w »arl»rub« frei tu» Hau» geliefert monatlich Z.40Mt^ eliidrlich 7.2» Mk. luSgabestellen abaei monatlich 2-3>> Mr. de»Ausgabestellen absebolt Auswärts am lt mona alter 2,m> Me vierteljädrl S.go Mk.. ourch den Brtelträaer frei ins SauS gebracht monatlich gb M., vierteltSbrl.7.9I>M. Karlsruher Taablatt ^«zeiaea: die Saesv. Nonvarelllezeili oder oercn Raum 50 Pfg> auswärts 5SPfg.. !lteklamc> zcile 2 Mk.. au erster Stell, 2.M Mk. Rabatt nach Tarif. Anzeigen-Annahme bis 12 Uhr mittags. kleinereAnzeiaen spätestens bis 4 Uk>r nachmittags. «eslzii Vadische Morgenzeitung Mit der Wochenschrist „Die Pyramide" r. Ä«. t-rlaq Nr. 2»7. S«vriftleitunaRr.2U Badische Morgenpost Tbesredatteur: Gustav Reove«t: verantwortlich kür Politik: Martin Hol»tn«er: «lir Baden. Lokales und Volkswirtschaft: Heinrich Gerda rdt: siir Feuilleton: Tarl Hesfemer: für Inserate Paul K u l, m a » i».. Druck und Verlan: . Friedenau, krcacitrake M/KS. Televb^Amt Ubland 2SN2. »lir uuvcrlanate Mannskriote oder Drucksachen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Rücksendung erfolgt, wenn Porto beiaesüat ist. 117. Jahrg. Nr. 1. Donnerstag, den 1. Januar 19ÄV Erstes Blatt. Unseren geehrten Lesern, Inserenten, Freunden u. Mitarbeitern entbieten wir zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Verlag und Redaktion des Karlsruher Tagblatt Zm neuen Zahre. Bon Dr. Ludwig Haas. Hinter uns liegt das Jahr, baS heute schon als eines der furchtbarsten für Deutschland, später, vielleicht schon bald, als nicht minder furchtbar für ganz Europa, wenn nicht für die Menschheit, erkannt wird. Wir haben im Jahre 1918 den Krieg verloren,' im Jahre ISIS hat Europa in Versailles den Frieden verloren. Der ourch den Krieg schwer erschütterte Erdteil wurde politisch, wirtschaftlich und moralisch durch die Bestimmungen des Friedensvertrages tödlich verletzt. Es ist, als ob die Menschheit, die sich selbst im vierjährigen Kriege noch nicht vom Irrsinn jeder Gewaltpolitik überzeugen ließ, nun erst noch durch den Frieden über die Folgen der Gewaltpolitik belehrt werden soll. Ob wir oder ob die anderen siegten, Europa war nur zu retten durch einen ehrlichen Frieden der Völkerverständigung. Mit imperiali - stischen Mitteln waren die Wunden dieses Krieges nicht zu Seilen. Nach dem Waffenstillstand konnte sich die Menschheit die Hand reichen. Die Lehren des Hasses, der Rache, der Gewalt, des politischen und kapitalistischen Machthungers waren stärker, als die viahre Vernunft. * . * DaS ist der furchtbare Verlust dieses Jahres, baß nocheinmal der Imperialismus gesiegt hat, daß kaum irgendwo die Stimme der Menschlichkeit gehört wird. Noch herrscht die Brutalität, die schon vor dem Kriege das verbrecherische Wort von der „Humanitätsduselei" geprägt hatte. Das bleibt die Schande dieses Jahres, daß man gegen ein wehrloses Volk die Hungerblockade fortsetzte, daß man einem wehrlosen Volk bis heute seine Gefangenen nicht zurückgab? das bleibt die Unvernunft dieses JahreS, daß man in einem nckh allen Regeln der verfehmten Geheimdiplomatie ausgeklügelten Vertrage nach Zentraleuropa wirtschaftlich den Todeskeim legte und damit ganz Europa dem Verderben aussetzte. Das wird das Urteil über das Jahr ISIS dereinst sein: Man hat die Welt noch ungerechter und »och gefährlicher verteilt, als sie ehedSm verteilt war. Statt alte Gefahren zu beseitigen, hat man neue geschaffen. In Deutschland aber werden noch späte Genetationen sagen: daswardasJahr, indem ?er Versailler Frieden untersch rieben wurde: Itt, klage leinen an, der sich für die Unterschrift einsetzte: ich weiß, wie furchtbar schwer die Frage war: ich weiß, daß die Männer, die ?ie Verantwortung übernahmen, in schweren inneren Kämpfen zu dem Entschluß kamen: >,Es geht nicht anders." Aber die Millionen bei Uns, die zermürbt und zerbrochen, nicht mehr 5en Willen zur stärkeren Politik hatten, werden Ait den Millionen, die bei unseren Feinden die Politik der Gewalt und der Rache sonderte»., !n schwerer Prüfung erkennen, baß der Glaube an die Gewalt für Sieger und Besiegte ein Unglück war. ... Wenn nicht der Versailler Frieden unsere Zn- sünft allzu schwarz und unheilvoll erscheinen "eße, könnten wir freudiger von dem sprechen, ^as gut war in dem Jahr: Im Zustand der Anarchie begann °as Jahr,' die Ordnung ist geschaffen. Vielleicht ist der Staat gerettet. ^Di e Verfassung im Reiche nnd die Verfassung in Baden hat gesetzliche Zu- itcinde an die Stelle revolutionärer Unsicherheit ksetzt. , Die Einheit des Reichs ist verfassungsmäßig verbürgt und verstärkt. Arbeitswille und Arbeitsfreudtg- ^eit kehren zurück. , Mit einer umfangreichen Stenerge- , bsebung ist der Anfang zur finanziellen Rettung des Reichs gemacht. Den letzten Satz bestreiten Tausende und werden nach Temperament verschieden — mit Spott die einen, in Wut die> andern —erklären: Umgekehrt! Mit einer umfangreichen Steuergesetzgebung ist der Anfang zum finanziellen Ruin des Reichs gemacht. Kurzsichtig ist dieses Denken. Der Staats- bankerott, der ohne ungeheure Steuern unvermeidlich wäre, ist die Anarchie. Wenn wir sie vermeiden wollen, muß ein Finanzproblem von ungeheurer Schwere gelöst werden. Daß eine ungeheure Steuerlast dann aber unausbleiblich ist, begreift ein Kind. Daß eine solche Steuerlast, wie immer man sie in den Einzelheiten ausgestaltet, die Volkswirtschaft schädigt, braucht nicht erst die Kritik nachzuweisen. Mit dem bis zum Ueberdruß zitierten Satze, daß man die Henne, die die goldenen Eier legt, nicht schlachten. soll, bekommt man immer noch kein Geld in die Staatskasse. Die Henne wird dnrch diese Steuern nicht geschlachtet werden? aber sicher wäre sie tot, wenn wir es zum Staatsbankerott kommen lassen. Wer an den Steuern Kritik übt, hat die Pflicht ziffernmäßig darzulegen, wie in anderer Weise die notwendigen Milliarden aufzubringen sind. Nicht die Steuern schaffen unsere Not? unsere Not ist da? der allzu lange Krieg hat uns arm gemacht. Jeder einzelne wird sich damit abfinden müssen, daß wir ein blutarmes Volk geworden sind. * 5 * Dem Bürgertunt, in dem noch nie so viel über die Negierung geschimpft wurde, als in der Sie Einwirkung der Vereinigten Staaten ans die Ratifikation. L>. Von unserer Berliner Redaktion wird uns aedrabtet: Sowohl die direkten Meldungen aus Paris, wie auch Berichte hervorragender Organe der ausländischen Presse, zUm Beispiel des „Cor- riere della Sera", lassen erkennen, daß die endgültige Ratifizierung des Friedens unmittelbar bevorsteht. Bei den Verhandlungen des Herrn v. Leisner mit Herrn Dutasta haben die Alliierten sich mit der Lieferung von 192 000 Ton- nen Schifssmaterial plus 60 000 Tonnen Neubauten begnügen zu wollen erklärt. Wenn sie trotzdem formell auf der Unterzeichnung des Protokolls, das die Forderung von 400 000 Tonnen enthält, bestehen, so werden sie eben gleichzeitig schriftlich ihr Einverständnis mit jener tatsächlichen Reduzierung aussprechen müssen. Die Alliierten-Kommission zur Nachprüfung der Angaben der deutschen Sachverständigen über das vorhandene Hafenmatertal wird zwar versuchen, noch mehr herauszuschlagen, es ist aber, nach den letzten Meldungen zu erwarten, baß sie nicht in unversöhnlichem Geiste herkommt, wenn sie auch bei der Auswahl des Matertals wohl die Interessen vor allem der englischen Hintermänner vertreten wird. Wichtig ist, daß gleichzeitig ein günstiger Beginn der Besprechungen des Herrn v. Simson in Paris über die Fragen, welche die abzutretenden Gebiete betreffen, festzustellen ist. In einigen französischen Blättern wird dabei zum ersten Male die Meinung ausgesprochen, man dürfe Deutschland nicht durch unnötige Demütigungen und Blutentziehung zur Verzweiflung und zur Apathie treiben. Eine Stimmungsänderung, die auch der Pariser Korrespondent des „Corriere della Sera" noch weit optimistischer wiedergibt. In Wirklichkeit dürfte allerdings die Notwendigkeit, das unvermeidliche wirtschaftliche Zukunftsverhältnis zu Deutschland nicht durch politische Quälereien zu verschärfen, in führenden französischen Kreisen doch allmählich eingesehen werden. Auch hat man an einer ernsthaften Bedrohung Deutschlands durch einen Bolschewismus der Verzweiflung natürlich kein Interesse mehr. Vor allem aber hat der politische Umschwung in Amerika, das nun doch ebenfalls den Versailler Vertrag, wenn auch mit einigen Vorbehalten, ratifizieren will, die Franzosen von einer Sorge befreit. Man fühlt sich in Paris jetzt weltpolitisch wieder mehr, sicher, was auf die Haltung Dent^land gegenüber zurückwirkt, in dem man eben immer noch den unheimlichen, weil unberechenbaren Zukunftsgegner der eigenen Sicherheit, das beißt in Wirklichkeit des eigenen überspannten Imperialismus, fürchtet. Ehe diese nationalistische Hysterie nicht wesentlich gemildert ist, wird an eine wirkliche Verständigung leider auch nicht zu denken sein. Der „Temps" erklärt, das Inkrafttreten des Friedens, das ja nun bevorstehe, würde nicht alle Friedensprobleme mit einem Schlag lösen. Vot allem beschäftigt sich das Blatt mit der künftigen Stellung Amerikas zu den übrigen Alliierten und meint, das Interesse der französisch-englischen Freundschaft ye'rlange, daß man nichts ohne Amerika tue. Der englische, der französische und der italienische Ministerpräsident müßten sich an Amerika wenden und ihm sagen: Beeilt euch, zu ratifizieren, denn wir brauchen euch! 5 Der englisch-französische Tonnageappelit. (Eigener Drabtbericht.) b. Rotterdam. 31. Dez. Nach Berichten ans London möchten ietzt die englischen Reeder» kreise aerne aus die Bestimmnnaen des Versailler , Vertrages, wonach Deutschland iäbrlich 250 000 Tonnen Schiffsraum für die Entente bauen soll, vernichten, da sie den deutschen Schiffswerften auf diese Weise zu einer neuen Blüte verhelfen würden. Außerdem wollen sie auch ibre neuen Schiffsbauvl äne den deutschen Werften nicht zur Einsicht überlassen. Daneaen möchte die französisch? Reaieruna durch die deutschen Schiffsbauten ihre zusammengeschmolzene iöandclstonnaae wieder aufbauen. In den französischen Kolonialkreisen wünscht man besonders, daß die Verbindungen zwischen Frankreich und den Kolonien von dem ena- lischen Schiffstrust freigemacht werden. Hamburg, 81. Dez. (Erzener Drahtbericht. Wolff.) Die interalliierte Kommission zur Zlb- schätzung des Hamburger Hafenmaterials ist mittags mittels Torpedoboot eingetroffen. Der Völkerbund. (Eigener Drahtbericht.) b. Berlin. 