l„ tz»«SSvr-iS kür Mai: «otlSruöe; iit t tSTiL» Geschäftsstelle und ... Meren Ausaabestellen ab- MU monatlich M 4700—, ttch J soQO.-; 1 m °" aU fero uswSrts: durch an- 5000— 5 rett bezogen ^MelverkaufSvrcis: 200 jg. SärtfUeiittita tttti) ÄÄ"' Ritierstrahe L Postscheckkonto Nr. 9547 Karlsr«be. Karlsruher Tagblatt Auzciacuvreiic für Mai: die vgesv. Nonvar,illezeile oder deren Raum M 850.—: auswärts Ji 420.—; Na- milreuanzeiaeu und Stellen- nesuchc Ji 200.—; Reklame- Zeile Ji lioo.—: - m r Stelle Ji 1200.—. Rabatt nach Toris. Ameia.-Annakme b. .? Uhr mittags: kleinere Anzeigen spätestens bis 8 Uhr nachm. Kernivrechanschlüsic: G« SB« Badische Morgenzeitung 297. ..... 20 Hauvtschriftleiter Nr. 19. Mit der Wochenschrift «Die Pyramide" Badische Morgenpost «Wirtschaf t- und HandelSzeiwng"^ »Turn- und Sport-Zeitung" X .Anterhalwngsbeilage"^ »Literaturbeilage" ^ «Für die Frauen" ^»Wandern und Reisen" ^„Die Scholle Eiesredakteur: Hermonn s i'aer. Verantwortlich tür Politik: Fritz El> rbard; ffli den wirtschaftlichen, vadischen und lokalen TeU: Heiniich Gerhardt: für baS Feuilleton: Hermann Weick: für die .Pyramide'Karl "ovo: sür Inserate: Heinrich S chri eve r, sämtliche in Karlsruh Druck und Verla« C F. Müller,Karlsruhe, Ritterstr. 1 Berlin.r Redaktion vr. RichardJ üg le, . Berlin-Lankwitz. Mozartsir. 87. Telephon-Zentrum 42». ^ Für unverlangte Manuskripte oder Drucksachen übernimmt die Redaktwn keine Verantwortung. Rücksendung ersolgt, wen« Porto beigefügt ist. Sprechstunde der Redaktion: 11—12 Uhr vormittags. 120. Jahrg. Samstag, den 12. Mai 1928 Mr. 130. Wahrheiten. -Alle Angriffe von außen werden wie'Hammer- uvlagx 0U f wirken, unsere Einigkeit nur "°ch inniger und stärker machen. Bismarck. ..Schlagworte". Von Graf Monts, Botschafter a. D. . ft tt den Köpfen der nie politisch denkenden Mas- _«tt haben ein« Reihe von Schlagwörtern die un- ^leuevlichste Verwirrung angerichtet. So wurde der fortgesetzten Wiihlarbeit unserer Feinde und Sex Unterstützung, Hie «diese seitens unserer Svenen linksgerichteten Landsleute fand. der klNUge „Preuftdsche Militarismus" »im Fnbe- 2F l jr aller Sche-nßlichkeit und Gewalttätigkeit, ^hen wir uns Miosen Militarismus näher an, ■? fwrttat wir, daß 1014 bei uns nicht ganz, in Frankreich etwas mehr als 800000 Mann unter wtt SBiaffett standen. Sei beinahe doppelter Be- ??^evung Deutschland. Deutschland stellte Losnummern, sowie Sie ganze Er- -Meiserve überhaupt nicht ein und -hatte zwei- «Wriiige Dienstzeit! Franckreich behielt seine Bür- rf r ürei Jahre bei der Kahne und holte den letz- ry 1 Krüppel herbei. Dies der eine Nachbar: ans andern Seite hielt Rußland feine Damps- Mze mit einer Friedensstärke von 1000 MO Mann bereit. Und während politische Kinder, 2» uns leider sehr zahlreich, als Bu-ndesgenos- !^» Italiener und Wa lachen in Anschlag brach- pu. trat lediglich -die 4.5A000 Mann starke öster- , 7^chi!che Armee bei Beginn der Feindseligkeiten * KI Seite, das heißt: die den tische Miilitär» stand — England ganz außer Betracht ge- "ane-n — -der französisch-russischen wie 1 zu 2 ge- Mn-über. ^Als unfehlbares Heilurwtel ans -der radikalen ^usapotheke wurde dem braven Michel gegen .-Militarismus" der Internationa- .!-«lus der Arbeiter" und der „Pazi» '' - w u s" empfohlen. Längst erwies-eu sich alle, oder mala ftde auf den .^nternationalis- ttiSu gesetzten Hoffnungen als Seisen-bla-s-en. und jJz ^>ers erging es mit dem Pazifismus. Wie ^lvun-derten wir Grey, Asquith, Wilson a-ls Jw . Fri-edensmenschen". und wie bitter wur- st? ^ e»ttäuscht! Was wahrhafter, e r n- rJ * Paz> fismus ist. kann man aus den jetzt HHf veröffentlichten Wen der Bismarck-Po- flpfi. —1890 entnehmen. Einer der Heraus- ,dieses Werkes bezeichnet es geradezu als ü'Ni ^l des Pazifismus. Tatsächlich erhielt die , "venoaniht auf Vermeidung von Konflikten k>?» ^^machte gerichtete Swat?-5unst des gro- ^ Kanzlers unserm Weltteil 20 I-ahr« hin- rä) öcj-, ^-rieiveiu Ta diese historisch feststehende v-a« ^ nicht einfach uanzlusteimpeln ist, so läßt heute öen Friedenskanzler hinter dem von Blut und Eisen" verschwinden. Der »uv ii? '** er BiSmarckschen Politik war die Eini- TeudMands. Zu errichten war diese nur ^rch Besetti-gung des pi^ußiM-ö-sterreichischen Reden und Resolutionen, Turner- .Sängerfeste hatten zu nichts geführt, nur ulti ® 8en « Staatskunst, und im Notfall die ratio des Völkeril-ebens konnten die Eni- ^?ung bringen. Mer erst nach Erschöpfung frieidlicher Mittel, und nach-dem er Oester- frule&t noch sehr weitreichend« Zlngebote ge- hatte, griff Bismarck zum Emen. Und er Ä?» ^cm Siege mit Ha-bsburg einen Frie- (ai&r^ Qn Großmut und staatsmännischer Bor- a.ilM wohl nie ein ähnlicher dem Unterlegenen ^billigt wurde. Se»//^^er Zusammenfassung Nord- -Z^.tfchlvnds und Angliederung deS k^?.5^ns durch Zollr>arlan?ent und Bündnisse Bismarck feine außenpÄii-tische Aufgabe für schnn erachtet. Aber innner vernehmlicher er- Seine der Ruf: Revanche für 'Sa- 0™- Bismarck bswahrte seine Ruhe und Mäß-i- z^?' In -der Luxemhurger Frage wich er sogar obgleich 'das mexvkam-sche Abenteuer die ^ Armee zerriittet hatte und ihr Bor- 'Titfrf damals unserer Zündna-del ae-aenWer M?^usLommen konnte. Als schließlich der fran- ör?°^bam»imrSmmS 1870 -den Krieg vom Zaun In j r t r > ' jüate uns das ©Josfepoi gewiß große Ber- Äai-s» ^ Versailles -gel-angt-e mit dem ji^iyrinch die nationale Einigung zur Vollen- ^ Heute fallen nicht nur unsere Feinde, a-uch genng eigene LandSleute über BiS- i,r . her. der den Franzosen wenigstens einen ® cS Raubes der Richelieu, Lmtis XIV., Na- se« ^ wieder aibnahm. Diese Deutschen verges- i»»' Mv damals das ganze Volk die Erfüllung ^ranmes von 1813 heischte. tanT? Vorbeugemättel gegen neue Katastrophen und -wird allgemeine A b r ü st u n i>tm ist zuzugeben, daß Deutschland auf von . - ?ager Kongreß nnp-oMti'sch versrchr: die sa^^useren Vertretern dort vorgebrachten Tat- if&n» . waren den Vertretern unserer damals frtitn*" 111 ® Raubkriege entschlossenen Nachbarn ve- laut?- nut Mteten sie sich, das Odium der Ver- «in^.^u«g aus sich zu nehmen. Wie wenig das "Uitett-ö« und in vasi.fi itischer Morimil- erstrahlende Rußland a-n Abrüstung dacht«, .ieigte dessen nachträglich bekannt gewordene Willens- richtung, unter keinen Umständen -die sogenannte Kolomalarmee. d. h. die kau!k«i!sischen. turkestani- fchen, oft- und west-sibirischen Truppen, im gan- «en in zehn Korps der kriegstüchti-qste Teil der zaristischen Armee, in die Entwaffnung einznbe- ziehen. Ein noch schliim-merer Fr-i-sdenSstörer war von jeher Frankreich. Eingekl«nrn:t zwi- schen diese beiden ehrgeizigen großen MAi-tär- mächte hätten wir mit der Abrüstung vorangehen müssen, so verlangten unbelehrbare Ideologen unk» Doktrinäre. MS frechste Lüge präsentiert sich oiellvicht das Schlagwort des „Ka-mpfes der westlichen Demokratien für Freiheit und Menschen recht e". In gesrnnungs tüchtigen Kvei- sen namenMch Deutschlands qi-lt das allgemeine, Vor der englischen Antwort. I. Bon unserer Berliner Redaktion wird uns ae- drabtet: Die Tatsache, daß die endgültige Redigierung der englischen Note an Deutschland von einem Tage zum andern hinausgeschoben wird, beweift, eine wie hohe Bedeutung man in den Kreisen der Londoner Regierung der Note beimißt, und wie sehr man darauf bedacht ist, ihren Eindruck durch sorgfältige Stilisierung und Borausberech- nung der Wirkung in englischem Sinne zu beein- flufsen. Denn es ist klar, daß dieser Einfluß sich über den Bereich der deutschen Regierung weit hinaus erstrecken soll und daß in erster Linie Me Stellung Englandis zu der französisch- belgischen Sonderaktion umrissen, andererseits aber auch die Möglichkeit geschaffen werden soll, diese beiden Staaten wieder zu einer ersprieß- lichen Erörterung der Reparationsfrage heran- zttziehen. Für uns wird die Note kaum Ueber- raschungen bringen, da ja der Standpunkt der englischen Regierung dem deutschen Angebot gegenüber in zahlreichen mehr oder weniger offiziösen Presseäußerungen zum Ausdruck ge- kommen ist. Die Kritik an dem deutschen Angebot wird sich an Aeußerlichkeite" klammern, besonders in den nach englischer Auffassung „unangebrachten Ton" der deutschen Note. Die deutsche Öffentlichkeit wird dann hinreichend Stoff und Anlaß haben, England höflich, aber entschieden darauf hinzu- weifen, baß eS der größten Mäßigung der deut- schen Regierung bedurfte, um die Note in dem Tone zu halten, in dem sie abgefaßt ist. Nicht jede Nation und nicht jede Regierung wird die Kräfte haben, sich eine derartige Zurückhaltung aufzuerlegen, während in ihrem wichtigsten Lan- desteil die ungeheuerlichste Gewalt seitens frem- der Einbrecher geschieht. Sachlich wird man das deutsche Angebot zu niedrig, die Garantien zu unbestimmt finden. Was die zikfermäßige Höhe des deutschen Angebots anbetrifft, so entspricht sie. wie bereits früher betont, dem von England als verhandlungsmöglich bezeichneten deutschen Iannarangebot. Und was die Garantien an- betrifft, so wird die deutsche Regierung zu wei- terer genauer Darlegung bereit sein. Sachlich dürfte die enalifche und in ieder Begebung auch die italienische Antwortnote die Fortsetzung einer Diskussion bilden, die von uns weiter- geführt werden kann. Es fräat sich, ob und in welchem Maße es der Geschicklichkeit der eng- lischen Regierung gelingt, die Franzosen und Belgier zu Verhandlungen zu bewegen, denen auch wir beitreten können, ohne daß unserer Ehre Abbruch getan wird. . Die Reicksregierung wird alsbald nach Ein- treffen -der Note G-ele-genh-eit Kaiben, zu ihrem ^n- kalt und zu der durch sie geschaffenen Lage Stel- lun gzu uekmen. Die Weiterberatung des Etats des Auswärtigen Amtes ist als letzter Punkt in ifa>3 Arbeitsproairamm des Rei»s vor d-en Pfingftferien gestellt, und die Reichsregierung wird diesen Anlaß zu einer Erklärung benutzen, die also voraussichtlich, da man damit rechnet, daß die englische Note spätestens am Sonntag hier vorliegt, Mitte nächster Woche erfolgen wird. London, 11. Mai. Wie R e üt er erfährt, ist die britische Antwort auf die deutsche Note nun- mehr fertiggestellt und wird der französischen Regierung jedoch heute noch nicht übermittelt werden. Sie wird erst morgen nach Paris ge- fandt werden. Fn diesem Falle kann die Ant- wort an Deutschland nicht vor Sonntag er- folgen, da zwischen der Mitteilung an die fran- zösische Regierung und der Ueberinittlung an Deutschland ein Zeitraum von 24 Stunden liegen müsse. Paris, 11. Mai. Havas meldet aus London über -die eng.lHHe Air-tw-ort aus die deutschen Bor- schläae. die N-eda-ktion der Note sei beendet. Das 'Tchvi^Wck umfasse nur drei oder vier Seiten. Obwohl man noch nicht endgülti-g Be'cheid wisse, werde die Antwort wahrscheinlich heute der fran- zösi'jichen Regierung und am: Saurs-tag der dvut- scheu Regievuny überreicht werden Paris. 11. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Trotz aller offiziösen Ableugnungen hält sich in hiesigen Kreisen das Gerücht, England habe den Ent- wurf für feine Antwort an Deutschland schon am Dienstag nach hier übermittelt, um offiziös eine Meinungsäußerung der französischen Regierung darüber zu erhalten. Man behauptet sogar, der Wortlaut der englischen Note sei auf eine fran- zösische Aeußerung hiu an manchen Stellen ge- ändert worden. Dieses' Gerücht, das der Korre- spondent der „Vossischen Zeitung" meldet, ver- dient'mmdestens deshalb Beachtung, weil es ein Symptom für den Optimismus darstellt, mit dem auch die politischen Kreise in Paris auf eine bal- toa* Entspannung rechnen. Man scheint davon überzeugt zu sein, daß die englische Antwort Teutschland veranlassen «verde, durch neue Er- öffnungen eine Verhandlungsbasis' zu schaffen, und daß die neue Note Deutschlands.dann von öen Verbündeten gemeinsam beantwortet werde. Der Wunsch nach einem baldigen Abschluß der Ruhraktion ist auf französischer Seite durch die Verhandlungen mit Belgien über die gemein- same Antwortnote anscheinend erheblich gestei- gert worden und es bestätigt sich, daß diese Ver- Handlungen äußerst schwierig waren, und daß einen Augenblick lang der offene Uebergang Belgiens in das englische Lager unvermeidlich schien. Man ist sich in hiesigen maßgebenden Kreisen doch offenbar klar darüber, daß Frank- reich sich der Gefahr der Isolierung aussetzt, wenn es nicht alles tut, um die Einheitsfront der Verbündeten wieder herzustellen. Diese Auf- fassung scheint einstweilen in der Umgebung des Präsidenten Millerand stärker betont zu werden, als am Quai d'Orsay. Bestrafung bei Benützung der Fronzosenzüge. Berlin, 11. Mai. Aus Franksttvt a. M. meldet die „Vossische Zeitung", daß nach einer Verord- nung des Frankfurter Polizeipräsidenten Per- fönen, die mit einem von den Franzosen be- dienten Zuge aus dem besetzten Gebiete an- kommen, beim Uebertritt in das unbesetzte Ge- biet festgenommen werden. Die Verorb- nung stützt sich darauf, daß die Benützung fran- zösischer Züge eine Erschwerung des deutschen Abwehrfampfes und eine Unterstützung der französischen Aktion darstelle. Bürgermeister Schafer von Essen. Düsseldorf. 11. Mai. Heute vormittag wurde vor dem Kriegsgericht in Düsseldorf gegen Bürgermeister Schäfer, den stellvertre- tenden Bürgermeister von Effe n. der vom Kriegsgericht in Bredeney und Mecklinghausen zu 2 und 8 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, verhandelt. Urteil lautete auf ein Fahr Gefängnis und 10 Millionen Mark Geldstrafe. Die „Heldenlalen". Essen, 11. Mai. In Gelsenkirchen geriet ein französischer Offizier in Auseinandersetzungen mit einer großen Menschenmenge, die auf die Extrablätter von dem Ausgang des Krupp- Prozesses wartete. Der Offizier schlug einem Arbeiter, der ihn am Aermel streifte, mit der Reitpeitsche ins Gesicht. Daraufhin mußte der Offizier in ein East flüchten, weil die Menschen- menge eine drohende Haltung einnahm. Die Feuerwehr brachte ihn später zur Stadtgrenze. Unmittelbar vor der Reichsbank in Essen wurde ein Geldtransport mit t'A Milliarden Lohngeldern, die für die Zechen Matthias Stin- nes und Zollverein bestimmt waren, von fran- zösifchen Kriminalbeamten angehalten und unter militärischer Bedeckung zum Hlatzkommandanten gebracht. Die Gelder wurden b e f ch l a g - nahmt. Weitere Bergwerke besetzt. Essen. 11. Mai. iTwÄhtber.) Heute vormittag besetzten die Franz^isseu von der GeweriMiaft „Zollverein" die Schachtanlageu 4 und 5 in Kv- ternkerg und rissen die Anschlußgleise aus. Erpressung. Münster, Ii. Mai. Der Stadt Essen wurde wegen angeblicher Beschädigung von Telephon- leitungen eine Geldstrafe von 4 Millionen Mark auferlegt, die binnen acht Tagen ^» bezahlen sind widrigenfalls zwei Beigeordnete verhaftet und 2 Monate in Hast gehalten werden. Berlin, 11. Mai. In der heutigen Sitzung im Reichsverkehrsministerium mit den Vertretern der Spitzengewerkschaften gab der Vertreter des Reichsverkehrsministers Grüner, Staatssekretär Kumbier zu dem Urteil des französischen Kriegs- gerichts in Mainz gegen 17 Gewerkschaftsführer und Eisenbahnbeamten Erklärungen ab, in denen er sagte: Das französische Urteil bildet ein wei- teres Glied in der Kette des Terrors, der von den Besatzungsbehörden ausgeübt wird. Der Reichspräsident habe ihn in einem Schreiben be- auftragt, anläßlich dieses aller Wahrheit und Ge- rechtigkeit hohnsprechenden Urteils, das einen Akt des wildesten Schreckenregimes darstellt, und die Menschenrechte in brutaler Willkür mit Fü- ßen treten, den betreffenden Beamten und Ange- stellten seine besondere Hochachtung für ihre vor- bildliche Baterlaudstreue und ihre 'mannhafte Haltung auszusprechen. Das Schreiben des Reichspräsidenten werde heute durch eine Son- Verausgabe des Neichsverkehrsblattes zur allge- meinen Kenntnis gebracht werde» gleiche, direkte und geheime Wahlrecht als In- begriff aller GMckseill'gAvi-t. Wie stand es damit in den uns angeblich so mcMenweit vorangeei-l- ten wesKdchen Demakratien? In England ist erst im Iialhre 1917 die Beffchränk-nn-g des Wahl- rechtes -auf die besitzenden Klassen a-nsgeihoben worden. An Fta-lien war noch 1914 die Kunst des Lesens und Schreiibens und eine allerdings geringe direkte Besteuerung Bora-uAsetz-ung, d. h. 50 Proz. der Einwohner hatten kein Wahlrecht. Frankreich erfreut sich allerdings feit 1870 a-n-f dem Papier «mes dem unsrigeu gleichen Wahlgesetzes, aber in der Tat stellte sich die Sache sehr anders dar. Wenn auch nicht mehr die offiziellen Kandidaten und deren direkte Nvmin'ie- rung «durch den Präsekten bestehen, so ist doch der Einfluß der jeweilig die Wahlen leitenden Re- gierung allein -dadurch sehr groß, daß jeder vierte Franzose ein Staa-tsamt bekloi-d-et. BleM noch Amerika, das demokratische Musterifond, Die Wahlen machen die P-artei-maschin-c. Äi-e Wahl- sähigkei't ist auch an g-emisfe Kautöleu -gebunden, mit der Sozial'demokvaRe -wird herkömmlich -kur- zer Prozeß gemacht, sie findet keinen Ein-gau-g im Hau-fe der Deputierten. Abgesehen hiervon stehen dem allerdings aus a-llgenwiuen Wahlen hervorgegangenen Präsidenten viel weiter- gehende Rechte zu, wie einst unse-rm Kraiser. Nur so war es möglich, daß ein Wlison sein -Volk in -den ungerechtesten Mer Kriege hin-einlo-a. und im Kriege selbst die schlimmste Gervaltherrschaft gegenüber den sog-enannten Blindestrich-Ameri- kanern, d. h. den 20 Millionen Bürgern deutscher Zunge und .perknnft errichtete. Dabei ist nicht zu -vergesse:,., daß in all -diesen- Demokratien die ,-i-we-ite» .ya-mnrern eine Ergänzung in einen, mit weit-geh-enden Rechten ausgestatteten Ober- Hause finden, das bekanntlich nniferer Bersassung, -nicht zu ihrem Borteile, fremd war. Zum Schluß «darf ich noch des verhängnisvollen Schlagwortes der .