n> Aarlsrahe frei ins Hau» aelksert monatlich 4.S0Mk. an de» Ausgavcstellen ab- «ehalt monatlich 4 .20 Mk. Auswärts durch unsere Agenturen bezogen 4,60 Mk. monatlich, am Postschalter abgeholt monatlich 4.4V Mk., »ierteliährl. 1Z.S0Mk., durch °en Briefträger frei ins vm»s gebracht monatlich «-7SM. viertel! äbrl.14.2SM. Berlag. Tchriftlcitnna »nd KeschäftSft-lte Ritterttrak- 1. «Nil eisen: die S aesp. Sionvareillezeile oder deren Raum »> lokal 1.4VM.b>auswärts I.SVMk. Reklamezeile S.— Mk.. au erster Stelle b.5v Mk. Rabatt nach Tarif. Anzeigen-Annahme bis 12 Uhr mittag?, kleinere Anzeigen spätestens bis 4 Uhr nachmittags. Badische Morgenzeitung Mit der Wochenschrift „Die Pyramide" Fernsvrechanschlüfse Ge,»ciftSstelle Nr. 2«». «isrlaa «r. 2»7. SchristleitnnaNr.2U «.8S4 Vadische Morgenpost Chefredakteur: Hermann v. Laer. Verantwortlich für Politik^ Martin Holzinger: für den wirtschaftlichen, badifchen und lokalen Teil: Heinrich Gerhardt! ti»r Inserate: i.V. Heinr. Schriever. Druck und Berta«: . Juni die Wahlen stattfinden. Die Ainanzkonfere?' . London, 14. Mai. (Renter.) Im Unterhause wnrde gestern der Staats veranschlag in zweiter Lesung angenommen. Auf eine Anfrage erwiderte Bonar Law, daß die vom Völkerbunde einberufene Finanzkonferenz wahrscheinlich Ende Mni oder Anfang Juni inBrüs - sel, jedenfalls aber nach der Zusammenkunft in Spaa stattfinden wird. Der türkische Friedensvertrag. Paris, 14. Mai. (Wolff.) Der türkische Frie- densvertrag ist gestern nachmittag den türkischen Delegierten am Quai d'Orsay überreicht worden. Er desteht aus 13 Teilen. Der 1. Teil behandelt den Völkerbnnd, der 2. setzt die neuen Grenzen der Türkei in Europa und in Asien fest. Der aus drei Kapiteln bestehende 3. Teil zwingt die Türkei, die politischen Veränderungen, die in Europa und Asien getroffen worden sind und noch getroffen werden können, anzuerkennen. Er enthält u. a. eine Spezialkonbennorr für die Meerengen, sieht die Autonomie und eventuell die Unabhängigkeit von Kurdistan vor und fetzt ein Sonderregime für die Stadt und den Bezirk von Smyrna fest. Er verlangt ferner die Anerkennung der beiden neuen Staaten Hedfchas und Armenien, sowie die vorläufige Anerkennung von Syrien nnd Mesopotamien als unabhängige Staaten. Der 3. Teil verlangt ferner von der Türkei die Anerkennung der durch den tliieg in Ägypten und Sudan, auf Zypern und ans den Inseln des Ägäischen Meeres s/schaffenen Lage, sowie die Anerkennung des > anzösischen Protektorates ui Marokko und unis. Der 4. Teil beschäftigt fich mit dem Schutz der Minderheiten in der Türkei sowie mit der Wiedergutmachung für die während des Krieges verursachten Schäden. Der ö. Teil enthält die militärischen und maritimen Klauseln und bestimmt, daß die obligatorische Dienstpflicht in der Türkei abgeschafft werde. In den Meerengen müssen die Befestigungen geschleift werden. Außerdem können England, Frankreich und Italien Seestreitkräfte, sowie militärische und Luststtreitkräste dort unterhalten. Die anderen Teile behandeln die internationale Hasenkontrolle, die Kontrolle über die Flußschiffahrt und über das Eisenbahnwesen, und beschästigen sich auch mit dem eventuellen Hinzutreten Rußlands zu den kontrollierenden Staaten. Beschießung der russischen Schwarze-ZNeer-Küste durch die Entente. Haag. 14. Mai. Wie der „Nieuwe Conrant" aus London erfährt, erklärte Walther Long im Unterhanse. es sei richtig, daß Kriegsschiffe der Alliierten ,m Schwarzen Meere neuerdings die russischen Küsten beschossen hätten. Dies werde so lauge fortgesetzt werden, bis die Bolschewisten ihre Feindseligkeiten gegen das Heer des Generals Wrangel in der Krim einstellten. polnisch rmnänifches Bündnis? iEigener Drahtberuht) b. Warschau, 14. Mai. Die Meldungen von einem polnisch-rumänischen Bündnis verdichten sich. England. England stärker ais je.... London, 14. Mai. (Reuter- Auf einem Essen des Verbandes britischer Bankiers in London sagte Chamberlein: Wir haben mit Borgen aufgehört nnd mit der Rückzahlung an^k- sangen. Unser Kredit steigt. Wenn die nötigen Opfer gebracht werden, müssen wir triumphieren und uns stärker als je hervorheben. Die gegenwärtige Zeit ist verheißungsvoll. Jedes Opfer wird unsere Zukunft bereichern und unseren Kredit festigen. London, 14. Mai. (Reuter.) Auf dem Jahresessen der Schissahrtskammer sagte gestern der Schiffahrtskontrolleur Sir John Maclay, er habe gehört, daß andere Länder, die noch kürzlich Englands Alliierte waren, gesetzgeberische Maßnahmen in Erwägung ziehen, die den Interessen der englischen Schiffahrt feindlich seien. Die Zeit komme, wo die englische Regierung diesen Vorgängen die größte Aufmerksamkeit schenken müsse. Die enKsche Schiffahrt und die Ausländer. Loudo«, 14. Mai. (Reuter.) Das Gesetz über die britische Staatsangehörigkeit und die Stellung der Ausländer bestimmt, daß ein Ausländer weder einen Lotsenattest im Vereinigten Königreich erhält, noch als Kapitän, Erster Offizier oder Oberingeuienr ans einem englischen Handelsschiffe ober englischen Fischerfahrzeug tätig sein darf, außer in den Fällen, wo solche Seeschiffe in der Regel zwischen nichtenglischen Häfen verkehren. Ausländer, die eine Bescheinigung darüber vorlegen können, daß sie während des Krieges auf britischen Schiffen gute Dienste geleistet haben, sind von der letzteren Maßnahme ausgenommen. Die Unruhen in Irland. ! London, 14. Mai. (Wolff.) Am Donnerstag eingelaufene Telegramme melden, daß in - j Irland planmäßige Einäscherung i von Polizeigebänden und Angrij.c auf Zoll- und Steuerbüros stattgefunden haben, in einem Umfange, wie es bisher noch nicht geschehen ist. Amerika nnd der Friede. Amsterdam, 14. Mai. (Wolff.) Wie aus Neu- york gemeldet wird, wurde Senator Lodge zum zeitweiligen Vorsitzenden des republikanischen Nationalkonvents gewäbli, der am 7. Juni in Chicago zusammentritt. Laur „Associated Preß" erklärten die Parteiführer, daß Lodge. zweifellos die Krage des Völker bnndes aufs Tapet bringen wird nnd daß Friedensvertrag und Völkerbund mit den Vorbehalten einen Teil des republikanischen Parteiprogramms ausmachen werden. Abänderung des amerikanischen Deportation--- gesehes. Washington, 13. Mai. (Reuter.) Präsident Wilson hat eine Bill unterzeichnet, die eine Abänderung des Deportationsge- seyes darstellt und die Deportation von Deutschen und anderen Ausländern, die während des Krieges interniert waren, zuläßt. Der russisch-polnische Krieg. Warschau, 14- Mai. (Reuter.) Die Streitkräfte der Bolschewisten haben, verstärkt durch Truppen aus dem Norden und Süden, den Dnjpr überschritten und die polnischen Stellungen, die den Zugang nach Kiew schützen, angegriffen. Die Polen hielten ihre Stellungen und nahmen zwei feindliche Bataillone gesangen. Feindliche Flugzeuge haben Kiew mit Bomben belegt. Amsterdam. 14. Mai. Eitglischen Blättern zufolge hat General Brnssilosf an den Chef des allrussischen Generalstabes einen Brief geschrieben, in dem es heißt: Polen hat volles Recht auf Freiheit der Selbstbestimmung. Dieses Recht muß aber auch Rußland zuerkannt werden, der Angriff Polens gegen Länder, die seit undenklichen Zeiten zu Rußland gehören, muß mit Gewalt zurückgewiesen werden. Dänemark und Deutschland. Kopenhagen, 14. Mai. (Ritzaus Büro.) Der dänische Minister des Aeußern hat dem deutschen Gesandten am 12. Mai mitgeteilt, daß er die ihm unter dem 7. Mai gemachten Bvrschläge betreffend den Abschluß eines Ucbereinkommens über die rechtliche Stellung der Minderheiten mit feinen Kollegen erörtert habe, und daß die dänische Regierung im gegenwärtigen Zeitpunkt bedauere, sich nicht imstande zu sehen, Verhandlungen mit Deutschland iu dieser Frage aufzunehmen. ? (Eigener Drahtverlcht.) b. Paris, 14. Mai. Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" dürften die französischen Truppen am Montag oder Dienstag Frankfurt räumen. Die heutige Amumer uujeres Blattes wuscht ö Seite». Zukunft und Ausbau der Karlsruher Techmscheu Hochschule. Von Professor Dr. Willy Hellpach. III. Bilden die sogenannten technischen Abteilungen den Wesenskern der Technischen Hochschule, so wird deren Gesamtniveau schließlich von der personellen und materiellen Ausstattung dieser Ableitungen entscheidend bestimmt. Die glänzendste Besetzung der Lehrstühle für Physik, Chemie, Bolkswirtschasts- lehre, Mathematik nützt der Hochschule nicyts, wenn Maschinenbau, Elektrotechnik, Jngenieur- weseu, Baukunst nur mittelmäßig oder unzulänglich dastehen. Gerade darin ist früher auch in Karlsruhe manches gesündigt worden, teilweise durch die Schuld der Unterrichtsverwaltung, aber auch keineswegs ohue Schuld der fraglichen Abteilungskollegien selber. Heute ist die richtige Einsicht auf beiden Seiten da, auch der Wille, alles Erforderliche zu tun und Versäumtes nachzuholen. Verfahrenes einzurenken — heute aber taucht wie ein lebenbedrohendes Gespenst vor der Hochschultechnik die Personalkonkurrenz der Industrie auf! Es ist für einen hervorragenden Chemotechni- ker, Maschinenkonstrukteur, Elektroingenieur jetzt ein sehr schwerer Entschluß, einem Ruf an eine Hochschule zu folgen, weil ihm die Praxis das Mehrfache an materieller Lebenssicherung zu bieten vermag nnd tntsächlich bietet. Unsere hiesige Hochschule hat bei den zahlreichen Berufungen der jüngsten Zeit diese Hemmung einer erstklassigen Lehrstuhlbesetzung bereits kennen gelernt, lieber eine gewisse Grenze wird de > Staat niemals hinausgeben können,' eigentl? > materiell Konkurrieren" kann er mit dem P> vatkapital nicht. Man muß hoffen, daß der geborene Hochschullehrer, der diesen Beruf wirklich in sich fühlt, trotz materieller Verzichte sich doch dorthin wenden wird, wo sein eigentliches Wirkuugsfeld ist. Aber natürlich mnß ihm dieses ideelle Wirkungsfeld wenigstens die Existenzsicherung bieten, ihm ein Dasein garantieren, das Ruhe und Sammlung zu For- schnngs- und Lehrarbeit und die dafür nötigen, recht beträchtlichen persönlichen Aufwendungen an Bücherbeschaffung, Zeitschristenbezug, sowie die Möglichkeit geistiger Ausspannungen noch gibt. Dies Problem zu lösen, muß bei der bevorstehenden Befoldungsreform versucht werden Der Hochschullehrer läßt sich nicht restlos ins Beamtenschema einpressen, auch in der Ent- lohnnngssrage nicht. Denn das Forschen ist und bleibt eine freie Leistung von stark künstlerischem Gepräge, es setzt darum bestimmte seelische Verfassungen voraus, die ohne entsprechende materielle Voraussetzungen nicht da sein können. Gerade der jnnge Hochschulprofessor tut oft „Führerleistungen", Gipfelleistungen, man kann ihn, der, einmal berufen, eine „Laufbahn" nicht mehr vor sich hat, nicht ntzch dem Mnster der sonstigen Amtskarrieren nur nach seinem Lebensalter in eine entsprechende Besoldungsklafse unwiderruflich einschachteln. Und nur, wenn der Staat in der akademischen Besoldungssrage großzügig verfährt, kann er seine Hochschullehrer davor behüten, privatem Profit nachjagen zu müssen, ja. diese Tendenz mit gutem Gewissen unterbinden. Eine Hochschule sesselt aber auch nur dann beste Lehrkräfte an sich, wenn sie Forschung- und Unterricht sachgemäß ausstattet. An vielen Punkten ist hierin die Technische Hochschule gegenüber den Laudesuniversitäten recht stiefmütterlich behandelt worden, und die Zeit materieller Not, in der wir stehen, erschwert es, das einst Versäumte nun vollgültig nachzuholen. Die ganze deutsche Wissenschaft lebt ja in tiefster Sorge um ihre Zukunft. Ich teile freilich den dunklen Pessimismus, der augenblicklich üblich ist, nicht ganz. Es wird sicherlich in den nächsten Jahrzehnten weniger luxuriös eingerichtete Forschungsinstitute geben, aber die Wissenschaft des Abendlandes ist an einem Punkte, wo ihr eine Abkehr vom Alerandrinismus und eine Einkehr zu rein geistiger Besinnung über allgemeine Probleme bitler uot tut. Die größten wissenschaftlichen Fortschritte aller Zeiten wurden technisch mit den bescheidensten Mitteln erzielt: auch das „reine Denken" ist, wie Einstein erst neulich betont hat, an ihnen entscheidend beteiligt. Die angewandte