Vezzmövretse für April: SrJÄ''2"a«.t F/Vx W s-~\ ■ MW . JJ ^Karlsruher Taablatt ifiäfttHe Ritter strabe L W 0 J icheckkonto Nr. 9547 r ^ Sttliixlt feau »Ottid Badische Morgenzeitung Stajdfletwtrife Iflt Avrll: die ggefv. Nonvaretllezetle oder deren Raum M 850.—: auswärts jt 420.—: IH- milienanzeiaen und Stellen- aewche Jl 200.—: Neklame- zetle Ji lioo.— : an erster f , Stelle JC 1200.—. , ahatt nach Tarif. nzeia.-Annabme b. 8 Ubr mittags: kleinere Anzeigen spätestens bis 6 Uhr nachm. Kernsvrechanschlüsse: ^eschä,»«stelle Nr.. 209.. Schristleilnn« »auvtschriktleitci und Hauvtlchristlelter Nr. 2 ?9. Mit der Wochenschrift „Die Pyramide" Badische Morgenpost .Wirtschafts- und Hanbelszeitung" ^ .Turn- und Sport-Zeitung" ^ «Unterhaltungsbeilage-^ „Literawrbeilage" ^ «Für die Frauen- ^»Wandern und Reisen- ^«Die Scholle" Eielredakteur: Hermann ? fcaev" Verantwortlich Mir Politik: Fritz Ebrbard. Mi den wirtschaftlichen, badischen und lokalen Teil: Heini ich Gerhardt; für das Feuilleton: Hermann Weick: Mr die .Paramide' Karl I o b o : sür Inserate: Heinrich Schriever. sämtliche in Karlsruh Druck und Berlaa C F. Müller. Karlsruhe. Ritterstr. 1 Berlin, r Redaktion vr. Richard I ü gl e ». Berlin-Lankwitz. Mozartfrr. 87. Televhon-Zentrum 42«. Für unverlangte Manuskripte oder Drucksachen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Rücksendung erfolgt, wenn Porto beigefügt ist. Sprechstunde der Redaktion: 11—12 Uhr vormittags. 120. Jahrg. Mittwoch, den 18. April 1938 Qlr. 106. Das deutsche Verhandlungsangebot. Fortsetzung der Reichstagsdebatte. Billigung der Regieeungs- Politik. .3. Bon unserer Berliner Redaktion wird u»S a»> »rabtet: Im Verlauf der großen Aussprache rm Reichs- «g Wer die Rede des Reichsauß e n m i n ist? rs ist «ie Politik der Reichsregierung in der Repara- "onssraae, und besonders in der Ruhrfrage, im großen und ganzen von allen Parteien, von den ^>"tschnationalcn bis zu den Sozialdemokraten vebilligt worden. Dieser Eindruck kann auch fem Ausland nicht verborgen bleiben. Tie Mlnzöfische Press« bietet das Bild wütender Ent- «tuschuna darüber, daß der bisherige Verlauf ?*t Debatten keine Möglichkeit geboten hat, an ?rg«nd einem Punkte einzuhaken, um die Heut- Ke Front zu erschüttern. Der Verlauf der ^lenstags-Debatten wird diesen Eindruck noch Erschürfen, denn auch am Dienstag -waren die ^sführmngen sämtlicher Sprecher, des Demo- traten, des Volksparteilers, «des Rayern und ?es Deutsch-Vdlkischen von der einheitlichen Auf- roffttug getragen: bereit zu verhandeln, wenn die Freiheit des Ruhrgebietes garantiert wird, bereit zu leisten, was in der Mög- "de weitere ^b-mälerun« der deutschen Souveränität. Mit besonderer Spannung hat man im Im- «>itd und im Ausland der Rede des volkspartei- "$«t Führers Dr. Strefemann entgegen- ^sehen. Vielleicht kann man ihr Verhältnis Rebe Rofenberqs charakterisieren. inSem war? sagt, daß der Außenminister als Leiter der Zutschen Außenpolitik die Abwehr des Reichs ?«en die politischen Eingriffe und Absichten Frankreichs zum Ausdruck brachte, während Aresemann als Repräsentant der deutschen .v-irt'rf^ff2c»cTt Ausblicke und Möglichkeiten er- Sterte, wie der politische Konflikt ans wirt- Mftsvoiitischem Wege zu Wfen sei. Deshalb sich Strefemann 'besonders aus Bonar der nach seinem eigenen Ausspruch das Problem der Reparationen auf die Grundlage 7^r deutschen LeiftungsM>igkeit gestellt wissen will. Strefemann führte idiefen Gedanken aus, ">»em er feststellte, daß allein diese Lösung, und ?w»r cherheit, daß er das wäre, was sie wünschen. Deshalb wählen sie die Form der Besetzung des i^uhrgebieteS solange, bis die Reparationszah- >"?.gen erfolgt sind. Sie wählen diese Pfänder- ist ^ Mr Erledigung aller Zahlungen. Das q» ? ietzt brauchen sie der BevölkSrung keinerlei Wahlrecht und keinerlei Mitwirkung bei der Verwaltung zu geben. Sie können einfach «uf das Gefährlichste von allem, Grund eines angemaßten Rechtes eine Militär- diktatur ausüben. Die Ruhrbevölkerung kämpft jetzt um ihre Zugehörigkeit zum Reich. Bon einer etappenweisen Räumung des Ruhrgebietes kann keine Rede sein, ebenso sei ein 3t h e i n - ftaat unter dem Völkerbund undiskutierbar: Aeber Armut als Knechtschaft! Wir müssen aber doch das schwere Joch der Bevölkerung möglichst erleichtern. Der Einmarsch in das Ruhrgebiet sei ein flagranter Friedensbruch ge- wesen. Bei der jetzigen Einstellung Poinear^s und seiner Verbündeten kommen Berhand- lungeu dort nicht zustande. Solche Summen, wie PoinearS sie fordert, gibt es in der ganzen Welt nicht. Das reiche England habe sich Amerika gegenüber bereit erklärt, ihm 19 Milliarden zu zahlen und zwar verteilt auf 62 Jahre. Von uns werde weit mehr verlangt, obwohl man unsere Wirtschaft sinnlos zerstört habe. Ein deutsches Angebot würde auf manche Kreise im Ausland einen günstigen Eindruck machen. Aber dieses Angebot könnte doch nur sehr bedingt sein. Es müßte außerdem garantiert werden von Finanzmännern der Welt. Wenn wir über unsere Produkttonsmittel frei verfügen könnten, würden wir ganz andere Leistungen vollbringen können. Heute find wir tatsächlich leistungsunfähig. Der Redner erklärt sich bereit, die Politik zu unterstützen, die den Abschluß eines Garantievertrages bezwecke. Die Regierung müsse unterstützt werden. Abg. Strescma»» fD.V.j hebt hervor: Aktive Politik bedeute, gegen jede internationale Situation gerüstet zu sein, um für Deutschland handelnd eingreifen zu können. Der Minister habe durch seine gestrige Rede die aktive Politik der Regierung in günstiger Weise fortgeführt. Entscheidend an ihr ist, daß sie eine geeignete Grundlage abgibt für die internatio- nalen Verpflichtungen, falls die Entente und be- sonders Frankreich die Verständigung will. Gewiß könne eine endgültige Lösung ziffernmäßig nicht abgeschätzt werden, wohl aber könne man ihr zugrunde legen die i« dem Pariser Angeböt genannte konstantc Summe. zu deren Verzinsung sich Deutschland bereit er- klärt habe und die in Frage kommenden Nach- zahlungen durch ein internationales Sachver- ständigeukonfortium nachprüfen zu lassen, was auch Bonar Law auf der Pariser Konferenz emp- fohlen habe. Als Ausgangspunkt für eine solche Summe habe auch Bonar Law die Wiederher- stellung des deutschen Kredits und die Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit durch ein inter- nationales Gremium gefordert, um eine inter- nationale Anleihe zu ermöglichen. Eine solche internationale Anleihe nannte Poincarö auf derselben Pariser Konferenz unter den Garan- tien, die er von Deutschland fordern wolle. Eine internationale Anleiht ist aber, wie die Be- schlüffe des internationalen Handelskammerkon- gresses in Rom sagen, für einen Staat ohne Grenzen und ohne Souveränität unmöglich zu erlangen und ebenso unmöglich ohne eine end- gültige Lösung der gesamten Verpflichtungen. Der „Temps" unterschiebt Deutschland den Ber- such, die Alliierten durch die Anerkennung der französischen Priorität spalten zu wollen. Die- ser Vorwurf ist unberechtigt. Deutschland weiß, daß ein Kampf der Alliierten gegeneinander noch immer auf feinem Rücken ausgefochten wurde. Aber warum soll eine Einigung über die An- Wendung deutscher Zahlungen für den franzö- sisch-belgifchen Wiederaufbau nicht eine Realität werden? Nur mutz auch Frankreich anerkennen, daß die Erschütterung des Weltkrieges für ein Volk ohne Erschütterung der Finanzen nicht vor- übergehen könne. Die Frage der deutschen Reparationen kann nicht allgemein auf finanziellem Gebiet gelöst werden. Der Zustand Europas legt die Frage nahe, ob die A u f r e ch t e r h a l t u n g einer Zollgrenze noch möglich ist. Auch hier lie- gen Aspekte wirtschaftlichen Näherkommens. Frankreich und Deutschland sollten beginnen, wirtschaftlich miteinander zu lebe«, wenn auch das politische Miteinanderieben durch die französische Politik zerstört wird. Die englische Kritik an der deutschen Finanz- und Währungspolitik berücksichtige nicht den deutschen Währungsverfall und den Druck, der auf der deutschen Wirtschaft durch die Verzöge- rung der Festsetzung der endgültigen Repa- rationsleistungen liegt. Deutschland kann sein System erst in Ordnung bringen, seine Währung erst endgültig stabilisieren und ein Höchstmaß seiner Steuerfähigkeit erzielen, wenn ihm die endgültigen Grundlagen seines politischen und wirtschaftlichen Lebens gegeben werden. Für eine solche endgültige Leistung würde die beut- sche Regierung die größten Opfer bringen. Für die Freiheit und Selbständig- keit Deutschlands würde die Judu- strie, Finanz und Landwirtschaft die Garantielei st ung für die deutsche Verzinsung übernehmen« Ebenso einmütig wie Volk und Parteien hier- in sind, ebenso einmütig sind sie darin, daß sie Wider st and bis zum äußersten leisten würden, wenn je das Rheinland und das Ruhrgebiet von Deutschland abgetrennt würde. Verschleierte Annektion ist dabei offene Annektion. Lloyd George irre sich, wenn er eine Lösung der heutigen europäischen Frage darin sähe, daß er den Völkerbund mit einer Rhein- lands-Verwaltung beauftrage. Die Erfahrungen, die Deutschland im Saargebiet gemacht habe, sprechen eine zu deutliche Sprache. Es sei nötig, an der Politik nationaler Besonnenheit festzu- halten, um hierdurch und das Zusammenhalten aller Kräfte die Befreiung des Ruhrgebietes zu erreichen. Der Redner weist die Aeußeruugen der „Deutschen Zeitung" zurück:• Deutschland wolle überhaupt nichts mehr an Frankreich zah- len. Kein verantwortlicher Politiker nehme eine solche Haltung ein. Auch kein Deutschnatio- naler. (Zustimmung rechts.) Will Frankreich Reparationen? Ist eine Ber- ständigung möglich? Will es Rhein und Ruhr behalten? dann kann es darüber keine Verhandlungen geben. (Lebhafter Beifall.) Ist die Ausweisung in den besetzten Gebieten eine Vorbereitung für die Annektion, um die Bevölkerung führerlos zu machen und um an deren Stelle Subjekte wie Smeets und Dorten zu setzen? Die Voraus- setzung für alle Verhandlungen über die Erfül- lung der Forderungen mnß fein, daß alle Verhafteten und Ausgewiesenen in Freiheit in ihre Heimat zurückkehren kön- nen. Es ist ganz töricht, jetzt nach dem starken Mann zu rufen, jetzt nach einem Bismarck zu rufen. Wir brauchen in dieser Uebergangszeit die Zusammenfassung aller Kräfte zur Verteidi- gung des Staates. Abg. Leicht (Bayer. Volkspartei) begrüßt mit Genugtuung, daß der Papst einen eigenen Ver- treter ins Ruhrgebiet entsandt habe. Wenn Poinearö behauptet habe, Deutschland hätte nichts geleistet, so sei das ein blutiger Hohn auf alle Erfüllungspolitik. Der besonders als Er- süllungspolitiker bekannte frühere Reichskanzler Dr Wirth werde dadurch zu einer sagenhaften Persönlichkeit gemacht. Wenn Poinears erkläre, er sei an der Ruhr ohne Geioalt vorgegangen, so reden die Ermordeten, die Eingekerkerten und die Ausgewiesenen eine andere und lautere Sprache. Die Tür zu Verhandlungen steht im- mer offen, man muß auf der andern Seite nnr wollen. Jede Durchbrechung der Einheitsfront ob von Rechts oder von Links, auch von Mün- chen, sei entschieden abzulehnen. Tie Losung muß sein und bleiben: „Durch Einheit zur Frei- heit." (Beifall.) Abg. Stöcker (Komm.) bezeichnet die Rede des Außenministers als inhaltlos. Die Regie- runa biete ein Bild völliger Hilsslosiakeit. Man wisse nicht, wie man aus der Sackgasse heraus- kommen soll. Der französische Militarismus und Kapitalismus sucht sein politisches Endziel im Ruhrgebiet zu verwirklichen. Das Proletariat aller Lände müsse diesem Wüten Einhalt gebieten. Ein deutsche Arbeiterregierung würde dem französischen Imperialismus besseren Widerstand leisten können als die Regierung Cuno. Abg. Alpers (Deutsch-Hann.) erklärt, daß auch die deutschen Föderalisten treu zum Vaterland halten. Wer in der gegenwärtigen Lage Ber- Handlungen mit dem Feinde anknüpfe, stelle sich außerhalb der Volksgemeinschaft. Man dürfe die Föderalisten nicht zusammenwerfen mit ihren politischen Antipoden, den Separatisten. Abg. von Gräfe (Deutfch-Völk.) erkennt an, daß «iele Worte des Ministers allen Deutschen aus der Seele gesprochen waren. Deutschland hätte schon, als es 30 Milliarden Goldmark an- bot. viel zu viel angeboten, denn das seien 130 Billionen Papiermark. Frankreich strebe die Vernichtung Teutschlands an. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch 2 Uhr: Weiterberatung. Schluß der Sitzung 7 Uhr. * Berliu. 17. April. (Drahtber.) Die Aussprache über die auswärtige Politik im Reichstag wird am Äiittwoch fortgesetzt. Die Interpellation über die Kriegsschuldfrage wird noch hinaus- geschoben: am Donnerstag und Freitag wird der Etat des Wirtschaftsministerinms beraten und am Samstag wird über die Frage des Schutzes von Versammlungen gegen gewaltsame Sprengung verhandelt. Wahrheiten. Im Widerspruch zum Vertrage von Versailles hat man durch eine Reihe von Gewalttaten oder indem man Teile des Vertrages willkürlich auslegte, fünfmal die Besetzung des rechten Rheinufers angedroht und sie zweimal ausge- führt. Nun kommt auch noch die Rnhrbesetzung hinzu, die die Lage Deutschlands aufs äußerste erschwert und es in die größte Unordnung stürzt, die durch keinen Grund gestützt ivird, den man eingestehen könnte. Nitti. Die deuWe verhondiungsbereitschasl. Mehr Aktivität, mehr Initiative? so riefen die sozialistischen Blätter in letzter Zeit dem Reichskanzler Cuno und dem deutschen Minister des Auswärtigen Dr. Rosenbera zu. Sie woll- ten damit sagen, daß die jetzige Regierung nicht rührig genug sei auf der Suche nach Möglich- leiten, die aus dem deutsch-französischen Kon- flikt herausführen können. Das hiesige fozia- liftische Blatt scheute sich nicht, noch am Mon- tag folgendes zu schreiben: Sie (Cuno und Ro- senberg) sehen nicht, was vor sich geht, sie er- kennen nicht die von England indirekt gebau- ten Brücken und mißachten gute Ratschläge! Die Sozialdemokratie hätte allen Grund, mit ihren guten Ratschlägen vorsichtig zu sein, denn sie war es doch, die schleunigst die Vcrantwor- tung andern überließ, als nach dem Sturz von Lloyd George die Nnabwendbarkeit des Ruhreinfalls erkennbar wurde, sie hat es vorgezogen, sich mit der Miene des Besserwissens abseits zu stellen, und nnn gefällt sie sich denn, nach Initiative, nach Aktivität zu schreien, nack?- dem sie selbst so ruhmreich im Augenblick der höchsten Gefahr auf verantwortliche Aktivität verzichtet hat. Als der Redner der Sozialdemo- kratie am Montag aus die Aeußerungen deS Außenministers antwortete, da kam nichts her- aus, was dem deutschen Volk nach den bisher!