^deutschen Schuld a m Kriege" gedenken. Wie sagt Lloyd George als -leitender Staatsmann: 1914 sind alle Regier»n gen in den Krieg gestolpert. Das ist richtig, so weit es ihn, Winc nicht in diie Gre«scheu- Geheim diplomatie eingeweihten Kollegen, sowie das Un- terhauS, und vor allem, soweit es die Berliner »nahgeben'den Männer anlangt, faWch aber in Bez-tl« aus Paris. Petersburg und die kleine Cligue um Grey. Und weiter sprach der englische Premier: mit der deutschen .Kriegsschuld steht und fällt der Friede von Berfaill-es. Es steht und fällt aber noch etwas audwes. Der Umsturz und die RepnbWanisierunq des kaiser-lichen Deutschland war dem BoM verständlich gemacht als Bestrafung des .Kaisers und seiner Leute, die den heiAVisen Krieg angezettelt hatten. Wenn nun nicht sie. sondern Poincare, Sasanoff, Is- wolsiky, Suchomlinsw 'die Schuldigen waren, wird es sich da nicht fragen: wesWfb gebt Deutschland, nachdem jetzt dokumentarisch alle Vorgänge bei Kriegsausbruch klargelegt sind, nicht endlich offiziell an Aufklärung der Sch.nid» frage der an unter Widerruf der erpreßteu Unterschrift? Die Wirkung des Rachenrteiis. Ueber die Wirkung des Werdener Rache,irteU* auf die Volksstinrmung im Einbrnchsgebiet wird der „Frkf. Ztg." aus Essen u. a. folgendes ge- schrieben: „Der Krieg gegen ein ganzes Volk wird hier auf Leben und Freiheit des Einzelnn ausge- dehnt. Mau braucht nur den französischen Os- fizieren in Werden nach der Verlesung des Ur- teils in die Augen gesehen und ihre tiefe B e - friedigung wahrgenommen zu haben, um den Sinn dieses Urteils voll zu erfassen. Der Spruch von Werden ist mehr als ein Prestige- urteil Unter diesen Umständen denkt hier im Ruhrgebiet auch kein Mensch daran, den pas- siven Widerstand, den stärksten deutschen Aktiv- posten in der gegenwärtigen Situation aufzu- geben, bevor alle von französischen Kriegsge- richten Verurteilten in Freiheit gsetzt sind. Die aus ganz Deutschland eintreffenden Protest- und Sympathiekundgebungen sind der schwergeprüften Bevölkerung eine wertvolle Stärkung in ihrem Abwehrkampf gegen den frechen Eindringling. Es ist kein Zweifel, daß der Spruch des Kriegs- gerichts eine eiserne Geschlossenheit er- zeugt hat, nun erst recht in dem mit ungleichen Waffen geführten Kampf nicht eher nachzugeben, bis das Recht wieder zu Ehren gekommen ist. Darüber gibt s im Ruhrgebiet nur eine Stimme. Der Kruppsche Betriebsrat erklärt in einer Kundgebung, daß er sich durch das Urteil in dem Kampf um das Recht der freien Arbeit nicht nie- derringen lassen werde und die Essener Gewerk- schasten erklären, daß auch das Werdener Urteil nicht in der Lage sei, die geschlossene Abwehr aller Arbeitnehmer gegen feindliche und militärische Eingriffe in die Betriebe zu erschüttern. „Wir arbeiten auch in Zukunft nicht unter Bajonetten." dies ist die allgemein verbreitete Anschauung, der die Gewrkschaften entschlossen Ausdruck geben. Am Tag zuvor erst hatte der Alte Bergarbeiter- verband, mit dem sichtlich die anderen Verbände völlig einig gehen, öffentlich die Entschlossenheit kundgegeben, „öen passiven Widerstand gegen den franzöUch-belsischen Einbruch lplange fort- Karlsruher Tagblatt, man für Jahre HMaus Geschäfte treiben müsse. Frankreich habe nicht mit Deutschland am Verhandlungstisch gesessen. Dies sei unkaufmännisch. Jwz,vischen zahle England an seine Arbeiter Arbeitslosenunterstützung. Geddes schloß: „Seid ihr stolz über eure Lage? Ich bin es nicht. Wir scheinen nicht wert zu sein, zu Rate gezogen zu werden. Wenn die augenblicklichen unstabilisierten Verhältnisse in Europa fortdauerten, werde England e>in schlimmerer Leidtragender sein als vielleicht selbst Deutschland. Geddes sagte: „Wir können nicht länger bei Seite stehen vor den Entschlüssen Europas und der Welt. Ich kann mir nicht denken, daß heute irgend ein sich selbst achtender Engländer ftvU über unsere augenblickliche Lage mit Bezug auf das Ruhr- gebiet und Europa ist." Der Vizepräsident, das unioniftifche Parla- mentsmitglied Samuel, erklärte, es sei klar, daß Frankreich Reparationen erhalten wolle in Gestalt deutschen Gebietes eher als in Gestalt von Geld. Durch die Annahme dieser Haltung werde Frankreich keinen Frieden bekommen. Die Aktion Frankreichs sei bedauerlich, da der Friede die erste Notwendigkeit für England sei. * w. London. 11. Mai. iDrahtber.1 Das nationalliberale Parlamentsmitglied Fisher erklärte, die britische Negierung müsse die Ruhr- frage vor dem Völkerbund zu Sprache bringen. Fisher fuhr fort, er sei soeben aus Deutschland zurückgekehrt, wo die Lage äußerst gefährlich sei und sich täglich verschlimmere. Es gäbe eine Partei in Deutschland, die die Fortsetzung des passiven Widerstandes fordere und erkläre, daß es in einigen Monaten keine Rcvarationsfrage mehr gäbe, d« bis zu dieser Zeit Deutschland ruiniert sei und dann Frankreich und Belgien mit sich hinabziehe. Deshalb müsse die Reparationsfrage'so bald als möglich geregelt werden. Obgleich das deutsche Angebot in seiner jetzigen Gestalt unannehmbar sei, müsse es als Grund- läge zu Verhandlungen betrachtet werden. Der Verkauf der Leute. Berlin, 11. Mai. Ein bekannter Großhandels» verband erhielt von dem Vertreter eines feiner Mitglieder in Polen Me Nachricht, daß französische Agenten zur Zeit dort -deutsche Waren an- bieten, die unter den Herstellungspreisen der dentschen Industrie liegen. Es handelt sich, wie festgestellt imrrde, um von der franMischen Be- satzungsarmee im Einbruchsgebiet beMag- n ahmte Seiben- und Samtwaren, die durch die französischen Agenten ah Düsseldorf gie- liefert werden. („Fr*?. Ztg."). Sprengungen an militarisierten Bahnstrecken. Berlin, 11. Mai. Ans iwr militarisierten Strecke Wildau—Lintorf wurden in der Nacht wtn Himmelfahrtstage große Sprengungen vor- genommen. Die Gleise wurden erheÄich zer- stört. Der Bürgermeister des in der Nähe des Sprengplatzes gelegenen Ortes, Andermund, wurde von den Franzosen als Geisel verhaftet. Täglich neue !lebergriffe der Franzosen in Mannheim. Mannheim, 11. Mai. Die Franzosen «hoben hier zwei deutsche Polizeibeamte in Zivil an der Grenze des besetzten Gebiets bei Ausübung ihres Dienstes verhaftet und ins Gefängnis nach Ludwtgshasen eingeliese rt. Auf der Wache wurde der eine Beamte mit seinem Gummiknüppel von einem sronzösischen Offizier mißhandelt. Die Verhaftung ist wogen „Umgehung der soanzösi- scheu Gruß vor lschrist" erfolgt. Ferner wurde ein werterer Beamter an der Greiwe des besetzten Gebiets von 8 bis 10 französischen Soldaten überfallen, durchsucht, fesigenomiinen und ab-- transportiert. Der französische Offizier erklärte dem Beamten, er sei von seinen eigenen Lands- leutem verraten worden. — Auf der Polizeiwache Uhlandschule, die im unbesetzten Gebiet liegt, erßchien ein französischer Fsiidwebelleutnant mit sechs Bewaffneten und mebdete, daß der franMi- sche Posten an der F«iedrichA>brücke öfters mit Steinen beworfen werde. Dabei ist nicht fest- den 12. Mai 1923 gestellt, ob die Steine von deutscher Seite gewor- fen wurden, zumal kürzlich einaoandfrei festgestellt worden ist, -das? es Franzosen woven, die ihre Posten mit Steinen beworfen haben. Ausweifungsbilder aus der Pfalz. Zur Ausweisung von 53 Eisenbahnerfamilien aus dem Bahnheim in Kaiserslautern durch die französische Besatzungsbehörde berichtet die „Pfälzische Volkszeitung": Infolge der Wei- gerung, die Arbeit wieder aufzunehmen, erhiel- ten die im Bahnheim wohnenden Eisenbahn- beamtenfamilien die Zustellung, daß sie ihre Wohnungen unverzüglich zu räumen haben. Viele waren darauf gefaßt, anderen kam die Nachricht überraschend. Man machte sich an die Arbeit, wer kräftige Hände hatte, griff beim Packen zu. Alle verfügbaren Lastautos und Fuhrwerke wurden herbeigebracht. Es blieb keine Wahl, als die Kottenschule zu räumen, um wenigstens einen Teil der wohnungslos gewor- denen Eisenbahner dort unterznbringen. Der Unterricht in der Schule wurde sofort abgebro- chen In kürzester Zeit war die Schnle vollbelegt und man mußte für die übrigen anderweitig Quartier machen« Wieder eine große Anzcchl Pfälzer Eisenbahner ausgewiesen. LudwigKhafen, 11. Mai. Bon den Franzos»n werden wiederum 79 Eisenbahner mit ihren Familien ausgewiesen. Das Denunziantentum. Wie sehr die Einwohner des besetzten Gebie- tes unter dem Denunzianten tu m zu leiden haben, zeigt u. a. Fine Zuschrift aus Wörth am Rhein. Dort ist der Lehrer M. Gtofer durch einen gewissen Obsthändler Sachs 'bei 'der französischen Gendarmerie des Besitzes einer Schuß- waffe verdächtigt worden. Bei der HauAunter- suchung inder Wohnung des Lehrers wie auch in der Wohnung seiner Eltern in Landau konnte nichts vorgefunden wenden. Es liegt offenbar, wie so oft, ein Racheakt vor. Sachs soll öfter ge- schäftlich nach Karlsruhe «komme». Vielleicht kann man ihn dort stellen. Die Franzosen im Kampf gegen deutsche Gewerkschaftsführer. Frankfurt, 11. Mai. Am letzten Montag hat das Mainzer Kriegsgericht, wie schon gemeldet, furchtbare Urteile gegen Führer der Eiseubah- nergewertschaften gefällt. Die Verurteilten de- fanden ssch über ein Vierteljahr in Haft, bis ihre Sache endlich zur Verhandlung tan. Die Verurteilung erfolgte, weil die Angeklagten die Eisenbahner aufgefordert haben, nur die Gefetze und Anordnungen der «deutschen Regierung zu befolgen Nach kurzer, nur zur Wahrung des Scheines dienender Verhandlung wurden folgende furchtbare Urteile gefüllt: Ersling, Vertreter der Reichsg-ewerkfchaft deutscher Eilsenbahner. 6 Jahre Gefängnis, Ludwig, Vertreter der Gewerlschast deut- scher Eisenbahner, 6 ftahre GeMngmis, Krimmel, Vertreter der Gewerikschaft der Rangierer, 6 Jalhre Gefangn-is, Liebke, Vertreter der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, 7 Jahre GeMngnis, Roth, Be^irksleiter des Deutschen Ersenbah- nerverbanldes, 10 Jahre Gefängnis, Bös weiter, OrtSbeamter des Deutschen Eisenlbahnerverbamdes, 7 Jahre Gefängnis, Leppert, Sekretär der Beamtenabteilung tes Deutschen Eisenbahnervervandes. 5 Jahre Gefängnis, Leinweber, Vorsitzender des Betriebsrats in Wiesbaden, 3 Jahre Gefängnis, Nuß, Ortsbeamter des Eisenbahnerverban- des, 8 Jahre Gelsängnis, Engel, Eienbahnbediensteter, 1 Jahr Ge- fängniS, KX1000 Mk. Geldstrafe. Klingler, Vonitz-ender des Betriebsrats Mainz, 6 Jahre Gefängnis, Sal o mon-Schwind, Angestellter des Deutschen Eisenbahnerv erbandes, 4 Jahre Gefängnis, Ar. 13«. Seite 2 zusetzen, bis eine Verständigung zwischen Deutsch- land und den Okkupationsmächten erzielt ist." Mit derselben Entschlossenheit weisen die Berg- arbeiter die französische Forderung zurück, daß der passive Widerstand ausgegeben werden müsse, bevor an Untrhandlungen gedacht werden könne. Für das Aufhören des Widerstandes wird die Freilassung der Gefangenen und die Rückkehr der Ausgewiesenen zur Bedingung gemacht. Diese Kundgebung, die sich der vor einigen Ta- gen gemeldeten Kundgebung der Eisenbahnerge- werkschaft würdig anreiht, ist die deutlichste Ant- wort auf die französischen Forderungen." Der deutsche Protest gegen das Racheurteil. Berlin. 6. Mai. Die deutschen Missionen sind beauftragt worden, den an der Ruhrbesetzung nicht beteiligten Regierungen eine Protestnote gegen das Schreckensnrteil von Werden zu überreichen. Eingangs der Note wird der Tat- bestand der Ereignisse am Karsamstag kurz ge- schildert und sodann aus das Uebereinkommen hingewiesen, das zwischen Werkleitung und Ar- beiterschast im Rubrgebiet wegen der Sirenen- zeichen getroffen wnrde. um das Zeichen zur Arbeitsniederlegung zu geben. Dieser Brauch sei den Franzosen schon von Anfang an bekannt gewesen und werde in diesem Falle dazu aus- gebeutet, um eine einseitige französische Schuld der deutschen Bevölkerung in die Schuhe zu schieben. Zugleich solle ein Keil zwi- schen die Arbeiterschaft und die Unternehmer getrieben werden. Schließlich weist die Note darauf hin, daß eine eingehende deutsche Untersuchung nicht stattfinden durste und daß die Franzosen die Unter- breitung der Angelegenheit an einen internatio- nalen Ausschuß verweigert haben, um dann von einem parteiischen Militärgericht das schauderhafte Urteil fällen zu lassen. Gegen diese Drang- saliernng der Ruhrbevölkerung erhebt die deutsche Regierung schärfsten Protest, -«umal das Vorgehen in eine Zeit fällt, in der Deutschland im beiderseitigen Interesse bestrebt ist, dem Kon- slikt ein Ende zu machen. ♦ Ein sizilianischer Bischof über die französische Rheinpoiitik. Der Kölnische Erzbischos Dr. Schult« erhiel t kürzlich ein Schreiben des Bischofs Fi an- d a e a aus Catti in Sizilien, in dem es heißt: Wir Sizilianer verfolgen mit größtem Interesse die Ereignisse im großen Deutschen Reiche und nehmen Anteil an den Leiden des katholischen Rheinlandes. Wir Söhne des Aetna und Be- wohner des Landes der sizilianischen Vesper verstehen die Erbitterung gegen Frankreich. Wenn dieses Land Verdienste gehabt hat, so sind diese heute jedenfalls von feinem Vorgehen verdunkelt. Unter dem Vorgeben, das Recht hochzuhalten, tritt es dasselbe mit Füßen. Als zivilisiertes Volk protestieren wir gegen den Siegerübermut eines Volkes, das diesen Sieg niemals ohne Hilfe anderer gewonnen haben würde. Die Wirfungen des Ruhrkonflikts auf den englischen Handel. London, 11. Mai. Der frühere Verkehrs- minister Geddes erklärte in einer Rede in der Generalversammlung des Verbandes der briti- schen Handelsschntzgesellschaft über die Wirkung der augenblicklichen Lage in Europa auf den englischen Handel und Erwerb, die Besserung in dem englischen Ausfuhrhandel sei aufgehalten worden. Der Grund dafür sei seiner Ansicht nach die Befetzung des R u h r g e b i e t s und die ungeordnete Lage Europas. Die Tatsache allein, daß keine Regelung des europäischen Pro- blems vorhanden sei, koste England riesige Summen, trotzdem es keinen aktiven Anteil an den Aktionen in dem Ruhrgebiet nehme. Der englische Handel in Europa schwinde dahin und werde sich noch weiter vermindern. Geddes fuhr fort, es sei falsch, die Arme zu verschränken und nichts zu sagen. Es sei nicht richtig, die Pistole an den Kopf eines Mannes zu hatten, mit dem Adam karrillon. Am 12. Mai 1853 ist Adam Karrillon geboren, er feiert Mo jetzt seinen 70. Geburtstag. Unseren Lesern ist er kein Fremder, Hat doch das „Karlsruher Tagblatt" in letzter Zell die eine oder andere Reiseslkizze und Weine Erzählung von ihm veröffentlicht, in denen der Autor seine alte humorvolle, etwas altfränkische und farkasti- sche Art bewies. Er ist geistig so krisch und be* »veglich wie ehedem. Mit den äuheren Umstän- den hapert es freilich. Eis ist für einen alten Stift t ohne Praxis keine Keine Ausgabe, sich in den heutigen Zuständen zurecht zu finden und noch da .M in Wiesbaden mit seinen fremden Be- satzungstruppen. Es steckt mehr Bitterkeit, als er selber wahr haben will, in dem Schlußsatz der kleinen Autobiographie, die den Anhang zum „Kaulen Hobel" bildet: dort heißt es: „Wcttn ich daheim nicht gerade mit Kohlenschleppen und HrMpalten beschäftigt bin, fo -schreibe ich allerlei nieder nnd hoffe, daß es Leser finden möge, die es mir verleihen, daß ich meinen häuslichen Be- schäiftigungen zuweilen untren werde." Ueber Wie Bitterkeit siegt die geistige Spann- kraft, die humorvolle Einstellung. Sie sind das Charakteristikum 'seiner Fever üHevbaupt. Eine wie sentimentale Geschichte halle der „Michael Hely" in anderer Hand werden können, nnd ivas für ein prächtiges, lebenstrotzendes. gesundes und überwindendes Buch ist bei Karillon daraus geworden! Der Hobelspan-Sarg wird z»u Wiege, Trauer zur Freude, Schiff'ornch zum persönlichen Sieg. Der ,/Michaol Help" ist ein Roman voll nwnnlicher Haltung, und so sind auch die anderen Bücher Karillons bis hin zum „Faulen Hobel". In allen steckt außer dieser persönlichen Note noch etwas, das nicht allzu häufig bei uns ist: Hoiimatliebe und Weitblick. Ins enge Schubsach der Heimatkunst passen sie durchaus nicht, sie dehnen sich darüber hinaus. Geu«u so hat der Mensch Karillon Anhänglichkeit an die Scholle und iveiten Wandertrieb zu vereinen gemußt. »5 Jahre prakti.zierte er als Arzt in Weinheim an der BeiMmtze- das nur wenige Stunden von seinem Geburtsort WaldmicheIbach im Okn» umld entfernt ist. Wer aber daraus schließen möchte, er sei kaum von Mutters SchnrMndel losgekommen, der täaiischt sich. Außer den mei^ sten europäischen Ländern kennt Karillon Palästina. Kamerun, Indien, China, Jawn und Sibirien. Reisebücher wie „Eine moderne Kreuzfahrt" (1897) oder „Im Laud uufe- rer Urenkel" (1912) und „Sechs Schwaben und ein halber" (1919) geben davon Kunde. Hlier paart sich Beobachtungsgabe mit einem fröhlichen Sinn fürs Aneldotische. Aber auch die Romane sind nicht nur mit .Heinratluft, sondern auch mit Welt-Atmosphäre gefüllt. Der Hely kommt als Legionär nach Afrika: aus der „Mühle von H u st e r l o h" geht's an den Orinoko: „Adams Großvater" schickt einen Sprößling nach Amerika? „O domina mea" treibt aus den Wellen des Weltmeers nach Ceylon nnd Honkong — und doch ist ihre Grundlage der Hei- matboden im Odenwald, getränkt mit unzählige» Erinnerungen und vermischt mit den Ersahrun- gen in Gießen, Würzburg und an den Stätten der ärztlichen Wirksamkeit Aires Verfassers. Befanders reich an beimatikchem Gehalt ist der „Michael Help", den Karrillon mit gesammelter Kraft als Mann von 47 Jahren als ersten R-o- man geschrieben hat. Es lassen sich ganve ge- Mvffene Teile als .^L-eitmn?« z>»r BolkSkUlude" daraus entnehmen, z. B. die Wanderung der cdenwälder Hopfensorserin>uen nach Schwedin- gen, die Episode 'der Amerikg-AuKwanderer in Mannheim u. a. mehr. Und doch wurzelt die- ser Roman nicht anSsMieMich in, Odenwald. Gewichtige Teil«, die das Schicksal der Helden auf seinen tragiijchen Qöhepunlt lenken, spielen im Hotzen>wal«d. Es ist, als halbe Karrillon. der gebürtige Hesse, dafür zeitigen wollen, daß er ebensogut zu Baden gehöre. zina!räten s>o gut vergessen ivie die hessische bei den Sanitätsräten.) Es ist im ganzen schriftstellerischen Werk Kar- rillous zu spüren, daß ein gereister Mann da- hinter steht, der als Arzt an mancheu Krankenbetten, an DaiseinAwiegen und Sterbelagern, dem Leben selber ins Äuge gesehen hat. Bon dorther stammt neben dem gütigen Humor fein manchmal Orgastischer Witz mit dem derben odenwäilder Einschlag. Das ist die besiondere Würze seiner Schrift stellerei und seiner münd- lichen Erzählungsgabe: sie gehört so eng dazu wie die Seßhaftigkeit und Beweglichkeit seiner Natur, wte die Heimatliöbe und der Wettblick seines menschlichen und dichterischen Wesens. Mögen ihm nnd uns daran noch manche Blattec und Mttten erwachsen! —ng. Theater undMuM Badisches Landestheater. Der vierte Abend des Mozartzyklus brachte eine hochwertige Aufführung von „Figaros Hochzeit". Der geistvolle, leichtbeschwingte Ton dieses köstlichen Werkes war im Orchester und auf der Bühne durchweg festgehalten, so daß eine durch starken Beifall ausgezeichnete Wie- Vergabe zustande kam. Nicht ganz auf dieser Höhe hielt sich die nächste Aufführung „D i e Zauberflöte", die eigentlich den Mozart- zyklns beschließen sollte, infolge einer notwendig gewordenen Verschiebung von „Cos! fan tutte" aber nun an fünfter Stelle gespielt wurde. Die Vorstellung machte die Hinzuziehung zweier Gäste erforderlich, was naturgemäß die Einheit- lichkeit der Aufführung beeinträchtigte. Alfred Ernesti vom Landestheater in Stuttgart gab den Tamino mit fnmpathifchem Spiel: dagegen ließ er in gesanglicher Hinsicht manchen Wnnsch unerfüllt, Wesentlich besser gefiel Anita Ober- länder, ebenfalls von der Stuttgarter Oper, als Pamina. Die Künstlerin, die bei der letzten Neueinstudierung des Pfitznerfchen „Armen Heinrich" hier mit großem Erfolg gastiert hat, erwies sich auch diefesmal als fesselnde Dar- stellerin und geschmackvolle Sängerin. Wiedersehensfreude herrschte am Sonntag abend im dichtbesetzten Theater. Edith Pott- Sajitz, das frühere außerordentlich beliebte Erstes Blatt serner wurden verurteilt: . Hummel, Oberbau rat der Eise nbah ndi rek- tion Main& 1 Jahr Gefängnis, 100000 Mk. Geldstrafe, Hack, Regierungsbaurat der Eisenibaihndirek- tion Mainz, 8 Jahre Gefängnis. * Eine Protestnote gegen den paßztvang. Berlin, 1.1. Mai. Gegen die neue Verordnung der Rheinivaaldkommission über den Paßzwang im besetzten Gebiet hat die Reichsregierung bec