der allerschwerste, da er als Rundfunkkommissar des Reichspostministers und als Vertrauensmann eingesetzt war und ihm in dieser Eigenschaft die nachdrücklichste Ber- pflichtung auferlegt war, die Belange der Reichspost bei der Reichsrundfunkgesellschaft nachdrücklichst zu vertreten. Was Magnus anbetrifft, so kämen für ihn als den verantwortlichen Leiter der deutschen Rundfunkgesellschaft die- selben Strafverschärfungen wie bei Bredow in Betracht. Dar- über hinaus ergebe aber die Prüsultg seiner Tätigkeit, daß er unter Außerachtlassung der Interessen der Reichspost und der Oesfentlichkeit immer und ganz bewußt die Interessen der Privataktionäre einseitig vertreten habe. Magnus sei auch deswegen stärker belastet als Bredow, weil er die Methoden der Bereicherung auch für sich selbst angewandt habe, obwohl sein Einkommen aus den Jahren 1027 bis 1932 die enorme Summe von 510 000 RM. erreichte. Neben Magnus sei Dr. Glesch die unerfreulichste Er- scheinung dieses Prozesses. Im Falle Glesch habe die Men- schenkenntnis des Angeklagten Bredow vollständig Schiff- bruch erlitten. Er hätte wissen müssen, daß er es bei Glesch mit einer Persönlichkeit zu tun hatte, die die besten Anlagen zum Hochstapler besaß. Nachdem der Oberstaatsanwalt dann kurz die Fälle der übrigen Angeklagten gewürdigt hatte, wandte er sich nach- drücklich gegen den Gedanken, daß man im Strafmaß etwa die Grenze dessen erreichen könnte, was unter da? Amiiestiegesetz fällt. Beim Erlaß des Amnestiegesetzes habe der Gesetzgeber ganz klar zum Ausdruck gebracht, daß man hier nur die Kleinen laufen lassen, aber die Großen hängen wolle. Die im Rundfunkprozeß verhandelten Straftaten seien aber der- art, daß man unmöglich die Amnestie zur Anwendung bringen könnte. «o Taifun-Opfer auf den Philippinen. DNB. Manila, 9. April. Die Provinzen Samar und Albay sind von einem schweren Taifun heimgesucht worden, der ungeheuren Schaden anrichtete. In Borongan an der Ost- küste von Samar wurden 25 Personen getötet und fast alle Gebäude zerstört. In Eatbalogas, der Hauptstadt von Samar, sind vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Der Schaden wird dort allein auf mehrere Hunderttausend Dollars geschätzt. Im ganzen sind bisher 60 Todesopfer ge- borgen worden. Die gesamte 21000 Köpfe zählende Einwoh- nerschaft von Borongan ist obdachlos. Anwetteropfer in USA. Nenyork, 9. April. Die Südstaaten sowie der Mittelwesten der Vereinigten Staaten sind von furchtbaren Unwettern heim- gesucht worden. Von Wirbelstürmen wurde nicht nur der Staat Mississippi heimgesucht, sondern auch die übrigen Süd- staaten Louisiana, Texas, Alabama und Florida. Die Zahl der Todesopfer beträgt in diesen Gebieten bisher 34. Ueber 100 Personen erlitten Berletzungen und Tausend? sind obdach- los. Besonders schwer geschädigt wurde die Ortschaft Gloster im Staate Mississippi, wo insgesamt 150 Gebäude zerstört wurden, darunter drei Kirchen. In Louisiana brachte der Sturm ein Hausboot zum Kentern. In Texas wurde auch in einigen Oelfeldern großer Schaden angerichtet. Die Staaten des Westens und des Mitelwestens, die Nord- und Süddakota, Nebreska, Kansas, Missouri,, Illinois und Jova litten unter schweren Schnee- und Regenstürmen, durch die ebenfalls er- heblicher Schaden angerichtet wurde. Schwerer Orkan über Aucatan. Wie aus Merida gemeldet wird, hat am Sonntag ein gewaltiger Orkan die Halbinsel Vucatan heimgesucht. Der Sturm hob einen Personenzug aus den Schienen und stürzte die Wagen um. Drei Tote und zwanzig Verletzte sind zu beklagen. Innerhalb weniger Minu- ten zerstörte der Orkan die Telephon- und Lichtanlagen Meri- das und richtete beträchtliche Schäden an den Häusern an. Erste Kochseefahrt bad. Arbeiter Die erste große Dampferfahrt des Gaues Baden der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird vom 29. April bis 6. Mai 1935 durchgeführt Diese Hochseefahrt wird Ur- lauber nach der englischen und französischen Küste fahre». Gerade diese Fahrt des letzten Jahres brachte den Teilneh- mern ein unvergeßliches Erlebnis und war von großem Er- folg für die NS-Gemeinschaft. Mtt dieser Fahrt ist eine Besichtigung der Stadt Hamburg, Hafenrundfahrt usw. ver- bunden. Obwohl die Kosten der Fahrt nur 30.50 RM. betragen, hat die Deutsche Arbeitsfront besondere Zuschüsse zugesagt. Der Zuschuß, der nur für diese Fahrt in Frage kommt, beträgt bis zu 30.— RM., so daß es auch dem einfachsten Volksgenossen ein- mal möglich ist, seine nähere Heimat zu verlassen und hinaus- zufahren bis an die Grenze des Atlantischen Ozeans. Der Dampfer „S t. L o u i s", mit dem diese Seereise vor sich geht, ist als Luxusdampfer bekannt und so verspricht auch diese Reise wieder ein besonderer Genuß aller Teilnehmer zu wer- den. — Wie uns das Gauamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" mitteilt, sind noch Karten für diese Fahrt bei sofortiger Anmeldung erhältlich. Standorkmeldung des „Graf Zeppelin". -i- Hamburg, 9. April. Nach den bei der Deutschen See- warte vorliegenden Meldungen hat das Luftschiff „Graf Zev- pelin" gegen 5.30 Uhr früh den Aequator bei 31 Grad west- licher Länge überslogen. Es befindet sich nur noch 405 Kilo- meter von der südamerikanischen Insel Fernando Noronha entfernt. Bei nördlichen Winden meldet das Luftschiff wol- kiges Wetter und 24 Grad Celsius. Seine Stnndengeschwin- digkeit beträgt 135 Kilometer. Märchen um den „Fall Jakob". Berlin, 9. April. Zu dem in einigen Auslaudspressemel- düngen behaupteten Zusammenhang des Norddeutschen Lloyds mit der angeblichen Entführung des Emigranten Jakob er- fährt das DNB.: Die von der Auslandspresse im Zusammen- hang mit der angeblichen Entführung genannten Personen stehen und standen in keiner Verbindung zum Norddeutschen Lloyd. Sofern sich Personen aus der Bekanntschaft des Jakob als Kapitäne oder als Kraftfahrer des Norddeutschen Lloyds ausgegeben haben sollten, entspricht eine solche Darstellung in keiner Weise den Tatsachen. Zwei Tote auf dem Bodensee. A Lindau, 9. April. Auf der Höhe von Lindau ist am Montagnachwittag auf dem Bodensee das schweizerische Last- schiff „Rhein" im Sturm gesunken. Von der vierköpfigen Be- satzuug konnten zwei Mann gerettet werden. Die beiden anderen Schiffer find ertrunken. Ihre Leichen konnten bis- her nicht gefunden werden. Bei dem sehr starken Seegang brach das Steuerruder und d«s Schiff kenterte. Die Unfall- stelle ist als sehr gefährlich bekannt. Genesungswunsch des Führers an Eden. Am Krankenbett Edens ist ein Telegramm des deutschen Führers eingetroffen, das den Lordsiegelbewahrer der auf- richtigsten Sympathie Adolf Hitlers versichert und die besten Wünsche für seine rasche Genesung zum Ausdruck bringt. NG, die neue 4 Pfennig Zigarette von Haus Neuerburg,ist nicht zuletzt für die Pfennig Raucher geschaffen. Sbwar kostet sie den Bruchteil s Pfennigs mehr, aber es lohnt sich, diesen kleinen anzulegen.2)enn dafür erhalten Sie eine besonders ausgesuchte c^Uacedonen-c^iischung, verschlossen durch unsere neue Tropen-Packung, welche die Zigarette «vollkommen frisch erhält? GÜLDENRING 4Pfg SHit Qoldmundftücfyj Seite i, Nr. 84 Badische Presse DienStag, den S. April tSSS „Chemnitz III" unö „Wilhelm von Opelerreichen über 1000 Kilometer. Bisher 11 Ballons der Deutschen Freiballon-Meiflerschafl gelandet. Darmstadt, 8. April. Von den am Sonntag abend ge- starteten 13 Ballons der Deutschen Freiballon-Meister- schaft, die gleichzeitig als Ausscheidungsrennen zum Gordon- Bennet-Rennen gilt, sind bis Montag abend elf Lande- Meldungen eingegangen. Der Ballon „Stragu la" (Führer Becker) ist am Sonntag abend 19,17 Uhr in der Ge- markung Dettingen bei Aschasfenburg glatt gelandet. Der Ballon „Stadt Velbert" (Führer Grotzsteinbeck) ging am Sonntag um 20,15 Uhr bei Bad Berka in Thüringen niedSr, womit er ca. 280 Km. zurückgelegt hat. Der Ballon „R o - land" (Führer Brickwedde) landete bei Weihwasser iy der Nähe von Görlitz am Montag morgen 3,07 Uhr. Trotz der herrschenden Dunkelheit ging die Landung glatt vonstatten. Ballon „H a n n o v e r" (Führer Schaesser) landete um 2,45 Uhr am Montag morgen bei Bernsdorf in der Oberlausitz. Der Ballon „B ochnm 2" (Führer Dr. Scholl) erreichte Wloclaweck-Neermcy in Polen, was eine Entfernung von ca. 780 Km. bedeutet. Eine Strecke von 81V Km. erreichte der Ballon „Deutschland" (Führer Götz jun.), der in Briefen bei Thorn niederging. Der Ballon „Ernst Bran- denburg" mit Dr. Burghard als Führer erreichte am Sonntag 22 Uhr Blankenburg am Harz. Nur bis Karlstadt a. M. kam Ballon „Wicküler" (Führer Kiebeler), der bereits um 19,25 Uhr am Sonntag niederging. Die bisher weiteste Strecke von etwa 1040 Km. erreichte der Ballon „Chemnitz 8" auf seiner Jungfernfahrt, die er am Montag nachmittag 14,30 Uhr bei Dlugesfen, Kreis Lyck in Ostpreußen, beendete. Der Ballon „N o r d m a r k" (Führer Dr. Perlewitz) landete am Montag 9,35 Uhr im Weichselgebiet bei Nyefzama, ca. 809 Km. Entfernung. Ebenfalls über 1000 Km. brachte der Ballon „Wilhelm v. Opel" (Führer Dekn -Darmftadt) hinter sich, der 110 Km. nordöstlich von Warschau landete und die Landemeldung aus Przofnysz-Krzasnoysz aufgab. Enu-ZeAmeisterslWen in Mannheim. Max Stahl TV. 34 Pforzheim wieder badifchcr Degenmeister. — Lotte Beck TV. 34 Pforzheim Florett-Meisterin. In der Turnhalle des TV. 46 Mannheim fanden unter guter Bet eiligung und guter Vorbereitung die b a d i f ch e n Meisterschaften in Herre n-D e g e n und Damen- Florett statt. In Degen waren 2 7 Fechter angetreten. Die Leistun- gen standen auf beachtlicher Höhe und die Meisterschaften hatten wieder gezeigt, daß wir in Baden über eine ganze Anzahl talentierter Degenfechter verfügen. Dem seitherigen Meister Stahl TV. 34 Pforzheim wurde der Sieg nicht leicht gemacht, aber dank seiner Energie und Kampferfahrnng, ist es ihm in diesem Jahre wieder gelungen, den Titel eines bad, Degenmeisters zu erringen. Knietz, Freiburg, der mit zäher Verbissenheit kämpfte, konnte eine Niederlage gegen Stahl nicht verhindern und mußte deshalb mit dem 2. Platz vorlieb nehmen TV. Lörrach, der mit 0 Degenfechtern antrat, verfügt über eine ausgeglichene Degenmannschaft, von denen 5 zur Zwischenrunde aufsteigen konnten. Es war sehr bedauerlich, daß der junge M o ck, Freiburg, der ein ernster Anwärter für den Meister war, nicht teilnehmen konnte. Bei den Fechterinnen waren die Leistungen, mit Aus- nähme der Gausonderklaffe, nicht ganz auf der Höhe. Die Klingenführnng ließ manchmal zu wünschen übrig. Die vor- jährige Gaumeisterin M. Mecklenburg KTV. 46 Karls- ruhe konnte sich nicht wieder durchsetzen und teilt damit das Los aller ihrer Vorgängerinnen. Sie erhielt je 1 Nieder- läge von Gunzer, Mannheim, und Beck, Pforzheim. Frl. Beck TV. 34 Pforzheim, die vor 3 Jahren schon einmal Gaumeisterin war, gelang es auch in diesem Jahr mit einer Niederlage von Ostermann-Lahr die Gaumeisterschaft zu er- ringen. Großes Pech hatte Frl. Kahl KTV. 46 Karlsruhe, die die Vor- und Zwischenrunde in glänzender Form er- ledigte und sich in der Endrunde, nachdem sie schon 3 Siege und keine Niederlage hatte, eine Beinverletzung zuzog, wo- durch sie gezwungen war, den Kampf aufzugeben unö damit um die besten Siegesaussichten kam. Freudig begrüßt wurde die Anwesenheit von Sturm- führer Körbel, des Bezirksbeauftragten des Reichssport- führers, bei den Sonntagvormittags-Kämpfen. Den Ans- klang der Fechtmeisterschaften bildete die Siegerehrung durch Gaufachamtsleiter S ch n e p f, Karlsruhe, unter dessen Oberleitung die Meisterschaften standen, mit Steiner- Freiburg, Jsfelhard-Ludwigshafen und Höfler-Mannheim als bewährten Helfern. Die neuen Meister dursten dabei das Meisterband entgegennehmen, ebenso als Erinnerungs- gäbe des TV. 46 Mannheim eine Mannheimer Radierung. Locke m. Einzeiliger im CeMmM. Ein eisiger Wind von nicht geringer Stärke blies' den Gepäckmärschlern entgegen, als sie sich in Stärke von nahe- zu 3 0 Mann dem Fachamtsleiter Zeis auf dem KFV.- Platz am Start stellten. Der Wind hielt mit unverminderter Stärke an, als die Aktiven aus der Stadt heraus waren und auf der Land- straße Karlsruhe—Rastatt bis zum Wendepunkt in Dur- Mersheim marschieret«. Hier hatte der Turnverein Dur- Mersheim freundlicherweise eine Erfrischungsstation einge- richtet und die meisten ließen sich den warmen Tee schmecken. Locke, der vom Start weg geführt hatte, konnte hier seinen Vorsprung schon auf 12 Minuten ausdehnen. Auf dem Die 1.deutschen Zcei&aCian: Jieisiets schalten In Darmstadt wurde zum ersten Male die deutsche Freiballon - Meisterschaft ausgetragen. Unser Bild zeigt die Menge der teilnehmenden Ballone kurz vor dem Start. Im Vordergrund »Chemnitz III", der nach den vorläufigen Meldungen mit 1040 km die weiteste Flugstrecke zurücklegte. Bild: Dr. Selle-Ev»!«!. Rückmarsch ließ der bis dahin starke Wind nach, so daß der erwartete Ausgleich ausblieb und somit die Zeiten nicht unter 3 Stunden kamen. Als Erster betrat Locke wieder den Platz und konnte mit immer noch über 11 Minuten Vorsprung Erster werden. Den Mannschaftssieg holte sich die Polizei mit der Mann- schaft Hörner, Krebs, Graf. Eine ganz vorzügliche Leistung vollbrachte der S5jährige (!) Häffner vom Reichsbahn-Tnrn- und Sportverein, der als Neunter den Marsch in guter Ver- sassung beendete und im ersten Dritt« in der Spitzengruppe zu finden war. Die Ergebnisse sind: 1. Locke KFV. 3.02.37 Stunden, 2. Lehmann PSV. 3.12,04 Stunden, 3 Ritter PSV. 3.20,25 Stunden, 4. Hörner PSV., 5. Krebs PSV., 6. Gras PSV., alle drei 8.22,06 Stunden. Mannschaften: 1. PSV. 2. Mannschaft 15 P., 2. PSV. 3. Mannschaft 24 P. (Ritter. Burkhardt, Haag), 8. PSV. 1. Mannschaft 30 P. (Lehmann, Knigge, Haff). M Badens BoxmeiltMalt. Freiburger Faustkämpfer—VfR. Mannheim 7:9. Der erste Vorentscheidungskampf um die badische Meisterschaft im Mannschaftsboxen führte am Samstag abend in der Freiburger Stadthalle die Meister von Ober- und Unterbaden, Vgg. Freiburger Faust- kämpser und VfR. Mannheim, zusammen. Die Gäste- staffel hatte in technischer Beziehung eine klare Überlegenheit, während Freiburg Härte und Kampfgeist in die Waag- schale warf. So kam es, datz. Freiburg einen 1:7-Rückstand fast noch aufholte? erst der Sieg Maiers im Halbschwer- gewicht gab den Ausschlag zugunsten von Mannheim. Sie WuWmpfe im Handball. Nach Ermittelung sämtlicher Meister haben die ausstehen- den Punktspiele im Handball nur noch hinsichtlich der Ab- stiegssrage Bedeutung. In Baden trugen die Spiele des Sonntags nicht allzu- viel zur Klärung der Lage bei. Der TV. Hockenheim steht bereits seit Sem letzten Sonntag als Tabellenletzter fest, dies- mal verloren die Hockenheimer in Mannheim gegen den VsR. mit 1:4. Der TB. Ettlingen erreichte durch einen 3 :1- Sieg über Nußloch den drittletzten Platz, an die vorletzte Stelle ist Beiertheim nach einer 5:7- Niederlage gegen Phönix Mannheim zurückgefallen. Beiertheim und Ettlingen find am meisten gefährdet. Kreisklailen-Ergelinille: Kreisklasse I (Kreis Karlsruhe). Verbairdsspiele. II. Kreisklasse: FC. Spöck — FV. Hutten- heim 6:1, Germania-Union Pforzheim — FV. Buckenberg 6 :0, Büchenbronn — Ersingen 1:1. Huchenfeld — Diet- llngen 2 :2. Privatspiele: VfB. Grötzingen — Germania Friodrichstal 5 :1, Frankonia Bruchsal 2 — FV. Neuthard 1:1. FV. Kai- ferslautern — Germania Durlach 2:2. Jngendfpiel: VfB. Baden-Baden I. — DJK. Baden-Baden I. 4 : 3. Kreis Mnrg. Kreisklafse I. Gruppe 1: FV. Rotenfels — Sp.Vgg. Mörsch k>: 1. FB. Neuburgweier — FC. Hörden 3:6, FB. Oetigheim — VfB. Gaggenan 1:2. FB. Ottenau — FV. Bischweier 2 :0. Um den Aufstieg zur Bezirksklasse: FB. Kappelrodeck — Germania Bietigheim 4 : 4. * Der Internationale Amateur-Athletik-Verband hat eine Sperre über den irischen Freistaat verhängt und ihn von der Teilnahme an internationalen Athletik-Wettbewerben einschließlich der Olympischen Spiele ausgeschlossen. Mittelbad. Pokalzwischenrunde. Daxlanden — BSpC. Pforzheim 7 :0. Die Pforzheimer hatten wenig Aussichten, günstig abzu- schneiden, eine Niederlage in diesem Ausmaße hätten sie sich aber auch nicht träumen lassen. Daxlanden hatte wieder ein- mal seinen großen Tag und spielte mit dem Gegner wie es wollte. In der ersten Viertelstunde leistete Pforzheim erfolg- reichen Widerstand, als aber Daxlanden das „Lock," gefunden hatte, war es um sie geschehen. Ein Fernschuß aus 20 Meter leitete in der 20. Minute den Torsegen ein. Nach weiteren 10 Minuten landete ein Freistoß im Pforzheimer Tor und kurz vor der Pause schoß der Mittelstürmer zum 3 :0 ein. Pforzheim, in der 2. Spielhälfte mit dem Wind im Rücken spielend, konnte auch jetzt keinen Boden gut machen. Erbar- mungslos berannte Darlanden das Gästetor nnd kam in Ab- ständen von 10 Minuten bis Spielende noch zu 4 weiteren Toren. FV. Rastatt 04 — FB. Lahr « : 1. Den Gästen hätte man in Rastatt mehr zugetraut, denn der gute Tabellenstand der Lahrer Mannschaft ließ mehr erhoffen. Einen außerordentlich unglücklichen Tag hatte Lahr bei diesem Pokalspiel. Schon in der ersten Minute gelang es Rastatt, in Führung zu gehen. Einige Minuten später konnte der Halb- rechte zum 2. Tor einsenden. Die vielen Decknngssehlcr dcr Gäste-Verteidigung brachten den Rastattern zwei iveitere Tore ein. Die Lahrer erzielten erst kurz vor Halbzeit den verdien- ten Ehrentreffer. Nach dem Seitenwechsel nahm Rastatt wie- der das Spiel in die Hand und zeigte ein gutes Zusammen- spiel, was ihnen auch zwei weitere Erfolge einbrachte. Die Gästemannschaft konnte trotz großem Eifer zn keinem Erfolg mehr kommen. Das Spiel war für den Schiedsrichter eine leichte Aufgabe. VfB. Baden-Baden — FC. Würm 8: fl. Beide Mannschaften lieferten sich ein wirklich schneidiges Pokalspiel. Zu Beginn hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, die Einheimischen finden sich aber bald zusammen und tragen ganz gefährliche Angriffe vor das Gästetor. Dem Platz- besitzer gelang es in der 7. Minute durch seinen Halbrechten in Führung zu gehen. Die Gästemannschaft kam in der Folge- zeit auch gut auf, konnte aber nicht verhindern, daß der VfB. bis zur Pause auf 4 :0 erhöhte. Nach Wiederbeginn spielten die Gäste mit dem Wind im Rücken, aber wer glaubte, daß die Gäste nun zu Erfolgen kommen würden, sah fid, getäuscht. Die Baben-Badener Mannschaft spielte trotz Gegenwind eine dauernde Ueberlegenheit heraus un-d konnte 4 weitere Tore erzielen. Der FC. Würm konnte noch nicht einmal den ver- dienten Ehrentreffer erzielen. FVgg. Weingarten — VfR. Neureut 1:2. Einen mehr als glücklichen Sieg konnten die Rasenspieler mit nach Hanse nehmen. Die Gäste zeigten zwar sehr gutes Können und glänzendes Zusammenspiel, waren aber trotzdem Zweidrittel der Spielzeit ihrem Gegner unterlegen. Wein- garten mußte wohl stark ersatzgeschwächt antreten, konnte aber den von Anfang bis Ende spannenden und temperamentvollen Kamps meist überlegen gestalten. Vom Anspiel weg schießt so- fort Nenreuts Mittelstürmer knapp über die Latte. Dann drängt der Gastgeber, doch gerade in diese Perode fällt das Führungstor der Gäste, ein klares Abseitstor, da der Links- außen über zwei Meter vorn stand, als ihn der Ball erreichte. Das war schon der Grundpfeiler für die Niederlage und für den sonst guten Schiedsrichter Stemmler. Pforzheim, eine schwere Fehlentscheidung. Auf Hereingabe von rechts gelingt dann Fritz Weida durch unhaltbaren Schuß der Ausgleich. Noch vor der Pause kann Neureut das Endresultat und damit den Sieg herstellen. In der zweiten Hälfte war Weingarten durchgehend überlegen, konnte aber am Ergebnis nichts mehr ändern. FB. Niesern — Phönix Durmersheim 4:1. Der Sieg der Einheimischen ist als verdient zu bezeichnen. Das Spiel begann mit einer Ueberraschung, da die Gäste vom Anspiel weg in Führung gehen. Niefern drängt dann und kann im Anschluß an einen Strafstoß den Ausgleich her- stellen. Durch Kopfstoß des sehr guten Linksaußenstürmers kommt es zur 2:1- Führung. Kurz vor der Pause erzielt der Halbrechte aus einem Gedränge heraus den dritten Treffer, so daß mit 3:1 die Seiten gewechselt werden. Durmersheim geht in der zweiten Spielperiode zum Generalangriff über und beschießt immer stärker das Tor Nieferns. Doch mit zahl- reicher Verteidigung gelingt es ihnen, ihr Heiligtum rein zu halten, ja sie können sogar kurz vor Schluß noch ein 4. Tor erzielen. FC. Jspringen — FC. Birkenfeld 1:2. Ein schmeichelhaftes und verdientes Ergebnis erzielten die Jspringer gegen den FC. Birkenfeld. Es war ein Spiel Be- zirksklaffe gegen 2. Kreisklasse! Die Gäste hatten den Sieg schon vorher in der Tasche und Jspringen kämpfte mit riesigem Eifer, um ehrenvoll abzuschneiden. Deshalb kommen bei sol- chen Kämpfen meist knappe Resultate oder gar Ueberraschun- gen heraus. Birkenfeld kann bei leicht überlegenem Spiel bis zur Pause durch Halblinks und Rechtsaußen mit 0:2 führen. In der zweiten Spielhälfte erzwingen die Einheimischen ein ausgeglichenes Spiel und den verdienten Ehrentreffer Der Unparteiische versah sein schweres Amt gut. Viktoria Enzberg — VfR. Pforzheim 0 :4. Die Pforzheimer zeigten in diefem Pokalspiel einen großen Eifer und konnten den Enzbergern eine empfindliche Nieder- läge beibringen. Die Gäste übernahmen sofort das Spiel in die Hand und drückte die einheimische Mannschaft in ihre Hälfte zurück. Gleich in den ersten Minuten kam Pforzheim durch den Halblinken in Führung. Kurz vor Halbzeit erhöhte der Halblinke auf 2 :0. Nach Wiederanspiel fiel in der 5. Mi- nute das 3. Tor durch einen Strafstoß. Bald darauf verschul- dete der Enzberger Mittelstürmer einen Elfmeter, den die Pforzheimer zum 4. Treffer einsenden und stellte damit das Endresultat her. Die Enzberger kamen trotz grober An- strengungen zu keinem Tor. VfB. Bretten — Sportfreunde Forchheim 2 :0. In einem typisch harten Pokalkampf gab es einen an sich verdienten Sieg der Einheimischen, da diese Mannschaft in technischer Hinsicht etwas überlegen war, so daß der knappe Sieg als gerecht erscheinen mag. Beiderseits standen aller- dings die spielerischen Leistungen auf einer hohen Stufe. In der 17. Minute konnte Bretten bei einem Gedränge in Füh- rung gehen. Trotz beiderseitiger Anstrengung blieb es bis zur Pause bei diesem knappen Resultat. Nach Wiederbeginn kamen die Gäste besser auf und spielten die aanze Hälfte über» legen, können jedoch durch allzugroßes Schietzpech kein« Er- folge erzielen. Dagegen ist der VfB. Bretten glücklicher und kann durch ein zweites Tor den Sieg sicherstellen. Der Schiedsrichter leitete das Spiel sehr gut. Frankonia Bruchsal — Germania Brötzingen 8:5. Die Brötzinger Germanen mutzten sich mächtig anstrengen, um letzten Endes die alte Markgrafen-Residenz als Sieger zu verlassen. Die Einheimischen legten ein glänzendes Spiel hin und leisteten dem Meister der Gruppe 2 Mittelbadens heftig- sten Widerstand. Hätte Brötzingens Hintermannschaft nicht wie ein Turm in der Schlacht gestanden, wäre die Pokalüber- raschung dagewesen. jtcHuki/üihe und Strumpfe immer J)ieteUi Unterhaltungsblatt der Saüischen presse HeimatlosimDienstederNächstenliebe Ein einmaliger Frauenberuf. — Fürsorgerin an Bord deutscher Groß-6>chiffe. Ein Gespräch mit Fräulein Dr. Färber» der ersten Schiffsfürsorgerin der Welt. H. Bremen, im April 1935. Als erste der Welt hat eine deutsche Reederei auf ihren zwischen Newyork und Europa verkehrenden Schnelldamp- fern ein Büro geschaffen, das — von Frauen geleitet — als Sozialfürsorgestelle an Bord der Groß-Schisse angesprochen werden kann. Unser Mitarbeiter hatte Gelegenheit, sich mit Fräulein Dr. Färber, der Gründerin und Leiterin dieser Fürsorgestellen, eingehend über den Aufgabenkreis und die Entstehung und Entwicklung der Büros zu unterhalten. Seine Ausführungen sind um so interessanter, als es sich hier um einen bisher einmaligen Beruf handelt, der - wenn er zurzeit auch nur drei oder vier Vertreterinnen hat — zweifellos Nachahmung finden und auch anderen Frauen ein ausbaufähiges Betätigungsfeld bieten wirb. tleber die Arbeit der Männer hinaus .. . In einem kleinen, abseits von den Passagierkabinen ge- legenen Büro finde ich Fräulein