. **H#f*8t>rrf5 MI TO«: WKarlsruher Tagblatt «arlsrnh«. Ameiaenvrerse fftt Mai: die Qaefp. Nonvareillezeile oder deren Raum M 850.- auSwärts Ji 420.—: " Mi lien anzeigen und £ gc.wche Jt 200.—; Reklamc- »cile Ji lioo.—! an erster m „ Stelle Ji 1200.—. Sjl a 6 a 11 nach Tarif. An^eia.»Annas, me b. S Ubr mittags: kleinere Anzeigen spätestens bis 0 Uhr nachm. ftfTnfDraöanfcfilüffc : Geschäftsfte»- Nr. 18. B-rlaq N, 21 «nd 297. Echrislieiinng Nr. 2(1 Hauvtschristlciter Nr. 19. Badische Morgenpost Badische Morgenzeitung Die PyramV »Wirtschafts» und HandelSzeitung"^ »Turn-- und Sport-Zeitung" ^ „Anterhaltungsbeilage"^ .Literaturbeilage" / »Für die Frauen" ^»Wandern und Reisen" ^»Die Scholle" Ahesredakteur: Hermann » Laer. Verantwortlich für Politik: Fritz Ebrhard: süi den wirtschaftlichen, baiischen und lokalen Teil: Heinlich Verdarbt: für baS Feuilleton: Hermann Weick: für die .Poramide' Aarl «oho: für Inserate: Hetnrich Schriever. sämtliche in Karlsruh Druck und Verla« C F. Müller. Karlsruhe. Ritterstr. 1 Berliner Redaktton vi. Richard Iüglei. Berlin-Lankwitz. Mozartftr. «7. Televbon-Zentrum 428. Kür unverlangte Manuskripte oder Drucksachen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Rücksendung ersolgt, wenn Porto beiaesügt ist. Sprechstunde der Redaktion: 11—12 Uhr vormittags. 120. Jahrg. Mittwoch, den S0. Mai 1933 Mr. 147. Des Fronleichnamsfestes wegen kommt die Frei- lagsnummer unseres Blattes erst mittags zur Ausgabe. Größere Anzeigen für die Freitagsnummer werden bis heute abend ö Uhr, kleinere Anzeigen bis Freitag 8 Ahr vormittags angenommen. Ter belgische Reparalionsplan. Paris. 29. Mai. Der „Matin" will in der Lage sein. Genaueres und Richtigeres über die von der belgischen Regierung übersandten Vor- 'chläge zur Lösung der Reparationsfrage mit- teilen zu können. Die Belgier gingen von dem Aedanken aus, daß man mindestens 2—4 Milliarden Goldmark jährlich aus Deutschland be- Ziehen könne, ohne sich der Pfänder zu Entledigen und ohne sich der Chimäre gro- «er internationaler Anleihen hinzugeben. Die Vorschläge gingen von der Schaffung von -Monopolen aus. Deutschland besitze ein Alko h o lm o n op o l: aber die Getränke ,e iett nur mit dem vierten Teil des in Krank- *eich üblichen Satzes belastet. Der Zucker sei ?ur mit 3—10 Prozent belastet, während der Mnzösische Zucker eine Last von 18 Prozent und Ar englische eine solche von 13 Prozent trage. "N gleicher Weise stehe es mit dem Tabak. Auch die deutsche Industrie hätte davon ge- wrochen. die Eisenbahnverwaltung in «ie Hand zu nehmen, um daraus ein privates Unternehmen zu machen, das einen Jahres- Ertrag von einer Milliarde bringen soll. Mini- ^erpräfident Theunis glaube, dah man in Deutschland eine Serie grober Pachtverträge [jtr den Verkauf gewisser Produkte und für die Ausbeutung gewisser Staatsgüter, sowie für die Aegie der Eisenbahnen abschließen könne. Aber diese Monopole sollen in die Hand i n t e r - Nationaler Syndikate mit einer be- Nächtlichen Beteiligung der Alliierten gebracht werden. Die Belgier schätzen, daß die Mono- vole und der verpachtete Eisenbahnbetrieb te der Reparationskommis- 'jott jährlich 1,9 Milliarden Goldmark bringen ,önnten. Hinzu könne man die deutschen K o h - Anlieferungen in Höhe von 500 Millionen Goldmark zählen. Man würbe also aus Deutschland selbst 2,4 Milliarden Goldmark im 'whre ziehen, d. h. die Zinsen von ö Prozent von 40 Milliarden Goldmark. 35iefe Summe sei unrichtigerweise als die ^uinme bezeichnet worden, auf die die Belgier Ae alliierten Forderungen beschränken wollten, ^kan fasse aber ferner auch eine B e t e i l i - Pitft von 25 Proz. an der deutschen Industrie ins Auge, was eine Zusatzein- Ahme ergebe, die man nicht genau abschätzen ^n«e. Die Flüssigmachung von Reparations- Albern durch internationale Anleihen soll auf 'väter verschoben werden. . Die erste der Unerläßlichen Bedingungen sei. V« Deutschland seine Finanzen saniere. i£ch Ansicht der Belgier könne Deutschland den Jiarkknrs durch künstliche Mittel stabilisiere«. 3?ft jüngst habe Deutschland während zweier Monate dank vernünftiger Verwendung der A^ichsbankdevisen die Mark gestützt und diese Operation habe die Reichsbank nicht ruiniert, ?^il ihr nach dieser Operation neue Devisen in von 50 Milliarden Dollar zugeflossen l e ' ett - Deutschland könne auch sein Bndget ckks- "ä^n- , j Theunis erinnert daran, daß in dem Viertel- !°br von April bis Juni 1922 das deutsche Vud- im Gleichgewicht gewesen sei und sogar einen Monatlichen Ueberschnß von 90 Millionen er- habe. Man könne auch nicht sagen, baß Urch Schaffung von Monopolen dem deut- '«len Staat Einnahmequellen entgehen würden: °enn die belgischen Sachverständigen hätten fest- stellt. haß in der Periode des Budgetaus- Geichs hie Monopole nur mit 20 Millionen ^vldmark in den Einnahmen standen. Wohl- Erstanden müßten die gegenwärtigen Ge- Ue für hie Schaffung von Monopolen und die Enterung der Finanzen nicht nur angenom- ^n. sondern durch neue Gesetze vervollkommnet Werden, ähnlich wie sie in Wien angenommen worden seien und durch die dem Reichstag verboten werde. ''•Je Entscheidung zurückzuziehen. Das Ruhrgebiet werde natürlich teilneh- ?e» an den Gebieten, die die Einnahmequellen "«kern können. Die Besetzung des Rnhrgebietes !?.?rde also einen doppelten Charakter haben. "Wich Kontrolle der Lieferungen und un- »Nttelbare Durchführbarkeit der Drohungen Falle einer Verfehlung. Die Blockade werde aV°hoben und die Einnahmequellen gingen "'s neue ans Deutsche Reich. Tatsächlich, so sagt das Blatt, die Belgier ver- treten die Ansicht, die Ruhrbesetzung bedeute nicht eine wirkungsvolle Maßnahme nnd sei ans die Dauer mörderisch für das Wirt- schaftliche Gleichgewicht Deutschlands. Sie glauben nicht, daß man sich aus dem Ruhrgebiet selb st bezahlt machen könne, d. h. baß man alle Zahlungen im Ruhrgebiet für Reparationen finden könne. Man könne dem Ruhrgebiet nicht alle Lasten anshal- sen, die nur die Gesamtheit des Deutschen Rei- ches tragen könnte. Diese im einzelnen entwik- kelten Betrachtungen sollten aber nicht verhin- dern, die Blockade solange aufrecht zu erhalten, ja sogar zu verschärfen bis zu dem Augenblick, wo der von Theunis ent- wickelte Revarationsplan zur Anwendung ge- bracht werde. Die Psandnahme entspreche in ihrem Geiste der von Frankreich im Januar der Reparationskommission übermittelten Note, in der die allgemeine Verfehlung Deutschlands festgestellt wurde. In ihrer Durchführung sei sie von dem Realisationswunsch beherrscht, der auch der wesentlichste Zweck der Teilnahme Bel- giens sei. Das Angebot der Industrie. Die amtliche Auffassung. Berlin, 29. Mai. Das Wolffbüro verbreitet folgende Mitteilung, die aus dem Büro der Reichsregierung kommt: Zur Frage der Kredite für die deutschen Reparationsleistungen liegt in dem Schreiben des Reichsverbandes der Deut- schen Industrie an den Reichskanzler ein wich- tiger Beitrag vor. Das Schreiben trägt den von der Reichsregierung festgelegten Gesichts- punkten der Heranziehung der Wirtschaft zur dinglichen Sicherung der deutschen Leistun- gen Rechnung, indem es sich prinzipiell auf den Boden dieser Auffassung stellt. Damit ist ein Schritt von großer Tragweite getan, den die Reichsregierung als eine Kundgebung des Wil- lens führender Wirtschaftskreise begrüßt, an der Lösung der schwierigen Garantiefragen aus allen Kräften mitznarbeiten nnd die für eine brauchbare Regelung des Gefamtproblemes er- forderlichen Opfer zu bringen. Die Regierung wird unter eigener Verantwortung und in voller Unabhängigkeit prü- fen, wie weit die von der Wirtschaft anfzu- bringenden Leistungen bei den weiteren Schrit- ten der Reichsregierung Verwertung finden können. Denn so sehr es zu begrüßen ist, daß in Erkenntnis der Notwendigkeit großer Opfer einzelne Stände sich bereit finden, an dem zu lösenden Problem mitzuarbeiten, so wenig entbindet dies die Regierung von der Aufgabe, von sich aus Maß und Ver- teilnng der Leistungen unter Berücksich- tigung der Interessen aller Erwerbsstände zu bestimmen und unabhängig fest zu- legen. Die Vorarbeiten hierfür sind von der Regierung aufgenommen. Mit der gleichen Selbstverantwortung wird sie die gesetzlichen Maßnahmen vorbereiten, die für die Steigerung der deutschen Leistungsfähigkeit erforderlich fein werden, wie sie im wesentlichen in der Note vom 14. November unter weitestgehender Zu- stimmung der Parteien von der Regierung wiederholt zugesagt worden sind. Die vergebliche Stützungsaktion für die Mark. Berlin, 29. Mai. (Drahtber.) Der auf An- trag der Sozialdemokraten vom Reichstag ein- gesetzte Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Wirkung der Maßnahmen für die Stützung der Mark trat heute vormittag unter dem Vorsitz des Abgeordneten Lange-Hegermann (Zentrum) zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Aus- schuß beschloß, daß die Verhandlungen zunächst öffentlich sein sollen, daß aber über die Aulas- sung der Öffentlichkeit in jeder neuen Sitzung von neuem Beschluß gefaßt werden soll, Staatssekretär Sch r ö d e r vom Reichs- finanzministerinm referierte über die Stüt- zungsaktion. Für die Ausführung der Aktion, soweit sie sich an den Börsen abspielte, war die Reichsbank zuständig. Sie hat dabei mit dem Finanz- und Wirtschaftsministdrium ständig Fühlung gehabt. Die Aktion hatte dann auch den Erfolg, daß von Anfang Februar bis Mitte April, also beinahe drei Monate, der Dollarknrs auf einem Stand von 20 000 bis 22 000 gehalten worden ist. Die Exportindustrie hat auf dem Standpunkt gestanden, daß schon bei einem Kurs von 20 000 Nachteile für ihre Arbeiten entstanden seien. Natürlich konnte es sich bei der ganzen Aktion nicht bereits um eine Stabili- siernng handeln. Die ganzen Maßnahmen stan- den nicht im Zeichn der Währungspolitik, sondern es handelte sich nm eine Kriegsmaß- nähme. Inzwischen machte sich in immer wachsendem Maße die Tatsache geltend, daß un- sere Handels- und Zahlungsbilanz stark passiv ist, und der Bedarf an Devisen für die deutsche Wirtschaft weit über das hinaus geht, was die Wirtschaft bei dem Export an Devisen erhält. Infolgedessen wnrde es für die Reichsbank immer schwieriger, einzugreifen. Außerdem hat der geringe Ertrag der Dollarfchatz- a n l e i h e nicht die Mittel gebracht, deren man bedurft hätte« Man mußte sich völlig klar dar- über sein, daß mit einem langen Zeitraum ge- rechnet werden mußte. Es mutz deshalb über- legt werden: Wie hält man sich am besten auch in einer langen Aktion das Pulver trocken? Berliner Besprechungen. I. Von unserer Berliner Redaktion wird uns g«- drahtet: Die Beratungen der Reichsregierung über die Aufstellung des Garantieplanes sind am Diens- tag weitergeführt worden. Die Besprechungen sind dabei ausgedehnt