31. Dez. Aus Baris wird aemeldet: Der Oberste Rat bat das Zusammentreten der ersten Völkerbundsversammluna beschlossen. Der amerikanische Botschafter wurde beauktraat. Wilson zu bitten, die Einladunaen dazu zu versenden. Der Senator Kina bat nach einer Beratuna mit anderen Senatoren erklärt, daß »man sich über 14 Vorbehalte zu dem Friedensvertrag von Versailles ae- einiat babe und daß es möalich sein wcrde. auf dieser Grundlage die Ratifikation durchzufübren. 5 PariS, 31. Dez. (Eigener Drahtberickit. HavaS.) Gemäß de», dural Claveille im Namen der Regie- vunH gestellten Begehren beschloß die Kammer, uu» verzüglich die Beratung einer Vorlag? zur Gewäh» vurig eines Kredits von einer Million an das Ministerium des Aeußeven zum Zwecke des Ankaufes eines Gebäudes in Berlin zur Unterbrin- MlN« des Vollzugsdienstes des Versailler Vertrages. Der Berichterstatter begründete die Vorlage u>nid führte miS. daß es schwierig sei, ein passendes Gebäude zu mieten, während das in- Frage stehende Gebäude zu günstigen Bedingungen gekauft werden könne. Die Kammer stimmte der Vorlage ohne Debatte einstimmig zu. Lächerliche Erfindungen der pariser presse. (Eigener Drahtbericht.) Berlin, 31. De». (WoW.) Die Pariser Presse hat gestern eine Nachricht l0l>itten, sowie einigen Generälen besucht worden. Gleichzeitig verbreitet „Petit Icurnal" aus Genf die Kunde, di: Züricher Polizei habe ganze Ballen revolutionärer Flugschriften beschlagnahmt, die aus Deutschland kämen. Auch solle nach auigefundenen Briefen Lenin im Eirwevständnis mit der deutschen Negierung eine neue Revolution in Europa zu entjachen suchen. Die Bewegung soll in der Schweiz beginnen und von dort nach Frankreich und Italien ausgedehnt werden. Man braucht nicht erst darauf hinzuweisen, wie trübe die Quellen dieser Nachrichten sind und welche Widersprüche sie enthalten. Das geniert die Verbreiter dieser Nachrichten nicht, die bekanntlich nur den Hauptzweck verfolgen, Beunruhigung hervorzurufen. Man kann oft genug in der französischen Presse die Redensart lesen: „Das Lächerliche tötet". Aber dieselbe Presse scheint dizses Wort niemals auf sich anzuwenden. Berlin, 31. Dez. (Eia. Dräbtbericht.) (Wolff.) Der „Matin" läßt sich nnter dem 23. Dezember von seinem Berliner Korrefvondenten mitteilen, daß in dem Berliner Blatt „Neue Vresse" eine Aeußeruna des früheren Reichsministers Gotbein zur A u s- lieferunasfraae erschienen sei. Der Minister soll aeäußert baben. daß. falls das Auslieferunas- verlanaen der Entente erfüllt werde, die beiden bürgerlichen Parteien, also Demokraten und Zentrum, aus der Reaieruna austreten werden. Eine solche Aeußeruna bat Minister Gotbein nicht aetan. Ein Blatt „Neue Vresse" aibt es in Berlin überhanvt nicht. In der in Wien erscheinenden „Neuen Freien Vresse" bat Minister Gotbein sich allerdinas zu der Auslicferunasfraae geäußert, aber erst am 23. Dezember. aber keinesweas in der oben gekennzeichneten Weise. Wieder ein französischer Gewaltakt. (Eigener Drahtbericht) Wiesbaden. 31. Dez. (Wolff.) Der Westdeutsche Zeitunasdienst meldet: Die französische Militär- bebörde bat den Gcwerbeschnllebrer Hoelzel ver- baftet. weil er die Oberschlesier aufaesor- dert bat. in ibrer S^iinat an der Abstimmung teilzunehmen, ^öci verschiedenen Oberschle- siern wurden Hausfuchunaen voracnommen. Hauvt- sächlich wurde nach den Mitgliederlisten des Vereins der Oberschlesier gesucht. Einiae Schriftstücke wurden beschlaanabmt. Sie heutige Aummer unseres Blattes umsaht 12 Seilen. zweiten Hälfte deS Jahres 1919, wiederhole ich den Satz: «Im Zustand der Anarchie begann das Jahr,- die Ordnung ist geschaffen. Vielleicht ist der Staat gerettet." Wie schnell vergessen doch die Menschen ihre Sorgen und Gefahren. Dieser Reichs-- regierung verdanken wir es, daß Deutschland nicht dem Bolschewismus und der Anarchie verfallen ist. Das allein war eine große Leistung. Aber die Gefahren sind noch nicht überwunden? das Frühjahr und der Frühsommer können neue Gefahren bringen. Es ist nicht klug, mit törichten Schimpfereien und ungerechtfertigtem Spott die Autorität der Regierung »u graben. * » * > Der Aerger über die Steuern, die Unsicherheit unserer wirtschaftlichen Lage, die steigenden Lohnforderungen, die tausend wirtschaftlichen Nöte verstärken den Zug nach Rechts. Das ist auch eine der schmerzlichen Erfahrungen des Jahres 1919, schmerzlich nicht als parteipolitische Betrachtung, aber ein schmerzlicher Beweis für die politische Knrzsichtigkeit weiter Kreise. Vor dem Kriege war es besser,' jetzt ist es schlecht? also zurück zum alten System! Aber unsere Not hat nicht die Demokratie geschaffen? dem alten System verdanken wir die falsche Politik vor dem Kriege und im Kriege. Die Not des langen Krieges kann weder die Demokratie, noch Regierung hinwegzauberu. » . * Nur die Demokratie kann uns vot dem Bürgerkrieg bewahren. Welche Regierung wollen die Männer und Frauen, die sich jetzt nach rechts wenden, eigentlich bilden? Glauben sie, daß das Jahr 1920 ein gesegnetes wird, wenn man die Sozialdemokratie in die Opposition drängt? Kann eine deutsch-nati»- nale Regierung die Ordnung garantieren? Wenn die Männer des Zentrums, der Sozial» demokratie und der Deutschen Demokratie gewissenlose Parteipolitiker wären, dann würden sie das neue Jahr damit beginnen, daß sie aus der Regierung austreten. Es ist parteipolitisch jetzt sehr angenehm, in der Opposition zu stehen. Mehr, wie je, sind heute Oppositionsreden wirkungsvoll. Aber mehr, wie je, gilt heute der Satz: Das Vaterland über der Partei! Weil diese Koalition für Reich und Volk notwendig ist, muß sie, selbst wenn sie für kurze Zeit parteipolitisch schädlich wäre, erhalten werden. Nie würde man es uns und den andern Parteien vergessen, wenn wir in der höchsten Not des Vaterlandes, aus taktischen Erwägungen den Weg der Pflicht verlassen würden. Es werden im Ausland Stimmen laut, die das Unrecht und die Unmöglichkeit des Versailler Friedens bekennen? da und dort, in Europa und Amerika, wird vorsichtig davon gesprochen, daß Deutschlands Untergang nicht nur Deutschlands Untergang ist. Es gibt für das Jahr 1920 und für die späteren Jahre nur eine auswärtige Politik, diese Strömungen zu stärken und auf einen wahren und ehrlichen Völkerbund unsere Arbeit einzurichten. Auch dazu brauchen wir ein zuverlässig demokratisches Deutschland. Wohlmeinende Politiker im neutralen und feindlichen Ausland berichten uns, wie sehr die reaktionären Demonstrationen der letzten Hälfte des Jahres 1919 den Glauben an die deutsche Demokratie erschüttert baben, wie sehr sie die imperialistische Presse im feindlichen Ausland gegen uns ausnützt. Wir erwidern ihnen, daß die Gewaltpolitik von Versailles und nach Versailles die deutsche Reaktion stärkt und die Demokratie schwächt. Das ändert nichts an der Tatsache, daß es eine Sünde am deutschen Volke ist, wenn man den feindlichen Gewaltpolitikern die Waffen liefert. Wenn es überhaupt die Möglichkeit einer außenpolitisch erträglichen deutschen Zukunft gibt, nur ein demokratisches Deutschland kann sie sich schaffen. Zu ernst ist die Zeit für leere Demonstrationen. Ü- H ch Voll Sorgen treten wir in das neue Jahr. Gut wird es nicht. Gute Jahre erleben wir Aelteren wohl überhaupt nicht mehr, vielleicht aber, wenn die Welt erst einmal den Schaden der Gewaltpolitik begriffen hat, den Anfang langsamer Gesundung. Aber wir verzweifeln nicht. Die deutscheKrast, was immer auch die Zukunft an Erschütterungen uud Schwierigkeiten bringen mag, besteht und setzt sich durch. Auch harte innere Kämpfe bringt uns dnS neue Jahr. Vergeffen wir nicht, felbst nicht im schwersten Streit, daß wir Genossen gemeinsamen Unglückes sind, und daß das V a terland die Arbeit nnddieLiebe aller seiner Bürger braucht. l «r. 1. Seit«» Karlsruher Tagblatt, DonnerStag, den 1. Januar 1S2V vrste« Matt » Uebergiinge. Von Neichsminister Schiffer, M. ö. N. Vom alle» zum neuen Jahr — vom alten zum neuen Reich — von altem zu neuem Necht — von alter zu neuer Wirtschaft — vom Alten zum Neuen überall in Kunst und Wissenschaft, Anschauungen und Formen, Glauben und Sitte — wir befinden nns nun einmal im Zeitalter und im Zeitpunkt der Uebergänge. Nur daß diese Uebergänge insgemein sich nicht.so leicht und glatt vollziehen, wie beim Jahreswechsel, wo am Sivesterabend um Mitternacht die Uhr aushebt und mit zwölf Schlägen uns schnell nnd schmerzlos in das neue Jahr hinüberträgt. Die Uebergangsznstände, in denen das deutsche Volk auf allen Gebieten seines Seins lebt, sind unsagbar schwer. Schon daß sie tiberall gleichzeitig vorhanden sind und nach Entwicklung und Lösung drängen, häuft die Arbeit an ihnen zu unerhörtem Umfange und kompliziert sie überaus. Aber was »och weit mehr ins Gewicht fällt — die Klnst zwischen alter und neuer Zeit, die überwunden werden mutz, ist ein Abgrund, über den keine Brücke führt. Es ist derselbe Abgrund, in den unser Volk in grausig jähem Falle auf der einen Seite hinabgestürzt ist, und deu es nun auf der andere» Seite, zerschlagen, zerschunden, blutend, betäubt wie es ist, emporklimmen muß. Bei jedem mühsamen Schritt droht ihm der abermalige Stttr, in die Tiefe, muß es befürchten zu gleiten und zu straucheln, muß es auch noch darauf gefaßt sein, von seinen unbarmherzigen und unversöhnlichen Feinden zurückgestoßen zu werden ins Leere. Das war der Leidensweg des Jahres Igt». DaS wird die Wanderung des Jahres 19S9 sein. Und doch dürfen wir uns sagen und müssen es bekennen: wir sind trotz allem ein Stück vorwärts gekommen und aufwärts gestiegen. Sine gewaltige Leistung des deutschen VolkeS! Wenn einen einzelnen ein Schicksal vo» ähnlicher Furchtbarkeit und Plötzlichkeit trifft, wie e» über unser Boll gekommen ist, so wird er verm»tlich entweder sich da» Leben nehmen oder den Verstand verlieren oder zum Verbrecher werden. Gewiß ist auch unser Volk auS dem Gleichgewicht, außer Rand und Band geraten, hat selbstmörderische Anwandlungen gehabt, sich sinnlosem Treiben hingegeben nnd verbrecherischer Handlungen nicht enthalten. Aber schließlich ist eS doch feiner äußeren und inneren Zerrüttung Herr geworden, zum mindesten im Begrifs, sie mehr nnd mehr zurückzudrängen und zn überwinden. Die Geschichte wird diese Entwicklung bewundernswert, die