Dr. Färber, die Leiterin des „Reisenden-Sonderdienst", auf einem der riesigen deut- fchen Schnelldampfer, den die 90000 PS. seiner Maschinen mit 26 Knoten Geschwindigkeit nach Westen jagen. Hinter ihrem schmalen Schreibtisch sitzt, in einem einfachen, dunkel- blauen Schneiderkostüm, eine sehr schlanke, große Dame mit klugen nnd warmen Augen. „Vielleicht," erzählt sie lebhaft plaudernd, „kann man b«s Aufgabengebiet, das ich selbst mir hier aus dem Schiff gesucht und ausgebaut habe, überhaupt nicht rubrizieren. Ich bin weder Krankenpflegerin noch Seelsorgerin: die Pflege des Körpers und der Seele liegen dem Pfarrer und den Aerzten unserer Dampfer ob. Ich bin auch nicht So- zialpflegerin im üblichen Sinne oder gar Reiseberaterin. Sondern ich soll und muß überall da einspringen, wo das Können der Männer versagt oder wo sie — von des Dien- stes ewig gleichgestellter Uhr allzusehr beansprucht — nicht Zeit und Ruhe finden, sich um die seelischen Nöte, das innere Erleben ihrer Passagiere zu bekümmern. Sehen Sie: da haben wir eine junge Mutter mit ihrem dreijährigen Töchterchen an Bord. Gestern hat sie das Kabel erhalten, das ihr den Tob des Mannes, an dessen Kranken- lager sie eilte, anzeigte. In einem solchen Falle wird — und ich weiß, daß dies nicht überheblich klingt — niemals ein Mann, sondern immer nur eine Frau raten und helfen können. Für den morgigen Geburtstag der Kleinen, die ja von dem Geschehen noch nichts begreift, habe ich eine kleine Feier arrangiert: Geschenke von dem Kommodore, von den Offizieren, den Reisenden zusammengetragen. Es wird das dem Kinde nicht nur eine Freude sein, sondern auch der Mutter in ihrem Schmerz das Gefühl des Verlassenseins unter lauter Fremden und Unbekannten nehmen. Propaganda für Deutschland und seine Menschen. Eine weitere und außerordentlich wichtige Aufgabe hat sich für den „Reisenden-Sonderdienst" auf kulturvolitischem und auch auf geschäftlichem Gebiet eröffnet. Nur zu oft kommt es vor, daß Passagiere in das fremde Land fahren, ohne die nötigen geschäftlichen und menschlichen Berbindun- gen zu haben. Ihnen gibt der „Reisenden-Sonderdienst" — seine Leiterin verfügt über ausgezeichnete persönliche Be- Ziehungen sowohl nach Europa wie auch nach Amerika hin — Einführungsschreiben mit an Behörden, Interessen- gemeinschasten, Universitäten, Kliniken usw. usw., die sich dank der Tätigkeit seiner Leiterin dem „Reisenden-Sonder- dienst" zu ehrenamtlicher Mitarbeit zur Verfügung gestellt haben. Aerzte, die Kliniken, Lehrer, die Schulen, Sozial- Politiker, die die Wohlfahrtseinrichtungen eines fremden Landes studieren wollen, werden sachgemäß beraten und nötigenfalls werden auch ihnen Empfehlungsschreiben und Einführungen mitgegeben. Befinden sich an Bord eines Schiffes Fahrgäste, die das- selbe Interessengebiet haben, sich aber nicht kennen, so ver- mittelt Fräulein Dr. Färber ihre Bekanntschaft unterein- ander und schafft ihnen dadurch die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch während der Reise und zur Herstellung oft wichtiger geschäftlicher Beziehungen. Ihre Aufgabe ist es auch, Studenten oder andere Studienreisende gemeinsam zu einer Teestunde bei dem leitenden Ersten Offizier oder gar beim Kommodore einzuladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich ebenfalls kennen zu lernen. Studienpläne zu besprechen und Freundschaften zu schließen. Daß besondere Aufmerksamkeit prominenten Reisenden, die für Deutsch- laud von Wichtigkeit sein können, gewidmet wird, ist selbst- verständlich. Damit trägt also der Sonderdienst mit dazu bei, Propaganda für Deutschland und seine Menschen, für Reisen in Deutschland und mit deutschen Schiffen zu machen. Eine Krau „erfindet" einen Beruf... Fast vier Jahre versieht Fräulein Dr. Färber ihren verantwortungsvollen schweren und doch anch schönen Dienst am Mitmenschen an Bord des Schiffes. Zahllos sind die Ueberfahrten, die sie von Deutschland nach Amerika geführt, zahllos die Menschen, die ihr in dem kleinen Büro auf dem ^-Deck gegenübergesessen. Wieviel Tränen mögen von dieser einen Frau getrocknet, wieviel Trost, wieviel Freude mag sie gegeben haben . . . Und diesen einzigartigen und einmaligen Beruf hat Fräulein Dr. Färber sich selbbst geschaffen, ihn gewisser- maßen selbst „erfunden". Als sie, nach beendigtem Studium lange Zeit bei der Carl-Schurz-Gesellschaft in Newyork tätig gewesen, einmal während ihres Urlaubs in die alte Heimat fuhr, kam ihr die Idee, über die Passagierzentrale, das Ho- fpital und die Kabine des Geistlichen hinaus eine Stelle an Bord zu schaffen, zu der die Fahrgäste alle die Sorgen und Nöte tragen können, vor denen selbst der aufmerksamste Chef-Steward hilflos steht. Gleichzeitig erkannte sie auch, wie sehr auf den großen Schiffen die Passagiere nur neben- einander herleben, ohne Interesse füreinander und ohne Ge- legenheit zu einem fruchtbringenden Gedankenaustausch zu finden. „Ich habe mich einfach hingesetzt," erzählt sie lachend, ,^rnd habe einer der führenden Reedereien ein langes Expose geschickt mit allen Einzelheiten des Aufgabenkreises, den ich für eine solche „Fürsorgestelle" sah. Ein paar Tage später schon erhielt ich aus Bremen ein Telegramm, in dem ich gefragt wurde, ob ich — zunächst nur für drei Reisen — die von mir geschilderte Tätigkeit an Bord eines Schnell- Kämpfers übernehmen wolle. Seither fahre ich fast vier Jahre hindurch ununter- Krochen hin und her zwischen Bremen und Newyork. Das Schiff ist meine Heimt geworden, meine Welt der ewig wech- selnde Strom der Reisenden. Ob das, was ich hier tue, fruchtbringend war für die von mir betreuten Passagiere, vermag ich selbst nicht zu beurteilen. Ich weiß aber, daß andere und sogar auch ausländische Reedereien ebenfalls die Einrichtung eines „Reisenden-Souderdienstes" an Bord ihrer Schiffe nach deutschem Muster planen und daß sich damit für wirklich einsatzbereite Frauen ein neuer und zutiefst befrie- digender Beruf eröffnet, der wahrhaft weiblich ist." Oer Dank der Einsamen. Sehr bescheiden, sehr selbstverständlich klingt alles das, was die erste Schiffsfürsorgerin der Welt erzählt. Ob sie selbst, diese heimatlos zwischen den Erdteilen wandernde Frau, weiß, wie groß das Opfer ist, das sie ihren Mitmenschen bringt? Sie sieht nicht aus, als ob sie Anspruch auf Dank und Lob erhebt. Ihr werden die vielen, vielen Briefe, die ein- same Menschen, die längst von Bord gegangen, an sie ge- schrieben, um noch einmal ihre Not zu ihr zu tragen, mehr wert sein als alle Anerkennungsschreiben swic sie sich in dem Heimatbüro in Bremen immer mehr häufen). Denn diese Briefe erst zeigen ihr, wie nötig es anch inmitten des Glan- zes moderner Groß-Schiffe ist, Liebe zn geben, mitzuempsin- den und mitzuleiden,' sie erst beweisen ihr, wie sehr recht sie tat, freiwillig ihren schweren Weg im Dienst der Nächsten- liebe zu gehen. Filmstar — für einen Abend. Gin Aehnlichfeitswettbewerb in Berlin. — Senate Mütler hinterm Ladentisch. Ein großes Plakat verkündet weithin leuchtend: „Wer sieht folgenden Filmstars am ähnlichsten? Großer Wettbewerb — Prämien für die besten Doppelgänge- rinnen!" Folgt eine Liste der bekanntesten deutschen Film- stars. Schon längst vor Beginn ist der große Saal überfüllt. Eine große Anzahl von Damen und Herren haben sich darum beworben, als Doppelgänger von Renate Müller. Luise Ull- rich, Dolly Haas, Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Hans Albers, Willi Fritsch und Adolf Wohlbrück zu gelten. Die Preisrichter wurden aus dem Publikum gewählt. Sie brauchten für ihr ehrenvolles Amt keine andere Befähigung mitzubringen, als die Versicherung, alle Filme des letzten Jahres gesehen zu haben. Es war eine riesig lustige Angelegenheit, die sich da auf dem Podium abspielte. Zuerst rangen fünf junge Damen mit den graziösesten Bewegungen und „dämonischen" Ge- sichtern nm den Ruhm, ein Abbild der Brigitte Helm zu sein. Ein netter Zufall wollte es, daß ein Doppelgänger von Gustav Fröhlich Polizeibeamter war, so daß ihm der „Oberwachtmeifter Schwenke", eine der letzten Rollen Fröh- lichs, besonders gut gelang. Er wurde denn auch geziemend beklatscht. Plötzlich sprang ein großer blonder Mann auf die Bühne, „Hoppla, jetzt komm ich. Alle Fenster auf —" singt er mit sonorer Stimme. „Hans Albers selbst!" geht es durch die Tischreihen, an denen die Zuschauer dichtge- drängt sitzen. Albers war es natürlich nicht selbst, denn er filmt ja augenblicklich mit Annabella in Paris, sondern ein Berliner Schriftsteller, der tatsächlich eine verblüffende Aehn- lichkeit mit dem „blonden Hans" hat. Dann marschieren vier Herren mit wohlgepflegten Bärt- chen unter den Nasen auf die Bühne. 4 mal Adolf Wohl- brück. Hier wurde die Wahl dem Preisrichterkollegium, das aus 2 Damen und 2 Herren bestand, besonders schwer, so daß schließlich erst eine Talentprobe entscheiden mußte, wem die Palme gebührt. Ein Versicherungsagent wurde Preis- träger und wird ihm in nächster Zeit sicher das stolze Be- wußtsein, der zweite „Adolf Wohlbriick zu sein", seine harte Tätigkeit erleichtern. Einer Dame im Zuschauerraum wurden besondere Ehrnngen zuteil. Sie war nämlich die Mutter zweier Schwestern, von denen der einen als „Renate Müller" und der anderen als „Luise Ullrich" der erste Preis zugesprochen wurde. Zwei Filmstars in einer Familie — ein bißchen viel Glück auf einmal, wenn es anch nur Stars sind, die am nächsten Morgen schon wieder brav hinter dem Ladentisch standen. Es war kein Wettbewerb, dem eine todernste Wichtigkeit beikommt, nur eine Angelegenheit, die für ein paar Stunden fröhliches Lachen auf die Gesichter zauberte und Glück in die Herzen. Ein löjähriges Lehrmädchen, deren quecksilbrige Juugenhastigkeit ihr zur Preisträgerin als „Dolly Haas" »erhalf, meinte zum Preisrichter, der ihr eiuPorzellanfervice überreichte: „Nicht zu sagen, wie ich mich fühle . . ." und das ist Rechtfertigung genug für diese lustige Idee. Die preisgekrönte Geschichte. Eine Kriegszeitung, von Soldaten an der Front heraus- gebracht, erließ ein Preisausschreiben für die lustigste Ge- schichte aus dem Leben im Schützengraben. Eine der Be- dingungen für die Bezahlung war, daß sie kurz sein mußte, sie Surfte nicht mehr als 100 Wörter haben. Hier ist die mit dem ersten Preis ausgezeichnete: „Eines Tages setzte sich der Feldwebel Meoer auf die Sitzstange eines Oertchens. das man auch im Trommelfeuer als ein stilles zu bezeichnen pflegt, nachdem der Gefreite Huber die Stange vorher angesägt hatte. — Diese Geschichte hat bisher 82 Wörter, die restlichen BS brüllte der Feldwebel Meyer, als man ihn wieder herausgezogen hatte." Spatestens in brauchen Sie Jhren neuen wagen. Venn Vstern werden Sie nickt zu faufe bleiben wollen. Lank weitsichtiger produhtionsmafinahmen ist veutschlands gröfitekutomobilfabrikooll liefer- fähig. Nutzen Sie diesen vorteil aus. geben Sie gleich zu Ihrem Vpel-Händler, prüfen Sie die neuen Vpel-Nlodelle 1935, machen Sie eine Probefahrt! vann ist bei sofortiger vestellung lagen^. auch für Sie die Vsterfahrt gesichert-ein schöner Kustakt zu ständiger Zufriedenheit und dauernder ungetrübter sreude am eigenen Vpel. Opel 1.2 Ctr. 4 Zylinder ob NM 1850.-. Opel 1.3 £tr. ob NM 2850.-. 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Dabei stellte es sich heraus, daß er in seinem Zylinderhut etwa tausend Gramm Feingold ver- steckt hatte. Jetzt sah man sich anch den Paß des Schmugglers näher an. Er war natürlich gefälscht. In Wahrheit handelte es sich bei dein Reisenden nicht um einen Diplomaten, sondern nm den Angestellten eines Brüsseler Geldwechslers. Der Mülleimer als Briefkasten. In Rußland versehen auch Frauen den Dienst von Brief- trägern. Daß sie es mit der Bestellung der Post nicht immer so genau nehmen, das beiveist der Fall der Posthelferin Fräulein Natafcha Kapkina, die sich dieser Tage wegen Nach- lässigkeit im Dienst vor Gericht zu verantworten hatte. In den Müllkästen einer Reihe von Häusern eines be- stimmten Moskauer Stadtviertels fand man nämlich mitten unter dem anderen Unrat Hunderte von offensichtlich nicht bestellten Postsachen. Es waren nicht nur Päckchen, sondern auch Briefe und Postkarten in großer Zahl darunter. Man ging der Sache nach und zog schließlich die Kapkina, die den Bestelldienst in jenem Viertel zu erledigen hatte, zur Rechen- schast. Die Beschuldigte leugnete auch keinen Augenblick, die Täterin zu sein und die Sendungen, statt sie zu bestellen, einfach in den Mülleimer geworfen zu haben. „Warum haben Sie das eigentlich getan?", fragte sie zu Beginn der Verhandlung der Richter. „Mein Gott," gab die Angeklagte zur Antwort, „das ist doch sehr einfach. Jeden Tag den gleichen Weg, immer treppauf, treppab — es wurde mir auf die Dauer doch zu langweilig. Wozu die Leute überhaupt nur so viel schreiben? Wissen Sie es vielleicht Herr Rat? Meiner Meinung nach müßte diese verdammte Schreiberei ganz und gar verboten werden, denn das sind ja doch alles Nichtigkeiten, was sich die Leute so auf den Post- karten un.d in den Briefen zu erzählen haben. Wieviel Kum- wer und Aerger wird außerdem manchem erspart — wenn er seine Post nicht erhält. Man braucht nur an die Zu- stellungen der Gerichte und der Finanzämter zu denken. Statt sich also über mich zu beschweren, müßten mir die Leute geradezu dankbar sein, daß ich ihnen diesen Aerger dnrch Nichtbestellung der Postsachen erspart habe." Das Urteil des Gerichts ist leider nicht bekannt gewor- den. Ans jeden Fall aber dürfte Fräulein Natascha Ka-- kina die längste Zeit Postillion gewesen sein. Der schlafende Fisch. Die große Tiersangexpedition, die alljährlich vom Lon doner Zoo und dem Museum für Naturkunde ausgeschickt wird, um alle seltenen und ungekanuten Tiere in aller Welt diesen beiden Instituten zur Ausfüllung des Bestandes zu zuführen, hat in diesem Jahre lange Zeit in Westafrika zuge- bracht. Auf langen Fußmärschen durch ein Gebiet von 1300 Kilometern ist es gelungen, ein ganzes Heer seltener Vögel, Sängetiere, Reptilien und Amphibien zu fangen und mitzu- bringen. Die beiden Leiter der Expedition, Lowe und Valdron, waren mit der Ausbeute ihres Zuges sehr zufrieden. Zum Schluß fiel ihnen noch ein besonders interessantes Stück in die Hände. Sie fanden in einem ausgetrockneten Fluß einen anscheinend toten Fisch, der wie der Vogel Strauß seinen Kops in den Sand gesteckt hatte. Man hätte den Fisch wegen seines starren Zustandes dem Museum übergeben können. Dann aber stellte es sich heraus, daß das Tier zu einer Art gehörte, die von der Natur mit einer eigenartigen Waffe gegen das afrikanische Klima aus- gestattet ist. Znr Zeit der Trockenheit können sich diese Fische in den Dauerschlaf versenken. Sie tun das, indem sie den Kopf in einen Sandhaufen einwühlen. Bei den ersten Regen- fällen oder beim Beginn der Flut erwachen sie dann wieder nach und nach. Der Fisch bildet jetzt einen Hauptanziehungspunkt im Londoner Zoo. Immer praktisch. Heiratsvermittler (zu einem Kunden): „Die Dame, die ich Ihnen vorschlage, ist sehr hübsch, jung, ge- bildet, kurz, von Mutter Natur verschwenderisch ausgestattet." — „Mir wäre lieber eine, die vom Vater verschwenderisch ausgestattet ist." Zum 70. Geburtstag General Ludendorffs Nebenstehend: Ein Bild aus der Zeit des großen Krieges. Ludendorfs im Arbeits- zimmer d. Großen Hauptquartiers. Rechts unten: Die neueste Aufnahme des große» Feldherru. Unten: Die gesamte Operationsabteilung des Generalstabes des Feldheeres im Weltkriege. In der Mitte Ge- «eralseldmarschall von Hinbenburf> ( x ) und General Ludendorsf {xx Die Gastspielgruppe Günther tanzt. Diese Münchner Tanzgruppe, die sich am Sa^»tag abend >m Studentenhaus einem leider kleinen, aber begeistert zu- stimmenden Kreis vorstellte, hat durch die Tat ein Problem gelöst, das jahrelang die Gemüter bewegte: das Verhält- nisvonTanzund Musik. Die Diskussion ging in Theo- rie und Praxis leidenschaftlich nun die Frage, ob und inwieweit sich der Kunsttanz von der Musik distanzieren und zum „ab- sohlten" Tanz entwickeln solle oder dürfe, wobei der Ton lediglich zum sekundären Attribut wird und neben Kostümen, Dekoration und Beleuchtung rangiert. Oder ob umgekehrt der Tanzkunst lediglich die Rolle der Ausdeutung des Mnsi- kalischen, seine Uebertragnna in räumliche Bewegung zu- kommt. Die Tanzgruppe Günther läßt beides,Ton und Tanz zusammenfließen in einer Einheit. Ihre Tanzschöpfun- gen sind eine glückliche und wirkungsstarke Synthese von Rhythmus und Bewegung, von Musik und Körperausdruck. Ja, bei einer Reihe von Tänzen werden die Instrumente so- gar mit einbezogen in die Einheit des Bewegungsbildes, in dem sie mitschwingen, oder das Orchester bildet im Tanzge- mälbe den Hintergrund, von dem aus sich die Bewegtheit auf der Bühne nach vornen und nach der Seite entfaltet. Am sinn- fälligsten offenbart sich dies in dem Cyklns: „Klänge und Ge- sichte", niit dem die Tanzgruppe während der deutschen Tanz- festspiele in Berlin Ende letzten Jahres im unbestrittenen Mittelpunkt des Interesses und der allseitigen Anerkennung stand. Dieses Tanzorchefter stellt aber auch für sich allein be- trachtet als Klangkörper und in der Klangwirkung ein Neues dar. es Ett- Lageplan des Ettllnger-Tor-Platzes nach dem Entwurf von Oberbaurat Prof. Dr. Billing Der Stadt gehörte bis dahin nnr das Gelände westlich der Ettlinger Straße. Um die Durchführung des Gesamtplanes zu sichern und zu erleichtern, suchte die Stadt auch in den Be- sitz des eigentlichen Bahnhofgrundstücks, das z. T. der Deut- schen Reichsbahngefellschaft, z. T. dem Badischen Staat ge- hörte, zu gelangen. Die Verhandlungen zogen sich eine Reihe von Jahren hin, bis endlich eine Einigung mit den bisherigen Eigentümern zustande kam. Die lange Dauer der Grund- erwerbsverhandlungen war nicht ohne Schuld, daß sich die Verwirklichung des Billingschen Planes hinauszog. Doch war dies nicht der einzige Grund für die Verzögerung. Es ist begreiflich, daß an einem so hervorragend auszugestalten- den Platz nur größere, vor allem öffentliche Bauten errichtet werden können, und an solchen Bauaufgaben fehlte es im ver- gangeneu Jahrzehnt. Es gelang, nur außerhalb des eigent- lichen Platzes gegen Westen mit einem Anschlußbau zu be- ginnen? es ist dies der Wohnblock zwischen dem Ausstcllungs- gebände und der Beiertheimer Allee. Diesem Bau sollte gegen Osten bis zur Ettlinger Straße ein großes städtisches Ge- bäude folgen, das die Verwaltung der städtischen Gas-, Was- ser- und Elektrizitätswerke, städtischen Kassen und auch andere Dienststellen aufnehmen sollte. Die Zeitverhältnisse waren jedoch diesem Vorhaben nicht günstig, und es ruhte die Baufrage bis zur nationalfoziali- stifchen Umwälzung. Erst jetzt begannen sich große Bauausga- ben wieder ein zustellen,' eine derselben, die Errichtung eines uenen umfangreichen Dienst- gebändes für die Reichspostdirektion Karlsruhe soll schon demnächst an dem bedeutungsvolle« Platz zur Verwirklichung komme«. mit dem Ettlinger Tor und Festplatz als Mittelpunkt, auszu- arbeiten. Nach übereinstimmender Ansicht der Stadtverwal- tung und ihres künstlerischen Beirats erhielt der Entwurf von Professor Billing sowohl im Ganzen als auch in Bezug auf Einzelheiten den Vorzug. Ettlinger To? Von Weinbrenner erbaut im Jahre 1803, abgerissen im Jahre 1873 Plan für die Stadterweiterung südlich der Kriegsstraße vonTulI« (um 1806). Großer Platz an der Kreuzung der Kriegsstraße mit der Ettlinger Straße. Seite 8. Nr. M Badische Presse Dienstag, den 9. April 198» Modellbild des Ettlinger-Tor-Platzes gegen Süden gesehen. Der Hauptbai! links mit den Arkaden wird von der Reichspost erstellt. Die Form der Tfirme ist in dem fiir die Ausführung bestimmten Entwurf gegenüber dem Modell noch etwas geändert Modellbild des Ettlinger-Tor-Platzes gegen Südwesten (Beiertheimer Allee) gesehen linger-Tor-Platzes seine Krönung erfährt, ist von diesem neuen Geist »ergriffen, wenn er sich dahin ausdrückt: „Die Baukunst ist und bleibt für alle Zeiten der beste Gradmesser kulturellen Lebens und das eindeutigste Ausdrucksmittel ge- schichtlicher Zeitabschnitte." Die Deutsche Reichspost wird nun de« erste« wichtigen Schritt zur Durchführung des Planes demnächst tun. Die Stadt hatte ursprünglich vorgeschlagen, das neue Direktionsgebäude westlich der Ettlinger Straße an den schon vor- handenen großen Wohnblock anzubauen. Der Platz hätte zwar für die heutigen Bedürfnisse der Reichspostdirektion ausge- reicht, diese bedarf aber noch ansehnlicher Erweiteruugsmög- lichkeiten. Infolgedessen wählte die Reichspostdirektion den größeren Baublock östlich der Ettlinger Straße. Schon der erste Bauabschnitt ist außerordentlich um- fangreich, handelt es sich doch um eine Gebäudegruppe, die über \Yt Millionen Reichsmark kosten wird. Die Ausarbeitung des Bauplanes ist so weit vorgeschritten, daß noch im Herbst dieses Jahres mit der Ausführung begonnen werden kann. Es be- steht begründete Hofnuug, daß bald weitere Bauten folgen! entsprechende Verhandlungen der Stadt sind schon einige Zeit im Gange. Möge es gelingen, das große Werk in, Laufe der nächsten Jahre z u vollenden, zum Stolze derStadt,zurFreudeihrerBew ohnerund zur «Ehre des Dritten Reiches. Ehrenabend für Obermnfikmeislxr a.D. Liese. Die Städtische Schülerkapelle bereitete unter der Führung ihres Dirigenten Martin Greulich in einer kleinen Feier, die in der Turnhalle der Schillerschule stattfand, ihrem schei- denden Lehrer, Obermusikmeister a. D. Liese eine sehr herz- liche Ehrung. Die Vortragsfolge der Kapelle brachte aus- schließlich Werke des verdienstvollen Lehrers, schlichte und volkstümliche Musik, die in ihrer klaren melodischen Prä- guug, vor allem auch in der Art der Instrumentation den früheren Militärkapellmeister erkennen ließ, den uuvergesse- neu Leiter des Trompeterkorps des Feldartillerieregiments „Großherzog" (1. Badisches) Nr. 14 in Karlsruhe-Gottesau. Es war sehr schön, daß der Vertreter des Stadtfchnlamies, Hauptlehrer Fritsch, in seinen herzlichen Dankesworten für den Lehrer Liese auch an diese Karlsruher Zeit erinnerte und den Soldaten Liese ehrte. Im Auftrag der Stadtverwaltung sprach Herr Direktor Herrmann vom Personalamt gleich- falls herzliche, anerkennende Worte und überreichte Herrn Liese ein Geschenk. Martin Greulich, der Leiter der Schü- lerkapelle, sprach im Namen des Lehrerkollegiums den Dank aus uud fügte die besten Wünsche für einen ruhigen Lebens- abend au. Es versteht sich, daß die jungen Musiker der Schü- lerkapelle mit besonderer Freude die Weisen ihres Lehrers Liese spielte», und es war für alle, für Lehrer, Schüler und Hörer erhebend, als mit alter jugendlicher Frische Meister Liese den Taktstock erhob und seinen Festmarsch „Hoch, Ehre, Vaterland" dirigierte. Professor Sermann Goebel 50 Jahre all am. 8. April 1935. Von den vier Trübner-Schülern, die bei uns die Tra- dition ihres Meisters noch vertreten, nämlich Macklot, Grimm, Goebel und Hayemann, ist Goebel derjenige, welcher die übermittelte Art der Technik am selbständigsten ausgebaut, beweglicher gestaltet und ins Helle aufgelockert hat. In der Hauptsache Landschafter versteht er es, den Natur-Raum aus der Farbe reich gegliedert, geschlossen und im einzelnen mit reizvollen Details aufzubauen. Das malerische Handwerks- zeug wird mit kultiviertem Geschmack und geistvoller Be- herrschung angewendet, so daß seine Bilder nie schematisch wirken, obwohl sie alle unverkennbar den Stempel seiner Person uud den eines deutschen Impressionismus tragen. Diese Qualitäten konnten sich auch in den fünfzehn Jahren auswirken, die H. Goebel nun als Professor an der badischen Laudeskuustschule wirkt. Sein fünfzigster Geburtstag ist der äußere Anlaß, auf ihn und seine Stellung innerhalb unseres Kunstlebens hinzu- weisen, die von einer vornehmen Persönlichkeit ohne Sucht nach äußerer Geltung getragen wird. ( Hermann Goebel ist ein Sohn des Niederrheins, lebt aber seit einem Menschenalter in unserem Land am Oberrhein. Er hat auch im Badischeu Leibgreuadier-Regimeut gedient und ist mit ihm als Unteroffizier ins Feld gezogen, bis eine Verwundung ihn nur noch garnisondienstfähig machte. 