Wissenschaft vollends wird, als Technik, auch künftig in der Industrie immer eine bereite Nothelferin finden. Ihre Sorge braucht schon darum nicht so drückend zu sein, wie die der reinen und namentlich der Geisteswissenschaften. Der private Stifter spielt eine immer größere Nolle in der Alimentiernng der Forschung, und für technische Probleme, die gelöst werden sollen, wird er verhältnismäßig leicht aufzutreiben sein. Man soll ihn für seine Leistung ehren, aber vor allzu amerikanischen Formen hüten sich die deutschen Hochschulen besser: die Grenze jedenfalls, daß der Forscher die Richtung der wissenschaftlichen Arbeit mit vollkommener Verfügungsfreiheit selber bestimmen muß ^ die ist mit größter Präzision zu ziehen- Gerade wenn man det spendenden Praxis eine körperschaftliche M!t-- verwaltung der Mittel gewährt, wie es hier in Mr. ^2V. Seite 2 Karlsruher Tagblatt. Freitag, den Mai 192V Erstes Dlatt Studienjahre? aus der bautechnifchen Sphäre stammen sollte, so wäre schon 1020/21 der gegebene Zeitabschnitt, um die Grundlinien für diese lebenswichtige Aufgabe der Karlsruher Hochschulpolitik zu gestalten. Nachdem das Viktoria-Pensionat, das eine ideale Lösung der Frage bedeutet hätte, dafür verloren ist, müssen ta ganz neue Lösungen gesucht werden. Ich erachte es als selbstverständlich, daß man sich die Mitarbeit der Studentenschaft selber bei der Inangriffnahme und Durchführung dieser Ausgaben in angemessenen, wirklich produktiven Formen sichert. Aus neuen Lebensformen, die hier wie anderwärts die Not der Zeit erzwingt, wird allenthalben, leise, aber unaufhaltsam gleich allem organischen Wachsen, auch ein neuer Geist sich entfalten. Unsere Jugend selber wird, um physisch leben zu können, die neue Welt ausbauen müssen, die ihr dann, wie alles Se?bstgeschaf!ene dem Menschen ans Herz gewachsen sein wird, während es heute ein vergebliches Beginnen wäre, sie zur Bewunderung der demokratischen StaatSfaffade zwingen oder überreden zu wollen. Auch manche Aeußerlichkeiten studentischen Lebens, soweit sie überlebt sind und nicht ein ewiges Spielrecht gesunder Jugend darstellen, werden dann ganz von selber dahinschwinden, während man doch wohl nicht die farbigen Mützen verfolgen kann in einer Zeit, die dein jüngsten Handarbeiter das Recht garantiert, rote Symbole in jeder Aufmachung zu präsentieren und sich in wie immer gearteten Bünden zu vereinigen. Ach, was vergeuden wir Deutschen, auf allsu Seiten, für politische Nervenkraft, indem wir uns ewig über Bagatellen aufregen! Bon dieser jetzt wieder einmal besonders überreizten Seclenverfassung ist die Beschäftigung mit den großen Lebensaufgaben der Zukunft die aller- heilfamste Ablenkung. Daß es an den Hochschulen kritische Erscheinungen gibt — wundert uns das inmitten einer Weltkrisis? Hier wie überall kann nicht Nörgeln und Schelten helfen, sondern nur Mitarbeit. Zu der sollte auch die Karlsruher Bürgerschaft sich viel mehr einfinden, als bisher: wobei uns ,L)ürger"fchaft natürlich kein Klafsenbegriff ist, sondern die ganze Bevölkerung, soweit sie diese Stadt als eine lebendige Heimat empfindet. Den schönen Spazierweg, den der Plan Sackurs quer durch den künftigen Hochschulkomplex hindurch vorsieht, soll das ganze Volk mit dem Bewußtsein begehen können: hier werden deine Führer gebildet! In diesem Sinne muß die sachlich beste Ausgestaltung unserer Hochschule ihre wahrhast volkstümliche Zukunft einschließen: niemals aber dürste eine falsche Volkstümlichkeit erkauft und damit jede Zutun" Se, graben werden durch eine Popularisieriu des inneren Betriebes, welche die Forschung und ihre Lehre nicht ertragen könnten, ohne sich selber und damit ein lebenSentfcheidendcs Stück der ganzen Volks- und Menfchheitszukunft preiszugeben. Die deutsche Republik. Im Reichsrat ist der Entwurf eines Gesetzes über die Kommunalisierung von Wirtschaftsbetrieben ein- gegangen. Danach sollen die Gemeinden ermächtigt werden, aus Gründen des öffentlichen Wohls. Privatunternehmungen mit Zustimmung der Reichs- regicrung gegen angemessene Entschädigung in die Gemeiuwirtschast überzuführen. Bei Unternehmungen, die zur öffentlichen Personenbeförderung zur Versorgung mit Leitungswasser, Gas usw. dienen, sowie bei Theater und Lichtspielen bedarf es der Genehmigung oer Reichsregicrnng nicht. Unser Frieden-Heer. DaS Neichswohrministerium teilt mit: Die zahlreichen Verabschiedungen aktiver Offiziere in letzter Zeit, sowie die Fertigstellung der vorläufigen Offiziersstellenbesetzung ermöglichen es, demnächst, nnd zwar noch im Laufe deS Monats Mai, die B e fö r d e r n n g e n im Nahmen des zukünftigen FriedensheereS wieder aufzunehmen und damit einem lebhaften berechtigten Wunsche des Offizierskorps endlich, soweit die Verhältnisse eS gestatten, entgegenzukommen. Soweit die zur Beförderung heranstehenden Offiziere für Etatstellen des endgültigen Heeres nicht vorgesehen sind oder hierüber eine Entscheidung jetzt noch nicht getroffen werden kann, werden sie zunächst den Charakter eines höheren Dienstgrades erhalten, ohne daß ihnen hierdurch bei späterer Ueberuahme in das neue Heer ein Nachteil in dem Dienstalter und in der etwaigen späteren dienstlichen Verwendung erwachsen soll. Von Beförderungen von Oberleutnants zu Hauptleuten und von Leutnants zu Oberleutnants wurde für jetzt noch abgesehen, da diese Offiziere infolge Beförderungen im Kriege noch immer erheblich günstiger im Dienstalter stehen als vor dem Kriege. Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Aerzten. - Tic auf Veranlassung des Leipziger Verbandes veranstalteten Einigungsverhand- lungen zwischen Krankenkassen und Aerzte- organisationen sind gescheitert. Die Bankbcamtenbelvegung. Berlin, 11. Mai. Drei vom Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten gestern abgehaltene Versammlungen brachten noch keine Klärung der zugespitzten Lage im Berliner Baukgewerbe. Es wurde beschlossen, die heutigen Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium" abzuhalten. Sollten diese kein befriedigendes Ergebnis haben, so soll der Generalstreik der Berliner Bankbeam- ten beginnen. Ms Saöen. Neue Höchstpreise für Milch und Buiisr. Das Ministerium des Innern hat mit Wirkung vom 1. Juni 1920 an den Erzeugerhöchstpreis für einen Liter Milch auf 1.20 ^ und für einen Liter Mager- oder Buttermilch auf 60 .K einheitlich für das ganze Land festgesetzt. Ein Anspruch des Kuhhalters auf Vergütung für die Verbringung der Milch nach der Sammelstelle besteht nur bei erheblicher Entfernung des Betriebs von der Sammelstelle. Wird von einer Milchabsatz- oder Molkereigenossenschaft besonders behandelte Milch von guter Beschaffenheit abgeliefert in einer Menge von mindestens ft0 Prozent des Gemeindesolls, so ist e.n Zuschlag ve drei Pfennig zu gewähren. Für Vor- zugsvollmiü j tonnen die Kommunalverbände einen höheren Preis festsetzen. Der Höchstpreis für Butter beträgt für ein Pfund Süßrahmtafeibntter 12 für sonstige Butter 10.50 .tt>, für Butterschmal; 12,50 ,K. :: Hausen !. W., 18. Mai. Unter starker Beteiligung der einheimischen Bevölkerung ist hier, am Geburtsort Hebels die Wiederkehr seines 160. Geburtstags in schlichter Weise begangen worden. An dein feierlichen Umzug beteiligten sich Burschen und Mädchen in der kleidsamen Tracht der Hebelzei' () Salem (Bodensee), 14. Mai. Mit dem Verkauf der Markgräfl. Güter wird in den nächsten Tagen begonnen werden. Ms öem Stadtkreise. Der Himmelfahrtstag strafte diesmal das Won von den Eismännern Lügen; er brachte nicht nur keine Kälte, sondern die Wärme des Hochsommers. Das Regiment der Eisheiligen erstreckt sich zttar bis zum IS. Mai, so daß es immer noch Reif aus Blüten geben kann. Himmelfahrt war jedoch bis zum Abend, au dem sich ein Gewitter mit erquickendem Regen entlud, ungetrübt. Dieser Festlag war in der »guten alten Zeit", die die Generalion von gestern genießen durste, jener Tag, an dem weite Vergnügungsfahrten in die deutschen Gaue aufgeführt wurden. Fast jeder Verein unternahm da einen größereu Ausflug. Besonders die Gesangvereine rechneten es sich zur Ehre an. einmal am Niederwalddenkmal, am Kysfhäuser und anderen Plätzen mit Symbolen deutscher Größe gesungen zu haben. Au den Usern des Rheins konnte dann zu erschwinglichen Preisen eine gute Flasche „echter" Karlsruhe in Gestalt der „Hochfchulvereini- gnng" geschehen ist, werden gefährliche An- sprüche und Uebergriffe einzelner verhütet wer. den. Auch gegen würdige Formen der äußer, lichen Ehrung von Spendern großen Stils ist nichts einzuwenden, aber zu Mummenschanz sollte sich dabei die Hochschule ebensowenig hergeben wie zum Schacher mit Würden um bestimmt normierte Summen. Die technischen Fächer werden in den nächsten Jahren manchen sehr berechtigten Wunsch nach neuen Lehrämtern, vor allem aber nach mehr Arbeitsranm haben. Die räumlichen Verhältnisse an der Karlsruher Hochschule sind seit langem höchst unzulänglich. Das neue Institut fürs Jngenieuerwefen wird etwas Atemluft schaffen: aber Maschinenbau, Physik und Chemotechnik haben sehr berechtigte Beschwerden über die heutige Art ihres Hausen-müssens, und vor den Unterkunfts-Zumutnugen, die bisher an den Nationalökonomen, den Historiker, den Psychologen gestellt wurden, verhüllt Minerva ihr Haupt. Unsere Hochschule ist entsetzlich verbaut. Die Frage, wie sie zu erweitern sei, muß aber in Angriff genommen werden. Der alte Staat, den so mancher Hochschullehrer als ein Ideal von Sachlichkeit, Leistungswilligkeit, Anständigkeit und Erfolg preisen zu müssen meint, hat in der Angelegenheit gar nichts getan. Er konnte schwer etwas Vernünftiges tun. weil seine eigene Spitze, die Krone, der Technischen Hochschule zwar mit sicherlich ehrlichen platonischen Sympathien gegenüberstand, aber mit ihrem eigenen Grundbesitz dem Schützling zugleich jede organische Wachstumsmöglichkeit versperrte. Nun ist dieser Grundbesitz Staatsgut: der vielverlösterte neue Staat hat iu einem Jahre schon mehr drängende sachliche Hochschulprobleme mutig und erfolgversprechend angepackt, als sein Vorgänger in zweieinhalb Jahrzehnten: er muß auch mit Stadt und Hochschule das Raumproblem der Karlsruher ^Ims, Ns.tsr lösen. Die drei Instanzen, die daran gleich interessiert sind, sollten keine langwierigen Aktenbündel austauschen, sondern sich zuerst einmal mündlich zusammensetzen, um die Grundfragen zu erörtern, und Rektor, Hochschulreferent und Oberbürgermeister mühten eigentlich wetteifern, diese Konferenz zustande zu bringen. Als vortreffliches Programm legt ihr Professor Sackur, der gegenwärtige Vorstand der Architekturabteiluug, eine ebenso klare wie knappe Darstellung der baulichen Hochschnlpro- bleme vor. (Karlsruhe-Ost und die Technische Hochschule: Karlsruhe 1920 bei C. F. Müller) Wir gehen auf Einzelheiten der Sackurfcheu Vorschläge hier nicht ein. Ihr Kern besteht in der Umorientierung der zuletzt ganz planlos Gewordenen Bauerweiterung der Hochschule nach Osten, auf die Karl-Wilhelm-Straße hin: sie setzt als einen Bestandteil der Umgestaltung die Verlängerung der Moltkestraße durch Schloßpark und Fasanengarten nach Osten voraus und plant die Verbindung dieser Straße mit der Kaiserstraße durch einen breiten, frei- lich dem Fußverkehr vorzubehaltende« Weg, der den Schauplatz der Hochschule ganz anders als bisher mit der Stadt und ihrer Hauptverkehrsader verketten würde. Die Quintessenz der Sacknrschen Denkschrift ist. daß Stadt. Hochschule und Staat einen Plan haben müssen: nur so kann das räumliche Hochschulproblem in einer für alle Teile befriedigenden, vor allem dem Lebensraumbedürfnis der Hochschule förderlichen Weise gelöst werden. Gewiß, die nächste Zeit wird nur bescheidene bauliche Projekte ausführe» könucn. Gerade aber, weil sie iu ihrer materiellen Not sich strengste Sparsamkeit znr Pflicht macheu muß, darf sie in keiner Angelegenheit planlos wirtschaften. Es ist das Geheimnis echter Kulturen, daß ihre Gruudlageu s'.ist immer iu derartigen, streng gebuudeueu "lanungeu materiell schlichter Zeiten gelegt wurden: denn Kultur ist geistige Ordnung uud materieller Ueberfluß ihre größe <^esa!?r. Karlsruhe selber demoustriert uus, wie all seine bauliche Schönheit aus Epocheu bescheidenster LebcuSsühruug herstammt und in Ken Zeiten des reichlichen Besitzes fast nur noch ,,,,,, Haöisthes Lanöestheater. Zu in erstenmal: Die Marqnife von Areis. üchauspiel in fünf Auszügen uach Diderot von Carl Steruheim. .Diderots ganze Beredsamkeit wird . . . schwerlich den Abscheu hinwegräsonieren, den diese unnatürliche Tat notwendig erwecken muß. U^er die kühne Neuheit dieser Intrige, die unverkennbare Wahrheit der Schilderung, die schmucklose Eleganz der Beschreibung haben mich in Versuchung geführt, eine Uebersetzuug davon zu wagen, welche freilich die Eigentümlichkeit des Originals nicht erreicht haben wird. DaS Ganze ist ans einem (soviel ich weiß, in Teutschland noch unbekannten) Aussatz des Herrn Diderot: „Jakob und sein Herr oder der Fatalismus" genannt. Der Freiherr von Dalberg zu Mannheim besitzt die Originalschrist, und seiner Gefälligkeit danke ich es auch, daß ich in dieser Thalia Gebrauch davon machen iuirfte." Das kann der Leser überaus beziehuugsvvll bei seinem Schiller nachlesen: es ist die Schluß- bemerkuug zu dessen Uebersetzuug der Novelle des anch von Goethe sehr geschätzten Enzyklopädisten Diderot, die er „Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache" betitelt hat. Es wäre eine reizvolle Ausgabe, wenn hier Ort und Raum dazu wäre, am Original oder an der Schillerschen Übersetzung der Dramatisierung Karl Steruheims. wie er sie in seinem Schauspiel „Die Marquise vou Areis" gibt, nachzu!