Zeitspanne, deren sie bedurfte, erstaunlich kurz nennen,- und die Gegenwart sollte für sie nicht blind sein und ihr die verdiente Anerkennung zu Teil werden lasten. Unser Nationalgefühl, »niser nationales Selbstbewußtsein, unser deutscher Stolz könnte sich daran aufrichten. Was hier vollbracht ist and sich weiterhin vollzieht, tann sich in der Welt sehen lassen, urS aber tu all unserer Verzweiflung mit neuer Hoffnung, neuem Mut und nenem Vertrauen zu dem unerschöpslichen inneren Reichtum unseres armen Volkes erfüllen. Hier brauchten auch jene nicht abseits zu stehen, die im übrigen ihre sittliche und politische Anfgabe darin erblicken zu sollen glauben, der Regierung dieser Zeit jede Anerkennnng vorzuenthalten, jede Aufmunterung zu versagen, wobei dahingestellt bleiben mag, ob nicht eine spätere Zeit vielleicht auch die Nachkriegsregierung gerechter und günstiger beurteilen nnd insbesondere finden wird, daß sie den Vergleich mit der Vor- kriegsregiernng bei Würdigung aller Umstände, bei Einschätzung aller Schwierigkeiten und bei Abwägung alles Erreichten nicht zu scheuen braucht. Sind wir nicht aber überhaupt merkwürdig blind gegen das, was uns in unserem Leid noch zum Trost und zur Nufrlchttmg dienen könnte? Sind wir nicht von geradezu unfaßbarer Gleichgültigkeit gegenüber unseren eigenen im Kriege geschehenen Taten und Leistungen? Selbst unsere Feinde wissen es besser und lassen in ihrer Politik sich uns gegenüber zum guten Teil von der Furcht vor der von nns bewiesenen Stärke leiten, „die sie an sich selbst erfahren haben und nicht mehr vergessen können. Daß dem gefesselten Simson doch noch einmal die Locken seiner Kraft wachsen könnten, ist die Sorge, die sie nicht verläfit. der Alp, der sie > drückt. Wir aber in der Gesamtheit erinnern nns unserer Toten nnd ihren Taten nich^ mehr so, wie wir es könnten und müßten. Unsere Heldenlieder sind verklungen: und statt den Kamps gegen die ganze Welt trotz der Niederlage, mit der er geendet, als das zu betrachten, was er war, den Beweis einer jede Vorstellung übertreffenden Betätigung von Volkskraft, Mut, Zähigkeit, von Ausdauer nnd Opferwilligkeit: statt sich die unzähligen Heldes- und Ruhmestaten ins Gedächtnis zu rnfen. die vollbracht worden sind und nns das Necht geben, den Kopf hoch zu tragen und die Herzen höher schlagen zu lassen, tnn wir, alS ob das alle? gar nicht da wäre, und versenken uns mit verbissener Nusschließlichkeit in den unsäglich tristen Streit um die Schuld Diesen Streit aus der Welt zu schaffen, wird in absehbarer Zeit nicht möglich sein. Er wird ausgetragen oder so weit geführt werden müssen, al« noch eine Möglichkeit der Austragung besteht. Damit haben wir unS abzufinden. Aber wenu es nicht angeht, diesen unser Volk zersetzenden und zermürbenden Streit auszuschalten, so möge man versuchen, Gegengewichte zn schaffen, um seine zersetzende und zermürbende Wirkung einigermaßen auszugleichen und nicht Hur Alleinherrschaft gelangen zu lassen. Muß Trennendes nun -einmal sein, so muß Einigendes erst recht hervorgesucht, hervorgehoben, gepflegt werden. Was ist Nationalgefühl? Das mit Bewußtsein emp? sundeue. mit Stolz gehegte. Gefühl, zu einer nationalen Einheit, einer Volksgemeinschaft zu gehöre«. Wer auf dieses Nationalgesühl den Wert legt, der ihm zukommt, wer zudem etwa des Glaubens ist, daß er gci"4 besonders als Träger des Nationalgefühls zu gelten habe und den Beruf in sich fühlt, es zn verbreiten und zu vertiefen und zur Grundlage unseres Volkstums w Gegenwart und Zukunft zu machen — der darf nirgends das Trennende voran stellen,- muß überall, auch gerade beim politischen Gegner, das Gemeinsame herausschälen und ins hellste Licht stellen. Finden wir unS zusammen in der Erinnerung an das, was unstreitig ist, dann wird der Streit und das andere weniget vernichtend wirken. Dann wird auch leichter der Boden für die gemeinsame praktische Arbeit sich herstellen lassen, nach der so oft und laut getade jetzt gerufen wird. Auch diese gemeinsame praktische Arbeit wäre nichts anderes als die Beschaff,mg von GemeinfchaftS- betätignngen außerhalb des Streites, von Einheitswerten gegenüber den Streitwerten. Wenn die breite Masse unseres Volkes immer wieder d-utltch zu erkennen gibt, daß sie der Parteizerrissenheit überdrüssig ist nnd nach stärkerer Zusammenfassung der Volkskräfte verlangt, verrät sie ein gesundes Empfinden nicht bloß für das praktisch Nützliche, sondern auch für das national Notwendige. Daß wir im Uebergang zu Zjeuerem sind, wissen alle: keiner denkt daran, schlechtweg »um Alten zurückkehren zu wollen. Nur um Richtung und Ziel geht der Kampf, der ausgekämpft werden muß. Aber er kann ausgekämpft werden, auch wenn wir in Vergangenheit und Gegenwart gewisse Gebiete neutralisieren, auf denen wir uns in Empfindung und Arbeit die Hand reichen können. Verständigung in Varls. ParW. 81. Dez. (HavaS.) Die Verhandlungen, die in PariS zwischen Deutschland und den alliierten Delegierten im Gange sind, haben zu einer sehr ernsten Annäherung in bis-/ her strittigen Punkte» geführt. Der Oberste Rat hat gestern morgen die Grundlage der aufgenommenen V? r st ä n d i g u ng gebilligt. Man glaubt zu wissen, datz die Deutsche» das Protokoll vom 1. November betreffend die Nichtausführung gewisser Waffenstillstands- punkte und die Lieferung von Material als Er- satz für die bei Seapa Flow versenkten Skiffe uuter»«tch»ea werde», so wie eS jetzt »or- liegt. Anläßlich der Überreichung der Note hat der Generalsekretär der Friedenskonferenz Du- tasta dem Frhru. v. LerSner erklärt, die Alliierten seien gewillt, ihre Forderungen biS zu drei Viertel desse» zu ermäßigen, was sie schriftlich verlangt haben, ja sogar darüber hinaus. Die Deutschen verlangten, nnd die Alliierten werden diesem Begehren entsprechen, daß diefe mündlichen Besprechungen in einem Schriftstücke aufgenommen werden, das gleichzeitig mit den Ratifikationsurkunden ausgewechselt wird. Es ist anzunehmen, datz so ein völliges Einvernehmen erzielt werden wird. Paris, 81. Dez. Generalsekretär Dntasta hatte am Dienstag abend eine weitere Unterredung mit Frhrn. v. Lersner'über die Inkraftsetzung des Versailler Vertrages. Die Ueberetnstimwuug ist nun vollständig, ausgenommen etnem nebensächlichen Punkt, der die Grundlage für die Sicherung des HafenmaterialS betrifft. Falls nichts Unvorhergesehenes eintritt, wirb die Zeremonie deS Austausches der Ratifikationsurkunden am S. Januar, 4.80 Uhr nachmittag», im Ministerium des Aeutzern stattfinden. Sofort nach der Unterzeichnung des Protokolls werden die Alliierten die Lieferung des Materials entgegennehmen, das unverzüglich abzutreten die Deutschen sich bereit erklären, d. h. 192 000 Tonnen plus S0M0 Tonnen. Im übrigen wird das Material gemätz den an Ort und Stelle gemachten Feststellungen in Danzig, Hamburg und Bremen von der alliierten Expertenkommission verlangt werden. Amsterdam, 31. Dez. DaS Pressebureau Radio meldet, daß nach dem Austausch der Ratifikationen am 7. oder 8. Iaiiamr sich die diplomatischen Vertreter Frankreichs auf ihre Posten in Deutschland begeben werden. Die Abfahrt der mit der Besetzuna der deutschen Abstim>mu»?gKaek»iete beauftragten alliierten Truppen erfolgt am 12. Januar. Die Kopenhagener Verhandlungen. Kopenhagen. 29. Dez. England wird, der „Frkf. Kta." zukolae. bei dem bevorstehenden Wiederbeginn der kiesigen Verbandlimaen mit den Bolschewismen viel daran setzen. um die Verbandlunnen einem günstigen Ende in fuhren. Kalls im ae° beimen den Bolscb-'wisten die bindende Zusage ne- macht wird, daß Enaland im einer befriedigenden Löslina der Friedensfraae bereit ist. wird der bolschewistische Unterhändler, wie der Korr. des Blattes erfährt. zu einer Aenderuna seiner Taktik bereit sein und die KrieaSai'Wnaenenrraae zwar formell gesondert Kon der Friedensfraae bebandeln, iedocb die vraktiscbe Durchführung eines etwaigen Kriegs- aefanaenen-AbkommenS von de>- Erfüllung der erwähnten Iiisaal' abhängig machen hiermit wäre für die beiden Unterhändler das Prett'a' gewährt. Frankreich. Untersinkt von altrussischen Verbänden nnd sonstigen einslu^reichep bürgerlichen Kreisen Rußlands, fetzt seine Het"> fort. Für die Verbreitung der lebten antibolschewistischen Rede Elemenceaus in der neutralen Oefsentlichkeit ist überall nachdrücklich aesorat worden. !webr al? bisher sucht Frankreich nun auch in den Randstaa - ten volitischen Vorsvann: so sind ». B. in dex kürzlich gegründeten hauptsächlich mit Litauen' arbeitenden Baliischen Bank in Kopenhagen starke französisch? Einflüsse am Werke. Die russische Frage dürfte in der nächsten Aeit noch zu interessanten Verhandlungen unter den Verbündeten führen. Seine englifckzen Pässe nach Sorvjetrußland. lEigener Drahtbericht.) London. 81. Dez. lReuter.) Der Gewerkschaftskongreß ersuchte um Bässe kür einen Besuch Sowietruklands. Die Reaieruna erklärte. keine Pässe nach einem Lande auszustellen. niit dem sie keine diplomatischen Beziehunacn unterhalte. Auflösung der Armee Dsnikins? b. Berlin, 31. Dez. Meldungen aus Saratcw zufolge, lösen sich die Truppen Deni- Iins auf. Ihre Verbände haben die Waffen nieder- 'gelegt und frwd nach Hause gegangen. Spaniens Lage. lEigener Drahtbericht.) Madrid, 31^ Dez. -K für das Pfund Kucker! Der Winterweizen konnte in vielen Bezirken nicht einaesät werden. Was werden Wir tun? Als im Frühiahr 1919 die Hungersnot vor der Tür stand, verkaufte uns Nordamerika aenen autes Gold sein übriaes Weizenmebl. Im Frübiahr 192l> werden wir nickt mehr bezahlen können und die Vereinigten Staaten werden diesmal auch kein Mebl mehr für uns haben. Was dann? Neben den Hunaer wird die Geldnot treten. ,Alle Lohn-. Gehalts- und Zulaaenerböbunaen Und nichts aeaen das Klettern der Preise. Der Rattenkönig der Erzbergerschen Steuern wird die Lebens- baltuna derart verteuern, daß auch die wohlhabenden und die führenden Kreise nicht mehr mitkommen, sondern, wie ^ckou in Wien, sich mit dem „Volke solidarisch erklären. Solidarisch im .Hunaer und in der Geldnot. Und zu den beiden Sorgen,chwettern tritt noch eine dritte: die vaterländische Schande, die Auslieferung von Volksaenossen zur ^lbstrafuna durch einen rachsüchtigen Feind. Im Rbeinlaizd hagelt es bereits Verhaftungen. In ^ille und Amiens werden die Krieasaericbte verdreifacht, vin- nace. der