1929 bis 1982 stand er der Landeskunstschule als Direktor vor. Man begegnet seinen Bildern und Lithographien nicht nur auf Ausstellungen und bei Privatsammlern, sondern auch in mehreren öffentlichen Galerien des In- und Auslandes, das er auf zahlreichen Studienreisen besucht und künstlerisch in sich aufgenommen hat. Sein Schaffen, das noch lange nicht abgeschlossen ist, stehe weiterhin unter günstigen Sternen.I w. e . o. * Ehrung. Der Oberbürgermeister hat den Bildhauer Otto van Venrooy Eheleuten im Stadtteil Rüppurr aus Anlaß der Feier der goldenen Hochzeit die Glückwünsche der Stadt- verivaltung nebst einem Blumengruß übermittelt. Dienstjubiläum. Finanzoberinspektor Albert Göbel. Ge- schästssührer der Städtischen Betriebskrankenkasse, konnte in diesen Tagen auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Landes- Hauptstadt Karlsruhe zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde ihm in dankbarer Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste von Bürgermeister Dr. Fribolin im Auftrag der Stadtver- waltung eine Radierung vom Adolf-Hitler -Platz sowie ein Anerkennungsschreiben des Ministers des Innern überreicht. Eine zu seinen Ehren veranstaltete schlichte Feier, die von musikalischen Darbietungen umrahmt war, zeugte von der Wertschätzung, der sich der Jubilar unter seinen Berusskame- roden erfreut. Leichenländung. Am Sonntag gegen 16,IS Uhr wurde im Rhein bei Maxau die Leiche eines Mannes ange- schwemmt. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich bei dem Toten um einen 52 Jahre alten Weingutsbesitzer aus der Pfalz. „Die Küche — die Zierde der Hausfrau", vom 9. bis 20. April, zeigt eine große Küchen-Sonder-Schati unseren Hausfrauen die neuesten Küchen-Modelle in gediegener Ausführung mit praktischer Inneneinrichtung in Preislagen schon von RM. 95— an. Die sehenswerte Ausstellung findet im Möbelhaus Emil Spiegier, Karlsruhe, Kaiser- str. 86, statt, deren unverbindliche Besichtigung jedem Tntpressenten sehr empfohlen wird. Musikalische Abendfeier deS evangelischen Kirchengesangvereins Rüppurr. In der evangelischen Kirche in Rüppurr fand am Sonntag abend eine Feierstunde statt, die ausschließlich Werke von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach brachte. Die Auswahl der Werke und ihre sinnvolle Zusammenstellung darf mit besonderer Anerkennung hervorgehoben werden, weil diese an keine Zeit gebundene religiöse Musik so gewählt war. daß sie die volkstümliche Haltung bewahrte und aud> jenem Hörer zu einem Erlebnis wurde, der sich sonst weniger mit den Schöpfungen dieser großen deutschen Meister beschäftigt, Da sind zunächst die Darbietungen des evangelischen Kirchen- gesangvereins unter der Leitung von Heinrich G o ß m a n n. Die Choralweisen „Befiehl du deine Wege" und „Oh Welt, sieh hier dein Leiden", sind als Melodie zwar von dem Madri- galisten Hans Leo Hasler, aber erst Bach hob diese Melodien durch den wunderbaren vierstimmigen Chorsatz: weiterhin sang der Kirchengesangverein aus dem Händel-Oratorium „Samson": „Am Grabe des Helden". Die Wiedergabe dieser Gesänge unter der sehr mnsikalisdien und warm empfundenen Leitung von Heinrich Goßmann hinterließ auf alle Hörer tiefe Eindrücke, weil diese Vokalmusik mit dem Herzen aesungen wurde, einfach in der Vortragsweise, ohne dynamischen Schmuck, vielmehr im Sinne echter Kirchenmusik, die nicht blenden will, sondern ergreifen. Geistliche Lieder von Bach und eine Arie von Händel ans seinem bekanntesten Oratorium, dem „Messias" sang die junge Sopranistin Gerta Penz mit heller und schlanker Stimme, die bereits eine gute Schulung aufweist und durch ihre klang- lichen Eigenschaften gewinnt. Einen sehr schönen und weichen Ton zieht der Geiger Martin B a u e r t aus seinem Instru- ment; die getragene Musik von Bach und Händel wirkte durch die ruhige und sichere Vermittlung. Kirchenmusikdirektor Wilhelm Rumpf spielte aus der Orgel eine Fantasie von Bach und das G-Moll-Konzert von Händel sehr flüssig und klar, bedachtvoll und nach musikalischen Gesichtspunkten registriert. Er hatte auch die Begleitung der Solisten übernommen und trug durch die schmiegsame und verlässige Art wesentlich zum guten Gelingen bei. Ein Cho- ralgesang der Gemeinde schloß diese erhebende und zur An- dacht einladende Stunde. h. Die Scheffel-Preislräger 1935 in Karlsruhe. Zu Ostern 1985 erhielten bei den hiesigen höheren Lehr- anstalten die folgenden Abiturienten und Abiturientinnen den „Scheffel - Pre i s" des Deutschen Schessel-Bun- d e s für gute Leistungen im Schulfach „Deutsch": Fichteschule: Elfriede F ö r st e r ; Goetheschule: Michel von W i l l m a n n ; Gymnasium: Reinhard 58 raufe, Hubert Reinsried ,' Helmholtz-Oberrealschnle: Bruno Morlock, Willi Rees,' Humboldtschule: Erwin Spitz: Kant-Oberrealschnle: Hngo Jgelmayer,' Lessingschule: Irmgard Haecins. 30 000 Freifahrten mit „Kraft durch Freude" für minderbemittelte Volksgenossen. Um vielen Volksgenossen, die selbst die sensationell niedrigen Preise der KdF.-Fahrten nicht bezahlen können, die Teilnahme an einer der herrlichen KdF.-Reisen zu er- möglichen, hat sich das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub entschlossen, nicht weniger als 80 000 Freifahrten zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck werden 3 0 0 0 0 Gutscheine, die be- sonders künstlerisch aufgemacht sind und auf der ersten Seite ein koloriertes wertvolles Bild zur bleibenden Erinnerung enthalten, in allen Gauen Deutschlands zur Verteilung ge- bracht. Sie berechtigen zur Teilnahme an einer Landfahrt bis zum IS. Mai oder an einer Hochseefahrt bis zum 31. Mai. Mit dieser Aktion der DAF. soll gleichzetig unter Be- rücksichtignng der landschaftlich schönsten Notstandsgebiete eine Belebung der Vorsaison stattfinden. Zn dem schwere« Verkehrsunfall, der tn der Nacht vom Samstag zum Sonntag zwei Karlsruher Mitbürger zum Opfer gefallen find, wird uns berichtigend mitgeteilt, da» es sich bei den beiden tötlich Verunglückten nicht um ledige, fon- dern um verheiratete Leute handelt, nämlich um den 37 Jahre alten Kraftfahrer und Mechaniker Erwin Schempf und den 26 Jahre alten Kaufmann Horst Lisi eck. Das Wendling-Quartett spielt Mittwoch, den 10. April, abends 8 Uhr. im Eintrachtsaal im ES. Kammermusikabend der Konzertdirektion Kurt Nenseldt in der Reihe der Gefamtans- führnng der 17 Strechquartette Beethovens das B-dur-Quar- tett Op. 130 sunt der Kavatine) und das eis-moll-Quartett Op. 131, das mit Recht als die Krone der Beethovenfchen Streichquartette bezeichnet wird. Mit Rücksicht auf die große Ausdehnung dieser beiden Werke steht diesmal kein dritte? Quartett auf dem Programm. , Tages-Anzeiger. (Näheres siehe im Inseratenteil.» Dienstag, den 9. Avril. -taatstbeaier: Bund der Jugend, 20—23 Uhr. Kinder wünschen mittags viel So6e! Gratis Dann schmeckt ihnen das Essen nochmal so gnt. Geben Sie daher Ihren Kindern reichlich Knorr Bratensoße. 1 Würfel zq 10 Pfennig ergibt *4 Liter gute Soße (nur 3 Minuten Kochzeit). Auch zum Strecken, Verbessern und Sämigmadien anderer Sofien nur den Bratensofiwiirfel von Öffentliche Warnungen. In letzter Zeit treiben sich wieder ausländische Händler im Lande umher, die mit minderwertigen Stoffen hausieren. Sie nehmen zum Schein Bestellungen auf Strümpfe auf, deren Wert weit höher liegt, als der geforderte Preis. Die Strümpfe werden aber nie geliefert. Nachdem die Strümpfe als Lockartikel angeboten waren, bringen sie mitgeführte Stoffe zum Vorschein. Durch unwahre Anpreisung erwecken sie den Anschein, daß der Käufer einen außergewöhnlichen Vorteil beim Kauf der Stoffe erziele. Dabei erwähnen sie noch, daß sie nicht unter drei oder vier Stoffe abgeben dürsten, weil sie nur an Schneider liefern sollten, oder weil die Be- Hörde es so bestimmt habe. In der Regel werden die Käu- fer geschädigt. Das Badische Landeskriminalpolizeiamt warnt wieoer- holt vor diesen Hausierern. Entfchuldungsaktion für Beamte. Aus Beamtenkreisen wird uns geschrieben: Es ist in letzter Zeit in der Fachpresse und jetzt auch in den Tageszeitungen viel über die Eutschuldungsaklion für Beamte geschrieben worden. Ein wesentlicher Punkt wurde aber nie berührt und doch ist gerade dieser Punkt mit das wichtigste. Es ist richtig, daß die vielen und einschneidenden «Gehalts- kürzungen der alten Regierungen die Hauptursache der Ver- schuldung der Beamten sind, weil sie sich nicht so rasch ans den neuen Lebensstandard umzustellen vermochten. De» meisten barverschuldeten Beamten haben die Gläubiger aber längst das Gehalt gepfändet. Erst die dadurch geschaffene starre Ein- beHaltung eines beträchtlichen Gehaltsteils ließ die Beamten immer weiter herabrutschen und zwingen neue, im Laufe der Zeit untragbare Verbindlichkeiten einzugehen. Mau kann ruhig sagen, ohne dieses starre Gesetz bestände heute eine Ver- schuldung in dem festgestellten Maße nicht. Gläubiger, die aber einmal ein Gerichts- und Pfändnngsurteil in Händen haben, lassen sich auf gütliche Verhandlungen nicht mehr ein, sie wollen einfach ihr Geld, ohne Rücksicht darauf, ob der Schuld- ner bei langdauernder Pfändung dabei zugrunde geht oder nicht. Um eine weitere Verschuldung der Beamten hintanznhal- ten oder den Betroffenen wieder die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu erheben, wäre es Sache des Gesetzgebers, beschleu- nigt in den § 850 ZPO. eine Bestimmung auszunehmen, d i e auch den Verhältnissen des Schuldners Rech- nung-trägt und es ermöglicht, wenn die Existenz des Schuldners bedroht ist, die Pfändungsraten auf ein seinem Können entsprechendes Maß heraubzusetzen evtl. auch für einige Zeit ganz auszusetzen, bis sich der Schuldner wieder etwaS erholt hat. -Lichtspiele: Öberwachtmeister «Twente, 4, 6.1.i, 8.30 Ub». Morgenrot, 4, 6.15, 8.30 llirr. Lichtspieltheater: Gloria-Palast: Warum lüat Fräulein Käthe?. 4, 6.15, s.30 Ulm Union-Lichtspiclr: Der stählerne Strahl, 4, 6.15, 8.::<) Uhr, Palast-Lichtspiele : Winternachtstraum, 4, 6.15, 8.30 Uhr. f«Mi ... _ , ... ttammer-Lichtspiele : Die Prwatsekretärin heiratet. 3, b, 7. 8.45 U» Mittwoch, den 10. «vril. Staatstheater: Der Freischüb, 19.30—22.15 Uhr. Lichtspieltheater: Gloria-Palast: Warum lügt Fräulein Käthe?, 4, 6.15, 8.:» Uhr. Union-Lichtspiele: Der stählerne «trahl, 4, 6.15, 8.;» Uhr. Palast-Lichtspiele: Winternachtstraum. 4, 6.15, 8.30 Uhr. Residenz-Lichtspiele: Oberwachtmeister schwenke. 4, 6.15. 8 30 Uh». Tchauvura: Moraenrat, 4, 6.15, 8.30 Uhr. Kammer-Lichtspiele: Die Prwatsekretarin heiratet, 3. 5, 7, 8.45 tt. das neue große Kochbuch von C. H. Knorr A.G., Heilbronn a. N. T&wVi Menstag, den 9. April 1935. Vaüischen Presse 51. Jahrgang / Nr. 84 Osterziele in Blülenschnee oder Firnschnee? Frühlingsfreuden oder Skifreuden? Dir Frage stellen, heißt fiir frre Ostertage 1935 fie beantworten: Beiden Teilen wird Genüge getan werden kön- nen. Bei der späten Lage des Osterfestes wird es in den Tie- sengebieten der Ebene und der Randstrecken am Schwarzwald das junge Grün, die lachenden Blüten der Obstgebiete sein, das seinen ganzen Liebreiz nach einem Winter anbietet, der erst gar nicht recht ein Winter werden wollte, nun aber mit ganzer Kraft noch sein Regiment selbst mit dem Aprilmonat ansübt und hinter den Sonnentagen des März doch wieder Unwirtlichkeit gesetzt hat. Hoffen wir, daß sie bald überwnn- den sein werden, dann wird die ganze Triebkraft des Früh- lings, die noch mühsam gebändigt ist und trotz Rauheiten der Winterrückfälle sich gewaltig durchsetzt, das Bild bringen, das man sich fiir die Feiertage wünschen mag: grüne Ostern. Die Kehrseite aber sieht auf der Wandelbahn des Gefche- hens das Gegenteil: weiße Ostern. Die gewaltigen Schneepolster, die den Hochschwarzwald von tausend Meter weg noch dick und beinahe geschlossen selbst auf den Südseiten einhüllen, machen wenig Anstalten zum Dünnerwerben, mochte die Märzensonne auch noch so darauf gebrannt haben. Was nützte ihre ganze Kraft, wenn nachts die Fröste immer wie- der zusammenbacken ließen, was sie tagsüber in mühseliger Schmelzarbeit aufgeweicht hatte. Die Situation in den Hoch- lagen der Hornisgrinde, am Brend, im Feldberggebiet kann nicht deutlicher untermalt werden, als durch den lakonischen Bericht der Wiesentäler Behörden, daß man auf ein Anfbre- chen der westlichen Feldbergstraße auch mittels motorischer Mittel bei der Stärke und Härte der Schneelage verzichten muß, weil die Arbeiten einen Aufwand von fünftausend Reichsmark verursachen würden. Der F e l d b e r g wird also von Osten, von Bärental her angegangen werden müssen. Die übrigen Paßstraßen im Gebirge sind besser daran als die westliche Feldbergstraße, sie haben die Fahrbahn allmählich frei bekommen, wenn auch seitlich noch die Schneewände jahreszeitlich späte Sänme bilden. Schwer haben es die Verkehrsmittel auf Ostern bei dieser späten Lage und dem reichlichen Schnee. Auf der einen Seite werden die Blüteugegenden das Fahrtziel, anf der andere» Seite rüsten die Höhenhäuser im Feldberggebiet auf Voll- befetzuug zu den Ostertagen durch die Skiläufer, die noch ein- mal auf Firn und in Frühjahrssonne dnrch die Hänge sausen wollen, vereint mit vielen anderen, die erfahrungsgemäß we- niger den Schnee oder den Skilauf um diese Jahreszeit, son- dern die Höhensonne und ihre Wirkung auf Schnee suchen. Wie stark winterlich in Schneelagen und Sporterwartung dieses Jahr noch die Grundeinstellung doch ist, zeigt sich aus den von Stuttgart aus eingesetzten günstigen Sportsonder- zügen ins Allgäu, die auch von weiterher Zufahrenden benützt werden können. Aehnlich liegen die Dinge mit den großen Städten, deren Klubs für die Osterzeit noch vollbesetzte Ski- knrfe durchführen wollen. Alles in allem, es ist noch nicht richtig Frühling. Aber vergessen wir: bie Skileute stellen doch am Ganzen doch nur einen kleinen Bruchteil trotz allen Sportansschwun- ges. Die große Mehrheit freut sich des endlichen Lenzes und wird in die Gebiete fahren, wo der Blüteüfchnee die Welt bestimmt. Geht klimatisch «lles einigermaßen richtig weiter, so werden eben anch die Tage um die Osterzeit in diesem Jahre — selten genug — mit der Blüte zusammenfallen, im großen und ganzen gerechnet. Es darf also wohl angenom- men werden, daß die große' Zahl schönster Städte und Täler, all jene herrlichen Flnßläuse und Winkel, an denen eben der Oberrhein mit seinen Nebenflüssen bis zum schwäbischen Neckarteil hinauf so reich gesegnet ist, einen starke» Zulauf haben werden, Heidelberg, Baden-Baden, Badenweiler, die Freibnrger Bucht, der Kaiserstuhl, das Markgräfler Land, die Ortenan mit den Schwingungen des milden Kinzigtales, d-ie Lagen von Bühl und Achern, und andere mehr werden der Zielstrebigkeit des Blütendranges ein Großangebot machen. Ändere werden ohne weite Fahrten auch in der Nachbarschaft der Städte auf die Rechnung kommen, die sie haben wollen. Allesamt aber werden wieder dem nnbekümmert mit den Ski abrückenden Ostereifrigen als dem berühmten „armen Irren" nachschauen, wenn er mit Brettern und schwerem Schuh zum Bahnhof wandert. Zwei Melodien werde« hier gesnngen, die einander fv weltenfern scheinen, wie man nur denken mag. Und doch lie- gen fie im Grnndton so eng beieinander, daß fie fich nicht ge- genseitig verkleinern sollten. Der Grundton ist der Zug nach der Sonne, nnr die Formen in der sich diese Sehnsucht äußert und vMzieht, erfahre« Abwandlungen. Und für diese Wahl der Form bietet gerade die Osterzeit dieses Jahres eine Fülle vo« Möglichkeiten, weil über dem Schnee der Baum- blüte des Tales hoch »Ken der «ld 12 Jahren. Der Tod auf den Schienen. — Schwetzingen, 8. April. Der 24 Jahre alte Student Albevt Engelhardt aus Rheinau ließ sich am Montag morgen um 6 Uhr auf der Bahnstrecke Schwetzingen—Rheinau vom Zuge überfahren. Die Leiche wurde in stark verstümmeltem Zustande aufgefunden. Was den jungen Mann zu der furcht- baren Tat veranlaßt hat. ist Unbegreiflich. Kraftwagen gegen fahrenden Jug. Am Samstag gegen 11 Uhr stieß ein Perfonenkraft- wagen ans dem unbeschrankten schienengleichen Neberqaim eines Privatweges nach der Heselbacher Mühle zwischen Klosterreichenbach und Röt mit dem Personen» zng 3925 Frendenstadt Rastatt Mammen. Dabei wurden der Lenker und der Beifahrer leicht verletzt. Der Kraft- wagen wurde schwer beschädigt und ist ausgebrannt. Die Lokomotive wurde leicht beschädigt. Das Unglück ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß der Lenker des Kraft- wagens die Pfeifenfignale der Lokomotive nicht gehört hat. Schweres Exptofionsunglüek. Ko«sta«z, 8. April. Im benachbarte« schweizerischen Ort Ermatingen ereignete sich am Montagnachmittag in der Druckerei der Dosen- nnd Aluminiumfabrik eine f ch iv e r e Explosion. Aus unbekannter Ursache explodierte ein Roh- ölofen, in dem Farben ausgebrannt werden. Die Explosion war so stark, daß der ganze große Druckereiraum vollständig zerstört und anch in den übrigen Räumen größerer Schaden angerichtet wurde. Da die meisten Arbeiter bereits nach Haufe gegangen waren, wurde nur eine Person erheblich verletzt, während ein Arbeiter, der in der Nähe des Ofens stand, durch die Explosion weggeschleudert wurde und unverletzt blieb. Der Betrieb erleidet eine längere Unterbrechung, da die Druckerei ganz aufgebaut werden muß. Zurzeit beschäftigte die Fabrik 160 Arbeiter. Landwirtschaftliches Anwesen eingeäschert. Weiler (Amt Konstanz), 8. April. Am Samstag abend wnrde das Anwesen des Landwirts Pius Graf bis a u f d i e Grundmauern eingeäschert. Die Ortsfeuerwehr sowie die zu Hilfe gerufene Radolfzeller Motorspritze mutzten sich darauf beschränken, die Nachbargebände z« schützen, die durch Funkenflug stark gefährdet waren. Der Schaden dürfte sehr beträchtlich fein, da außer 'dem Vieh nicht viel gerettet werden konnte. Me war das Tabakjahr 1934? Friedrichstal «»d Spöck zogen Bilanz. Das Jahr 1934 war dem Tabakpflanzer der Hardt be- fonders günstig, obwohl es in den Monaten Mai und Juni durch die große Trockenheit allerdings etwas ungünstig aus- sah. Mit Ausnahme der Grümpen waren das Sandblatt, das Hauptgut, sowie der Nachtabak ein ausgezeichnetes Ma- terial von besonders leichtem Brand. Aber auch das mengen- mäßige Erträgnis des Jahres 1934 läßt durchweg, mit Aus- nähme der Grümpen, nichts zu wünschen übrig. Desgleichen die Bepreisnng der einzelnen Produkte. Die Bilanz der beiden ältesten und bekanntesten Tabak- bauorte der Hardt, die Gemeinden Friedrichstal und Spöck, erstere auch besonders bekannt durch den massen- weisen Versand von Tabaksetzlingen, gibt uns ein anschan- liches Bild von dem mengenmäßigen Anbau der b.eideu ge- nannten Orte. Ebenso zeigt aber auch die Bilanz das nimmermüde Schaffen und Wirken, die vielen Mühen und Sorgen der Tabakpflanz^r,' denn wer sich im Anbau dieser Handelspflanze auskennt, weiß, daß ihr Pflanzer nahezu das ganze Jahr mit ihr beschäftigt ist. Ihr Anbau erfordert auch e« besonderes Geschick und Gewandheit, einen geeigneten Boden, dem es an reichlicher Düngung nicht fehlen darf. Da- mit ist der Anbau auch mit größeren Kosten verknüpft, wenn der mengenmäßige Ertrag einigermaßen günstig ausfallen soll. Allerdings hängt viel vom Wetter ab. So war auch das letztjährige Erträgnis frei von der gefürchteten Rost- und Frofchangen-Krankheit. Da in diesen» Tagen die Schlußverwiegung stattfand, kann nun erst ein Ueberblick über das Erträgnis der 1934 er Tabakernte gegeben werden. Die Zahlen sind runde Gesamt- ergebnisse der beiden größten Anbauorte, Friedrichstal und Spöck, die auch die stattliche Summen von rund 40 Tabakbau- vereinen aufzuweisen haben. Erträgnis an Grümpen: 500 Zentner zu einem Durchschnittspreis von 45 NM. gleich 22 500 RM: Erträgnis an Sandblatt: 4 500 Zentner zu einem Durchschnittspreis von 75 RM. gleich 337 500 RM.? Erträgnis an Hauptgut: 9 750 Zentner zu einem Durch- schnittspreis von 68 RM. gleich 663 000 R5Dt.; Erträgnis an Nachtabak: 4 900 Zentner zu einem Durchschnittspreis von 76 RM. gleich 372 400 RM.,' Erträgnis aus Bruch- und Abfalltabake: 150 Zentner zu einem Durch- schnittspreis von 60 RM. gleich 9000 RM., was einer Ge- famtzentnerzahl von 19 800 oder 990 000 Kilogramm gleich- kommt. Die Gesamtroheinnahme der beiden Tabakorte aus der letztjährigen Tabakernte dürste demnach bei einem Durch- schnittszeutnerpreis von 70 RM. rnnh 1400 000 RM. betragen, wovon die Gemeinde Friedrichstal durch ihr größeres Anbaukontingent auch den größten Anteil hat. nz . «xv\\VVv\ tagten ihre pcften Worte: Seite 10, Nr. 84 Badische Presse Dienstag, de« 9. April 1985 Sl. Georgener Notizblock. ul. St. Georgen i. Schwarzwald, 7. April. Die hiesige Ortsgruppe der NSG. „Kraft durch Freude* bescherte der Einwohnerschaft einen köstlichen Abend in Form eines „Bayrischen Abends" mit „Nazi-Eifele" und sei- ner Truppe. Die Veranstaltung war gut besucht, und es war eine Freude, den Darbietungen des „Urviechs" Nazi-Eifele und seiner Mitarbeiter zu folgen. Der Mänuergesaugverein „Sängerbund" hielt seine Jahreshauptversammlung ab, bei welcher wieder zwei San- ger — Hans Blum und Simon S t o l l — für ZSjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden konnten. Schwarzwaldverein und Verkehrsverein hielten ebenfalls ihre Hauptversammlungen ab. Beim Ber- kehrsverein lief ein Film vom Besuch des Karlsruher Eisen- bahnervereins in St. Georgen, der viel Beifall fand. Die Trachtengruppe veranstaltete einen Heimat- abend unter Mitwirkung der Stadtkapelle. Die zu Besuch erschienene Trachtengruppe Schramberg bereicherte das Pro- gramm durch Vorführung von schwäbischen Volkstänzen. Hauptlehrer A i ch e l e hielt einen Vortrag „Der deutsche Heimatboden". Die hiesige Gewerbeschule kann auf ein 7Sjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand eine Ausstel- lung statt, bei der ein Kunstwerk besonders hervorgehoben zu werben verdient. Es ist dies eine astronomische Uhr, welche Konstrukteur Christoph I ä ck l e hier in jahrelanger mühevoller Arbeit in seinen Feierabendstunden kon- struiert und selbst hergestellt hat. Die Uhr zeigt auf vier ver- schiedeneu Zifferblättern Zeit, Datum, Bewegung der Sonne und des Mondes und ihre Stellung im Tierkreis für jeden Tag und Sonnenaufgang und -Untergang für jeden Tag. Die Uhr besitzt selbsttätigen elektrischen Auszug,- das Kunstwerk stellt also einen genauen, beweglichen Kalender dar. Abschluß der ersten Mastviehschau in Freiburg. Freiburg, 8. April. Am Montag vormittag 10 Uhr setzte im Städtischen Schlachthof das Schauschlachten ein als Ab- fchluß der ersten Ma st viehschau in Freiburg, zu dem sich viele Zuschauer eingefunden hatten. In der Hauptsache war «s dtfs ausgestellte Mastvieh, das zur Schlachtung kam und zwar 60 Stück Großvieh und ca. 160 Stück Kleinvieh. Für den Laien war es sehr interessant, einmal einer solchen Schlach- tung beizuwohnen, wobei die modernsten Hilfsmittel in An- wendung kamen. Trotz des Tempos, mit dem alles vor sich ging, wurden doch alle Arbeiten peinlich genau ausgeführt. Oberkirch, 8. April. ^Gesegnetes Alter.! Seinen W. Geburts- tag kann heute Privatier Albert F a i st feiern. Von einem Unfall im vorigen Jahr durfte er sich wieder gut erholen und nimmt bei bester Geistesfrische stets teil an allen Geschehnissen. Nachrichten aus dem Lande. Kreis Karlsruhe. j. Weingarten, 8. April. (Kleine Chronik.) Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete am Freitag in der Kärcher- halle einen lustigen Theaterabend. Die jugenoliche Künstlerschar der Badischen Landesbühne brachte das Lustspiel „Wenn der Hahn kräht" von A. Hinrichs zur Aufführung. Das Stück mit seinen urkomischen Verwechslun- gen. )em derben urwüchsigen Humor brachte einen »ollen Erkolg. — Die hiesige Futzballvereinigung hielt am Freitag abend ihre Generalversammlung ab, in der die neuen Satzungen des Reichssportsührers zur Annahme gelangten. Neben dem Amt des Gerätewarts, das Albert Wagner übernahm, blieb die Führerschaft des Vereins in den Händen von Karl M a i e r. — Die einberufene Ortsbaueruver- f a m m l u n g gestaltete sich zu einer Protestkundgebung gegen das Schreckensurteil in Litauen. Ortsgruppenleiter Reichert hielt eine Ansprache. Ortsbauernsührer H u m - m e l dankte dem Ortsgruppenleiter und ging auf eine Reihe örtlicher landwirtschaftlicher Angelegenheiten über. Bürger- meister Streit gab einige gemeindeamtliche Bekanntmach»«- gen zur Aufklärung. h. Ittersbach, 7. April. (Hohes Alter s Seinen 86. Geburts- tag feierte der letzte hiesige Krieger von 1870/71, Friedrich Gebhardt. Als der Deutsch-Französische Krieg 1870 aus- brach, stand Gebhardt im aktiven Heer beim Badischen Leibgre- nadierregiment 109, mit dem er auch bis zum Schluß kämpfte. — Ihren 85. Geburtstag beging Frau Christine Müller, geb. Bürkle. Die Greisin darf sich guter Gesundheit erfreuen. — Brette«, 8. April. (Die Gemeindesinanze».) Der Ge- meindehaushalt ist festgestellt. Die Ausgaben betragen 921610 RM., die Einnahmen 766 400 RM., der Unterschiedsbetrag so- mit 155 210 RM. Die Umlage wirb in der gleichen Höhe wie in den letzten Iahren erhoben. Für zusätzliche Arbeits- beschassung konnten 147 000 RM .in den Voranschlag einge- stellt werden. Kreis Mannheim. — Mauaheim, 6. April. (Bischossweihe in Mannheim.) Am 20. März wurde in Bonn von der Reichssynode der deut- scheu altkatholischen Gemeinde der bisherige General- vikar Erwin Kreuzer aus Freiburq i. Br. zum Bischof ge- wählt. Wie die bischöfliche Verwaltung jetzt mitteilt, wird der neugewählte Bischof am 8. Mai in Mannheim seine Weihe erhalten. — Mannheim, 8. April. (Angefahren «nd lebensgefähr- lich verletzt.) Auf der Schloßgartenstraße wurde in vergan- gener Nacht ein geistig beschränktes Mädchen aus Ludwigs- Hafen von einem Personenkraftwagen angefahren und lebens Schluhfeiern der Bruchsaler Schulen. -a- Bruchsal, 8. April. Nach einem ereignisreichen Schuljahr schlössen die hiesigen Schulen wiederum ihre Pforten und veranstalteten am ver- gangenen Freitag und Samstag Schlußseiern, die den zur Entlassung kommenden Schülern und Schülerinnen einige letzte Worte der Mahnung auf den Lebensweg mitgaben. Die Feier der Volksschule fand in der Jahnturnhalle statt. Ein Fahnenlieb eröffnete die Vortragsfolge, dem sich ein wirkungsvoller Sprechchor »Schwur der Jugend" anschloß. Es folgten ein Schülerchor „Dem Vaterland", ein Schwertertanz und das Lied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ". Hierauf richtete Direktor Kiefer M Herzen gehende Worte an die die Schule verlassenden Schüler. Ein wnndersmnes Spiel von der Bereitschaft, „Die zehn Jungfrauen", in dem in tiefer Symbolik die Aufgaben der neuen deutschen Jugend umrissen sind, ferner der Schüler- chor „Herr, wer wird wohnen" von Mozart vervollständigten das Programm. Die Mädchenrealschule hielt in der Turnhalle der Oberrealschule ihre übliche Jahres- schlußseier ab, die man dem Gedenken an Hermann Löns ge- widmet hatte. Es war sehr fein zu beobachten, in wie schlichter und doch eindringlicher Weise Gedichte des Heidedichters und einige Vertonungen Löns'fcher Lieder von E. Licht und W. Hensel zum Vortrag gelangten. In treffenden Worten schil- derte Direktor L a ch m a n n die Persönlichkeit von H. Löns, dessen Naturverbu»denheit. völkische Haltung, soziale Einste!- lung und heroische Lebensauffassung. Den Beschluß bildete der Chor „Jauchzet Gott, alle Lande" für Sopran- und Alt- chor, Solostimme und 2 Violinen von I. Weiland, bei dem die Musiklehrerin der Anstalt, Frl. Wagner, die Solopartien übernommen hatte. Mit einer schlichten Feier schloß die Oberrealschnle ihre Pforten. Die Folge der Darbietungen umfaßt« Orchester- sätze, Chöre und turnerische Uebungen. Direktor Dr. Münch zeichnete in kurzen Strichen die Geschichte des Saarliedes, gab dann anschließend eine Uebersicht über das abgelaufene Schul- jähr und überreichte zum Schluß wieder einer Reihe von Schülern Preise für gute Leistungen. Einen guten Besuch hatte die Schlußseier des Gymnasiams aufzuweisen, die in der Turnhalle der Anstalt stattfand. Ein Borspruch, ein Musikstück von E. Grieg und der Vortrag von Ausschnitten aus der „Edda" leiteten die Veranstaltung em, in deren Mittelpunkt der Lichtbildervortrag „Ueber das Ha- kenkreuz" stand. den der neue Direktor Dr. Eckstein aus sei- nem reichen volkskundlichen und archäologischen Wissen fchöp- send, hielt. Nach dem Chor „Deutschland, dir mein Vaterland" wurde die Preisverteilung vorgenommen. Einen schönen Verlaus nahm die Entlassungsfeier der Handelsschule», die in der Turnhalle am Friedrichsplatz abgehalten wurde. Im Verlaufe der Feier wechselten Gedichtvorträge mit Musik- stücken des Schülerorchesters unter Leitung von Studienrat Dr. Gregor. In seiner Ansprache legte Direktor Baum- g ä r t n e x besonderen Wert auf einige Mahnworte unb Leit- gedanken. die den ins Leben ziehenden Jungen die Orientie- rung und Selbsterziehunq erleichtern sollen. Nach einer Rück- schau über das abgelaufene Schuljahr konnte der Direktor zum Schluß einer Reihe von Schülern und Schülerinnen Preise und öffentliches Lob zuerkennen. Mit dem Gedicht »Deutschland" von Gutberlet. von einer Schülerin ausdrucks- voll vorgetragen, und den beiden Weiheliedern fand die Feier ihr Ende. 100 Jahre Gewerbeschule Bruchsal. -a- Bruchsal, 7. April. Die Gewerbeschule veranstaltete an- läßlich des 100jährigen Bestehens der Anstalt am Sonntag nachmittag im großen Bürgerhofsaale eine würdige Feier- stunde. An dem Festakt nahmen die Lehrerschaft, die ehemali- gen Schüler und die Bruchsaler Handwerksmeister mit ihren Angehörigen teil. Unter den Gästen bemerkte man Ministe- rialrat Hu ber, Bürgermeister Dr. Fe es, Kreisleiter Epp, Direktor Sindlinger und Vertreter der anderen Bruchsaler Schulen. Nach dem Einmarsch der Fahnen wurde die Feier mit Beethovens „Die Ehre Gottes" eröffnet, vom Musikvereinsorchester unter Leitung des Musikdirektors H u n k l e r gespielt. Nach einem Prolog und einem Sprechchor „Lob des Handwerks" spielte das Orchester die Ouvertüre zur Oper „Der Waffenschmied", deren Wiedergabe starken Beifall erntete. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die F e st r e d e des Direktors der Gewerbeschule, des Diplomingenieurs Härter, der in Rückblick und Ausblick die Arbeit der Ge- werbeschule für die Heranbildung eines tüchtigen Handwerker- standes vortrefflich erläuterte. Die Reihe der Gratulanten führt Bürgermeister Dr. F e e s an, der für die Stadtverwal- tung die Glückwünsche übermittelte. Anschließend sprach Kreis- leiter Epp über den Wert der berusskundlichen Bildung. Handelsschuldirektor Baumgärtner sprach im Namen aller Schulen der Gewerbeschule die besten Wünsche aus. Das Orchester spielte hierauf eine Phantasie aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg". Nach dem Sprechchor „Brüder sind wir" und dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied ergriff noch einmal Direktor Härter das Wort, um allen denen seinen Dank auszusprechen, die ihren Rat und ihre tatkräftige Hilfe allezeit der Schule angedeihen ließen. Mit dem Horst-Wessel-Lied und bc» A.,smar,ch der Fahnen fand die Festfeier ihr Endo gefährlich verletzt. Die Schuld soll das Mädchen selbst tref< fen, und zwar wird Selbsttötungsabsicht vermutet . Kreis Paden. Ko. Baden-Baden, 8. April. (Beamtenverfammlung.j Zu einem Schulungsabend versammelte sich am Mittwoch die gesamte Beamtenschaft Baden-Badens im Sängerhaus „Aurelia". Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Leiter des Amtes für Beamte, Link, hielt Gauamtsleiter M a u ch eine Ansprache, in der er die Zeit vom November 1918 bis zum Kampf vor der Feldherrnhalle in München streifte, überleitend auf die hohen Pflichten der jetzigen deutschen Beamtenschaft hinwies, als deren oberster Grundsatz er Opfertreue und Ein- fatz der ganzen Person für den Nationalsozialismus bezeich- nete. Die weiteren Ausführungen betrafen das Verhältnis zwischen Behördenleiter und politischem Leiter. Dann hielt der Gauinspekteur und Gaupersonalamtsleiter Schuppel einen Vortrag. Er gab ein Bild des Beamten aus früherer Zeit und schilderte den Typ des heutigen Beamten, der alle seine Maßnahmen von nationalsozialistischen Gedankengängen^ her- zuleiten habe. Kamps und Opfer bezeichnete der Redner als die größten Tugenden des deutschen Beamten. Als erster Die- ner des Staates habe der Beamte seine ganze Krast einzu- setzen, um der kommenden Generation ein Erbe zu hinterlassen, das von dieser verwaltet und vollendet werde. Aus Beispielen der Geschichte zeigte der Vortragende dann, wie nur durch fanatischen Kampf um ein hohes Ideal Großes vollbracht wer- den kann, wies aber auch gleichzeitig darauf hin. daß die- jenigen Elemente, die sich hemmend diesem Kamps entgegen- stellen, bald einsehen werden, daß ihr Widerstand vergeblich war. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer, dem Deutschland- und Horst-Wessel-Lied fand die Kundgebung ihr Ende. Der Abend wurde durch flottgespielte Weisen der PO.-Kapelle ver- schönt. u. Bühl, 7. April (Bühler Allerlei.) Wie alle Jahre brachte der Frühling auch heuer wieder die Schulschlußfeiern ber hie- figen Schulen. Die Volksschule wartete mit einem reichhalti- gen Programm auf, in dem als Umrahmung der Abschieds- rede für die ins Leben tretenden Schüler die Hausmusik einen bevorzugten Platz einnahm und der Veranstaltung eine hei- tere Note gab. Im Gegensatz trug die Schlußfeier des Real- gymnasiums ernstern Charakter, besonders in ihrem ersten Teil, der in seinen schön vorgetragenen Musik- und Gesang- stücken den Meistern Bach und Händel gewidmet war. Auf sie wies auch Direktor Kretz als Künder deutschen Geistes- und Kunstschaffens hin. Weiterhin sprach der Redner von der hohen Aufgabe der Schule und des Lehrers in unserer Zeit, der zu- gleich beispielgebender Führer und Kamerad seiner Schüler sein muß. Wenn Fremde unsere bald im Frühlingskranze des Obstbauwaldes prangende Stadt besuchen, so werden sie auch unsere neuhergestellte Eisenbahnstraße bewundern, die nun nach fleißiger Arbeit vieler Hände ihrer Vollendung entgegen- geht. Eine schön angelegte Fahrbahn wird die vom Bahnhof kommenden Autofahrer erfreuen, während die Fußgänger bessere Fußsteige vorfinden, deren Neuanlage besonders im östlichen Teil der Straße wegen der unregelmäßigen Bau- flucht mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war. Neusatz bei Bühl, 8. April. (Die diamantene Hochzeit) feierten die Eheleute Altgemeinderat Johann Baptist Schaufler. Der im 87. Lebensjahr stehende Altgemeinde- rat ist der letzte hiesige Kriegsteilnehmer aus dem Feldzug von 1870/71 und auch der letzte Vertreter des hier ausgestor- benen Weberhandwerks, das er neben seiner Landwirtschaft betrieb wie seine Ahnen, die seit über 800 Jahren auf dem gleichen Hof ansässig waren. Kreis Gffenvurg. Oensbach, 8. April. (Der Führer als Pate.) Der Führer hat bei dem neunten Kinde — es ist der sechste Knabe — der Familie des Landwirts Joseph Meter die Paten- s ch a f t übernommen und mit einem herzlichen Glückwuusch- schreiben ein beträchtliches Geldgeschenk übersandt. Appenweier, 6. April. (Ein reuiger Dieb.) In den letz- ten Tagen waren einem hiesigen Landwirt 300 RM. Tabakgeld gestohlen worden. In einer der letzten Nächte legte der Dieb den Betrag hinter den Fen st erladen des bestohlenen Landwirts, wo das Geld gefunden wurde. — Lahr, 8. Steril. (Goldene Hochzeit.) Die Eheleute Se- raphin Schmieder und Paulina geb. Griesbaum konn- ten am Sonntag das Fest ihrer goldenen Hochzeit feiern. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubelpaar ein Buch und ein Glückwunschschreiben des Erzbischoss überreicht. Kreis Konstanz. Radolfzell, 8. April. (Nicht auf de« fahrende« Zag fprin- gen.) Am Montag nachmittag wollte der 62 Jahre alte Schmiedemeister Joseph Brecht aus Arten, der seinen Man- tel im Zuge hängen gelassen hatte, nochmals den Zug nach Konstanz besteigen. Der Zug hatte sich aber bereits in Bewe- gung gesetzt. Brecht kam beim Aufspringen zu Fall und zog sich eine schwere Kopfverletzung zu, die seine Uebersührung ins Krankenhaus notwendig machte. Rastatter Allerlei. -mm- Rastatt, 8. April. Das Fest der Silbernen Hochzeit feierte am ver- gangenen Freitag mit seiner Frau Agnes der auch über Ra- statt hinaus bekannte Führer des Süddeutschen Verbandes ehem. 40er, Jean P r y m. Im Jahre 1910 kam er mit dem Füs.-Reg. 40 nach Rastatt und übernahm hier eine Kantine, die er bis zum Kriegsende innehatte. In der Nachkriegszeit widmete er sich besonders dem Verein und Verbände ehem. 40er, dessen Zeitung er auch leitet. Groß sind seine Ver- dienste um die Erstellung des imposanten Ehrenmals für die im Weltkriege Gefallenen des Regiments. So ist es be- greiflich, daß die beiden Jubilare zu ihrem Ehrentage allseits herzlichst beglückwünscht wurden. Die Schützeugesellschast Rastatt e. V. hatte im „Türkenlouis" am Donnerstag abeild nun auch ihre G e- neralversammluug. Oberschützenmeister Ketterer be- grüßte die Erschienenen herzlich. Vor Eintritt in die Tages- orönung wurde der im letzten Berichtsjahre verstorbenen Mitglieöer K. Herzog, jr. und sr., und Otto Hätz gedacht. Der Tätigkeitsbericht des Oberschützenmeisters wurde mit Interesse zur Kenntnis genommen. Das Protokoll der letzten Generalversammlung wurde einmütig gebilligt und auch dem Kassier einstimmig Entlastung ausgesprochen. Auch der Voranschlag für 1935 fand einstimmige Annahme, desgl. die Einheitssatzungen des Reichst», f. Leibesübungen. Die Bor- standswahl brachte die Wiederwahl des bisherigen Ober- schützenmeisters Ketterer und seiner bisherigen Mitarbeiter. Zum Dietwart wurde Herr Hertel berufen. Nach Erledi- gung einiger interner Angelegenheiten fand die Generalver- sammlnng mit begeistertem Sieg-Heil auf Führer und Vater- land ihr Ende. Am Samstagabend spielte hier in der Carl Franz-Halle das RS.-Reichs-Symphonie-Orche st er unter Lei- tung von Pg. Adam! Es war ein unvergeßliches künstle- risches Erlebnis. Vor Beginn des Konzertes begrüßte Bür- germeister Dr. Hein den Dirigenten mit seinem großen Orchester in Rastatts Mauern aufs herzlichste und dankte, daß auch Rastatt mit einem Konzerte beglückt werde. Das Orchester spielte unter der ganz vorzüglichen Leitung Pg. Adams die 1. Symphonie von R. Schumann, das Loheng«in- Vorspiel, „Les Preludes" von Liszt und das Meistersinger- Vorspiel. Stürmischer, anhaltender Beifall wurde mit der Dreingabe eines Militärmarsches von Schubert vergolten. Alle Darbietungen zeugten von vollendetem Können und genialer, feinsinniger Leitung. 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An Stelle der bis- berigen Präsidentin Frau Mcdizinalrat Frey, die nach Mjähriger Leitung von ihrem Amte zurücktrat, wurde Frau Kaufmann Kaltenbach und als Beirat für den verstorbe- nen Oberlehrer Maife, Bahnbauinspektor a. D. Tritt be- stimmt. _ Der Schwarzwaldverein, dessen Ortsgruppe hier, im letzten Jahr einen Zuwachs an Mitgliedern zu ver- zeichnen hatte, gab im „Ritter" den Mitgliedern und Freun- den einen lückenlos ausgestellten Bericht über die mustergül- tige Bearbeitung des Arbeitsfeldes für 1984. Man muß feststellen, daß die hiesige Ortsgruppe unter der umsichtigen Leitung seines ersten Vorsitzenden Kaufmann Stadler und seiner Mitarbeiter im Vorstand, Hervorragendes leistete. Es sei an dieser Stelle nur an die Anregung und Vorarbei- ten für einen neuen Hohenweg von Freiburg über den Hegau an den Bodensee. der vom Hauptverein bekanntlich sanktioniert und zur Dur-^°ührung gebracht wurde und an die Freileguugsarbeiten au der Burgruine Hohenhewen erinnert Wohlverdienten herzlichen Dank und Anerken- nung aus der Mitte der Versammlung konnte Vorstand Stadler für die geleistete Arbeit entgegennehmen. Der vor- gelegte Arbeitsplan für das lausende Jahr wurde von der Versammlung genehmigt und Herr Stadler einstimmig wie- der an die Spitze der Ortsgruppe berufen. Die Engener Milchgcnofscnschast hielt im Rathaussaal ihre Generalversammlung ab. Es sind ganz ansehnliche Zahlen, die im Rechenschaftsbericht bekannt ge- geben wurden. Die zur Anlieferung gekommene Milch er- gab ein Quantum von 104 000 Liter und der hierfür zur Auszahlung gekommene Betrag bilanziert in der Kaffendar- stellung mit 27 000 RM. Der Bezirksob st bauverein hatte ebenfalls Gene- ralverfammlung. Neben Bekanntgabe des Tätigkeitsberich- tes, aus dem das gute Betreuen der Mitgliederbelange fest- gestellt werden konnte, waren es noch die 2 Vorträge über „Obstabsatz" durch Obstbauinspektor Braun in Radolfzell und „Anbau und Sortenbereinigung" durch Obstzüchter M o t t in Laufenburg, die reges Interesse fanden. „Süße" Zahle» wurden in der Generalversammlung des Bieueuzuchtvereins durch den rührigen Vorstand Straub bekanntgegeben. In einem längeren Vortrag über „Das Wandern mit Bienen" wußte K a h n-Engelwies bei den Imkern reges Interesse zu wecken. In den letzten Tagen haben 2 Herren mit ihren Fami- lien Engen verlassen, die man sehr ungern scheiden sah: Apotheker Ernst Frey, ein gebürtiger Engener, hat die Staatsapotheke in Lörrach übernommen und ist aus 1. April dorthin gezogen! Straßenbauinspektor Hechler hat seinen neuen Wirkungskreis in Bruchsal angetreten. Frey ist Engener und war hier einer der ersten Anhänger der natio- nalsozialistischen Bewegung, für die er mit Feuereifer ein- trat. Durch sein Wesen hat Apotheker Frey es verstanden, Sympathie und Hochachtung im besten Maße zu erwerhen, was übrigens auch Herrn Hechler, der rund 10 Jahre im Hegau wirkte, gelungen ist. - Vor einigen Tagen konnte Frau Rothacker ihren 88 und Frl. Rees ihren 82. Geburts- tag seiern. Beide Altersjubilarinnen sind noch recht rüstig. Die Elektrifizierung der Köllenlalbahn. Von zuständiger Seite wird dem Badischen Landespresie- dienst des DNB. mitgeteilt: In Tageszeitungen wurde ge- meldet, daß der elektrische Betrieb auf der vollen- t a l b a h n und der Dreiseenbahn mit dem Fahrplanwechsel am 15. Mai eingeführt wird. Diese Angaben sind unrichtig und eilen der Zeit voraus. Abgesehen davon, daß die Elektri- fizieruugsarbeiten an der schwierigen Bergstrecke erst in einigen Monaten fertiggestellt werden können, wird die erste der vier für den Versuchsbetrieb in Aussicht genommenen Lokomotiven voraussichtlich im Juli und drei weitere im September d. I. von der Firma angeliefert werden. Die elektrischen Lokomotiven müssen zunächst eingehend auspro- biert werden, ehe mit ihnen fahrplanmäßige Züge geführt werden können. Da es sich um vollständig neuartige Ausfüh- ruugen handelt, muß auch mit unvorhergesehenen Ueber- raschungen gerechnet werden. Der Zeitpunkt sür die Jnbe- triebnahme, bei welchem einzelne fahrplanmäßige Züge elek- trisch gefahren werden, kann heute noch nicht genau ange- geben werden. Verkehrsfragen des Hinteren Wiesentals. Todtnau, 8. April. Auf einer Fahrplankonferenz der W i e- s e n t a l b a h n, die dieser Tage in Todtnau abgehalten wurde, kamen im Hinblick auf den Sommerfahrplan auch aktuelle Verkehrsfragen für das Gebiet des Hinteren Wiesen- tals zur Sprache. Einen breiten Raum in den Erörterungen nahm hierbei die Frage der besseren Anschlüsse an die Postomnibusse ab Todtnau an die Wiesentalbahn wie auch der von Freiburg kommenden Schnellzüge an die Wiesentalbahn ein. Es wurden verschiedene Wünsche auf Abstellung der vorhandenen Mängel geäußert. Der Vertreter der Kreisleitung wies auf die Un- zulänglichkeit der bestehenden Verkehrsverhältnisse im Bel- ch e n g e b i e t hin. das im vergangenen Winter von jedem Verkehr einfach abgeschnitten war. Dieses Gebiet müsse drin- gend zu einer direkten Verbindung mit Freiburg kommen. Auch sei eine gute Verbindung Schönau—Feldberg—Donau- eschingen—Jmmendingen sür den Verkehr nach Württemberg notwendig. Der^Schwarzwald müsse aushöre« ein teures Fremdengebiet zu sein und das sei nur möglich, wenn die Transport- und Tarifverhältnisse geändert werden. In der Versammlung kam auch die Absicht der Reichsbahn zur Sprache, die Strecke Basel—Zell mit Triebwagen mit sest- stehenden Fahrzeiten von 30 zu 30 Minuten zu befahren, so daß also alle halbe Stunde ein Triebwagen Basel —Zell und umgekehrt verkehren würde. Mvsbacher Notizen. ik. Mosbach, 8. April. Zugunsten des abschließenden Winterhilsswerkes veranstaltete der Bund deutscher Mädchen im Gasthaus „zum Odenivald" einen Verkauf selbstgesertig- ler Handarbeiten, der überaus erfolgreich war. Die Arbeiten erregten allgemeine Bewunderung und fanden wegen ihrer Preiswürdigkeit reißenden Absatz. — Die für das Winterhilfswerk von der Freiwilligen Feuer- wehr durchgeführte Sammlung ergab die Summe von 241.13 RM. — Ebenfalls zngnnsten des Winterhilfswerks hielt der hiesige Schützenverein in der städtischen Turnhalle ein Opferschießen ab/ das hinsichtlich der Leistungen und des finanziellen Erfolges sehr gut ausging. Die Bad. Lande sbühne der NS -Gemeinschast „Kraft durch Freude" brachte im Saale des Bahnhofhotels die Volkskomödie „Die vier Musketiere" zur Aufführung. Das Stück begegnete sehr starkem Interesse und erntete reichen Beifall. Justizinspektor Adolf Wolmer beim Amtsgericht Dur- lach wurde zum Landgericht hier und Instizinspektor Baumle beim Landgericht hier zum Landgericht Waldshut versetzt. — Eine der ältesten Mosbacher Einwohnerinnen, Frau Schütz, bekannt unter dem Namen „Schnctze Groß- mutter", feierte ihren 79. Geburtstag. Nachdem das vergoldete Kreuz auf dem Kirchturm der ueeuu Eäcilienkirche angebracht ist, ist der Kirchenneu- bau äußerlich vollendet. Wie aus der Grüningerschen Glockengießerei Billingen nachträglich mitgeteilt wurde, ist die durch den erzbischöflichen Glockeninspektor Prälat Schweitzer vorgenommene Prüfung der sieben Kirchenglocken sehr gut ansgesallen. Pfarrer Saier nach wie vor künstlerischer Leiter der Oeligheimer Volksschauspiele. Oetigheim, 8. April. Die Psorzheimer Meldung über die Verpflichtung von Schauspieler Hermann Klein att die Volks- schanspiele Oetigheim entspricht in dieser Form nicht den Tat- sachen. Hermann Klein ist wohl für die Rolle des Hagen Tronje in Hebbels „Nibelungen" und als Hilssregis- s e u r, nicht aber als künstlerischer Leiter verpflichtet worden. Die künstlerische Leitung der Volksschauspiele Oetigheim liegt nach wie vor in den Händen von Herrn Pfarrer Saier. Tuberkutofe-Kilfswerk der NS.-Volkswohlfahrt. Von der NS.-V o l k s w o h l f a h r t ist ein großzügiges Tuberkulose-Hilsswerk in Angriff genommen wor- den. Das weite Gebiet der Tuberkulose-Bekämpfung wird systematisch und zielbeivußt der Arbeit der NS.