den Regierungen in London, Paris und Brüssel in einer Note Verwahrung eingelegt, in der es heißt: Durch die Verordnung wird der Verkehr von deutschen Staatsbürgern innerhalb ihres eigf- nen Landes Beschränkungen unterworfen, wie sie nicht einmal für den Verehr zaoischen freut' den Ländern üblich sind. Bezeichnend ist es, da« die Einreise von Stvatsangehörilgen der an der Besetzung teilnehmenden Mächte von diesen B«- stimmungen ausdrücklich ausgenommen ist. E» besteht also jetzt in den Rheinlanden der unhalt° bare Zustand daß dort Ausländer beliebig ein- und ans'ge5en können, während die Reisen Deutscher in ihrem eigenen Lande vom Belieben 'der Interalliierten Rheinland kmumiffian abhängt sind. Die Verordnung verfolgt aus dem Gebiete des Personenverkehrs das gleiche Ziel, wie die früher von der Interalliierten RheinlandkvM' miniem für den Warenverkehr erlassenen Bel° ordnungen. nämlich das Ziel, das -besetzte Gebiet vom übrigen Deutschland hermetisch abzuschlie- ßen. Die deutsche Regierung legt gegen diesen neuen gewatts-amen Eingriff in den Verkehr •V'vt' schen dem besetzten und dem unbesetzten deutschest Gebiet Vern°abrü.tng ein. Ein neuer Besuch des päpstlichen Delegaten im RlchrgÄbiet. Berlin, 11. Mai. Einer Blättermeldung aus Essen zufolge hat sich der päpstliche Delegat fi' r das Ruhrgebiet, Mfg. Testa, über München zur Fortsetzung seiner Studien erneut in das be- setzte Gebiet begeben. Er wird heute in Esse» erwartet. Mißhandelte Telegraphenarbeiter. Heber die „friedliche" Aktion Frankreichs im Ruhrgebiet hat sich die Welt allmählich ihr be- sonderes Urteil gebildet, trotz der französischen Pressestelle in Düsseldorf. Es kann aber nirb' eindringlich genug immer wieder daraus hin- gewiesen 'Verden, toie Frankreich seine „sried- lichen Pläne" durchführt. Einige Auszüge au- einem amtlichen Protokoll mögen hierzu weite- res Beweismaterial geben. Das Protokoll wurde in Anwesenheit von Vertretern des schwedischen Roten Kreuzes ausgenommen. Am 7. März hatten die beiden Telegraphen- arbeiter Langel und Steffen aus Essen in Essen die Telegraphenleitungen zu kontrollieren. Ste wurden bei dieser Arbeit von den Franzosen festgenommen und unter unbeschreiblichen Miß' Handlungen tn das Gymnasium nach Bredene» gebracht. Ueber die Behandlung, die den beiden dort, zuteil wurde, äußern sie sich im Protokoll wie folgt: „. » . Die Mißhandlungen begannen in derselben Weise wieder von vorn. Ich erhielt einen Schlag mit der Reitpeitsche ins Gesicht Darauf fragten sie meinen Kollegen und stellten die Frage so, daß er unbedingt „ja" sagen mnßt^ Steffens raffte sich aus seiner Lethargie aus u« J sagte kurz und bestimmt „nein". Nunmehr schln^ man auch ihn mit der Reitpeitsche ins Gefiw^ gab ihm einen Schlag ins Kreuz und stellte ihn in eine Ecke. Darauf zog ein Gendarm feilte Uhr, hielt mir seinen Revolver unter die Na" und sagte: „Riech mal, in 5 Minuten^ist du e>n Häufchen Elend, Du elender Schuft!/ Um die- selbe Zeit wurden vier Posten herbeigerufen, die den Befehl erhielten, zu laden und sich zwei Meter Abstand vor mir anfzustelleu. D>^ Soldaten luden und machten sich schußbereit. Der Franzose fragte nunmehr, ob ich noch einen Wunsch habe. Ich sagte, ich möchte meine M»t- te* sehen und einen Geistlichen sprechen." 3® habe meine Mutter auch verloren und kann st? nicht mehr sehen, Du brauchst die deine auch »i^ Mitglied unserer Oper, sang die Elisabeth. Künstlerin bot eine hervorragende Leistung, aufs neue von ihren hohen darstellerischen »no gesanglichen Fähigkeiten zeugte. Ein lieblich^ Zauber umgab die Gestalt der Elisabeth. 3 hinreißendem Jubel wurde die .(Alllenarie, er- greifend das Gebet gesungen. Es war eine packende Darbietung, gleich ausgezeichnet durK ihre Reise und Gr„ße, wie die starke JnnerliA' ihre Reife und Größe, daß das Publikum cm Künstlerin in enthusiastischer Weise feierte. H. Wck. Ueber Franz Philipp und seine jüngste Schöpfung, die sieben A-eappeÜ^ Chöre, op. IS, schreibt der Freiburger Mm''' krttiker Professor Schwarz u. a. in der „BreisS- Ztg.": „Wo des Künstlers Wesen im heimatliche' Boden tiefe Wurzeln gefaßt hat, da wird er fev> Werk ein unverkennbares Gepräge des Heinta' lichen, seinen Stil, geben können und Kunst" werke, zu deren Gestaltung die Gestalter Kral aus solchen Quellen geschöpft haben, werden Verwandtschaftliches zeigen, auch wenn ZeN räume zwischen ihren Entstehungstageu liegen- Wir kennen den Stil unserer Heimat mit ihre' Domen . . . und so meinen wir auch in den vorliegenden Werk lden A-eappella-Chören) Wiederaufleben der Gotik, der Mystik, zu kennen. Doch ist es kein Wiederkommen diese» Stils im Sinne einer technischen Nachahmen , seiner äußeren Formen, fondern in den M» drucksmitteln etwas durchaus Neues, Wegbahnendes. Seine Stilverwandtschaft «"/ der gotischen Mystik ist Herzensverwandtschnl' ein Hervorbrechen aus derselben Quelle in naturelementarer Gewalt. Lieder, deren Te!^ aus alter und neuester Zeit sind, die aber d»r^ die in die Tiefe gehende und aus mystisch. 6 1 hkimnisvoller Tiefe kommende Musik zu ech wieder Peitschen- und Handschläge ins Gesicht. Darauf mußte ist mich in die Ecke stellen und er kommandierte: „Zum Schuh fertig!". Dann fachte ich ein Kreuz-Zeichen, ritz Rock und Weste °uf. zeigte ihnen meine entblößte Brust und lagte: „Schießt zu!" Nun erfolgte das Kom- Wando „Gewehr ab!". Dann wurden wir in »rutaler Weise wieder mit Handschellen gefesselt und unter gleich unaussprechlichen Schmerzen öum Rathaus zurückgebracht. In der Zelle wurde ich erneut geschlagen. Dann erhielt ich einen Tritt vor den Unterleib, worauf ich be- wußtlos zusammenbrach . . ." Herr Steffen erzählt: . ... . . Ich wurde mit Fußtritten behandelt, in ^e Zelle geworfen und dort ebenfalls mißhan- Nunmehr zerrten sie mich nochmals aus ».er Zelle heraus. Dann warf man mich unter Stößen wieder in die Zelle, wo ich bis zum Ab- transport nach Werden verblieb . . ." Bon den beiden hat Langel eine schwere Ner- Venerschütterung, Steffen außer Schwellungen der'Weichteile des Gesichts den völligen Verlust «es Gehörs auf dem linken Ohr davongetragen. Das schwedische Rote Kreuz hat sich sofort nach ° e t Haftentlassung der Arbeiter angenommen Und auf seine Kosten die Aufnahme und ärztliche Mandlung in der Provinzialheilanstalt in Münster veranlaßt. Der Terror der Völkerbunds- regieruug an der Saar. London, Ii. Mai. Die Saarregierung, die an A Saar im Auftrag des Völkerbundes lsprich <'ölkerunterdrückungsbundes, D. Red.) amtiert, wt durch eine Verordnung jede öffentliche Kritik am Völkerbund mit schwerer «träfe bedroht. Die rechtsividrige Maß- Uahme wurde gestern im englischen Parlament lUnterhaus) durch den Abg. Simon zur Sprache gebracht. Simon nannte diese Verord- ?ung der Saarregierung einen Mißbrauch ihrer Rechte, wie sie durch den Friedensvertrag Umgrenzt werden. Das Saargebiet sei in jedem «inne deutsch. Das Verhalten der Saar- Regierung mache den Völkerbund lächerlich und wache es Deutschland und jedem andern Land Unmöglich, daran zu glauben, bei Behandlung kmer internationalen Frage durch den Völker- «Und Gerechtigkeit zu finden. Der Unter- ^ichtsminifter im englischen Kabinett Wood, der Vertreter Englands im Völkerbund, Erwiderte dem Mg Simon und verteidigte die Maßnahmen de? Saarregierung, ohne jedoch in °er Lage zu sein, die Rechtmäßigkeit der ange- öriffenen Verordnung nachzuweisen. Er be- jjnügt sich damit, sich aus die Gutachten seiner Rechtsberater zu berufen. Deutscher Reichstag . Berlin. 11. Mai. Am Regierungstisch Reichs- ?uftizministe r Hcinze. Präsident Loebe er- "ffttet die Sitzung um 2.20 Uhr und gedenkt, wahrend die Abgeordneten sich von ihren Plätzen Theben, des Ablebens des Reichstagsabgeord- Ueien Edler von Braun (D.N.). Der Abgeordnete von Braun habe eine überaus erfolgreiche Tätigkeit entfaltet und sich besondere Verdienste erworben als Leiter des deutschen Reichsernäh- ^rngsamts. Eine besondere Ehre wurde ihm Meil, als er zum Präsidenten des vorläufigen '"eichswirtschaftsrates einstimmig gewählt wurde. .Das Haus trat sodann in die Tagesordnung et n. Die achte Ergänzung des Befoldungs- Gesetzes wurde ohne Aussprache in allen drei besungen angenommen. Es handelt sich hierbei Uw einen Ausgleich von Härten, die sich in der Praxis gezeigt haben. , Der Antrag Müller-Franken (Soz.), der die hosten des Ruhreinbr.uchs durch eine Belastung des hohen Einkommens und der Ver- wögenssteuer decken will, sowie ein Antrag Koe- Kammermusik, wenn sie ins Achtstimmige gehend geradezu orchestrale Wirkung und Fülle erhal- 'en. Der Satz ist in der Verwendung der ein- deinen Stimmen, deren jede ein Individuum, 2°tt kontrapunktischem Reichtum und im Zusam- wenklang von harmonischem Wohllaut. Das witstkalisch geschulte Ohr wird hier ein durch- Geführter melodieseliger Kanon, der die strenge $«rm der Fuge oder gar Doppelfuge erfreuen, ^eber aller Technik aber steht die Seele des ^«erks. das mit seiner frühlingsduftigen Heimat- ireude, seiner Hans Thomaschen Kinderseligkeit, deinem religiösen Erlebnis und seiner durch die Mystik verklärten Reinheit viele sich erheben wsscn wird aus dieser Zeit der Not und Klage." Das Werk kommt in dem großen Orgel- "nd Chorkonzert, das die Theaterge- weinde B.V.B, heute Samstag abend 8 Uhr in °er Festhalle veranstaltet, hier zur Erstauffüh- £u»g. Dem Konzert, bei dem Paula Weber ^ach. und Regerlieder zur Orgel fingen wird, ^wmt insofern besondere Bedeutung zu, als oabei Philipp drei große Orgelwerke von Bach Wielen wird« Der junge Freiburger Kompo- "'st ist bei seinen Orgelkonzerten überall be- Meistert gefeiert und den hervorragendsten Or- Kelvirtuosen an die Seite gestellt worden. Nicht Zuletzt weil „die an Bach und Mozart gerühmte ?unst, öffentlich auf Grund der Intuition ein ^ongebildc zu formen, mit Philipp wieder neu verstanden zu sein scheint." * p Oberrheinisches Kirchenmus,ksest in St. Bla- F". Am 14. und 15. Juli d. I. findet im weltberühmten Kuppelbau zu St. Blasien unter Aufnahme einer alten fürstäbtlichen Tradition »Um ersten Male ein oberrheinisches Kirche n m u si k fe st statt. Zur Ausführung Gelangen die Jubelmotette und die Krönungs- Aesse von Mozart, die Misia Ouinti Toni von Orlando di Lasso, die A-cappella-Chöre „Unserer ^eben Frau" von Franz Philipp und die große Messe in F-Moll von Anton Brilckner. Die Leitung liegt in den Händen des Komponisten ud Orgelmeisters Franz Philipp. nen (Komm.) auf Erfassung der Sachwerte wur- den dem Steuerausschuß überwiesen. Hierauf wurde eine Entschließung der Abg, Wurm lSoz.), die eine vorübergehende Erleich- terung für die Einfuhr von Wurst- und Fleisch- waren verlangt, gegen die Rechte, das Zentrum und die Bayerische Volkspartei angenommen. Es folgt die zweite Lesung des Gesetzes über den Mieterschutz und Mieteinigungsämter. Nach 8 1 können Mietverhältnisse nur aus Gründen, die in den §8 2—4 niedergelegt sind, aufgehoben werden. So kann der Vermieter auf Aufhebung des Mietverhältnisses klagen, wenn Mieter den Vermieter oder einen Haus- bewohner erheblich belästigt, wenn er einen unangebrachten Gebrauch macht von seiner Woh- nung, wenn er seine Wohnung UnSdfugten ein- räumt und überläßt, wenn Mieter an zwei Ter- minen den Mietzins schuldig bleiben und wenn schließlich der Vermieter an der Erlangung des Mietraums ein so dringendes Interesse hat, daß bei Berücksichtigung der Verbältnisse des Mie- ters die Vorenthaltung eine schwere Unbilligkeit gegen den Vermieter sein wird. Abg. Oberweyer (Sei) verteidigt die Wohnungszwangswirtschaft. Die Wohnungsnot habe schon vor dem Krieg bestanden, weil der Boden Privateigentum sei. Der Redner wandte sich daaegen, daß das Gesetz bereits am 1. Juli 1924 au^er Kraft treten und daß also nach drei Iah- ren die freie Wirtschaft im Wohnungswesen ein- treten soll. Die Wiedereinführung deS Wuchers an Grund und Boden werde uns in den Ab- grund führen Abg. Gntknecht lD.N.) tritt für die freie Wirt- fchaft im Wohnungswesen ein, die die Verhält- nisse allein bessern könnte. Seine Fraktion lehne die Vorlage ab. Abg. Tremmel lZtr.) fordert in erster Linie Schutz der kinderreichen Familien. Abg. Kniest (D.Vp.) hofft von dem Gesetz eine Einigung zwischen Mietern und Hausbesitzern. Damit schließt die Aussprache. Angenommen wird ein Antrag der Bürgerlichen Arbeitsge- meinschaft, wonach eine Aufhebung des Mietver- hältnisses nicht stattfindet, wenn der Vermie- ter die Belästigung, die sonst ein Anlaß zum Ausheben des Verhältnisses sein könnte, s e l b st verschuldet hat. Angenommen wird der 8 ? mit der Bestimmung, daß über Klagen und Auf- Hebung des Mietverhältnisses das M i e t s g e - r i ch t unter Hinzuziehung von Beisitzern ent- scheidet, das zur Hälfte aus Hausbesitzern und zur Hälfte aus Mietern besteht. Zur Annahme gelangt weiter der § 16, wonach bei dem Tode des Mieters, das dem Vermieter wie den Erben zustehende Kündigungsrecht durch dieses Gesetz nicht berührt wird. Der Vermieter kann jedoch nicht kündigen, wenn der Erbe, der Ehegatte des Mieters oder ein volljähriger Verwandter bis zum zweiten Grade ist und zu dessen Haus- stand gehört. Angenommen wird der 8 17. wo- nach das Mietsverhältnis bei Werkwohnun- gen auch über das Dienstverhältnis hinausgeht, wenn nicht der Mieter durch sein Verhalten dem Vermieter begründeten Anlaß zur Auslösung des Mietverhältnisses gegeben hatte, oder wenn der Mieter das Verhältnis aufgelöst hat. ohne daß ihm vom Vermieter ein solcher Anlaß ge- geben war. Gewerkschaftliche Betätigung, ins- besondere eine Beteiligung an Streitigkeiten über Lohn oder Arbeitsbedingungen rechtferti- gen die Aufhebung des Mietsverhältnisses nicht. Angenommen werden die Bestimmungen über die Mieteinigungsämter. Das M i e t e i n i - g u n g s a m t besteht ans einem Vorsitzenden uud mehreren Beisitzern. Gegen die Entschei- dung des Mieteinigungsamtes findet innerhalb einer Frist von zwei Wochen die R e ch t s b e - s ch w e r d e statt. Das Gesetz wird in zweiter Lesung erledigt. Darauf vertagt sich das Haus auf Samstag. Dritte Lesung des Haushaltsplanes: Ministe- rium des Innern, ferner die deutschnationale Interpellation über die Auflösung der deutsch- völkischen Freiheitspartei. Schluß nach 7 Uhr. Kund unö Wissenschaft Aus der Reihe der Vcltenschen Ansichtenalbeu sind der früheren Empfehlung das Heft Karls- ruhe <32 Blätter) und das über das Nagold- t a l (28 Blätter) anzuschließen. Die technische Vollkommenheit der Aufnahmen und Wieder- gaben, insbesondere der schwäbischen Landschaf- ten, schenken dem Beschauer einen großen Genuß, der zuweilen an den beim Anblick von Gemäl- den empfundenen herankommt. Eine Forschungsreise zu den „Schwaben". Im Auftrage des Schwäbischen-Deutschen Kultur» blindes in Neu Satz Hat Dr. -Hermann Rüdiger aus München kürzlich die ./Schwaben" besucht, die jevt tetlS zu Jugoslawien, teils zu Rumä- nien gehören, tzm Banat, in der Vvtichka unö Barauja. Seine Studien umfaßten Meblnngs- und TÄiAderungAgeschichte. Siedlungs-, Wirt- schafts-, Verkehrs- und Kulturgeographie,' sie fallen 'die Grundlage für ein großes Werk über die Geschichte und Heutige.Lage der Schwaben bilden. Die jugoslawischen und rumänisch«, Be- Horben bereiteten bem Ziehenden, der von der deutschen Bevölkerung sehr ' herzlich ausaenom- men wurde, allgemeinen keine Schwierigkeiten, Eine internationale arabische Bibliothek ist. jetzt vom Obersten Islamischen Rat, der poiiti- scheu Vertretung der Mochammsianer in Palästina unter dem britischen Mandat, offenbar als GeyemistÄck zur jüdischen Nvtionalbibliothek in Jerusalem, begründet worden. Und zwar würbe sie nach islamischer Weise einer altberühmteu Kultistätte angegliedert, in der Sprachaikaidemie lerbaut 1207 n. Ehr.) im Bereich der Agsa-Mo- sicher südlich von FelsenÄom, auf dem Sübteil der Stätte des Itolomwr.ifche» Tempels, der auch ben Muslimen nächst Mekka und Med!na als der heiligste Ort auf Erden gilt. Die Bibliothek, die einen Aufruf um Unterstützung an bie Ge- l'ilbeten aller Konfessionen erläßt, hat schon einen Grundstock werkvoller Drucke und Handschristen. ch Deutsches Heidt Mtgliederrückgang der sozialistischen Gcwerk- schoflen. Nach dem Kriege hat die Gewerkschaftsbewe- gung fast aller Länder einen mächtigen Auf- schwung genommen. Die Mitgliederzahlen er- reichten eine bis dahin unbekannte Höhe. Nach einer in den „Sozialistischen Monatsheften" ge- gebenen Uebersicht ist die Mitgliederzahl der deutschen sozialistischen, sogenannten „freien" iMwerkfchaften in den ersten neun Monaten des Jahres 1922 aber bereits erheblich, und zwar von 8135 620 auf 7 863 961 zurückgegangen. In England sank die Mitgliederzahl der der Lan- deszentrale angeschlossenen Gewerkschaften von 6 605 000 Ende 1920 auf 5 127 000 Ende 1922. Besonders groß ist der Rückgang der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung in Frankreich. Dort zählten die Gewerkschaften Mitte 1920 rund 2 Millionen Mitglieder: Ende 1921 nur noch etwa 900 000. Der französische Gewerkschafts- bund zählte im Durchschnitt der ersten neun Monate vorigen Jahres nur noch 403 000 Mit- glieder. Die sozialistischen Gewerkschaften der Schweiz verringerten im Jahre 1921 ihre Mit- gliederzahl von 223 572 auf 179 391. Im Gegen- satz dazu hat in Deutschland die christlich-natio- nale Arbeiterbewegung nicht nur ihren Besitz standhalten, sondern iu einzelnen Verbänden wesentlich zunehmen können. Besonders die christlich - nationale Angestelltenbewegung hat hauptsächlich auf Kosten der sozialistischen eine sehr starke Zunahme erfahren, so daß der nach der Revolution auch im Angestelltenlager aller- dings nur ein paar Monate lang vorhanden ge- wesene sozialistische Einfluß längst wieder fast vollständig beseitigt werden.konnte. Rücktritt des Münchner Polizeipräsidenten. München. 