- gen Erfahrungen neue Hoffnungen geben könnte. Und es war nicht gerade klug von ihm. die fran- zösifchen Rbeinlandpläne nur als Nebensache zn behandeln, nur aus dem Wunsch heraus, die Aussichten von deutschen Zahlungsangeboten größer erscheinen zu lassen, als sie in Wirklich- keit sind. Die Darlegungen des deutschen Autzenmini-- sters haben klar bewiesen, daß nicht der Man- gel an Aktivität auf deutscher Seite uns im Un- glück hält, sondern der Mangel an gutem Wil- len auf der Gegenseite. DaS Schicksal der deutschen Verhandlnngsbereitschaft. das Schick- fal der deutschen Ersüllungsbereitschaft, das Minister Rosenberg in seiner Reichstagsrede geschildert hat. ist eine furchtbare Anklage für Frankreich. Im Sommer 1v, als das deutsche Geld noch Wert besaß, als die Kolonien, die Auslandsgut- haben, die Handelsflotte und Oberschlesien noch nicht geraubt waren, bot Deutschland in Ver- sailles INN Milliarden Göldmark Kriegsentschä- digung an. «Frankreich hat nach 1871 5 Ntil- liarden bezahlt.) Die französische Regierung forderte aber in Versailles 375 Milliarden. Zwei Jahre später, im Frühjahr 21 in London, als das deutsche Geld schon stark entwertet war, als Kolonien, Handelsflotte. Auslandsguthaben ge raubt waren, konnte Deutschland nur noch 50 Milliarden Goldmark anbieten. Frankreich for- derte 220 Milliarden, schließlich wurde uns die Schuld von 132 Milliarden mit dem Revolver aufgezwungen. Schon im Winter 21 wurde von England offen anerkannt, daß die Zahlung von 132 Milliarden eine unerträgliche Last für Teutschland sei. Frankreich bestand aus der Summe und klagte unaufhörlich über den fchlech- ten Willen Deutschlands, obwohl das deutsche Volk seit November 18 riesenhafte Werte an Waren und Materialien und riesige Barfum- meu an seine Gegner abführte, obwohl es schier unberechenbare Lasten durch die Besetzung tra- gen mußte. Im Spätjahr 21 ging uns auch der wertvollste Teil Oberschlesiens verloren. Frank- reich fuhr fort, von dem bösen Willen Deutsch- lands zu sprechen. Nur langsam reifte in Arne- rika und England die Erkenntnis, daß die Last für Deutschland geändert werden müsse. All- mählich kam man dazu. Deutschlands Zahlungs- sähigkeit nur noch ans 50 Milliarden zu schät- zen. So war man nach einem Jahr bei der Summe angelangt, die Deutschland bereits in London angeboten hatte. Frankreich aber wei- gerte sich hartnäckig, auf dieser Grundlage nach den Vorschlägen Englands über die Reparation zu verhandeln und sprach weiterhin von fchlech- tem Willen. Als die jetzige Regierung im November 1922 an die Stelle der Regierung Wirth getreten ist. übernahm sie das sogenannte Erfüllungs- Programm in vollem Umfang, ja sie baute es noch weiter aus und bot als Garantie für Erfüllung des Programms die Unterschrift des deutschen Unternehmertums. Das Programm wurde in Paris abgelehnt. Nr. 106. Seite 2 Karlsruher Tagblatt. Mittwoch, den 18. April 192Z Erstes Blatt Da die Regierung bald erkannte, das« die so- genannte Sicherungsfrage von Frankreich immer mehr in den Vordergrund geschoben wurde, suchte sie auch nach dieser Richtung Frankreich zu befriedigen und machte den Vor- schlag durch Vermittlung Amerikas, daß die am Rhein interessierten Staaten zu treuen Händen Amerikas sich gegenseitig verpflichten sollten, für einen langen Zeitraum ohne Volksabstim- mung keinen Krieg gegeneinander zu füh- ren. Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Auch Frankreichs Wunsch nach Vorteilen für die deutsche Industrie wurde berücksichtigt. Die deutsche Regierung wollte eine Vertretung der deutschen Industriellen nach Frankreich schicken, um Verhandlungen über eine wirtschaftliche Kooperation der beteiligten Industrien auf breiter Grundlage anzubahnen. Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnte In den ersten Ianuartagen war die bekannte Reparationskonferenz, der dann der Ruhreinsall folgte. Die Regierung lieh sich trotz schlechter Erfahrungen nicht abhalten, einen neuen Plan auszuarbeiten, um ihn der Pariser Konferenz zu unterbreiten. Dabei sollte vor allem Frankreichs Wunsch nach schnellen Zahlungen berücksichtigt werden. Ein deutscher Unterhänd- ler rourde mit Ueberreichung des Planes be- auftragt. Insgesamt wurden 30 Milliarden Goldmark angeboten, die ersten 20 Milliarden sollten sofort nach Eingang aus internationa- len Anleihen an Frankreich gehen, der Rest sollte in zwei Raten nach je fünf Iahren be- zahlt werden. Weitgehende Garantien für die Verzinsung waren vorgesehen. Der Plan war nicht nur ein Versprechen, er war auch praktisch durchführbar und hätte Frankreich sehr schnell große Summen eingebracht. Auf die Anfrage, ob sie den Plan der Konferenz unterbreiten könne, erhielt die dentsche Regierung überhaupt keine Antwort. Man hielt es in Paris überhaupt nicht der Mühe wert, sich den neuen deutschen Plan anzusehen. Poineare hatte andere Pläne in Vorbereitung, jeder deutsche Reparationsplan empfand er als Störung. Frankreich hat also bisher alle deutschen Angebote zurückgewiesen, obwohl die angebotenen Summen den Summen nahe kom- men, die heute von Frankreich selbst als Min- destforderung bezeichnet werden. Das Schicksal der deutschen Angebote zeigt, wie Frankreich dauernd bemüht war und noch ist. Deutschland in der Rolle des schlechten Schuldners zu halten. Darum muhten alle Angebote scheitern. Frank- reich will keine Reparationen. Das deutsche Ianuarangebot war aufgebaut auf der Voraussetzung eines freien, durch keine feindlichen Eingriffe behinderten deutschen Wirt- schaftslebens. Denn nur ein freies, unbehin- dertes deutsches Wirtschaftsleben ist fähig, die Höchstleistungen hervorzubringen, die Deutsch- land zur Abtragung seiner Kriegslasten braucht. Die Voraussetzung für das Ianuarangebot be- steht heute nicht mehr. Das Hauvtgebiet der deutschen Wirtschaft ist von feindlichen Truppen besetzt, die sinnlos zerstören. Schaden und Ver- luste sind bis jetzt völlig unübersehbar. Kein Mensch kann heute auch nur annähernd sagen, wie hoch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sein wird nach der Räumung des Ruhrgebietes. Wie kann da eine deutsche Regierung ein festes Angebot machen, ein Angebot, das sie auch vrak- tisch erfüllen kann? Nach dem Einbruch in das Ruhrgebiet hat sich die deutsche Regierung nicht darauf beschränkt, den passiven Widerstand der Bevölkerung zu unterstützen. Sie hat trotz früherer fehlschlüge und trotz des offenkundigen bösen Willens Frankreichs die Versuche fortgesetzt, im Streit um die Reparationen einen Ausweg zu fin- den. Der Außenminister der Vereinigten Staa- ten, Hughes, hat Ende Dezember als Aus- weg aus dem Streit die Schlichtung durch eine internationale Kommission empfoh- len. Die deutsche Regierung hat sich diesen Vor- schlag zu eigen gemacht und hat dies den frem- den Mächten mitgeteilt. Sie hat vorgeschlagen, daß die internationale Kommission über drei Kragen entscheiden solle: 1. Was hat Deutschland bisher geleistet? 2. Was kann und soll Deutschland gerechterweise leisten? und 3. auf welche Weise können diese Leistungen bewerk- .stelligt werden? Gleichzeitig hat Deutschland an die Mächte die Frage gestellt, wie man Deutsch- land Sicherheit geben wolle, daß Frankreich nach Unterzeichnung des neuen Abkommens das Justus von Liebig. Zur 50. Wiederkehr seines Todestages am 18. April- Von Arnold Köllner. In dem halben Jahrhundert, das seit dem Tode Justus von Liebigs verstrichen ist, hat die schnellebige Menschheit unserer Tage beinahe vergessen, was sie dem Vater der deutschen Chemie schuldet: ihre und ihrer Nachkommen Existenzmöglichkeit. Justus von Liebig hat das Geheimnis ergründet, die Ertrag- fähigkeit des Ackerbodens zu steigern und so den « Hunderten von Millionen, die in den Kulturländern dicht gedrängt beieinander wohnen, Ernährungs- Möglichkeiten zu schaffen. Wie wäre es zumal dem deutschen Volk in den Kriegsjahren ergangen, als es, von aller Welt abgeschnitten, im wesentlichen aus den Ertrag seines eigenen Bodens angewiesen war? Eine Hungersnot, fürchterlicher als die russische Katastrophe von 1921, würde das deutsche Volk dezimiert haben; die Nation wäre untergegangen, hätte nicht Liebig die Wege gewiesen, auf denen es möglich war, d^r heimischen Ackerkrume das Letzte an Erträgnissen abzutrotzen. Wohl haben viele unter Liebigs Nachfolgern äußerlich Größeres, Glänzen- deres erreicht; aber sie alle haben letzten Endes auf dem Fundament Weitergebant, das der Darm- städter Kanfmannsfohn gelegt hatte. Fritz Habers und Nikodem Earos Verfahren znr Gewinnung atmosphärischen Stickstoffs waren schließlich nnr die logische Folge der Liebigschen Lehre, daß dem Erd- boden alles wiedergegeben werden muß, was ihm durch den Pflanzenwuchs entzogen worden ist. Justus von Liebig hat ans der Lehre seines Zeit- genossen Robert Mayer von der Erhaltung der Energie die praktische Nutzanwendung ans dem Ge- biet der organischen Chemie gezogen; er hat gezeigt, Einbruchsgebiet räume. Auch diese Bemühun- gen der deutschen Regierung blieben ohne Er- folg, weil weder England noch Amerika den Mut haben. Frankreich in den Arm zu fallen. Frankreich will jetzt die von ihm geschaffene Lage dazu ausnutzen, um die Pläne zu verwirk- lichen, die es hinter dem Wort Sicherheit versteckt. Es sind jetzt die Dokumente Wilsons über die Verhandlungen in Versailles verössent- licht worden. Wilson sagt, daß Frankreich da- mals forderte: die Rheinlinie, die dauernde militärische Kontrolle des Rnhrgebietes, d. h. die vollkommene wirtschaftliche und politische Vernichtung Deutschlands. Wilson nennt das französische Programm ein Programm der Panik. Das Programm ist 10 gescheitert am Widerstand von Wilson und Lloyd George. Frankreich hat heute das Programm der Panik wieder aufgenommen, da es hofft, diesmal die englifch-amerikanifchen Widerstände überwinden zu können. Der deutsche Minister des Aeußeru nannte die wahren Absichten unverhüllt bei ihrem richtigen Namen und gab die feierliche Erklärung ab, daß alle Bläne, die sich mit der Errichtung eines rheinischen Staates beschäf- tigen oder mit der Uebertraguug von Berwal- tungsbefugnissen auf internationale Organe für Deutschland nicht diskutierbar seien. Unannehmbar sei auch das System der etappenweisen Räumung des Ruhr- g e b i e t e s. Das deutsche Volk ist mit seiner Regierung bereit, die größten Opfer auf sich zu nehmen, um die Forderungen der Gegner nach Waren und Geld zu erfüllen, es hat sich vollkommen entwaffnen lassen, aber nie und nimmer wird es das rheinische Land dem Welschen ausliefern. e so MiNiarden in 35 Iahren. Paris, 17. April. tDrahtber.) Ueber die gestern vormittag abgehaltene Besprechung zwi- schen P o i n c a r e und den französischen Mit- gliedern des Komitees, das von der fran- zösisch-belgischen Konserenz Ende der vorigen Woche zum Studium des französisch-belgischen Neparationsplanes eingesetzt wurde, berichtet Havas halbamtlich, man habe die Grundlagen sitr die demnächstigen Studien über den fran- zösisch-belgischen Plan besprochen. Es habe den Anschein, das, eine Verständigung zwischen Paris nnd Brüssel leicht zn erzielen sei» werde. Dieser Plan werde den nnterm 5. Mai 1921 geschaffenen Rahmen wahrscheinlich nicht über- schreiten. Deutschland soll die Bonds A und B in Höhe von SN Milliarden Goldmark begleiche«. Die Bonds C sollen nicht ausgegeben werden, sondern znr Kompensation der alliierte« Schnl- den dienen. Für die Begleichung stehe Deutsch- land eine Höchstfrist vo« etwa SS Iah- ren zur Verfügung. Da sich aber die Räumung des Ruhrge, b i e t e s im Verhältnis zu den deutscheu Zah- luugeu vollziehen soll, werde Dentschland ein Interesse an einer möglichst schnelle« Erledigung seiner Verpflichtungen haben. * Der Prozeß gegen die Sruppdirekwren. Berlin. 17. April. lDoahtber.) Nach Blätter- Meldungen aus Werden an der Ruhr ist gestern Herr Krupp von Böhlen Halbach als Zeuge in der Angelegenheit der verhafteten Direktoren der Kruppschen Werfe vom französischen Untersuchungsrichter vernommen worden. Die Anklage richtet sich nur gegen drei Direkt»- ren der Kruppschen Betriebe, nämlich gegen Hartwig. Oesterle und Bruhn, während der vierte Direktor namens Ritter ans der Haft entlassen worden ist. Die Liste der Verteidiger wirb durch den Schwei ze r Anwalt More- aux, Mitglied der juristischen Fakultät der Uni- vevsität Genf, erweitert werden. Die Verhandlung soll in der übernächsten Woche stattfinden. Raub von Arbeitslosengeldern. Köln, 17. April. lDrahtber.) Kur» nachdem gestern vormittag eine größere Summe Geldes in die Räume der Erwerbslosen für sorge im Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf gebracht worden war, drangen die Franzosen dort ein daß die Natur stets wieder eines Ersatzes der Kräfte bedarf, die sie für ihr Wachstum und ihre Entwick- lung nötig hat. Justus von Liebig hat uns die Wege gewiesen, mit dem beschränkten Raum unseres kleinen Planeten hauszuhalten und seiner Oberfläche den denkbar größten Ertrag abzutrotzen; so ist er zu einem der größten Wohltäter der Menschen geworden. Als Sohn eines Farbenhändlers ist Liebig am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren. Er besuchte in seiner Vaterstadt das Gymnasium und kam dann, fünfzehnjährig, zu dem Apotheker von Heppenheim an der Bergstraße in die Lehre. Für den Apotheker- beruf hatte ihn der Vater deshalb bestimmt, weil Justus schon als Knabe eine besondere Neigung zum Experimentieren mit allerlei Chemikalien gezeigt hatte, die ihm int väterlichen Geschäft zugängig gewesen waren. Auch theoretisch hatte ihn die Chemie beschäftigt, und was über dieses Fach an Büchern in der Darmstädter Hofbibliothek vorhanden war — viel war es nicht — das hatte er dank dem Entgegenkommen des Hofbibliothekars als Gym- nasiast schon durchschmökert. In der Apotheke benutzte er jede freie Stunde zu allerlei chemischen Experimenten; eines Tages nahm seine Laufbahn als Apothekerlehrling freilich ein jähes Ende. Der junge Liebig hatte wohl von der schon früher durch Howard geinachten Entdeckung des Knallquecksilbers gehört und, ohne die Gefährlichkeit dieses Stoffes zu kennen, ihn selbst darzustellen versucht. Die Folge war eine Explosion, bei der die ganze Apotheke in ihren Grundfesten wankte und keine Fensterscheibe im Haus heil blieb, worauf der Apotheker feinen unheimlichen Lehrling schleunigst wieder nach Darm- stadt sandte. Der Vater begriff nnn wohl, daß es besser sei, den gefährlichen chemischen Tatendrang seines Sohnes durch exakte Fachstudien zu zügeln, und nahruen 22 K M i I l ii onen Mar? fort. Dem Kassier legte man eine französisch geschrie- bene Erklärung zur Unterschrift wonach es sich nicht um Gelber der Erwerbslosenfürsorge, sondern der Rhein- unb RuhrHÄ-se' handle, was er aber nicht gewußt habe. Der Kassier, der zu- fällig fran Milch verstand, verweigerte seine Un- terschrist. weil es sich tatsächlich um Arbeits- losenunterstützungsgelder handelt. Die Fran- zosen nahmen auch die Liste der Erwerbslosen Raub städtischer Gelder. Essen, 17. April. sDrahtber.) Die Franzosen haben hier 8 Millionen Mark Bargeld und 12 Millionen in Verrechnungsschecks aus den städtischen Kassen genommen, wahrscheinlich des- halb, weil die Stadt es abgelehnt hat, die ihr auf- erlegte Kontribution von 75 Millionen Mark zu zahlen. Der verstärkte Druck. Paris. 