worden auf Vertreter der Landwirtschaft und der Banken, und in den näch- sten Tagen werden auch Besprechungen mit den Vertretern der Gewerkschaften und mit den Füh- rern der Reichstagsfraktionen stattfinden. Zweck dieser Besprechungen ist zunächst die Durch- arbeitung der Anregungen, die in der Denk- schrist des Reichsverbandes der deiltschen Jndu- strie enthalten sind. Dabei werden sowohl auf Grund von Anregungen einzelner Parteiführer als auch auf Grund von rein wirtschaftlichen Er- wägungen noch einige Aenderungeu in den Vor- schlügen eintreten, wenn es der Reichsregierung überhaupt gelingen wird, eine einheitliche Mei- nung zu schaffen. Es ist zu beachten, daß die Aufstellung eines Ergänzungsangcbots, in dem die Garantiefrage besonders berücksichtigt wirb, nicht nur vom rein wirtschaftlichen, sondern auch von taktisch außenpolitischen Erwä- gungen abhängt, und daß ferner noch Wider- sprüchc der Sozialdemokratie zu überwinden sind, die aus rein parteipolitischen Bestrebungen heraus entstehen. Man rechnet in politischen Kreisen damit, daß die Verhandlungen, die sich immer weiter ausbreiten, noch die g a n z e lau- fendeWochein Anspruch nehmen, zumal auch die einzelnen beteiligten wirtschaftlichen Organi- sationen zu den technischen Einzelheiten der privatwirtschaftlichen Zusatzbürgschaft Stellung nehmen müssen. Es wird bedauert, daß angesichts der notwen- digen Beteiligung der Landwirtschaft an der Zusatzbürgschaft eine autoritative Persönlich- keit, wie Dr. Rösicke, augenblicklich krank ist, so daß die Führung des Bundes der Landwirte nicht in ganz sicheren Händen ruht. Es hat sich jedoch ein bekannter Großagrarier, der starken Einfluß in landwirtschaftlichen Kreisen besitzt, bereit erklärt, Verhandlungen zu führen, die auf ein dem Jndustrieangebot ähnliches Angebot der Landwirtschaft hinzielen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Landwirtschaft gewillt ist, zur Rettung des Vaterlandes das ihrige beizutragen. Nur über die Art und über die Form wird noch verhandelt. Ebenso wird das mobile K a p i - t a l nicht umhin können, eine Form ausfindig zu machen, wie es an den Reparationslasten teil- nehmen kann. Die Neichsregierung setzt ihrerseits alles da- ran, die Beantwortung der Noten der Alliierten zu beschleunigen und dieser Beantwortung unter Berücksichtigung der neuen politischen Konstellation in England eine Form zn geben, die es möglich macht, eine konkrete Verhand- lnngsbasis zu gewinnen. Aeber die Grundzüge einig. Berlin, 29. Mai. lDrahtber) Die Parteien der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft des Reichs- tages hielten, den Blättern zufolge, heute vor- mittag im Reichstage wieder eine gemeinsame Beratung über die bevorstehende neue deutsche Reparationsnok ab. Die „Voss Ztg." meldet, daß zwischen der Regierung und den Parteien Übereinstimmung erreicht worden sei. Die po- litischen und finanziellen Grundzüge der Note ständen im großen und ganzen fest. Auch der engere Vorstand des Reichsland- bnndes trat hellte mittag zusammen um über die Beteiligung der deutschen Landwirtschaft an der Garantie für die deutschen Reparationen zu be- raten. Im allgemeinen kam laut „Lokal-Anz." die Meinung znm Ausdruck, daß die Landwirt- schaft zu Opfern bereit sei, jedoch keinesfalls einen Eingriff in die landwirtschaftliche Lebens- substanz billigen könne, der die Ernährung des Volkes schädigen würde. Wie die „Voss. Ztg" hört, werden morgen die Gewerkschaften sich mit dem Garantieangebot be- fassen und wahrscheinlich wird auch die Garantie- frage zwischen den Gewerkschaften und den poli- tischen Parteien erörtert- wozu Frankreich Mittel hakt Paris. 29. Mai. lDrahtlier.) Die Kammer hat heute ein Gesetz angenommen, das den Fi- nanzminister ermächtigt, an Rumänien eine An- leihe von 100 Millionen Franken zu geben. In der Beratung des Gesetzes kam zum Ausdruck, daß das Geld zu Rüstungen dient. Ruhreinbruch und Völlerbund. Von Wirkl. Geheimen Rat Dr. Heinrich Schuee, ehem. Gouverneur von Deutsch-Ostafrika. Unter Erwägungen, welche für die Errichtung des Völkerbundes maßgebend waren, ist in der Einleitung der Völkerbündsatzung angeführt, daß es zur Förderung der Zusammenarbeit «tu ter den Nationen und zur Gewährleistung des internationalen Friedens und der internationa- len Sicherheit wesentlich fei, die Vorschriften des internationalen Rechts genau zn beobachten und die Gerechtigkeit herrschen zu lassen. Tatsächlich hat der Bölkerbund in dieser Beziehung nichts geleistet. Seit mehr als fünf Monaten haben die Franzosen durch den Rnhreinbrnch das inter- nationale Recht wie die von ihnen übernomme- nen Vertragsverpflichtungen in schwerster Weise verletzt. Im Ruhrgebiet triumpOert eine bru- tale Gewaltherrschaft, die jeder Gerechtigkeit ins Gesicht schlägt. Der Völkerbund hat keinen Versuch gemacht, gegenüber diesem Rechtsbruch irgendwie Abhilfe zu schaffen, wie er dies hätte tun müssen, wenn er wirklich das wäre, was er seiner Zweckbestimmung nach hätte sein sollen: ein Instrument der Völkerversöhnnng und Ge- rechtigkeit. Daß er dies nicht ist, sondern nur ein Werkzeug zur Ausführung des Willens der Siegerstaaten und zwar in steigendem Maße des französischen Willens, hat seine kurze Geschichte hinreichend bewiesen. Der Völkerbund ist garnicht in der Art wie er von seinen Urhebern, in erster Linie vom Präsi- denten Wilson gedacht war, in das Leben getre- ten. Mitglieder des Völkerbundes sind von den europäischen Hauptmächten nnr drei, nämlich England, Frankreich, Italien: dagegen gehören ihm Deutschland und Rußland nicht an. Eben- sowenig sind ihm die Vereinigten Staaten von Amerika beigetreten. Die sogenannte League 0 f Nations ist also in Wahrheit gar kein Völker- bund, sondern nur die Bereinigung von drei alliierten Nationen, die im Weltkrieg den Sieg davon getragen haben, nnter Hinzutritt einer Anzahl von Trabanten, in erster Linie den von ihnen ans den zerstückelten feindlichen Ländern geschaffenen neuen Staaten. Daneben gehören dem Völkerbund allerdings noch einige neutrale kleinere Staaten an, diese aber haben gegenüber den Großmächten nicht das Gewicht, sich durch- zusetzen. Soweit die letzteren einig sind, führt der Völkerbund ihren Willen aus: soweit das nicht der Fall ist, entfaltet er in wichtigen Fra- gen überhaupt keine Tätigkeit« Mit vollem Recht hat derjenige Staatsmann, der von der Errichtung des Völkerbundes an am meisten in der Lage war, seine Wirksamkeit zu beobachten, Lloyd George das Urteil gefällt, daß man ebenso gut wie diese Bereinigung auch die heilige Allianz vor hundert Iahren einen Völkerbund nennen könnte. Auch die Allianz «diente nach außen hin idealen Zwecken, vor allem der Sicherung des Friedens, in Wirklich- keit aber war ihre Politik durch die selbstsüchtigen Bestrebungen der ihr angehörenden Mächte diktiert. Der Völkerbund hat die von Frankreich und Polen betriebene rechtswidrige Abtrennung des oberschlesifchen Jndnstriegebie- tes von Deutschland entschieden. Dies durfte nach dem Ergebnis der für Deutschland günsti- gen Volksabstimmung und nach dem Wortlaut des Versailler Friedensvertrages keinesfalls geschehen. Es stellt nichts anderes dar, als einen von der französischen Regierung nnter passiver Haltung Englands durchgesetzten Gewaltakt, dem der Völkerbund äußerlich seinen Stempel aufgedrückt hat. In der Angelegenheit des Saar- gebiets hat der Völkerbund, dem das Saargebiet durch den Versailler Frieden „zur Sicherste!- lnng der Rechte und der Wohlfahrt der Bevöl- kerung" als Treuhänder für die Dauer von 15 Jahren übertragen worden ist. nur als Aus- führungsorgan französischer 53yrnfche gedient. Er hat einen Regierungsausschuß im Saarge- biet eingesetzt, der lediglich im französischen In- teresse arbeitet. Er hat unter Zurückweisung von Protesten der deutschen Regierung es ge- billigt, daß die Franzosen starke Truppen im Saargebiet halten, obwohl nach dem Versailler Frieden dort nur eine örtliche Gendarmerie zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingerichtet werden darf. Er hat ferner eine rechtswidrige mit drakonischen Strafbestimmungen arbeitende Ausübung der Verordnungsbefugnis durch den Regierungsausschuß zugelassen, die selbst im englischen Parlament am 9, Mai dieses Jahres von dem früheren Ministerpräsidenten Asquith als „ungeheuerliches Beispiel despotischer Gesetz- gebung" und von dem früheren Minister Simon als ein „äußerst erstaunlicher Mißbrauch legis- lativer Autorität" bezeichnet wurde. Die Erledigung der Wilnafrage in der Weise, daß dieses von Polen rechtswidrig besetzte litan- ische Gebiet ersterem belassen wurde, hat die Machtlosigkeit des Völkerbundes gegenüber von Frankreich unterstützten polnischen Ansprüchen erkennen lassen. Die Behandlung der Vkmdats- Nr. 147. Seite 2 Karlsruher Tagblatt, Mittwoch, den 30. Mai 1923 Erstes Blatt fragen durch den Völkerbund zeigte, daß dieser weit davon entfernt ist, die ihm in der Völker- bundsfatzung übertragene „heilige Aufgabe der Zivilisation" zu erfüllen, für das Wohlergehen und die Entwicklung der die Mandatsgebiete bewohnenden Völker zu sorgen. Er hat die Ver- teilung der deutschen Kolonien, die die Siegerstaaten ohne jede Rücksicht auf die Wün- sche der Eingeborenenbevölkerung unter einan- der vorgenommen hatten, bestätigt. Er hat keine Notiz davon genommen, daß die Mandatare ihre Pflichten den Eingeborenen gegenüber auf das Sträflichste vernachlässigt haben. Die Bestim- mungen der Völkerbundssatzung, daß jene Na- tionen die Vormundschaft über die Eingebore- nenvölker als Mandatare des Bundes in seinem Namen zu führen haben, hat der Völkerbnnd beiseite geschoben und umgekehrt selbst als deren Beauftragter nur das getan und registriert, was die Mandatarmüchte für gut befunden haben. Der Völkerbundsrat hat weiter entgegen der Satzung, nach der bei der Wahl des Mandatars die Wünsche der Einwohner in erster Linie zu berücksichtigen sind, die von England und Frank- reich vorgenommene Aufteilung ehemals tür- kifcher Gebiete in Asien bestätigt, obwohl die Be- wohner der betroffenen Gebiete iSyrien, Palä- stina, Mesopotamien) unzweideutig ihre Ableh- nung der englischen und französischen Mandats- Herrschaft zu erkennen gegeben haben. Der frühere italienische Ministerpräsident Nitti sagt in seinem bekannten Buche „Das friedlose Europa" mit Recht: „In der jetzigen Form genießt der Völkerbund weder Ansehen noch Achtung,- er ist ein Werkzeug der Gewalt in der Hand der Sieger." Der amerikanische Staatssekretär Hughes hat vor wenigen Tagen in einer in Washington gehaltenen Rede erklärt, der Völkerbund als Agentur zur Sicherung des Friedens habe Schiffbruch gelitten. Trotz dieser Tatsachen, trotz solcher vernichten- den Urteile seitens maßgebender