11. Mai. Der Polizeipräffibent Nörz tritt von seinem Posten als Polizeipräsident zu- rück. Heute vormittag verabschiedete er sich von den Referenten, den Beamten unb ber Schutz- mannschaft. Gokenburgs Jubiläums- Ausstellung. Dr. V. Gotenburg, 8. Mai. (Eig. Bericht.) Ein nördlicher Frühling, der nur ungern zu geben fcheint, was ihm die Sonne lieblich und geduldig abtrotzt, ist in Gotenburg eingezogen und hat das erste Grü» hervorgelockt. Die Krö- nung jahrelanger unermüdlicher Arbeit bereitet der Himmel selbst in freudigster Laune. Ein stolzes, herrliches Werk gesammelten Fleißes, vielseitiger Begabung und weiterstrebenden Wollens ist vollendet und bietet sich dem Lande und der Welt dar als der Ausdruck schwedischer Kultur und schwedischer Zivilisation. Zu un- erschöpflich ist das große Gelingen, um jetzt schon, einige Stunden nach Eröffnung der Ausstellung, im Kreise der Festgeladenen mehr als die Worte der Bewunderung für eine Ausstellung zu sin- den, die einzig in ihrer Art 'dasteht und die ge- wiß auch beispielgebend in die Zukunft fortwirken wird. Es sei späteren Betrachtungen vorbehal- ten, den verschiedenen Abteilungen gerecht zu werden. — Nur noch ein Wort über den bis- herigen Verlauf: Der Vortag brachte den feier- lichen Empfang der Vertreter der Länder in der Börse. Der Stadtverordnetenvorstand Axel Carlander hielt eine Rede in schwedischer, holländischer, englischer, deutscher und französi- scher Sprache. An den Bürgermeister von Lü- beck, Dr. N e n m a n n. richtete er Worte herz- licher Begrüßung, aus denen der Schluß schnell festgehalten sei: „Unter den deutschen Städten waren wohl die Verbindungen mit der Stadt Lübeck am lebhaftesten, mit welcher uns auch sonst so viele historische Verbindungen verknüp- sen. Es ist uns eine besondere Freude und Ehre, die alte ehrwürdige Freie und Hansestadt Lü- beck hier durch den Präsidenten ihres Senates, Herrn Bürgermeister Dr. Neumann, vertreten zu sehen." Heute früh weckte feierliches Glocken- geläute die Stadt und ihre unzähligen Gäste. Gottesdienste in den Kirchen begannen. Um 11 Uhr legte der König mit dem Kronprinzen und den anderen Mitgliedern des königlichen Hauses einen Kranz am Denkmale Gustav Adolfs nieder und um 1 Uhr erfolgte die Neber- gäbe der Ausstellung an die Öffentlichkeit durch den König im Beisein auch ^»er ausländischen Vertreter. Aus Stockholm war der deutsche Ge- sandte Nadolny mit dem'Presseattache Pro- sessor S ch n b o tz in Begleitung des deutschen Konsuls M a e n ß aus Gotenburg erschienen. VWschieöeM DmUmMungen. Deutschenmihhandlung in Oberfchlesien. Berlin, 11. Mai. (Drohüber.) Der „Berliner Lokwlanzeiger" meldet aus Breslau. Saß dvs deutliche Zugpersonal eines beut,scheu Güterzuges auf dem Güterbahnhof Morgenrot von einer polnischen Bttnöe überfallen und mit Gummi- knüppeln schwer miWandelt morden ist. Die. volni'iicheu Bahirbeamtien, ble sich am Bahnhof besannen, üahen Sem Troibon rnihi« zu. Die Ver- letzunMN der sieben Eisenibachmer sind schwer. Der Steckbrief im Kino. Berlin, 10. Mai. Der Verein Großbevliner «j'iö Brande nbu rgischer Lich i>?pi c lcheatevbc sitze r erklärte sich den BcHörben «egsnüber bereit, in besonders michti'gen Fallen polizeiliche Steck- bviese .kosten>l«s in seinen Theatern zu verössent- lichen. * Ein Reichswehrhauptmann gemahregelt. Berlin, 10. Mai. Der ReichsweHrihanptmann Filscher, der in einem Böleidiguu-gisprozeß in BreslÄu starik an>t!ireMblWani>«cher Aeußerun«en vor seiner KomMgnie fe'WjttDMigit nmvde, wur,de den Berliner Blättern ziüDlgev vom Reichswehr- minister v-orWufiq vom Dienst bisvonsiert. Ein Attentat auf Eaillaux. Paris, 11. Mai. lDmihtber.) Wie aus Tou- lrntse gemeldet wirb, ist gestern nachnrittag Cail- laux. als er an citt« Kreumna die Straße yas- Nr. 130. Seite 3 sie ren wollte, von etwa 16 politischen Gegnern angegriffen woriden. Er evhi>elt am Kopfe und am Arm Verletzungen unb wurde ins Kraniken- Haus verbracht. Sein Zusta-nb iist nicht besorg- niserregenb. Zum Mord in Lausanne. Lausanne. 11. Mai. Das Lairsanner Polizei- bepartemeMt veröffentlicht ebenfalls eine lange Erklärung, in der es die Vorwürfe zn enlkräf- ten fudjt baß ungewügMde UeiberwachungSma-ß- nahmen getroffen worden feien. Es verweist auf bie guten Uebevwachungsmaßnachmen auf der ersten Konferenz uwd stellt fest, baß auf ber zwei- ten Konferenz «die Polizei nicht ausgeforbert würbe, Maßnahmen zum Schutze der Russen zu ergreifen, die völlig als Prwatper>fonen galten. Außerdem Hat bie Polizei keine Kenntnis von einem Komplott gegen WorowM gehabt. Streikbewegung unter den belgischen Vertehrs- beamten. Brüssel, 11. Mai. sAg. Belge.) Die Vermal- tung «der Gewerkschaft für das Eisenbahn-, Post-, Telegrau'ien- unb Telephonpersonal erklärte Pressevertretern, baß die gegenwärtige Streik- bewegung eine rein wirtschaftliche sei und Saß sie aus diesem Grnnide bei dem im Ruhrgebiet beschäftigten Personal energisch bafur ein- getreten sei, bie Arbeit nicht niederzulegen, da ben Deutschen keinerlei Möglichkeit gegeben wer- den dürfe, aus Hanblungon «des ^belgischen Per- fmmlS ^direkt oder inbirekt Vorteil zu ziehen. England und Rußland. London, 10. Mai. Lord Eurzan wies ben briti- schen Vertreter in Moskau an, mit der ganzen englischen Mission nach England z u r ü ck z u k e h- ren, falls bie Sowjet regierung die britische Note niicht bi>nnen 10 Tagen beantworte, oder wenn bie Antwort offenbar unbefriedigenb sei. Kongreß des Verbandes französischer Kriegsteilnehmer. Paris, 10. Mai. In Vichy fand gestern und heute der Kongreß des Landesverbandes fran- zösifcher Kriegsteilnehmer statt. PoincarS wohnte am Donnerstag dem Kongreß bei. In einer Entschließung billigten die Kreigsteil- nehmer die Reparationspolitik liig. Am Monta«. 14. Mai d. 33. wird das HeugraS des nördl. Stichkanal- dammes ab der Fähre und des sübl.Stichkanal- dammcs ab der Daxlan- der Strahenbrttcke bis zum :>>bein sowie deS tanzen Dammes de« 5. decken» gegen Barzah- lung öfienilichversteigert. Versteigerung: moraenS g libr in der Turnhall- Daxlanden. Städtisches Halenamt. Wohnungs- Tausch. Gesuch«: <—5 Zimmer. Zentrum bis Bahnhof. Geboten: Hieuherger. .1 Ziminerwobnung mit Mani. und clektr. Licht am Sternverplatz. Umzugs- u. evtl son> stige Kosten werden ver- glltet. ^tnae^. u. Nr. <711 ins Taablattbüro. NivernüelM «n gebild. Ebevaar werden 2 mödl Zim- ««er invornehm.ztr Lage ohne Küchenbenützung. ldoch Kochgelegenheit aus Gas im Badezimmer! ab- gegeben. D»inglici,keits- karte erforderl. So!, Aug. u. Nr 47S4 l. Tagbl atib. 2—» Zimmer gut möbl. ^estssadt zu vermieten. 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Bieter, Kaisers raße 223 westlich der Hauptpost. • Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines geliebten, unvergeßlichen Mannes, des treubesorgten Vaters seiner Kinder, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sage ich auf diesem Wege Allen meinen tiefempfundenen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Oberle, geb. Jung. Karlsruhe, den 11. Mai 1923. Die falkner auf Cindenhöbe Roman von Reinhold Ortman». «Nachdruck verboten.) (8) — Doktor Barenthin wiegte den weißen Kopf: „Wer weiß! Dieser alte Mann ist so wenig vom alltäglichen Schlag wie seine Kinder. Und ehe er aus der Welt gehn wird, können sich auf der Lindenhöhe noch recht merkwürdige Dinge er- eignen. Nur wird man aller Wahrscheinlichkeit nach wenig davon erfahren; denn Bernhard Falkner ist so etwas wie ein Menschenfeind, der sich seit dem ersten Tage seines Hierseins wie mit einer chinesischen Mauer umgebet hat. behandelte nie einen weniger mitteilsamen tienten als ihn." Als der mitteilsame Besucher gegangen war. trat Konrad Brandt zum Fenster und starrte lange nach der Stelle hinüber, wo er vorhin die goldhaarige Signe Falkner zum ersten Male ge- sehen. Sein hageres, häßliches (Besicht sah so verdrossen und undurchdringlich aus wie immer. Als sie weit senuo von dem Sanitätsrat ent- fernt waren, sagte Frau Signe spöttisch: „Eine komische Figur, dieser Doktor. Mau kann ihn „Eine als Menschen so wenig ernst nehmen wie als Arzt." Sie sprach fliefzend und fehlerlos Deutsch: nur die eigentümliche, aber sehr reizvolle Klang» färbung einiger Vokale deutete aus ihre fremd- ländische Herkunft. Achim Falkner erwiderte mit leiser Miizbilligunq im Ton: „Doktor Ba- renthin steht im Rufe großer Tüchtigkeit. Daß er seine ärztliche Pflicht ebenso musterhaft wie gewissenstreng erfüllt, habe ich mehr als einmal an mir selbst erfahren." „Mag sein. Für mich ist er nun einmal die Erscheinung des lächerlichen kleinen Allerwelts- dokiors. wie man ihn vielleicht nur noch auf dem Lande findet. Fch würde mich ebenso gern von irgend einem klugen Schäfer behandeln lassen wie von ihm." „Dein schnelles Urteil über den alten Herrn überrascht mich nicht. Wo wäre denn auch der Mann, der dir auch nur Achtung abzuzwingen vermöchte, um nicht mehr zu sagen." Die junge Frau seufzte: „Qto, es scheint mir vom Schicksal bestimmt, diesem seltenen Manne nimals zu begegnen." „Wie wenig schmeichelhaft das für' mich ist, bedenkst du wohl kaum^" „An dich dachte ich oabei natürlich nicht: die Anwesenden pflegt man ja immer auszunehmen." Es konnte zweifelhaft sein, ob sich nicht auch hinter dieser Entschuldigung nur notdürftig ver- hehlter Spott verbarg. J
nur ein langweiliges Landstädtchen, wie tausend andere. Ich denke es mir schrecklich, hier leben zu müssen." „Ich bin in Tiefenbrunn immer sehr glücklich gewesen, Signe." „Das glaube ich dir. Nur verstehe ich nicht, weshalb du dann von hier fortgingst." „Manchmal verstehe ich es selber kaum. Wol- len wir uns nicht ein wenig setzen?" Unter einer breitwipfligen Linde, die im ersten Grün des Frühlings prangte, stand eine alte, halbvermorschte Bank- Die junge Frau betrach- tete sie mißtrauisch, el>e sie sich zögernd entschloß, sich zu setzen. „Glaubst du nicht, daß dein Vater uns ver- missen könnte, wenn wir zu lange ausbleiben?" „Erika ist ja bei ihm. Und er lebte ja so viele Fahre hindurch ohne uns." „Das klingt nicht sehr liebevoll. Du betriehst unsere Reise so eilig, daß ich meinte, du würdest dich nun keinen Augenblick von deinem Vater trennen wollen." „Das wäre kaum nach seinen eigenen Wün- schen. Es ist in unserem Hause nie Brauch ge- wesen, Liebe und Zärtlichkeit allzu aufdringlich zur Schau zu tragen." „Es scheint mir nicht leicht, sich an die Bräuche eures Hauses zu gewöhnen. Uebrigens — für Fräulein Neuhoss gilt das, was du eben sagtest, doch wohl nicht. Sie trägt ihre Liebe, oder was es nun sonst sein mag. jedenfalls recht offensicht- lich zur Schau." „Soll das ein Tadel sein?" „O nein. Wie bürste ich mich unterstehen, am zweiten Tage meines Hierseins über etwas absprechend zu urteilen. Ich, die unerwünschte Fremde, die darauf gefaßt fein mußte, von der Schwelle gewiesen zu werden." „Du weißt, daß du unier meinem Schutz nichts zu fürchten brauchst. Wie auch mein Vater über unsere Heirat gedacht haben mag. die Achtung, die er der Frau seines Sohnes schnldig ist, würde er gewiß nie verletzt haben." „Nun. nach allem, was vorher geschehen war, durste ich doch wohl argwöhnisch sein. Bis zu unserer Hierherkunft wa>r von seiner Achtung für mich wenig zu merken." „Aber du hast sicherlich keinen Anlaß, dich über die Art deines Empfanges zu beklagen." „Jäz beklage mich ja auch nicht. Und ich weiß die gütige Duldsamkeit des Fräulein Nenhosf sehr wohl zu schätzen." „Ich begreife nicht, weshalb du immer wieder in diesem halbironischen Ton über Erika sprichst' Wir sind ihr für die Aufopferung, mit der sie ihre ganze Jugend meinem Vater widmete, z» tiefster Dankbarkeit verpflichtet. Und nie »erf suchte sie in ihrer feinfühligen Bescheidenheit, siw zwischen ihn und uns zu drängen." „Das kann ich nicht beurteilen. Es überrascht mich durchaus nicht, daß du mit soviel Wärme von dem jungen Mädchen sprichst. Ich wundere mich nur, daß dn mir früher wenig odor garnichts von ihr erzähltest. Ich hätte doch wohl eine« gewissen Anspruch daraus gehabt." „Einen Anspruch? Inwiefern?" „Es scheint mir nicht ganz billig, daß du vor unserer Verheiratung von mir alle mögliche» Geständnisse verlangt hast, während ich dim gleichsam sür ein unbeschriebenes Blatt nehmen sollte. In Liebessachen, meine ich. Ich hätte dir doch keinen Vorwurf aus deinem vorangegan- genen Herzenserlebnissen gemacht." „Soll sich das auf Erika Neuhoff beziehen?" Eine fühlbare Unsicherheit klang im Ton dieser Frage. „Btein Gott, stell dich doch nicht so ahnnngs" los: es ist ja garnichts dabei. Nur das Ber- stecken und Komödiespielen mag ich nicht leiden: besonders, wenn es so talentlos betrieben wird, wie in diesem Fall. Die hakb beglückte nnd halb verlegene Art, in der du das Fräulein gestern begrüßt hast, sprach wahrhaftig deutlich genug- Die zarten Beziehungen, die früher einmal zwi- schen euch bestanden, lagen für mich sofort offen zntage. Daß Fränle?» Neuhoff sich besser be- herrscht zeigte, konnte nichts an dem Eindruck ändern." lFortsetzung folgt.) Zweites Blatt Karlsruher Tagblatt. SamStag, den 12. Mai 1923 Mr. 130. Seite S. VaWkepotitik LerMche Sonderzuschläge auf die Beamten- gehStter. S , 3» Nr. 23 des Reichsbesoldungsblattes hat ^r Reichssinanzminister die Orte bekannt ge- SkSeu, an welchen Beamte und staatliche Ange- i cm' Ruhegehaltsempfänger und Witwen v o m '• 1923 an örtliche Sonderzuschläge erhalten oder an denen die schon gegebenen ^schlage erhöht werden. Oertliche Sonder- »uichläge werden in Baden künftig in 555 Orten bisher 119, also an 436 Orten mehr ge- ißafjrt. Auch sind die Zuschläge, die bisher schon Rgeben worden sind, durchweg und zum Teil ?wt erheblich erhöht worden. Erstmals ist in Grenzland Baden die Gewährung örtlicher - sonderzuschläge nach Zonen oder Wirtschaftsbe- »ttken in nicht unerheblichem Umfange erreicht forden. Wie es bei derartigen Regelungen ??er stets der Fall sein wird, so konnten auch °lesmal nicht alle Wünsche berücksichtigt werden, Allna! da der Rahme» für die Gewährung eines ^»Ichlags eng begrenzt war,- er war beschränkt das besetzte und unmittelbar angrenzende Gebiet im Westen, ferner auf die Nähe bestimm- ^rLandesgrenzen und auf Bororte einer Stadt MU örtlichem Sonderzuschlag. Im Binnenland '"bst sind nur ganz wenige Orte berücksichtigt worden und nur da, wo ein sehr erheblicher unterschied zwischen Beamtengehalt und Eisen- Mnarbeiterlöhnen bestand. Ueberhaupt waren «ei dieser Aktion nicht die Teuerungsverhält- Me, sondern in erster Reihe die Anpassung der Gehälter an die Löhne der Staatsarbeiter die Gewährung örtlicher Sonderzuschläge Maßgebend. ^ndesversammlung des Vadischen Landbundes in Heidelberg. ^Heidelberg, 11. .Mai. Am .Yimmelsahrtstage !Wt der BaSisch« Lanbbuwd in Heidel- seine Landesversammluna a>b. Der Bor- .sende «des SaiMundvs, Abg. G ebhardt, Bor- 'eeui&er Her LandwirtschaiftsTammer, hob die ^vünÄe Hervor, die für -den wirtlschastspMtischen "^MnmenschluH der ?a-ndw>irte zäun £toni&&imi> ?Agebend waren, {tiefe f-ebert vor allem ge- Men, die Landwirte geigen alle Mmmne-nzu- Wtfettt, löiic linein Lamdioirt WM Werkzeug ■•ftttöemes Parteiinteresses machen »vollen. Bor °Uöii müsse 4»eir nationale GeSan'ke hochgehalten werden. ..^öber die Tätigkeit des Saudbun>d>es -im badi- Mn Lsndtay erstattete Bürgermeister und Land- .?Wvbg. Hertle Berichs worauf Bürgermei- ' cr Fischer- Meißenhei>m. Mitglied des Reichs- über die Tätigkeit des Landbundes im 7°^chKpvrlmnent sprach. Dann beleuchtete Land- !?SÄa!bg. Dr. Malt es das Verhältnis der Re- ^rung, der Landiwirtichlaistskammer und des ^»dbundes Meinander und rechtfertigte ötue N tung des Abgeordneten Gebhardt, der ja zur- riF Vorsitzender des Landbum«!»es und der Land» ^MihiastAkammer ist. ».^Vektor Füller erstattete danach dien ^MenschasSbericht und teilte «leichizeitia mit, M der Ausschuß des Landbnndes beschlossen den Vorsitzenden Aibgeordnete.n Gebhardt N ersuchen, sein Amt bis zum Slblaus seiner Mrtsperiade bei-Mbehalten. Abgeordneter Geb- hat daraufhin erllürt, er wolle trotz der L^ner mehr zunehmenden Anainspruchuahme als ^sitzender der Saudwirtischaftslammer den N^rtz im Badischen Äandbund weiter Serbe- Mten. ?dn Schliu-H der Landesversammlung wurde Entschließung amgenommren, in der e-s heißt: Badische Lwndbund untevstützt durch Tat nd Tori alle Bestrebungen, die geeignet sind, ,-5^ Durchhalten der Bevölkerung im den be- 3ten und in den EinbruchAgebieten aus lange wrt iwovden. Der Badilsche Landbund be- das und verlangt von der Landwirt- MASlaumrer im NauÄn der «rohen Mehrheit ^ badffchen Landwirte sachliche Arbeit. Der Mlsche Laüdbund bittet die badische Regierung. M wirken, daß das vom Reichswirtschafts- r^ttrsterium vorgesehene Tabaksorschungsiustitut 5. Haden errichtet wird. In der Entschließung ^nrd we^er die Aushebung der badischen M il ch- .-^^ordunig und der Reste der Zwan«swirt- gefordert, ferner Aenderungen der Be- ?^Wbedingung!en Wr Strom aus dein Baden- Der Landbund ruft serner seine Unter- ?Wuisationen aus, in der HilsstätiiAkeit für «ot» Ä>,c de BeoMkerunigskreise sortzufal>ren. Ein Mvnf Kr einen Eier tag zugunsten »# S n ««r Anstalten wird in Bälde erlassen werden. wird, daß die Unterstiwun>g «der Hdkfs- -..«ürstiigen durch die Gosamtheit der leistinngs- Men BclWSgenossen bewältigt, und Saß des- {„Ar Hie Kosten der Brotverbilliqun« nicht ein- Vi^. ^nt Bermöaen, son'dern auch >den hccheu "Tünnen auserleqt wird. Aus SaSen tel' ^urlach. 11. Mai. Dem Vorschlag des Mie- ^Ausschusses entsprechend hat nach einem .j^°tratsbeschluß die Verteilung des Wasser- bur* ö^i Mietshäusern im Prozentsatz nach dem >iJrp die Ertragsberechnung festgelegten Mi et- Usa »? ^ machen. Dieser Abzug richtet sich nach N. Eigenart des Betriebes und bleibt freier sg,,^inbarung vorbehalten. Im Streitfall ent- ~ ° U f Anrufen das Mieteinignngsamt. fn?^tadtteil Aue bleibt das bisherige Ver- . beibehalten. — Die städt. Badeanstalt oem bisherigen Bademeister Stiefel unter Sc?* aufgestellten Bedingungen vergeben (ohne -Nung einer Pachtsumme). — Der Beschluß des Stadtrats hinsichtlich des Gemeindezuschlags zur Hundesteuer geht dahin, daß für den ersten Hund das ll>fache der staatlichen Steuer und für jeden weiteren Hund der 13fache Betrag der staatlichen Steuer erhoben wird. Die Geneh- migung des Bürgerausschusjes ist einzuholen. Mannheim, 11. D?ai. Am Mittwoch nach- mittag goß eine Hausmeistersehefrau in Feu- denheim beim Annmachen von Feuer im Küchen- Herd Spiritus in den Herd und hängte danach die Spirituskanne an einen Wäschetrockner über dem Herd. Auf noch nicht aufgeklärte Weise ex- plädierte die Spirituskanne und die Frau erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper. — Gestern abend erlitt ein 20 Jahre altes, in der Seckenheimerstraße wohnendes Fräulein auf der Messe in der verlängerten Augusta-Anlage, wäh- rnd der Fahrt auf einer Schifföfchaukel infolge Bruchs eines Achsenlagers einen Unfall, indem die Schaukel an einen Sicherheitsbalken stieß und das Mädchen eine Gehirnerschütterung davon- trug. — Der 17 Jahre alte Fabrikarbeiter Peter K a r b geriet in der Zellstofffabrik hier durch Ausgleiten mit dem rechten Arm zwischen zwei Walzen einer im Gang besindlichen Papier- Maschine, wodurch i£«(t der Arm aus den Schul- tern gerissen wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Gerichtliche Untersuchung ist ein- geleitet. a. Wemheim, 11. 5DHi. Der Bürgerausschuß beschloß die Aufnahme eines Anlehens von 15 Millionen Mk. behufs einstweiliger Hingabe an die Gemeinnützige Baugenossenschaft Weinheim. — Zur Beseitigung des beim letzten Hochwasser entstandenen Dammbrnches an der alten Wesch- Nitz und zum Ausbau einer eingestürzten Brücke wurde ein Kredit von 51,5 Millionen bewilligt. Ferner beschloß der Bürgerausschuß die Erhe- bung einer Aufenthaltsabgabe von Ortsfremden. Der Zeitpunkt für df§ Inkrafttreten der Abgabe« rdnung wurde dem Gemeinderat über- lassen. Zum Schlüsse erklärte der Bürgeraus- schuß seine einstimmige Zustimmung zur Bor- nähme von Notstandsarbeiten, um der drohenden Arbeitslosigkeit zu begegnen. Zu diesem Zwecke wurden aus Anlehensmitteln vorläufig 30 Mil- lionen Mark bewilligt. — Freibnrg. 