17. April. lDrahtber.) Die Abend- blätter melden aus Düsseldorf, daß dort im Stahlhof heute vormittag Konferenzen stattge- sunden haben, an denen Militär und Zivilper- fönen teilnahmen. Gegenstand der Beratung sollen die neuen Maßnahmen gewesen sein, die im Ruhrgebiet geplant sind. Lebenslängliche Zwangsarbeit. Bochnm, 17. April. lDrahtber.) Der kom- mandierende General veröffentlicht durch Maueranschlag eine Verordnung Nr. 35 vom 20. März, in der es heißt, daß mit l e b e n s - länglicher Zwangsarbeit oder mit Zwangsarbeit nicht unter 10 Jahren oder lebenslänglicher Gefangenschaft bestraft wird, wer in den besetzten Teilen des Rnhrgebietes irgendwie den Po st-, Telegraphen - oder Fernsprechverkehr durch Zerstörungen unterbricht und infolgedessen die Sicherheit und den Unterhalt der Besatzungstruppeu oder die öffentliche Ordnung gefährdet. Liegen mildernde Umstände vor. so kann aus Gefängnisstrafe bis zu 5 Jahren und eine Geldstrafe bis zu 10 Mil- lionen Mark oder auf eine von beiden Strafen erkannt werden. Die Strafen, die über 6 Jahre Zwangsarbeit oder Gefängnis lauten, können in den Strafanstalten desjenigen Staates ver- büßt werden, denen das Urteil fällende Gericht angehört. 170 Bahnhöfe im Ruhrgebiet besetzt. Berlin. 17. April. lDrahtber.j Ueber die Verkehrslage im Ruhrgebiet berichten die Blät- ter, daß von den 206 Bahnhöfen des Ruhrgebietes 170 von den Einbruchstruppen besetzt sind. Auf 66 dieser Bahnhöfe ruht der deutsche Betrieb vollkommen. Die Zustände in den Vesatzungs- gefüngnifsen. Frankfurt a. M.. im April. Auf Grund eige- ner Erfahrungen und Beobachtungen gibt ein Einwohner aus Wiesbaden, der wegen einer Bagatelle von den Franzosen zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt war. der „Frkf. Ztg." eine Schilderung über die Behandlung der meist schuldlosen deutschen Gefangenen im dortigen französischen Gefängnis. Wie überall im besetz- ten Gebiet, ist auch das Wiesbadener Gesäng- nis überfüllt. In kleinen Zellen werden die Gefangenen bis zu sechs und zehn zusammen- gepfercht, eine Trennung nach Geschlechtern wird nicht immer durchgeführt. An Sitzgelegen- heit' fehlt es. Wer am Tage auf dem Bett sitzend von der Wache anaetrosfen wurde, er- hielt Kostentziehung als Strafe. Es ist auch vorgekommen, daß Leute, die in den kalten Nächten, da es nur Decken zum Zudecken gibt, die Unterkleider anbehielten, dafür geschlagen wurden. Es fehlte bei der Ueberfüllung an den nötigen Betten, und oft genug mußten zwei Ge- fangene zusammen schlafen. Das Ungeziefer in den arg verschmutzten Zellen ist eine schlimme Plage. Wünsche, dem Wachoffizier vorgeführt zu werden, um Beschwerden vorzubringen, wur- den immer rundweg abgeschlagen. Das Essen war nur zeitweise ausreichend und genießbar, den Angehörigen von den Gefangenen wurde wiederholt von den Wärtern gesagt, sie brauch- ten Suppen nicht. mitzubringen, wohl aber Ge- müse und Kartoffeln, an denen es fehle. Un- terhaltungen mit den Angehörigen sind nur und gab seine Einwilligung, daß Justus Chemie studiere. Das war damals, vor mehr als hundert Jahren, gar nicht so einfach. An deutschen Universitäten gab es zu jener Zeit überhaupt noch keinen Lehr- stuhl für Chemie; dieses Fach, in dem die dentsche Wissenschaft später die Führung erlangte, wurde von den Physikern so nebenbei miterledigt, und man kann sich daher wohl denken, wieviel oder vielmehr wiewenig in der Chemie damals auf den deutschen Hochschulen zu lernen war. Der führende Chemiker jener Zeit war der Schwede Berzelins, der an der Stockholmer Universität lehrte; daneben gab es eme Chemie von wissenschaftlicher Bedeutung nur in Paris. Deshalb ging Justus Liebig, nachdem er in Bonn und Erlangen sechs Semester hindurch Physik getrieben hatte, im Jahre 1822 nach Paris, wozu ihm der Großherzog von Hessen ein Stipendium gewährt hatte. Im Laboratorium von Gay-Lussae lernte er den Wert exakter experimenteller Forschung kennen; hier nahm er, nunmehr ausgerüstet mit aus- reichenden Kenntnissen, jene Versuche wieder auf, die in der Apothekerzeit ein so unerwartetes und ge- fährliches Ende genommen hatten: er untersuchte eingehend das Verhalten der Knallsäure und des Knallquecksilbers und legte diese Arbeit der Pariser Akademie der Wissenschaften vor, wodurch der damals in Paris weilende Alexander von Humboldt auf den jungen deutschen Chemi er aufmerksam wurde. Dessen Bestreben war es, die in Paris gesehenen Methoden der chemi chen Forschung auch in Deutsch- land einzuführen; aber es war unendlich schwer, die Schwerfälligkeit der damaligen Behörden zu über- winden. Schließlich gelang es Liebig dank der dringenden Fürsprache Alexander von Humboldts, die Regierung seines hessischen Heimatlandes dafür unter Aufsicht und nur sehr laut erlaubt. Die imerträglichste Plage aber sind die Aufseher, französische und marokkanische Soldaten. Schwer haben die Gefangenen unter den ftar- ken sexuellen Trieben der marokkanischen Wär- ter zu leiden. Sie trugen den Gefangenen im- mer wieder an. in geschlechtlichen Verkehr mit ihnen zu treten, und für die Ablehnung rächten sie sich dann mit verschlechterter Behandlung. Selbst die Frauen der Gefangenen, die zu Be- such ins Gefängnis kamen, wurden in einzelnen Fällen mit Anträgen und mit dem dreisten Ver- langen nach Auslieferung des Wohnungsschlüs- sels belästigt. Allgemein wurde darüber ge- klagt, daß es an der nötigen Kontrolle über die Wärter fehlt. Hohn für die deutschen Katholiken Massenausweifung am Weißen Sonntag. Berlin. 17. April. Ei»er Blättermeld««g aus Frankfurt a. M. zufolge hat die Zahl der aus dem besetzten Gebiet ausgewiefeueu Bcam- ten einschließlich der Familienmitglieder 20 000 überschritte«. Besonders a m Weiße« Sonntag erfolgte die Ausn»cis««g oo« Eise«- bahnerfamilien aus ihren Wohnungen, während der größte Teil der Ki«der mit den Eltern bei der kirchlichen Feier der Erstkommunion weilte. Als die weißgekleideten Erstkmnm«nikantinne« nach dem Gottesdienst nach Haufe kamen, fanden sie die daheim gebliebene« Familiewmitglicder aus der Straße bei de« Möbeln stehend. Alle« diesen Kindern wird der Weiße Sonntag dieses Jahres lebenslänglich im Gedächtnis bleiben. * Berlin, 17. April. sDrahtber.) Die deutsche Regierung hat in Paris ein neues Protestschrei- ben gegen die Ausweisungen erlassen. Sie hat eine neue Liste von Ausgewiesenen überreicht, auf der sich 833 Namen befinden. Der deutsche Rheinland- tommissar vertrieben. Berlin, 17. April. (Drahtber.) Aus Koblenz wird gemeldet: Die interalliierte Rheinlandkom- Mission hat heute dem deutschen Rhein land kom- missar Fürst Hatzfeld durch ein Schreibe» mitgeteilt, daß sie seine Mission als be- endet betrachtet. Fürst Hatzfeld hat sofort dagegen Einspruch erhoben mit dem Hinweis, daß seine Ernennung nicht durch die Rheinland- kommission, sondern durch die Botschafterkonfe- renz in Paris erfolgt fei, er könne der Rheim land kommission das Recht nicht zuerkennen, sei« Amt aufzuheben. Die Maßnahme der Rhein- landkommission ist ein neuer Gewaltakt gege« die rheinische Bevölkerung. Das Amt des beut- schen Rheinlandkommissars war der interalliier- ten Rheinlandkommission von Anfang an un- willkommen. Nachdem der rheinischen Bevölke- rnng durch die Unterdrückung der Presse jede Möglichkeit genommen war, ihre Rechte gegen- über der interalliierten Kommission zu vertre- ten, war der deutsche Rheinlandkommissar noch die einzige Stelle, die für den Schutz der Rechte eintreten konnte. Fürst Hatzfeld hat unter de» Druck der Gewalt mit seinem ganzen Person»^ das besetzte Gebiet verlassen. * Mannheim. Mannheim, 17. April. Gesteru wurde t'» PolizHibeamter von einem französische« Offizier darüber zur Rebe gestellt, weshalb er n i <ß.' grüße. Der Polizeibeamte erwiderte zunäch^ nichts und antwortete ans wiederholtes Besro' gen mit nein. Darauf schlug ihm der Offizien den Helm vom Kopfe, wobei der Be' amte zu Boden fiel. Mit Hi-l^e eines vo» ■■ _ _ — ,———^ zu gewinnen und ihm an der Universität Gieße» einen Lehrstuhl für organische Chemie bereitzustellen Schon nach kurzer Zeit wurde der junge Gelehrt zum ordentlichen Professor ernannt; gleichzeitig willigte die Regierung ihm die Mittel zur Einrichte eines völlig nach seinen Plänen auszubauend^' chemischen Versuchs- und Unterrichtslaboratoriuw- Länger als ein Vierteljahrhundert hat Liebig' der später in den erblichen Freiherrenstand erhobt wurde, in Gießen gewirkt und neben seinen schlingen zugleich eine Lehrtätigkeit entwickelt, ^ in ihrem Umfang und in ihrer Bedeutung urlve" gleichlich genannt werden muß. Sein Laboratoriu"' wurde, das ist nicht zu viel gesagt, die Geburtsstä^ der deutschen Chemie; hierhin strömten Hörer "" allen Ländern, um Liebigs bahnbrechende, bis } ull j heutigen Tage vorbildlich gebliebene Methoden ^ chemischen Forschung kennenzulernen und sp^ an andere Universitäten zu verpflanzen. Besonde^ als Analytiker hat er die Methoden gelehrt, die b> zum heutigen Tage gebräuchlich geblieben sind; ^ gesamte Gebäude der organischen Chemie . hier von ihm in unerschütterlicher Konstruktion gebaut und streng wissenschaftlich verankert. U«'» seinen unzähligen Schülern war der bedeutend! A.W. Hofmann, der 1843 im Liebigschen Labo^ torinm seine ersten Untersuchungen über das ÄN".^ anstellte. Schon daraus ersieht man, wie gehend Liebigs Einfluß auf die Entwicklung v, modernen Chemie gewesen ist. Am bedeutsam'. aber waren, wie schon eingangs ausgeführt, Lieb^ Arbeiten auf dem Gebiet der Pflanzenchemie. wußte man aus der Erfahrung schon seit lang?' i daß der Ertrag des Ackerbodens sich durch Düng''' mit Stallmist steigert; der wissenschaftliche ! sammenhang'war aber völlig ungeklärt; bis Karlsruher Tagblatt. Mittwoch, den 18. April 1S23 Erstes Blatt öer Wache Herbeigerufenen Soldaten brachte der Offizier ben Polizeibeamten noch der Wache. Dort wurde er nach Abnahme seiner Aus- ÄistungSgegenstände in einen Holz schufen eingesperrt. Nach einiger Zeit wurde er hervor- «rufen und gefragt, ob er jetzt grüßen wolle. Er erwiderte uriederum mit nein. Darauf wurde er Sie ganze Nacht hindurch in dem Holz- schuppen festgehalten. Heute früh wurde der Polizeibeamte nach Lubwigshafen transportiert un>d dort vor -eine französische Stelle geführt. In Ludwigshascn war die Rede nicht mehr vom Grühen, sondern vom Betreten besetzten Gebietes. Der Polizetbeamie wurde im Laufe des Tages wieder auf freien Fuß gesetzt. Offenburg. Offeuburg. 17. April. Der StationSvorstanb vom Offenburger Ranigierbahnhos, Kleiiber, EisenbahninspeZtor Gall. Amtsgehilfe Bovbo. die im Verwaltungsgebiet des Rangierbahnhofes Ossvnhurg wohnen, muffen ihre Dienstwohnun- gen innerhaw 48 Stunden räumen, weil in dem Bahnhof Sabotageakte vorgekommen jeiu sollen. Wenn wirklich Beschädigungen entstanden sind, dann dürften sie nur auf Äie Unkenntnis der Franzosen selbst in der Handhabung der Einrichtungen zurückzuführen sein. Die Sozialdemokratie zu Rosen- bergs Rede. Wir konnten gestern aus technischen Gründen die Ausführungen der Parteiredner nur in we- «igen Sätzen bringen. Wir möchten noch folgen- des nachholen: Der Redner der Sozialdemokratie, der Abg. Müller--Franken führte u. a. aus: Die Aufgabe der Politik muß es sein, die Böl- ker aus der Misere des' Krieges wieder empor- zuhebeu. Der Völkerbund hat sich dabei völlig unfähig erwiesen und die Neutralen spie-- len dabei den unbeteiligten Zufchauer. Kommt aber keine Bermitlung von neutraler Seite in Frage, so haben wir zu prüfen, ob nicht von deutscher Seite eine Polittk der Aktivität zu treiben ist. Wir dürfen nicht auf den Völker- bund warten. Die Politik des passiven Wider- standes hat uns Sympathien in der Welt einge- bracht. Die passive Resistenz beweist ja auch, daß oie Entwaffnung Deutschland tatsächlich durch- «esührt ist. PoinearS glaubt das nicht. Seine Rede atmet keine wirtschaftliche Erkenntnis. 