Kommissar für die Ausl'eferunasaerichte. wetzt das Senkersmesser. Er ist von ^ondon nach Paris zurückaekeh^t und vcrkündiat den schmunzelnden Reportern, daß di-> große „Schau demnächst beginnen werde. Me . schiildiaen" Bocbes werden abgeurteilt. Das Iabr 19?" wird widerhallen von dem Sckrei der Verfolgten Werden wir i» unserer Not nnd Schande Freunde finden? Freunde, die Mitleid mit uns empfinden wie einst mit den Buren, als diese vom unersätttlicken Albion abaeschlachtet wurden? Die Soffnuna auf Mnleid in der neutralen Welt nnd vielleicht auch bei den. besonnenen Elementen unt>'r den (Aeanern. das nt ein trauriger Trott und nicht nach iedermanns Aeicbmack Aber bleibt uns an der Schwelle des Jahres 192V ein anderer Trost? Die deutsche Republik. Eine Neujahrtzwndgebung an das deutsche Volk. /Eigener Drahtbericht) Berlin, 31. Dez. Der Reichspräsi. dent hat den Reichsbanner gebeten, folgende K u nd- gebungsum Neujahrstaae zu verdeutlichen: In dem vcixmnttencn Ivhre ifft zwar das Chaos abgewehrt, die Einbeit des Reiches erhÄten und gefeitigt ivorden. Indessen mußte unter dem Druck rücksichtslosen KtrangcS ein Frieden geschlossen werden, der die Eihre um er es Volkes, seines WM>stondes, die Früchte vergangener u,nd künitiger Arbeit fremder Gnade zu überantworten droht Das heute beginnende Jahr nutz entscheiden., ab die Deutschen trotzdem als Nation. Staat und Wirtschaft sich zu behaupten Hopfen- können oder durch inneren S»der. dem sich äußerer Hak zu^sellt, in einem endgültigen ZusMN- menbruch auch dke Hoffnungen ihrer Kinder begraben müssen. Diese Schicksalsfrage vor Augen, bitte ich heute alle, die sich Deutsche nennen, in der gemeinsamen Not die Reihen zu schliefen und ein jeder an seiner Arbeitsstelle für den Wiederaufbau, des Vaterlandes das Aeutzerste zu tun. Berlin, 1. Januar ISA). Der Reichspräsident: gez. Ebert. Schsldemann. ,Eigen«r Drahtberichte Verlin, 31. Dez. Der »Vorwärts" bestätiat die Nachricht auswärtiaer Blätter, dak Sckeidemann bei der Staatsanwaltschaft in Berlin den Antrag aestellt bat. ein Verfahren oeaen ibn selbst we«n der Beschuldionna einzuleiten, er habe eine Belohnung auf den Tod Liebknechts und der Rosa Luxemburg ausaefetzt. Der StamSanwalt bat dem Anträge entsvrochen und ein Ermittelunasverfabren einaeleitet. Zwei neue Steuervorlagen. lEigener Drabtbericht.I b. Berlin. 31. Dez. DaS Reichskabinett bat zwei neuen Tteuervorlaaen zugestimmt. Die eine ent- bält die K ö r v e r s ck a f t S st e u e r. die andere die Eraänzunastteuer zur Reickseinkommen- fteuer. Die erste Vorlaae brinat die Beste,reruna aller Körperschaften, iowobl iener. deren Tätigkeit auf einen Erwerb abzielt, als auck der nickt er werbstätiaen. In die letztere Kategorie fällt auch die soaen»nnte Tote Hand. Der Steuersatz wird für die nickterwerbstätiaen mit 19 Prozent vorae- fcklaaen. kür die anderen gestaffelt zwischen 19 und 39 Prozent. Das Eraänivinass^energesetz entlx'!: auck die »bereits erwähnte Au fw a n d,s ste u e r . die den übermäßigen Aufwand treffen soll. Eine wichtige Aebergangsbeskimmung im neuen llmsatzsteuergeseh. Bei der Beratuna des Umsatzsteueraesetzes bat die Nationalversammlung dem Entwurf eine Beiti n- muna als Absatz 3 des Paraaravben kl einaefnat. ietzt im Valaaravben 46 Absatz 3 enthalten ist Zie reaelt die Steuerzabluna für Lieferungen die nach dem alten Umfatzsteueraesetz steuerfrei waren od.r einem niedriaeren Satze unterlaaen. falls die Lieferung oher die Vereinnabmuna vor dem 1. Januar 1920 liegen, während die Vereinnahmuna bzw. die Lieferuna Nack diesem Zeitpunkt stattfinden. Die Reaeluna ist dabin getroffen, dak die Steuersätze d >> neuen Gesetzes nur zur Anwendung gelangen, wenn sowobl die Liefern»« als anck die Vereinnahmuna nach dem 31. Dezembe-r d. I. stattfinden. Die Staatsoberhäupter in Deutschland Eine Uebersicht der Staatsoberhäupter m Dsirtsch- lcmd findet sich n, Kürschners Jahrbuch für 1S20. Danach ist das Swe-tSoiberhaupt in Anhalt: PräsKent de» Staatsrat« Heinrich Dei st: Boden: Staatspräsident Arrtan Geiß, StacrtS- minister: Bayern: Miirrsterpräsident Hoffmann- Braun schweig: MinistcrpräfÄerit: VolrSbo- auftrayter Dr. Heinrich Jasper; Bremen: Der Senat (Bürgermeister Deich- manin): Hamburg: Erster Bürgermeister Dr. v. Melle: Hessen: Staatspräsident Karl Ulrich, Stacris minister: Lübeck: Präsidierender Bürgermeister Dr. Ferdinand Fehling: Mecklenburg-Schwerin: Ministerpräsident Dr. Mendorfs; Mecklenburg-Stre-litz: Vorsitzender des Staatsministeriums, Staatsminifter Hans Krü Zer; Oldenburg: Ministerpräsident Tantzcn- Hee ring: Preu Ken: Die LandeSversammluna: Renk: Der Staatsrat, der aus höchstens v vom BolkSvat ernannten Mitgliedern besteht; Sachsen: Vorsitzender deS Gei amUmm steriums Dr. Gradnauer; Sachs en-Altenburg: Vorsitzender deS StxxiiSmmristerwmS^ Staatsrat Frölick; Sachsen-Meiningen: Ministerpräsident Frh. von Türke; Sachsen-Weimar: Vorsitzender der Staa'.s- renieruug Dr. Paulken: Schau mHu rH»Lip p e : Die Landesregierung: Schwarzburg-Rudolstadt: Vorsitzender des GesamltministerilumS Hartmann; Schwarzburg-SonderKhausen: DaS Ministerium; Wald eck: Landesdirektor Präsident v. Roe dern; Württemberg: Staatspräsident Staatsim' nister Blos. Bürgermeisterwahl in Nürnberg. Der Aeltestenoius-schuk des Nürnberger Stadtrates hält als geeignetsten von den 32 Bewerber» U'iü den Posten des ersten Bürgermeisters der alt'» Noris den zweiten Bürgermeister der Stadt Frank« su-rt o. Dr. Hermann Luppe, Mitglied del Nationalversammlung. Die ^ einzelnen Fraktionen des Ratba-irses stimmten diesem Vorschlag zu: di« Una-bhängi'gleu wollen erst ihre Mitglieder befragen, stellen aber keinen eigenen Kandidaten auf. Tr Luppe, der vom 19. Wahlkreis Hessen-Nassau, Wetz' sar, Walideck. in die Nationalversammlung 'Zewähli worden ist, ist Mitglied der Deutschen Demokrat^ schen Fraktion dieser Körperschalt. Die Wahl r? folgt am 18. Januar. Erneute Streikstimmung in Berlin. In den Kreisen der unabhängigen Arbeit terschaft wird zurzeit stark auf einen General' streik hingearbeitet für den Fall.,.daß die neue Lc' bznsmittelverteuerung nicht rückgängig gemocht wird Im Brauereigewerbe droht ein Konflikt auszubre> chen. Die Arbeiter verlangen für die Woche zu ihreH Lohn von ILO W. eine Teuerungszulage von SV Mk Die Arbeitgeber wollen 2v M-. bewilligen, wenn dc> Bierpreis au>f W M?. für das Hektoliter erhöht wird Die Gastwirte verhalten sich demgegenüber aüleb nend, weil sie meinen, ein solcher Preis stehe in ke nem Verhältnis zu der schlechten Beschaffenheit d! Bieres, und sie drohen, gegebenenfalls kein Bier rnsh> abzunehmen. Andererseits wallen die Brauereiarbe' ter in der nächsten W«be durch AMimmun« in dc> Betrieben entscheiden lassen, ob sie ihre Forderung durch sofortigen Streik durchsetzen tollen oder nicht sFvankf. At»>. Die Lohnbewegung unter den EisenbahnarbeilerU (Eigener Drahtbericht.) b. Berlin. 31. Dez. Der Allgemeine Eisenbahner verband, der die aemäkiate Richtung unter den Eise» bahnern vertritt, teilt mit. dak er in einer drinae» den Eingabe an den Reichsarbeitsminister diesen beten bat. bei den Lohnitreitiakeiten zwiscke' den Eisenbahn arbeitern und der Eise» babnverwaltuna die Vermittlung zu übel nehmen, um weitere Erregung unter den Eise» bahnern zu verhüten. «-H/s ^ don der sch »w, GrfteS Blatt /lus öen Parteien. Karlsruh«? Tagblatt, Donnerstag, den I. Januar 1S20 «r. I. Seite» Der Demokratische Verein Karlsruhe vevaaftaltet am Freiing im Kro-kodil eine« Fcmvi- lienabend, für den ein reichhaltiges Programm vorgesehen ist. Neben den Musikstücken durften namentlich sie Sserren aus einem altdeutschen WeihnachtS- fpu-l vielen Beifall finden; die Jugendgruppe des Vereins führt einen Engelreigen vor. Es steht sin genußreicher Abend zu erwarten. Deutschnakionale Waffen. Für die deuitschnational« Agitation ist folgender Vorgang kennzeichnend. In einer Verjammliung in .Wassel, m der Abg. von Graefe sprach, erzählte der rrühere Abgeordnete Lehrer Heins, der Abg. Gothein habe als Vorsitzender des UntersuchunizS- auSschusses ein für Hindenburg cmlätzlich seiner Vernehmung niedergelegtes Bukett mit schwarz-weiß- roter Schleife mit den Worten entferne« Krisen: „Nehmen Sie diese scheußlichen Farben weg!" Da «MKUnehmen ist, dah die DeMchnationalen auch anderwärts mit dieser.Fabel hausieren gehen, stellen wir fest, daß der Abg. Gothern diese Wort? nicht gebraucht hat. und daß der Blumenstrauß bis WM Schlipse der Vernehmung ruhiz auf seinem Platze blieb Die ganze Geschichi» hat sich Herr Heins «ms den Findern gesogen. ^Tie wirkt um> so lächerlicher, als der Schwarz.Weiß-Rot als gestimmt hat. .othein für Reichsfarben Saöisthe Politik. Die Errichtung von Stelle» für Hilfsstaat». amvälten. tEigener Bericht.) Tic stärkere Inanspruchnahme der Staatsanwaltschaften durch die strafrechtliche Verfolgung der Schleichhändler. Wucherer usw. haben die Vermeb- rüna des Personals der Staatsanwaltschaften zur dringenden Notwendigkeit gemacht. Das StaatS- ininisierium wird deshalb, wo ein Bedürfnis hierfür besteht, zur Unterstützuna der Staatsanwälte bei den Landgerichten etatmäßiae HillSstaat»- anwälte ernennen, die in Abtei Inno v de» Gehaltstarif» eingereiht werde« solle«. Die Hilk»- ftaatsanwälte werde« vom Justizministerium. dem auch ihre Versetzung zustebt. der Staatsanwaltschaft >ugeteilt. Die Hilfsstaatsanwälte. als welch« auch die zurzeit der Staatsanwaltschaft an einein Land- aericht zugeteilten etatmäßige« AmtSanwälte gelten, sind !