Staatsleute aus Kreisen der Alliierten selbst gibt es Leute, die noch das Heil vom Völkerbund erwarten. Dessen unentwegter Vorkämpfer, Lord Robert Ceeil, der allerdings auf seiner Propagandareise in den Vereinigt» Staaten von Amerika kein Glück gehabt hat, ist kürzlich wiederum dafür eingetreten, daß der Völkerbnnd Hie Ruhrfrage regeln solle. Demgegenüber muß jeder Deutsche sagen: Vestigia terrent. (Schlechte Erfahrungen schrecken!) Nach den Leistungen des Völkerbun- des in den anderen vorerwähnten Angelegen- heiten ist es unmöglich, eine derartige Sache in seine Hand zu legen. Eine unparteiische Prü- sung und Entscheidung erscheint von vornherein als ausgeschlossen. Das wäre nur möglich, wenn das jetzige Zerrbild eines Völkerbundes, der ein Gehilfe nicht des Rechts, sondern der Gewalt, ein Förderer nicht des Friedens, sondern des Zwistes unter den Völkern ist, durch einen wirk- lichen Völkerbund sämtlicher Nationen zu glei- chen Rechten ersetzt würde. Da davon unter den gegenwärtigen Verhältnissen keine Rede sein kann, so fallen solche Vorschläge wie die Lord Robert Cecils in sich zusammen. Vor dem letzlen Schlag? Völlige Beseitigung der deutschen Staatsgewalt. Paris, 20. MM. ra«htber.) Das ,Kcho de Paris" schreibt zu den Unruhen im Ruhrgebiet: 'Schon heute müssen die Belgier und Franzosen sich bereit halten, die deutschen Gebiete Schreiben: „Wir müssen versuchen, das intellek- tuelle Leben Europas zu stützen und wieder beleben. Es würde verhängnisvoll fei«- wenn der Beitrag, den die deutschen Universt' täten für die Wissenschaft leisten, wegfiele." Erstes Blatt Karlsruher Tagblatt, Mittwoch, den SV. Mai 1928 Mr. 147. Seite Z JlUston M denken und daß Verhandlungen dieser Art meöer geführt Worden sind «och gefüHrt werde». Die neuen Postgebühren. Berlin, 29. Mai. fDrahtber.) Die von den Blättern angekündigten neuen Postgebühren werden voraussichtlich am 1. Juli in Kraft tre- ten. lieber die Tariferhöhung wird am 4. Juni i'trt Verkehrsbeirat und darnach im 27er Aus' schuh des Reichstages verhandelt werden. Wahr- schvinlich wird eine Erhöhung von 100 Prozent nur für Briefe vorgeschlagen werden. Alle übrigen Gebühren sollen um geringere Beträge erhöht werden. Die Einkommensteuer bei uns und unseren Feinden. Einkommensteuer für das Jahr 1322 bei einem verheirateten Ste ue rMichtigen mit 2 Kindern in v. H. 'des Einkommens«. Einkommen in Permarl •* England v. H. Aranl- r«ich ». H. Italien ». H- Amerika ». H- Deutsch land o. H. 100 000 — 1,68 14,25 — 8,1 500 000 — 3,68 16,39 — 106 1000000 — 6,04 17,21 — 15,7 5 000 000 14,09 10,04 19,89 140 36,7 10000 000 19,89 15,14 21M 4,12 46,9 20 000 000 28,71 21,62 24,43 7,71 53,4 50 000 000 40,02 M.II 39,18 16,95 57,4 100000000 45,41 45,05 34,22 27,79 58,7 Aus Saöen — Grünwettersbach b. Durlach, 29. Mai. In einer der letzten Nächte brach in dem Holzfchopf der Witwe Wilhem Hattich Feuer aus. Der Schopf wurde vollständig zerstört. Es verbrann- ten auch Wäsche und landwirtschaftliche Geräte, die sich in dem Schopf befanden. Der Gebäude- schaden beträgt etwa 5 Millionen Mark. Bretten, 29. Mai. Wegen unerlaubten Handels und Preistreiberei hat das hiesige Amts- gericht gegen einen Schneider aus Oberderdingen eine Gefängnisstrafe von acht Tagen und eine Geldstrafe von einer halben Million ausge- sprochen. Der bei dem unerlaubten Handel und der Preistreiberei erzielte Gewinn von 900 000 Mark wurde eingezogen- = Heidelberg, 29. Mai. Der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Hermann N ö l l. der am 16. April, früh 5 Uhr in der Anlage nach einem Ne- »olverkampf festgenommen und ins Amtsgefäng- nis eingeliefert wurde, hat inzwischen einge- standen, allein in Heidelberg acht Einbruch- Diebstähle besangen zu haben. Mannheim, 29. Mai. In einer hiesigen Groß- bank wurde vor einiger Zeit ein Geldbries mit 136 englischen Pfund, damals ein Wert von über 18 Millionen Mark, entwendet. Die Kriminal- polizeit hat jetzt den Täter in der Person eines bei der Bank angestellten Geldzählers namens Rudolf festgestellt und verhastet. 123 englische Pfund konnten wieder beigebracht werden. — Im neuen Rangierbahnhof wurde ein Eifen- bahnwagen erbrochen und daraus u. a. eine Kiste mit Schreibmaschinen und eine Kiste mit tech- Nischen Instrumenten gestohlen. Sasbachwalden, (A. Bühl), 29. Mai. Die hiesige Gemeinde hat das Anwesen des Mühlen- besitzers Karl Decker im Tal um den Preis von 80 Millionen Mark angekauft. . Die Gemeinde hat nun die Möglichkeit, einmal die Wasserkraft für das neue Elektrizitätswerk bedeutend stärker auszunützen und zum andern Teil den gesamten elektrischen Betrieb zu zentralisieren. Auch ein neues Sägewerk dürste auf dem Anwesen zur Errichtung kommen. X Offenburg, 29. Mai. Um Kosten zu sparen, hat die Postverwaltung die beiden Frühfahrten oes Postautos zwifchen hier und Ortenberg— Niederschopfheim ausfallen lassen. X Köndringen, 29. Mai. Am Freitag abend' >st die dem Seiler Sexauer gehörige noch ziemlich neue Seilerei ein Raub der Flammen geworden. Die in der Werkstatt lagernden Bor- rate gaben dem Feuer so reich Nahrung, daß die Maschinen nicht mehr in Sicherheit gebracht wer- oeit konnten, lieber die Ursache des Brandes besteht noch keine Klarheit. „ Meeroburg, 29. Mai. Am Donnerstag, dem "0. Todestag der Dichterin v. Droste-Hülshofs, wurde deren Denkmal, wozu aus ganz Deutsch- «lnd Gaben zusammengeflossen sind, feierlich ent- Millt. Nach einem Gedächtnisgottesdienst in der katholischen Kirche und Niederlegung eines Kranzes am Grabe der Dichterin fand unter Mitwirkung der Stadtkapelle und eines Männer- chors die Enthüllungsfeier statt, wobei prächtige Kränze am Denkmal niedergelegt wurden. Lilienhof am Kaiserstuhl, 29. Mai. Am Sonn- «Jg versammelten sich die I u n g b a u e r n des ent erhöhten Eilgiuttarif. Ansrundnng und Mindestfracht wie Gepäck. Der Preis der Bahn- steigkarten beträgt 200 Mk., der Fahrradkarten 700 Mk. Mit Fahrkarten, die in der Zeit vom LS. bis 31. Mai gelöst werden, kann die Fahrt an einem beliebigen Tag innerhalb der viertägi- gen Geltungsdauer, also gegebenenfalls auch noch nach dem 1. Juni, angetreten werden. Das Gleiche gilt für DappeMarten und Fahrkarten zur Fahrt in umgekehrter Richtung. Eine Verlängerung der viertägigen Geltungsdauer der Fahrkarten tritt hierdurch nicht ein. Die 60tägige Geltungsdauer der Fahrscheine der Mit- teleuro>päischen Reisebureaus wird nicht be- schränkt. Mit den Heften, die mit einem Datum vor dem 1. Juni abgestempelt sind, muß aber die Reife spätestens am 3. Juni angetreten werden. Fahrkarten, deren Gültigkeit vor dem 1. Juni beginnt und sich über diesen Tag Hinaus erstreckt, können zu den Seim Reiseantritt maßgebenden Preisen und Beförderungsbedingungen bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit weiter benutzt werden. Im Mai gelöste Bahnsteigkarten dürfen zum Betreten der Bahnsteige ab 1. Juni nicht mehr benutzt werden. Aus der Swdtratssihung vom 26. Mai 1923. Gebiihrenerhöhnngen. Die Schlachthosgebüih- ren, die Bäderpreise, die KrankenhauS^Berpfle- gungsgebühren. die Desinfektionsgebühren, die Wochenmarktgeblchren und die Bestattungsge- bühren werden ab 1. Juni ds. Js. der weiter fortgeschrittenen Geldentwertung entsprechend erhöht. Schiilerzahl der hiesigen Höhere» Schulen. Im Schuljahr 1923/24 werden besucht idie in Klam- mern beigesetzten Zahlen geben die Ziffern des vorhergegangenen Schuljahres an): das Gnm- nasium von 546 (541), die Goethe schule sRealgnm- nasium mit Gmnnasialabteilung) von 567 (584), die Humboldtschule (Realgymnasium) von 378 (398), die H elncholtz -Oberrealfchule von 526 (541), die Kant -Oberrealschule von 542 (571) Schülern, die beiden Söheren Mädchenschulen (einschl. Fortb'ldungKklasse, aber ohne Gqmnasialabtei- lung) von 1447 (1367), die Gnm nasialabtei lnng der Höheren Mädchenschule (Lessingschule) von 157 (153) Schülerinnen. Von den beiden Höhe- ren Mädchenschulen besuchen die Lessingschule ein- schließlich Fortbildungsklasse, aber ohne Gnmna- sialabteilung 534 (495), die Fichteschule 923 (872) Schülerinnen. Besuch der städtische« Volksschule. Das Volks- schulrektorat berichtet Wer den Besuch der städt. Volksschule bei Beginn des Schuljahres 1923/24 (die in Klammern beigesetzten Zahlen geben den Stand zu Beginn des vorhergegangenen Schul- jahres an): Die Zahl der Anfänger beträgt 1439 (1689». Die gesamte Schule. eiuschlieMich der Hilfsschule, Schwerhörigcnschule und SpraMeil- klaffen zählt 391 (388) Klassen mit 13 816 (1512S) Schülern. Von den 13 816 Schülern besuchen die erweiterte Knabenschule 6362 (6845), die erwei- terte M-iidchenschule 6680 (7162), die <"lfslchulc 331 (320), die SchiverhSrigenschnle 63 (38). die Snrachheilklassen 29 (—), die Töchterschule 233 (491), die Bürgerschule 126 (279). Außerdem be- suchen die allgemeine Fortbildungsschule 850 (544) Knaben und 1913 (981) Mädchen, die Frauenar beitsschule (Sofienschule) 360 (832) — darunter 273 (ISO) Fortbildungsschnlerinnen — und die Selekta (9. Klasse) der Töchterschule 48 (57) fortbi ldu ngs s chnlofl ichtige Mädchen. Die Zahl der Lehrkräfte beträgt 538 (533) und zwar: 436 für den Elementarunterricht, 48 für den Fortbildungsunterricht und 54 für den Hand- arbeitsunterricht an der Volks- und Sofien- schule. * Jnvestiturseier i« St. Stephau. Am vergange- nen Sonntag, dem Dreifaltigkeitssonntag, wurde in der St. Stephanskirche die feierliche Ein- setzung des Geistl. Rats und Stadtdekans Stumpf als Nachfolger für den verstorbenen Geistl. Rat Link vorgenommen. Das festlich ge- schmückte Gotteshaus war schon lange vor Be- ginn ber Feierlichkeit, die in Verbindung mit dem Hauptgottesdienste stattfand, dicht gefüllt. Die staatlichen und städtischen Behörden waren vertreten dnrch Justizminister Trunk, Fi- nanzminister Köhler. Landtagspräsident Dr. Baumgartner und Oberbürgermeister Dr. F int er« Ferner waren die drei katholischen Verbindungen der Techn. Hochschule durch Char- gierte mit Fahnen, sowie Abordnungen der hie- sigen katholischen Vereine mit Fahnen vertreten. Die feierliche Handlung wurde im Auftrage des Erzbischofs von Domkapitular Stumpf aus Freiburg vorgenommen. Dieser hielt auch die Festpredigt, der sich eine Predigt des neuen Pfarrherrn anschloß. Zur Verschönerung der feierlichen Handlung trug der Kirchenchor von St. Stephan durch den Vortrag der Pickarfchen Festmesie in C-Moll (missa solemnis) unter Leitung des Musikdirektors Steinhart bei. Die erhebende Feier nahm mit einem Tedeum ihr Ende. Geistl. Rat Stumpf wurde unter Vor- antritt von Kreuz und Fahne in feierlichem Zuge nach dem Pfarrhause geleitet. Abeuds fand im großen Festhallesaal ein Festbankett statt, das in allen Teilen einen sehr erhebenden Verlaus nahm und mit Beethovens „Die Himmel rüh- men des Ewigen Ehre" seinen Abschluß fand. Preisaushang. Aus die Bekanntmachung in heutiger Nummer fei besonders hingewiesen. Die städtische Ausfiihrnngsvorschrift znm Boll- zng des Reichsmietengesetzes. Nähers über die Zuschläge für Justandsetzungsarbeiten ist in Heu- tiger Nummer enthalten VerkehrsspMe. Wegen Stockens der Güter- abfuhr nach der Pfalz ist die Annahme von Eil- und Frachtgutwagenladungen nach Waghänsel mit Ausnahme von Lebensmitteln, lebenden Tieren, leeren Möbelwagen und Ladungen an Zuckerfabrik Waghänsel gesperrt. Tagung des Rentnerbnnbes. Am Sonntag tagte hier unter dem Vorsitz des Landesver- bandsvorsitznden Dr. Wegener von Freiburg die Landesversammlung des Deutschen Rentner- bundeS. Die trotz der Ungunst der Verhältnisse aus allen Teilen Badens besuchte Versammlung, die in der heutigen Rentnerschutzgesetzgebung durch Schaffung eines Rechtsanspruches auf Hilfe einen ersten Fortschritt erblickt, faßte folgende Entschließung: 1. Me Kleinrentnerfür- s o r g e ist in Anbetracht der mit fortschreitender Geldentwertung wachsenden Not des Rentners, insbesondere tm Einz>elfall mit größtmöglichster Beschleunigung und unter sozialer Anwendung der bestehenden Borschristen durchzuführen. 