9ede Verhandlung muh als nächstes Ziel die Räumung des Ruhrgebietes in kürzester Frist haben. Man verlangt, daß Deutschland ein präzises Angebot mache. Die Durchführung des Vorschlages des Staatssekretär Hughes würde viel Zeit beanspruchen. Deshalb würden wir ein direktes Angebot an die Alliierten vorziehen, wobei es weniger auf die Zahl, als auf die Mo- oalität der Zahlung ankommen würde. Endlich Mutzte auf die deutsche Leistungsfähigkeit Rück- "cht genommen werden, denn sonst wäre die ver- langte Summe nicht flüssig zu machen. Selbst- verständlich müßte auch Schluß gemacht werden wit der Politik der Sanktionen. Die Ablehnung eines Angebots würde den passiven Widerstand der Ruhrbevölkerung nur noch steigern. Die uhrarbeiter wissen aus den wirtschaftlichen Kämpfen, daß die Waffen erst dann niedergelegt werden, wenn die Verhandlungen zu einem Resul- tot zu führen sicher sind. Eine Lösung des Kon- "ikts kann nur befriedigen, wenn sie uns nicht Aufgezwungen wird. Gewiß, in Frankreich sind Kräfte am Werk, die erreichen wollen, was ihnen *»19 zu erreichen nicht beschieden war. Gegen die Bestimmung über die E n t m i l i t a r i s i e r u ng °es Rheinlandes haben wir am wenigsten einzu- wenden und wenn ein Pakt darüber in Frank- te ?dj beruhigen würde, so würden wir uns da- wit abfinden. Das Sicherungsangebot der deut- lchen Regierung braucht nicht uuabänderlich zu >«n. Wir hätten z. B- nichts dagegen einzuwen- ?en, wenn die Vereinigten Staaten als Garanten Mgieren würden und wären auch eiuverstan- ?en, daß wir uns über ein Menscheilalter hinaus Jw Westen und Osten gegen jede Kriegführung ^rpsljchten. Wir sind jederzeit für eine Politik ver Sicherungen und Garantien, aber wir lehnen "de Sicherungspolitik ab, wie sie in verschleierter ^ebig nahm man an die Wachstumsmöglichkeit jeglicher Vegetationen sei an die Humusschicht ge- banden, und dieser weide durch die Düngung mit frischen und pflanzlichen Abfällen nur immer Wieder die Lebenskraft zugeführt, die nun einmal ln einer gewissen begrenzten Menge in der Natur vorhanden sei und die auch in den toten Abfällen der Lebewesen erhalten bleibe. So wurde zwischen anorganischer und organischer Chemie jeder Zu- lammenhang geleugnet. An diesem Punkt nun setzten Liebigs bahnbrechende Forschungen ein. Er lehrte und begründete den Mndamentalsatz von dem anorganischen Aufbau ^ler Organismen, der Pflanzen wie der Tiere, und ? r Zeigte, daß der Kohlenstoff das Hauptelement 'w chemischen Ausbau aller Organismen ist. Die pflanzen entnehmen ihn durch die Blätter der Atmo- Sphäre; aber auch eine Reihe anderer Stoffe nd öum organischen Anfbau aller Pflanzen und Lebe- ^esen unerläßlich. Während die meisten Mineralien In völlig ausreichender Menge in der Humusschicht des Erdbodens, dem Sitz des pflanzlichen Wachs- ^Ms, enthalten sind, stellte Liebig aus der Analyse er Pflanzeuaschen fest, daß vor allem drei besonders wichtige Stoffe: Stickstoff, Kali und Phosphorsäure, ^ur in unzureichender Menge im Erdreich vorhanden Wb, daß aber gerade diese drei Stoffe von den pflanzen dem Boden in so großer Menge zwecks Mes organischen Aufbans enlzogen werden, daß ihr ^satz unerläßlich ist, wenn der Boden nicht nach -Urzer Zeit ertraglos bleiben soll. So wurde Liebig n logischer Weiterentwicklung zu seinen Versuchen Jj 1 # künstlicher Düngung geführt, auf der heute er intensive landwirtschaftliche Betrieb in allen Kulturländern beruht Er selbst lieferte durch die . ^auungen eines bei Gießen liegenden sandigen, ertraglosen Terrains mit Hilfe künstlichen Form auch von den Nationalisten Frankreichs getrieben wird. Die Beherrschung der deutschen Eisenbahnen durch französische Kommissionen findet im Verfailler Vertrag keine Unterstützung und das Unrecht, das der Saarbevölkerung an- getan wird, schreit zum Himmel. In den En- tenteländern muß man sich klar sein, daß man mit solchen Bestrebungen den Frieden der Welt nicht fördert. * Abg. Marx, der Zentrumsredner erklärte: Das Vorgehen Frankreichs erklärt sich auch nnr daraus, daß es die wirtschaftliche ReparationS- frage hinauszuschieben sucht. Es hat alle Ver- suche Deutschlands, die zerstörtenF>ebiete wieder aufzubauen, sabotiert. Es will eben keine Re- parationen. Das geht schon daraus hervor, daß sich Frankreich auch garnicht um die Feststellung der Bank von England kümmert, die im Früh- jähr 1922 dank der Ersüllungspolitik des Ka- binetts Wirth Wer die deutsche Leistungsun- fähigkeit gemacht wurde. Besonders erfreulich war die Feststellung des Herrn Außenministers, daß die Frage einer Neutralisierung der Rhein- lande und der besetzten Gebiete für die Reichs«- gierung überhaupt nicht diskutabel ist. Hände weg vom Rh ein und von der Ruhr! (Lebhaftes Bravo!) Niemals werden wir diese Provinzen antasten und die Frage ihrer Zuge- Hörigkeit zum Deutschen Reich überhaupt er- örtern lassen. Lebhafte Zustimmung.) Namens des gesamten rheinischen Volkes und des Volkes an der Ruhr sage ich dem Herrn Außenminister Dank für seine entschiedene Stellungnahme in dieser Frage. Nicht minder übrigens dürfen die Interessen des Saargebietes wahrgenommen werden. Gegenüber den Aeußerungen des Vor- redners der die Frage angeschnitten hat, wie sich die Regierung nun weiterhin verhalten wolle, und ob sie alles getan habe, um das Rheinland und die Ruhr aus ihrer schlimmen Lage zu be- freien, erklären wir, daß es auch uns als ernsteste Pflicht der Reichsregierung erscheint, alles daran zu setzen was sie tun kann, um diesem auf die Dauer unerträglichen Zustand sobald wie möglich ein Ende zu bereiten. Es versteht sich daS ganz von selbst. Es muß in der Tat alles unter- bleiben, was geeignet ist, die Herbeiführung dieses Augenblicks zu erschweren. Im übrigen bedauere ich, den weiteren Aus- führungen des Herrn Abgeordneten Müller über die 'Frage der Verhandlungsmodalitäten nicht folgen zu können Er selbst hat ja betont, daß es dem Herrn Außenminister restlos gelun- gen sei, den Beweis zu erbringen, daß das An- gebot einer bestimmten Summe absolut auSge- schloffen ist. Es ist ja wirklich zurzeit ganz un- möglich, irgend eine bestimmte Summe für die Entschädigung zu nennen. Wenn Herr Abgeordneter Müller die Modalitäten zu Ver- handlungsmöglichkeiten prüfen will, so muß ich ihm gegenüber betonen, daß es ausschließlich Sache der Regierung ist, über diese Dinge bis ins Einzelne zu reden, und zu erforschen, wie weit die diplomatischen und i n t e r n a t i o- nalen Voraussetzungen gediehen sind. Obwohl ich ein Anhänger des parlamentarischen Systems bin, so hört doch hier meines Erachtens ö a s Recht des Parlaments zum Ein-. greifen auf. Es ist natürlich, daß die Regierung alle Pläne und alle internationalen Vorgänge verfolgt, daß sie sich auch selbst Gedanken macht, daß sie auch selbst Pläne hat. Hierin haben wir Vertrauen zur Regierung. Sie muß gleichzeitig dafür sorgen, daß der richtige Zeitpunkt für Ver- Handlungen gewählt wird. * Abg. Hoetzsch (Dn.): Der passive Widerstand muß fortgesetzt werden. Seit vier Wochen schon ist Poincars zu der Ueberzeuguug gekommen, daß überhaupt auf dem Wege der Gewalt wirtschaftliche Erfolge nicht zu erzielen sind. Daraus erklären sich die Verhandlungen Loucheurs in London, die ein langsames Umlenken und Umbiegen der fran- zösischen Reparationssorderungen einleiten. Einig sind wir darüber, daß zum passiven Wider- stand die starke Waffe der aktiven Politik gehören soll. Der „Vorwärts" hat diese Forderung auf- gestellt, aber nicht gesagt, wie praktisch die Regie- rung aktive Politik treiben soll. Herr Müller- Franken verlangt ein direktes, zahlenmäßiges Düngers dafür den ersten praktischen Beweis. Aus dem unfruchtbaren Sandboden machte er frucht- bares Land. Heule heißt dieses Gelände bei Gießen die Liebig-Höhe. Es ist unmöglich, in diesem knappen Rahmen den Gesamtnmfang von Liebigs Forschungen auch nur anzudeuten. Nur beiläufig sei noch erwähnt, daß die Übertragung seiner Lehre auf das Gebiet der Tierchemie ihn aus den Gedanken brachte, die tierischen .Nährstoffe in dem nach ihm benannten Fleischextrakt zu konzentrieren. Tie letzten 20 Jahre feines Forscher- lebens verbrachte Justus von Liebig als Professor der Chemie in München, wo er, fast siebzigjährig, am 18. April 1873 starb. Drei Denkmäler, in Darm- stadt, Gießen und München, künden feinen Ruhm. Kunst unö Wissenschaft Die Tckrii .stellerin Alberta v. Puttk-mcr (geb. Weiß) ist in Baden-Baden, " n sie seit langer Zeit lebte, im Alter von nahezu 74 Iah- ren g e st o r b e n. Die in Glogau geborene Dichterin war die Witwe ^-s bekannten früheren Staatssekretärs M v. Pv^'amer (+ in Baden- Baden 1906) und ist durch ihre Essays über die Aera Manteussel l„Federzeichnungen aus Elsaß- Lothringen mehr bekannt geworden als durch ihre Dichtungen. Neben einem historischen Drama (Kaiser Otto III) war A. v. Puttkamer die Autorin zahlreicher Dichtungen, die sich durch einen leidenschaftlichen Ton seinerzeit Beachtung verschafften. („Akkorde und Gesänge", „Offen- barungen", „Jenseits des Lärms" u. a.). Neben Übersetzungen aus dem Französischen (Musset) veröffentlichte sie zahlreiche Arbeiten für Zeit- schritten und Tageszeitungen und war auch Verfasserin einer Biographie von d'Annunzio und des Memoireuwerks „Mehr Wahrheit als Dichtung". Die verstorbene, geistig bedeutende Frau war gelegentliche Mitarbeiterin am „Karlsruher Tagblatt". Angebot an die Gesamtheit der Alliierten. Es sei ja kein großer Unterschied zwischen denSVMil- liarden, die Deutschland Ansang dieses Jahres zahlen wollte, und den 26 Milliarden, die Fran- reich forderte. Vorher aber müßte, so meine ich, eine Inventur aufgestellt werden, was unser Betrieb überhaupt heute noch wert ist. Erste Voraussetzung für die Ausstellung einer solchen Inventur wäre die R ä u m u n g des ganzen Gebietes. Der Weg des Herrn Müller-Franken ist schlechterdings ungangbar. Wenn zu den Ver- Handlungen auf dem gefährlichen Wege, den Herr Müller-Franken empfiehlt, geschritten würbe, würden wir in den selben Verhängnis- vollen Fehler verfallen wie bei einem gefähr- lichen Wendepunkt im Kriege. Wenn von Re- parationen gesprochen wird, so ist es selbstver- ständlich notwendig, daß auch Deutschland seine Gegenrechnung aufstellt. Auch wir haben Re- parationen zu fordern. Es ist erfreulich, daß die Regierung alles ablehnt, was aus eine Neutrali- sierung oder Internationalisier»»« des Rheinlands hinausläuft. Immerhin ist die Erklä- rung, Deutschland sei zu weitergehenden Verein- barungen über die Sicherheit im Westen bereit, gefährlich. Sitzung der demokratischen Reichstagsfraktion. t. Berlin, 17. April. Die Deutsche Demokratische Reichstagsfraktion hielt gestern mittag vor bem Zusammentritt des Plenums eine Fraktionssitzung ab, in der man sich mit der vorgestri- gen Rede des deutschen Reichsaußenministers Dr. v. Rosenberg beschäftigte. Die Fraktion war überwiegend der Auffassung, daß in der Rede ein formelles Angebot der deutschen Regierung zu sehen sei. Die Erfüllbarkeit des Angebots hängt nach der Auffassung der Fral- tion selbstverständlich von der Erlangung einer internationalen Anleihe ab. Die Fraktion sprach der Reichsregierung ihr rückhaltloses Vertrauen aus. * Pariser Stimmen zu Rosenbergs Rede. Paris. 17. April. Die gestrige Rede des deut- schen Außenministers v. Rosenberg wirb von der überwiegenden Mehrheit der Presse abge- lehnt. Nur wenige Blätter werden dem fach- lichen Teil der Rede gerecht. Das „Oeuvre" schreibt: Rosenberg hat ge- stern Vorschläge der Oefsentlichkeit unterbreitet, die Bergmann während der letzten Pariser Kon- ferenz in seinem Portefeuille gehabt haben soll. Trotz der Vorbehalte hat Rosenberg gestern 30 Milliarden Poldmark angeboten. Aber die deutsche Regierung alaubt, daß die Verbündeten die Summe von 30 Milliarden für unbefriedigend ansehen. Deshalb schlägt v. Ro- senberg vor, was das Mehr betrifft, sich dem Schiedsspruch einer internationalen Sachverständigenkommission zu unterwerfen. Die Alliier- ten erwarten von Deutschland direkte und ossi- zielle Vorschläge. Die gestrige Rede bringt jedoch den Beweis, daß die gegenseitigen Stand- punkte sich nähern. Deutschland bietet 30 Mil- liarden, die Alliierten verlangen aber 50 Mil- liarden. Deutschland ist aber wahrscheinlich auch bereit, mehr zu zahlen, vielleicht 40 Milliarden, wenn man ihm beweist, daß es dies auszuführen imstande ist. Die Alliierten werden vielleicht entdecken, baß sie ihre Forderungen um 10 Mil- liarden herabsetzen können. Eine Frage aller- dings bleibt offen: Wo soll man sie ffnden? Der „Petit P a r i s i e n" nennt die Rede des Reichsministers überraschend mangelhaft in der Erkenntnis der Lage. Er habe geglaubt, die Forderungen Frankreichs und Belgiens hin- sichtlich der Ruhrbesetzung, der Reparationen und Sicherheiten als unsinnig bezeichnen zu müssen. Er klage Frankreich und Belgien an. durch die Ruhrbesetzung zu ruinieren. Er wei- gere sich, sich vor der Psandnahme deS Ruhrgebietes zu beugen. Der „M atin" schreibt, die Summe, die der deutsche Außenminister genannt habe, sei von Bergmann oder seinen Kollegen niemals ge- nannt worden, v. Rosenberg habe sie vollkom- men erfunden. Wenn v. Rosenberg zum erstenmal diese Summe offiziell ausspreche, handle es sich um eine Sondierung. Der „Ma- tin" glaubt daher, daß der deutsche Außenmini- ster ans den Busch habe klopfen wollen. Englische Urteile. London, 17. April. (Drahtbr.) Das Arbei- tetblatt „Daily Herald" veröffentlicht eine Zu- sammensaffung der Rede des deutschen Außen- Ministers unier der Ueberschrist „Deutschland macht kein neues Angebot". Der Berliner Be- richterstatter des Blattes schreibt: Bezüglich der. positiven Vorschläge sei Rosenbergs Rede dunkel gehalten. Allgemein könne gesagt werden, daß Rosenberg nichts Neues bietet. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß die deutsche Regie- rung der Ansicht ist, daß wenn sie den Kampf im Ruhrgebiet fortsetzt, eine günstigere Lage ent- stehen würde. Der diplomatische Berichterstatter des „D a i ly Telegraph" führt aus. Rosenbergs Angebot sei eine Erneuerung des Bergmann im Januar mitgegebenen von 30 Milliarden Goldmark. Es sei jedoch vom deutschen Außenminister zu ver- stehen gegeben worden, daß, wenn die Alliierten den Vorschlag des Staatssekretärs Hughes über die Festsetzung einer Entschädigungsgesamt- summe dnrch eine internationale Körperschaft von Sachverständigen annehmen und die Kör- verschast eine höhere Summe als 30 Milliarden festfetzen würde, Deutschland sich dieser Entschei- dung fügen wird. Insofern stellt das neue deut- sche Angebot einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den früheren Angeboten (abgesehen von den 100 Milliarde» im Jahre 1919, das die Alliierten damals ablehnten) dar. Der Berliner Berichterstatter der „Times", der seinem Blatt einen sehr ausführlichen Be- richt über die Rede Rosenbergs sandte, den die „Times" unter der Ueberschrist „Das deut- iche Angebot" veröffentlichen, schreibt: Es sei kaum wahrscheinlich, daß die Forderun« nach einem neuen Angebot durch die Rede Rosen- bergs befriedigt sein werde. Wenn die Rede des deutschen Außenministers als Gegenstück zu der Rede Poinearös dienen sollte, so hätte sie nie- mals gehalten zu werden brauchen. Sie hätte jederzeit feit Weihnachten gehalten werden kön- nen, denn sie bringe die Lage nicht um einen Zoll weiter, als sie damals gestanden habe. Die Rede enthalte keine Anzeichen einer konstruk- Nr. 10«. Seite 8 tiven Politik oder auch nur einen Fortschritt in der Richtung einer solchen Politik. Sie sei eine glatte Verneinung. Verschieben« DvahtmMungen Berliner Nachbörse. Berlin. 17. April. (Drahtbericht.) Die feste Stimmung, die sich im Zusammenhang mit dem Anziehen des Dollarkurses im weiteren Verlauf der Börse für Aktienpapiere gezeigt hat, ver- stärkte sich und übertrug sich auf alle Marktge- biete, so daß die Tendenz bei lebhaftem Geschäft ausgesprochen fest war. Am Montanaktienmarkt bestand Interesse für Laurahütte zu 52 500 und Rombacher Hütte zu 34 000 Ferner wurden ge- nannt: Caro mit 58 000, Oberbedarf mit 40 000, Phönix mit 67 500 und Deutsch-Luxemburg mit 74 500. Lebhaftes Interesse herrschte für chemische Werte. Deutsch-Erdöl wurden gehandelt zu 78 000, Deutsch-Petroleum war zu '39 000 lebhast gefragt. An Schisfahrtswerten waren Lloyd zu 29 500 und Hapag zu 49 000 gefragt. An Bank- äktien waren Deutsche Bank mit 29750, Dresdner Bank mit 17 250 gefragt. Dollar 22 900—23 000. Belgische Schahwechsel eingelöst. Brüssel, 17. April. (Drahtber.) Die deutsche Regierung hat heute die dritte Serie der belgischen Schatzwechsel eingelöst. Die Sparaktion in Wien. Wie«. 