«ur Bersebuna der staatSanwaltschaft- lieben Geschäfte beim Landgericht und Schwurgericht iowie der amtSanwaltschaftlichen Geschäfte bei allen Amts- und Schöffengerichten des LandgericktSbezirkS zuständig. Daneben bleiben die erst vor kurzem geschaffenen Stellen der Amtsanwälte, denen übrigens die Befugnisse eines Staatsanwalts nur dann zukommen, wenn sie ibnen vom Justizministerium ausdrücklich übertragen sind. Die Uebertraauna einer staatsanwaltschaftlichen Abteilung an einen Hilfsstaatsanwalt erfolgt durch das Justizministerium oder in dringenden Fällen durch den ersten Beamten der Staatsanwaltschaft. Im übrigen sollen die Hilfsstaatsanwälte im staatsanwaltschaftlichen Dienst <>ine zur Bearbeituna einzelner staatsanwaltschast- licher Strafsachen oder zur Besorgung einzelner sioatsanwaltkckaftlicker Geschäft, nach näherer Bestimmung des voraefetzten Staatsanwalts, keinesfalls aber zur Vertretung der Anklage vor dem Schwurgericht beranaezoaen werden. Gehaltskürzungen während de» Kriege» sind vielfach vorgenommen worden. An vielen Tarifverträgen sind die Arbeitgeber vervflicktet. diese früheren Gehaltskürzung«!! «l erstatten. Das bayerische Ministerium für sozial« Fürsorae hat mit der Regelung dieser Frage die Schlichtungsausschüsse beauftragt. Die dadurch geschaffenen verschiedenartigen Verhältnisse bedürfen aber einer einheitlichen Regelung Deshalb bat der Gewerkschaftsbund der Angestellten das Reichsarbeitsministerium um Erlab einer entsprechenden Verordnung ersucht. In seiner Antwort erkennt der Arbeitsminister die in den Gehaltskürzungen liegende Särte an. lehnt aber die verausgabe einer einheitlichen Verordnung mit Rücksicht auf die Verschiedenartiakeit der Verhältnisse ab. Ms Haben. Zur Hilfsaktion für die Wiener Sinder. He 5-5 In sebr beherzigen?- und anerkennenswerter Weise bat kick die Bad. Landwirtschaftskammer Karlsruhe in 'einem Aufruf ihres landw. Wochenblattes an die badische Landwirtschaft gewendet mit der Bitte, der furchtbaren Not unserer deutschen Brüder in Oesterreich durch Ausnahme von Kindern oder durch Geldsvenden zu steuern. ES wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß diese Bitte nicht umsonst getan wurde. Die Landwirte sind auch am ehesten in der Lage, einem armen, halbverhungerten Wiener Kind über den Winter Obdach und Nahrung zu aeben. Die Bad. LandwirtsckaftSkammer nimmt Be- reiterklärunaen an. ? Landesverband der ANlchhändlergenossenschafien. Die am 27. Dezember in Karlsruhe abgehaltene Sibuna des Vorstandes des Landesverbandes der Milchbändlcraenossensckaften Badens. Sitz Karlsruhe. bei der aus allen arökeren Städten Badens Vertreter iz.es Milchbandcls anwesend Ware», beschäftigte sich u. a. mit der Frage der Erhöhung der Verdienstsvanne für den Sandel. Die Versammlung war einmütici der Ansicht, dak bei der kommenden Milchvreiserböhuna auch dem Handel ein den ständig gestiegenen und noch steigenden Geschäftsunkosten und den Kosten für die Lebenshaltung einigermaßen ent- svrechender Verdienst »»gebilligt werden müsse. Es wurde einstimmig beschlossen, bei den zuständigen Stellen unverzüglich einen dememsvrerbeuden Antra« zu stellen. ' . . Mannheim. ZI. Dez. Der 1« Jahre alte Volks, schüler Ernst Babschert von hier wurde von einem Militärpanzerwagen des 2. Nadifchon Gre- vadierbataillonS überfahren und getötet. — Mannheim. 31.^ Dez. Durch Ausschneiden der Fensterscheibe wurden in einem Schokoladenaeschäft Tee. Kakao. Wein u. a. im Gesamtwert von 8lXX> aestoblen. ^ Heidelberg. 31. Dez. In der Groben Mantel- oasie wurde gestern ein älterer Student tot in seinem Bette aufgefunden. Vermutlich bat er eine au grobe Dosis Schlafvulver zu sich genommen. g. Weigheim. 31. Dez. In der Lederfabrik Carl -Zreudenberg. hier, wurden durch Einbruch Oele und Fette im Werte von 7000 bis AXX) a e st o b l e n. - Tauberbischofsheim. 31. Dez. Der bekannte Kronenioirt Eduard Pfeifer von Werbach wurde »on dem Müller Ziegler. den er aus dem Lokal derw'esen hatte, durch das geschlossene Fenster er - ichoI sen. Der Täter naHn, sich das Leben durch Mic» Schub ia de« Lopj. -- Baden-Baden. 31. Dez. In der Haarfabrik von I. K. Baumann wurde eingebrochen und Waren im Werte von über IVO lXX) ^ gestohlen. — Urloffen fA. Offenbura^. 31. Dez. Der wegen Schieberei festgenommene Landwirt Markus Trautmann sein Bruder des wegen Mordverdachts verhafteten Peter Trautmann) wurde bei seiner Verhaftung verwundet, da er mit der Waffe in der Hand Widerstand leistete. Er mubte in das Krankenhaus gebracht werden. — Bei einem Streit versetzte ein Knecht dem Sohn des MetzaermeisterS Karl Lanaenecker einen lebensgefährlichen Stich in die Herzgegend. — Unterkirchen. 31. Dez. Ein wegen Diebstahls und Fahnenflucht Gesuchter gab sich als aus Sibirien kommender Kriegsgefangener aus und wurde vom Gemeinderechner Beba beschäftigt. 5wm Dank stahl er diesem 7(XX> ^ aus der Gcmeindckasse und verschwand. Mus öem Stadtkreise. Zum Jahreswechsel. . . Und eines Uaaes reiben wir mit aewobiibeits- mäbiaer Sandbewecmna ein Blatt vom Kalender ab und entdeckend da lauert nur noch ein einziges Blättchen auf uns. ein letztes, einunddreibiastes. Manche arbeitsbart« Sand löst es zöaernder vom Block ab. als sonst wobl beim Beginn der Taaesvflickiten. Manch weibeS. sauber manikürtes Sändchen zittert ein bißchen nervös, wenn es das Blättchen zerknüllt. In der willkürlichen, und doch so sinnreichen Zählung der Tage — ein Jahr wieder zu Ende.' Eine iener nach Sonne. Mond und Erddrehungen bestimmten Zeiteinheiten, von denen viele Tausende nicht aenüat haben, den Menschen besser, aütiaer. mitleidvoller zu machen: von denen bald zweitausend nicht imstande waren, des Christentums fromme Lehre wirklich über die agnze Erde zu verbreiten: von denen hunderttausend künftige, wenn die alte Erde nickst über- , bauvt vereist und erstarrt in Kohlennot. nicht scharfsinnig und «lehrt genug sein werden, unsere Enkel darüber aufzuklären: woher — wohin — warum — wieso? Die Nacht aber sank nicht anders am letzten Dezember über die müd« Erde, wie ander« Nächte: und der Wintermoraen de« oevriesenen ersten Januar wird sich nicht würdiger und nicht wichtiger aus den Nebelschleier« schälen, als ieder andere Wintermoraen auch. Sein Svatz im dürren Laub, kein Reh im verschneite« Wald kümmert sich um den Jahreswechsel. Blob wir im Bann der Zahl und deS Svm- bol» Befangenen. Meisterstücke des siebten Seböv- funaStaaeS fühlen uns veranlabt und verpflichtet zu stutzen, zu reden, zu vbilosovdieren. zu vrovbezeien. im feiern. Man kann einem Jahr nicht sa ohne weiteres Zensuren aeben, wie den kleinen ABC-Schützen: .Religion: gut: Kopfrechnen: nur zum Teil genügend: Turnen: befriedigend: vom Gesang dispensiert/ Oder doch: täte man'S. die Zensuren würden sehr verschieden lauten ie nach dem Beurteiler, der sie auszustellen bat. Wenn man sich auf den schwankenden Boden einer Mutmaßung begehen will, so darf man vielleicht sagen," daß die Zukunft mcht mehr so ganz verfinstert erscheint. Allmählich haben sich die staatlichen kungen verirren, die wirtschaftlichen Zustände sc nen sich KU stabilisieren, die ArbeitSsreuvigkeit erhält neue Jurpuise; -Her alles das ist selbstverstänidlich nur «HgM> zu verstehen. Von einer absoluten Bes. serung kann noch kein« Red« sein. Nur ist sie «»ehr so weltenfern. wie «K noch im vorigen unS vorkam. Natürlich wird uns auch 1W0 schwer« wirtschaft- Mhe und finanzielle und andere Lasten aufbürden. Ja geocike dieses JaHr läßt sie uns vielleicht erst so recht zum Dc^ytsein kommen. Aber eS wird sich '— ^ Denn daö ist ja das neue Ziel der Glieder de! Rings, der uim u ,nsere Brust pelegt wird, daß wir weder leben noch sterben können sollen. Alles läuft wieder darauf hinaus, und jede Betrachtung wird auf diesem Punkt enden. Danmi tvird uns n>uil wieder ein Jahr geschenkt, damit wir von neuen-m Hofftru -ns umd Wut gewinnen, auch !mscr Ziel ins Auge zu fassen. in iviner . , doch alles in sich, was eine getretene Ration wünschen und begehren mag. Das Recht 'der Existenz für :mS uinid unsere Kinider. das, was wir jeDem Weirn in der Natur gönnen. Freilich gehört die Welt dem Tüchtigsten. Und so kominen wir wieder an den Angelpunkt der Welt. Nicht mit Phrasen und Schliwgworten lüht sich mMauen, sondern nur durch Emsigkeit und Initiative. Dazu möK? uns noch jener Geist yeschonkt werden, der alle Fesseln lästiger EinenoU'Ng ipvenat. der dem Sienie den Raum Pir Entfaltung laßt, damit es seinen bezwingenden Einfluß aus-üben kann zum Sezen der Allgemeinheit. AlleK, was uns so recht im Innern bewegt, haben iMisere Dichter-Zeitgenossen in ihren Werken besun- fassen. ES ist: Menschenrecht! So knapp Formulierung das Wort, so begreift es gen. und die Hoffnung auf einen Frühling der Nation Mngt auch aus den Worten: ,Lum neuen Jahr ein neues Hoffen. Die Erde wird noch intmer grün: Auch dieser März bringt Lerchen lieder, dieser Mai bringt Rosen wieder. Auch dieses Jahr läßt Freuden blühn." Das neue Jahr ist ein Schaltjahr: es «ibidem Februar 29 Tage. Somit hat dieser Monat sünf Sonntage. Die Karwoche beginnt in dem neuen Jahr am A. Mörz, und das Osterfest fällt auf den 4. und 5. April. Das Pfinsstfest kann noch im Mai, und zwar am 23. und 24. gefeiert werden. Zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse werden im Jahr ISA stattfinden, von denen bei uns jedoch nur die erste Mondfinsternis in der Frühi deSo. Mai und die zweite Sonnenfinsternis am Id. November, nachmittags, soweit es eben das Wetter zulaßt, sichtbar sein werden. Bei den Israeliten ist es das öLLV. Jahr ihrer Zeitrechnung. Januar. Auf ihrem jährlichen Woge durch den Tierkreis hat die Sonne Nunmehr im Bilde des Steinbocks bereits ihren südlichsten Standpunkt überschritten: seit Wintersonnenivende nähert sie sich wieder dem Himmels-Äeguator und wendet somit täglich größere Mengen Licht und Wärme, die Tage werden wieder länger. Dem bereits vier Wochen früher erfolgten Beginn des neuen Kirchenjahrs folgt nun auch das neue bürgerliche Jahr, eingeleitet durch den Monat, der den Namen des römischen Gottes des Anfangs und des Endes trägt, durch den Januar, der, weniger ehav-ürdig als seine letzten zehn Brüder, zusammen mit dem Februar der Sage nach durch Numa PompeiliuS. den vierten König R«nS, dem ursprünglichen Kalender hinzugefügt W-Zrden sein soll. .Der Januar, der im VoÄSmund oft den Namen Jänner trägt, ist meist der Wieste Monat des Jahres. Deshalb nannten ihn die Altvordern auch mit Recht Win- tevmonat oder Hartmans, auch Wohl Härtung. Noch mancher rauhe Ostwind scgt in diesem Monat, in dem die Sonne im Bilde des Wassermanns steht, über die Erde, aber dennoch bleibt die frohe Verheißung; die Natur ist nicht tot, sie wird bald den langen Schlaf des Winters beendet haben und zu n.