11. Mai. In der Nacht zum Frei- tag ist im Schwarzwald recht erheblicher Schneefall eingetreten, der sich bis auf 800 Meter herab erstreckte. Die Kälte, durch Nord- wesrwind noch gesteigert, betrug bis zu 3 Grad. Aus öemGwötkrei/e Ein Liebeswerk neutraler Ausländer. Aus Norwegen dringt erfreuliche Kunde zu uns. Stammverwandtes Volk streckt uns die Bruderhand entgegen. In edler Menschlichkeit, vornehm, schlicht, in aller Stille haben nor>ve- gische Männer und Frauen ein umfangreiches Hilfswerk zu Gunsten deutscher Kinder ins 2Se*f gesetzt. „Die Not in Mitteleuropa" hat ihnen ins Herz geschnitten. Schlicht, sachlich — es liegt dem Norweger im großen und ganzen nicht, viel schönklingende Worte zu machen — und doch von wohltuender innerer Wärme getragen, be- richtet der „Präsident" dieses Liebesunterneh- mens, Elles Ringnes, jun., Christiania, im „Morgenblad". Christiania (Nr. 76) ausführlich von seiner Arbeit im Dienste dieser Sache und von seinen Eindrücken anläßlich seiner Dienst- reisen nach Deutschland. Ringnes kennt auch 'die Notlage Oesterreichs, er weiß, was auch das Volk bort in den letzten Jahren zu leiden gehabt hat. Aber er steht nicht an, die Leidenszeit, die Deutschland jetzt zu durchleben hat, als schwerer und größer zu bezeichnen. Die Not habe in Deutschland an alle Türen geklopft. Nicht be- stimmte soziale Klassen leiden mehr, alle leiden. Ausnahmslos. Wo Kinder in den Schulen, die Ringnes besuchte, schlecht gekleidet waren, da sind durch die norwegische Hilfe Kleider und Schuhe verteilt worden. Im ganzen konnten in Berlin bis jetzt 500 Kinder neu eingekleidet werden. Bis Anfang März waren 18 000 Kilo- gramm Kleider, etwa 35 000 Kilogramm Lebens- mittel, Fleischwaren, Fett und etwa 200 Tonnen Tran von Norwegern für deutsche Kinder ge- liefert worden. ' Es hat diesem neutralen Ausländer sichtlich einen tiefen Eindruck gemacht, daß er bei einem unangemeldeten Besuch in einer Schule Berlins, Zeuge einer Sammlung zum Besten der notlei- dendcn Rnhrkinder sein konnte. Die Kinder, ärmlich und unzulänglich gekleidet, hatten alle ein ScherfleiK, auch wenn es befcheiden war, für die notleidenden Ruhrkinder von den Eltern er- halten. Ihnen selbst ging es schlecht, aber — „gleichviel, den anderen im Ruhrgebiet geht es im Augenblick noch schlechter." Die Not im Nuhrgebiet hat Elles Ringnes scheints aufs tiefste berührt. In warmen Worten fordert er seine Landsleute auf, besonders der kinderreichen Ruhrfamilien zu gedenken. Neben Geldbeiträgen, die in Norwegen gesam- melt werden und die selbst aus den ärmsten Tei- len Norwegens, aus Nordnorwegen, nicht aus- geblieben sind, haben sich norwegische Familien diesem Präsidenten des Hilfswerkes als Helfer zur Verfügung gestellt. Bei diesen Helfern, nor- weglschen Familien, werden einige hundert beut- fche Kinder für mehrere Monate Aufnahme sin- den, werden wie die eigenen gehegt und gepflegt werden. Die Transporte der Kinder nach Nor- wegen stehen unter persönlicher Leitung des Präsidenten. Um sein Hilfswerk möglichst iveit ausdehnen zu können, hat Herr Ringnes. wie aus seinem Bericht hervorgeht, in Dentslbland noch fünf Kindererholungsheime mit Beschlag belegt, in denen in je sechswöchigen Erholungsverioden während der Zeit vom 14. April bis Ausgang des Sommers im ganzen mindestens 2500 dent- fche Kinder Ausnahme und Pflege finden sollen. Der für Deutschland so traurige Stand seiner Währung ermöglicht es. für noch nicht elf Kro- nen ein deutsches Kind sechs Wochen lang in einem Erholungsheim in Deutschland unterzu- bringen Die vorerwähnte Quäkerfpeisnng läßt sich pro Portion für nur 5 Qere erreichen. Die vollständige Einkleidung eines etwa 1-t jäh- ' rigen Knaben — mit Ausnahme des Mantels — läßt sich dank zu rechter Zeit vorgenommener Einkäufe für 7,50 Kronen bewerkstelligen. Das sind für deutsche Begriffe freilich Zahlen aus Märchenland! Die von Norwegen Deutsch- land gewährte Hilfe verliert aber trotzdem nicht um Haaresbreite an Wert Dr. E. S. Das Goldzollattfgeld beträgt für die Zeit vom IS. bis einschl. 21 Mai 740 000 v. H. Die Postsendungen nach dem besetzten Gebiet. Zu den schon früher mitgeteilten Erschwerungen des Postverkehrs nach den besetzten deutschen Gebieten treten mehr und mehr neue Schwierig- feiten dadurch hinzu, daß die eingedrungenen Truppen in zunehmendem Umfange Briefbeutel zeitweilig zurückhalten oder beschlagnahmen oder aus Beuteln, die sie geöffnet haben, Sen- düngen an sich nehmen. Derartigen Eingriffen sind auch Brieffendungen ieinfchließl. der Wert- briefe und Wertkästchen) aus audern Ländern ausgesetzt, soweit sie in den zurückgehaltenen, ge- öffneten oder beschlagnahmten Briesbeuteln ent- halten sind. Ferner mehren sich die Fälle, in denen die Befatzmigstruppen Pakete aus dem Ausland beschlagnahmen. Die deutsche Postver- waltung weist daraus hin, daß sie für die durch Maßnahmen der eingedrungenen Truppen her- vorgerufenen Verzögerungen, Verluste oder Be- fchädigungen von Postsendungen aus dem Aus- land keine Verantwortlichkeit iibernimmt. Markenbrot. Das Reichsministerium für Er- nährung und Landwirtschaft veröffentlicht eine Verordnung, durch die die Bestimmungen über den Ausschluß der Bemittelten vom Bezug des Markenbrotes abgeändert werden. Nach der Verordnung vom 3. September 1922 konnte auch der. der auf Grvnd seines Einkommens im Steuerjahr 1921 oder weil eine Stenerveran- lagung für 1921 nicht vorlag, vom laufenden Wirtschaftsjahr die öffentliche Brotversorgung in Anspruch nehmen, wenn er nachwies, daß fein Einkommen im laufenden Wirtschaftsjahr das Bierfache des für 1921 als Grenze festgesetzten Einkommensatzes nicht übersteigt. Die seit dem März vorigen Jahres eingetretene Markent- wertung hat die Kosten der Lebenshaltung außer- ordentlich gesteigert. Es ist deshalb nunmehr statt des vierfachen das 75fache festgesetzt worden. Eine weitere Bestimmung der neuen Berord- nung stellt hinsichtlich der Frage, ob der Haus- Haltungsvorstand zum Bezug von Markenbrot berechtigt ist, auch die auswärts von ihm auf Grund gesetzlicher Verpflichtung unterhaltenen Personen den Haushaltungsangehörigen gleich. Jubiläum. Packmeister Aug. Kirchgeßner konnte dieser Tage auf eine 25jährige ununter- brochene Tätigkeit in der Firma Ludw. M a i e r, Möbeltranport und Spedition hier, zurückblicken. >Sein anerkannter Fleiß und seine Ge:vissenhaf- tigkeit wurden durch Überreichung eines künstlerisch ausgeführten Ehrendiploms vom Jnter- nationalen Möbeltransportverband sowie eines solchen von der Handelskammer Karlsruhe ge- ehrt. Außerdem erhielt er ein Geldgeschenk von seiner Firma. Mitteilungen des vadischen Laudeskheaiers. In dem romantischen Luftspiel „Die Freier^ von Josevb von Eichendorfs, das in der Bearbeitung von Otto Zoss und mit der Musik von Christian LÄusen heute Samstag zur Erstaufführung gelangt, werden in Hauptrollen mitwirken die Damen Burkhardt. Clement und Geisel«: sowie die Herren Dahlen, End- lein, Herz, Höcker. Müller, von der Trenck-Ulrici. Max Schneider und Brand. Die Spielleitung hat Felix Baumbach, die musikalische Leitung hat Wilhelm Schwevoe. Der im Schwarzwald lebende Tonkünftler Christian Lahusen. der Komponist der zum Lustspiel gehörigen Musik, wird der Erstausführung beiwohnen. In der am Sonntag, den 13. Mai, n e u e i n - st u d i e r t und n e u i n s z e n i e r t zur Ausführung gelangenden V irdischen groben Over „?l i d a" find die Hauvtvartien mit den Damen Jraeema-Brügelmann und Weber, den Herren Warth und Dr. Wucher- Pfennig besetzt. Die Herren Büttner. Weyrauch, Nent- wig und Zilken werden in ihren Partien alternieren. In der ersten Ausführung fingen die Herren Weyrauch und Zilken. Die vorkommenden Tänze sind von Wini Laine einstudiert und werden von ihr und den Damen des Balletts ausgeführt. Die mustkalische Leitung liegt in den Sänden von Alfred Lorentz, während Josef Turnau die Regie iune hat. Die neuen Bühnenbilder sind nach Entwürfen von Emil Burkarb gefertigt. Chronik der Vereine. Fuhballklvb ..Baden". Einen genußreichen Abend bot der hiesige Fußballklub „Baden" kürzlich seinen Mitgliedern und Gönnern in Form eines Familien- abends, verbunden mit Ehrung eines verdienten Mit- gründers. Stellte bereits die Kapelle Biebricher von vornherein gute Stimmung her, so wurde diese nach den Begrühungsworten des 2. Vorsitzenden, Herrn M e b m e i e r, durch den herrlichen Gesang eines ver- stärkten Doppelauartett des Liederkranzes Hagsseld und eines hinreihenden Cellovortrages des beliebten Künst- lers Willy E d e r nock, vertieft. Datz A d i Walz mit seinem stets sprudelnden Humor die Lacher auf feiner Seite hatte, ist begreiflich, ebenso dankbar wurden zwei Liedchen, gesungen von Frl. Liesel Heuser auittiert. Den anschließenden Reigen der Ehrung des Mitgliedes Hch. Rausch ir. eröffnete der 1. Vorsitzende des Vereines. Herr B r a n n a t h , der in kurzen Zügen einen Rückblick über den Klub gab, hieraus auf die Person deS zu Ehrenden einging und hier vor allen Dingen sein NeteS Wirken als Mensch und Charakter vor Augen führte. Nachdem die Sänger durch einen sinn- vollen Sängersvruch ihre Sympathien zum Ausdruck brachten, überreichte der Spielführer der 1. Mannschaft, Herr Rofer, namens der Spieler einen schönen Uhr- anhänger, und anschliche»» der 1. Vorsitzende des Stammvereins (Germania-Svortfreunde), Herr Lieb- h a u s e r, eine prächtige Plakette mit^ Widmung. Der Verein kann mit Stolz auf das von Herrn A. B i r - k e n m e i e r mit viel Humor geleitete Fest zurück- blicken. Veranstaltungen. Stadiaarienkonzerie. Am Sonntag, den 13. Mai, nachmittags H4—6 Uhr, findet im Stadtgarten ein Konzert des Musikvereins Karlsruhe, vormittags von 11—12 Uhr ein Freikonzert der städtischen Schüler- kapelle, abends von 8—10?4 Uhr aus Anlaß der Haupt- Versammlung des Allgemeinen Deutschen Jaodschutz- Vereins, Landesverein Baden, und der des Deutsch- nationalen Handlungsgehilsenverbandes ein Gartenfest mit bengalischer Beleuchtung des Sees und der An- lagen, zudem ein Konzert der Feuerwehrkavelle statt. Die Eintrittspreise sind die üblichen. Bei ungünstiger Witterung fallen sämtliche VManstaltungen aus. Kouzirt im Stadtgarte». Die Feuerwehrkavelle unter Leitung ihres neuen Dirigenten Musikdirektor E. Irr- gang veranstaltet Samstag nachmittag 4—M llbr ein Overn- und Operettenkonzert. Das gut zusammen- gestellte Programm wird den zahlreichen Besuchern an- genehme Unterhaltung bieten. Schüler-Freikonzert. Ter Lehrergesangverei» wird sein mit so großem Beifall aufgenommenes Konzert „Das deutsche Volkslied" als Freikonzert für die Volks- fchüler der 7. und 8. Klassen (weiter reicht der Raum der Festhalle nicht aus) am kommenden Donnerstag wiederholen. A »tbro»oso»hifche Gesellschaft. Heute abend 8 Uhr hält im RathauSsaal Dr. med. E. K o l i s k o auS Stuttgart einen Vortrag über »Die Erkenntnis des Zusammenlebens zwischen Seelischem und Leiblichem in der Kiudesnatur als Grundlage der Erziehung der Freien Waldorsschule". Der Redner arbeitet als For- scher und Lehrer aus medizinisch-pädagogischeyl Gebiet mit bedeutendem Erfolg. Der Vortrag ist als Fort- fetzung und Erweiterung des Vortrages von Frl. Dr. v. Heydebrand vom 28. April zu betrachten über „Das künstlerische Element in der Pädagogik der Freien Waldorfschule". An den Vortrag Dr. KoliskoS anschließend ist Gelegenheit zur Erörterung einschlägi- ger Fragen gegeben. Orgel- nud Chorkonzert der Tbeatergemeinde BBB. Das von Franz Philipp ausgestellte Programm des Konzertabends, der in seinem ersten Teil Bach und Reger, in seinem zweiten dem jungen Freiburger Ton- dichter gewidmet ist, begegnet bei allen, die Philipp aus früheren Aufführungen lim Landest>eater und in Konzerten) schätzen lernten, lebhaftem Interesse. Bietet das Konzert doch Gelegenheit, nicht nur dem einzig- artigen Orgelkünltler, der das ausgezeichnete Jnstru- ment der Festhalle srüher bereits glänzend meisterte, bei seiner Vach-Interpretation und im freien Im- provisationsspiel zu lauschen, sondern auch die hier zur Erstaufführung kommenden Sieben A-cappclla-C&ore <„Unsrer l. Frau"). Philipps jüngste Schöpfung, kennen zu lernen. Diese Chöre hat der Kirchenchor St. Bonifaz einstudiert: das auch im Konzertsaal bewährte Können dieses Chors sichert eine vollgültige Wiedergabe des Werks. Die seltener gehörten Lieder für Alt von I. S. Bach (ans Schemallis Gesangbuch) wird Paula W e - ver, die treffliche Altistin des LaiideStheaterS. singen. (Freier Kartenverkauf bei Müller, Herder und an der Abendkasse.) Standesbuch-Auszgge. Todesfälle. 8. Mai: Heinrich, alt 1 Jahr 6 Monate 5 Tage, Bater Jakob P a l l m e r, Bahnarbeiter: Marta F e h l m a nn, Diakonisse, ledig, alt 51 Jahre. — 9. Mai: Gustav Löw, Kaufmann. »Ii,vir, alt 75 Jahre. — 10. Mai: Anton Sveck, Landwirt, Ehe- mann, alt 71 Jahre. — 11. Mai: Adolf E d e r. Modell- schreiner, Ehemann, alt 52 Jahre. Wo gehen wir am Sonnlag hin? Mit Bvhn lSiounta>qM!a>rtei nach Malsch. Uralter, schon 1065 urkundlich erwähnter Ort. Sauptstladt der einstigen Grt»sischaft Malsch. Rutnewreste zwischen Malsch und Walprechts- weier wurden ailS die UsberhlieiKsel des Burg- stalls sein Castrum WalidDnMK zuur Aahr ILM genannt) des früher hier aniM'men Ritterye- sMechts angesehen. — 1. Im Orte «mn Wasser «ittouifl, von der Kirche ai> mit den Klauen Rauten des ZuMngsiivegs III zum MÄde, in ihm auiswürts ©t® ftit der von BWkerlöach !h«r!koimm«ndeiu Strahe, auf ihr r. und dann wieder in der alten Richtuu« 'die igitte Walöstrahe weiter zur FrowWheiimer Höhe und nach Freiolsheim (497 Meter? \'A Std. von Malisch). Wassewfthei'de zwiischen Murg und AI®. Hier geradeaus durch den Ort MS zur Stra- ßenBreuzunN beim hoch -yelelgienen Friedhof von McwMronn (schöner Blick auf den Ort mit dem hübsch am Waldrand gele-genen Raturfreunde- >ha»M, nitu auf der Straße r. und gleich darauf I. aus FuHmeg übergehend (Wjegw) mit dem Nauen Zeichen des Jugan>gswegs II am HWe- SM'Ndtbrummieu vorüber zum Gipsel des Mahlbergs (613 Meters. Aussichtsturm mit umsasseindiem RumdMick aus SchwarziwvHd!. Bw- gesen, das Rhe>nr- und Murgtal. Schutzhütt« und RuhöbÄnVe. V>om Givsel wieder aus dem ailten Wege ab- warts zur Straße und aus ihr l. am Berghange hin: nach etwa 20 Min bei einem steinerneu ^Bildstock mit dem Megnx „EiicheWerg" und w>ei- ßen Far'bzeiichen r. zur KreuAweghütte, ein«m VlvÄhaus in hüWher Lage mit Tüschen nÄd Banken. Blick ins Tal 'des Walpertshachs nnd aus die Badener Berge. Hier aus schmalem Waldwege r. hinunter zur Talsohle und in dem hWschen Wiesentale fceä WailpertSbachs sanft abwärts durch WaVprechtsweier nach Malsch (4—i'A Std.). 2. I>u Malsch beim DaviÄschen Geschäftshaus .l., heim .deutschen Kaiser" mit dem Wegw. „Rim'meWbacher Hrtf" wieder I., damn ständig aus der gleichen StvaHe zum Wailde. bei der Gabe- luug bald nach dem Eintritt in diesen r. und in dem schönen Hochwa'id immer leicht bergan bis zu «iner verfallenden Schuh-Aitte (etwa 50 Min. vom Bahnhof Malsch), gleich darauf r. im Bo- gen hinüber an den uach L hin freien, aussichtsreichen Hang des Sulzbergs und an ihm, ständig auf dem gleichen Wege bleibend, hinaus zur Höhe, wo man aus den Hohenweg Freiols° heim—MahWerig trifft. Auf ihm l. dem blauen Rhombus nach mit schönen Ausblicken auf die Höhen tkä uördl. Schwarzwaldes durch den Wald und in leichtem Fall hinunter nach Schluttenbach. Hier r.. durch das hübsche WaWial des Beierbachs abwärts zur Straße ?)!al!sch-^EMiugen. und szimüber nach Stat. Bruchhausen rder über Ettlingenweier nach Ettlingen (im ganzen 3'A —4 Std.). E. W. . Tagesanzeigev Samstag, den 1?. Mai 1SZZ. Bad. L andestheater: „Die Freiers abends 7 bis gegen %10 Uhr. Städt. Konzcrthaus: Bad. Lichtspiele, abends 8 Uhr. 7. Kammerkonzert (Beethoven): Douglasstraße 7. abends 8 Uhr. Städt. Festhalle: Orgel- nnd Chorkonzert des Bühnenvolksbundes, abends 8 Uhr. Stadtgarten: Overn- und Overcttenkonzert. nach- mittags 4 bis Vil Uhr. Großer Rathaussaal: Vortrag von Dr. med. E. Kolisko, abends 8 Uhr. Deutsche Volksvartei: Deutscher Abend, abends 8 Uhr. „Krokodil". Colosseum: Bauerntheater, abends 8 Uhr. Nesidenz-Lichtspiele: Neues Programm. Theosoph. Gesellschast Karlsruhe: Vor- trag in den .Bier Jahreszeiten", abends 8 Uhr. Karlsruher Liederkrauz: Hauvtversamm- lung im „Klavohorn", abends M Uhr. Mr. 180. Seite 6 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 12. Mai 1928 T Hzte festgestellte Kurse im FreiverKehr. (Eigener Drahtbericht.) Frankfurt, den 11. Mai (abends.) Es kosten: Brüssel 1 Fr. 2285 — (früh. 0.80 M.) Amsterdam lOld. 15800.— ( London 1 Pfcl. 3t. 185500.— ( Paris 1 Fr. 2670.— ( Zürich 1 Fr. 7273.— ( , Italien 1 Lire 1925.— ( Newyork lDol!ar40750.— ( Tendenz: fest. 1.70 .. ) 20.- „ ) 0.80 . ) 0.80 „ ) 0.80 .. ) 4.20 || ) Von den Börsenplätzen. Mannheimer Effektenbörse. w. Mannheim, 11. Mai. (Drahtber.) Der heutige Börsenverkehr gestaltete sich wieder überaus lebhaft. Ganz besonders lagen chemische Werte sehr fest. Anilin 53 600 bez. und Geld, Bremen Besigheim 55 000 Geld, Goldberg 90 000 Geld, Rhenania 38 000 Geld, herein deutscher Oelfabriken 32 000 Geld,.34 000 Brief und Westeregeln 105 000 Geld. In Benz war größeres Geschäft zu 38 500, ferner in Dampfkessel Rodberg 22 000, Gebr. Fahr 19 000, Wpggon Fuchs 30 000, Karlsruher Maschinen 29 500 und 31 000, Knorr zu 25 500, Mannheimer Gummi 27 000, Maschinen Badenia 15 000, Neckarsulmer 23 000, Rhein-Elektra 21500, Freiburger Ziegel 13 500, Wayß & Freytag 24 000, Zellstoff Waldhof 41 500, Unionwerke 46 000, Zuckerf. Frankenthal 23 000 und Waghäusel 24 500. Weiterhin wurden gehandelt Brauerei Sinner 24 000 Prozent, Mannheimer Versicherungsaktien 60 000 M. pro Stück, Oberrhein. 