17. April. (Drahtber.) Di« Blätter mel- den: Mit Rücksicht auf Sie aus Ersparnisgrün- den beschlossene Aushebung von Ministerien gab die Bundesregierung ihre Demission, wel- cher danach nur formelle Bedeutung zukommt. Der Bundespräsident betraute den Bundeskanzler. den Vizekanzler, sowie die übrigen Mini- ster, soweit nicht die von letzteren bisher gel ei- teten Ressorts gemäß Her erwähnten Ersparnis- maßnahmen als selbständige Mnisterien zu be- stehen aufgehört haben, mit der vorläufigen Fortführung ihrer Aemter. Gerichwftml Karlsruhe, 18. April. Die typische P so rz - heimer Diebstahls- und Hehleraffäre wickelte sich heute wieder vor der HI. Strafkammer ab. Der Doublemacher Christian Dalben- s e i h e r entwendete nach und nach (im Jahre 1923) bei s einer Firma der, Goldwarenfabrik Daub, Gold, und Silberabfälle im Werte von mehreren Millionen Mark. Hauptabnehmer der gestohlenen Abfälle war der Goldarbeiter Her- mann I ä ck, der 10 Posten Gold und drei Posten Silber im Werte von drei Millionen Mark heim- lich zugesteckt erhielt. Geringere Quantitäten fan- den in dem Fasser Eugen Keller ihren Ab- nehmer. Der Händler Friedrich B ä h r e kaufte von Daibenseiher ebenfalls gestohlenes Gold und Silber für 2% Mill. Mark. Doch gibt er an, er habe die strikte Versicherung von der reellen Herkunft des Metalls erhalten. Der Fabrikant Emil B i f ch o f f aus Oetisheim hatte ebenfalls Bedarf, er betraute aber mit dem Aufkauf seinen Arbeiter Wilh. Wildemann. Dieser erhielt auch von Daisenseiher das Gewünschte und das Angebotene geliefert. Das Gericht verurteilte die Angeklagten wie folgt: Daisenseiher aus Frankfurt wegen Diebstahls zu 1 Jahr Gefäng- nis, den Fässer Eugen Keller aus Schwann zu fünf Monaten Gefängnis, den Goldarbeiter Herm. Jäck aus Arnbach zu 10 Monaten Ge- sängnis, den Goldschmied Emil Hermann aus Unterniebelsbach zu drei Monaten Gefängnis, den Edelmetallhändler Friedrich Bähre aus Schiltigheim zu drei Monaten Gefängnis (gilt als verbüßt), den W. Wi lde mann aus Schwann zu fünf Monaten Gefängnis, ebenso den Fabri- kanten Emil Bischofs ans Oetisheim, sämtliche wegen Hehlerei. Ein weiterer Angeklagter wurde von der Anklage der Hehlerei freigesprochen. Ms Machbarliinöern - Münsingen (Württ.). 17. Apriil. Bei einem Familienstreit hat der 36jährig>e ledige Paul Freitag seinen 72jährigen Vater, den früheren Schützeuwirt Freitag, durch mehrere Revolver schliffe getötet. Der Mörder eilte nach der Tai auf die Bühne des Hauses und erschoß sich. , Vom Wetter Dienstag, den 17. April 1928. Auf der Rückseite des langsam nach Osteuropa abziehenden Tiesdruckgebietcs wird Deutschland von kalten nördlichen Luftströmen überflutet, während kleine Druckstörungen noch vieffach trübes Wetter mit Niederschlägen verursachen. Im oberen Schwarzwald fällt wieder Schnee bei Temperaturen um 0 Grad. DaS uordeuro- päische Hochdruckgebiet gewinnt allmählich stär- leren Einfluß, so daß morgen Abnahme der Be- wölkung und Nachlassen der Niederschläge zu er- warten ist, doch bleibt das Wetter zunächst noch ziemlich kalt. Wetteraussichten sür Mittwoch, den 18. April: Abnahme der Bewölkung, keine erheblichen Nie- derschläge, ziemlich kalt (im Hochschwarzwald Fröste) nördliche Winde. Rhein-«!afserstiinde morgens 6 Mir: 17. April 16. April £rfinftcviie Stad-t Durlach die Bürg- schaft und Selbstschuldnerschaft. Es wird der Wunsch ausgesprochen, der Fußballklub ,^Lik- toria" möge einen Teil der hohen Einnahme aus diesem Verkauf für gemeinnützige Zwecke, vielleicht für das neue Krankenhaus, zur Ver- fügung stellen. = Hamsfeld, 17. April. Ein folgenschwe- r e r S t r e i t hat sich am Sonntag hier zugetra- gen. Der zwanzigjährige Fabrikarbeiter Adolf Rausch hat im Wortwechsel den in den vier- ziger Jahren stehenden Wirt zum Friedrichshof Strauß durch einen Messerstich so schwer ver- letzt, daß dieser heute früh seinen Verletzun- gen erlegen ist. Der Hergang der Tat wird so geschildert, tmß in dem vorderen Raum der Wirtschaft sich einige Gäste aufhielten, während in dem Nebenraume der Kirchenchor eine Ab- schiedsseier beging. Rausch war beim Karten- spiel sehr laut und soll wiederholt' auf den Tisch geschlagen haben, so daß die Teilnehmer an der Feier gestört wurden. Der Wirt verbat sich die Störung, worauf sich ein Wortwechsel entspann, in dessen Verlauf Rausch wiederholt vor die Türe gesetzt wurde, aber immer wieder ver- suchte, in das Lokal einzudringen. Dabei ge- rieten Rausch und der Wirt aneinander, und in diesem Streite versetzte jener dem Wirt den töd- lichen Stich. — Knielingen. 17. April. Das Ortskartell der Reichs-, Landes- und Gemeindebeamten hat un- ter den hiesigen Einwohnern eine Sammlung zugunsten des Deutschen Volksopfers vorgenom- men. Die Sammlung erbrachte rund 520 MX? M. Der Betrag wurde der Landessammelstelle in Karlsruhe überwiesen. — Schöllbronn. 17. April. Der Landw. Kon- sum- und Absatzverein hielt am ver- gangenen Sonntag im Rathaus seine diesiäh-^ rige Generalversammlung ab. Verbandsbeamter H e ck m a n n vom Verband Bad. landw. Ge- nossenschaften Karlsruhe sprach über genossen- schaftliche Tagesfragen. Der Geschäftsanteil wurde auf Jt 10 000 festgesetzt. Nach eingehenden Beratungen schloß Borstand Kiefer die gut besuchte Versammlung. — Pforzheim. 17. April. Einem Raubüber- fall auf der Straße bei E r s i n g e n ist ein junger Kaufmann aus Königsbach zum Opfer gefallen. Als er mit seinem Rad nach Pforz- Heim fuhr, sprang plötzlich etn junger Mensch aus dem Wald und zwang den Radfahrer unter vorgehaltenem Revolver, ihm seine Barschaft auszuhändigen. Mit den erbeuteten 6000 Mk. suchte der Räuber das Wette. — In Berlin sind ?,we,i Pforzheimer Angestellt«, die wegen gro- her Scheckfälschungen verfolgt wurden, verhaftet worden. Einer der Verhafteten war mit der Führung der Lohnbücher betraut ge- wesen, und hatte hierbei die Gelegenheit benutzt, ewige Scheckformulare m stehlen. Auf einen gefälschten Scheck hatte er 2 Millionen erhoben und war mit seinem Freunde nach Berlin gefah- ren, wo Hie beiden Verhafteten in vier Tagen die ganze Summe durchgöbracht hatten. Heidelberg. 17. April. Zwischen dem Deut- schen Rauch- und Schnupftabakver- band und den drei Tabakarbetterverbänden fanden letzter Tage hier Lohnverhandlun- gen statt. Die Vertreter der Arbeiter verlang- ten für den April eine ISprozentige Erhöhung der bestehenden Löhne. Von Arbeitgeberseite wurde jede Lohnerhöhung abgelehnt: auch der Schlichtungsausschuh lehnte eine Erhöhung der Löhne ab. - Heidelberg. 17. April. Für öen bevorstehen- den dritten Wahlgang zur BÄrgermeifterwahl hat sich die sozialdemokratische Bürgerausschuß» fraktion bereit erklärt, für den bisherigen Bürgermeister Drach zu stimmen, wenn ein vier- ter Bürgermeisterposten geschaffen u. mit einem Sozialdemokraten besetzt wird. — Der Kaufmann Pank Walter aus Oppau bei Ludwigs- Hafen blieb mit seinem Motorrad an einem vor- überfahrenden Kraftwagen hängen, stürzte ab und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er starb. — Die Neuaufnahme der Volksschüler hat ergeben, daß die Zahl der Anmeldungen um etwa 600 gegen 1921 zurückgeblieben ist. Di« Abnahme der Volksschiilerzabl ist auf die Aus- Wirkungen des Krieges auf die Geburtenziffern zurückzuführen. - Rastatt, 17. April. Durch Felssturz im Steinbruch Hörauf zwischen Haltostelle Reichen- talerstraße und der Station Merlenbach war der Murgtalver>kehr Heute vormittag von 8 Uhr biS gegen 2 Uhr unterbrochen. Der Reisever- kehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. - Offenburg. 17. April. Bei dem Versuch, aus der Straße nach Ortenberg einem schwerbelade- nen Holzwagen und einem Postkraftwagen aus- zuweichen, geriet der Landwirt Franz Lipps von Waltersweier mit seinem Fahrrad unter das Holzfuihrwerik, wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Weder den Fuhrmann des Holzfuhrwerks noch den Leiter des Post- kraftwagens trifft eine Schuld. Das Unglück trug sich nur deshalb zu, weil Lipps an der sehr ichmallen Ausweichstelle an dem Fuhrwerk vor- beizukommen versuchte. - Naundorf. 17. April. Bei der Bürger- meisterwähl wurde der seitherige Bürger-- meister Bernhard Kaiser mit großer MÄr« heit wiedergewählt. — Auf der Fahrt gegen Günbelwangen stürmte der Mechaniker Bogel von Freiburg vom Rade und zog sich eine Ge- hirnerschütterung zu, die seinen T ob zur Folge hatte. - Lörrach. 17. April. Im benachbarten Weil hat das Spielen mit Schußwaffen wie- der ein Menschenleben aefordert. Der elfjäh- rige Sohn des Hafnermeisters Z i e g l e r spielte mit einem Flobertgewehr. Die Waffe entlud sich, die Kugel drang dem Jungen in den Kops und führte alsbald seinen Tod herbei. — In einem Anfall geistiger Umnachtung stürzte sich in Basel ein Fräulein von ihrer Wohnung auf die Straße. Sie fiel auf ein eisernes Gitter, so ihr die Staketen durch den Leib drangen. Die Unglückliche war sofort tot. Süßstoff-Preise im April 1923 1 N.Packung = Süßkraft von reichl. 1 Pfund Zucker M- 201».- Borzüalich zum Kochen, Backen usw. Kann mitgekocht werde». Tabletten haben die Süßkraft von je »'/-Würfel Zucker Schachteln mit 100 200 500 Tabletten M 800.- 660.- 1300.- jum Siihen von Kaffee, Tee usw. Erhältlich i« Kolonialwar«». Drogsnhandlunge« und Avvthekcn. Sparsamkeit Bequemlichkeit, Sauberkeit, sind die Eigenschaften unserer elektr. Hefz-Koch-Oelen umgelegt als Kochofen, aufgestellt als Heizofen. Im Verbrauch viel billiger als Holz, Kohle und Oas. Metz & Marx Kreuzstraße 31 — Telephon 3872. Lürobeiarss-GeschSfl (Schreibmaschinen. Einrichtunae«. 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Danach fand im ^schmückten Weinzimmer des Stadtgartens ein Aeisammensein statt, bei dem die Majolibamanu- mktur den Gästen Kaffee und ionstige Aufmerk- wnkeiten reichen ließ. Stadtrat Steinel rich- tete Worte j>er Kegrühung an die Gäste und Drückte den Wunsch ans, daß es ihnen in der Götschen 9anöesha>uptstadt gefallen möge. Ein "Rundgang durch den Stadtgarten unter Führung von Gartendirektor Scherer schloß sich an. Leiter folgte eine Besichtigung der Technischen Hochschule und Besuch der Aufführung von „Fi- ^lio" auf Einladung des Landestheaters. Da- "ach waren die Herren Gäste der Handelskammer, wo ein Imbiß gegeben wurde. Heute findet eine Runbfahrt mit Kraftwasen itatt, wobei besichtigt iverhcn: Bad. Landes- ®ntf«rat, die Landes kunsthalle smit Vortrag über öie Große Deutsche Kunstausstellung), die ®wfjh. Masolikamanufaktur und die Junker ^nd Ruhiserke. mit Frühstück durch die Firma. 2 Uhr finden sich die Teilnehmer M einem ^ Meinsamen Mittagessen im Ti«rgarten-Re- M-urant ein, das von der Staöt Karlsruhe und Verein Karlsruhe Presse geboten wird, "ln Uhr Abfahrt nach Baden-Baden. * Aian dar f ans den Bemühungen der einladen- °en Städte den Schluß ziehen, haß sie der Presse !^oße Wertschätzung entgegenbringen und für 5* Wirken und Walten ein erfreuliches Ver- Mndnis beweisen. Der Wert der Presse muß ^ra>de in der heutigen Zeit schweren Wirtschaft- uchen Ringens als besonders bedeutsam ange- 'then werden. Man darf diese Führten nicht M>a als dem Vergnügungsbedürsms dienende Veranstaltungen, sondern als Gelegenheiten zu Studien von den verschiedensten Gesichtspunkten ^us ansehen. Ist es doch meist ein ganz emineu- W Programm, das gleichermaßen körperliche Unh geistige Elastizität verlangt. So begrüßen ?>ir gxrn und herzlich die Kollegen der aus- und ^ländischen Presse, die trotz auf reiben der Ar- auf dem Gebiet des Messewesens noch Zeit Unh Neigung aufbringen, der freundlichen Ein- Aöung nach der Hauptstadt der südwestlichen Grenzmark zu folgen. Die gastliche Aufnahme sie einige Zeit vergessen lassen, daß auch bei «ns der Feind vor den Toren steht und daß er ?uch Karlsruhe in seiner wirtschaftlichen Ent- ^ltu-ng hemmen will, die der aufblühende Ainhofen in so greifbare Ferne rückte. Das Avne Stück von Natur. das her Stadtgarten und Anlagen zeigen, soll den Gästen jene An- ^khurlichkciten der Gartenstadt bereiten, die Manche Städte heute schmerzlich entbehren Müs- e u. Daß das Bild recht licht und klar werde, ^llte die Sonne sich ein wenig aus 'den Wolken ^>>aen, die so grau und düster ihren Blick ver- ^rgen. und wenn nicht, so muß und kann öas Mdene Herz der Süddeutschen ersetzen, daß die Mte sich Heimisch fühlen und ihnen den Aufent- Mit bei uns zu einer schöne>n Erinnerung wer- ■ läßt. Daß es der Fall sein möge, ist der Uttrige Wunsch, mit dem dieser Willkommgruß erschlossen sei. . Sunt grünen Kursbuch für Baden wird noch «t dieser Woche ein Nachtrag herausgegeben, in o«n außer den bis zum 18. April eingetretenen »«chrplanändernngen in Baden und auf den badischen Nebenbahnen eine Ueberficht der jetzt bestehenden Umleitungs-verbindungcn und der damit zusammenhängenden neuen Kraftpost- linien enthalten ist. Der Nachtrag kostet einzeln 300 Mk., das grüne .Kursbuch mit dem Nach- trag 1000 Mk. Die Verkaufsstellen sind die üblichen (Buch- und Papierhiandlungen, Fahr- kartenschalter, BahnhofsbnchhanKlunge 'N, Reife- biirosj. Der Ausban der Karlsruher Ausstellungs- Halle für die Große Deutsche Kunstausstellung. Die städtische Ausstellungshalle am Festplatz er- hält zurzeit für die Große Deutsche Kunstaus- stellung 1923 einen besonderen inneren Aus- bau. Dem Architekten der Ausstellung, Prof. Tr. Billing, ist es gelungen, für die einheit- liche Durchführung des Hauptraumes Prof. Babberger zu gewinnen. Die Plastik von Bildhauer Binz wird sich in ihrer Durchfüh- rung und Auffassung Harmonisch der Wirkung des Raumes anpassen. Anschließend an diesen Repräsentation?räum, wird der Besucher durch etwa 40 größere und Keinere Kabinette geführt, die die Malerei, Plastik und Graphik und an- schließend die angewandte Kunst ausnehmen sol- len. Geplant sind ferner ein Musikraum zur Aufführung vvn Kammermusikwerlen für einen kleineren Zuhörerkreis, sowie ein Erfrischungs- räum. Bei dem Annenausbau des Gebäudes mußte den Zeit- und Geldverhältnissen Rech- nung getragen werden. Aber immerhin ist es gelungen, die ganze Ausstattung mit verhält- nismäßig geringen Mitteln 'durchizuführen. Diese Aufgabe hat Stadtbaudirektor Bei che l über- nommen. Den vereinten Bemühungen dürfte es gelingen, für die Große Deutsche Kuustaus- stellung einen würdigen Rahmen zu schaffen. Privatquartiere. In der Eröffnungswoche für die Große Deutsche Kunstausstellung, d. i. in der zweiten und dritten Woche des Monats Mai, aber auch in den folgenden Wochen und Monaten erwartet der Verkehrsverein infolge der Aus- stellung und der damit zusammenhängenden hier stattfindenden größeren Versammlungen und Kongresse einen starken Fremdenzuzug, für den auch Privatquartiere notwendig find. Er bittet daher die Einwohner, die in der fraglichen Zeit einzelne Zimmer, insbesondere Fremdenzimmer, frei haben, sie zur Verfügung zu stellen und be-- zügliche Anmeldungen in der Geschäftsstelle < Rat Haus) zu machen. Die darnach gewonnene Quartierliste soll auch, wenn möglich, für- die Bereitstellung von Privatquartieren in der diesjährigen Karlsruher Herbstwoche (Septem- ber dieses Jahres) benutzt werden. Generalkonsulat des Königreichs der Serben, Kroaten und Slovene«. Der zum Geueralkou- sul des Königsreichs der Serben, Kroaten und Slovenen in München ernannte Herr Iovan Milankovitsch wurde zur Ausübung kon- sularischer Amtshandlungen in Baden zuge- lassen. Rnhrhilse. Zu Gunsten der Volksgeossen an Ruhr und Rhein veranstalteten die Angestellten der Passagebüros des Norddeutschen Lloyd und seine Vertreter eine Geldsammlung, die den Be- trag von 4 393 ISO Jl ergab. Berussjnbllänm. Frau Luise H o l tz feiert am 19. April im Hause Müller & Gräff als Leiterin der Filiale Seminarstraße ihr 2S jähri- ges Berufsjubiläum. Neben den Glückwünschen der Firma darf Frau Holtz auch der Teilnahme ihrer vielen Freunde und Kunden versichert sein. Der Reichsbnnd der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen tOrtsgruppe Karlsruhe) hatte seine Mitglieder auf letzten Freitag, abends 8 Uhr, zu einer Mit- gliederversammlung in den Saal III Schrempp eingeladen. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Kameraden N o n n e n m a n n, In- spektor beim Hauptversorgungsamt Karlsruhe über die Novelle zum Neichsversor- guugsgefetz. Der Andrang der dem Reichs- bund angehörenden Kriegsopfer und Kriegsteil- nehmer war so stark, daß das Berfammlungs- lokal schon vor Beginn der Versammlung über- besetzt war« Der 1. Vorsitzende eröffnete um 8 Uhr mit einer kurzen Begrüßung die Ver- sammlung. Der Referent behandelte eingehend den Entwurf der Novelle zur Abänderung des Reichsversorgungsgesetzes, der vom Reichs- arbeitsministerium ausgearbeitet und dem Reichstag zur Annahme vorgelegt werden solle. Auch behandelte er den vom Reichsbnnd der Kriegsbeschädigten usw. im Einvernehmen mit den anderen Organisationen (Arbeitsgemein- schaft) eingebrachten Gesetzesänderungsentwurf, der im Gegensatz zum Regierungsentwurf den berechtigten Wünschen der Kriegsopfer Rechnung trägt. In sehr verständlicher Weise behandelte er die beiden Entwürfe, die dem Reichstag zur- zeit vorliegen und die Gebühren der Kriegs- opfer neu regeln solle. Aus den Aeußerungen des Redners hatten die Versammlungsbesucher ein klares Bild über die beiden Gesetzesände- rungsentwürse bekommen, und es konnte auch festgestellt werden, daß die Bundesleitung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten ihre ganze Kraft für eine Bessergestaltung der Versorgung der Kriegsopfer einsetzte. Nachdem Kamerad Nonnenmann auf die Wichtigkeit einer starken und gut aufgebauten Organisation hingewiesen hatte, schloß er seinen sehr interessanten und lehrreichen Vortrag. An der Diskussion hatten verschiedene Kameraden teilgenommen, die an dem Entwurf des Reichsarbeitsministeriums verschiedene Paragraphen bemängelten. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, die den Regierungsentwurf als unannehmbar be- zeichnete. Das Erholungsheim der Stadt Karlsruhe in Baden-Baden soll 'bei genügender Anmeldung am 1. Mai für Frauieu und Mädchen wieder er- öffnet werden. Erstmals Wunen dieses Jahr auch ältere Ehepaare aufgenommen werden, wo- zu sich das Heim vorzüglich eignet, da es als ehemaliges Hotel neben 17 Einzelzimmern auch 11 sogenannte Doppelzimmer mit zwei Betten hat. Der Verpflegungssatz mit 5000 Mk. täglich für Wohnung, Heizung, Beleuchtung, 1. und 2. Frühstück, Mittagsessen, Nachmittagskaffee und Abendessen, ist mäßig. Auch Auswärtige können mit einem Zuschlag von SO Proz. auf- genommen werden. Da die Eröffnung des Hei- mes von dem Vorliegen genügender Anmeldun- gen abhängt, ist es notwendig, daß etwaige An- Meldungen für den Monat Mai noch diese Woche im Städt. Krankenhaus svorm. 10—11 Uhr) gemacht werden. Eine Ansammlung von etwa 400 Personen verursachten vorgestern nachmittag in der Wald- hornstraße ein Händler- und ein Taglöhners- ehepaar von hier dadurch, daß sie sich in einer Wirtschaft der Waldhornstraße gegenseitig be- schimpften, schlugen und mit Gläsern warfen. Zur Anzeige gelangte im Laufe der letzten Woche eine größere Anzahl Personen, weil sie in den Wäldern der Umgebung teils Aeste von den Bäumen, teils ganze Bäume entwendeten,- fer- ner eip Händler von Saklikou wegen uuerlaub- teu Handels mit Bedarfsgegenständen, ein Metz- ger von Oberöwisheim wegen unerlaubten Han- dels mit Schlachtvieh und ein Metzger von Heu- dorf wegen Preistreiberei. Festgenommen wurde«: eine Dienstmagd von Omerhau und eine Haushälterin von Berlin, beide wegen Diebstahls, ein Lagerist von hier, der an einem schweren Diebstahl in Pforzheim beteiligt war, ein Metzger, ein Hilfsarbeiter, beide von hier, eine Dienstmagd von hier, samt- liche wegen Diebstahls, ein Heizer von Knie- lingen, der seinem Arbeitgeber Wolle im Werte von M0 000 M entwendete, die wieder beigebracht werden konnte, ein Kutscher von hier sowie des- sen Ehefrau wegen Geflügeldiebstahls, eine Krankenpflegerin aus Neckarsteinach, die ihrer Herrschaft Schmuck sowie Silberbestecke im Werte von 697 000 Ji entwendete, die zum Teil beigebracht werden konnten, ein Nachtwächter aus Knielingen, ein Bodenleger, ein Händler aus Ostrowitz sowie ein Händler aus Pforzheim, sämtliche wegen Hehlers, die Ehefrau eines Bäckers aus Bruchsal, die in ihrer Dienststelle hier Lebensmittel im Werte von 30 000 M entwendete, die ihr wieder abgenommen wurden, ein Kaufmann aus Bad Dürkheim, der einem Juwelier hier Waren im Werte von 1025 000 M unterschlagen hat. Chronik der Vereine. Achtbildervortrag des Bad. Schwarzwaldverews. Ende gut. alles gut! Die Wahrheit dieses Wortes kann der Verein für seine, mit dem letzten Vortrag beendete Lichtbildreihe in Anspruch nehmen. Der am vergangenen Donnerstag, als Wiederholung gebotene Lichtbildervor- trag des Ingenieurs Ganske über „Bilder nnd Lieder vom Schwarzwald" dars als ein glänzender Abschluß gebucht werden. Die Zuhörerschar, die den geräumigen Saal bis ans das allerletzte Plätzchen in Anspruch nahm, sah in stetem wachsenden Staunen und Ve- wundern die in künstlerischem Feingefühl hergestellten kolorierten Bilder. Bewnnderswert war die Anord- uung des ganzen Abends, wie sein und verzerhebend klangen die uns so wohlbekannten Volksweisen der engeren Heimat. Wie ergriff es die lauschende Schar, beim Klang der sonoren Altstimme von Frl. Thor- warth, das ewig schöne Lied zu hören „O Schwarz- mald, o Heimat, wie bist Du so schön". Das Auge er- blickte eine Reihe von herrlichen Naturaufnahmen, die die Wahrheit dieser Worte selbst dem Stubenhocker überzeugend beweisen muhten. Doch noch nicht genug, wen Bild, Musik nnd Gesang noch nicht bekehrte, konnte wohl kaum den in künstlerischer Meisterschaft vorae- tragenen Dichtungen widerstehen, zum Teil in schlich- tem Dialekt des Schwarzwälders wiedergegeben. Möge durch diese Vorträge der Lichtbilderkuust wchteren Kreisen die Liebe zum Heimatlande bewußt werden und sich festigen. Wohl verdient war der Dank, den Ober- rechnungsrat Noe als Vertreter des Vorstandes dem Vortragenden, sowie allen Mitwirkenden für das Dar- gebotene zollte. K. B. Veraustalwngen. Badische Lichtspiele — Äonzerthaus. Wunderbare Einblicke in die weheimnisse der schassenden Natur ge- stattet der vortreffliche Deela-Film „Wandel und Wer- den im Insektenreich". Wohl kommen Vorgänge zur Darstellung, von denen wir alle wissen und von denen man daher gern annimmt, man kenne sie auch: nnd doch wie wenig haben je Zeit und Gelegenheit gehabt, selbst die Verwandlungsvorgäuge zu beobachten. Im Film lernen wir das in sorgfältiger Forschung feftge- stellte Unterwasserleben der Larve kennen, eines wenig schönen Tieres. daS sich dann vor unsern Augen zur schillernden Wasserjungfer entouvvt. Aus dem Ei kriecht das winzige Räuvchen des BrombeerspinuerS. Nun verfolgen wir den Lebensgang dieser Geschöpfe, sie ver- vuvven fich und verlassen zu ihrer Zeit den schützenden Panzer, um als bunte Kalter von Blume zu Blume zu flattern. In angenehmen Gegensatz zu dem ruhe- losen Hetzen durch die Stadtviertel Neunorks steht die behagliche Beschaulichkeit des isländischen Lebens, das ein anderer kurzer Film schildert. Der humoristische Schlußfilm führt uns nochmals zur Käferwelt: Des Maikäfers Dasein rollt vor uns ab. so wie es der kleine Moritz im Aussätze schildert. Die Vorführungen finden heute nachmittag 5 Uhr und abends 8 Uhr statt. Konzert znauuften der Rnbrhilfe. Die Sängervereini- gnng Karlsruhe, der zur Zeit 18 Männergesangvereine angehören, veranstaltet am kommenden Sonntag, den LZ. d. Mts. im großen Festhallesaal ein Konzert, dessen Reinertraa unseren bedrückten Volksgenossen in den besetzten Gebieten zugute kommt. Die unter der musi- kalischen Leitung von Kapellmeister Heinrich C a s f i- mir zusammengeschlossenen' Männergesangvereine bringen Massenchöre zum Vortrag, daneben ist die Liederhalle Karlsruhe mit „Der Tiroler Nachtwache" von Hellberger und der Karlsruher Liederkranz mit „Ublands Tod" von Eassimir vertreten. Als Solisten find Fran Ada K ö g e l e (Sopran) und Herr Rudolf Heinz (Violine) Mitglied des LandestheaterorchesterS vertreten. Das Konzert begegnet allseits großem Jnter- esse, da man nur selten Gelegenheit hat. derartige Massenchöre zu hören. Man beachte die Anzeige. Kaff« des Westens. Auf das heute abend statt- findende große Sonderkonzert wird nochmals hinge- wiesen. Standesbuch-Auszüge. Todesfälle. 16. April: Josef Kühn, Hafner. Witwer, alt 88 Jahre. — 17. April: Aug. M a i e r, Taglöhner, Ehemann, alt 46 Jahre: Karoline Bangert, alt 76 Jahre, Witwe von Christos Bangert, Eisenbahn-Schaffner. Tagesanzeigev Mittwoch, den 1». Vipril 1023. Bad. Landest heater. „Dame Kobold". Abds. 7—g Uhr. Städt. Konzerthaus. Badifche Lichtspiele. Nach- mittags 5 nnd abends 8 Uhr. Karlsruher Hausfrauenbund. Teemittag Nachmittags %4 Uhr im Schlößle, Ritterstratze 7. Colosseum. Bauerntheater. Abends 8 Uhr. Kaffee des Westens. Großes Sonderkonzert. Residenz-Lichtspiele. Neues Programm. K.F.C. Phönix. Gründungsversammlung des Sport- platzvereins. Abends 8 Uhr im Lokal. Berliner Kursbericht '"«h. festverzinsliche Werte. . | 16. 4. | 17. 4. j 15200 15300 «.Cr/"! 4CI000 35000 «i ■ 46000 « RS- 1 -. 48500 <; M^.II . 32500 35000 Au iwT: : 35750 1 37000 :-fe 0lä .E. W6000 : i5C000 5 ' £ r °n.-E. . . - ■ - G ; Mf, s.Anl.. . 294000 295000 2C2 ~ 000 ~ " S il' ' I » K.III. . fiisen 5iahn-A ktien. Lokälh. . . Uft» Hochbahn ; ::: m & 30000 32 42500i 39990 I 1L7S0 40000 20000 187500 9300 38400 20500 194000 8600 32000 ^hlflrahrts-Werte. I — — Öi^raL-Akt. I 91000 91000 ft 4 P««-Akt.. . . | 45500 47000 SaÄm-Akt. 150000 150000 Ban Ii-Aktien fe l B W S rte I 30000 , 27000 iiei-i *» »••ver. 1 6600 — Ir land. Ge*. 79500 763 Coi' Ba uk • . 180000 1800 ^ P z , bank ■ I 16000 i 151uu 12400 11500 tj. rlf'l'.fik. . 19500 18500 12004» 129500 Bi® e ^rsee-Bk k 348000 350000 "■"SSüSsiüSää !W Ess. Cred-Anst. Goth.Cred. G.Bk. Lelpü. Cred.-A.. Lux. Intern. B. Mitteld.Creditb. Oest. Credit . . Oest. Länderbk. ÖBtbank Reichsbank. . . Khein.Creditbk. Wiener Bankv.. 16. 4. I 7000 4400 S5000 10000 15800 14000 9600 10000! 58001 11000 17. 4 7000 3600 8000 25200 8750 16900 W. 9000 6000 11200 Brauereien. Engelhardt. . . Schlth.-Platz.. Dortrn. Akt. . . Dortm. ürnbr. . Eiebeck Leipzig Reichelbrau . . Industrie-Aktien. AachenerLeder Achener Spinn. Accumulator. . Adler &Oppenh. Adlcrhntfe Glas Adlerw.Kleyor. A.-0. für Anilin A.-G. für Verk. Alexanderwerk Alfeld Delligsen Alfcld-Oron. . . AUg. Eick.-Ges. Alsen Zement . Alumin. Ind. . . Ammendf. Pap. Angl. Cont. Gu. Anhalt Kohl.. . Annab. Steingut Annener Gußat. Aplerbecker B.. Archimedes . . Arenberg Bgb.. Aschaff. Zellst.. Augsb. Nrb.M. . Ilachm.&Ladow Bad. Anilin . . . Balckc Masch. . B.irop. Walzw.. Barti&Co. Sped. Basalt A.-G. . . Bayr. Spicgelgl. nendixHolzbt.. Berg Eveking . BergerTicfbau. BergmannE.W. Bl. Anh. Masch. 16100 m 62500 30500 11200 28750 270 45000 49000 32000 m 190 i 336 40000 14000 74500 17300 .. 51000 4' 24000 2! 1000 Bl.-Gnb. Hutf. . » Holz-Kont. . » Hoteisesch.. » Maschinb. . » Neur Kunstt. Berthold Schrif. Berzellos Bw . Bet u Monierb. Bing Nürnberg Bismarckhüttu. Bochumer Gufl Böhler Stahl. . Braunk. Brik. . Brschw. Kohle. Brschw, Jutesp. Breitenb. Zern. Brem.-Besigh. . Bremer Llnol.. » Vulkan . . . » Wollkämm.. Brown Bor.eri . Buderus .... Busch Ludsch. Busch Optisch. Busch Wagg. . Byk-Guldcnw. . Calm- Asbest. Capito & Klein Cartonn.-Ind. . Charlb. Wasser Charlottenh. . Chem. Griesh. * Heyden . . » Weiler . . r, Ind.Gelsenk. „ Werk Albert Chillingworth . Cons. Schalke. Cröllwitz Papp. Daimler . . Delmenh.Linol. Dessauer Gas . Dtscli. Atl.Tel. » Lux. Bgw. Dsch.Eb.Sig. Br n Erdöl .... » GuUstahl . . » Kabelw. L.. „ Kaliwerke . » Kunstleder . » Masch. . . . » Schachtbau. 1» Spiegelglas . » Steiuzeug . . 11 Ton u. Stein 8er. K'ruhe Indus'. Litsch. Wollw.. <1 Eisenhdig. . Dinncndahl . . Dittmann- Nhs. Donnersmarck. Orahtl. Uebers. Düren, Metall . 16. 4. 65000 38000 92000 46500 17000 42000 24000 20200 18000 79500 79000 66000 69000 93000 23100 40000 42500 110000 41000 422! 17. 4. 70000 35000 44000 16900 44500 24000 18000 19500 77000 67500 66000 63000 93 ODO 4 40000 108000 210000 40000 26000 40000 15000 18750 55000 19000 19750 29100 27500 200r- 801 2451 i 12000 s m 2000 84000 33000 14900 21500 24800 140000 42000 16900 27000 117500 25750 27900 24000 4M 26900 36000 14500 18000 50000 20500 19000 2&8I 270L 194000 80000 235000 20000 36900 142000 24000 26500 24900 100000 98000 30900; 28750 95000 94500 Dürkopp .... Düs8eld. Weyer Düsseid. Masch. Duxer Kohlen . Dynamit Nobel Eggestorff 8alz Eintracht Brdb. Eisenb. Verk. . Eisenw. Kraft. „ Meyer & Co. Elberf. Farben Elekt. Lieferg. „ Licht u.Kraft J. Elsbach & Co. Eis. Bad. Woll. Email. Ullrich. Erdmannsd. Sp. Erlanger Bwsp. Eschweil. Bgw. Essen Steink. . Faber Bleist. . Fahlb.List&Co. Faikenst. Card. Fein JuteSpinn. Feldmühle Pap. Feiten & Guil. . Filt.Masch.Enz. Flöth. Masch. . Frankonia . . . Friedrichshall. Friedrichs hütte Frister Fuchs Wagg. . ftaggenau Eis. Ganz, Ludwig . Gasmot. Deutz Gebh. & König Gelsenk. Bgw. Gelsenk. Gußst- Gensch. Waffen Georg Marienb G. & F. Renner Germania Zern. Ges. f. el. Unt. Gildemeister . Gladb.Textfrm. „ Woll. Ind. Glasm. Schalke Glanz, Zucker . Glocken stahlw. Goldschm. Ess. Görlitz Wagg. Goerz C. GT . . Gothaer Wagg. Grevenbroich Gritzner . . . Grün ÄBilfinger GruschwitzTe& Hackcthal Dr. Halle Masch. . Hammersen Sp. HaniiQY. Masch. 