-u«n Prangen und neuer Blüte auferstehen. Nach alten Sprüchen iwd Sonnenschein und Wetterstand iu den erstes Ja- nuartvge« vorbedenkend für das ganze Jahr. Eine Bauernregel saot vom L. des neuen Monats: „Wie das Wetter an Maharius war, so wird's im September trüb oder klar": eine andere meint: »Wenn Vinzenz W.) hat Sonnenschein, hofft man ans viel Korn und Wein". Gleich in die ersten Tag: ib.) fällt ein Feiertag, der Dreikönigstag, der allerdings bei uns kein gesetzlicher Feiertag mehr ist. Svende. Die Firma Berg H Straub, bier. bat dem Oberbürgermeister anläßlich der Feier ihres LSiährigen GeschäftSiubiläumL 1NX) für wohltätige Zwecke zur Verfügung, gestellt. Todesfall. Der 12 Jahre alte Schüler Robert Nowack in Bulach wurde am Stefanstag von einem Pferd geschlagen und so schwer verletzt, daß er nach dem Neuen St. VinzxnziuHbaus gebracht werden mußte, wo er Dienstag abend starb. In bewußtlosem Zustande wurde auf dem Gehwege der Gutenbergstraße ein dort wohnender 17jähriger Schneidergehilfe aus Waldutm aufgesunden. Er ist miS dem Fenster seiner Wohnung gestürzt, hat sich eine Oberichenkel-- und eine Kopf-» Verletzung zugezozen und mußte im Krankenauto inS Städt. Krankenhaus gebracht werden. Unfall. Die Ehefrau eines in der Dorkstraße wohnenden Apothekers wurde Mittwoch vormittag an der Straßenkreuzung der Kaiser- und Walzstraße von einem Straßenbahnwagen der Linie 4 angefahren, zu Boden geworfen und derart schwer verletzt, daß sie ins Neue St. BinzenziuShauH gebracht werden mußte Ein Kellerbrand entstand gestern nachmittag im Haufe Leopoldstraße 47. Die Feuerwehr brauchte nicht in Tätigkeit zu treten. Sachbeschädigung. Durch unbekannten Täter wurden an der Bronzefigur l Hirsch, im Schloß»n> ten iam Eingang zum Aafanengarten> die Geweihe böswilligerwerse abgeschlagen. Einbruchsdiebstklile. Au ^r Nacht vom 2V. zum M, ds, Mts. wu-rden m der NebeniuSstraße orei Hühnerstalle erbrochen; es wurden daraus acht Hühner rnd zwei Stallhasen entwendet Außerdem wurde aus einem Garten der Ackerbaujchule nach Auifbrechen einer Gartenhütte ein Schwein im Werde von 4 Mk. gestohlen. Di« Täter sind noch nicht ermittelt. Verhaftet wurd«»: ein Taglöhner aus Forst und ein Arbeiter aus Blankenloch wegen Diebstahls eines Rindes a» Mörsch im Wert« von SSM Mk.; ein Dag- löh-ner aus Korckheim. ein Maler auS Neureut und ein TaglZhner von hier, die in einer Fabrik im Stadtteil Mühlburg Rotguß im Werte von 7K5N Mk. gestohlen haben, der wieder beigebracht werden konnte: ein Reisender aus Heilbronn wegen Ta- bakschiebumgen. eine Dienstmagd auS München, die von der Staatsanwaltschaft hier wegen Diebstahls verfolgt wird, eine 20 Jahre alte Zigarrenmacherin aus Susszfeld zur Straferstehung, em ÄZjährigeS Menstmädchen a»iS Ingweiler wegen GewerbS- unzucht. ein 22 Jahre alter Arbeiter au« Lodz wegen Nichteinhaltens der Ausländermeldevorschriften, eine 24 Jahre alte Dienstmagd aus München wegen Haftgeldbetrugs und ein 42jährigcr Korbmacher aus Lyon wege«: Diebstahls. Welwanorama. Die Seri? »Deutschland" bleibt bis »um Eintreffen der Serie „Brasilien" noch ausgestellt. Slandesbnch-AusBge. Todesstille. M, Dez.: Wilb. Schwaab. Ehemann, Privat, alt 7g Jahre: Katb. Vollmer. Diakonissin, alt «7 Jahre: Oskar Warmuth, Ehemann. Färber, alt S1 Äahre: Bernhard, alt 16 Äabre, Bater Bernhard Brau». Landmtrt: Ludwig Le! ivt. Ehemann. Be- trtebsleiter. alt 4S Nabre. — 81. De».: Pauli«« Metz- aer, alt 7« Z!ahr«. Witwe von Iakod M«daer. Svl»- bildbaner! Emilie Glesch, att 72 Äabre. Witwe von Sch. Äesch. Waamelfter: Franziska Better. alt SS Hab«. Wttw« von Loren» Better. BetriebS-AMIient." B«erdikn-»aS»«it und Traverbaos erwachse»«« Verstorbenen. Donnerstag. 1. Januar, "412 Uhr: Ro'a Bu-derer. Prekveraold.^Zbesrau. Sla«vreg bei der Beratung des neuen Gesetzes über die Postgebühren, und die Einführung des Einkilopakets wurde heschlossen. allerdings unter gleichzeitiger Herabsetzung der Gewichtshöchstgrenze für Drucksachen und Geichä'tSpaviere auf MO Auf diese Gewichtshcrahsevung ist aber die Reichsverwaltung nicht ein» g e?a ngen . weil Nachteil« für die Absender zu erwägen waren und die Maßnahme mich nicht im dienstlichen Bedürfnisse liegt. Die Päckchen zählen im Sinne des PosigesetzeS und der Vorschriften zu den Briefe »düngen Paketkarten sind nicht nötig: die Sendungen erhalten auch keine Ausgabervummer. Iverden auch nicht gebucht. sind aber am Postschalter auizuliefern. Die Päckchen müssen haltbar und sicher verpackt und verschlösse^ sein und sich nach Form und fon-- ftiger Beschaffenheit zur Beförderung mit der Briefpost eignen. Briefliche Mitteilungen können eingelegt werden. Di« Päckchen dürfen LS gm lang, 16 om breit und 19 om hoch oder in Rollenform 39 em lang und 1k om hoch sei»s. Geringe Ueberschreituugen in der einen Richtung auf .Kosten der anderen sind zulässig, doch darf das Höchstmaß des Rauminhalts dadurch nicht berührt werden. Sperrige Päckchen sind von der Beförderung auSgeschlassen. Die Aufschrift muß auf dem Gegenstand der Versendung selbst oder auf der Umhüllung stehen oder ganz aufgeklebt oder sonst haltbar befestigt sein und in die Airzen fallend den Vermerk „Päckchen" enthOven. Auch ist der ?5>rme .und Wohnort nebst Wohnung deS Absenders anzugeben. Besonders groß und deutlich muß der Name der Besiimmungs-Postanswlt geschrieben oder gedr-iat sein. Die Benutzung von Fahnen für die ?luffchrrft ist nicht 'gestattet. Einschreiben. Wertangnbe, Nachnahme. das Verlangen eines Rückscheins und der Vermerk ..Postlagernd" sind hei Bäckchen unzulässig. Als Eilbestellgebühr wird die Eilbestellgebühr für Briefseird-ungen erhoben. Die Päckchen müssen vollständig freigemacht sein, die Gebühr beträgt 69 Psg. und ist durch Aufkleben von Freimarken auf die Senduniz zu entrichten. Nicht oder unzureichend freiL«nachte Päckchen werden nicht befördert. Die. Nach- oder Rücksendung erfolgt gebührenfrei. Für verloren gegangene oder beschädigte Päckchen wird kein Ersatz geleistet. Dem Absender steht frei. Sendungen bis xinn Gewicht von 1 k«. für die er sich einen Ersatzanspruch sichern will, als Paket einzuliefern. Bei Päckchen kann die Annahmeverweigerung nach der Bestellung oder »ach der Abholung zugelassen werden, wenn die Päckchen .inverzüalich zurückgegeben werden und kein Zweifel über ihre Unversehrtheit besteht. An Sonntagen und allgemeinen FeiertiWen unterbleibt die Bestellung der Päckchen, wenm sie nicht mit der Briefbeft«klung erfolgt. Hiermit sind dem neuen VersendungSgegen- sta-nd, der weiten Kreisen der Bevölkerung Villkommen sein wird, die Wege geebnet. letzte Nachrichten. Anstellung des Personenverkehrs an Feiertagen iu Bayern. lEigener Drabtberickt.5 München. 31. Dez. Der Personenverkehr aus den Eisenbahnen in Bauern wird am NemahrStage. am Feste der heiligen drei Könige und an den Heiden ersten Sonntagen im Januar wearn Koblenmanaels eingestellt. Die Einheitskurzschrift. fEigener Drahtbericht.) Berlin. ZI. Dez. lWolff.) Zur Vorbereitung einer Einbeitskurzschrikt ist von den Vertretern der beteiligten Regierungen ein Oberausschub eingesetzt worden. Zur Aufnahme seiner Arbeiten wurde dieser Ausschuß vom Ministerium des Innern nunmehr aus den IS. Januar 1S2V einberufen. Aufhebung des Belagerungszustandes iu Hamburg. lEi gener Twahtbericht.) Berlin. 31. Dez. lWolfs.) Der B«laa«runaS- zustand über.Hambura ist. wie von amtlicher Seite mitgeteilt'unrd. aufgehoben worden. Erdgas. ^Eigener Drahtbericht.1 Hambur g, 31. Dez. lWolff.) I« Aeuen« gamme ist man be^ gester» abend in daö gleich Gaswerk Tvefstat geleitet werden Honute. Das Hochwasser. lEigener Drahtbericht.) Düsseldorf, 31. Dez. (Wolff.) Der Wasserstand des Rheins ist um weitere 17 Zentimeter gegen gestern abend gestiegen. In dem benach. borten Städtchen Zons kann der Straßenverkehr nur durch Kähne aufrecht erhalten werden. Köln. 31. Dez. (Eigener Drahtbericht. Wolff.) Die Mülheimer Schiffsbrücke würde infolge starker b e n. Die meisten Es ist weder Personen- ts plötzlich abgetrie- ind wieder eingefangen, noch Sachschaden zu verzeichnen. Der Pegetstcmd betrug vormittags 8F8 Meter. Hinrichtung Budapesler Terroristen. lEiaener Drabtbericht.'> Budapest. 31. Dez. Wie das Ungarische Tele- groPhen-Korrespondenzbureau meldet, wurden heute vormülag im Hof« deS MrlitärgefamgenenhauseS die wegen Aufreizung bezw. zahlreicher beganizencr Moidtate-u zum Tode verurteilten Otto Korvin. Eugen Laszlo, Josef DinyeS. Arpad Kre- keS-Eohn^ Karl Sturz. Ludwig KovaeS. Emmerich Dögon. Karl Horvath und Srana GomboS durch den Strang hingerichtet. Furchtbare Dyuamitexplosiou in Belgrod. iEigener Drahtbericht) Wien. 31. Dez. Aus Belgrad wird berichtet: Hier fand eine furchtbare Dvnamitervlo- fion statt, deren Ursache einstweilen unaufgeklärt ist. Prinzregcnt Alexander und L 6 Personen wurden a etöt etüber 39 verwundet. b. Wien, 31. Dez. ^Eigener Drahtbcricht.) Prinz Alexander ist der Zweitälteste Sohn des allen König Peter. Er trat an die Stelle seinM älteren Bruders, de? Prinzen Georz. dessen wüste Lebensweise ihn srllift in Serbien als Regenten unmöglich machte. Hamburg, 3l. Dez. (Eigener Drahtbericht. Wolff.) Hier wurde der Kaufmann Faust verhaftet, der seinerzeit wegen der Münchener Unruhen eine Rolle spielte. Faust ist überführt, die Todesurteile gegen die Münchener Geifeln mit dem Namen Faustius unterschrieben zu haben. Faust ist größtenteils geständig. Sport^Spiel^Turnen. isutzball. Di« während der Feiertage nur vereinzelt ausgetragen«« Ltaaspiel« uehmen ab kommenden Sonntag ihren planmäkiaen Verlauf. Ein« besonders grob« Menge sportbegeisterter Huschauer wird »wci- kelSohne der Svortvlad dcS »arlsrub«r öukballvereinS sehen. Der K.^.B. emvfänat die im Sttdwestkreis fahrend« Liaamannscdaft. den K.C. Pforzheim, zum sN- ltaen Rückfviel. Die unter d« Lettuna des einstigen K.i^.B.-Mittelläufers und bekannten Internationalen Breunia stehende Els aus der «Avldnadi bat bisher kein Sviel in der Liaarunde verloren oder nur unentschieden aewielt. Diel« Tatsache allein weist ichon auj das beträchtliche Können der Gäste bin. Unsere Einheimilch«». die durch das erfolgreiche Svielen «gen die siibrcnden Vereine des Nordkreises an Weibnachten eine gute !