- geheu. Man würde finden, daß der moderne Dramatiker (von seinem ihm eigentümlichen Deutsch abgesehen, das nicht nur die Artikel tilgt, sondern mit Subjekt nnd Prädikatsnomen ein anstrengendes Spiel nach Art der Vexierbilder anstellt) die meisten Motive übernimmt, manchmal anch den Wortlaut, aber in einer javelhaitev AcMchtungstunst (auch wörtlich «n verwüstet und verschlendert worden ist. Staat, Gemeinde und Hochschule werden wahrhafte Kulturarbeit leisten, wenn sie die bauliche Einfügung der Hochschule in den Stadtorganismus in einer großgedachten Ordnung vorbereiten. Nicht bloß städtebauliche — auch soziale und politische Kulturarbeit. Es findet in Sackurs Programm sich der bedeutungsvolle Hinweis, daß die Raumbedürf- niffe der Hochschule über die Gesichtspunkte von Forschung und Lehre (und Sport und Spiel) hinaus auch der Ermöglichung neuer Lebensformen des Studententums zustreben könnten. Als eine Art von „College" hat Sackur das ehemalige Viktoria-Pensionat in seine Rechnung eingesetzt. Dieser Posten jedoch muß abgeschrieben werden: das Viktoria-Pensionat ist inzwischen endgültig, wie eS scheint zum Kinderkrankenhaus bestimmt worden, wobei wir es nicht unterlassen können, zu bedauern, daß ein so weittragender Entschluß seitens der Stadt ohne jede Fühlungnahme mit der Hochschule gefaßt werden konnte. An dem von Sackur prophetisch gezeichneten Bedürfnis ändert sich damit nichts: es ist schon jetzt in deutlicher. Entfaltung. wird rasch wachsen und in wenigen Jahren gebieterisch seine Berücksichtigung heischen. Denn wir haben mit einer durchgreifenden sozialen Umschichtung unserer Hochschul- studeuteuschaft zu rechnen. Die Zeit läßt sich absehen, da es unserem bisherigen „Mittelstand" nicht mehr möglich sein wird, seine Söhne studieren zu lassen. Schon heute geht das verfehlte „Semester-Hamstern" unserer Studenten bei vielen, die seine Un- zweckmäßigkeit durchschauen, auf die Gewißheit zurück, mit dem verfügbaren Geldmitteln höchstens noch ein Jahr auszukommen. Einströmen wird statt dessen die Nachkommenschaft des „neuen Reichtums" — auf der einen Seite: will aber die Demokratie mit dem Ausstieg der Tüchtigen, der durchgehend gerechten Auswäguug von Leistung und Geltung Ernst machen (und in Deutschland, wo man für papierene Freiheit kein Organ hat, hängt daran. daß sie Ernst mache, ihr Dasein!), so wird der Staat oder private oder körperschaftliche Einsicht, so hoffentlich z. B. auch die der Städte!, eine beträchtliche Zahl von Stipendiaten aus die Hochschule entsenden müssen. Einstens bestanden Stipendien oftmals in freier Wohngelegenheit, in Brennstoffzuweisung, in Freitisch: an den beiden Universitäten Leipzig nnd Greifswald, die in Deutschland die größten Stipendienfonds besitzen, gibt es sehr originelle Beispiele solcher Stiftungen. Im hochkapitalistischen Zeitalter wollte statt dessen jeder Geld zu freier Verwendung haben: Geld und ^"eiheit, im kleinen eine hübsche Illustration des ganzen „liberalen" Zeitgeistes. Was kann heute und künftig einer mit Geld anfangen? Herzlich ivenig. Die Geschichte biegt zu starker Bewertung von Naturalbesitztum um, auch der Hochschüler wird nach gesicherter Wohn- und Ernäh- rungsgelegenheit streben müssen. Die Wohnungsnot zumal wird hier das Rollen des Steines beschleunigen. Der beste Prophet unter den deutschen Historikern, Karl Lamprecht in Leipzig (den viele Zunstgenossen darum als Dilettanten verschrien), kaufte als Leipziger Rektor schon vor IX Jahrzehnten große Gelände, weil er eine amerikanische Entwicklung studentischer Lebensformen heraufziehen sah. Es wird sehr bald eine dringliche Frage werden, wo und wie Studenten wohnen und essen können. Erfreulicherweise ist man allenthalben mit praktischen Einrichtungen schon befaßt, z. T. entstammen sie (auch die Lehrmittelbeschaffung einschließend) der studentischen Selbsthilfe, in der ivir den wahren Urquell einer praktischen akademischen Demokratie erblicken. Tisch- und Lehr- mittelfragen sind so verhältnismäßig leicht zu lösen. Nicht die Wohnfrage. Ich stimme Sackur durchaus zu, wir werden gar keine Wahl haben, ivir werden für einen Teil unserer Studierenden Wohnhäuser bauen müssen, wenn wir die Ergänzung der studierte» Berufe nicht nur dem neneii Reichtum überantworten wollen. Auch sür die Karlsruher Hochschule wird die Notwendigkeit bald sich aufdrängen und man sollte sich (eben Hochschule, Staat und Stadt gemein- s a in) beizeiten mit ihr auseinandersetzen. Wenn, >ivie zn hoffen ist, der Rettor des kommenden lesen) die GeschehniSreihen rafft, zuspitzt und in fast übergescheiter, huudschuäuzig kühler Ballung zur Schlagkraft bringt. Er schönt um seiner (nachher noch zu zergliedernden dramati- scheu Idee willen) die Heldin, die Dirne Henriette Duqueuoy, hält auch das bei Diderot ausschließlich führende Motiv der Rache merklich zurück uud läßt sich dabei ein prachtvoll zynisches und rvkvkogcmäs-es Wort der Marquise Pommeraye entgehe», die bei der Unterweisung der Dirne zu dieser spricht: „Aber, um was ich Sic bitte sehen Tic ja zu, daß Tie mir über dem beilig Tun nicht im Ernst heilig werden." Steruheim ist es nämlich darum zu tuu, daß sich der Marquis von ArciS aus dem leeren Lüstling zum wahren Menschen umwandelt. Gleicherweise gewinnt in Henriette, deren früherer Lebenswandel ihrem Herzen serue war, die echte Liebe solche Gewalt nnd veredelt damit den ursprünglichen Sinneurausch deS ihr aus- gezwungeuen BräuiigamS, so daß beide getrost den gemeinsamen ehrlichen Lebensgang wage» können. (Bei Diderot heißt es in der Tat: „lebten als das glücklichste Paar ihrer Zeit".) 5 Mit Rücksicht auf die breite Einführung iu das neue Schauspiel, die das „Karlsruher Tagblatt" wegen Thcmastellung uud Neuheit des Autors in der Montagsnummer gebracht hat, kauu von der stofflichen Inhaltsangabe heute abgesehen werden. Es kann notfalls der un- moderne Schiller immer noch dem hypermodernen Sternheim aushelfen, denn alles steht in der Novelle DiderotS, auch die Wnrzelmotive zum Sternheimscheu Hauptthema des heutigen Stückes. Die Heranziehung der „Gefährlichen Liebschaften" von Laclos, deren die Vorbesprechung der Theaterleitung Erwähnung tat. ist nicht erforderlich. Wohl ist jene höllische Stimmung der Zeit darin z^ finden, aber wie gesagt: Diderot-Schiller ist erschöpfend. (Das Buch zu Sternheims Schauspiel „Die Mar- quise von Areis" ist bei Kurt Wolss in München erschienen.) Viereinhalb Akte braucht Steruheim, nm zu seinem dramatischen Vorwurf, zur seelischen Umwandlung des Marquis ArciS und der Henriette Duqncuon, zu kommen. In zwei zum Bersten geladenen und kühnen Schlußszenen bringt der Dichter aber trotz Plötzlichkeit und Ueberstürzuug mit überzeugender Kraft und Gewalt die reinigende, befreiende und wirkungsvolle Lösung. Die AuSeinanderfaltung und Hinaufentwicklnug deS Charakters Her Henriette setzt zwar schon mit dem Aufkeimen ihrer echten Liebe zum Marquis eiu, wird aber zum Nachteil einer wachsenden dramatischen Idee (unabsichtlich oder künstlich) zurückgehalten- Steruheims Sprache ist — ganz gewiß auch für den memorierenden Schauspieler — eine gelinde Oual, die Prosa ist gewaltsam rhythmisch, so daß man zuweilen glaubt, Verse zu höreu. Die Syntax ist nicht zu beneidende» Eigentum des Dichters. Man höre dieses Beispiel: „Um Ihrer Tochter Schicksal die Sorge, gnädige Frau, läßt Sic in diese Unterredung willige», Bewußtsein,' man muß, will im Sinn der Vorsehung man ganz bereit sein, unter Umständen anch mit einem Narren verhandeln." (Armer Bürkner, der solche Sätze sprechen mußte. Ein Psychiater würde von Satzkatatonie reden!) Sieht man von solchen Gewaltsamkeiten und krampfhafter Originalitätssucht ab, so bleibt doch eine starke Bewunderung für das dramatisch technische Geschick, sür die scharfe Gedankenarbeit, für die EinfühlungSkraft uud die seclisch-moderue Vertiefung eines mit genialer Spürkraft ausgegrabenen Stoffes. Wärme und damit wahres Dichtertum strahlt aus der mit Innigkeit gestalteten Schlußszene. Auf jeden Kall danken wir der Theaterleitung, daß sie uns mit diesem Stück deS hier überhaupt noch nicht gegebenen Carl Sternheim bekannt gemacht hat. Um so mehr, als die Ausführung mustergültig war. ES war, vou rein schauspielerischer Seite her betrachtet, ein Festtag, wie er seit Jahren hier nicht erlebt werden konnte. Felix Baumbach Hat mit dieser Einstudierung gezeigt, daß man trotz alledem und alledem liier im LandeStheater, dessen schwere Krise, neben der wirtschaftlichen, nicht übersehen werden kann, eine stolze Höhe zn erklimmen vermag. Erfaßt und znr eindringlichen Augenfälligkeit gebracht war die Gesamtstimniung. die geistige und örtliche Szene, Ton, Haltung, Kostüm, Farbe, die Preziösheit, die Dynamik, die Abrollung, die Steigerung, der künstlerische und ethische Geschmack. Die Ausführung war ein Meisterstück und dürfte keinen Vergleich mit solchen aus Bühnen anderer Städte zu scheuen haben. Baum- bach hat allerdings mit einem erlesenen Quartett und bis auf die Dienerrollen sorgfältigst und bewußt konzertiert. Tie glücklich genesene Linke konnte als Henriette daS Schauiv e- gänzlich umwerfen oder zum mindesten zur Peinlichkeit formen. Sic bringt aber das Unlernbare mit uud kann außerdem etwas. Ihre Henriette war in der Tat, wie sie Diderot beschreibt, ,^'cr' Kops einer Mutter GotteS vou Raphael, auf den Leib einer Galathee gestellt". Der Schimm-r einer Rekonvaleszentenschwäche erhöhte ihre Gestaltung zur dichterischen Verklärung, so SaN keinen Augenblick ein sonst fast unverme .duc,' peinliches Gefühl bei dieser gewagten Figm aufstieg. In reiser Meisterschaft, im Vollbelitz geistiger und künstlerischer Mittel verkörperte Melanie Ermarth die Marquise von Poniwe- raye. Zucht und Beherrschung, Vornehmheit der Gesamtlinie, hohe Intelligenz zeichneten gleicherweise auS. Mit bewunderungswürdigem Takt, fast mit einer zn starken Mäßigung, Else Noorman die, sagen wir einmal, g^ schästSlüsterne Mutter Hortense. Gegen dic'e^ Frauentrio mußte der Marquis von Areis m" aller Kraft ankämpfen. Anch in der Darstellung- Robert Bürkner, nicht gerade der ideale allerdings in unserem Ensemble der beste treter für diese Rolle, muß in seiner Leistung darum um so mehr anerkannt werden. Prm stein war der 5. Aufzug des letzten Aktes. ner bestand ihn vortrefflich nnd gewann m Ruth Linke und Melanie Ermarth dem nicyt ge wöhnliche Anforderungen stellenden Stück den oo len Ersolg. Anzumerken» nnd zwar mir Na« Erst«» Dlatt Karlsruher Tagblatt, Freitag, den !