16 000 M. und Württemberger Transport 6500 M. pro Stück. Hoffmanns-Söhne 5000 bez. und Geld, junge 4500 bez. und Geld, Frankfurter Börse. Interessenkäufe. — Devisen höher. w. Frankfurt a. M., 11. MaL Der heutige Börsentag zeigte ein so lebhaftes Geschäft, wie es schon seit längerer Zeit nicht mehr festzustellen war. Man kann dabei nicht sagen, daß von der allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Situation irgend welche Anregung ausgegangen wäre. Im Gegenteil waren Erörterungen dieser Art an der Börse kaum zu hören. Der heutige Markt veranlaßte die Spukulation zu Interessenkäufen. Ebenso war das Ausland wieder kauflustig am Markte. Ein lebhafter Verkehr entwickelte sich von vornherein in Montanpapieren und einer Reihe von Industriepapieren. Daneben machte sich in Kaliaktien und Auslandswerten größeres Interesse geltend. Die Kurssteigerungen waren zum Teil ganz erheblich. Am Devisen ma r k t trat eine feste Stimmung hervor. Der Dollar wurde anfangs 38 500 bis 38 750, im weiteren Verlaufe 40 500 gehandelt. Ueberwiegend fest war die Tendenz in amtlich nicht notierten Werten. Auch der Geschäftsverkehr zeigte sich entschieden lebhafter als in den Vortagen. Besondere Nachfrage zeigte sich für Krügershall 49 000, Hansa Lloyd 16 500—17 500 auf Gerüchte, daß die Einführung der Aktien zur offiziellen Notierung beantragt werden soll. Fest lagen ferner Becker-Stahl 33 500, Benz 37 500, Ufa 30 000, Brown-Boveri 17 000, Inag 14 000, /A.pi 47 000, Emelka 12 750, Mez-Söhne 23 000, Diamond Shares 225 000, Entreprise 210 000. Dollar-Schatzanweisungen variabel mit 39 750 gehandelt. Schutzgebietsanleihe stärker begehrt- Türkenrenten konnten ihren Kursstand ansehnlich erhöhen. Sehr fest lagen Anatolier I, die eine weitere Kurssteigerung von 30 000 erfuhren. Saloniki, Monastir, Bagdad I und II lebhafter. Wiener Bankverein, Oesteri-eichische Creditanstalt wieder stärker gehandelt. Von heimischen Banken sind Berliner Handelsgesellschaft mit großem Kursgewinn zu erwähnen. Höher lagen ferner Metallgesellschaft, Deutsche Bank. Sehr lebhaft gestaltete sich der Verkehr in Mansfeider, die plus 15 000 einsetzten. Großes Interesse herschte für Caro, Oberbedarf und Laurahütte, die stärker genannt wurden. Neben Gelsenkirchen, Deutsch-Luxemburg fanden Mannesmann große Beachtung. Kursgewinne erzielten Buderus, Harpener Rheinstahl. Die heutige Kursbewegung war von Materialmangel beeinflußt. In der chemischen Gruppe fanden Scheideanstalt größere Beachtung, bei erster Notiz, plus 2000, auch in Anilinaktien fanden größere Meinungskäufe statt, deren Kurssteigerungen 6000—7000 betrugen. In Elektroaktien traten neben Schuckert noch Bergmann, A.E.G., Feiten & Guileaume in eine größere Umsatztätigkeit ein. Kali Westeregeln steigend. Von Metall- und Maschinenwerten waren namentlich Hirsch-Kupfer, Heddernheimer Kupfer, Karlsruher lebhaft gehandelt. Schiffahrtsaktien schlössen sich der allgemeinen Stimmung an. Sehr gesucht, sind Riebeck, Eschweiler, Rheinmetall, Spinnerei Ettlingen. Berliner Börse. Vermehrte Kauflust. w. Berlin, 11. Mai. Der E f f e kt e n ma r k t erhielt eine starke Kräftigung durch die neuerliche bedeutende Steigerung am Devisenmarkt. Auf allen Gebieten machte sich eine ve, mehrte Kauflust geltend. Neben der Spekulation traten in großem Umfang besonders das Ausland und das Privatpublikum als Käufer hervor. Die Kursgewinne betrugen bis zu 40 000 Prozent. Am Montanmarkt waren neben schweren Kurswerten und Deutsch-Luxemburg namentlich Oberschlesische Papiere begehrt. Laurahütte erreichten den Kurs von 100 000. Von Elektrowerten gingen Siemes & Halske auf 200 000 hinauf, bei Besserungen um 49 000. Valutawerte stellten sich entsprechend den Devisenpreisen höher, besonders türkische Werte. Anatolier gewannen 60 000. Schiffahrts- und Bankaktien schlos- Frankfurter Kursnotierungen: Deutsche Staatspapiere. 5 % I llliid. Sihltlli». ß o/o H . 5 °/o III ,. «'/-»/«IV-V .. 4>/„ °,o VI-XX .. 4'/21924er „ 5 o/o Dtsch. Reichsani i% .. Deutsche Prämienanl. 5 °/o Pr.Schatzan.1032 4 o/o ., 1922 4 °lo Preuß. Konsols 3>/ 2 »/» .. 3% .. 4 o/o Bad.Staatsanl. 08 4 % Bayern 3'/» °/o Bayern .... 3 % Bayern 4 °/o Bad. Anleihe . . Badenwerk st/, OU Baden abgest. 4 o/o Pfilz- E.B. Prior. 3>/o % „ „ Conv. 3 °lo D.Schntzriebanl. i. 5. 11. 5. 91.75 78.50 91.75 90- 1190.- 550 - 4625.- 294.- 97- 185'— 140- 225 - 117 - 270.- 205.- 160— 100 — 270.-r 1075ä S» 91.50 90.10 1190.- 540— 4650— 310— 190 - 140— 218— 250— 200— 340— 175— 110— 366— 260— 9900.— Fremde Werte. S o/o Silbermexikanei 5 o/o Goldmexikaner 4 l /j °/o Irrigatloneanl. 3 »/o Mexikaner .... 5 o/o „ Tamanpilas 5 % Tehuantepec.. . 4« 2 0/ 4 o/„ Missouri Pacific . Türken unifiziert . . 350000 51250 556000 400000 66000 Banken ßadlsche Bank .... Darmstädtcr Bank . . Deutsche Bank .... Diskonto Commandit Dresdener Bank . . . Metallbank •. Mitteid. Creditbank . Oesterr. Länderbank Pfälzische Bank . . . Rhein. Creditbank . . Sttdd. Diskonto-Ges.. Wiener Bankverein . WUrttbg. Notenbank I 24000 20000 317!" 2041 1801 560G0 9900 {.'hem. Albertwerke Chem. G. & Silberach „ Griesheim . . „ Höchst .... „ Weiler ter Mei «aimler Doutsche Petroleum Dyckerhoff & Widm. Elberfelder Farben B lektr. Lichtu. Kr. f ElBässer Banrnwoll Feinmechanik Jetter Gebr. Junchans . . Gelsenkircnen . . . Grün & Bilfinger . . Gummifabrik Peter Haid & Neu Hanfwerke POBen . . Harpener ...... . Heddernheim. Kupfer Holzverkohlung . . Julius Sichel, Main.. Kammg. Kaiserslaut. Kiaurahatte ... Mansfelder Kuxe . Maschfab- Karlsruhe Maschfabrik Durlach Maschfabr. Gritzner . Masch. Hölingen . . . Pokorny& Wittek. Oberursel Pinsclfabr. Nürnberg Porz.-Steingut Wesel Rhein Elektra . Rtttgers-Werke . Stchlinck & Co. > Industrien Adler ÄOppenheimer Armatur. Klein. . . . Aschaff. Zellstoff. . . Bad. Anilin Bad. Uhrenfabrik . . B. Masch. Badenia. . Baltimore and Ohio . Raug. Ph. Holzmann. Baug. Wayß AFreytag Benz Motoren . . . , Bochumer Gußstahl , 70000 19000 74250 45000 45000 14750 13500 22500 36500 25000 22000 34500 22"' 18! !?nonn;Schnellpr. Frankent. lU^uu Schuhfabrik Herz . _ Spinnerei Ettlingen 7500,xellus Bergbau . . . 22000 Tr'kot'^eb. Besigheim 19000 Verlagsänst.Deutsche | Voigt & Häffner . . . Voltohm Kabelwerk . 500 53000 45000 14100 556000 14900 24700, 37500 2700001 42800 35200 77500 22500 230000 18400 15000 77500 23100 315000 18500 16000 Uhrenfab.Furtwängl. Waggon-Fabr. Fuchs Zellstoff Waldhof . . Zementw. Heidelberg Zuckerfabr. Wagh. . „ Frankenth.l Heilbronn . Offstein. . . Stuttgart. 25750 30000 74500 23000 33250 21000 64500 291000 35000 26000 24900 17800 25100 25800 32500 100000 24400 43000 22500 80000 24000 24700 59500 43000 27500 25900 16500 30000 41000 30000 24500 25000 23750 27400 24000 Devisennotierungen: w. Frankfurt, 11. Mai. irOssel. . iolland . .ondou . . . aris . . . . chweiz . panien . . ■ ilien . . . .issabon . . Dänemark . Norwegen Schweden lielaingfor;- sewyork. . Wien (altes: Dtsch. Oest. Budapest . . l'rag .... Sofia .... A gram . . . 9. Mai. Geld 2134.65 14763. 174188.40 2488-75 6802.95 5740.60 182050 6970 10 6321 65 9975. 1032.40 37805-25 52i99 76060 1124.70 289.25 Brief 2145.35 14837— 175061 60 2501.25 6837.05 576940 182950 700490 6353.35 10025— 103760 3799475 5526 764.40 1130.30 29075 11. Mai. Gold I Brief 2284.25 2295.75 15810 35'15889 65 186784 36 186716.65 264585 7221 90 6097.20 1917.70 7506^20 6633.35 1067325 109725 40299 5635 798— 120695 2659.15 7238-10 6127 80 192730 754580 666665 10726 75 1102 75 40501— 56^65 802 — 1213.05 vm^terdam Brunei. . . Christfania Ko penhag. Stockholm. Hetsingfors Italien . . . London. . . Newyork. . Paris .... Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Prag .... Budapest. . Lissabon . . Bulgarien . Bucn.-Aires Japan. . . . Rio de Jan. ■ueoslavien w. Berlin, 11. 9. Mai. Geld 14713.12 2149-61 6184.50 6'i82 50 9975— mm 173565 - 3767557 249873 5735i 698— 300.24 13530.93 18453.7r 39401L 393.01 Brief 14786-88 2160.39 6215.50 701750 10025. 1032.! 1744.: 174435. 3786443 2511 . r ~ 827. 764. 301.76 13659.07 18546-25 393988 394.99 Mai. 11. I Geld I 11576050 1 228178 6658-31 7501.20! 1069816 1105.23 191520 186535 - 4037381 6134.62 12§&* 753— 322:19 14563 50 19750.50 418950 im 6165.38 «K* 757— 323:85 1463650 19849 50 4210.50 42055 Devisenkurse im Frei verkehr Mitgeteilt durch das Bankhaus Straus 8t Co. Karlsruhe. b) nachbörslich Holland. . , Schweiz. . . Paris . , . . Belgien . . , London . . . Newyork . . Italien . . , a) vorbOrslich 14800-15950 6300-7300 2500-2680 2160-2325 175000-187500 38000 - 40750 1810-1955 Tendenz: fest 15500-16000 7130 - 7300 2620-2690 2260—2330 183000 —188000 39750- 40800 1910-1970 Tendenz: fest 100 Mark in Zürich: 1,40 Cts. 100 franz. Frks. in Zürich: 36.75 Frks. Engl. Piund in Paris: 70.— Frks. sen sich der Abwärtsbewegung an. Das Geschäft wurde im Verlaufe ruhiger. Der festen Stimmung geschah dadurch aber kein Abbruch. Nachbörse. Berlin, 11. Mai. (Drahtber.) An der Nachbörse schritt die Platzspekulation zum Wochenschluß zu umfangreichen Glattstellungen, so daß die Tendenz fast allgemein schwächer wurde, und die Kurse mehrfach unter das Niveau der Anfangskurse zurückgingen .sich jedoch immer noch auf einem wesentlich höheren Stande als am Vortage hielten. Am MontamakHenmarkte gaben Phönix auf 160 000, Deutsch-Luxemburg auf 240 000, Mannesmann auf 128 000, Rombacher auf 70 500, Oberbedarf auf 86 00, Caro auf 109 000, Laura auf 94 000 nach. Von Schiffahrtswerten gaben Norddeutsche Lloyd auf 41 750, Hapag auf 90 000 nach. Zu erwähnen sind ferner als niedriger Reinmetall auf 45 000, A.E-G. 43 000, Sarotti 16 000. Dollar 40 250 bis 40 500. Variable Kurse. Aufträge werden um 6000 M. nominal oder de« Vielfachem davon gehandelt. Berlin, 11. MaL (Drahtber.) 5 Proz. Reichsanleihe 90, 4 Proz. 1200, 3/4 Proz. 545, 3 Proz. 4675, 4 Proz. Consols 197, 3K Proz. 140X, 3 Proz. 225 000, 5 Proz. Mex. 580 000, Baltimore 325 000, Schantunfä 9000, Hapag 91 900, Nordd. Lloyd 42 900, 42 750, 42 500, 42 000, Darmstädter Bank 22 500, Deutsche Bank 34 500, 35 000, 35 250, Mitteid. Creditb. 10 500, A.E.G. 43 800, 42 500, Anglo-Guano 100 000, Badische Anilin 55 000, 53 500, Bergmann 83 000, Berl.- Karlsr. Industrie 203 000, Boch. Guß 300 000, Gebr. Böhler 120000, 128 000, Buderus 86 000, 87 000, Daimler 18 975, 19 500, 18 750, Deutsch-Luxemburg 250 000, 260 000, 245 000, Gelsenk. Bergwerk 300 000, 310 000, Hammersen 53 500, 54 500, 55 500, Harpener 330 000, 325 000, Hirsch-Kupfer 104 000, Hösch-Stahl 27 500, Hohenlohe 90 000, Ilse Bergbau 135 000, Kali Aschersleben 83 000, 82 000, 86 000. Karlsruher Maschinen 30 500, Köln-Rottweil 47 000. Laurahütte 98 000, 100 000, 99 000, 98 000, Lothr. Hütte 168 500, 165 500, Mannesmann 134 000. 136 000, Oberschi. Caro 113 000, Oberschi. Kokswerke 136 800, Phönix 160 000, 170 000, 166 000, Rieb eck-Montan 415 000, 410 000, 420 000, Kontbacher Hütte 74 500, 72 000, Rütgers-Werke 80 000, 79 000, 78 000, 77 500, Schuckert-Elektro 149 000, 143 0C0, Siemens & Halske 200 000. Westeregeln 100 000, 98 000, Zellstoff Waldhof 41 600. Ota« 365 000. Industrien / Handel / Verkehr. Banken. Die Gewerbe- und Handelsbank Konstanz, e. G. m. b. H. schloß kürzlich ihr 60. Geschäftsjahr ab. Der Umsatz ist auf 9 Milliarden Mark gestiegen, Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baer & Elend, Karlsruhe, Karl-Friedrlchstr. 2« clrfe» L mss Adler Kali .... Bad. Lokomotivwerke Baidur Becker Kohle . . . Becker Stahl . . . Benz Brown Boveri . . . Deutsche Lastauto . Deutsche Petroleum . Germania Linoleum . Hansa Lloyd . . . Heldburg Vorzngs-Akt. Inag Kabel Rheydt . . . Karstadt Knorr KrOgershall .... Landeswirtschaftestelle fttr das BadischeHand- werk Meurer Spritzmetall . Offenburger Spinnerei cirka 50000 8500 4500 23000 32000 38000 17000 16000 63000 46000 17000 130000 14000 35000 5800 28500 49000 800 11000 20000 Petersbgr. Int. . . Bastatter Waggon . Eodi & Wienenberger Russenbank .... Sichel Sloman Teichgräber .... Textil Meyer . . . Ufa ....... 5°/n Rad Kohlenw.-Anl. ' 6°/o Mannh. Kohlenw.- .. Anleihe 71000 5°/o Rhein-Main-Donau Dollar-Anleihe . . . 95 W 6% Neckarwerke Gold- Anleihe W/s 0 '» 5o/o PreuBische Kali- Anleihe pro 100 kg I2300O 50/0 Preußische Roggen-! ... wert-Anleihe n. Ztr. 57000 7% Sachsische Braun-: kohlen-Anleihe. . . 14500 Berliner Kursbericht Versch. festverzinsliche Werte. Oest.Sch.14 ' Gold-R.. . . Kron.R. . TUrk.adm. Bagd. S. I. . Bagd. S. II Türk. unif. Zoll 1911 . I.ose.... Ung.Gold-B. Kron.-R. . . Mex.Anl. . . 4 4 4 4 4 4 4 4 4 & 4 • „ ... 4'/ido.Bwgsfln!. 4°oTeh.N.Railw 4'/, . . . Anafol. S.I . . . . S.II . „ S. III. 8. 5. , 30250 56500 56000 72000 66000 49750 51750 241500 1530000 360000 345000 307000 106000 104000 80000 70500 66500 255000 595000 380000 390000 355 164i 1571 1001 Elsenbalin-Aktlen Allg. I.okalb. . Kiele. Hochbah; TObock-BOcll. Badd.Eisenb.. Baltimore.... Henry ßchantuug . . . n Genuß Pennsylvania Lombarden . . 57900 15750 72000 50000 300000 7000 40000 41000 9500 30000 Heliiffahrts-Werte. Argo-Akt.. . . V. Austral.-Akt. Ha;iag-Akt.. . . H. Sndom.-Akt. Hansa-Akt.. . . Nord-Lloyd Akt. Ver. Elbe-Akt. ISnnk-. Bk. f. ei. Weri 3armer B.-Ver. Berl. Hand. Ges Brasil. Bank . Commerzbank Danz. Priv. Bk Darmstclt. Bk. ■ D. Asiat. Bank Deutsche Bank D.Uebersee-Bk. Disc.-Komm.. . Dresdener Baal; 165000 180000 82000 89000 176000 198000 47000 50000 11900 4— 40500, 44000 Aktien. 1 46000: 5301 7600 710Ö ! 96000 12UOOO 2160CJ '22500 17750 17600 13600 12000 20750 22750 151000 159000 32750! 5250 450000 45400C 21000 24000 185001 20000 Es8. Cred-Anst. Goth.Cred.G.Bk Lcipz. Cred.-A. Lux. Intern. B. Mitteid.Creditb Oest. Credit . . (lest, känderbk: Ostbank Reichßbant. . . Rhein.Creditbk Wiener Bankv. Industrie-Aktien. AachenerLedei AachenerSpinn Accumulator. . Adler ÄOppenh Adlerhütte Glas Adlerw.Kleyer. A.-G. fQr Anilin A.-G. für Verk. Alexanderwerlt Alfeld Delligsen Alfeld-Gron. . Allg. Elek.-Ges Alsen Zement Alumin. Ind. . Ammendf. Pap Angl. Cont. Gu Anhalt Kohl. . Annab. Steingut Annener Gußst. Aplerbecker ß. Archimedea . ArenbergBgb. Aschaff. Zellet. Augab. Nrb.M. Bachm.&Ladow Bad. Anilin. . Balcke Masch. Barop. Walrw.. Bartz&Co. Sped Basalt A.-G. . Bayr. Spiegelgl Bendix Holzbt. Berg •Eveking Berger Tiefbau Bergmann E.W. Hl. Anh. Masch. Bl.-Gub. Hutf t> Holz-Kon t . " Hotelgesrch.. N K'roli&r Indus*. " Maschinb. . n Neur Kunstt. Berthold Sclirif. 27000 13900 850C 7501 _ 42000 18250 467"" 2391 2!. '26t. 5000 . JS000 45000 16600 40250 234000 250001 271 20000 2f 40000 4! 37500 »t.... 104000 108000 34000^ 150000 164 82000 102 90000 94000 46000 54000 36000 38000 75000! 95000 34000! 33000 45500 50000 40600 43000 18000! 19600 lüoOOO 130000 25000 300r 45000 8301. 32000 35000 71000' 70000 53000 55000 186000 201000 71500 81500 16900 21000 65000 63000 Berzelius Bw.. Bet u Monierb. Hing Nürnberg Bismarckhütte. Bochumer GuÖ Böhler Stahl. . Braunk. Brik. Brschw. Kohle. Brschw, Jutesp Breitenb. Zern. Brem. Besigh. . 3raueroiEnae Hardt „Schltn.-Patz „ Dortm. Akt. ,,0ortm. Unbr. .. Riebeok L« PI. „ Eeichelbrau Bremer Linol. . » Vulkan . . . n WollkSmm.. Brown Boveri . Buderus .... Busch Lüdsch. Busch Optisch. Busch Wagg. . Byk-Guldenw. . €alm- Asbest. . ''apito & Klein rartonn.-Ind. . .'harlb. Wasser Charlottenh. . . hem. Griesh.. w Heyden . . . « Weiler . . . » Ind.Gelsenk. Work Albert j i'hillingworth . Concord. Spinn. Kröllwitz Fapp Daimler .... Deimenh. Linol. Dessauer Gas . Dtsch. Atl.Tel. J " Lux. Bgw. . Dsch.Eb.sTg. Br » Erdöl .... N Gußstahl . . i Kabelxv. L.. „ Kaliwerke . » Kunstleder . n Masch. . . . n Schachtbau. » Spiegelglas. i> Stein^eiig . . „ Ton u. Stein Dtsch. Wollw. . » Eißenhdlg. . Dinnendahl . . Dittmann Nhs. üonr.ersmarck. Drahil. Uebers. Düren. Metall . Dttrkop# 8. 5. I 11. 5. 39000 - 21500 22000 24000 26500 230000 290000 33000 116000 - llOL 150000 1281 23500 " 56500 17000 260OO OOC! 45 . 000 3500 14000 21.000 131 17 1 , 45000 51000 160000 160000 205000, - 78000 841 23^ 250ÖO 23250 22000 22500 72000 79500 27500 33500 20500 2*000 45500 54000 «5500 350000 12300LI 39000 49500 37000 IC6000 20100 24000 37900 16000 50000 23750 6500U 202000 21100 171000 53500 141... 18530 31800 130000 29250j 30000 ifffl m 25600 30000 140000:160000 40000' 47000 100000 185U00 30000 1 33000 40000 18900 52000 28000 82000 240000 21500 57000 22100 160000 17750 36000 150ÜÜ0 Dttsseld. Weyer Düsseid. Masch. Dynamit Nobel Kgestorff Salz Eintracht Brdb. Eisenb. Verk. . Eisenw. Kraft. „ Meyer&Co. Elberf. Farben Elekt. Lieferg. „ Licht u.Kraft •1. Elsbach & Co. Eis. Bad. Woll. Email. Ullrich. Erdmannsd. 8p. Erlanger Bwsp. i.rnemann . . . Eschweil. Bgw. Essen Steink. . Paber Bleist. . Fahlb.List&Co. Falkenst. Gard. Fein JuteSpinn. FeldmDhle Pap. Feiten & Guill.. Filt.Masch.Enz. Floth. Masch. . Frankonia . . . Friedrichshall . Friedrichs hatte Frister Fuche Wagg. . Gaggenau Eis. Ganz, Ludwig . Gebh. & König Gelsenk. Bgw. Gelsenk. GuBst. Gensch. Waffen Georg Marienh. G. & F. Renner Germania Zern. Ges. f. ei. Unt. Gildemeister . Girmes Samt Gladb.Textil . „ Woll Ind. lilasm. Schalke Glanz Zucker Glocken stahhv. GoedhardtGebr Goidschm. Ess Görlitz Wagg. Ooerz C. G. . Gothaer Wagg. Grevenbroich Gritzner . . . . Grün ABilflnger GruschwitzTex Jfackethal Dr. lalle Masch. Hammersen Sp. Uannov. Masch. 8. 5. 42000 22000 60000 110000 56500 70000 149000 42500 19000 35300 80000 53000 >180000 >210000 52100 3200C 27000 63700 76000 31500 17600 90000 28000 28000 46000 51000 17900 17500 105000 125000 235000350000 70250 78000 45000 50000 35000 26000 65000 42000 80000 80000 35000 1800.) 30000 35000 48000 41500 000 500 130000150000 61500 70000 20600! 22500 63001/ 67000 1700U0; - „ 120000:125000 33000 41000 188600 178000 66000 51000 32000 39000 70500 32888 41000 86000 85000 85000 17100 29000 20700 93000 46500 250000 100000 18500 31000 Hannov. Wagg Harb.Wien.G. . Harburger Eis Harkort Bgw. „ Brück. St. Harpen Bgb.. Hartm.MaßCh. , Hasner Eisen . HeckmanDuisb Heilm. Immob. Hein, Lehmann Hemmoor Zern. Hilger Verzink. Hille Werkz.. . Hilpert Masch. Hirsch Kupfer Hirschb. Leder Höchst. Farbw Hoesch .... Hoffm. Stärke Hohenlohe . . Holzmann Phil Horch Motor Hotelbett. St.A Howaldtswerk utschenreut. Porz HumboldtMsch Hüttenw. K.&C IIüttw.Niedsch Jlse Bergbau Jeserich Asph. .lüdel Eisb. 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Tafelglas. . . . ecklenbg. W£f. eiefon Berlin. erra A.-G. . . . Teutonia Mlabg. Iiale Eisen . . home,Friedr. hörl. Oelf.. . . hür. Salinen . i'ietz, Köln.. . 8. 5. 11. 6. 78000 132000 85000 20500 25500 35000 38000 30000 32000 400000 395 60000 40000 90000 15OS8O IL.... 80000 100000 48000 52100 16800 65000 17100 75000 25100 25000 43000 65000 48000 76000 83000^75000 15700 16000 20000 21500 101500 105000 113900 105000 34000 39000 140000 138000 22000 2301" 49500' 5701 249000 2500 _ 40000 45000 62000 70000 - 140000 205000 205000 19000 18500 18250 28000 3500 3800 59000 65' 150000 195 22000 24500 90000 105000 85000 95100 110000 125000 151000 176000 261000 259000 93000 100000 .25000 160000 >25000 260000 6700 6900 37000 '7500 29l5i 3' " % M S600>. 641 125000 130000 37900 381 6 ^90 75 500 Tüllfab. Flöha . Türk. Tabak . . Union Chem.St. tTnionw. Masch. Unt erb. Spinn. Varziner Pap. Ver.Bl.Fkf.Gum Ver. Ch. Charlb. „ Dtsch.Nickel ,, Glanzst. Elb. Gothania . . n Jute Met. HaUer .. Schmirgelfb. ^.BerneisWet88ls Ver. Ultramar. ,, Stahl Zypen Viktoria-Werke Vogel Draht . . Vogt. Masch. St. „ Tüllfabrik Vorw.Bielef.Sp. Wand.-Werke . Warst. Grube . Was8. Gelsenk. Weg. & Hübner Wern8h. Kamg. Weser Wft. . . Westd.Jutespin. Wea.eregeln. . Wfl. Dr. Hamm Wfl. Eis Lgdr. Westf. Kupfer. Weyersp. & Co. Wiek. Zement. Wieler & Hdtm. Wiesloch Ton . Wiihelmsh. E. Wissener Metall WittenerGußst. Wittkop Tiefb. Wolf Magdeburg-B Seltzer Masch. Zellstoff-Verein Zollet. Waldhof Zimmermswk. . > 17000 8. 5. I 11. 5. 35000 40000 36800 420 38000 379 55000 57000 27400 24000 55000' 60000 ■»•SS 65000 70000 89000 946® 85000 8iOOV 11500, 1310" 53000 23500 21000 18900 21500 165001 65000; 65000 45500 60000 610 M 65000 60000 721KÖ 16900: 1Z0U 37600: 400"" 51000! 530 81000, 33Z0 36000 402» 40500! 