2. Hausrat und sonstiges kleinvermögenssteuer- freies Vermögen darf iveder zu Lebzeiten, noch für den Todesfall des Fürsorgeempfängers in Anspruch genommen werden. 3. In den neu zu erlassenden badischen Richtlinien sind entspre- chende Vorschriften aufzunehmen, und alle zu Un- guusten des hilfeberechtigten Kleinrentners dehnbare Vorschriften zu vermeiden. Aufmerksamkeit. Am letzten Sonntag erfreute der Liederkranz Daxlanden die Patten- ten des Verforgungskrankenhaufes durch den Vortrag einiger Lieder. Die Patienten freuten sich sehr über die Aufmerksamkeit und wissen den Veranstaltern herzlichsten Dank. Messerstecherei. Nach vorausgegangenen Wirtshausstreitigkeiten versetzte Montag abend im Stadtteil Daxlanden ein Händler einem Taglöhner mehrere Dolchstich« in den Kopf und verletzte ihn erheblich. Ein Kaminbrand entstand Montag abend UM Uhr im Tiergartenrestaurant. Die herbeige- rufeue Feuerwache konnte nach halbstündiger Tätigkeit das Feuer löschen. Fünf Fahrraddiebstähle wurden wieder durch unbekannte Täter verübt. Unter den gestohle- nen Rädern befinden sich zwei gut erhaltene Damenräder. Ein in der Altstadt wohnender verheirateter Fräser gelangte zur Anzeige, weil er einen Handel mit gebrauchten Fahrrädern betrieb, ohne im Besitze der hierzu erforderlichen Handelserlaubnis zu sein. Festgenommen wurden: 3 Ausländer wegen -Verfehlungen gegen die Paßbestimmungen, ein Arbeiter von Schifferstadt, der von der Staats- anwaltschast hier wegen Unterschlagung gesucht wurde. Chronik der vereine. Karlsruher Hauöfrauenbuud. Das liebenswürdige Entgegenkommen hiesiger Künstler, der Schauspielerin Marie ©enter und des Lokaldichters Romeo er- möglichte dem Hausfrauenbund, zu zwei besonders ge- nuhreichen Teenachmittagen einzuladen. Romeo trug schlicht und innig seine humorvollen und packenden Dich- tungeu vor, die stürmische Heiterkeit erweckten. Fräu- lein Genter lang Lieder zur Laute und trug ernste und heitere Dichtungen vor. Ob tiefernste Lebensschildcrun- gen, neckische Kinderlieber oder drastische Dialektdtch- tungen, die Künstlerin wubte allen Stimmungen ge- recht zu werben und besonders durch ihre köstliche Mi- mik, die ja tm kleinen Raum weit besser als aus einer großen Bühne zur Geltung kommt, tiefe Wirkungen anszulSsen. Beide Künstler ernteten reichen Beifall und herzlichen Dank Sic konnten das Bewutztsetn mitnehmen, durch ihre künstlerischen Leistungen den durch den Ernst der Zeit niedergedrückten Hausfrauen einige frohe Stunden bereitet zu haben, nach denen ste mit neuem Mut ihre schweren Pflichten wieder auf- nehmen. Deransialwngen. Mänuerchorvereiiiiguna der 1(kt aus Essen. ES fei nochmals auf daö heute abend ^>8 llhr tm groben Saale der Festhalle stattfindende Wohltätigkeitskonzert für die Ruhrgebietsbewobner. veranstaltet von den ISern aus Essen an der Ruhr, unter Mitwirkung der bcstbckann- ten Herren Hugo R a h n e r (Klavier) und Robert Pracht aufmerksam gemacht. Den Klügcl wr die Begleitung stellte das MustkhauS Odeon in liebenS- würdiger Weife zur Verfügung. ES ist Pflicht und Ehrensache eines jeden Edeldenkeude«, diese Veranftal- tung durch seine Teilnahme zu unterstützen. Karten stud in der Musikalienhandlung Fritz Müller und an der Abendkasse zu haben. Das Schauturne« des Karlsruher Turnverein184« am kommenden Sonntag nachmittag VA Uhr in ber Festhalle verivricht in alle» feinen Teilen eine macht- volle Kundgebung für die deutsche Turnsache und da- mit für deutsches Volkstum zu werden. Ueber 4M Mitwirkende werden in abwechslungsreichen Formen Ausschnitte aus dem Gebiete des deutschen Männer-, Frauen- und Ktndertnrnens zur Darbietung bringen: die KreiSmeifter in Florett und leichtem Säbel kreuzen in kurzem Waffengange die Klingen: das im Karls- ruher Turnverein 184S in hoher Blüte stehende Kunst- turnen an den Geräten wird durch die zum deutschen Turnsest in München gemeldete Musterrtege und die Einzelwett-Turner gezeigt werden. Ein von sämtlichen Mitwirkenden vorgetragener gemischter Chor: Das Lied vom Deutschen Baterland bildet den Abschluß des Schauturnens. An letzteres schließt sich (von 8 bis 1 Uhr abends) wie alljährlich der übliche Turnerball an. zu dessen Eintritt die für das Schauturnen gelösten Karten Gültigkeit haben. Da die Kartennachfrage äußerst rege ist, dürfte es sich empfehlen, stch rechtzeitig in den auf den Plakatanschlagsäulen bekannt gegebenen Borverkaussstellen mit Karten zn versehen. (Siehe auch das heutige Inserat.) Swndesvuch-Ausziige. Todesfälle. 26. Mai: Eduard Volk. Zugführer. Ehemann, alt 5« Jahre. — 27. Mai: Thomas Weiser, Schlosser, Ehemann, alt 29 Jahre: Karl Kaiser, Schutzmann a. D., Ehemann, alt kl Jahre: Katb. Wolfs, alt 77 Jahre. Ehefrau des Priv. Joh. Wölfs: Kreszentia Roths, alt 77 Jahre, Witwe des Packers Karl Roths. — 28. Mai: Joh. Schetterle, Schrei» ner, Ehemann, alt 3V Jahre. Serickw>aal t. Karlsruhe, 29. Mai. Ein Scheckfälscher hatte sich iu der Person des 20 jährigen Kauf- mann Wilhelm Schaum ans Rastatt vor der II. Strafkammer zu verantworten. Schaum war in Donaueschingen bei einer Speditionsfirma angestellt, doch reichte ihm sein Gehalt nicht aus. Er machte sich daran, Schecks zu fälschen, konnte auch einen Großteil seiner dortigen Schulden durch Betrügereien decken. Seine Lage wurde aber schließlich unhaltbar, er verließ Donau- efchingen und begann ein unstetes Wanderleben. Auf Grund seiner Schecks kam er, bk größeren Städte Süddeutschlauds bereisend, gut durch, er kaufte sich Kleidungsstücke, Gebrauchsgegenstände aller Art und erhielt auch größere Darlehen; seine Betrügereien gingen in die Millionen. Unter den erschwindelten Gegenständen befan- den sich eine auffällige Zahl von wertvollen Füllfederhaltern. In Stuttgart fand Schaum in dem Bauführer Ernst Martin einen Freund und fttllen Helfershelfer. Martin erhielt viele ge- stohlenen Gegenstände zum Geschenk, lebte auch auf Kosten seines Freundes. Das Gericht ver- urteilte Schaum in Anbetracht seiner Persönlich- keit — der Sachverständige Dr. Warth bezeich- nete den Angeklagten mit dem Fachausdruck .^»sychopathischer Schwindler" — zu einem Jahr Gefängnis: Marttn erhielt als Hehler drei Monate Gefängnis (verbüßt durch die Un- terfuchungshaft). Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde der Händler Eugen Begorje aus Pforzheim zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Bunte Lkronik Große Explosion iu einer Festung. Aus Dront- heim wird gemeldet: Freitag früh gegen 4 Uhr ereignete sich im nördlichen Teilte der Mauer um die Festung Kristianfften eine furchtbare Ex- ploswn. Die Mauer wurde in etwa IS Meter Länge in die Luft gesprengt. Am der Unglücks' stelle werden dem MMitär gehörige Sprenmtosfe auWewiahrt, ebenso Munition. Gewaltige Stein- blocke wurden hunderte von Metern wemeschleu- dert. Durch den Lustidruck wuvdeu in der Staat selbst größere Ladenscheiben eingedrückt. Bcsvn- ders vbtt die Kolonie von stWtisschen H^hänsern. Hier wurden an vielen Stellen die Dächer von den empovgeschleiiderten Steinen zertvü>m>mer!t und die Wände aufgerissen. Eine 3Vjährige Frau wurde durch einen Stein getötet, der die Hauswand durchbohrte und den Kopf der im Bett liegenden Frau zerschmetterte. Das „Kleine Wohnungsamt". Auf Veranlas- fung des Staatsanwaltes ist der bisherige Stadtsekretär beim Wohnungsamt Berlin-Wil- mersdorf. Leder, verhaftet worden, da der Verdacht gegen ihn schwebt, daß er gegen Ent- schädigungen Wohnungssuchenden in unrecht- mäßiger Weise behilflich gewesen ist. Aber auch sonst werden gegen Leder nicht nur von außen- stehenden, sondern sogar aus den Kreisen seiner Berufsgenossen heraus, erhebliche Vorwürfe er- hoben. So wurde die Abteilung Leder von Wohnungsvermittlern, und vor allem von Woh- nungsfuchenden, das .Kleine Wohnungs- a m t" genannt. Er hatte mit guten Bekannten sogar bestimmte Klopfzeichen vor ihrem Ein- treten verabredet. Es war weiterhin auch im Wohnungsamt bekannt, daß manche Wohnungs- suchende in die P r i v a t w o h n u n g Leders bestellt wurden, obwohl es den Beamten streng untersagt ist. außerhalb des Amtsgebäudes mit Wohnungssuchenden über ihre Angelegenheiten zu verhandeln. Es war weiterhin aufgefallen, daß der Stadtsekretär weit über seine Verhält- niste hinaus lebte. Er bewohnte eine luxuriös eingerichtete Wohnung, besuchte auch vielfach Bars und andere nicht gerade billige Vergnü- gungsstätten. Leder wird jetzt von vielen Seiten schwer belastet. So erklärte ein in Wilmers- dorf wohnender Richter, daß er für die Zuwei- sung einer kleinen Dreizimmerwohnung schon im vergangenen Jahre eine für damalige Ver- Hältnisse sehr hohe Summe habe zahlen müs: sen. Auch in anderen Fällen wird dem Stadt- sekretär nachgesagt, daß er außer der erstmaligen Abfindung auch späterhin noch Nachzablun- gen verlangt habe. Tagesanzeigev Mittwoch, de» 8«. M-i 1928. Bad. LandeStheater: .Bürger Schivvel", abends 7 bis WO Uhr. , Stadt. Festhalle: Komert der Essener, abends ^8 Uhr. ^ t , . Künstlerhaus: Marionettentheater, nachmittags 4 und abends 8 Uhr. Stadtgarten: Sommertagszug mit Dovvcl-Kon- zert. nachmittags bis W! Uhr. ColosIeum : Bauerntbeater, abends 8 Uhr. Residenz-Lichtsptele: Neues Programm. Sir. 147. Seite 4 Karlsruher Tagblatt. Mittwoch, den 30. Mai 1S2S Erstes Blatt Sportspiel Fußball. Deutsche Mkisterschaslö-Zwischeurnudc. Wider Er- warten erlag der Süddeutsche Dleifter, Svielver- einiguna Sürth gegen den Berliner Meister. Union Oberschönenweide in Halle mit 2: 1 Toren. Oberfchönenweid« führte in den ersten 25 Minuten mit zwei Toren Vorsprung, bei welchem Stande eS auch in die Pause ging. In der zweiten Svielhälstc war Fürth durchweg überlegen, doch lieh die vorzügliche Berliner Verteidigung keinen Ersolg zu. Küns Minuten vor Schluß erhielten die Süddeutschen einen Elf- mcter, der glatt verwandelt wurde. Mit diesem Resul- tat. 2 :1 Toren, muhte Fürth dem glücklicheren Gegner da? Feld überlassen. — In Stettin siegte der H a m - burger Svortverein «Norddeutscher Meister» gegen V. f. B. Königsberg (Ostdeutscher Meister) mit dem nur knappen Resultat von 8 : 2 Toren, Halbzeit 2:1. — Am 10. Juni treffen sich nunmehr in Leip» zig zur Endrunde die beiden übrig gebliebenen Sieger Hamburger Sportverein und Union Oberschönenweide. l. 25 Jahre Beiertheim»! Fnsiballvercin, Der Beiert- heimer Fuhballverein begeht vom 3. bis 10. Juni das Fest seines LSjährigen Bestehens durch Veranstaltung einer Svortwoche. Eingeleitet wird das Jubiläum durch ein am Samstag .den 2. Juni, abends 8 Uhr in den Räumen des Stefanienbades stattfindendes Ban- kett mit reichhaltigem Programm. Während der Woche findet das Fest in Gestalt von Freundschasts- und Pokal- spielen seinen Fortgang aus dem Sportplatz hinterm Hauptbahnhos. Besonderes Interesse dürfte den am Sonntag, 3., Mittwoch. 