16. 4. 21500 27000 18000 34000 39500 4475! 45900 86000 32200 15500 23500 41000 33000 m 17500 70000 78000 44900 70500 17. 4. 20000 27000 16000 32100 40000 79000 42500 479" 850.. 30500 15000 21000 3400T HW 175 625 69000 13500! 14000 18750 20400 33000 12500 34500 69000 78000 30100 38000 32000 31C 126-- 32500 62000 73100 32950 35250 31l 21250 59901 4' 3 141 861 35250 t 3' 30000 2i 20100 1' 21500 20500 55000 54500 50000 15000 23800 17500 Ii 52000 5i 47000 42500 124000 125000 Hannov. Wagg Harb.Wien.G. . Harburger Eis. Harkort Bgw. . „ Brück. St. . Harpen Bgb.. . Hartm.Masch. . HcckmanDuisb Hcilm. Immob. Hein Lehmann HemmorZcm. Hilger Verzink. Hilfe Wcrkz.. . Hilpert Masch. Hirsch Kupfer Hirschb. Leder Höchst. Farbw. Hoesch .... Hoffm. Starke Hohenlohe . . Holzmann Phil. Horch Motor Hotelhetr. St.A. Howaldtswerk . HumboldtMsch. Hiitschenreut. Porz. Hüttenw. K.&C. Hüttw.Niedsch. Jlse Bergbau . JeserichAsph. . Jüdel Eisb. Sig. Junghans Gebr. Kala Porz . . Kahlbaum . . Kaiser-Keller H Kali Aschersl. . Kalker Masch. . Karlsr. Masch. Kattowitz. Bgb. Kirchner Lpzg. Köhlm.Stärko . Kolb & Schule . Kollm. & Jourd. Köln-Neuss Köln-Rottw. . . Kön.Wilh. St.A. Königsborn . . Gebr. Körting. Körting Elektro Kosthelm Cell. Kraus» & Cie. . Kronprinz Met. Kupferw.Dtsch. Küppersbusch. Kyffh. Hütte. f.ahmeyer . . Lauchhammer. Laurahütte. . . Leipz. Werkz. . Leopoldshall. . LinaeEismasch. Lindenb.Stahl. 28900 76750 16300 13000 12250 240" 560 im N rjndström . . Linke Hofm. Lingner Werk f.öwe Werkz. r.orenz Tel. . Lothr.Hüttenw. Lothr.Prtl.Cem Uldcnsch. Met Lüneb. Wachs Luther Brschm Wagirus . . . Malmedie... Mannesmann MariennÜttvd K Markt & Kühlh. Masch. Breuer Masch. Kappel. Maximiliansau. Mech.Web.Lind , Web.Sorau Mech.Web. Zitt. Meguin Butzb. Mehlth.Tüllfab Meyer Kautel. Dr. Paul Meyei Mix & Genest Mülheim Bgw. Veckars.Fahrz 1250! 19501 46000 23000 20000 IM' 340 2251 500!.. 74500 36100 m 29750 95000 36000 15200 22500 550 420 280 900 12U. 18100 72500 18000 25000 18000 32000 94000 35000 14900 22000 Nitritfabrik . . N'ordd. Gummi. „ Jute St.-A.. _ Wollkämm Nürnb.Herk. W Obersch. Ebfd. Elsen Cari Kokswerki Oel Großgerau Opp. Porti. Zern Orenstcin . . . I Osnabr. Kupfci Ostwerke . . . Ottensen Eis. Panzer A.-G. Pintech . . . . Plauen Spitzer PBge elcktr. . Polyphon Wrk Porta UnionWf. 26600 90000 Rhein. Bnrnnk „ Chamotte 16. 4. 39500 63500 72000 85000 20000 66000 18000 28000 17. 4 37500 74000 62500 18900 58000 68000 28000 29500 98000 20400 61500 17500 85000 25000 23W 19900 30000 15500 32000 29000 150000 Ii 28900 19000 30000 14500 32000 27000 48000 9000 150000 15100 20000 62250 32000 18000 96000 15500 » 65150 16500 23700 105000 16500 53000 61000 100000 47250 57250 96000 41000 51000 27500 19000 42000 38250 46000 28000 17900 44000 67000 88500 17000 22500 36500 44000 67500 16000 20700 35000 20000 29000 58000 21000 61000 130000 m llOOOf 25900 «8 23400 52250 125000 23000 ithfia. lau. Birpr. . n Spiegelglas. » SuhTwcrke. » Wsrf. Klkw. * Sprengst.. . Ehenania Ch. F. Rheydt elcktr. . Riebeck Mont. . Riedel ehem.. . Riehm & Söhne Rockstr. SiSchn. Roddergiube. . Rombach Hotte Rosenthal Porz. Rositz. Braunk. Rositz. Zucker. Rtlckf. Nch. . . Rotgerswerk. . Sachsenwerk . HSchs. Thor. Ptl. Ct Saline Salzung. Sangerh. Msch Sonrotti Schäfer Blech . Schering chem Schieß Masch.. Sohles.Bgb. Zlt. n Textilwerke SchneiderLpz.. Schöllcr Eitorf. Schriftg. Huck. Schub & Salz . Schlickert Nbg. Sehwelmer Eis. Segal. Strumpf. Sieg.-Sol. GuB . Siemensel. Bet. Siemens Glas . Siemens Halske Simonius Cell. . Sinner A.-G.. . Stadtb.-Hatte . Stahl & Nölke . Staßfurfc Chem. Stett. Chamott. » Vulkan.. StöhrKammg. . Stoewer Nahm. Stoib. Zink. . . Stollwerck Vrz. SQdd. Immob. . Tafelglas. . . . Tecklcnbg. W£f. Telefon Berlin Terra A.-G.. . Teutonia Misbg. Thale Eisen . . I'home, Fricdr.. Thörl. Oelf.. . ThOr. Salinen Tiotz, Köln. . Tüllfab. Flöha . Türk. Tabak 16. 4. m 61250 50000 21000 20000 21000 160000 43000 30000 54000 110000 33000 98000 59500 41000 16100 38800 16900 24500 44900 10700 15000 90000 20500 66000 15000 43000 14900 33000 45'" 139i 14500 9990 39000 4800C 63000 14000 50000 50600 70000 57900 2420- 70800 15800 24000 ?r 13600 99000 20500 74800 m 200000 16000 31000 43500 140000 13800 9300 38100 6OO08 P 5l" 71.. 90000 225000 m 75000 25600 6500 22000 800 250 231 18°o Union Chem.St. (Tnionw.Masch. ünterb. Spinn. Varzinger Pap. Ver.Bl.Pkf.Gum Ver. Ch. Charlb. „ Dtsch.Nickel ,, Glanzst. Elb. ,, Gothania . . Met. Haller „ Schmirgelfb. V .Bern eis Weßels Ver. Ultramar. Stahl Zypen Viktoria-Werke Vogel Draht . . Vogt. Masch. St. „ Tüllfabrik Vorw.Bielef.Sp. U and.-Werke . Warst. Grube . Wass. Gelsenk. Weg. & Hübner Wemsh. Kamg. Weser Wft. . . Westd.Jutespin. Westeregeln . . Wfl. Dr. Hamm Wfi. Eis Lgdr. Westf. Kupfer. Weyersp. & Co. Wiek. Zement. Wieler & Hdtm. Wiesloch Ton . Wilhelmsh. E. Wissener Metall Witten Gußst. . Wittkop Tiefb. Wolf Masch.. . Zeitzer Masch. Zeilsto ff-Verein Zellst! Waldhof Zinimerm8wk. Ernemann . . Gebr. Gredhardt Girmes, ^amt Hasper Eisen Leopoldsgruben Scheidemandel Strals. Spielk. Salzdetfurth . 16. 4. I 17. 4. 320001 3? 000 24000' 25000 36000 38000 19400 45000 37000, . 1350001140000 37000 35000 60000 4000C 47400 51000 10300 37000 « 13900 1375 124 60f 37?" 33500 202250 18000 12750 12500 13000 54750! 21000 27000 22800 28500 42000 42000 22850 15100 10000 49900 30500 25000 13500 31000 41000 53500 22000 32000 22800 27000 42000 41000 22500 15400 88000 58000 36000 35500 67000 16600 37750 17800 « 65000 38100 72000 165000 61500 Kolonialwerte. 35000, 34000 3^vj00' 32100 160001 17000 230000 249000 1110000 1110000 130000 118000 340000 320000 390000 375000 D. Ostafr. Ges. N'eu-Guinea. . . South West . . Otavi Minen . . Salitrera . . . . SOdse Phosphat Pomona Dtsck Pfteol.. iDtschJColoaial- anteile . . . . Kaoko Sloman leere. . 425000 400000 10000 11000 80000 77000 Nr. 106. Seite « ( Karlsruher Tagblatt, Mittwoch, den 18. April 1923 Zweites Blatt Letzte festgestellte Kurse im Frei verRehr. (Eigener Drabtb'ericht) Frankfurt, den 17. April (abends.) Es kosten: Brüssel 1 Fr. 1315.— (früh. 0.80 M.) Amsterdam 1 Gld. 8920.— ( London lPfd.St.106000.— ( Paris 1 Fr. 1515.— ( Zürich 1 Fr. 4130.— ( !talfcn 1 Lire 1190.— ( NewyorklDolIar22800.— ( Tendenz: fester. 1.70 ) 20.- „ ) 0.80 „ ) 0.80 .. ) 0.80 .. ) 4.20 .. Deutsche Reichsbank. Der Ausweis der Reichsbank vom 7 .d. M. läßt erkennen, daß sich die Neubelastung der Bank während der ersten Aprilwoche gegenüber dem Ausmaß der Vorwoche weiter, wenn auch nicht bedeutend verringerte. Die gesamte Kapitalanlage der Bank stieg um 298.2 Milliarden Mark auf 7226.1 Milliarden Mark. Von dieser Erhöhung entfiel der größere Teil auf Reichsschatzanweisungen, deren Bestände infolge der anhaltenden starken Kreditansprüche des Reichs um 246.2 Milliarden Mark wuchsen, während an Handelswechseln 51.1 Milliarden Mark neu hereingenommen wurden. Die Steigerung der Kapitalsanlage wurde diesmal von der Zunahme der fremden Gelder übertroffen, die sich um 415.7 Milliarden Mark auf 2687.8 Milliarden Mark ausdehnten. Die Neuausgabe von Banknoten hat sich nach Abwicklung des Ultimobedarfs erheblich verringert. Sie belief sich in der Berichtswoche auf 106.2 Milliarden Mark, einen Betrag, der seit dem Ausweis vom 15. Januar, also seit dem Einbruch der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet stets — in den letzten Wochen ganz beträchtlich — überschritten wurde. Der Banknotenumlauf erreichte damit am 7. d. Mts. 5624.1 Mill. liarden Mark. Der Umlauf an Darlehenskassenscheinen hielt sich mit einer geringfügigen Vermehrung um 67 Milliarden Mark auf dem Stande von 126 Milliarden Mark. Die Zunahme des Metallbestandes um 2 Milliarden Mark erklärt sich aus neuen Zugängen von 200 Markstücken aus Aluminium, der Goldbestand blieb unverändert. Die Darlehenkassen erhöhten in der ersten Aprilwoche ihre Darlehensforderungen weiter um 153.6 Milliarden Mark auf 1313.2 Milliarden Mark und führten einen diesen Neuausgleichungen entsprechenden Betrag an Darlehenskassenscheinen an die Reichsbank ab. Demgemäß haben sich die Bestände der Bank an solchen Scheinen unter Berücksichtigung der in den Verkehr abgeflossenen Summe um 153. Milliarden Mark auf 1300.5 Milliarden Mark gehoben. 1922 1019.017 + 999 876 + 964.481 - i die forwoche 2 854 2.999 16.302 35.395 + 19.251 4979.747 - 1293.016 5.745 +■ 1.092 2110.190 - 41 487 142746.814— 3 784.433 42.102+ 21.414 235.304 + 29.318 11332.448 - 490.927 180.000 unverand. 121.413 unveränd. 131837.249+ 1165 897 5996.340 - 1747.393 19846.365 — 5 768 232 4490.000 + 794.696 (in Tausend) Aktiva. Metallbestand. . . darunter Gold . . Soldkassenbest. Golddepot (unbelastet) b.d. Bank von England . . Reichs- und Darlehenskassensch. Noten and. Banken Wechsel «.Scheck» Disk. Schatzanw.. Lombard-Darlehen Effektenbestand . Sonstige Aktiva . Passiva. Grundkapital . . . Reservefonds . . . Notenumlauf . . . tw » 0 «Reich,Staat Depos. | privat ' . Sonstige Passiva . "W ?r.ü: 9131 299 + 2075911 1004.830 usv8rSnd. 839 878 iM»eränd. 164 952 unverflnd. 1300507.866+153503550 179.184+ 12 700 2423181.860 + 51080 103 4798239 682 + 246228021 2952.072- 819.166 1769.939 + 79.948 572837.406 + 131370091 180 .000 unveränd. 127.264 unvcränd- 5624112 932 + 106193331 411030.963 + 42510 670 2276742.701 +373209418 796575.418 + 63256.080 Von den Börsenplätzen. Mannheimer Effektenbörse. K. Mannheim, 17. April. (Drahtber.) Das Geschäft war heute in Industrieaktien wieder sehr lebhaft. Bevorzugt wurden Anilin, die zu 33 000 umgingen, nachbörslich 33 750 bez. ebenso Benz 21 750 rat., Rhenania 19 500, Gebr. Fahr 12 500, Waggon Fuchs 19 500 rat. und zu 20 000, Karlsruher Maschinenbau 21 000, Maschinen Badenia 11500 Rhein Elektra 15 000, Union Werke 26 000, Zellstoff Waldhof 39 000, Zuckerf. Frankenthal 16 500 und Waghäusel 17 500. Von Versicherungsaktien notierten Frankfurter Allgemeine 85 000 Geld und 95 000 Brief, Oberrheinische 13 000 Geld und 15 000 Brief. Von Brauereien sind im Verkehr Sinner zu 14 000, Hoffmanns Söhne 4000 bez. und Geld, junge 3500. Frankfurter Börse. Tendenz: Schwächer. w. Frankfurt a. M., 17. April. Es ist begreiflich, daß die Effektenspekulation heute geneigt war, sich von dem Abschluß neuer Geschäfte zurückzuhalten. Wenn sich auch die Gerüchte von einer Kabinettskrise in Berlin nicht bewahrheiteten, so will man doch den Gang der Reichstagsverhandlungen abwarten. Mit einer gewissen Sorge betrachtet die Börse die innerpolitische Lage. Dies kam heute im Geschäft und in der Tendenz sichtlich zum Ausdruck. Dollarnoten wurden mit 21 300 gehandelt. Die Eröffnung der Börse vollzog sich in schwacher Haltung. Das Angebot war keineswegs besonders umfangreich, doch mangelte es infolge der vorherrschenden Unlust an Käufen. Am Montanmarkt waren die Kursschwankungen etwas größer. Die Kursabschläge belicfen sich zum Teil bis 6000 Prozent. Laurahütte, Mannesmann, Oberbedarf, Kali Aschersleben, Westeregeln erlitten einen Kursrückgang von ca. 4000 Prozent. Chemische Werte zeigten keine einheitliche Tendenz. Niedriger lagen Anilinwerte, Rütgerswerke. Scheideanstalt und Holzverkohlung blieben gesuchter. Im Gegensatz dazu konnten sich Autowerte später etwas im Kurse befestigen. Für Elektrizitätsaktien hat das Interesse nachgelassen. Ziemlich bedeutende Abschläge waren in Feiten u. Guilleaume und Bergmannwerke zu verzeichnen. Bei Maschinen- und Metallwerten belief sich die Abschwächung auf etwa 500—2000 Prozent. In Schiffahrtsaktien mußten die Kurse sich Einbußen gefallen lassen. Zuckerwerte recht unregelmäßig. Bankaktien ruhig, doch wiesen auch da die führenden Papiere schwächere Kurse auf. In amtlich nicht notierten Werten waren die Umsätze geringer. Man nannte Benz 19 500, Metz- Söhne 14 000, Elberfelder Farben 18 000, Kreich- gauer 2800, Becker-Stahl 17 500, Becker-Kohle 16 000, Emelka 7300, Growag 1725, Hansa Lloyd 11 500, Krügershall 27 000. Im Verlauf war die Tendenz vereinzelt wieder besser. Das Geschäft beschränkte sich auf Spezialwerte. Der Kassaindustriemarkt war vernachlässigt; zum Teil stellte sich Abgabeneigung ein. Niedriger Jul. Sichel, Dr. Meyer, Hirsch-Kupfer. Bingwerke anfangs schwächer, dann fester. Otavi-Shares, Oesterreichische Staatsbahn sehr gesucht und höher. Berliner Börse. w. Berlin, 17. April. Die gestern gegen den Schluß eingetretene Ermattung fand heute nicht die vielfach erwartete Fortsetzung. Nach den erlittenen Enttäuschungen hat das Privatpublikum die Beteiligung an dem Geschäft wieder erheblich eingeschränkt und auch mit Verkäufen zurückgehalten. Die Spekulation nahm daher verschiedentlich Deckungen vor, so daß sich die Stimmung von Anfang an widerstandsfähiger und im Verlaufe als verhältnismäßig fest zeigte. Bei den Industrie- Bank- und Schifffahrtsaktien hielten sich Kursveränderungen von 2000 Prozent bis 4000 Prozent und darüber nach oben und nach unten ziemlich die Wage, dann aber waren die Kursbesserungen in der Mehrzahl. Das Geschäft war allgemein still und nahm einen etwas größeren Umfang auch in einzelnen Spezialpapieren an, von denen Kattowitzer 7000—J3000 Prozent, Otavi 10 000, Buderus 12 000 und Norddeutsche Wolle um 20 000 Prozent stiegen. Bei den festverzinslichen und Valutapapieren traten wesentliche Kursbesserungen nicht ein bis auf Staatsbahn- aktien, die höher notierten. Bei den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren war bei geringer Beteiligung die Kursbildung ungleichmäßig. Variable Kurse. Aufträge werden um 6000 Mark nominal oder dem vielfachen davon gehandelt. Berlin, 17. April. (Drahtber.) 5 Prozent Reichsanleihe 89.50, 4 Prozent 1150, Zyi Prozent 600, 3 Prozent 4325, 4 Prozent Consols 188, 3% Prozent 136, 3 Proz. 250, 5 Prozent Mex. 293 000, Baltimore 190 500, Schantung 9500, Hapag 47 000, 46 750, Norddeutscher Lloyd 28 500, 28 250, Darmstädter Bank 19 000, 18750, 18 500, Deutsche Bank30 250, Mitteid. Credit 9000,, A.E.G. 25 200, 25 750, 25 500, 25 250, Angl. Guano 101 500, Bad. Anilin 32 500, Berlin. Karlsr. Industrie 144 000, Bergmann 49 000, Boch. Guß 74 000, Gebr. Böhler 50 000, 52 500, Buderus 42 000, 47 000, Daimler 11300, 11700, 11200, Deut- sche-Lux. 76 000, 75 500, 75 000, Gelsenkirch. Bergwerk 76 000, 75 500, 75 000, Hamersen 44 000, 45 750, 43 750, 46 000, Harpener 145 000, 147 000, Hirsch Kupfer 64 000, 64 500, 64 000, Hoesch Eisen 80 000, 85 000, Hohenlohe 39 000, 40 000, 39 000, Ilse Bergbau 71 000, Kali Aschersleben 43 000, Karlsruher Maschinen 21 000, 22 500, Köln-Rottweil 36 300, 36 000, 35 500, Laurahütte 52 500, 51 500, 52 500, Loth. Hütte 64 000, Mannesmann 60 000, Oberschi. Koksw. 