«>. Mai 1S2V «r. t2S. Seite? -"-«»henner geschürft und st» das Gold in der kehle abgeteuft werden. Wurde danu noch eine ^einfahrt mit Musik abwärts an burgenumsäumteu ^>ern unternommen, um etwa eine Beleuchtung zu kleben, so hatte die romantische Fahrt einen Eindruck gemocht, der kaum durch etwas anderes in der Er- "werung ausgelöscht werden kaun. Himmelfahrt ein Haupttag für Wanderfahrten. Verständ- Flora und Fauna tragen ihr Hochzeitskleid. Ae Schönheit zu genießen, sind zwei schwache ^nschenaugen kaum ausreichend; der Empfängliche >leht überwältigt. Die heurige Himmelfahrt Ueß so recht erkennen, daß wir auf manches werden sichte« lernen müssen. Glücklicherweise haben !"ir hier einen Stadtgarten. Und wenn er auch Hon viel gepriesen worden ist: er erweist sich jetzt ^radezu als eine Wohlfahrtseinrichtung. Mit ^Men gepflegten und gehegten Anlagen, seinen Äen mit tummelndem Geflügel, den stolzen Pfauen »nd munterem Kleingetier ist er ein duso rvtiro bitten einer Großstadt, deren Bewohner großenteils den Gedanken an eine größere Fahrt aufgeben bissen. Auf die Erholung können sie nicht verzichten, ^»nne und Luft braucht die Lunge des Großstädters "öliger als das Brot, das heute nicht mehr als Begriff Nlten kann. Und was ist nicht den Kleinen der Stadt- Arten? Hier sieht ihre kindliche Phantasie das ganze ^ärchenreich in die Wirklichkeit gezaubert. Bis es wieder in den Stadtgarten geht, haben sie Stoff ^Fabulieren. Und stets gibts etwas Neues, weil °je Natur in Form und Farbe unerschöpflich ist. ^e schenkt verschwenderisch und läßt sich nicht durch ^vä«lngeu hemmen, ob etwa Dank zu erwarten ^der cw Unwürdiger bedacht worden sei. Ein blau- ^rer strahlender Tag wie der letzte Himmelfahrtstag lindet dankbare Herzen genug. Der Himmel ist für Ae aufgerichtet, die Natur ein weiter Dom für alle Milbigen, die Sammlung, Frieden und Wonne ^hen. ««« badische Wappe». Dt« aus Anlaß ?>es Preisausschreibens für ein neues badt. Ars Wappen eingereichten Entwürfe sind am A d. und 17. bis 22. d. täglich vormittags zwi- Ken und 12 Uhr im Ausstellungssaal des ^cnerallandesarchivs (Hildaprome- ^de) zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. . 3»samme»ftotz mit der Elektrischen. Am A Mai ds. Js., mittags gegen 1 Uhr, stieß eine ''pännerdroschke mit einem Straßenbahn- »iPunneroroicyrc mit ctncul ?°gen der Linie 8 Ecke Jahn- und Westend- .^»ße zusammen. Die Droschke wurde stark be- ^ädigt. Das Pferd, das sich losgerissen hatte, galoppierte bei lebhaftem Verkehr durch die Ostend- und Amalienstraste. wo es von ewem ^chntzuiaun angehalten werden konnte, wodurch ^eitnes Unglück verhütet wurde- Vrandphadeu. Am 12. Mai. mittags S UHr, ?tstaud im Keller eru-S HauseS in der »aiser- ?>che auf bts jetzt noch mraufgekwrte Weise das alSSald durch die herbetgerusen- ^verwehr wieder gelöscht werden konnte. Der Mftvnde?« Kahrntsschaben wvS> auf ZKM ^ go- Mtzt. . Uw»all mit Todess^gc. Der vierjGrwe Knabe. 7^ am 11. ds. Mts. w der Aronenstratze von Kraftwagen überfahren wurde und nach städtischen Krankenhaus gebracht werden ^ßte, ist in der Nacht vom 11./12. Mai ds. Js. ^Uen erlittenen Verletzungen erlegen. .Begen WückSspicls gelangten ein Metzger ?"s Mülhausen, ein Hotelangestellter von Hohenstadt, ein Reisender von Dobroivil, ein Monier ans Straßburg und ein Schuhmacher von zur Anzeige. Ferner wurden mehrere hielte Wirte wegen Duldens von Glücksspiels in Lokalen angezeigte . Diebstahl. Aus der Garderobe des Landes- ^eaters wurde gestern einer Besucherin ein ,.°tseidener Mantel im Werte von 800 Mk. ge- ^hlen, ^Dazar des Vereins badischer Lehrerinnen. I'ien Bazar in der Turnhalle der Lessingschule. ^phienstraße^Gutenbei^platz^M ^Uck, ist indessen seine überschnelle Sprechweise, ^ nicht nur Worte, sondern Wortgruppen, ja Me völlig verschwallte und dem ungeübten zi°r«r einfach die Möglichkeit des mechanischen ^rständniffes nahm. Wenn die Franzosen ge- einen Satz atemlos in das Schlußwort Wichen: der Stoff ist wohl französisch, die vrache immmerhin, trotz Sternheimverrenkun- ^öeutscl,. ' .... »,-vre Erftalrfführung gewann den steigenden Zerfall des gutbesctzten Hauses. Zu verkennen dabei nicht, daß gewisse Hemmungen im Abliknm zu überwinden waren und im Lauf Zeit noch überwunden werden müssen. Das am schnellsten und für alle Teile ersprieß- ^ysten geschehen können, wenn die vorgestrige Pietät nicht Ausnahme bleibt. Karl Joho. Epikritisches aus Kindermund. ^Während ich Obiges schreibe, höre ich unseren Quartaner, der aus dem Elterngespräch was x?Zeschuappt hat, seiner neunjährigen Schwester »,°6hlen, daß der Martteh ein Dirndl geheilt Habel zweiten Lehrerinnenhetms in Schönau im Wiesental veranstaltet die Abteilung Karlsruh« des Vereins am Samstag, den 15. Mai, von 3 bis 7 Uhr und Sonntag, den 16. Mai, von 11 bis 7 Uhr. Eine rege Beteiligung wäre in Anbetracht des edlen Zwecks sehr zu wünschen- Romeo schreibt dazu: Da gibt'S Kafsee und Kinderwäsche, Verlosung. Glücksrad. Krabbelsack Und tausend andre schön« Sachen Vom Arbeitskittel bis zum Krack! Gesang und Tanz, Konzert im Freien, Gebäck. Schokolad und Backsteinkäs, Mit ersten Kräften im Theater Spielt man »Das Schwert des Damokles"! So kommt ihr Bräute, kommt ihr Mütter, Ihr OnkelS. Tanten strömt herbei. Bringt Basen mit, entsernte Vettern. Nur einmal blüht im Jahr der Mai! > DcransiMungen. Oberschlesiens Schicksal. Die HNtscheiungsstunöe über das Schicksal Oberschlesiens steht bevor. Polen will uns Oberschlesien rauben. Dies würde von tief einschneidender Wirkung für unsere Kultur und für nnser Wirtschaftsleben fein: ein vernichtender Schlag gegen unsere heute noch an erster stelle stehende Industrie werden. Was holen deutsche Arbeit, deutscher Kleitz und deutsche Tüchtigkeit aus den reichen Schätzen OberschlesienL heraus? Im Jahre 1913 wurden in Oberschlesien 43 Millionen Tonnen Kohlen gefördert. Ihre Ergiebigkeit ist so grotz, datz bei einer jährlichen Förderung von Ktl Millionen Tonnen die Kohlenoorräte noch ISA) Jahre reichen. Dazu kommen die ungeheuren Erträge, die durch das Vorkommen von Zink und Bleierzen erzielt werden. Und dank dieser Bodenschätze die darans sich ergebende Industrie, vornehmlich Eisenindustrie iS7 Hochöfen. SS Eisen- und Stahlgießereien. 14 Stahl- und Puödelwerk«), ferner Walzwerke und die weitverlivcigt« Verfeinerungsinduftrie. Preß, und Hammerwerke, Drahtwalzwerke. Maschinenbauanstalten usw. Nicht zu vergessen die Zementindustrie mit einer jährlichen Produktion von 4!4 Millionen Faß, die riesige Kalkindnstrie und endlich die Land- und Forstwirtschaft. Von welch katastrophaler Wirkung der Verlust dieser enormen Schätze Oberschlefiens für unser gesamtes deutsches Erwerbs» und Wirtschaftsleben sein würde, müßte einem jede» Deutschen recht klar «erden. Die Ansprüche der Pol«« entbehren d«r geringsten geschichtlichen Grundlage: dt« Pol«n wolle« hier nur wieder einmal mühelos ernten, wo deutscher KleW gesät hat. Darum ist eS heiligste Pflicht aller rm Deutschen Reiche wohnenden Mmmberechtiaten deutschen Oberschlesier. zur Abstim- m«ng in die Heimat zu fahren. Alle znr Abstimmung nötigen Ausweis«, Fahrkarten usw. werden lediglich durch die einzelnen Orts- und Bezirksgruppen beschafft. Die Bezirks- nnd Ortsgruppe Karlsruhe wird durch ihren 1. Vorsitzenden Oberpostafsistent Krawutschke, Karlsruhe, Sosienftr. 70, 2. Stock, alle an sie gerichteten Anfragen erledigen nnd Anmeldungen entgegennehmen. Alle Süddeutschen ohne Ansehen des Berufes. Standes, der Konfession und politischen Ansicht möchten die auch für Süddeutschlands Wohlergehen lebenswichtige Bedeutung Oberschlesiens richtig erkennen und mithelfen, daß an den deutschen Oberschlesier» dnrch Gewalt und Provagandalüge nicht schweres Unrecht geschehe. Das gesamt« übrige Deutschland aber soll und muß sich wie ei« Mau« dagegen erbeben, und es als vornehmste Ausgab« ansehen, der grokvolnischen Propaganda ein« zielbewußte deutschc Aufklärungsarbeit entgegen zu setze» und auch hierfür die nötigen Mittel zur Verfügung M Kellen. Svenben für die Ort»- und v«- »trkSgrnp»« Karlsruhe hetmattr«n«r d«»tsch«r Obers chl«st«r nimmt »nter Postscheckkonto MM Ne Süddeutsch« DrSkoutv-Geseklschaft A.G. Ktliale Karlsruhe entgegen. «lasier-Trio-Abe»i>. Ans den heute abend im Eintrachtsaale Sattsindenden Klavier-Trio-Abend von Ka- pellmeister Dr. HanS Rohr, Konzertmeister Josef Pet scher und Kammervirtuos Paul Trautvetter wird hierdurch nochmals hingewiesen. Karten in der Musikalienhandlung Fritz Müller, Kaiferstrabe, Ecke Waldstraße, und an der Abendkasse. Standesbuch-Auszüge. Eheausgebote. 11. Mai: Georg Thüroff von Lorc henmühle, Maschinenarbeit«! hier, mit Barbara Gar - recht von Sonderriet: Ludwig Zimmermann von Dallau, HilsSschafsner hier, mit Hilda Lederer von Freiburg i. B.: Eugen Stich von Tiefenstein. Kaufmann hier, mit Frieda H a »i in e r st i e l von hier? Otto Eh mann von hier, Sochbanwerkmeister in Os- fenburg, mit Paula Ulrich von hier: Friedrich Häußer von hier, Ehemotechniker hier, mit Anna Bürkle von hier: Robert Lehne von Cannstatt, Former hier, mit Karoline Bürkle Wwe. von Schützingen: Heinrich Conrad von hier, Verbandssekretär hier, mit Karoline Rihm von hier: Georg S clf n h von Colmar, Kaufmann hier, mit Karolina Scheuer von Mutzbach: Theodor Gagel von hier. Metällschlei- fer hier, mit Josevblna Reußer von NeunNrchcn: Ludwig Deißler von KSrnbach. Metallschleifer hier, mit Magdal«na Linde Wwe. von Deaerloch: Adam Ohliger von Kaiserslautern, Kaufmann hier, mit Maria Suhlmann von Emmerich: Heinrich Koch von Baden, itädt. Arbeiter hier, mit Martha Reiter von hier: Aug. Müller von Hüfsenhardt, Divl- Jngenieur in Weinheim, mit Käthchen Oertel von hier: Adolf Schlecht von Forst, Monteur hier, mit Lina S a u ck von hier. Letzte Na chrichten. Dr. koester über den Schuh der »«aiionslen Minderheiten. Christiama, 13. Mai. „Morgenbladet^ verössent- licht eine Unterredung seines Berliner Berichterstatters mit dem Reichsminister Dr. Koester über die ,vrage des Schutzes der nationalen Minderheiten, in der der Minister erklärte, die deutsche Negierung habe bereits beschlossen, alle sür Nordschleswig bestehenden Gesetze und Verordnungen, die in Dänemark als gegen die Dänen gerichtet betrachtet Werden, aufzuheben. Auch der Art. 113 der Reichsversassung hat bereits grundsätzliche Sicherheiten im weitesten Umfange geschaffen. Dies bleibt immerhin eine einseitige Staats- nkaßnahme. Wir wünschen aber ini Interesse einer dauernden Befriedigung der gemischten Grenzgebiete einen gegenseitigen Vertrag, in dem die feste Bürgschaft für dauernde Ruhe nnd Frieden in den Grenz- marken liegt. Dieser Minverl,eitsschutz soll sich besonders auf alle kulturellen Gebiete, die erfahrungs- gemäß der Bevölkerung besonders ain Herzen liegen, erstrecken. Das Recht des freien Gebrauches der dänischen Sprache soll allen dänischen Minderheiten im privaten wie im öffentlichen Leben sichergestellt werden. ÄZor allein sollen aber die völkischen Minderheiten das Recht erhalten, ihr Schul- und Kulturwesen selbständig zu ordnen und die hierfür erforderlichen Kräfte zu berufen. Alsdann werden die nationalen Minderheiten in Deutschland ein ruhiges und zufriedenes Leben in gesicherter Pflege ihrer kulturellen Eigenart führen können nnd wir hoffen, daß das Gleiche auch den deutschen Minderheiten im Auslande znteil werden möge. Angebliche Verletzungen des Zriedensvcrlraqs. Paris, 14. Mai. Wie der „Temps" ai^ö Lou - bon meldet, hat das englische Ministerium des Neuster» aus Paris ei»e ausführliche Liste der angeblichen Verletzungen des Friedensvertrages durch Deutschland erhalten, da England dieser Frage nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt habe wie Frankreich. Schließung der Werst von Llohm A Hamburg, 14. Mai. Die Werst von Vlol> m K Votz hat infolge des Ausstandes der technischen und kaufmännischen Angestellten usw. den Betrieb geschlossen und die Entlassung sämtlicher Arbeiter ausgesprochen. Nach Wiedereröffnung des Betriebes sollen sämtliche Arbeiter wieder eingestellt werden. Ausstand der Berliner Ariseurgehiifen. Berlin. 