6. und Sonntag, 10. Juni, stattsindenden Wettspielen der Ligamannschast des Beiertheims? FukballvereinS gegen jene von Germania Durlach, F.C. Phönix Karlsruhe und F.C. Mühlburg entgegengebracht werden. An den Wochentagen Mon- tag, 4_ Dienstag. 5. und Freitag. 8. Juni, finden Bor- und Zwischenspiele in der Privatpokalrunde statt, wäh- rend am Samstag, g. Juni, das Entscheidungsspiel um die vom festgebenden Verein gestifteten Pokale zum AuStrag kommt. Teilnehmende Vereine an den Pokal» spielen sind: Hertha, Südstadt, Rüppurr. Daxlanden, Konkordia, Bulach. F.C. Baden und Teutschneureut. Ed. Boxen. Zum 9. Nationale« Groh-Boxkampftag in Karlsruhe schreibt man uns aus Amateur-Boxerkreisen: Es ist außerordentlich zu bedauern, daß ein Unternehmen, wie daS obige, dessen Plakat von „allen Meistern" der ver- fchiedenen Länder sprach, überhaupt Genehmigung er- hält. WaS da an Leuten im Ring erschien, hatte nicht nur in den Kreisen der deutschen Berussboxer keinen Namen, nein sie hatten kaum die Qualifikation, sich mehr zu nennen als Anfänger. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen sah man nur ganz nnzureichcnde Schulung. Die hier in Karlsruhe in zäher und rein sportlicher Tätigkeit wirkenden Amateurvereine werden e» sein, die unter dieser Tatsache zu leiden haben wer» den. Deshalb verwahren sie sich in aller Form da- gegen, daß diese »wilden Boxer", die wahrscheinlich kei- nem der anerkannten Verbände angehören, in ihren Leistungen irgendwie zur Beurteilung der Leistung im Boxsport überhaupt herangezogen werden sollen. Wenn In Zukunft die Anmeldung einer solchen Veranstaltung beim Bezirksamt einlauft, so wird es gut daran tun, die Vertrauensleute des Verbandes deutscher Faust- kämpser und die der Amateurverbände mit heran- zuziehen. Auch der Hochschule wäre zu raten, vor Her- geben ihres Platzes an irgend eine umherziehende Truppe erst einmal nachzufragen, wes Geistes Kind die Zugehörigen sind. Was hier in Karlsruhe an Berufs- boxer-Veranstaltungen geboten wurde, war wenig, aber immer sportlich einwandfrei. Es wird Sache der Ama» teure sein, dem Karlsruher Publikum zu zeigen, was unser Sport ist und wie er gehandhabt werden muß, um einwandfrei zu wirken. Karlsruher Turngau. Fa-ftball. ^-Klasse. K.T.B. 46 — Daxlanden 78 : 80. T.V. Durlach — Daxlanden 68 :80. T.Bd. Durlach — Linkenheim 76 : 64; > T.Bd. Beiertheim — Linkenheim 87 : 74. T.Bd. Beiertheim — T.V. Durlach 68 : SS. Daxlanden — TLZd. Durlach 85 : 78. T.Bd. Durlach — T.V. Durlach 61 : 81. T.Gem. Daxlanden nunmehr Gaumeister. s-Klasie. Mühlburg — Beiertheim T.Bd. 75 :82. Mühlburg — Polizcisportvercin 75 : 56. Tro«melball — Turner — A-KlosTe. MTV. — Krünwinkel 141:110. Grünwinkel — K.T.B. 46 140 : 117. M.T.B. — K.T.B. 46 101 : 120. Trommelball — Turnerinnen — ^-Klasse. Vorspiel: K.T.B. 46 — Grünwinkel 122 :117. M.T.V. — Grünwinkel 96 : 60. M.T.V. — K.T.V. 46 76 : 66. Rückspiel: M.T.B. — Grünwinkel 142 : 85. M.T.V. — K.T.B. 46 98 : 91. K.T.B. 46 — Grünwinkel 164 :115. M.T.V. somit Gaumeister. Trommelball — Jugenbturncr. K.T.B. 46 — M.T.V. 105 : 84. K.T.B. 46 — M.T.V. 104 : 95. K.T.B. 46 Gaumeister. Trommelball — Juseudturnerinnen. Grünwinkel — K.T.B. 46 115 : 139. Grünwinkel — K.T.V. 46 90 : 99. K.T.V. 46 somit Baumeister. Amtliche Nachrichten Ernennungen, versehungen usw. der planmäßigen Beamten . Aus dem Bereich des StaatSminifteriums. Ernannt: Staatsanwalt Karl Frech in Karlsruhe zum Ministerialrat beim Staatsministerium. Ministerium des Innern. Ernannt: Pfleger Rudolf Zehner in Emmen- dingen zum Oberpfleger, die Rottenmeister Gustav Sauer und Markus W ö r n e r in Karlsruhe zu planmäßigen Polizeiwachtmeistern, der Wachtmeister Lorenz Berberich in Mannheim zum planmäßigen Polizeiwachtmeister, die Rottenmeister Anton Reichel, Friedr. Lohrer, Alfred Staude, Bernhard Nies, Wilhelm Schuhmann. Albert S ch ö n t h a l. August Janssen, August R ö m m e l e , Josef S ch m t 6 und Engelbert Stolzenberger in Mann- heim zu planmäßigen Polizeiwachtmeistern. Planmäßig angestellt: die Pfleger Martin K übler in Emmendingen, Friedrich Scheid, Otto Früh, Ludwig Fischer in WieSloch, Franz Steuerer bei der Heil- und Pflegeanftalt bei Konstanz. Versetzt: Polizeiassistent Karl Müller in Psorz- heim nach Karlsruhe, die Polizeiwachtmeister Joses A m e n 6 in Mannheim nach Heidelberg und Markus Müller in Mannheim nach Kreiburg. Znrnhegesetzt: Verwaltungsoberfekretär E. Geyer beim Bezirksamt Baden. Znrnhegesetzt aus Ansuchen: Amtsgehilfe Josef Faß- nacht beim Bezirksamt Achern. Entlassen auf Ansuchen: Berwaltungsobersekretär Georg M ü s s i g. Inftizministerin«. Eruauut: Werkführer Friedrich Wal» bei der Lan- desstrafanstalt Bruchsal zum Oberwerkführer. Aufseherin Elisabeth Walter bei genannter Anstalt zur Küchen- Meisterin. Versetzt: Justizinspektor Ludwig Wohlschlegel beim Amtsgericht Mannheim zum Landgericht daselbst: die Justizobersekretäre Peter Bär beim Landgericht Mannheim zum Amtsgericht daselbst und Hermann Herr beim Notariat Bretten zum Amtsgericht daselbst: Justizassistent Franz I s e n m a n n beim Notariat Ossenburg zum Amtsgericht daselbst: die Kanzleisekre- türe Jakob Junker beim Amtsgericht Ossenburg zum Notariat daselbst und Franz Koch beim Landgericht Offenburg zum Amtsgericht daselbst, Kanzleiassistenttn Luise Kerber beim Amtsgericht Karlsruhe zum No- tariat daselbst, Kanzlistin Sofie Vollmer beim Amts- gericht Karlsruhe zur Staatsanwaltschaft daselbst. Entlassen ans Ansuchen: Kanzleisekretär Emil Ma- thäus Möllmann beim Amtsgericht Baden. Eoang. Kirchenregiernng. Ernannt: Finanzrat Friedrich Guttenberg beim Evang. Oberkirchenrat zum Vorstand der Evang. Stift» fchaffnei Mosbach. Vom Wetter Dienstaa. den 29. Mai 1999. Wetternachrichtcndienst der Badischen Laubes» Wetterwarte Karlsruhe. rwbmittiiwii l-adiiHer Wetterstellen morgens Siiftdr, in NN S6 Kefir. löcitft- Zärm. Niedr. Temv. nachts Winde Richtg. Tharakt, Wetter Nied- schlag b. letzt 24 Sld Wertheim Seehöhe 151 m <- | 9 j 20 [ 4 j NO | leicht |haI6bi.| Königstuhl Seehöhe 563 m 764,9 | 9 | 12 | 5 | S | leicht jwoIklS .j Karlsruhe Seehöhe 120 m 765,6 j 9 | 14 | 9 | ND | leicht |»otIia | Baden-Baden Seehohe 213 m 784,8 ) 9 | 18 | 9 | 6 | leicht swoMg | St. Blasien Seehöhe 780 m « | 7 | 10 | 5 j S j leicht ^wolkig | Villingen Seehöhe 712 m 7 | 11 | 4 | SSB i leicht Feldbergerhof iSchw.l Seehöhe 1281 m i | 5 | fl | S ) leicht jmoffto ! 766,1 652,9 Das Tiefdruckgebiet über Süödeutschland hat sich rasch ausgelöst und hoher Druck hat sich über Mitteleuropa ausgebreitet, unter dessen Einfluß allmählich aufheiterndes, trockenes Wetter ein- getreten ist. Während ein flacher Tiefdruckaus- läufer über dem Kanal ohne wesentlichen Ein- flutz bleiben wird, ist *n erwarten, dak sich das kräftige Hochdruckgebiet über dem Ozean lang- sam über das Festland ausbreitet, so bah heite- res, trockenes, zunächst aber noch ziemlich küb- les Wetter bevorsteht. Wetteransfichteu für Mittwoch. 80. Mai 1923. Teilweise heiter, trocken, zunächst noch ziemlich kühl (besonders nachts), später langsame Er- wärmun«. nördliche Winde. Nbein-Wasserftiinde morgens 6 Ubr: 29. Mai |^n(teri«fel Maxan .* * 8,18 m 8.28 » 4,99 m — m Mannheim ! 4.00 m 38. Mai 5,22 m 8,31 « 4,fl4 m mittags 12 Ubr 4,99 n> abend« 6 Nor 4,99 a 8,87 n> HAMBURG-AMERIKA LINIE UNITED AMERICAN LINES D. „Albert M m" a' Ä Hamburg-New York A Auskunft durch die Geschäftsstelle JCarlsruhe^ E. P. Hl ehe, KalserstraPe 215. 2-3 Zimmerwohnung mit Küchenanteil und Nebenräiimen, Nähe Hirsch» ' "' • * " ' is. d h, aö, ireied elettr. 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Mai 1928 Nr. 147. Seite S. Wucher, Geldentwertung und Wiederbeschaffungspreis. Von Dr. Sickinger, Karlsruh«. m. War es an sich schon verfehlt, mit einem schematischen Rechnen, ausgehend vom Ein- standspreis, die ganze Frage lösen zu wollen, so mutzte das Verfahren geradezu zum Unsinn werden, in dem Augenblick, wo die Kaufkraft öer Mark sich innerhalb kürzerer Zeiträume er- heblich änderte und dennoch an dem Gedanken Gollimark gleich Papiermark gewaltsam festge-- halten wurde. Bei einem einigermaßen raschen Sinken des Goldwerts, rascher als der durchschnittliche Umschlag der Waren vor sich geht, könnte man dem Kaufmann die als richtig er- wittelten Prozentsätze noch so gewissenhaft auf seinen Einkaufspreis zubilligen, das Ergebnis tnützte doch sein, daß er tatsächlich mit B e r l u st verkaufte. Gegenüber diesem Zustand war eS nur zu be- Sreiflich, datz der Ruf nach dem Wiederbefchaf« sungspreis erhoben wurde. Es ist dabei zu be- achten, datz dieser Ruf erst dringend erhoben wurde, als wir die schlimmsten Zeiten der Geld- entwertung durchmachten, Monate und Fahre vorher, als die Geldentwertung noch mehr ein schleichendes Uebel war, mutzte sich der Kauf- wann die einmal als richtig anerkannte Berech- nung auf Grund des Einstandspreises und unter der Fiktion Goldmark gleich Papiermark gefal- len lassen. Erst als eS für jeden offenkundig wurde, datz bei dieser Berechnung jeder Kauf" wann in kurzer Zeit sich leer verkaufen müsse, und über kurz oder lang kein Betriebsvermögen wehr haben könne, trat man in eine ernstere Prüfung der Frage des Wiederbeschaffungs- vreises ein. Hiermit wurden unsere Behörden also vor die neue Frage gestellt: Wann liegt unter Berücksichtigung der Geldent- Wertung ein übermäßiger Gewinn vor? I« seinem Urteil vom 19. Dezember 1922 hat Ser I. Strafsenat des Reichsgerichts zu dieser Krage grundsätzlich Stellung genommen. Außer- dem wird die Frage in dem am 16. Dezember 1922 vom Reichswirtschafts- und Reichs-Fuftiz- Ministerium herausgegebenen „Richtlinien zur Preistreiberei - Verordnung" grundsätzlich be- handelt. In dem Urteil des Reichsgerichts zunächst sind zwei Gedanken als wesentlich und grundsätzlich hervorzuheben: 1. Bestimmt abgelehnt wird der Wiederbeschaffungspreis und nach wie vor vom Einstandspreis ausgegangen, aber unter Be- rücksichtigung der Geldentwertung. 