-Volkswohl- fahrt eingegliedert. Das Hauptamt für Volksgesundheit ist Mitträger der Aktion, die besonders alle diejenigen erfassen soll, für die bisher kein Kostenträger aufkommt. Dank unserer Sozialgesetzgebung werden weite Kreise des Volkes der Segnungen rechtzeitiger Tnberkulose-Behandluug teil- haftig. Zahllose Angehörige des Bauernstandes, des Hand- werks und des Mittelstandes sind dagegen nicht versichernngs- pflichtig. Ebenso gehen unter den Versicherten die Fälle in die Zehntausende, bei denen die Ansprüche an die Ver- sichernng erloschen sind. Diese Lücke wird das Tuberkulose- Hilfswerk schließen, das alle Tuberkulösen, für die kein Kostenträger aufkommt, betreuen will. Das Ziel des Tuberkulose-Hilsswerkes ist allerdings viel weiter gesetzt, als es bisher der Fall war. Die Sanierung der ganzen Familie und der bisherigen Umgebung des Er- krankten wird erstrebt. Wie oft kam es bisher vor, daß eine Verschickung daran scheiterte, daß dem Kranken Kleidung, Ausrüstung und Verpflegung' sür eine Reife fehlten. In anderen Fällen wurde die Existenz einer ganzen Familie in Frage gestellt, wenn das erkrankte Familienmitglied ver- schickt werden sollte. In allen diesen und anderen Fällen will das Tuber- kulose-Hilfswerk eingreifen. Es wird demnächst in sechs Gauen, nämlich in Groß-Berlin, Essen, Düsseldorf, Köln- Aachen. Koblenz-Trier und Rheinpfalz durchgeführt. Im Laufe der Zeit soll es dann ans das ganze Reich ausgedehnt werben. Sticht ohne weiteres als arische Geschäste anzusehen. Die NS-Hago-Gauamtsleitung Baden teilt mit: Verschiedene Anfragen veranlassen uns darauf hinzu- weisen, daß Einzelhandelsbctriebe, die die Plakette „Gemeldet beim Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels" am Schau- seuster angebracht haben, nicht ohne weiteres als deutsche i arische) Geschäste anzusehen sind. Der Gesamtverband der Deutschen Einzelhändler umfaßt sämtliche Einzelhandelsbetriebe Deutschlands, also auch die, die sich nicht in arischen Händen befinden. Wetterbericht des Reichswetterdienstes lAusgabeort Stuttgarts Stationen ILuftdr Stm . > Meere«. Scttriflc Höchst, wärm« Niedr Temp ! nacht« Rieder- schlagt- menae oim Schneehöhe ein Wetter tLertheim Königstuhl Karlsruhe Bad. Baaen V.Dürrtieim St. Blasien Badenweiler Schauinsld Feldbern 766.3 756.5 757.6.3 760.1" 659.0 « 5 8 12 12 8 8 11 5 4 6 10 15 15 12 9 8 4 2 4 6 10 9 5 6 9 4 2 5 15 8 11 8 14 21 13 0 0 0 0 0 6 0 110 100 Degen bede-k, Nebel Rege» Mildes Weftwetter. Unter der Einwirkung eines überaus kräftigen, vor den britischen Inseln liegenden Tiefdruckgebietes werden in drei- tem Strom sehr milde tropische Lustmassen herangeführt, deren Aufgleiten verbunden mit dem Durchzug kleinerer Randstörungen verbreitete Regen fälle zur Folge hat. Nach Abzug des zur Zeit noch weit bis nach Frankreich hineinreichenden Regengebietes steht vor Annäherung des neuen Störnngszentrums eine leichte Besserung des Witterungscharakters bevor. Im ganzen bleibt je- doch das milde Westwetter erhalten. Wetteraussichten sür M'ttwoch, den 10. April: Im ganzen noch mildes Westwetter, nach Durchzug des Regengebietes je- doch leichte Besserung. Wasserstand des Rheins. Rbeiiiseld««: 251 cm, gestern 221 cm. Brcisach: 149 cm. gestern 132 cm. Kehl: 260 cm, gestern 245 cm. Marau: 398 cm, gestern 386 cm. Mannheim: 307 cm, gestern 299 CIN <5anb: 228 cm, gestern 217 cm. Statt Karten. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurden uns am 7. April 1935 unsere geliebten Gatten, die herzensguten Väter, Söhne, Brüder, Schwäger und Onkels Erwin Schempf Horst Lissek im Alter von 37 Jahren im Alter von 36 Jahren durch einen Unglücksfall jäh entrissen. In namenlosem Leid: Frau Margarete Lissek geb Schempf und Kind Horst Trauerhaus; Goethestrasse 4 Frau Frieda Lissek Witwe Familie Fritz Schempf. Frau Berta Schempf geb. Hönnige und Kind Doris Trauerhaus: Scheffelstrasse 12 KARLSRUHE BERLIN den 9. April 1935. Die Beisetzung findet am Mittwoch, den 10. April, nachmittags -^4 Uhr, auf dem Mühlburger Friedhof statt. Seelenamt für Horst Lissek, Mittwoch früh 7 Uhr, in der St. Bonifaziuskirche. Gierbefalle in Karlsruhe 4. April: Karl Selzer. Bahnw. a. D.. Ehem.. M I. 5. April: Ella Emilie Schmitt, ohne Ber., lod.. 21 I. Alfred Kottler. Pater: Alfred, Kaufmann. 2 Monate 2 Tage. Emil Jehle, Metzger, Ehem., 47 Jahre, ß. April: Wilhelm Karl Bauer, Alrafts., led., 23 I. Druitarbeiten wilden rasch und preiswert angetertigl in der «üdweftv. 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Mit diesen Worten ist Zweck und Ziel umrissen eines Werkes, das nach Inhalt intd Art der Stoffgestaltung geeignet ist, einen Ehrenplatz in der Reihe ähnlicher Werke einzuneh- men.*) In 20 dramatisch gespannten Biographien schildert der Verfasser den Schicksalsweg des deutschen Volkes „v o m d e nt- schen Bund zur deutschen Nation". Dazu aber war nötig, die Gestalten, deren heroischer Lebensgang umrissen wurde, nicht loszulösen von ihrer Umwelt: sondern vielmehr sind diese Persönlichkeiten hineingestellt in den großen Ab- lauf umfassenden politischen und kulturellen Geschehens der Epochen, denen sie entsprossen sind, die sie geformt haben, deren Entwicklungsgang durch sie wesentliche Beeinflussung erfuhren. Den Auftakt bildet der tatgewaltige, seiner Zeit weit vor- auseilende Freiherr vom.Stein — „das nationale Gewissen", wie ihn Buchheit apostrophiert. Daß er dieses Attribut zu Recht trägt, erkennt man, wenn man liest, wie dieser wirklich adelige Deutsche, der damals, in der Zeit der Fran- zoseu- und Korsen-Herrschast, Gedanken der noch unerhörten deutschen Einheit entwickelt, aus der Erkenntnis für die Not- wendigkeit eines deutschen Reiches über allen Teilstaaten. »Das unnatürliche Uebergewicht Frankreichs", — so urteilt er schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts — „steht und fällt mit der Schwäche Deutschlands ...ein neues Gleichgewicht der Mächte kann nur er st ehe n, wenn jedes der beiden großen Völker Mitteleuropas zu einem großen Staat vereinigt wird". Vermeint man nicht, Schicksalsworte der unmittelbarsten Gegenwart zu hören. Mit einer kühnen Denkschrift, in der er den innern Umbau des (preußischen) Staates fordert, zieht er sich die Ungnade des Königs zu, bis dieser ihn in den Tagen der tiefsten Erniedrigung des Landes wieder ruft, und er seine innerstaatlichen Reformen in Angriff nehmen kann, um Ende 1808 — auf Befehl Napoleons — ein zweites Mal entlassen zu werden, von dem Korsen als Geächteter gehetzt. Aber der ruhelose Flüchtling verzagt nicht, selbst angesichts der Niederlagen der deutschen Heere: „Ich habe nur ein Vaterland und das heißt Deutsch- land . . . mir sind die Dynastien in diesem Augenblick großer Entwicklung vollkommen gleichgültig. Mein Wunsch ist, daß Deutschland groß und stark werde . . . das ist das Interesse der Nation ijnd Europas!" So lebt er seinem Glauben und seiner Ueberzeugung über alle Höhen und Tie- sen der Jahre hinweg, und dieser Glauben ist hundertzwanzig Jahre später Erfüllung geworden. „In dieser Zeit muß jeder singen, wie ihm ums Herz ist, der eine mit dem Schnabel und der andere mit dem Säbel", ruft Gneise nau aus, dem — neben Scharnhorst und Aork — ein weiteres Kapitel gewidmet ist. Und auch S ch a r n - h o r st s Glaube wird nicht wankend, sondern er bekennt hoff- nuugssroh: „Mag ein Napoleon noch so oft Schlachten ge- Winnen, am Ende wird man uns den Sieg doch nicht nehmen können!" Und vom Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe der als erster die allgemeine Wehrpflicht einführte, aufs Katheder geholt, wurde Gerhard Johann David Scharn- Horst zum größten Gelehrten unter den deutschen Offizieren und zum ersten Militärschriftsteller Europas, der mit seiner Feder die Flamme schürt. Und Aork, der große Haudegen und „Rebell aus Ehre" schließt 1812 die Konvention von Tau- roggen mit den Russen „Denn nicht die Tat macht den Rebel- len, sondern die Gesinnung. Die Geschichte wird richten, ob ich ein schlechter Diener meines Königs gewesen bin, oder ein treuer Sohn meines Landes." Zu diesen streitbaren Mannen des Schwertes gesellen sich als „Künder der Volkheit" die Romantiker. „Es gibt nur zwei gute und wohltätige Potenzen in der Welt:.Gott und das Volk. Was in der Mitte liegt, taugt sreiweg nichts, und wir selbst nur insoweit, als wir uns dem Volke nahe- stellen", ruft Wilhelm von Humboldt aus, dessen hundert- sten Todestag wir erst gestern gedachten. Und Achim von Arnim und Brentano sammeln die deutschen Lieder und Heinrich von K l e i st wird mit zündender Begeisterung zum „Züchtiger der Schande", und Fichte hält seine aufrütteln- den Reden an die deutsche Nation: „Es hängt von Euch ab, ob Ihr das Ende sein wollt und die Letzten eines nichtswürdi- gen Geschlechts oder ob Ihr der Anfang sein wollt und Her Entwicklungspunkt einer neuen herrlichen Zeit und diejeni- gen, von denen eine Nachkommenschaft die Jahre des Heils zählt." Alle diese Mahner und Künder werden getragen von dem heroischen Glauben an die Allmacht des menschlichen Wil- lens. Zu ihnen gesellt sich „das Nordlicht der Freiheit", Ernst Moritz Arndt, der fordert „Laßt uns vergehen für unser Land und für unsere Freiheit, auf daß unsere Kinder ein freies.Land bewohnen". Jugendlicher Kampfesüberschwung läßt Carl Ludwig Sand in den Märztagen 181g in Mannheim den „heiligen Mord wider den Fürstenknecht", den russischen Staatsrat Kotzebue, begehen. Neben Robert Blums, des „Träumers der Freiheit", leidenschaftliche Kämpfernatur tritt Friedrich *1 Kämpfer für das Reich. Bon Stein bis Hitler. Von Gert B u ch h e i t. Mit 20 Tiefdrucktafeln, 257 Abbildungen und 10 Kartenskizzen. — 520 Seiten. Ehr. Belser A .-G., Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. bis Killer. List, der Verkünder einer deutschen Nationalwirtschaft, ,Her Vorkämpfer der deutschen Einheit", der als erster mit dem Enthusiasmus des echten Revolutionärs Idee und Auf- gäbe der Deutschen vertritt: Macht und Innerlichkeit, Staat und Volkstum, Wirtschaft und Herrschaft in vollkommener Deutschheit zu vereinen. Der dritte Teil des Werkes ist der Einigung, der Reichs- griindung gewidmet, in seinem Mittelpunkt steht die gigan- tische Gestalt des eisernen Kanzlers. Wir erleben Bis- m a r ck in seiner Mannesgröße, in seiner Dämonie, in seiner völligen inneren Freiheit, im Kriegführen, im Staatenbil- den, in der Freundschaft wie im Haß. Ein sinnbildliches Stück deutscher Geschichte, das meisterhaft abgerundet wird dnrch die nicht minder scharf gezeichneten Lebensbilder des Schlach- tenlenkers M o l t k e, des Waffenschmieds Alfred Krupp und des Kaiserherolds Heinrich von Treitschke. Das Zeitalter der Technik, der liberalistischen Staats- und Wirt- schastsführung, der inncrpolitischen Unsicherheit und der außenpolitischen Umklammerung spiegelt sich wider in dem Kapitel über Schliefen, dem Lehrmeister der deutschen Armee. Den Abschluß des Buches bilden die Kapitel über Luden- d o r f f, dessen 70. Geburtstag wir heute gedenken, über H i n- denburg, den Dichter Moeller van den Bruck. Gekrönt wird das Werk mit dem Endkapitel über Adolf Hit- ler, der zum Baumeister des Dritten Reiches und zum Sammler aller Kräfte des Volkes geworben ist und in dem erfüllt wurde, „was der Väter Wunsch und Sehnen war". Jeder, dem das Schicksal unseres Volkes am Herzen liegt — und wer wollte sich nicht dazu zählen — sollte Gert Buch- heits Buch lesen, dessen glänzende sprachliche Gestaltung unter- stützt wird durch die Wiedergabe meist unbekannter Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Plastiken. Und er sollte sei- nen Inhalt in sich aufnehmen, damit er sich auswirken kann im Sinne des Führerworts, das wir dieser Würdigung vor- angestellt haben. * Den Kämpfern für das Reich wird man auch Schiller zu- zählen müssen, den die Linke früher so gern für sich bean- sprucht hat. So versuchte der freimaurerische Weltbürger sich auf den Don Carlos zu berufen, die Kommunisten auf den Franz Mohr der „Räuber" usw. Dr. Fabrizius stellt den wahren Schiller ins helle Licht in seiner besonders der beut- schen Jugend warm zu empfehlenden Schrift „Schiller als Kampfgenosse Hitlers" (Deutsche Kulturwacht, Ber- lin-Schöneberg, geb. 3 31®!.). Schon 1929—1931 entstanden, will das Buch mit dazu beitragen, den tieferen Sinn der ein- zelnen Dramen Schillers voll und ganz zu begreifen. Staats- gewalt und Bürgersreiheit werden im Don Carlos einander gegenübergestellt, Soldatentum und Politik im „Wallenstein", dem genialen Politiker, der durch Schicksal nur Soldat ge- ' > Seipio Baron Engelhardt: Die Revolution in Rußland. Das anschaulich und lebendig geschriebene Buch, das im Selbstverlag des Verfassers in Karlsruhe, Boettgestr. 2, er- schienen ist, umfaßt im wesentlichen die Ereignisse der Jahre 1914 bis 1921, wie sie der Verfasser selbst miterlebt hat. Er ist geborener Kurländer und hat als Kriegsfreiwilliger im Gardeschützenbataillon den Weltkrieg an der Ostfront mitge- macht. So hatte er Gelegenheit, die sich in Rußland vor- bereitenden und vollziehenden revolutionären Ereignisse, die zum Zusammenbruch des alten Rußland führten, aus uu- mittelbarster Nähe zu beobachten und dann im Innern des russischen Reiches selbst mitzuerleben. Im Dezember 1917 wurde er der nach Petersburg delegierten diplomatischen Kommission als Dolmetscher attachiert und später nach Kiew versetzt. . Baron Engelhardt zeigt an Hand dieser mannigfaltigen spannenden persönlichen Erlebnisse, wie es den Russen bis zum heutigen Tage trotz ihrer umwälzenden Pläne und des rücksichtslosesten Einsatzes aller staatlichen Machtmittel nicht gelungen ist, den geplanten Aufbau durchzuführen. Er erzählt von dem Schreckensregiment, dem alles unterworfen ist, von der Hungersnot, die ständig am Mark des Volkes zehrt, von der künstlichen und gewaltsamen Verelendung des russischen Volkes. Während seines Aufenthaltes hat sich der Verfasser tagebuchartige Aufzeichnungen gemacht, die er nunmehr zu einem naturgetreuen Spiegelbild der russischen Revolutionen und ber mit ihnen entflammten jahrelangen Bruderkriege und Wirren verarbeitet hat. Er rollt damit ein interessantes und spannendes Kapitel europäischer Zeitgeschichte auf, ent- hält sich eigener Meinungsäußerung und läßt die Tatsachen für sich selbst sprechen, Tatsachen, die genügen, von den rus- fischen Zuständen ein eindeutiges Bild zu bekommen. Er zeigt dabei auch alle jene verderblichen Einflüsse ans, die in despotischer Weise zum Unheil des Volkes regieren, und deckt besonders auch den jüdischen Einfluß in Rußland schonuugs- los auf. Er erzählt von der unglaublichen Korruption und von den unaussprechlichen Leiden, die unsere deutschen Volks- genossen in Rußland seit dem Ausbruch des Krieges aus- zustehen hatten, schildert die Haussuchungen und Beschlag- nahmungen und berichtet von der Wühlarbeit der Sowjet- regierung im Ausland. Liest man dann noch die Zahlen der von 1917 bis 1923 Hingerichteten, so hat man ein Bild der russischen Zustände, das Scipio Baron Engelhardt in zahl- reichen Episoden außerordentlich packend zu schildern weiß. Verantwortlich: Max Lösche -II« H E N PRESSE worden ist und der zum Revolutionär wird, nnr mn Wer alle Glanbensunterschiede hinweg dem Reichsgedanken zum Sieg z« verhelfen. Unb in den „Räubern" — um nur diese drei Beispiele zu nennen — stellt Schiller der Ichsucht das Führer- tum als Frucht sozialistischen Lebensgefühls! bei dem Herr- schast nur denkbar ist als Unterordnung unter die Besten und Herrschaft nur gestattet werden darf als Dienst an der Gemeinschaft. -i- Bon Bebel z« Hitler vollzog der Arbeiter E. Unger- Winkelried seine politische und weltanschauliche Wans- lung, die er uns miterleben läßt in einer kleinen Schrift (er- schienen ebenfalls im Kultur-Wacht-Verlag), mit der er dazu beitragen will, für den Arbeiter Verständnis bei den ande- ren Schichten des Volkes zu wecken und zugleich durch die Darstellung seines Lebens und Wirkens den Weg auszuzeich- nen, auf dem Millionen Unbekannte dem Führer begeg- net und von ihm als namenlose Mitkämpfer weitergeführt worden sind. * Dr. Sizza Karaiskakis, Griechenlands angesehenste Schriftstellerin, gründliche Kennerin Westeuropas und Ver- treterin vieler Tageszeitungen, zieht eine kritische Bilanz der nationalsozialistischen Macht und Wirksamkeit für die Zeit vom 30. Januar 1933 bis nach der Röhmrevolte am 30. Juni 1934. „Das Dritte Reich durch meine Brille" (Buch-Tiefdruck G. m. b. H., Berlin). Unvoreingenommen, nüchtern und sachlich vollzieht die Verfasserin ihre Prüfung der Verhältnisse, in alle Bereiche des politischen, Wirtschaft- lichen, sozialen und kulturellen Lebens im neuen Deutschland leuchtet sie hinein. Die nationale Revolution war für diese Griechin mit dem weltofsenen Blick keine Ueberraschung. Von 1923—1927 hat sie die Bewegung aus allernächster Nähe im Brennpunkt München wachsen sehen. Im letztgenannten Jahre zwang Gerechtigkeitssinn ihr die Feder in die Hand zum Protest gegen die Kriegsschuldlüge, heute kämpft sie gegen die Greuelhetze und die verleumderische Entstehung des Na- tionalsozialismus in der Welt. Wenn sie auch nicht blind- gläubig zu allem und jedem Amen sagt, so ruft sie aber allen Hetzern und Nörglern entschieden zu: „Mau darf ein Kind nicht nach seinen Kinderkrankheiten beurteilen, ein Licht nicht auslöschen, um den Schatten zu beseitigen!" Neben der Analyse des Weltanschaulichen, des Irrationalen der Be- wegnng, der Charakterisierung der Persönlichkeit des Führers, der Diskussion des Grundsätzlichen, gibt sie scharf umrissen« Skizzen allerart: Das Porträt der Frau im Dritten Reich, Weg und Ziel der Jugenderziehung, Sammeln und Eintopf- gericht, „Kraft dnrch Freude", usw. Im ganzen: eine der aufschlußreichsten und anregendsten Schilderungen des Natio- nalsozialismus seit der Machtergreifung. Mit dem Blick auf Europas Zukunft gelangt diese ausländische Kämpferin für das Reich zu dem Schluß: „Die Errichtung autoritärer, durchaus antiliberaler Staaten von neuen erweiterten euro- päischen Nationalitäten wird wohl der allgemeine Weg aus dem Wirrwar werden." Seit Sizzia Karraiskakis diese vor- ausschauenden Worte geschrieben hat, ist gerade auch ihr Hei- matlaud, Griechenland, auf dem Wege, sie — in bewußter Anlehnung an die Staatsschöpfung Adolf Hitlers -- in die Wirklichkeit umzusetzen. J. ie wir aus „Jesus zu Magda- leua" und „Jesus zu Veronika" vernehmen, ist glaubhaft des Heilands Stimme. Künstlerisch bewältigt Otto Michaeli seine, in sakralem Ehrfurchtsgefühl Musikern und Malern geweih- ten Gedichte, er besitzt die Fähigkeit, sich in die gottersüllten Schöpfungen ber Großen einzufühlen. Das Gedicht festgefügter Komposition „An Wilhelm Trübners Bahre" ist ein stark er- lebtes Seelengemälde. Dem Ton volksliedhafter, deutscher Romantik kommen „Stiller Grund", „Wiegenlied", „Die Ver- lassene", „Waldhorn", „Wanderspruch" nahe. Als Beispiel der Grazie der Form und Grazie des Herzens dürfen der zierlich flatternde, {rnbei weltweise „Mückentanz" und der weiß über grün launig wirbelnde „Maieuschuee" gelten. Auch der Humor, diese glückliche Waffe gegen alle Unbill des Lebens, kommt zu seinem Recht — „Silvesterspruch" — „Der Wanderer", „Des Turmhahns Mor- genlied". Jedes einzelne Gedicht bekundet Michaelis uner- schöpflichen Schatz an Wort, Spiel, Zauber, Bilderfülle und gibt Zeugnis von seinem Sinn für das Stolze, Hohe, sowie für kleine, innige Motive, die er in geistreicher Abschattie- rnngskunst verarbeitet. Entscheidender Gesamteindruck des „Waldhorns" ist: aus einem Guß, aus einem Geist spricht hier ein tiefdeutsches Buch zum wahrhaft deutschen Menschen. Magda Fuhrmann. Ein Bildbuch. Als erster Band der Sammlung Bücher des Lebens bringt der Propyläenverlag Berlin „Das Hohelied der Sonn e". Karl W i t h, der Herausgeber, nennt es im Unter- titel ein Buch vom Ouell des Lebens. Er fügt den 157 her- vorragend wiedergegebenen Abbildungen einen kurzen und verständlichen Text bei. In Wort und Bild steht die Sonne im Mittelpunkt, die Sonne mit ihrem Einfluß auf Menschen, Tiere und Natur? die Sonne als Symbol und Lichtglaube. Es ist ein belehrendes nnd anregendes Bildbuch. Dienstag, de« 9. April 1983 Badische Presse 5t. 8Z, Seite ?S 5ii«jvestlleukclie>jntlii5tneu.Wkkc>iiifts?eiwng Amt für Ausstellungs- und Messewesen bei der Reichspropaqandaleitung der der NSDAP. NSK Berlin» 9. April. Der Reichspropagandaleiter er- läßt folgende Anordnung: Das Ausstellungs- und Messewesen ist eines der wichtig- sten Fachgebiete der Propaganda. Zur Wahrung national- sozialistischer Gestaltung und Durchführung von Ausstellun- gen und Messen erlasse ich daher im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers folgende Anordnung: 1. Als Abteilung der Reichspropagandaleitung wirb das Amt für Ausstellungs- und Messewesen gebildet. 2. Zum Leiter der Abteilung Ausstellungs- und Messewesen ernenne ich den Leiter des Instituts für deutsche Wirt- schaftspropagauda, Pg. Waldemar S t e i n e ck e r-Berlin. J 8. Die Ausführungsbestimmungen werden von der Ab- teilnng Ausstellungs- und Messewesen erlassen. 4. Alle evtl. bestehenden Abteilungen der NSDAP, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Organisationen, die sich mit dem Ausstellungs- und Messewesen befassen, unterstehen der Abteilung in der Neichspropagandaleitung. München, den 8. April 1935. gez. Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. Regelung der Hopfenanbaufläche 1935. Durch das Berwaltungsamt des Reichsbanernführers Reichsabt. n wird uns mitgeteilt: „Aus mir zugegangenen Anfragen, ferner aus den An- trägen auf Genehmigung zur Aufleitung bezw. Neueinlage von Hopfen sowie aus den Zeitungen der Hopfenbaugebiete sehe ich, daß teilweise beträchtliche Unkenntnis der bestehen- den gesetzlichen Bestimmungen herrscht. Zum Teil kommt !>as daher, daß keine klare Scheidung zwischen den bisherigen und den derzeitigen Verhältnissen vorgenommen wird. Mit dem 16. Februar 1985 hat der Reichsnährstand auf Grund der 2. Verordnung über die Regelung der Erzeugung und des Absatzes von Hopfen vom 8. 2. 1935 die Ermächtigung erhalten, den Umfang der deutschen Hopfenanbauflächen zu beschränken, um eine geordnete Marktregelung zu ermög- lichen. Diese Ermächtigung ist mit keinerlei Auflage ver- Kunden, so daß es dem Reichsnährstand überlassen bleibt, wie er zukünftig die Hopfenanbaufläche festsetzen will. Durch die Anordnung 1 vom 13. 8. 1935 hat der Reichsnährstand eine Anordnung erlassen, nach der Ansleiten nnd Einlegen aller Hopfenpflanzen genehmigungspflichtig ist. Die Genehmigung erfolgt ailf Grund eines Antrages. Grundsätzlich wird ohne Antrag keine Genehmigung erteilt. Ferner werden grnnd- sätzlich der Genehmigung zugrunde gelegt die rechtmäßig be- stehenden Anbanverhältnisse vom t. November 1934, die auf Grund der Verordnung zur Regelung der Hopfenanbau- flächen vom 5, Juli 1983 geschaffen waren. Diese Flächen find listenmäßig amtlich ersaßt und gelten als Grundlage. Irgendwelche Ansprüche auf Neuzuteilung oder Vermehrung der Flächen bestehen überhaupt nicht, sondern sind lediglich dem Ermessen des Reichsnährstandes anheimgestellt. Dieser läßt sich hei gegebenenfalls erfolgender Neuzuteilung ledig- lich von dem Gesichtspunkt einer geordneten natioualsoziali- stischen Marktregelung leiten. Die Genehmigung wird, wie in der Anordnung 1 aus- drücklich ausgesprochen, vom Reichsbanernführer-Verwal- tungsamt schriftlich erteilt, der Bescheid ist endgültig. Dabei ist zu beachten, daß ein genehmigtes Anbaurecht auch Anbau- pflicht bedeutet. Wer sein ihm zugeteiltes Kontingent nicht ausnützt, gefährdet die Marktregelung und schädigt seine Berufsgenossen. Er beweist außerdem, daß er Hopfenanbau in seiner Wirtschaft nicht benötigt und kann daher in Zu- kunft nicht mehr erwarten, daß er bei Flächenvergrößerung berücksichtigt wird. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, baß der Reichsnährstand nicht gewillt ist, die teil- weise bisher bestehenden unklaren Verhältnisse weiterhin aufrecht zu erhalten. Er wird daher rücksichtslos von den Strafbestimmungen des § 4 der Anordnung 1 betreffend Regelung der Erzeugung von Hopfen vom 13. 3. 