14. Mai. Die Friseurgehilfen haben gestern die Arbeit niedergelegt, nachdem Wochenlöhne von 140 ^ für Herren und ISO ^ für Damenfriseure nicht bewilligt worden sind. Beschlagnahmte Silberbarren. Berk«. 14. Mai, Bei einem von Stettin nach Frankreich abgehenden BieHtransport sind S i l- berbarren im Gesamtgewicht vou 4A> Lttlo und im Werte vr»u 8lX>Ml> Mk. beschlagnahmt worden. Das Silber stammt aus Deutschland und ist von. einem Franzosen, der sich in dienstlichem Auftrage zu Viehtransporten nach Frankreich hier aufhält, aufgekauft worden. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Die Streikbewegung in Frankreich. Paris, 14. Mai. Die Gasarbeiter von Paris und Umgebung werben morgen früh die Arbeit niederlegen. Der Allgemeine Arbeiterverband hat in Erwiderung der Mastnahmen der Negierung den Streik der Beleuchtungsindustrie eingeleitet und Matznahmen angeordnet, Ilm die gesamte Möbelindustrie still zu legen. Paris, 14. Mai. Auch die rechtsstehende von ehemaligen Angehörigen der alten Sozialistischen Partei neu gebildete Französische Sozialistische Partei protestiert in ihrem Organ ,LZon Soir" gegen die gegen den Allgemeinen Arbeiter verband eingeleitete llnt<" suchung. Reise italienischer Sozialisten nach Rustl:n Rom, 14. Mai- Die „Tribuna" meldet, ratz aus Grund des Ueberetnkommens zwischen >er sozialistischen Partei und der russischen Negierung die Delegation der italienischen sozialistischen Gewerkschaften und Genvs senschasten am 17. Mal nach Moskau abreisen wird. Mexiko. Veracrnz. 14. Mai. «Neuter.l Die Aufständischen sind nicht imstande, Carranza ans San Marcus zu vertreiben. Der amerikanische Konsul teilt mit, Satz Leben uud Eigentum der Ausländer nicht gefährdet ist, und aibt den Rat, die amerikanischen Streitkräfte zurückzuziehen, um nach Möglichkeit Reibungen auszuschalten. , Berlin, 14. Mai. In der Nacht zum Himmelfahrtstag vergifteten hier der 35 Jahre alte Fabrikarbeiter und Portier Werner und seine 2? Jahre alte Ehefrau sich selbst und ihre vier Kinder mit Gas. Werner war seit längerer Zeit arbeitslos und seine Frau kran?. Er soll sich auch verschiedene Straftaten zuschulde,- haben kommen lassen nnd seine Festnahme befürchtet haben. Berlin, 14. Mai. Als gestern nachmittag in der Austernstnbe in der Kronenstraße in Berlin für eine halbe Million rot gestempelter Tansendmark- scheine, für die ein Aufschlag von 40 Mark pro Tausend gezahlt werden sollte, einem Käufer übermittelt warben, wurden alle beteiligten festgenommen rnd ie Geldsumme beschlagnahmt. Dnniig, 14. Mai. Der vielfach vorbestrafte Einbrecher Schröder, der kürzlich aus dem Zuchtbüus entwichen war, sollte gestern durch zwei Polyei- beamten verhaftet werden. Der Einbrecher feuerte unvermutet mit einem Revolver auf die beiden Beamten, wodurch einer von ihnen durch einen Bauchschuß getötet wurde. Der andere Beamte schoß nun ebenfalls und traf den Schröder tödlich Tagesanzeiger. (Aäver«>> ist ans ocu> ÄN5ci ,u ersehen Freitag, den 14. Mai. Klavier-Trio-Abend illshr, PeUchcr, TrZul- vetter, Eintrachtsaal, ^8 Uhr. Vertriebene Elsatz-Lothringer, Vollvc'- samrnluna, Elefanten, 8 Uhr. vom Wetter. Wetterbericht der Badische» Laudeswctterwarte vom 14. Maj 1S2V. Nachdem der hohe Druck g«nz nach Osten verdrängt worden war, breitete« über dem nordwestlichen Meere hinziehende Luftwirbel ihren Etnflutz südwärts ans. Die Temperaturen erreichte» im ganzen Binnenland hochsommerliche Stände, in der Rheinebene bis zu 28 Grad. Es wurde dadurch die Bildung flacher Teilwirbet über Deutschland begünstigt, die noch im Lause des Abends vielfach zu Gewitterbild«ug führten. Heute ist das Wetter kühler und wolÄg. Wahrscheinlich wird aber von Westen vorsingender Hoher Druck demnächst wieder AusheiteKwg herbeiführen. > Ä. F/'oFe »2 s//e/z So/s- unö Wissenschaft. »^buische Hochschule Karlsruhe. Die nachstehend ae- kx>?^cn. an die.Fridericiana" nen berufenen Profeffo- ^t«n, wie man uns mitteilt, ihre Vorlesungen: 1. a l a u L, ordentlicher Professor der Geometrie, tzh. Tametag, is. Mai. vormittags 11 Uhr. in der Aula z »Mathematik und räumliche Anschauung"! 2. Dr. Li, ' > e n , ordevtllcher Professor der Geschichte, am übe, 18- Mai, nachmittags S Uhr. in der Aula istx?, "Der Wirtschaftskamvf um Südamerika". Jnter- haben zu diesen Vorlesungen Zutritt. Ty??a»strag. Dem Bankier Dr. Stein ist für das «iii^Memefter 1SSV ein Lehrauftrag znr Abhaltung Ilh»? 'lnftitndiseii Vorlesung in der Technischen Hoch- ^hier über Geldwirtfchaft erteilt worden. se^^iftsteller beim Reichspräsidenten. In öie- vrd^^^l! empfing der Reichspräsident eine Ab- Verbandes Deutscher Bühnen- Mjtellex uuö Lühnentomponisten, bestehend aus Dr. Bruno Decker, Dr. Ludwig Fulda, Dr. Wenzel Goldbaum, Eduard Künnecle, Hermann Sudermann. Der Sitzung wohnte der Reichsminister des Innern, Koch, nnd der Theater- reserent im Kultusministerium, Dr. Seelig. bei. Dr. Fulda trug dem Reichspräsidenten die bedrängte Lage der geistigen Schöpfer, insbesondere der- deutschen Bühnenschriststeller und Büh- nenkoinponisten, vor und wies darauf hin, daß auch die politisch sehr bedenkliche Spannung zwischen Kops- und Handarbeitern auf die Zu- rückdrängnng der geistigen Arbeiter im wirtschaftlichen Kampfe zurückzuführen sei. Ferner sprach Dr. Fulda den Wunsch aus, den geistigen Schöpfern Sitz und Mitarbeiterschaft im Reichs- wirtschastsrat zu gewähren. Als konkret/eu Vorschlag, wie der Notlage abzulielsen sei, trug der Syndikus des Verbandes, Dr. Goldbaum, die Einführung des sogenannten lk. lur das cbm ab V^sI6 sngelegt. ^uch 62s übriZe I.sud' bolz wsr sehr stark bekrsgt, beson6ers Usinbucbe»' ^ Schnittwaren. Das ^klauen 6er junktur sm Holzmsrkte beobscbtet» msn währen" ^l. lies Monats / am 6eutlicksten im Verkehr mit Vhx Schnittwaren. V/ährend die Lsgewerke eine ?u- ^oe nehmen6e ^bgabewilligkeit zeigten, beobscbtci^ 6er Han6el eine grolle Zurückhaltung. Diese StoK' ^llli kung im ^bsstz bstte die Ansammlung grolZer Vok' ? ^ räte sn 6en ?ro6uktionsplätzsn zur ?olge. Väd- ren6 vor einein ^lonate noch 6ie Hersteller vo» unsortierten sägekallen6en Brettern 11—IZW ^ ^ leicht kür ihre V/are erzielen konnten, »iv6 heuti z. ö. sn 6er Donau Abschlüsse zu 900 l^ik. pro cbo ^.k> un6 darunter schon erkolgt. ^uch im Han6el mit ^ > Bauholz konnte man die Beobacbtung machen, 6s^ ^ 6ie Höchstgrenze in 6er Bewertung 6er V/sre er- ^ reicht wsr. Stsrke I^sekkrage hält an nsch Schwel' " lenkolz und V^sggonbsubölzer. Qerbstokkmsrkt. Die k^acbkrsge nscd Miellen- un6 ?ichtenrin6e wir6 immer ledhakter. hjsj Die preise sin6 noch nickt lest. Lei einer wörtteM' »Hz bergiscben binden Versteigerung wur6en kür Nebe»' ^It> rin6e Breise zwischen 80 und I2t> Aik., kür ?ichte»' 'Ii rin6e Breise zwischen 76—78 Uli. angelegt. Diese -ÜNx preistreibenden Bewertungen liegen weit über de» gegenwärtigen Tagespreisen und können nicht I^lorm betracbtet werden. Die jüngsten l^lsldunge» > sagen eber von einem Preisrückgang. VerIielir. ^us dem besetzten Lebiete solle» Ü»^ immer noch bedeutende Holzmengen ins ^.uslaou verschoben werden. Debersll klagt man über dis ^ msngelbskte V/agengestellung zum Holztranspori' !>^ In 1°büringen ist ein Verein thüringischer Holzindu' ^ strieller entstanden, in Ladern schlössen sicli kleinen un6 mittleren Lägeverke Zusammen. tr! Ausland. Der Handel in ?inlan6 var in clet letzten ?eit veniger lebbakt. Der Hol^reicbtuS ^ 6es Ostens vird, 6a Lnglan6 die Han6 6arauk g°' ^ legt bat, kür uns nocb lange unzugänglich sein, 1^-. Dannig berrscbt sebr geringer Hol^verkebr. ^ hoben ?reisen kin6et sich wenig Vorrat. Dek ^ ^ schve6ische liol^markt ist an6auern6 ssbr kest ^ Die 6eutscken Vorräte an auslän6ichen ^ut^köl^ers ^ s!n6 käst zusammengeschmolzen, 6ie ?reise beve^' ten sich weiter aukwärts. Die ?ukuhren bliebe» ^ gering. «rgx ^rbeitsmarkt. Die Holzindustrie war nacb ^ wie vor gut beschäftigt. lieben 6em noch imw^ großen Le6ark an Facharbeitern kür 6ie UöbelindU' >»h strie besteht auch eine erhöhte Nachtrage nsc» Lauschreinern. Im Baugewerbe verbin6ert abet h j 6er Materialmangel eise sichtliche Besserung 6et Wx !'.' beban6elte der Vortrage»6e den leil des Werkes, 6er mit 6er in Deutsch>an6 noch nicht häukig angewendeten hohen 8pannung von 1l>l> MO Volt arbeitet, wobei die Mitteilung besonderes Interesse erregte, 6aÜ die Betriebssicherheit der IHOMtl Volt-Anlage sich als aulZerordentlicb hoch erwiesen kat; so sind 2. L. suk der IIV km langen IHOVOll Volt-?reileitung, die von korbacb nach Mannheim kükrt, seit Lstrisbserökinung noch keine Störungen vorgekommen. Den LchlulZ des Vortrages bil6ete ein Hinweis suk 6ie I^otwen6igkeit, durch Errichtung einer »labresspeicheranlage, wie sie bekanntlich beim Zweiten Ausbau de« Aiurgwerkes beabsichtigt ist, 6ie 8chwierigkeiten in 6er 8tromversorgung, 6ie ^ur^eit 6er V^asserklemme 6er Uurg entstehen können, 2U beheben, un6 6urch 6en Ausbau weiterer Vi^asserkräkte, als 6ie beson6ers 6ie Neckar- wasserkräkte in Betracht kommen, auch in 6er übrigen üeit 6es wahres eine noch weitergelien6e Unabhängigkeit von 6er Xodlenbeliekerung ?u er- reichen. Vow Letrleb Ses Mrgvsrks. Im Oberrheinischen Elektrotechnischen Verein, Karlsruh«, hielt Oberingenieur ? ettw « i» von 6er Oberdirektion 6ez Nasser- und 8traLenbaues einen Vortrsg über die erste Betrisbs-eit 6es >lurgwer- kes, 6ai bekanntlich »einen Betrieb im November 1?I3 »ukgenommen hat. Der Vortragends behandelte Zunächst 6ie Betriebsweise 6es Werkes, da» mit den Dsmpkkrakt- Elektrizitätswerken der 8tadt Karlsruhe, der Oberrheinischen Lizenbahngs»ell»cbalt in Rheinau und der 8ts6t Alannkeim durch eins mit der 8pannung von IVO AX> Volt betriebene Leitung verbunden ist und mit 6iesen V/erken gemeinsain 6en grölZten .leil von I^or6b»6en von Okkenburg bis ?ur I^oo6- greruie 6e, I^sn6e, unter 8tillegung 6er trüber in 6iesem Oebist bskindlich gewesenen Dampkkrakt- anlagen 6e» Elektrizitätswerk«, Ickern und 6er Nsenbaknverwaltung in Durlack un6 Mannheim mit Ltrom versorgt, und reigt an Hand von Be- darkskurven und B«la»tung»diagrammen, nach welchen Oesichtspunkten und in welcher Vi^eise die Lr^eugung 6es vorhandenen Bedarkes an elektrischer Lnergie, der in 6»r H»uptbelastungs2eit auk 26 lXIl) Xilowatt steigt, »uk da« Uurgwerk un6 6ie Dsmpkkraktwerke verteilt wir6. Den letzteren wird -ur Erreichung einer möglichst wirtschakt- liehen ^usnut-iung der Kessel-, und Uasclünenan- lagen die Deckung 6e» mehr 06er weniger gleich- bleiben6so l'eilss 6e» Bedarkes überwiesen, wäh- ren6 das I^urgwerk unter ^usnutsung seine» 8am- inslbeckens, mit dessen Hilke e» in 6er I-ags ist, seine 8tromer?eugung 6em Bedark anzupassen, 6is Deckung 6e» »ckwanken6en Teiles 6e» Bedärke», des sogenannten 8pitrenbe6arke,< übernimmt. Da 6as 8smmelbeckeo 6e» Uurgwerke» in »einer jetzigen ^usbaustuke nur eine »olcbe OrölZe bs- sit^t, um 6en innerhalb eine, läge» exkolgenden V^asser^ukluü in 6er ^Veiss auk^uspeicbern, 6aü die Ausnutzung 6es ^asserzuklusses im Xraktwerk dem schwankenden Ltrombedark an den einzelnen Tagesstunden sn^epsÜt werden kann, al»o nur eine Isgesspeicberanlage darstellt, besteht kein« Möglichkeit, da» zurzeit sebr starker Vi/asserküh- rung der Uurg vorhandene überscbüssigs V^asser kür die trockene Jahreszeit aukzusammeln. Inkol- gedessen verringert sich die Xrakterieugung de» Uurgwerkss zur ?eit geringen V^asserzuklusses, und die Xrakterzeugung der Dampkkraktwerke muü entsprechend gesteigert werden, eine UalZnabme, die bei der jetzigen Xoblenknappkeit nickt immer in vollem ^mkange durchkübrbar ist, sondern zu vorübergebenden Nnscbränkungen in der 8trom- klluSsedau aul äem Sol^msrkt. (Eigener Bericht.) Allgemeine I.age. Im I.suke des ^pril war der Verkehr am deutschen Holzmarkte bei weitem nicht so rege wie in den Vormonaten. Die politischen Vorgänge im Leiche übten einen er- kennbaren LinklulZ suk die Oestaltung des Marktes aus. Linzeine 8ortimente gingen, da die tisch- krage zu gering, ds, Angebot aber gröller war, im ?reise zurück, ^weikellos batte der Bericbtsmonat das Oepräge eines langsamen Konjunkturrück, ganges. I^sdelrundbolz. Die Lundbolzssison 1919/26 ist im groLen und ganzen abgeschlossen. Die ^lsgd nscb Vare, die der Lindeckung dieses unge- sun6s Aussehen verlieh un6 nur 6en Elementen 6iente, 6!e mit hohen Oewinnen 8chiebergescbäkts trieben, bst bei 6en letzten Verkäuken etwas nscb- gelassen. Vereinzelt bedeutende Lreisrücksckläge dürken nicht versllgemeinert werden. ^Vohl hst sich die I^eberspekulstion im Linkauk etwas gelegt, dock stehen im allgemeinen die ?reise immer noch sehr koch und weit über den l'axen. V/ir saben nocb Lrlöse in den letzten Lagen, die bis zu 600 ?rozent über die Anschläge gingen. 