2. Der Kaufmann muß, wie schon im Urteil des Reichsgerichts vom 7. Fuli 1921 ausgespro- chen, an der allgemeinen Verarmung des Bolls Und den Opfern der Gesamtheit durch Berril^e- rung der Substanz seines Unternehmens teil- nehmen und darf nicht für sich allein das Recht in Anspruch nehmen, sein Vermögen aus dem schweren WirtschastSkampf ungeschmälert her» auszubekommen. Es kommt, wie Reichsgerichtsrat Zeiler in einer Erläuterung zu dem zuerst genannten reichsgerichtlichen Urteil ausführt, nicht darauf an, was die neue Ware kosten wird, sondern nur darauf, was die alte gekostet hat. Nur von der Geldseite her, nur weil der Wertmesser Geld sich verändert hat, tritt ein Ausgleich des Betrags ein: Was an Wert de» Geldes verloren ging, muß der Höhe deö Betrags zugelegt wer- den. Gleichgültig ist dabei, welche Preisent- Wicklung gerade die einzelne bestimmte Warenart nimmt, nur die V'e r ä n d e r u n g der Kauf- kraft des Geldes im allgemeinen entscheidet. Wenn also die Preisbewegung einer bestimm- ten Warenart genau mit der allgemeinen Ver- änderung des Geldwertes gleichen Schritt hält, dann deckt sich die vom Reichsgericht zugebilligte Preisbewegung mit dem Wiederbeschaffungspreis. Steigt aber der Preis einer bestimmten Warenart stärker, als der allgemeinen Aende- rung des Geldwertes entspricht, dann trennt sich der vom Reichsgericht zugebilligte Preis vom Wiederbeschaffungspreis, die Differenz zwischen beiden ist übermäßiger Gewinn, und der Ver- zicht auf diese Differenz ist das Opfer, das man vom Kaufman als Anteil an der Verarmung der Gesamtheit verlangt. Um der Berechnungsart des Reichsgerichts praktische Verwertbarkeit zu geben, bedarf es naturnotwendig einer Klärung der Frage, wie der Betrag zu errechnen ist, der als Ausgleich für den Wertverlust des Geldes dem Einkaufs- preis zugeschlagen werden darf. Die Heranziehung fremder Valuten scheidet für Inlandsware aus, weil nur die innere Geldentwertung hierfür in Betracht kommt. Das Reichsgericht empfiehlt, die Indexzahlen für die allgemeine Lebenshaltung, wie sie vom Statistischen Reichsamt aufgestellt werden, als Matzstab für die Geldentwertung. Fm gleichen Sinne sind die oben erwähnten Richtlinien gehalten. Beachtlich sind sie aber neben dem Urteil des Reichsgerichts da- durch, datz sie eine Anzahl von Fällen ansschei- den, wo die GeldentwertungSberechnung nicht gemacht werden mutz. Es ist gesagt, datz der Verkäufer unter allen Umständen den Preis nehmen darf, der einen etwa festgesetzten Höchst- preis oder sonst behördlich festgestellten Preis nicht übersteigt. „Einer Feststellung der Gestehungskosten bedarf es ferner nicht," so heißt es in den Richtlinien, „wo eine ordnungsmäßige Marktlage — hier erscheint also der früher er- wähnte Begriff wieder — vorliegt". DaS Kennzeichen einer ordnungsmäßigen Marktlage be- steht darin, daß zahlreiche Angebote in annähernd gleicher Preishöhe vorliegen. Eine ordnungsmäßige Marktlage wird zu verneinen sein, sofern durch Warenmangel oder durch er- heblichc Schwierigkeiten Waren an den Markt zu bringen, oder durch unlautere Machenschaf- ten eine Notmarktlag e geschaffen ist. Un- ter amtlicher Mitwirkung bekannt gemachte Börsen- oder Marktpreise, ebenso Verbands- preise werden. als Ausdruck einer ordnnngs- mäßigen Marktlage zu bewerten sein, Da aber, wo nur eine Not-Marktlage besteht, auf Waren- gebieten, wo es wegen ihrer Eigenschaft eine Marktlage nicht gibt, sind die individuellen Ge- stehnngskosten des Einzelfalles für die Ange- messenheit des Preises grundlegend. Es sind dabei die gesamten Verhältnisse zu berücksichtigen, und dazu gehört auch die Geldentwertung. So lauten mit einiger Kürzung zu diesem Punkte die Richtlinien. Es wird sodann weiter ausgeführt, daß die Geldentwertung festzustellen ist für Inlandswaren nach dem Teuerungsindex und für Waren, die aus dem Ausland kommen oder überwiegend aus AuSlands-Rohstofsen her- gestellt sind, nach dem entsprechenden Devisen- kurs. In diesem Punkte beantworten die Richt- linien also eine Frage, zu der das Reichsgericht keine Veranlassung hatte, Stellung zu nehmen. Zusammenfassend ergibt sich somit aus den Urteilen des Reichsgerichts und den Richtlinien: Behördlich festgesetzte Preise, sowie die Markt- preise bei einer ordnnngs mäßigen Markt- läge dürfen genommen werden, bei einer Not- Marktlage ist der Berkaufspreis auf Grund der Gestehungskosten und unter Berücksich- tigung der Geldentwertung bei reiner Inlandsware nach Maßgabe des Lebenshal- tnngsindex, bei AuslandSware nach dem Devi- senkurs zu ermitteln. Nur bei einer Preisent- Wicklung genau entsprechend der allgemeinen Geldentwertung deckt sich der so errechnete Preis mit dem Wiederbeschaffungspreis. Eine große Unsicherheit liegt für de« Kauf- mann nun darin, daß er nie weiß, wann und wo von den Gerichten eine Notmarktlage als vorliegend angenommen wird, wann im einzel- nen er also zu dieser BerechnungSart genötigt ist. Ein Beispiel, das gleichzeitig die Durchschnitts- Preisberechnung berücksichtigt, möge die darnach sür den Fall einer Notmarktlage aufzustellende Berechnung klarmachen. Es wird dabei vom Standpunkt des Großhändlers ausgegangen. Angenommen, eine Ware habe Anfang Sep- tember 1922 im Einkauf IM M gekostet, wie teuer dürfte der Berkaufspreis z. B. Anfang November sein? Ein Vergleich der Indexzahlen zeigt, daß der Index in der fraglichen Zeit von 188 auf 406 gestiegen ist, oder mit anderen Worten, der Geld» wert sich um daS (406 durch 138 =) 8,05 fache vermindert hat. Durch Multiplikation des Ein» kanfspreiss mit diesem Entwertungsfaktor erhält man somit den fiktiven Einkaufspreis, das macht hier 805.— M. Der tatsächliche neue Ein- kaufspreis möge 400,— Jl betragen haben. Zur Ermittlung des Durchschnittspreises sind die bei- den Aahlen 305 und 400 zusammenzuzählen, das gibt 703 und diese Zahl ist durch 2 zu teilen. Somit erhellt man den fiktiven Durchschnitts- Einkaufspreis von rund 352.— M. Hierzu kommen nunmehr die Prozentsätze für Fracht, Schwund, Lagerspesen usw. Nimmt man diese Sätze, wie sie vom Reichsministerium für Er- nährung und Landwirtschaft und vom Reichs- Wirtschaftsministerium in den Erlassen vom 6. 11. 22 und 9. 1. 28 für die Zuckerbewirtschas- tung genehmigt sind, so kommt män zu einem Verkaufspreis an den Einzelhändler von rund 475.— M. Die Anfang September zu 100— M. eingekaufte Ware dürfte somit Anfang Novem- ber zu 475.— M verkauft werden. Will man die Berechnung des fiktiven Durch- schnitts-Einkausspreises auf eine Formel brin- gen, so lautete diese: tatsächlicher Einkaufspreis, vervielfacht mit dem Entwertungsfaktor sinne- rer oder äußerer) zuzüglich dem neuen Ein- kaufspreis, geteilt durch 2. Die Berechnung zeigt, daß hier der beachtliche Fall vorliegt, datz gegenüber allem währungs- rechtlichen Starrsinn, die Fiktion der Wert- identität der Mark offiziell auf- gegeben ist, Weiterer Artikel folgt.) > Schule und Kirche Alt-katholische Kirchensteuervertretung und Landessynode. Am Mittwoch und Donnerstag. 80. und 81. Mai. tagt Dier im LandtagsgeÄäude inie alt- katholische KirchemteuervertretuM und die dritte baNsche alt-katholische LanHeAsimode. Aus die- fem Anlatz veranstaltet die alt katholische Ge- me-inde am Mittwoch «inen Festabend. Am Donnerstag, vormittags 9 Uhr, ist FestqotteS- dienst in der Au fe rstebuncMirche mit Festpre- digt von Gtadtpfarrer Kreuzer aus Freiburg. i Srieftaften I. ®. in M, Der Schreiner ist verpflichtet, zumal Sie ihm das Holz bereits im Februar 1322 geliefert haben, die vereinbarte Arbeit zu dem vereinbarten Preis auszuführen. Sie müssen ihm eine kurze letzte Frist sür die Herstellung stellen und nach fruchtlosem Ablauf auf Lieferung klagen. Am besten übergeben Sie Sie Sache einem Rechtsanwalt. M. ®. An sich mutz selbstverständlich der Hyvotheken- gläubiger das Kapital nicht vor Fälligkeit zurücknehmen. Wenn ihm aber die Zinsen bis zum Fälligkeitstage im voraus vergütet werden, dann würde er unseres Erach- tenb töricht handeln, bat ffleld nicht anzunehmen, weil er infolge der voraussichtlichen weiteren Geldentwer- tung aus seiner Weigerung nur Schaden hätte. Internationale Ireukanil Aktiengesellschaft T 1Ä ?,e Stuttgart Charlottenstraße 21 B I Erledigung von Valutaverbindlichkeiten. Außergerichtliche Vergleiche im In- u. Auslande Umwandlung von Firmen in andere Gesellschaftsformen. — Bilanz- und Bücherprüfungen. Strenge Dlscretion. Wimchtt-ZUW Karlsruhe. Bekanntmachung. , Infolge der enormen Preissteigerung des 5e* ders und sonstiger Rohmaterialien sind wir ge- iwungen. die Preise zu erhöben. Es kosten: Herren-Soblcn und Fleck Ji 80500 Daincn-Zoblcn und Fleck M 26000 Knaben- u. Mädchen-Sohlen u. 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RHEIHI/CHE A /PHALT-UMD Z E ME NT PLATTS N FAB Rl K »AKi^lBMWi-IRWIKIIINIWÄriBIN D4CHM>P»t — TltRMOBUKTI ausf O hrwmo V O N DACHDCCKUH6CH » 1/OLIERUMGEM AIPMALTBELAGB Gottesdienst-Anzeiger. 7: 61. Messe: 8: Festgotteedienst mit levtt. ochamt. hierauf Prozession durch die I?rbpnn»en«. erren», StitndehauSstrasie. FriedrichSvlatz. Krteg. ' ~ ttter». Krieg», Her» 1: Tinnm^fe! H12: ftrahe. Beierthcimer Allee. ren- und Erüvrinzcnstrakie: — W ^ Kindcrnott.'Sdienst: Ä: feierl^Besver mit Segen: ufi der Maiandacht mit Predigt, ^edeum 7: tnd Segen. >er^-Iesu-Amt: Sreitag IHerz-Jelu.ftreitag): %7: H abends 8: Versammlung der itnnerkonar. in der St. Vinzentiuskavelle. — ycbeit Morgen %7: fetal. Amt mit Segen und jeden Abend ÜS: Oktav-Andacht mit Segen. ®t. Bernhariuskircke. 6: ftrufinteffe; %7: Beil. Meise: K-8: lernt. Hochamt mit Segen: daran an- schlickend KronleichnamSvrvzession: nach Rückkehr in die «irwc hl. Messe: ^12: Kindergottcsbienst: %3: feicrl. Schluß der MamNdacht ,ntt Prozession nnd Segen. — Vom l.—fi. Juni ist werktags tefcen Morgen %7 Hochamt vor ausgesetztem ANerl,eilig- Ht.uOW«NgUtdS''M^ Melle. Llebftaiienkirche. 6: striibmess«: 7: hl. Melle: §: lernt. Hochamt, hernach Prozession, nnsckiiehend lil. Messe: ÄlZ: KiiidergotteSdienst: .. W ^ KindergotteSdienst: esoer mit. Segen, hernach Beichtgelegen- daran ' WDIDD—PB— —9ÜPWI— flaute 7: M. Melle: 8: feiert, levit. Hochamt und Segen: daran anschlienend feicrl. ftronleichnamSvrozcsiion: 10: hl. Messe: ^12: Singmesse: fetal. S-ewer und Segen: 7: feicrl «chlus, der Maiandacht mit P?o- zefllon der Erstkammuiiikanten, Tedeum und Se- gen. «Wahrend ber Oktav täglich 7 Ubr Amt und Segen: abends VM: Oktavandacht.) St. Peter- «nd Paulbkirchr. 