1935 Gebrauch machen. Er behält sich vor, betreffend der im vergangenen Jahre nachgewiesenermaßen unrechtmäßig vorhandenen Hopfenanbauflächen in jedem einzelnen Falle die Maßnah- men zu ergreifen, die volkswirtschaftlich gerechtfertigt sind und gleichzeitig den Anschauungen über das Wesen ehren- haften Bauerntums entsprechen. Er übernimmt auf keinen Fall aus der vergangenen Zeit irgendwelche Verantwortung oder Verpflichtungen. Es ist unnötig, baß sich einzelne Hopfenbauern den Kopf zerbrechen, in welcher Form die Hopfenanbaufläche geregelt wird, jedem Hopfenanbauer wird das ausdrücklich schriftlich gegen Quittung mitgeteilt. Es wird Sache der Hopfenanbauer sein, durch pünktliche ord- nnngsgemäße Antragsausfüllung die Genehmigung zu be- schleunigen. Die Genehmigung wird erst rechtsgültig, wenn die Empfangsbestätigung vom Antragsteller unterschrieben ist." Verwaltungsratssitzung der BIZ. Der Berwaltnngsrat der BIZ trat um IN Uhr am Sitz der BIZ zu seiner üblichen Monatssitzun« zusammen. An den Verband- lnngen nahmen der Gonvernenr der Bank von Frankreich, Reich»- bankvräsidcnt Dr. Schacht, begleitet von Kommerzienrat Reusch. der Gouverneur der Bank von England. Professor Beuebuce, Italien, usw. t-il. Auch der nengewählte Adjunkt des künftigen Präsidenten der BIZ, Benen, von der Rotterdamfchen Bank folgte den Verband- lnngen als Vertreter von Dr Trip, der gestern abend bereits na» Holland zurückgekehrt ist. Der VerwaltnngSrat genehmigte in üblicher Weise die Monatsberichte und traf die letzten Anordnungen für die im Mai stattfindende Generalversammlung. Die auf 31. März ab- geschlossene Jahresrechnung weist einen Gewinn von nicht ganz 13 Mill. Franken aus und wird in erster Linie Verwendung siuden für die weitere Auffüllung des gesetzlichen Reservefonds um 5 Proz., dann wurden 6 Proz. Jahresdividend« auf das einbezahlte Kapital ausgeschüttet, worauf nach weiterer Zuwendung von 2(1 Proz. an den Debitoren-Reservefonds und einer weiteren Überweisung an den allgemeinen Reservefonds die restlichen Beträge an die Gläubiger- Regierungen sowie als Entschädigung aus die unverzinslichen An- lagen der deutschen Regierung ausgeschüttet werde». Der Berwaltnngsrat d«r BIZ nahm mit Bedauern davon Mnnt- nis, daß außer Präsident Fräser au» der Direktor der Reichsbank Dr. E. Hülfe noch der GB aus der BIZ ausscheidet. Er kehrt wie- der nach Berlin zurück, um den ihm im Reich«dank»irektorium vor- behaltenen Posten zu übernehmen. An feine «telle tritt, wie die Reichsbank beute durch eine Mitteilung bekanntgeben wird, Herr Direktor Hechler von der Reichsbank, der am 1. Mai nach Basel übersiedelt Der Gouverneur der Bank von Frankreich hat durch eine besondere Geste zn verstehen gegeben, daß Frankreich unbedingt an der Goldwährung festhält, indem er von den Ende ds. IS. zur Ausgabe gelangenden IM Franc-Stücken in Gold jedem der Roten- bankvräfibenten ein Exemplar überreichte. * Die deutsch-schweizerische« Wirtschastsverhandlnugen. Um die in Bern stattfindenden deutsch-schweizerischen Wirtschafts- Verhandlungen einem beschleunigten Abschluß entgegen;»- führen, empfing Reichsbankpräsident Dr. Schacht am Sonn- tag den Präsidenten der Schweiz. Nationalbank. Prof. Bach- mann, und den schweizerischen Verhandlungsführer, Mi- nister Stucki, mit denen er eine mehrstündige Aussprache hatte. Die Verhandlungen zwischen der deutsch-schweizerischeu Delegation sind daraufhin am Montag im Bundeshaus wieder aufgenommen worden, und man hofft nunmehr, bal- digst den Abschluß zn vollziehen. Am 8. April läuft bekannt- lich die verlängerte Kündigungsfrist des Verrechnungsabkom- mens ab. Entrichtung der Einfnhrnmsatzstener für Waren deut- schen Ursprungs. Die Veröffentlichung in einer französischen Fachzeitschrift ließ die Frage entstehen, ob für deutsche Er- zeuguiffe die französische Einfuhrumsatzsteuer in Wegsall ge- kommen sei. Dies ist lt. Saar-Wirtschastszeituug nicht der Fall, deutsche Erzeugnisse unterliegen wie bisher der Ein- suhrnmsatzsteuer von 2 Prozent vom Wert. Ein Dekret vom 15. März 1935 lJ- O. vom IS. März 1935) bestätigt, daß für eine Reihe von Ländern die erhöhte Einfuhrumsatzsteuer in Fortfall kommt, was bisher nur durch Erlaß bekanntgegeben worden war. Es handelt sich hieibei also nur um eine for- male Bestätigung bereits bestehender Bestimmungen. Mau-li A.-G.. Berlin. In der GV. am 26. April soll ein« Ka- vitalherabsetzuna von 2 Mill. RM. auf 100 000 RM. beschlossen werden, indem ans jede Aktie von nom. 100 RM. eine Kapitalriickzahlung von 95 RM. erfolgt. Die (Gesellschaft ist, wie wir hören, bereit, einen Betrag von nom. 15 000 RM. ihrer Aktien zu 150 Prozent gegen Barzahlung bis zum Tage der GV. durch die Dresdner Bank-Berlin, an- zukaufen. Die Kapitalherabsetzun« erfolgt deshalb, weil die Manoli A.-G. während der Daner des Jnicresscngemeinschastsvertrages mit der H. F. & Ph. F. Reemtsma eiuen eigenen Betrieb nicht unterhält und daher das bisherige Kapital nicht mehr benötigt. Disknswerke Frankfurt a. M.. Maschinenbau A.-G. Der GV. am 11. Mai wird eine Dividendenerhöhnng aus 10 (6) Prozent ans 0.3 Mill. Grundkapital vorgeschlagen. Frankfurter Hof A.-G., Franksurt a. M. Die Frankfurter Hos A.-G. weist kür 1934 nach 42 000 (39 OOO) RM. Anlageabschreibungen nnd 52 000 (0) RM. Sonderabschreibiingen erstmals seit Jahren wieder einen Ueberfchuß von 8 600 RM. ans. wovon die 6 Prozent Dividende auf die 32 000 RM. Vorzugsaktien für die Jahre 1931—1934 gezahlt werden. Seit dem Jahre (929 ist noch dem Bericht zum ersten Mal ein« Umsatzbelebung sowohl in dem Restaurationsbetrieb als auch in der höh«ren Besucherzahl des Hotels zu verzeichnen. Für das laufend« Geschäftsjahr wird mit einer weiteren Belebung d«s in- und ans- ländlichen Fremdenverkehrs gerechnet. GV. 4. Mai. Vcbcnoerkc Rothe A -G.. Bad Kreuznach. Wie der SW. erfährt, verzeichnet das abgelaufene Geschäftsjahr 1934 nur einen ««ringen Ueberfchuß von einigen tausend Reichsmark, der vorgetragen werden soll. Demnach bleiben sowohl die 500 000 VA. und auch die i. V. von 700 000 aus 280 000 RM. zusammengelegten Stammaktien noch divi- dendenlos. Das letzte Geschäftsjahr fei zufriedenstellend verlaufen, vor allem konnte auch das Ausfuhrgeschäft gut. gehalten werden. Chemische Werke vorm. H. & E. Albert A.-G.. Wiesdaden-Amoene- burg. Der AR. beschloß, der GV. am 11. Mai für 1934 aus einem iNeingennnn von «75 225 (433 000, RM. einschl. IIS 636 RM. Vortrag eine Dividende von 4% (4) Prozent aus die StA. und von wieder 6 Prozent ans die VA. vorzuschlagen. Der Rcicrvefonbs erhält 100 000 RM.. der Sozialfonds 21000 RM. Maschinenfabrik Eßlingen. Im abgelaufenen Jahr ergibt sich nach Abzug d«s Verlustvortrags ein Uebcrschus! von 3228öS RM. Die GV. am 13. Juni soll beschließen. 3 Prozent Dividende zu verteilen, 100 OOO RM. dem Reservefonds zuzuführen und den Rest für Berzin- szlna und Tilgung der Genußrcchte sowie für den Vortrag auf neue Rechnung zu verwenden. Der Angriff gegen den Goldblock stockt Leichte Entspannung in der Schweiz und in Holland. SS. Basel. 8. April. (Eigenbericht.» Am Wochenbeginn ist der groß angelegte Angriff der internationalen Spekulation gegen die Währungen des Goldblocks zum Stehen gekommen. Namentlich der Druck aus den Sc»weizerfranken und auf den holländischen Gulden bat etwas nachgelassen. Die Erklärungen des neuen schweizerischen Wirtfchaftsministers nnd der Schweizerischen Nationalbank, daß die Schiveiz an ihr«r bisherigen Bankvolitik festhalten werde, die be- trächtlickeu Goldabgabc» und -bereitftelluuaen des schweizerisch«» Noteninstitus soivie die anßerorbcntlichen Erschwerungen der Devisen- terviingeschüste seitens der schweizerischen Großbanken bewirkten ein leichtes Abflauen der Angriffswelle gegen die schweizerische Währung, so das, stell namentlich der Schweizersranken gegen das Pfund Ster- ling befestigen konnte. Die noch immer anhaltenden französischen »kapttalabznge aus der Schweiz bewirkten dagegen, daß der S-bwei- zcrfranken gegenüber Paris am Goldausfuhrpunkt verblieb. Wenn auch der Terniindeportfatz mit 20 v. H. immer noch auberordentlich hoch bleibt, so zeigte der Rückgang des Deports von 26 auf 20 doch, daß die Spekulation iiber Wochenend« etwas unsicherer geworden ist. Der Verkaufsandrang am Rentenmarkt hielt noch an, doch traten auch Anlagekänfe hervor, so das, weitere größere Kursverluste nicht eintraten. Die Verwüstungen, die die letzten schweren Knrseinbrüche am Rentenmarkt vrursacht haben, werde» daraus ersichtlich, daß die Bundesbahnobligationen A—K seit dem 15. März von 95 auf 83, die 4vroz. Bundesbahnobltaationen 1931 von 99,90 ans 88, di« Emissionen 1934 von 101,50 auf 90 und die 4vroz. Eidgenössische An- leibe von 101 ans 89 gestürzt sind. Durch diesen K>ursst»r, ist die Rendite der ersten Bnudesanleihen auf 4 Y j v. H. und darüber ge- stiege» Diese Entwicklung bedeutet vor allem eine scharfe (yefähr- dun« der fchivei^rifchen Zinspolitik, die bisher daraus gerichtet war, den Zinsfuß auf 3U v. S>. zu drücken. ©. Amsterdam, 8. April. (Eigenbericht.» Nachdem am Wochen- ende die Baissespekulation gegen den Gulden das Feld zu beHerr- (chen schien, ist z» Wochenbeginn ein Umschwung am Devisenmarkt eingetreten. Die energischen Maßnahmen der Bank der Niederlande zur Verteidigung des Gnlden haben einen Tendcnznmschwung her- beigeführt. so daß der Gulden sich gegenüber den anderen Währungen betÄtiät und über de» Goldausfuhrvunkt steige» konnte. Gleichzeitig ist auch der Termindeportsatz von I« auf IS zurückgegangen. Der Umschwung wurde durch den Umstand begünstigt, daß auch in der holländischen Bevölkerung die psychologischen Abwehrkräfte stark in Erscheinung getreten sind und daß die Nervosität im wesentlichen aus das berussmäßige Spekulautentum beschränkt blieb. Immerhin hat die Bank der Niederlande große Goldabgaben zur Abwehr des Angriffs eingesetzt, wovon besonders die Fluggelells»aften beträcht- tiefte Gewinne gezogen haben. In den letzten Tagen fanden Tag und Nacht große Goldverfeudnngen vom Flugplatz Schiphol aus statt, die nach Paris und London gingen. Daneben wurd«n große Gold- betrage nach den Bereinigten Staaten verschifft. Die siibrende hol- ländische Presse bleibt jedoch gegenüber der Ausfassung, daß nunmehr der Angriff der internationalen Spekulation auf den Gulden end- gültig abgeschlagen und eine grundlegende Wendung am Devisenmarkt eingetreten sei. zurückhaltend. Sie verweift darauf, baß die internationale Baissespekulation, die aus der Belga-Abwertung außerordentlich große Gewinne erzielt habe und gewaltige Baisse- oppositionen in Paris und London gegen die Goldwährungen unter- halte, diese nicht ohne weiteres preisgeben werde, da der Zulammen- Bruck) dieser Baissevositionen mit ungehenerlichen Verlusten für die Spekulanten verbunden sein müßte. Man werde sich auf neue Vor- stöße der Sepulation gefaßt machen »ittssen, aber es sein kein Zwei- fel, daß dnrch die energische Verteidigung des Gulden das Vertrauen in die holländische Währung außerordentlich gestiegen fei. Die Hintergründe des Belga-Sturzee — Aufsehenerregende Haussuchungen. DNB Brüssel, 9. April. Im Rahmen der Untersnchnngs- aktion, die der Justizminister eingeleitet hat, um den Manö- vern, die zum Sturz des belgischen Franken beigetragen haben, auf die Spur zu kommen, hat die Staatsawaltschast am Montag, wie in später Nachtstunde bekannt »«nrd, bei verschiedenen Banken und bei bekannten Finanzblättern Haussuchungen durchgeführt. der Festes _ stärkten» Mahe — . HL Gold in Brüssel eingetroffen. Man darf sogar behaupten, daß eine Flucht in die belgische Währung eingesetzt bat. Sogar Gulden und Sänveizerfranken werden in Brüssel gegen Belga oder französische Krauken eingetauscht. Letzterer ijt nach wie vor sehr stabil. Der I. G. Farben-Bericht. Gute Fortschritte auf den neuen Arbeitsgebieten. Berlin, fl. April. (Eigener Drahtbericht.! Die im Jtföre !W erzielt« Robeinnabuie der J.-G. Farbenindustrie A.-G. erhöhte tid) auf 565.07 gegen 491.34 Mill. RM, Dflju kommen Ertragnis?« aus Beteiligungen von 7.48 47.54) Mill. RM., Zinsen und sonstige «a vitalerträge von 11.38 (6.89) Mill. RM.. sowie außerordentliche Er- träge von 2.11 (8.28) Mill. RM. Andererseits erfordert«» Löhn« und Gehälter 197.67 <175.31), gesetzliche Sozialabäaben 11.92 (10.37), Ab- schreibunaen aus Anlagen 80.10 (57.16). andere Abschreibungen 3.64 (6.69), Zinsen auf Teilschuldverfchreibuugcu 9.74 (10.64), Befitzsteuern 41.40 <38.40!, alle übrigen Aufwendungen mit Ausnahme derlenigen für Roh-. Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren 190.60 (166.08) Mill. RM. Einschließlich des Vortrages aus 1933 von 2.08 (122) MM. RM. ergibt sich «in Reingewinn von 53.06 (50.36) Mill. RM.. aus dem bekanntlich wieder eine 7 proz. Dividende zur Verteilung ae- langt. Nach Absetzung der Tantieme von wieder 0.68 Mill. RM. gelangt der Rest von 4.78 (2.08) Mill. RM. zum Bortrag. Nach dem Bericht wirkte sich die Belebung der deutsche» Volks Wirtschaft auch in den Werken des Konzerns mit ihrer vielseitigen Produktion mit einer Steigerung des Julandsabfatzes aus. Insbesondere zeigte sich das auf den neuen Arbeitsgebieten, die eine Stärkung der einheimischen Rohstoffversorgung zum Ziele haben. Das neue Produktionsprogramm könnt« verhältnismäßia schnell in An- griff genommen und durchgeführt werden. Trotz der mit der Aus- dehuung des Jnlandsgeschasts verbundenen Mehrarbeit galt die be- sondere Sorge dem alteingeführten Aussuhrgeschäft, das unter erhöhtem Spesenauswand und Preisopsern verteidigt wurde. Um die Verkaufs- erlöse aus devisenschwachen Ländern ohne wesentliche Verzögerung hereinzubringen, wurden teilweise auf lange Sicht vorbereitete Komvensationsgeschäftc erfolgreich durchgeführt. Mit Rücksicht aus die allgemeine Devisenlage war man bemüht, die Rohstosseinfuhr tunlichst durch Aufnahme von Krediten im Auslande zu finanzieren, so daß in der zweiten Jahreshälfte die Deviseneingänge fast ohne Kürzung der für die Einfuhr notwendige« Beträge der Reichsdank zur Verfügung ■j I - - gegen 112 571 Ende 1933 sich bell« f. Ueber di« einzelne« Arbeitsgebiete wird u. a. ausgeführt: Auf den Gebieten der Farbstoffe und Färbereihilfsprodukt« konnten nn Berichtsjahr insgesamt mengen- und ivertmäßig eine Absatzstei- acrung erzielt werden. Das Exportgeschäft war zwar im ganzen leicht rückläufig, nach den europäischen Ländern aber stabil. In Edemtkalieu setzt« sich di« Steigerung der Umsätze auch 1934 in verstärktem Um- fange fort. Di« sparten Pharmazentika nnd Pflanzenschutz ,,Bauer" konnten eine besonders in den europäischen Ländern bemerkenswerte Vergrößerung ihres Absatzes, wenn auch bei Preis,ugestäiidnisscn infolge der internationalen Konkurrenz, verzeichne». In photographifchen Produkten ist eine befriedigende Entwicklung festzustellen. Die schon End« des Vorjahres einsetzende Belebung im Inland bei den verschiedenen «nnstseidcarte» uiid Kunstspinnsascru setzt« sich beim Nachlassen der Einfuhr von Rohstoffen fort. In Bis» eofe und Aeetat-Seide entwickelte sich der Umsatz befriedigend, in Vistrasaser trat im ziveiteu Halbjahr eine besonders rege Nachfrage auf, was sowohl auf ihre starke Berioendung für die bisher schon daraus erzeugten Artikel als auch auf ihre Einführung in neuen Ab- gang des Auslandsgeschäfts fort. Aus der Bilanz (alles in Millionen RM.): Anlagen 395.8« onn r.>on KCV» -«on Ar (itn cir>.„i. Wechsel und Schecks 7.43 (7,87), Schatzanweisungen 54.00 (S bestände einschließlich Guthaben bei Notenbanken und Postschecks»! haben 7.76 (2.43), sonstige Guthaben 113.87 (152.00). Die lm Ausland neu aufgenommenen Kredite belaufen sich auf 28.49 (4.13). Forderungen stehen mit insgesamt :A4.08 1376.04) zn Buch. Vom Aktienkapital stehen nach den vorjährigen HV.-Beschlüsseu Stammaktien mit 720 (850), Vorzugsaktien «erie A Mit 40 (100), Vorzugsaktien Serie B „tir .c„I j k?nds »»crringerten sich" ans 46M'"(«S.dv)""da das""Kapital der Unter' ftntzungskass« für Angestellte den Pensionskasfcn überwiesen wurde. Reich8t)aukaii8WM8. Der Reichsbankausiv-ts vom 6. April 1935 zeigt, eine dnrchaus uormale E«tlastui,g des Instituts in der ersten Avrilwoche. Die Ab- deckuna der Ultimobeanspruchung mit 46 Prozent ist als sehr gut an- zusprechen: sie betrug zur aleiibeu .'leit de« Jinrm.mnt.i «i.r >>-?>., >u ' s. .!; , •vjnsiiciuiin um »Iii oie »iapiiai- a«lage der Bank ,» der Berichtswoche um 236.4 auf 4393.1 Mill RM »errinFert. Dabei lwben im einzelnen die Bestände an Handelsioechfeln und -Schecks um 199.8 ans 3599.0 OTifl. RM., an Lombard fordern Ilgen "'1 ci u11 Wertpapieren um 16 .4 !.!;? Mill. RM.. an Reichsschatzwechseln um 1 .4 auf 6.6 Mill. genommen lustigen Wertpapieren um 1.3 auf 328.3 Mill. RM. ab- «! der Lombardforöerunge» ist zu bemerken, daß dieser Posten slhon feit längerer Zeit sehr niedrig ist im Zusammenhang dam't. daß sich die Diskontierung billiger als die Lombardierung ! e .f t ' MO ®, ic J , r0t 'Ä nMKfl citc 1 ® er ® nnf ermäßigten sich um 78,3 auf 843.4 Mill. RM., wobei die privaten wie üblich »ach Ultimo abgenommen, die öffentlichen dagegen eine Kleinigkeit zugenommen haben. Der Zahlttnasmi ielumlaus betrug am Sti-litag 5675 Mill. RM. gegenüber a-,82 Mill. RM. am Schluß der ersten Märzwoche und 5428 Mill. RM. am Stichtag des Vorjahres. Die Bestand« an Gold nnd deckungöfahigen Devise» haben sich nm rund 87 000 RM l " f Ä 6 Ä M ' , e ^ Ö6t i -war stiegen die Golb^stä-lde um 30000 RM. und die decknngssähigen Devisen um rund 57 000 Reichsmark. Keme neuen Einfuhrverbote i« Italien. Wie zu dem am 30. Marz in Kraft getretenen Gesetz d«s Finanzministers ülxr Einsuhrverbote in Italien bekannt wird, handelt es sich nicht um neue Einfuhr- verböte, sondern um eine Neuordnung innerhalb der bereits bestehen- den ^liifuhrbeschränkungen. indem eine Reihe von Waren, deren Ein- fuhr bereits vor dem 19. Februar verboten war, nunmehr in die neu« Einfuhrregelung eiub«Mg«n wurde. In einer neuen List« .X find di«- lenlgen Waren enthalten, für ivelche das Einfuhrverbot beibehalten wurde. Eine Liste B enthält diejenigen Zolltarifnunimern. für welche innerhalb der Kontinaentsäbe Einsnhrgenchmigungeu erteilt werden. Eine List« v enthält die Einfuhrkontingentiätzc der einzelnen Waren. . 8. Thoerl 's Bereinigte Harburger Oelfabriken A .-G. Di« GV- beschloß. aus dem !>ici »aewlun von 1 144 903 RM. eine Dividende von 5 (0) Prozent zu verteilen. — Deutsche Jurgeuswerke A .-G.. Hamburg. In der GV, wurde der Abschluß für 1934 genehmigt und die Berten lung einer Dividende von 5 (0) Prozent aus die StA. und wieder 6 Prozent auf die VA. beschlossen. Den Satzungsänderungen wurde gleichfalls zugestimmt. Die Verbandlnngen zwischen Röhreuverband nnd Homburge: Etseuwerr. Die Verhandlungen zwischen dem Röhrenverband nnd dem Homburger Eiseniverk (Nennkirchener Eisenwerk), das ieine Mit- gliedfchaft beim Verband zum 20. Mai d. I. gekündigt hat, haben bis- her nicht zu einer Einigung geführt. Aiau ist deslialb übereingekom- men, den Zeitpunkt, ab welchem das Werk mit dem Verkauf sur Lie^ icrungen nach dem 20. Mai frei wäre, vom 9. April bis zum 17. April hinanszufchieben, um Zeit für weitere Verhandluuacu zu gewinnen. Wie wir erfahren, dürsten diese Einigungsverhandlung«« lich jedoch weiterhin ziemlich schwierig gestalten, da die Forderungen des Hom- burger Eisenwerkes ans Erhöhung seiner Verbandsguoie ziemlich weit gehe« sollen. Es verlautet, daß das Werk, das bisher eine Quote vou 3^4 Prozent beim Deutschen Verband besaß, jetzt rund 8 Prozent fordern soll. Die Neunkirchener Eiseniverke gehören übrigens zu den Unternehmungen, die das Gruppenschutzabkomm«« innerhalb der Roh- Werke, die de» Gruvvenjchntz gekündigt haben, kann noch bis zum 16. Mai verhandelt w«rd«n. Bis zu di«f«m Termin ist. wie bereits gemeldet, der Grnpvcnfchutz verläugeit worden. Mannheimer Getreidegroßmarkt Am 8. April notierte Weizenfuttermehl 18.75 RM., adle übrigen Artikel wann unverändert. ^ie^msrlck. Die Preise waren bei stetiger Tendenz uud veränderlichem Wetter unverändert. Weinversteigerung. Die Winzergenossenschast Hilbenbrandiseck m Köuigsbach verstei- gerte am Montag (8. April) 28 550 Liter 1934er Weißweine. Der Besuch ließ nichts zu wünschen übrig, und die erzielten Preise waren bei den Ansangsnnmmer» zufriedenstellend, bei den Endnummeru recht hoch. Bis ans eine Nnmmer wurde alles abgenommen. Im einzelnen erlösten die 1000 Liter: 640 — 600 — 590 — 600 — 630 — 650 — 620 - 630 — 620 — 650 — 610 — 610 — 600 — 600 — 610 — 690 — 640 — 830 — 660 — 700 — 620 zurück -- 6fiO —840 — - 1080 — 1040 - 1000 — 1100 — 1060 — 1400 (K»ni«sbach«r Jdig Riesling Svätleset. Seite 14, Nr. 8f Vadische Presse Dienstaa, den 9. April 5 Wertpapier- und Warenmärkte. Berlin: Freundlich. Berlin. 9. Avril. «Fuukfvr»».) Die Börse eröffnete bei nicht sehr umfangreichem Geschäft zu überwiegend höheren Kursen Farben gewannen aus den heute verössentlichten Bericht für das (»esltiattsiahr 1034 1%, Siemens waren um 1% über dem Durchschnitt gebessert. Eine starke Einbuße erlitten dagegen Reichsbankanteile mit — 2 %. indessen konnte der Verlust »ach Festsetzung des ersten Kurses bald wieder zur Hälfte ausgeglichen werden. Cbem. Heyden verloren nochmals %. . Am Rcntcuinarkt lniftten Kommunalumschuldung 10 Ps«.. Zins- vergntnngsscheine ö Pfg. ein. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben gehalten. Altbesib notierten 112.10 nach lllTs. . 3nt Verlans traten im Mgemeinen keine größeren Verandernn- gen ein. Ein« Ausnahme bildeten Westdeutsch« Kanfhof. die auf Anschaffung des Rheinlandes um 1!4 anzogen. Ehem. Henden waren nach der vorangegangenen Abfchwächnng um VA erholt, auch Reichsbankanteil« wiesen gegenüber dem niedrigen Eröffnungskurs eine Befestigung um VA aus. Dagegen büßten Siemens >A, Gessürel % ein. 3I(£W. gab«» erneut um % nach. BMW verloren nochmals I. Am Rentenmarkt wurden Pfandbriefe zum Teil Vi höher bezahlt. Ont gleichen Ansnian zogen auch einzelne .«ommunalobligationen an. Durchweg schwächere Tendenz zeigten StaStanleihen mit Einbußen von Vj—% Proz. Schluß behauptet. «Hegen Schlus, der Börse wurde das Geschäft zkmli.H still, doch konnten sich die Tageshöchstkurs« in den weitaus meisten Fallen be- bannten. Ehem. Senden gewannen gegen den Anfang %, Dt. Eisen- Handel Vi, AEG %. Narben gingen zu 146-4 um '4 niedriger ans dem Verkehr. Nachbörslich hörte man Farben mit 14654. Siemens mit 151%, Daimler mit 93% und Harpener mit 106. Rhein-Main-Börse: Befestigt. Frankfurt, 9. April. «Drahtbericht.) Di« Börse lag auf allen Gebieten freundlicher. Die Mattstellungen der Spekulation scheinen beendet und durch Neuanlagen abgelöst zu sein. Publikumsauftrage find noch gering, immerhin regte» die zahlreichen giinitigen Jndu- strieavschlüfse. vor allem anch der schon vorliegende IG Farben- Bericht für eine etwas freundlichere Haltung an. Farbeninduftrie lagen zunächst um I Proz. erhöbt, später nochmals um % auf 147 befestigt Scheideanftalt waren behauptet. Deutsch Erdöl lagen »<4 und Metallgesellschaft um '4 Pro», fester. Montanwerte waren teilweise belebter. Etwas lebhaster lagen heute vor allem die Nebenwerte. Hier gewannen Zement Heidelberg 1. Waldhos %, Westdeutscher Kaufhof 'i, Iunghaus. Eklinger und Deutsche Linol je M Proz. Auch Sllüssahrtswerte aus das Anhalten der bekannten süddeutschen Käufe wieder beachtet und bis Vi Proz. fester. Schwächer lagen Reichsbankanteile um IS Proz. Am k'unstseidenmarkt Ak» aus den gestrigen ermäßigten Kursstand von 52% gehalten. Renten lageu ivieder ruhig und ohne wesentliche Veränderungen. Zm Freiverkehr waren Franksurter Hos erneut um einige Pro- ze»t fester bis 53. Adler 92. . Im weitere» Verlans blieb vor allem der Aktienmarkt kb- hast und freundlich. —. Tagesgeld etwa 2'/i Proz. Berliner Getreidegroßmarkt. Berlin. 9. April. IFnnksprnch.» An der Marktlage hat sich nichts geändert. Es herrscht weiter nur wenig Unternehmungslust. Die Nachfrage erstreckte sich allgemein nur aus die Deckung des laufenden Bedarfs. Brotgetreide hat weiter relativ grosses Angebot, wahrend das Offertenmaterial von Safer und Gerste zu Kutterzwecken noch keine stärkere Zunahme erfahren hat. Jndustriegerfte war unverändert, Braugerste wird nur in feinsten Qualitäten gesucht. . Weizenexportscheine bleiben weiter gesncht, jedoch lag keinerlei An- gebot vor. Rvageiiexportscheine 148.50 RM. Brief. Berlin, 9. April, I Funkspruch.» Frülimarklnottcrunaen: Winter- gerste, gut 210—215. Wicken 220—260, Torsmelassc 84^—86 (alles p«r 1000 Kg. ex Waggon oder frei Wagen). Schlaclilvieh- ninl Niitzviohinjii'kte. Karlsruhe. 9. April. Bichmarkt. Es waren zugeführt und wur- den ie 50 Kilogramm Lebendgewicht gehandelt: 40 Ochsen a> 41—44, b> 41—42, Cl —, dl SO; 51 Bullen a> zg—42. b) 88—41, c) 28—84; 63 Kühe a) 37, fal 29—;!4, Cl 24—29, d) 20—24; 79 Färsen a| 41—44, b) M—42. cl 34-37; :)Ö4 Kälber a) 60—62. 6) 57—60, et 51—56, dl 40—50 : 875 Schweine a 1) —, a 2) 49—50, b| 48—50, cl 47—50, i>) 47—50: Salle» g 1 40- 45, g2 — RM. Tendenz: Großvieh mittel- mähig, geringer Ueberstand, Kälber mittelmäßig. geränmt. Verlans freundlich. Berlin, 9. April. «Funkspruch.» Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 3vv Ochsen. 571 Bullen. 1383 Kühe. Färsen und Fresser. 4201 Kälber. 3356 Schafe. 16 609 Schweine. Verlauf: Rinder glatt, Kälber ziem- lich glatt; Schweine glatt. Preise je 50 Kg. Lebendgewicht: Ochsen n l 42. 