8ekr rege blieb die l^sckkrsge nsck Lspierkolz. .^b V^sld wurde kür unentrindetes Isnnen- und ?icktenpa» pierkolz bis ZU 30l) >ik. geboten. I.aubkolz. Die tlschkrage nach I.subrund- bolzstämmen bielt sn. Die kolge war die bobe Breisgestaltung. Beson6ers groll blieb 6as Interesse kür Lieben aus 6em 8pessart. ?ür 8tammloäes-^n-eiZe. Oott «Zem kat es ZekaNen, am Donnerst ZZ. nackts 2 vkr, meine lieds, xute, treubesorxte Imkere liebe, xute SLkwester, Lckwa^erin un6 ?ante Nevte trüb 9 entsckllek xottei^eben, im ^lier von HS lakren, meine liebe frau, unsere treudesorzte, xute Butter, Setiviexermutter, Qrollmutterund Schwester krau Doli ^ed. Sckludi ivo'n!versehen mit 6en l'rostllNFen 6er keiligen Kircke nack ^/4jäkri»er sckweren, mit Oe6ulä ertragenen I^ei6ens?eit im Zelter von 50 )akren z:u sick in 6ie evvixe tteimat absuruken. Im Kamen äer trauernden ttinterdliebenen: ^nllress Doli, A/lsIermeister. v-ei-^ixunx am 5sms«»z, 15. U»>, naclimittzxs >/zZ vkr, von 6er frie6kokkapelle aus. I 'rauer^otresdienst am ^iontaA, 6en 17. ^ai in 8t. Ltekan Marxens Ukr. ^rauerkaus: I^vonstraLe 5. -wenn 6ie k'reise lie^Lckuke steigen, man besorgt: Was nun? Die t- keikt: miteinern Nüttel, 63.8 er- KZ.1t un6 verschönt Zeb. Tot?. Bükl />2 Ullr von äer ?rieä- kc>IIiap?ttc aus. ^rsuerlisllz: ^tzrien»tr»Ke 24. lven^n auch revaraturbe- dürstia. werden stets au- gcka«st in Weintrsubs An- u. VerkaufSaeschäst. Kronen st r a k> s ?>Z. Vandniir»,«tia,t. Ivo-LW Morgen, mit mod. Wohnhaus, mögt, etektr. Licht, Wasserleit., mit arön. Biehbestand. in einem Ort, lvo jüd. (Sem. vorhanden, gesucht. Off. unt. V. V. VS4I bef. Ru- dols Möns, Äerlin L. 2. Köniastrane Ski. Gels verleiht in kurzer Reit. Eelbstgeber v. Niark an aufwärts an jedermann bei monarUcher RuckzahUing durch Fr. Wuchleither Karlsruhe Draisstr. 17, L Trevven. Sprechzeit von 2—S Uhr ii-ichm. Streng diskret. In leiten cler tlilckknsppkeit sin6 Wiiirreiiie krocHMe sckvar? / geld / brsun / rotbraun ^Ueinkerst.: Verner D k4ert5, >laln? In entsprechender Lage Wohnhaus von einem Arzt zu kaufen gesucht. Garten wäre erwünscht. Angebote unt. 5>tr. 5Z4 t. Tagblattbüro. k«, »Äckclbeers-ttt, Holau-l-r-zkr, Litronensakt. ^ued »l» aller Art Wtertümer. Gold. Silber. Münzen. 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In , Linie sollen Angehörige des Vorstehers genommen werden, die in dessen Hanse Woh- M und Beköstigung erhalten konnten. Ihre Mdung war deshalb anfangs gering. Bis- ,, bestand das hauptsächlichste Personal dieser Landpostämter in männlichen Postgehil- .?/die zmn Zwecke der Ausbildung den Aem- > zugeteilt und nach verhältnismäßig kurzer l'/ an ew größeres Amt versetzt wurden. Durch - häufigen Wechsel wurden die Dienftge- naturgemäß beeinträchtigt. Durch Schaf- der Gehilfinnengruppe suchte die Postver- Mnng diesen Zustand zu beseitigen. Im Jahre wurde deshalb die Einstellung von Gehil- im weitesten Umfang verfügt. Die Verzug richtete sich nach den örtlichen Verhält- ,Alljährlich erhöhte sie sich um SV bis ^Höchstgrenze vou MV—IlXX) ^!. Die Gehilfe» standen zwar im privatrechtlichen Berhält- Zur Postverwallung, hatten aber Aussicht, nach kArer Dienstzeit als Post- oder Telegraphen- ?>Mn übernommen zu werden. Zu diesem mußte» sie sich jedoch an ein größeres ^Wrsamt versetzen lassen. Jede strebsame ^ufiu suchte nun sobald wie möglich ihre Ber-- und die damit verbundene Beförderung vost- und TelegraphengeHilfin »u erlange«. ^ Hauptzweck, eine Gruppe ständiges Personal Waffen, ging dadnrch wieder verloren. Ak Poswerwaltung war deshalb danerr.. .. «At. die dienstlichen nnd Lohnverhälwisse der I,.Mimen zu verbessern. Die Vergütung, Ur- j7°sgewShrnng, Teuerungszulagen näherten j^Mwer mehr denen der Beamtinnen. Auch Mlich des Dienstverhältnisses der Gehilfin- war eS deshalb nicht mehr länger von der ^ zu weisen, ihnen die Beamteneigenschast »^erkennen. Es war notwendig, aus Für- ^ kür die Gehilfinnen, die in der gleichen i,^^.u»d im selben Umfang ihre Arbeitskraft u- >»,? Postdienst widmen wie die übrigen Beamten cd her auch die gleiche Anwartschaft auf An- und Altersversorgung verdienen. Da '.v, Einrichtung nach dem übereinstimmenden >l aller beteiligten Dienststellen bewährte, die Neichsposwerwaltung jetzt dazu eut- ! deu Gehilfinnen auf Postämtern ^asse die Beamteneigenschaft zu verleihen, mit de« Post- und TelegrmHeugehilfin. ^ Gleichzustellen. DK Segnungen dieser Maß» IM»« werden für die Pofwerwa l tuug jeden- sehr bald w Erscheinung treten» dam nun '..werden die PvstgehUfinneu daS erstrebte ^kle Perso«al bleibe«. ^ dem amtliche« Erlaß deS ZleichSpostmivt- n>!^ws wird aber ausdrücklich daranf hmge- !>.^n. daß dadurch die Verwendungömügltch- ,^lr SriegsbeschWigte, MilitSrauwärter und g?bene Unterbeamte «M beetntrSchttgt wird. dringender Wunsch der Gehilfinnen und ? Organisation ist durch dt- ReichSpostver- " erfüllt und außerdem damit eine soziale gelöst worden, die zur Förderung der adigkeit und zur Fürsorge für eine - strebender weiblicher Kräfte dringend der Ledurft hatte. Die Verleihung der Be- Eigenschaft an die Gehilfinnen bei den ».„"'Untern 3. Klaffe ist aber auch wieder etn .V/r Beweis dafür, daß die Tüchtigkeit der tz. u. nn Berufsleben die beste Wegebereiterm ^r Borwärtskonrmen ist. Reichslagswahlbeweguvg. Demokratische Vorschlagslisten. Wahlkreis Hamburg: 1. Senator T>r. Peter- !».' 2. Verbandssyndikus Büll: 8. Schriftlciterin ^°«l. Wahlkreis ZSefer—EmS lAurich—Osnabrück— ?^?^-Olö«nbnra1. t. Neichsmintster unk Bizekauz- ?! Koch: Z. Hofbesitz«r Friedrich Wachborit >Ilo?°at«. 1. Vorstbendcr d. Bauernbundes: Z. Pro- r. Alfred Herrmaun. Hauvtschriftleiter der > !h„ urgischkn Landeszciwng": 4. Senator Gottfried ' Direktor der Kaiserbranerci in Bremen: l«»"- L!e. Carola Barth, Oberlehreriu w Krauk- Wahlkreis Ckemniv-^Zwickau: 1. LandaerichtS- B r o d a n f-CHemnid: 2. Kaufmann Oscar ^ er. Pl.„ hierüber eine längere Absprache, bei der ^Zentrnmsabgeordneter eine genaue Siebung ^"-terstützungsberechtigten anregte. Nachdem weitere Zuschüsse in Aussicht gestellt hat, ^ badische Landesregierung nicht zurückstehen. Machte Arbeitsminister Rückert Mittei- übtt die Errichtung einer sozialen Franen- die in München ihren Sitz haben und vom ^ den Einzelstaaten unterstützt werden soll; 2000 Mark. Alle Parteien stimmen dieser Aung zu. Ausschuß wandte sich darauf der Vrage der ttel Ä z<>. er>« hn vlkse «^Ungsbauten in Baden zu; hierfür sind 25 ^ in den Staatsvoranschlag eingestellt. !vs>x .^urnme soll für Baukostenzuschüsse und Bau- ^ie>> ?^^n Verwendung finden. Man will mit «umme 1463 Wohnhäuser mit rund 10000 '^"Sen erstellen Unter allen Staaten herrscht in Baden die größte Wohnungsnot^ da sich etwa 1600 Elsässer und 700 Familien von Schweizer Wehrmännern bei uns niedergelassen haben. Das Reich hat Baden an Baukostenzuschüssen im Jahre 1919 etwas über 26 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Insgesamt werden 25628 Wohnungen in Baden gesucht. Arbeitsminister Rückert erklärte, die Summe von 25 Millionen Mark sei unbedingt nötig, um der Wohnungsnot auch' nur einigermaßen entgegenwirken zu können. Baden sei der erste Staat gewesen, der die Wohnungen bereits im Sommer 1916 rationiert hat; man müsse mit der Möglichkeit weiterer Rationierung rechnen. In der Aussprache über diesen Gegenstand wurde von keinem Redner die Voranschlagsforderung von 25 Millionen Mark beanstandet. Von sozialdemokratischer Seite wurde eine strenge Rationierung der Woh nungen gefordert. Ein demokratischer Redner wies daranf hin, daß infolge der ungeheuren Verteuerung des Bauens eine Mietpreisesöhuug Wohl kaum zu umgehen sei. Von Zentrumsseite wurde mitgeteilt, daß im badischen Oberland die Elsässer viele Häuser aufkaufen, wodurch die Wohnungsnot auf dem Land gesteigert wird. Ein anderer Zentrumsredner wies auf die großen Schwierigkeiten der Hausbesitzer hin, die sehr große Unkosten zu tragen hätten. Saöische Politik. Abwarten. Die Dentsche (liberale) Volkspartei, die in Baden zu dem ausgesprochenen Zweck gegründet wurde, die Deutsche Demokratische Partei zu schwächen, und die damit den Einfluß des Bürgertums im neuen Staat weiter vermindern würde, sucht gegenwärtig die Wähler dadurch einzusaugen, daß sie über Austritte aus der Deutschen Demokratischen Partei übertriebene Nachrichten verbreitet und sogar von einer „Zersetzung" der Deutschen Demokratischen Partei spricht. In Wirklichkeit liegen die Dinge bekanntlich so, daß in Berlin und andern Orten Norddeutschlands etwa zwei Dutzend Leute — allerdings recht geräuschvoll — aus der Deutschen Demokratischen Partei ausgetreten sind. Führende Politiker befanden sich nicht darunter, denn die Herren Wiemer und Mugdan sind seit der Gründung der Deutschen Demokratischen Partei stille Männer geworden. Daß es zahlenmäßig nichts bedeutet, wenn aus einer Partei, die über eine Million organisierte Mitglieder umfaßt, ein paar Dntzend Leute austreten, liegt auf der Hand. Jedenfalls nimmt die Deutsche Demokratische Partei diese Austritte nicht tragisch und gönnt der Deutschen Volkspartei das Vergnügen, einstweilen Wahlsiege auf Vorschuß zu feiern. Die Deutsche Demokratische Partei sieht den bevorstehende« Wahlen mit der Ruhe des guten Gewsisens und in der Überzeugung entgegen, chre Pflicht gegenüber dem Vott und dem Vaterland getan zu haben. Sie hat zu dem politischen Sinn gerade der badischen Wählerschaft das Vertrauen, daß sie die positive Mitarbeit der Deutsche« Demokratischen Partei am Wiederaufbau unseres Staatswesens anerkenne« wird «nd daß die Wähler am 6. Jani sich durch den Stimmzettel für die Politik entscheiden werden, die uns allein vorwärts nnd aufwärts führen kann: nämlich eine Politik der tätigen Mitarbeit und nicht eine solche der nörgelnden Kritik! Warten wir also diese Entscheidung des Volkes ab! Köstlich ist übrigens, daß sich auch die Deutschnationale Volkspartei über die Abtritte mit viel Behagen hermacht. Offenbar spekuliert sie auf das schlechte Gedächtnis der Wähler, sonst müßte sie darüber recht stille sein, denn es sind auch aus der Deutschnationalen Volkspartei Austritte erfolgt, darunter bekanntlich der des Abg. von Kardorff, also eines hervorragenden Vertreters dieser Parteil Die Wcchlbewegnng hat im ganzen Lande kräftig eingesetzt. Die Deutsche Demokratische Partei hat am letzten Sonntag in allen Landesteilen eine große Reihe von öffentlichen Versammlungen abgehalten. So sprachen u. a. Minister Hummel in Achern, Staatsrat Dr. Haas in Graben Evangelische Landessynode. Am Montag den 17. Mai tritt, wie gemeldet, die Landessynode nochmals zu einer kurzen Tagung zusammen. Die Tagung wird durch einen Gottesdienst amMontag, abends 6 Uhr in der Schloßkirche eröffnet. Den Gottesdienst wird Prälat O.Schmitt' henner halten. Verband für Arauenbeskrebungcn. Die in Bruchsal unter sehr zahlreicher Beteiligung abgehaltene 3. Generalversammlung des Badischen Verbandes für Frauenbestrebungen nahm einen sehr anregenden Verlaus. Der von Frau Bens- heimer-Mannheim erstattete Tätigkeitsbericht zeigte, welch reiches Arbeitsgebiet der Verband für Fronen- bestrebung?n in den Bereich seiner Tätigkeit gezagen hat. In verschiedenen Eingaben z. B. über die Errichtung öffentlicher weiblicher Arbeitsnachweise, über die Einrichtung eines Mutter- und Säuglings- amts bei den Kreisausschüssen, über den obligatorischen Besuch von Gewerbeschulen durch weibliche Lehrlinge, Zuteilung vonZucker usw. hat der Verband die Behörden auf verschiedene wichtige Maßnahmen aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Frau vr. Marie Baum vom badischen Arbeitsministerium, über Frauenberufsfragen, der mit folgenden Forderungen für die Frau schloß: 1. Beste Ausbildung in jedem Berufsfach, 2. berufliche gewerkschaftliche Organisation, die in der Zeit des Stimmzettels unerläßlich ist, 3. Betonung des Persönlichen und Geistigen in jeder Arbeit, 4. Schutz der Ehe, wo Berus und Ehe mit der Berufs- ausübung zusammenfallen, 5. Entsendung von Frauen in die Palamente und 6. Verwendung von Frauen in der Rechtsprechung. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache, die Überein- stimmung in diesen Punkten ergab. Tuberkulose und Schule. Von Stadtschularzt Dr. Panll i« Karlsruhe. Neben den Geschlechtskrankheiten bildet die Tuberkulose die größte Gefahr für unsere Volksgesundheit. Während vor dem Kriege die Sterblichkeit an Tuberkulose ständig abnahm, ist diese jetzt in einem lawinenartigen Ansteigen begriffen. Auf dem Lande hat die Sterblichkeit an dieser Bolksseuche um 40 Proz., in den mittleren Städten um 60 Proz., in Karlsruhe um 71,S Proz.. in den Riesenstädten um IM Proz. in den Jahren 1914—18 zugenommen. Für 1S19 liegen die Berichte noch nicht vor. Ein Vorstadinm der Tuberkulose ist die schon im Kindesalter auftretende Skrophulose, die durchaus als eine tuberkulöse Infektion aufzufassen ist. Nach den Ergebnissen der Tuberkuloseforschung muß angenommen werden, daß mindestens 60 Proz. der Großstadtkinder tuberkulös infiziert ist. Aus dem Heere dieser tuberkulös Infizierten werden um so mehr Erkrankuugs- und Sterbefälle hervorgehen, je länger die Eruährungs-, WohuuugS- und Kleidnngöschwierigkeiten bestehen bleiben. Je geringer diese Schwierigkeiten sind, und je früher sie beseitigt werden können, desto mehr tuberkulös infizierte Kinder werden die Infektion überwinden und gesunden. Die Großstadtkinder find aber nicht allein durch die vorgenannten Schwierigkeiten so gefährdet, sondern besonders durch die Großstadtluft selbst, die an und für sich verdorben ist. Schon bei den glänzenden Ernährungsverhältnissen vor dem Kriege war die Zahl der tuberkulös infizierten Kinder der Städte groß. Sie gab aber zu Besorgnissen keinen Anlaß, weil die allgemeine Sterblichkeitsziffer an Tnberknlose seit Jahrzehnten beständig im Abnehmen begriffen war. Jetzt, wo alles in das Gegenteil verkehrt ist, erfüllen uns diese Zahlen mit der größten Sorge. Sie zeigen uns aber zugleich mit großer Klarheit, wo die Tuberkulosebekämpfung beginnen muß: Bei den Kindern. Längere Zeit dauernder Aufenthalt in guter Luft und Gewährung besserer Nahrung sind die beiden einzigen wirksamen Mittel, mit denen unseren Kindern geholfen werden kan«. Dazu sind Kindererholnngsheime notwendig- Stuttgart verfügt bereits über K, Pforzheim über 3 und Mannheim über 1 Kindererholungsheim. Die Tuberkulosebekämpfung im Kindesalter und die Gründung von Kindererholungsheimen werden für die nächsten Jahre und Jahrzehnte voraussichtlich die wichtigsten Ausgaben der schulärztlichen Tätigkeit überhaupt sein. Darum ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die badische Negierung die Hand auf den Truppenübungsplatz Heuberg legt, der nun zu einem großen Erholungsheim für kränkliche Großstadtkinder eingerichtet werden soll, da er seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr dienen kann. JnKarlsruhe sollten, das läßt sich nach der kurzen Zeit hauptamtlicher Schularzttätigkeit jetzt schon mit Bestimmtheit sagen, mindestens MM Kinder in diesem Jahre aufs Land gebracht werden. Den neuen Aufgaben genügt die im Ministerialerlaß vom 29. Oktober 1913 begründete schulärztliche Tätigkeit nicht mehr. Der Erlaß gestattet w den 8 Schuljahren nur 3 planmäßige Reihenunteriuchuugen der Volksschulkinder. Es muß jährliche Untersuchung aller Sibulkin- der, auch der höheren Schulen, verlangt werden. Notwendig ist auch die Einbeziehung des vorschulpflichtigen und des Säuglingsalters in die schulärztliche Ueberwachung. Die Ersetzung jenes Ministerialerlasses durch neue bessere Bestimmungen ist eine Forderung, die schleunigste Erfüllnng heischt. An Staat und Städte werden in der nächsten Zeit von der Hygiene bedeutende Ansprüche gestellt werden. Denn es handelt sich in letzter Hinsicht nm nichts anderes, als um die Existenz unserer Nation. Andere weniger wichtige Forderungen werden zurücktreten müssen. Zuerst müssen wir leben und gesund sein, dann erst können wir uns Luxus gestatten. Aber es ist ein falscher Standpunkt, wenn die Eltern kränklicher Kiwder nun alles vom Staate und von der Gemeinde erwarten, was für diese notwendig ist. Es muß viel mehr der Grundsatz zur Anwendung kommen, daß die eigentliche Sorge für die Kinder der Familie obliegt. Wenn Staat und Gemeinden mit der Durchführung des Heubergprojektes in großzügiger Weise die Landunterbringung von vielen tausend Kindern zu einem billigen Preise ermöglichen, so haben sie damit eine große soziale Tat getan. Pflicht der einzelnen Familien wird es nun sein, die Kosten hierfür, die so gering wie irgend möglich sein werden, aufzubringen. Nur wo die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie die Zahlung eines Beitrages nicht gestatten, sollen Staat und Gemeinde und die öffentliche Wohltätigkeit in die Bresche treten. Die damit zu bringenden Opfer werden immer noch groß genug fein. Nachdem sie uns alles genommen haben, ist unsere Jugend unsere einzige Hoffnung. Helfet alle, helfet unsere Jugend zu schützen! Turnen X Sports Spiel. M»«W «:l. tEioener Bericht.) Länderspiele Sbeu. da sie ans dem Rahme« deS All- tZalichen fallen, ihre besondere Anziehungskraft aus. So war auch Pfor»ieim der Treffpunkt der Sport- leirte g6uz Süddeutschland. Schon um 11 Uhr standen Tausende »ud Abertanlend« im Sonuenbrand und lteken sich das Warten nicht verdrteke». Ununterbrochen wälzte stch eine Menfchenfchlanae durch die Brvbtn- ger Straß« »ach dem Sportplatz, der am 1 Uhr schon überfüllt war. noch ehe oou Karlsruhe die Züae abgegangen waren. Die Plavoerhältnisse erwiesen sich als nicht genügend, der Bahndamm und die umliegenden Höhe» waren noch mit Tausenden besetzt. Mit Freuden wurde es begrübt, daß die Alten Herrenmannschaften vom 1. K.C. Pforzheim und Phönix-Nlemannia Karlsruhe zur Kurzweil und Unterhaltung der Zuschauer von 2 Uhr an ein Prioatsviel austrugen, das sehr erheiternde, teilweise aber auch spannende Moment« brachte und mit einem Siege der Pforzheimer von 2 :1 Toren endete, nachdem es bei Halbzeit 1:1 gestanden hatte. Nach H4 Uhr betrat die Mannschaft der Ungarn, vom Pnbliknm stürmisch begrüßt, das Spielfeld gleich darauf die Mannschaft der Süddeutschen in der schon von uns gebrachten Aufstellung, nur daß bei Ungarn inzwischen einige Aenderunaen eingetreten waren. In Gestalt und Körperverhältnissen waren beide Mannschaften ziemlich ausgeglichen. Schiedsrichter Hirrle aus Basel hatte das Spiel zu leiten und entledigte sich im großen nrtti ganzen seiner Aufgabe mit Geschick. Die deutsche Mannschaft spielt« anfänglich sehr aufgeregt, besonders war die Verteidigung sehr unsicher, auch im Sturm kam's nie zum Klappen, was zur Folge hatte, daß die äußerst flinken, sich gut zusammenfindenden, fchubfren- digen und schußsicheren Gegner den Torwart fortwährend in Atem hielten und diesem reichliche Gelegenheit gaben, seine Klaffe zu beweisen. Fast die ganze erste Spielhälfte hindurch waren die Gäste dank ihrer Schnelligkeit und besseren Technik mehr im Angriff, das Ecken- verhälrnis 6:2 gab d«m auch fichtbaren Ausdruck, einen zählbaren Erfolg vereitelte aber der Torwart d«r Süddeutschen. Halbzeit l): 0. Nach Platzwechsel waren die Einheimischen merklich besser: der rechte Verteidiger Höschele war nunmehr auf voller Höhe, ebenso die Läuferreihe, während der linke Verteidiger nach wie vor nicht genügte. Auch im Sturm klappte es besser, aber ein richtiges gegenseitiges Verstehen nnd Znfpiel wie beim Gegner griff nicht Platz. Das Spiel wurde jedoch ausgeglichener, teilweise sogar waren nnn auch die Süddeutschen die Angreifenden, doch erwies sich liier die gegnerische Verteidigung als unüberwindlich. Verblüffend wirkt hier die ruhige Sicherheit und der befreiende Schlag des linken Verteidigers. der immer und immer wieder unsern Stürmern den Ball abnahm nnd weithin in die andere Spielbälfre beförderte und so den gegnerischen Läusern und Stürmern stets ermüdende Arbeit beim Ballvorbringen schaffte. Nach etwa einer halben Stunde erzielte der Halbrechte der U>ngarn durch einen Durchbruch von der Mitte des Platzes aus das erste unhaltbare Tor. das auf Konto des Versagcns des linken Verteidigers Un - fel zurückzuführen ist. Wohl versuchte nun die süddeutsche Mannschaft mit aller Kraft einen Ausgleich zn erringen, doch der Gegner wnßte es zu vereiteln, so daß das Zviel mit einem Siege der Ungarn von 1 :0 Toren abschloß. Der gute Ruf. der den Gästen vorausging, war nicht unbegründet, sie hielten, was sie versprochen, wenn auch von besonders überragenden Leistungen mit Ausnahme des linken Verteidigers, der alle anderen Spieler weit übertraf, nicht gesprochen werden kann. Zusammenfpiel der Läufer und Stürmer und die Balltechnik waren schön, ihr Sieg war berechtigt und wohl verdient. — Nn der deutschen Mannschaft war der Torwächter Lohrmann- Waldhof der hefte der Elf: der nur kleine Sieg des Gegners ist auf fein Konto zu setzen, eine ganze Reihe gefährlicher und scharfer gut plazierter Schüsse endete in feinen Händen. Nächftdem verdient der linke Läufer L ! e d e - Freiburg, ferner der Mittelläufer S ch n e l d e r - München für ihr aufopferndes Spiel volle Anerkennung, des weiteren zeigte der rechte Verteidiger Höfchele in der »weiten Spiel- Hälfte sein« Berechtigung als repräsentativer Spieler. Alle« andere war unter Durchschnitt. Im Sturm, besonders im Nnnentrio, fehlt« es an der nötigen Verständigung und Verbindung, der Mittelstürmer ließ jede Ballverteilung vermissen, feine Nebenlinie Bastle- Freibura, Schöllhammer- Karlsruhe nmrden zu wenig mit Bällen bedacht und kamen daher nicht mir Wirkung. Eiazelleistungen worden ihm bei ewer solchen starken Verteidigung ftetS und ständig vereitelt. Die hier gemachten Erfahrungen werden wohl in Zukunft beherzigt werden. Ein Bankett hielt die Spieler den Rest des Abends noch einige Nnnden gemütlich beisammen. Turnen. Der Karlsruher Männcr-Turu-Vcrein begeht am Samstag deu IS. d. M. in der Eintracht sein Stiftungsfest durch Veranstaltung eines Konzerts und folgendem Ball. Das Konzert wird ausschließlich von Vereinsmitgliedern ausgeführt, und Zwar beteiligen sich daran das Silcher-Qnartett und Konzertsänger O. Meßbecher, Reinbold Sigrist lCello), Dr. Walter Maier lDeklamation). Die Mitglieder des M.T.V. dürfen daher einen sehr genußreichen Abend erwarten. I. V. Fußball. Vasaö, Budapest» Metall- und Eisenarboiter-Sport- verein, besteht ans lauter starken, hochgebauten Leuten, die ein schönes Zusammenspiel und überraschend schnei- leS Flügelspiel zeigen werden. Läufer und Verteidiger find sehr kräftig, erftcre find die Stütze der Elf. Der Verein hat lölM Mitglieder. Der Halbrechte spielte in der Ländermannschaft Ungarns gegen Süddeutschland. Phönix tritt naturgemäß verstärkt an. Fitterer spielt in der Elf mit. Es fei darauf hingewiesen, daß Vor- verkanfsstellen bei den Sporthäuser» Freundlieb. Müller und Beier sowie bei Hügel, Schützenstraße 12, eingerichtet sind. Ruder«. Der Ruder-Regatta des Karlsruher Nudervercina am nächsten Sonntag geht um 2 Uhr die Taufe von vier Ruderbooten vor dem Platze des Ruderhauses voran. Der Tausakt ist umrahmt von Musikvortragen des Harmonieorchefters. Bei dieser Gelegenheit dürfte interessieren. daß die heutigen AnschaffungSkoften eines Viererbootes mit Riemen über 600» ^ betragen: hierzu kommt noch die besondere Luxussteuer, die das Reich auf Ruderboote erhebt. M. Radrennen. ks.