^orm nachgcwielen b Gegner, nachdem sie ursprünglich in dem Wahn befangen waren« Deutschland verfüge noch über außerordentlich große wirtschaftliche Hilfsmittel, ihrer jetzt zweifellos vor- handenen besseren Einsicht nicht gefolgt sind und bislang kein« großzügige Hilfsaktion zur Rettung ihrer zefährdeten Forderungen unternommen haben. Jedenfalls hat der Verlauf des vergangenen Jahres den Beweis geliefert, daß ohne die Mitwirkung der Feinde jede Wiederaufbau »arbeit im Innern nur ,ehr langsam vor sich gehen kann, wenn sie nicht überhaupt unmöglich wird. Aus Krieg und Revolution hat Deutschland nichts gerettet als seine geschwächte Arbeitskraft und eine noch immer gewaltige Produktionsmasckinerie, zwei Größen, die theoretiich wohl ausreichen würden, um den Wiederaufbau anzubahnen,, von denen praktisch aber nicht bekannt ist. ob die Feinde ihrem Einsatz nicht Hindernisse bereiten würden. Auch wenn die Ratifikationsurkunden ausgetauscht sein werden: Deutschland wird Frieden nur dann haben, wenn die Gegner den vieldeutigen Vertrag von Versailles in friedlicher Gesinnung zur Ausführung bringen. Für die nächsten Jahre stehen enorme finanzielle Verpflichtungen zwar fest: aber es ist nicht einmal abzusehen» wie nur die ersten zwanzig Milliarden in Gold zur Auszahlung, gelangen sollen. Gold wird Deutschland so lange unerreichbar sein, als unsere Zahlungsbilanz nicht aktiv >z« worden ist. Wie aber soll das gelingen, wenn sämtliche Organe unseres Ausfuhrhandels vernichtet sind und der Rest von den Gegnern durch Abschnürung weiter lebensunfähig gemacht wird. Das größte Unzlück für uns — und nicht nur für uns — ist. daß die Entente noch immer nicht zu der Einsicht des Widersinns, der in dem Versailler Vertrag paragraphiert worden ist, gelangte. Auch in Deutschland aber gäbt man sich leider nicht klar Rechenschaft über unsere volkswirtschaftliche Situation. Zweifellos hat sich der Nutzeffekt unserer Arbeit in den letzten Monaten etwas gebessert. Die Aufblähung unserer Geldeinheit täuscht Reichtum vor, der nicht vorhanden ist. Auch die Ernährungslage hat sich ein wenig günstiger gestaltet. All dem stehen aber die Aufgaben gegenüber, die aus der Ausführung des Ariedensvertrages im nächsten Jahre resultieren. Und bei dieser Gelegenheit können sich Hemmungen ergeben, die leicht das Erreichte wieder vollkommen vernichten. Langsam bahnt sich bereits eine große Geldknappheit an. Die neue Steuergese striellen Ansprüc gebung und die gewaltizen indu- an den - ^ Kapitalmarkt (monatlich werden Milliarden beansprucht) lassen den Zeitpunkt nicht mehr fern erscheinen, da tägliches Geld nur noch z-u sehr hohen Sätzen zu erhalten sein wird. Ars wird die Zeit der Prüfung für die Widerstandskraft unserer Volkswirtschaft sein. Wächst sich das nächste Jahr aber bereits in Deutschland zu einer Krisenzeit aus. so werden auch die Siegerstaa» ten nicht unberührt bleiben. Allem Uebermut der Gegner zum Trotz muh immer wieder auf die Solidarität der wirtschaftlichen Verhältnisse hingewiesen werden. Es gibt — wirtschaftlich gesehen — außer den Vereinigten Staaten in diesem Weltkrieg keine Sieger. Bricht die deutsche Volkswirtschaft im kommenden Jahre unter der Last des Friedensver- träges zusammen, so wird eine Weltkrisis unwetterhaft über die kriegführenden Staaten dahinjagen und praktisch den Beweis für unsere Behauptung erbringen, daß nur Solidarität von Siegern und Besiegen der Welt wiedergeben kann, was sie braucht: den Ersatz der durch fünfjährige Vernichtung verringerten Vorräte an Gebrauchsgütern jetlicher Art. ' G. H. Das Saargebict — Zollausland. Vom Tage der Ratifikation des Friedensvertrages ab werden für den französischen Zolldienst bestimmte Stationen auf den Eisenbahn«» in Tätigkeit treten: für den 'gesamten Personen- und Ge- pnckverkehr Mettlach und für den Güterverkehr Merzig. Da das Saarbecken vom Tage der Ratifikation an in eine Zollgemeinschaft mit Frankreich eintritt, so wird nach einer amtlichen Mitteilung das genannte Gebiet im Verhältnis zu Deutschland als ZollauSland betrachtet. Es müssen die gleichen Zollpapiere wie im Verkehr mit Frankreich beigebracht werden^ wenn auch nach dem Friedensverträge für den Güterverkehr zwischen Deutschland und dem Saargebiet eine fünfjährige Jollfreiheit unter gewissen Beschränkungen besteht. Einfuhrbeschränkungen, wie sie im Verkehr mit Elsaß- Lothringen und Frankreich zurzeit noch in Kraft sind, bestehen im Saarbecken nicht. Schwedischer Kredit für Deutschland. Schwedische Scknffahrtservorteure hielten eine Versammlung ab. an der auch der schwedische Finanzminister Tborion teilnahm. Man verhandelte über die Gewäbruna eines Kredits an Deutschland. damit die Schiffsausfuhr nach Deutschland fortgesetzt werden könne. Es wurde erklärt, daß der schwedische Staat helfend eingreifen müsse. Der Finanzminister erklärte iedoch. daß dies nicht vor dem Zusammentritt des Reichstgos im Januar geschehen könne. Man beschloß, vorläufig einen Kredit auf privatem Weae zu schaffen. Holland und die Rheinfragen. Es verlautet, daß die interessierten holländischen Kreise aeaen die Artikel 354 bis 362 des Friedensvertrages von Versailles vrotestiersn und sich weigern würden das darin enthaltene internationale Regime für den Rhein anzunehmen. Neuer herstcllerpreis für Bier. Das Reichswirtschaftsministerium hat für das Gebiet der ehemaligen deutschen Brausteuer- aemeinschakt mit Rücksicht auf die eingetretene Steiaeruna der Herstellungskosten den Hersteller- böchstvreisf.ür Bier einschließlich Steuer auf 61 für bierähnliche Getränke lErsatzbier) auf 38 ^ für das Hektoliter erhöht. Börsen- und Zinanzmeldungev. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 31. Dez. Auch am lebten Börsentaae des alten Jahres blieb die Grundstim- muna auf den meisten Gebieten fest. Wennaleich sich die Umsätze in bescheidenen Grenzen hielten. Rege Aufnahme zeiate sich für Vbönir. die 292—297 gehandelt wurden. Auch Deutsch-Luremburaer und Harvener fanden zu höheren Kursen Aufnahme. Mit einer Steigerung von 1b A traten Deutsch- Uebersee in den Verkehr, desgleichen A.E.G. 240. Gute Nachfrage bestand für Badische Anilin. 360. Ferner gingen Farbwerke Höchst höber. daacaen standen chemische Goldenbera und Solsverkobluna im Angebot. Durch feste Verfassung zeichneten stch Adlerwerke Kleber aus. die auf Rückkäufe mit 264 13^ A gewannen. Zellstoff Waldhof schwächten sich ab. Sckiffabrtsaktien schwankend. Am Markte der Auslandsvaviere zoaen Kanada an 101V—1020. Baltimore 4^ A gebessert. Lombarden 4l>V» gehandelt. Sckantunababn eröffneten 610 vluS 20. Deutsches Petroleum 430. Unter den Kolonialwerten wurden Kolmanskoov 5KS vlus 40 gehandelt. Auch Southwest und Otaviminen hatten feste Haltung. Auf dem Renjenmarkt zeigten sich heimisch« Anleihen wenig verändert, daaeaen laaen von- ausländischen S H Bulgaren und Griechen matt. Privatdiskont 4?S. Frankfurter Kursnotierungen. - - De, ZI De, - De, BadischeBank i«oso Darmst. Bank 121 — Deutsch.Bank 211 — Disk. Comm. I?s — Drcsd. Bauk I4zso Oest.Länderb. 117- Nftcin. Cre- ditbank ... UZ. Sil'dd. 122 - Wien. Bankv. 72 - Ottomanbank Boch. Guhst. Gelkenkirchen ZV2S0 M4.— Harvener 2ZS- zz? - aurahütte S' «°z l«- 120.10 210 S0 l??7> I«9?S IIS so 1».- 122- 74.50 >- 2ZZI0 I S4 - 420 l« - Cemeuiwerk -Heidelberg ,7»so IM- Co. Fabr.Ver. . . ^ 270 - D. Uebersee 57,. 70Z.- Jungk.. Gebr. Sch- ' ramberg 21« 7S — Ledert. Adler d. Maschs. «Durlnchl . Ba «Dur . Maschs. Gri 420 1W !SI IS» ner «Durl.i 2sa- Maschk.Haidk Neu, Nahm. Maschinenkb. Karlsrune. Schlinck k Co. Oberursel ^I!0- 220- Spinner. Elf. Baumwollk. Spinn. Etil. . Ubrens. Bad. iFurtwang.» Waggonkadr. Fuchs .... Zellstossabrtk 220 223- - 2Z0 240 - 1S0 - IS» 2M Zuckers. Bad. Znckerkabrik Srankentb. 324 2SS- 2S2- Z42S0 ZSS - ZS9 Berliner Börse. Berlin. 31. Dez. Der Verlaus des letzten Börsentaaes im alten Rabre enttäuschte jene, die von der Festsetzung der Bilanz der Steuerkurse eine Ab- schwäckuna erwarteten. AÄck das Publikum, das in dieser Erwartung ziemliche Kaufaukträae hierher aeleat hatte, mußte dafür höhere Kurse bewilligen. Kur Festigkeit trug auch wesentlich bei. daß mit der nunmehr bevorstehenden endgültigen Vollziehung des Friedensvertrages zum 6. Januar die bisherige Quelle der Besorgnis wegen Zwischenfällen verstopft ist. Das Geschäft war anfangs ziemlich lebhaft, fväter rubiaer. Die Valuta- und Kolonialwerte konnten sich von ihrem aestriaen Rückaana aanz wesentlich erholen und stark bessern, besonders Kanada. Baltimore Schantunababn. Orientbakn. Türkentabak. Deutsch-Uebersee. Otavi und Neuguinea. Schwere Kolonialvaviere und Petroleumwerte waren dagegen vernachlässiat. Schiffahrtsaktien. Montan- und Elektrowerte sowie Svezialvaviere waren mehrfach bis zu 6 A gebessert. Deutsche Bankaktien gaben S A nach. Später wandte sich das Interesse in verstärktem Maße erstklassigen deutschen Jndu- striewerten wie Vbönir. A.E.G. und Anilinwerten zu, die bei lebhaften Umsätzen beträchtlich stiegen. Seimische Renten und Auslandsrenten still und wenig verändert. Berliner Kursnotierungen. Sv.Te» Dez Schantungbb. SN.- 02s . Gr. Bl. Straßenbahn... —123.— ' 01 S00- 400.- AIS- 179.. 124.- 221- 324.- 12S>/, iso- 2US - I7Z.. 149. 109 S0 132 S0 2S5 2- 33S.- 2öS.- 24S. 3IK- z»a!- 173.- 234.« 204. 250. - 234.S0 2I2.2S I0S0.— 200. 222 - 40«.- 2L2.S0 131 S0 204- - 712 Sll IM.- SIS.- soso.- 2ZS.- 234.7S I9S.2S 27S.- 294.- 245.S0 IS» so IS0.2Z Lombarden Prinz-Hrchbh. sso- Orientbahn «zz — Vlrgo Schiss. 290 W DeutMAustr. i?zso vamb.Pakets. 121.7s Vbg.-Stidam. 2ISS0 »d.HUd A. Handelsg. 15z Deutsch.Bank 272 - Disk. Comm. I79>. Dresd. Bank 149.— Oesterr.Kred. I07> . Neichsbank. . izz»» Zinner Br. 2SS2S Slccumulat. zz? Adlerwerke . 2S« A E. G. . . 2ZS.7S Aluminium . AngloCvntin ZvZ. Agsb.-Nnrnb. 20ö - Bad. Anilin 3Z«. Bergm. Clek. 171 Brl. Anh. M. - Berl. Masch. .232. Bing Nürnb. 2llö — Bismarckb.. . 249.S0 Bochum. Guß 232 — Gebr. Böhler 21». Brown Bov. 10Z0 BudernS Eis. 204 2S Ckcm.Grieso. - Cbcm. Albert 4k» - Daiml. Mot. 2S1.S0 Deksauer Gas I3v. De»tsch-Lur. 212. D.Hebers. El. 694.- D.Eisb.S.W. - Deutsch Erdöl S2S - D. Gasglübl .soso Deutsche Kali 239.2s Deutsch. Mass. Z30 2» Deutsch. Eish. 104 - Drin, üiobel . 1S3S0 Elbers. starb. 272 — Eschw.Beraw. zgg2S s>elt. Guill. . 24Z.- «Hagenau . i5i,zz Ga^m. Deuv iso. - Gelsenkirchen Genschow . . Goldscbmidt . Grivn.Masch Hann. Masch. Sann. Wagg. Harvener . . Hasper Eisen Kirsch Kupfer öchst. «5a rb. Hösch Eilen . Hohenlohe. . Kali Aschersl. Kosth. Cellul. Kpffhäuier . Lahmaner Co. Lanralilltte . i.'inde' Eisin. . Ludw. Löwe . Lotlir. Aem. . Niannesm. . . Ober Eisenb. Ob. Eisenind. Ober Koksw. Orenll.-Kopp. Phön. Bergw. Rbeins.-Krast Rhein. Metall Rhein. Stahl !>!omb. Hütte Rtitaerswerk Sachsenwerke Schuckert Co. Siem.-Halske Steti. Vulkan Stollbg, .-link Türk. Tabak B. K.