61 38—41, c) 33—37, dl 27—31; Bullen a) 38, bl 35—37, C) 30—34, d| 26—29; ,Wii tic a) 34—36, bl 28—33, C) 21—2^,_t»_14—2»l,_ Färsen 35—36, g) 25—34; Schweine a 1) 50, a 2 48, 6) 47—48, c) 45—47, 6 ) 42—45, e) 38—42; Sauen g 1) 45—46, g 2) 42—44 RM. Hamburg. 9. April, l,Funkspruch.) Schlachtviehmarkt. Anffrieb: 1834 Kälber, 6988 Schweine. Verlans: Kälber rege, Schweine mätzig, rege. Preise je 50 »g. Lebendgewicht: Kälber: Doppelender 62—94, a) 54—60, b) 42—53, c ) 32—41, dl 18—30; Schweine a 1) 50, a 2) 47—49, bl 45—47, c) 43—46, d) 40—44; Sauen g 1) 44 —45. 8 2) 38—43. Biihl, 8. April. Schwcincmarkt. Ausgefahren 215 Ferkel, 23 Lau- ferfchweinc. Verkauft wurden 215 Ferkel nnd 23 Länferschwelne. Der niederste Preis für Ferkel war 30 RM. der mittlere Preis 48 RM., der höchste Preis 56 RM.; für Länscrschwein« war der niederste Preis 60 RM., der mittlere Preis 70 RM.. der höchste Preis 80 RM. das Paar. Verkauf flott. Mannheim. 8. April. Viehmarkt. Zufuhr: 85 Ochsen, 128 Bullen, 223 Kühe, 240 Färsen, 917 »älber, 7 Schafe, 1938 Schweine nnd 3 Ziegen. Preise: Ochs«» 4«l-43. 36—39, 33—35, Bullen 38—41, 34—37, 32—33, Kühe 35—38, 28—34, 23—27, 18—22, Färsen 39—43, 35—38. 30 bis 34, Kälber «onderklassc 64—75. andere Kälber 56—59, 52—55, 45 bis 51, 34—44, Schweine 49—52, 47—52, 47—51, 43—49, gl 44 46 RM. Marktverlaus: Grokvieh mittel, Kälber lebhaft, Schweine ruhig. — Pfcrdcinarkt. Angebot: 45 Arbeitspferde, 35 Schlachtpferde. Preis«: Arbeitspferde 450- 1100, Schlacktpfcrdc per Stück 55—140 RM. — Marktverkauf: Arbeitspferde mittel, Schlochtpferde lebhaft. Am 23. April nächster Pferdemarkt. Kucker. Magdeburg, 9. April. Wcitzznckcr «einschl. Sack nnd Verbrauchs- steuer für 50 Kilo brulio für netto ab Verladestelle Magdeburg) inner- halb 10 Tagen — RM.. April 32.00, 32.02%, 23.07%. 82.10. Tendenz stetig. — Terminvreisc für Weitzzucker «inkl. Sack frei Secschmfcite Hamburg für 50 Kilo netto): April 3.50 Br„ 3.40 G; Mai 3.60 Br.. 8.50 G: Jnni 3.60 Br.. 3.50 G: In« 3-65 Br., 3.55 G: August 3.70 Br.. 3.60 G: Oktober 3.80 Br., 3.70 E»; Dezember 3.90 Br.. 3.80 G. Tendenz ruhig. Baumwolle. Bremen, 9. April. «Fnnkspruch.) Baumwollc-SMntzknrs American Middling Standard 28 mm loeo per engl. Psnnd 18.23 «18.12) Dollareents. Bremen, 9. April. «Funkspruch.) Baumwoll-EröffuungSknrse Ii« I b in DollarcentsI: Mai 12.44 B, 12.39 G, 12.40 bez., Mai nell 12.42 B. 12.39 G, 12.41 bez., Juli 12.59 B. 12..56 W, Inl-i neu 12.58 B. 12.55 G, Oktober 12.57 B. 12.55 G. 12.55/56 bez.. Dezember 12.60 B, 12.57 G. Tendenz stetig. Liverpool. 9. April. (Funkspruch.» BaumwolleroffnnngSknrse «in engl. Psnnd): «Gesamte Tageseinfiihr 10 900 Ballen. Tendenz stetig. Mai 6.24, Juli 6.18—6.19, Oktober 5.95—5.96, Dezember 5.92, Fanimr 5.93—5.94, März 5.94. — Acglipt. SakcllaridiS: Tendenz stetig. Mai 8.08, Juli 8.10, November 8.10. — Upper: Mai 7.36 , Snli 7.11. Hanfinarkt. Für die Zeit vom 2. bis 7. April berichtet die Fachuntersruvpe tansindnstrie: Italien: Der Hansmarkt ist weiter von Käufern des n- und Auslandes derart überlaufen, datz die Tendenz wiederum in die Höhe ging. Erneute Preisabschläge von 15 Lire für Hanf und 10 Lwe für Werg find zu verzeichnen. Die allgemeine PreisbafiS dürfte somit heute um 50 Prozent nnd darüber über den Notierungen liegen, zu denen im Herbst vorigen Jahres die Ernte auf den Markt gelangte. Inwieweit die Befürchtungen weiter Kreise über eine vor- zeitige Erschöpfung der Erntebestände der Wirklichkeit entsprechen, wird erst die Zukunft entscheiden. — Jugoslawien: Die Marktlage ist weiter unverändert fest bei anziehenden Notierungen Metalle. Berlin. 9. April. «Fnnksvrnch.» Elektrolntkiipser je 100 Kg. prompt eis Hamburg, Bremen oder Rotterdam (Notieruug der Vereinigung f. d. Dt. Elekrolntkupfernotiz) 41.50 (41.50) RM., Feinstlber «1 Kg. feinI 50.75—53.75 (53—57) RM. London, 8. April. Metallschlnhknrse. Kupfer (£ p. Tonnel: Ten- den, träge; Staudard v. Kasse 30%—30 13 /i«, 3 Monate 32Vfe—31H, «etil. Preis 81%. Electrolnt 35% 35%, best selected 34'/i—35^4, strong sheets 60, Elektroivirebars 3ff%. — Zinn (£ p. Tonne): Tendenz ruhig: «Standard p. Kasse 22:«—224, 3 Monate 21«',i- 2IM. Settl. vi 1 T' VIV /01 uiviitfli fiwi» I a 1 in xa |l«, Zink «f v. Tonne): Tendenz stetig; gewöhnl. prompt ofsiz. Preis 18, lnosfiz. Preis —, entft. Sichten ofsiz. Preis 13%, inoffiz. Preis 13'/,» bis l'M. Settl. Preis 13. Rcnivahlen im K»nstseide«-Si»ldikat. In Berlni haben in diesen Tagen der Arbeitsansschusz. ein Äiitglieder- sowie eine Gesellschafter- verfaminlung des Deutschen VlScole-Knlistseiden-Snndikats getagt. AnS diesem Anlast fand, wie alljährlich, die vertraglich vorgesehene Nenwahl der Vorsttzenden statt. Zum Vorfitzenden aller drei «Gremien wurde Direktor Wilhelm Otto, Vorstandsmitglied der J.-N. Farben- indnstrie A.-G., zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Konrad Herr- mann, Vorstandsmitglied der Vereinigte Glanzstosfabriken A.-G., Senator Borletti. Präsident der Snia Viscola. Mailand, gewählt. H. Schlinck Cic. A.-G.. Hamburg. In der GV. der H. Schlinck & Etc. A.-G. wurde die Abrechnung kür das Geschäftsjahr 1934 ein- stlmMiÄ genehmigt und die Dividend« aus 5 Ii. V. 41 Pro»eni festge- letzt.. Den auf der Tagesordnung stehenden Satzungsänderungen über Herabsetzung der Mindestzabl der Anffichtsratsmitglledcr von 5 ans 3 und über die Aenderung der Aufsichtsratsveraütungen nfw. wurde gleichfalls zugestimmt. Kell!- Ml! Devisenmarkt. Berlin. 9. Notierungen mit gegenüber dem französischen Franke» April. «Funkspruch.) it. AnSnahme der Reichsmark Am Franken konnte sich behaupten, weiter fest ,rnd konnte in Züricl ziehen. Die Erholung des Holl dem französischen Franken trat angelsächsische» Balnten waren Valntenmarkt waren alle k und des Holl. Guldens abgeschwächt. Der Schweizer Die Reichsmark lag international anf 124.40 und in Paris auf 611 an- Guldens setzte sich fort. Gegenüber eine Befestigung auf 1023 ein. Di« -Vf. r durchweg etwas gedrückt. Auch die nordischen Valuten ivaren angeboten. Die Belga lag international etwas schwacher, das gleich gilt für die Lira, die gegen Paris auf 125.85 nachgab. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tagesgeld stellte sich aus 3%—8% nnd teilweise auf auch 3'i. Proz. Die Sätze für Monatsgeld blieben unverändert 4—6 Prvz. Na» den gestern aufgelegten 4Vproz SÄiatzanwcis»iigcn bestand Nachfrage. Der Privatdtskontsat, blieb unverändert 3% Proz. Am BaltiicnmarN hörte man London : Kabel mit 4.83'/,». au» der kanadische Dollar gab weiter ans 4.85 nach. Die Goldblockvaluten waren im Verlans leicht abgeschwächt. Berlin. 9. April. Infolge der lebhaften Nachfrage nach Schatz- anweifnngen konnte gestern, nach Ausverkauf der alten Emission eine neue Serie 4^ prozclitiger Tchatzanweisunaen mit Fälligkeit am 1. Juni 1938 zu einem Murs von 99% zum Verkauf gestellt 1 verde». Berliner Devisennotierungen: Scypten Belgien Brasilien Bulgarien Danemark Danzift England Estland Finnland Frankr. Griechenl. Holland fapan Jugoslaw Lettland Litauen Norwegen Österreich Polen Portugal Rumäniet. Schweden Schweiz Spanten Tscheche Türkei Ungarn Uruguay U.S.A. 8. April Geld Brief 12.26 1229 12.31 12.34 0.658 0.662 41-98 42.06 0.201 0.203 3.047 3.053 2.468 2.472 53.41 53.51 81.13 81.29 11.96 11.99 68.43 68.57 5.285 5.295 16.40 16.43 2.354 2.358 167.43167.77 54.14 54.24 20.58 20.62 0.699 0.701 5.649 5.661 80.92 81.08 41.61 41.6? 60.12 60.24 48.95 49.05 46.84 46.9) 10.86 10.8L 2.488 2.492 61.69 61.81 80.72 80.88 33.93 33.99 10.38 10.40 1.979 1.983 9 1.021 12 2.486 9. April Geld Brie! 0.658 0.662 41.98 42.06 0.201 0.203 3.047 3.053 5.475 2.479 53 63 53.73 31.09 81.25 12.01 12.04 68.43 68.57 5.305 5.315 16.38 16.42 2 .354 2.358 167.53168.8? 54.35 54.4b 20.58 20.62 0.702 0.704 5.649 5.661 30.92 81.08 41.61 41.69 60.37 60.49 48.95 "9 05 "6.82 49.92 10.90 10.92 2.488 2.492 61.94 62.06 80.72 80.88 33.92 33.98 10.37210.392 1.979 1.983 1.019 1.021 2.486 2.490 Berliner Notenkurse: U.S.A. gr. do. klein Belgien Brasilien Bulgarien Canada Engl. gr. do. klein Estland Finnland Holland Italien gr. .. klein lugoslav. Lettland Litauen klein Polen Rum. gr. „ klein Schweden Schw? klein Spanien Tschech.gr klein Türk. Ungarn 8. April Geld Briel 2.434 2.454 2.434 2.454 0.63 0.65 41.82 41.98 0.177 0.197 2.41 2.43 53.20 53.42 80.95 81.27 11.92511.965 11.92511.965 5.22 5.26 16.33 16.39 167^02167.68 20.66 20.74 5.63 5.67 41.42 41.58 59.91 60.15 46.70 46.88 61.48 61.72 80.24 80.56 80.24 80.56 33^46 33.60 10.48 10.52 1.92 1.94 9. April Geld Briel 2.438 2.458 2.438 ?.458 0.63 0.65 41.82 4 198 0.197 0.177 2.417 2.437 53.42 53.64 80.91 81.32 11.98 12.02 11^98 12JD2 5.24 5.28 16.32 16.38 167.12167.78 20.66 20.74 5.63 5.67 41.42 41.58 60.60 60.40 46.68 47.86 61.73 61.67 80.24 30.56 80.24 80.56 33^55 33.59 10.48 10.52 192 1.94 Berliner Derisennotieruneen am Usaneenmarkt London: 8. 4. 9. 4. Kabel 4.827 4.82 5 f» Paris 73.181 ,2 73.19',> Brüssel 28.45 28.50 Amsterdam 7.15 7.15% Mailand 57.90 58.07'/- Madrid 35.25 35.30 Kopenhasen 22.40 22.40 Otto 19.90V. 19.90»,. do.lnv.14 5 Mezik abe. 4 do. abg. 4^0e!t.St.l4 4 do. Gold do. Silber 5 Rumän. 03 do. 13 ( do. 4Türk.Bagd.l 4 do.Baed.Il 4V.UnR.St.13 4% do. 14 4 do. Gold « do. St. 10 4 Lissabon 4iAMt.Bw.abg 2Va Anat. t+2 5 Tehuant.abg. 4% do. abe. Bk. f. Bran 6 Relcbsbank 12 AG. für Verl « Alle.Lokalb. 5 Dt Rdisb V ti 1 Hanat Hambß.-Sfld '1 Nordd.T.lovd 0 Accumulat Akt) Anlg. Scblulikura Kalla kurs kurs 9. 4. 8. 4. 9.4. 9. 4. 112.1 111'» 112 101 102V. 100->.« 102''s 101 101 102V. 101':, 101'. 101 % 99.87 99.62 100 100 96.75 46.37 J6.50 92.6i 9275 92-5 92.7; 12.5 92 92.37 91.87 91-87 11 11 11 1275 12 .2.37 12.37 8.12 8 8.25 8.25 37 37 37.25 37.25 26.25 1.20 - 1.20 1.20 6?12 6 5 6?12 6'50 4.12 4.15 4.12 6?62 6?5.' 6.55 6.80 6.62 6.62 — 7.2t /.20 7.20 _ _ 47.25 7.90 7.8k 7. 5 8.20 33.87 33-2: 33.95 33.60 6.62 — 6.10 6.12 — — 111V. 111',. III',« 111',8 156.5 159'/. 158 157»,. 82.37 82.3/ 61.75 82.12 123'/s 123.5 123 123% 122 121% 122 122 32.37 32 33.37 32.25 27.75 33.25 3372t 13-62 33.5 163 163.5 163 163 52.87 53.37 2.75 52.26 AEG. Asdhaffb.Z. Bayern Motr l.P.Bemberg BergerTiefb BerlKarlsrln Bekula B;rlMasch Brk.Brikett | ft ' Brem.Wolle \o Buderus o CharlWassei5.r^ CbemHevdeo Cbade A-C w Cbade D ß ContiGumml s do. tinoleuf f? Daimler-Benj n Dt. Atl-Telegi 7 Dt.Conti-Gai 7 Dt.Erdöl Dt.Kabelw. 0 Dt.Linoleum H Dt.Telefon 0 Dt.F.ifenb. (I DortmUnlon J2 Eintr.Brk. Fisenb.Verk (; El.Liefere. 5 Fl.Wk.Scfiles. fi *I.LiAt-Krafil/ 2 Engelhard» | l-G-Farben 7 Feldmuhle tl Felten-Guille 0 Ges.f.el.Unt. 5 Goldschmidt I) Hbg.EI.Wke. S HarbgGumra 0 Harpener Bei 0 Hoesdi (V Holzmann 0 Anfg. kurs 9. 4. 35.62 81.25 130.5 125.5 136-j. 116.5 149'/. 94.75 105 7 /s 9737 226 150.5 147.5 92.62 128.5 107'/. 113-/« 155.5 108'. 87.25 182.3 173.5 108 124% 93.25 146-1. 1213/, 86.5 121% 104 129.5 38.62 106 94.75 89.5 ScblttSkura 8. 4. 35.37 81 130 117.5 117 125% 137 117-,. 1473/4 94.25 105-. 9775 229 150 146 91.75 117 .0 128 » 107 110.5 155.5 88.25 182». 175+ 116.5 108',< 116 12431. 95.62 145% 121'J. 97 121% 101.5 129 37.5 105.5 9b 89.5 9.4. 36.25 81.25 129.5 116.5 125% 136 116.5 148'/. 94-75 106 98.25 240 226 150.5 147.5 93.62 118 128.5 107.5 113',. 155v. 108',» 87.75 182% 173.5 114 108V. 124',» 93.75 146.5 121.5 87 121 103.5 128'/» 38.75 106 94.75 89.25 Kalla 9. 4. 35.5 81 117',. 125.5 136',. 116% 177'/. 148.5 94.62 105% 98.12 237.5 228 148.5 147.5 93.55 119 128-5 107.5 113 155.5 108V. 87.25 182'/. 172.5 114% 108 llö% 124",» 146',. 121»,. 8/ 1203/4 103.5 1283,8 38.75 105'.. 94.5 89.25 Hotelbetrieb (| Ilse Bergbau ß do. GenuS 5 Gbr.Junghan; 0 Kali Chemie 5 KaliAschersI 5 Klöckner 2l/ s Kokswerke 5 Lahmeyer 7 Laurahütte 0 Leopoldgrube 0 Mannesmann 0 Mansfeld 3 Maschb.Unt. 0 Max'hütte 8 Metallges. 4 Montecatini 8 Niedl. KnlllelO Orenstein ft Polvnhon fl Rh.Braunk. 12 do. Elektr. 5 Rheinstahl ?>,? Rh.-W. El. 6 Rüteerswke 4 *Jal7detfurth7t/g ^chl.Bc.iink 0 do. Gas B 8 Schub.-Salzer 10 Schuck ert gfhultheiß Siemens StöhrKammi Ii ■Stoib. Zink 0 Sfidd. 7udter ü Thür. Gas 7 Ver. Stahl Vogel Tel. WasserGelser West.Kaufho Westeregeln ZellWaldhof Otavi Minen Anfg. 9.4. 81.37 127 88 Iii-/ 91.12 108'/» 121',. 2177 79.87 99.25 70.37 161 96.26 88.5 209 106-!. 118-1. 109.5 155.5 31.12 142 104 106.5 152 107' 79.25 HO 5 ,. 139.5 33.62 112.5 115.5 15.12 Schlußkurs 8.4. 81.25 129 88.62 112.5 91.12 108V. 121 Vi 22 79.75 9o.25 70.25 161',. 96.5 177 88 10.5 209 122',. 106-,. 116% 108 , 156 Jl.5 141 141.5 10.: 106.5 108 66.75 167 125.! 78.6L 110»/. 140»/. 33.5 113 115 15.12 9. 4. 81 15 127 8875 III»/ 91.37 108 122',. 20 80 89.62 71.5 161 96.87 178 88.5 209.5 106% 118 109V. 155-5 31.5 142.5 141% 105V. 107V. 151.5 107»,. 165 79.37 110',8 138 35.25 112.5 115»,. 15 Divid. Katta 9. 4. 81_ 126',. 88.12 111% 91.12 108 121 21.5 85.5 80 99.37 70.87 161 96JJ7 177.5 88.25 10.25 209 106',. 118 1. 109V. 152.5 31.37 112% 141»/. 104»/. 1065 150»). 107 66.12 168 79J.2 110',8 139 34 113 115.5 15 Frankfurter Ka*sakiirse Staatsanleihen iSchatzReich23 98 6R.eichsanl. 27 100 6Baden 27 95.5 6H essen 29 97.25 Altbesitz 112 4 Schutzg. 08 10.62 dto. 09 10.62 dto. 10 10.62 dto. 11 10.62 dto. 13 IC.62 dto. 14 10-62 Stadtanleihen 8. 4. 6BadcnGold 26 6BerlinGold 24 6Darmst.G. 26 6DresdenG. 26 SFrankf.G. 26 6HeideIb.G. 26 6Ludwigshaf.26 6MainzGoid 26 6Mannh.G. 26 dto. 27 6Pforzh.G. 26 dto. 27 6Pirmas.G. 26 91.5 94.5 92.75 90 92.75 90.75 91 92.12 94 93 92 9.4. 100',8 95.5 97.25 112 10.62 10.62 10.62 10.62 10.62 10.62 91.5 94.5 92.5 90 91 92 91.75 97~ 91.5 Bad. Kom.-Landesb. Pfdbr.G. 29 I dto. n dto. 30 III 6GoIdanl, 30 dto. 26 A—D 95.5 95.5 95.5 93?5 95.62 95.62 95.62 93775 Pfandbriefe » Pfalz. Hypoth.-Bank Gold R. 2—9 97 97 dto. R. 13—17 97 97 dto. R. 21—22 97 9/ dto. R. 11—12 97 9/ dto. R. 10 97 9/ Liquid. 26+28 100»,. 100.5 dto.m.Ant.3—4 8/5 Rhein. Hypoth.-Bank Gold R 5— 9 96 96 dto. R. 18—25 96 96 dto. R. 26—30 96 96 dto. R. 31—34 96 96 dto. R. 35—39 96 96 dto. R. 10—15 46 96 dto. R. 17 96 96 dto. R. 12—13 96 96 I 8.4. Liquidation» 101V. G.Komm. R. 4 Würt.H.B.l—2 Wiirt.Kredit 1 dto. R. 3 97.87 97.5 97.5 9. 4. IOOV4 94.5 97.75 98 98 Sachwertanlelhen 6BadenHolz 23 — — 5Frkft.Gold 1 2.68 268 6Grkr.M'hm.23 16.60 16.6 5Süd. Festwbk. 2.65 2.65 Anslandsrenten 5.10 4.25 7.87 8.5 85 33.25 5Mex.inn.abg. 6dto.Goldäuß. 3dto.kons.inn. 4V4dto.Irrig. 4BagdadSerieI dto. Seriell 2?4Anatol.lu.2 5Tehuantepec 4V4 dto. Industrieaktien Adt, Gebr. 0 A.E.G. 0 Aschaff.Zellst.O BdMaschDurl .8 Bay.Brauh.Pf .0 Bay.Spiegeig. 0 Br.Kleinlein Br.Besigh Dl BrownBov. Buderus Cem .Hdlbg. Daiml.-Benz Dt. Erdöl .. GoldSilb. 9 „ Linoleum6 „ Verlag 0 DurlachHof 0 DvckerhWidm3 Ei'chb.WBr. 5 El.Lieferung 5 ElLidnKrft6% Enz.Unionw. 6 Eschw.Berg 14 EßlingMasch. 0 FaberScSchl. FabrGebr. IG. Farben Feinm.Jetter Felt.ScGuili Frkf. Hof GeilingCo. 5.15 12.12 4.25 gb 8.5 33.75 35^87 128 47~ 80 104.5 95 IIS» 93.25 08 J14 153H 70 80 91.5 108 1 124». 106.5 245 80.25 198 147',. 78 88.5 8 58.25 35.75 80.75 128 80 104.5 94~5 120"« 93.37 107V. 213.5 155 71 80 91.75 107% 106.5 245 139-1. 146.5 79 87.5 Gesfürel S Goldschmidt 0 GritznerKayS.O GkraftM.VAlO GrünBilf. 15 Hafenmühl 5^ Haid&Neu 0 Hanf.Füssen Harpen.Berg HilpertM. HochtiefAG. Holzmann IlfeBerg. Inag Junghans KaliAschersI. Klein, Schanz!.0 Klöcknerw.2% KnorrHeilb.10 KolbSchüle 5 Kons.Braun 0 Lahmeyer 7 Laurahütte i 0 Lech Elektr. 5 Lok.Krauß 0 Löwenbräu 10 Ludw.AktBr. 4 „ Walzmüh.6 Mainkraftw. 4 Mannes.Röhr 0 MansfeidAG 3 Metallges. 4 MezAGFreib. 0 Miag 0 Moen.Masch. 4 Mot.Darmst. 5 Neckarwerke 4 Odw.Hartst. 5 öst.Eifenb. 0 Pfalz.Mühle 7 ,» Preßhefeö Rh.Braunk. 12 EletktraSt 6 „ „ Vorz6 Rheinmühle 0 Rheinstahl 3% RiebMont 4 Röd.Darmst. 6 Riitgersw. 4 Salzdetf. 7'/j SalzHeiibr 12 SdilinckCo. 4 Schr.Stempel Schuck .Co. 121'' 102»/. 36 210 100.5 33 e3.12 105% 65.5 114.5 90.25 153»/. 8. 4. 9.4. 113V. 180 108 63JL2 2237 99.5 95 199 92 80-25 96 86 84.62 94.25 108». 93.25 6.5 20.5 114 106% 100 104 109-5 190 104 105V. 121 104 36 210 100'. 33 83 105.5 65.75 114 89 111% 91.25 180 108 121% 22.25 99 95 198 92 86_ 96.25 58.25 86 83 94.75 109 93.25 65 209% 114 10S-I. 98.5 104 109-1. 79 1043,8 8. 4. 9. 4. Schw.Storch 6 — Seil. Wolff 0 — Siem.Halske 7 152 », Reinig. 0|82 SinalcoDecm. 0 97 5 Sinner A.G. 4 — Südd.Zucker 9 167V Tellus Berg. Thür.Liefet. Ver.Dt.Oelf. 5 .. Faß.Kaffel 0 „ Glanzft. 0 „ Stahlw. 0 ,, Strohft. 0 VoigtHäffner 0 Voltohm 0 Wefteregeln 5 WürttElektr. 4 Wulie-Bräu 0 ZellftWaldhStO Zellft. Memel 0 49 115.6 475 Bankwerte 94 105 102 79-75 89 151% 85 167 94_ 1C2 79-25 88.5 81.5 46 116.5 47.5 75.5 122.5 111 ADCA Bad. Bank Bankf.Brau 6 BayBodenkr. 9 Bay. Hypo 4 Berl.Handg. 6 DD-Bank 0 Dresdne- 0 Frankfurt. 5% M Hypoth. 5 Lux. Intern. 0 Mein. Hypo 5 Pfalz. Hypo 5 Reidisbank 12 Rhein .Hypo 7 S.Bodenkr. 3% W.Notenb. 5 Verkehrswerte Bad. AG. f. 1 Rhein See 3 75 Reichsb. Vz. 71121% Hapag 033 Heidelb. Str. 0j 13.5 Nordd.Lloyd 0 — Baltim.Ohio 0/11.5 Versfehernngen 76.25 122.5 111 87.5 108.5 89.5 89.5 9875 3.80 98.73 91 159% 123-1. 59 995 87 108 88.75 8875 98.5 3.80 98.5 91.87 158"« 123% 59 59.5 75 121% 32.75 13.5 34 13 A11.St.Ver. 12 264 Bd. Assekur. 0 52 Frk.Rüdt. 300 3 75 dto. 100er 7V, Mannh.Verfg.O Württ.Transp. 125 50 38 1264 154 381 127 50 138 Berliner Kassakurse 9. April 1935 Steuergutscheine. Gr.lL*Kurs 105.9 dto. oh. 1934 106.5 dto. oh. 1935 106. i Or.II III. 1934 103-2 ... 1935 " .... 107 V. 1930 107'rS ; :; 1937 io6»/s : ; . 193§ 105.3 Festverzinsliche 6%Schatzao Dt. Reich 23 6 ,» 1—5 $ b Reichs 27 4 „ Schatz K 4 Reich» 1034 Younganl. b Preuü. 28 6 Schatz 31 II 102 6.Schatz33,35l 103.6 6 Bade« 27 95.87 6 Bayern 27 96.9 6 Sachsen 27 95.9 6 Thür. 26 95.12 98.25 163.5 100 96.50 107.6 100.5 10.70 10.70 6 Post 30 II Scbutzg.1908 beb utzg.1909 Schutzg.1910 Schutzg.1911 Schutzg.1913 - Sdiutzg.1 914 Pfandbriefe. Pr. Landpi.-Anst. f> Reihe 4 96 . 13 u. IS 96 . ,7 u. IS 96 „ 19 - 10 « 21 « 22 6 Komm. 16 fr Komm. 2C 6 Komm. 6 Dekosama 1 Pr. Zti.-Stadtsch. 'WReihe 5 u. ' 95.25 S.6.1C 95.25 » 95.2t 14.15 95.25 96 96 96 „ 96.50 94.25 94.25 94.50 114% „ 20. 21 6 Reihe 22 5 „ 24 . 25/27 6 . 2« 95.25 95.25 95.50 95.25 95.25 Berl. Hyp.-Bank 95-75 95.75 101 93.50 93.50 5 Reihe 15 . .. 10 5Vi Uqui. 6Komm.44-5 6 Komm. 3 Nordd. Grundkr. 6 R 14, 21 95 6 R 22—24 95 6 R 8, 11, 13 95 •t Komm. 23 93.50 Pr £entralbodei) > Reihe 24 , M 2» ■ .. 26/2? 5V. .. 26 Liq. <> Kom. 26 28 do. Llq. 29 97.12 ■ Gold 95.50 > „ Kom. 94 95.12 95.50 95.37 103», 93.50 Pr. Plandbrielbank 6 Reihe 47 95.25 t „ Ac 95.25 6 Kom. 20 93.50 Rh.-W. Bodenkredit 6 Reihe 4 a.w. 95.25 6 M 16 6 „ 7. 9. 17 6 Kom. 7 Roggenrenten Gold 1—3 do. 4—6 do. 1 +5 Westd Boden 6 R 20 u. 22 6 M 24—26 6 Kom. 21/33 Obligationen t DaimlerBenz 6 Klöcknei 6 Lp* Messe 5 Rh MainDona 97.50 f Siem ^diuckei 104 f Vi»? 101.5 f. Zuckerkredit 100 1 /* t Farbenbonds 123 3 l4 94.25 95.25 4" 95 98.75 95 94.75 93.50 102V, 100.5 99.50 Bankaktien. Adca 0 76.25 Bad.Bank 8 - BayrHypth 4 87 „Vereins 5 102 BerlHdlg 6107.5 .. HypBk Commerzb DD-Bank DtCentrB Golddisk Dt.HypB i'/s 86.^ „ Uebersee 0 75.25 Dresdner 0 88./0 Lux R.M. MeinHypo MittBoden RhHypo RhWBod SädisBd Cr SudBod Vis 60 WestdBod 5 96.87 Verkebr8werte DEisenbB 3 81 HambHodi 5 91 iSudEisenb 0 74.5 7 - 0 85.5 0 - 5 99 3 0 3.75 5 98 5 — 7124 7 115V4 5 1006 lndnstrleaktien. AdlerGlas 0 63.75 AlsenZem AmmendP Amperw. Anh.Kohle AsdhaaffBr AugsbNM BachmLad Basalt Bast.AG , BaySpic«el BergmEl BlGubHut Holz Kind) Neurod 6 0 77.37 7 108 4 95^5 0 83~25 0 89.5 0 13.87 12 - 0 47 0 93 8 — 4 1071/4 14 - 0 56.25 ChGrünau 5106 .. Gelsenk 4i/ 2 95 BerthMess ^ 73 BetMonier ä 101 1 BrauNurnb ' BrschwAG i. 123.5 Industr. 6V2 — BremBesig 0 104 Brown Bov 0 — BykGuld 0 73.5 IGChemie ' 171 50% bz 7 137 Albert Chillingw ConcBerg Chemie DtBaumw Schacht Spiegel Steinz Tafelgl Tonstein DortmAk 493.5 0 — 074.75 0 — 7 124 IlOO «122 «97-25 1-152 Ritter q 83.25 DürenMet (; — DvckhWm 3 DvnNob Elcktra ElLiegnitz EnzUnion ErlangBrg EschwBg FordMot >i/ 2 80 5 ~ 105.5 14 245 «50.75 Genschow 66.37 GermCem 093.87 GereshGl >71.5 Gildemeist 0118 GladbWoIl 10 — GlaSdialke 6129 Glau8Zuck.6i/2124 GlückautB 7i/ 2 128 Goedhardt 092.76 GörlWagg 026 Gritzner 035.25 GrünBilf 15212 Gruschwitz 0^2109 Guanowerk 4 §6.5 Günth.Sohn ~ " HabermG Hackethal Hageda Hedwigsb HemmZem HilgersVz HindrAuff Hirsdhbgl Hodiu.Tief HoffmStk HutaBresl LHutschenr Jacobsen John Erftisi KahlaPorz 675 0 — 0114 Keramag 6 - 7157 068.75 3103 6133 6114 6125V* 093.26 067 0 — 0 - 030 .5 095 Keramwerte 0 — CHKnorr 10 184 KöhlmSt 6 l /s — KolbSchüle 6 — Kollmjourc 0 69 KölnGas 77.5 KönWilb 12195 KötitzLed KraftThür Kronprinz Küppersb LeipzRieb LindesEis Lindström Lingnerw MarktKühl - Buckau-W. 4 111.5 MelAG 0 - Miat ® 86.5 Mimosa j_57 Mittelstahl 0 _ MühleRÜ 10 153 MülhBerg 6119 NatrZeüst 5 64.75 Neckarwke 5 107 NordEi» 6 107 NordseeH 0 64.5 NordwKr 6 — i 106.5 8 — j 143 5 — 3 81.75 5119 0 — 7 130 S - PhonixBrk Pintsch Pittl Wrkz. PongsZahn Preußengr RadeExp. Rasquin Rathgeber Reichelbr Reichelt M. Reinecker RhMainD Rheinfeld. RhMetal! .. Spiegel RWKalk RiebMon Riedel Roddergr Rosenthal Rositz Z. Sachsen* „ Webst Sachtleben Sarotti Schering 496.75 8 — 7 - 10 - 5 — 12 — 057.5 056.5 5109 6127 089 5 - 5 - «136 3 98.2= 6107% 1.298.12 0 67 25 ~ 065.5 187 7102-/. 082.5 »168'/. 5 94 6 — SchießDefr 0 78.50 Schegelbr. 5107.5 SchlB.Beu 4 85.75 .. Porti 4H2 Schneider H 0 84 Schöfferb 12 167 0 _ »77 0 89.75 t 91 9 24.5 * 91.25 « 103 SeidNaum Siegersd SiemenfGl SinnerAG Stock&Co Stollwcrk Thörl öl Th.El.Gas 7V» - Transradio — v. Tuche Tuch Aach TüllFIöha Union che VerSpielk VerBautz. 1 95 4 114'!. 6 - 5 97 6118 0 27.62 Böhlerst 0 — VerChem 2 — „DtNickel 6 118 Glanzst .. HarzPI .. MetHal » Smyrna n Trikot ,» Ultram Viktoria-w WagnerCo Wanderer Wenderotb WestfDra Wickül-K WißnerM Zeißlkon ZeitzMaact Kolonialwcrte. Dt.Ostafr. 070 Kamerun • — Neuguinea < — Schantnne 0 — AmnestleAnl. 