500" 30100, 320 50000 50"000 62000 36000 29400 32M! 67000 98000 55000 70000 « 40500 I 8i: Kolonial wertem Ostafr. Gea. seu-Guinea. . . South West . Otavi-Minen . Salitrera . . . Sloman leoro. . SüdseePhosphat Pomona >t8ch. Petrol.. Dtsch.Kolonial- an teile .... liaoko 52000 sx« 46000 4o0| 12000 iQsj 341000 370» 2400000 120000 13000" 140000 460000 ^60M 62500 72»^ 1250000 160»^ 120061 12500 Zweites Blatt Karlsruher Tagblatt. SamStag. den 12. Mai 1923 Nr. 130. Seite 7 der Reingewinn von 153 000 Mark auf 2,8 Mill. im .? r ' a hr. Die Genossenschaft umfaßt 1227 Mitglieder. Der Zinsfuß soll in nächster Zeit von 11 äut 15 Prozent hinaufgesetzt werden. Aus dem £ e mgewinn wurden 400 000 Mark gemeinnützigen "ecken überwiesen, die Höchstkreditgrenre *urde auf 10 Mill. erhöht. Industrien. , M ^'lhelm Wolf! A.-G., Pforzheim. Die Gesellschaft Metallwarenfabrik weist für 1922 einen Reingewinn j 011 M. 63.03 (i. V. 3. 81) Mill. aus. Die Di vi- a e n d e beträgt ZVi Goldmark pro Aktie zum Kurse ^ on M. 5000 pro Dollar mit einem Gesamtaufwand v °n M. 59.50 Mill. (i. V. 25 Prozent Dividende Bnd 15 Prozent Bonus). Die Sonderrücklage er- 10 7 ^ ^C-50) Mill.; vorgetragen werden M. 1.03 IU.72) Mill. Abschreibungen sind vorweg in Höhe ^°n M. 3.42 Mill. vorgenommen. Sämtlicha Anlage- onten einschl. der Zugänge sind abgebucht. Bei" er 1914 errichteten Gesellschaft beträgt das Aktien» apital M. 3.40 Mill. Die Bilanz verzeichnet eine 'euerrücklage von M. 40 Mill. Gegenüber M. 94.32 . Kreditoren waren vorhanden an Debitoren e ' n schl. Kassa, Bankguthaben, Wechesel, Wert- Papiere etc. M. 179.73 Mill, an Waren M. 24.17 ,. anzwert. Die Verwaltung bemerkt dazu, daß der 'esmal für Dividende aufgewandte Betrag zum eutigen Kurse einem Betrag von 2000 Dollar entspricht (der Bericht ist vom 20. April datiert), jährend die Dividendeausschüttung in 1920 10 000 °Uars entsprochen hatte. Uiionbrennereien A.-G. in KehL Die Generalversammlung genehmigte die Erhöhung des Aktien- * a Pitals von 20 Mill. auf 60 Mill. Der Reingewinn es abgelaufenen Geschäftsjahres beträgt 85,2 Mill. Ue r Geschäftsgang des Unternehmens ist günstig. „ Verein Deutscher Oelfabriken in Mannheim. Die u- : genehmigte 50 Prozent Dividende. Ferner Erklärte sich die G.V. mit einer möglicherweise ^tretenden Unterversicherung einverstanden, jährend der ersten drei Monate des laufenden a nres sei die Gesellschaft in ihren Fabriken noch regelmäßig beschäftigt gewesen. Durch die im \*ärz erfolgte Besetzung des Mannheimer Hafen- «ebietes sei die Mannheimer Fabrik vollständig z uia Stillstand gekommen. Die Gesellschaft lasse j'unmehr einen Teil der Kundschaft durch bekundete Oelfabriken bedienen. j. A.-G. Georg Egestorff Salzwerke und Chemische ®hriken in Hannover. In der G.-V. wurde be- s ^Mossen, eine Dividende von 80 Prozent und Bonus von 70 Prozent zu verteilen und das Aktienkapital unter Umwandlung von M. 3 Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien um M. 18 Mill. Stammaktien und M. 6 Mill. 6proz. Vorzugsaktien mehrfachem Stimmrecht zu erhöhen. Von den Stammaktien soll M. 1 Mill. den alten Aktionären z " 1 zum Kurse von 8000 Prozent angeboten Verden. Die restlichen M. 9 Mill. sollen im Interesse der Gesellschaft verwertet werden. Die Verwaltung begründete die Kapitalserhöhung mit der Geldentwertung. Ueber die Aussichten des aufenden Geschäftsjahres teilte sie mit, daß die Ul »sätze in den ersten vier Monaten das vierfache des Gesamtumsatzes des Jahres 1922 betragen hätten. Man hoffe wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen zu können. Mainkraftwerke A.-G., Höchst a. M. Der Rohüberschuß einschließlich 20600 M. Vortrag aus dem Vorjahre beträgt 321498 948 M. (i. V. 12 232 876 M.) Der Aplagekapitaltilgungs- und Erneuerungsrücklage wurden 248 599 310 M. (5 849 951 M.) zugeführt. Nach Abzug der Handlungsunkosten, Steuern, Abgaben und Zinsen für die Teilschuldverschreibungen sowie Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 23 567 347 (2 075 799) M„ woraus 50 v. H. (10) Dividende verteilt werden sollen. Der Generalversammlung soll ein Antrag auf weitere Erhöhung des Grundkapitals von 164 auf 174 Mill. Mark durch Ausgabe von 10 Mill. Mark Stammaktien unterbreitet werden. Die Neuausgabe erfolgt, um den Bezirksverband und den Kreisen die ihnen vertraglich zugesicherte Beteiligung überlassen zu können, sowie durch Verwertung im Interesse der Gesellschaft. Frankfurter Maschinenbau A.-G. form. Pokorny & Wittekind, Frankfurt. Die Bilanz von 1922 schließt mit einem Rohgewinn von 124 344 204 M, (i. V. 7 017 681) ab. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der Generalversammlung am 25. Mai vorzuschlagen, aus dem nach Abschreibungen von insgesamt 18 423 813 (1 765 669) M. verbleibenden Reingewinn eine Dividende von 150 V. H. (i. V. 22 v. H.) zu verteilen, das mit 1 Mill. Mark zu Buch stehende Werkerhaltui.gskonto in ein Selbstversicherungskonto umzuwandeln und diesem weitere 15 Mill. Mark, dem Delkredere-Konto 7,5 Mill. Mark und der Unterstützungskasse 10 Mill. Mark zu überweisen. Hackethal Draht- nnd Kabelwerke A.-G. in Hannover. In der o. G.-V. wurde beschlossen, eine Dividende von 100 Prozent auszuschütten. Weiter wurde beschlossen, das Aktienkapital um M. 45 auf 230 Mill. Stammaktien zu erhöhen unter vollständigem Ausschluß des Bezugsrechtes für die Aktionäre. Die neuen Aktien werden zum Nennwert einem Konsortium übergeben, wobei der gesamte Erlös abzüglich der Ausgabekosten und der Bankprovision der Gesellschaft zufließt. Die Kapitalserhöhung wurde begründet mit der rapid fortschreitenden Markentwertung, dem außerordentlich hohen Bankkredit, der in die Milliarden geht und der Notwendigkeit der ergänzenden Finanzierung des Nürnberger Werkes. Ueber den Geschäftsgang teilte die Verwaltung mit, daß er recht gut sei. Schiffahrt Nächste Abfahrten der Hamburg—Amerika-Linie. Hamburg-Nordamerika. Nach Neuyork: D. Bayern 14. 5., D. Reliance 15. 5., D. Mount Clay 17. 5., D. Thuringia 24. 5., D. Resolute 29. 5., D. Mount Carroll 31. 5. Nach Philadelphia—Baltimore— Norfolk: D. Emden 8. 5. Nach Boston—Baltimore— Norfolk: D. Hessen 22. 5. Westküste Nordamerika: D. Alaskan etwa 12» 5. Hamburg—Cuba—Mexiko: D. Holsatia 5. 5., D. Toledo 5. 6. Zentralamerika und Mexiko: D. Feodosia 18. 5. Hamburg—Westindien: D. Adalia 12. 5. Hamburg—Südamerika. Nach Montevideo, Bs. Aires & Rosario: D. Frankenwald 14. 5., nach Rio und Bs. Aires D. Teutonia 24. 5. Nach Rio, Montevideo und Bs. Aires D. Baden 5. 6. Brasil-Dienst: D. Altmark 5. 5. Hamburg—Ostasien: D. Göttingen 5. 5., Engl. D. Laome- don 16. 5., M. S. Münsterland 26. 5. Messen. Die nächste Frankfurter Messe wird vom 23. bis 29. September abgehalten werden. Wir wir hören, ist vorerst keine Vermehrung der Messebauten geplant, dagegen werden einzelne der Meßhäuser in ihrem Umfang erweitert werden. Die Messeleitung hat bei der Industriefilm A.-G. in Berlin einen Film von den Gebäuden des Messeunternehmens und dem Leben und Treiben auf der letzten Frühjahrsmesse aufnehmen lassen. Der Bildstreifen soll nicht nur bei Werbevorträgen verwendet werden, sondern auch in Lichtspieltheatern laufen und Vereinen zur Verfügung gestellt werden, die Vortragsabende über die Frankfurter Messe veranstalten wollen. Verschiedenes. Steigerung der Konkurse. Die Anzahl der Konkurseröffnungen in Deutschland, die sich schon im März erhöht hatte, (32 gegen 15 im Februar) hat im April eine weitere Steigerung erfahren. Es wurden im letzten Monat 45 Konkurse eröffnet, eine Ziffer, die immer noch erheblich hinter der des April vorigen Jahres (108) zurückbleibt. Von den Märkten. Berliner Metallmarkt 11. Mai. Elektrolytkupfer 14 467, Originalhüttenrohzink 559 283, Raffinadekupfer 12 250, 12 450, Originalhüttenweichblei 4600, 4650, Originalhüttenrohzink 5200, 5400, Re- melted-Plattenzink 4300, 4500, Originalhütten- aluminium 18 195, Juli. Drahtbarren 18 275, Juli, Banka-Zinn 39 800, 40 000, Hüttenzinn 39 200, 39 400, Reinnickel 22 000, 22 500, Antimon-Regulus 4800, 4850, Silber-Barren 830 000, 840 000, Platin 135 000. Hamburger Metallmarkt. 11. Mai. Silber ca. 900 fein, prompt 840, 830, 850, per Mai 840, 830, per Juni 875, 867,5 870—875, per Juli 990, 980, 977 bis 990; Zinhütten 5600, 52(10, per Mai 5450, 5250, per Juni 5550, 5450, 5450—5575, per Juli 6300, 6125; Weichblei, ab Lager 4400, 4300, ab Hütte 4600, 4400, raffiniert 4400, 4200; Banka-Zinn 39 000, 37 000; Kupfer, greifbar 14 900, 12 900, raffiniert 12 200, 11200, Wirebars 14 400, 14 200, Antimon 4750, 4300; Elektrolytkupfer 14 700, 14 200; Gold 28 500, 27 250; Platin 127 500, 122 500. Hamburger Altmetallmarkt. 11. Mali. Kupfer 61, 63, Rotguß 46, 48^, Messing, leicht 35, 37, Messingspäne 34, 36, Messingguß 36. 38.50, Blei 18.50, 19.50, Zink 19.25, 20. Die Preiserhöhung für Zement, die dieser Tage gekündigt wurde, hält sich etwa im Umfange der vorausgegangenen Ermäßigung. Für Süddeutschland stellt sich jetzt der Preis auf 1710 128 M. pro 10 Tonnen ab Werk. Der Verbraucherpreis für gerösteten Kaffee wird vom Verein der Kaffeegroßröster und -händler, Sitz Hamburg, offiziell mit 18 500 bis 23 700 für ein Vt Kilo, je nach Qualtiät notiert. SporivSpiel Leichtathlet». Bei dem Laus „Rund um Ettlingen', veranstaltet vom Ortsausschuh für Leibesübungen und Jugend- pflege, ging auch dieses Jahr das Lehrerseminar als Sieger hervor. Der Laus bestand aus 12 Strecken zu je ca. 4M Meter. Die Zeiten sind folgende: 1. Lehrerseminar 10 Min. 12'i Sekunden (1922: 10 Minuten m Sek.)! 2. Fußballklub 02—03 10 Min. 21% Sek. (1922: 15 Min. 45 Sek.»: 8. Turnverein 1885 10 Min. 37 Sek. (1922: 11 Min. 18 Sek.). Der von Konzert- sänger Weszbecher gestiftete Polal ist nun endgültig in den Besitz des Lehrerseminars gelangt. Vom Wetter Freitag, den tt. Mai 1823. Nachdem das über Mitteldeutschland vorüber ziehende Tiefdruckgebiet gestern Gewitter und böenartige Regenfälle gebracht hatte, haben auf seiner Rückseite einbrechende kalte nördliche Luftströme starke Abkühlung verursacht. Ans dem Hochschwarzwald herrscht Frost mit Schnee- fall. Ein Hochdruckrücken bringt heute teilweise Aufheiterung, doch dringt von der Nordsee eine neue Drnckstörung vor, die morgen wieder Trü- bung und Regenfälle und später noch stärkere Abkühlung bringen wird. Wettcranssichten für SamStag, den 11. Mai: Neuerdings stärkere Trübung und. Regenfalle, nach vorübergehender leichter Erwärmung spä- ter wieder stärkere Abkühlung bei böigen nord- westlichen Winden. Rhein-Wasserständ? morgens « Uhr: 11. Mai »djuiteriwsel Maxau * '. Mannheim 10. Mai 2,25 m 2,20 m S 23 m 8.18 m 4,78 m 4,75 m — m -mittags 12 Uhr 4,17 IN — m abends U Uhr 4,78 m 8,77 m 8,70 m Geschäftliche Mitteilungen. Snob hatte am vergangenen Sonntag wieder einen neuen groben Sieg zu verzeichnen. Das berühmte Berarennen Böhmens, die Fahrt Königssaal-Jilowitsch, kam zum 7. Male zum Austrag und gestaltete sich zu einem Wettkamvse der internationalen Motoren-Jndu- ftrie. Der Sieg in der Gruvve Fahrrader mit Hilss- motoren wurde von Pongs auf Snob davongetragen. In einigen Zeitungen ist allerdings eine Meldung er- schienen, wonach T.K.W, mit Stolle gesiegt haben soll. Dies trifft aber nicht zu, Pongs aus Snob gewann in 6,16 */i« Sekunden, während Stoll mit T.K.W, in 7 Minuten 7 7 /io Sekunden zweiter wurde. Wie hervor- ragend die Leistung des Snob-Motor ist, ergibt sich übrigens daraus, das, die Zeit von 6 Minuten 16 4 / io Sekunden die Zeiten aller deutschen Leichtmotorräder in der nächst höheren Klasse (250 cem) schlägt. Das ist jedenfalls eine sehr bemerkenswerte Leistung und stellt dem Fabrikat das allerbeste Zeugnis aus. 40 ? U J einem Geflügelhof Tiere mit Kalk- ^nen an, so kann man gleich sagen, dah ^er der Besitzer nicht am Platze ist, es man- M hier an der nötigen Aufsicht und Rein- Uchkeit. Wo im letzten Punkte gesündigt rctr &. werden die Tiere früher ober später °n diesem Hebel befallen. Den Namen bat 5er I ^iben von dem äußeren Aussehen ^.befallenen Körperteile. Hervorgerufen Mrd es durch eine Grabmilbe, die in der verhaut ihre Gänge zieht. Nicht nur Hüll- » ■ werden angegriffen, sondern auch Pu- Fasanen, Tauben und Stubenvögel. ^°rnehmlich werden Zehen und Läufe be- li°& Anfangs bildet sich ein grauweiher ebcrzug. der nach und nach sich umbildet und auswächst zu einer dicken, knolligen, graublauen Borke, wodurch die Beine ein Aussehen bekommen, als wären sie mit Kalk und Mörtel belegt. Die Beinschuvven lösen sich und heben sich hoch. Beim Abheben der Borken und Krusten entstehen leicht Blu- tungen. Die Grabarbeit der Milbe ver- ursacht den Tieren andauernd starken Juck- reiz. Die Sühner picken mit dem Schnabel in die Krusten, reiben und scheuern die be- fallenen Stellen und sind so in steter Un- ruhe. Zuletzt wird den Tieren das Gehen schwer, sie hocken herum, magern ab. die Legetätigkeit hört nach und nach auf. bis endlich die Tiere infolge Erschöpfung ein- gehen. Da die Uebertragung der Kalkbein- milben von einem Tier auf daS andere nicht leicht zu verhindern ist. ist es Pflicht eines jeden Geflügelzüchters, energisch den Kampf gegen diese Schmarotzer aufzunehmen. Um an die Milben heranzukommen, sind zunächst die harten Krusten und Borken aufzulösen und zu entfernen. Das geschiebt durch Ein- reiben mit grüner Seife, die man 24 bis 18 Stunden wirken läßt. Nach vorsichtiger Entfernung der Borken reibt man die Beine mit einem milbentötenden Mittel ein. Als solche nennen wir Lysol, Kreolin. Karbol- salbe, Kreosolsalbe. Teerschweselseife. Auch Petroleum ist ein gutes Mittel. Pinselt man wöchentlich oder vierzehntägig die Läufe seiner Tiere einmal mit Petroleum, wird durch diese einfache Arbeit von Kalk- beinen nichts zu bemerken sein. Sch. Der kleine Ratgeber. Der praktische Kleingärtner. ,,,i^.^wenkohl bei Frühjahrssrösten. Ueber- K>^erte Blumenkohlpflanzen, die fchon im und in der ersten Hälfte des April leite- ic verpflanzt werden, haben nicht >,.eu von stärkeren Spätfrösten zu leiden. Pst nun solche ein, so ist die Erde i'-m die b/^nzen zu häutein und zwar so. das, diese W-ii er deren Herzen reicht. Auf solche 3)nÜ e geschützt, leiden sie nicht vom Frost, ach schwinden des Frostes ist die Erde hinwegzuräumen. Statt mit Erde, wlV? ait Pflanzen auch mit altem Mist, ^Mreu oder dergleichen umgeben. «iiMw- reichblühcndsten Gruppen Pelargo- (W nÖ: Henry Jaeobn West Brigthton ($u"!' Souvenir de Mirande, Bewvius. betta. Duchesse de Cars, Meteor, Gustav >*. V. Rasvail, Mms. Atkinson. KS- Iel von Württemberg. Madame Ju- ^bretien. Pauline Gaspard. fer« m ^«aeziescr in Blnmentöpfen zu ent- im« wvr,ijch. Selnri» Serbard» Karlsruhe Druck und Verlag von G. F Müller. Karlsruhe. Ratgeber fMHoms.LcmvWirtfcha?t uuü ÄlsMgärtnareL Beilage zum «Karlsruher Tagblatt- 5. Jahrgang Nummer 10 12. Mai 1923 Die Kropfkrankheit und ihre Bekämpfung., Von Saatzuchtinspektor Meisner. Die vielen Anfragen wegen Bekämpfung der Kropfkrankheit iKohlhernie) veranlas- sen mich, nochmals kurz die Bekämpfung dieser für den Gemüsebau so gefährlichen Krankheit zu besprechen. Das Bestreben der städtischen Bevölkerung, „selbst ihren Kohl zu bauen", soll durch das immer wieder- holte Auftreten dieser scheublichen Krank- heit nicht abgeschwächt werben. Gerade durch den Gemüsebau erreichen wir die höchstmöglichste Bodennutzung, weil es uns gelingt, mit einer verhältnismähig kleinen Fläche Land sehr erhebliche Mengen von Nährwerten zu erzielen. Die vielen Klein- garten-Anlagen in und um Karlsruhe zei- gen uns. welcher Beliebtheit sich der Schre- bergarten bei unserer städtischen Bevölke- rung erfreut. Es ist oft rührend mit an- zusehen, wie sich die städtische Bevölkerung müht und plagt, das ihr zugewiesene Stückchen Land für seinen Nutzungszweck her zurichten und gerade deshalb, dah dieser Aufwand an Mühe und Arbeit auch Erfolg hat. soll nichts unversucht bleiben, diese» Erfolg eine gewisse Garantie zu geben. Nun sind aber ersahrungsgemäh unsere ganzen Kleingärten in und um Karlsruhe herum mehr oder weniger verseucht mit die- fem gefährlichen Kropfpilz und den meisten Gartenbesitzern wird auch die Kropfkrank- heit wohl bekannt sein. Wir finden sie vor allen Dingen an sämtlichen Kohlgewächsen, wie Weihkraut. Rotkraut, Wirsing, Kohl- raben, Blumenkohl, Rosenkohl u. a. m. Aber nicht nur unsere Gemüsearten, son- dern auch andere Pflanzen, die zu dieser Brassicagruppe gehören, werden von ihr be- fallen, so z. B. der Senf, Levkoye, Goldlack. Ja selbst bei Unkräutern, die zu dieser Fa- milie gehören, kann der sorgfältige Beob- achter das Vorhandensein der Kropfkrank- heit feststellen. So finden wir Kropserkran- kungen bei Hederich, Brunnenkresse. Schaumkraut, Leindotter, Acker-Rettich u. a. m. Unscheinbar klein finden wir diese krank- basten Wucherungen schon in den Haupt- würzelchen der jnngen Psänzchen im Sa- menbeete selbst. Ins Freiland pikiert, resp. versetzt, wächst dieser Pilz mit der iungen Pflanze stetig fort, bis er mit Abschluß der Wachstumsdauer eine Gröhe bis zur Faust erreicht. Diese Anschwellungen bezw. Aus- wüchse haben meistens die gleiche Farbe und Gewebezusammensetzung wie die Wurzel selbst, jedoch bei genauerem Hinsehen finden wir in diesem Wucherungsgewebe eine schneeweihe Färbung. Diese schneeweihe Färbung geht im Laufe der Entwicklung in einen gelblichweihen, dann schmutzig- grauen, zuletzt ganz dunklen Farbton über. Das Gewebe wird lockerer, mürber, zum Schluß schlammartig und übelriechend. Diese krankhafte Umbildung der Wurzel bleibt natürlich nicht ohne Einsluh auf die Entwicklunasfähigkeit der Pflanze. Viel- fach kümmern diese von der Kropskrankheit befallenen Pflanzen ihr Leben lang und find niemals in der Lage, ein brauchbares Pro- dukt zu geben. Das Schwerwiegende an der Bekämpfungsart ist darin zu sehen, dah diese Bazillen im Boden selbst fortleben und also stets auch gesunde Pflänzlinge befallen können. Dah gerade in unserer Karlsruher Gegend der Boden durchaus mit diesen Kohlherniebazillen verseucht ist, dürfte für jeden Gartenbesitzer seststehen. Wir müssen also, wenn wir dieses Uebel von Grund auf bekämpfen und unsere Erträge vor dieser Erkrankung sichern wollen, eine energische Bekämpfung aufnehmen, die uus aber er- möglicht, die Kropskrankheit fast ganz von unseren Gartenbeeten zu bannen. In der früheren Zeit blieb uns als einziges Mit- tel ein 3—4 Jahre langes Ausscheiden des Kohlanbaues aus der Fruchtfolge. Dieses läht sich natürlich im gärtnerischen Kleinbe- trieb nicht durchführen. Man versuchte dann später durch starke Düngung mit Aetz- kalk di-e betr. Bakterien im Boden abzu- töten, jedoch meistens mit sehr geringem Er- folg. Der Wissenschaft aber ist es jetzt end- lich gelljngen, ein Bekämpfungsmittel zu finden, das mit verblüffendem Erfolge diese Dr. 130. Seite 8 Karlsruher Tagblatt. Samstag, den 12. Mai 192S Zweites Blatt LILLY HAIST Iiiiiiiiiiii EUGEN KNAUS 'üliimilllllliillllllllllliilllllllllll VERLOBTE lllllllllllilllllllllillllllllllMlillllli KABLülBIJHG 13. »AI 1923 IAMHE1M U)fMSTRASSE lO ... ' MAX -JOSEFSTR. 