-Rottw. Ver. Deutsche Nickel Ver. Glanzst. Stabl Ziiv. Wand. Kabrr. Wcstercg.Alk. bellst. Waldh. Otavi Minen Otavi Genuß Pomona . . . . Baltimore . Canada . . . ^-outh West . Steaua Nom. Deut. Petrol. v. De, 302 S0 173 - 27». 202 - 397. 31» 23SS0 213- 207.S0 222. 2S0 2S I3Z2S 22».S>) M- 132Ä 1S3.7S 210. 277 S0 217.'- IS3 7S 1S»7ö 27S- 232. 2SS.S0 1«3 - 194 — ISZ 201 S« 200- 2S4S0 IS0- 19»!- 24S - sso - 22IS0 249'l. 7S7SS 309 - 334 - 342 2S 2S2S0 S0S 470 2S 7SS0 291- 970. 47». 910 420- 31. De» 303.2S 174- 299 S0 23».- 221- 2»».^ 243 2S3 7S 13».— 229- 232.' I33> 1»; - 20S.S0 270 ISS.- IS«.- 2S2. 234.7S 29».- IS7. 191.7S I»9. 20S- 20S.- 292 - 1S2.- 271.- 19». 249. 223 S0 250.- »20.- 313.- 3Z0.S0 342 7S 2S7.- S2S7S 4»7S0 »100. 300- 1023 10 497 - 920. 43S.- Devisenmarkt Telegraphische Auszahlungen für: A T » . D-, olland IS43.S0 Dänemark 9S92S Schweden — 'Norwegen I024.2S Schwei, . W4^s Oesterreich-Ungarn . . z»«s Wien ,7 ob Budapest Z445 Krag. 82 40 Spanien 9392s Heljingfors i«7S ISIu. Brie! IS4S.SV 9S0.7S I02S.7S WS.7S 3SSS 27 IS 34.SS »2 S0 940.7» 147.2S -> Dez Geld ISZ3S0 9Z9 2S 1074 2S 1024 2S S»4 2S 34 70 2« SS 34 20 »2 SS 939 2S 149 7S lüli-. Lrtesi isosso .»0 7S I07S7S I02S7S »SS7S 34 »0 2SK? 34.30 »2»S 940 7S IS0.2S Industrien. Rbein. ElektrizitätS-A. G.. Mannheim. In der Generalversammlung erklärte die Verwaltung zur Dividendenerböbuna von S auf 7 vCt.. man fei im Kriege von 8 aus ö pEt. auf Grund besonders vorsichtiger Dividendenvolitik berabaeaanaen. halte sich aber ietzt nach Wiederaufnahme der reaulären Tätigkeit zur Wiedererböhuna kür berechtigt, um so mehr, als allen Ausdrücken der Arbeiter und Angestellten in liberalster Weise Rechnung aetraaen worden sei. Auch nehme die Gesellschaft Sbareinlaaen ihrer Arbeiter und Angestellten entaeaen. die nur vCt. unter dem jeweiligen Dividendensatze der Gesellschaft verzinst würden, wobei die Abstusuna einen Ausaleich für das Kursrisiko der Aktionäre bilden soll. In den Austchtsrat wurde Divlom-Inaenieur Otto Notker ^Mannheims neuaewählt. Die Kavitalserböhuna von 11 auf 16 Mill. wurde aenebmiat. Aus ie 6 alte entfallen 2 neue Aktien zu 107 vCt. Der Aufsichtsrat erhält fortan außer den bisberiaen Bezügen eine über Unkcstenkonto zu verbuchende feste Vergütung von ie 3000 jährlich. Mit guten Aufträgen fei man auf lange ?eit versehen, auch mit Material z. 5st. verhältnismäßig aut eingedeckt. A.-G. für Seiliudustrie vorm. Ferdinand Wolfs. Mannheim-Neckarau. Sämtliche noch umlaufende Stücke der 4>Xprozentiaen Anleihe der Gesellschaft werden auf den 1. Avril 1920 zur Rückzahlung ae- kündiat. Hugo Stinnes. der bekannte Mülheim«? Großindustrielle, brachte kürzlich die Aktienmehrheit der Königsberger Zellstoffabrik und der NorÄdeut'chen Aellulvfefabrik in Königsberg an sich. Die „Frks. Nachr." berichten jetzt Näheres über eine weitere Transaktion des gleichen Herrn auf graphischem bezw. papierindustriellem Gebiet. Es haben nämlich die Buchdruckerei W. Büxenstein und die Deutsche Verlagsgesellschaft m. h. H. in Berlin die Firma abgeändert in „Buch- und Zellstoffzewerbe Hugo Stinnes G. m. b. H." Demnach hat Stinnes auch hier eine maßgebende Beteiligung erworben. Leitender Ge'chäits» führer d«r veränderten Firma ist der bisherig« Ein-- zelprokurist von Hugo Stinnes, Herr Mincmx. Da» nach ist offenbar auch die kürzlich gemeldet« kom- manditariiche Beteiligung der Firma W. Bürenstein bei der Papierfabrik G. F. Halhroch in Hille- gvßen auf das Konto des Herrn Hugo Stinnes zu letzen. Amtliche Nachrichten. Ernennungen, Versetzungen usw. Das Staatsministerium hat die Versetzung des Professors Hermann Schaible von der Elisabcthschnle in Mannheim an die Realschule in Gernsbach zurückgenommen. hat in gleicher Eiaenschast versetzt: an das Rcalgomnasium in Mannheim: den Prof. Karl Kuhn von der Realschule in Ueberlingen: an die Oberreal- schule in Heidelberg: den Prof. Leo G e r st n e r von der Oberrealfchul« in Mannheim: Offenbura: den Prv- essor Adolf Essig von der Realschule in Singen: ,Psorzbl.im: den Prof. Artur Reinfartb von der Neallchule in Sinsbeim: an die Realschule in Ueber- linaen: den Pros. Dr. Alfons Semlcr von der Realschule in Radolfzell: an die Liselottcscknlc in Mann- beim: den Prof. Ludwia Kubn vom Realaumnasium in Mannbeim: an die Oberrealfchnle in Karlsrube den Prof. Gustav Kur» vom Realanmnafium mit Realschule in Weinbeim: bat die nachstehend genannten Lehr- amtsvraktikanten zu Professoren an den jeweils beigesetzten Anstalten ernannt, und ,war: an der Humboldtschule in Karlsruhe: Emil Letterer von Heidelberg: an der Leslingschule in Mannheim: Emil Schr ieder von Erdingen: an der Oberrealfchnle in Baden: Altred Böbrinaer vvn Meersbur«: Offenbura: Primus Kaller von Gütenbach nnd Anwn Kern von Offenbura: Pfvrzbeim: Dr. Alfred Bergo ld von Sovveteinell: an der Realschule in Gerns- back: Suao Greulich von Unteribehtal: Karlsruh«: Josef Dolland von Karlsrube: Radolfzell: Georg Schmitt von Bodersweicr: Singen: Joses Kolb von Scibran, lWürtt.I: Sinsbeim: August Straub von Mannbeim: an der Liselotteschul« in Mannheim: Jakob Werle von Mannbeim: am Realgymnasium mit Realschule in Weinheim: Karl Lenz von Wembach. Das Staatsministerium bat den Fabrikanten Friedrich Wolff inn. und den Bankier Z5rib Hamburger in Karlsrube ibrem Antraa entsprechend von ibrem Amte als Handelsrichter bei den Kammern für Handelslachen am Landgericht Karlsrube enthoben, das Mitglied des Vorstands der Landesversichcrunasanstalt Baden. Amtmann Julius Nu na. »um Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstands der LandeSverfiche- runasanftalt Baden, sowie den Landtaasabgeordneten Karl Rausch zum Mitglied des Vorstands der Lan- desversicherungsanstalt Baden ernannt: den Geheimen Oberregierungsrat Karl Salzer. Kolleaialmitglied der Obcrrechnnnaskammer. auf fein Ansuchen in den Ruhestand versetzt: den Prof. Dr.-Ina. Nnlselt, z. Zt. Ingenieur der badischen Anilin- und Sodasabrik in Ludwiasbasen. zum ordentlichen Professor der Ma- schinenlebre au der Technischen Hochschule ernannt. Das Ministerium des Kultus unö Unterrichts bat dem Hauvtlebrer Tobias Hervel an der Volksschule in Wiesloch die Stelle eines Schulleiters an der ge- nannten Schule mit der Amtsbezeichnung Rektor übertragen. Das Justizministerium bat den Austizsekretär Kriedr. Gebhard bei der Staatsanwaltschait Hreibura zur Staatsanwaltschaft Mosbach, den Iustizsekretär Aulius Dietbrich beim Amtsgericht Mosbach zum Landgericht Mosbach, den Iustizsekretär Heinrich Bibl beim Amtsgericht Donaueschinaen zum Notariat Donaueschinaen versetzt: den Hilkslebrer Gustav Glaser bei der Erziehungsanstalt Kiebingen zum Hauvtlebrer an der genannten Anstalt ernannt. Das Ministerium des Innern bat die Kanzleiassi- stenten Ivief Kölmel. Christian Jäger. Albert Schäfer und Karl Bickel bei der Landesversiche- runasanstalt Baden zu VerwaltungSIekretären ernannt. Das Finanzministerium bat den Biiroassistenten Friedrich Göbelbecker und Richard Ansmann bei der Staatsschuldenverwaltuna unter Verleibuna der Amtsbezeichnung Kinanzsekretär die Amtsstelle eines Bilrobeamten bei Aentralverwaltunaen. dem Babnverwalter Emil Siegele in Karlsrube Ran- aierbahnbof das Stationsamt I Karlsruhe und dem Baliiwerwaltcr Gustav Winter beim Güteramt Mannbeim das Stationsamt I Mannbeim übertragen, die Versetzung des Güterverwalters Ernst Freu in Singen sSobentwicll nach Konstanz zurückgenommen und dem Güterverwalter Joses Ntta in Ucberliugcn an Stelle des Güteramtes Singen lSobentwiell das Güteramt Konstanz iibertraaen. Die Generaldirektion der StaatSeisenbabnen bat versetzt: den Eilenbabnsekretär Arthur Sellmann in Steinbach «Baden! nach Otterswcier. den Eiien- babniekretär Karl R ö k> l e r in Karlsrube nach Neustadt lSchwarzwaldl. den Eiscnbabnsekrelär Karl Steinle in Neustadt lSchwarzwald» nach Karlsrube. den Eisenbabniekretär Karl Berg er in Tribera nach Basel. » Der Kommissar und Militärtnlvekteur der freiwilligen Llrankenvileae bat dem Relervelazarettdeleaierten. Prof. Hermann Ernst Maier. die Rote-Kreuz-Me-- daill« 2. Klasse verlieben. Tagesanzeiger. lNM«r«s ist aus dem Anzeigenteil »u ersehen.) Neuiabrötag 192». »Die Meisterfinger v»n .Sein« Hausdame" Bad. Landestbeatcr. Nürnberg". Ansang 5 Ubr. Stadt. KonzertSaus. Ansang '/K7 Ubr. Stadt. Fe st Halle. Festkonzert nachmittags 4 Ubr. Liederballe. Kamilienabend im Vereinsbeim Löwenrachen, abends ^8 Ubr. Liederkranz. Kulder-ksrühschovven im Klapp- born. vormittags 11 Ubr. Colvsseuin. Waldstr. Awei Vorstellungen, nachmittags 4 Ubr. abends M Uhr. Residenz-Lichtspiele. Neues Programm. Lure um. Neues Programm. Union-Tbeater. Neues Programm. Karlsruber Turnverein 184 S. Gemütliches Zusammensein in der Alten Braueret Printz, vormittags 11—1 Ubr. Karlsr. Kukballverein. Kamilien-Unter- haltung im Schremvv. Bierkeller. nachmittags 4 Ubr. F. B. Beiertheim. Kamilienausilua »ach Darlanden „Zur Linde". ... Cafö Hildenbrand. Waldltrake 8. Künstler- Konzert. nachmittags 4—6 Ubr. abends 8—10 Ubr. Caf6 Rüderer. Konzert, Kabarett, nachmittags und abends. . ^ Hotel .Badtscher Hos. Durlach. Konzert, nach- mittags 4 Ubr. vom Vetter. Weuernachrichtendtenit der bad. Landeswetter- warte in Karlsrube Auf Grund land- uud funkentelegravbifcher Meldungen. Bosbacht«ngen badischer Wetteritellen >7^ morgens! Karlsruhe Seeböbe 127 m ^uftdr. in mm Gestr. Hvchst- Wärm. Niedr. Temp. nachts Wind Richtg.^Stärke Wetter Nieder schlage 7S4.1 ^ S IS S SW schwach! bedeckt ö Feldberg «Schw.» Seehöhe 14W w Königstuhl Seeböbe SSS m 7S4.2 ^ 4 ^ 7 ^ S ^ SO ^ schwach^wolkig^ Allgemeine Witterungsübersicht. Das bisher die Wetterlage beherrschende Tiefdruckgebiet ist samt den Ausläufern nordostwärt« gezogen und bat den über Skandinavien gelegenen hohen Druck südostwärts nach Westrußland verdrängt. Die Niederschläge haben bei uns etwas nachgelassen. Die südwestliche Luftzufuhr hat stck weiter nordwärts fortgepflanzt und im Norden des Reiches rasche Erwärmung gebracht. Frost herrschte beute nur an der Ostarenze. Ein neuer, kräftiger Luftwirbel ist schon gestern im Westen erschienen und hat sich heute über das westliche Binnenland ausgebreitet. Voraussichtliche Witterung bis Donnerstag. 1. Januar 192«. nachts: Erneut Niederschläge, zunächst meist Regen bei übernormalen Temperaturen, windig aus L'VV. ?ur 6er preis z.— ^ur ZiokerunK xssunäen Ku5ssksns. ^tkeken.