- Einen neuen deutschen Stnndenrekord ohne Schrittmacher für Herrenfahrer stellte der Hc?renfahrer Walter Land rock vom Ned- fahrer-Verein Wanderlust-Dresden auf der Rennbahn in Dresden unter Kontrolle des B-D.R. mit 37.40« Kilometer auf. Damit ist die von dem Magdeburger Herreufahrer Hartmann bisher gehaltene Höchstleistung um 1,770 Kilo Meter überboten. Allgemeines. dra. Der verbindliche Spielnachmittaq «ud Schnlwau- dertaa. Der preußische Kultusminister Harnisch hat durch eine Verfügung vom 2S. März von nun ab einen schnlaufgabenfrcien Halbtaa in den Lehrplan der Turnstunden für Turnen und Sport aller Art eingeführt und außerdem vom k. Schuljahr an alle 4 Wochen eine ganztägige Wanderung vorgeschrieben. Damit ist ein bedeutsamer Schritt vorwärts in der Verbesserung unseres Schulturnens getan. An allen Lehrer-Scoiinaren foll der Turnunterricht in Zukunft von Fachturnlehrern erteilt werden: die Turnbefreinng foll nur auf Grund eines amtsärztlichen Zeugnisses möglich sein, und in der Gestaltung des Turnunterrichts wird von ictzt ab den Wünschen der Jugend nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. Bei Verletzungen und bei der Reif»' Prüfung ist das Turnen uiitzubewerten. Nr. ISS. vetie « Karlsruher Tagblatt, Freitag, den 5 ». Mai 1920 Zweites Blatt Reichstagswahl. AllssolöeNW Dl WreliZMg V. AkRUMS Wer die VekblOuvg vsn ZkeiswaSlvgl- MMsijlMMlKSlWSlvWlMXVlI .WOl' kleisvechlülil (WkrtteMergSOen). ES ergebt hiermit die Aufforderung, für die auf S. Juni 1S2II anberaumte Reichstagswahl schriftliche Erklärungen »der die Verbindung von Kreiswahlvorschlägen innerhalb des Wahlkreis- Verbands bis spätestens Sonntag, de« Ät. Ma» ISS«, bei dem unterzeichneten Berbandswahlleiter " Innern, Dorotheen- ichswablgesetz vom ^ 8 1S>. . Üeber die Verbindung von Krerswahlvor- schlägen ist in Z IS Abs. 2 und 8, K 8l, und g 31 Abs. 2 des Reichswahlgeietzes bestimmt: Innerhalb eines Waylkreisverbands können mehrere Kreiswahloorschlage miteinander verbunden werden. Die Verbindung ist nur dann wirksam, wenn diese KreiswahlvorschlSge derselben Reichswahlliste angeschlossen sind. Die Verbindung mutz von dem auf den Kreis- wahlvorichlägen bezeichneten Vertrauensversonen oder deren Stellvertretern übereinstimmend spätestens am vierzehnten Tage vor dem Wahltag ld. i. am Sonntag, den 23. Mai 1S20) dem Leiter des Wahlkreisverbandes schriftlich erklärt werden. Stimmen, deren Zahl für die Zuteilung eines oder eines weiteren Avgeordnetensibes an einen KreiSwahlvorscklag nich5 ausreicht . werben, loweit sie ans verbundene Wahlvorschläge gefallen sind, dem Verbandswahlausschusse und, soweit sie auf Wahlvorschläae gefallen sind, die nur einem Reichswahlvorschlag angeschlossen sind, dem Reichsivahlausfchusse zur Verwertung über- wiesen. Die bei der Verrechnung der Reststimmen im Wahlkreisverbande nicht verbrauchten oder nicht berücksichtigten Reststimmen werden ihrem Reichs- wahlvorschtag überwiesen. Zur Bildung des AeLbsttdAtVakl-AitAschusssA find folgende Wähler aus dem Verbandswahlkretse berufen worden: ^ ^ ^ 1. als Betsiver: Deblinaer. Dr. Alfred, Ministerialrat w Stuttgart. als Stellvertreter: Grondans. Karl. Schlosser in Stuttgart. 2. al» Beisitzer: Grotenveraer, Adolf. Schretnermstr. in Stuttgart. als Stellvertreter: Baitinaer, Wilhelm. ^ Kaufmann in Cannstatt. S. al» Beisitzer: Ztenter. Eugen. Zentrums« Parteisekretär in Stuttgart. al» Stellvertreter: Armbruster, Charlotte, in Stuttgart. 4. al» Beisitzer: Böttcr, Otto, Slaschner- obermeister tn Stuttgart. als Stellvertreter: HanSmann, Karl, Kuust- und Handelsgärtner in Stuttgart. Diese Personen können nicht gleichzeitig Vertrauensmänner sür eioen Krei»- oder Reichswabl- vorschlag oder Stellvertreter der Vertrauensmänner sein. Stuttgart, den 7. Mai 19S0. SerVeriMösMllM des XVll. Wahlkreis- verdWbes. Regierungsrat vi-. Widmann. O.Z. ISS In das Vereinsregister ist zu Band vill O.A. IS eingetragen: Name und Sitz: Vereinigung Karlsruher UlechnermeisterundJnstallateure,Karlsruh« Karlsruhe, den 11. Mai 1S2V. BadikcheS Amtsgericht v 2. Die Aktiengesellschaft tn »u Berlin W. 8. vertrete» hat das Lusgebot folgende? M. v. 1.11.15 bavnantrihe von 15^ Haber »er Urkni in de« auf: strma Deutsche Bank >urch ihren Vorstand, Urkund« beantragt: sgekordert. Ivateftens t« schon bi»- Nebe« d«n Reb ber bar« Vorauszahlung«» . . . ^ «ntgegengenommen haben, sUlb letzt a«>. nanzämter uud Hauvlstenerämter. iv.den füns eichSnotopser >h sie yi» großen Städten Sreiburä, H«id«lberg, Karlsruh«, Wtaunheim und Pforzheim an deren Stell«. Sie Steuereinnebmereien. zur Annahm« solcher Lali- lungen ermächtig! worden. Sür bq»«. PorauS- »abluugcn — al» ' durch Bankübe rwei zum 8U.S«nt1S20 ..... Vergütung von 3 vom Hundert, sür solch«, dt« nach di«s«m Tage, aber noch bi» »um 81. Dezember 1SM geleistet werden, eine Vergütung von 4 vom Hundert des zu zahlenden Abaabebetrags gewährt. Nähere Auskunft geben die oben erwähnten Kassen. Karlsruhe, den 12. Mai 1320. Finanzamt — Sanptsteueramt. Versteigerung. «m Kreit««, den 14. Mai. nachmittag» 3 Ubr, werden tn der EUgutballelvioterdemHauptbahnbof) zwei Kisten Merlaler KSscheu meistbietend versteigert. Eilsntabsertigung. Stammholz-Versteigerung. Die Stadtaemeind« Ettlingen versteigert am 17., 18. und IS. Mai lfd. Jahres folgende Hölzer, und zwar wie folgt: Am Montan, de» 17. in Distrikt II und III rechts der Alb: Eichen: 40 1^01.74 Km.. 2V II./81.SS Sm.. Ig III./ SV Km.. IS IV ./11 Km., S v.,2,78 Sm.: Buchen: 8 I.iö.ss Km.. 4 II./S.K8 Km.. 14 III./1V.K7 Km.: Eschen: 1 IV./0.82 Km., 3 V./1,46 Km.: Lärchen: 2 V.,0.57 Km.: Kichten: 2 VI.,0.43 Km. Zusammenkunft vormittags Hg Uhr Seim neuen Friedhof. Vorzeiger der Sölzer: Forstwart Lanin- aer, Pfeil und Hilfshüter Woebrle. Am Dienstag, den 18. in Distrikt I lwks der Alb: Eichen: 14 I./W.82 Km., g II./11.3S Km.. 22 III./ 24.7S Km.. SI IV./ 3S.4S Km.. »5 V./17.68 Km.: Buchen: S I^4.Sg Km.. S II./11.S2 Km.. 27 III./U.81 Km.. 2 IV^i.zg Km.: Birken: 4 III./3LS Km.. 2 IV./1.41 Km.. S V.70.S8 Km.: Erlen: 1 III./1.SS Km.. 8 IV.is.01 Km.. 6 V./2.40 Km.. 1 VI./0.23 Km.: Forlen: 4 I./7.74 Km.. 12 II./11.2« Km.. 5) 1II./3.8S Km.: Lärchen: 1 II./1.48 Km.. 8 III./1.24 Km.. 1 IV./0.41 Sm.. 5 V./1.S4 Km.. 2 VI.,0,41 Km.: Kichten: IS III./1K.7V Km.. 14 IV./7.4S Km„ 38 V./11.14 Km.. S VI./1,S8 Km. Zusammenkunft vormittags Hg Uhr beim Siadt- aarten lStation Holzhof). Borzciaer der Sölzer: Forftwart Krank. Stllkcr und HilfSbnter Kast. Am Mittwoch, den IS. in Distrikt V Hardtwald: Eichen: IS I./S7.48 Km.. S II.,11.02 Fm.. S III./ S.81 Fm.. S IV./3.22 Fm.. 2 V./V.S2 Km.: Buchen: 2 11^3.14 Fm.. 3 III.,3.1S Fm.. 2 IV./1.02 Sm.: Hainbuchen: 1 III./V.SL Fm.. S IV./2.40 Km.: Eschen: 1 III./1.08 Sm.. 1 iv./o.W Km.. 1 V.,a.M Km.: Ruschen: 2 I./S.7S Fm.. 2 IV./i.zg Fm.: Forlen :S7 I./8S.S8 Sm.. 884 II.,2SZ.gg Fm.. 107 III./ S2.S4 Km. Zusammenkunft vormittags M Ubr bei den Schießständen. Vorselaer der Hölzer: Forstwart Klein. Lenz und Hilfshüter Schott. Die Stcigerungsbedingungen werden jeweils vor Beginn bekannt gegeben. Verladestation 2 bis S Kilometer. HÄt/'ch^ Waldmeisteret bezw. Vorzeiger Waldmeifterei. ReiuiMg der Waffenohrstriinge. Vom Montag, de« 10. Mai bis aitf weiteres wird die mechanische Reinigung der Wasserrohrstränge in den Stratzen beim neuen Bahnhof 'U-AI«st-dkgebiei-«KWU''' ^rirdriib« und Krieastrafie sowohl tagsüber wie auch nachts vorgenommen. Während der Dauer dieser Arbeiten lassen sich Trübungen des Wassers, auch in entfernteren Rohrleitungen nicht vermeiden-, zeitweiliges Ausbleiben des Wassers, namentlich ,n den höher gelegenen Stockwerken, ist nicht ausgeschlossen. SlSdk. Gas-, Wasser- und Elckkrizitäls-Amt. MldlM SwiiMl MMl! kreiverri. von Zellleneck'Ztde Lkllverei in illlriuM-MMg. Kiicliäem in «Zer »uöerorclentliclien OenersI- verssinmluiix vom 10. «I. ^!s. clie Auflösung unserer Oe»el>sciu»kt be»cdlo»ssn vuräe, torclern vir 61« Oläubix« äsr tZssellsciiskt tüermit »uk, ikr« ^ozprücke «unurrielcleu. Kviuiliie, den IVA. vorw»l» Otto vail. emn oautkel. Ladenlokal nur i» zentral» Lag« auf sofort od«r später von alt«m, ruhigen und feinem Geschäft zu mieten g«» sucht. Angebot« unter Nr. 437 iu» Tagblattbüro. Große trockene LagmSiime möglichst Nähe Waldvornstraß« per sofort zu mieten gesucht. Gest. Angeb. unter Nr. S85 ins Tagblattbüro «roet. LekavnlWklhMg. Wegen Reinigung bleiben die Haupträume des Grundbuchamts am nächsten Montag, den 17. d. M. geschlossen. In dringenden Angelegenheiten werden Anträge auf Zimmer 14 entgegengenommen. Karlsruhe, 12. Mai 1S20. Grundbnikam t. Für die Leitung der hiesigen Ttadtmnsik und zur Erteilung von Musik- unterricht wird ein dazu befähigter Musiker dla..Rudolsstr.l2. Mvveu>iZw..Rudolfitr.l-- üWevßjlirilSkvilg. neu. zu 875 Mark abzugeben. Anzusehen von 1 bis k Uhr: Akademie- ' 'e »4 ' t! ün> erstüiile luutzb.) 1 gev. Älavp- >esse!, 1 gerahmt. Stich lKreiburg» zu verkaufen. öismarckiir. 41. pt. Ladenemrlchlung gut erhalten, preiswert zn verkaufen. Dnrlach. Iäaerstraße 84. Or. Messer .Automat", 2100 Liter Stunden- Höchstleistung. 4 K« Kar» bid-Aüllung. noch nicht gebraucht, bat billig abzugeben: Georg Hankler. Blechnermeister, Karlsruhe. Rüvvurrerstr. 29«. Televbou cltt-bSN MS... . Stanzklötz« svwi« Ltaupnesser für ' ilbsoülen. Absätze und lixcnfchirm«. 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Sonntag» 17.^«!, von 11-7 vk»», k!n6et in 6en untere« Bitumen 6er I.ess!nZ8ekuZe (Outenberxplat^) ein Vaxar mit Verlcsuk, Verlosung unä ^uktükrunx 2llxunsteo eineg Lrkolunxskeimes 8tatt. LIntrlti S0 Pfennig LsnistsZ, äen 15. klsi, 8 Udr ^dsnäs Lctivvst.-^bä. m. Vortr. vsrb. u. mus. l.leiler!i»»e Xsi-Igfuli«. Lklmsisg. 2S.lßs!1g2v, sdsnö» 8 Ukr Isauptvoi>»ammlu ng i. Vereinskeim (I^övvenraclien) l'axesoränunx n.Vereinsreek- nun? liefen daselbst auk. lSN« PNäNlX— Vebllv^en vie xe^voknlicd. Sonnt»^, 6en lk> nacdm. 3^/z Dkr vW-pziSM ^benäs: iZsssII. ksisWmemin im Wttmvll! VolZtSIIlItZlt^UIIll. Ausgekämmte MMIIM kauft fortwährend zum höchsten Tagespreis: Oskar Secker, WMll M MWe«: Spüllisch au» Neusilber mil 2 Spülbecken und Ablauftisch (fast neu) Alt. ZZ00. * Süchenbufset, gut erhalten 2M. 700.— Zimmerkredenz Mk. ZS0.— Zu erfragen Herrenstraste 44. klautelcken eingetroffen bei Disrm. t^unkSikig KsZserstraöe llv. k.-V.kelertdB Zsinztsg, 15. Usi abenäs ^26 un ^ssanen^si'teN l»igs«piel lisilislberg Seisriiwim > 1'rsininLst»^» vienstax unä Oonnerst«5' 1., 2. unä 3. ^lannscdstt^ S und l/zL ^Ikr an- ^ittvoek unä freita?'. 4. unä S. INannsckstt ^ 6 ^>dr an. . ^s vvirci gebeten, äie ^ ninxstaxe pünktlick u. reicti ^u besuchen. i(Zsl!s. «. V. Sedirmd«?: ?ri>» X»» von Uxi-» 0e»ct>iitt»»ieUe: ,. 2». -7-1. I-i-oitsz, 14. INal «Wd. üiSIIüB im? »s»a«vx»rte0' 8onnt»z, ,5. IsIInziim.s.Ztzste»^ i!e, K»rl-ruker eport-Verd»Nl!cs S Mir von». ?rekkpu>>^. u. vmIcleiljeLülcxcndc kür 6ie leilnekmer ^ 6er (ZeLcdAttsstelle «Kirkel 2Y). 4 >t»nn,c!i. In pko^ bei ^t»xinu>i!in«V>» Oer IVlann» e < tär. „Dies ist mein Vertrauter. Mr. hat die Papiere. Zeigen Sie den u gen Brief." Krag winkte abwehrend: „Das ist vort»^ nicht nötig. Ich weiß, daß Sie gestern in ^ stiania angekommen sind und daß Sie 0 ^ einen Bries, der den Stempel der hiesigen ^ zei trug, ersucht worden sind, zu einer Kv >, renz in das Bureau des ChefS ber Kriv" Polizei zu kommen." ^ Der Amerikaner nickte zustimmend: drei Uhr bin ich ba gewesen." „Wußten Sie vorher, um waS eS sich b^ würde?" ,Jn dem Brief wurde eine Andentung daß es sich um eine Sache handle, die vom « jj größten Interesse für mich ist. Sonst i? mich natürlich nicht hinbemüht. Meine s? sehr kostbar." , Der Amerikaner sah wieber auf scnie Sein Sekretär war inzwischen mit der graphischen Ausnahme fertig geworden. j^> Krag setzte daS Verhör fort: „Und als ^ HL Polizeibureau kamen, wurden Sie in d^ mer des Polizeichefs geführt, wo Sie die 0 Herren dort trafen." vorlag