6 und 7: yrüb- mellen: 8: AestgoiteSdienst mit levtt. Hochamt, .fetal. Prozession wie üblich durch Kaiser- ahendS: Oktavantiiicht und M^i «dacht ~ vr feicrl. «6 der -nandacht m l-J der Oktav i abends Seaensan rend. der "Öktav morgens^ A7: Gegensmesse und lBeiertbeim» g> N eicht. " mit Austeilung der t. Michaelskirch« gelegenheit! '47: Frühmesse «'t^AuSteiluU der hl. Kommunion: 8: seierl. Hochamt mit Segen: ' wnlkichnamsvrozeslloil durch die Gebhard». 9: : ksrv »aria- kiTl Alt-katho!ische ^t^tgcmcinde Au?crs ebungs- rche. S: "Deutiwcs levit. Hochamt mit ftest- ». . . . y . »,.ii . ■ preLigt des Herrn Stadtvtarrer Kreuzer aus . bürg anlählich der 3. Badifchen alt-kath. Landes souode. Nr. 147. Seite 6 Karlsruher Tagblatt, Mittwoch, den 80. Mai 1923 Zweites Vlatt MrtschaftH-unö Hanöels-Mtlmg Letzte festgestellte Kurse im FreiverKehr. (Eigener Drahtbericht) Frankfurt, den 29. Mal (abends.) Es kosten! Brüssel 1 Fr. 3400.— (früh. 0.80 M.) AmsterdamlGld.23750.— ( „ 1.70 „ ) LondonlPüd.St.282000.— ( Paris 1 Fr. 3978.— ( Zürich 1 Fr. 10900.— ( Italien 1 Lire 2900.— ( NewyorklDolIar 61000.— ( Tendenz: unverändert. 20.- 0.80 0.80 0.80 4.20 Prokestversammlung des Karlsruher Einzelhandels. Die Ortsgruppe Karlsruhe der Landeszentrale des badischen Einzelhandels Halle ihre Mitglieder sowie die Mitglieder der benachbac- ten Orte Montag abend zu einer Protestversammlung in den großen Saal der Eiillracht ein- berufen, um Stellung zu den neusten «Zutwürfen der Reichsminister der Justiz, für die Ernäh- rung und Landwirtschaft und des Reichswirtschaftsministers über eine ganz« Reihe neuer Notverordnungen zu nehmen, die den Reichsrat demnächst beschäftigen und in beschleunigtem Verfahren durch den Reichest Sanktion finden sollen. Die Versammlung war außerordentlich stark besucht, so daß der Saal bis aus den letzten Platz gefüllt lvar. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Otto Freundlieb, nahm Berbandsdirektor Steine! das Wort zu ausführlichen Darlegungen über die neuen Ver- ordnungen, die bei einer Gefetzweröung im Geiste ihrer Verfasser für die gesamte deutsche Wirtschaft geradezu katastrophal wirken müh- ten. Es handelt sich um die Einführung folgen- der neuer Verordnungen: einer Verordnung zur Ausführung des Ar- tikels 6 Absatz 3 des Notgesetzes, einer Preistreiberei-Verordnung, einer Verordnung über Einfuhr und Ausfuhr, einer Verordnung über Handelsbeschränkun- gen, einer Verordnung über Notstandsversorgung, einer Verordnung über Preisprüfungsstellen, einer Verordnung über Auskunftspflicht und einer Wuchergerichtsverordnung. Der Redner betonte, daß durch die vorstehend angeführten gesetzlichen Verordnunsen die bis- herigen Verordnungen wohl zum Teil aufge- hoben werden, jedoch mit der Einschränkung, daß die Bestimmungen in Kraft bleiben, die von den Kommunen, den Landsregierungen usw. auf Grund der Reichsverordnungen seinerzeit er- lassen wurden. Der Zustand der Rechtsunsicher- heit, den man bisher immer bitter beklagt habe, werde somit durch die neuen Verordnungen nicht etwa gebessert, sondern noch außerordent- lich verschlechtert. Ueberdies brächten die neuen Verordnungen eine derartige Verschärfung der schwierigen Lage des Geschäftsmannes, daß es gänzlich unmöglich scheine, überhaupt noch ein Geschäft in einigermaßen zufriedenstellenden Bahnen weiterzuführen. Die Durchführung der Notverordnung in dem geplanten Mnne bedeute nichts mehr und nichts iveniger, als die Ein- führung der Kommunalisierung und Sozialisie- rung in das gesamte Geschäftsleben und zwar nicht nur in Bezug auf den Handel, sondern auch auf das Handwerk und das Gewerbe. Der Redner ging die einzelnen Verordnungen unter Hervorhebung der besonders bemerkenswerten Punkte durch und zeigte an Hand von Beispielen klar und deutlich, welch außerordentlicher Wi- dersinn und welch praktische Unmöglichkeit in den neuen Gesetzesverordnungen liegt. Die Verordnungen enthielten eine ungeheure Ge- fahr, und die betroffenen Stände dürften des- halb im eigenen Interesse, wie auch im Jnter- esse der Gesamtheit des deutschen Wirtschaftslebens kein Mittel unversucht lassen, die maß- gebenden Kreise entsprechend aufzuklären. Die Regierung dürfe nicht im Unklaren gelassen wer- den, daß die deutsche Wirtschaft den neuen Ge- setzentwürfen nie und nimmer ihre Zustimmung erteilen könne. Der Redner schlug zu diesem. Zweck die Annahme folgender Entschließung vor: „Die am Montag, 28. Mai 1923, im Eintracht- saale zu Karlsruhe in großer Zahl versammel- ten Mitglieder der Ortsgruppe Karlsruhe der Landeszentrale des badischen Einzelhandels, so- wie der benachbarten Ortsgruppen Durlach, Bruchsal, Baden-Baden, Rastatt und Gernsbach erheben einmütig Protest gegen Form und In- halt der durch Vorlage Nr. 154 vom 4. Mai 1S23 dem Reichsrat zur Beschlußfassung überantwor- teten neuen gesetzlichen Verordnungen der Her- ren Reichsminister der Justiz, Reichswirtschasts- minister und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, die in ihren Folgewirkungen den völligen Untergang des selbständigen freien Handels bedeuten, dagegen aber das erneute Emporblühen des Schleichliandels fördern. Die Versammlung protestiert aufs allerentfchie- denste dagegen, daß diese einschneidenden gesctz- lichen Verordnungen unter Verzicht aus die im Reichsrat übliche geschäftsordnungsmäßige Frist und ohne vorherige Anhörung der Vertretun- gen der davon in erster Linie betroffenen Kreise schon zum 9. Juni d. I. in Kraft gesetzt werden sollen. Die Versammlung bittet das badische Ministe- rium des Innern dringend, den Vertreter der badischen Regierung im Reichsrat anzuweisen, den in der Vorlage Nr. 154 vom 4. Mai 1923 dem Reichsrat zur Beschlußfassung unterbreite- ten Gesetzentwürfen seine Zustimmung zu ver- sagen und kein Mittel unversucht zu lassen, um zu verhindern, daß diese in ihren Folgewirkun- gen für die gesamte deutsche Wirtschaft kataftro- phalen Verordnungen Gesetzeskraft erlangen." Der Versammlungsleiter dankte dem Redner für seine Darlegungen, die deutlich gezeigt hätten, wie ungeheuer groß die Gefahr sei, in der Handel, Handwerk und Gewerbe gleicher- maßen unter dem Druck der neuen Verordnun- gen stehen. Hierauf wurde die vorangeführte Resolution ohne Debatte von der Versammlung einstimmig angenommen. In einem Schlußwort forderte der Vorsitzende die Anwesenden noch auf, fest zusammenzustehen, um den Einzelhan- del gegen die von außen drohenden Gefahren zu schützen, wies auf die in den Tagen vom 1. bis 3. Juni in Heidelberg stattfindende Ge- neralversammlung der Landeszentrale des ba- dischen Einzelhandels hin und schloß sodann die Versammlung. Von den Börsenplätzen. Frankfurter Börse. Keine weitere Devisensteigerung. — Effekten uneinheitlich. w. Frankfurt a. M., 29. Mai. Die Devisensteigerung kam heute zum Stillstand. Der Dollar erreichte in den ersten Morgenstunden den Stand von 61 775 und ging auf 60 500—59 000— 60 500. Das Geschäft war in ausländischen Zahlungsmitteln ruhig. Auch auf dem Effektenmarkt wickelte sich der Verkehr ruhiger ab. Im Verlaufe traten allerdings verschiedene Spezialpapiere mehr oder weniger in den Vordergrund. Die gestrige Abschwächung an der Nachbörse war hauptsächlich auf Realisationen zurückzuführen. Man schritt wieder zu Rückkäufen und es entwickelte sich im Effektenverkehr von Büro zu Büro ein reges Geschäft in Industriepapieren. Für Montanpapiere lagen Spekulationskäufe vor, so daß die genannten Kurse über dem gestrigen Niveau lagen. Gesucht sind Rheinische Braunkohlen und Riebeck-Montan. Unter den chemischen Aktien bemerkte man mäßige Abschwächungen. Badische Anilin 79 000. Licht und Kraft nannte man 60 000, Daimler 38 000, Nordd. Lloyd 80 000. Ausländische Renten behauptet. Bagdad II wurden mit 207 000—205 000 gehandelt. Zolltürken 102 500 genannt. Dollarschatzanweisungen 58 500—59 000, Oesterreichische Kreditansatlt 51—52 000. Von amtlich nicht notierten Werten bestand wieder eine größere Nachfrage nach Api, die ^uf die gestrige Aufsichtsratssitzung mit 78 000 gehandelt wurden. Von sonstigen Werten horte man Benz 96 000 bis 95 000, Becker-Kohle 80 000, Emelka 17 000, Growag 2100, Hansa-Lloyd 19 000, Krügershall 71 500. Hammerstein u. Hoeffius 15 500, Gebr. Keller-Freiburg 21—22 000 Der Schluß gestaltete sich auf die unsichere Haltung der Devisen schwächer. Berliner Börse. Kauflust abgeschwächt. w. Berlin, 29. Mai. Unter dem Einfluß der unsicheren politischen Lage und der an verschiedenen Orten vorgekommenen Unruhen und Krawalle hatte die bisherige starke Kauflust einen wesentlichen Dämpfer für Effekten aller Art erhalten. Die Zurückhaltung ibachte sich im freien Verkehr stärker bemerkbar. Die genannten Kurse lauteten zumeist unter dem gestrigen Stand; nur für Schiffahrtswerte erhielt sich bei höheren Kursen die Kauflust. Am Devisenmarkt waren die Umsätze ebenfalls mäßig. Die Preise gaben unter Schwankungen in den Mittagsstunden etwas nach, lagen jedoch später wieder etwas fester. Die Kurse für die Dollarschatzanweisungen lagen erstmals seit längerer Zeit unter dem Devisenniveau und lauteten per Kassa 58 500, per Juni 64 000, per Juli 70 000. Mannheimer Produktenbörse. k. Mannheim, 29. Mai. Im Verfolg der steigenden Devisenkurse nahm der gestrige Markt einen sehr festen Verlauf bei steigenden Preisen. Die von uns gegen 12.30 Uhr ermittelten Preise stellten sich für Weizen auf 230—240 000 Mark, Roggen 190 000 Mark, Gerste 165—175 000 Mark, Hafer 120—150 000 Mark, alles per 100 Kilo bahnfrei Mannheim. Futtermittel lagen ebenfalls sehr fest. Für Mehl lautete der Richtpreis der süddeutschen Mühlenvereinigung für Basis 0 auf 345 000 Mark, doch sind die Mühlen zu diesem Preise nicht als Verkäufer am Markte. Die zweite Hand verlangte 340 000—350 000 Mark. Für mitteldeutsche Mehle bewegen sich die direkten Forderungen zwischen 340 —350 000 Mark, wogegen aus zweiter Hand zu 320—325 000 Mark für sofort verladbereite Ware Angebote vorliegen. Mannheimer Kolonialbörse. k. Mannheim, 28. Mai: Tendenz sehr fest. Man notierte für Kaffee Santos 39 200—41 200 Mark, gewaschen 44 5C0—48 200 Mark, heutiger Zoll 11 128 Mark; Tee mittel 68—74 000 Mark, gut 74 80 000 Mark, fein 80—88 000 Mark, heutiger Zoll 18832 Mark; Kakao inländischer 13 500 Mark, holländ. 16 000 Mark, heutiger Zoll 13 695 Mark; Reis Btirna 4800 Mark. Auslandszucker ohne Angebot. Industrien / Handel / Verkehr. Banken. Badische Bank A.