1® Deukschnationaler Handlungsgehilfen-Verband Ortsgruppe Karlsruhe. Ans Anlaß des ZSjShrigen Gaujubllöums veranstalten wir am Sonutag, den IS. Mai, abends 6 Uhr (statt wie vorher angekündigt um 8 Uhr) im großen Saal der städtischen Festhalle einen Festabend mit anschlietzendem Bell unter gütiger Mitwirkuiia von den Herren Kammersänge^l»« van Norton» Krw Merz (Orgel). AUlli Cder(Cello), und des K»rlsr»«>erJnstr«n»entaI- Aereinö. unter Leitung des Herrn Musikdirektors Münz. Acitlolaen. die zum Eintritt berechtigen, »um Preise von Jl 1500— u. 1000 — bei der GeschästSstellc. Kaiserstr. IS», u. Mufikalienhdl. FridMüller, Kaiserstr. Romanus der Stiefel der vornehmen Welt. Petto erstklassiger Jugeudstiefel. Albert Heil, Karlsruh•, - Kaiserstr. 205. Noval Sauerstoff- Mundwasser desinfiziert und schützt vor AnstecKungen. In allen einschlägigen Geschäften zu haben. Ständiges Lager: Drogerie Karl Roth. Goldene Jubiläumsmedaille Berlin 1921. Old. Medaille Mannheim 1921 Oroßes goldenes Ehrenkreuz München 1922. Zu haben In d.elnschlSg. Stahlwaren-Geschfiften. Samstag, den 12. Mai, nachmittags 4 bis %7 Uhr Opern- und Operettenkonzert. F euerwehrkapelle. Eintritt: Inhaber von Jahreskarten und Kartenheftefl 200 Mk., Kinder 100 Mk., Sonstige 700 Mk., Kinder 250 Mk. Bei ungünstiger Witterung fällt das Konzert aus. R esi Lichtspiel« — 30 WaidstraBe 30 — Samstag bis einschl. Dienstag Der letzte Kampf. 6 abenteuerliche Akte WM- mit HARRY PIEL. "M» Lohengrin's Heirat. Lustspiel in 3 Akten. RHEINI/CHE A/PHALT'UND 1EMEHTPLATTEHFABRIK RAB tV» III *■?* Hl» MB IM M* F ■ M DACHMPPI — TIERrRODUKTI au»»Oh*uno von DACHDCCRUMCEM • l/OLIERUMGEM A/PHALTBELAGiB BühnenuolKsbund MusemelRde Karlsruhe. Samstag, 12. Mal 1923, abends 8 Uhr, in der stSdt. Festhalle Orgel- u. Chor-Konzert. Mitwirkende: Franz Philipp, Freiburg (Orgel), Paula Weber, Mitglied des Bad. Landestheaters (Alt). Der Kirchenchor St. Bonifaz unter Leitung des Chordirektors Schneider. Vortragsfolge: 1. C moll Ptäladitim und Fuge . . . J. S. Bach, (Auf vielfachen Wunsch wiederholt). 2. Lieder für Alt J. S. JBseh. 3. a) Choralrorspiel Wenn wir in höchsten Nöten sein : J. S. Bach. c)Ave r K} auso P usS0 - • • Max Reger. 4. Eine Folge von A-capella-Chören „Unserer lieben Frau", op. 15. . Franz Philipp. 5. Freie Improvisation auf der Orgel . Franz Philipp. Preise der Plätze: 3500 Jl, 3000 Jl, 2500 jK, 2000 Jt, Stehplätze 1000 Ji Eintrittskarten in der Musikalienhandlung Mailar und in der Herderschen Buchhandlung. Hlerzo sind aufgerufen die Mitglieder der Theatergemeinde BVB Nr. SOI - 2400 Dieselben erhalten Karten (auf Abschnitt 11 der Mitgliedskarte) zu 2200^, 1800 * und 1500 JC in der Geschäftsstelle der Theatergemeinde bis 12 Mai abends 6 Uhr. Programme mit Erläuterungen und Text, der Lieder in den Vorverkaufsstellen und im Saal. Badischer Landestheater. Samstag, den I2.M »i, 7 bis geg. \ 2 I0 Ehr Sp. I. Abt. 4000 M Abonn. F 20. Th.-Oem. B. V. B. Nr. 3001-3100 u. 3601—3800. Zum erstenmal: Fl"ßier« Lustspiel in 3 Akten v. J osef v. Eichendorff. In freier ■Bearbeitung v. Otto Zoff. Musik v. Christian Lnhusen. Gottesdienst-Anzeiger. Sonntag, den 13. Mai. Evans. Siadwemcinde. (Erandi.) Stadtkirch«. Ig: Kirchenrat Ravv- %12: Christenlehre, Kirchenrat Ravv. Kleine Kirche. Mr9: etabtv. Fiedler. W12: Kin- deraottesdiekt, Stadtv. Bollmann. V*il2: Christenlehre, Psr. Herrmann. 0: Stadtv. Fiedler. Schloßkirche. 10: Kirchenrat Mischer. V412: Ktu- dergottesdienft. Kirchenrat Fischer. Johanneskirch«. 8: Stadtv. Pfisterer. Mäß: Psr. Maner-Ullmann. 11: Christenlehre, Psr. Maoer-Ullmann. 11: Kindergottesdienst, Stadt- Vikar Psisterer. Cbriftuökirch«. 8: Stadtv. Wüst. 10: Ordi- nation des Pfarrkandidateu K. Eiermann durch ffr. Rodde. Predigt: Kandidat Eiermann. 11^: hriftcnlchre, Pfr. Rodde. 0: Stadtv. Bucherer. Keweindedaili, der Weltstadt. 10: Pfr. Seufcrt. 11'j: Kinderaottesdienst. Pfr. Seusert. Diakoniisennanskirche. 10: Pfr. Swler. Abend» KH: Kirchenrat Kaö. Lutberkirche. 8: Pfarrkaudidat Mecker. %10: Pfarrkandidat Leiser. %11: Christenlehre, Psr. Weidemeier. %12: Christenlehre, Pfr. Renner. Matthäuoviarrei. Turnsaal Südendfchule. 8: Christenlehre, Psr. Hemmer. !410: Stadtv. Arnold. 11: Kinderaottesdienst, Pfr. Hemmer. Ludwig - Wilhelm - Kraukcnheim. 5: Kirchenrat Fischer. >• Stadt. Krankenhaus. 10: Gottesdienst. Beiertheim. %10: Stadtv. Sick. 'Ml: Christen- '' H «ilS'r I >cdVi»-^,edÄch(nie.kirche (Stadtteil Miihl- burg. 814: Frühgottesdienft, Pfr. Schul». >>10: Pfr. Schulz. «11: Kinderaottesdienst, Stadtvikar Schuler. Daxtaudeu (neues Schulbaus). MV: Stadtvikar Rößger. '/»II: Jugendgottesdienft, Stadtvikar Röhger. Bund chriftl. Polizeibeamte». Vereinshaus Amalienstraße 77: Donnerstag, abends 8^: An- dacht, Pfr. Hemmer. Cvana.-lntb. Gemeinde, Friedhoskapell«, Wald- horustrasie. Vorm. 10: Predigtgottesdienst: an- schließend Christenlehre. Evaug. Ttadtmisfion Karlsruhe, Adlerstraße 23. Sonntag. ',-12: SouutagSichule. Stadtm. Scherer. 3: Alin. Versammlung. Miss. Riedel. Erang. Vereinshaus. Amalicnstrasie 77. II^L: Sonntaasschule. %8: All«. Versammlung, Stadtmiss. Scheurer. — Mittwoch, 8: Bibel- und Ge- hetsftu«dc. Evaug. Verein für innere Mission A. B.. Mühl- bürg. Rheinftraße 3ö. Sth.: Sonntag, 8: Allg. ~ cTi ' Versammlung. .iionskirche der Evaug. Beiert- Kenner Allee 4. Sonntag, vorm. %10: Predigt, Pred. Klenert. 9411: Kinderaottesdienst. — Don» ncrstag. abends 8: Bibelstunde. — Mtihlburg.i H«dtstraße 5. Mittwoch, abends 8: Gebetsver- sammlnng. der Metb. Gemeinde, Karlstr. 40b. ßredigt, Pred. Rücker. 11: Kinder- Sorm. %10: gottesdienst. WocheugotteSdleufte. Kleine Kirch«. Donnerstag, abends 6: Stadtvikar Fiedler. ,1ohanneskirÄc Donnerstag, abends 8: Stadt- Vikar Sick (Kirche). Lutherkirch«. Tonnerstaa. abends 8: Bibel- stunde, Pfarrkandidat Riecker. Katholisch« Siadtgemeiude. St. Stevhauskirch«. 'M: Frühmeffe: 6: heil. Messe mit Monatskomm. für das Männer -Avosto- lat. Männer-Kongr. Neudeutschland und Jugend- verein: 7: hl. Messe: 8: Singmesse mit Predigt: VjIO: Hauvtgottesdienft mit Hochamt und Predigt: '412: Kinderaottesdienst mit Preotgt: 942: Christenlehre sür Mädchen: >43: Bittandacht zur Erlangung des Segens für die Feldfrüchte: 7: Maiandacht mit Predigt. — An Wochentagen jeden Abend Maiandacht %8. — Samstag. 19. Mai: Pfingst- vigil: morgens Yi7: Taufwafferweihe: 7: feierl. Hochamt. Alt« St. Biuzeutiuskavell«. %7: hl. Messe: 8: Amt: 10: Gottesdienst für Akademiker: nachm. Wi'- Maiandacht mit Predigt. St. Bernbarduskirche. 8: Frühmesse mit Generalkommunion der Männerkongr.. des Jugend- Vereins und des Männeravoftolates: 7: hl. Messe: 8: deutsche Singmesse mit Predigt! ^10: Predigt und Sochamt: ?412: Kinderaottesdienst mit Pre- Slngmesse mit Predigt. Liebfraueukirche. ft: Frühmesse: 7: hl. Mekse mit Monatskommunion der Männer und Jüng- linge: 8: deutsche Singmesfe mit Predigt: J A10: Hauvtaottesdienft mit Amt und Predigt: 11: Kin- dergottesdienft mit Predigt: %2: Christenlehre für die Mädchen: ^3: Herz -Jefu-Andacht mit Segen: 7: Maiandacht mit Predigt und SUen. St. Bouifatiuskiribe. 0: Frühmesse: 7: Sing- messe und Generalkommunion der Jünglings- und Männersodalität sowie des Männeravostolats: 8: deutsche Singmesse und Predigt: ^10: Hauvt- gottesdienst, Hochamt und Predigt: ^12: Kinderaottesdienst und Predigt: 2: Christenlehre sür die Mädchen: ^-3: Andacht in allgemeinen Nöten u. Anliegen: 7: Maiandacht ttt. Pred. und Segen. Ludwig-Willielm-Kraukkuhri». 8: dl. Meflc und Predigt. St. Peter- und PanlSkirch«. 6: Frühmesse und Monatskommunion der Männer und Jünglinge: 948: Kommunion des Männeravostolats und der Jünglingskongr.: 8: Deutsche Singmesse mit Pre- digt: telO: Predigt und Hochamt: ^12: Kinder- gottesdienst mit Predigt: 2: Christenlehre für die Mädchen: VS: Herz-Jesu-Andacht: 7: Maiandacht mit xrediat und Segen. ftädt. Krankenhaus. VA: Deutsche Sinamesse 1. Jos«fSkirchc (Grünwinkel). 6—7: Seicht« geleacnheit: 7: Frühmesse mit Monatskomm. für die Marian. Jutmfrauenkonar. und die weibliche Jugend: VslQ: Deutsche Singmesse mit Predigt und Christenlehre für die Mädchen. Tellerkollekte für die FronleichnamsvrozMon. S: Herz-Jefu- Andacht mit Segen: ^3: Versammlung für die m. Jungfranenkonar- mit Predigt und Segen: 7: feierl. Maiandacht mit Segen. — Dienstag und Freitag: abend« M: feierl. Maiandacht mit Se- gen. — PfingstsamStag: 6: Taufwafferweihe: %7: Pftngftvigilamt. St. Michaelskirch« (Beiertheim). f>: Beicht» gelegenheit: VC!: Frühmeffe mit Monatskomm. der Mädchen und Jungfrauen, insbesondere der Juna- frauenkongr.: 8: Singmesse mit Predigt: %10: Hochamt mit Predigt: nachm. Vi2: Christenlehre sür die Mädchen: 2: Herz -Jefu -Bruderfchaft mit Segen: 7: Predigt. Maiandacht und Segen. — Werktags, abends %8: Maiandacht mit Segen. . St. Nikolauskirch- (Nüvvurr). 6—7: Beicht- gele»enbeit: 7: Friihmeffe mit Monatskomm. der Männer und Innamänner: 9: Amt mit Predigt: M2: Christenlehre für Jünglinge und^Mädchen: 2: Herz-Jesu-Andacht. dann Versammlung der Jungfrauenkougr. mit Vortrag und Segen: abdS- ^8: feierl. Maiandacht. - Dienstag und Freitag: abds. %8: Maiandacht mit Uhr, nachmittags 4 Uhr. Mittwock abends 8 Uhr. Kirch« Jesu Christi der Heiligen b«r lebten Tag« (Softenftraße 73, Eing. Lesungstr.). Sonntag, vorm. 10>/? u. abends 7 Uhr. Mittw.. abends 8 Ubr FrrireNg. Gemeinde. Im Saale „Vier Jahres- zeiten". Hedelstr. 21. Vorm. 10 Uhr: Sonntags- feier, Vortrag von Prof. Dr. Drews. 38 39 lmrtnäckiaen Bakterien vertilgen kann. Es handelt sich hierbei um das von den ftai" benfabriken vorm. Kr. Bayer &. Co., Leverkusen bei Köln, hergestellte Chlorvhenol- Quecksilberpräparat „Uspulun". Dieses Mittel ist infolge seiner chemischen Zusam- mensetzung in der Lage, die schädlichen Bäk- terien tphasmodiophora brassiea) fast rest- los zu vernichten, so das; ein gedeihlicher Anbau von Kohl möglich ist. Vorausgesetzt ist natürlich immer bei solchen Mitteln, das, sie sachgemäß angewendet werden. Zunächst müssen wir den Boden als eigentlichen Herd der-Krankhckt desinfizieren. Kerner muk die Erde des Mistbeetes desiustziert werden und selbst der Samen, aus dem wir die Setzlinge ziehen, muh mit einer Mvulun- lösnng gebeizt werden. Wenn wir den Bekämvsungsgang verfol- gen, würde er sich folgendermasten gestal- ten: Die Mistbeeterde, in der die Setzlinge gezogen werden sollen, wird mit Uspulun desinfiziert. Man nimmt auf 1 Kilogramm Mistbeeterde 1 Gramm Uspulun und mischt diese innig miteinander. Wenn also in un- serem Mistbeet 20 Kilogramm Keimerde sind, benötigen wir 20 Gramm Uspulun. Dieses Mischen besorgen wir 4—6 Tage vor dem Auösäen der Samen. Die Samen selbst legen wir vor dem Aussäen in das Mistbeet in eine Uspulunlösung und zwar auf 1 Li- ter Wasser 10—15 Gramm Uspulun. In Äleses Wasser legen wir die Samen, z. B. von Weißkraut % bis *A Stunden ein. nehmen sie dann heraus und trocknen sie ober- flächlich ab durch Ausbreiten an der Luft oder können sie auch gleich im Mistbeet zur Aussaat bringen. Das Pikierland muh natürlich ebenfalls desinfiziert werden, am besten auf diese Art wie die Mistbeeterde. Wenn wir dann kräftige Setzlinge gewofl» nen haben, beginnt das Versetzen ins Krei- land. Es würde natürlich zu weit führen, wenn man das Kreiland auch völlig mit Uspulun behandeln wollte. Man hilft sich aber hier dadurch, das; man auf die Krei- landerde in Wasser gelöstes Uspulun aus- gieht. diese Erde dann innig durch scharfes Rechen mischt und die in das Freiland ge- fetzten Pflanzen mit der Uspulunlösung an- gieht. Man nimmt einen vollen Teelöffel Uspulun. löst diese in 1 Liter Wasser auf, nimmt dann von dieser Lösung etwa 1 Pro- zent und gibt diese in eine etwa 10 Liter fassende Gießkanne, die mit gewöhnlichem Brunnenwasser gefüllt ist. Mit dieser Flüs- sigkeit begießt man die Gartenfläche und ebenso die Pflanzen zum Ansetzen. Wenn auch die Lösung etwas stärker ist, brauchen wir keinerlei Schädigung zu befürchten. Solche behandelt^ Gartenstücke einschließlich der Pflänzlinge werden nur ganz vereinzelt noch Kropfkrankheit aufweisen. Es bat na- türlich keinen Zweck. Setzlinge wo anders herzubeziehen und diese dann in desinfizier- tes Land zu setzen, denn wir haben nie die Garantie, dah die Setzlinge völlig von Kohlbernieerkrankung frei sind. Nur dann, wenn wir systematisch Mistbeeterde, Samen- korn, Pikierland und Kreilanderde mit Uspulunlösung desinfizieren, wird es uns gelingen, diese Krankheit zu bannen. Die Brennfleckenkrankheit der Bohnen. Eine sehr bekannte Krankhellt der Bohnen ist die durch den Pilz Cloeesporium Linde- muthianum hervorgerufene Brennflecken- krankhett. Sie ist leicht erkennbar durch die sich auf den Bohnenhülsen befindenden, mehr oder iveniger runden schwarzbraun ge- färbten Klecken, die oft durch die Hülfe hin- durch bis auf die Samenkörner dringen. Auch die Stengel und Blätter werden von den Klecken befallen. Durch die im Laufe der Zeit sich bemerkbar machende Bergrötze- rung werden die Bohnen mit der Zeit un- ansehnlid) und unbrauchbar. Auf den Klek- ken entstehen die Vermehrnngssporen, welche die Verbreitungsorgane der Krank- heit darstellen. Die Verbreitung selbst er- folgt nach den bisherigen Kestftellungen durch die Saatbohnen, auf welchen die Svo- ren überwintern. Ob eine Ansteckung auch durch abgestorbene Pflanzenteile auf dem ,^elde erfolgt, ist noch nicht völlig klarge- stellt. Der durch Cloeesporium verursachte Krankheitsbesall ist in seiner Stärke ver- schieden. Aus nur ganz schwach befallenen Bohnen können unter günstigen Umständen krankheitsfreie Pflanzen entstehen. In den meisten Köllen zeigen sich jedoch die Klek- ken, die die Kruchtbarke't und den Wert der noch verbliebenen Krüchte stark beeinträch- tigen. In starken Krankheitsfällen wirb die junge Bohnenpflanze schon beim Auflauf vollständig durch k^en Pilz vernichtet und man bemerkt dann in den Bohnenvarzellen viele Lücken. Wegen des großen Schadens, den die Brennfleckenkrankheit anrichtet, sind Be- kämpfungsmaßnahmen sehr am Platze. Da, wie vorhin gesagt, die Samenkörner wohl als die einzigen Verbreiter der Krankheit in Betracht kommen, wäre als Gegenwir- kung eine entsprechende Behandlung der Bohnen vor der Aussaat ins Auge zu fassen, zweckmässig durch Einlegen der Samen in eine chemische Klüffiakeit (Saatbeize), welche die Krankheitserreger abtötet. Sehr wichtig ist hierbei, dah eine Beize genommen wirb, die die Keimfähigkeit der Samen nicht an- greift. Auch spielt die Dauer des Beizvor- ganges eine grohe Rolle, da empfindliche Samenkörner nicht so lange gebeizt werden dürfen wie widerstandsfähige Sorten. Bei Verwendung der Saatbeize Uspulun kann z. B. als durchschnittliche Beizdauer eine halbe Stunde in einer 0,2öprozentigen Lö- suna (2% Gramm Uspulun in einem Liter Wasser aufgelöst) bezeichnet werden. Die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme ist in vielen Källen einwandfrei nachgewiesen worden. Ganz abgesehen von der Abtötung der Krankheitskeime wirkt die Beizung ^>nit Uspulun auch günstig aus die Keimfähigkeit älterer Sämereien, die an sich die Keimkraft teilweise eingebüßt haben. In zahlreichen Versuchen wurde festgestellt, daß durch eine Beizung mit Uspulun bei älteren Samen- körnern, auch solchen mit Brennflecken- sparen, die an sich geringe Keimfähigkeit be- deutend erhöht wurde. In der Praxis zeigte sich dies in vergleichenden Versuchen, d. h. durch Aussaat von gebeizten und ungebeiz- ten Bohnen in zwei nebeneinander liegen- den Parzellen dadurch, baß die gebeizten Bohnen voll ausliefen, während die unge- beizten recht viele Lücken zeigten. Daraus folgert ohne weiteres, daß bei den gebeiz- ten Bohnen auch eine bedeutend größere Ernte eingebracht werden konnte. Nach Be- richten belief sich diese häufig auf das fünf- fache derjenigen der ungebeizten Parzellen. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß durd) den verbesserten Auslauf infolge der Uspu- lun-Behandlung die Bohnen in der Regel auch eher reifen und demzufolge früher ge- pflückt werden können. Alles Saatgut, das in seiner Keimfähig- keit zurückgegangen oder von Schimmelpil- zen usw. befallen ist, braucht nicht immer weggeworfen zu werben, da es in vielen Källen durch eine Beizuna mit Uspulun wieder verwendbar gemacht werden kann. Wo allerdings die Keimfähigkeit durch mehr- jähriges Lagern vollständig verloren gegan- gen ist. da hilft auch Beizen nicht mehr. Es sei noch bemerkt, daß infolge der Bei- zung aufgeplatzte Samen ruhig ausgelegt werden können, da sich hieraus noch ein ge- sunder Stengel entwickelt. Die Auslegung darf aber nicht bei zu trockener Witterung erfolgen, da sonst der durch die Beizung schon geweckte Keim Schaden erleiden kann. Schlechtes Gedeihen der Kartoffeln. Antwort a«f eine Aufrage. Vermutlich ist die Ursache für das schlechte Gedeihen der Kartoffeln in Ihrem Garten in der Kartoffelsorte selbst zu suchen. Es wäre natürlich für die Beantwortung der Krage leichter gewesen, wenn Sie die Bo- denverhältnisse Ihres Gartens in kurzen Worten geschildert hätten. Ich aehe wohl in der Annahme nicht fehl, daß sich Ihr Garten im Bannkreis der Stadt Karlsruhe befindet, wo wir es vornehmlich mit einem leichten, schwachlehmigen Sand- boden zu tun haben. Auch wäre es wün- schenswert gewesen zu wissen, wie Sie Ihre Kartoffeln düngen. Ihre Angaben, daß es große Stöcke und viel Kraut gibt, läßt dar- auf schließen, daß Sie für genügend Dün- gung besorgt sind. So wird also wohl der Kehler an der Sorte selbst liegen. Vielleicht legen Sie auch die Saatkartoffeln zu tief in den Boden. Auch ist vielleicht der Boden zu fest aelaaert, was mitunter auch ungün- stigen Einfluß auf den Knollenansatz ausübt. In unfern leichten Böden der Rbeinebene dürfen wir die Kartoffeln nicht tiefer als höchstens 10 Zentimeter in den Boden brin- gen. Die beste Düngung ist eine im zeitig- sten Krühjahr eingewatete Stallmistdün- gung. Außerdem empfehle ich Ihnen drin- gend pro Aar 3—4 Pfund Kaimt oder 1," bis 2 Pfund 40prozentiges Kalisalz, das Sie jetzt schon auf den Boden ausstreuen können. Eine kleine Düngung von 1.5 bis 2 Pfund Thomasmehl w»rhx von großew Nutzen sein. Die Anwendung von Pfuhl oder Latrine empfehle ich Ihnen nicht, da der starke Chlorgehalt drückend auf den Stärkegehalt der Kartoffeln wirkt. Ein übriges können Sie noch tun, wenn Sie pro Ar 2 Pfund schwefelsaures Ammoniak kurz vor dein Auslegen der Kartoffeln in den Boden ein- Harken. Zur Saat empfehle ich Ihnen unter allen Umständen, sich neues Saatgut zu beschak- sen. Es. kommt für Sie in Betracht als Krühkartoffeln: Thieles Kuckuck oder Krii- hefte ober Cimbals Ella oder Vesta, als mittelspäte gute Speisekartosfeln Deodara, HiHdenburg, Gratiola. Laurus, auch Indu- strie. Als Kutterkartoffeln die Sorte Par- nassia, Wohltmanu. Kalkbeine der Hühner. Unter allen Uebeln. die den Geflnaelhof heimsuchen, ist wohl keines so verbreitet wie das der Kalkbeine. Ja. man bekommt nicht selten ganze Geslügelbestände zu Gesicht, deren sämtliche Insassen mit diesem Leiden behastet sind. Alle Tiere laufen mit mehr oder minder weißkalkigen Beinen umbe^ Bei einigen ist das Uebel schon soweit fort- geschritten, daß selbst Gesicht. Kamm und Kehllappen angegriffen sind. Trifft man