96 000, Phönix 67 750, 68 500, 67 500, Riebeck Montan 165 600, Rombacher Hütte 33 000, Rütgers Werke 38 000, 38 500, Schlickert Elektro 44 500, Siemens Halske 61 000, Westeregeln 55 000, Zellstoff Waldhof 37 500, Otavi 237 000. Industrien / Handel / Verkehr Industrien. Maschinenfabrik Gritzner A.-G., Durlach. Das Jahr 1922 hat dem Bericht zufolge weit über die Leistungsfähigkeit hinaus für alle Abteilungen starke Beschäftigung gebracht. Der Umsatz sei nach der Menge und auch nach den Beträgen außerordentlich gestiegen, wozu das Auslandsgeschäft wesentlich beitrug. Die Ziffern, über die der Bericht keine näheren Angaben enthält, hätten allerdings nur einen Bruchteil der früheren Goldmarkumsätze erreicht. Der zur Erreichung der Vorkriegsleistung erforderliche Ausbau des Werkes habe wiederum wesentliche Fortschritte gemacht und benötige auch weiter große Aufwendungen, weshalb aus dem Reingewinn, der nach 268 875 Mark (i. V. 236 715) Abschreibungen 121 340 201 (8 197 903) Mark beträgt, 60 Mill. Mark auf Werkerhaltungskonto für Neubauten überwiesen werden, wodurch dieses Konto auf 70 Mill. steigt. Die Dividende für die St.-A. wird mit 1500 Mark pro Aktie, gleich 150 (35) Prozent entsprechend 50 Goldpfennigen bei Zugrundelegung eines Verhältnisses von 1 Goldmark gleich 3000 Papiermark vorgeschlagen. Das Beamtenunterstüt- zungs- und Pensionskonto erhält 12 (1,40), das Arbeiter-Wohlfahrtskonto 18 (1,63), die Kleidkinder, bewahranstalt 10 (0) Mill. Mark (i. V. noch 1 Mill. Mark an Beamte und Arbeiter). Für neue Rechnung bleiben 7 825 202 (1 023 941)Mark. Vor Aufstellung der Bilanz wurde das i. V. mit 250 000 Mk. aufgeführte Delkrederekonto auf 25 Mill Mark erhöht. Die Tantiemen wurden vorweg abgezogen. Bei 9 Mill. Mark St.-A. und 1 Mill. Mark mit 25 Prozent eingezahlten V.-A. betragen die Kreditoren 485.44 (19.33) Mill, worunter 11.16 (2.97) Mill. Mark Einlagen und Anzahlungen sich befinden. Andererseits stehen Debitoren nach 13 (0.39) Mill. Mk. Abschreibungen mit 452.99 (12.61) Mark Bankguthaben nebst Wertpapieren mit 158.10 (24.87), Wechsel mit 17.66 (0.64), Vorräte mit 109.63 (18.42) Mill. Mark zu Buch. Ueber die Aussichten sei ein Urteil nicht möglich. (G.-V. 18. April.) Grün & Bilfinger A.-G., Mannheim. Der Abschluß der Gesellschaft (Baufirma) für 1922 verzeichnet nach Abzug der allgemeinen Unkosten und der Zuwendung an die Beamtenfürsorge von zusammen 85 306 122 Mark (i, V. 5 541 358), sowie der Abschreibungen von 1 229 810 (1 274 987) einen Reingewinn von 18 183 973 (1 545 330) Mark. Es wurde beschlossen, der Generalversammlung (17. Mai) die Verteilung einer Dividende von 40 (10) Prozent vorzuschlagen. Die Verhältnisse haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr dadurch günstiger gestaltet, daß ein Teil der langfristig laufenden Bauverträge den Erfordernissen der Zeit entsprechend umgestaltet wurde. Die teilweise recht umfangreichen Baubetriebe konnten trotz mannigfacher, durch die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse hervorgerufenen Erschwernisse ohne Störungen durchgeführt werden; Streiks sind keine vorgekommen. Der Auftragsbestand ist gut; es könne auch für 1923 mit einer vollen Verwendung der Betriebseinrichtungen und Anlagen gerechnet werden, Itterkraftwerk A.-G. Mosbach. Der ordentlichen Generalversammlung wird eine Kapitalserhöhung von 15 auf 60 Millionen Mark vorgeschlagen. Die Dividende soll 100 Prozent betragen. Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere. 16. 4. 17. 4. 5 i/o I Wstb. Stkatian*. 5 »/oll „ 5 o/o 1» 4'/a % IV-V „ 4'la "Ig VMX „ 4'/» 1924er ,, 5 o/o Dtsch. Reichsani 4 °/o .. 3Va % .. S% ,, .. , Deutsche Prlmtenaril. 5 °/o Pr.Schatzan. 1022 40 /p., ,, 1922 4 % PreuB. Konsols . ■X'°:: :: : 4 °l 0 Bad.Staatsanl. 08 4 0/0 Bayern 31/9 °/o Bayern .... 8 o/o Bayern 4 0/0 Bad. Anleihe . . Batlen-werlt 31 /2 °/o Baden abeest. 4 o/ 0 Pfälz. E.B. Prior. S1/3 °/o „ Conv. 3 °7o .. •• '. 4 #io D.Schntzgebanl. Fremde Werte. 94.75 94 75 8050 96-25 95.- 8950 89.10 1150- 1150-- 600 - 590.— 4350- 4325 - 300 - 282.- 98.50 96.- 190 — 186- 135.— 134.- 250 - 250 - 110 - 120.- 230 - 230 - ISO- 200 - —;~ 199.- 120- 11Ö-- 350--r 270.- 350—r 11000. 5 °/o Silbcrmexikaner 5 0/0 Goldmexikaner 4 i: t °/n Trrigationsanl. 8 0/0 Mexikaner . . . . •5 0/ 0 ,, Tamaupiias 5 % Tehuantepec . . . 41/2 % 4 0/q Missouri Pacific , Türken unifiziert . . 293000;310000 20000 19850 37000 197500 36075 Banken Chem. Albortwerke Chem. G. & Silbersch , Griesheim . . , Höchst , Weiler ter Mei Oaimler Deutsche Petroleum Dyckerhoff & Widm. Elberfelder Farben Rlekfcr. Lichtu. Krafi Elsässer Baumwolle Feinmechanik Jetter Gebr. .Tunghans . . Gelsenkirchen .... Grün k Bilfingor . . . Gummifabrik Peter . Haid & Neu Hanfwerke Fußen . • Harpener Heddernheim. Kupfer Holzverkohlung Julius Sichel, Mainz Raming. Kaiserslaut. Laura!) ütte . . 16. 4. 1 80000! 36200 29600 29000 32000 11500| 22000 MansfeUer Kuxe . , Maschfab- Karlsruhe Maschfahrik Durlach Maschfabr. Gritzner . Masch. Eßlingen . . . „Pokorny&Wittek. Oberursel Badische Bank . . . 26000j 26000 Darmst&dter Bank . . 19000 18000 Deutsche Bank .... 31000 29750 Diskonto Commandii 200001 18250 Dresdener Bank . . . 16715 16000 Metallbank | 39000: 37000 Mittold. Credltbank . 10200, 9400 Oosferr. Länderbank — — Pfälzische Bank ... — ! — Rhein. Kreditbank . . 6950* 6050 Sttdd. Diskonto-Ges.. 1 .2500: 11500 Wiener Bankverein . 11500! 11600; Wttrttbg. Notenbank , — Industrien Adler & Opponheimer j 1 Armatur. Klein .... 14C . Aschaff. Zellstoff. . . 51200 Bad. Anilin 35000 Dad. Uhrenfabrik . . 30000! n. Masch. Badenia. .i 11000 Baltimore and Ohio . — Haug. Ph. Holzmann. 10500 Baug. Wayü ÄFreytag 17000 Benz Motoren . . . ,| 21000 Bochumer Gußstahl .1 — I 30500 KW 17. 4. 76000 34900 2/000 2730Ö 30000 11400 37000 19700 29300 21500 41000 69500: 60000 20950: 70000 15500 15500i 21300 377501 19900' 24500 17400 30000 1 20500 75500 14700 21900 35250 TO 23000 15250 30000 59000: 52000 14500 52000 10200 16000 19750, Pinselfabr. Nürnberg Porz.-Steingut Wesel Rhein Elektra . . . Rütgers-Werke. . . Schlinck & Co. . . . Sohnellpr. Frankent. Schuhfabrik Herz . Spinnerei Ettlingen Tellus Bergbau . . . Trikotweb. Besigheim Verlagsanst.Deutsche Voigt & Haffner. . . Voltohm Kabelwerk .1 Uhrenfab.Furtwängl.! Waggon-Fabr. Fuchs Kellstoff Waldhof . . Zementw. Heidelberg Zuokcrfabr. Wagh. . Frankenth. , Heilbronn . , Offstelfi. . . , Stuttgart. .1 32500! 19800 28000: 55000' 17500: 9500 20000 35000 14400 41000 29250 20000 30000 51000 17000 9480 19100 14000 38750 17500 17000 9600 9500 50800 - 19500 19500 23000 2300 16000 160 19000 190 Devisennotierungen: W. Frankfurt, 17. April. 16. April. Urttssel. . . Holland . . I.ondou . . . 'aris .... Schweiz . . Spanien . . Italien . . . Uasabon . . Dänemark . Sorwegen . Schweden Heising fors N'ewyork. . Wien (altes; Dtsch.Oest. Budapest . . Prag Sofia . . .. Agram . . . Geld 1202 - 8264.30 9820385 1406.45 383790 3237 90 105135 3973*05 378150 561095 58355 21134.55 29-64 46C 63040 16160 21445 Brief 1208.- 830571 98696.15 1413.55 3857.10 3253.10 1056 65 3992 95 3800.50 563905 586 45 2124045 X . 2978 633^60 16240 215.55 17. April. Geld | Brief 1226-90 1233.10 8304.20: 8345 80 98602 85199097.15 140945 3835 40 2988 473.80 637-40 1465 55 3854 60 324560 105465 4010. — 383455 5701.70 59250 2145350 30-02 47620 640.60 Vmrterdam 3rQ.-8cl. . . Christiania Ko penhag. Stockholm. Helsingfors Italien . . . London. . . ßfewyork. . Paria . . . . Schweiz . . Spanien Dtsch. Oest. Prag .... Budapest. . Lissabon. . Bulgarien . Buen.-Aire8 Japan. . . . Rio de Jan. r ii?oslavien w. Berlin, 17. Ii. April. Brief 8290-68 1223-05 3794-4: 3992 46 5631 55 58722 1054.63 98370-32 2105712 21202.88 1406471 1413.53 3835.381 3854.62 3229.40; 3245 60 Geld 824932 121.6 55 3735 53 397254 5603.45 58428 104937 '9 68 April. 17. April. Geld 8279-52 1213.95 3775.53 398002 29 66' 62892 632.08 29.82 632.08 469.- 473.- 159.60 769571 9975.- 2264.32 214.46 160.40 773429 10025.- 227568 21554 5620. 590! Brief 8320.75 1220.05 3734.47 3999 98 564909 593.45 104338 1048-62 18253.75 98746.25 1115697 140896 3838.38 326681 29~87 632.41 472.- 21263.03 .41604 30.03 63559 476.- 159.10 15990 7730 62 7769 38 10224 37 10275 63 230422' 231! 217-45 18.! 13500 18900 13600 18900 39250 38500 21500 20750 17000 166 r 16300 1691 15400 1591- 17300, 16750 16700 15700» Devisenkurse im Freiverkehr Mitgeteilt durch das Bankhaus Straus 8t Co. Karlsruhe b) nachbörslich 8310 - 9000 3860-4200 1420-1540 1220-1340 •39000-10800 21500-23200 1060-1160 Tendenz: fest. Holland Schweiz Paris Belgien London Newyork . . . . Italien a) vorbörslfch 8260-8310 3820-3860 1400-1420 1 00-1220 98000-99000 21000-21500 1040-1060 Tendenz: schwankend. 100 Mark in Zürich: 2,58 Cts. 100 franz. Frks. in Zürich: 36.60 Frks. Engl. Pfund in Paris: 70 l k Frks. Messen. Die Schweizer Mastermesse. Am Sonntag wurde die 7. Schweizer Mustermesse eröffnet, die bis zum 24. April dauert. Der Besuch ist zwar sehr rege, hauptsächlich vonseiten des Publikums, doch werden die Verkaufsaussichten ziemlich gering eingeschätzt. Von den Märkten. Berliner Metallmarkt. 17. ApriL Elektrolytkupfer 8018, Originalhütenrohzink 344 910 für 100 Kilo; Raffinadekupfer 7100—7200, Originalhütten- weichblei 2750—2800, Originalhüttenrohzink 3450— 3500, Remelted-Plattenzink 2650—2700, Banka-Zinfl 21 500—21 900, Hüttenzinn 21000—21300, Reinnickel 11 500—12 000, Antimon-Regelus 2700—2800, Silber-Barren (ca. 900 fein) 430—431 000, Platin 70 000. Hamburger Metallmarkt. 17. April. Silber (ca. 900 fein) prompt 457,5—452,5, bez. 432,5, per April 457,5—452,5, per Mai 465,— 460, bez. 437,5, per Juni 502,5—497,5, bez. 472—-472,5; Zink (Hüttenroh) 3575—3475, per April 3575—3475, per Mai 3650— 3550, per Juni 3850—3775, umgeschmolzen 2800— 2650; Blei (Lagerware) 2800—2700, ab Hütte 2825— 2775, raff. 2600—2525; Zinn (Banka Straits) prompt 22 000—21 000; Kupfer greifbar 8100—7700; Raffin. 7100—6750, Wirebars 8400—8100; Antimon 2800— 2700; Aluminium 9300—9150, Elektrolytkupfer 8200 bis 7950; Gold 14 200—14 700; Platin 65—70 000. Hambarger Altmetallmarkt. 17. April. Kupfer 65—68, Rotguß 48—52, Messing leicht 36—38,5, Späne 35,5—38, Guß 38,5—42, Blei 20—21,5, Zink 21,5—23. Viehmarkt in Karlsruhe am 16. April. (Amtlicher Bericht). Zufuhr 287 Stück und zwar 16 Ochsen, 50 Farren, 25 Kühe, 63 Färsen, 41 Kälber und 92 Schweine. Es wurden bezahlt für 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben (ungejocht) 260—280 000 Mark, vollfleischige, ausgemästete im Alter v. 4—7 Jahren 240—260 000 Mark, junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 220—240 000 Mark, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 200—220 000 Mark; Farren: vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes 210—230 000 Mark, vollfleischige jüngere 190 — 210 000 Mark, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 160—190 000 Mark; Kühe und Färsen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 260 — 280 000 Mark, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 200 bis 240 000 Mark, ältere wenig gut entwickelte Färse# 235—260 000 Mark, mäßig genährte Färsen 200—- 235 000 Mark, gering genährte Kühe 140—170 000 Mark; Kälber: mittlere Mast- und beste Saugkälber 220—240 000 Mark, geringere Mast- und Saugkälber 200—220 000 Mk., geringere Saugkälber 180—200 000 Mark; Schweine: volfleischig e Schweine von 120—150 Kilo 290—300 000 Mark, von 100—120 Kilo 280—290 000 Mark, von 80—100 Kilo 270—280 000 Mark, unter 80 Kilo 260—270 000 Mark, Sauen 240—260 000 Mark. Die Tendenz des Marktes war langsam. Der Markt mit Kleinvieh geräumt, mit Großvieh kleiner Ueberstand. Mannheimer Viehmarkt 16. April. Dem heutige» Viehmarkte waren zugefahren: 110 Ochsen, 137 Bullen, 551 Kühe u. Rinder, 305 Kälber, 913 Schweine. 5 Wagenpferde, 59 Arbeitspferde und 10 Pferd® zum Schlachten. Preise für 50 Kilo Lebendgewicht bewegten sich für Ochsen Klasse A 270—280 OflO Mark, Klasse B 240—260 000 Mark, Klasse C 180— 220 000 Mark, Klasse D 140—170 000 Mark; Bulle# Klasse A 220—230 000 Mark, Klasse B 200—220 000 Mark, Klasse C 180—200 000 Mark; Kühe Klasse ^ 270—285 000 Mark, Klasse B 260—270 000 Mark. Klasse C 200—220 000 Mark; gering genährtes Jungvieh (Färsen) Klasse A 160—180 000 Mark. Klasse B 120—140 000 Mark; Kälber Klasse B 290-- 300 000 Mark, Klasse C 280—290 000 Mk., Klasse V 250 — 270 000 Mark, Klasse E 220—250 000 Mark! Schweine Klasse A 310—320 OVO Mark, Klasse B 310—320 000 Mark, Klasse C 300—310 000 Mark« Klasse D 280—300 000 Mark, Klasse E 270—280 00Ö Mark, Klasse F 260—280 000 Mark; Wagenpferd« 1,6—5,5 Millionen Mark, Arbeitspferde 2—7 Mill' Mark, Schlachtpferde 300 — 950 000 Mark. Marktverlauf mit Großvieh mittelmäßig, langsa" 1 geräumt, mit Kälbern lebhaft, ausverkauft, fflj' Schweinen mittelmäßig, kleiner Üfeberstand, mj] Wagen- und Arbeitspferden mittelmäßig, Schlachtpferden lebhaft, geräumt. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern ge* 0 ' wogene Tiere und schließen sämtliche Spesen d°' Handels ab Stall für Frachten, Markt und Verkaufs- kosten, Umsatzsteuer sowie die natürlichen G®' wichtsverluste ein, müssen sich also nicht un® f ' heblich über die Stallpreise stellen. Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baer & Elend, Adler Kali .... Bad. Lokomotivwerke Baidur Becker Kohle . . . Beeker Stadl . . . Benz Brown Bovert . . . Deutsche Lastauto . Deutsche Petroleum . Germania Linoleum . Hansa Lloyd . . . Held bürg Vorzugs-Akt. Inag Kabel Rheydt . . . Karstadt Knorr cirka m 3000 17000 18T— 19t _ 11000 14000 36000 32000 11000 64000 13000 27000 4500 23000 Karlsruhe, Karl-Friedrlohstr- 1 Krttgershall .... Landes wirtschaftssteile für das BadischeHand- werk Menrer Spritzmetall . Oifenburger opinnerei Petersbgr. Int. . . Kastatter Waggon . Eodi & Wienenberger Bassenbank .... Sichel Sloman Teichgräber .... Texttl Meier ... Ufa 5% Bad Kohlenw.-Anl. Griumplf' ötibreibmaföinefl ein Meisterwerk deutschf Präzisionsarbeit der T rlumph-Worke A.-Q.*ürnli« r ® Georg Mappe*» Karlsruhe Telaph. 2264 Karl-Fri«drislnfr.