-G. Mannheim. Zur Verteilung soll eine Dividende von 40 Prozent kommen. Ferner ist eine Kapitalserhöhung in Aussicht genommen. Mitteldeutsche Crediibank, Frankfurt a. M.Berlin Der Reingewinn beträgt 740 gegen 34 Mill. Mark. Es werden vorgesehen; 150 Prozent Dividende gegen 12,5 Prozent im Vorjahre; 400 Mill. Mark an die offene Rücklage; Kapitalerhöhung um bis zu 610 Mill. Mark. Industrien. » Majolikamanufaktur Karlsruhe. Die Verwaltung beantragt eine Kapitalserhöhung von 20 auf 30 Prozent. Oberrheinische Immobilien A. • G. Freiburg. Unter Mitwirkung der Oberrheinischen Bauindustrie A.-G. Freiburg, die ihrerseits der Rheinischwestfälischen Bauindustrie A.-G. und dem Stummkonzern nahesteht, wurde mit einem Aktienkapital von 25 Millionen Mark obige Firma gegründet. Die Gesellschaft wird sich mit dem Bau von Einfamlien- häusern befassen. Josef Holtmann & Söhne A.-G. in Ludwigshalen a. Rh. (Unternehmung für Hoch-, Tief- und Eisenbeton). Die Generalversammlung genehmigte 40 Prozent Dividende für das erste Geschäftsjahr und erklärte sich mit einem Teil Unterversicherung einverstanden, wozu darauf hingewiesen wurde, daß die Immobilien beim Bayerischen Staat voll versichert sind, so daß es sich nur um die Unterversicherung der Einrichtung, Maschinen usw. handelt. Carl Fritz Schuhfabrik A.-G., Bietigheim (Wttb.) Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte sämtliche Punkte der Tagesordnung. Das Aktienkapital wird somit um 10 Mill. Mark auf 28 Mill. Mark erhöht. Den alten Aktionären wird ein Bezugsrecht derart eingeräumt, daß auf 6 alte eine junge Aktie zu 800 Prozent zuzüglich Bezugsrechtssteuer und Bankspesen bis 1. Juli 1923 bezogen werden kann. Der Rest von 7 Mill. Mark Stammaktien wird von einem Konsortium zu 300 Prozent übernommen, mit der Verpflichtung, sie nach Weisung der Verwaltung zu begeben. Voigt & Häffner A.-G. Frankfurt a. M. Die Generalversammlung beschloß die Verteilung von 150 Prozzent Dividende auf die Stammaktien und die Erhöhung des Gesellschaftskapitals durch die Ausgabe von bis 10 Mill. Mark Vorzugsaktien. Verschiedenes. In das Handelsregister ist eingetragen: Oberrhein. Holzwerke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Karlsruhe. — Baden-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung Karlsruhe. Gegenstand des Unternehmens: Die Ausübung aller in das Verlags- und Kunstgeschäft einschlagenden Geschäfte, insbesondere der Vertrieb von Erzeugnissen badischer Künstler Stammkapital: 5 Mill. Mark. Geschäftsführer: Verlagsdirektor Paul Hammerfahr und Schriftsteller Dr. Walter Neter, beide in Karlsruhe. Von den Märkten. Berliner Metallmarkt. 29. Mai. Elektrolytkupfer 21 132, Originalhüttenrohzink 870 624 per 100 kg; Raffinadekupfer 17 500 — 18 500, Originalhütten, weichblei 7000—7300, Originalhüttenrohzink im freien Verkehr 8000—8300, Remelted-Plattenzink 6800—7000, Originalhüttenaluminium in Blöcken 28 290, 99proz. 28 370, Banka-Zinn 55 000—56 000, Hüttenzinn 54—55 000, Reinnickel 33—34 000, An- timon-Regelus 7000—7300, Silber-Barren 1 175 000 bis 1 185 000, Platin 198 000. Hamburger Metallmarkt. 29. Mai. Silber (ca. 900 fein) prompt 1195—1185, per Mai 1195—1185, per Juni 1200—1190, per Juli 1380^-1377,5; Zink (Hüttenroh) 8050—7850, per Mai 8050—7850, per Juni 8100—7950, per Juli 9200—9100; Blei (Lagerware 7200—6800, ab Hütte 7300—6900, raff. 6700— 6250; Zinn (Banka Straits) 57 00—54 500; Kupfer Chatoden 20 000—18 600, Raffinade 18 000—16 500, Wirebars 21 300—20 300; Elektrolytkupfer 21 300 bis 20 300; Gold 35—40 000; Platin 180—200 000. Hamburger Altmetallmarkt. 29 .Mai. Kupfer 60,75—63; Rotguß 47—49,5; Messing leicht 35,25 bis 37,25. Späne 35—36,50, Guß 35,75—38,50; Blei 18,75—20; Zink 19—-20. w. Mannheim 29. Mai. Dem gestrigen Viehmarkte waren zugefahren: 164 Ochsen, 162 Bullen, 453 Kühe und Rinder, 264 Kälber, 105 Schafe, 927 Schweine. Die Preise für 50 Kilo Lebendgewicht bewegten sich für Ochsen Klasse A 480—500 000 Mark, Klasse B 460—480 000 Mark, Klasse C 420- 440 000 Mark, Klasse D 380—400 000 Mark; Bullen Klasse A 440-460 000 Mark, Klasse B 400—420 000 Klasse C 360-380 000 Mark; Kühe Klasse A 490—510 000 Mark, Klasse B 460—480 000 Mark, Masse C 420 440 000 Mark; gering genährtes Jungvieh (Färsen) Klasse A 380—400 000 Mark, Sn SS «n ™ 20 »r 3 ? 0 000 Mark; Kälber Klasse B 540—560 000 Mark, Klasse C 500—540 000 Mark Klasse D 480-500 000 Mark, Klasse E 440-480000 Schafe Klasse A 320—340 000 Mark, Kl. B 300—320 MO Mark, Klasse C 280—300 000 Mark- L a n mm 97nrS? S M ^ 260 - 280 000 Mark, Klasse B S m l I?, 1 Schweine Klasse A 610— 610-620 000 Mark, Kl. C 600—610 000 Mark, Klasse D 600—610 000 Mark, Klasse E 590-600 000 Mark, Klasse F 580-600 000 Mark. — Marktverlauf mit Großvieh ruhig, Ueber- stand, mit Kälbern lebhaft, ausverkauft, mit ichweinen mittelmäßig geräumt. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern ge- H^n^U „kV?? ~ ßel i säralliche Spesen les Handels ab Stall für Frachten, Markt und Verkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie die natürlichen Gewichtsverluste ein, müssen sich also nicht unerheblich über die Stallpreise stellen. Allgemeine Wirtschaftslagen. Zur Finanzierung des Getrewegeschäfis im nächsten Ernlejahre ntitßeteitt: Im nächsten Erntefahre wirk» infolge Einführung der freien Wirtschaft, ob- wohl die geplante Getreidereserve so wie bisher oas Umlagegetreide von der Reichsgetreidestelle bezahlt werde«, soll, voraussichtlich ein weit grö- sterer Teil des deutschen Getreides als bisher durch die Kräfte des freien Wirtschaftslebens aufgekauft und bewegt werden müssen. Ueber die Möglichkeiten der Kreöitbojchasfung für die- fen Zweck haben unter öem Borsch des Reichs- Ministers Dr. Lutcher im Reichsministerium sür Ernährung und Landwirtschaft unter Beteilt- gung -der Reichsbank eingehende Erörterungen zunächst mit Vertretern der landwirtschaftlichen Genossenschaften und dann mit Vertretern des Handels stattgefunden. Auf Grund des Ergeb- nisfes dieser Erörterungen kann mit Bestimmt- heit angenommen werden, daß die privaten Wirtschaftskräfte imstande sein werden, die ihnen gestellte Aufgabe m lösen. Hierbei wird den Ge- nossenschasten ihre Zentralbank, die Preußen- fasse, besonders zugute kommen. I»m Getreide- Handel find zur Erleichterung ber Aufgabe etwa ein Dutzend sogenannte Getreidekreditbanken innerhalb Deutschlands teils schon begründet, teils in Gründung begriffen. M. a. auch in Mannheim. D. R.) Die Reichsregierung hat diese Bewegung, die durch Gründung der Ber- liner Getreidekreditbank begann, von Anfang an für sehr bedeutungsvoll gehalten und deshalb zwecks Herstellung der erforderlichen BerÄn- imng zwei Beauftragte in den Aussichtsrat der Berliner Bank entsandt. Nachdem die Entwicklung jetzt in bestimmte Bahnen gelenkt ist, wird die Reichsregierung günstig den erforderlichen Einblick dadurch bekommen, daß sämtliche Ge- treidekreditbanken, wie ihre Vertreter mit Bestimmtheit erklärt halben, bereit sind, jederzeit ihre Geschäftsgebaren vor dem Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft offen- zulegen und außerdem sicherzustellen, daß das Ministerium bei allen für Sie Getreidebanken gemeinsamen Angelegenheiten seinen Einfluß geltend machen kann. Bei diesem Sachverhalt und nachdem feststeht, daß die Berliner Getreide- kreditbank nicht eine Spitzenorganisation wird, sondern eine unter mehreren Getreidekreditban- ken bleibt, sind die oben erwähnten Beauftragten aus dem Aufsichtsrat wieder ausgeschieden. Die Lage des Arbeitsmarkles. Das Gesamtbild der Arbeitsmarktlage ist «durch weitere Verschlechterung gekennzeichnet. Eni- sprechend erhöhte sich die Zahl der unterstützten Erwerbslosen gegenüber der VorwochS um insgesamt 1112 Personen. Die Entlassungen er- strecken sich auf ziemlich alle Berufsgruppen. Von Industrien zeigt lediglich die Pforzheimer Schmuckwaren-Industrie eine Belebung, deren Wirkung ist, daß 16 Firmen, die in der letzte» Zeit mit verkürzter Arbeitszeit arbeiteten, wie- öer zur Vollarbeit zurückkehren konnten. Sonst beschränkt sich die Nachfrage nach Ar- beitskräften auf landwirtschaftliches Personal und Hausangestellte. Devisennotierungen: Brüssel.. . Holland . . London ... Paris .... Schweiz . . Spanien . . Italien . . . Lissabon . . Dänemark . Norwegen . Schweden Heisingfora Newyork. . Wiert (altes) litsch. Oest. Budapest. . Prag .... Sofia . . . . Agram . . . W. Frankfurt, 29. Mai. 28. Mai. Geld | Brief 360620 3623.80 2413950:24260.50 284237.50 285712.60 278053.10 4074 80 4095 20 3977.50 11228.- 11172.- 933645 2942.60 11421:3 98628 16259-2 1713.2-, 61096.85 6140315 295740 1147565 991? 20 88-B 86285 118.45 1818.45 86715 m 18: 29. Mai. Geld 1 Brief 3381501 33988 23590.85123709 0 279446.90 3997.50 2872.15 10847-85 915205 2857-85 11022-40 11077 60 .9775 50 9824 50 . 15935-75 1650.85 1659 15 60224 05 60525.95 85.20 1153.- 1812-- 626 55 Amsterdam Biütecl. . . Christiania Kopenhag. Stockholm. Helsingfors Italien . . . London.. . Newyork. . Paris .... Schweiz . . Spanien . . Wien (altes) Dtsch. Oest. Prag .... Budapest. . Lissabon. . Bulgarien . Bnen.-Aires ■Tapan. . . . Bio de Jan. Jueoslavien w. Berlin, 29. | 28. Mai. Geld Brief 241983 3516.11. 9925 12 11142137 16408.37 -7OO.73 Mai. «9. Mai. W 1837:39 1132- 64837 mn 11478.63 16491 63 1709.27 2962.39 287260.25 6?175.i ' Geld 23451— *1 10047.31 15660 25 5 i?:l .. 10822.87108 912712 Brief 3418.53 9799 44 11102 69 15939.75 '666.16 W 60124.94 17' 11 6266.73 642.61 8547 1801.50 |llo2:88 wl 42- 2101 __ 29027.25 Devisenkurse im Freiverkehr Mitgeteilt durch das Bankhaus Straus & Co. Karlsruhe, Holland. Schweiz. Paris . . Belgien . London . Newyork Italien . a) vorbörsllch 23300-24650 10735-11350 3950-4175 3390-3590 275500- 29125C 59 600 — ^30^0 Tendenz: schwankend b) nachbörslich 23500-24100 10800-11100 3970-4070 3 420-3505 277000-284000 -§1500 60000- 2875-2950" Tendenz: ruhig 100 Mark in Zürich! 0,91 Ct s. 100 franz. Frks. in Zürich - 36.75 Frks. Engl. Pfand in Paris: 69.80 Frks. Unnotierte Werte. Mitgeteilt von Baerfc Elend, Karlsruhe, Karl-Frledriehstr. * cirkn 9C000 12000 12500 50000 57000 'Soor elrk» 14000 m i r " Adler Kali .... Bad. Lokomotivwerke Baidur Becker Kohle . . . Becker Stahl . . . Benz Brown Boveri . . . Deutsche Lastauto Deutsche Petroleum . Germania Linoleum . Hansa Lloyd . . . Heldburg Vorzugs-Akt. Inag 27000 Kabel Rheydt . . . 53000 Karstadt | 7500 Knorr 36000 Krttgershall .... 175000 Landeswirtschaftsstelle für das BadischeHand- werk Meurer Spritzmetall . Moninger Brauerei . Offenburger .ipinnoroi 1100 11000 Petersbgr. Int. . . Rastatter Waggon . Rodi & Wienenberger Russenbank .... Sichel Sloman Teichgräber .... Textil Meyer . . , Ufa 5 °/o Bad Kohlenw.-Anl. 6°/ 0 Mannh. Kohlenw.- Anleihe 7°/o Sachsische Braunkohlen-Anleihe . . . 5 typ Rhein-Main-Donau Dollar-Anleihe . . 5% Neckarwerke Gold Anleihe 5% Preußische Kali- Anleihe /pro 100 kg wert-Anleihe p5Str.' 1