112*lk 0 — 5 I16*k 0 31.50 38 «107 7 130.5 « 89.87 «75 6 141 3 85.50 5 - r> — «113* -'32 0 96.5 ^ repar -r t exkl. Div. O ZUhnne: ± kein Aneeb. o. keine Nachfraff«. Nenstaa, de« 9. April 1985 Badische Presse Nr. 8«, Seite tS Reichsbürgschaften für Kleinsiedlung. In Durchführung der Verordnung über die weitere Für- dernng der Kleinsiedlung, insbesondere durch Ueberuahme von Reichsbürgschaften vom 19. Februar 198.5 hat der Reichsund Preußische Arbeitsminister nunmehr im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen die näheren „Bestim- mungen über die Ueberuahme von Reichsbürgschaften für Kleinsiedlungen" und die jedem Bürgschaftsvertrag zugrunde- zulegenden „Allgemeinen Vertragsbedingungen" erlassen und nebst einem erläuternden Begleiterlaß, dem sogenannten „Bürgschaftserlaß", den Regierungen der Länder, den preu- ßischen Regierungspräsidenten usw. mitgeteilt. Der Bürgschaftserlatz enthält einleitend die programma- tisch wichtige Erklärung, daß die Reichsregiernng in der Kleinsiedlung die beste Sicdlungsform für die werktätige, minderbemittelte Bevölkerung sieht, weil sie geeignet ist, den Arbeiter wieder im deutschen Hei- matboden zu verwurzeln und ihn zugleich befähigt, zur Er- gänzung seines sonstigen Einkommens einen wesentlichen Teil seines Lebensbedarfs aus der Siedlerstelle zu erarbei- ten. Da nur zuverlässige, erbgesunde Anwärter als Sied- ler zugelassen werden, ist die Kleinsiedlung die denkbar beste bevölkerungspolitische Maßnahme. Die Reichsregierung wird daher die Kleinsiedlung auch in Zukunft mit allen Mit- teln fördern. Um die Aufnahme nachstelliger Hypotheken für Klein- stedlungen auf dem privaten Kapitalmarkt »u erleichtern, sollen daher Reichsbürgschafte«, die bisher bekanntlich nur zur Förderung des Kleinwohnungs- baues übernommen wurden, künftig in großem Umfange auch zur Förderung von Kleinsiedlungen eingesetzt wer- den. Hierdurch wird die Beschaffung von Fremdmitteln er- leichtert und die kürzlich eingeleitete Ablösungsaktion (Ab- lösungserlaß) wirksam unterstützt. Im Zusammenhang mit Ausführungen über die Rechts- grundlage der Reichsbürgschaften für Kleinsiedlungen bringt der Bürgschaftserlatz dann eine für Fachkreise bedeutsame Erläuterung der Verordnung vom 19. Februar 1935, die bekanntlich an Stelle der nicht mehr zutreffenden Bezeichnung „Vorstädtische Kleinsiedlung" die Bezeichnung „Kleinfied- lung" gesetzt und erstmalig eine gesetzliche Definition dieses Begriffes gebracht hat. Die „Bestimmungen" und „Allgemeinen Vertragsbeding- «ngen" für die Uebernahme von Reichsbürgschaften für Klein- stedlungen sind denen für den Kleinwohnungsbau weitgehend angeglichen, soweit sich nicht aus dem Charakter der Klein- fiedlung und aus dem Bestreben nach weiterer Dezentralisa- tion des Verfahren Aenderuugen ergaben. Um die verfahrensmätzigen Schwierigkeiten nach Mög- lichkeit zu verringern ist zwar auch hier, wie im Kleinwoh- nuugsbau, wiederum ein Bankinstitut, die Deutsche Bau- und Bodenbank A.G., zur eigentlichen Trägerin des Verfahrens gemacht worden. Die gesamte Vorbereitung der Entscheidung liegt jedoch den örtlichen Bewilligungsbehörden ob. Die Bürgschaft für die Klei«siedl»«ge» soll nur dann übernommen werden, wenn die geplanten Vor- haben sich eindeutig als Siedlungen und nicht etwa nur als Maßnahmen des Kleinwohnungsbaues darstellen. Eine hin- reichende Grundstücksgrötze (regelmätzig nicht unter 1000 Quadratmeter Nutzland), guter und billiger Boden und eine gute wirtschaftliche Einrichtung der Stelle sowie Ausstattung mit einem Kleintierstall, Wirtschafts- und Geräteraum find unerläßlich. Bekanntlich werden die Siedlungsanwärter mit besonderer Sorgfalt ausgewählt. Zur Durchführung des Verfahrens ist hier anders als beim Kleinwohnungsbau in jedem Falle ein zuverlässiger, technisch und finanziell lei- stungsfähiger, siedlungsersahrener Träger erforderlich. Schließlich dürfen auch im Interesse der Geldgeber Reichs- bürgschaften für Kleinsiedlungen nur dann übernommen wer- den, wenn die Bestimmungen für die Bewilligung von Reichs- darlehen beachtet find, also insbesondere die Vorschriften über die einzuhaltende Gesamtkostenhöhe und über die mo- natliche Gesamtbelastung der Siedler. Dabei sind die Vor- schristen über die Finanzierung (20% Eigenleistung für Siedler usw.) und über den zulässigen Zinsfuß den neuen Grund- fätzen des Ablösungserlasses angepaßt. Die Bürgschaft des Reiches wird insoweit übernommen, als das Fremddarlehen außerhalb der für erststellige Hypotheken üblichen Beleihungs- höhe dinglich gesichert ist und 75 v. H. des Bau- und Boden- wertes nicht überschreitet. Die Bürgschastsanträge sind formularmäßig bei den Be- williguugsbehörden einzureichen. Vier neue Aeichsbahnplakale. Die Deutsche Reichsbahngesellschast hat jetzt durch ihre Zentrale für den deutschen Reiseverkehr wieder neue Plakate herausgebracht, die im In- und Ausland für den deutschen Fremdenverkehr werben sollen. Es sind vier künstlerisch an- gelegte und ausgeführte Plakate, von denen das erste, eine Schöpfung des bekannten Plakatmalers Jupp W i e r tz, eine symbolische Darstellung der heilbringenden Kräfte der deut- schen Bäder zeigt. Jupp Wiertz hatte bekanntlich auch das mit einem Weltpreis ausgezeichnete Werbeplakat für die Oberammergauer Passionsspiele entworfen. Das zweite dies- jährige Plakat erinnert an das 100 jährige Jubiläum der deutschen Eisenbahnen, das im Sommer in Nürnberg feierlich begangen werden soll. Diese beiden Plakate werden auch im Ausland verbreitet werden und einen Umdruck in den Haupt- sächlichsten Weltsprachen erhalten. Ein drittes Plakat wirbt für den deutschen Frühling und zeigt eine sonnendnrchslutete süddeutsche Landschaft in eindrucksvoller Schönheit. Es ist ein Entwurf von Dettmar N e t t e l h o r st. Das vierte Plakat schließlich ist in Anlehnung an das Bachjahr zum Ge- dächtnis der großen Komponisten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Heinrich Schütz geschaffen. Es ist ein Entwurf von v. Axster-Heudtlaß und soll eben- falls auch im Ausland an den wichtigsten Verkehrspunkten und in den hauptsächlichsten Weltsprachen ausgehängt werden. 1 Jahr Gefängnis wegen schweren Diebstahls Der 45jährige August S ch a r p f aus Karlsruhe hatte in Bad Dürkheim, wo er beschäftigt war, nach seiner Entlassung den Werkstattschlüssel an sich genommen nnd aus der Schuh- macheriverkstatt ein Paar Schaftstiefel im Werte von 30 RM. entwendet, die er dann für 8,50 RM. verpfändete. Vom Amtsgericht Frankenthal war Scharpf am 5. Febr. wegen ein- fachen Diebstahls zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wor- den. Gegen dieses Urteil hatten beide Seiten Berufung ein- gelegt. Die 2. Große Strafkammer des Landgericht? Fran- kenthal verurteilte nun den Angeklagten entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu einem Jahr Gefängnis. Die Unter- suchungshast wurde voll angerechnet. Gloria: Warum lügl Fräulein Kälhe? Dieser zur Zeit in den Gloria-Lichtspielen zur Vorführung gelangende Film gehört zu der Klasse der nuten Lustspielfilme. Handlung, Szenerie, Darsteller, Regie, Architektur und Pho- tographie sind ein ganzes. Warum Fräulein Käthe lügt, das wollen wir hier nicht so ohne weiteres »erraten, aber fest- stellen, daß Dolly Haas die kleine Photographin ttäthe Wittens aus dem Hapag-Motorschisi „Milwaukee". daS sich a»i einer Vergnügungsreise nach den ' " Inseln befindet, äußerst sympathisch zeichnet. Mit der Nennung der ,.Mil- wankee" ist gleich der Ort der Handlung wenigstens zum größten Teil festgelegt und man muß schon sagen, daß die in vielen Szenen aufgenommene Seereise im Gegensatz zu manchen anderen aus Schissen gedrehten Filmen keine Spur von Langeweile aufkommen läßt. Im Gegenteil, lassen doch die kleinen Ausschnitte aus dem Leben der Schisfsangestcllten Dinge ahnen, die sonst auf einem Vergnügnngsdampfer nicht zu sehen sind. Die Naturaufnahmen aus Madeira, in Fun- chal, die mächtigen Kesseltäler und tief ausgehöhlten Fluß- täter, die mit üppiger Vegetation bedeckten Berghänge bilden einen eigenen Reiz des Films. Auf dein Schiff spielt sich wie nicht anders zu erwarten so etwas wie eine von Ida Wüst und Genia Nikolajewa spiel- sicher inszenierte gewaltsame Liebesgeschichte ab. Diese beiden — Frau Deiters und Tochter Celestine — machen schon zum fünften Male die Fahrt auf der „Milwaukee" mit, um für Eeleftine einen Gatten zu angeln. Viermal hat es beinahe geklappt, zum fünften Male hofft man auf durchschlagenden Erfolg, doch das Manuskript will es anders. Da ist nämlich an Bord die schon genannte Photographin Käthe Wilkens und ein junger erwerbsloser Mann, der in der Staatskabine als Gewinner eines Loses einer Lotterie mitfährt (Hugo Schräder), die beide die Kreise der Damen Deiters stören und den Goldfisch Dr. Bornemann lAlbrecht Schoenhals) erobern. Drum herum ein buntes Gewimmel von Reisenden, Stewards männlichen und weiblichen Geschlechts iWalter Steinbeck und Else Reval), der Kapitän und seine Ossi- ziere. Ueber viele Verwicklungen und komische Situationen hinweg kommt es zum glücklichen Ende. Das Zusammenspiel ist ausgezeichnet, der Film platzt bei- nahe von humorvollen Szenen und ist im ganzen doch so manierlich nnd straff in der Handlung, daß man ihn als recht gut bezeichnen nmß. Im Beiprogramm interessiert besonders ein Film über den Dorschfang an den Lofoten und ein ..Erinnerung" benannter Film, der Ausschnitte aus früheren Rollen bekann- ter Filmdarsteller gibt und zum Schluß ein gleich nach dem Kriege entstandenes Drama „Die Champagner-Else", das erst bei einem so unmittelbar möglichen Vergleich wie hier zeigt, wie sehr sich das Filmwesen entwickelt hat. F. ROMAN VOn FRlED&lCH KAMPE Sie sah ihn aufmunternd an — das heißt, ihre Augen versuchten fein Gesicht im Schattenkreis der Lampe zu finden. „Es ist hundeeinsam hier draußen!" sagte Maufield und dachte mit einem schalen Gefühl an die Gesellschaft bei FW- ger zurück,- vor einer Stunde war er aus dem Haus am Hudson geflüchtet. „Liegt nur an Ihnen, Herr Maufield! Sie können doch so viel Gesellschaft haben, wie Sie wollen. Ich komme zu Ihnen, jeder kommt zu Ihnen, alle kommen zu Ihnen!" Maufield sah aus,' er sah aus seiner Dunkelheit heraus ein grelles, lauerndes Gesichtchen, eine Fanny Tompson, die bestimmt kein Verständnis und kein Mitleid kannte — eine kleine Stenotypistin aus der Bronx, die sicherlich genau wußte, was sie jetzt wollte. Alles um Manfield berechnete. Fanny Tompson dachte im ersten Augenblick nicht recht zu hören, die Stimme sagte: „Legen Sie bitte Ihre Ziga- rette weg, beginnen wir..." Smith war nicht wenig erschrocken, als Fanny nach Hause kam und ihn zunächst einmal völlig übersah,' Frau Tompson hatte es nicht gerne, wenn er sich in ihrer Wohnung einfand, aber was scherten Smith alle Schwiegermütter der Welt, wenn es sich um seine Fanny Handelte. Fanny wußte zwar von diesem Glück noch nichts, aber bei Smith war es bereits beschlossene Sache! Die Sekretärin Mansields war äußerst ungnädig, die allerhöchste Ungnade übertrug sich auf Mutter und Smith gleichmäßig/keiner kam zu kurz. Smith nahm alles hin, er war sest überzeugt, daß sich irgend etwas Aufregendes zwi- schen Manfield und Fanny abgespielt hatte. Vermutlich... ach, ganz gewiß, hatte er sich ihr in dem einsamen Park genähert. So nnd nicht anders war es ge- wesen. Er fragte drohend: „Fanny — ich verlange zu wissen, was passiert ist! Jawohl — ich verlange das!" Sie schrie wütend: „Nichts!" Fannys Wut richtete sich jetzt einzig und allein auf den unglücklichen jungen Mann in greifbarer Nähe: „Nichts! Gar nichts! Das ist es ja eben — diktiert hat er mir, den ganzen Abend diktiert, die halbe Nacht dik- tiert, rausbestellt zum Diktieren — um Mitternacht, dieser Schuft, dieser Menschenschinder —" Sie begann auf einmal zu schluchzen. Ganz hysterisch war die kleine Fanny. Mutter Tompson legte beruhigend den Arm um die be- beudeu Schultern ihrer armen Tochter — o, wie fühlte das Mutterherz die bittere Enttäuschung mit. Jemand schlich unauffällig durchs Zimmer. I. M. Smith hieß dieser Jemand. XIX. Graee strich Jlja durchs Haar und sagte nachlässig — wie man eben mit einem verstockten Kinde spricht.Was geht dich das an, was die Leute reden. Nichts ist zwischen Man- sield und mir — Verlobung? Wer verlobt sich? Wie du siehst, bin ich hier, hier bei dir, Park Avenue 24 — Graee Finger leibhaftig — also bitte, sei vernünftig!" Jlja sah finster zu Boden und dachte: Ich soll vernünftig sein, ich soll immer vernünftig sein — bald kann ich es nicht mehr. Er hatte ein hartes Wort auf den Lippen, aber gut — er war noch einmal vernünftig. Er sagte sehr sanft: „Graee, begreife mich doch! Ich weiß, ich habe kein Recht darauf, dir Vorhaltungen zu machen. Du bist nicht mit mir verheiratet — du bist Graee Finger und ich bin irgendeiner von vielen, irgendwer —'* „Sprich nicht so, Jlja! Du bist nicht irgendwer! Du mußt dir so etwas nicht einreden — du bist ein Geiger von Rang, du bewohnst ein herrliches Appartement — du hast überhaupt keinen Grund, mir Szenen zu machen!" Er nickte ergeben: „Graee — du hast vollkommen recht. Gar keine Veranlassung zur Aufregung. Es geht mir in der Tat glänzend — willst du ein paar neue Sachen hören, mir ist wieder etwas eingefallen!" Jlja nahm die Geige aus dem Kasten und Graee kauerte sich auf die Couch,' sie holte sich alles an Kissen heran, was es hier an Kissen gab, zog die Beine hoch und schloß die Augen. Jlja stand am Fenster, und es war nichts mehr im Zimmer außer dem Ton einer Geige, ganz fern das Rollen der Straße, kaum denkbar, daß man mitten» in Newyork war. Die Geige Jljas war nicht das herrliche Instrument, mit dem er nachts in den Klubs brillierte,' für Graee holte er die alte billige Geige heraus, mit der er in Mifchkolck an- gefangen hatte. Eine Armeleutegeige. Sie kannte nicht die Damen aus dem Empire und hatte keine Ahnung von der Sekt-Bar im sechzigsten Stockwerk des New Bennifon Building,' sie kannte nur die Bauern- töchter aus der Tiefebene, irgend jemand hatte sie auf seinen Knien geschnitzt und dabei in den unermeßlichen Horizont der Pußta geblickt. Davon wußte diese armselige kleine Geige zu sprechen — es klangen die Glocken von Hatvan, es stampften die Pferde des Obergespans Mihaly, es wirbelten die Wasser der Theiß. Die Geige spricht: Graee Finger, warum das alles? Warum soviel Lüge — dieser Mann wird an dir zu- gründe gehen, ohne viel Skandal. Er wird das ganz still abmachen — ich weiß es. Aber du selbst, Graee Finger, wirst zuletzt die Betrogene sein. Graee stand langsam auf und flüsterte in die tönende Stille hinein: „Ich mutz jetzt gehen, Jlja, es ist spät!" Die Geige verstummte. Grace stand schon vor dem Spiegel und setzte sich den Hut zurecht. Jlja sah ihr unruhig zu — wie kann ich sie jetzt halten, sie soll noch nicht gehen! Er fragte behutsam: „Graee, mutzt du wirklich schon fort?" „Aber Jlja — frag doch nicht! — Ich habe eine Ber- abredung. Wir sind doch nicht allein auf der WM!" „Wer nimmt auf mich Rücksichten?" fragte verzweifelt Jlja. Jlja war allein im Zimmer. Nur die vielen Kissen auf der Couch, bunt durcheinander — ein Hauch von Parfüm, nichts sonst! Unten auf der Stratze geht Graee? sie geht zu ihrem Auto, jetzt ist sie verschwanden — jetzt surrt der Anlasser. Man sollte vor ihr fliehen! Nie wieder sehen, lieber sich irgendwo verkriechen!^ Aber Jlja flieht nicht. Er bleibt. Ä- Bryant Parc ist ein Dreieck von etwa Zimmergrötze, zwei Bäumchen, etwas Rasen, sehr viel Staub und wenig Licht. In der Nähe von Bryant Parc liegt Tennysous Nestau- rant. Zwei kleine Zimmer, ein Kellner mit nicht sehr sauberem Frack, eine Violine, ein Klavier. An diesem Abend saß am Fenstertisch I. M. Smith und stocherte lustlos in seiner Mahlzeit herum. Am Nebentisch ließ sich der Geiger Jlja nieder und dachte: Gott, was für eine furchtbare Musik. Man müßte dem Kol- legen die Violine verbieten. Er entfaltete melancholisch die Speisekarte. I. M. Smith lauschte, den Kops aufgestützt, dem Wolga- lieb. Düstere Gedanken furchten feine Stirn. Eine Büchse Ekrasit wäre für Manfield angemessen: aus ber Luft kam der Chef nicht sobald in die irdischen Gefilde zurück, in denen Fanny Tompson wohnte! Jlja bestellte Borscht und hoffte, daß die Rübensuppe etwas besser sein würde als die amerikanisch-russische Wolga, die sie auf dem Podium verzapften. Am besten war, man schaffte sich Alkohol heran, nahm einen soliden Colt und knallte Josua Manfield endgültig über den Haufen — ohne viel Rücksicht! Smith streifte seinen Nachbarn mit einem halben Blick: Natürlich — so mußte man angezogen sein, erster Schneider! Vermutlich hatte der noble Herr draußen seinen noblen Wa- gen — so konnte man mit Manfield konkurrieren. Ohne Bom- ben und Granaten! Jlja sah von seiner dampfenden Suppe auf — der Junge am Fenster hatte es sicher leichter! Hatte sein Mädel, hatte seine Stellung und scherte sich den Teufel um Manfield und Revolver! Der Violinist hob entschlossen den Bogen und begann mit Schwung: „Because I love you..." — „Weil ich dich liebe..." XX. Der Garten schwieg, ber See schwieg — man konnte meinen, Cologuy lag auf einem friedlicheren Planeten, als es diese Erde war. In den alten Schränken des Chalets listerte keine Täuschung, knisterte die Wärme. Oxley erwachte von einem Schrei ein langgezogener Schrei. Eine Frau hatte geschrien. Er sprang mit nackten Füßen auf die Erde und dachte: Taimi! Er warf den Hansmantel über und nahm sich kaum Zeit, die Schuhe richtig anzuziehen. Taimi lag ganz ruhig in ihrem Bett. Nicht einmal die Tür war verschlossen — vor wem auch? Raths wachten, und Oxley schützte sie vor der feindlichen Welt. Der Mann stand in der Tür, reglos. Es bedurfte jetzt nur eines Augenblicks der Hemmungs- losigkeit, nur einmal nicht denken, den braven William Or- ley vergessen — — — einen Augenblick nur, eine Sekunde «nr! (Fortsetzung folgt) Brite 1«, Nr. M BaVZsche Presse Dienstag, den 9. April f9S5 Zur Neueröffnuns n« UlnzerJinuses Vowackunlage {und gleichzeitigen Neueinführung >MWlMggsMWg (|GS M UjgiNVSllZ ^ W """ des badischen Winzerglas-es ladet freundlich ein und Frau Zum Ausschank kommen 26 badische naturreine Weine zum Preise von 18 bis 60 Pfennig pro Glas. linterftützt den fwrenzlantl-'Winzcr ? iTrinkt badistAen 'Wein f Der große 2. Woche I | £ S p» Oberwachtmeister SCHWENKE Gustav Fröhlich, Emmy Sonnemann Sybille Schmiß — Marianne Hoppe — Ciaire Fuchs Harald Paulsen u. a. — Im Beiprogramm: „Gute Freundschaft" (Kulturfilm) Ufa-Tonwoche „Endlich wieder ein wirklich I I loo%iger unterhaitungs-Filnr , . . so schreibt uns einer unse- I [ rer begeisterten Kunden über: I + Kartenvorbestellung empfehlenswert 4 Anfangszelten: 4.00 6.15 8.30 Telefon Nr. 5111 NeuMes Frauenwerk / Volksbund für das Deutschtum im Ausland und Bund Seutscher «bei Kreis Karlsruhe. Freitag, deu IZ. April 1935, 20 llt)t, im kleinen Saal »ei Fefthall« spricht: Maria kahle „Besuch bei deutschen Volks- genossen in Brasilien 1934". Umrahmung durch Lieder und Sprechchor ausgesiihrt vom BDM. Wir laden alle Mitglieder der Partei und ihrer Glie- derungen, die Mitglieder des Pollsbundes für das Deutschtum im Ausland und alle dem Fräuenwerk angeschlosseneen Verbände ein. Heil Hitler! RTFrauenschast ADA. BDM. Untergau 109 Frau Schlid Frau Bunte kadh Wassermann Stell». KreisamiS-Frauendienst Untergausührerin leiteri» Baden Vadijches Staatstheater Heute Dienstag, 9. April. i! 23. Th.-Gem. 1401-1500. Der Bund der Jugend Lustspiel von Ibsen. Regie: Daumvach. Mitwirkende: Ervig, Gebelein, Center, Ftiber, Peiersen, Baumbach, Dahlen, Ernst, (9cmmccfe, Höcker, Kienfcherf, Kloeble, Kreuter. Mehner, Müller. An sang 20 Uhr. Ende 23 Uhr. Preise Ii (0.6(1-3.90 RM.) Mitlw., 10. April: Der Freischütz. „Uli Privatsekretärin heiratet" Kammer-Lichtspiele Ä [den neuen Großerfolg mit:j IYIAGDA SCHNEIDER Aibacti Retty, Llngen Moser, RomanowsKy I Wir raten Ihnen: Bestellen I I Sie Karten unter Nr. 2502 ( PALI I TSglich 4.00 6.15 8.30 Uhr I Dolly Haas Albrecht Schönhals Ida Wüst h.». in dem entzückenden LustspielscWager Warum lügt Fräulein Käthe? Anfangszeltei 4.00 6.15 8.30 Uhr Unterricht Jeune allemand commercant desi- dere conversation frangaise. Angeb. unt. B889 an die Bad. Pr. * Zwangsversteigerungen Badisches ßtaatötheater Morgen Mittwoch, 10. April. A 23 ,Mittwoch- Miete), S. r, i2. Th. Gemeinde 1001—1100. 3et ZrelNiii! Romantische Oper von Weber. Dirigent: Ncttstraeter. Negie: Himmighofen. Mitwirkende: Anschütz, Blank, Feld, Moerschel, ^azler, Etterer, I. Grötzinger, Kiefer, Nillius, Prüter, Schoepslin, Strack. Anfang 19.30 Uhr. Ende 22.15 Uhr. Preise C (0.80— 4 50 m). Donn., 11. April! Zum ersten Mal: Seiner Gnaden Testament. Zwangsversteigerung Mittwoch, den '"Id. April 1935, nachm. 2 Uhr, werde ich in Karlsruhe, im Psandlokal, Herren-- ftrafec 4r>n, gegen bare Zahlung im Lollstreckungswege ösfentl. versteigern: I Bücherschrank, 2 Büfetts, 1 Kredenz, 2 Schränke, 1. Tisch. 4 Stühle. 2 Betten. 1 Rauchtisch. 1 Nähmaschine. 2 Teppiche. 1 Schreibtisch, eine Schreibmaschine, 2 Warenschränke, ein Ladentisch, 1 Bade- Einrichtung, versch. Photoartikel. £139) Karlsruhe, den 9. April 1935. Noe, Obergerichtsvollzieh. Zwangsversteigerung Mittwoch, den IG. April 1935, nachm. 2 Uhr, werde ich in Karlsruhe, im Pfandlokal, Herren- st?aße 45a, gegen bare Zahlung im Pollstrecku'ngswega öffentl. versteigern: 1 Büfett, 1 Schreib- Maschine. 1 Sofa, 1 Teppich, 1 Aus- ziehtisch. 1 Schreib- tisch, I Bücherschrank, 1 Radioapparat. Karlsruhe, den G. April 1935. (140) Freiseis, nierichtsvcillzieher^ Zwangsversteigerung Mittwoch, den 10. April 1935, nachm. 2 Uhr, werde ich in Karlsruhe, im Pfandlokal. Herren- straße 45a. gegen bare Zahlung im Vollstreckung swege öffentl. versteigern: 1 Büfett, 1 Bücherschrank, 2 Schreibtische. 1 Warenschrank, 1 Wolf, 1 Blitz it. a. m. serner bestimmt: 2 Oelgemälde, versch. Herrenanzüge und Mäntel, Silberbe- steck it. a. m. Karlsruhe, den 8. April 1935. (141) Buh. Gerichtsvollzieher. Amtliche Anzeigen Die Hauptgeschäftsstelle der Badischen Presse Karl- Friedrichstrasse 6, Ecke Zirkel, wenige Schritte vom Adolf- Hitler- Platz, ist v. morgens '/ 2 8 Uhr bis abends 7 Uhr ununterbrochen geöffnet. Anzeigen und Bezugsbeltellungen werden auch telefonisch entgegengenommen. Rufnummern 4050 4051 4052 4053 GLORIA Metzgerei-Eröffnung! Der verehrlichen Einwohnerschaft zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich Kaiserstraße 64 neben meiner Wirtschaft „Zur Stadt Pf orzhel m" eine Metzgerei eröffne. Auch hier wird es mein Bestreben sein, meine Kundschaft aufs beste und billigste mit ff. Fleisch- und wurstwaren zu bedienen. — Um geneigten Zuspruch bitten Hugo Merkleu. Frau, z. Stadt Pforzheim. Froebei'scher Kindergarten © Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen Karlsruhe Nelkenstraße 13 #«■ Zum 25 jährigen Bestehen findet in den Räumen V "3 der Anstalt eine Ausstellung oer von den Kindern witb Schülerinnen gefertigten Arbeiten statt. Die Ausstellung ist geöffnet bis Donnerstag, jeweils 9—7 Uhr. (142) Zu dem am 2. Mai beginnenden neuen Kurs können noch junge Mädchen mit g»rten Schulzeugnissen, gutem Ruf nno Liebe zur Arbeit an den Kindern angemeldet werden. Frau Luise Hoffmanu B. Großer, gut erhalt. 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Zur Teilnahme an der Generalversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind gemäß S 30 des Ge- feitschaftsvertrages nur die Aktionäre berechtigt, die ihre Aktie» spätestens bis zum 23. April 1935 einschließlich bei einer der unten bezeichneten Anmeldestellen oder bei einem Notar hinterlegt haben. Im Kalle der Sin- terlegung bei einem Notar ist die von diesem hierüber auszustellende Bescheinigung bis spätestens aui 24. April 1935 bei einer unserer unten bezeichneten Gesell schaftskassen einzureichen. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung. Geschäfts- bericht des Vorstandes und der Prüfungsbericht des Aufsichtsrates liegen vom 8. April 1935 ab in unserem Vellvaltungsgebäude. Frankfurt IMain), Grüneburg- plav. zur Ejusicht aus. Anmeldestellen find: Die GefeUfchaftskafseii: bei innerer Zentral - Kinanzverwaltung. Berlin NW. 7, Unter den Linden 78, bei unserer Bankabteilung, Frankfurt lMaini. Grünebnrgvlab, sowie bei unseren Werken: Berlin SO. 3K, Frankfurt IMaiui-Höchfl. Lever- kufeu bei Kölu, Ludwigshafeu a. Rh.. Uerdiiigeu a. ?!icderrheiu. dir Firma Kalle 8- Eo.. Aktiengesellschaft. Wiesbaden- Biebrich. ferner nachstehende Banken und deren deutsche Zweigniederlassungen: Deutsche Ä^ank- und Disconto-Gesellschast, Berlin, Berliner Sandels-Gesellschast, Berlin. Commerz- und Privat-Bank ÄktiengescUschast. Berlin. Deutsche Läuderbank Akticngcscllschast. Berlin. Dresdner Slank. Berlin. Reichs-»rcdit-l^cscllschaft Aktiengefelischast. Berlin. S. Bleichröder. Berlin. Delbrück Schickler Eo.. Berlin. I. Drevfus & Co.. Berlin. •Hardt) 8- Co. G.m.b.H.. Berlin. Metallgefellschast Aktiengesellschaft. Frantsurt Äi., (Gebrüder Bethmann, ,>ranksnrt IMain). I. Dreuins & Co., Frankfurt lMaiul, Georg Hanck & Sohn. Frankfurt lMain), M. M. Ä'nrbürg Co.. Hamburg. A. Levy. Köln a. Rh.. Sal. Oppenheim jr. & Cie., Köln a. Rh., I. H. Stein. Köln a. Rh.. Bayerische Hnvotheken- u. Wechfel-Bank. München Bayerische Vereinsbank. München H. Aufkäufer, München. Merck, Finck & Co.. München, nur für Leipzig: Allgemeine Deutsche Credit-Anftalt. Leipzig, endlich die Essektengirobanken eines deutschen Wert- pavierbörsenvlatzes sür die Mitglieder des Eiseklen- giroverkehrS. . Der Änfsichtsrat hat gemäß K 31 Absaß 3 der Satzung die EinberufuugSfrift auf zwei Wochen herab- gefetzt. Frankfurt IMain), den Ii. April 1935. Der Aufftchtsrat: Dr. W. v o m R a t h , stellvertretender Vorsitzender. Obersekundareise Melh. !Hiistin 10 Mapp. Uebungs- hefte, f. uenw., äuß. bitl. z. vkf. Ang. u. CS090S» a. Bd. Pr. Belegenneit! Radio einige zurückgeholte Anlagen in bestem Justd.. v. 35 M an 1 Seibt-Enropa- Empsänger, Neupreis von 235.—M, nur 155.— M. Teilzahlung Reparaturen sofort und billigst. Röhr. prüf, gratis. Radio- Piasecki 17 Schüvenstr. 17 Teleson 5592. Schreibmaschinen gebr., ab 20 M zu verkauf. Augeb. n. S240 an Bd. Pr. Rot. Bcrvielsälti- gungs-Apparat zu verkaufen. Angeb. unt. Q885 an die Bad. Preffe. 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